Schlagwort: Jehova

ἄλφα καὶ τὸ ὦ

Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende, spricht Gott, der Herr, welcher ist, und welcher war, und welcher kommen wird, der Allherrscher!
van Ess 1858 – Offenbarung 1,8

Ich bin das Alpha und das Omega, (Alpha und Omega (A und O) sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets) spricht der Herr, Gott, (W. der Herr, der Gott) der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.
Elberfelder 1871 – Offenbarung 1:8

Ich bin das A und das O, sagt Gott der Herr, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige. (Off 22:13; Jes 41:4) A und O sind der erste und der letzte Buchstabe im gr. Alphabet.
Zürcher 1931 – Offb 1,8

«Ich, Ich bin das Alpha -Jes 41,4; 44,6; 48,12; V. 11 17; Offb 2,8; 21,6; 22,13- und das Omega», sagt der Herr, der Seiende und der «Er war» und der Kommende, der Allmächtige -V. 4; Offb 4,8; 11,17; 16,5-.
Abraham Meister – Offb 1:8

Ἐγώ εἰμι τὸ ἄλφα καὶ τὸ ὦ, λέγει κύριος ὁ θεός, ὁ ὤν καὶ ὁ ἦν καὶ ὁ ἐρχόμενος, ὁ παντοκράτωρ.
Von Soden 1913 – Offb 1,8

Ich bin das Alpha und das Omega, sagt JHWH (Herr) , der Gott, Der Ist (Seiende) und Der War (Gewesene) und Der Kommen Wird (Kommende), der Allmächtige (Zebaot).
offene Bibel – Offb 1,8

„Ich bin das Alpha und das Omega“, spricht Jehova Gott, „[der,] der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.“
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Offenbarung 1:8

Spricht diese Stelle vom Vater oder vom Sohn? Hierüber streiten sich die Ausleger. Schauen wir uns unterschiedliche Ansichten an:

Der Prolog endet mit einer klaren Aussage über Gottes Macht. Gott nennt sich selbst „das Alpha und das Omega“, was auf den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets verweist. Am Anfang und am Ende des Buches nimmt Gott diesen Titel für sich in Anspruch (vgl. 21,6). Er regiert über die ganze Geschichte von Anfang bis Ende, und wenn er über den Anfang und das Ende herrscht, dann herrscht er auch über alles dazwischen. Die Kirche, die unter der Knute des Römischen Reiches litt, konnte nicht behaupten, dass Gott sie verlassen hätte oder dass seine Herrschaft beeinträchtigt worden wäre. Er herrscht über jeden Teilchen und jeden Fleck der Geschichte und ist und bleibt ewig Gott.

Johannes wiederholt dann die Worte, die in 1:4 über Gott gesagt werden: der, der ist, der war und der kommen wird. Er ist in jedem Moment, dem diejenigen, die zu ihm gehören, gegenüberstehen, der mächtige Gott. Es gab nie eine Zeit, in der er nicht der höchste Herr über alles war, und es gibt keine Chance, dass die Geschichte sich seiner Kontrolle entziehen könnte. Er kommt durch seinen Sohn, Jesus Christus, um das Reich Gottes zu bringen.

Gläubige können sich dieser Rechtfertigung sicher sein, weil Gott „der Allmächtige” ist. „Allmächtig” (pantokratōr) in der LXX ist meistens eine Übersetzung des hebräischen Begriffs für „Herr der Heerscharen” und bezieht sich auf Jahwe als den Herrn der himmlischen Heerscharen. Nach dem Zeugnis des Alten Testaments herrscht Jahwe im Himmel und auf Erden. Im Buch Hiob wird der Begriff „Allmächtiger“ oft als Übersetzung von shadday verwendet (Hiob 11,7; 22,17, 25; 23,16; 27,2; 34,12; 35,13). Shadday wird von Alttestamentlern normalerweise als Hinweis auf Gottes Macht und Stärke verstanden, daher passt die Übersetzung in der Septuaginta gut. Der Hintergrund in Hiob ist wichtig, da Gott inmitten von Hiobs großem Leid als der Allmächtige bezeichnet wird. Johannes erklärt hier, warum Gott über die Geschichte herrscht. Er ist der allmächtige Gott, der immer seine Ziele und Pläne erfüllt, sodass nichts und niemand seine Absichten vereiteln kann.

Antwort
Drei Themen sollten hier hervorgehoben werden. Erstens die Souveränität Gottes, zweitens die zentrale Stellung Jesu Christi und drittens die Gnade und der Friede, die für die Gläubigen bestimmt sind. Die Souveränität Gottes durchzieht diese Verse, sodass die Leser inmitten ihres Leidens die Gewissheit haben, dass sie in seinen liebevollen Händen sind. Er verlässt sein Volk niemals, sondern wird seine Absichten trotz des schrecklichen Bösen, das ihr gegenwärtiges Dasein kennzeichnet, verwirklichen. Die Souveränität Gottes gibt den Gläubigen die Gewissheit, dass sein Reich kommen und sein Wille geschehen wird. Die Tränen und Seufzer dieser gegenwärtigen bösen Zeit werden nicht ewig andauern, noch werden die Gottlosen bestehen bleiben. Welche Zuversicht und welches Vertrauen sollten Gläubige haben, wenn sie sich auf die Güte und Stärke desjenigen verlassen, der über die Geschichte herrscht, des allmächtigen Gottes, des Alpha und Omega, der ist und war und kommen wird!
Zweitens sehen wir die zentrale Bedeutung von Jesus Christus. Das Buch ist eine Offenbarung Jesu Christi. Er ist für Christen das Vorbild schlechthin für jemanden, der als treuer Zeuge gelitten hat. Gottes Souveränität über die Welt kommt in Jesus zum Ausdruck, denn er hat den Tod besiegt und herrscht über jeden König, Kaiser, Premierminister und Präsidenten. Er wird bald kommen und sein Reich errichten. Ist sein Kommen eine gute Nachricht? Für Gläubige ist es das, denn Jesus Christus ist auch ihr Erlöser. Gläubige können zuversichtlich sein, dass sie sich an der neuen Schöpfung erfreuen werden und nicht aus der kommenden Stadt vertrieben werden. Johannes erinnert die Christen daran, dass sie von Jesus Christus geliebt werden, wie es sich in der Vergießung seines Blutes gezeigt hat. Jesus gab sein Leben, um uns von unseren Sünden zu befreien. Durch das Sühneopfer Jesu Christi befleckt oder verunreinigt uns das Böse, das wir getan haben, nicht mehr. Und Johannes hört damit nicht auf. Wir sind zu einem bestimmten Zweck befreit worden. Die Rolle, die für Adam und Eva vorgesehen war, gehört uns durch Jesus Christus. Wir sind Könige und Priester durch Jesus Christus, und so ist Gottes Reich, auch wenn es für die Welt unsichtbar ist, jetzt in der Kirche Jesu Christi gegenwärtig.
Drittens können wir dank der Souveränität Gottes und dem Wirken Jesu Christi und des Heiligen Geistes jetzt Gnade und Frieden genießen. Wir erleben die Gnade Gottes, wenn wir seine Liebe zu uns in Jesus Christus erkennen. Da er uns von unseren Sünden befreit hat, wird er uns keine Gabe vorenthalten. Er hat die Kontrolle über unser Leben und die gesamte Geschichte. Er weiß, was wir verkraften können, und gibt uns die Kraft, uns allem zu stellen, was auf uns zukommt. Deshalb genießen wir seinen Frieden, weil wir wissen, dass alles gut ausgehen wird und dass Gott in Jesus Christus immer für uns da ist.

Schreiner – ESV Expository Commentary} – Hebrews–Revelation

Das Vorwort der Offenbarung gipfelt schließlich in einem Vers, dessen Sprecher Gott selbst ist (sonst nur noch 21, 5–8): [8] Idi bin das Alpha und das O, spricht der Herr, Gott, der Seiende und der da war und der Kommende, der Allgewaltige. Beide Vershälften laufen parallel, beginnen jeweils mit dem machtvollen Hereintreten der Gottesgegenwart und entfalten diese im Zweizeitenschema55, das uns schon in Vers 4 beschäftigte. In 22, 13 erklingt ein ganz ähnliches Wort aus dem Munde Jesu. Diese Gemeinsamkeit Jesu Christi mit Gott dem Herrn bis in die höchsten Namen und Ehren ist für Johannes nicht verwunderlich. Christus vertritt Gott ganz und gar. Gott hat Christus zu seinem Bevollmächtigten in jeder Hinsicht eingesetzt (Jo 3, 35). Johannes ergänzt also das paulinische „Gott war in Christus“ (2 Ko 5, 19): Er i s t und w i r d sein in Christus. Indem wir das hören und in einem feinen und guten Herzen behalten, mag die Auslegung des Buches beginnen.

Wuppertaler Studienbibel

Ist dir klar, dass Gottes Wort den Herrn Jesus Christus klar und eindeutig als den Ersten und den Letzten (Alpha und? Omega) bezeichnet, und dass er niemand anderer als Jehova, der allmächtige Gott ist?”
(Alpha und Omega bedeuten “das Erste und das Letzte”, weil sie der erste bzw. letzte Buchstabe des griechischen Alphabets sind.)

June Hunt – Schlüssel zur biblischen Seelsorge

Ich bin das A und das O, sagt der Herr Gott, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über alles. Ihren Grund und ihre Wahrheit erhält diese Verheißung einzig durch Gottes Hoheit, nicht in dem, was sichtbar ist, weder im Erfolg der irdischen Arbeit Jesu noch in den Erträgen der Arbeit, die die Christenheit tut, sondern einzig darin, daß Gott der Erste und der Letzte, der Anfangende und der Abschließende, der Schöpfer und der Vollender ist. Das verschafft dem, den er sandte und erhöhte, den Sieg über die Welt und macht, daß seine Offenbarung das Ziel der Weltgeschichte ist. Zum Namen Gottes, der schon in V. 4 gebraucht war, fügt Johannes hier noch den anderen Namen „Herrscher über alles, Allmächtiger“ hinzu. Diesen Namen verwendeten die griechisch redenden Juden an Stelle von Zebaoth. Das hebräische Wort beschreibt Gott als den Herrn der himmlischen Heere, das griechische als den, der alles, was besteht, regiert und mit seinem Willen und seiner Macht alles umfaßt. Darin ist begründet, daß uns und allem Geschaffenen in der herrlichen Offenbarung Jesu das Ziel gegeben ist, dem wir entgegengehen.

Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament

Hier wechselt nun der Sprecher. Der Herr Jesus stellt sich als »das Alpha und das Omega« vor (Alpha und Omega sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets), als »Anfang und das Ende« (Schl 2000).4 Er steht über Zeit und Ewigkeit, und alle noch so vortrefflichen Worte reichen nicht, um ihn zu beschreiben. Er ist der Ursprung und das Ziel der Schöpfung. Er hat mit der Durchführung des göttlichen Plans für die Welt begonnen und wird ihn auch zu Ende führen. Er »ist«, er »war«, und er »kommt« – ewig von seinem Wesen her und »der Allmächtige« hinsichtlich seiner Vollmacht.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Die Leser werden dazu aufgefordert, nach Christus Ausschau zu halten, denn er kommt, wie es für sein zweites Kommen vorhergesagt ist, mit den Wolken (vgl. Apg 1,9-11 ). Es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben. Obwohl die Leute, die Jesus Christus ermordet und verworfen haben, nun schon lange tot sind und erst nach dem Tausendjährigen Reich wiederauferweckt werden, wird der gläubige Rest von Israel Christus „ansehen, den sie durchbohrt haben“ (Sach 12,10). Dieser gottesfürchtige Rest repräsentiert das ganze Volk Israel.
Christi Wiederkunft wird sich jedoch nicht nur vor den Augen der Israeliten, sondern vor den Augen der ganzen Welt, auch der Ungläubigen, vollziehen im Gegensatz zu seinem ersten Kommen in der Geburt in Bethlehem und im Gegensatz zu der Entrückung der Kirche, die wahrscheinlich nicht für die ganze Welt sichtbar sein wird. Das Präsens in der Wendung „er kommt“ (Offb 1,7) verweist auf die künftige Entrückung der Kirche (Joh 14,3). Wieder fügt Johannes das Wort „Amen“ an. Sein Grußwort schließt mit dem Hinweis auf Christus, den Ewigen, das A und das O (der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets; vgl. auch Offb 21,6;22,13 ). Er ist derjenige, der da ist und der da war und der da kommt (vgl. Offb 4,8;11,17 ), der Allmächtige. Das griechische Wort für „Allmächtiger“, pantokratOr, kommt zehnmal im Neuen Testament vor, davon neunmal in der Offenbarung ( 2Kor 6,18; Offb 1,8;4,8;11,17;15,3;16,7.14;19,6.15;21,22 ). Schon in diesen ersten Versen wird damit auf die wichtigste Offenbarung des ganzen Buches Bezug genommen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Johannes hält in diesem Zusammenhang ein Wort Gottes selbst fest und gibt es weiter:
a) »Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende«:
A und O, Alpha und Omega, sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Gott hat das erste Wort über dieser Erde gesprochen: »Es werde!« Und er hat und spricht auch das letzte Wort.
b) »Der da ist und der da war und der da kommt«:
Menschliche Herren kommen und gehen. Gott war immer und wird immer sein. »Er kommt«: Er ist immer im Kommen, immer in einer gewaltigen Bewegung in die Zukunft. Ihm gehört die Zukunft. Er ist immer schon in ihr, bevor wir in sie eintreten. (Vgl. das zu Offb 1,4 Gesagte).
c) »Der Allmächtige«: Gottes Größe, Gottes Zeit, Gottes Macht haben keine Grenzen. Er ist der »Allmächtige«, der »Pantokrator«, der »Allherr«. Wenn die durch Jesus an den lebendigen Gott Glaubenden nicht auf sich selbst, nicht auf die Mächtigen der Welt, nicht auf den Wogengang der Weltgeschichte schauen, sondern vertrauend den Blick aufheben zu ihrem großen und treuen Herrn und Gott, vermag ihnen das eine große Gewissheit und Unbeirrbarkeit zu geben (vgl. Ps 93,4; Mt 14,28-31). Und da unser Herr Jesus sagen konnte: »Ich und der Vater sind eins« (Joh 10,30), ist auch er gleicherweise »A und O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende« (Offb 22,13). Am Anfang der Offenbarung steht, dass der Vater A und O ist, an ihrem Schluss, dass auch der Sohn A und O ist.

Gerhardt Maier – Edition C

Gott stellt sich im ersten Kapitel der Offenbarung als der, der ist und der war und der kommt, vor (Offb 1,4). Mit anderen Worten wird hier nicht nur der Gottesname aus 2. Mose 3,14 beschrieben. Diese Bezeichnung trifft genauso für den treuen Zeugen, den Sohn Gottes, Jesus Christus, zu. In Hebräer 13,8 wird uns dieselbe Tatsache mit anderen Worten bestätigt: „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.“
In Offenbarung 1,8 bezeichnet sich Gott das zweite Mal als der, der ist und war und der kommt. Interessanterweise steht diese Bezeichnung in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Wiederkunft Christi (Offb 1,7–8):
Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, die ihn durchstochen haben, und wehklagen werden seinetwegen alle Stämme des Landes. Ja, Amen. Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.
Johannes schreibt hier nicht nur dasselbe, wie der Prophet Sacharja (Sach 12,10). Wir sehen auch dieselbe göttlich inspirierte Gedankenführung wie bei dem Propheten in der Offenbarung. Zuerst ist hier von Christus in der dritten Person die Rede (er kommt), bevor Gott, der Herr, sich in der ersten Person als der Kommende bezeichnet. Als Schluss ergibt sich daraus, dass in dem wiederkommenden Christus Gott der Herr selbst kommt. Dies wird noch durch eine andere Beobachtung an diesem Vers unterstrichen. Der Herr, Gott, nennt sich hier das Alpha und das Omega. Mit dem ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabetes ist der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende, gemeint (vgl. Offb 22,13). Nur einige Verse nach dieser Selbstvorstellung Gottes stellt sich der erhöhte Christus (Offb 1,17) als der Erste und der Letzte vor. Er bezieht diesen Titel Gottes auf sich und stellt einen direkten Bezug zu der Stelle aus Jesaja 44,6 her: „So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.“ Auch der Gemeinde in Smyrna stellt sich Christus mit seinem göttlichen Titel als der Erste und der Letzte vor (Offb 2,8). Die Gottheit Jesu wird in diesem ersten Kapitel noch durch eine weitere Bezeichnung hervorgehoben. In V. 18 ist er der, welcher lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. In V. 6 wird Christus ebenfalls als der vorgestellt, welcher die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit hat. In Offenbarung 4,10 und 10,6 ist es Gott, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Genauso lesen wir in Offenbarung 7,12 von Gottes Macht, die von Ewigkeit zu Ewigkeit ist. Und schließlich gehört sowohl dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offb 5,13).

Johannes Pflaum – Ist Jesus Christus Gott? Was lehrt die Heilige Schrift?

Alpha ist der erste Buchstabe des griechischen Alphabets und Omega der letzte; einer ist der Anfang und der andere das Ende des griechischen Alphabets. Deshalb sind die Ausdrücke „das Alpha und das Omega“ und „der Erste und der Letzte“ und „der Anfang und das Ende“ gleichen Charakters und bedeuten ein und dasselbe. Sie werden auf Jehova Gott angewandt, ln Jesaja 44:6 (AS) heißt es: „So spricht Jehova, der König von Israel, und sein Erlöser, Jehova der Heerscharen: ich bin der Erste und ich bin der Letzte; und außer mir gibt es keinen Gott.“ Offenbarung 1:8 (NW) nimmt diesen in Jesaja ausgedrückten Gedanken auf und fügt diesem noch hinzu, daß Jehova kommt: „‚Ich bin das Alpha und das Omega‘, sagt Jehova Gott, ‚der Eine, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige‘ “.
Daß nun gerade der Vers, der Offenbarung 22:13 vorausgeht, von jenem „Alpha und Omega“ als kommend spricht, hat nicht notwendigerweise die Bedeutung, daß es sich auf Christus Jesus bezieht, dessen zweites Kommen häufig erwähnt wird. Offenbarung 1:8 zeigt Jehova als kommend, und auch bei Offenbarung 22:12 mag dies der Fall sein. Er kommt, vertreten durch Christus Jesus. Offenbarung 4:8 spricht von Jehova als kommend und Offenbarung 21 zeigt seine Gegenwart unter den Menschen. „Siehe! Das Zelt Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. . . . Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Jedem, der Durst hat, will ich umsonst von der Quelle des Wassers des Lebens geben. Jeder, der überwindet, wird diese Dinge ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.“ (Verse 3, 6, 7) Dies bezieht sich ganz bestimmt auf Jehova Gott, denn er ist den gesalbten Leibesgliedern Christi Gott, und sie sind ihm geistige Söhne. Sie sind Christi Brüder, nicht Söhne; deshalb spricht der Text von Jehova und nennt ihn „das Alpha und das Omega“. Warum sollte also, wenn das Alpha und das Omega gleich im nächsten Kapitel wieder erwähnt werden, dieser Ausdruck anstatt auf Jehova Gott plötzlich auf Christus Jesus angewandt werden? Dies ist nicht so.

