„von Gott verlassen“??

Juble, du Unfruchtbare, die nicht geboren, brich in Jubel aus und jauchze, die keine Wehen gehabt hat! denn der Kinder der Vereinsamten sind mehr als der Kinder der Vermählten, spricht Jehova. Mache weit den Raum deines Zeltes, und man spanne aus die Behänge deiner Wohnstätte; (Eig deiner Wohnstätten, d. h. deiner geräumigen Wohnung) wehre nicht! (O. spare nicht) Mache deine Seile lang, und deine Pflöcke stecke fest! Denn du wirst dich ausbreiten zur Rechten und zur Linken; und dein Same wird die Nationen in Besitz nehmen, und wird die verödeten Städte bevölkern. Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht beschämt werden, und schäme dich nicht, denn du wirst nicht zu Schanden werden; sondern du wirst der Schmach deiner Jugend vergessen und der Schande deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann, -Jehova der Heerscharen ist sein Name-und der Heilige Israels ist dein Erlöser: er wird der Gott der ganzen Erde genannt werden. Denn wie ein verlassenes und im Geiste betrübtes Weib ruft dich Jehova, und wie ein Weib der Jugend, wenn sie verstoßen ist, spricht dein Gott
Elberfelder 1871 – Jesaja 54,1–6

denn der dich ehelicht,
der dich machte ists,
ER der Umscharte sein Name!
der dich auslöst,
der Heilige Jissraels ists,
Gott alles Erdreichs wird er gerufen.
Buber – Jes 54,5

Denn dein Gemahl ist der, der dich erschuf, Jehova, der Weltenherrscher, ist sein Name, der dich erlösete, der Heilige Israels, er heisst der ganzen Erde Gott.
van Ess – Jes 54,5

Denn dein Gemahl ist es, Der dich gemacht, Jehovah der Heerscharen ist Sein Name; und dein Erlöser, der Heilige Israels, der Gott der ganzen Erde wird Er genannt. Jes 41,14; 62,5; Ps 149,2; Jer 31,35; 51,5; Offb 21,2.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jes 54,5

Denn dein großer Erschaffer ist für dich wie ein Ehemann, Jehova, der Herr der Heere, ist sein Name, und der Heilige Israels ist dein Rückkäufer. Man wird ihn den Gott der ganzen Erde nennen.
Neue WeltÜbersetzung 2018
o – nein, „ihr“ seit die einzige Übersetzung im deutschen, die ein „WIE“ einfügen. Nein – das gibt der hebräische Text „leider“ nicht her!

Gemäß Hesekiel wird Gott in der Zukunft einen für immer geltenden Vertrag mit Israel schließen. Dieser ewige Bund ist derselbe wie der Neue Bund in Jeremia 31,31–34. Dieser neue und immerwährende Bund ist auch ein neuer Heiratsvertrag, auf dessen Säulen die Wiederheirat ruhen wird.

Die Wiederherstellung Israels als Jehovahs Frau wird auch in Jesaja 54,1–8 beschrieben: …

Jesaja beginnt damit zu erklären, dass die wiederhergestellte Frau jetzt anfangen wird, rechtmäßige Kinder zu bekommen (V. 1–3). Israel hat in der Zerstreuung viel mehr Kinder hervorgebracht als vorher, als sie noch mit Jehovah verheiratet war (V. 1). Israel brachte tatsächlich viele uneheliche Kinder hervor und nur sehr wenig rechtmäßige, und die legitimen wurden oft den fremden Göttern geopfert. Aber dann wird sich das alles ändern. Jesaja ermutigt Israel, ihr Haus auszubauen (V. 2–3), um die vielen rechtmäßigen Kinder, die noch kommen werden, unterbringen zu können. Der Grund dafür und für die kommenden legitimen Kinder ist die Wiedervereinigung durch die Hochzeit (V. 4–8). Israels frühere Unzucht wird vergessen sein (V. 4) und Jehovah wird wieder ihr Ehemann sein (V. 5). Gott wird wieder um seine Frau werben, wie er es tat, als sie jung war (V. 6), und alle vergangenen Entbehrungen werden dann ersetzt durch neuen Segen (V. 7–8).

