durch welchen wir mittelst des Glaubens auch Zugang haben (Eig erhalten haben (und noch besitzen)) zu dieser Gnade, (O. Gunst) in welcher wir stehen, und rühmen uns in der (O. auf Grund der, über die) Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.
Elberfelder 1871 – Römer 5,2
Er öffnete uns den Weg des Vertrauens und damit den Zugang zur Gnade Gottes, in der wir jetzt festen Stand gewonnen haben. Nun haben wir Grund, uns zu rühmen, weil wir die gewisse Hoffnung haben, dass Gott uns an seiner Herrlichkeit teilnehmen lässt.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Römer 5:2
durch welchen wir auch den Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darin wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll.
Luther Studienbibel – Röm 5,2
Durch ihn haben wir freien Zugang zu der Gnade bekommen, die jetzt die Grundlage unseres Lebens ist, und im Glauben nehmen wir das auch in Anspruch. Darüber hinaus haben wir eine Hoffnung, die uns mit Freude und Stolz erfüllt: Wir werden einmal an Gottes Herrlichkeit teilhaben.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Röm 5:2
Durch ihn haben wir aufgrund unseres Vertrauens jetzt auch freien Zugang zu dieser Erfahrung der Gnade Gottes. In ihr stehen wir fest und verlassen uns voller Stolz auf die Hoffnung auf Gottes wunderbare Herrlichkeit.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – Römer 5,2
über Ihn haben wir auch schon im Glauben Zugang zu dieser Gnade erhalten, durch die wir standhaft sind, und so sind wir stolz auf eine Erwartung von Gottes Herrlichkeit.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – Römer 5:2

(erstes) auch. προσ-αγωγή Zugang, Zutritt. ἐ-σχήκαμεν Pf. ἔχω; wir haben (bleibend; vgl. A231,1) erlangt/erhalten. τῇ πίστει dat. causae (A177) auf Grund des Glaubens. ἑστήκαμεν Pf. ἵσταμαι; ἐν ᾗ ἑστήκαμεν in der wir (jetzt) stehen, die jetzt unser Leben bestimmt (GN). καυχάομαι intr. sich rühmen ἐν einer Sache, hier ἐπί wegen/auf Grund von. τῆς δόξης gen. obi. (A158). τοῦ θεοῦ gen. auctoris (A153); vgl. 3,23 (die Herrlichkeit, die dem Sünder fehlt) u. 8,17f.21.30 (die ihm verheißen ist); ἐπʼ ἐλπίδι τῆς δόξης τοῦ θεοῦ wegen/auf Grund der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes (die Gott gibt).
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Außerdem haben wir »Zugang« zu einer unbeschreiblichen Vorrechtsstellung vor Gott. Wir sind in dem Geliebten angenommen, deshalb stehen wir Gott so nahe und werden von ihm wie sein eigener Sohn geliebt. Der Vater streckt auch uns das goldene Zepter entgegen (als Zeichen der Wohlannehmlichkeit, Anm. d. Übers.) und heißt uns als Kinder, nicht als Fremde, willkommen. »Diese Gnade« bzw. diese Gnadenstellung umfasst jeden Aspekt, wenn es um uns als diejenigen geht, die von Gott herzugerufen worden sind. Es ist eine Stellung, die so vollkommen und dauerhaft ist, wie die Position Christi, weil wir in Christus sind.
MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament
Als ob das nicht genug wäre, »rühmen« wir uns auch »in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes«. Das bedeutet, dass wir freudig der Zeit entgegensehen, wenn wir nicht nur die ganze Herrlichkeit Gottes sehen, sondern selbst auch in Herrlichkeit dargestellt werden (s. Joh 17,22; Kol 3,4). Wir können die volle Bedeutung dieser Hoffnung hier auf Erden nicht erfassen, auch werden wir das Staunen darüber in alle Ewigkeit nicht verlernen.
