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wer richtet?

Einer ist der Gesetzgeber und Richter, der zu erretten und zu verderben vermag. Du aber, wer bist du, der du den Nächsten richtest?

Elberfelder Bibel 1905 – Jak 4,12

Aber nur Gott, der das Gesetz gegeben hat, darf richten. Er allein kann verurteilen oder freisprechen. Für wen hältst du dich, dass du deinen Mitmenschen verurteilst! (1 Kor 4,5; Röm 14,4; Mat 7,1)

Gute Nachricht Bibel – Jak 4,12

Dabei gibt es doch nur einen Gesetzgeber und nur einen Richter – den, der die Macht hat zu retten und der die Macht hat, dem Verderben preiszugeben. Du aber, wer bist du, dass du über deine Mitmenschen zu Gericht sitzt?

Neue Genfer Übersetzung_2013 – Jak 4,12

Dabei gibt es doch nur einen Gesetzgeber und einen Richter, und das ist Gott. Nur er kann verurteilen oder von Schuld freisprechen. Woher nimmst du dir also das Recht, deine Mitmenschen zu verurteilen?

Hoffnung für Alle – Jak 4,12

Und doch gibt es nur einen, der Gesetzgeber ist, und nur dieser Eine kann Richter sein. Es ist der, welcher die Macht hat, zu retten und ins Verderben zu stürzen. Wer bist du also, dass auch du noch Richter spielen willst, – Richter über deinen Nächsten?

Johannes Greber NT – 1936 – Jak 4,12

Das kann aber nur einer, nämlich Gott! Er hat die Gesetze gemacht und ist gleichzeitig der Richter, der sie auch durchzieht. Nur er kann freisprechen oder verurteilen. Wie bist du denn drauf, dass du glaubst, ein Urteil über den Menschen neben dir fällen zu können?

VolxBibel – Jak 4,12

νομο-θέτης1 Gesetzgeber. δυνάμενος Ptz. δύναμαι, attr. σῶσαι Aor. Inf. σῴζω. ἀπ-ολέσαι Aor. Inf. -όλλυμι. σύ betont vor dem τίς (BDR § 4752). κρίνων Ptz., attr. bzw. subst. (App. zu σύ, A303); σὺ τίς εἶ ὁ κρίνων wer bist du, der du … verurteilst/richtest. πλησίον Adv. nahe, nahe dabei, benachbart; subst. Nächster, Mitmensch.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Nur einer ist über dem Gesetz. Er allein hat das Recht, es zu verändern oder aufzuheben. Gott ist der Gesetzgeber und Richter. „Gesetzgeber“ ist ein zusammengesetztes Substantiv, das nur an dieser einen Stelle im Neuen Testament vorkommt (nomothetEs, von nomos, „Gesetz“, und tithEmi, „aufstellen, konstituieren, niederlegen“). Gott hat das Gesetz nicht nur gestiftet, er überwacht auch seine Durchführung. Er steht sowohl für die Exekutive als auch für Jurisdiktion der göttlichen Regierung. Er ist der König, setzt sein Gesetz ein und macht es bekannt. Gott ist der „Richter“, er hütet das Gesetz und verschafft ihm Geltung. Er (kann) selig machen und verdammen. Es gibt also einen Urheber des Gesetzes, einen Richter über das Gesetz und einen Retter, der vor der Verurteilung durch das Gesetz retten kann. Diese Erinnerung an eine Wahrheit, die den jüdischen Lesern des Jakobus sicherlich wohlbekannt war, war zugleich ein Tadel für ihre hochmütige Einstellung und ihre selbstherrliche Verurteilung anderer. Wer aber bist du, daß du den Nächsten verurteilst? Das ist eine weitere der typischen rhetorischen Fragen des Jakobus, denen der Leser sich kaum entziehen kann. Eine demütige Haltung und eine um Gerechtigkeit bemühte Handlungsweise sind wesentlich für das geistliche Wachstum des Gläubigen. Jakobus zeigt im folgenden, wie diese beiden wichtigen Elemente christlicher Lebensführung gegen die leere Prahlerei im Streit liegen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

