Neugierig?

Lots Frau war aber zu neugierig. Sie wollte das Ganze doch ansehen, drehte sich einmal um, und als sie die brennende Stadt sah, verkrampfte sie am ganzen Körper und blieb starr stehen. Und dann verwandelte sie sich in einen Betonpfeiler.
VolxBibel – Genesis 19,26

Und sein Weib sah sich hinter ihm um und ward zu einer Salzsäule.
Elberfelder 1871 – Gen 19,26

Und [Lots] Frau schaute zurück hinter seinem Rücken; da wurde sie zu einer Salzsäule.
Schlachter 2004 – 1.Mose 19,26

Auch dies steht geschrieben, um uns zu warnen. Unser Heiland spricht davon (Lk 17,32): „Gedenkt an Lots Frau!“ Wie die Bösen durch das Beispiel von Sodom gewarnt werden, sich von ihrer Bosheit abzuwenden, so werden durch das Beispiel von Lots Frau die Gerechten gewarnt, sich nicht von ihrer Gerechtigkeit abzukehren. Siehe Hesekiel 3,18.20.
Die Sünde von Lots Frau: Sie „schaute zurück hinter seinem Rücken.“ Sie missachtete ein ausdrückliches Gebot. Wahrscheinlich sehnte sie sich zurück nach ihrem Zuhause und Besitz in Sodom und hat sie nur sehr ungern verlassen. Christus deutet an, dass dies ihre Sünde war (Lk 17,31–32); sie schätzte ihre Sachen zu sehr. Indem sie zurückblickte, offenbarte sie eine Neigung zurückzugehen, und deshalb benutzt es unser Heiland als Warnung vor dem Abfall, einer Abkehr von unserem Bekenntnis zu Christus. Wir alle haben der Welt und dem Fleisch entsagt und unser Angesicht gen Himmel gewandt; wir sind in der Ebene, befinden uns in unserer Probezeit. Wir riskieren, alles zu verlieren, wenn wir zu den Anrechten und Anteilen zurückkehren, von denen wir behaupten, dass wir sie aufgegeben haben.
Die Bestrafung von Lots Frau für diese Sünde. Obwohl sie durch ihre Errettung aus Sodom ein „Denkmal“ besonderer Barmherzigkeit war, hat Gott doch nicht ihren Ungehorsam ignoriert. Weil es so gefährlich ist zurückzublicken, wollen wir uns immer nach dem ausstrecken, was vor uns liegt (Phil 3,13–14).

Der Neue Matthew Henry Kommentar

‎Indem sie stille stand, ward sie von dem ihr auf die Ferse folgenden Tode erreicht.

Rabbiner Samson Raphael Hirsch – Kommentar auf die Genesis

Sie wurde in Sodoms Untergang hineingerissen, weil sie sich von der Stadt nicht trennen mochte und den Befehl zur Flucht missachtete. Das soll nicht nur in den schweren Stunden, die noch kommen werden, sondern schon jetzt die Christenheit inwendig von allem lösen, was sie in die Schuld und damit auch in das Gericht der Welt verwickelte. Deshalb lesen wir an dieser Stelle nochmals den Spruch, dass wir durch das Bemühen, uns das Leben zu sichern, es verlieren und mit seiner Preisgabe es gewinnen.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament – Lk 17,32

Brennenden Schwefel ließ der Herr in einer großen Vernichtung auf die verdorbenen Städte und die ganze Ebene regnen (V. 24-25 ). Manche Ausleger nahmen an, daß Schwefellager in der Erde ausbrachen (vgl. die »Erdharzgruben« in 1Mo 14,10 ) und dann vom Himmel in Feuerflammen herabregneten (vgl. Lk 17,29 ). Lots Frau sah absichtlich zurück und wurde in eine Salzsäule verwandelt, ein Denkmal ihres Ungehorsams. Der dichte Rauch ( 1Mo 19,28 ), den Abraham sah, wurde von dem brennenden Schwefel hervorgerufen (V. 24 ). Obwohl Gott die Sünder in den Städten der Ebene richtete, gedachte er Abrahams, erinnerte sich also der Bitte Abrahams ( 1Mo 18,23-32 ) und rettete Lot aus der Katastrophe.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Aber seine Frau schaute zurück. Lots Frau wandte sich ungehorsam wieder an S’dom (Sodom), was zeigte, dass sie zögerte, den Befehlen von ADONAI zu folgen (vgl. Vers 17). Gelehrte bemerken, dass ihre Sünde eine Sehnsucht nach S’dom und auch den Wunsch beinhaltete, zu sehen, ob ihre verheirateten Töchter ihr wirklich folgten. Für dieses Zögern wurde Lots Frau in späteren Generationen sprichwörtlich (Lukas 17:32).

Die vollständige jüdische Studienbibel: Notizen

RASHI Lots Frau schaute zurück. Genauer gesagt „schaute sie hinter ihn“ (vergleiche OJPS). Sie sah hinter Lot. Daraufhin verwandelte sie sich in eine Salzsäule. Sie sündigte mit Salz und wurde mit Salz bestraft. Lot sagte zu ihr: „Gib diesen Gästen ein bisschen Salz.“ Sie antwortete: „Du versuchst auch hier diesen schrecklichen Brauch zu beginnen?“
IBN EZRA Eine Salzsäule. Ihre Knochen wurden mit „schwefelhaltigem Feuer“ verbrannt; Erinnern Sie sich an das Land, das bedroht ist, „von Schwefel und Salz verwüstet zu werden… genau wie die Umwälzungen von Sodom und Gomorra, Adma und Zeboiim, die der Herr in seinem heftigen Zorn gestürzt hat“ (5. Mose 29:22; dieser Vers zeigt auch, dass Zoar entkam der Verwüstung).
KIMHI Lots Frau schaute zurück. Sie folgte ihm, schaute aber, weil sie wenig Glauben hatte, zurück, um zu sehen, ob die Stadt wirklich vernichtet worden war oder nicht, obwohl sie die Warnung des Engels gehört hatte. Daraufhin verwandelte sie sich in eine Salzsäule. Wie alle Einwohner dieser Städte, einige in Salzsäulen und einige in Schwefelsäulen.
NAHMANIDES Lots Frau schaute zurück. Sie sah buchstäblich „hinter ihm“ (OJPS). Er war hinten, hielt sie alle vor sich und eilte sie entlang.
ZUSÄTZLICHE KOMMENTARE Daraufhin verwandelte sie sich in eine Salzsäule. Auf sie fiel ein großer Haufen Salz, der nicht so aussieht, als wäre eine Frau darunter bedeckt. Das ist der einfache Sinn. Irgendwie denken alle, dass ihr Körper in Salz verwandelt wurde, und sie behaupten, dass er dort immer noch sichtbar ist (Bekhor Shor). Eine andere Lesart: Es, das Land, war ein Haufen Salz (Hizkuni) geworden. Wir können nicht zustimmen, dass sie sich in eine Salzsäule verwandelt hat; Der Heilige vollbringt nur Wunder, um den Menschen Angst und Ehrfurcht zu vermitteln, und es war niemand da, der diesen sah (Gersonides). Gersonides ist wieder durcheinander. Sie „lebte in der Vergangenheit“ und versuchte, etwas aus ihrem Leben in Sodom zu retten, und war in die Zerstörung mit den anderen (Abarbanel) verwickelt.