Komisch, für den letzte Satz finde ich keine Bibelstelle 🙂
Für den, der auf dem Rechtsgrund des Todes Christi glaubend Fuß fasste, entfaltet sich Heil. Nunmehr gerechtgesprochen aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott. Bei »Friede«, biblisch gedacht, geht es immer ums Ganze und Umfassende. Der gerechtsprechende Gott tut nichts Halbes. Alles kommt in Ordnung. Das erfahren wir nicht durch das, was wir sind und haben, sondern durch unsern Herrn Jesus Christus als einen Raum der Gnade, in dem wir stehen. Dieser Raum ist nicht von allen Seiten lässig zu betreten, sondern hat einen bestimmten Zugang, wie z.B. einst der Tempelbezirk in Jerusalem. Dessen Tore trugen den Namen »Tore der Gerechtigkeit« (Ps 118,19–20; Jes 29,2); nur Gerechte durften nahen. So stockte der festliche Pilgerzug vor dem Tor und stellte sich der Überprüfung durch den Priester (Ps 15; 24). Nur wer als gerecht erfunden wurde, erhielt Einlass zum Raum göttlicher Gegenwart. Im Rahmen dieser Vorstellung sah die Urchristenheit auch ihre Gerechtsprechung durch Christus. Er führt hinein zu Gott, ja istb in Person unser Zugang zum Stand in der Gnade. Dass Christus hier als Herr bezeichnet wird, lenkt den Blick speziell auf den Erhöhten. Er war nicht nur unser Friede am Kreuz, sondern tritt auch gegenwärtig und bis hin ins Endgericht als unser Bürge vor Gott hin und bewahrt uns den Frieden Gottes (4,25; 8,34). Das alles gilt selbstverständlich im Glauben, wie Paulus in V. 1 und 2 noch einmal als unverlierbare Voraussetzung einschiebt.
Adolf Pohl – Wuppertaler Studienbibel
Jedem Menschen droht das Misslingen seines Lebens. Die Glaubenden aber erfüllt Zuversicht: und rühmen uns der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes. Schon zu 3,27 wurde dargelegt, dass die Bibel solches Sich-Rühmen nicht einfach als Angeberei abtut. Es ist notwendiges Merkmal menschlichen Daseins. Nicht der geknickte, sondern der strahlende Mensch, der zu siegen weiß und einmal tatsächlich sieggekrönt dastehen soll (8,37), ist Gottes Ziel. Wie wird der Mensch Sieger? Er strahlt, wenn Gott strahlt. Wenn einmal »das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit« endgültig Gottes sein wird, wird das auch die Mitverherrlichung aller sein, die in Christus sind (8,17.30; Phil 3,21).
Darum ist unser Friede mit Gott ganz und gar die Gabe Jesu. 5,2a: Durch den wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade erlangt haben, durch die wir stehen. Mit der Sendung Jesu in die Welt und seiner Erhöhung aus dem Tod in die Herrlichkeit ist noch nicht alles getan, was zu unserer Rettung geschehen muß. Es müssen uns weiter die Wege geöffnet werden zu Christus bin, so daß wir die Gnade hören, merken und fassen können. Durch die Verkündigung des Evangeliums, durch den Dienst der Apostel, durch die Arbeit der Kirche, im Zusammenwirken innerer und äußerer Erlebnisse und Führungen werden wir hinzugeleitet zur Gnade, die uns im Christus bereitet ist. Auch diese Hinzuführung ist sein Werk. Sie bildet die Fortsetzung seiner Arbeit auf Erden, die immer wiederholte Erneuerung seines Rufs: Kommt her zu mir alle, den er nun als der Verherrlichte ins Werk setzt mit einer die Welt umfassenden Tätigkeit. Dadurch verschafft er uns die Aufrichtung aus unserem Fall und die Bewahrung vor dem uns verderbenden Sturz; nun stehen wir.