Wachtturm 1.März1953

Der Tag der Buße und Errettung der gläubigen Juden ist jedoch ein Tag des ernsten Gerichts für die anderen. „Siehe, er kommt mit den Wolken“. Das erinnert uns an die Worte, die sicher nicht als Verheißung gegeben wurden, zu Kajaphas und dem Rat, die die ungläubige Masse der Menschen repräsentieren. „Von jetzt an werdet ihr den Sohn des Menschen zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“ (Mt 26,64). Es ist aber auch nicht nur für die Juden ein ernstes Ereignis. Er wird zu den Ungläubigen auf der ganzen Welt kommen „in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung gibt denen, die Gott nicht kennen, und denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus [Christus] nicht gehorchen“ (2 Thessalonicher 1,8).
„Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“ (V. 8)
Es ist nicht Christus, der spricht, sondern Gott, der Herr, der Allmächtige. Nun, die Namen Gottes werden nicht willkürlich verwendet, sondern sind Titel, die zu dem Wesenszug passen, in dem Er in diesem Moment handelt. Im zwischenmenschlichen Umgang kennt jeder Unterschiede bei der Anrede je nach Art der Beziehung, die die Personen zueinander haben. Man stelle sich zum Beispiel zwei Brüder im britischen Parlament vor, der eine ist z. B. Stadtverordneter eines Bezirks. Im familiären Umgang nennen sie sich beim Vornamen. Bei der Arbeit wird der eine den anderen mit „euer Gnaden“ ansprechen. Im Unterhaus würden sie sich beide mit „Herr Abgeordneter“ anreden. Jeder Titel hat seinen eigenen Platz, und passt nur zu dieser Position und zu keiner anderen. Jeder kann daher aus der Anrede erkennen, ob der andere seinen Bruder als Bruder, Stadtverordneten oder Mitglied des Parlaments anspricht. Die Schrift ist ganz gewiss nicht weniger genau in dem Gebrauch von Titeln Gottes als die Menschen bei dem Gebrauch der Anrede untereinander.
Es ist eine wichtige Feststellung, dass viele der Titel, die Gott in diesem Buch gegeben werden, nirgendwo sonst im Neuen Testament gefunden werden, jedoch immer wieder im Alten Testament auftauchen. So steht zum Beispiel der Name „Allmächtiger“ in keinem andern Buch des Neuen Testaments, mit Ausnahme eines Zitats. Die Bezeichnung „Herr, Gott“, die oft in der Offenbarung verwendet wird, findet sich an keiner weiteren Stelle des Neuen Testaments, außer es handelt sich um Zitate aus dem Alten Testament oder um Prophezeiungen, wie Sacharjas Vorhersage über Israel, die durch und durch alttestamentlichen Charakter haben und zum großen Teil aus Zitaten des Alten Testaments bestehen.
Was bedeutet nun das Verlassen der neutestamentlichen Formen der Anrede Gottes und die Rückkehr zu alttestamentlichen Titeln? Diese Namen haben eine Bedeutung. Gott sagte zu Mose: „Ich bin der HERR. Und ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als Gott, der Allmächtige; aber mit meinem Namen HERR habe ich mich ihnen nicht kundgegeben“ (2 Mose 6,2.3). Der „Allmächtige“ war der Titel, unter dem Er den Bund mit Abraham einging, „Gott, der HERR“, war der Titel, mit dem Er den Bund mit Israel schloss. Beide Bündnisse sind mit der Erde verbunden und haben ihre Erfüllung in der Herrschaft des Messias auf der Erde. Die Bedeutung dieser Rückkehr zu alttestamentlichen Titeln ist immens. Es ist ein Zeichen dafür, dass Gott sich nun seinen Absichten mit der Erde zuwendet und dass Er sich nun in anderer Art wie wir Ihn kennen offenbart, nämlich in der Stellung, die Er nach der Entrückung der Versammlung in den Himmel einnehmen wird, wenn Er die langersehnten Beziehungen mit Israel wieder aufnimmt und die Welt für die Herrschaft des Messias vorbereitet.

T. B. Baines – Die Offenbarung Jesu Christi

Die Identität dieses Kommenden wird durch den Herrn selbst deutlich gemacht. Obwohl die meisten Ausleger im Redenden dieses Verses Gott den Vater sehen, ist es auf Grund des Zusammenhangs viel naheliegender hier die Stimme des Herrn Jesus zu erkennen, der sich selbst identifiziert. Am Kreuz war Leiden Sein Teil; wenn Er wieder auf die Erde kommt, wird Ihm die höchste Herrschaft gehören. Zuerst die Tränen, jetzt der Triumph; zuerst kam Er zu erlösen, jetzt kommt Er zu regieren, aber es ist die gleiche Person. Er hat alle Eigenschaften der Gottheit: Er ist Gott geoffenbart im Fleisch. Drei Titel bringen Seine Gottheit zum Ausdruck: »Ich bin das Alpha und das Omega.« Das sind der erste und der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet. Als Redensart steht es für eine Gesamtheit, etwas, das den Anfang und das Ende einschließt. In vielen Sprachen kennt man ähnliche Ausdrücke. Auf Deutsch sagt man, jemand kenne sich in einer Sache aus »von A bis Z«, wenn er die gesamte Materie und nicht nur Stücke davon beherrscht. Mit dem Alphabet kann man das gesamte Wissen der Menschheit aufzeichnen und bewahren; durch die Kombination seiner Buchstaben kann man die ganze Wirklichkeit abbilden und zum Ausdruck bringen und so von Geist zu Geist mitteilen. Christus ist die Summe der Botschaft Gottes, Er vermittelt die vollständige Offenbarung der Wahrheit von Gott an den Menschen. Es gibt nichts vor Ihm, nach Ihm und außer Ihm Geoffenbartes. In Ihm ist die Gesamtheit aller göttlichen Offenbarung. Er besitzt die Allwissenheit Gottes. Dieser gleiche Titel komme wiederum am Ende des Buches vor (21,6; 22,13).
Zuverlässige Textkritiker sind der Auffassung, dass der Ausdruck »der Anfang und das Ende« von den MSS zu wenig gestützt ist, und daher haben die meisten Übersetzungen wie RV, Elberf, Rev Elberf, Luther 56 u. a. ihn ausgelassen. Hingegen wird der Ausdruck in 21,6; 22,13 von allen maßgeblichen MSS gestützt.
»Der Herr, Gott… der Allmächtige«. In allen MSS steht hier das Wort »Gott«, die dazwischenliegenden Worte »der da ist und der da war und der da kommt« stellen einen eigenen göttlichen Titel dar. Christus wird in der Auferstehung als »Herr« anerkannt (Phil 2,9-11). »Der Allmächtige« bezeichnet Gott als den, der auf der Erde wirkt; der Titel kommt im NT zehnmal vor, einmal ist es ein alttestamentliches Zitat (2.Kor 6,18), alle übrigen neun Belege stammen aus dem vorliegenden Buch (1,8; 4,8; 11,17; 15,3; 16,7.14; 19,6.15; 21,22). Was wesenhaft Gottes ist, wird in Christus geoffenbart. In Ihm wird die Allmacht Gottes manifestiert.
»Der da ist und der da war und der da kommt« ist ein Titel, der in V. 4 Gott den Vater bezeichnete. Was dort gesagt wurde, kann mit gleichem Recht auf Christus angewandt werden. Er ist derjenige, in dem Allgegenwart gesehen wird-er steht über der Zeit. Er gehört der Ewigkeit an, und daher können wir sagen, dass Er, was die Zeit betrifft, immer ist, immer war und immer der Kommende sein wird. An Wissen unendlich (allwissend), offenbart Er Gott; an Macht unendlich (allmächtig) handelte Er für Gott; grenzenlos und unendlich bezüglich Zeit und Raum (allgegenwärtig), ist Er Gott.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Ich hab ihnen von dir erzählt, hab ihnen gesagt, wie du heißt und wie du bist, und das werde ich auch weiter tun.

Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf daß die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.
Elberfelder 1871 – Johannes 17,26

Ich habe ihnen deinen Namen offenbart und werde es auch weiterhin tun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, auch in ihnen ist, ja damit ich selbst in ihnen bin.«
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Johannes 17:26

Ich habe ihnen gezeigt, wer du bist. Das werde ich auch weiter tun, damit deine Liebe zu mir auch sie erfüllt, ja damit ich selbst in ihnen lebe.»
Wörtlich: Und ich habe ihnen deinen Namen bekanntgemacht, und ich werde ihn bekanntmachen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen
Hoffnung für alle – 1996 – Joh 17,26

Ich habe ihnen gezeigt, wer du bist, und werde es weiter tun. So wird die Liebe, die du zu mir hast, auch sie erfüllen und ich werde in ihnen leben.«
Gute Nachricht Bibel – Joh 17:26

Die Fürbitte für die Gläubigen schließt mit der Anrufung des gerechten Vaters. Das Wort, das hier mit „gerecht“ übersetzt ist, kommt im Johannesevangelium selten vor (vgl. 5, 30; Joh 7,24). Hier ist es offensichtlich Ausdruck für den Lobpreis des göttlichen Erlösungswerkes (vgl. Mt 11,25-26). Der Vater ist gerecht, während die Welt im Unrecht lebt (kennt dich nicht). Jesus hat den Vater gekannt, offenbart (Joh 17,6) und verherrlicht (V. 4), eine Aufgabe, die nun den Christen obliegt. Das Wesen Gottes ist die Liebe (1Joh 4,8). Jesus tat durch seinen Tod den Vater und seine Liebe der Welt kund. Die Liebe des Vaters zum Sohn wurde offenbar, als er ihn zur Herrlichkeit auferweckte. Jesus offenbarte den Vater, damit die Christen in dieser Liebe zunahmen (damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei) und sich in ihrem Leben seiner persönlichen Gegenwart erfreuen konnten (und ich in ihnen).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Der Herr Jesus hatte den Jüngern den »Namen« Gottes »kundgetan«, als er bei ihnen war. Das bedeutet, dass er ihnen den Vater offenbart hatte. Seine Worte und Taten waren die Worte und Taten des Vaters. Sie sahen in Christus das vollkommene Abbild Gottes. Durch den Dienst des Heiligen Geistes tut Jesus auch heute noch den Namen des Vaters kund. Seit Pfingsten hat der Geist die Gläubigen über den Vater belehrt. Insbesondere durch das Wort Gottes können wir erkennen, wer Gott ist. Wenn Menschen den Vater annehmen, wie er durch den Herrn Jesus offenbart wurde, dann werden sie zum besonderen Gegenstand seiner Liebe. Weil der Herr Jesus in allen Gläubigen wohnt, kann der Vater sie so ansehen und behandeln, wie er seinen eigenen Sohn betrachtet und behandelt. Reuss bemerkt dazu:
Die Liebe Gottes, die schon vor der Schöpfung der diesseitigen Welt der Person des Sohnes galt (V. 24), gilt seit der Schöpfung der neuen geistlichen Welt all denen, die mit dem Sohn vereinigt sind.
Und Godet fügt hinzu:
Als Gott seinen Sohn hier auf diese Erde sandte, verlangte er danach, inmitten der Menschheit für sich eine Familie von Kindern zu schaffen, die ihm ähnlich sind.
Nur weil der Herr Jesus in den Gläubigen wohnt, kann Gott den Gläubigen so sehr lieben.