JPS Genesis: Einführung und Kommentar

im Hause Gottes

Ich aber bin wie ein grüner Olivenbaum im Hause Gottes; ich vertraue auf die Güte Gottes immer und ewiglich.
Ich werde dich preisen ewiglich, weil (O. dir danken, daß) du es getan hast; und auf deinen Namen werde ich harren, denn er ist gut, vor deinen Frommen.
Elberfelder 1871 – Ps 52,10–11

Ich aber bin wie ein üppiger Ölbaum
in Gottes Haus,
ich weiß mich sicher in Gottes Huld
für Weltzeit und Ewigkeit. –
Auf Weltzeit will ich dir danken,
denn du hast es getan,
deinen Namen erharren, denn er ist gütig,
den dir Holden zugegen.
Buber – Psalm 52,10-11

Ich aber bin wie ein grünender Ölbaum (gepflanzt) in Elohims Haus. (Und stehe deshalb auch unter Gottes besonderem Schutz.) / Ich traue der Gnade Elohims auf immer und ewig.
Preisen will ich dich immerdar, weil du es vollbracht. (Weil du mir deine Gnade bewiesen und deine Verheißungen mir erfüllt hast.) / Harren will ich auf deinen Namen, (Der Name Gottes ist sein in Taten des Heils offenbar gewordenes Wesen.) / Denn er ist köstlich vor deinen Frommen. (Es ist erklärlich, daß die Ermordung der 85 Priester in Nob, die eine Folge der Verräterei Doegs war, David tief erschütterte. In dieser Gemütsverfassung wird er dann den 52. Psalm gedichtet haben.)
Ludwig Albrecht – Ps 52,10–11

Doch ich bin wie ein grüner Olivenbaum, / der im Tempelgelände wächst. / Ich werde immer auf Gottes Güte vertrauen. Ich will dich ewig preisen, denn du hast das getan. / Auf deinen Namen hoffe ich mit denen, die dir nahe sind, / denn dein Name ist gut.
Neue evangelistische Übersetzung – Ps 52,10–11

Der Psalmist wird Gottes Treue („ḥesed“) in Gegenwart von … Gläubigen („ḥasid“) ausdrücken. 10: Olivenbäume waren von großer Bedeutung für das Öl, das sie produzierten und das im Tempel verwendet wurde. Es ist ungewiss, ob der Psalmist ein religiöser Beamter im Tempel (Gottes Haus) ist oder ein Laienisraelit, der Gottes Nähe im Tempel genießen möchte (siehe Ps. 23: 6 n.).

Die jüdische Studienbibel

Über seinen eigenen festen Stand (Vers 10–11). „Dieser mächtige Mann wird mit der Wurzel ausgerissen, ‚ich aber bin wie ein grüner Ölbaum‘, gepflanzt und verwurzelt, fest gegründet und gedeihend. Er wurde aus Gottes Wohnung entfernt, doch ich bin darin fest gegründet.“ Was müssen wir nun tun, damit wir wie gedeihende Ölbäume sind?
2.1 Wir müssen ein Leben im Glauben und im heiligen Vertrauen auf Gott und seine Gnade führen. „Ich vertraue auf die Gnade Gottes für immer und ewig“ (Vers 10).
2.2 Wir müssen ein Leben der Dankbarkeit und heiliger Freude an Gott führen (Vers 11): „ ‚Ich preise dich ewiglich, denn du hast es vollbracht‘, du hast deine Verheißung gegenüber mir erfüllt.“
2.3 Wir müssen ein Leben der Erwartung und demütigen Abhängigkeit von Gott führen: „Ich harre ‚auf deinen Namen‘ (Vers 11); ich werde auf all den Wegen auf dich warten, auf denen du dich zu erkennen gegeben hast, werde hoffen, dass du deine Gunst gegenüber mir zeigen wirst, und werde bereitwillig auf das Offenbarwerden der Zeit warten, die du festgelegt hast, weil dein Name so gut ist“ (Vers 11).

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Ich aber werde bleiben usw. Nachdem sich David auf den Flügeln des Glaubens und der Hoffnung aufgeschwungen hat, setzt er sich über den fleischlichen und darum nur scheinbaren Machtschimmer Doegs begeistert hinweg. Er hebt sich aus der Tiefe seines Elends empor und vergleicht sich in der Hoffnung auf seine Wiederaufrichtung mit einem Ölbaum, obwohl er jetzt wie ein unnützer, morscher Baum am Boden liegt. David konnte sich ja an dem Untergang des Doeg nicht trösten, wenn er nicht die Überzeugung gehabt hätte, von oben herab würde der grausame Mensch seine Strafe bekommen, der sich gegen Unschuldige vergangen hatte. David erinnert sich also daran, dass all das Übel, das er unschuldig erlitten hatte, von Gott gerächt werde, und freut sich der neuen Kraft, in der er wieder aufleben wird. Zugleich tut er kund, dass sein größtes Glück sein werde, sich unter Gottes Dienern zu wissen und seinem Glauben öffentlich leben zu dürfen. Anderswo (Ps. 42, 5; 43, 3 f.) betrachtet er ja das als den größten Schmerz, fern vom Heiligtum Gottes sein zu müssen, als einen Schmerz, dem gegenüber die Trennung von seiner Frau und die Beraubung aller seiner Güter und das Umherirren in den Höhlen der wilden Tiere nichts bedeutete. David stellt sich mit diesen Worten in Gegensatz zu Doeg wie zu seinen andern Gegnern. Jetzt muss er fern vom heiligen Land umherirren und den Anblick des Heiligtums entbehren. Aber er hofft auf eine neue Zeit, sobald die Heuchler vernichtet sind, die dort nicht bloß einen Platz innehaben, sondern sogar den Tempel selbst als ihr Eigentum betrachten, während sie ihn doch nur verunreinigen und entheiligen. Hier wollen wir uns ins Gedächtnis rufen, dass uns als Zweck unseres Lebens immer vorschweben muss, zur Herde Gottes gezählt zu werden. Und da unsere Schwachheit äußerer Hilfsmittel bedarf, so dürfen wir es als eine besondere Wohltat ansehen, wenn wir gottesdienstliche Versammlungen besuchen können, in denen man sich gegenseitig zum Dienste Gottes aufmuntert. Dazu will der Gott, der selbst Einer ist, dass auch wir in ihm eins seien und dass wir seinen Namen wie aus einem Munde loben: darum sammelt er uns durch die Sakramente, die ein gemeinsamer Besitz des Volkes Gottes sind, zur gemeinsamen Hoffnung auf das ewige Leben. Davids Beispiel möchte uns also lehren, einen Platz in der Gemeinde Gottes allen trügerischen Stellen vorzuziehen. Denn nur darum darf er sich mit einem grünenden Ölbaum vergleichen, weil er sagen kann: ich verlasse mich auf Gottes Güte. Damit stellt er sich noch immer in Gegensatz zu seinen Feinden: noch grünen jene und breiten ihre Zweige weit aus, ja, sie sind stolz auf ihr hohes Wachstum. Aber ihre Wurzel wird bald bloßgelegt sein, da sie nicht in Gottes Güte ihren Halt hatte. Während sie also vertrocknen, wird den Frommen niemals Saft und Kraft mangeln: denn sie hoffen auf Gott. Lange Trübsalszeit konnte den David freilich aufreiben, wenn nicht auch seine Zuversicht lange standhielt. Darum sagt er, er habe dem Herrn keine Zeit vorgeschrieben, hoffe auf ihn immer und ewiglich, d. h. für alle Zukunft. Konnte er seinem Gott doch nimmermehr die Macht über sein Leben und Sterben rauben. Hier sehen wir, wodurch sich echte Gotteskinder von Heuchlern unterscheiden: wenn auch alle untereinander in der Gemeinde vorhanden sind, wie Spreu und Weizen auf der Tenne, so wachsen doch die einen stetig in ihrer Hoffnung, die andern werden in ihrer Eitelkeit wie Spreu auseinandergeweht.
V. 11. Ich danke dir usw. David schließt mit Dank, der von ganzem Herzen kommt. Denn er erkennt, dass es sich hier um Gottes Gnadenhilfe handelt. Das ist sehr beachtenswert. Mögen die Menschen nach ihrer gewöhnlichen undankbaren Art vielleicht mit dem Munde oberflächlich Dank sagen, so erkennt doch unter hundert kaum einer ernsthaft Gottes Wohltaten und verehrt ihn als den Geber. David stellt also fest, sein Entrinnen aus Doegs Hand sei nur der Hilfe Gottes zu danken gewesen. Sie sei es auch, die ihn nie zu Grunde gehen lasse. Nicht nur einen Tag will er dankbar sein, sondern „ewiglich“, d. h. immerdar oder sein Leben lang. Wenn die Kinder Gottes in allen andern Frömmigkeitsübungen zur Standhaftigkeit ermuntert werden müssen, so ist es vor allem in diesem Punkte nötig. Das Danken vergisst man gar zu leicht, und die meisten Menschen lassen das sofort im Grabe der Vergessenheit versinken, woran sie ewig gedenken müssten. Endlich erklärt David noch, dass sich mit seiner Dankbarkeit weitere Hoffnung verbinden soll: und will harren auf deinen Namen. Dies besagt, dass er geduldig auf Gottes Gnade warten will, wenn sie sich auch verborgen hält, und dass er an des Herrn Wort hangen will, wenn die Erfüllung auch lange auf sich warten lässt. Und um diesen Vorsatz mit umso getrosterem Mute ausführen zu können, betont er, dass seine Hoffnung nicht vergeblich sein werde, indem er von Gottes Namen sagt: denn deine Heiligen haben Freude dran, buchstäblich: „denn er ist gütig vor deinen Heiligen.“ Gott täuscht seine Gläubigen niemals, sondern tut ihnen seine Güte sichtbar kund. Wenn also auch der Name Gottes den Ungläubigen verhasst ist, wenn sie auch erbeben, so oft sie ihn vernehmen, weil sie seine Güte nicht erfahren, so sagt David: die Gläubigen dürfen es stets erleben, wie freundlich und gut der Name Gottes ist.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

