Schlagwort: Gott

Dann bist Du okay!

Und nun, was zögerst du? Stehe auf, laß dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.
Elberfelder 1871 – Apostelgeschichte 22,16

Was zögerst du noch? Steh auf und lass dich taufen! Bekenne dich zum Namen von Jesus und lass dir deine Sünden abwaschen!‹
Gute Nachricht Bibel 2018 – Apostelgeschichte 22:16

Also – was zögerst du noch? Steh auf und lass dich taufen! Rufe dabei im Gebet den Namen Jesu an! Dann wirst du von deinen Sünden reingewaschen werden.‹«
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Apg 22,16

וְעַכְשָׁו לָמָּה אַתָּה מִתְמַהְמֵהַּ? קוּם, הִטָּבֵל וְהִתְרַחֵץ מֵחֲטָאֶיךָ בְּקָרְאֲךָ בִּשְׁמוֹ.׳
ha-Berit ha-ḥadashah 2000 – Apg 22:16

למה אתה מחכה עכשיו? לך להיטבל במים והתרחץ מחטאיך, בקראך בשם האדון!‘
Biblica – Apg 22,16

Dieser Vers wirft zwei Fragen auf. Erstens: Wann wurde Paulus gerettet – auf der Straße nach Damaskus oder im Haus von Judas? Mehrere Gründe sprechen dafür, daß es bereits auf der Straße nach Damaskus geschah: (1) Das Evangelium wurde ihm direkt von Christus verkündigt (Gal 1,11-12), nicht erst später durch Hananias. (2) Seine Antwort (Apg 22,10) zeigte, daß er bereits glaubte. (3) Er wurde schon vor der Wassertaufe mit dem Heiligen Geist erfüllt (Apg 9,17-18). (4) Das griechische Partizip Aorist, epikalesamenos, übersetzt mit: rufe seinen Namen an, bezieht sich entweder auf eine gleichzeitige Handlung oder eine, die vor der, von der das Hauptverb spricht, stattfand. Seine Anrufung des Namens Christi (um Rettung) ging also seiner Wassertaufe voraus. (Man könnte das Partizip auch mit „nachdem er seinen Namen angerufen hatte“ übersetzen.)
Zweitens: Was bedeuten die Worte: Laß deine Sünden abwaschen? Beinhalten sie, daß die Rettung von der Wassertaufe abhängig ist? Da Paulus bereits spirituell rein war (vgl. die Feststellungen in der vorhergehenden Klammer), müssen die Worte sich auf die Symbolik der Taufe beziehen. Die Taufe ist ein äußerliches Bild für Gottes inneres Werk des Abwaschens der Sünden (vgl. 1Kor 6,11; 1 Petrus 3,21).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Und nun, was verziehest du? Ohne Zweifel hat Ananias den Paulus treulich in den Grunderkenntnissen der Frömmigkeit unterwiesen. Denn er hätte ihn nicht getauft, wenn er vom wahren Glauben nichts gewusst hätte. Lukas aber übergeht vieles und rührt nur kurz das Wesentliche an. Nachdem also Paulus erfasst hat, dass die verheißene Erlösung jetzt in Christus verwirklicht ward, kann Ananias mit Recht sagen, dass die Taufe keinen Aufschub mehr leiden dürfe. Die Frage: „Was verziehst du?“ – will übrigens den Paulus nicht schelten noch ihm Trägheit vorwerfen, sondern Gottes Gnade durch die Beifügung der Taufe noch größer erscheinen lassen. Ein ähnliches Wort lasen wir früher (10, 47): „Mag auch jemand das Wasser wehren, dass diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir?“ Die Zusammenstellung: Lass dich taufen und abwaschen deine Sünden – beschreibt die Wirkung und Frucht der Taufe etwa in dem Sinne: Lass deine Sünden durch die Taufe abwaschen! Damit scheint aber dem äußeren und vergänglichen Element mehr zugeschrieben zu werden als recht ist, und es erhebt sich die Frage, ob die Taufe der Grund unserer Reinigung ist. Wenn allein Christi Blut unsere Sünden sühnt, und wenn, nachdem es zu diesem Zweck einmal vergossen ward, uns der heilige Geist vermittels des Glaubens damit besprengt und immer wieder reinigt, so wäre es eine Beleidigung gegen Christus und den heiligen Geist, wollte man diese Ehre auf das Zeichen, das Wasser, übertragen. Und die Erfahrung zeigt, wie stark die Menschen zu solchem Aberglauben neigen. Darum verdünnen viele fromme Männer die Kraft der Taufe gar zu sehr, weil sie den