Schlagwort: Gott

Gottes Versprechen

und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht Jehova, (Eig ist der Spruch Jehovas) daß, weil du dieses getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, ich dich reichlich segnen und deinen Samen sehr mehren werde, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist; und dein Same wird besitzen das Tor seiner Feinde; und in deinem Samen werden sich segnen (O. gesegnet werden) alle Nationen der Erde: darum, daß du meiner Stimme gehorcht hast.
Elberfelder 1871- Genesis 22,16–18

Bei mir schwöre ich
– SEIN Erlauten –
ja, dieweil du dieses getan hast, hast deinen Sohn, deinen Einzigen, nicht vorenthalten,
segne, ja segne ich dich,
mehren will ich, mehren deinen Samen
wie die Sterne des Himmels und wie den Sand der am Ufer des Meers ist,
ererben soll dein Same das Hochtor seiner Feinde,
segnen sollen einander mit deinem Samen alle Stämme der Erde,
dem zu Folge daß du auf meine Stimme gehört hast.
Buber & Rosenzweig – 1.Mose 22,16–18

Bei mir habe ich geschworen, spricht Gott, dass, weil du dieses vollbracht, und hast mir deinen Sohn, deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten,
werde ich unbedingt dich segnen und unbedingt deine Nachkommen vermehren wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, welcher am Ufer des Meeres ist, und dein Same wird das Tor seiner Feinde erben,
und es werden sich durch deinen Samen alle Völker der Erde segnen, als Folge dessen, dass du meiner Stimme gehorcht hast.
Rabbiner Samson Raphael Hirsch – 1.Mose 22:16–18

Hat Jehovah sich geiirt? ODer hat ER gelogen? Oder warum gibt es heute so viele Menschen, die den Worten Jehovahs aus 1.Mose 22 widersprechen, und sagen, dass Gott durch die Christen in der einen oder anderen Gemeinde „das Heil“ bringen würde? Warum glauben so viele Menschen, dass Jehovah die 144000 aus den „Heiden“ wählen müßte? Dann hätte Jehovah sich wohl geirrt oder gar gelogen, als ER Abraham versprach aus dem Samen Abrahams den Segen bringen zu lassen! Was hätte wohl Abraham gesagt, wenn er diese „neuzeitliche Auslegung“ hören würde? Ganz klar: Abraham würde erklären, dass durch einen seiner Ururur…enkel der Hauptsegen kommen würde – durch Jehoschuah, den Messias! und dass durch weitere Nachkommen von ihm dann der Segen zu allen Volksstämmen der Erde verbreitet werden!
Ich persönlich glaube ja, dass Jehovah die gesamte Geschichte der Menschheit von Anfang an kannte, und deshalb sich genau so ausdrückt wie wir es lesen können: durch Israel wird der Segen über die gesamte Erde kommen – und ja der „zukünftige König“ der von Zion aus die gesamte Erde beherrschen wird, heißt Jesus Christus – ein Nachkomme von Abraham und Isaak und Jakob.


Gott bestätigte wieder seinen Bund mit Abraham (vgl. 1Mo 15,5.18-21; 17,3-8 ). Seine Nachkommen sollten zahlreich wie die Sterne sein (vgl. 1Mo 15,5; 26,4 ), wie der Sand am Ufer des Meeres (vgl. 1Mo 32,13 ) und »wie der Staub auf Erden« (vgl. 1Mo 13,16; 28,14 ). Gott fügte dann noch ein anderes Element hinzu: Die Nachkommen Abrahams sollten über die Städte ihrer kanaanitischen Feinde siegen. Das geschah später bei der Landnahme durch Josua.
Die Belehrungen über die wahre Verehrung Gottes sind zeitlos gültig: (1) Der Glaube gehorcht völlig dem Wort Gottes. (2) Der Glaube übergibt das Beste Gott und hält nichts zurück. (3) Der Glaube wartet auf den Herrn zur Erfüllung aller seiner Bedürfnisse. Gott sorgt nicht, bevor nicht auch persönliche Opfer gebracht werden. Wahre Verehrung Gottes kostet viel. Das galt zu jeder Zeit für Israel, wenn sie ihre Opfer darbrachten. Jene Gaben sollten im Glauben dargebracht werden und Gott stillte alle Bedürfnisse eines jeden, der bereitwillig Gott anbetete.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Da Gottes Segen vom Glauben abhängt und sich der Glaube durch Gehorsam zeigt, wurde Abrahams Glaube erneut auf die Probe gestellt, als Gott ihm befahl, Isaak als Opfer darzubringen. Wieder einmal wurde Abrahams Glaube durch seinen Gehorsam unter Beweis gestellt. Abrahams Glaube, dass Isaak der einzige Erbe Gottes sein könnte, war so stark, dass er glaubte, Gott müsse ihn von den Toten auferwecken, um die Verheißung zu erfüllen (Hebr. 11:17-19).
Wie zuvor reagierte Gott auf den Gehorsam des Glaubens. Er sagte zu Abraham: „Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr, dass ich dich segnen und deine Nachkommenschaft so zahlreich machen werde wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Meer, weil du dies getan und deinen einzigen Sohn nicht zurückbehalten hast. Deine Nachkommen werden die Städte ihrer Feinde in Besitz nehmen, und durch deine Nachkommen werden alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du mir gehorcht hast“ (Gen 22,16-18). Auch hier versprach Gott Abraham, dass er der Empfänger der Segnungen des Bundes sein würde. Der Bund basierte nicht auf Gehorsam, und auch die Beständigkeit des Bundes beruhte nicht auf Gehorsam – vielmehr war der Empfang der Segnungen des Bundes an Gehorsam gebunden. Vergiss nicht, dass ein unbedingter Bund auch bedingte Segnungen haben kann. Auf der Grundlage des Glaubens, der zum Gehorsam geführt hatte, würde Abraham also die Segnungen der Verheißungen und des Bundes erfahren.

J. Dwight Pentecost – Dein Reich komme – Gottes Reichsprogramm und Bundesverheißungen in der Geschichte nachspüren

Die Einleitung zur fünften Bekräftigung des Abrahams-Bundes beginnt in Vers 15 mit einem Ruf: Und der Engel Jehovas rief Abraham zum zweiten Mal aus dem Himmel. Dies ist die zweite Erscheinung des Engels Jehovas in dieser Begebenheit, aber es ist die zehnte Erscheinung Gottes insgesamt vor Abraham, und diesmal ist es der Engel Jehovas. Dieser Ruf ist auch die fünfte und letzte Bekräftigung des Abrahams-Bundes.
Mose 22:16 gibt die Grundlage für die erneute Bestätigung, die mit einer göttlichen Erklärung beginnt: Bei mir selbst habe ich geschworen, sagte Jehova, was der feierlichste Eid war, den Gott leisten konnte. Er wird auch in Jesaja 45:23, Jeremia 22:5, 49:13 und 51:14, Amos 6:8 und Hebräer 6:13-14 verwendet. Dann fuhr Gott fort, die Grundlage der Bekräftigung zu formulieren: Weil du das getan hast und deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, nicht zurückbehalten hast.
In 2.Mose 22,17-18a nennt Gott einige der Bestimmungen des Bundes, wobei er vier Dinge erwähnt. Erstens: Gott sagt, dass ich dich segnen werde, wenn du segnest. Zweitens sagt Gott, dass ich deinen Samen vermehren werde, wobei er zwei Beispiele anführt: wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meeresufer, was zeigt, dass es sich um synonyme Ausdrücke handelt. Drittens: Gott fährt fort: Dein Same wird das Tor seiner Feinde einnehmen. Viertens schließt Gott ab: In deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden. Wie in der ersten Aussage des Abrahambundes, so verspricht Gott auch hier in der letzten Bekräftigung des Bundes gegenüber Abraham eindeutig den Segen der Heiden.
Mose 22,18b bekräftigt dann die Grundlage für diese Bestätigung des Abrahamsbundes: weil du meiner Stimme gehorcht hat.

Arnold Fruchtenbaum – Genesis

Abraham hat bewiesen, dass er bereit ist, seine Nachkommenschaft im Gehorsam gegenüber Gottes Willen aufzugeben. Deshalb ist es angemessen, dass alle früheren Verheißungen jetzt noch einmal bekräftigt werden. Die Formulierung weist mehrere ungewöhnliche Elemente auf. Alle bisherigen Segnungen sind reine Taten der göttlichen Gnade; jetzt werden sie zum ersten Mal als Belohnung für Abrahams Hingabe an Gott präsentiert. Zum ersten Mal werden sie auch mit einem feierlichen Schwur eingeleitet, bei dem Gott bei seinem eigenen Wesen schwört; (- Für Gott, der bei sich selbst schwört, vgl. Jes. 45:23; Jer. 22:5; 49:13; Amos 6:8 -) und sie werden mit der prophetischen Formel „Der HERR verkündet“ (hebr. neʾum YHVH) eingeleitet. Auch beim Inhalt der Segenssprüche gibt es zwei Neuerungen: Der Sand wird als Metapher für die Menge verwendet, und der Nachkommenschaft des Patriarchen wird der Sieg über ihre Feinde versprochen.


Es wird oft behauptet, dass die Geschichte der Akedah eine Polemik gegen Menschenopfer ist und somit einen Wendepunkt in der Religionsgeschichte darstellt, der den Übergang von der rituellen Tötung von Menschen zum Ersatz von Tieren markiert. Ein solches Verständnis der Erzählung lässt sich weder durch die Geschichte noch durch die biblische Tradition stützen. Die Geschichte von Kain und Abel in 1. Mose 4,3f., die erste Opfererzählung in der Bibel, widerspricht dem, denn sie betrachtet ein Tier oder die Produkte des Bodens als natürliche Bestandteile einer Opfergabe. Auch Noah opfert beim Verlassen der Arche Tiere und Vögel, wie in 8,20 berichtet wird. Isaaks unschuldige Frage (V. 7) auf dem Weg nach Morija geht davon aus, dass Gott normalerweise ein Schaf geopfert wird, während der Ersatz des Widders für Isaak eine spontane Geste Abrahams ist, die auf seine eigene Initiative zurückgeht und nicht göttlich angeordnet wurde. Außerdem war das Tieropfer in der gesamten antiken Welt schon immer die akzeptierte Norm. Das musste so sein, schon allein deshalb, weil die alten Heiden glaubten, dass die Götter für ihr eigenes Überleben das Fleisch der Tiere brauchten, das die Menschen ihnen gaben.

