Blick von mir auf andere

Ist nicht dieses ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: daß man löse die Schlingen der Bosheit, daß man losmache die Knoten des Joches und gewalttätig Behandelte als Freie entlasse, und daß ihr jedes Joch zersprenget?
Elberfelder 1871 – Jes 58,6

Fasten, wie ich es liebe, sieht doch vielmehr so aus: Lasst die zu Unrecht Gefangenen frei und gebt die los, die ihr unterjocht habt. Lasst die Unterdrückten frei. Zerbrecht jedes Joch.
Neues Leben – Jesaja 58,6

Ich sag euch mal, auf was für eine Art von Beten ich stehe: zum Beispiel Leuten aus ihren Süchten und Abhängigkeiten rauszuhelfen, in denen sie festsitzen, weil sie ohne mich leben. Die Eisenketten, mit denen sie gefangen gehalten werden, einfach mal durchzusägen, oder die Handschellen aufzuschließen, mit denen sie gefesselt wurden, um sie zu befreien.
VolxBibel – Jes 58,6

Aus welchem Grunde beobachteten die Israeliten religiöse Fastenzeiten? Einige folgern, daß Christen fasten sollten, und führen Matthäus 9:15; 17:21 und Apostelgeschichte 13:2, 3 als Beweis dafür an. Ist dies richtig? — S. A., Argentinien.
Das Mosaische Gesetz gebraucht den Ausdruck „Fasten“ nicht, gebietet aber in Verbindung mit dem Versöhnungstage: „Ihr sollt eure Seelen kasteien.“ (3 Mose 16:29-31; 23:27; 4 Mose 29:7) Es wird allgemein verstanden, daß dies ein Fasten bedeute, und die Ansicht wird von Esra 8:21, Jesaja 58:3, 5 und von Psalm 35:13 gestützt. Obwohl der Versöhnungstag der einzige Anlaß war, der von Gott ausdrücklich als Fastentag festgesetzt war, ordnete er doch bei anderen Sonderanlässen Fasten an. Die Juden setzten viele Fastenanlässe fest und hatten zu einer Zeit vier jährliche Fasten, um an die unglücklichen Ereignisse des verhängnisvollen Jahres 607 v. Chr. zu erinnern. Als Jesus auf Erden weilte, war es üblich, daß die Pharisäer zweimal in der Woche fasteten, nämlich am zweiten und fünften Tage der Woche. (Sacharja 8:19; Lukas 18:12) Das Fasten sollte dazu dienen, gottgemäße Trauer und Reue über vergangene Sünden an den Tag zu legen. (1 Samuel 7:6; Joel 1:14; 2:12-15; Jona 3:5) Es war auch am Platze angesichts großer Gefahr oder wenn göttliche Leitung dringend nötig war oder während andauernder Prüfungen und um Versuchungen zu begegnen, — 2. Chron. 20:3; Esra 8:21; Esther 4:3, 16; Matthäus 4:1, 2.
Das richtige religiöse Fasten ist kein asketisches Kasteien des Körpers durch Hunger, als ob körperlicher Schmerz oder Unbehagen an sich verdienstlich wäre. ln Wirklichkeit ist es die natürliche Folge einer starken Gemütsbewegung. Wenn dringende Probleme den Sinn beschäftigen oder wenn das Herz erschüttert ist durch tiefgehende Gefühle, so verlangt der Leib keine Nahrung und weigert sich, richtig zu verdauen, wenn solche eingenommen wird. Ist die Gemütsbewegung groß genug, so überbietet sie die natürlichen Ansprüche des Körpers.
Auf dieser natürlichen Grundlage beruht das Fasten als religiöser Vorgang. Es verrät Jehova das intensive Gefühl des Fastenden. Es zeigt, daß der Sinn des Betreffenden oder seine Gefühlswelt durch ein Gefühl der Sünde oder durch Kummer derart belastet ist, daß der Körper die Nahrung zurückweist. Die Fähigkeiten des Geistes und Gemüts einer Person mögen so durch frühere Vergehungen gedemütigt, so von dem Verlangen nach Vergebung eingenommen, und so um neue Entschlüsse besorgt sein (damit eine Wiederholung von Sünden vermieden werden könne), daß kein Raum mehr bleibt, um an Dinge wie Speise zu denken. Zu Zeiten, wo ein Kummer wirklich groß und eine Reue tiefempfunden ist, wäre die Einnahme von Nahrung nicht nur unwillkommen, sondern auch ungesund. Oder es mag jemand vor einem ernsten Problem stehen, das Überlegung, besonnenes Denken und konzentriertes Studium erheischt, damit man Jehovas Willen und Leitung in der Sache feststellen kann. Die Ehre des Namens Jehovas mag von einer Entscheidung oder von gemachten Erklärungen abhängen. ln einem so in Anspruch genommenen Geisteszustand wird man kaum an den Magen denken.
Was aber ist von jemandem zu sagen, der vergangene Sünden laut bejammert und von seinem Wunsche nach Vergebung, seinen Entschlüssen zur Besserung oder seiner tiefen Sorge, zu einer kritischen Zeit die rechte Entscheidung zu treffen, spricht und doch die ganze Zeit emsig dabei ist, sich mit Speise vollzustopfen? Er kann nicht tieferregt oder in echter Sorge sein, trotz seinen mündlichen Beteuerungen. Sein guter Appetit widerspricht seiner anscheinend tiefen Sorge. Daher können Fasten an sich eine äußere Schaustellung, eine bloße Pose sein.
Zum Beispiel hatten die Juden einmal schwer gesündigt, und doch bereuten sie nicht aufrichtig. Sie gaben vor, Jehova anzubeten, zollten ihm Lippendienst und vollführten religiöse Riten um der Schaustellung willen. Das Fasten war ein solcher Ritus, und sie dachten, dadurch von Gott beachtet zu werden und seine Gunst zu erlangen. „Warum haben wir gefastet [sagten sie], und du hast es nicht gesehen, unsere Seelen kasteit, und du hast es nicht gemerkt?“ Jehova gab ihnen den Grund an, als er sagte, daß sie selbst während des Fastens ihren eigenen Vergnügungen und Geschäften nachgegangen seien, sich an Streitereien, Bedrückung und Gewalttaten beteiligt und nicht durch aufrichtiges Fasten gottgemäße Trauer und Reue bekundet hätten. Das Fasten war nicht von der Art, daß ihre Stimme dadurch im Himmel gehört wurde, obwohl ihre zur Schau gestellten Klagen tatsächlich laut genug waren. Jehova rügte die heuchlerische Haltung, die sie annahmen: „Ist dergleichen ein Fasten, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an welchem der Mensch seine Seele kasteit? Seinen Kopf zu beugen wie ein Schilf, und Sacktuch und Asche unter sich zu betten, nennst du das ein Fasten und einen dem Jehova wohlgefälligen Tag?“ — Jesaja 58:1-5.
Das Fasten verriet Trauer und Reue, aber ihre Taten widersprachen dem, was sie vorgaben, der Miene, die sie aufsetzten. Damit ein Fasten annehmbar sei, müssen von dem Fastenden vergangene Sünden berichtigt werden: „Ist nicht dieses ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: daß man löse die Schlingen der Bosheit, daß man losmache die Knoten des Joches und gewalttätig Behandelte als Freie entlasse, und daß ihr jedes Joch zersprenget? Besteht es nicht darin, dein Brot dem Hungrigen zu brechen, und daß du verfolgte Elende [unglückliche Obdachlose, Me] ins Haus führst? wenn du einen Nackten siehst, daß du ihn bedeckst und deinem Fleische dich nicht entziehst?“ (Jesaja 58:6, 7) Jene Juden hatten die geistige Disziplin verloren, die in richtigem Fasten inbegriffen ist, und hatten den Geist echter Reue, der durch Fasten zum Ausdruck kommen sollte, aufgegeben. Sie betrachteten den bloßen Akt des Fastens als ein Mittel, Gunst von Gott zu erlangen, als eine Grundlage, auf der man diese Gunst beanspruchen könnte, als Kaufpreis für Gottes Gunst, in gleicher Weise, wie einige heutzutage das Beten mit dem Rosenkranz betrachten, indem sie durch eine besondere Zahl ritueller Gebete die Qualen um soundso viele Tage abzukürzen hoffen, die man in einem Fegefeuer nach ihrer Vorstellung zu erwarten hätte. Jene Juden dachten, die Unannehmlichkeit an sich, die mit dem Kasteien der Seele verbunden war, sei ein Verdienst, gleichwie dies Asketen annehmen, und so dachten sie, Gott sei verpflichtet, die Schuld, die ihm auf diese Weise ihnen gegenüber erwachse, zurückzuzahlen. Wenn diese Vergeltung nicht eintrat, so erkundigten sie sich bei Gott über die Zahlung, von der sie dachten, er sei sie ihnen schuldig: „Warum haben wir . . . unsere Seelen kasteit, und du hast es nicht gemerkt?“
Die vier jährlichen Fasten, wodurch die Katastrophe des Jahres 607 v. Chr. bejammert wurde, waren gleicherweise unaufrichtige, selbstauferlegte Fasten. Bei diesen Anlässen weinten und fasteten die Juden als Leidende, bedauerten sich selbst und empfingen eine gewisse Befriedigung aus diesem Selbstbedauern, aber es war ihnen nicht wirklich leid, noch demütigten sie sich wegen der Sünden, wodurch sie dieses Unglück und Gottes Zorn wider sich heraufbeschworen hatten. Jehova sagte ihnen, daß ihr Fasten eine selbstgerechte, Aufsehen erregende Schaustellung und eine bloße Formsache sei, die sie ebensosehr für sich selbst pflegten, wie sie zu ihrer eigenen Befriedigung aßen und tranken. Sie sollten mit solchem Fasten aufhören und sich freuen über die Wiederherstellung der wahren Anbetung Gottes sowie die Einsammlung anderer Menschen zum Dienste Jehovas. (Sacharja 7:3-7; 8:19, 23) Solches Fasten, das nicht von wahrer Bußfertigkeit begleitet war, befriedigte nur das persönliche Gefühl der Überlegenheit und Selbstgerechtigkeit, wie Jesus es im Falle des fastenden Pharisäers zeigte. (Lukas 18:11, 12) Den Leib in Scheindemut mit selbstauferlegtem, formellem Fasten zu kasteien ist kein Kampf gegen fleischliche Begierden noch wird dadurch Gottes Anerkennung erlangt: „Jene Dinge besitzen zwar einen Schein von Weisheit in einer selbstauferlegten Form der Anbetung und Schein-Demut, einer strengen Behandlung des Leibes, sind aber ohne Wert im Kampf gegen die Befriedigung des Fleisches.“ — Kolosser 2:20-23, NW
So fasteten die Pharisäer. Von ihnen sagte Jesus zu seinen Nachfolgern: „Wenn ihr fastet, so höret auf, ein trauriges Gesicht zu machen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihre Angesichter, damit sie den Menschen als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn völlig. Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit du nicht den Menschen als ein Fastender erscheinest, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.“ (Matthäus 6:16-18, NW) Die Pharisäer fasteten um der äußeren Schaustellung willen, indem sie düstere, finstere Mienen annahmen, um eine nicht empfundene Trauer zu bekunden, und willentlich gingen sie zur Schaustellung ungewaschen und mit abgehärmter Miene einher. Sie wollten von Menschen gesehen werden, und das ist auch alles, was sie erlangten. Da sie der echten Frömmigkeit ermangelten, wußten sie nicht, wie sie diese zum Ausdruck bringen sollten. Ihre Heuchelei war augenfällig. Niemand sollte den Versuch machen, äußerlich mehr zur Schau zu stellen, als was er innerlich fühlt. Wer vor Gott fastet, sollte es vor Menschen nicht zur Schau stellen.
Zeigt dieser Text dessenungeachtet denn nicht, daß Jesu Nachfolger fasten sollten? Richtiges Fasten wäre in Ordnung,

