Überwacht oder Behütet?

Von hinten und von vorn hast du mich eingeengt, und auf mich gelegt deine Hand.
Elberfelder 1871 – Psalm 139,5

Von allen Seiten umschließt du mich, / ich bin ganz in deiner Hand.
Neue evangelistische Übersetzung – Psalm 139,5

Vorn und hinten umschließt du mich.
Und du legst deine Hand auf mich.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Psalm 139,5

Du bist ein Schutzschild, umgibst mich mit schützender Kraft, du befreist mich von der Angst, nimmst meine zitternde Hand.
VolxBibel – Ps 139,5

»… und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt, vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben« (Hebr 4,13). Und weil er uns so unvorstellbar genau kennt, kann er uns von hinten und von vorn bewachen. Immer und überall liegt seine Hand bewahrend auf uns.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Im 5. Vers bekennt David, dass er auf allen Seiten von Gott umgeben und von seinen aufmerksamen Blicken umfangen ist, so dass es vergeblich wäre, entfliehen zu wollen, wohin er sich auch wenden möchte. Das Gleiche besagt der zweite Teil des Verses: „und hältst deine Hand über mir“. Auf alle Sterblichen legt Gott gleichsam seine Hand und behält sie so unter seiner Aufsicht, so dass sie ohne sein Vorwissen auch nicht den geringsten Schritt zur Seite tun können.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Mit diesen Worten schließt der Sänger seine Erkenntnis über das Wissen Gottes. Zwar ist der Mensch frei. Er mag sich entscheiden, wozu er will. Nur vermag er sich Gott nicht zu entziehen. Auch vermag er nicht über eine bestimmte Grenze seines Handelns hinauszugehen. Dann zerbricht er an der Hand, die sich auf ihn gelegt hat. Der Autorität und Herrschaft Gottes vermag sich niemand zu entwinden. Auch in seiner Freiheit bleibt der Mensch begrenzt durch die Souveränität seines Schöpfers. Zwar vermag er sich wider Gott zu erheben, er kann sich aber in seiner Erhebung nicht Gott entziehen. Ihm muss seine Freiheit zum Gericht werden, wenn er in ihr Gottes Souveränität durchbrechen will.
Mag der Psalmist aber auch noch so tief in das Geheimnis vom Wissen Gottes eindringen, er fühlt die Grenze zwischen sich als dem Geschöpf und Gott als dem Schöpfer. Gottes Wissen ist ihm zu wunderbar, zu hoch, um es begreifen zu können. Dieser menschlichen Grenze bleibt sich auch der neutestamentliche Jünger bewusst. Zwar kennt er jene Begnadigung, von der Paulus Schreibt: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in kein Menschenherz gedrungen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben. Denn uns hat es Gott durch seinen Geist geoffenbart; denn der Geist ergründet alles, auch die Tiefen der Gottheit“ (1Kor 2, 9f.). Je mehr er jedoch im Antlitze Jesu Christi die Herrlichkeit Gottes in ihren Tiefen schaut, desto mehr erkennt er sein eigenes Nichtwissen. Anbetend beugt er sich vor Gott als dem Vater der Barmherzigkeit, den er in seinen Tiefen nie ganz zu erkennen vermag. Es ist verständlich, welch eine Verantwortung sich dem Menschen auf die Seele legt, sobald er in solch einer klaren Gotteserkenntnis lebt. Er fühlt, so bewusst er sich auch über so vieles in seinem Leben hinweg zu setzen sucht, es kommt doch einmal die Stunde, wo er sein Denken und Handeln zu verantworten hat

Kroeker – Ausgewaehlte Psalmen

Jehovahs Ehe auf Weltzeit

Und ich will dich mir verloben auf unabsehbare Zeit, und ich will dich mir in Gerechtigkeit und in Recht und in liebender Güte und in Erbarmungen verloben. 20 Und ich will dich mir in Treue verloben; und du wirst Jehova gewiß erkennen.‘
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Hosea 2,19–20

Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Gericht, und in Güte und in Barmherzigkeit,
(22) und ich will dich mir verloben in Treue; und du wirst Jehova erkennen.
Elberfelder 1871 – Hosea 2,21–22

Ich schließe die Ehe mit dir für alle Zeiten; mein Brautgeschenk für dich sind meine Hilfe und mein Schutz, meine Liebe, mein Erbarmen(Jes 54,5-6) und meine unwandelbare Treue. …
Gute Nachricht Bibel – Hos 2,21–22

Ich verlobe dich mir auf Weltzeit,
ich verlobe dich mir
in Wahrhaftigkeit und in Recht,
in Huld und in Erbarmen,
ich verlobe dich mir
in Treuen,
erkennen wirst du MICH.
Buber & Rosenzweig – Hos 2,21–22

Und will dich mit Mir verloben in Ewigkeit, und dich Mir verloben in Gerechtigkeit und in Gericht, und in Barmherzigkeit und in Erbarmen. Hos 2,16; Offb 19,7.9.
Und werde dich Mir verloben in Treue, und du sollst Jehovah erkennen. Jer 31,34.
Tafelbibel – Hos 2,21–22

Es gibt aber ein Charakteristikum, das mehr als alles andere den göttlichen Ursprung der Bibel beweist: Prophezeiungen — schriftliche Voraussagen über künftige Ereignisse, die mit Bestimmtheit eintreten. Wendungen wie „Es soll geschehen an jenem Tag“ und „Es soll geschehen im Schlußteil der Tage“ findet man nur in der Bibel (Jesaja 2:2; 11:10, 11; 23:15; Hesekiel 38:18; Hosea 2:21-23; Sacharja 13:2-4).