Schlatters Erlӓuterungen zum Neuen Testament
Deshalb geht uns der Mund auf zum freudigen Ruhm. 5,2b–5: und wir rühmen uns wegen der Hoffnung auf Gottes Herrlichkeit; aber nicht bloß das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, da wir wissen, daß die Bedrängnis Standhaftigkeit zustande bringt, die Standhaftigkeit aber Bewährtheit, die Bewährtheit aber Hoffnung; die Hoffnung aber beschämt nicht, weil Gottes Liebe in unsere Herzen durch den heiligen Geist ausgegossen ist, der uns gegeben ist. Wir rühmen uns der Gerechtigkeit, darum aber auch der Herrlichkeit Gottes. Was die Lebensfülle Gottes bildet, das läßt Paulus unzerteilt. Wo Gerechtigkeit ist, da ist Herrlichkeit. Wird die Gerechtigkeit für uns wirksam zur Rechtfertigung, so steigt auch die Herrlichkeit zu uns herab uns zur Verherrlichung. So erlebt es schon der Sünder, daß er um seiner Ungerechtigkeit willen auch der Herrlichkeit verlustig geht, vgl. 3,23. So sehen wir es an Christus, den die Gerechtigkeit Gottes in den Tod gegeben und darum die Herrlichkeit Gottes auferweckt hat, vgl. 6,4. So handelt Gott auch an uns, den Glaubenden, als der Einige und Unteilbare, der seine Herrlichkeit nicht vergißt, wenn er sich zu uns kehrt, sondern uns in sie kleidet, daß wir ein Abglanz und Abbild werden seiner Herrlichkeit. Daß wir ungeteilt lassen, was Gottes ist, in der Gewißheit, daß wir Jesu wegen den ganzen Gott für uns haben, das eben ist des Glaubens Art.
Dies ist Hoffnung, vorerst noch nicht mehr. Denn Christus kam zwar als der Diener der göttlichen Gerechtigkeit, aber noch nicht als der Bringer der göttlichen Herrlichkeit. Darauf warten wir. Aber schon dies ist ein großer Gewinn, daß wir nun hoffen lernen. Solange wir fern von Gott sind, wissen wir gar nicht, was hoffen heißt. Wir hegen wohl beständig Bilder und Träume von Glück und Lust in uns; aber sie haben stets den inneren Zeugen wider sich, der sie als Traum kennzeichnet und unsere Erwartungen widerlegt. Und die wahrhaftigen Güter schauen uns, ehe der Glaube erwacht, leer und frostig an; sie erwecken unser Verlangen nicht. Erst glaube; dann wirst du sehen, was hoffen heißt, eine Hoffnung, deren man sich rühmt, weil sie eine lebendige und wahrhaftige Hoffnung ist.
Die Gegenwart unseres Lebens steht freilich oft genug zu unserer Hoffnung in hartem Widerstreit. Not bedrängt uns, nicht nur die natürlichen Schmerzen des leiblichen Lebens, sondern noch mehr der Druck, den die Menschen auf uns legen, die sich der Botschaft Jesu widersetzen und alles, was sie an Gott erinnert, mit Leidenschaft bekämpfen, weshalb aus dem Dienst der Christenheit ein sie aufreibender Kampf entsteht. Paulus kannte ja diese Trübsal aus besonders reichlicher Erfahrung; sein Christenleben war ein beständiger Leidenslauf. Aber auch das erschüttert unsere Hoffnung nicht, sondern befestigt sie. Je mehr Druck, desto mehr Tragkraft; denn unter der Last erstarkt die Kraft. Je mehr ausharrende, tragende Geduld, desto mehr Erprobung; da bewährt sich unser Glaube, daß er nicht Einbildung und Phantasterei ist, sondern ein ernsthaftes Halten und Hängen an Gott. Je mehr Erprobung, desto mehr Hoffnung; sie gibt uns das gute Gewissen zu Gott, das freudige Bewußtsein, daß wir in Aufrichtigkeit mit entschlossenem Willen auf seinem Weg wandeln und seine Hilfe suchen dürfen. Und die Hoffnung bereitet uns keine Enttäuschung. Daß wir umsonst auf Gott hoffen, wenn wir nur wirklich auf ihn hoffen, das ist eine Unmöglichkeit; denn Gott verleugnet sich nicht, und seine Güte bleibt ewig in ihm. So kommt Paulus zu dem Resultat: je mehr Leiden, desto mehr Hoffnung und desto mehr Erfüllung der Hoffnung. Die Trübsal kann allerdings auch die entgegengesetzte Wirkung haben, daß sie Ungeduld wirkt, und die Ungeduld führt nicht zur Bewährung, sondern zum Fall, und der Fall nicht zur Hoffnung, sondern zur Furcht, und die Hoffnungen, die wir uns dennoch einbilden, werden zu Schanden, und die schlimme Ahnung unserer Furcht behält recht. Ob unser Kampf mit der Welt für uns zum Anfang der einen oder anderen Kette von Erlebnissen wird, hängt davon ab, ob wir im Glauben an Christus stehen oder nicht. Für den Glaubenden tritt das Leiden unter die Mittel, die ihm seine Hoffnung kräftigen und dadurch deren Erfüllung herbeiführen. Und darum stellt der Apostel auch die Bitterkeiten, die uns die Menschen bereiten, unter die Dinge, deren wir uns rühmen und freuen, und darin, daß wir auch zum Leiden willig und freudig werden und im Blick auf den Ausgang zu sprechen vermögen: Ich will, Herr, mit dir leiden, bewähren wir, daß unser Streit mit Gott zu Ende ist und wir den Frieden mit ihm haben.