Der Vater hat den Sohn geliebt
und liebt ihn allezeit;
die gleiche Liebe gilt nun uns –
heut’ und in Ewigkeit.

Nachdichtung unter Verwendung des englischen Originals
Die Gebete, die Christus für sein Volk vorbringt, beziehen sich, wie Rainsford bemerkt, auf Folgendes:
Es geht um Geistliches, um himmlische Segnungen. Es geht nicht um Reichtum, Ehre oder Einfluss, sondern um Bewahrung vor dem Bösen, Trennung von der Welt, Fähigkeit zu Pflichterfüllung und eine sichere Ankunft im Himmel.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Dieses „Erkennen“ haben die Jünger nicht von sich aus; es erwächst nur aus dem „Bekanntmachen“ Jesu: „Und ich machte ihnen deinen Namen bekannt und werde ihn bekannt machen.“ Weil es zu einem echten „Erkennen“ kommen soll, ist es wieder der „Name“ Gottes, der ihnen bekannt gemacht wird (vgl. die Auslegung zu V. 6). Die Jünger wissen nicht nur, „daß es einen Gott gibt“, sondern sie dürfen wissen, wie Gott heißt, also wer Gott ist. Gott ist ihnen „vorgestellt“ und „bekannt gemacht“ worden. Sie reden Gott recht bei seinem Namen an und reden darum nicht ins Leere. Die Offenbarung, die Jesus ihnen brachte, ist nicht mystisch-gefühlsmäßig, sondern ist Offenbarung im klaren Wort. Wenn Jesus hinzufügt: „und ich werde ihn bekannt machen“, dann denkt er daran, daß die Erkenntnis Gottes trotz ihrer Klarheit doch nie ein einfacher Besitz ist. Denn der lebendige Gott ist kein Ding der Welt über das ich verfüge, wenn ich es erst einmal erkannt habe. Gottes Name muß mir von Jesus immer neu gesagt werden, weil dieser Name immer wieder im Lärm der Welt unterzugehen und von der Finsternis meines eigenen Herzens verdunkelt zu werden droht. Zugleich ist Gottes Name von so unendlichem Reichtum und unabschließbarer Tiefe, daß hier das „Kundmachen“ kein Ende hat. Aber auch daran haben wir zu denken, daß dieses „Bekanntmachen des Namens Gottes“ im apostolischen Dienst der Jünger immer weiter geht und darum bei diesem letzten Gespräch Jesu mit dem Vater als sein eigenes zukünftiges Werk vor ihm steht. Wenn durch das Wort der Jünger Menschen zum Glauben kommen (V. 20), dann hat Jesus selbst in diesem Wort den Namen des Vaters Menschen bekannt gemacht.
Wie wenig es sich dabei um eine theoretische Erkenntnis handelt, die ich theologisch in Büchern besitzen kann, zeigt die zunächst überraschende Wendung, die dieses letzte Gebetswort Jesu in seinem Schluß nimmt. Jesus hat den Namen Gottes bekannt gemacht und wird ihn weiter und tiefer bekannt machen, „damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich selber in ihnen“. Für den Israeliten lag „Erkennen“ und „Lieben“ eng beieinander; er brauchte das Wort „erkennen“ für die eheliche Liebe (1 Mo 4, 1; 4, 17). Im „Erkennen“ von Personen geschehen wesenhafte Verbindungen. Wenn die Jünger den „Namen“ des Vaters, sein wahres Wesen, durch Jesus erkennen, dann strömt die Liebe, mit der Gott seinen Sohn liebt, auch in ihr Herz. Ebenso bleibt Jesus nicht als „Lehrer“ vor ihnen stehen, sondern er lehrt sie so, daß er selber in sie hineinkommt und in ihnen lebt. Aber das geschieht nicht in mystischer Verschmelzung, sondern im Heiligen Geist. Jesus bleibt Person und Herr. Die Jünger bleiben selbständige Personen, und doch lebt Christus in ihnen und bestimmt von innen her ihr ganzes Denken, Reden und Tun.

Wuppertaler Studienbibel

»Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan«: Der Herr hatte die Jünger bereits vieles über den Vater gelehrt, indem er ihnen den Namen des Vaters offenbarte (siehe V. 6). Aber damit hatten sie nicht ausgelernt. Sie sollten fortwährend wachsen in der Erkenntnis des Vaters: »… und [ich] werde ihn kundtun …« Er würde fortfahren, sie zu lehren durch den Heiligen Geist (16,12–14), und was der Geist die Apostel lehrte, haben diese geschrieben und gepredigt. Durch ihre Schriften fährt der Sohn fort und tut den Namen des Vaters den Gläubigen kund, sodass sie beständig wachsen in der Erkenntnis Gottes (Kol 1,10), bis sie in den Himmel aufgenommen werden. Und auch dann werden sie nicht aufhören, den Vater immer tiefer und inniger zu erkennen.
»damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei«: Durch die Erkenntnis des Vaters kommt dessen Liebe in die Erlösten; durch wachsende Erkenntnis des Vaters wächst diese Liebe. Das ist das abschließende Wort, das unser Hoherpriester in diesem Gebet vor seinem Gott und Vater ausspricht. Gottes ewige, alles überwindende, starke und sich nie ändernde Liebe zu seinem Sohn gilt auch denen, die an seinen Sohn glauben. Ja, diese gleiche Liebe ist sogar in ihnen, denn Gott hat sie in ihre Herzen geschüttet durch den Heiligen Geist (Röm 5,5).
»und ich in ihnen«: Mit dieser Liebe ist Christus in ihnen; und er bleibt in ihnen. Er selbst in ihnen ist die Gewähr dafür, dass alles, was er verheißen und erbeten hat, zu seiner Zeit in Erfüllung gehen wird.

Benedikt Peters – Kommentar zum Johannes-Evangelium

In Johannes 17,1-26, während er im Gebet auf den Verrat von Judas wartet, beschreibt sich Jesus mehrmals als einer, dem der Name des Vaters gegeben wurde und der den Namen dem Volk Gottes offenbart (LEB):

Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort gehalten. (17:6)

Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind, so wie wir es sind. Als ich bei ihnen war, habe ich sie in deinem Namen bewahrt, den du mir gegeben hast. (17:11b-12a)

Und ich bitte nicht nur für diese, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben, dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin. (17:20–21a)

Und ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen. (17:26)

Jesus sagt hier sowohl, dass ihm der „Name“ des Vaters gegeben wurde (17,11) als auch, dass der Vater „in“ ihm ist (17,21). Die Sprache würde ohne den oben besprochenen alttestamentlichen Hintergrund, wo der „Name“ das Wesen Jahwes selbst darstellt, seltsam erscheinen. Der Name – die eigentliche Gegenwart Jahwes – war „in“ dem Engel Jahwes, was bedeutet, dass der Engel die verkörperte Gegenwart Jahwes war. Johannes nennt Jesus an anderer Stelle das „Wort“, eine Sprache, die sich auf mehrere alttestamentliche Stellen bezieht, die auf die irdische Gegenwart Jahwes als „Wort“ anspielen (1Mo 15,1; 1Sam 3,21). Hier stellt Johannes Jesus als den verkörperten Namen dar, der als der inkarnierte Jahwe kam, um diesen Namen, Gott selbst, der Menschheit zu offenbaren. Jesus lehrte mit anderen Worten niemanden den Namen Gottes; sie kannten den Namen bereits aus dem Alten Testament. Vielmehr war er Gott, der zu den Menschen kam.

In der gleichen Weise, wie alttestamentliche Autoren „den Namen“ als Ersatzreferenz für Jahwe verwenden, verwenden andere neutestamentliche Autoren „den Namen“ als Ersatz für Jesus:

Und sie riefen die Apostel zusammen, schlugen sie, befahlen ihnen, nicht im Namen Jesu zu reden, und ließen sie frei. 41 So gingen sie frohgemut aus der Gegenwart des Sanhedrins hinaus, weil sie für würdig befunden worden waren, um des Namens willen entehrt zu werden. 42 Jeden Tag, sowohl in den Tempelhöfen als auch von Haus zu Haus, hörten sie nicht auf zu lehren und die frohe Botschaft zu verkünden, dass Jesus der Christus ist. (Apostelgeschichte 5:40-42 LEB)

Der Ausdruck hier deutet zumindest auf eine ähnliche Denkweise wie im Alten Testament hin – dass diese Juden sich auf den Gott, dem sie folgen, mit dem Ausdruck „der Name“ beziehen können, wobei ihr ethnischer Status dem Ausdruck einen deutlichen alttestamentlichen Beigeschmack verleiht. Außerdem ist es klar, dass der Name, für den die Apostel leiden, Jesus ist. In Römer 10, sagt Paulus:

Dass, wenn du mit deinem Mund bekennst: „Jesus ist der Herr“ und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, du gerettet wirst…. Denn „jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“ (Röm 10:9, 13 LEB)

Das Zitat in Vers 13 stammt aus Joel 2,32, wo es heißt: „Jeder, der den Namen Jahwes anruft, wird gerettet werden“ (LEB). Der Apostel Paulus verbindet hier, wie so oft in seinen Schriften, geschickt das Bekenntnis zu Jesus als Herrn in Vers 9 mit der Aussage des alttestamentlichen Propheten. Da „der Name“ und Jahwe in der israelitischen Theologie austauschbar waren, bedeutete das Vertrauen auf „den Namen Jahwes“ das Vertrauen auf Jahwe. Ebenso ist das Vertrauen auf den Namen des Herrn, der im alttestamentlichen Zitat natürlich Jahwe ist, dasselbe wie das Bekenntnis zu Jesus als Herrn.