Wachtturm 15.April 1995

Die Erneuerung der Ehe Gottes mit Israel wird mit Worten der Verlobung beschrieben. Kidner zeigt, daß das Wort verloben „einen neuen Anfang, mit der ganzen Frische der ersten Liebe“ meint ( Love for the Loveless , S. 34). Es wird sein, als wären Gott und Israel wieder zu den Tagen der Werbung umeinander zurückgekehrt. Die Verlobung war im Israel jener Zeit weit mehr und verpflichtender als in der heutigen westlichen Gesellschaft. Das Gesetz behandelte ein verlobtes Paar so, als wäre es bereits rechtlich verheiratet ( 5Mo 20,7; 22,23-24 ). Bei der Verlobung bezahlte der Mann einen Brautpreis, um die Abmachung zu besiegeln (vgl. 1Sam 3,14 ). Der Brautpreis Gottes wird aus Gerechtigkeit, Recht, Liebe, Barmherzigkeit und Treue bestehen. Diese Dinge werden sein Verhältnis zu Israel charakterisieren, ein Verhältnis, das niemals wieder unterbrochen werden wird (vgl. Hos 2,19 ).
„Gerechtigkeit“ ( QeDeq ) und „Recht“ ( miSpoF ) sprechen hier von der Aufrechterhaltung von Israels Gerechtigkeit, einer Rechtfertigung durch Erlösung. „Liebe“ ( HeseD ) ist eine unerschütterliche Hingabe, die alle Verpflichtungen einer Beziehung erfüllt. „Barmherzigkeit“ ( raHXmIm , verwandt mit rAHam , das in Hos 1,6-7; 2,3.6 benutzt wird) ist ein Gefühl der Zuneigung, das zu gnädigem Verhalten führt. „Treue“ ( ?MmUnCh ) meint Verläßlichkeit und beständige Zuverlässigkeit.
In der Antwort auf die göttliche Liebe, die über Israel ausgegossen ist, wird es den HERRN anerkennen . Entgegen seiner früheren Neigung zu vergessen (vgl. V. 15 ), wird es nun seine Autorität anerkennen und ihm treu sein. „Anerkennen“ ( yADaZ , wörtl.: „kennen, wissen“) wird im Zusammenhang von Bünden oft benutzt. So anerkennt (wörtl.: „kennt“) z. B. der Herr das besondere Verhältnis Israels zu sich (vgl. Am 3,2 ). Israel soll nur die Autorität seines Herrn anerkennen („kennen“; vgl. Hos 13,4 ). Im hebräischen Denken ist solches Anerkennen nicht bloß ein geistlicher Denkvorgang, sondern muß zum Tun führen (vgl. Jer 22,16 ). Im Fall Israels bedeutet es Gehorsam gegenüber den Geboten des Herrn (vgl. Hos 8,1-2 ). In der Zukunft wird ganz Israel den Herrn „kennen“, denn er wird, wie Jeremia schreibt, sein „Gesetz in ihr Denken geben und in ihre Herzen schreiben“ ( Jer 31,33 ). Dies ist die Verheißung des neuen Bundes ( Jer 31,31-34 ), die der erneuten Eheschließung in Hos 2,21-22 entspricht.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Hosea begann mit der Beschreibung der Werbung und des Werbens in der Wüste (Verse 14–15). Israel wird wieder in die Wüste gelockt (im Land Edom und in der Stadt Bozrah), wo Gott in der Werbung zu ihrem Herzen sprechen wird, und wenn sie antwortet, werden alle ihre Weinberge wiederhergestellt. Die Ergebnisse dieser Restauration werden als nächstes beschrieben (Verse 16–23). Es wird vier Ergebnisse dieser Wiedervereinigung geben. Das erste Ergebnis (Verse 16–17) ist, dass Israel Gott nicht mehr als Baali, sondern als Ishi ansprechen wird. Es gibt ein sehr interessantes Spiel mit Wörtern im hebräischen Text, wenn diese beiden hebräischen Wörter verwendet werden. Beide Wörter, Baali und Ishi, sind gute hebräische Wörter, die „mein Ehemann“ bedeuten. Während beide „mein Mann“ bedeuten, gibt es einen kleinen Unterschied in der Bedeutung. Ishi bedeutet „mein Mann“ im Sinne von „mein Mann“. Baali bedeutet „mein Mann“ im Sinne von „mein Meister“. Beide Wörter sind vollkommen gute hebräische Wörter für „meinen Mann“ und werden in der gesamten Schrift synonym verwendet. Trotzdem sagte Gott, dass der Titel Baali nicht mehr verwendet wird, sondern nur noch Ishi. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass das Wort Baali sehr nach einem der Götter klingt, mit denen Israel Ehebruch begangen hat: dem Gott Baal. Wenn Israel auch in Zukunft Gott Baali nennen würde, könnte es beginnen, sich an ihren früheren Liebhaber Baal zu erinnern. Um auch nur den Hinweis auf die Erinnerung an den anderen Liebhaber, Baal, zu vermeiden, wird Israel Gott nicht mehr als Baali ansprechen, sondern nur noch als Ishi. Das zweite Ergebnis (Vers 18) ist Frieden und Sicherheit. Israel wird nie wieder von den Nationen besetzt werden, deren Götter sie einst verehrte. Das dritte Ergebnis (Verse 19–20) ist die neue Verlobung. Das Wort Verlobung wird dreimal verwendet, und die drei Verwendungen beschreiben die drei Elemente dieser neuen Verlobung. Erstens: Was die Zeit betrifft, wird es für immer sein. Zweitens: Inhaltlich wird es in Gerechtigkeit, Gerechtigkeit, Güte und Barmherzigkeit sein. Drittens: In Bezug auf Qualität wird es in Treue sein. Das vierte Ergebnis (Verse 21–23) ist die neue Bedeutung für Jesreel. Dieser Begriff kann zwei Dinge bedeuten: Gott streut und Gott sät. Während der Zeit der Bestrafung erlebte Israel die erste Bedeutung: Gott streut. Israel war außerhalb des Landes verstreut. Aber jetzt wird Israel die zweite Bedeutung erfahren, Gott sät. Jetzt wird Gott Israel zurück ins Land säen. Das Tal von Jesreel, Israels größtes und produktivstes Tal, hatte oft nicht produziert, weil Gott seinen Segen entfernt hatte. Aber jetzt, nachdem die Wiederverheiratung stattgefunden hat, werden alle Segnungen Gottes im Tal von Jesreel wiederhergestellt und es wird fast gleich nach der Aussaat des Feldes produziert. Zusammenfassung Dies sind also die sechs Phasen der Beziehung Israels als Frau Jehovas, einer Frau, die Gott geheiratet hat, die aber Ehebruch begangen hat. Schließlich fand eine Trennung statt, gefolgt von einer Scheidung, und heute befindet sich Israel in der Phase der Bestrafung. Es wird jedoch noch die Zeit kommen, in der Israel bei seiner nationalen Erneuerung wieder verheiratet und mit all seinen wiederhergestellten Segnungen wieder mit seinem Gott vereint wird.

Fruchtenbaum – Die Schritte des Messias: eine Untersuchung der Abfolge prophetischer Ereignisse

Kaum zu glauben, dass sich der Schöpfer an ein Volk binden sollte? Warum sollte ER dies tun? Was wäre mit all den anderen Menschen, weltweit? – die Lösung dieser Fragen kam dann im „NT“ – siehe dazu die Worte des Paulus an die Römer ….
Hier eine kleine Zusammenfassung von Arnold Fruchtenbaum:

Die Kirche: Die Braut des Messias In den heiligen Schriften gibt es ein völlig anderes Bild in Bezug auf die Kirche. Was Gott über die Kirche und ihre Beziehung als Braut des Messias zu sagen hat, unterscheidet sich radikal von dem, was über Israel als die Frau Jehovas gesagt wurde. Dies zeigt die Notwendigkeit, diese Unterscheidungen beizubehalten. Alle neutestamentlichen Passagen in Bezug auf diese Beziehung der Kirche als Braut des Messias gehen davon aus, dass die Kirche eine verlobte Braut ist, die noch nicht mit ihrem Ehemann verbunden ist.

Fruchtenbaum – Die Schritte des Messias: eine Untersuchung der Abfolge prophetischer Ereignisse

Das eine schließt also das andere nicht aus!

Ist Christus der Mittelpunkt meines Lebens?

Gott wollte in seinem Sohn komplett anwesend sein. Er wollte, dass Jesus dafür sorgt, dass alles wieder gut wird in der Beziehung zwischen Gott und der Erde, dass alle Frieden mit ihm finden können. Und das ist dadurch passiert, dass Jesus am Kreuz verblutet ist.
VolxBibel – Kolosser 1,19–20

Ja, Gott hat beschlossen, mit der ganzen Fülle seines Wesens in ihm zu wohnen (wörtlich: Ja, er hatte beschlossen, die ganze Fülle ´seines Wesensin ihm wohnen zu lassen bzw. Ja, die ganze Fülle ´der Gottheit hatte beschlossen, in ihm zu wohnen…) und durch ihn das ganze Universum mit sich zu versöhnen. Dadurch, dass Christus am Kreuz sein Blut vergoss, hat Gott Frieden geschaffen.
Die Versöhnung durch Christus umfasst alles, was auf der Erde, und alles, was im Himmel ist.
Neue Genfer Übersetzung_- Kol 1,19–20

denn [Gott] hat es für gut befunden, in ihm die ganze Fülle wohnen zu lassen und durch ihn alle [anderen] Dinge wieder mit sich zu versöhnen, indem Frieden gemacht wurde durch das Blut, [das er] am Marterpfahl [vergoß], es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Kol 1,19–20

denn es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle, (Vergl Kap 2,9) in ihm zu wohnen und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen, indem (O. nachdem) er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes, durch ihn, es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln.
Elberfelder 1871, Kolosser 1,19–20

Und in diesem Zusammenhang stellen wir fest, dass es eine ganze Reihe von Aussagen in der Schrift gibt, die gleichermaßen die endgültige Herrschaft Gottes („dass Gott alles in allem sein kann“) und die endgültige Unterstellung aller Dinge unter Christus lehren – und all dies in Verbindung mit der gesegneten Tatsache, dass Christus „für jeden Menschen den Tod gekostet hat“, „dass die Welt durch ihn gerettet werden kann“ und infolgedessen „alles“ zu sich selbst zu ziehen, comp. Kol. 1:19, 20 (vgl. Johannes 3:17; 12:32; Röm. 5: 18–21; 1. Kor. 15: 20–28; Eph. 1:10; Kol. 1:19, 20; 1 Tim. 2: 4, 6; 4:10; Heb. 2: 9; 1 John 2: 2; 4: 14 – alle diese Passagen müssen jedoch in ihrem Zusammenhang studiert werden).

Das Leben und die Zeiten Jesu des Messias

Das achte Ergebnis des Todes Jeschuas ist, dass es zum Grund des Friedens wird. Es ist die Grundlage für Frieden in drei Bereichen.
Erstens führte der Tod Jesu zum Frieden zwischen Gott und dem Menschen (Röm 5,1).
Zweitens bringt der Tod Jeschuas Frieden zwischen Juden und Nichtjuden, die an ihn glauben (Eph. 2: 11–16; Kol. 3:11).
Drittens bedeutet der Tod Jesu Frieden für das Universum. Dieser Frieden ist noch keine Realität, wird es aber irgendwann sein (Kol. 1:20).