In deutlichem Gegensatz zu Doëg, dem Verräter (V. 3-9 ), legte David nun sein eigenes gesegnetes Leben im Herrn dar. Er verglich sich mit einem grünenden Olivenbaum, ein Bild des Wohlergehens in der Gegenwart Gottes (vgl. Hos 14,6 ). Dieser Zustand steht in scharfem Gegensatz zu dem Bösen, der ausgerottet werden wird ( Ps 52,7 ). Die Metapher eines blühenden Baumes wurde bereits in Ps 1,3 benutzt.
Davids Wohlergehen hatte seinen Grund in der treuen Liebe Gottes, auf die er auf ewig bauen wollte. Deshalb gelobte er, Gott für das zu preisen, was er getan hatte. David wollte auf Gottes Namen harren (hoffen), was auf seine Eigenschaften und sein Handeln hinwies (vgl. 2Mo 34,5-7 ). Dann wollte David Gott unter den Frommen preisen. Der Gerechte setzt sein Vertrauen im Gegensatz zum Verräter auf die Liebe Gottes, denn daraus kommt Gerechtigkeit und Segen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Damit hat die Entscheidung zur Dankbarkeit auch eine verändernde Wirkung auf uns selbst. Es geht nicht nur um regelmäßige Einzelentscheidungen, sondern um eine Grundeinstellung im Leben, die uns dauerhaft prägt (s. Ps 52,8). Ein dankbares Herz macht uns zu befreiten, zufriedenen Christen.
Umgekehrt gibt es für ein undankbares Herz aber auch nur zwei alternative Lebensentwürfe: Entweder wird man letztendlich der Bitterkeit oder dem Neid Raum im Herzen einräumen. Ein bitteres Herz glaubt nicht mehr daran, dass Gott es gut mit ihm meint. Ein neidisches Herz sieht im Vergleich mit dem Nächsten nicht mehr das Gute, das Gott ihm gibt. Beide vergiften damit ihr Inneres.
Noomi war zu der Überzeugung gekommen, dass der Herr gegen sie gezeugt und der Allmächtige ihr Übles getan habe (s. Rt 1,21). Deshalb wollte sie bewusst „Mara“ (d.h. die Bittere) genannt werden, was ihren inneren Zustand deutlich machte und den fehlenden Blick der Dankbarkeit offenbarte.
Niemals hätte sie es wohl in dieser Haltung für möglich gehalten, was der treue Gott für sie in Ruth und Boas vorgesehen hatte.
Die Brüder Josefs dagegen waren von Neid und Eifersucht zerfressen (s. 1 Mose 37,11). Sie waren undankbar in Bezug auf die Stellung, die Aufmerksamkeit und Kleidung, die sie im Vergleich zu ihrem Bruder von ihrem Vater erhielten. Wie tief hat sie diese Undankbarkeit fallen lassen, wie hässlich waren die daraus resultierenden Taten des Hasses!
Lasst uns zum Schluss nochmals innehalten. Ja, es gibt im Leben des Christen Leid und Tränen. Auch diese Tränen haben ihren Platz und der Herr sieht sie! Aber das steht nicht im Widerspruch zu einer grundsätzlichen Haltung der Dankbarkeit, die wir auch praktisch umsetzen. Wenn wir auf die Einzelheiten unseres Lebens blicken, dann sehen wir dort Anzeichen für die gute Hand Gottes (s. Esra 7,9.28). Der Wille Gottes fordert heute eine Entscheidung von uns. Wählen wir die Dankbarkeit?

Bleib in mir 2017

Und wie sieht es in meinem Leben aus? Bin ich zornig, traurig, enttäuscht, zufrieden, oder …, über mein vergangenes Leben? Was prägt meine Einstellung? Reicht es mir, ja macht es mich glücklich, dass ich ein heute und in Zukunft ein gutes Verhältnis mit dem Schöpfer habe?

gelobt sei der Name

Der Name des Ewigen sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit.
Von Sonnenaufgang bis zu ihrem Niedergange wird gelobt der Name des Ewigen.
Zunz – Die Heilige Schrift – Ps 113,2–3

Gepriesen sei der Name Jehovas von nun an bis in Ewigkeit!
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt der Name Jehovas!
Elberfelder 1871 – Ps 113,2–3

Jehovas Name sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit!
Vom Sonnenaufgang bis zum Untergang sei gelobt der Name Jehovas!
de Wette Bibel – Ps 113,2–3

Jehovahs Name sei gesegnet von nun an und bis in Ewigkeit! Dan 2,20.
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt Jehovahs Name! Ps 50,1; Jes 59,19; Mal 1,11.
Tafelbibel – Ps 113,2–3

Lobpreis – den ganzen Tag? Nun, wenn wir uns die jüdischen Gebete anschaut, dann sieht man, dass dort weniger Bitten als viel mehr Danksagung im Vordergrund steht! Wenn wir also Beten – dann ist DANK und Lob der erste Schritt. Und wenn man sich gute Lobpreismusik anschaut – auch dort ist ER der Mittelpunkt – und nicht das ICH, und wie ich mich fühle – sondern Dankbarkeit und Lob!

Werden wir ermutigt, Gott die Ehre zu geben.
Die Einladung ist nachdrücklich: „Hallelujah“ und immer wieder „Lobt … lobt … Gepriesen sei der Name des HERRN“, denn er ist zu loben (Vers 1–3).
Die Einladung ist sehr umfangreich: „Lobt, ihr Knechte des HERRN“ (Vers 1). Gott bekommt von den Seinen Lob. Sie sind es, die am meisten Grund haben, ihn zu loben. Auch die Engel sind die Knechte des Herrn, sie loben Gott besser, als wir es können. Gott möge von allen Generationen gelobt werden. „Gepriesen sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!“ (Vers 2). „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“ (Vers 3), das heißt, auf der ganzen Welt, an jedem Ort, an dem Menschen leben. Er sollte von allen Völkern gelobt werden, denn an jedem Ort, von Osten bis Westen, zeigen sich die klaren Beweise und Ergebnisse seiner Weisheit, Macht und Güte.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Der Psalm beginnt und endet mit den Worten: Preist den HERRN ( hal+lU-yAh ; vgl. V. 9 , den Schluß von Ps 115-117 und den Kommentar zu Ps 104,35 ). Der Psalmist forderte die Knechte des HERRN auf, seinen Namen zu preisen, denn er ist allezeit des Lobpreises würdig. Dem Namen des Herrn (seine geoffenbarten Eigenschaften) gebührt Lobpreis auf der ganzen Welt – vom Osten bis zum Westen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Gelobet sei des Herrn Name usw. Der Prophet bestätigt, was wir kürzlich sagten, dass Gottes Lob sich über unsern ganzen Lebenslauf ausdehnen soll. Denn wenn des Herrn Name von nun an bis in Ewigkeit preiswürdig ist, so müssen wir wenigstens in dem kurzen Zeitraum, während dessen wir auf Erden wallen, eifrig darauf bedacht sein, dass sein Gedächtnis noch über unsern Tod hinaus währe. Der nächste Vers lässt den Ruhm des Namens Gottes sich nach allen Richtungen der Erde erstrecken: so folgt, dass es eine unentschuldbare Trägheit wäre, wollten wir nicht sein Lob wechselseitig unter uns erschallen lassen. Konnte nun unter dem Gesetz Gott nirgend anders als im jüdischen Lande gepriesen werden, weil er sich nur dem auserwählten Volk bekannt gegeben hatte, so waren seine allen Heiden geoffenbarten Werke doch wert, dass man sie in der ganzen Welt verkündete. In derselben Absicht heißt es weiter (V. 4): Der Herr ist hoch über alle Heiden. Wenn er aller Sinne zu seiner Bewunderung fortreißt, so wäre es doch mehr als unwürdig, wenn wir spärlich und träg seinen Ruhm singen wollten. Hier ist kein Raum für Trägheit, und Schweigen wäre ein Verbrechen: wir sollen uns über unsere Kräfte anstrengen, so dass unsre Stimmung gleichsam über den Himmel fliegt. In dem Hinweis auf die Heiden birgt sich ein Tadel über die Gleichgültigkeit des auserwählten Volks. Wäre es doch ungereimt, dass die Augenzeugen der Herrlichkeit Gottes sein Lob unterlassen sollten, welche auch unter den Blinden erstrahlt. Denn obwohl damals Gott allein die Juden des Lichts der himmlischen Lehre gewürdigt hatte, wollte er doch auch unter den Heiden immer sein Zeugnis haben, wie Paulus dies ausführt (Apg. 14, 17); Röm. 1, 20). Allerdings ließ sich diese Erhabenheit noch besser erkennen, als durch Ausbreitung des Evangeliums der ganze Erdkreis unter seine Herrschaft gesammelt wurde.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