»Einer nur ist Gesetzgeber und Richter, nämlich der, der retten und verdammen kann« (V. 12). Das ist Gott. Die Worte »Einer nur« stammen sehr wahrscheinlich aus Israels Glaubensbekenntnis in 5 Mo 6,4, das auch Jesus in Mt 19,17 zitiert (vgl. Mt 22,35ff.). Dass Gott »Gesetzgeber« ist, bedeutet, dass Mose nur der Vermittler des alttestamentlichen Gesetzes ist. »Richter« ist Gott in Gegenwart und Zukunft, vor allem im Jüngsten Gericht. Darauf weisen viele Aussagen der Bibel hin (z. B. 1 Sam 2,6ff.; Jes 33,22; 2 Tim 4,8; Heb 12,23). Interessant ist die Wendung: »der retten und verdammen kann.« Offenbar handelt es sich um ein Zitat des Jesuswortes in Mt 10,28 bzw. Lk 12,5. Immer wieder zeigt es sich, dass Jakobus die Jesusworte und das AT miteinander vereinigt und beides als heiliges Gotteswort betrachtet.

»Du aber, wer bist du, dass du den Nächsten richtest?« Nach dem Zusammenhang bedeutet »der Nächste« hier so viel wie: der Bruder. Paulus macht in Röm 14,4 fast wörtlich dieselbe Aussage. Dabei entfalten beide, Paulus und Jakobus, nur das von Jesus in Mt 7,1-5 Gesagte. Erinnern wir uns noch einmal daran, dass »richten« oder »verdammen« (dasselbe Wort wie in V. 11 nach dem Urtext!) hier die üble Nachrede oder die Anmaßung, höchster Richter zu sein, bedeutet. Wer so »richtet«, der greift in Gottes Amt ein. Und ist dabei ein kleiner Mensch!

Edition C

Denen, die sich über das Gesetz erheben wollen, gibt Jakobus zu bedenken: „Einer nur ist Gesetzgeber und Richter,966 nämlich der, der retten und verdammen kann. Du aber, wer bist du, dass du den Nächsten richtest?“ (V. 12). Jetzt geht es wirklich um den Gegensatz Gott – Mensch. Nicht mehr das Verhältnis von Mensch und Gesetz ist jetzt also das Thema, sondern das Verhältnis von Mensch und Gott. Der Übergang von dem einen zu dem andern Thema ist aber deshalb leicht möglich, weil das Gesetz ja von Gott gegeben ist. Er allein „ist Gesetzgeber und Richter“. Wenn ein Mensch sich anmaßt, zu richten, dann greift er dem ewigen „Richter“ ins Amt.
„Richter“ ist Gott an zahlreichen Stellen des Alten und Neuen Testaments (vgl. Gen 16,5; 18,25; Ps 50,6; 58,12; 68,6; 75,8; Jes 33,22; Mt 5,25; Act 10,42; 2 Tim 4,8; Hebr 12,23). In Jak 5,9 wird allerdings Jesus Christus als der Richter bezeichnet, was nach Mt 25,14; 25,31ff.; Joh 5,22ff.; Act 10,42 nicht verwundert. Κριτής geht auf hebr. שׁפֵ̇ט zurück, das sowohl den Herrscher als auch den Richter bezeichnet.967 Von da her wohnt dem Wortfeld κρίνειν / κριτής bei Jakobus auch das Element des „Herr seins“ bzw. „sich zum Herrn aufschwingen wollen“ inne.
Νομοθέτης kommt nur hier im NT vor.968 Der Versanfang εἷς ἐστιν νομοθέτης969 nimmt sehr wahrscheinlich auf das Schema Jisrael in Dt 6,4 Bezug (κύριος εἷς ἐστιν). Dann aber gibt Jakobus zu erkennen, dass derjenige, der seinen Bruder verleumdet oder richtet, am Bekenntnis Israels und am ersten Gebot frevelt! „Der, der retten und verdammen kann“, ist Gott – und wieder nur er allein! Ἀπολέσαι bedeutet eigentlich „vernichten“, „verderben“, „umbringen, „töten“.970 Gemeint ist das eschatologische „verderben“ des göttlichen Richters, also eben das, was wir herkömmlich „verdammen“ nennen. Die Formulierung „der retten und verdammen kann“ erinnert stark an Mt 10,28. Vermutlich hat Jakobus sich auch hier wieder an die Jesusüberlieferung angelehnt.971 „Du aber, wer bist du, dass du den Nächsten richtest?“972 Diese Frage könnte bei Paulus stehen (vgl. Röm 14,4). Gott darf „den Nächsten richten“ und wird es tun. „Du aber“, das heißt „du“ als sündiger Bruder in der Gemeinde und als sündiger Mensch, darfst es nicht.
Jakobus mahnt also zur Eintracht, indem er jedes Gemeindeglied an die Verantwortung vor dem göttlichen Richter erinnert. Im Namen Gottes deckt er die Zwietracht in der Gemeinde als Sünde auf. Die Überwindung dieser Sünde geschieht nicht durch eine Strukturreform, sondern durch die von Christus ermöglichte Demut und neue Gnade.

