der ewige Gott

Deine Wohnung ist der Gott der Urzeit, und unter dir sind ewige Arme; und er vertreibt vor dir den Feind und spricht: Vertilge!
Elberfelder 1871 – Dtn 33,27

Er, der ewige Gott, breitet seine Arme aus, um euch zu tragen und zu schützen. Er hat eure Feinde besiegt und euch befohlen, sie zu vernichten.
Hoffnung für Alle – Deuteronoium 33,27

Keiner ist wie der Gott (H. El) Jeschuruns, Welcher fährt auf den Himmeln, dir beizustehen, und in Seiner Hoheit auf dem Wolkenhimmel. Ps 18,8f; 68,34f; Jes 18,4.
Die Wohnstätte des Gottes der Vorzeit und unten die Arme der Welt (H. Ewigkeit). Er hat den Feind fortgetrieben vor dir und gesprochen: Vernichte.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – 5.Mose 33,26-27

Der Gott, den es immer schon gab, beschützt dich, er nimmt dich in seine Arme und passt auf dich auf. Deine Feinde hat er fertiggemacht, er hat dir gesagt: ,Töte alle!‘
VolxBibel – 5.Mose 33:27

Jeschurun (wörtl.: „der Aufrechte“; vgl. V. 5 ; 5Mo 32,15 ) war ein Name für Israel. Der Gott des Volkes ist an Macht unvergleichlich als der Eine, der auf dem Himmel und den Wolken reitet ( 5Mo 33,26 ). Egal welches Unglück Israel zustoßen würde, der Herr könnte sofort mit seiner Macht da sein, um es zu befreien. Weil Gott ewig und eine Zuflucht für sein Volk ist, würden seine immerwährenden Arme, bildlich gesprochen, Israel in Zeiten von Katastrophen schützen und seinen Feind vernichten (V. 27 ). Da das Volk einen so wunderbaren und mächtigen Gott hatte, konnte es von der Eroberung Kanaans und vom Leben in Sicherheit und Wohlstand überzeugt sein (V. 28 ). Wenn Israel nur seinem unvergleichlichen Gott diente, würde es ein an Segen unvergleichliches Volk (Oh Israel! Wer ist wie du … ?!; gerettet und geschützt von Gott) und für seine Feinde unbesiegbar (V. 29 ) sein.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Die abschließenden Verse feiern die Größe Gottes, die sich darin zeigt, wie er für sein Volk handelt. Der »Gott Jeschuruns« ist einzigartig, indem er »auf den Himmeln einherfährt zu deiner Hilfe«. Millionen sind durch die Worte von Vers 27 gestärkt worden: »Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen Armen« (Luther 1984). Die Vorhersage von Gottes künftiger Vernichtung der Feinde Israels und die Verheißung von Sicherheit, Frieden, Wohlstand und Sieg beschließen das Lied des Mose.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