Michael S. Heiser – Die Bibel ungefiltert – Annäherung an die Heilige Schrift nach ihren eigenen Bedingungen

Gnade – Gottes Freundlichkeit gegenüber unwürdigen Sündern, die es nicht verdient haben.

Er hat uns nicht getan nach unseren Sünden, und nach unseren Ungerechtigkeiten uns nicht vergolten.
Elberfelder 1871 – Psalm 103,10

Nicht nach unsern Sünden wirkt er an uns,
nicht nach unsern Fehlen fertigt ers uns,
Buber& Rosenzweig – Psalm 103:10

Nicht nach unsren Sünden handelt er an uns, und nicht nach unsrer Schuld vergilt er uns.
Die Philippson-Bibel – Ps 103,10

Er hat uns nicht nach unseren Sünden getan und uns nicht nach unseren Vergehen vergolten.
Der Tanach Deutsch: Das Alte Testament – Ps 103:10

Der Gott des sogenannten AT – ein Gott der Gnade!

Er wird nicht immer hadern. Diese Sätze ziehen den Schluss aus dem voran stehenden Lobpreis Gottes, der vermöge seines Wesens freundlich ist, auch wenn er beleidigt wurde, und immer zum Verzeihen bereit. Es war nötig, dies hinzuzufügen: denn unsere Sünden würden uns den Zugang zu seiner Güte verschließen, wenn uns nicht ein Weg zur Versöhnung Gottes gezeigt würde. Zwischen den Zeilen aber können wir lesen, dass Gott mit den Sündern streitet, um sie durch die Empfindung ihrer Schuld zu demütigen; bald aber steht er davon ab, sobald er sie überwunden und bußfertig sieht. Der Herr hat auch einmal anders geredet (1.Mose 6, 3): „Mein Geist wird nicht weiter mit den Menschen streiten, “ – weil sie nämlich ihrer Missetaten überführt und für die Verdammnis reif waren. Dass aber David hier sagt, Gott werde nicht immer hadern, ruht vielmehr darauf, dass er sich erbitten lässt, gern verzeiht und sein Recht nicht verfolgt. Darauf deutet auch das zweite Satzglied: noch ewiglich Zorn halten. Gott ist nicht wie ein Mensch, der heimliche Rachegedanken gegen einen andern hegt, dem er eine Beleidigung nicht verzeihen kann, und nur auf eine Gelegenheit zur Durchführung wartet. Gott lässt sich vielmehr aus freien Stücken zur Aussöhnung herbei. Wir sollen jedoch wissen, dass dies nicht unterschiedslos für das ganze Menschengeschlecht gilt, sondern ein Vorrecht der Gottesgemeinde ist. Ausdrücklich wird der Herr (5.Mose 5, 9) ein schrecklicher und eifriger Gott genannt, der die Missetat der Väter an den Kindern heimsucht. David aber schiebt hier die Ungläubigen beiseite, auf welchen Gottes ewiger und unversöhnlicher Zorn lastet, und zeigt uns vielmehr, wie freundlich und nachsichtig der Herr gegen seine Kinder ist, wie er denn selbst sagt (Jes. 54, 8): „Ich habe dich einen kleinen Augenblick gezüchtigt; aber mit ewiger Gnade will ich dich geleiten.“ Das eben Gesagt wird sodann durch die Erfahrung oder den Erfolg bestätigt (V. 10): denn allein der wunderbaren Geduld Gottes dankten es die Kinder Israel, dass sie bisher bewahrt blieben und Bestand behielten. David will etwa sagen: Ein jeder von uns prüfe sein Leben. Wie vielfältig haben wir Gottes Zorn gereizt, ja reizen ihn fortwährend! Er selbst aber hält nicht nur seine Strafen zurück, sondern hütet noch in seiner Gütigkeit die, die zu verderben er wohl Grund hätte.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

In den V. 9–13 wird dieser göttliche Grundsatz entfaltet. Man darf das große Gewicht, das die Preisung der Barmherzigkeit Gottes hier einnimmt, aber nicht so mißverstehen, daß die Tatsache des Zornes Gottes völlig ausgeschaltet wäre – der Anfang von V. 8b darf nicht aus dem Blick geraten. Nicht immer wird er rechten – zuzeiten aber schon, und das sehr heftig. Nicht entsprechend unseren Sünden ist er mit uns umgegangen – aber Gott hat ihre Folgen Israel aufs Haupt fallen lassen. Gemeint ist, daß das Fehlverhalten Israels nicht das ausschlaggebende Motiv für Gottes geschichtliches Handeln gewesen ist. Sünde und Freveltat waren schreckliche Realität, aber Gott hat sie weit von uns entfernt, damit sie Israel nicht völlig zerstören. Dabei greift der Beter nach einem starken Vergleich aus der Natur: denn so hoch die Himmel über der Erde sind, das heißt, diese kann trotz all ihrer Pracht mit jenen nie und nimmer verglichen werden – ebenso hoch, das heißt, unvergleichlich herrlich ist Gottes Huld, die er in der Vergebung walten läßt. Wie der Unterschied zwischen dem Aufgang (der Sonne) und ihrem Niedergang gerade in den Mittelmeerländern – eine Dämmerung gibt es dort nicht! – äußerst kraß ist, so ist die Vergebung der Schuld nicht bloß die Aufbesserung eines Zustandes, sondern ein völlig neuer Anfang. V. 13 sagt das alles noch einmal in unüberbietbarer Weise, indem das Erbarmen Gottes mit einem gütig erziehenden Vater verglichen wird, der sich aus Gründen der »Blutsverwandtschaft« schließlich immer wieder zur Güte durchringt.

Wuppertaler Studienbibel

David ging dann darauf ein, daß der Herr in seiner Gnade Sünden vergibt. Weil Gott langsam zum Zorn ist (vgl. V. 8 ), klagt er nicht immer ( rIB , „eine Gerichtssache gegen jemand aufbringen“) einen Menschen wegen seiner Sünde an noch verfährt er mit dem Menschen nach seinen Sünden. Aufgrund seiner großen Liebe (vgl. V. 4.8.17 ) trennt er die Sünde völlig von den Sündern ab, indem er ihnen vergibt.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Vers 6-12
„Jehova übt Gerechtigkeit und schafft Recht allen, die bedrückt werden.“ Welch ein Trost, das zu wissen! Die Welt, in der wir leben, ist gekennzeichnet durch Ungerechtigkeit und Bedrückung; mag dieses auch manchmal verdeckt sein, so ist es doch weit verbreitet. Aber es gibt Einen, der alles gerecht beurteilt und zu Seiner Zeit das Recht der Seinigen, das vielleicht mit Füssen getreten wurde, hervorstrahlen lassen wird.
„Er hat uns nicht getan nach unseren Sünden, und nach unseren Ungerechtigkeiten uns nicht vergolten.“ Beim Lesen dieser Worte denken wir unwillkürlich daran, was mit uns geschehen würde, wenn wir die Strafe für unsere Sünden tragen müssten. Das würde ein ewiges Strafgericht bedeuten. Aber – Gott sei ewig Dank dafür! – unsere Sünden sind gesühnt und die Schuld ist getilgt, weil unser Stellvertreter für uns am Kreuze gebüßt hat. Um uns vollends dieserhalb zu beruhigen, wird uns hier das Beispiel von der Entfernung zwischen Osten und Westen gegeben, die, wie wir wissen, niemals zusammen kommen können – eine Tatsache, welche in diesem Zusammenhang im Neuen Testament des bestimmtesten bekräftigt wird.

P. Grobéty – Was sagen uns die Psalmen?

Das Volk Israel war zweifellos vom Herrn gesegnet und daher verpflichtet, ihm Lob und Dank zu erweisen. Jehova war ihr gerechter Befreier (V. 6), nicht nur als er sie aus Ägypten rettete, sondern während ihrer ganzen Geschichte. Er schenkte David viele große Siege auf dem Schlachtfeld. Der Herr gab seinem Volk auch Führung (V. 7), indem er es durch seine Herrlichkeitswolke, sein Wort und seine Propheten leitete. Das Volk kannte Gottes Taten, was er tat, aber Mose kannte Gottes Wege, warum er es tat. Mose war eng mit dem Herrn verbunden und verstand seinen Willen. Jehova war auch der barmherzige und mitfühlende Retter, der seinem Volk vergab, wenn es sündigte. In den Versen 8-12 wird zusammengefasst, was Mose auf dem Sinai über Gott lernte (siehe Ex 33:12-13; 34:5-9; und siehe Num 14:18). Als heiliger Gott wurde er über die Sünde zornig, und die Israeliten neigten dazu, gegen ihn zu rebellieren, aber in seiner Barmherzigkeit vergab er ihnen. Das war möglich, weil sein Sohn eines Tages für diese Sünden am Kreuz sterben würde. (Siehe 86:15; Jes. 57:6.) Das Bild in den Versen 8-12 ist das eines Gerichtssaals, in dem Gott sowohl Richter als auch Staatsanwalt ist. Er hat alle Beweise, die er braucht, um uns zu verurteilen, aber er zieht den Prozess nicht in die Länge. Wenn der Richter dein Vater ist und wenn Jesus für deine Sünden gestorben ist, dann gibt es volle und kostenlose Vergebung für alle, die darum bitten wollen. Wenn Gott uns die Strafe geben würde, die wir verdient haben, wären wir ohne Hoffnung (Esra 9,13). Die Strafe, die wir verdient haben, wurde Jesus gegeben (Jes 53,4-6).