Wachtturm 1.Juli 1953

Jesus leitete seinen Rat zum Thema Fasten mit den Worten ein: „Hört auf, wenn ihr fastet, ein trübseliges Gesicht zu machen wie die Heuchler, denn sie verstellen ihr Gesicht, um den Menschen als Fastende zu erscheinen“ (Matthäus 6:16a).
Jesus gebot seinen Jüngern nie, zu fasten, und sie waren dafür bekannt, daß sie nicht regelmäßig fasteten (Matthäus 9:14, 15). Andererseits wies Gottes Sohn seine Nachfolger nicht an, auf diesen Brauch vollständig zu verzichten. Die Worte „wenn ihr fastet“ deuten an, daß einige seiner Jünger bei besonderen Gelegenheiten fasteten. (Siehe Apostelgeschichte 13:2, 3; 14:23.)
Doch sollten sie nicht ‘ihr Gesicht verstellen, um den Menschen als Fastende zu erscheinen’. Die Heuchler, von denen Jesus sprach, erschienen absichtlich mit einem „trübseligen Gesicht“. Sie vernachlässigten während der Fastentage wahrscheinlich die Pflege ihres Gesichtes, indem sie sich nicht wuschen oder nicht kämmten und indem sie Asche auf ihr Haupt streuten. Das taten sie, „um den Menschen als Fastende zu erscheinen“. Sie genossen die bewundernden Blicke und wohlwollenden Gesten ihrer Mitmenschen, die von ihrer zur Schau gestellten Frömmigkeit beeindruckt waren.
Wie im Falle derjenigen, die ihr Almosengeben zur Schau stellten und in der Öffentlichkeit beteten, um von Menschen gesehen zu werden, sagte Jesus auch von denen, die aus ähnlichen Gründen fasteten: „Wahrlich, ich sage euch: Sie haben bereits ihren vollen Lohn“ (Matthäus 6:16b; vergleiche 6:2, 5). Sie empfingen keine Segnungen von Gott; ihr ganzer „Lohn“ bestand darin, daß sie von ihren Mitmenschen bewundert wurden. Sie hatten ihren „vollen Lohn“, denn Gott fügte nichts hinzu

Wachtturm – 1.12.1978

Und wo liegt dann mein Augenmerk? Auf das dazu gehören und einem bestimmten Stundenziel? Einer bestimmten Menge im „Spendenkasten“?

Ist nicht ‹vielmehr› das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Ungerechte Fesseln zu lösen, die Knoten des Joches zu öffnen, gewalttätig Behandelte als Freie zu entlassen und dass ihr jedes Joch zerbrecht? ‹Besteht es› nicht ‹darin›, dein Brot dem Hungrigen zu brechen und dass du heimatlose Elende ins Haus führst? Wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und dass du dich deinem Nächsten nicht entziehst? Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell sprossen. Deine Gerechtigkeit wird vor dir herziehen, die Herrlichkeit des HERRN wird deine Nachhut sein.

Wenn Gott beginnt, uns von den alten Ketten der Sklaverei zu befreien, dann werden wir erleben, wie seine Gnade durch die Unterstützung anderer, aber auch durch Gelegenheiten zum Dienst in unserem Leben zu wirken beginnt. Der letzte Schritt auf dem Weg zur Heilung besteht darin, nicht mehr nach innen zu blicken und vergangene Leiden und Schmerzen nachzuvollziehen, sondern nach Gelegenheiten zu suchen, anderen zu dienen. Opfer von Missbrauch sind besonders empfindsam und einfühlsam gegenüber Menschen, die Wegweisung brauchen. Wenn du diesen Menschen dienst, dann wird Gott gleichzeitig dir dienen und dein Herz mit dem Wunder der Heilung berühren!

Die Glieder der Kette
1 Glied: Setze dein ganzes Vertrauen und deine Zuversicht auf Gott, der das gute Werk, das er in dir begonnen hat, vollenden wird.
2 Glied: Mache deine Beziehung zu Gott zur obersten Priorität.
3 Glied: Ergreife die Gelegenheiten für persönliche Unterstützung geistliches Wachstum, die Gott dir geben wird.
Besuche eine Gemeinde, in der das Wort Gottes gepredigt und geehrt wird.
Nimm an Bibelstudien und Fortbildungsseminaren teil.
Entwickle gesunde Beziehungen und Verantwortlichkeit.
4 Glied: Sei darauf vorbereitet, dass Gott dir die Gelegenheit gibt, über kleine Teile deiner Erfahrung Zeugnis zu geben – auch wenn du nicht meinst, dass du dafür schon bereit bist.Vertraue darauf, dass Christus dir die Weisheit und die geeigneten Worte geben wird.
Konzentriere dich auf die Hoffnung, dass du in Jesus Christus echte Heilung gefunden hast.
5 Glied: Betrachte dein persönliches Gebetsleben als fundamental wichtig.
6 Glied: Denke daran, dass deine eigene Familie das erste Einsatzgebiet für deinen Dienst ist.
7 Glied: Suche Gottes Führung, wenn sich neue Türen für den Dienst auftun.
8 Glied: Betrachte neue Kontakte als „göttliche Gelegenheiten.”
9 Glied: Betrachte dein Leben aus dem neuen Gesichtspunkt, dass Gott „Schönheit aus Asche“ entstehen lassen kann.
10 Glied: Erkenne den großen Wert des Dienstes an anderen.

Schlüssel zur biblischen Seelsorge


Gott ehren und gefallen.
Uns selbst demütigen und erniedrigen. Ein Fasten heißt, die Seele zu peinigen (demütigen) (Vers 5; KJV). Wenn es nicht aufrichtigen Kummer für die Sünde ausdrückt und es wirklich fördert, dass die Sünde abgetötet wird, ist es kein echtes Fasten.
3.2 Deshalb sollen wir an einem Fastentag fragen, was für Gott annehmbar sein wird und was unser verdorbenes Wesen demütigen wird.
Uns wird hier im negativen Sinn gesagt, was kein Fasten ist, an welchem Gott Gefallen hat.
Es reicht nicht, bescheiden auszuschauen, ein ernstes und trauriges Gesicht aufzusetzen, den Kopf hängenzulassen wie ein Schilfhalm, der vertrocknet und gebrochen ist, wie es die Heuchler tun, „denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt wird, dass sie fasten“ (Mt 6,16). Es ist gut für den Zöllner, wenn er seinen Kopf beschämt hängenlässt, weil sein Herz wegen der Sünde wirklich gedemütigt und gebrochen ist, und der deshalb als Zeichen dafür „nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben“ wagt (Lk 18,13). Doch wenn es wie hier bloß vorgetäuscht ist, wird es zu Recht lächerlich. Es heißt nur, seinen Kopf hängen zu lassen wie einen Schilfhalm (Vers 5).
Es genügt nicht, Bußübungen zu leisten und ein wenig bekümmert zu sein, den Leib ein wenig zu demütigen, während der Leib der Sünde an sich unangetastet bleibt (Röm 6,6). „Willst du das ein Fasten nennen?“ (Vers 5). Nein, es ist nur ein Schatten und eine Schale eines echten Fastens.
Uns wird hier im positiven Sinn gesagt, was ein Fasten ist, an welchem Gott Gefallen hat. Es ist nicht, „die Seele für einen Tag zu demütigen“, was ausreichen wird, wie manche Vers 5 lesen. Nein, es muss die Haltung unseres ganzen Lebens sein. Hier wird gefordert:
Dass wir gerecht mit denen umgehen, mit denen wir streng verfahren sind (Vers 6): „dass ihr ungerechte Fesseln losmacht“, die Ketten, die wir in verdorbener Weise geknüpft haben und durch die andere gebunden sind. „Der Gefangene, der keine Schuld zu bezahlen hat, soll freigelassen werden. Die beschwerlichen Gerichtsverfahren sollen aufgehoben werden. Der Knecht, der mit Gewalt über die Zeit seines Dienstes hinaus festgehalten wurde, soll freigelassen werden und so sollen ‚die Knoten des Jochs‘ gelöst werden (Vers 6). Lasst nicht nur die gehen, die zu Unrecht unter dem Joch gehalten werden, sondern zerbrecht das Joch der Sklaverei selbst.“
Dass wir gütig gegenüber denen sind, die bedürftig sind (Vers 7). Wir sollen zur Rettung und Auslösung derer beitragen, die von anderen unterdrückt werden, zur Befreiung der Gefangenen und zur Bezahlung der Schulden der Armen. Das ist also das Fasten, das Gott erwählt hat.
Dass wir denen Nahrung geben, denen sie fehlt. Das heißt, dem Hungrigen sein Brot zu brechen (Vers 7). Beachten Sie, dass es „dein“ Brot sein muss, was ehrlich verdient ist, das Brot, das man selbst braucht, die eigene Nahrung. Wir müssen uns selbst etwas vorenthalten, damit wir etwas haben, das wir denen geben können, die in Not sind (Eph 4,28). „Das ist das wahre Fasten: wenn du dein Brot mit dem Hungrigen teilst, nicht nur, um ihnen das zu geben, was bereits zerbrochen ist, sondern auch, um ihnen bewusst Brot zu brechen, ihnen ganze Laibe zu geben, nicht nur ein paar Krumen oder Scheiben Brot, die du entbehren kannst.“
Dass wir denen Unterschlupf gewähren, die keinen haben, das heißt, arme Verfolgte in sein Haus zu führen (Vers 7). „Wenn sie zu Unrecht leiden, dann habe keine Skrupel, sie zu schützen. Finde für sie nicht nur ein Quartier und bezahle für ihre Unterbringung, sondern – was größere Güte ist – bringe sie in dein eigenes Haus, mache sie zu deinen eigenen Gästen. Vergiss nicht, Fremde willkommen zu heißen, denn wenn du vielleicht auch nicht Engel beherbergst, wie es manche getan haben (Hebr 13,2), beherbergt ihr vielleicht Christus selbst (Mt 25,40), der es bei der Auferstehung der Gerechten belohnen wird (Lk 14,14). ‚Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt‘ “ (Mt 25,35).
Dass wir denen Kleidung geben, denen sie fehlt: „dass, wenn du einen Entblößten siehst, du ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst“ (dich von deinem eigenen Fleisch und Blut nicht abwendest) (Vers 7). Manche verstehen dies so, dass es die eigene Familie oder die eigenen Verwandten meint: „Wenn welche in deinem eigenen Haus und in deiner Familie harte Zeiten durchmachen, bist du ‚schlimmer als ein Ungläubiger‘, wenn du nicht für sie sorgst“ (1.Tim 5,8). Andere verstehen es eher allgemein. Jeder, der Anteil an der menschlichen Natur hat, muss als unser Fleisch und Blut gesehen werden, denn haben wir nicht alle einen Vater? (Mal 2,10).