„Seid stille …“

Lasset ab und erkennet, daß ich Gott bin! Ich werde erhöht werden unter den Nationen, ich werde erhöht werden auf Erden. Jehova der Heerscharen ist mit uns, eine hohe Feste ist uns der Gott Jakobs.
Elberfelder 1871 – Ps 46,11–12

»Macht Frieden!«, ruft er.
»Erkennt, dass ich Gott bin!
Ich habe Macht über die Völker der Erde.«
Der Herr der Welt ist bei uns,
der Gott Jakobs ist unser Schutz!
Gute Nachricht Bibel – Psalm 46,11–12

Nehmt euch Muße und erkennt: Ich bin Gott!
Ich werde erhalten werden bei den Völkerschaften, ich werde werden auf der Erde. Der Herr der Heerscharen ist mit uns,
unser Beistand ist der Gott Jakobs.
Septuaginta Deutsch – Psalm 46:11-12

„Jetzt hört mal auf“, ruft er. „Seid leise! Hört mal zu, erkennt auf die Weise, dass ich es bin, der mit euch redet. Ich bin der Gott, der Siege schmiedet. Und ich steh über allen Völkern, ich hab die Macht, kommt euch das seltsam?“
Der größte Gott, der ist mit uns. Der Gott von Jakob unser Schutz, wir brauchen keine Angst zu haben, wir fahren in ’nem Panzerwagen!
VolxBibel – Ps 46,11–12

Etwas, was wir wohl alle völlig verlernt haben – Still zu sein, und Stille auszuhalten. Aber ein wichtiger Punkt, um Gottes Stimme zu hören.

Der den Kriegen steuert usw. Auch diese Aussage deutet auf eine Erfahrung besonderer Durchhilfe und zielt doch zugleich darauf, dass die Gläubigen auch für die Zukunft nichts anderes erwarten sollen, als was sie jetzt sehen durften. Ohne Zweifel will der Dichter durch den Hinweis auf die eine Tatsache allgemein dartun, wie mächtig Gott seine Gemeinde zu schirmen pflegt. Zudem war es ja auch mehr als einmal geschehen, dass Gott den Hochmut zu Fall gebracht, die Bogen zerbrochen, die Wagen verbrannt, allen Aufruhr in Judäa gestillt und dem Krieg gesteuert hatte. So kann der Prophet die Juden mit gutem Grund daran erinnern, wie oft Gott die schlimmsten Anläufe seiner Feinde abgewehrt hat. Jedenfalls wird solches deshalb von Gott ausgesagt, um in uns die Hoffnung auf sein Friedensreich zu erwecken, wenn auch die ganze Welt in Aufruhr ist.
V. 11. Seid stille und erkennt, dass Ich Gott bin. Jetzt scheint der Dichter die Feinde des Gottesvolkes besonders anreden zu wollen, die in ihrer Lust zu schaden immer kühner vorgehen. Sie denken nicht daran, dass sie mit ihren Kränkungen den Heiligen gegenüber eigentlich gegen Gott zu Felde ziehen, sondern sind der Meinung, nur mit Menschen zu kämpfen. Und auf sie stürzen sie sich ohne Furcht und Scheu. Diese Zügellosigkeit möchte der Prophet hemmen. Um aber seinen Worten größeres Gewicht zu verschaffen, legt er sie Gott selbst in den Mund. Zuerst heißt es: „Seid stille“, damit ihr erkennt, dass ich Gott bin! Wir sehen ja, wie die Menschen in ihrer Unbedachtsamkeit keine Mäßigung kennen. So verlangt denn der Prophet nicht ohne Grund von den Feinden der Gemeinde Ruhe, damit sie ihren Eifer verkühlen lassen und zu erkennen beginnen, dass sie wider Gott kämpfen. Einem ähnlichen Gedanken begegnen wir Ps. 4, 5). Die Welt soll also alle Leidenschaft dämpfen und unterdrücken und dem Gott Israels die schuldige Ehre erweisen. Wütet sie aber weiter, so verkündet unser Psalm, dass des Herrn Macht nicht auf die Grenzen Judas beschränkt ist, und dass es ihm nicht schwer fällt, seinen Arm weit über der Heiden Land auszustrecken, um sich überall auf Erden zu verherrlichen.
Der letzte Vers wiederholt, dass es Gott nicht an Waffen und Mitteln fehlt, seine Gemeinde zu bewahren.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

„Der den Kriegen ein Ende macht, Bogen zerbricht, Speere zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid still und erkennet, dass Ich Gott bin. Ich will erhaben sein unter den Völkern, erhaben sein auf Erden.“
„Was nach diesem geschehen werde“, diese gewaltige ernste Frage bewegte einmal bereits den ersten Weltbeherrscher, den König Nebukadnezar, als er auf seinem Lager lag und die Frage erwog, wie sich wohl die weitere Entwicklung der Welt gestalten werde. Sie drängte sich ihm in nie empfundener Stärke auf. Sein Leben war bis dahin von Glück begünstigt gewesen. Die assyrische Macht hatte er zerbrochen, Ninive hatte kapituliert. Die starke gewaltige Macht im Süden, Ägypten unter der Führung Pharao Necho hatte zwar sich aufgemacht, um Nebukadnezars Siegeslauf zu brechen. Bei Karchemis am oberen Euphrat war sie aber so geschlagen worden, dass Necho sich nur noch mit einem Rest seiner Heere retten konnte.
Da war nun noch ein Staat geblieben, von dem in jener alten Welt die Sage ging, dass er unbezwingbar wäre. Das war der theokratische Staat Israels mit seinem Heiligtum in Jerusalem. Doch eines Tages brach auch dieser Staat vor dem mächtigen Herrscher auf dem damaligen babylonischen Weltthron zusammen.
„Was mag nach diesem geschehen?“, so fragte Nebukadnezar. Ihm konnte die Antwort nur durch eine Offenbarung werden, die ihm in einem Traume wurde, den Daniel als Prophet ihm alsdann deutete.
Wir fragen heute auch wieder in Not und Sorge, wie wohl die Zukunft sich gestalten möge. Der Glaube antwortet: sie wird von Gott gestaltet werden! Und wo Gott die Zukunft gestaltet, da gelangt eines Tages doch das Reich Gottes zum Triumph! So vieles, was die Völkerwelt bewegt, wird zur Ruhe gebracht werden durch den, der die Verkörperung eines ewigen Sabbats ist. Und das ist unser Gott, der größer ist als jede Not der Zeit.
Solch eine Glaubenssprache, wie sie unser Psalmwort hier ausspricht, hätte niemals geführt werden können, wenn der Glaube des Psalmisten nicht bis zu Gott selbst gekommen wäre. Wäre er stehen geblieben bei den Ereignissen der Zeit – das hätte ihm niemals diese innere Ruhe und diese Gewissheit im Blick auf die Zukunft gegeben. Aber nun schaut er Gott. Er schaut Ihn nicht nur als den, der da in Zion wohnen soll, sondern auch als den, der die Fäden der ganzen Weltregierung in seiner Hand hält. Daher kann der Glaube solch eine gewaltige Sprache führen, wie sie auch hier geführt wird, und mit einer Zukunft rechnen, die einmal unseres Gottes und seines Sohnes Jesu Christi sein wird.