Es ist seltsam, dass Abraham nicht gegen die Unmenschlichkeit der göttlichen Aufforderung protestiert, seinen Sohn auf dem Altar zu opfern. Und die Geschichte enthält keine ausdrückliche Verurteilung oder Ablehnung einer solchen Praxis durch Gott. Ein Zeitgenosse hätte daraus schließen können, dass das Menschenopfer nur in diesem Fall begnadigt wurde, aber dass das Opfer bei anderer Gelegenheit durchaus vollzogen werden könnte. Aus all diesen Gründen kann die Behauptung, die Akedah sei ein Protest gegen Menschenopfer, nicht aufrechterhalten werden.

In der Tat ist ein solcher Protest nicht nötig. Die Akedah hat nichts mit heidnischen Menschenopfern gemein, die praktiziert wurden, um eine zornige oder unaufmerksame Gottheit zu besänftigen, wie in 2 Könige 3:21-27. In solchen Fällen ergreift der Anbeter die Initiative. Im Fall von Abraham gibt es keine Notlage, kein drohendes Unheil, das abgewendet werden muss. Es ist Gott selbst, der die Bitte vorbringt, und es ist Gott, der das Opfer unterbricht. In ihrer jetzigen Form ist die Erzählung das Produkt einer religiösen Haltung, die schon lange auf die Vorstellung konditioniert ist, dass der israelitische Monotheismus mit Menschenopfern unvereinbar ist. Eine unbestreitbare Atmosphäre des Besonderen und Einzigartigen durchdringt die Episode. Die Bitte Gottes wird als etwas völlig Außergewöhnliches behandelt, etwas, das ein Mensch von sich aus niemals tun würde. Mehr noch: Sie stellt den Mann des Glaubens so sehr auf die Probe, dass seine Reaktion keineswegs vorhersehbar ist. Es ist selbstverständlich, dass man normalerweise vor einer solchen Tat wie einem Kinderopfer zurückschrecken würde. Gottes Bitte ist so eindeutig schockierend und unwiederholbar, dass der Leser im Voraus darüber informiert wird, dass Gott Abraham nur auf die Probe stellt und das Opfer nicht für seine eigenen Bedürfnisse will. Es ist übrigens erwähnenswert, dass die Autoren, die sich auf die „Versuchung“ Abrahams beziehen, einen veralteten Gebrauch des Wortes verwenden. Im heutigen Sprachgebrauch ist dies eine äußerst unpassende Beschreibung des Geschehens, das nur Leiden und Qualen mit sich brachte.

Warum wird Abraham geprüft? Seit dem ersten Ruf Gottes an ihn in Haran hat keine seiner Erfahrungen bewiesen, dass seine Hingabe an Gott bedingungslos und grenzenlos war, unbeeinflusst von den vielen glorreichen Verheißungen, die er erhielt, oder dem Reichtum, den er erlangte. In dieser Hinsicht haben Abraham und Hiob einen gemeinsamen Umstand, und die Frage des Widersachers nach der Uneigennützigkeit von Hiobs Frömmigkeit (Hiob 1,9) trifft auch auf den Patriarchen zu. Abraham ist dazu bestimmt, ein neues Volk zu gründen, ein Volk, das mit einer einzigartigen Bestimmung in der Familie der Völker ausgestattet sein soll. Deshalb muss er eindeutig beweisen, dass er würdig ist, Gottes Auserwählter zu sein. Seine völlig uneigennützige Hingabe an Gott muss zweifelsfrei bewiesen werden.

Daraus ergibt sich die Ungewöhnlichkeit der Prüfung, und genau diese Ungewöhnlichkeit erklärt, warum Gott und nicht sein Engel sie vorlegen muss, im Gegensatz zum Befehl, sie zu unterlassen. Es wäre nicht angemessen, wenn Abraham aufgefordert würde, sich selbst zu opfern, denn er würde dies sicherlich tun, um seinen Sohn zu bewahren, und er wüsste immer noch, dass die göttlichen Verheißungen eingehalten werden. Die Opferung seines Sohnes ist also die entscheidende letzte Prüfung, die man sich ausdenken kann.

Die Akedah muss in diesem Licht gesehen werden, und nur in diesem Licht. Der Fokus liegt ausschließlich auf Abraham. Alles andere ist aus der Sicht des Erzählers irrelevant und aufdringlich. Deshalb erfahren wir auch nichts über Sara oder die Gefühle Isaaks

Der JPS Tora-Kommentar – Genesis

ist es alles SEIN Plan?

Denn Gott hat in ihre Herzen gegeben, seinen Sinn zu tun und in einem Sinne zu handeln (W. einen Sinn zu tun) und ihr Königreich dem Tiere zu geben, bis die Worte Gottes vollbracht sein werden.
Elberfelder 1871 – Offenbarung 17,17

Gott selbst hat ihnen den Gedanken eingegeben, mit dem Tier gemeinsame Sache zu machen und diesem ihre ganze Macht zur Verfügung zu stellen, um gegen die Hure zu kämpfen. Denn damit führen sie den Plan Gottes aus, bis alles geschehen ist, was er angekündigt hat (- wörtlich: bis die Worte Gottes vollendet/erfüllt sind -).
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Offenbarung 17,17

Denn Gott hat ihnen einen Plan eingegeben, der sie zu Werkzeugen seiner Absicht macht. Sie werden vereinbaren, ihre Vollmacht an das scharlachrote Tier abzutreten, bis sich Gottes Worte erfüllt haben.
Neues Leben – Bibel 2006 – Offenbarung 17:17

Wenn man die Bibel zum x-Mal liest, dann könnte man zu dem Schluß kommen: alles läuft genau so ab, wie es sich der Schöpfer vor Beginn der Zeit „ausgedacht hatte“ – es kommt genau zu dem „guten Ende“ wo ER hin wollte. Und durch den „Schlamassel zwischendurch“ zeigt ER uns SEINE große Liebe – denn ohne dieses Zwischenspiel, wüßten wir überhaupt nicht, was auf dem Spiel stand, und auch nicht, wie groß SEINE Liebe zu uns Menschen ist.
Wenn das so ist, dann sollten wir aufhören, die Offenbarung „auseinander zu schneiden“ – und verstehen, dass die Offenbarung uns eins zeigen will: ja, es wird schlimmer, aber das „schlimmer“ hat nur das Ziel, dass Gott eingreift. Und alles, jeder Schritt und jede Stufe ist unter Seiner Kontrolle!


„Und die zehn Hörner, die du sahst, diese werden die Hure hassen und werden ihr Fleisch fressen und sie mit Feuer verbrennen“ (Vers 16). Zweifellos wird die Kirche Roms das Werkzeug sein, um die zehn Königreiche mit der Macht Roms zu verbinden. Während diese ihre Herrschaft für eine Zeit ertragen werden, weil sie ihren Zwecken dient, werden sie sich mit dem Tiere mit grimmigem Hass gegen sie wenden und sie ihres gewaltigen Wohlstandes berauben, wie sie es auch schon mit anderen gemacht haben. Sie werden sie für das Feuer bestimmen. Ohne Zweifel wird dies am Ende der ersten Hälfte der letzten Jahrwoche geschehen, wenn das Tier seinen Bund mit dem jüdischen Volke brechen wird, durch welchen es die Anbetung Jehovas gestattet hat, um göttliche Ehren nur für sich selbst in Anspruch zu nehmen unter Ausschluss aller anderen. Das Tier wird dann mit den Heiligen Krieg führen. Das wird in der Hauptsache durch das zweite Tier im Lande Palästina geschehen und mit dem Aufstellen des Bildes des Tieres in Verbindung stehen. Zu derselben Zeit wird durch die zehn Könige in Verbindung mit dem Tiere ein Vertilgungskrieg gegen die abgefallene Kirche geführt werden, die äußerlich den Namen Christi tragt und Anspruch auf Seine Rechte erhebt, indem sie behauptet, dass die Forderungen Gottes in ihr niedergelegt sind. Diese Könige zerstören sie nicht nur wegen ihres Verderbens, sondern weil sie den Namen Gottes trägt, den sie zu hassen gelernt haben. Sie erfüllen aber gleichzeitig, ohne sich dessen bewusst zu sein, den Willen Gottes, Gott benutzt sie, um die falsche Kirche zu zerstören. Vereinigt mit dem Tiere, und indem sie diesem ihre Macht geben, erfüllen sie lediglich Gottes eigenes Wort. Himmel und Erde werden vergehen, aber Gottes Worte werden nicht vergehen. Welch eine Grundlage für den Heiligen, um darauf zu ruhen! „Der Grimm des Menschen wird dich preisen, und mit dem Rest des Grimms wirst du dich umgürten.“ Es ist kein Eifer für Gott in der Erfüllung Seines Wortes zu finden, sondern nur Verachtung und Hass gegen Ihn, und darum werden sie nachher selbst in das Gericht Gottes gebracht.

H.G. Moss – Das Buch der Offenbarung

Wirst du, lieber Leser, Teil einer Organisation sein, die alle Kompromissse eingegangen ist, um auch als „Gemeinschaft des öffentliches Rechts“ anerkannt zu werden, um an Steuervergünstigungen zu kommen?

Gott ist der Veranlasser dieses ganzen Geschehens.
a) »Denn Gott hat’s ihnen gegeben in ihr Herz, zu tun seinen Ratschluss« (V. 17):
Sie meinen, es sei ihr Ratschluss, ihre großartige Idee, dass sie nun die Hure ausschalten; in Wirklichkeit aber vollstrecken sie, ohne es zu wissen, Gottes Urteil.
Gott macht auch die Kraft des Bösen, des Feindes selbst, für seine Ziele nutzbar, was jedoch die Feinde Gottes nicht entlastet; denn alle werden nach ihren Absichten gerichtet.

b) »Und zu tun einerlei Ratschluss und zu geben ihr Reich dem Tier, bis dass vollendet werden die Worte Gottes«:
Zunächst wird noch einmal von der Tatsache der Bevollmächtigung des Antichrists gesprochen (V. 13 und das dazu Gesagte) und damit von der großen Gemeinsamkeit. Dann aber redet unser Schriftwort auch hier von der Ursache dieser Gemeinsamkeit: »Gott hat’s ihnen in ihr Herz gegeben« (V. 17).
Und schließlich hat diese Zusammenführung des Tieres und seiner Satelliten, diese Zusammenballung der Macht, nach Gottes Willen und Wort, nach seiner Ankündigung, zum Ziel, dass sie alle miteinander von dem Gericht getroffen werden (vgl. Offb 16,16 und das dort Gesagte und ebenso Offb 19,19.20).
In seiner unermesslichen Überlegenheit an Weisheit und Macht vollzieht Gott zunächst durch den Antichrist und seinen Anhang das Gericht an der Hure und anschließend unmittelbar an diesen Mächten selbst.