Arnold Fruchtenbaum

Jesus ist Ehrfurcht gebietender und wunderbarer als alles andere in der Schöpfung! Wenn wir ihn erkennen, wie er ist, warum sollten wir unsere Zuneigung irgendjemandem sonst geben wollen? Dieses Porträt von Christus bietet eine herrliche Liste von Namen, Charaktereigenschaften und Rollen, die uns helfen, ihn zu erkennen und für alles, was er für uns ist, anzubeten:

Ein so Ehrfurcht gebietender Mensch hat es verdient, in Ihrem Leben unübertroffen zu sein. Er verdient nichts weniger als Ihre reine und aufrichtige Hingabe. Er ist Ihr Schöpfer, Erlöser, Erhalter, Ihr wahrer Ehemann. Es mag seltsam scheinen für Christen beiderlei Geschlechts. Christus so zu bezeichnen. aber es ist eine geistliche Realität. Die menschliche Ehe ist nur ein Bild für unsere Vereinigung mit Christus. Gott hat die Ehe eingesetzt, damit wir verstehen sollen, was es bedeutet, mit ihm in einer Beziehung zu sein.
Ist Christus der Mittelpunkt Ihres Lebens? Zeigen Sie eine aufrichtige und reine Hingabe an ihn in den Bereichen Familie, Beruf, Freundschaften, Ehe, Essverhalten, Sexualität. Dienst, Gedanken, Vergnügen, Zeit und Geld?

Timothey S. Lane, Alles anders – aber wie?

„Lasst uns ganz nahe bei ihm sein und uns vor allen Leuten radikal zu ihm bekennen.“

Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesum, den Sohn Gottes, so laßt uns das Bekenntnis festhalten;
Elberfelder 1871 – Hebräer 4,14

Leute, wir haben den besten Priester, den es gibt, Jesus! Er ist durch den Himmel gezogen, er ist der Sohn von Gott! Lasst uns ganz nahe bei ihm sein und uns vor allen Leuten radikal zu ihm bekennen. Dieser höchste Priester, den es gibt, versteht uns, er weiß, was es bedeutet, auf dieser Welt zu leben, er war selbst da! Er ist aber bei keiner Versuchung schwach geworden, er hat es gepackt! Wir können ohne Angst zu Gott kommen, er liebt uns! Bei ihm bekommen wir alles, was wir brauchen und wann wir es brauchen, nämlich seine Liebe und seine Zuwendung.
VolxBibel – Hebr 4,14–16

Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so laßt uns an [unserem] Bekenntnis [zu ihm] festhalten. Denn als Hohenpriester haben wir nicht einen, der nicht mitfühlen kann mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem auf die Probe gestellt worden ist wie wir selbst, doch ohne Sünde. Nahen wir uns daher mit Freimut der Rede dem Thron der unverdienten Güte, damit wir Barmherzigkeit erlangen und unverdiente Güte finden mögen als Hilfe zur rechten Zeit.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Hebr 4:14–16

Es besteht im Gegenteil Grund genug, festzuhalten an dem Bekenntnis, wenn man bedenkt, daß die Gläubigen einen großen Hohenpriester haben … der die Himmel durchschritten hat. Nur einmal ( Hebräer 2,1-3,6 ) war bislang von der Priesterschaft Jesu die Rede, auch wenn dieser Gedanke implizit in Hebräer 1,3 enthalten war. An dieser Stelle kündigt sich jedoch an, daß die Priesterschaft Jesu in der weiteren Folge des Briefes zum Gegenstand ausführlicher Erörterungen wird. Zunächst liegt dem Verfasser allerdings daran, seinen Lesern die praktische Relevanz dieses Gedankens klarzumachen, indem er sie ermahnt, „am Glauben festzuhalten“. Sie müssen wissen, daß die Priesterschaft ihres Herrn ihnen alles erschließt, was sie brauchen.
Ihr Hoherpriester war überall da gewesen, wo auch sie sind, und war versucht worden … in allem, wie sie selbst. Auch wenn er, anders als sie, ohne Sünde war (vgl. Hebräer 7,26; 2Kor 5,21; 1Joh 3,5) und seinen Versuchungen niemals erlag (was seiner Gottheit widersprochen hätte), so war er ihnen als Mensch doch wirklich ausgesetzt (wie ein unbeweglicher Fels die anstürmende Gewalt des Meeres spürt), und darum kann er mitleiden (sympathEsai) mit unserer Schwachheit. Man kann in der Tat argumentieren – was auch geschehen ist -, daß nur jemand, der der Versuchung widerstanden hat, ihre ganze Gewalt kennen kann. Deshalb hat der Sündlose eine stärkere Fähigkeit zum Mitgefühl, als jeder Sünder es für seinen Nächsten haben kann.
Mit einem solchen Hohenpriester können die Christen hinzutreten mit Zuversicht (parrEsias; vgl. Hebräer 3,6;10,19.35 ) zu dem Thron der Gnade. In einem Text voller schöner und ergreifender Wendungen muß der Begriff „Thron der Gnade“ nichtsdestoweniger besonders im Gedächtnis haften.
Diese Vorstellung von der Gegenwart Gottes, zu der die bedrängten Christen zu jeder Zeit ihre Zuflucht nehmen können, bringt in einzigartiger Weise die Herrschermacht dessen, dem sie sich nähern (sie treten vor einen „Thron“), und seine Güte zum Ausdruck. Bei einer solchen Begegnung mit Gott können die Christen mit Sicherheit darauf hoffen, daß sie Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn sie Hilfe nötig haben.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Nachdem wir dann einen großen Hohepriester haben, der durch den Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, lassen Sie uns unser Bekenntnis festhalten. Denn wir haben keinen Hohenpriester, der nicht mit dem Gefühl unserer Gebrechen berührt werden kann; aber eine, die in allen Punkten versucht wurde wie wir, aber ohne Sünde. Lasst uns deshalb mit Kühnheit dem Gnadenthron näher kommen, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, um uns in Zeiten der Not zu helfen. Die erste Passage betont, dass unser Hohepriester eine bessere Position darin hat, dass er im Himmel und nicht auf Erden arbeitet. Aufgrund dieser besseren Position gibt es drei Anwendungen. Zuerst in Vers 14 muss der Gläubige die Art von Hohepriester ausnutzen, die er hat. Während Aaron und die anderen menschlichen Hohepriester ein- und aus der Gegenwart Gottes kamen, ging der Messias durch und er bleibt dort in der Gegenwart Gottes. Die hier verwendete Zeitform ist die perfekte Zeitform, die von einer Handlung spricht, die in der Vergangenheit abgeschlossen wurde, aber mit gegenwärtigen Ergebnissen bis in die Gegenwart andauert. Der Punkt ist, dass der Ort des Dienstes von Jeschua (Jesus) der Himmel ist, nicht die Erde, und der Himmel ist eine bessere Position. Auf diese Weise kann er diejenigen, die er repräsentiert, in die Gegenwart Gottes bringen. Die Person des Hohepriesters ist: Jesus, der Sohn Gottes. Jesus ist sein menschlicher Name und betont seine Menschlichkeit. Der Sohn Gottes ist sein göttlicher Titel, der seine Gottheit betont. Die zweite Anwendung in Vers 15 ist, dass der Grund, warum der Gläubige an seinem Beruf festhält, darin besteht, dass er einen sympathischen Hohepriester hat. Er hat einen Priester, der weiß, wie es sich anfühlt, der mit dem Gefühl unserer Gebrechen berührt werden kann. Und die dritte Anwendung in Vers 16 lautet: Da der Gläubige einen mitfühlenden und mitfühlenden Hohepriester hat, muss er sich die Gnade aneignen, die er braucht, um eine schwierige Zeit zu überstehen.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