Jakob Kroeker – Er sprach zu mir

in Liebe zur Ruhe kommen

„Genauso wie mich Gott der Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt immer bei mir, entfernt euch nicht von meiner Liebe. Wenn ihr die Sachen tut, die ich euch gesagt habe, dann werdet ihr nahe bei meiner Liebe bleiben. Ich habe auch immer das getan, was Gott von mir wollte, und seine Liebe umgibt mich.
VolxBibel – Johannes 15,9–10

Wie der Vater mich einmal geliebt hat, habe auch ich euch Liebe erwiesen. Bleibt bei meiner Hingabe! Wenn ihr meine Anweisungen befolgt, werdet ihr in meiner Liebe zur Ruhe kommen, wie auch ich meinerseits die Anweisungen meines Vaters befolgt und bei Seiner Liebe geblieben bin.
Gottes Agenda – Das Neue Testament urtextnah ins heutige Deutsch übersetzt von Andreas Eichberger – Joh 15,9–10

Gleichwie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt; bleibet in meiner Liebe. Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
Elberfelder 1871 – Joh 15,9–10

In v. 9 u. 10 ist noch ein Motiv zum Bleiben in der Liebe Jesu angeführt. „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibet in meiner Liebe.“ Seine Liebe, die Jesus ihnen erzeigt hat, soll die Jünger bewegen in derselben zu bleiben. Mit κἀγώ folgt der Nachsatz zu καθώς. In Präteritis spricht er von der Liebe die der Vater ihm und er den Jüngern erzeigt hat, weil er sein Leben in der Welt im Auge hat, an dessen Grenze er nun angekommen ist (Lcke., Mey., Lthdt. u.A.). Auf diese seine Liebe gründet er die Aufforderung: Bleibet in meiner Liebe. τῇ ἀγάπῃ τῇ ἐμῇ ist nicht die Liebe zu mir (Grot., Bäuml.), sondern meine Liebe zu euch. Da aber diese Liebe ein Abglanz der Liebe des Vaters zu ihm ist, so sagt er damit den Jüngern implicite, daß wenn sie in seiner Liebe bleiben, sie der Liebesgemeinschaft des Vaters und Sohnes teilhaftig werden. — V. 10. In der Gemeinschaft seiner Liebe aber bleiben sie, wenn sie seine Gebote bewahren, so wie er die Gebote des Vaters bewahrt hat. ἀγάπη μου ist = ἀγάπη ἐμή v. 9. Die Gebote bewahren (τηρεῖν) heißt sie zur Richtschnur des Lebens machen, wie Jesus in allem seinen Thun den Willen des Vaters ausgeführt hat, 8,29. 5,30. 4,34. — Die Liebesgemeinschaft mit Christo und dem Vater erfült das Herz mit seliger Freude. Mit dieser Verheißung schließt Jesus v. 11 die Mahnung zum Bleiben in seiner Liebe, die er in diesem Abschnitte so oft wiederholt hat. „Dies habe ich zu euch geredet, auf daß meine Freude in euch sei und eure Freude vollendet werde.“ ταῦτα geht nicht blos auf v. 9 u. 10 (de W., God., Weiß), sondern auf alles von v. 1–10 Gesagte (Lcke., Mey., Hngstb., Lthdt. u.A.). ἡ χαρὰ ἡ ἐμή ist nicht die von Jesu in den Jüngern gewirkte Freude (Calv., Thol., Bg.-Cr., de W.), was nicht zu χαρὰ ὑμῶν paßt, auch nicht die Freude Jesu an seinen Jüngern (Aug., Lmp., Ebr., Hngstb.), was sich wol mit der Lesart μείνῃ, aber nicht mit ᾖ vertrüge (Lthdt.), sondern die Freude, welche er vermöge der Liebe des Vaters hat, in der er steht. Diese seine Freude teilt er denen mit, die in seiner Liebe bleiben, und läßt sie dazu in ihnen wirksam sein, ihre eigene Freude völlig zu machen, welche damit, daß sie in seiner Liebe stehen, bereits in ihnen ist (Hofm. Schriftbew. II, 2 S. 325f.).

Keil – Commentar über das Evangelium des Johannes

Die Intensität der Liebe des Vaters zum Sohn ist identisch mit der des Sohnes zu den Seinen. Der Herr blickt am Ende seines Dienstes zurück, daher verwendet er den Aorist ἠγάπησα („ich habe geliebt“). Mit dem Ausdruck ἐν τῇ ἀγάπῃ τῇ ἐμῇ („in meiner Liebe“) ist die Liebe des Herrn zu den Seinen gemeint, die sie fortwährend genießen sollten. Dies zeigt sich, wie der nächste Vers deutlich macht, im Halten der Gebote des Herrn.

P. Streitenberger – Johannes

Dass der Vater Jesus geliebt hat, ist der Anfang und Eckstein seiner Gemeinschaft mit den Jüngern; aus der Liebe des Vaters zum Sohn kommt die Heilandsmacht, das Christusamt, die Herrlichkeit des Sohnes. Darin, dass Jesus die Jünger liebt, setzt sich die Liebe des Vaters fort; sie gestaltet den Sinn des Sohns und macht, dass er die Seinen zu sich ruft und für sie lebt. Nun kommt die Reihe an die Jünger, dass sie sich von der Liebe Jesu nicht scheiden, sondern in ihr bleiben. Dadurch treten auch sie in die Liebe ein, die in Gott entsprungen und durch Jesus bis zu ihnen hingeleitet ist. Sie stellen sich in die Liebe Jesu dadurch hinein, dass sie seine Gebote tun.
Jesus selbst hat es den Jüngern durch seinen Gehorsam vorgelebt, wie man sich in seiner Liebe erhält. Er hat die Gebote des Vaters bewahrt; so hat er seine Liebe als echt und ungeheuchelt erwiesen und daraus als Frucht dies gewonnen, dass er in der Liebe des Vaters blieb und von ihr belebt und geleitet wurde.
Der Liebe steht stets die Freude zur Seite.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

„Sohn seiner Liebe“ – dieser Titel kommt nicht noch einmal vor in Gottes Wort. Wir haben im 2. Johannesbrief einen ähnlichen Ausdruck, wo von dem Herrn Jesus die Rede ist als von dem „Sohn des Vaters“. Hier ist Er der „Sohn seiner Liebe“. Das ist eine Herrlichkeit der Person Christi, die Er nicht verliehen bekommen hat, sondern die seit jeher sein eigen ist. Als Sohn des Menschen wird Er über die Menschen herrschen, über die Erde usw. Das ist eine Ihm verliehene Herrlichkeit. Aber „Sohn der Liebe des Vaters“ drückt eine Beziehung aus, die ewig ist. Diese hat Er nicht irgendwann geschenkt bekommen. Er hat sie immer gehabt als der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist.
Ich wüsste kein besseres Bild, um das besser zu verstehen, als Joseph in 1 Mose 37. Der Vater hatte ihn besonders lieb und ihm ein Gewand geschenkt. Er war der Sohn seines Alters, sagt dort die Schrift. Es existierte also eine enge Beziehung zwischen Jakob und seinem Sohn Joseph. Sie fand ihren Ausdruck in diesem schönen Gewand. Das ist ein schwaches Bild von dem, was der Herr Jesus für das Herz seines Vaters ist. Und unter genau diese Herrschaft des Herrn sind wir gekommen – unter eine Person, die der Sohn seiner Liebe ist. Er ist der volle Ausdruck der Liebe des Vaters. Christus ist der Mittelpunkt dieses Reiches. Alles in der Bibel strebt zum Herrn Jesus, und alles, was wir an Segnungen besitzen, findet in dem Herrn Jesus Grund und Ziel.
Ein zweiter Punkt kommt noch hinzu. Christus ist nicht nur der Mittelpunkt dieses Reiches, sondern auch der Maßstab für unsere Segnungen. Denn durch die Gnade haben wir teil an diesem Reich, sind mit Dem innig verbunden, der davon der Mittelpunkt ist. Das ist etwas, was uns glücklich zu machen vermag. Wenn wir ablesen wollen, welche Segnungen uns Gott geschenkt hat, müssen wir den Herrn Jesus anschauen als den Sohn seiner Liebe. Nur in Ihm können wir ablesen, was uns alles geschenkt worden ist. Das ist für den menschlichen Verstand nicht zu erfassen, aber wir können und dürfen es anbetend glauben.
Wenn der Sohn in solchen Beziehungen zum Vater steht, bedeutet das, dass wir in die gleichen Beziehungen gebracht worden sind (seine Gottheit natürlich ausgenommen). Der Herr Jesus sagt das in Johannes 15,9: „Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt.“ Und in Johannes 17,23: „… damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.“ Die Liebe des Vaters zum Sohn ist dieselbe, wie die Liebe des Vaters zu uns, seinen Kindern.
Haben wir nicht wirklich allen Grund, unserem Vater zu danken?