Der Neue Matthew Henry Kommentar

„von Gott verlassen“??

Juble, du Unfruchtbare, die nicht geboren, brich in Jubel aus und jauchze, die keine Wehen gehabt hat! denn der Kinder der Vereinsamten sind mehr als der Kinder der Vermählten, spricht Jehova. Mache weit den Raum deines Zeltes, und man spanne aus die Behänge deiner Wohnstätte; (Eig deiner Wohnstätten, d. h. deiner geräumigen Wohnung) wehre nicht! (O. spare nicht) Mache deine Seile lang, und deine Pflöcke stecke fest! Denn du wirst dich ausbreiten zur Rechten und zur Linken; und dein Same wird die Nationen in Besitz nehmen, und wird die verödeten Städte bevölkern. Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht beschämt werden, und schäme dich nicht, denn du wirst nicht zu Schanden werden; sondern du wirst der Schmach deiner Jugend vergessen und der Schande deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann, -Jehova der Heerscharen ist sein Name-und der Heilige Israels ist dein Erlöser: er wird der Gott der ganzen Erde genannt werden. Denn wie ein verlassenes und im Geiste betrübtes Weib ruft dich Jehova, und wie ein Weib der Jugend, wenn sie verstoßen ist, spricht dein Gott
Elberfelder 1871 – Jesaja 54,1–6

denn der dich ehelicht,
der dich machte ists,
ER der Umscharte sein Name!
der dich auslöst,
der Heilige Jissraels ists,
Gott alles Erdreichs wird er gerufen.
Buber – Jes 54,5

Denn dein Gemahl ist der, der dich erschuf, Jehova, der Weltenherrscher, ist sein Name, der dich erlösete, der Heilige Israels, er heisst der ganzen Erde Gott.
van Ess – Jes 54,5

Denn dein Gemahl ist es, Der dich gemacht, Jehovah der Heerscharen ist Sein Name; und dein Erlöser, der Heilige Israels, der Gott der ganzen Erde wird Er genannt. Jes 41,14; 62,5; Ps 149,2; Jer 31,35; 51,5; Offb 21,2.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jes 54,5

Denn dein großer Erschaffer ist für dich wie ein Ehemann, Jehova, der Herr der Heere, ist sein Name, und der Heilige Israels ist dein Rückkäufer. Man wird ihn den Gott der ganzen Erde nennen.
Neue WeltÜbersetzung 2018
o – nein, „ihr“ seit die einzige Übersetzung im deutschen, die ein „WIE“ einfügen. Nein – das gibt der hebräische Text „leider“ nicht her!

Gemäß Hesekiel wird Gott in der Zukunft einen für immer geltenden Vertrag mit Israel schließen. Dieser ewige Bund ist derselbe wie der Neue Bund in Jeremia 31,31–34. Dieser neue und immerwährende Bund ist auch ein neuer Heiratsvertrag, auf dessen Säulen die Wiederheirat ruhen wird.

Die Wiederherstellung Israels als Jehovahs Frau wird auch in Jesaja 54,1–8 beschrieben: …

Jesaja beginnt damit zu erklären, dass die wiederhergestellte Frau jetzt anfangen wird, rechtmäßige Kinder zu bekommen (V. 1–3). Israel hat in der Zerstreuung viel mehr Kinder hervorgebracht als vorher, als sie noch mit Jehovah verheiratet war (V. 1). Israel brachte tatsächlich viele uneheliche Kinder hervor und nur sehr wenig rechtmäßige, und die legitimen wurden oft den fremden Göttern geopfert. Aber dann wird sich das alles ändern. Jesaja ermutigt Israel, ihr Haus auszubauen (V. 2–3), um die vielen rechtmäßigen Kinder, die noch kommen werden, unterbringen zu können. Der Grund dafür und für die kommenden legitimen Kinder ist die Wiedervereinigung durch die Hochzeit (V. 4–8). Israels frühere Unzucht wird vergessen sein (V. 4) und Jehovah wird wieder ihr Ehemann sein (V. 5). Gott wird wieder um seine Frau werben, wie er es tat, als sie jung war (V. 6), und alle vergangenen Entbehrungen werden dann ersetzt durch neuen Segen (V. 7–8).

Diese Wiederheirat wird auch noch in Jesaja 62,4–5 beschrieben:

Man wird dich nicht mehr »Verlassene« nennen und dein Land nicht mehr als »Wüste« bezeichnen, sondern man wird dich nennen »Meine Lust an ihr« und dein Land »Vermählte«; denn der HERR wird Lust an dir haben, und dein Land wird wieder vermählt sein. Denn wie ein junger Mann sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden deine Söhne sich mit dir vermählen; und wie sich ein Bräutigam an seiner Braut freut, so wird dein Gott sich an dir freuen.

Das Land, das Israel wegen seiner Hurerei verloren hat, wird vollständig wiederhergestellt werden. Wie ein frisch gebackener Ehemann sich über seine jungfräuliche Braut freut, so wird Gott sich über seine wiederhergestellte Frau freuen.

Fruchtenbaum – Geheimnisse Gottes – Israel

An die Stellte von Ewigkeit und Himmel treten Zeit und Erde. Israel war das von Gott auserwählte irdische Volk, eine Nation, die als solche durch Bündnisse und Verheißungen sowie durch äußere Mittel: das Blut des Passahlammes, die Beschneidung, das Gesetz, den Dienst usw., von allen anderen Völkern der Erde abgesondert war – ein Volk, das wiederum als solches, zu Jehova, seinem Bundesgott, in Beziehung stand und auch am Ende der Tage wieder in Beziehung stehen wird. Die innere geistliche Verbindung, die zwischen den wahren Gläubigen in der Mitte Israels und Gott bestand, hatte nichts mit dieser allgemeinen äußeren Beziehung zu tun. Jehova betrachtete sein Volk, ob gläubig oder nicht gläubig, als sein „Weib“, das unter ihm war und ihm Gehorsam und Anerkennung seiner Rechte als „Mann“ schuldete. Wandte es sich von ihm ab zu anderen „Männern“, d. h. zu den Götzen der übrigen Völker, so wurde es eine „Ehebrecherin“. Es trieb „Hurerei“ in geistlichem Sinne. Daß diese Sünde auch in ihrer buchstäblichen Bedeutung in der Mitte des Volkes im Schwange war und im Laufe der Zeit furchtbare Formen annahm, ist bekannt, kommt aber hier nicht in Betracht.

Israel war also als Volk das „Weib Jehovas“. Wird Israel denn niemals „Braut“ genannt? Doch. Als das Volk Ägypten verlassen, das Rote Meer durchschritten hatte und nun als das Eigentumsvolk Jehovas durch die Wüste zog, da betrachtete Jehova es als seine „Braut“, das will sagen, es war noch nicht voll und ganz in das neue Verhältnis zu seinem Gott eingeführt. Im Blick auf diese Zeit lesen wir in Jeremia 2,2-3: „So spricht Jehova: Ich gedenke dir die Zuneigung deiner Jugend, die Liebe deines Brautstandes, dein Wandeln hinter mir her in der Wüste, im unbesäten Lande. Israel war heilig dem Jehova, der Erstling seines Ertrags.“1
Herrliche, gnadenreiche Worte! Aber ach! gleich nachher muß Gott klagend ausrufen: „Was haben eure Väter Unrechtes an mir gefunden, daß sie sich von mir entfernt haben und der Nichtigkeit (d. h. den nichtigen Götzen) nachgegangen sind?…Hat irgend eine Nation die Götzen vertauscht? und doch sind sie nicht Götter; aber mein Volk hat seine Herrlichkeit vertauscht gegen das was nichts nützt. Entsetzt euch darüber, ihr Himmel und schaudert, starret sehr! spricht Jehova.“ Und im nächsten Kapitel: „Fürwahr, wie ein Weib ihren Freund treulos verläßt, so habt ihr treulos gegen mich gehandelt, Haus Israel, spricht Jehova“. (Jeremia 2,5-11; Jeremia 3,20).