Das zweite Ergebnis ist in Vers 2a zu sehen: Durch ihn haben wir auch den Zugang zu dieser Gnade, in der wir stehen, durch den Glauben. Als Folge der Rechtfertigung erhält der Gläubige Zugang zu Gottes Gnade. Dies ist Teil von Paulus‘ Lehre über die Wahrheit der Stellung. Alle Gläubigen sind im Messias. Sie stehen in Gottes Gnade und haben daher Zugang zu seiner Gnade. Ihr geistliches Leben hängt davon ab, wie sie diesen Zugang nutzen. In Hebräer 4,14-16 lehrt der Verfasser, dass diejenigen, die im geistlichen Leben versagen, dies nur tun, weil sie sich die ihnen zur Verfügung stehende Gnade nicht zu eigen machen:
Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Römer
14 Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jeschua, den Sohn Gottes, lasst uns an unserem Bekenntnis festhalten. 15 Denn wir haben keinen Hohenpriester, der nicht mit unseren Schwächen fühlen kann, sondern einen, der in allen Stücken versucht worden ist wie wir, aber ohne Sünde. 16 Darum lasst uns mit Freimut zum Thron der Gnade treten, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, die uns hilft, wenn wir in Not sind.
Kein Gläubiger stolpert jemals im geistlichen Leben aufgrund von Umständen, die er nicht beeinflussen kann. Unabhängig von der Situation, in der er sich befindet, steht ihm genügend Gnade von Gott zur Verfügung. Allerdings muss er sich diese Gnade aneignen. Da er im Messias steht und Zugang zu Gottes Gnade hat, muss er sie auch nutzen.
Das dritte Ergebnis wird in Vers 2b beschrieben: und wir freuen uns in der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Die Gläubigen haben die sichere Hoffnung auf ihre kommende Herrlichkeit. Dies ist der zukünftige Aspekt der Erlösung (Röm. 8:17), denn die Verherrlichung wird das Endprodukt der Heiligung der Gläubigen sein (Röm. 8:29-30). Da die Rechtfertigung bereits vollzogen ist und die Heiligung im Laufe des Lebens des Gläubigen fortgesetzt wird, ist ihm auch die Verherrlichung sicher. Die Gläubigen werden Gottes Herrlichkeit nicht nur sehen, sondern laut Kolosser 3:4 auch in sie eingehen: Wenn der Messias, der unser Leben ist, offenbart wird, dann werdet auch ihr mit ihm in Herrlichkeit offenbart werden.
Nachdem Paulus klargemacht hat, daß Frieden mit Gott eine Segnung ist, die den Gerechtfertigten zu eigen ist, führt er nun den Gedanken ein, daß wir »Zugang haben zu dieser Gnade, in der wir stehen«. Auch diese Segnung kommt durch Jesus Christus. Der Ausdruck steht eigentlich im Perfekt, »wir haben Zugang erhalten«, was darauf hindeutet, daß der Zugang geöffnet wurde, als die Rechtfertigung stattfand, und daß er bis jetzt fortbesteht (siehe Fußnote Elberf). Das Wort für »Zugang« ( prosagôgê ) wird in Epheser 2,18 für den Zugang zum Vater gebraucht: »Denn durch ihn haben wir beide den Zugang durch einen Geist zu dem Vater.« Hier betrifft der Gedanke jedoch mehr den Zugang zur Gnade der Rechtfertigung, wie in 3,24 : »… und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christo Jesu ist.« Es kann jedoch auch die grenzenlose Gnade Gottes bedeuten, die sich zu denen erstreckt, die gerechtfertigt werden. Da der Zugang jedoch durch den Herrn Jesus Christus eröffnet ist, gibt es eindeutig auch eine Einführung in die kostenlose Gunst Gottes, die ein dauerhafter Zustand ist.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Der Apostel betont wiederum, daß dieser Segen nicht verdient wurde; der Zugang wurde durch Glauben erhalten. In einigen Manuskripten fehlt »Glauben«, doch da das Thema mit »gerechtfertigt aus Glauben« (V. 1) verbunden ist, ist dieses Prinzip bereits unumstößlich aufgestellt. Die unverdiente Gunst Gottes ist eine dauerhafte Position. Die Gerechtfertigten sind sicher und können unmöglich von den Segnungen getrennt werden. Wenn Christus für unsere Übertretungen dahingegeben und zu unserer Rechtfertigung auferweckt wurde, ist unsere Stellung vor Gott unantastbar. Nichts kann den Gläubigen von dem trennen, was durch das Werk Christi gewonnen wurde.