Christian Briem – Christus vor Augen

Sind wir von Jehovahs Liebe geliebt und ahmen wie Seine Liebe nach? Oder haben wir in einer der Kirchen nur etwas über Liebe gehört, und ahmen diese unvollkommene Form nach? Können wir auch, wie Jesus, sagen, dass wir die Gebote des himmlischen Vaters einhalten – oder haben menschliche Gebote das Ganze überdeckt? Worum dreht sich unser Leben – und was spiegelt sich dadurch wider?

Wessen Herde?

Und sie werden wissen, daß ich, Jehova, ihr Gott, mit ihnen bin, und daß sie, das Haus Israel, mein Volk sind, spricht der Herr, Jehova. Und ihr, meine Herde, Herde meiner Weide, ihr seid Menschen; ich bin euer Gott, spricht der Herr, Jehova.
Elberfelder 1871 – Hesekiel 34,30–31}}

Und sie sollen wissen, daß Ich, Jehovah, ihr Gott, mit ihnen bin, und sie, das Haus Israels, Mein Volk sind, spricht der Herr Jehovah. Ez 11,20; 36,38; 37,23; Jer 31,33. Und ihr seid Meine Herde, die Herde Meiner Weide, ein Mensch seid ihr; Ich bin euer Gott, spricht der Herr Jehovah. Ez 36,37; Ps 100,3; Joh 10,11f.
Tafelbibel – Ezechiel 34,30–31

 ‚Dann werden sie erkennen müssen, dass ich, ihr Gott Jehova, bei ihnen bin und dass sie, das Haus Israel, mein Volk sind‘, erklärt der Souveräne Herr Jehova.“ ‘  ‚Und ihr, meine Schafe, die Schafe, um die ich mich kümmere, ihr seid nur Menschen und ich bin euer Gott‘, erklärt der Souveräne Herr Jehova.“
neue Welt Übersetzung – 2018 – Hesekiel 34,30–31

Lesen Sie Johannes 10,1-18
1. Dieser Abschnitt enthält ein Gleichnis und dessen Erklärung. Welches ist nach ihrer Auffassung der Hauptpunkt des Gleichnisses?
Anmerkung: Christus ist der Einzige, der ein solches Interesse am Menschen hat, dass er sein Leben für ihn hingibt (Siehe auch Ps 100,3, Lukas 15,4-7; Röm 8,31-39; 1Petr 2,24-25).
2. Welches sind die Merkmale eines schlechten Hirten (Johannes 10,12-13)? Für wen könnt er repräsentativ sein?
Anmerkung: Er ist am Wohlergehen des einzelnen nicht interessiert. Er ist ein professioneller, und darum ist der Mensch für ihn nur Mittel zum Zweck. Deshalb läßt er den Menschen in seiner Not allein, sobald es Schwierigkeiten gibt.
Lesen Sie Hesekiel 34,31
Beachten Sie, was in diesem Abschnitt gesagt wird über:
– den schlechten Hirten – den schlechten Leiter
– den treuen Hirten – den guten Leiter
– die Schafe – die Art von Schafen, an welchen der gute Leiter interessiert ist.

Der Insider – Arbeitsbuch

Ein anderer großer Prophet, Jeremia, betonte ebenfalls die größere Produktivität des Landes bei der endgültigen Wiederherstellung. Nach Jeremia 31: 1–6 beabsichtigt er aufgrund der ewigen Liebe Gottes zu seinem Volk (Verse 1–3), es wiederherzustellen und wieder aufzubauen (Verse 4). Für Israel wird es wieder eine Zeit des Überflusses geben (Vers 5), und die Hügel von Ephraim werden mit dem Ruf widerhallen, zu kommen und Gott in Jerusalem anzubeten (Vers 6). Später, in derselben Passage, kehrte Jeremia in 31: 11–14 zum Thema zurück. Nach der Erlösung Israels (Vers 11) werden sie in das Land zurückgebracht, das eine Fülle hervorbringen wird (Vers 12) und allen Bewohnern des Landes Freude bereiten wird (Vers 13–14). Nach Jeremia nahm der nächste große Prophet, Hesekiel, das Motiv des Besitzes des Landes in Hesekiel 20: 42–44 auf. Israel soll gemäß den Verheißungen Gottes an die Vorfahren im Abrahamischen Bund (Vers 42) in ihr Land zurückgebracht werden. Israel wird sich von seinen Sünden der Vergangenheit abwenden und sie verabscheuen (Vers 43) und nun allein Gott dienen (Vers 44). Später, in Hesekiel 28: 25–26, wird Israel nach ihrer Wiedergeburt und Wiedererlangung das Land gemäß dem Abrahamischen Bund besitzen (Vers 25). Die Sicherheit, in der Israel leben und die Werke seiner Hände genießen wird, wird dann betont (Vers 26). Der Sicherheitsaspekt ist zusammen mit dem Element der Produktivitätssteigerung das Thema von Hesekiel 34: 25–31. Da es im Land keine wilden Tiere mehr geben wird, wird Israel in der Lage sein, das Land in völliger Sicherheit zu genießen (Vers 25). Die Regenfälle werden zur richtigen Zeit und in angemessenen Mengen (Vers 26) eintreten und die Produktivität steigern (Vers 27a). Israel soll nicht nur vor den wilden Tieren geschützt sein, sondern auch vor all seinen Feinden der Vergangenheit (Verse 27b – 28). Niemand wird kommen, um die Ernte zu zerstören (Vers 29). In jeder Hinsicht wird Israel zu Recht mit Gott verwandt sein und sein eigentümlicher Besitz sein (Verse 30–31). Dies ist auch nicht das Ende des Themas, wie der Prophet in Hesekiel 36: 8-15 fortfuhr. Trotz jahrelanger Verwüstung soll das Land wieder bestellt (Verse 8–9) und besiedelt werden; Das heißt, die Bewohner des Landes werden stark zunehmen (Verse 10–11). Israel wird das Land wieder besitzen (Vers 12), und die Produktion des Landes wird enorm sein (Vers 13–15). Später in dieser Passage ging der Prophet in Hesekiel 36: 28–38 weiter aus. Hesekiel erklärte, dass Israel aufgrund seiner Wiedergeburt (Vers 29) das Land wieder besitzen werde (Vers 28). Der Vorwurf Israels wird beseitigt (Vers 30), und Israel wird seine vergangenen Sünden verabscheuen (Vers 31). Es ist nicht zur Ehre Israels (Vers 32), dass die Wiedergeburt (Vers 33), der Besitz (Vers 34) und der Wiederaufbau des Landes (Vers 35) stattfinden, sondern es ist zur Ehre Gottes unter den Nationen (Vers 36). Was Israel betrifft, wird die Bevölkerung zunehmen und die verlassenen Orte werden wieder aufgebaut (Verse 37–38).