David blickte zum Himmel auf und sagte, dass Gottes Liebe so hoch und höher reiche. David erinnerte sich an die Zeremonie am jährlichen Versöhnungstag (Lev. 16), als der Ziegenbock in der Wüste freigelassen wurde und die Sünden Israels symbolisch in die Ferne trug (siehe Johannes 1,29). (Für andere Beschreibungen von Gottes Sündenvergebung siehe Jes 1,18; 38,17; 43,25; Jer 31,34). Aber wir müssen uns daran erinnern, dass es nicht Gottes Liebe oder Mitleid ist, die uns rettet, sondern Gottes Gnade (Eph 2,8-10), denn Gnade ist Liebe, die einen Preis bezahlt hat. Wäre Christus nicht am Kreuz gestorben, gäbe es keine Vergebung unserer Sünden. Ja, Gott ist wie ein zärtlicher Vater, aber sein Mitleid ist kein seichtes, sentimentales Gefühl. Ein heiliger Gott verlangt, dass sein Gesetz erfüllt wird, und nur sein vollkommener Sohn konnte diese Genugtuung geben (Röm 3,19-31). Ist das Menschengeschlecht es wert, gerettet zu werden? Wir sind nur Gras, das wächst und dann verwelkt und stirbt (V. 15-16; siehe 37:2, 10, 36; 40:6-8; 90:6-8). Aber der Herr kennt unsere „Formation“ (Gestalt), denn er hat uns aus dem Staub geformt (Gen 2,7) und sogar im Mutterleib über uns gewacht (139,13-16). Er ist der ewige Gott und möchte sein ewiges Zuhause mit uns teilen. Welch eine Gnade! Er versprach seinem Volk, dass er sie und ihre Nachkommen segnen würde, wenn sie ihn fürchteten und seine Gebote hielten. (Siehe 5. Mose 6,1-15.) Die Gläubigen von heute sind bereits gesegnet „mit jeder geistlichen Segnung … in Christus“ (Eph. 1,4), und wenn wir ihm vertrauen und seinen Willen befolgen, erfüllt er alle unsere Bedürfnisse.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Aus diesem Grund hat Jehovah sein Volk Israel nie wirklich verworfen – und sammelt sein Volk heute wieder in „seinem Land“. Und nicht weltliche Herrscher werden dafür sorgen, dass Israel überlebt, sondern Jehovah wird dafür sorgen, dass Israel überleben wird…

Gepriesen sei Jehova, der Gott unserer Väter

Gepriesen sei Jehova, der Gott unserer Väter, der solches in das Herz des Königs gegeben hat, um das Haus Jehovas zu verherrlichen, das in Jerusalem ist, und der mir Güte zugewandt hat vor dem König und seinen Räten und allen mächtigen Fürsten des Königs! Und ich erstarkte, weil die Hand Jehovas, meines Gottes, über mir war, und ich versammelte Häupter aus Israel, daß sie mit mir hinaufzögen.
Elberfelder 1871 – Esra 7,27–28

Gepriesen sei der Ewige, der Gott unserer Väter, der solches in das Herz des Königs gegeben hat, um das Haus des Ewigen in Jeruschalajim zu ehren, und der mir vor dem König und seinen Räten und allen mächtigen Fürsten des Königs Gunst erwiesen hat. Und ich fasste Mut, weil die Hand des Ewigen, meines Gottes, über mir war, und sammelte aus Jisrael Oberhäupter, damit sie mit mir hinaufzögen.
Die Philippson-Bibel – Esra 7:27–28

Gepriesen sei Jahwe, der Gott unserer Väter! Er hat es dem König ins Herz gegeben, Jahwes Haus in Jerusalem Ehre und Ansehen zu verleihen. Er hat mich die Gunst des Königs und auch die seiner Räte und hohen Beamten finden lassen. Und ich fasste Mut, weil Jahwe seine Hand über mir hielt, und konnte eine ganze Reihe Häupter israelitischer Sippen gewinnen, mit mir zurückzukehren.
NeÜ bibel.heute – Esra 7,27–28

Jehovah ist der Gott Abrahams, Isaak und Jakobs – und kann nicht einfach manipuliert werden! Nur weil ich Seinen Namen in den Mund nehme, heißt das noch lange nicht, dass Er deshalb Er deshalb meine Wünsche erfüllen müßte! Jehovah handelt für Sein Volk Israel und erst im „erweiterten Sinn“ für die, die „mit Israel gut gesinnt sind“!

Was Artaxerxes für die Juden tat, war eindeutig der guten Hand Gottes zu verdanken, die für Gottes auserwähltes Volk am Werk war. Schließlich befreite Artaxerxes die Priester, Leviten und Tempeldiener von der Zahlung von Steuern oder der Einberufung zu besonderen Diensten für das Reich (V. 24). Auch wenn er selbstsüchtige Motive hatte, war Artaxerxes daran gelegen, dass der Tempeldienst stark und beständig war. Um sicherzustellen, dass beim Wiederaufbau der Stadt alles reibungslos ablief, erteilte der König Esra weitreichende Vollmachten zur Durchsetzung des Gesetzes (V. 26).

Feier (Vv. 27-28). Dies ist das erste Mal, dass er in der ersten Person erzählt; es geht weiter bis 9,15. Er lobt den Herrn dafür, dass er den König dazu bewegt hat, seinen Plänen zuzustimmen, und er sieht dieses Ereignis als Beweis für Gottes Barmherzigkeit oder Bundesliebe. Esra rechnete sich diese Leistung nicht an; es war alles das Ergebnis der „guten Hand Gottes“ über ihm. Ohne Zeit zu verlieren, versammelte er die Oberhäupter der Stämme und rief die Menschen zusammen, die sich berufen fühlten, nach Jerusalem zu reisen.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series

In seinem Dankgebet pries Esra den HERRN, weil er das Herz des Königs gelenkt hatte, den Tempel herrlich zu machen; und er dankte ihm demütig dafür, dass er ihm Kraft verliehen hatte, solch ein wichtiges Werk auszuführen. Ermutigt durch die Hand des HERRN über ihm, versammelte er die Häupter Israels, damit diese mit ihm nach Jerusalem hinaufzogen.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Unmittelbar auf den Artahsasta-Erlass folgt der Lobpreis Gottes aus dem Munde Esras. Wiederum wird wie in Esr 1,1 die eigentliche Ursache für die Ereignisse genannt. Es ist nicht der persische König mit seinen Mächtigen, sondern Jahwe, der Gott unserer Väter. Weil dieser der Urheber ist, spielt auch die Rückkehr ins Gelobte Land oder die Strukturierung der dort lebenden Gesellschaft nicht die erste Rolle, sondern das Haus Jahwes, das in Jerusalem steht. Dies ist das Zentrum der Hilfe, die Artahsasta gewährt. Das Bezugswort zu Gnade kann das »er« sein, das sich auf Jahwe bezieht, also: die Gnade Jahwes. Es ist aber auch denkbar, dass sich das Wort auf den König bezieht, also: die Gnade des Königs. Der Sache nach besteht kein Unterschied: Weder der König noch die Mächtigen an seiner Seite konnten den Zug nach Jerusalem zum Tempel bewirken, sondern einzig die Gnade, die von Gott ausging. Deshalb war es so etwas wie eine Wallfahrt zur Ehre Gottes, die im Folgenden beschrieben wird, denn Esra bedient sich hier, nachdem er vorher nur von dem Tempel gesprochen hat, eines Begriffs, der typisch ist für die Tempelwallfahrtsliturgie: Sie zogen mit mir hinauf.

vom Orde – Wuppertaler Studienbibel

Die zurückkehrenden Exilanten stießen fast ein Jahrhundert lang auf Widerstand (4:1-24), aber durch das Wirken der Propheten des Herrn (Haggai und Sacharja), dreier verschiedener persischer Herrscher (Kyros, Darius, Artaxerxes) und Esra, dem Priester, wurde der Tempel schließlich wieder aufgebaut und der Tempelkult wieder eingeführt (5:1-7:28). Esra war sich sehr bewusst, dass der Herr für den Erfolg der Gemeinde verantwortlich war (7,27-28). Er erkannte, dass der Herr das Herz von König Artaxerxes bewegt hatte. Einmal mehr taucht das Thema der Souveränität des Herrn gegenüber menschlichen Herrschern auf. Die Wiederherstellung der Verbannten war wirklich das Werk Gottes und versprach deshalb erfolgreich zu sein.

David M. Howard – Auslegung der historischen Bücher – ein exegetisches Handbuch

Jehovah wird in naher zuzkunft für Sein Volk Israel eintreten – und es kommt dann nicht darauf an, ob du Seinen Namen kennst, sondern WIE DU zu Seinem Volk stehst!

Seinen Augapfel

Denn so spricht Jehova der Heerscharen: Nach der Herrlichkeit hat er mich zu den Nationen gesandt, die euch geplündert haben; denn wer euch antastet, tastet seinen Augapfel an.
Elberfelder 1871 – Sacharja 2,12

Denn so hat ER der Umscharte gesprochen,
der mich um Ehre entsandt hat,
von den Weltstämmen, die euch beuten:
Ja, wer euch anrührt, rührt meinen Augapfel an!
Buber & Rosenzweig – Sacharja 2:12

Denn so spricht der Ewige der Heerscharen, nachdem die Herrlichkeit mich ausgesandt hat zu den Völkern, die euch geplündert: Wer euch antastet, tastet seinen Augapfel an.
Die Philippson-Bibel – Sach 2,12

Denn so spricht Jehova, der Weltenherr: Nach dem Ruhme hat er mich zu den Völkern gesandt, welche euch beraubt haben; denn wer euch anrühret, rühret seinen Augapfel an.
van Ess 1858 – Sach 2:8

Gottes Augapfel
Das Auge ist ein sehr sensibles Organ. Deshalb nimmt Gott sein eigenes Auge als Vergleichspunkt, um zu zeigen, wie wichtig ihm sein Volk ist: „Wer euch antastet, der tastet meinen Augapfel an“ (Sacharja 2,12). Gott spürt es sofort, wenn jemand den Seinen etwas antut. Hier wird deutlich, wie wertvoll die menschengestaltige Redeweise der Bibel ist: Hätte der Prophet nur davon gesprochen, wie kostbar Israel für Gott ist, wäre das eine Feststellung gewesen. Aber wenn man vom unendlich großen Gott sagen darf, er habe einen Augapfel – dann berührt das zutiefst und macht sein Erbarmen anschaulich.