Glauben nicht vom äußeren Zeichen abhängig machen wollen. Aber es gilt Maß halten: man soll die Sakramente nicht derartig erheben, dass sie Christi Herrlichkeit verdunkeln, aber man darf ihnen auch nicht ihre Kraft und Wirkung absprechen. Darum muss man zuerst festhalten, dass es allein Gott ist, der uns die Sünden durch das Blut seines Sohnes abwäscht und der, um diese Abwaschung wirksam zu machen, in uns durch die verborgene Kraft des Geistes wirkt. Fragt man also nach der Vergebung der Sünden, so soll man keinen andern Urheber suchen als den Vater im Himmel und keine andere Grundlage sich vorstellen als Christi Blut. Denkt man dann weiter über die Durchführung und Aneignung nach, so gebührt dem heiligen Geist die erste Stelle, aber es kommt ein von ihm abhängiges Mittel hinzu: die Predigt des Evangeliums und eben die Taufe. Und wenn auch Gott allein durch das innere Wirken seines Geistes alles durchführt, so schließt dies doch nicht aus, dass er nach seinem Belieben Werkzeuge und Mittel anwendet, die er für passend hält. Gewiss zieht er nichts seinem Geist und dem Blute Christi ab, was er dann in das äußere Element einschlösse, – aber er will sich des Zeichens zur Hilfe für unsere Schwachheit bedienen. Insofern also die Taufe unserem Glauben hilft, die Vergebung der Sünden allein aus Christi Blut zu schöpfen, wird sie ein Abwaschungsmittel für die Seele genannt. Die Abwaschung, von welcher Lukas spricht, bezeichnet demgemäß nicht die eigentliche Ursache, sondern bezieht sich auf die Empfindung des Paulus, welcher durch den Empfang des Zeichens gewisser ward, dass seine Sünden gesühnt seien. Indessen muss zugleich erinnert werden, dass uns in der Taufe nicht ein leeres Bild geboten wird, sondern die Mitteilung der Sache selbst sich damit verbindet: denn Gott trügt nicht, wenn er etwas verheißt, sondern erfüllt in Wahrheit, was er durch die Bilder darstellt. Wiederum aber muss man sich hüten, Gottes Gnade an die Sakramente zu fesseln; denn die äußere Verwaltung der Taufe schafft Nutzen nur da, wo es dem Herrn gefällt. Damit löst sich auch eine andere Frage, die man aufwerfen könnte: wenn Paulus ein Zeugnis für Gottes Gnade besaß, waren ihm ja die Sünden schon vergeben. Also schaffte nicht erst die Taufe die Abwaschung, sondern Paulus erlebte eine weitere Bekräftigung der ihm geschenkten Gnade.
Rufe an den Namen des Herrn. Ohne Zweifel ist dabei an Christus zu denken. Allerdings ruft man nicht gerade seinen Namen in der Taufe an: aber der Vater weist uns an, von ihm alles zu erbitten, was die Taufe bildlich darstellt; und das Wirken des Geistes zielt auf nichts anderes, als uns an seinem Tod und seiner Auferstehung Anteil zu schaffen. Christus rückt also in der Taufe an die erste Stelle, aber eben als der, der uns vom Vater gegeben ward und seine Gnadengaben durch den heiligen Geist in uns ausgießt. Die Anrufung des Namens Christus umschließt also den Vater und den Sohn. Ananias meint ja nicht, dass Paulus Christi Namen nur äußerlich nennen solle; er denkt vielmehr an ein Gebet, in welchem die Gläubigen Zeugnis geben, dass allein Christus wirksam machen kann, was das äußere Zeichen bedeutet. Denn die Sakramente tragen weder eine Heilskraft in sich eingekapselt, noch vermögen sie irgendetwas aus sich selbst. Darum ist dieses Redeglied gleichsam eine Berichtigung des vorangehenden: Ananias lenkt den Paulus ausdrücklich vom Vertrauen auf das äußere Element zu Christus hin. Von dieser Regel entfernen sich die Papisten sehr weit, indem sie ihre Teufelsaustreibungen bei der Taufe zum Grund der Gnade machen. Sie beflecken damit Christi heiligen Namen: weit entfernt, das arme Volk zu Christus zu leiten, rücken sie ihn vielmehr durch ihre Taufe in den Hintergrund.