Da wir also einen großen Hohepriester haben, der durch den Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, lassen Sie uns fest an dem Glauben festhalten, den wir bekennen. NIV Diese Verse folgen logischerweise aus 2: 17–3: 1: „Aus diesem Grund musste er in jeder Hinsicht wie seine Brüder gemacht werden, damit er ein barmherziger und treuer Hohepriester im Dienst an Gott wird und dass er könnte Sühne für die Sünden des Volkes leisten… Deshalb… richten Sie Ihre Gedanken auf Jesus, den Apostel und Hohepriester, den wir bekennen “(NIV). Der dazwischenliegende Abschnitt erklärt, wie Jesus größer ist als Mose und Josua, zwei der größten Führer Israels. Jesus ist größer als das Gesetz, das Mose gegeben hat; Er gibt eine größere Pause als Josua bei der Eroberung des Gelobten Landes. Der Schriftsteller fuhr fort, um zu zeigen, dass Jesus auch größer ist als jeder andere im jüdischen Priestertum, ein weiterer wichtiger Teil des jüdischen Erbes. Das Wort „deshalb“ knüpft an die Beschreibung von Jesus in 2: 17–3: 1 an, die im vorherigen Absatz zitiert wurde. Unser barmherziger und treuer Hohepriester Jesus wurde wie wir, um für uns zu sterben und das endgültige Opfer für die Sünde darzubringen. Da wir einen großen Hohepriester haben, hätte er den jüdisch-christlichen Lesern ein lebendiges Bild gezeigt. Der Hohepriester war ihre höchste religiöse Autorität gewesen. Das Priestertum begann mit Aaron, Moses ‚Bruder (2. Mose 28:41). Nur der Hohepriester konnte das Allerheiligste im Tempel betreten und dann nur einmal im Jahr, um die Sünden der ganzen Nation zu versöhnen (3. Mose 16). Jesus ist der „große“ Hohepriester, besser als alle Hohepriester Israels. Hier ist warum: • Die Hohepriester waren Menschen, die Opfer bringen konnten, aber nichts tun konnten, um die Sünde wegzunehmen. Jesus gab sein Leben und starb als letztes Opfer für die Sünde. • Die Hohepriester konnten nur einmal im Jahr in das Allerheiligste eintreten, um für die Sünden der Nation zu büßen. Jesus ist durch den Himmel gegangen und hat uneingeschränkten Zugang zu Gott dem Vater. „Durch den Himmel gegangen“ ist ein kritisches Konzept in Hebräer. In 7:26 wird Christus als über den Himmeln erhöht bezeichnet, und 9:24 besagt, dass Christus selbst in den Himmel eingetreten ist. „Durch den Himmel gegangen“ bezieht sich auf die transzendierende Natur Christi als unseren Hohepriester und auf sein Werk für uns im höchsten aller Heiligtümer, dem Himmel selbst. • Die Hohepriester intervenierten zwischen Gott und dem Volk, aber sie waren selbst menschlich und sündig. Jesus tritt zwischen Gott und den Menschen als der sündlose Sohn Gottes ein, menschlich und doch göttlich. Er war in jeder Hinsicht versucht worden, wie Menschen es sind, damit er gnädig für uns intervenieren und uns Gottes Vergebung versichern kann. • Die Hohepriester waren die höchsten religiösen Autoritäten für die Juden. Jesus hat mehr Autorität als die jüdischen Hohepriester, weil er sowohl Gott als auch Mensch ist. • Menschen konnten sich Gott nur durch einen Hohepriester nähern. Als Jesus starb, wurde der Schleier, der den heiligsten Ort im Tempel trennte, in zwei Teile zerrissen, was darauf hinweist, dass der Tod Jesu den Weg für sündige Menschen geöffnet hatte, einen heiligen Gott zu erreichen. Lassen Sie uns aufgrund all dessen, was Christus für uns getan hat und tut, fest an dem Glauben festhalten, den wir bekennen. Driftet nicht weg (2: 1), sondern klammert euch an diesen Glauben. „Der Glaube, den wir bekennen“ bezieht sich höchstwahrscheinlich auf eine Formulierung oder ein Glaubensbekenntnis, das sie einmal öffentlich akzeptiert hatten (siehe 3: 1). Der Schriftsteller erklärt dem jüdischen Publikum, dass sie nicht zu einem minderwertigen System zurückkehren sollten, weil sie alles haben können, was das System versprochen und sich danach gesehnt hat – Zugang zu und Akzeptanz durch Gott. „Jesus hat diese Wünsche erfüllt“, sagt der Schriftsteller, „halten Sie an diesem Glauben fest!“ Erlaube Jesus, dein Hohepriester zu sein. Nur er kann Sie vor unvermeidlichen Urteilen schützen (beschrieben in 4: 12–13). Dies sind gute Nachrichten für Menschen, die sich fragen: „Wie kann ich mich Gott nähern?“ oder „Wird Gott auf mich hören?“ Weil Jesus der Hohepriester ist, können Christen sich Gott nähern und Gott wird sie hören, wenn sie beten. Keine Sünde ist zu groß, um Gott davon abzuhalten, Sie zu hören, kein Hintergrund ist zu streng, um Ihren großen Hohepriester zu veranlassen, sich zu weigern, Sie zu vertreten. Unabhängig von Ihrem familiären Hintergrund, Ihrer beruflichen Laufbahn, Ihren ethnischen Wurzeln oder Ihrem Verhalten in der Vergangenheit ist Christus ein treuer Hohepriester, der alle repräsentiert, die auf ihn vertrauen.

Hebräer – Lebensanwendungs-Bibelkommentar

Die richtige Einstellung, wer Jesus Christus für uns ist, ist wichtig, um nicht der falschen Ansicht, dass wir eeine Kirche als den Heilsweg zum Vater benötigen, auf den Leim zu gehen. Nein – wir haben den einen Weg zum Vater!

„…wer sollte nicht prophezeien?“

Denn der Herr, Jehova, tut nichts, es sei denn, daß er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart habe. – Der Löwe hat gebrüllt, wer sollte sich nicht fürchten? Der Herr, Jehova, hat geredet, wer sollte nicht weissagen?
Elberfelder 1871, Amos 3,7–8

Denn der Herr, Jehova, tut nichts, es sei denn, daß er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart habe. – Der Löwe hat gebrüllt, wer sollte sich nicht fürchten? Der Herr, Jehova, hat geredet, wer sollte nicht weissagen?
Paderborner Bibel – Amos 3,7–8

Fürwahr! der Herr Jehova thut nichts, er habe denn zuvor seinen Rathschluss durch seine Diener, die Propheten, kund gemacht. Der Löwe brüllet, wer sollte sich nicht fürchten? Der Herr Jehova redet, wer sollte nicht weissagen?
van Ess_1858 – Am 3,7–8

So wie ein Ereignis nicht geschieht, wenn nicht vorher ein anderes notwendiges Ereignis eingetreten ist, so tut Gott der HERR nichts im Blick auf die Geschichte Israels, ohne zuerst seinen Plan seinen Dienern, den Propheten, zu offenbaren . Aber wenn diese Offenbarung einmal geschehen ist – wenn der Löwe gebrüllt und angegriffen hat (vgl. Am 1,2; Hos 5,14; 11,10; 13,7 ), wenn Gott der HERR gesprochen hat – dann wird das Gericht Israels ohne Zweifel folgen.
Vor den größeren Ereignissen in der Geschichte Israels stehen gewöhnlich Offenbarungen Gottes. Selten handelte er, ohne zuerst durch einen Propheten eine Warnung ausgesprochen zu haben. Ahija sagte die Teilung des salomonischen Reiches voraus ( 1Kö 11,29-39 ; erfüllt in 1Kö 12,16-21 ). Ein unbekannter Prophet sprach über die Reform Josias ( 1Kö 13,1-2 ; erfüllt in 2Kö 23,15-20 ). Ahija kündigte den Tod von Abija und das Ende der Dynastie Jerobeams I. an ( 1Kö 14,1-6 ; erfüllt in 1Kö 14,17-18; 15,29 ). Elia weissagte über den Tod von Ahab und Isebel und die Auslöschung der Nachkommen Ahabs ( 1Kö 21,17-24 ; erfüllt in 1Kö 22,29-37; 2Kö 9,30-10,11 ). Elia sagte auch die Niederlage Moabs durch Joram und Joschafat voraus ( 1Kö 3 ). Elisa wiederholte die Weissagung Elias über den Untergang der Dynastie Ahabs ( 2Kö 9,7-10 ). Jerobeam II. gewann verlorenes israelisches Gebiet zurück in Erfüllung einer in der Bibel nicht festgehaltenen Weissagung Jonas ( 2Kö 14,25 ).
Jesaja sagte die Niederlage der Assyrer bei ihrem Versuch, Jerusalem zu erobern, voraus ( 2Kö 19,5-7.20.32-34 ; erfüllt in 2Kö 19,35-37 ) und die Verlängerung des Lebens von Hiskia ( 2Kö 20,1-11 ). Judas Exil in Babylon (erfüllt in 2Kö 24-25 ) wurde immer wieder angekündigt – Jesaja verkündete es gegenüber Hiskia ( 2Kö 20,16-18 ), ein unbekannter Prophet gegenüber Manasse ( 2Kö 21,10-15 ) und die Prophetin Hulda gegenüber Josia ( 2Kö 22,14-20 ). Jesaja schließlich sagte voraus, daß Kyrus den Wiederaufbau des Tempels anordnen werde ( Jes 44,28 ; erfüllt in Esr 1 ).
Immer wieder hat der Herr seine Pläne im voraus seinen Dienern, den Propheten, offenbart. Die Ankündigung konnte um Jahre oder sogar Jahrhunderte vor dem Ereignis liegen, aber die Erfüllung war gewiß. Wer könnte, da der Herr nun in seinem Gericht wie ein Löwe gebrüllt hat, das Ende nicht fürchten? Was anders könnte Amos tun, da Gott ihm sein Vorhaben offenbart hat, als Gottes Botschaft zu weissagen?