Historisch-Theologische Auslegung Neues Testament – Maier 2014

Der Autor beginnt Vers 11a mit dem Befehl: „Sprich nicht gegen andere Gläubige.“ Die Gegenwart in diesem Befehl betont unveränderliches Handeln; die gewohnheitsmäßige Handlung einiger, sich gegen andere Gläubige auszusprechen. Der Grieche bedeutet wörtlich „sich zu Wort melden“; eine Person vor anderen zu senken, um sich zu erheben. In 1. Petrus 2:12 und 3:16 wird es von Ungläubigen verwendet, die Gläubige verfolgen. In dieser Situation erniedrigen sich die Glaubensgenossen jedoch gegenseitig. Das Wort Brüder bezeichnet die Leser als Gläubige. Jacob / James liefert dann zwei Gründe gegen eine solche Erniedrigung durch Mitbrüder.
Der erste Grund ist in Vers 11b zu finden: Es verstößt gegen das Gesetz. Wer gegen einen Bruder spricht, kommt in der Gegenwart vor, was auf Gewohnheitspraxis hinweist. Wer sich regelmäßig und ununterbrochen gegen einen Bruder, einen Glaubensgenossen, ausspricht, beurteilt seinen Bruder. Auch in der Gegenwart (was auf eine gewohnheitsmäßige Praxis hinweist) umfasst das Wort Richter die gesamte Bandbreite der Maßnahmen, von der Ablehnung bis zur Verurteilung eines Bruders. Ein solcher Züchtiger spricht gegen das Gesetz. Im griechischen Text gibt es keinen Artikel vor dem Wort Gesetz; Jacob / James bezieht sich also nicht auf das mosaische Gesetz, sondern auf ein Gesetz, das das Leben des Gläubigen regelt. Dies ist das vollkommene Gesetz oder das Gesetz der Freiheit (1:25). Es ist das königliche Gesetz von 2: 8: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Jemand, der gegen ein solches Gesetz spricht, beurteilt das Gesetz, da er sich darüber stellt. Obwohl er dies nicht beabsichtigt, kritisiert er in der Praxis das Gesetz und ist daher kein Gesetzestäter. Wenn Sie jedoch das Gesetz beurteilen, sind Sie kein Gesetzestäter, sondern ein Richter. Als wäre er nicht verpflichtet, das Gesetz einzuhalten, wird er Richter, indem er sich über das Gesetz stellt.
Der zweite Grund gegen die Erniedrigung eines Bruders findet sich in Vers 12: Der einzige Gesetzgeber und Richter ist Gott: Einer ist nur der Gesetzgeber und Richter. Da die Einzigartigkeit des einen Gottes, der sowohl Gesetzgeber als auch Richter ist, im Vordergrund steht, sollte kein Mensch diese Funktion übernehmen. Sogar wer retten und zerstören kann. Gott ist insofern einzigartig, als niemand in der Lage ist, seine Taten zu vollbringen. Das griechische Wort für Gesetzgeber wird nur in diesem neutestamentlichen Vers verwendet und betont jemanden, der das Gesetz an seine Stelle setzt. Als Gesetzgeber erklärt er seinen Willen. Als Richter setzt er seinen Willen durch und kann diejenigen bestrafen, die nicht gehorchen. Die Worte retten und zerstören fassen Gottes Fähigkeiten zusammen, ein Hinweis auf seine Kontrolle über die Bereiche des physischen Lebens und des physischen Todes und nicht auf ewige Schicksale. Angesichts all dessen fragt Jacob / James erneut: Aber wer bist du, der deinen Nachbarn beurteilt? Hält die nachdrückliche Position im griechischen Text, zeigt aber einen Kontrast zwischen Gott und Mensch: Aber du, wer bist du, um deinen Nächsten zu beurteilen? Das Wort Richter als Partizip Präsens zeigt jemanden, der beabsichtigt, einen Bruder zu richten. Durch die Beurteilung seines Nachbarn verstößt ein Gläubiger gegen das in 2: 8 dargelegte Prinzip.