Das »Rühmen« kann hier auf zweierlei Weisen verstanden werden. Entweder heißt es »laßt uns rühmen« (Albrecht) oder »wir rühmen uns« (Elberf u.a.). Der griechische Grundtext kann beides bedeuten. Wiederum ist es die Frage, ob wir es mit einer Ermahnung (»laßt uns rühmen«) oder einer Darlegung (»wir rühmen uns«) zu tun haben. Wie dem auch sei, bezieht sich das Rühmen jedenfalls auf »in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes«. Die Hoffnung ist hier die volle Gewißheit der Freude an der künftigen Offenbarung der Attribute und Charakterzüge Gottes.
Wir können mit den üblichen Übersetzungen sagen »Frieden mit Gott« oder nach wörtlicher Übersetzung »zu« Gott, προς τον θεον, pros ton theon, wie in 4,2 (wo es heißt, Abraham habe nichts zu rühmen »vor Gott«, eigentlich »zu Gott hin« [wie in Joh 1,1: »das Wort war zu Gott hin«, pros ton theon]). Das bedeutet: Paulus spricht hier nicht von einem inneren Frieden, von Frieden in der Seele, sondern von einem Frieden, der sich aus der rechten Beziehung zu Gott ergibt. Wir dürfen das nicht verwechseln mit dem »Frieden Gottes«, von dem Paulus in Phil 4,7 spricht. Der Friede mit Gott meint eine ganz neue Beziehung, in die wir getreten sind. Gott ist nicht mehr der Richter, der uns zürnt, wir sind nicht mehr seine Feinde; wir »[haben] die Versöhnung empfangen« (V. 11). Das ist eine objektive, unveränderliche Tatsache. Wir sind durch die Rechtfertigung in diese neue Stellung hineinversetzt. Der Friede Gottes hingegen, der unsere Herzen bewahren soll, bezieht sich auf unseren Zustand, auf etwas Subjektives, das sich ändert je nach unserer gerade gelebten Abhängigkeit von Gott.
Benedikt Peters – Der Brief an die Römer
»durch unseren Herrn Jesus Christus«: Gott hat uns gerechtfertigt; er tat es, indem er seinen Sohn zum Sühneort machte durch den Glauben an sein Blut (3,25). Alles kommt von Gott dem Vater, alles ist durch Gott den Sohn. Aus mir heraus und durch mein eigenes Tun kann ich nie zum Frieden mit Gott gelangen. Ich kann mich nicht selbst gerecht machen; einzig durch Glauben an das stellvertretende Sterben Jesu Christi werde ich gerecht vor Gott. So habe ich durch den Herrn Jesus Christus Frieden mit Gott.
Das ist unser von Gott gegebener Stand. Aber das ist nicht alles. Wir haben »auch Zugang … zu dieser Gnade, in der wir stehen«, d. h. zu allem, was uns in Gnade bereitet und geschenkt ist. Mit »Gnade« ist das Stichwort gegeben, welches das ganze Kapitel 5 dominiert (V. 15–17.20–21). In dieser Gnade stehen wir; denn was Gott sich in seiner Gnade vorgesetzt, uns geschenkt und an uns gewirkt hat, ist so fest und unwandelbar wie Gott selbst. Zu dieser Gnade gehört, dass wir Zugang haben zu Gott. Wir dürfen ihm mit Zuversicht nahen, denn unsere Sünden stehen nicht mehr zwischen Gott und uns; wir sind gereinigt vom bösen Gewissen (Hebr 10,22), es klagt uns nicht mehr an.