2.1 Es gab nie ein Volk, das so gefestigt oder beschützt war (Vers 27): „Eine Zuflucht ist [dir] der Gott der Urzeit.“ Das Wort Zuflucht bedeutet „Wohnort, an dem du so sicher, geschützt und ruhig bist, wie man sich in seinem eigenen Haus fühlt“. Jeder Israelit ist bei Gott in der Tat zu Hause; die Seele kehrt zu ihm als ihrer Ruhe (Ps 116,7) und ihrem Schutz (Ps 32,7) zurück.
2.2 Nie wurde ein Volk so gehalten und getragen: „Unter dir sind ewige Arme“ (Vers 27). Das ist die allmächtige Kraft Gottes. Der ewige Bund und ewige Trost, die aus ihr kommen, sind wirklich ewige Arme. Sie tragen den Gläubigen und lassen ihn in dunklen Zeiten fröhlich sein. Gottes Gnade genügt für sie (2.Kor 12,9).
2.3 Nie gab es ein Volk, das unter einem so guten Kommando stand und so gut in die Schlacht geführt wurde: „‚Er hat‘ durch seine Allmacht ‚den Feind vor dir her gejagt‘ (Vers 27), die dir vor dir den Weg bahnen wird.“ Gläubige sind durch Christus, der sie geliebt hat, mehr als siegreich über ihre geistlichen Feinde. Der Urheber unseres Heils jagte unsere Feinde vor uns her (Vers 27), als er die Welt überwand und am Kreuz die Herrschaften und Gewalten entwaffnete.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Sollen wir diesen Abschnitt so verstehen, dass er alle angedrohten Gerichte, die zuvor gegen Israel ausgesprochen wurden, widerruft? Nein. Aber Mose sah, dass inmitten all der Rebellion, die Israel als Nation zur Last gelegt werden sollte, und inmitten all der Rückschläge, die es infolgedessen erleben sollte, das wahre Israel bewahrt, verteidigt und versorgt werden würde. Dass sich Mose in diesen Worten an das wahre Israel, den geistlichen Samen Abrahams, wendet, geht aus dem Namen hervor, den er ihnen gibt – Jeschurun, „aufrecht“ oder „gerecht“. Er beginnt damit, dass er den Gott Jeschuruns über alle anderen Götter erhebt; und er tut dies in einer Sprache, die geeignet ist, sie mit einer Überzeugung von der völligen Ohnmacht der Götter der Nationen zu beeindrucken.Die Beschreibung vermittelt die Vorstellung von herrlicher Majestät, absoluter Souveränität, Macht, die unendlich jenseits von Verständnis oder Widerstand ist. Aber während er sie auf diese Weise an diese Ansicht des göttlichen Charakters erinnert, führt er sie in einem Zusammenhang ein, der geeignet ist, Vertrauen zu erwecken. Er sagt ihnen nicht nur, dass der Gott Jeschuruns auf dem Himmel reitet, sondern dass er dies als Jeschuruns Hilfe tut; und dass, wenn er seine eigene Vortrefflichkeit und Herrlichkeit offenbarte, so geschah dies, indem er ihre Befreiung bewirkte und seinen heiligen Arm zu ihrem Schutz entblößte. „Es gibt keinen, der ihm gleicht,“ &c. Welchen Frieden sollte diese Wahrheit einflößen! Welche Geduld sollte sie erwecken! Welche Zuversicht sollte sie erwecken und wachhalten, selbst in den düstersten und verwirrendsten Umständen! Wenn sie diese Wirkung nicht hervorruft, muss es dann nicht daran liegen, dass sie zufrieden im Zweifel bleiben, ob sie wirklich gerechtfertigt und bei Gott angenommen sind, oder dass sie schuldhaft unempfänglich für den Wert ihrer Vorrechte sind, weil alle ihre besten Interessen mit der Offenbarung seiner eigenen Herrlichkeit verbunden sind?
Die Sicherheit von Gottes gerechtfertigtem Volk wird noch weiter dargelegt. Gott wird zu ihrer Zuflucht oder vielmehr zu ihrem Wohnort erklärt – nicht als vorübergehende, sondern als immerwährende Zuflucht; und sie werden daran erinnert, dass er der ewige Gott ist, unveränderlich in seinem Wesen und ebenso unveränderlich in seinem Vorsatz. Sie mögen sich zuweilen fühlen, als ob sie einer neuen Eroberung über die Widersacher, die noch unterworfen werden müssen, gänzlich unfähig wären; aber Gott selbst sollte den Feind vor ihnen ausstoßen und sagen: „Vernichte sie.“ So ist es, und so war es immer, in Bezug auf den geistlichen Konflikt der Gläubigen. Wenn die Heiligen der Schrift von ihren Erfahrungen berichten – von ihren Ängsten und Hoffnungen, von Gefahren und Befreiungen, von Zeiten der Depression und Zeiten des Triumphs, von schmerzhaften Kämpfen mit der Versuchung und von der Kraft, mit der sie ihr erfolgreich widerstanden haben -, dann verwenden sie genau die Sprache, mit der man die Kämpfe und Eroberungen Israels in Kanaan angemessen hätte beschreiben können (Psalm 27,3.5; 91,1-4). Für alle, die den geistlichen Kampf des Gläubigen aus eigener Erfahrung kennen, wird diese Sprache nicht nur verständlich sein, sondern auch treffend beschreiben, was sie erlebt haben, und zwar in dem Maße, in dem sie in der Lage waren, erfolgreich gegen die Aufwallungen einer verderbten Natur im Innern und die Versuchungen einer sündigen Welt im Äußeren anzukämpfen, den Einflüsterungen Satans – mit allem, was ihre geistigen Interessen in Gefahr gebracht hätte, mit allem, was ihren Frieden gestört und sie ihres Trostes beraubt hätte – und insofern sie jetzt die gute Hoffnung hegen können, schließlich den Sieg über all diese, ihre geistigen Feinde zu erringen, dann deshalb, weil sie die Treue dieser Erklärung erfahren haben.