Gerhardt Maier – Edition C

Die zehn Könige hatten ihre privaten Gründe, warum sie die Hure vernichten wollten. Auch das Tier hatte seine Ursachen, um mit ihr abzurechnen. In den Jahren seines Aufstiegs war sie ihm nützlich gewesen. Es ist denkbar, dass sie den diplomatischen Geniestreich einfädelte, der ihm die Macht über die zehn Könige verschaffte. Jetzt brauchte er sie nicht mehr, und ihm wird ihre Macht gefährlich groß geworden sein. Aber hinter diesen Marionetten steht ohne Zweifel Satan, der befindet, jetzt sei der Augenblick gekommen, seinem Mann, dem Tier, alle göttlichen Ehren zu verschaffen, wie es in 2.Thes 2,4 heißt, dass er „sich selbst erhöht über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst darstellt, daß er Gott sei“. Die Hure ist jetzt nicht mehr; nun ist der Weg frei zur letzten Religion der Menschheit, der Anbetung des Menschen. Jedes Geheimnis ist jetzt weggeblasen, alle Hüllen sind gefallen. Die letzte und endgültige Form des babylonischen Götzendienstes ist für die letzten drei ein halb Jahre eingerichtet. Das Judentum ist verboten worden, das Christentum ist inzwischen weggefegt, im Menschen der Sünde wird Satan angebetet. Die zehn Könige, das Tier und Satan wirken nach ihren eigenen Absichten und sie meinen, sie würden frei entscheiden, was ihnen beliebt, dabei tun sie das, was Gott von ihnen will. RV beruft sich auf gute Handschriften und liest (wie Elberf): „Denn Gott hat in ihre Herzen gegeben, seinen Sinn zu tun und in einem Sinne zu handeln und ihr Königreich dem Tiere zu geben, bis die Worte Gottes vollbracht sein werden.“ Der Ausdruck „und ihr Königreich dem Tiere zu geben“ ist stärker als der Ausdruck „und geben ihre Gewalt und ihre Macht dem Tiere“. Sie sind nunmehr abhängige Monarchen unter der Hoheit des Tieres, und es scheint, dass die Vernichtung der Hure ihre erste gemeinsame Aktion ist. Dabei tun sie, ohne es zu wissen und zu wollen, Gottes Willen. Gott nannte den Assyrer „Rute meines Zornes“, als dieser lediglich das Werkeug in Gottes Hand war, um Israel zu züchtigen (Jes 10,5). Als die Babylonier Jerusalem zerstörten und Juda verschleppten, waren sie lediglich Vollstrecker des göttlichen Urteils. Ebenso das Tier und die zehn Könige in ihrer Aktion gegen die Hure. Der letzte Satz im Vers zeigt, wie diese gottlosen Gerichtswerkzeuge unter göttlicher Einschränkung stehen. Sie können nur handeln, „bis die Worte Gottes vollbracht sein werden“. Was der Engel in 14,8 gerufen hatte, hallt jetzt durch die ganze Welt: „Gefallen, gefallen ist Babylon!“ Gott hat vollstreckt, was Er verheißen hatte.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

nur ein Haupt – II

sondern die Wahrheit redend, laßt uns in allen Dingen durch Liebe in den hineinwachsen, der das Haupt ist, Christus.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Epheser 4:15

Lasst uns in Liebe die Wahrheit an die vorderste Stelle setzen, und uns in allen Lebensbereichen weiterentwickeln, hin zu ihm, der das wahre Haupt ist, dem Messias.
Roland Werner – Das Buch – Epheser 4,15

Lass uns am besten immer bei der Wahrheit bleiben und uns durch die Liebe immer mehr an Jesus orientieren. Er ist ja schließlich der Kopf von unserer Gemeinschaft.
VolxBibel – Epheser 4,15

Da wir den Vers schon einmal hatten, heute ein paar Erweiterungen:

Lasset uns aber die Wahrheit treiben in d. h. verbunden mit der Liebe. Niemand soll eben bloß an sich denken, sondern soll mit dem Eifer um die Wahrheit auch den Trieb verbinden, sich anderen mitzuteilen, damit der Nutzen der Allgemeinheit zugutekomme. Freilich soll die Rücksicht auf menschliche Freundschaft nur so weit reichen, dass die Wahrheit darunter nicht leidet. Sollen wir nun in unserem Wahrheitsstreben wachsen, so bewegt sich dieser Gedanke noch in der Linie dessen, was wir kurz zuvor hörten: erreichen wir auch das volle Mannesalter noch nicht, so gilt es doch, über die Stufe einer unbewussten und urteilslosen Kindheit hinauszuwachsen. So viel Festigkeit muss Gottes Wahrheit ins uns gewinnen, dass kein Angriff Satans uns aus der Bahn werfen kann. Fehlt dann noch das Vollmaß der rechten Kraft, so werden wir doch bis zum letzten Atemzuge vorwärtsdringen. Als Ziel dieses Fortschritts wird hingestellt, dass wir wachsen an dem, der das Haupt ist, Christus. Denn nur in seiner Gemeinschaft können wir stark und groß werden. Jeder Christ hat sich unter dies Haupt zu beugen und so in den Leib einzufügen. Christus allein muss wachsen, und alle anderen müssen abnehmen: so wird die Gemeinde wohl geordnet dastehen. Jeder Fortschritt soll sich in der Schranke halten, dass wir nur immer mehr das Haupt groß machen und ihm dienen wollen.

Jean Calvin – Der Brief an die Epheser

Schließlich kommt Paulus zum endgültigen Ziel – oder vielleichtbesser Ergebnis (hina) – der Ausrüstung der Heiligen zum Dienst am Herrn und am Nächsten durch die Träger der Gnadengaben. Negativ formuliert sollen die Gläubigen sich danach nicht mehr wie unmündige Kinder verhalten, die leicht zu beeinflussen und zu verwirren sind, und sich nicht von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen (vgl. Lk 8,24; Jak 1,6) durch trügerisches Spiel (kybeia, wörtlich: „Würfelspiel“) der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen (panourgia; vgl. auch Lk 20,23; 1Kor 3,19; 2Kor 4,2;11,3 ). Die falschen Lehrer verunsichern die Menschen in bezug auf die Wahrheit, um sie dazu zu bringen, an ihre Irrtümer zu glauben. Im Gegensatz dazu (de, aber) formuliert Paulus positiv, daß die Gläubigen durch die Wahrheit und Liebe (wörtlich: wahrhaftig sein in der Liebe) wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Christus ist also die Quelle des Wachstums der Gläubigen und gleichzeitig Ende und Ziel dieses Wachstums (vgl. V. 13). Vom Haupt (vgl. Eph 1,22;5,23; Kol 1,18) erhält der ganze Leib die Fähigkeit zu Wachstum und Tätigkeit (Eph 4,16). Seine einzelnen Glieder werden sorgfältig zusammengefügt (2, 21), so daß ein Glied am andern hängt, … wodurch jedes Glied das andere unterstützt (vgl. Kol 2,19) nach (kata mit Akkusativ) dem Maß (metrO, von metron) seiner Kraft. So wächst der Leib Christi (vgl. Eph 4,15) und baut sich selbst (vgl. V. 12) auf in der Liebe. Die Wendung „in der Liebe“ findet sich dreimal in diesem Abschnitt (V. 2.15-16); sie weist auf den Weg hin, auf dem die Einheit erreicht wird. Bezeichnenderweise taucht auch der Begriff „Maß“ (metron) dreimal in diesem Zusammenhang auf (V. 7.13.16). Jeder Gläubige soll durch die Gnade Gottes im Leib Christi dienen nach dem Maß der Gabe, die Christus ihm gegeben hat (V. 7). Wenn das jeder tut, dann wächst die Kirche (V. 16) und wird schließlich immer stärker zum Ebenbild Christi (V. 13). Wenn man jedoch seine eigene Gabe oder die anderer unterdrückt, verkümmert das Wachstum.
Die Bewahrung der Einheit liegt in den Händen derjenigen, die Gott mit Gnadengaben ausgestattet hat (V. 7-16). Innerhalb dieser Einheit finden sich nichtsdestoweniger viele verschiedene Aufgaben. Paulus stellt das Wachstum des ganzen Leibes in den Mittelpunkt, nicht das einzelner Glieder.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

In seiner Belehrung wird er von Wahrheit und Liebe Gebrauch machen. Das sind die richtigen Mittel, durch die wir zu Christus hin heranwachsen. Der Vers beginnt mit „sondern“ und bildet daher einen Gegensatz zu dem Vorhergehenden. Wahrheit steht gegenüber Betrug und Irrtum, und Liebe steht gegenüber Verschlagenheit. Sowohl Wahrheit als auch Liebe sind nötig, um gesund wachsen zu können. Wahrheit ohne Liebe ist kalt und führt zu Fanatismus. Liebe ohne Wahrheit ist schwach und führt zu fleischlicher Toleranz. „Die Wahrheit festhalten“ bedeutet, dass du als Glied des Leibes in deinem ganzen Auftreten wahrhaftig bist. Du lebst aus der Wahrheit, und du lebst die Wahrheit aus. Du tust das in einem Geist der Liebe. Die Liebe ist sozusagen der Duft eines guten Parfüms, der dich umgibt.

Das war an Christus vollkommen zu sehen. Alles, was Er sagte und tat, war wahrhaftig und in Liebe eingebettet. Eine Folge davon ist, dass das, was nicht in der Gesinnung Christi gesagt wird, nicht wirklich wahr ist, es kommt dann aus dem Fleisch hervor. Jemand „die Wahrheit um die Ohren zu schlagen“, ist nicht „die Wahrheit festhalten in Liebe“. Ich fürchte, dass ich nicht der Einzige bin, der mit Scham bekennen muss, Dinge gesagt zu haben, die an sich zwar wahr waren, aber die nicht mit dem Duft der Liebe umgeben waren. Wahrheit ist nur das, was auch in Liebe festgehalten wird.