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Spannende Beispiele – wenn ein Prophet Jehovahs etwas sagt, dann trifft das zu 100% zu! Da kommen keine Sätze, wie „einige von uns haben gedacht…, aber das war leider nicht richtig“! Ein Prophet Jehovahs irrt sich nicht! – Er spricht einfach NICHT, wenn er keinen Auftrag von Jehovah hat 😉

„Geschieht in der Stadt ein Unheil, ohne dass Jahve es getan hat? Jedoch nichts tut Adonai Jahve, Er habe denn zuvor seinen Knechten, den Nabiim, seinen geheimen Ratschluss (סֹודֹֽו) enthüllt. Es brüllt der Löwe, wer fürchtet sich nicht? Adonai Jahve redet, wer sollte nicht Prophet (Nabi) sein?“ Am 3, 6-8.

An jedem Wendepunkt der Geschichte Israels stand immer der Prophet. Gott erweckte ihn mit jedem ersten Wetterleuchten am politischen Horizont des allgemeinen Weltgeschehens, damit er den Trunkenen, Sorglosen und Schlafenden innerhalb seines Volkes die nahende Gefahr deute. Dabei wuchs die innere Größe und die Kraft seines Wortes stets mit dem Widerspruch seines Volkes. Je heftiger man ihn und seine empfangene Offenbarung bekämpfte, desto stärker wurde seine Persönlichkeit, desto wuchtiger gestaltete sich seine Botschaft. Ein Jeremia ist nur denkbar in der dunkelsten und entscheidungsvollsten Nacht der Geschichte Israels. Lieber erlag der Prophet als Zeuge der Wahrheit der politischen Macht und dem blinden Fanatismus seines Volkes, als dass er von dem Leben und dem Tode schwieg, zwischen denen Israel zu entscheiden hatte. Tritt er auf, dann wird die Geschichte seines Volkes ihn nicht wieder los. In der Stellungnahme zu seinem Wort entscheidet das Volk hinfort über das Wohl und Wehe seiner nächsten oder ferneren Zukunft.

Dieses Gepräge trägt bereits in seinem Dienst der erste unserer kanonischen Schriftpropheten. Es ist Amos, der Kleinviehhirte von Thekoa. Es war eine kleine Stadt, die etwa zwei Stunden südlich von Bethlehem lag, deren Ruinen heute noch erhalten sind. Hier lebte er, nicht „als begüterter Herdenbesitzer”, sondern als Schafzüchter und Sykomorenpflanzer! Offenbar besaß Amos solch eine Maulbeerfeigenpflanzung in der Sephela, d. h. in dem vorgelagerten Hügelland, das den Übergang von der Jordanebene zu dem Gebirge Juda bildete. Hier durchzog er als Hirte (wie es noch heute überall im Gebirge Juda geschieht, mit seiner Herde die verschiedenen Gegenden und führte nach dem uralten Brauch seiner Väter ein gewöhnliches Nomadenleben.

Was seine Eltern veranlasste, ihm den Namen Amos) d. h. „Träger” oder „Last” zu geben, wird uns nirgends angedeutet. Vielleicht lässt aber auch schon sein Name darauf schließen, dass er in ärmlichen Verhältnissen geboren worden war. Dieser Mann erlebte in der Einsamkeit seines Hirtenlebens eine göttliche Berufung. Hinfort sah er sich vom Herrn nach Bethel in Nordisrael als Prophet gesandt. Er selbst war Judäer und die Zeit seiner prophetischen Mission fiel in die Regierungsjahre des Königs Ussia von Juda, und in die Jerobeams II., des Königs von Nordisrael, und zwar „zwei Jahre nach dem Erdbeben‘. Beide regierten etwa in den Jahren 782- 741 v. Christus. Nach W. Nowack fiel das Auftreten Amos wahrscheinlich in die letzte Hälfte der Regierungszeit Jerobeams II.

Was war das für ein Wetterleuchten, das Amos von seiner Steppeneinsamkeit her im Norden plötzlich auf-leuchten sah und dem er auf Grund prophetischer Schau die Deutung eines herannahenden Gerichts für Nordisrael geben musste? Stand doch gerade das Nordreich unter Jerobeams II. starker politischer Führung außer jeder Gefahr. Es erlebte in jener Zeit eine Glanzperiode, wie sie Israel seit den Tagen Davids nicht mehr erlebt hatte. Karl Friedrich Keil bemerkt daher: „Unter diesen Königen standen beide Reiche auf dem Gipfel ihrer Macht. Uzija hatte die Edomiter vollständig unterworfen, die Philister ganz unterjocht und auch die Ammoniter tributpflichtig gemacht, Jerusalem stark befestigt und ein mächtiges Heer sich gebildet, so dass sein Name bis nach Ägypten hin gelangte. Jerobeam hatte die Syrer völlig überwunden und die ursprünglichen Grenzen des Reiches von der Gegend von Hamat bis an das Tote Meer wieder hergestellt. Nachdem die Macht der Syrer gebrochen war, hatte Israel keinen Feind zu fürchten, denn Assyrien war damals noch nicht als erobernde Macht aufgetreten.”

Unsere obige Frage zwingt uns daher, etwas auf die geschichtliche Entwicklung, die sozialen Zustände und das religiöse Leben Nordisraels einzugehen. Nordisrael war als selbständiger Staat die Schöpfung einer politisch-sozialen Revolution. Nach dem Tode Salomos hatte dessen Sohn Rehabeam in Sichem eine große Dummheit begangen. Anstatt die schweren Lasten, unter die das Volk durch die kostbaren Bauten und das luxuriöse Leben seines Vaters Salomo gekommen war, zu erleichtern, ließ er dem in Sichem zu einer Reichstagung versammelten Volke sagen: „Mein Vater hat euch mit Geißeln gezüchtigt, ich will euch mit Skorpionen züchtigen.“

Das war der Auftakt zur Reichsspaltung unter der politischen Führung Jerobeams I. gewesen. Dieser war aus Ägypten, wohin er als Revolutionär in den Tagen Salomos geflohen war, zurückgekehrt und zehn Stämme des bis dahin vereinigten Königtums ernannten ihn zu ihrem königlichen Führer.

Er suchte nun zur Festigung des Zehnstämmereiches eine sehr zielbewusste Innenpolitik zu führen. Zu dem Zweck löste er den religiösen Kultus vom Zentralheiligtum in Jerusalem und erbaute Stier-Altäre in Bethel und Dan Beide Orte waren schon zu Eli’s und Samuels Zeiten uralte geheiligte Stätten des Jahvekultus gewesen. Aber ihm war es weniger um eine wirkliche Verehrung Jahves zu tun, sondern um die zielbewusste Pflege einer nordisraelitischen Nationalreligion. So trieb er Frevel am Heiligsten zur Hebung seiner politischen Macht. Sein Manifest lautete: „Ihr seid nun lange genug nach Jerusalem gepilgert! Da hast du deine Gottheit, Israel, die dich aus Mizrajim geführt hat!”

Eine solche unheilige Saat schuf eine ihrem Geist entsprechende geschichtliche Frucht. Unter seinem Sohn ging bereits seine Dynastie durch eine Militärrevolution zugrunde. Der Kriegsoberste Baesa, der Sohn Achijas aus dem Stamme Issaschar, riss den Thron über das Nordreich an sich. Aber auch dessen Dynastie war ohne Bestand. Bereits sein Sohn Eia wurde während eines Zechgelages von seinem Diener Simri erschlagen. Auch dieser fiel wiederum durch Mörderhände. Um eine festere Hand für das Land zu bekommen, das sich mehr und mehr in chaotische Zustände aufzulösen drohte, erwählte das Zehnstämmereich im Jahre 884 den Heerobersten Omri zum König.