Joseph S. Exell – DER Biblische Illustrator – Deuteronomium

„Deine Wohnung ist der Gott der Urzeit, und unter dir sind ewige Arme“ (5 Mose 33,27).
Mose, der große Mann Gottes, steht am Ende seines Lebensweges und zugleich am Ende der Wüstenreise des Volkes Israel. Noch einmal wendet er sich an das Volk, um ihnen Worte Gottes zu sagen. Dabei erinnert er sie an das, was Gott während der langen Reise durch die Wüste für sie gewesen war und was Er auch weiter für sein Volk sein wollte. Gott war ihre Wohnung gewesen und gleichzeitig hatte Er das Volk auf seinen mächtigen Armen getragen.
Auch wenn diese großartige Feststellung mehrere tausend Jahre alt ist, dürfen wir sie auch auf uns anwenden. Der große Gott im Himmel hat sich nicht geändert. Auch für uns möchte Er Wohnung sein und gleichzeitig das Bewusstsein im Herzen festigen, dass unter uns ewige Arme sind.
Eine Wohnung ist der Ort, wo man zu Hause ist. Dort fühlt man sich wohl, dort ist man geborgen. Mag es draußen auch stürmen, mögen Gewitter auf ziehen, in einer Wohnung fühlt man sich davon nicht bedroht. Man weiß zwar, dass es außerhalb der Wohnung gefährlich sein kann, aber drinnen ist man sicher. Dieses Bild können wir auf unser geistliches Leben übertragen. In der Welt, in der wir leben, gibt es vieles, was uns Unbehagen bereitet und vielleicht sogar Angst macht. Schwierige Situationen, Leid und Not machen auch vor Kindern Gottes nicht Halt. Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen uns und den Menschen dieser Welt. Wir kennen einen Ort der Geborgenheit, eine Wohnung, wo wir Schutz finden. Diese Wohnung will Gott selbst sein Ist das nicht etwas Gewaltiges?
Es ist der Gott der Urzeit, der uns diese Zusage gibt Das erinnert uns an ein Wort aus dem Propheten Jesaja, wo Gott uns sagen lässt: „Gedenkt des Anfänglichen von der Urzeit her, dass ich Gott bin, und sonst ist keiner, dass ich Gott bin und gar keiner wie ich“ (Jes 46,9). Es ist Gott der Allmächtige, der so zu uns redet, der Gott, der sich nicht verändert, der keinen Anfang und kein Ende hat. Es ist der Gott, dem nichts und niemand zu vergleichen ist.
Aber Gott ist uns nicht nur Wohnung. Er gibt uns auch das Versprechen, dass unter uns ewige Arme sind. Wir kennen einen Gott, der uns auf Seinen starken Armen trägt. Die Arme reden von Kraft, von Stärke, von Ausdauer. Und ewige Arme sind Arme, die nie müde werden Welch ein Vertrauen hat ein kleines Kind, wenn es auf den Armen seines Vaters getragen wird. Doch die Arme eines irdischen Vaters können kraftlos und müde werden, die Arme unseres himmlischen Vaters nicht. Wenn wir auch vielleicht manchmal meinen, wir würden haltlos fallen, es ist nicht so. Wenn wir auch vielleicht manchmal meinen, dass wir keinen Boden mehr unter den Füßen haben, es ist nicht so. Gott ist bei uns, Er hebt uns und Er trägt uns. Er wird uns nicht fallen lassen, weil er uns lieb hat und für uns Sorge trägt.
Sein starker Arm – er führet mich.
Sein starker Arm – lässt nie im Stich.
Sein starker Arm – er hält mich fest.
Ich bin so froh, dass Er mich nie mehr loslässt.
Das Volk Israel hatte Gott während der 40 Jahre ihrer Wüstenreise kennen gelernt. Sie hatten wunderbare Erfahrungen mit ihm gemacht. Sie kannten Seine Allmacht. Auch wir dürfen unseren Gott kennen – und das in viel höherer Weise als das Volk Israel. Wir kennen Ihn nicht nur als den ewigen und allmächtigen Gott, nein, für uns ist Er der Vater im Himmel, der uns liebt. Zu Ihm dürfen wir eine bewusste und gekannte Beziehung haben. Es lohnt sich in der Tat, diesem Gott der Urzeit, der im Herrn Jesus jetzt unser Vater ist, völlig zu vertrauen und sich Ihm in allem anzubefehlen. E.A.B.

Ermunterung und Ermahnung 2000

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