Immer und immer wieder reden die Propheten in ähnlicher Weise, indem sie Juda oder Israel, oder beide, aber auch Jerusalem eine Hure, ein ehebrecherisches Weib nennen, das ihrem Manne (Jehova) die Treue gebrochen hat, und darum von ihm ihr gerechtes Urteil empfängt: Entlassung und Überantwortung in die grausamen Hände ihrer Buhlen. (Vergl. Jesaja 50,1; Hesekiel 16; Hesekiel 23; Hosea 2,2-5; Hosea 3,1). Zugleich aber verkünden sie auch in ergreifender Weise die reuevolle Umkehr des Volkes „am Ende der Tage“ zu seinem „ersten Mann“, nachdem es „Zwiefältiges für alle seine Sünden empfangen hat“ (Jesaja 40,2), und Jehova sich ihm in Erbarmen wieder zuwendet. In der Zwischenzeit befindet sich Israel im „Witwenstand“, sie ist eine Vereinsamte, Unfruchtbare, gleicht einem verstoßenen Weibe usw. Im Zorneserguß hat Jehova sein Volk für einen kleinen Augenblick verlassen. Aber auch verstoßen? „Das sei ferne!“ ruft Paulus in Römer 11,1 aus. Nein, der Schilderung der Verwerfung des Messias in Jesaja 53 und seiner Leiden um der Sünden seines Volkes willen folgen sofort im nächsten Kapitel die wunderbaren Worte: „Jubele, du Unfruchtbare, die nicht geboren, brich in Jubel aus und jauchze, die seine Wehen gehabt hat! denn der Kinder der Vereinsamten sind mehr als der Kinder der Vermählten, spricht Jehova… Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht beschämt werden…sondern du wirst…der Schande seiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. Denn der dich gemacht hat ist dein Mann, – Jehova der Heerscharen ist sein Name – und der Heilige Israels ist dein Erlöser: Er wird der Gott der ganzen Erde genannt werden. Denn wie ein verlassenes und im Geiste betrübtes Weib ruft dich Jehova, und wieein Weib der Jugend, wenn sie verstoßen ist, spricht dein Gott.“ (Lies Jesaja 54,1-10).


Noch viele andere, ähnliche Stellen könnten angeführt werden, vor allem Hosea 2,14-23, aber sie alle zeigen auf den ersten Blick den gewaltigen Unterschied zwischen dem Verhältnis des Volkes Israel als Braut oder Weib zu Jehova, seinem Gott, und dem gegenwärtigen bräutlichen Verhältnis der Gläubigen zu Christo, dem verherrlichten Menschensohn zur Rechten Gottes, oder dem späteren als „Weib des Lammes“. Es ist schwer zu verstehen, wie es überhaupt möglich ist, beide miteinander zu verwechseln und zu der Frage zu kommen, ob etwa Israel die Braut des Lammes sei; umsomehr als es sich ausnahmslos in dem einen Falle um irdische Verhältnisse und Segnungen (vergl. u. a. Hose 2,21-23), in dem anderen um himmlische handelt.

Rudolf Brockhaus — Die Braut, das Weib des Lammes

Das Jerusalem jener Zeit ist durch Pracht und Gerechtigkeit gekennzeichnet (Jes 62,1). Alle Völker erkennen diese Gerechtigkeit (Jes 62,2a). Jerusalem erhält auch den neuen Namen (Jes 62, 2b), den Hesekite in 48,35 erwähnt: „Jehova schammah“. Jerusalem zeichnet sich außerdem durch Schönheit aus (Jes 62, 3). Gott wird die Stadt nie mehr verlassen oder verwüsten (Jes 62, 4a), denn sie ist ja seine Freude und Wonne (Jes 62, 4b-5).
Damit Gottes Verheißungen auch bestimmt eines Tages erfüllt werden, sind göttliche Boten auf die Mauern Jerusalems gestellt worden. Sie sollen Gott daran erinnern, daß er versprochen hat, Jerusalem zur Freude und zum Lobpreis der ganzen Welt zu machen (Jes 62, 6-7). Die Einwohner der Stadt erhalten die Zusage,
sie dürften sich der Frucht ihrer Arbeit erfreuen, denn was sie sich erarbeitet haben, soll ihnen kein Feind mehr nehmen können (Jes 62, 8-9). Gott erklärt feierlich, er werde Jerusalem Heil und Erlösung schenken, weil er sich an seine Zusagen gebunden hat (Jes 62, 10-12). Jubel und Freude als herausragende Merkmale des zukünftigen Jerusalem können wir auch Jesaja 65,18-19 entnehmen:

Arnold Fruchtenbaum . Handbuch der biblischen Prophetie

Von Gott verlassen? Nein, Gott hat sich immer an seinen Bund gehalten, und wird auch in Zukunft bei seinem einmal geschlossenen Bund bleiben – Jehovah wird NIE wortbrüchig.

„Wenn ihr verarscht oder gedisst werdet oder man Gerüchte über euch verbreitet, weil ihr mir vertraut,“

Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und jedes böse Wort lügnerisch wider euch reden werden um meinetwillen.
Elberfelder 1871 – Mt 5,11

Glücklich zu preisen seid ihr, wenn man euch um meinetwillen beschimpft und verfolgt und euch zu Unrechte die schlimmsten Dinge nachsagt. Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch. Genauso hat man ja vor euch schon die Propheten verfolgt.«
Neue Genfer Übersetzung – Matthäus 5,11–12

Glücklich seid ihr, wenn man euch meinetwegen beschimpft, verfolgt und alle möglichen boshaften Lügen über euch erzählt.  Freut euch und seid überglücklich, denn eure Belohnung im Himmel ist groß. Schließlich wurden die Propheten vor euch genauso verfolgt.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Matth 5,11–12

Wenn ihr verarscht oder gedisst werdet oder man Gerüchte über euch verbreitet, weil ihr mir vertraut, dann könnt ihr echt froh sein. Feiert deswegen und freut euch, denn im neuen Leben werdet ihr dafür ganz fett absahnen. Auch die Propheten die Worte von Gott weitergeben hat man früher heftig verfolgt.“
VolxBibel – Matthäus 5,11–12

Kannst du jemand, dessen Meinung du nicht teilst – oder vielleicht nicht mehr teilst, gleich verurteilen? Verurteilt man dich, weil du für die biblischen Aussagen Stellung beziehst, und deshalb nicht mit der allgemeinen Meinung konform gehst, oder sogar deine Gemeindschaft verlassen hast?

Diese Selbstgerechten betrachteten auf der anderen Seite die wahren Diener Gottes als Böse. Sie brachten über die Treuen Unrecht und Schläge und klagten sie als böse Aufrührer und Lästerer und Tempelentweihende an. (Apostelgeschichte 17:5-8; 24:5, 6) Von Menschen der Welt Satans werden Christen als böse angesehen, wie Jesus es voraussagte: „Glücklich seid ihr, wenn die Menschen euch schmähen und verfolgen und lügnerisch allerlei Böses wider euch reden um meinetwillen.“ (Matthäus 5:11, NW) Aber mögen Satans Gimpel den Dienst der Christen als böse ansehen, wenn sie wollen; nichtsdestoweniger geschieht es durch solche sogenannte „Bosheit“, daß Christen ihr Leben verlängern. Doch müssen sie vorsichtig sein, nicht allzu gerecht zu werden, d. h. fanatisch und extrem gegenüber unwesentlichen und geringen Punkten, vernarrt in Charakter-Entwicklung, um in ihren eigenen Augen als gerecht zu erscheinen, was alles zur Vernachlässigung wirklichen Dienstes als Zeuge Jehovas führt. Sie sollten auch nicht weise in ihren eigenen Augen werden. Das würde ihren Untergang bedeuten. Natürlich dürfen sie nicht allzu gesetzlos werden, tatsächliches Unrecht gegen Gott und Menschen begehen und mit Recht ‚als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden‘. Sie werden nicht den Toren spielen und Gott verleugnen und über sich den vorzeitigen Tod bringen. — Psalm 14:1; 1 Petrus 4:15, NW.

Wachtturm 15.3.1953

Es ist demnach sehr wichtig, daß wir die Ursache oder den Ursprung unserer Leiden prüfen, um festzustellen, ob wir gemäß dem Willen Gottes leiden oder nicht. Wenn wir nicht glücklich sind, wenn wir leiden, ist etwas nicht in Ordnung, und wir mögen daran erkennen, daß wir nicht um der rechten Sache willen leiden. Jesus erklärte: „Glücklich seid ihr, wenn die Leute euch um meinetwillen schmähen und euch verfolgen und lügnerisch allerlei Böses wider euch reden. Freut euch und springt vor Freude, da euer Lohn in den Himmeln groß ist.“ (Matthäus 5:11, 12, NW) Das bedeutet nicht, daß der, der leidet und dabei glücklich ist, stets mit einem Lächeln auf dem Gesicht oder leichtbeschwingt, mit einer Melodie auf den Lippen, daherginge. Es bedeutet vielmehr, daß er eine tiefe innere Befriedigung empfindet, die von einem reinen Gewissen Gott gegenüber herrührt. (1. Pet. 3:21) Er muß überzeugt sein, daß er deshalb leidet, weil er in der universellen Streitfrage mit ganzem Herzen für die Seite Jehovas eintritt. Hast du diese Genugtuung und diese Überzeugung?