Das Gegenteil ist auch wahr: Nur die Liebe ist wahre Liebe, die in Übereinstimmung mit der Wahrheit ist. Wenn du nur lieb tust und niemals über falsche Dinge sprichst, bist du nicht wahrhaftig in der Liebe. Dann ist Liebe Heuchelei, so tun als ob. Echte Liebe wird den anderen auf das Verkehrte hinweisen, denn das richtet Schaden an. Wenn du jemand darauf hinweist, beweist du damit, dass du ihn liebst, denn dadurch kannst du Schaden abwenden oder begrenzen.

Was individuell gilt, gilt auch für die Gemeinde als Ganzes, und darum geht es hier in erster Linie. Eine Gemeinschaft, die die Wahrheit in Liebe festhält, ist nicht schnell von jedem Wind der Lehre hin und her zu werfen. Das ist eine Gemeinschaft von Menschen, wo jeder Gläubige seine eigene feste und unverbrüchliche Beziehung zu Christus hat, dem Haupt des Leibes. Zusammen wachsen sie in allem heran zu Ihm hin. Alle Aspekte ihres gemeinschaftlichen Lebens werden immer mehr von den Kennzeichen des Hauptes durchzogen. Wie gesagt, Wahrheit und Liebe sind die Kennzeichen Christi. Wenn diese bei seinen Gliedern gefunden werden, hat das zur Folge, dass sie Ihm ähnlich werden, zu Ihm hin heranwachsen.

Ger de Koning – Der Brief an die Epheser – Eine Erklärung des Briefes von Paulus speziell für dich

Als Gegensatz zum skrupellosen Betrug von V. 14 hebt der Apostel die Notwendigkeit hervor, »die Wahrheit festzuhalten in Liebe«. Das würde nicht nur der Verführung vorbeugen, sondern auch geistliches Wachstum fördern. »Die Wahrheit festhalten« ist ein Wort (aletheùo, Wahrheit tun, wahr sein, von alètheia, Wahrheit). Die Aufforderung ist nicht lediglich, die Wahrheit zu reden, sondern sie zu erkennen, an ihr festzuhalten und sie auszuleben. Das Festhalten oder Reden muß »in Liebe« geschehen. Wahrheit ohne Liebe gebiert Gesetzlichkeit; Liebe ohne Wahrheit Zuchtlosigkeit. Zu Ihm »heranwachsen in allem« bedeutet, Seine Gedanken immer besser verstehen und verwirklichen und Ihm, der das Haupt des Leibes ist, immer ähnlicher werden.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Aber was, wenn ich meine Ehe in dem Wissen begonnen habe, dass mein Partner mein geistlicher Weggefährte auf der Reise in die neue Schöpfung ist? Was, wenn ich von der Ehe erwarte, dass sie uns beiden hilft, aus unseren Sünden und Macken herauszuwachsen, hinein in das neue Ich, das Gott in uns schaffen will? Dann habe ich die Phasen der „Entfremdung“ von vornherein erwartet, und wenn sie da sind, heißt es: Die Ärmel hochgekrempelt und ran an die Arbeit!
Was sind die „Werkzeuge“ für diese Arbeit? Wie können wir einander geistliche Freunde werden, die sich auf der Reise zu ihrem neuen Ich begleiten? Wie können wir einander so lieben, dass unsere Ehe immer stärker wird, anstatt sich in kleinlichen Streitereien festzufahren, die in verbissenem Schweigen enden? Die Antwort: Wir müssen die Wahrheit sagen, und dies in Liebe und mit der Kraft der Gnade Gottes.

Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus. (Epheser 4,15, ELB)

Dieser Satz klingt beim ersten Hören nach einer Platitude. Aber fangen wir an, ihn zu analysieren. Als von Gott eingesetzte Institution birgt die Ehe eine dreifache Kraft, die wir annehmen und nutzen müssen: die Kraft der Wahrheit, die Kraft der Liebe und die Kraft der Gnade. In dem Maße, wie wir diese drei Dinge im Leben unseres Ehepartners einsetzen, werden wir ihm oder ihr helfen, zu einem Menschen zu werden, der nicht nur das Wesen Christi widerspiegelt, sondern der uns auf die gleiche Weise lieben und helfen kann. Diese drei Kräfte der Ehe wirken in uns am besten in jenen Zeiten, wo es uns schwerfällt, diesen Halbfremden, mit dem wir verheiratet sind, zu lieben.

Timothy und Kathy Keller – Ehe – Gottes Idee für das größte Versprechen des Lebens

Gott nahm jetzt den Menschen an die Hand und brachte ihn in den Garten Eden

Und Jehova Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren.
Elberfelder 1871 – Genesis 2,15

Da nahm der Ewige, Gott, den Menschen und versetzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu wahren..
Die Philippson-Bibel – 1.Mose 2:15

Und Jehovah Gott nahm den Menschen und setzte ihn nieder in dem Garten Eden, ihn zu bebauen (H. bedienen) und ihn zu hüten.
Tafelbibel – 1.Mose 2,15

Arbeit ist kein Fluch! – denn der Mensch wurde in den Garten gestellt um dort zu arbeiten!

Und Jahwe Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und zu bewahren. Allein um den Daseinszweck des Menschen zu beschreiben, wird noch einmal erwähnt, daß Gott seinen Menschen, den er irgendwo aus Staub heraus geschaffen hatte, im Garten Eden zur Ruhe kommen läßt. Das Verb »hineinsetzen« kann auch bedeuten »zur Ruhe bringen«, »beruhigen«.
Gott, der im Rhythmus von Arbeit und Ruhe die Welt erschaffen hat, schenkt seinem Menschen Ruhe und erklärt gleichzeitig die Arbeit als etwas, das zum Dasein des Menschen gehört.
Die Verben »bebauen« und »bewahren« umfassen jegliche Art menschlicher Arbeit. Arbeit gehört zum Menschsein, da der Lebensraum, den der Schöpfer seinem Geschöpf zugewiesen hat, diese Arbeit fordert. »Ein Leben ohne Arbeit wäre kein menschenwürdiges Dasein.« Der Garten Eden ist deshalb nicht zu vergleichen oder zu verwechseln mit den Paradiesvorstellungen anderer Religionen. Er ist kein Ort seligen Genießens, wie er etwa im Koran beschrieben wird. Arbeit gehört zur Bestimmung des Menschen von Anfang an.

Wuppertaler Studienbibel

Einige Alttestamentler haben behauptet, dass dieser Abschnitt von Genesis 2 ein zweiter Schöpfungsbericht ist, der von einem anderen Autor geschrieben wurde und dessen Botschaft im Widerspruch zu dem steht, was in Kapitel 1. Diese Theorie ist heute nicht mehr weit verbreitet; denn in diesen Versen erzählt Mose dieselbe Schöpfungsgeschichte, fügt aber Details hinzu, die wir kennen müssen, um die späteren Ereignisse zu verstehen. Mose 2,4 ist die erste von elf „Generations“-Aussagen, die den Fortgang der Geschichte markieren, die Mose im Buch Genesis geschrieben hat. (Siehe Kapitel 1, Abschnitt 1, Seite 13.)

Adam, der Arbeiter. Am dritten Tag (1,9-13) erzählte Mose, wie Gott die Vegetation hervorgebracht und einen „Nebel“ zum Bewässern der Pflanzen bereitgestellt hatte. Regen gibt es in der Genesis erst wieder zur Zeit der Sintflut. Es ist interessant, dass Gott jemanden brauchte, der die Erde bearbeitete und half, die benötigten Nahrungsmittel zu produzieren. Die Menschen sind Verwalter von Gottes Schöpfungssegen und sollten seine Gaben so nutzen, wie er es befiehlt. Gott und der Mensch arbeiten zusammen, denn Gott setzte Adam in den Garten, um seine Arbeit zu tun, den Boden zu bebauen und ihn zu pflegen (V. 15).

Ein Rentner, der in einer Stadt lebte, war es leid, bei seinem täglichen Spaziergang eine hässliche Brachfläche zu sehen, und bat den Eigentümer um die Erlaubnis, dort einen Garten anzulegen. Es dauerte Tage, den angesammelten Müll wegzuschaffen und noch mehr Zeit, den Boden vorzubereiten, aber der Mann arbeitete hart. Im nächsten Jahr erstrahlte das Grundstück in neuem Glanz, und jeder nahm Notiz davon.
„Gott hat Ihnen wirklich ein wunderschönes Stück Land geschenkt“, sagte ein Besucher, als er die Blumen und die Landschaftsgestaltung bewunderte.
„Ja, das hat er“, antwortete der fleißige Gärtner, „aber du hättest dieses Grundstück sehen sollen, als Gott es noch ganz allein hatte!“
Die Antwort war weise und keineswegs pietätlos. Derselbe Gott, der das Ziel – einen schönen Garten – bestimmt, bestimmt auch die Mittel zum Ziel – jemanden, der die Arbeit macht. Denn „Glaube ohne Werke ist tot“ (Jakobus 2,26), und kein noch so großes Gebet oder Bibelstudium kann einen Gärtner ersetzen, der den Boden umpflügt, den Samen sät, die Pflanzen gießt und das Unkraut zupft. „Denn wir sind Arbeiter mit Gott“ (1. Korinther 3,9).
Arbeit ist kein Fluch, sondern eine Gelegenheit, unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten zu nutzen, um mit Gott zusammenzuarbeiten und treue Verwalter seiner Schöpfung zu sein. Nachdem der Mensch gesündigt hatte, wurde die Arbeit zur Mühsal (Gen 3,17-19); aber das war nicht Gottes ursprüngliche Absicht. Wir alle haben unterschiedliche Fähigkeiten und Möglichkeiten, und wir müssen herausfinden, was wir nach Gottes Willen mit unserem Leben in dieser Welt tun sollen, zum Wohle anderer und zur Ehre Gottes. Eines Tages wollen wir in der Lage sein, vor Gott zu stehen und mit Jesus zu sagen: „Ich habe dich auf Erden verherrlicht. Ich habe das Werk vollendet, das du mir aufgetragen hast“ (Johannes 17,4, NKJV).
Adam, der Pächter. Gott pflanzte seinen Garten „im Osten von Eden“ (Gen 2,8). „Eden“ bedeutet entweder „Wonne“ oder „Ort mit viel Wasser“ und deutet darauf hin, dass dieser Garten ein Paradies aus Gottes Hand war. Die biblische Geschichte beginnt mit einem wunderschönen Garten, in dem der Mensch sündigte, aber sie endet mit einer herrlichen „Gartenstadt“ (Offb. 21-22), in der es keine Sünde mehr geben wird. Wie kam es zu dieser Veränderung? Ein dritter Garten, Gethsemane, in dem Jesus sich dem Willen des Vaters unterwarf und dann hinausging, um am Kreuz für die Sünden der Welt zu sterben.