Jean Calvin – Apostelgeschichte

Schließlich kam die Taufe des Paulus. In Vers 16 sagte Ananias zu ihm: Was zögerst du noch? Steh auf und lass dich taufen und wasche deine Sünden ab, indem du seinen Namen anrufst. Wegen der verschiedenen widersprüchlichen Lehren zur Taufe verstehen die Menschen heute nicht immer ihre wahre Bedeutung. Deshalb kann es klug sein, eine Weile zu warten, bevor man sie anwendet, aber wenn man die Taufe einmal verstanden hat, sollte man sie ohne Verzögerung vollziehen. Im ersten Jahrhundert verstand das jüdische Volk jedoch die Bedeutung der Taufe, so dass Paulus sofort aufstehen, sich taufen lassen und seine Sünden abwaschen sollte, indem er den Namen Jeschuas anrief. Es ist wichtig zu beachten, dass dieses Gebot an einen Juden gerichtet war, der wie die Menschen in Apostelgeschichte 2,38 zu der Generation gehörte, die den Messias verworfen hatte. Die Bedeutung der Taufe ist daher dieselbe: Sie würde Paulus zwar nicht geistlich, aber körperlich vor dem Gericht im Jahr 70 n. Chr. bewahren.

Apostelgeschichte 22,16 ist der zweite Vers, den manche Menschen verwenden, um zu lehren, dass die Taufe für die Errettung notwendig ist. Genau wie in Apostelgeschichte 2,38 ist dieser Vers an einen Juden und nicht an einen Heiden gerichtet. Außerdem zeigt der griechische Text dieses Verses deutlich, dass dieser Satz aus zwei Teilen besteht, die man auseinander halten muss. Das Aufstehen des Paulus ging der Taufe voraus, so wie die Anrufung des Namens des Herrn der Abwaschung der Sünden vorausging. Wörtlich heißt es im griechischen Text: „Nachdem du aufgestanden bist, lass dich taufen, und wasche deine Sünden ab, nachdem du den Namen des Herrn angerufen hast.“ Man kann es auch so ausdrücken, dass die Taufe auf das Aufstehen folgt und die Abwaschung der Sünden auf das Anrufen des Namens des Herrn. Die Taufe geht also mit dem Aufstehen einher, nicht mit der Abwaschung der Sünden. Daher kann der Vers auch mit „Steh auf, lass dich taufen und lass deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.“ übersetzt werden. Es ist das Anrufen des Namens des Herrn, das die Sünden abwäscht, und die Taufe folgt auf das Aufstehen, und das Aufstehen folgt auf die Errettung.

Die Taufe ist zwar keine Voraussetzung für die Errettung, aber für den Gehorsam und die Nachfolge ist sie unerlässlich.