Wachtturm 15.Juni 1958

Habe vor einiger Zeit die Broschüre „Die wahre Weisheit ruft“ gelesen, und war sehr erstaunt, dass JEDER dieser Menschen, die Jeschuah also Jesus als den Messias erkannt hatten, von ihrer Gemeinde ausgeschlossen wurde! Und dass bedeutete für diese Menschen, dass sie ALLES verloren haben und meist auch arm starben. Lohnte sich den dieser Weg? Wäre es nicht sinnvoller einen „Schlingerkurs“ zu fahren?
Wer ein gutes Verhältnis zu Jehovah haben möchte, muß sich entscheiden und kann keinen Schlingerkurz mitgehen! Deshalb ist es wichtig sich für die persönliche Beziehung zum Schöpfer zu entscheiden – auch wenn es im gegenwärtigen Leben zu Problemen führen kann – aber im Blick von der Ewigkeit, die vor einem Freund Jehovahs liegt, ist die Freundschaft mit IHM viel wertvoller!

schäme dich nicht

Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht beschämt werden, und schäme dich nicht, denn du wirst nicht zu Schanden werden; sondern du wirst der Schmach deiner Jugend vergessen und der Schande deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann, -Jehova der Heerscharen ist sein Name-und der Heilige Israels ist dein Erlöser: er wird der Gott der ganzen Erde genannt werden.
Paderborner Bibel – Jes 54,4–5

Hab keine Angst, du wirst nicht beschämt dastehen. Und fühl dich dich nicht gedemütigt, du wirst nicht bezahlt werden. Denn die Schande deiner Jugendzeit wird du vergessen und an die Unehre deine Witwenschaft wurde du nicht mehr denken. Denn dein großer Erschaffer ist für dich wie ein Ehemann, Jehova, der Herr der Heere, ist sein Name, und der Heilige Israels ist dein Rückkäufer. Man wird ihn den Gott der ganzen Erde nennen.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Jesaja 54,4-5

Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht beschämt. Und sei nicht verschämt, denn du wirst nicht erröten, denn deiner Jugendzeit Schande wirst du vergessen, und der Schmach deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. Jer 51,5; Klg 5,3.
Denn dein Gemahl ist es, Der dich gemacht, Jehovah der Heerscharen ist Sein Name; und dein Erlöser, der Heilige Israels, der Gott der ganzen Erde wird Er genannt. Jes 41,14; 62,5; Ps 149,2; Jer 31,35; 51,5; Offb 21,2.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jes 54,4–5#

zu Offenbarung 19,6 findet man in der jüdischen Studienbibel folgenden Kommentar:

Halleluja! ADONAI, der Gott der Himmelsarmeen, hat seine Herrschaft begonnen! „Lob Yah!“ oder „Preiset den Herrn!“ Er „ist König geworden“. Gottes universelle Herrschaft ist ein Hauptthema des Tanakh (Ps. 103: 19; 145: 13; Jes. 2: 2–4; 9: 5–6; 11: 6–9; Mic. 4: 1–4; Zech 14: 9). Das NT präsentiert ebenfalls das „Königreich“ oder die „Herrschaft“ Gottes (siehe Matthäus 3: 2 zum „Königreich des Himmels“) als eine gegenwärtige Realität, die in dem Moment gewährt wird, in dem man auf Jeschua, den Messias, vertraut (Mt 5: 3, 10; 11:11; 12:28; 25:34; 26:29; Lukas 17:21; Röm. 14:17; 1. Kor. 4:20; Kol. 1:13). Das Königreich hat auch eine zukünftige Verheißung, die noch vollständig manifestiert werden muss (Mt 6,10; 7,21; Lukas 22,30; 23,42; 1 Kor 6,9-10; Gal 5,21; 2 Pet 1:11).

Nach Hesekiel wird Gott in Zukunft einen ewigen Bund mit Israel schließen. Dieser ewige Bund ist der gleiche wie der Neue Bund in Jeremia 31: 31–34. Dieser neue und ewige Bund ist auch ein neuer Ehevertrag, auf dem die Wiederverheiratung beruhen wird. Die Wiederherstellung Israels als Frau Jehovas wird auch in Jesaja 54: 1–8 beschrieben: …
Jesaja erklärte zunächst, dass die wiederhergestellte Frau nun legitime Kinder gebären werde (Verse 1–3). Israel hatte viel mehr Kinder in Trostlosigkeit hervorgebracht, als sie hervorgebracht hatte, als sie zuvor mit Jehova verheiratet war (Vers 1). Tatsächlich brachte Israel viele uneheliche Kinder und nur sehr wenige legitime Kinder hervor, und diejenigen, die legitim waren, wurden oft den fremden Göttern geopfert. Aber jetzt soll sich das alles ändern. Jesaja fordert Israel auf, sein Haus zu vergrößern (Verse 2-3), um die vielen legitimen Kinder aufzunehmen, die bald kommen werden. Der Grund für diese neue Aktivität und die kommenden legitimen Kinder ist die Wiedervereinigung der Ehe (Verse 4–8). Israels frühere Ehebrüche werden alle vergessen sein (Vers 4), und Jehova wird wieder ihr Ehemann sein (Vers 5). Gott wird seine Frau wieder umwerben, wie er sie umworben hat, als sie noch ein Jugendlicher war (Vers 6), und alle früheren Verlassenheiten werden jetzt durch erneuten Segen ersetzt (Vers 7–8).

Fruchtenbaum – Die Schritte des Messias: eine Untersuchung der Abfolge prophetischer Ereignisse

Israels Sammlung ( Jes 54,4-8 )

Der Herr wird Israel sammeln, wie ein Mann seine Frau zu sich nach Hause holt. Das Volk soll sich daher nicht vor der Schande fürchten (vgl. Jes 41,10.14; 43,5; 44,2.8 ), denn es wird nicht mehr länger verlassen und hilflos sein wie eine Witwe. Gott wird sie, seine Frau , wie ein Ehemann (vgl. Jer 3,14; 31,32; Hos 2,18 ) wieder nach Israel zurückholen . Er ist der HERR Zebaoth, der Heilige Israels, ihr Erlöser (vgl. Jes 54,8 ; siehe auch die Anmerkungen zu Jes 41,14 ). In seiner Einzigartigkeit ist er der Gott der ganzen Erde , d. h. ihr Schöpfer und Erhalter. Der Herr hat sein Volk für eine kurze Zeit ( einen kleinen Augenblick ) verlassen . Jesaja hat, obwohl es hier nicht mehr ausdrücklich gesagt wird, den Grund für dieses Verlassen schon mehrfach genannt: wegen der Sünde des Volkes (vgl. Jes 50,1 ) und weil Gott zu seinem Wort steht. Aber aufgrund seiner Barmherzigkeit ( Jes 54,7 ) und Gnade ( HeseD , „treue Liebe“; V. 8.10 ) wird er das Volk wieder zu sich ziehen. Der kurze Augenblick, während dem Gott sein Angesicht verborgen hat (d. h. Israel verlassen hat, weil er über ihre Sünde Zorn empfand), bildet einen starken Gegensatz zu der ewigen Dauer seiner Bundestreue.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Aber auch wir können einen Nutzen aus diesen Versen ziehen – denn Jehovah ist ein treuer Gott, der zu seinen Verheißungen steht. Egal was ich als Mensch angestellt habe, so kann ich mein Verhältnis zu IHM doch immer und immer wieder neu aufbauen. Im Gegensatz zu Freundschaften unter Menschen, wo oft nach einem Streit oder Fehltritt das „Tischtuch zerschnitten ist“, ist Jehovah ein Bundestreuer Gott, der Vergebung durch das Opfer Jesu Christi anwenden kann. Wir müssen nur zu IHM zurück und SEINE persönliche Freundschaft suchen. Diese finden wir aber nicht in einer org oder Kirche, sondern im persönlichen Bibellesen und persönlichen Gebet.

Unterschiede oder Gemeinsamkeiten?

Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; oder wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid der Leib Christi, und Glieder insonderheit.
Elberfelder 1871, 1 Kor 12,26–27

Und wenn e i n Glied leidet, leiden alle anderen Glieder mit; oder wenn einem Glied Herrlichkeit zuteil wird, freuen sich alle anderen Glieder mit. Ihr nun seid Christi Leib und als einzelne Glieder.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – 1 Kor 12,26–27

Geht es einem Körperteil mies, dann leiden alle mit. Wenn ein Teil gelobt wird, dann freuen sich auch alle anderen Teile mit ihm. Ich wollte euch damit klar machen, dass ihr alle zusammen wie ein Körper von Jesus seid, jeder von euch ist dabei und gehört dazu.
VolxBibel – 1 Kor 12,26–27

In diesem Abschnitt zeigt Paulus noch einmal die Beziehung der geistigen Gaben zur Körperlehre: Es gibt einen Körper und viele Mitglieder. Es geht darum, das Konzept der Einheit in der Vielfalt aufzuzeigen: den einen Körper und viele Mitglieder. (1) Der eine Körper – 1. Korinther 12: 12-13 Denn wie der Körper einer ist und viele Glieder hat, und alle Glieder des Körpers, die viele sind, sind ein Körper; so ist auch Christus. Denn in einem Geist wurden wir alle in einen Körper getauft, ob Juden oder Griechen, ob verbunden oder frei; und wurden alle dazu gebracht, von einem Geist zu trinken. Der Punkt von Vers 12 ist, dass es nur einen Körper gibt, obwohl er viele Mitglieder hat. Dies betont die Einheit. Es gibt nur einen Leib des Messias, und jeder Gläubige ist ausnahmslos ein Mitglied des Leibes des Messias. Weil es viele Gläubige gibt, gibt es viele Mitglieder. Alle diese vielen Mitglieder sind keine Mitglieder von „vielen Körpern“, sie sind alle Mitglieder eines Körpers, des Körpers des Messias. Der Leib des Messias ist die universelle, unsichtbare Kirche (Kol. 1:18). In Vers 13 erklärt Paulus die Mittel, mit denen man in den Körper eintritt: durch die Geistertaufe. Der klare Punkt dieses Verses sollte nicht übersehen werden: Denn in einem Geist wurden wir alle in einen Körper getauft, ob Juden oder Griechen, ob verbunden oder frei; und wurden alle dazu gebracht, von einem Geist zu trinken. Die klare Lehre ist, dass jeder Gläubige vom Heiligen Geist getauft wird. Das Ergebnis der Geistertaufe ist kein bestimmtes Geschenk; wie die Gabe der Zungen. Das Ergebnis der Geistertaufe ist die Zugehörigkeit zum Leib des Messias.