Diese Wiederheirat wird auch noch in Jesaja 62,4–5 beschrieben:

Man wird dich nicht mehr »Verlassene« nennen und dein Land nicht mehr als »Wüste« bezeichnen, sondern man wird dich nennen »Meine Lust an ihr« und dein Land »Vermählte«; denn der HERR wird Lust an dir haben, und dein Land wird wieder vermählt sein. Denn wie ein junger Mann sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden deine Söhne sich mit dir vermählen; und wie sich ein Bräutigam an seiner Braut freut, so wird dein Gott sich an dir freuen.

Das Land, das Israel wegen seiner Hurerei verloren hat, wird vollständig wiederhergestellt werden. Wie ein frisch gebackener Ehemann sich über seine jungfräuliche Braut freut, so wird Gott sich über seine wiederhergestellte Frau freuen.

Fruchtenbaum – Geheimnisse Gottes – Israel

An die Stellte von Ewigkeit und Himmel treten Zeit und Erde. Israel war das von Gott auserwählte irdische Volk, eine Nation, die als solche durch Bündnisse und Verheißungen sowie durch äußere Mittel: das Blut des Passahlammes, die Beschneidung, das Gesetz, den Dienst usw., von allen anderen Völkern der Erde abgesondert war – ein Volk, das wiederum als solches, zu Jehova, seinem Bundesgott, in Beziehung stand und auch am Ende der Tage wieder in Beziehung stehen wird. Die innere geistliche Verbindung, die zwischen den wahren Gläubigen in der Mitte Israels und Gott bestand, hatte nichts mit dieser allgemeinen äußeren Beziehung zu tun. Jehova betrachtete sein Volk, ob gläubig oder nicht gläubig, als sein „Weib“, das unter ihm war und ihm Gehorsam und Anerkennung seiner Rechte als „Mann“ schuldete. Wandte es sich von ihm ab zu anderen „Männern“, d. h. zu den Götzen der übrigen Völker, so wurde es eine „Ehebrecherin“. Es trieb „Hurerei“ in geistlichem Sinne. Daß diese Sünde auch in ihrer buchstäblichen Bedeutung in der Mitte des Volkes im Schwange war und im Laufe der Zeit furchtbare Formen annahm, ist bekannt, kommt aber hier nicht in Betracht.

Israel war also als Volk das „Weib Jehovas“. Wird Israel denn niemals „Braut“ genannt? Doch. Als das Volk Ägypten verlassen, das Rote Meer durchschritten hatte und nun als das Eigentumsvolk Jehovas durch die Wüste zog, da betrachtete Jehova es als seine „Braut“, das will sagen, es war noch nicht voll und ganz in das neue Verhältnis zu seinem Gott eingeführt. Im Blick auf diese Zeit lesen wir in Jeremia 2,2-3: „So spricht Jehova: Ich gedenke dir die Zuneigung deiner Jugend, die Liebe deines Brautstandes, dein Wandeln hinter mir her in der Wüste, im unbesäten Lande. Israel war heilig dem Jehova, der Erstling seines Ertrags.“1
Herrliche, gnadenreiche Worte! Aber ach! gleich nachher muß Gott klagend ausrufen: „Was haben eure Väter Unrechtes an mir gefunden, daß sie sich von mir entfernt haben und der Nichtigkeit (d. h. den nichtigen Götzen) nachgegangen sind?…Hat irgend eine Nation die Götzen vertauscht? und doch sind sie nicht Götter; aber mein Volk hat seine Herrlichkeit vertauscht gegen das was nichts nützt. Entsetzt euch darüber, ihr Himmel und schaudert, starret sehr! spricht Jehova.“ Und im nächsten Kapitel: „Fürwahr, wie ein Weib ihren Freund treulos verläßt, so habt ihr treulos gegen mich gehandelt, Haus Israel, spricht Jehova“. (Jeremia 2,5-11; Jeremia 3,20).