Wir haben keine Informationen über den Fluss Pishon oder den Gihon; und obwohl uns der Tigris (Hiddekel) und der Euphrat vertraut sind, haben wir immer noch nicht genug Daten, um den genauen Ort des Gartens Eden zu bestimmen. Die Lage des Landes Havila ist ebenfalls ungewiss; einige verorten es in Armenien, andere in Mesopotamien. In der King James Version wird das Land Kusch als Äthiopien bezeichnet, aber diese Interpretation wird heute nicht allgemein akzeptiert. Glücklicherweise ist es nicht notwendig, die alte Geografie zu beherrschen, um die geistlichen Lektionen dieser frühen Kapitel der Genesis zu verstehen.
In diesem wunderschönen Garten sorgte Gott für Fülle und Schönheit; Adam und Eva hatten zu essen und konnten sich an Gottes schönem Werk erfreuen. Noch war die Sünde nicht in den Garten eingedrungen, so dass ihr Glück nicht getrübt war.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Mose 2,15 sagt uns: »Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.« Um es mit anderen Worten zu sagen: Adam war nicht einfach nur der Gärtner des Gartens, er sollte auch sein Beschützer sein. Als die böse Schlange sich dem Baum des Gerichts näherte, hätte Adam den Garten bewachen und der Schlange den Kopf zertreten sollen. Er hätte die Rebellion im Keim ersticken, nicht sich ihr anschließen sollen. Die Schlange war listig, aber nicht weise. Wäre sie weise gewesen, so hätte sie sich von dem Baum, der zeigt, dass Böses böse ist, ferngehalten. Stattdessen lenkte sie Evas Aufmerksamkeit, nachdem sie zu ihr gekrochen war, umgehend auf diesen Baum des Gerichts. Anstatt sich vom verbotenen Baum fernzuhalten, kam Eva ihm nahe, um ihn zu untersuchen. Sie konnte nichts am Baum ausmachen, was ihr gefährlich oder unappetitlich erschien. Seine Früchte sahen köstlich aus. Das Verbot ergab für sie keinen Sinn. So ist es vielen von uns schon ergangen. Es macht uns nichts aus, Gott zu gehorchen, solange seine Gebote für uns Sinn ergeben. Sobald wir aber den Schaden, das Problem mit dem, was Gott verboten hat, nicht sehen können und es uns stattdessen als erstrebenswert erscheint, fällt es uns leicht, zu tun, was wir wollen, und nach dem zu greifen, von dem wir glauben, dass wir es brauchen. Gott hatte den Baum als Prüfung in den Garten gepflanzt, die es Adam und Eva ermöglichen sollte, echten Glauben und Gehorsam zu beweisen. Als aber die Schlange kam, hegte sie ihre eigenen Absichten für den Baum. Sie machte ihn zu einer Falle und einer Versuchung und sich selbst zum Richter über Gottes Güte, Großzügigkeit und Integrität, indem sie zur Frau sprach: »Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?« (1 Mose 3,1).

Guthrie_- Besser als Eden: Wie die Geschichte der Bibel deine eigene verändert

Das ist der zweite Teil des Bundesschlusses von Eden. Der erste Teil in Kapitel 1 waren die ersten vier Auflagen; der zweite Teil des Bundes beinhaltet die übrigen drei Bestimmungen, woraus sich insgesamt sieben ergeben. Die fünfte Auflage ist in Vers 15 ihre Arbeit: sie sollten den Garten von Eden bebauen und bewahren. Der Hintergrund ist, dass Gott, der HERR, den Menschen nahm. Gott nahm ihn also von der Stelle (im Westen von Eden) weg, wo die Schöpfung stattgefunden hatte, und setzte ihn in den Garten von Eden. Die Wurzel für das hebräische Wort setzte lässt die Bedeutung »ruhen« mitschwingen. Das heißt: Der Garten war für Adam ein Ruheort – ganz, wie laut Psalm 95,11 das Verheißene Land für Israel ein Ruheort war. Für Adam war der Garten von Eden ein Land der Ruhe. Aus derselben Wurzel wird auch der Name »Noah« gebildet. Die Absicht war, ihn zu bebauen. Das hebräische Wort heißt »arbeiten« oder »dienen«; somit betont es die körperliche Aktivität. Das Wort wird auch für Arbeit im Dienste Gottes gebraucht. Die leibliche Arbeit war der geistliche Dienst für Gott; der Mensch war nicht da, um sich dienen zu lassen, sondern um ein Diener Gottes zu sein. Außerdem sollte der Mensch den Garten bewahren. Das hebräische Wort bedeutet »bewachen«. Dasselbe Wort wird in 1 Mose 3,24 gebraucht, wo die Cherubim den Auftrag erhalten, den Eingang zum Garten zu bewachen. Das Wort bedeutet auch »halten« im Sinne von »Gehorsam«: Den Garten durchs Bewachen zu erhalten, war ein Akt des Gehorsams. Die Betonung liegt hier darauf, dass der Mensch den Garten von Eden bewachen soll – nicht im Blick auf Feinde von außen, sondern vielmehr im Sinne des Einhaltens von Gottes Gebot. Die Bewahrung des Gartens war eine Gehorsamshandlung Gott gegenüber. Zu beachten ist, dass Arbeit ein Teil des vollkommenen Zustands war. Trotzdem war die Arbeit zu dieser Zeit leicht; das Land brachte ohne Schwierigkeiten Ertrag. Es war keine mühsame, schweißtreibende Arbeit

Arnold Fruchtenbaum – Das 1. Buch Mose


Gottes Königreich ist eine solide und dauerhafte Regierung. Ihre Dauerhaftigkeit wird dadurch gewährleistet, dass Jehova selbst dem Tod nicht unterworfen ist

Bist du nicht von alters her, Jehova, mein Gott, mein Heiliger? Wir werden nicht sterben. Jehova, zum Gericht hast du es gesetzt, und, o Fels, zur Züchtigung es bestellt.
Elberfelder 1871 – Habakuk 1,12

Bist du nicht von urher mein Gott, DU,
mein Heiliger? wir werden nicht sterben!
DU, zum Gericht nur hast du eingesetzt ihn,
Fels, zum Ermahnen nur hast du ihn gegründet.
Buber & Rosenzweig – Habakuk 1:12

 Bist du nicht, Ewiger, von ältester Zeit mein Gott, mein Heiliger? Nicht werden wir sterben – du hast es, Ewiger, zur Strafe eingesetzt, hast, Fels, zur Zücht’gung es bestellt.
Die Philippson-Bibel – Habakuk 1,12

Die Frage hab ich vermutlich schon einmal gestellt: Was ist, wenn die Zeit erst beginnt, wenn die Schöpfung beginnt? Also wenn es Jehovah schon gibt, bevor ER etwas erschaffen hat, und die Zeit eine der Dimensionen ist, die nur Seine Schöpfung unterworfen ist.
Dann könnte ER sich in der Zeit bewegen, hätte den totalen Überblick über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Deshalb können wir IHM vertrauen, der uns erschaffen hat und nur unser Bestes im Blick hat.


Gottes Königreich ist eine solide und dauerhafte Regierung. Ihre Dauerhaftigkeit wird dadurch gewährleistet, dass Jehova selbst dem Tod nicht unterworfen ist (Habakuk 1:12). Auch Jesus Christus, dem Gott das Königtum übertragen hat, ist im Gegensatz zu menschlichen Königen unsterblich (Römer 6:9; 1 Timotheus 6:15, 16).

Den allein wahren Gott anbeten

Die Person, die den Namen trägt. Jehova ist der Schöpfer aller Dinge, die große erste Ursache; somit ist er unerschaffen, ohne Anfang (Off 4:11). „Seine Jahre sind an Zahl unerforschlich“ (Hi 36:26). Es ist unmöglich, ihm ein Alter zuzuschreiben, denn es gibt keinen Zeitpunkt, von dem aus gemessen werden kann. Obgleich zeitlos, wird er zu Recht „der Alte an Tagen“ genannt, da seine Existenz endlos in die Vergangenheit zurückreicht (Da 7:9-13). Auch in der Zukunft ist er ohne Ende (Off 10:6); er ist unvergänglich, unsterblich. Darum wird er als der „König der Ewigkeit“ bezeichnet (1Ti 1:17), für den tausend Jahre nur wie eine Nachtwache von wenigen Stunden sind (Ps 90:2-4; Jer 10:10; Hab 1:12; Off 15:3).
Trotz seiner Überzeitlichkeit ist Jehova in hervorragender Weise ein geschichtsbewußter Gott, und man kann ihn mit ganz bestimmten Zeiten, Orten, Personen und Ereignissen in Verbindung bringen. Wenn er mit Menschen verkehrte, handelte er nach einem genau festgelegten Zeitplan (1Mo 15:13-16; 17:21; 2Mo 12:6-12; Gal 4:4). Weil seine ewige Existenz unleugbar und die grundlegendste Tatsache im Universum ist, hat er bei seiner Existenz geschworen, indem er sagte: „So wahr ich lebe“, und hat dadurch die absolute Zuverlässigkeit seiner Verheißungen und Prophezeiungen garantiert (Jer 22:24; Ze 2:9; 4Mo 14:21-28; Jes 49:18). Auch Menschen haben bei der Tatsache, daß Jehova existiert, geschworen (Ri 8:19; Ru 3:13). Nur Unverständige sagen: „Es gibt keinen Jehova“ (Ps 14:1; 10:4).