Fruchtenbaum – Die messianisch-jüdischen Briefe

Im Laufe der Zeit haben sich immer wieder Männer als Richter aufgespielt und haben Menschen, die die Bibel selber lesen konnten, bevormundet. Aber jeder wird einmal direkt vor dem Richter für sein Handeln Rechenschaft ablegen müssen. Bei der gestern erwähnten Frau, war dieser Tag noch nicht gekommen! Wir sind oft geneigt unsere eigene Ansicht dem anderen „aufzudrängen“. Doch nur der eine Gesetzgeber (Jehovah) darf allen seinen Geschöpfen Regeln geben, nach denen er diese dann richten darf. Auch jemand der zum Präsidenten oder Kanzler eines Landes gewählt wurde, ein oberster Richter eines Landes, ja selbst die Führer einer Kirche/org werden sich eines Tages für ihr persönliches Verhalten vor IHM verantworten müssen.
Doch das erfordert von uns „Ruhe und Geduld“ – den wir sind ja HEUTE diejenigen, die gern etwas geändert bekommen wollten. Wir sind heute die, die ungeduldig sind, die uns „nichts mehr zu sagen lassen wollen“. Doch auch wir „kleinen Leute“ werden uns für unser persönliches Verhalten vor IHM verantworten müssen.
Doch WAS will er von dir und mir? Um das herauszufinden, sollte jeder von uns ein persönliches Bibelleseprogramm haben, damit Gott direkt durch SEIN Wort zu uns sprechen kann!

Geschrieben von Thomas am 4. Juni 2020 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Grundnahrungsmittel – täglich?

Ich bin das Brot des Lebens.
49 Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen und sind gestorben.
50 Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herniederkommt, auf daß man davon esse und nicht sterbe.
51 Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist; wenn jemand von diesem Brote ißt, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, daß ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt.

Elberfelder Bibel 1905 – Joh 6,48–51

48 Ich selbst bin das Brot, das euch dieses Leben gibt! 49 Eure Vorfahren haben in der Wüste das Manna gegessen und sind doch alle gestorben. 50 Aber hier ist das wahre Brot, das vom Himmel herabkommt. Wer davon isst, wird nicht sterben. 51 Ich selbst bin dieses Brot, das von Gott gekommen ist und euch das Leben gibt. Wer von diesem Brot isst, wird ewig leben. Dieses Brot ist mein Leib, den ich hingeben werde, damit die Menschen leben können.«

Hoffnung für Alle – Joh 6,48–51

Ich bin das Brot, das euch dieses Leben geben kann.
(49) Eure Vorfahren haben dieses Manna in der Wüste gegessen, aber irgendwann sind sie doch alle gestorben.
(50) Dieses Brot, das ihr hier vor euch seht, kommt direkt aus dem Himmel. Alle, die davon essen, werden nie mehr sterben!
(51) Ich bin das Brot, das Leben gibt, und das kommt aus dem Himmel. Alle, die von diesem Brot essen, werden ewig leben. Dieses Brot ist mein Körper, der wird für euch wie ein Schuldschein eingelöst. Das tue ich, damit diese Welt leben kann.“

VolxBibel

In diesen beiden Versen faßte Jesus seine Lehre zusammen. Sie ist abermals durch die Wendung „wahrlich, wahrlich, ich sage euch“ unterstrichen (vgl. auch V. 26.32.53). Die Verbform wer glaubt ist im Griechischen ein Partizip Präsens – damit ist ausgedrückt, daß derjenige, der bleibendes, festes, unerschütterliches Vertrauen in Gott setzt, ein Gläubiger ist und das ewige Leben bereits jetzt, in der Gegenwart, und für immer besitzt. Nochmals wiederholte Jesus: Ich bin das Brot des Lebens (vgl. den Kommentar zu V. 35).