Als nächstes befasst sich Paulus speziell mit den vielen Mitgliedern. Der Schwerpunkt liegt auf der Vielfalt innerhalb der Einheit: Denn der Körper ist nicht ein Mitglied, sondern viele. Die grundlegende Wahrheit ist, dass der Körper – der Körper des Messias, die Kirche – viele Mitglieder hat. Die grundlegende Wahrheit von Vers 14 wird in den Versen 15–26 erklärt und dann in den Versen 27–31 auf ihre Situation angewendet. In den Versen 15–26 erklärt er die grundlegende Wahrheit des einen Körpers mit vielen Mitgliedern mit zwei Abbildungen und zwei Anwendungen. (b) Die erste Illustration und Anwendung – 1. Korinther 12: 15–20 Die erste Illustration des Körpers ist in den Versen 15–17: Wenn der Fuß sagen soll: Weil ich nicht die Hand bin, bin ich nicht vom Körper; es ist also nicht vom Körper. Und wenn das Ohr sagen soll: Weil ich nicht das Auge bin, bin ich nicht vom Körper; es ist also nicht vom Körper. Wenn der ganze Körper ein Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn das Ganze hörte, wo roch es? Der Punkt, den er in diesen Versen macht, ist zweifach. Erstens ist jeder noch so unbedeutende Körperteil dennoch Teil des Körpers (Verse 15–16). Zweitens würde der Körper niemals funktionieren können, wenn es nur eine Sache wäre (Vers 17). Wenn der ganze Körper nur ein Auge wäre, würde er gut sehen, aber er könnte nicht hören. Wenn der ganze Körper ein Ohr wäre, könnte er gut hören, aber nicht laufen. Wenn der ganze Körper Füße wäre, könnte er gut laufen, würde aber nicht sehen, wohin er geht. Er folgt dann den ersten Abbildungen mit der ersten Anwendung in den Versen 18–20: Aber jetzt hat Gott die Glieder jedes einzelnen von ihnen in den Körper gesetzt, so wie es ihm gefiel. Und wenn sie alle ein Mitglied waren, wo war der Körper? Aber jetzt sind sie viele Mitglieder, aber ein Körper. Die Anwendung ist dreifach. Erstens hat Gott jeden in den Körper gelegt, wo Er will (Vers 18). Manche sind Augen, manche Ohren, manche Hände, manche Füße. Gott hat jeden Gläubigen in den Teil des Körpers gebracht, in den er ihn setzen wollte. Wo der Gläubige platziert wurde, ist auch die Grundlage für die Art von Geschenken, die ihm gegeben wurden, als er glaubte. Zweitens, wenn alle das gleiche Mitglied wären, würde es keine ordnungsgemäße Funktion des Körpers geben (Vers 19). Damit der Körper richtig funktioniert, müssen einige Gläubige die Augen, die Ohren, die Hände oder die Füße sein. Drittens wird die grundlegende Wahrheit wiederholt: Es gibt viele Mitglieder, aber [nur] einen Körper (Vers 20). (c) Die zweite Illustration und Anwendung – 1. Korinther 12: 21-26 Paulus gibt die zweite Illustration des Körpers in den Versen 21–23: Und das Auge kann nicht zur Hand sagen, ich brauche dich nicht; oder wieder den Kopf zu den Füßen, ich brauche dich nicht. Nein, vielmehr sind diejenigen Glieder des Körpers notwendig, die schwächer zu sein scheinen: und jene Teile des Körpers, die wir für weniger ehrenwert halten, verleihen wir diesen mehr Ehre; und unsere unkomischen Teile haben mehr Anmut. In der zweiten Abbildung macht Paulus zwei Punkte. Erstens weist er darauf hin, dass ein Körperteil nicht ohne einen anderen Körperteil auskommen kann (Vers 21). Die Hand kann nicht zu den Füßen sagen: „Ich brauche dich nicht.“ Der Kopf kann nicht zu den Händen sagen: „Ich brauche dich nicht.“ Zweitens wird die Bedeutung jedes Körperteils in der Art und Weise gesehen, wie der Körper behandelt wird (Verse 22–23). Einige Körperteile können zu bestimmten Zeiten wichtiger sein als andere Teile. Aber früher oder später wird jeder Körperteil für einen bestimmten Zweck verwendet. All diese verschiedenen Teile werden für einen ordnungsgemäß funktionierenden Körper benötigt. Auf die zweite Darstellung des Körpers folgt die zweite Anwendung in den Versen 24–26: Während unsere schönen Teile keine Notwendigkeit haben: aber Gott hat den Körper zusammen gemildert und dem fehlenden Teil mehr Ehre gemacht; dass es kein Schisma im Körper geben sollte; aber dass die Mitglieder die gleiche Fürsorge für einander haben sollten. Und ob ein Mitglied leidet, leiden alle Mitglieder damit; oder ein Mitglied wird geehrt, alle Mitglieder freuen sich darüber. In der zweiten Anwendung werden drei Punkte gemacht. Erstens wird den fehlenden Teilen mehr Ehre zuteil, weil dort der Mangel bewusster empfunden wird (Vers 24). Wenn Menschen ihre Hände verlieren, sind sie sich ihrer fehlenden Hände bewusster als ihrer Füße. Der zweite Punkt ist, dass der Grund, warum man erkennen muss, dass jeder Teil des Körpers wichtig ist, darin besteht, dass es kein Schisma im Körper geben wird. Das Ziel ist, dass die Mitglieder sich umeinander kümmern (Vers 25). Wenn erkannt wird, dass jeder Teil des Körpers wichtig ist, unabhängig davon, welche Gabe oder welche Gaben man hat oder nicht, dann gibt es kein Schisma im Körper, weil sich alle umeinander kümmern. Es hat zwei Gründe, die Wichtigkeit eines jeden Gläubigen mit seinen geistlichen Gaben zu erkennen. eine negative und eine positive. Der negative Zweck ist, dass es kein Schisma im Körper geben sollte. Wenn ein Gläubiger der Meinung ist, dass er aufgrund seiner Gaben wichtiger ist als jemand anderes, dass er unverzichtbar ist, aber jemand anderes entbehrlich ist, dass er spiritueller ist und jemand anderes ist weniger spirituell oder hat weniger vom Heiligen Geist, diese Art von Haltung wird zu Spaltungen und Spaltungen in der Kirche führen. Aber wenn anerkannt wird, dass jeder Gläubige nicht nur verbal, sondern auch ehrlich und innerlich wichtig ist, dann wird dies den negativen Zweck erfüllen: Es wird keine Spaltungen im Körper geben. Der positive Zweck ist es, eine fürsorgliche Haltung gegenüber allen Gläubigen zu entwickeln. Wenn jemand wirklich denkt, dass jeder Gläubige wichtig ist, wird er sich um diesen Gläubigen kümmern. Der dritte Punkt ist der Grundsatz, dass, wenn ein Mitglied leidet, der ganze Körper leidet (Vers 26). Wenn zum Beispiel jemand einen Finger abschneidet, während das Hauptschmerzzentrum in diesem geschnittenen Finger liegt, spürt der ganze Körper den Schmerz. Es beeinflusst das Denken und Handeln der Person. Auch wenn minderwertige Gaben – das nächste Thema, das in dieser Studie behandelt wird – verachtet und nicht verwendet werden, kann der ganze Körper nicht anders, als es zu fühlen. Wenn andererseits kleinere Gaben betont werden, während die größeren Gaben ignoriert werden, leidet auch der Körper darunter. Dies wird durch einen Mangel an Reife belegt. Paulus wird im nächsten Abschnitt lehren, dass es kleinere und größere Gaben gibt, die jedoch alle für den Aufbau des Körpers wichtig sind. Wenn die minderwertigen Gaben verachtet und nicht benutzt werden, kostet dies die Kirche. Auf der anderen Seite wird die Kirche leiden, wenn die größeren Gaben zugunsten kleinerer Gaben ignoriert werden. Paulus sagte, wenn ein Mitglied geehrt wird, werden alle geehrt. Wenn größere Gaben geehrt und in die richtige Perspektive gebracht werden, werden auch kleinere Gaben geehrt. Wenn kleinere Gaben in ihrer richtigen Perspektive geehrt werden, sind es auch die größeren Gaben.