Einsichten über die heilige Schrift

Gottes verblüffende Enthüllung stürzte den Propheten nur in noch größere Bestürzung. Auf Habakuks Klage über die Sünde und Gesetzlosigkeit in Juda (V. 2-4 ) antwortete Gott mit dem Hinweis, daß er das Betragen seines Volkeskenne und seine Strafe schon unterwegs sei. Die Babylonier sollten dieses sündige Volk schon bald gefangennehmen und verschleppen. Jetzt war der Prophet nicht nur – wie Gott es ihm prophezeit hatte – überrascht (V. 5 ), er war vielmehr entsetzt, schockiert, daß Gott ein solches Werkzeug einsetzen wollte, um Juda zu strafen. Habakuk gab seiner tiefen Verwirrung Ausdruck. Er stellte Gottes Plan in Frage.

Warum benutzt Gott als Werkzeug ein Volk, in dem die Gemeinheit herrscht?
( 1,12 – 13 )

Wie vernichtend die Androhung des göttlichen Gerichts auch klingen mag, der Prophet verläßt sich dennoch auf Gottes Heiligkeit und Treue, die ihm Trost und Hoffnung geben. In einem Meer der Verwirrung klammerte sich Habakuk an den lebendigen Rettungsanker, den Gottes heiliges Wesen für ihn verkörperte. Er hielt sich im Chaos an der unerschütterlichen Stärke seines Gottes fest.

Hab 1,12
Im Hebräischen verlangt die Form der Frage Aber du, HERR, mein Gott, mein Heiliger, der du von Ewigkeit her bist eine bejahende Antwort. Sie ist ebensosehr Aussage wie Frage. Das Vertrauen des Propheten in den lebendigen, ewigen Gott Jahwe steht in schroffem Gegensatz zu dem vorhergehenden Vers, der besagt, daß die Babylonier ihre eigene Stärke zu ihrem Gott machen.
Aus menschlicher Sicht war es natürlich ein leichtes für Babylon, Juda auszulöschen. Doch für den Propheten war es völlig undenkbar, daß das Gottesvolk und damit auch seine Bundesbeziehung zu Jahwe ausgetilgt werden sollte. Habakuks Überzeugung gründete sich auf zwei Verheißungen: (a) den unveränderlichen und ewigen Herrn (vgl. Hes 3,6 ), der seinen Bund mit Israel nicht brechen wird; und (b) den heiligen (vgl. Hes 3,3 ) und gerechten Gott, der weder in Israel noch unter seinen Feinden die Sünde ungestraft läßt. Der Prophet bat ganz richtig: “ Mein Gott, mein Heiliger, laß uns nicht sterben. „
Habakuk rief sich in Erinnerung, daß der Herr die Babylonier nur dazu ausersehen hatte, Juda zu züchtigen , nicht dazu, das Volk endgültig auszurotten. Der Feind war Gottes Straf- , nicht sein Vernichtungswerkzeug. Der Prophet nennt seinen Herrn einen Fels ( QUr ), eine Bezeichnung, die erstmals in 5Mo 32,4 auf Jahwe angewendet wurde und die auf die Beständigkeit und Treue des Allmächtigen verweist (vgl. 5Mo 32,15.18.30-31 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Für Habakuk war die erste Antwort Gottes überhaupt keine Antwort gewesen. Tatsächlich schuf sie nur ein neues Problem, das noch rätselhafter war: die Inkonsequenz Gottes. Wie konnte ein heiliger Gott ein böses Volk benutzen, um sein besonderes Volk zu bestrafen?

Die Heiligkeit Gottes (Hab. 1:12-13). Der Prophet konzentrierte sich auf den Charakter Gottes, so wie es Jona getan hatte, als er mit dem, was Gott tat, nicht einverstanden war (Jona 4,2). „Männer des Glaubens sind immer die Männer, die sich Problemen stellen müssen“, schrieb G. Campbell Morgan, denn wenn man an Gott glaubt, fragt man sich manchmal, warum er bestimmte Dinge geschehen lässt. Aber bedenken Sie, dass es einen Unterschied zwischen Zweifel und Unglauben gibt. Wie Habakuk stellt der Zweifler Gott in Frage und streitet vielleicht sogar mit Gott, aber der Zweifler lässt Gott nicht im Stich. Aber Unglaube ist Rebellion gegen Gott, eine Weigerung, zu akzeptieren, was er sagt und tut. Unglaube ist ein Akt des Willens, während der Zweifel aus einem unruhigen Geist und einem gebrochenen Herzen geboren wird.

Habakuks Auseinandersetzung mit Gott ist ein Kurzlehrgang in Theologie. Er begann mit der Tatsache der Heiligkeit Gottes. Die Babylonier waren weitaus schlimmere Sünder als die Menschen in Juda. Wie konnte Gott also böse, götzendienerische Heiden benutzen, um sein eigenes auserwähltes Volk zu bestrafen? Ja, sein Volk verdiente Bestrafung, aber konnte Gott nicht ein besseres Instrument finden? Würde dies das Ende des Volkes bedeuten? Nein, denn „wir werden nicht sterben“ (Hab. 1:12). Gott hatte durch das jüdische Volk bestimmte Ziele zu erfüllen, und er würde sein Volk bewahren, aber es würde schmerzhafte Prüfungen erleben.

Der Prophet musste sich an zwei Tatsachen erinnern: (1) Gott hatte andere Mittel benutzt, um sein Volk zu züchtigen – Krieg, Naturkatastrophen, die Predigt der Propheten – und das Volk wollte nicht hören; (2) je größer das Licht, desto größer die Verantwortung. Ja, die Babylonier waren böse Sünder, aber sie waren Götzendiener, die den wahren und lebendigen Gott nicht kannten. Das entschuldigt nicht ihre Sünden (Röm. 1:18ff), aber es erklärt ihr Verhalten. Die Juden behaupteten, den Herrn zu kennen, und doch sündigten sie gegen das Gesetz, an das sie zu glauben vorgaben! Sünde im Leben eines Gläubigen ist viel schlimmer als Sünde im Leben eines Ungläubigen. Wenn Gottes Volk ihm absichtlich ungehorsam ist, sündigt es gegen eine Flut von Licht und einen Ozean der Liebe.

Habakuk erinnerte Gott daran, dass er ewig ist und daher das Ende von Anfang an kennt und nicht überrascht werden kann. Er war der mächtige Gott („Fels“, NIV), der alle Macht hatte und sich nie veränderte. Was ist also mit seinen Bündnissen mit den Juden? Was ist mit seinen besonderen Verheißungen? Als heiliger Gott konnte er die Sünde nicht gutheißen (Hab. 1:13); dennoch war er „tolerant“ gegenüber der Sünde im Land Juda und „still“, als die Babylonier sich anschickten, sein Volk zu verschlingen! Habakuk wollte, dass Gott etwas sagt und etwas tut, aber Gott war still und scheinbar untätig.

Denken Sie daran, dass dies für Habakuk nicht einfach ein nationales Problem oder ein theologisches Problem war, sondern ein persönliches Problem, als er rief: „Mein Gott, mein Heiliger“ (V. 12, NIV). Nationale und internationale Ereignisse wirkten sich auf seinen persönlichen Weg mit Gott aus, und das beunruhigte ihn sehr. Aber nur wenn wir mit diesen Herausforderungen ringen, können unsere „Glaubensmuskeln“ wachsen. Wenn wir schwierigen Fragen aus dem Weg gehen oder uns mit Halbwahrheiten und oberflächlichen Antworten zufrieden geben, bleiben wir unreif, aber wenn wir uns den Fragen ehrlich stellen und sie mit dem Herrn durchsprechen, wachsen wir in der Gnade und in der Erkenntnis Christi (2. Petrus 3,18).

Seine Frage „Warum schweigst du?“ (v. 13, NIV) wird seit Jahrhunderten sowohl von Heiligen als auch von Sündern gestellt. Natürlich ist Gott nicht stumm, denn er spricht durch sein Wort zu denen, die Ohren haben, um zu hören. Am lautesten sprach er auf Golgatha, als sein geliebter Sohn am Kreuz starb; denn das Sühnopfer ist Gottes endgültige und vollständige Antwort auf die Sünden der Welt. Aufgrund des Kreuzes ist Gott sowohl „gerecht als auch rechtfertigend“ (Röm 3,26). Er hat sowohl sein heiliges Gesetz aufrechterhalten als auch sein liebendes Herz offenbart. Die Sünde wurde verurteilt und der Weg für die Sünder geöffnet, Kinder Gottes zu werden. Niemand kann sich über eine so weise und liebevolle Antwort beklagen!

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series

Gottes Antwort auf Habakuks erste Klage bringt ein noch schwierigeres Problem zur Lösung. In dieser Beschwerde werden drei Dinge erwähnt: Habakuks Gewissheit, Habakuks Problem und Habakuks Warten.

Habakuks Gewissheit – Habakuk 1:12
Bist du nicht von Ewigkeit her, HERR, mein Gott, mein Heiliger? wir werden nicht sterben. HERR, du hast ihn zum Gericht bestimmt; und du, Fels, hast ihn zur Besserung gegründet.

Habakkuk beginnt mit einem Ton der Zuversicht: Wir werden nicht sterben. Er ist ziemlich zuversichtlich, dass die Juden aufgrund der Heiligkeit Gottes nicht völlig vernichtet werden würden. Jehova war immer Israels Gott, und Gottes Heiligkeit spricht dagegen, dass er seine Versprechen bricht, einschließlich des Überlebens der jüdischen Nation. Gott würde Juda sicherlich züchtigen, aber er würde niemals zulassen, dass die Juden völlig vernichtet werden. Habakuk erkannte nun den Platz Babylons im Plan und Programm Gottes. Der Zweck ihres Aufstiegs zur Macht wird ein zweifacher sein: erstens zum Gericht, um die Sünden Judas zu bestrafen; und zweitens zur Korrektur, nicht zur totalen Zerstörung. In der Tat wird Juda wegen des Götzendienstes in die Babylonische Gefangenschaft gehen, aber als Folge davon wird es von seinem Götzendienst geheilt werden. Habakkuk war nicht besorgt, dass Gott das jüdische Volk völlig auslöschen würde, keineswegs! Sie würden aufgrund der Heiligkeit Gottes weiterhin überleben. Gott würde Babylon benutzen, um die Sünden Judas zu richten und zu bestrafen, aber das Ziel war Korrektur, nicht Zerstörung.

Arnold Fruchtenbaum – Das Buch Habakuk

Er kann jeden aus einer gefährlichen Situation retten, er kann jeden befreien. Dieser Gott tut heftige Wunder, man kann das überall auf der Erde und auch im Universum sehen.