In seinem Kommentar zur Apostelgeschichte kommt Ger zu demselben Schluss:
Apostelgeschichte 22,16 ist wie der Text in Apostelgeschichte 2,38 über die Taufe in einigen Kreisen verwendet worden, um zu argumentieren, dass die Wassertaufe für die Vergebung der Sünden, d. h. für die Errettung, notwendig ist. Das Argument, das sich auf Apostelgeschichte 22,16 stützt, beruht auf der Auslegung der Aussage des Ananias, dass die Taufe der Zeitpunkt war, an dem Paulus‘ Sünden „abgewaschen“ werden sollten. Darüber hinaus wird der Akt der Taufe mit dem „Anrufen des Namens des Herrn“ gleichgesetzt. Obwohl diese Position die Gnade Gottes, die durch den Tod Christi am Kreuz in der Erlösung vollbracht wird, aufrechterhält, kann die Erlösung nach dieser Ansicht nur durch den Gehorsam des neuen Gläubigen in der Taufe aktiviert werden. Diese Auslegung ist abzulehnen, da sie in direktem Widerspruch zu den zahlreichen Stellen in der Apostelgeschichte, den Evangelien und den Briefen steht, die unmissverständlich bekräftigen, dass das Heil allein durch den Glauben an Jesus als den Messias entsteht (Apg 3,19; 5,31; 8,22; 10,43-44; 11,19; 13,24; 17,30; 19,4; 20,21; 26,18-20; Joh 3,16.36; Röm 11,6; Eph 2,8-9). Außerdem deutet die persönliche Begegnung des Paulus mit Christus auf der Straße von Damaskus in Verbindung mit der Tatsache, dass Ananias Paulus einen „Bruder“ genannt hatte, stark darauf hin, dass Paulus bereits vor der Taufe Christ geworden war.
Dass Ananias die Taufe mit der Abwaschung von Paulus‘ Sünde in Verbindung bringt, lässt sich am besten nicht als theologischer Lehrsatz interpretieren, sondern eher als anschauliche und wirkungsvolle jüdische Symbolik, die nur für diejenigen relevant ist, die wie Paulus und die Zuhörer im Tempel, denen er die Geschichte erzählte, mit den verschiedenen Formen der Mikwe, der jüdischen rituellen Selbsttaufe, vertraut waren, die zum Zweck der zeremoniellen Reinigung, Bekehrung und Buße durchgeführt wurde (z. B. die Johannestaufe). Vor allem für Juden konnte die Taufe als „Anrufung des Namens Gottes“ charakterisiert werden, in dem Sinne, dass sie eine öffentliche Identifizierung des Gläubigen mit Jesus und der kirchlichen Gemeinschaft darstellte, ein verbindliches Treuegelöbnis gegenüber dem Messias.

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Apostelgeschichte

Aus den relativ vielen Stellen in den NT Schriften, in denen die Taufe erwähnt wird, spricht deutlich und eindeutig, dass es um eine Taufe „im Namen Jesu Christi“ bzw. „auf den Namen Jesu Christi“ ging und dass die frühe Gemeinde offenbar keinerlei trinitarische Taufformel kannte. Alle Stellen mit Berichten über Taufen schildern das Taufereignis ohne jeglichen Hinweis auf einen „trinitarischen“ Namen bzw. eine trinitarische Lehre!
Hier einige weitere Beispiele aus der Apostelgeschichte:
Apg 8,16
…getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
Apg 10,48
…zu taufen in dem Namen Jesu Christi
Apg 19,5
…taufen auf den Namen des Herrn Jesus.
Apg 22,16
…rufe seinen Namen an und lass dich taufen …
Dieser Sachverhalt gibt zu denken, denn es kann eigentlich wohl nicht sein, dass Jesu letzte Worte vor seiner Himmelfahrt von den Aposteln ignoriert wurden und diese sich schon so kurze Zeit danach nicht mehr an die Anweisungen ihres Herrn hielten oder daran erinnerten. Bemerkenswert ist zudem, dass diese verschiedenen Berichte inhaltlich miteinander übereinstimmen und an sich keinerlei Anlass geben, ihr Zeugnis in Frage zu stellen. Andererseits gibt es in all den bisher bekannten existierenden Handschriften, die das Ende des Matthäusevangeliums enthalten, in dem Vers in Mt 28,19 ausschließlich den Wortlaut mit der trinitarischen Taufformel.

Wolfgang Schneider – Trinität

Schließlich kam die Taufe von Paulus in Vers 16: Und nun, warum wagt ihr es? steht auf und lasst euch taufen und wascht eure Sünden ab und ruft seinen Namen an.

Die Frage an Paulus war nun: Warum zögert ihr? Die Taufe ist etwas, das so schnell wie möglich auf die Errettung folgen sollte. Heute verstehen die Menschen wegen der verschiedenen widersprüchlichen Lehren der Taufe nicht immer ihre wahre Bedeutung. Deshalb mag es weise sein, eine Weile zu warten, bevor sie angewandt wird, aber wenn die Taufe einmal verstanden ist, sollte es keine Verzögerung bei ihrer Durchführung geben.

In jenen Tagen aber verstanden sie die Bedeutung der Taufe, weil sie Juden waren. Der Befehl lautete: Steh auf und lass dich taufen und wasche deine Sünden ab, indem du seinen Namen anrufst. Dieser Vers war an einen Juden gerichtet, der zu „jener Generation“ gehörte, die Jeschua verwarf, wie die in Apostelgeschichte 2,38, und seine Bedeutung ist dieselbe: Die Taufe wird sie nicht geistlich retten, aber sie wird sie physisch vor dem Gericht A.D. 70 retten. Dies ist der zweite Vers in der Apostelgeschichte, den einige Leute benutzt haben, um zu lehren, dass die Taufe für die Errettung notwendig ist. Genau wie in Apostelgeschichte 2,38 ist dieser Vers an einen Juden gerichtet, nicht an einen Heiden.