Arnold Fruchtenbaum – messianische Studien

Zwischen den Verschiedenen Körperteilen besteht eine wechselseitige Abhängigkeit. Wer scheinbar eine größere Gabe besitzt, soll also nicht glauben, daß er allein leben kann, denn ein Körperglied, das vom Körper abgetrennt wird, geht zugrunde. Noch wichtiger ist jedoch, daß einem Glied, das eine geringere Gabe zu haben scheint, von den anderen Gliedern des Leibes umso größere Aufmerksamkeit gewidmet wird (vgl. 1Kor 14,1-5), so wie auch die Teile des Körpers, die man für weniger vorzeigbar hält, mit größerer Sorgfalt gekleidet werden ( 1Kor 12,22-24 ).
Möglicherweise bildet der Abschnitt über die schwächsten (V. 22; vgl. 1Kor 8,7-13 ) und am wenigsten ehrbaren Glieder ( 1Kor 12,23; vgl. 1Kor 11,22), die daher besonderer Pflege und Beachtung bedürfen, einen Rückgriff auf einen früheren Gedankengang, der so mit dem jetzigen verknüpft wird. Es gehört zum Plan Gottes („Gott hat den Leib zusammengefügt“), daß die Glieder des geistlichen Leibes wechselseitig Sorge für das Wohlergehen der anderen tragen ( 1Kor 12,25b-26; 1Kor 10,24.33), so daß keine Rivalität entsteht („damit im Leib keine Spaltung sei“; 1Kor 1,10; 11,18) und sie tatsächlich in Einigkeit miteinander leben (1Kor 12,26).
Der einigende Teil im geistlichen Leib ist Christus. Als das Haupt ( Eph 1,22; vgl. 1Kor 11,3) beherrscht er den Leib und gibt seinem Willen in souveräner Weise Ausdruck. Sein Gebot lautet, daß unter allen Gliedern Liebe herrschen soll (Joh 15,12). Die Liebe ist die Kraft, die die Einheit in der Verschiedenheit aufrechterhalten kann – ein Gedanke, dem Paulus sich kurz darauf zuwendet ( 1Kor 12,31 b – 1Kor 13,13).
Zunächst betont er jedoch zum dritten Mal (vgl. 1Kor 12,18.24.28), daß die Gaben des Geistes von Gott, nicht von Menschen, verliehen werden. In der erneuten Aufzählung (manche Punkte wurden bereits in V. 7-10 erwähnt, manche sind neu; vgl. auch andere Textstellen, an denen von Geistesgaben die Rede ist, z. B. Röm 12,6-8; Eph 4,11; 1 Petrus 4,10-11- nur die Gabe der Lehre taucht in jeder Liste auf; es existiert also wohl kein vollständiger Katalog) spricht er von den Gliedern, von den mit Geistesgaben begnadeten Menschen.
Die Tatsache, daß Paulus die drei erstgenannten Gaben mit Ordnungszahlen Versieht („erstens … zweitens … drittens“), legt die Annahme nahe, daß sie für die Korinther eine weniger wichtige Rolle spielen (vgl. 1Kor 12,21-24). Die Apostel, Propheten und Lehrer stehen vom Ansehen her wahrscheinlich unter denen, die die spektakulärere Gabe des Zungenredens besitzen. Dennoch sind die drei ersten Gaben wohl größer (V. 31), weil sie für den Leib Christi in seiner Gesamtheit wertvoll sind.
Wahrscheinlich nennt Paulus sie deshalb als erste und sagt auch, daß die Gemeinde in der Versammlung nach diesen größeren Gaben streben soll (vgl. 1Kor 14,1-5). Begnadete Apostel, Propheten und Lehrer dienen der ganzen Gemeinde und sorgen daher für Einheit und gegenseitige Erbauung. Die Gabe des Zungenredens dagegen befriedigt lediglich den Hang der Korinther zur Selbstdarstellung und ihren Drang nach Freizügigkeit. Diese egozentrische Haltung fügt der Gemeinschaft auch in anderen Bereichen Schaden zu (z. B. beim Essen von Götzenopferfleisch, beim Verhalten der Frauen im Gottesdienst, bei der Feier des Abendmahls). Es fehlt der korinthischen Gemeinde an Nächstenliebe, einer Eigenschaft, der Paulus sich im folgenden unter Einsatz seiner ganzen Beredsamkeit zuwendet.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Ich denke, jeder Christ kennt die Worte von Paulus an die Korinther. Aber fast immer werden diese Verse auf eine Ortskirche angewendet. Was aber, wenn Jesus Christus das Haupt SEINER Kirche Weltweit ist? Was wenn die verschiedenen Streitigkeiten über Unterschiede der verschiedenen Glaubensgemeinschaften daran liegt, dass es unterschiedliche Organe oder Teile eines Körpers sind?
Würde es dir denn lieber sein, dass alle deine Organe wie deine Leber arbeiten würden? Oder alle Organe wie dein Magen arbeiten würde? Alle Organe haben ihre eigene Aufgabe! Warum sollte dass in der weltweiten Kirche Christi anders sein? Kann es sein, dass es NICHT sinnvoll ist, über die verschiedenen Ansichten zu streiten, anstatt diese sich anzuhören, darüber nachzusinnen, und dann stehen zu lassen? Mir ist aufgefallen, dass man unheimlich viel lernen kann, wenn man sich unterschiediche Glaubsauffassungen anhört. Nein, nicht alle können richtig sein. Aber manchmal ist es auch nur eine andere Ansicht, weil der andere gerade auf einer anderen Position steht. Dass was ich momentan in der Bibel vorfinde, habe ich vor Jahren noch abgeleht – es war ein Lernprozeß. Aber wenn jemand sagt, er verstehe alles richtig, dann denke ich, dass er nichts von dem allmächtigen und unendlichen Gott verstanden hat 😉

Jehovah – unser Retter

Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seiner Herrlichkeit tadellos darzustellen vermag mit Frohlocken, dem alleinigen Gott, unserem Heilande, durch Jesum Christum, unseren Herrn, sei Herrlichkeit, Majestät, Macht und Gewalt vor aller Zeit und jetzt und in alle Zeitalter! Amen
Elberfelder 1871 – Judas 24–25

Dem, der die Macht hat, euch vor jedem Fehltritt zu bewahren, sodass ihr untadelig und voller Freude und Jubel vor seinen Thron treten könnt – ihm, dem alleinigen Gott, der unser Retter ist durch Jesus Christus, unseren Herrn, gehören Ehre, Majestät, Stärke und Macht. So war es schon vor aller Zeit, so ist es jetzt, und so wird es für immer und ewig sein. Amen
Neue Genfer – Judas 24-25

Dem nun, der euch vor dem Stolpern bewahren und dafür sorgen kann, dass ihr in seiner herrlichen Gegenwart mit großer Freude makellos dasteht, dem alleinigen Gott, unserem Retter, durch Jesus Christus, unseren Herrn, gebührt Herrlichkeit, Majestät, Macht und Autorität für die ganze vergangene Ewigkeit und jetzt und bis in alle Ewigkeit. Amen.
Neue Weltübersetzung 2018 – Judas 24-25

In dieser letzten Passage seines Briefes bricht Judas in eine jubelnde Doxologie aus, die Antwort auf die stillschweigende Frage gibt: „Wer wird uns von den Apostaten und der Irrlehre, zu der sie die Leichtgläubigen verführen, befreien?“ Nach Judas gebührt alles Lob dem …, der euch vor dem Straucheln behüten kann. Der Sieg über die Irrlehre liegt in Christus. Er ist derjenige, der die Gläubigen „erhalten“ und sie untadelig und mit Freuden (für ihn und für sie) vor seinen Vater stellen wird ( 1 Petrus 1,8; Hebräer 12,2). Angesichts dieser Tatsache ist Siegesfreude, Lob und höchste Verehrung angebracht und können die Erlösten sich allergrößter Gewißheit erfreuen. Judas schreibt Gott, dem alleinigen Gott, unserm Heiland, … Ehre und Majestät und Gewalt und Macht zu, die den Gläubigen durch den Sieger Jesus Christus, unsern Herrn, zugänglich sind. Die Erhöhung Gottes gilt in der ewigen Vergangenheit, in der Gegenwart und für alle Ewigkeit in der Zukunft.
So findet Judas am Ende seines Briefes noch Gelegenheit, die Worte der Freude zu schreiben, die er seinen Lesern eigentlich gerne sagen wollte (V. 3), denn in Christus ist eine sichere Hoffnung auf den Sieg, die den Gläubigen Freude und Vertrauen gibt.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Ein dreifacher Segensgruss schliesst sich zu unserer Ermunterung an: «Barmherzigkeit und Friede und Liebe sei euch vermehrt!» In vielen Briefen finden wir Gnade und Friede oder Barmherzigkeit und Friede. Nur Judas verbindet Barmherzigkeit, Friede und Liebe in dieser Form miteinander.
• Im Gegensatz zur Gnade lässt uns die Barmherzigkeit an die Not und das Elend derer denken, die Anziehungspunkt der Zuwendung Gottes sind. Brauchen wir nicht gerade am Ende der Gnadenzeit die Barmherzigkeit Dessen, der an anderer Stelle der «Vater der Erbarmungen» genannt wird? Ein vermehrtes Empfinden seiner Barmherzigkeit kann uns in unseren Umständen helfen und uns bewahren.
• Friede ist hier nicht so sehr der Friede mit Gott, sondern es ist der Friede Gottes, der uns selbst in unruhiger Zeit und in schwierigen Umständen ohne Angst und Sorge sein lässt. Gott hat uns über die Entwicklung innerhalb der Christenheit nicht im Unklaren gelassen, Er zeigt uns auch deutlich das Ende. Und doch brauchen wir deshalb nicht in Sorge und Unruhe zu verfallen. Ganz im Gegenteil, wir dürfen ein vermehrtes Empfinden seines Friedens haben und persönlich in völliger Ruhe unseren Weg gehen.
• Schliesslich wünscht Judas uns einen vermehrten Genuss der Liebe. In allen Umständen dürfen wir uns der Liebe Gottes erfreuen und uns selbst darin erhalten. Gleichzeitig dürfen wir sie zu anderen – zu Gläubigen und Ungläubigen – ausströmen lassen. Auch darin liegt ein wunderbares Bewahrungsmittel für uns.
Gott hat uns tatsächlich zu keiner Zeit ohne Hilfsquellen gelassen. Wir wollen diese jedoch nicht als bequeme Entschuldigung benutzen, unserer Verantwortung nicht zu entsprechen, wir wollen aber auch nicht auf uns selbst vertrauen. In uns selbst ist überhaupt keine Kraft. Wir sind völlig von der bewahrenden Gnade unseres Gottes abhängig. «Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seiner Herrlichkeit untadelig darzustellen vermag mit Frohlocken, dem alleinigen Gott, unserem Heiland, durch Jesus Christus, unseren Herrn, sei Herrlichkeit, Majestät, Macht und Gewalt vor aller Zeit und jetzt und in alle Ewigkeit! Amen» (Jud 24.25)

Halte fest 1997

Doch wir können vom Sieg völlig überzeugt sein! Warum? Weil wir auf der Seite Jehovas stehen. Judas schloß seinen Brief mit einer Erinnerung daran ab, daß Jehova zu Recht „Herrlichkeit, Majestät, Macht und Gewalt für die ganze vergangene Ewigkeit und jetzt und bis in alle Ewigkeit“ zugeschrieben wird (Judas 25). Ist das nicht ein ehrfurchteinflößender Gedanke? Kann es angesichts dessen irgendwelche Zweifel geben, daß dieser Gott ‘imstande ist, uns vor dem Straucheln zu behüten’? (Judas 24). Natürlich nicht!