Das Wort »Zugang«, προσαγωγη, prosagōgē, steht auch in Eph 2,18: »Durch ihn haben wir beide den Zugang durch einen Geist zu dem Vater«, und dann nur noch in Eph 3,12. Durch den Geist können wir Gott dem Vater freimütig nahen, da wir wissen und auch empfinden, dass wir als seine Kinder von ihm geliebt sind. Darum brauchen wir um nichts besorgt zu sein, sondern wir bringen unsere Anliegen mit Gebet und Danksagung vor Gott, und »der Friede Gottes« bewahrt unser Herz und unseren Sinn (Phil 4,6–7). Gottes Thron ist uns nicht mehr ein Thron des Gerichts (siehe Ps 97,2–3; Offb 20,11–12), sondern ein Thron der Gnade (Hebr 4,16). In seiner ganzen Macht – dafür steht der Thron – ist Gott für uns. Darum finden wir vor ihm stets die Hilfe, die wir benötigen. Wie wunderbar!
Da Gott selbst uns gerecht gesprochen und der Sohn Gottes unsere Gerechtigkeit gewirkt hat, ist das Heil sicher. Wir stehen nunmehr in der Gnade, nicht mehr unter Gottes gerechtem Zorn; wir sind nicht mehr unter der Gewalt der Sünde und des Todes, sondern wir haben als Gerechtfertigte Leben, und dieses Leben findet seinen höchsten Ausdruck und seine letzte Verwirklichung in der »Herrlichkeit Gottes«, in der Teilhabe am Wesen Gottes selbst. Mit der Sünde hatten wir die Herrlichkeit Gottes verloren (3,23); mit der Befreiung von der Schuld und Macht der Sünde, wird uns die Herrlichkeit wieder gegeben. Da wir nun den Zugang haben zur Gnade und damit zu allem, was uns der Vater in Christus bereitet und mit der Gabe des Sohnes geschenkt hat (8,32), sind wir der Vollendung des Heils so gewiss, dass wir »[uns] rühmen … der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes«.
Da wir als Gerechtfertigte noch in dieser Welt sind und einen langen Weg vor uns haben, bis wir beim Herrn in der Herrlichkeit sind, spricht Paulus von der Hoffnung der Herrlichkeit. Hoffnung steht in der Bibel für die Gewissheit zukünftiger Segnungen. Diese sind gewiss, doch sie sind noch nicht eingetreten; wir sehen sie noch nicht, darum hoffen wir noch (siehe 8,24–25), und während wir in der Hoffnung ausharren, rühmen wir uns bereits der kommenden Herrlichkeit.
Rühmt man sich eines noch unsicheren Besitzes? Paulus zeigt schon im ersten Satz dieser drei Kapitel, dass die Rechtfertigung unfehlbar zur Verherrlichung führt, indem er Rechtfertigung und Verherrlichung direkt miteinander verbindet. Wir sind jetzt gerechtfertigt; wir haben daher jetzt Frieden mit Gott, und wir rühmen uns jetzt der Hoffnung der Herrlichkeit. In den abschließenden Versen von Teil 3 verbindet Paulus Rechtfertigung und Verherrlichung noch einmal. In 8,30 lesen wir: »Welche er … zuvorbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht« (8,30). Gott hat die Rechtfertigung und die Verherrlichung unauflösbar miteinander verbunden. Man kann nicht durch Gott gerechtfertigt sein, ohne auch durch ihn verherrlicht zu sein. Darum sagt Paulus in Röm 8,30: Gott hat uns bereits verherrlicht, obwohl es in unserer Erfahrung noch nicht geschehen ist.