Außerdem zeigt der griechische Text dieses Verses deutlich, dass es zwei Teile dieses Satzes gibt, die auseinandergehalten werden müssen. Das Aufstehen geht der Taufe voraus, genauso wie das Anrufen des Namens des Herrn der Abwaschung der Sünden vorausgeht. Wörtlich heißt es im griechischen Text: „Nachdem du aufgestanden bist, lass dich taufen und wasche deine Sünden ab, indem du den Namen des Herrn anrufst.“ Eine andere Art, es auszudrücken, ist, dass die Taufe dem Aufstehen folgt oder die Abwaschung der Sünden dem Anrufen des Namens des Herrn folgt. Die Taufe geht also mit dem Aufstehen einher, nicht mit der Abwaschung der Sünden. Nach F.F. Bruce ist eine Möglichkeit, dies herauszubringen, es zu übersetzen: „Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.“ Es ist das Anrufen Seines Namens, das die Sünden abwäscht, und die Taufe folgt dem Aufstehen und das Aufstehen folgt der Errettung. Obwohl die Taufe nicht wesentlich für die Errettung ist, ist sie wesentlich für den Gehorsam und die Nachfolge.

Arnold Fruchtenbaum – Die Gefangenschaft des Paulus in Jerusalem: Apostelgeschichte 21:1-23:35

Die Frage, warum Paulus sich auf „den Namen Jesu“ taufen lassen musste, ist aus dem letzten Kommentar von Arnold Fruchtenbaum zu entwickeln! Paulus und die meisten Menschen, die in der Apg erwähnt werden, waren dem Gott der Juden hingegeben! Sie waren von Geburt an daran gewöhnt, Jehovah zu dienen und hielten so weit es ihnen möglich war, Seine Maßstäbe. Nun war die Frage nicht, ob sie sich zu Jehovah bekehren würden, sondern WER JESUS für sie war! Würden diese gläubigen Juden Jesus als den Messias anerkennen? Würden diese gläubigen Jesus als den „Engel Jehovahs“ erkenne? Würden diese gläubigen Jesus als den Teil Jehovahs erkennen, der zur Erde gekommen war, um sie zu retten?
Für Menschen, die noch nicht an Jehovah glaubten, galt natürlich, dass sie sich nach Matthäus 28,19-20 auf „den Namen“ taufen lassen mußten!

Wie siehst du David?

Und nachdem er ihn weggetan hatte, erweckte er ihnen David zum König, welchem er auch Zeugnis gab und sprach: „Ich habe David gefunden, den Sohn Jesses, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird“. (Ps 89,20; 1. Sam 13,14)
Elberfelder 1871 – Apostelgeschichte 13,22

Als er den verworfen hatte, setzte Gott David als König für sie ein. Ihn bestätigte er mit den Worten: ›Ich habe David gefunden, den Sohn von Isai, einen Mann nach meinem Herzen. Der wird alles genau so machen, wie es mir gefällt.‹
das Buch – Apostelgeschichte 13:22

verstieß er Saul und erhob David zu ihrem König. Ihm stellte er das Zeugnis aus: ‘David, den Sohn von Isai, habe ich erwählt, einen Mann, der mir gefällt. Er wird alles ausführen, was ich will.’
Gute Nachricht Bibel 2000 – Apg 13,22

Dann wandte sich Gott von ihm ab und machte David zum König über Israel. Von ihm sagte er: ›Ich habe David, den Sohn von Isai, gefunden, einen Mann, der mir Freude macht. Bei allem, was er tut, wird er auf mich hören.‹
Hoffnung für Alle – Apg 13:22

Was fällt dir zu David ein? Viele würden vor allem an die Geschichte mit Uria denken. Aber wenn wir uns die Bibel anschauen, und diese als „Geschichte aus Gottes Sicht“ betrachten, dann fällt uns auf, dass die Geschichte mit Uria nur ein ganz klitzekleines Stück der Geschichte Davids ausmacht. Nein – David war aus Gottes Sicht in erster Linie „ein Mann nach meinem Herzen“! Wenn wir bei allen Menschen, die mit Jehovah wandelten, nur die Fehler suchen, dann scheinen wir eher die Sicht des Anklägers einzunehmen, der sich auf die Fehler konzentriert.