Wer zu Gott gehört, steht unter besonderem Schutz Gottes:
„Ich will mich selbst als Wache um mein Haus lagern (…) denn ich sehe nun darauf mit meinen Augen“ (Sacharja 9,8). Wie ein aufmerksamer Wächter wacht Gott über sein Volk. Gott durchschaut alle Pläne, die sich gegen die Seinen richten. Und auch wenn sie noch so heimlich geschmiedet werden – Gott sieht und erkennt es und greift zugunsten des Unschuldigen ein (vgl. Psalm 64).In Jesus kommt „der Gott, der mich sieht“ (1. Mose 16,13) uns Menschen ganz nah. Jesus sieht die Menschen, er sieht, wie es ihnen geht, und welche Not sie haben: „Als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matthäus 9,36). Seine Augen füllen sich mit Tränen, als er mit göttlichem Blick die Stadt Jerusalem betrachtet: „Als er näherkam, sah er die Stadt und weinte“ (Lukas 19,41). Jesus hat einen klaren Blick für die verfahrene Lage der Menschen. Jesus sieht mit Gottes Augen. Deshalb kennt er unsere Herzen und unsere wahren Bedürfnisse.

Faszination Bibel 3/2023

Die folgende Weissagung Gottes scheint die praktische Konsequenz des vorher Geschauten zu sein. Sie gilt jenen Zeitgenossen Sacharjas ( Zion bezieht sich auf die Juden), die noch immer in Babel leben, und fordert sie dringend auf, nach Jerusalem zurückzukehren. Der letzte Teil von Vers 10 sollte vielleicht eher lauten: “ denn ich habe euch wie die vier Winde (und nicht in die vier Winde) unter dem Himmel zerstreut „. Das kann sich auf eine einmalige gewaltsame Zerstreuung oder auch auf jede einzelne Vertreibung der Juden aus ihrem Land beziehen. Die Exilanten lebten unversehrt in Babylon, dem Lande des Nordens – so genannt, weil die Invasoren aus Babylon sich Israel vom Norden her näherten. In Vers 12 – 13 spricht der Herr selbst (d. h. der Engel des Herrn oder der Messias), wenngleich manche Exegeten diese Passage auch als Sacharjas Erklärung seines prophetischen Auftrags deuten. “ Denn so spricht der HERR Zebaoth, der mich gesandt hat “ ist die Übersetzung einer schwierigen hebräischen Textstelle. Ihr Grundgedanke scheint zu sein, daß Gott den Messias senden wird, um die Völker, die euch beraubt haben , zu richten und Gottes Herrlichkeit zu entfalten. Das wird geschehen in dem Gericht der Heiden bei der Wiederkunft des Messias ( Mt 25,31-46 ). Das Bild vom Augapfel stammt aus 5Mo 32,10 ; „Apfel“ (wörtlich: „Tor oder Öffnung“) bezieht sich wahrscheinlich auf die Pupille – den verwundbarsten Teil des Auges, der Schutz am nötigsten hat. Hier ist er ein Bild für das von Gott beschützte Israel.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

»Nach Ehre«, ’acharé kabod: Die Frage ist, ob ’acharé (»nach, hinter«) örtlich oder zeitlich zu fassen sei. Wäre das Wort zeitlich zu verstehen, wäre der Sinn der Aussage folgender: Nachdem der Herr das Werk der Errettung an Jerusalem getan und darin seine Herrlichkeit manifestiert hat (Siehe V. 9: »[Ich werde] zur Herrlichkeit … sein in seiner Mitte.«), wird er zu den Nationen gesandt, um diese zu richten. Das stimmt aber nicht mit dem einheitlichen Zeugnis der Schrift überein, nach dem der Herr zuerst die Nationen richten wird, ehe er Israel wiederherstellt und seine Herrlichkeit unter seinem Volk wohnt. Und es stimmt auch sprachlich nicht; denn es müsste dann vor »Herrlichkeit« der Artikel stehen (»nach der Herrlichkeit«), aber der Artikel fehlt. Also müssen wir ’acharé örtlich fassen: Jahwe der Heerscharen sendet seinen Sohn, der nur einem Ziel nachjagt: der Ehre seines Gottes. Er eifert um die Ehre des Gottes Israels, wenn er sich zu den Nationen senden lässt, um sie zu richten. Auch wenn er Israel rettet und segnet, eifert er um die Herrlichkeit des Gottes Israels. Wir können den hebräischen Satz etwa so umschreiben: »Die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren, hat er mich zu den Nationen gesandt.«
»er [hat] mich zu den Nationen gesandt«: Dies geschah mit dem Ziel, diese zu richten. Das zeigt sich am Nachsatz »die euch berauben«. Im zweiten Gesicht hatten wir gesehen, dass die Nationen heimgesucht werden müssen, weil sie Israel zerstreut hatten. Ferner wird die Sendung des Gesandten begründet mit dem Satz: »… denn wer euch antastet, tastet seinen Augapfel an«. Wer das Volk Gottes antastet, tastet »seinen«, d. h. Gottes, Augapfel an (5Mo 32,10). Es geht also um jenes Volk, auf das Gott mehr achthat als auf jedes andere (vgl. Ps 17,8; Spr 7,2). Entsprechend gilt: Wer die Heiligen verfolgt, der verfolgt den Christus Gottes (Apg 9,4–5). Die Nationen hatten Israel im Zorn angetastet, nun wird Gott sie im Zorn antasten.
Die Nationen hatten das Volk Gottes geplündert; der Herr wird im Gericht die Verhältnisse umkehren (Jes 14,2). Die Nationen werden den einst Geplünderten »zum Raub« sein. Es wird sich in der endgültigen Erlösung Israels wiederholen, was in der Erlösung aus Ägypten geschah: Damals beraubten die Kinder Israel die Ägypter (2Mo 12,36).

Benedikt Peters . Kommentar zu Sacharja

Um Ehre zu erlangen, hat er mich zu den Völkern gesandt, die euch ausgeplündert haben. Die heidnischen Völker haben Gottes Volk weggeführt und damit Gottes Ehre angetastet. Nun wird Gott seine Ehre wieder von ihnen fordern. »Er hat mich zu den Völkern gesandt.« Wer läßt sich um Gottes Ehre willen zu den Völkern senden? Unser Text läßt diese Frage unbeantwortet. Da der ganze Abschnitt in die messianische Zeit weist, liegt die Annahme nahe, daß diese Worte ein vorweggenommenes Bekenntnis des Messias sind.
Gott erweist seine Herrlichkeit darin, daß er die Heiden richtet, die sich an Israel vergreifen. Der Gedanke, der mit der Vision von den vier Hörnern und vier Schmieden verbunden war (2,1–4), taucht hier wieder auf: Wenn Gottes Volk angegriffen wird, fühlt sich Gott selbst angegriffen. Wer euch antastet, tastet seinen Augapfel an. Das Bild muß ernst genommen werden: Gott reagiert sehr empfindlich darauf, wenn seinem Volk Schaden zugefügt wird. Gottes Gemeinschaft mit seinem Volk ist so fest, daß jeder Schlag gegen Israel ihn selbst trifft. (In gleicher Weise hat sich später Jesus Christus mit der Schar seiner Jünger, mit seiner Gemeinde, identifiziert; vgl. Mt 10,40; Joh 13,20; 15,20.)

Wuppertaler Studienbibel

Ermahnung (Sach. 2:6-9). Der Herr ermahnte die Juden, die sich noch in Babylon befanden, die Stadt zu verlassen und sich dem Überrest in Jerusalem anzuschließen. Warum sollten sie in der Bequemlichkeit und Sicherheit einer heidnischen Gesellschaft bleiben, wenn sie in ihrem eigenen Land dringend gebraucht wurden? Der Tag würde kommen, an dem Babylon, das jetzt unter persischer Herrschaft stand, für seine Sünden gerichtet werden würde und diejenigen, die ihm dienten, es ausplündern würden. Verlassen Sie das Land, solange es noch eine Gelegenheit gibt!

Diese Ermahnung bedeutete nicht, dass jeder Jude, der in Babylon blieb, nicht dem Willen Gottes entsprach. So wie Gott Josef nach Ägypten schickte, um den Weg für seine Familie zu bereiten, so hatte er Menschen wie Esther und Mordechai, Daniel und seine Freunde und Nehemia in heidnischen Städten in verantwortlicher Position, wo sie das Werk tun konnten, das er für sie vorgesehen hatte. Der Herr rief die Juden zusammen, die Bequemlichkeit, Berufung und Sicherheit über das Werk Gottes in ihrer eigenen heiligen Stadt stellten. (Siehe Jes. 48:20 und 52:11; Jer. 50:8 und 51:6, 9, 452. Korinther 6,14-18; und Offb. 18,4).

Die Juden sind für Gott sehr wertvoll; er hat sie „den Apfel [Pupille] seines Auges“ genannt (Sach 2,8; Deut 32,10; Ps 17,8). Die Pupille ist die winzige Öffnung in der Iris, die das Licht hereinlässt, und das ist ein sehr empfindlicher und wichtiger Bereich dieses lebenswichtigen Organs. Daher ist alles, was uns lieb und teuer ist, wie die Pupille des Auges.

Der Messias spricht immer noch, wenn er sagt: „Er [Gott, der Vater] hat mich zur Herrlichkeit gesandt“ (Sach 2:8, NKJV), d. h. „um ihm Herrlichkeit zu bringen“. Der ganze Zweck des Lebens Christi auf der Erde, seines Dienstes, seines Todes und seiner Auferstehung war es, Gott die Ehre zu geben (Johannes 1,14; 12,23, 2817:4); und ein Teil dieser Herrlichkeit wird die zukünftige Wiederherstellung Israels im Königreich beinhalten, wenn er auf Erden regiert (Jes. 61:3-11).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series

Jehova ist unser Gesetzgeber

Denn Jehova ist unser Richter, Jehova unser Feldherr, (And üb.: Gesetzgeber) Jehova unser König; er wird uns retten.
Elberfelder 1871 – Jesaja 33,22

Denn der Ewige ist unser Richter, der Ewige ist unser Gesetzgeber, der Ewige ist unser König: Er wird uns helfen.
Die Philippson-Bibel – Jesaja 33:22

denn ER, Rechtschaffer uns,
ER, Gesetzstifter uns,
ER, König uns,
er befreit uns!
Buber & Rosenzweig – Jes 33,22

Ist Jehovah wirklich DEIN Gesetzgeber? Oder ist es nicht eher so, dass du wegen vielen Dingen bei Menschen nachfragst, bzw die Website der Kirche/Gemeinde/Organisation befragen musst? Oder gehst du wirklich ins Gebet und liest in der Bibel dein regelmäßiges Bibellsesprogramm -um durch den heiligen Geist eine Antwort in deiner Bibel zu finden???
Fakt ist: Jehovah ist so mächtig, dass ER keine Hilfe durch eine Kirche oder Organisation bedarf, um mit dir und mir persönlich in Kontakt zu treten.