Joh 6:49-50
Das Manna in der Wüste stillte nur ein einziges, bestimmtes Bedürfnis. Es ermöglichte für begrenzte Zeit das physische Überleben. Allmählich wurde es den Israeliten zuwider, und schließlich starben sie. Jesus ist ein anderes Brot. Er ist vom Himmel und bringt das Leben. Wer von diesem Brot ißt, wird nicht sterben.

Joh 6,51
Was bedeutet es aber nun genau, Jesus, das lebendige Brot, zu essen? Viele Exegeten sind der Ansicht, daß Jesus damit auf das Herrenmahl anspielte. Tatsächlich läßt sich das hier Gesagte durchaus auf seinen Tod und das Herrenmahl beziehen. Doch da das letzte Abendmahl erst ein Jahr nach den in diesem Kapitel berichteten Ereignissen stattfand, sollte das Essen seines Fleisches und das Trinken seines Blutes an dieser Stelle nicht im Sinne eines Sakraments aufgefaßt werden. Das „Essen“ des lebendigen Brotes ist eine Redefigur, die, wie die anderen Metaphern – zu ihm zu kommen (V. 35), auf ihn zu hören (V. 45) und ihn zu sehen (V. 40) – einfach bedeutet, an Jesus zu glauben. Von diesem Brot zu essen, heißt, ewig zu leben (vgl. V. 40.47.50.54.58). Jesu Aussage über das Brot des Lebens wird noch weiter ausgeführt: nicht nur der Vater gibt das Brot (Jesus), sondern auch Jesus selbst gibt es den Menschen. Dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. Der Opfertod des Lammes Gottes bringt die Rettung (Joh 1,29). Durch Jesu Tod gewann die Welt das Leben.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Vers 48 wiederholt schlicht die Aussage von Vers 35:

»Ich bin das Brot des Lebens.« Gerade die lehrhafte und missionarische Wiederholung bestimmter Sätze wie:

Wer glaubt, hat das »ewige Leben«, »Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage«. »Ich bin das Brot des Lebens« konzentriert die Aufmerksamkeit der Hörer auf das Wesentliche und macht zugleich deutlich, dass Jesus die Wahrheit auch dann nicht versteckt, wenn er angegriffen wird.

Die Verse 49 und V. 50 vollziehen eine sehr anschauliche Gegenüberstellung des Wüstenmanna und des messianischen Brotes. Wieder erstaunt, wie rational und überlegt Jesus um die Zustimmung der Juden wirbt. Vom Wüstenmanna sagt Jesus:

»Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.« Darauf haben die Juden selbst in Vers 31 Bezug genommen. Für beide, für Jesus und für die pharisäischen Schriftgelehrten von Kapernaum, handelt es sich dabei um wirkliche Geschichte. Für beide ist diese Exodus -Geschichte grundlegend und zugleich eine typische Vorschaltung der messianischen Zeit. Dasselbe gilt noch für Paulus (1Kor 10,1-11). Allerdings müssen die Schriftgelehrten nach der Meinung Jesu andere Konsequenzen ziehen, als sie es bisher taten. Um dies zu verdeutlichen, redet er von »euren Vätern«. Aber ist diese Wendung nicht zugleich ein spürbarer Hinweis auf die fatale Ähnlichkeit, die sie mit ihren »Vätern« haben (vgl. Mt 23,30ff.; Apg 7,52ff.)? Und droht ihnen dann nicht in der Messiaszeit ein ähnliches Geschick wie ihren Vätern? Jedenfalls »sind« diese trotz der wunderbaren »Manna«-Speisung »in der Wüste gestorben« – wegen ihres Ungehorsams und Unglaubens (4Mose 14,21ff.; 5Mose 1,32ff.).

Und so viel ist absolut deutlich:

Das »Manna« konnte kein ewiges Leben geben! Deshalb brauchen sie jetzt nicht (gegen V. 34 !) das Wüstenmanna, sondern das neue, messianische Himmelsbrot. Jesus erklärt es so:

»Das ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt:

Man isst von ihm und stirbt nicht.« Insofern es »vom Himmel herabkommt« hat es eine Vorschattung und Parallele beim Manna (vgl. 2Mose 16,4), und insofern man von »ihm essen« muss, besteht noch einmal eine solche Parallele. Aber an einer Stelle gibt es keine Parallele mehr:

»Man stirbt nicht«, wenn man das neue Brot isst, d. h. man erhält dadurch das ewige Leben. Mit Recht bemerken die Ausleger, dass von Vers 49 an das Stichwort »essen« eine zunehmende Bedeutung gewinnt.