Jesus Christus hat Frieden gemacht zwischen Gott und uns Menschen – wir wollen bei uns und wir bleiben, denn auch wir heute, die wir glauben, sind in dieses gewaltige Geschehen mit hineingenommen; damit haben „wir im Glauben“, in dieser neuen Atemluft der Freiheit der vertrauenden Kinder, „Zugang“. Hinter diesem Begriff steht ein ganz konkreter Vorgang, nämlich ursprünglich die Erlaubnis, den Tempel zu betreten. Zuerst aber mussten bestimmte Bedingungen der Reinheit und der Sühne erfüllt sein. Durch Jesus ist der „Eintritt“ zur „Gnade“ Gottes geöffnet, ohne alle menschlichen Reinheits – und Sühnebedingungen. Der Glaube genügt. „Gnade“ ist der neue Lebensboden, der Gnadenstand, in dem „wir stehen“. Das „Haben“ als Empfangen vollzieht sich in einem „Stehen“, in einem ständigen Erleben des Handelns Gottes an uns. Es ist nicht nur Friede gemacht, sondern wir leben unter den täglichen Gnadenerweisen Gottes. Als solch Begnadete „rühmen“ wir uns. Das ist etwas ganz anderes als der hohle Selbstruhm des Unversöhnten (vgl. Röm 2,17); es ist das Dankgebet der Gemeinde, die ihrem Herrn zujubelt (vgl. Lk 1,46f.; Lk 10,21). Wir rühmen nicht uns, sondern unser Jubel ist Erwartungsjubel, Hoffnungsruf „der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird“. „Nun“, im Erleben der Gnade Gottes, ist das Angeld der vollen Herrlichkeit Gottes. Luthers Beifügung „die Gott geben wird“, ist so im Griechischen nicht da, trifft aber inhaltlich. Nur wollen wir „Herrlichkeit“ nicht vorschnell auf uns eingrenzen. Es geht zunächst um die Herrlichkeit Gottes, um seine Ehre, die hervortritt, um seine Herrschaft. Das aber ist die Vollendung der Heilsgabe, dass wir teilhaben werden an der Herrlichkeit Gottes. Das ist das Ziel meines Glaubens, nicht zuerst dass ich selig werde – das auch -, sondern dass Gottes Herrlichkeit offenbart wird, und danach auch an mir.
Gerhard Maier – Edition C
Wir haben durch Glauben Zugang zu Seiner Gnade (Römer 5,2a): Der Vorhang, der die Menschen im Alten Testament von der Gegenwart Gottes trennte, ist weg. Matthäus berichtet: “Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus” (Römer 27,51). Das Wort “Zugang” beinhaltet die Idee “Eingang zum König durch die Gunst eines anderen”. Als Kinder des Königs, können wir jederzeit zu unserem Vater und zu Seiner Gnade kommen. „Gnade ist hier ein bleibendes, sich fortsetzendes Handeln Gottes am Menschen.
Paul W. Timblin – Der Römerbrief
Wenn man vom ‚Gnadenstand’ spricht, dann darf man nicht vergessen, dass Gott Herr der Gnade bleibt; es kommt in ihm zum Ausdruck, dass der Mensch einen ‚festen Stand erhält’“.
Wir rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit (Römer 5,2b): Das Wort “Ruhm” spielt eine interessante Rolle in Römerbrief (siehe 2,17.23; 5,2.3. und 11). In 2,23 sagt Paulus: “Du rühmst dich des Gesetzes, und schändest Gott durch Übertretung des Gesetzes?“.
Jetzt erreichen wir in Christus das Ziel, das Gott mit uns bei der Schöpfung hatte. Wir haben nur in Christus Grund zum Ruhm. Mac-Donald schreibt: “Das bedeutet, dass wir freudig der Zeit entgegensehen, wenn wir nicht nur die ganze Herrlichkeit Gottes sehen werden, sondern selbst auch in Herrlichkeit dargestellt werden“. In bezug auf diese Herrlichkeit schreibt Paulus etwas später in diesem Brief: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll“.
„Wen eine solche Zukunft erwartet, der hat wahrhaftig Grund zur Freude und zum Stolz“.
Alle Christen werden also an diesem „Ergebnis“ teilhaben! Wir werden alle das Ziel erreichen, dass Jehovah bei der Schöpfung im Sinn hatte: hier auf der Erde! Wir werden den wiederkommenden Christus direkt sehen und sprechen können! Was für eine Hoffnung! Nichts wird uns von IHM trennen!










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