Wachtturm Studienausgaben 1.Juni 1998

Was Gott ist – Judas 25 Für den einzigen Gott, unseren Erlöser, sei durch Jesus Christus, unseren Herrn, Ehre, Majestät, Herrschaft und Macht, vor aller Zeit und jetzt und für immer. Amen. Um herauszufinden, was Gott ist, listet Judas acht Dinge auf. Erstens ist er der einzige Gott. Dies ist eine Erklärung gegen den damaligen Polytheismus zugunsten des Monotheismus, denn es gibt nur einen Gott, den Gott der Bibel. Zweitens ist er unser Retter. Dies ist eine Erklärung gegen alle, die das Ersatzsühnopfer ablehnen; Er ist auch der einzige Retter. Drittens erfolgt die Errettung durch Jesus Christus, denn es gibt keine Errettung außer Ihm. Dies ist der Inhalt des Heilsglaubens und kommt nur durch Jesus, den Messias. Dies ist eine Erklärung gegen die Verleugnung seiner Erlösung und seines Messias. Die falschen Lehrer leugneten den Meister, der sie gekauft hatte; Sie leugneten sowohl die Person als auch die Arbeit von Jeschua, dem Messias. Viertens ist Gott Herrlichkeit; Dies ist ein Hinweis auf die Shechinah-Herrlichkeit, die einzigartige Herrlichkeit, die nur Gott gehört. Es betont Gott in der ganzen Fülle Seiner Helligkeit. Fünftens ist Gott Majestät, betont seine Größe und zeigt seine Königlichkeit; Er ist der König der Könige. Sechstens ist Gott Herrschaft und betont Gott als den Herrn der Herren, der alle Herrschaft über seine gesamte Schöpfung ausübt. Alles ist unter seiner Kontrolle, nichts passiert jemals außerhalb seiner Kontrolle. Alles, was geschieht, steht entweder unter seinem Willen oder unter seinem Willen. Siebtens ist Gott Macht und bedeutet „Autorität“. Er hat die Autorität, seinen Weisungswillen auszuführen, durch den er alle Autorität als Lord of Lords ausübt. Und achtens ist er durch drei Facetten der Ewigkeit gekennzeichnet: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die die vierzehnte Triade bilden. In Bezug auf die Vergangenheit war er vor aller Zeit; Er hat immer existiert. Was die Gegenwart betrifft, so ist er jetzt; Er übt immer noch Kontrolle aus. In Bezug auf die Zukunft wird er für immer sein; Er wird für alle Ewigkeit existieren. Judas schließt seinen Brief mit dem Wort Amen ab, was auf Hebräisch „So sei es“ bedeutet.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

Treue

Psalm 119,90–91 (Elberfelder 1871)
Von Geschlecht zu Geschlecht währt deine Treue; du hast die Erde festgestellt, und sie steht. Nach deinen Verordnungen stehen sie heute da, denn alle Dinge (Eig das Ganze, d. h. das ganze Weltall) dienen dir.

Herr, dein Wort bleibt für immer und ewig – so unverrückbar wie der Himmel hat es Bestand. Deine Treue zu uns gilt ohne Ende – so unerschütterlich wie die Erde, die du erschufst.
Hoffnung für Alle – Ps 119:90,91

Psalm 119,89–90 (Gute Nachricht)
Dein Wort, HERR, bleibt für alle Zeit bestehen,
bei dir im Himmel ist sein fester Platz.
Auch deine Treue bleibt für alle Zukunft:
Du hast die Erde dauerhaft gegründet.

Treue – ein Wort das heute fast keine Bedeutung mehr hat, denn Verträge und Versprechen werden gern und schnell gebrochen, wenn einer der Vertragspartner keine Lust oder keinen Gewinn mehr sieht.

אֱמוּנָהG ↩ אמן f. Treue, Zuverlässigkeit, Wahrhaftigkeit, Festigkeit, Sicherheit; Amt

PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch: Althebräisch-Deutsch

אֱמוּנָה (v. אמן, Barth § 55e), אֱמֻנָה 2 K 12 16, cstr. אֱמוּנַת, m. suff. אֱמוּנָתִי, pl. אֱמוּנוֹת Pr 28 20† f. — 1. Festigkeit, Unbeweglichkeit, וַיְהִי יָדָיו אֱמוּנָה seine Hände waren Festigkeit f. unablässig emporgehoben Ex 17 12; בֶּאֱמוּנָה dauernd 1 Ch 9 26. — 2. Sicherheit, ungestörter Friede Jes 33 6, vgl. Ps 37 3. — 3. Wahrhaftigkeit, Zuverlässigkeit, Treue, a) v. d. Menschen: Wahrhaftigkeit in Wort u. Tat, Redlichkeit, Gewissenhaftigkeit 1 S 26 23 (neben צְדָקָה). Jer 5 3. 7 28. 2 Ch 19 9. 31 18, bes. vor d. Gerichte Jes 59 4, v. einem Könige (neb. צֶדֶק) Jes 11 5; לֶאֱמוּנָה auf ehrliche Weise Jer 9 2; בִּקֵּשׁ אֱמוּנָה sich um Treue bemühen Jer 5 1; בֶּאֱמוּנָה auf Treu u. Glauben 2 K 12 16. 22 7 u. ö. אֱמוּנָתָם ihre Amtspflicht 1 Ch 9 29; pl. Pr 28 20 אִישׁ אֱמוּנוֹת. Hab 2 4 ist אֱמוּנָה dag. d. treue Festhalten an Gott u. seinem Worte. b) v. Gott, Treue Ps 36 6. 100 5. 119 90, in seiner Weltregierung Ps 33 4. 96 13, Israel u. d. Frommen gegenüber Hos 2 22. Ps 119 75, bes. in seinen Verheißungen Ps 89 34. 50, vgl. Jes 25 1. אֵל אֱמוּנָה Dt 32 4.

Gesenius, Wilhelm and Zimmern, H. and Müller, W. Max and Weber, O


Ewig ist der Herr usw. Diesen Vers verstehen die meisten dahin, als ob David zum Beweis der Wahrheit Gottes dies beibrächte, dass der Himmel fest und unbeweglich steht. Sie übersetzen etwa: „Dein Wort steht fest mit dem Himmel.“ Dass also der Himmel beständig bleibt, soll ein Beweis für die Zuverlässigkeit des göttlichen Wortes sein. Ich ziehe die Übertragung vor: Dein Wort stehet fest im Himmel. Der Sinn dürfte folgender sein: weil wir auf Erden nichts Feste und Bleibendes sehen, hebt der Prophet unsere Gedanken zum Himmel empor; dort sollen sie Anker werfen. Gewiss hätte David, wie er an mehreren Stellen tut, sagen können, dass die gesamte Ordnung der Welt von der Zuverlässigkeit des Wortes Gottes Zeugnis gibt. Dies ist durchaus wahr. Und doch lag die Gefahr nicht fern, dass die Gemüter der Frommen zweifelten und stutzten, wenn ihnen diese Wahrheit unter Hinweis auf die Welt vorgetragen wurde, die ja den mannigfachsten Umtrieben unterliegt. Darum heißt es, dass Gottes Wort fest steht „im Himmel“. Damit wird ihm eine Wohnstätte angewiesen, die keinen Veränderungen zugänglich ist. Weil also unser Heil in Gottes Wort beschlossen ist, wankt es nicht, wie alle irdischen Dinge, sondern steht in einem sicheren und ruhigen Port. Dasselbe lehrt der Prophet Jesaja (40, 6 f.) mit etwas anderen Worten: „Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde; aber das Wort unsers Gottes bleibt ewiglich.“ Indessen geht unser Psalmist noch einen Schritt weiter. Zuerst hat es uns geheißen, mit dem Glauben zum Himmel zu dringen, weil wir in der Welt nichts finden werden, auf dem wir sicher ausruhen dürften. Nun aber (V. 90) lehrt er anderseits auf Grund der Erfahrung, dass auch in der Welt trotz aller Umwälzungen Gottes Wahrheit in deutlichen und herrlichen Zeugnissen leuchtet. So ist die Festigkeit seines Wortes nicht bloß im Himmel eingeschlossen, sondern gelangt auch zu uns. Darum wird hinzugefügt: Du hast die Erde zugerichtet, und sie bleibt stehen. Der Prophet will etwa sagen: Herr, gerade auch auf der Erde wird uns die Wahrheit deines Wortes wie in einem Spiegel sichtbar; denn wenn sie auch mitten im Meer schwebt, behält sie doch ihren Stand. Die beiden Stücke stimmen also trefflich zusammen. Einmal kann man Gottes Zuverlässigkeit durchaus nicht an den irdischen Zuständen messen, welche in stetem Fluss sich befinden und wie Schatten verfliegen. Auf der anderen Seite wären die Menschen doch undankbar, wollte sie dieselbe Wahrheit nicht zum Teil auch aus dem Weltgebäude erkennen; denn die Erde, welche sonst keinen einzige Augenblick stehen könnte, bleibt doch fest, weil sie durch Gottes Wort gegründet ist. Durch den ersten Satz werden die Menschen vor der Eitelkeit ihres Sinnes gewarnt; durch den zweiten werden sie in ihrer Schwachheit unterstützt, so dass sie auf Erden schmecken dürfen, was man doch erst im Himmel völliger finden kann.

Deine Rechte bestehen bis heute. Andere übersetzen, dass sie „täglich“ bestehen, was doch kaum einen andern Sinn gibt. Der Prophet will sagen, dass die Ordnung der gesamten Natur allein auf Gottes Befehl und Beschluss sich stützt. Indem er diese Ordnung als Gottes „Rechte“ bezeichnet, spielt er auf das Gesetz an, – etwa in der Meinung, dass die rechte und gute Ordnung, welche in Gottes Gesetz offenbart wurde, überall erstrahlt. Es ist also eine große Verkehrtheit, wenn die Menschen in ihrem Unglauben, soviel an ihnen ist, die Glaubhaftigkeit Gottes erschüttern und untergraben: sind doch auf diese Treue Gottes alle Kreaturen gegründet. Ebenso verkehrt ist es, wenn die Menschen in ihrem Widerspruchsgeist Gottes Gerechtigkeit verletzen und die Geltung seiner Gebote beseitigen, auf welchen doch alles ruht, was in der Welt festen Bestand hat. Der nächste Satz: alle Dinge sind deine Diener, – bedient sich einer etwas harten Ausdrucksweise, sagt aber damit mehr, als wenn es einfach hieße, alles sei derartig geordnet, dass es dem Herrn Gehorsam leisten müsse. Denn wie sollte die so flüssige Luft in beständigem Hauchen nicht sich selbst verzehren, wie sollten die Wasser im Fließen nicht verfließen, wenn sie nicht auf Gottes heimlichen Befehl hörten? Freilich fassen wir es im Glauben, dass die Welt durch Gottes Befehl besteht. Wer aber auch nur mit einem Tropfen Verständnis begabt ist, schließt aus klaren Zeugnissen das gleiche. Dabei zielt der Prophet immer darauf, dass die Wahrheit Gottes, die auch in seinen äußeren Werken widerstrahlt, uns auf ihren Stufen höher empor führt, so dass uns jeder Zweifel an der Wahrheit der himmlischen Lehre vergeht.

Jean Calvin,Aus dem Psalmenkommentar

Und weil wir nicht mehr treu sind, können wir uns nicht vorstellen, das Jehovah seinem Bund mit Abraham treu sein könnte. Deshalb denken wir, Jehovah würde sich ein geistiges Erstzvolk basteln. Aber ER ist immer treu! Er bleibt bei SEINEM Plan!