Damit stehen wir vor Vers 51, dem Schlussvers des zweiten Redeabschnitts in Johannes 6. Zunächst dient er der Wiederholung:

»Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist« (vgl. V. 33.35.38.41.48). »Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben« (vgl. V. 35.47.50). Der Ausdruck »das lebendige Brot« macht allerdings noch anschaulicher, dass es sich um eine Person und nicht um eine Sache handelt, und dass diese Person Leben vermittelt. Nun bringt aber Vers 51 über diese Wiederholung bzw. Abklärung hinaus ein neues Element. Dieses neue Element liegt in dem Schlusssatz:

»Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.« Schon das äußere Verständnis ist nicht ganz leicht. Eine Gruppe von Handschriften überliefert den Satz so:

»Und das Brot, das ich für das Leben der Welt geben werde, ist mein Fleisch.« Wieder andere Handschriften haben:

»Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt« (ebenso der Luthertext). Für das innere Verständnis des Satzes sind vier Beobachtungen wichtig:

Edition C
  1. Jesus spricht von der Zukunft (»geben werde«) 2. Er ist Geber (»das Brot, das ich geben werde«) und Gabe (»mein Fleisch«) zugleich. 3. Er will nicht nur für Israel handeln, sondern »für das Leben der Welt«, also der Heiland der Welt sein (vgl. Joh 4,42).
  2. Zentrale Bedeutung hat sein »Fleisch«, d. h. seine körperlich -ganzheitliche Lebenshingabe. Im Moment muss dies für die Juden ein Rätselwort sein. Erst die Passion rückt unsern Vers in das heilste Licht. Zwei wichtige Beziehungen lassen sich aber jetzt schon entdecken. Die eine ist die Beziehung zum Prolog, vor allem zu Joh 1,14:

»Das Wort ward Fleisch.« Weil der Gottessohn »Fleisch« wurde, kann er jetzt sein Fleisch »für das Leben der Welt«, d. h. zur Ermöglichung des ewigen Lebens für alle Menschen, hingeben. Sachlich steht also Johannes 6,51 ganz nahe bei Matthäus 20,28 und Markus 10,45. Die andere ist die Beziehung zum Abendmahl. Zwar steht das Hauptwort »Fleisch« in keinem der synoptischen oder paulinischen Abendmahlsberichte. Dafür begegnet uns dort das sachlich engstens verwandte Hauptwort »Leib« (vgl. Mt 26,26; Mk 14,22; Lk 22,19; 1Kor 11,24), und zwar als Deutewort für das Brot. Wenn Jesus in Johannes 6,51 ebenfalls das Brot als sein Fleisch deutet, merken wir:

Es geht sachlich um dieselbe Prophezeiung und Deutung seines Todes wie im Abendmahlsbericht. Deshalb nannte man Johannes 6,51ff. gelegentlich die »johanneischen Abendmahlsworte«. Die Verse 53-58 werden uns hier weiterführen.

Halten wir nur so viel fest:

In Johannes 6,51 kündigt Jesus seinen stellvertretenden Sühnetod an, der der ganzen Weit das ewige Leben verschaffen kann und das messianische »Brot des Lebens« ist.

Edition C

Womit „ernähere“ ich mich täglich? Ist das Christus-zentrierte Bibellesen meine tägliche Angewohnheit? oder eher youtube und FB?
Manchmal hat man den Eindruck, dass der wirkliche Fortschritt – nämlich eine Bibel besitzen und lesen zu können – heute gar nicht mehr von vielen wahrgenommen wird.
Meine Einladung gilt noch immer: fange damit an, die Bibel täglich zu lesen – und poste deine Erfahrungen, deine Entdeckungen und Fragen im Blog von jehovah-shammah.de !!!

Geschrieben von Thomas am 14. Mai 2020 | Abgelegt unter Allgemein,Fragen zur Bibel,jehovah-shammah | Keine Kommentare

erste Tulpen im Garten

Dank meinem Schwiegervater werden in den nächsten Wochen die unterschiedlichsten Tulpen hier blühen. Mal schauen, welche unterschiedlichen Farb- und Blütenformen er uns zugeschickt hat.