Von mir wird Befehl gegeben, daß man in der ganzen Herrschaft meines Königreichs bebe und sich fürchte vor dem Gott Daniels; denn er ist der lebendige Gott und besteht in Ewigkeit, und sein Reich wird nie zerstört werden, und seine Herrschaft währt bis ans Ende; der da rettet und befreit, und Zeichen und Wunder tut im Himmel und auf der Erde: denn er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen errettet. Und dieser Daniel hatte Gedeihen unter der Regierung des Darius und unter der Regierung Kores’, des Persers.
Elberfelder 1871 – Daniel 6,28–29

Hierauf schrieb der König Darius an alle Völker, Volksstämme und Zungen, die auf der ganzen Erde wohnten: »Heil möge euch in Fülle zuteil werden!  Hiermit ergeht der Befehl von mir, daß man im ganzen Bereich meiner königlichen Herrschaft vor dem Gott Daniels zittern und ihn fürchten soll; denn er ist der lebendige Gott, der in Ewigkeit bleibt; sein Reich (oder: Königtum) ist unzerstörbar, und seine Herrschaft nimmt kein Ende. Er errettet und befreit und vollführt Zeichen und Wunder am Himmel und auf Erden, er, der Daniel aus der Gewalt der Löwen errettet hat.«
Menge – Daniel 6:26–28

„Möge euer Frieden sehr groß werden! Von mir aus ist ein Befehl erlassen worden, daß in jeder Herrschaft meines Königreiches die Menschen beben und sich vor dem Gott Daniels fürchten sollen. Denn er ist der lebendige Gott und besteht auf unabsehbare Zeiten, und sein Königreich ist eines, das nicht zugrunde gerichtet werden wird, und seine Herrschaft währt immerdar. Er rettet und befreit und vollbringt Zeichen und Wunder in den Himmeln und auf der Erde, denn er hat Daniel von der Tatze der Löwen befreit.“
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Daniel 6,25–27

Ergänzungen zu dem Beitrag

Der König, der durch ein Gesetz nun einen Monat lang (V. 8 ) als Gott verehrt wurde, veröffentlichte eine Erklärung, daß alle Menschen seiner Nation ( alle Völker, Nationen und Männer aus allen Sprachen ; vgl. Dan 3,4.7;5,19;7,14 ) Daniels Gott fürchten und ehren müssen . Dies war eine erstaunliche Kehrtwendung des Darius! Der Grund dafür war, so schrieb Darius, daß Daniels Gott lebt ( Er ist der lebendige Gott ; vgl. Dan 6,21 ), während die Götter der Meder und Perser tote Götzen waren. Dieser Gott ist ein persönlicher Gott, sein Königreich ist unzerstörbar (vgl. Dan 7,14 ), und er greift in die menschliche Geschichte ein und rettet diejenigen, die ihm vertrauen. Er wirkt mächtige Wunder ( Zeichen und Wunder ; vgl. Dan 4,2-3 ), um seinen Willen zu tun, u. a. auch die wundersame Errettung von Daniel. Solch ein Gott ist wahrhaftig zu ehren und anzubeten. Trotz des Widerstandes, den ihm die Fürsten und Ratgeber entgegengebracht hatten, wurde Daniel nun geehrt und lebte bis zur Regierungszeit von Kyrus .

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Der Herr wurde verherrlicht (Dan. 6:25-27). Aber Darius tat mehr als nur die Verbrecher hinzurichten. Er erließ auch einen Erlass für das ganze Reich, in dem er seinen Untertanen befahl, den Gott Daniels, den Gott der hebräischen Verbannten, zu fürchten und zu ehren (V. 25-27). Darius‘ erstes Dekret in diesem Kapitel erklärte, dass er Gott sei (V. 7-9), aber dieses zweite Dekret erklärte, dass der Gott der Hebräer der wahre und lebendige Gott sei! Damit schloss sich Darius dem König Nebukadnezar an, indem er öffentlich Zeugnis von der Macht und Herrlichkeit des wahren und lebendigen Gottes ablegte (2:47; 3:28-29; 4:1-3, 34-37). Gott hätte Daniel aus der Löwengrube heraushalten können, aber dadurch, dass er ihn vor den Löwen rettete, erlangte Gott größere Herrlichkeit.

Die Juden waren durch die Zerstörung Jerusalems und des Tempels gedemütigt worden, weil ihre Niederlage den Anschein erweckte, dass die falschen Götter der Babylonier stärker waren als der wahre Gott Israels. Der Götzendienst des jüdischen Volkes, insbesondere seiner Könige und Priester, hatte den Untergang Judas herbeigeführt, und der Herr bediente sich einer götzendienerischen Nation, um sie zu besiegen. Jehova war von seinem eigenen Volk nicht geehrt worden, aber jetzt wurde er von heidnischen Herrschern gepriesen, deren Erlasse in der ganzen heidnischen Welt veröffentlicht wurden. Diese Dekrete waren ein Zeugnis für die Heiden, dass es nur einen wahren Gott gab, den Gott der Juden; aber die Dekrete erinnerten auch die Juden daran, dass Jehova der wahre und lebendige Gott war. Die jüdischen Exilanten waren von Götzen umgeben und waren ständig versucht, die Götter der Eroberer anzubeten. Welch ein Paradox, dass die Juden, die den Heiden den wahren und lebendigen Gott bezeugen sollten, von den Heiden bezeugt wurden!

Die Theologie, die im Dekret des Darius zum Ausdruck kommt, ist genauso wahr wie alles, was von Moses, David oder Paulus geschrieben wurde. Jehova ist der lebendige und ewige Gott, dessen Reich niemals zerstört werden wird (V. 26; siehe Deut. 5:26; Jos. 3:10; Ps. 42:2; Jer. 10:10; Ps. 145:13; Offb. 11:15). Er ist der Gott, der die Menschen rettet und sie aus Gefahr und Tod befreit und der Zeichen und Wunder tut (Dan 6,27; siehe 3,28-29; 4,3; Dtn 6,22; Neh 9,10; Pss. 74:9; 105:26-36; 135:9; Jer. 32:20-21).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series Daniel

In den Versen 25-27 erließ Darius ein öffentliches Dekret zur Ehrung des Gottes Daniels. Der Erlass folgte einem ähnlichen Muster wie der von Nebukadnezar Jahre zuvor (z. B. Dan. 4:1-3 ). In Vers 25 werden die Adressaten des Erlasses genannt: Da schrieb König Darius an alle Völker, Nationen und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Der Friede sei mit euch gemehrt. Der aramäische Begriff für „Erde“, ara, entspricht dem hebräischen Begriff eretz, der entweder „Erde“ oder „Land“ bedeuten kann. Wie Tanner richtig feststellt, „könnte die Übersetzung ‚Land‘ als ein begrenzteres Gebiet verstanden werden, d.h., [ 266 ] Wenn tatsächlich „in der ganzen Erde“ gemeint wäre, wie die ASV vorschlägt, dann wäre dies „eine Übertreibung, die für die Könige der damaligen Zeit üblich war“. [ 267 ] Darius‘ öffentlicher Erlass richtete sich an das ganze Land, über das er Macht hatte, nämlich die Provinz Babylon . Der folgende Vers bestätigt den angedeuteten Umfang des Dekrets. In Übereinstimmung mit der zu seiner Zeit üblichen Begrüßung begrüßte der König seine Zuhörer mit den Worten: Der Friede sei mit euch gemehrt. Das aramäische Wort für „Frieden“, shelam, bedeutet „Wohlfahrt“ oder „Wohlstand“. Darius‘ Gruß beinhaltet also mehr als „nur“ Frieden. Er schließt das gesamte Wohlergehen der Angesprochenen ein. Dareios grüßte seine Untertanen, indem er die Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass es ihnen gut gehen möge.
In den Versen 26-27 wird der Inhalt des Dekrets detailliert beschrieben, beginnend in Vers 26a mit einer weiteren Erklärung, an wen das Dekret gerichtet war: Ich verordne, dass in meinem ganzen Reich die Menschen zittern und sich fürchten vor dem Gott Daniels. Als Untertan von Kyros dem Großen beschränkte sich Darius‘ Autorität auf die Herrschaft seines Reiches, d. h. die Provinz Babylon . Die Menschen sollten den Gott Daniels verehren und ihm mit Zittern und Ehrfurcht begegnen.
In Vers 26b erklärt Darius, wer Daniels Gott ist: Denn er ist der lebendige Gott und steht fest in Ewigkeit, und sein Reich wird nicht zerstört werden, und seine Herrschaft wird bleiben bis ans Ende. Daniels Gott sollte aus mehreren Gründen gefürchtet werden. Erstens: Er ist der lebendige Gott. In der biblischen Rede unterscheidet dieses Attribut JHWH von den leblosen Götzen der heidnischen Völker (z. B. Jer. 10:10). Zweitens ist er beständig in Ewigkeit. Drittens: Sein Reich kann und wird nicht zerstört werden. Viertens: Während Darius‘ Herrschaft sowohl geografisch als auch zeitlich begrenzt ist, währt Gottes Herrschaft bis zum Ende.
Nachdem Darius das Wesen JHWHs und das Wesen seiner Souveränität angesprochen hatte, wandte er sich als nächstes den Werken dieses Gottes zu und sagte in Vers 27: Er befreit und rettet, und er tut Zeichen und Wunder im Himmel und auf der Erde, der Daniel aus der Gewalt der Löwen befreit hat. Darius lieferte den Beweis dafür, dass Daniels Gott tatsächlich erlösen und retten kann und Zeichen und Wunder im Himmel und auf Erden tut: Er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen befreit. Daher war auch alles andere, was gerade über diesen Gott gesagt wurde, wahr.
Die Doxologie des Darius ist zwar mächtig, verstößt aber nicht gegen polytheistische Grundsätze. Sie allein beweist nicht, dass Darius ein geretteter Mensch wurde. Alle seine Schlussfolgerungen über Daniels Gott konnten erklärt werden, ohne dass er sich von anderen Göttern lossagte.