Dann ist David dein Vorbild. Gott nannte ihn „einen Mann nach meinem Herzen“ (Apostelgeschichte 13,22). Niemand anders wurde je so bezeichnet, weder Abraham noch Mose noch Josef. Paulus nannte er seinen Apostel, Johannes „den Jünger, den er liebte“, doch nur einer erhielt das Etikett „ein Mann nach Gottes Herzen“.
Vielleicht liest du die Geschichte von David und fragst dich, was Gott wohl so Besonderes an ihm gefunden haben mochte. Dabei fiel er ebenso oft auf die Nase, wie er den Sieg davontrug. Er überwand Goliat, doch bei Bathseba ging er jämmerlich unter. Erst triumphierte er über die Gotteslästerer im Tal und später tat er sich in der Wüste mit ihnen zusammen. Er konnte Armeen in die Schlacht führen, aber er schaffte es nicht, seiner eigenen Familie vorzustehen. David – mal blind vor Wut, dann wieder in Tränen aufgelöst, mal blutrünstig, dann wieder voller Leidenschaft für Gott; auf der einen Seite ein Mann mit acht Frauen, aber auch ein Mann, der seinem Gott treu war.
Und dieser Mensch war ein Mann nach dem Herzen Gottes? Das macht Mut. Die Biografie Davids wird einem makellosen Heiligen wohl kaum sonderlich zusagen. Musterchristen werden hier unweigerlich enttäuscht, alle anderen dagegen finden sie ermutigend. Wir sitzen auf derselben Achterbahn.
In seinen Sternstunden konnte niemand David das Wasser reichen, in seinen schwächsten Momenten konnte wohl kaum jemand tiefer sinken als er. Das Herz dieses Mannes, das Gott so liebte, war voller Licht und Schatten.
Wir haben diese Geschichte von David bitter nötig. Um uns herum lauern nämlich die Riesen: Ablehnung, Versagen, Rachsucht, Bedauern.

Lucado, Max and Hübsch, Renate – Mit Gott unterwegs: Was wir von 40 biblischen Personen für unser Leben und unseren Glauben lernen können

Ob ein Leben einflussreich und wichtig war, wird sehr oft erst am Ende beurteilt. Ein gutes Urteil bedeutet noch mehr, wenn es nicht vom Betroffenen selbst, sondern von anderen Personen ausgesprochen wird. Noch gewichtiger ist die Beurteilung eines Lebens aber, wenn der lebendige Gott sich zu diesem Leben äußert. Das war bei David, dem König Israels, der Fall. Gott sagt: „Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen“ (Apg 13,22). Was hat David als Sünder und Kriegsherr zu einem Mann nach dem Herzen Gottes gemacht? Die Antwort auf diese Frage, wollen wir mit Hilfe dieses Bibelhauskreisheftes entdecken. Wir beginnen mit einigen Impulsen.

David war sich dessen bewusst, dass er ein Sünder war: „Herr, vergib mir meine Schuld, denn sie ist groß“ (Ps 25,11). Sünde, das war für David nicht zuerst ein Handeln gegen Menschen, sondern ein Handeln gegen Gott: „An dir allein habe ich gesündigt“ (Ps 51,6). Weil David Sünde in seinem Leben ernst nahm, hat er Gottes Vergebung erlebt: „Preise den Herrn meine Seele, der da vergibt alle deine Sünde“. (Ps 103,2–3) David war aber nicht nur ein Mann nach dem Herzen Gottes, weil der König zu seiner Sünde stand und sie nicht schönredete, sondern weil David mit seiner Sünde zu Gott kam und so auch Gottes Vergebung erlebte.

Ein besonderes Merkmal, das David zu einem Mann Gottes macht, ist sein Vertrauen auf Gott. „Nur auf Gott vertraut still meine Seele“ (Ps 62,6). David hat sich in seinem Alltag immer wieder bei Gott festgehalten: „Sei mir gnädig mein Gott, denn ich flüchte mich zu dir“ (Ps 57,2). Gott war buchstäblich Davids Zuflucht: „Denn mein Fels und meine Festung bist du“ (Ps 31,4).