Geschrieben von Thomas am 15. April 2020 | Abgelegt unter Allerbüttel,Natur | Keine Kommentare

Geschützt: Nachrichten einmal anders

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Geschrieben von Thomas am 15. April 2020 | Abgelegt unter Allgemein,Fragen zur Bibel,jehovah-shammah | Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

Immanuel

Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen; denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geiste.
Und sie wird einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen; denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.
Dies alles geschah aber, auf daß erfüllt würde, was von dem Herrn geredet ist durch den Propheten, welcher spricht:
“Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emmanuel heißen”, was verdolmetscht ist: Gott mit uns.

Elberfelder Bibel 1905 – Mt 1,20–23

»Josef, Sohn Davids, zögere nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen! Denn das Kind, das sie erwartet,i ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn zur Welt bringen. Dem sollst du den Namen Jesusj geben, denn er wird sein Volk von aller Schuld befreienk.«
Das alles ist geschehen, weil sich erfüllen sollte, was der Herr durch den Propheten vorausgesagt hatte: »Seht, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, und man wird ihm den Namen Immanuel geben.«l (Immanuel bedeutet: »Gott ist mit uns«.)

Neue Genfer Übersetzung_2013 – Mt 1,20–23

„Joseph,“ sagte er, „du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen, denn das in ihr Gezeugte ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn ER wird sein Volk retten von seinen Sünden.“
Alles dieses ist geschehen, damit das erfüllt werde, was von dem Herrn durch den Propheten geredet wurde, als er sagte:
„Siehe! Die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben“ – was übersetzt heißt: ‘Gott mit uns’.

Janzen und Jettel – Mt 1,20–23

„Joseph, Sohn Davids, hab keine Angst, deine Frau Maria zu dir nach Hause zu holen, denn was in ihr gezeugt worden ist, kommt durch heiligen Geist. Sie wird einen Sohn zur Welt bringen, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von Sünden befreien.“ Das alles geschah in Wirklichkeit, damit sich erfüllte, was Jehova durch seinen Propheten angekündigt hatte: „Die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, und man wird ihn Immạnuel nennen“, was übersetzt „Gott ist bei uns“ bedeutet.

neue Welt Übersetzung – 2018 – Mt 1,20–23

„Joseph, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, deine Frau, heimzuführen, denn was in ihr gezeugt worden ist, ist durch heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von ihren Sünden erretten.“ Das alles geschah in Wirklichkeit, damit sich erfülle, was Jehova durch seinen Propheten geredet hatte, welcher sagt: „Siehe! Die Jungfrau wird schwanger werden und wird einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben“, was übersetzt „Mit uns ist Gott“ bedeutet.

neue Welt Übersetzung – Bi12 – Mt 1,20–23

„Josef, du Urenkel vom David! Hab keine Angst und heirate Maria! Das Baby, was sie bekommen wird, hat ihr die besondere Kraft von Gott geschenkt.
Sie wird einen Jungen bekommen, den musst du unbedingt ‚Jesus‘ nennen, was so viel wie ‚Gott ist Rettung‘ heißt. Denn er wird seine Leute aus dem Dreck retten, in dem sie stecken, wegen den Sachen, wo sie Mist gebaut haben.“
Das alles passierte, damit das stimmt, was Jesaja, einer der alten Prophetentypen, gesagt hatte. Prophetentypen sind Leute, die oft Nachrichten von Gott bekommen. Jesaja meinte mal:
„Eine junge Frau, die noch nie mit einem Mann geschlafen hat, wird schwanger werden. Sie kriegt dann einen Jungen und der wird den Namen Immanuel bekommen. Immanuel bedeutet soviel wie ‚Gott ist bei uns‘.“