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariels Bibel Kommentar

Respekt vor den Eltern

Ehre (H. verherrliche) deinen Vater und deine Mutter, wie dir Jehovah, dein Gott, geboten hat, auf daß deine Tage verlängert werden und daß es dir wohl gehe auf dem Boden, den Jehovah, dein Gott, dir geben wird.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – 5.Mose 5:16

Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie der Ewige, dein Gott, dir geboten, damit sich deine Tage verlängern und damit es dir wohl ergehe auf dem Erdboden, welchen der Ewige, dein Gott, dir geben wird.
Die Philippson-Bibel – 5.Mose 5:16

Du sollst Respekt vor deinem Vater und deiner Mutter haben. Das wird gut für dich sein, dann wirst du in dem Land, wo Gott dich hinbringen wird, voll lange leben.
VolxBibel – Deuteronomium 5,16

Nun vermuten ja die älteren Menschen immer, dass sie früher ja Respekt vor den Eltern gehabt hätten, und nur die jetzige Jugend respektlos wäre – aber so war das wohl schon immer – und wir vergessen einfach, wie ungehorsam wir als Kinder und Jugendliche waren.
Da Gott sich als unser Vater bezeichnet, macht das Gebot, unsere Eltern zu ehren natürlich einen doppelten Sinn – denn wenn ich meine leiblichen Eltern respektlos behandele, so wird mein Denken und Handeln zum himmlischen Vater wohl nicht anders sein. Als bestes Beispiel sehe ich da die Menschen, die Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Organisation den Kontakt zu ihren Eltern oder Kindern abbrechen – und eigentlich damit zeigen, wie sehr sie den Gott der die Familie gestiftet hat, mißverstehen. Und wenn man dann ganz genau hinschaut, so stellt man schnell fest: die Leitung der Organisation ist deren Mitglieder wirklich viel wichtiger, als das, was der Gott der Bibel sagt und fordert.

Seine Eltern zu ehren bedeutet, sie hoch zu schätzen oder zu preisen. Kinder, die zu Hause leben, tun dies, wenn sie ihren Eltern gehorchen. Dieses Gebot war für das Bestehen des Volkes von großer Bedeutung: Damit ihr lange leben möget (vgl. 5Mo 6,2; 11,9; 25,15; 32,47 ) und auf daß es euch gut gehen möge in diesem Land . Eltern, besonders Väter, sollen vielmehr als die religiösen Leiter die Bedeutung des Bundes ihren Kindern vermitteln.

Walvoord Bibelkommentar

Auf der Grenze zwischen den beiden Teilen des Dekalogs steht das 5. Gebot mit seiner Forderung, die Eltern zu ehren: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage in dem Land, das der HERR dir geben will, lang seien“ (Ex 20,12; vgl. Dt. 5,16; Lev 19,3; Mal 1,6). Sieht man die Gebote der zweiten Tafel des Dekalogs als darin zusammengehörend an, dass sie alle zwischenmenschliches Verhalten betreffen, kann man das Gebot der Ehrung der Eltern mit zu ihr rechnen. Von der Sache her aber ergibt es durchaus einen Sinn, wenn schon Philo dies Gebot als insofern zwischen den beiden Teilen des Dekalogs stehend versteht, als sich in der Ehrung der Eltern die Ehrung Gottes als des Schöpfers spiegelt und bewährt (decal 106–120).
Das Wort „ehren“ ist Wiedergabe einer Form des hebr. Wortes kabed („schwer sein“), und zwar seiner Intensivform mit der Bedeutung „jemandem Gewicht verleihen, als gewichtig anerkennen“.
Die neuere Exegese vertritt wohl mit Recht die Auffassung, dass das Gebot sich ursprünglich nicht an unmündige Kinder, sondern an erwachsene Israeliten richtet (Schmidt 99). Allerdings wäre es sicher eine zu weit gehende Schlussfolgerung, wenn man Kinder deshalb ausschließen würde. Wo in diesem Zusammenhang von Züchtigung des Kindes die Rede ist (z.B. Dt 21,18ff; vgl. Eph 6,4), dürfte kaum an Erwachsene zu denken sein.
Der Nachsatz wird in den Katechismen meist in verkürzter und damit sinnveränderter Form wiedergegeben („auf dass du lange lebest auf Erden“). Aber im biblischen Text geht es nicht um langes Leben schlechthin, sondern um ein langes Verbleiben des Volkes Israel im Land der Verheißung. Dahinter steht die drohende Möglichkeit der Verbannung (Dt 11,17; 28,64).
Wie ernst die Bibel dies Gebot nimmt, zeigen nähere Gesetzesbestimmungen: So kann mit dem Tod bestraft werden, wer seine Eltern schlägt oder ihnen flucht (Ex 21,15.17; vgl. Lev 20,9). Sogar der Ungehorsam des Sohnes kann unter die gleiche Strafe fallen (Dt 21,18–21). Auch die alttestamentliche Spruchweisheit schärft das Gebot immer wieder ein (Spr 19,26; 20,20; 30,17).
Das Neue Testament übernimmt das 5. Gebot. Jesus verteidigt seine Gültigkeit ausdrücklich gegen Versuche pharisäischer Auslegung, das Gebot in scheinbar frommer Absicht zu umgehen (Mt 14,4ff mit Zitat von Ex 20,12 und 21,17; vgl. auch Mt 19,19).
Ebenso nimmt Paulus das Gebot in seine Unterweisung der christlichen Familie in den Haustafeln auf: die Kinder sollen „in jeder Hinsicht“ den Eltern gehorchen (Kol 3,20; vgl. Eph 6,1 mit Zitat aus Dt 5,16). In paulinischen Lasterkatalogen werden die den Eltern Ungehorsamen mit aufgezählt (Röm 1,30 = 2Tim 3,2; vgl. 1Tim 1,9, wobei mit dem „Mord“ an den Eltern vermutlich die Verweigerung des Lebensunterhalts im Alter gemeint ist, vgl. Michel 84). Positiv ermahnt Paulus die Christen, Kinder dazu anzuleiten, sich ihren Eltern dankbar zu erzeigen (1Tim 5,4).

Burkhardt – Das gute Handeln: Materialethik

Die Ehrung der Eltern steht an erster Stelle der Pflichten gegenüber anderen Menschen, so wie sie auch an erster Stelle der Gesetze der Heiligkeit in Levitikus 19,3 steht. Ein Aspekt dieser Pflicht ist der Respekt, der den Gehorsam gegenüber den Eltern und die Befolgung ihrer Lehren einschließt und verbietet, sie zu schlagen, zu beleidigen und sich ihnen gegenüber respektlos zu verhalten und ihr Eigentum zu veruntreuen. Ein weiterer Aspekt ist die Fürsorge für die Eltern, wenn sie es verlangen (dieses Gebot richtet sich, wie der gesamte Dekalog, nicht nur an Jugendliche; siehe V. 14). Dieser Aspekt des Gebots wird im Talmud anerkannt: „Was ist ehrenvoll? Sie mit Essen und Trinken zu versorgen, sie zu kleiden und zu decken und sie ein- und auszuführen.“ Die Pflege der alten Eltern ist eine der grundlegenden Pflichten, die in Adoptionsverträgen und anderen Dokumenten des Alten Orients festgehalten sind. Das akkadische Wort kabbed, „Ehre“, ist eines der Verben, mit denen diese Pflege beschrieben wird.

Die Gegenüberstellung dieses Gebots mit dem Sabbat findet eine Parallele in Levitikus 19,3, wo sie ebenfalls nebeneinander stehen: „Du sollst ein jeder seine Mutter und seinen Vater ehren und meine Sabbate halten: Ich, der HERR, bin euer Gott.“ Dies sind auch die einzigen positiven Gebote im Dekalog und die einzigen, die den Satz „wie der HERR, dein Gott, dir geboten hat“ enthalten. Die Verbindung zwischen diesen beiden Geboten liegt wahrscheinlich in der Vorstellung, dass das Einhalten des Sabbats ein Mittel ist, um Gott zu ehren und somit ein Gegenstück zur Ehre der Eltern darstellt. (Beachte, dass Jes 58,13 auch dazu aufruft, den Sabbat zu „ehren“.) Die Tatsache, dass die Ehre der Eltern unter den ersten fünf Geboten auftaucht, die sich alle mit der Ehre Gottes befassen und seinen Namen erwähnen, zeigt, für wie wichtig man dieses Gebot hielt. Auch in anderen antiken Gesellschaften stand die Ehre der Eltern nach der Ehre der Götter an zweiter Stelle.

Dein Vater und deine Mutter Die Gebote, die sich auf die Ehrung der Eltern beziehen, nennen Vater und Mutter immer gleichberechtigt. Das Gebot, sie zu ehren, in Levitikus 19,3 erwähnt die Mutter zuerst, im Gegensatz zu dem vorliegenden Gebot. Die talmudische Exegese erklärt, dass das Kind seinen Vater von Natur aus mehr verehrt, weil er es die Tora lehrt, und es ehrt seine Mutter von Natur aus mehr, weil sie es mit überzeugenden Worten beeinflusst; dementsprechend betont die Tora, dass es auch notwendig ist, seinen Vater und seine Mutter zu ehren, da beide gleichwertig sind.

wie der HERR, dein Gott, dir befohlen hat Siehe Kommentar zu Vers 12. Frühere Gebote, die sich auf die Ehre der Eltern beziehen, werden in Exodus und Levitikus erwähnt; siehe oben.

dass du lange im Lande bleibst Dies ist das einzige Gebot im Dekalog, für das eine Belohnung versprochen wird, obwohl das Versprechen als verschleierte Drohung gelesen werden kann („sonst werden deine Tage verkürzt“). Die Verheißung, im verheißenen Land zu bleiben, wird auch an anderer Stelle mit anderen Geboten verbunden (z. B. 4. Mose 40; 25,15). Es mag jedoch einen Grund dafür geben, dass der Dekalog dieses Versprechen an dieses besondere Gebot knüpft. In einigen der oben erwähnten Rechtsdokumente wird das Recht der Kinder, das Eigentum ihrer Eltern zu erben, davon abhängig gemacht, dass sie ihre Eltern ehren, indem sie für sie sorgen und für sie sorgen. Hier wendet Gott dieselbe Bedingung auf nationaler Ebene an: Das Recht zukünftiger Generationen von Israeliten, das Land Israel von ihren Eltern zu erben, hängt davon ab, dass sie diese ehren.

damit es dir gut geht Diese Belohnung kommt in der Exodus-Version dieses Gebots (Exod. 20:12) nicht vor. Sie ist charakteristisch für das Deuteronomium (siehe z. B. 4:40; 5:26; 12:25; 22:7).

Der JPS Tora-Kommentar – Deuternomium