Israelologie: das fehlende Glied in der systematischen Theologie

Die Herde Gottes Wie die Kirche hat Israel eine Beziehung zwischen Hirten und Schafen zu Gott. Der einzigartige Hirte ist Gott, die Vielzahl der Hirten sind die jüdischen Führer und das Schaf oder die Herde ist Israel (Ps. 28: 9; 78:52; 80: 1). Ein Beispiel für diese Beziehung ist Jeremia 23: 1–4. Gott beschuldigt die jüdischen Führer (Hirten), die Zerstreuung Israels verursacht zu haben (zerstreue die Schafe von meiner Weide) und gibt ihnen die Schuld (Vers 1). Gott verkündet sein Gericht (Vers 2): Was sie der Herde angetan haben, wird er ihnen antun. In der Zwischenzeit beabsichtigt Gott, den Rest meiner Herde wieder zu sammeln und in das Land zurückzubringen (Vers 3). Zu dieser Zeit wird Gott Israel rechtschaffene Hirten geben, die die Herde mit Wissen und Verständnis ernähren und niemals schuldig sein werden, Israel in die Irre geführt zu haben (Vers 4). Der gleiche Punkt wurde früher in Jeremia 3:15 gemacht. An diesem Tag wird Gott selbst ihr oberster Hirte sein, der sich um sie kümmert, selbst wenn sie von menschlichen Hirten regiert werden (Jes 40,11; Jer 31,10). Eine ausführliche Behandlung dieses Motivs findet sich in Hesekiel 34: 1–31. Es ist eine Prophezeiung gegen die Hirten Israels, die Führung Israels, die schuldig ist, die Herde in die Irre geführt und die Herde nicht gefüttert zu haben, sondern sich frei von der Herde zu ernähren und sie schließlich zu zerstreuen (Verse 1–5). Gott wird nun die Hirten richten und sie werden aus der Führung entfernt (Verse 6–10). Die Schafe wird er von überall her sammeln, um sie ins Land zurückzubringen, und dort werden sie gefüttert, bewässert und geheilt (Verse 11–16). In Vorbereitung auf die endgültige Versammlung der Herde wird Gott die einzelnen Schafe richten und ein Teil der Herde wird wegen ihrer Sünden zerstört (Verse 17–22). Der Rest, der endgültig wiederhergestellt wird, wird einen menschlichen Hirten über sich haben, den auferstandenen König David (Verse 23–24; vgl. Hesekiel 37:24). Zu dieser Zeit wird die Herde in den Neuen Bund eintreten und die Früchte des Landes (Verse 25–29) in vollen Zügen genießen können, denn Israel ist die Herde Gottes (Verse 30–31). In Sacharja 11: 4–14 wird das Motiv in einer messianischen Rolle gesehen, da Sacharja die Rolle des guten Hirten spielt. Der Bericht beginnt mit einem Auftrag an Sacharja (Verse 4–6), die Herde des Schlachtens zu ernähren, eine Herde, die bereits zum Töten bestimmt ist (Vers 4). Die Besitzer der Herde töteten die Herde ohne Schuldgefühle und die Hirten der Herde empfanden kein Mitleid mit der Herde, die sie beschützen sollten (Vers 5). Als ob das nicht schlimm genug wäre, wird Gott auch sein Mitleid (Vers 6) aus dem Land entfernen und die Bewohner werden in die Hand seines Königs gegeben; Der König wird das Land schlagen und diesmal wird Gott nicht eingreifen. Es ist dieser Vers, der deutlich macht, dass die Herde die Bewohner des Landes oder das Volk Israel repräsentiert, während die sorglosen Hirten Israels Führer sind. In seiner neutestamentlichen Erfüllung sind die Besitzer die Römer und der König war der römische Kaiser. Im Jahr 70 verwüsteten die Römer das Land und in den folgenden Versen wird Sacharja erklären, warum dies geschehen durfte. Zacharias führte seinen Auftrag aus (Verse 7–11) und fütterte die Schlachtherde mit besonderem Schwerpunkt auf den Armen der Herde (Verse 7a). Die Herde des Schlachtens repräsentiert ganz Israel, während die Armen der Herde den Überrest Israels repräsentieren. Als der Messias kam, diente er der gesamten Nation mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem gläubigen Überrest. Um seinen Auftrag auszuführen, benutzte Sacharja zwei Dauben (Vers 7b). Einer nannte er Schönheit, was „Gnade“ bedeutet, und der andere nannte er Bands, was „Bindemittel“ oder „Vereinigung“ bedeutet. Ersteres sollte die Herde schützen, während letzteres die Herde zusammenhalten sollte. So erfüllte Sacharja seine Mission: Ich fütterte die Herde. So auch der Messias (Mt 9,35-36). Während der Fütterung der Herde musste Sacharja die drei Hirten, drei Kategorien jüdischer Führer, abschneiden, weil er ihrer müde war und sie Sacharja verabscheuten (Vers 8). Im neutestamentlichen Kontext wären dies die Pharisäer, Schriftgelehrten und Sadduzäer. Irgendwann kam es zu einem plötzlichen Ende der Fütterung (Vers 9) und es kam zu einem Bruch zwischen dem guten Hirten und der Herde, und die Herde wurde dem natürlichen Verlauf der Ereignisse überlassen, ohne dass der Hirte sie störte. In seiner Erfüllung im Neuen Testament fand dieses Ereignis in Matthäus 12: 22–45 statt, als die Führung Israels das Messiasschiff Jesu ablehnte. Dieser Bruch führte zum Brechen der Schönheit (Vers 10). Der Schutz der Herde wurde nun aufgehoben und der Bund, den Gott mit den Nationen der Heiden geschlossen hatte, die Israel beschützten, wurde gebrochen. Diese Nationen könnten nun die Herde zerstören und zerstreuen. Das Gegenstück zum Neuen Testament ist Matthäus 24: 1–2, Lukas 19: 41–44 und 21:24. Die Handlung und Bedeutung des Brechens der Schönheit wurde nur von den Armen der Herde verstanden (Vers 11). Sie achteten darauf, was der gute Hirte zu sagen hatte, denn sie wussten, dass es das Wort Jehovas war.

Israelologie: das fehlende Glied in der systematischen Theologie

Jehovah – der Geist???

Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.
Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde (O. in dasselbe Bild) von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist.
Elberfelder Bibel 1905 – 2 Korinther 3,17–18

Denn der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Joh 4,24; 8,36; 1Joh 5,7; 1Kor 15,45.
Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht wie im Spiegel die Herrlichkeit des Herrn, indem wir selbst von Herrlichkeit zu Herrlichkeit zu demselben Bilde umgestaltet werden, als vom Herrn, Welcher der Geist ist. 2Kor 3,12.13; 4,4; Röm 8,29f; 1Kor 13,12.
Tafelbibel – 2 Kor 3,17–18

Mit Gott ist hier jetzt die Power von Gott gemeint, sein Geist. Wenn der in uns wohnt, haben die alten Gesetze nichts mehr zu sagen. Als Christen sind wir so eine Art Spiegel für dieses Leuchten von Gott. Und seine Power sorgt dafür, dass man dieses Leuchten bei uns immer besser sieht.
VolxBibel – 2 Kor 3,17–18

2 Kor 3:17 : Paulus bediente sich einer Standardmethode der jüdischen Auslegung, um Entsprechungen zwischen den handelnden Personen beim ersten Geben des Gesetzes und im neuen Bund herauszuarbeiten: Dem »Herrn« in der Passage aus 2. Mose entspricht in heutiger Zeit der »Geist«.
2 Kor 3:18 : Bei den Griechen kursierten viele Geschichten über Leute, die »verwandelt« oder »verklärt« wurden, allerdings waren die griechischen Philosophen der Ansicht, dass die Verwandlung in göttliches Wesen nur durch die Betrachtung göttlicher Dinge geschehen könne. In den Schriftrollen vom Toten Meer ist es der Gerechte, der die göttliche Herrlichkeit widerspiegelt. Der Apostel bezog sich in seinen Ausführungen zwar häufig auf solche, für die Kultur seiner jeweiligen Leser relevanten Bilder und Vorstellungen (mit Ausnahme der Vorstellung der Vergöttlichung), doch in diesem Fall geht es ihm, wie der Kontext nahe legt, schlicht und einfach um die Herrlichkeit Gottes, die sich im Antlitz von Mose spiegelte. Die Menschen, die unter dem neuen Bund stehen, erblicken die Herrlichkeit Gottes sogar noch unmittelbarer, als es Mose möglich war ( 2.Mose 33,20 ); deshalb sind sie wie jener verwandelt worden, sodass sie nun – durch den Geist – die Herrlichkeit Gottes spiegeln.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Es liegt im Wesen jeder Segnung von oben, dass sie Christus mehr und mehr in den Mittelpunkt unseres Lebens rückt. Als Haupt seines Leibes soll Er uns als seinen Gliedern so groß und herrlich werden, dass unser Leben anfängt, die Frucht seines Wirkens und der Abglanz seines Angesichts zu sein.
Im Umgang mit Ihm stehend, lernen wir, alles von Ihm zu erwarten, alles in Ihm zu finden, alles mit Ihm zu durchleben. Ob Er uns beiseite nimmt und in die Stille führt, oder ob Er uns seine Herrlichkeit auf verhüllten Leidens- und Segenswegen offenbart, alles geschieht zu dem einen Zweck, dass Er groß werde in unserem Leben. Denn unser Vertrauen zu Ihm kann nicht größer sein, als unser inneres Schauen und Erkennen ist.
Daher ließen auch einst z. B. die Endor-Stunden die Jünger tiefer als je hineinschauen in die Herrlichkeit ihres Meisters. In der Verklärung sahen sie Ihn, wie ihr Auge Ihn noch nicht gesehen hatte. Durch diese Offenbarung sollte in ihrer Seele ein Vertrauen geweckt werden, wie sie es bis dahin nicht besessen hatten. Denn auf diesem Wege allein erschließt sich dem Glauben mehr und mehr jenes Geheimnis, dass „seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zur Gottseligkeit dient.“ Wir können nur in soweit Ihm vertrauen, als Er durch seine Offenbarung in uns hat Vertrauen wecken können. Es ist daher dem Heiligen Geist auch heute wieder ganz besonders darum zu tun, dass Christus verklärt werde im Herzen und Leben der Glaubenden. Die große Mission des Geistes innerhalb der Gemeinde und deren einzelnen Glieder verfolgt unentwegt dieses Ziel. Er will uns tiefer als je zuvor hineinschauen lassen in die Herrlichkeit und Lebensfülle unseres erhöhten und doch gegenwärtigen Herrn. Denn das Anschauen seiner Herrlichkeit mit unverhülltem Angesichte bedeutet Leben für uns und Heil für die Welt. Wer einen großen Retter kennt, ist auch zu einer großen Rettungsarbeit fähig. Geht doch heute die ganze Sehnsucht der Welt dahin, nicht große Jünger, wohl aber in den Jüngern einen großen Retter zu sehen. Sie sehnt den herbei, der nicht nur ihre Schuld aufzudecken, sondern auch zu vergeben vermag. Das ist jedoch allein Christus, der größer ist als die Schuld der Welt. Von Christus her ist allein Hoffnung auch für die Welt in ihrem Sterben. Wo Er sprechen kann, entsteht Licht, wo Er handeln kann, erwacht neues Leben.