VolxBibel – Mt 1,20–23

Mt 1,23 παρθένος ἡ Jungfrau. γαστήρ V. 18. ἕξει Fut. ἔχω. καλέσουσιν Fut. καλέω; hier 3. Pl. im Sinn v. „man“ (A76a). Ἐμμανουήλ indekl. (hebr. עִמָּ֫וּ אֵל ̔immānû ’ēl „mit uns [ist] Gott“) Immanuel. μεθ-ερμηνευόμενον Ptz. Pass. -ερμηνεύω übersetzen; umschrieb. Präs. (A249a); ὅ ἐστιν μεθερμηνευόμενον (als Formel gebraucht [vgl. A93]) das heißt übersetzt (B), das bedeutet.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Matthäus erfährt im Lichte Gottes, dass »Immanuel« in Jes 7,14; 8,8-10 nicht Eigenname im strengen Sinn, sondern ein sinnbildlicher Name ist. Man muss auf seine Bedeutung zurückfragen: »Mit uns ist Gott.« Und genau das geschieht in der Person und im Werk Jesu: »Mit uns ist Gott.« Jesus ist der Immanuel, auch wenn er nicht direkt »Immanuel« heißt. Von da aus ergibt sich eine weitere Beobachtung. »Gott ist mit uns«, so, dass »Gott (Jehova) hilft«, nämlich von den Sünden. Der »Immanuel« ist also zugleich der »Jesus« (= Jehova hilft)!

Edition C – NT

Wer war Jesus wirklich? Wer zeltete hier bei den Menschen? Johannes 1,14
Nur wer kann Sünden wegnehmen?

Geschrieben von Thomas am 14. April 2020 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Landleben – früh am Morgen

… wenn die Sonne aufgeht:

in der Nähe von Wettmershagen
morgenliches Farbenspiel

Geschrieben von Thomas am 12. April 2020 | Abgelegt unter Calberlah,Natur,Zeitungstour | Keine Kommentare

Warum das Bibellesen so wichtig ist

Warum wir nicht nur ein paar Bibelstellen aus dem Zusammenhang reißen dürfen, sondern so richtig die Bibel lesen sollten – und dabei mit unseren ganzen Ich dabei sein sollten, bringt Dietrich Bonhoeffer ganz gut auf den Punkt:

Wir bekommen teil an dem, was einst zu unserm Heil geschah, wir ziehen, uns selbst vergessend und verlierend, mit durch das Rote Meer, durch die Wüste, über den Jordan ins gelobte Land, wir fallen mit Israel in Zweifel und Unglauben und erfahren durch Strafe und Buße wieder Gottes Hilfe und Treue; und das alles ist nicht Träumerei, sondern heilige, göttliche Wirklichkeit. Wir werden aus unserer eigenen Existenz herausgerissen und mitten hineinversetzt in die heilige Geschichte Gottes auf Erden. Dort hat Gott an uns gehandelt, und dort handelt er noch heute an uns, an unsern Nöten und Sünden durch Zorn und Gnade. Nicht daß Gott der Zuschauer und Teilnehmer unsers heutigen Lebens ist, sondern daß wir die andächtigen Zuhörer und Teilnehmer an Gottes Handeln in der heiligen Geschichte, an der Geschichte des Christus auf Erden sind, ist wichtig, und nur sofern wir dort dabei sind, ist Gott auch heute bei uns. Eine völlige Umkehrung tritt hier ein. Nicht in unserm Leben muß sich Gottes Hilfe und Gegenwart erst noch erweisen, sondern im Leben Jesu Christi hat sich Gottes Gegenwart und Hilfe für uns erwiesen. Es ist in der Tat wichtiger für uns zu wissen, was Gott an Israel, was er an seinem Sohn Jesus Christus tat, als zu erforschen, was Gott heute mit mir vorhat. Daß Jesus Christus starb, ist wichtiger, als daß ich sterbe, und daß Jesus Christus von den Toten auferweckt wurde, ist der einzige Grund meiner Hoffnung, daß auch ich auferweckt werde am jüngsten Tag. Unser Heil ist „außerhalb unser selbst“ (extra nos)31, nicht in meiner Lebensgeschichte, sondern allein in der Geschichte Jesu Christi finde ich es. Nur wer sich in Jesus Christus finden läßt, in seiner Menschwerdung, seinem Kreuz und seiner Auferstehung, der ist bei Gott und Gott bei ihm.

Gemeinsames Leben; Das Gebetbuch der Bibel – Dietrich Bonhoeffer

Geschrieben von Thomas am 11. April 2020 | Abgelegt unter Allgemein,chritliche Seelsorge,jehovah-shammah | Keine Kommentare

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