Ihm schien es zu gelingen, dem Volke vorübergehend Ruhe und einen wirtschaftlichen Aufstieg zu geben. Er schuf die Hauptstadt Samaria und suchte ein politisches Bündnis mit Tyrus. Die politische Freundschaft ging so weit, dass er eine Tochter Etbaals, des Königs von Tyrus, seinem Sohne Ahab zum Weibe gab. Dies war Isebel, die auch den tyrischen Baalkultus mit nach Samaria brachte. Ahabs Gewissen war weit genug, solch einen religiösen Synkretismus im Lande Jahves zu stützen und zu fördern. Die Thora Israels musste zurücktreten vor den Zielen der äußeren Politik. Erst der Staat, dann der Tempel! In Ahabs Tagen begann nun ein Kampf zwischen Prophet und König, wie Israels Geschichte ihn bisher kaum gekannt hatte. Dieser Kampf ist hinfort nicht mehr zur Ruhe gekommen. So wurde es für Ahab und seinem Hause zum Verhängnis, dass ein Prophet in sein Leben trat, der stärker war als er. Dies war Elia. In dem Kampf des Königs gegen das Wort Jahves, das dieser zu bringen hatte, brach mit Ahab auch dessen Dynastie zusammen.

Durch den von Elia oder einem Prophetenschüler gesalbten Jehu, dem Feldhauptmann Jorams, einem zweiten Sohn Ahabs, wurde das ganze Haus Ahabs in fürchterlicher Weise ausgerottet. Zwar hatte Jehu zu gleicher Zeit auch mit allen Baalspriestern und heidnischen Kultusstätten aufgeräumt. Jedoch die positive Kraft, ein neues Israel zu schaffen, fehlte auch ihm. Auch eine politische Hebung des Nordreiches wollte ihm nicht recht gelingen. Erst seinem Enkel Joas, der stark unter dem Eindruck des Propheten Elisa stand, gelang es, das Nordreich mehr vom Druck der Aramäer frei zu machen. Zu Ende führen konnte es jedoch erst dessen Sohn Jerobeam II.

Diesem Herrscher gelang es, ganz Nordisrael von allen Feinden so zu befreien, dass das ganze Land einen machtpolitischen und wirtschaftlichen Aufstieg nehmen konnte wie nie zuvor. Nur in den Tagen Davids glichen die Landesgrenzen denen des jetzigen Zehnstämmereiches. So schwer die Thronwirren und Blutschanden des Zehnstämmereiches in seiner bisherigen Vergangenheit auch gewesen waren, die Davidische Macht schien in Jerobeam II. auf Nordisrael übergegangen zu sein. Die Geschichte setzte sich scheinbar über das Gesetz, dass nur die Gerechtigkeit ein Volk erhöht, einfach hinweg. J. J. Valeton bemerkt daher: „Während durch die wiederholten Feldzüge des assyrischen Königs Salmanasser III. (783-773) und Assurdanil (773-755) Syrien völlig machtlos war, konnte Jerobeam II. im Norden und Osten die Grenzen des alten Davidischen Reiches wieder herstellen. Große Reichtümer flössen dabei Israel zu.”

Dieser ungeheure Aufstieg führte zu einem nie dagewesenen Leben der Selbstsicherheit, der Genusssucht und der offiziellen Pflege der Nationalreligion. Alle drei Gebiete standen unter Jerobeam II. in höchster Blüte. So stark vieles auch nur politische Spekulation mit der israelitischen Volksfrömmigkeit war, aber „überall im Lande” sagt Valeton, „rauchten die Altäre. In Bethel und in Samaria, in Dan und Gilgal und wer weiß in wieviel anderen Orten waren Heiligtümer, die miteinander wetteiferten, den vermeintlichen nationalen Kultus anziehend zu gestalten. Man wallfahrtete sogar nach dem uralten Heiligtum von Berseba im Süden von Juda. Zu Ehren der Gottheit wurden überall lärmende, sinnliche Feste gefeiert, Lieder erschallten, Harfen und Lautenspiel erklang; die Zehnten wurden gebracht, selbst in übertriebener Weise. Man beobachtete so pünktlich die Sabbate, die „Verbotstage”, die Neumonde und man sollte nicht fromm sein! Dabei schien Israel denn auch wieder in Jahves Gunst zu sein. In der ersten Zeit nach der Aufrichtung des ausschließlichen Jahve-Dienstes war man zwar unglücklich geblieben. Mit wieviel Selbstzufriedenheit und Stolz konnte man nun aber auf die Siege sehen, die endlich doch errungen worden waren, und auf die Wendung, die die politische Lage schließlich genommen hatte. Jahve hatte freilich lange genug warten lassen, aber mit großer Gewissheit kann man nun doch erklären, dass Jahve mit Israel ist.”

Diese innere Glanzzeit und außenpolitische Ruhe machten das Volk trunken von sich selbst und hüllten es in eine nationale Selbstsicherheit, durch die es blind wurde für die verborgenen Vorgänge in der außenpolitischen Geschichte. Nachdem Syriens Herrschaft so vollständig zusammengebrochen war, und von Assur her man nichts zu befürchten hatte, schien das Leben Nordisraels auch außer jeder politischen Gefahr zu stehen. Nur völlig erloschene Vulkane ruhen. Aber weder Aram, noch weit weniger Assur waren erloschene Völker. Sie trugen in ihrem Innern Kräfte, die sich zur gegebenen Stunde in ungeahnter Stärke wieder regen und Schrecken und Verderben unter die Nachbarvölker tragen konnten.

So geschah es, als etwa 745 Tiglath-Pilesar III. den assyrischen Thron bestieg. Es war der König Phul in den Büchern der Könige. Diesem kühnen und fähigen Herrscher gelang es, die Macht Babylons bereits nach fünf Monaten so zu brechen, dass er sich den Herrschertitel aneignen konnte: „Herr von Assyrien und Babylonien”. Auch die medische Macht konnte seinem Ansturm nicht standhalten. Sie erlag ebenfalls im folgenden Jahre seinen machtpolitischen Unternehmungen.

Nun ist es nicht unwahrscheinlich, sagt sehr treffend Valeton, „dass das Auftreten dieses Tiglath-Pilesar für Amos die Erscheinung gewesen ist, in der er die rufende Stimme Gottes hörte, und die ihn dann zu seiner prophetischen Wirksamkeit veranlasste. Was der König und die Fürsten nicht sahen, das sah der Prophet; was sie nicht begriffen, dessen Bedeutung durchschaute er: der Vollstrecker des Gerichts ist da. In der Geschichte des Propheten Jeremias haben wir etwas Ähnliches. Das Jahr 605, das Jahr des Auftretens von Nebukadnezar und der Schlacht von Karchemis bildet in dem Leben und in der Predigt dieses Propheten ein entscheidendes Moment. Was ihm bisher mehr oder minder unbestimmt vor der Seele geschwebt, bekommt Leben und Gestalt. Jeremias weiß es, auch bevor Nebukadnezar noch etwas gegen Juda unternommen hat: er ist der Feind aus dem Norden, Jahve hält das Gericht bereit. Etwas Ähnliches sieht Amos in dem Auftreten des Tiglath-Pilesar. Wir werden bald in seiner Predigt die versteckten Andeutungen davon merken können. Er hat darin das Brüllen des Löwen gehört, und er hat die Stimme Jahves darin vernommen, und sein Beruf als Prophet war ihm klar.”

Das war die weltgeschichtliche Stunde, in die Amos Berufung zum Propheten fiel. Für eine große Zeit ein kleiner Mann! Aber für Gott ist nicht entscheidend die Größe der menschlichen Persönlichkeit, sondern die Hingabe an seine Sendung und Offenbarung. „Denn nicht,” sagt sehr fein W. Nowack, „durch seine politische Kombinationsgabe, sondern durch die in ihm auftauchende und von Jahve gewirkte Gewissheit kommt Amos zu seiner Predigt von Israels Untergang.”