Jakob Kroeker – Er sprach zu mir

Beschäftige dich nicht so sehr mit den Wirkungen des Geistes in dir, sondern lieber mit dem Werk des Herrn Jesus, das für dich geschehen ist. Es ist die Absicht des Heiligen Geistes, die Blicke auf Christus zu lenken: auf das, was Er getan hat, und auf Ihn, wie Er heute in der Herrlichkeit ist.
Du brauchst einen Gegenstand für dein Herz! Wenn du selbst dieser Gegenstand bist, dann drehst du dich wie ein Kreisel um dich selbst und kommst nie aus dem Dilemma heraus. Denn keiner kann sich selbst aus dem Sumpf ziehen. Der Geist Gottes will, dass du an Jesus denkst, der für dich im Himmel lebt. Wenn du auf Ihn siehst, erkennst du nicht nur, wie du leben sollst, sondern du wirst auch in sein Bild verwandelt (2 Korinther 3,18). Dann versuchst du nicht mehr fieberhaft, dich zu verändern, sondern du wirst verändert. Der Heilige Geist wirkt in dir und trägt den Sieg über das Fleisch, die sündige Natur, davon (Gal 5,17). So erfährst du, dass das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus stärker ist als das Gesetz der Sünde und des Todes (Röm 8,2).
In solch einem Klima, das von der Person des Herrn geprägt wird, können Glaubenszweifel nicht gedeihen. Sie verkümmern und verschwinden. Ein freudiges und kraftvolles Christenleben beginnt sich zu entwickeln.
Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist. (2 Korinther 3,18)

Gerrid Setzer – Anker der Seele

So wie Mose eine Zeitlang die Herrlichkeit widerspiegelte, die er am Sinai erblickte, als Gott sich Mose auf größere Weise offenbarte, können die heutigen Gläubigen auch die Herrlichkeit des Messias widerspiegeln, der gemäß 2 eine noch größere Manifestation der Schechina-Herrlichkeit war Korinther 3: 12-18: Wenn wir also eine solche Hoffnung haben, sprechen wir sehr kühn und sind nicht wie Mose, der einen Schleier auf sein Gesicht legt, dass die Kinder Israel nicht unerschütterlich auf das Ende dessen schauen, was war vergehen: aber ihre Gedanken waren verhärtet; denn bis zum heutigen Tag beim Lesen des alten Bundes bleibt derselbe Schleier übrig, und es wird ihnen nicht offenbart, dass er in Christus beseitigt ist. Aber bis zum heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, liegt ein Schleier auf ihrem Herzen. Aber wenn es sich an den Herrn wendet, wird der Schleier weggenommen. Jetzt ist der Herr der Geist. Und wo der Geist des Herrn ist, ist Freiheit. Aber wir alle verwandeln uns mit einem unverhüllten Gesicht, das wie in einem Spiegel die Herrlichkeit des Herrn sieht, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in dasselbe Bild, wie vom Herrn, dem Geist. Die Bilder stammen aus der Darstellung der Reflexion von Gottes Herrlichkeit durch das Gesicht von Moses. In den Versen 12–13 wird darauf hingewiesen, dass Moses Gesicht verhüllt war, damit das Verblassen der Herrlichkeit nicht gesehen werden sollte. In den Versen 14–15 bleibt dieser Schleier immer noch bestehen, denn Israel hat nicht gesehen, dass die Dispensation des Gesetzes vergangen ist. In den Versen 16–17 wird der Schleier nur dann aus den jüdischen Augen entfernt, wenn sie sich vom Gesetz zu Jeschua, dem Messias, wenden. Als sich Mose vom Volk zum Herrn abwandte, wurde der Schleier entfernt. Auf die gleiche Weise wird auch dieser Schleier entfernt, wenn sich der Jude vom Gesetz zu Jeschua, dem Messias, abwendet. Dann befasst sich Paulus in Vers 18 mit der Reflexion der Shechinah-Herrlichkeit durch die Gläubigen. Der Gläubige betrachtet die Herrlichkeit des Herrn mit einem unverhüllten Gesicht und verwandelt sich von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in dasselbe Bild. Die Herrlichkeit, die im Messias gesehen wird, schafft eine ähnliche Herrlichkeit im Gläubigen. Es ist Jesus, der die Shechinah-Herrlichkeit besitzt, aber der Gläubige soll die Herrlichkeit des Messias in sich selbst widerspiegeln. Während bei Moses die Reflexion durch das Leuchten seines Gesichts gesehen wurde, ist im Fall des Gläubigen die Reflexion in der Umwandlung des Lebens des Gläubigen in ein Leben mit spirituellem Charakter zu sehen. Wie im Fall der Hesekiel-Passagen ist die Schechina-Herrlichkeit in dieser Passage mit dem Heiligen Geist verbunden, denn die Mittel der Spiritualität bestehen darin, vom Heiligen Geist erfüllt oder kontrolliert zu werden.

Fruchtenbaum – messianische Studien

Das Tetragramm im Neuen Testament.
Schließlich nimmt das Problem des Namens Gottes in der B’rit Hadashah eine weitere Dimension der Unsicherheit an. Dort ist das griechische Wort kurios häufig mehrdeutig. Es kann „Herr“, „Herr“ (wie in „Herr des Herrenhauses“), „Herr“ (mit göttlichen Obertönen) und „Yud-Heh-Vav-Heh“ bedeuten. Die meisten Übersetzungen, bei denen Kurios immer als „Herr“ bezeichnet werden, verfeinern die Frage, wann es „Yud-Heh-Vav-Heh“ bedeutet. Das CJB und das jüdische Neue Testament tun dies nicht – in Übereinstimmung mit dem in Abschnitt II genannten Prinzip, dass Übersetzer die wahre Bedeutung eines Wortes bestimmen und diese Bedeutung klar wiedergeben sollten, anstatt die Unbestimmtheit von einer Sprache in eine andere zu übertragen, das Wort „ADONAI Wird in der B’rit Hadashah überall dort verwendet, wo ich als Übersetzer glaube, dass „kurios“ die griechische Darstellung des Tetragrammatons ist. An mehreren Stellen bringt dieser Ansatz eine wichtige theologische Frage, die das messianische vom traditionellen Judentum trennt, in kühne Erleichterung, nämlich ob ADONAI Jeschua, den Messias und / oder den Heiligen Geist einschließen kann. Philipper 2: 10–11 informiert uns darüber, dass der Tag kommt, an dem „jedes Knie sich beugt… und jede Zunge anerkennt, dass Jeschua, der Messias, Kurios ist“. Da in dieser Passage Jesaja 45:23 zitiert wird, in der ausdrücklich angegeben ist, dass sich jedes Knie vor ADONAI beugen wird, wird kurios hier mit „ADONAI“ übersetzt. In 2. Korinther 3: 16–18 spielt Sha’ul (Paulus) schriftlich auf Exodus 34:34 an: „Wenn sich jemand an ADONAI wendet, wird der Schleier weggenommen“; dann weist er ausdrücklich darauf hin, dass „ADONAI“ in diesem Text den Geist bedeutet, und verwendet den Ausdruck „ADONAI der Geist“.

Vollständige jüdische Bibel