Warum können alle, die Gottes Königreich lieben, zuversichtlich auf Gottes Schutz bauen? Jesaja erklärt: „Jehova ist unser Richter, Jehova ist unser Satzungsgeber, Jehova ist unser König; er selbst wird uns retten“ (Jesaja 33:22). Jehova übernimmt die Verantwortung, seine Diener, die seine Stellung als höchster Souverän anerkennen, zu schützen und zu leiten. Sie unterordnen sich bereitwillig der Herrschaft seines messianischen Königs und anerkennen, dass Jehova nicht nur die gesetzgebende, sondern auch die vollziehende Gewalt hat. Für Anbeter Jehovas ist die Herrschaft, die er durch seinen Sohn ausübt, jedoch keine Last, weil er Recht und Gerechtigkeit liebt. Sich seiner Autorität zu unterwerfen ist ihnen stattdessen „zum Nutzen“ (Jesaja 48:17). Er wird seine Loyalgesinnten niemals verlassen (Psalm 37:28).

jw,org – Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen

Eben! Wie ich oben geschrieben habe: keine Org sondern Jehovah ist die „gesetzgebene und auch die vollziehende Gewalt“ !
Seshalb ist der Satz


. Wir vergöttern auch keine Menschen, ob geistliche Oberhäupter, politische Führer oder Stars aus Sport und Unterhaltung.

Der Wachtturm Juli 2023

vom Inhalt zwar richtig. ABER wohl nur Wunschdenken – den die Wirklichkeit sieht doch bei den meisten so aus, dass sie den „religiösen Führern“ in Videos und Vorträgen nachfolgen – und jede Entscheidung unhinterfragt folgen! Also werden diese Menschen doch „vergöttert“ – besonders dann, wenn die Entscheidung einer „geistigen Führung“ im Gegensatz zu den Anweiseungen Jehovahs sind!

Jesaja geht jetzt genauer auf die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes ein. Weil Gott sich erbarmend in der Stadt Davids eingefunden hat, ist ihr Leben in unbeschreibbarer Fülle. Was da anklingt, übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen. Jerusalem wird ein Quellort für unaufhörlich sprudelndes Wasser sein, das nach allen Himmelsrichtungen abfließt. Das erneuerte Jerusalem spendet damit Lebenswasser für seine Umgebung – die Schau der letzten Kap. der Johannesoffenbarung wird vorbereitet. Wie gesagt, vorstellbar soll dies alles nicht sein; denn wie die auf dem Berge liegende Stadt von »Nilarmen«240 umgeben sein soll, übersteigt alles Verstehen. Zum Bild von den Nilarmen gehört auch die Erwähnung von Ruderschiffen, die den Waren- und Personenverkehr tätigten. Aber einst waren diese Schiffe für Juda die Garanten, daß der ägypt. Nachschub rollte; darum wird jetzt in der Heilszeit kein Ruderschiff die neu geschaffenen Wasserarme befahren. Gottes Land wird völlig befriedet sein und bedarf keiner Unterstützung von außen mehr; denn Gott selbst wird für uns herrlich sein, und darin liegt die Garantie für ein von Herrlichkeit geprägtes Leben. Gott wird alles in allem sein, darum ist er Richter und Gesetzgeber, König und Retter in einem. So wird das Neue für alle Zeiten erhalten und geschützt.

Wuppertaler Studienbibel – Der Prophet Jesaja

Mit dem Propheten teilt auch die Kirche Christi bis heute diese große Erwartung. Die ersehnte Heilszukunft, die auch für die Völker und die Erde zu erwarten ist, wird nichts Geringeres sein, als die Herrschaft Gottes unter Völkern, die auf Grund der Vergebungbotschaft des Kreuzes ihr Leben in Liebe und Hingabe Gott für immer unterstellt haben.

Jakob Kroeker 1934 – Jesaia der Ältere

Zu Jesaja 33:20-24 stellen wir fest: Ruhe und Sicherheit werden Jerusalem an jenem Tag kennzeichnen (V. 20), denn Jehova in der Person des Messias wird in dieser Stadt wohnen (V. 21a). Siehe The Footsteps of the Messiah: A Study of the Sequence of Prophetic Events, S. 472.

Arnold Fruchtenbaum – Fragen und Antworten auf ariel.org

Die Verse 22-24 beschreiben den Zustand der Regierung Israels zur Zeit der Wiederherstellung, beginnend in Vers 22 mit der Herrschaft des Königs: Denn Jehova ist unser Richter, Jehova ist unser Gesetzgeber, Jehova ist unser König; er wird uns retten. In Jesaja 32:1 wurde die Herrschaft des Königs als in der Zukunft liegend angesehen: „Siehe, ein König wird in Gerechtigkeit herrschen. Jetzt ist sie bereits eingetreten. JHWH ist der Richter, also wird es Gerechtigkeit geben. JHWH ist der Gesetzgeber, also wird es Gerechtigkeit geben. JHWH ist der König, und deshalb wird er in Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit regieren, mit dem Ergebnis, dass Israel sowohl körperlich als auch geistlich gerettet werden wird.

Arnold Fruchtenbaum – Bibelkomentar Jesaja

Dann beschreibt der Prophet das fruchtbare Land, in dem die Erlösten (V. 15 – 16 ) wohnen werden. Dies ist das Königreich Israel, wo Gerechtigkeit und Frieden im Land herrschen. Der König (vgl. Jes 32,1; Jes 33,22;43,15; Mi 2,13; Zeph 3,15; Sach 14,9 ), der Messias, wird dort sein ( Jes 33,17 ), und die Menschen werden ihn sehen . Sie werden sich an die früheren Zeiten erinnern (V. 18 – 19 ) und erkennen, daß jeder, der nicht gerecht gelebt hat, nicht mehr bei ihnen ist. Kein ausländischer Eindringling wird unter ihnen sein, auch keine Assyrer, jenes hochmütige Volk , das eine unverständliche Sprache hat (V. 19 ; vgl. Jes 28,11 ). Jerusalem wird friedlich und sicher sein ( Jes 33,20 ), und kein Krieg wird das Volk Israel mehr bedrohen (V. 21 ). Die Menschen, deren Verhältnis zum Herrn in Ordnung gebracht ist, werden ihn als ihren Richter, Gesetzgeber, König (vgl. V. 17 ) und Retter (V. 22 ) anerkennen.
Der Sieg über AssyriDie Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentaren wird wie ein Schiffbruch sein, nach dem die vielen Beutegüter des Schiffes unter die Israeliten aufgeteilt werden. Es wird so viel Beute dort sein, daß selbst dann noch viel übrig ist, wenn die Lahmen dorthin kommen. Die Krankheit wird verschwunden (vgl. Jes 57,18-19; 58,8; Jer 33,6 ) und die Sünden des erlösten Überrestes werden vergeben sein ( Jes 33,24 ; vgl. Jer 31,34; 33,8; 36,3;50,20 ). Frieden, Wohlstand und Rettung werden durch Gottes souveränes Eingreifen, nicht durch ein Bündnis oder menschliche Klugheit, kommen.

„so gab es auch keinen Anfang, ehe Gott den ersten Anfang erschuf“

Früher habe ich des öfteren „Diskussionen“ über die Zeit, wo Gott noch nichts erschaffen hatte, und wie viel Zeit Er allein war. Habe in den letzten Tagen ein Buch gehört, und möchte einen Gedanken hier zitieren:

Die meiner Ansicht nach beste Definition Gottes ist schon etwas älter und stammt vom Theologen Anselm von Canterbury (1033–1109). Sinngemäß schreibt er in seinem Werk Proslogion:
Gott ist das in jeder Hinsicht größte vorstellbare Wesen. Wenn wir von etwas noch größer als von Gott denken können, ist das Gott (id quo nihil maius cogitari potest).

Stephan Lange – Begründet glauben: Denkangebote für Skeptiker und Glaubende

Wenn Theisten sagen, Gott sei der Schöpfer, meinen sie ja nicht nur, dass er feste Gegenstände wie Planeten oder Pflanzen erschaffen hat. Sie meinen damit, dass er wirklich alles erschaffen hat. Alles, was man sich vorstellen kann: Nichts war, bevor Gott es erschuf.
Das heißt, dass Gott sogar Ideen erschuf. Er erschuf nicht nur das konkrete Universum aus Quantenfeldern, Gasen, festen Körpern und Flüssigkeiten; er erschuf auch alle abstrakten Wirklichkeiten wie Güte oder Sinn. Diese Ideen existierten nicht, bevor er sie erschuf. So wie es keine Pflanzen gab, ehe Gott die erste Pflanze erschuf, so gab es auch keinen Anfang, ehe Gott den ersten Anfang erschuf. Der Einwand beruht also auf einem Missverständnis. Man kann schlecht fragen »Wer erschuf Gott?«, weil bereits die Idee des Erschaffens Gottes Idee war. So etwas wie die Schöpfung gab es nicht, bevor Gott sie erschuf.
In den Ausführungen spiegelt sich auch die anfangs skizzierte Definition Gottes von Anselm wider: Wer fragt, wer Gott erschaffen hat, der spricht eben noch nicht von Gott, dem in jeder Hinsicht größten vorstellbaren Wesen, sondern denkt noch an eine Zwischeninstanz, eine Art »Weltenbaumeister« – einen Demiurgen.

Stephan Lange – Begründet glauben: Denkangebote für Skeptiker und Glaubende