Gott braucht für seine prophetischen Missionen nicht Träger der Geschichte, sondern von Ihm erleuchtete Dolmetscher derselben. Geschichte macht Er in seiner Souveränität und Machtfülle. Damit die Völker aber Ihn in seinem verborgenen Walten sehen, Ihn in seinen Heilsabsichten verstehen und Ihm in freier Hingabe dienen möchten, dazu beruft Er zum Heil der Völker seine Propheten. Ihr Mund soll künden, was Völker nicht sehen, und deuten, was Völker nicht verstehen. Ob der Prophet Gericht oder Gnade im Worte Jahves zu künden hatte, Ziel seiner Mission war immer das Erkennen der Wirklichkeit und der Herrschaft Gottes zum Heil der Welt. Durch die Mission des Propheten suchte die Barmherzigkeit bis zur letzten Möglichkeit zu triumphieren über die Blindheit der Völker und über das Gericht menschlicher Geschichte.

Es war daher Gnade, wenn an jedem kritischen Wendepunkt der Geschichte des berufenen Gottesvolkes ein Prophet auftrat. Diese Gnade stellte jedoch das Volk vor letzte Entscheidungen. Nach empfangenem Prophetenwort gab es nur noch Hingabe oder Auflehnung, entweder eine innerliche Erneuerung durch Gott oder eine bewusste Selbsterlösung ohne Gott. Was sich einmal endgeschichtlich vollenden wird, Christus oder Widerchristus, das vollzog sich dem Wesen nach bereits immer wieder in den großen Entscheidungszeiten der Geschichte Israels: Göttliches Prophetenwort oder machtpolitische Staatspolitik, das Königreich der Himmel oder die Herrschaft dämonischer Mächte.

Kroeker – Das lebendige Wort Band 6

„du bist würdig“

Du bist würdig, o unser Herr und unser Gott, zu nehmen die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge (O. das All) erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.
Elberfelder 1871 – Offb 4,11

»Dich, unseren Herrn und Gott, beten wir an. Du allein bist würdig, Ehre und Ruhm zu empfangen und für deine Macht gepriesen zu werden. Denn du hast alles erschaffen. Nach deinem Willen entstand die Welt und alles, was auf ihr lebt.«
Hoffnung für alle – Offenbarung 4,11

Nun steht an dieser Stelle in der Offenbarung in hebräischen Bibeln NICHT der Name Jehovah. Also wer ist hier gemeint? Haben diejenigen Recht, die einfach überall wo Herr steht einfach Jesus einfügen?
Oder wird aus dem Zusammenhang nicht klar und deutlich, dass der Vater gemeint ist?

Und noch wichtiger: WAS ist Anbetung? Und warum steht diese NUR IHM zu?
Darf ich denn auch meine menschliche Regierung anbeten?

Erschaffen zur Freude Gottes
 
Eine Frage zum Nachdenken
• Welche alltägliche Aufgabe kann ich ab heute so erledigen, als ob ich sie direkt für Christus täte?
Du allein bist würdig, dass wir dich ehren und rühmen, uns deiner Macht unterordnen. Denn du hast alles erschaffen. Nach deinem Willen entstand die Welt und alles, was auf ihr lebt.
Offenbarung 4,11

ERF – 40 Tage Leben mit Vision

Anbetung ist ein Sich-Niederbeugen vor Gott. Damit ist nicht unbedingt eine Körperhaltung, sondern eine innere Einstellung der Ehrerbietung gemeint. Wir verbeugen uns vor Gott, indem wir Ihn anerkennen und seine Würde zum Ausdruck bringen: Wir verehren seine Person, seine Eigenschaften und seinen Charakter. Ein Beispiel dazu gibt uns Offenbarung 5,9, wo es heisst: «Du bist würdig.» In diesem Sinn beinhaltet Anbetung auch, dass wir Gott etwas bringen oder etwas vorstellen.
Anbetung hat einen zentralen Platz im christlichen Leben – sowohl im persönlichen als auch im gemeinsamen. Wir sind errettet worden, um Anbeter zu werden – schon auf der Erde (Joh 4,23), aber auch in alle Ewigkeit (Off 4,10.11; 5,9-14).

Halte fest 2015

… werden wir uns täglich mit einer Schriftpassage beschäftigen, die Anbetung zum Inhalt hat. …. Wir sollten Gott nicht etwas opfern, was uns nichts gekostet hat (2Sam 24,24).
….
Tag l: Ps 103
Tag 2: Ps 95,1-6; 96,1-10
Tag 3: Offb 4,8-11; 5,9-14
Tag 4: Ps 139
Tag 5: Lk 1,46-55
Tag 6: Ps 145

Jean Gibson – Training im Christentum

Anbetung. Ein angelsächsischer Begriff, der Wertschätzung, Dankbarkeit und Lob für jemanden bedeutet, der sich für solchen Respekt und diese Anbetung als würdig erwiesen hat. Es leitet sich vom altenglischen Wert ab und bezieht sich auf die Wertigkeit des Kultgegenstandes. Das lateinische Wort, das in Bezug auf den Gottesdienst in der mittelalterlichen Kirche am häufigsten verwendet wurde, war Leiturgia, von der das englische Wort Liturgie abgeleitet ist. Liturgie ist eine Strategie oder ein Handlungsmuster für ein ausgewähltes Ziel. Das Muster oder die Strategie wird aus dem zu erreichenden Ziel abgeleitet. So kommt in liturgischer Form von der Art und Form des Inhalts der Handlung. Dies gilt im Gottesdienst und in der täglichen Arbeit. Wir können uns auf die Liturgie der Arbeit oder des Gottesdienstes beziehen, aber der heutige Standardgebrauch beschränkt sich hauptsächlich auf den Gottesdienst. Christliche Anbetung ist weder ein Programm zur Vermittlung der christlichen Wahrheit noch eine emotionale Aufmunterung, bei der man seine spirituellen Batterien aufladen kann. Anbetung ist die Feier der historischen Tatsachen, dass Gott einzigartig in Jesus von Nazareth war und die Welt mit sich selbst versöhnte und dass Gott seine Schöpfung immer und weiterhin in gnädiger Vorsehung und ewiger Liebe bewahrt und hütet. Die Feier der Anbetung ergibt sich aus der individuellen und gemeinschaftlichen Freude und Erleichterung, diese beiden historischen Tatsachen zu kennen. Anbetung ist daher das Fest der Dankbarkeit und Hoffnung. Es ist die Handlung und Erfahrung, die Natur und das Verhalten Gottes tiefgreifend und dankbar zu berücksichtigen: Er ist für uns, nicht gegen uns. Er ist keine Bedrohung, sondern unser Trost. Das psychologische Prinzip, das dem Erlösungswert der Anbetung zugrunde liegt, ist, dass Menschen, die dankbar sein können, gesund sein können und Menschen, die nicht dankbar sein können, nicht gesund sein können. Der Zweck der Anbetung ist es, die geistige Ganzheit, die emotionale Gesundheit und das kreativ heilige Leben zu fördern und gleichzeitig Gott zu danken. Das Erleben und Feiern der Freude und Erleichterung der Gnade Gottes in Vergebung und Vorsehung führt zur Erfüllung dieses Zwecks.

Baker Encyclopedia of Psychology & Counseling

Wenn Anbetung ist, dass ich verstehe „dass Gott seine Schöpfung immer und weiterhin in gnädiger Vorsehung und ewiger Liebe bewahrt und hütet“ – warum gibt es dann heute so viele, die einen Tanz um einen Virus oder eine Wahl machen, anstatt um „Jehovah zu tanzen“? Welche Person oder Sache gibt uns den Leben oder Lebenssinn? Ist es eine Kirche oder nur eine wirkliche persönliche Beziehung mit Jehovah?

„Deine Worte werden Wahrheit“

Und nun, Herr, Jehova, du bist es, der da Gott ist, (O. du bist, der da ist, (w. du bist er, oder derselbe) der Gott) und deine Worte sind Wahrheit, und du hast dieses Gute zu deinem Knechte geredet.
Elberfelder 1871 – 2. Samuel 7,28

Und nun, Herr, Jehovah, Du bist der Gott, und Deine Worte werden Wahrheit sein, und Du hast Deinem Knechte solch Gutes geredet. 1Kön 8,26; Ps 19,10; 33,4.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – 2 Sam 7,28

Und nun, o Souveräner Herr Jehova, du bist der [wahre] Gott; und was deine Worte betrifft, mögen sie sich als Wahrheit erweisen, da du deinem Knecht dieses Gute verheißt.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – 2 Sam 7,28

David hatte sich im Herzen vorgenommen, Gott ein Haus zu bauen. Nun aber kehrte Gott dieses Begehren um und verhiess ihm ein beständiges Haus und Königtum. Im Blick auf diese weittragenden Verheissungen betete der König: «Und nun, Herr, HERR, du bist es, der da Gott ist (= derselbe), und deine Worte sind Wahrheit.»
Was nützten die herrlichsten Zusagen, wenn keine Gewähr für ihre Erfüllung bestände! Der Herr aber, dessen Name «Derselbe» ist, wird jede Verheissung wahrmachen, so dass wir getrost in die Zukunft blicken können.