Immer und immer wieder reden die Propheten in ähnlicher Weise, indem sie Juda oder Israel, oder beide, aber auch Jerusalem eine Hure, ein ehebrecherisches Weib nennen, das ihrem Manne (Jehova) die Treue gebrochen hat, und darum von ihm ihr gerechtes Urteil empfängt: Entlassung und Überantwortung in die grausamen Hände ihrer Buhlen. (Vergl. Jesaja 50,1; Hesekiel 16; Hesekiel 23; Hosea 2,2-5; Hosea 3,1). Zugleich aber verkünden sie auch in ergreifender Weise die reuevolle Umkehr des Volkes „am Ende der Tage“ zu seinem „ersten Mann“, nachdem es „Zwiefältiges für alle seine Sünden empfangen hat“ (Jesaja 40,2), und Jehova sich ihm in Erbarmen wieder zuwendet. In der Zwischenzeit befindet sich Israel im „Witwenstand“, sie ist eine Vereinsamte, Unfruchtbare, gleicht einem verstoßenen Weibe usw. Im Zorneserguß hat Jehova sein Volk für einen kleinen Augenblick verlassen. Aber auch verstoßen? „Das sei ferne!“ ruft Paulus in Römer 11,1 aus. Nein, der Schilderung der Verwerfung des Messias in Jesaja 53 und seiner Leiden um der Sünden seines Volkes willen folgen sofort im nächsten Kapitel die wunderbaren Worte: „Jubele, du Unfruchtbare, die nicht geboren, brich in Jubel aus und jauchze, die seine Wehen gehabt hat! denn der Kinder der Vereinsamten sind mehr als der Kinder der Vermählten, spricht Jehova… Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht beschämt werden…sondern du wirst…der Schande seiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. Denn der dich gemacht hat ist dein Mann, – Jehova der Heerscharen ist sein Name – und der Heilige Israels ist dein Erlöser: Er wird der Gott der ganzen Erde genannt werden. Denn wie ein verlassenes und im Geiste betrübtes Weib ruft dich Jehova, und wieein Weib der Jugend, wenn sie verstoßen ist, spricht dein Gott.“ (Lies Jesaja 54,1-10).


Noch viele andere, ähnliche Stellen könnten angeführt werden, vor allem Hosea 2,14-23, aber sie alle zeigen auf den ersten Blick den gewaltigen Unterschied zwischen dem Verhältnis des Volkes Israel als Braut oder Weib zu Jehova, seinem Gott, und dem gegenwärtigen bräutlichen Verhältnis der Gläubigen zu Christo, dem verherrlichten Menschensohn zur Rechten Gottes, oder dem späteren als „Weib des Lammes“. Es ist schwer zu verstehen, wie es überhaupt möglich ist, beide miteinander zu verwechseln und zu der Frage zu kommen, ob etwa Israel die Braut des Lammes sei; umsomehr als es sich ausnahmslos in dem einen Falle um irdische Verhältnisse und Segnungen (vergl. u. a. Hose 2,21-23), in dem anderen um himmlische handelt.

Rudolf Brockhaus — Die Braut, das Weib des Lammes

Das Jerusalem jener Zeit ist durch Pracht und Gerechtigkeit gekennzeichnet (Jes 62,1). Alle Völker erkennen diese Gerechtigkeit (Jes 62,2a). Jerusalem erhält auch den neuen Namen (Jes 62, 2b), den Hesekite in 48,35 erwähnt: „Jehova schammah“. Jerusalem zeichnet sich außerdem durch Schönheit aus (Jes 62, 3). Gott wird die Stadt nie mehr verlassen oder verwüsten (Jes 62, 4a), denn sie ist ja seine Freude und Wonne (Jes 62, 4b-5).
Damit Gottes Verheißungen auch bestimmt eines Tages erfüllt werden, sind göttliche Boten auf die Mauern Jerusalems gestellt worden. Sie sollen Gott daran erinnern, daß er versprochen hat, Jerusalem zur Freude und zum Lobpreis der ganzen Welt zu machen (Jes 62, 6-7). Die Einwohner der Stadt erhalten die Zusage,
sie dürften sich der Frucht ihrer Arbeit erfreuen, denn was sie sich erarbeitet haben, soll ihnen kein Feind mehr nehmen können (Jes 62, 8-9). Gott erklärt feierlich, er werde Jerusalem Heil und Erlösung schenken, weil er sich an seine Zusagen gebunden hat (Jes 62, 10-12). Jubel und Freude als herausragende Merkmale des zukünftigen Jerusalem können wir auch Jesaja 65,18-19 entnehmen:

Arnold Fruchtenbaum . Handbuch der biblischen Prophetie

Von Gott verlassen? Nein, Gott hat sich immer an seinen Bund gehalten, und wird auch in Zukunft bei seinem einmal geschlossenen Bund bleiben – Jehovah wird NIE wortbrüchig.

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