Halte fest 1959

Praktische Gemeinschaft mit Gott (2 Samuel 7)
Im Leben Davids finden wir viele praktische Hinweise für unseren Glaubensweg. Besonders schön ist dabei die Begebenheit in 2 Samuel 7. Dort wird uns die lebendige Gemeinschaft mit Gott in prüfenden Umständen vorgestellt. Was ereignete sich in diesem Kapitel?
Damals hatte David den Wunsch, für Gott ein prachtvolles Haus zu bauen. Seine Überlegungen beruhten dabei nicht auf eigenem Interesse. David wollte dieses Bauwerk allein zur Ehre und Verherrlichung Gottes errichten (s. 2 Samuel 7,2).
Doch obwohl dieser selbstlose Beweggrund dem Vorhaben Davids zugrunde lag, musste Gott seinem Knecht Einhalt gebieten. Durch den Prophet Nathan teilte Er David mit, dass erst sein Sohn Salomo den Tempel bauen sollte.

Gemeinschaft mit Gott – eine wechselseitige Beziehung
Gott konnte also die Vorstellungen Davids nicht erwartungsgemäß erfüllen. Er hatte in seinem Ratschluss etwas Besseres vorgesehen. Vor diesem Hintergrund erfahren wir nun, wie wertvoll und segensreich die vertraute Gemeinschaft mit Gott ist. Denn allein auf der Basis einer ungetrübten Gemeinschaft mit Gott kann Er seinen Ratschluss offenbaren und seine Gedanken mitteilen.
Die Gemeinschaft mit Gott ist immer durch eine wechselseitige Beziehung gekennzeichnet. Im weiteren Verlauf unseres Kapitels finden wir dies in anschaulicher Weise dargestellt. Zuerst redet Gott zu seinem Knecht durch den Propheten Nathan (s. 2 Samuel 7,5-17). Dann wendet sich David selbst im Gebet an Gott (s. 2 Samuel 7,18-29). Beide Seiten sind mit großem Segen für den Glaubenden verbunde

Bleib in mir 2017

Die Lobpreisung ist gewiß eine edle und erhabene Art des Gebets. Sie gebührt dem Schöpfer wegen seiner Eigenschaften und Leistungen. Als der „[Souveräne] Herr Jehova“ ist er an Gewalt ohnegleichen (2Sam 7:28). Da Jehova Gott weder einen Anfang noch ein Ende hat, ist er der unvergleichliche „König der Ewigkeit“ (1Tim 1:17). Seine Herrlichkeit ist so groß, daß kein Mensch ihn sehen und dennoch leben kann (2Mose 33:20). Dem Höchsten kommt niemand gleich, denn er verfügt über eine ungeheure Macht und Weisheit, er ist absolut gerecht und die selbstlose Liebe in Person (5Mose 32:4; Hiob 37:23; Röm 11:33; 1Joh 4:8). Er hat alles erschaffen, und daher gehört ihm das ganze Universum (1Mose 1:1, 31; Ps 50:10). Sein Name und sein Ruhm sind unvergleichlich. Nur er kann mit Recht sagen: „ICH WERDE MICH ALS SEIEND ERWEISEN.“ Er allein trägt den Namen Jehova, der wahrscheinlich „Er läßt werden“ bedeutet (2Mose 3:14; 6:3). Nur er kann mit Recht sagen: „Wem wollt ihr mich gleichstellen oder mich gleichmachen oder mich vergleichen, damit wir einander ähnlich seien?“ „Ich [bin] der Göttliche . . ., und da ist kein anderer Gott noch irgendeiner wie ich“ (Jes 46:5, 9). Ein solch unvergleichlicher, einzigartiger Gott verdient vor allem anderen Lobpreis. Von 2Mose 15:11 bis Offenbarung 19:6 wird somit passenderweise dazu ermuntert, Jehova zu lobpreisen. Wir sollten den Höchsten deshalb nicht nur ständig in unseren Gebeten lobpreisen, sondern auch in unseren täglichen Gesprächen, indem wir die Aufmerksamkeit nicht auf uns, sondern auf ihn lenken. Schließlich haben wir nichts, was wir nicht empfangen haben, und ohne ihn können wir in Wirklichkeit nichts erreichen (Ps 127:1; 1Kor 4:7).

Wachtturm Studienausgaben 1.Sept. 1980

Unsere Definition bekräftigt auch, dass Gottes Worte sowohl wahr als auch der letztgültige Wahrheitsmaßstab sind. Dies bedeutet, dass Gott in seinen Worten zuverlässig und treu ist. In Bezug auf seine Verheißungen tut Gott immer das, was er zu tun verheißt, und wir können uns darauf verlassen, dass er seinen Verheißungen niemals untreu wird. Also ist er „ein Gott der Treue“ (5. Mose 32,4). Tatsächlich wird dieser spezielle Aspekt der Wahrhaftigkeit Gottes sogar manchmal als eine eigene Eigenschaft gesehen: Die Treue Gottes bedeutet, dass Gott immer das tun wird, was er gesagt hat, und erfüllen wird, was er verheißen hat (4. Mose 23,19; vgl. 2. Sam 7,28; Ps 141,6 u. a.). Auf ihn kann man sich verlassen, und er wird sich denjenigen, die dem vertrauen, was er gesagt hat, niemals als untreu erweisen. In der Tat ist es das Wesen des wahren Glaubens, dass er Gott bei seinem Wort nimmt und sich darauf verlässt, dass er das tut, was er verheißen hat.
Zusätzlich zu der Tatsache, dass Gott seinen Verheißungen treu ist, müssen wir auch bekräftigen, dass alle Worte Gottes über sich selbst und über seine Schöpfung vollkommen der Realität entsprechen. Das heißt, Gott sagt immer die Wahrheit, wenn er redet.

Biblische Dogmatik: Eine Einführung in die Systematische Theologie

Davids Dankgebet (7: 18–29). Davids überschwängliche Antwort auf das Erntedankfest erklärt diese spezifischen Elemente und zeigt, dass diese Versprechen eine ewige und weltweite Erfüllung haben (Block 2003, 40–41). Obwohl „für immer“ (ad olam) eine unbestimmte Zeitspanne bedeuten kann und sich auch auf bedingte Versprechen bezieht, verwendet David diesen Ausdruck in seiner Antwort, um sich auf andere ewige und unwiderrufliche Versprechen zu beziehen. In 7:24 bezieht sich der gleiche Satz auf Gottes Wahl der Nation Israel. In 7:25 bittet David Gott, die Verheißungen „für immer“ zu bestätigen, damit Gottes Name „für immer“ verherrlicht wird. Der Ruf der Nation Israel und das Lob des Namens Gottes betreffen beide die ganze Zeit und die ganze Welt. Davids Antwort verbindet die Verheißungen mit der Gründung der Nation im Exodus und der Mission der Nation, den Namen Jahwes auf Erden zu verherrlichen. Insbesondere besagt 7:19, dass dieses Versprechen die gesamte Menschheit betrifft (Kaiser 1995, 80). Obwohl hier wegweisend, werden sowohl die ewigen als auch die universellen Aspekte der Verheißungen später in den Propheten und Psalmen erweitert.

Ein Handbuch über die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens

Das elfte Gebet ist in 2 Samuel 7: 18-29, insbesondere in Vers 27: Denn du, Jehova der Heerscharen, der Gott Israels, hast deinem Diener offenbart und gesagt: Ich werde dir ein Haus bauen; darum hat dein Diener in seinem Herzen gefunden, um dieses Gebet zu Ihnen zu beten. In diesem Zusammenhang schloss Gott den Davidischen Bund mit David und versprach vier ewige Dinge: erstens ein ewiges Haus oder eine Dynastie; zweitens ein ewiger Thron; drittens ein ewiges Königreich; und viertens ein ewiger Nachkomme. Davids Gebet war eine Antwort auf Gottes Bund mit ihm und in diesem Fall ein Dankgebet.

Fruchtenbaum

Deshalb laßt uns, unsere Zeit nutzen, von IHM zu lernen, über IHN zu reden und IHN zu preisen!