David ist also ein Mann, von dem wir viel lernen können. Der König Israels soll uns motivieren, selbst von der Sehnsucht bestimmt zu werden, ein Mensch nach Gottes Herzen zu werden und Gottes ganzen Willen zu tun (Apg 13,22). Es wäre schön, wenn auch dieses Bibelhauskreisheft dazu einen Beitrag leisten könnte.

Powilleit – Hauskreishefte EfA-Stuttgart – Ein Mensch nach dem Herzen Gottes: Das Leben Davids

μετα-στήσας Aor. Ptz. μεθ-ίστημι204 (an eine andere Stelle) versetzen; hier entfernen, absetzen; gemeint ist hier entweder Sauls Verwerfung (1Sam 15,23.26; vgl. Lk 16,4) od. sein Tod (Josephus verwendet dieses Verb auf beiderlei Weise [Bruce, Apg, S. 305]); temp. ἤγειρεν Aor. ἐγείρω hier etwa erheben (Menge) od. entstehen lassen (B 1aε) bzw. machen. εἰς βασιλέα für Präd.-Akk. (Hebr. [BDR § 1577; H-S § 153b; A81]); αὐτοῖς (dat. commodi, A173) εἰς βασιλέα zum König für/über sie, zu ihrem König. ᾧ wohl DatO zu μαρτυρήσας (wobei Ptz. m. ᾧ verschränkt ist; A364b); ᾧ καὶ εἶπεν (pleon. [BDR § 420,3; A297]) μαρτυρήσας ihm hat er auch das Zeugnis ausgestellt, von ihm bezeugte er. μαρτυρήσας Aor. Ptz. μαρτυρέω hier wohl ein gutes Zeugnis ausstellen (B 1c); mod. (Aor. hier gleichzeitig [vgl. A285]); es folgen Anklänge an Ps 89,21 u. 1Sam 13,14. εὗρον Aor. εὑρίσκω. Δαυίδ indekl., hier Akk. Ἰεσσαί indekl., Isai; τὸν τοῦ Ἰεσσαί (usuelle) Ellipse v. „Sohn“ (A156 u. 376): den Sohn Isais. ἄνδρα κατὰ τὴν καρδίαν μου einen Mann nach meinem Herzen (d. h. wie ich ihn will [B καρδία 1bε]). ποιήσει Fut. ποιέω. πάντα τὰ θελήματά μου (Pl. begegnet in der LXX öfter) alle meine Wünsche, meinen ganzen Willen bzw. alles, was ich will.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

In der Zeit Samuels forderten die Israeliten einen König50. Gott „gab ihnen“ als König Saul, den Sohn des Kisch aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre53 (V 21). Nachdem Gott Saul verwerfen mußte, „erweckte“ er ihnen David als König55. Obgleich ἤγειρεν hier noch mit „er ließ erstehen“ zu übersetzen ist, muß dieses Stichwort schon im Blick auf ἤγειρεν in den Versen 30 und 37 (von der Auferweckung Jesu) gelesen werden. Auch das zweimalige αὐτοῖς in den VV 21.22 muß beachtet werden: Der Kontext spricht von Gottes Handeln an Israel und zugunsten Israels; vgl. auch VV 17f (Akkusative), VV 23f τῷ (λαῷ) Ἰσραήλ, V 26 ἡμῖν, V 31 πρὸς τὸν λαόν, VV 32.33 (an die Väter; uns, ihren Kindern). Mit der relativischen Wendung ᾧ καὶ εἶπεν μαρτυρήσας („für ihn legte er Zeugnis ab, indem er sprach“) wird eine Anspielung auf verschiedene Schriftstellen eingeführt: David, der Sohn des Isai57, war ein Mann nach dem Herzen Gottes; er handelte entsprechend dem Willen Gottes. Das Futur ποιήσει kann von Jes 44,28 (Aussage über Cyrus) abhängig sein. Es scheint dazu geführt zu haben, daß das „Mischzitat“ (aus einer Testimoniensammlung?) als Gotteswort bei der Amtseinführung Davids verstanden wurde.

Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

Ich habe gefunden David usw. Diesen rühmlichen Spruch bringt Paulus weniger um der Person Davids willen bei, als um die Aufmerksamkeit der Juden zur Aufnahme Christi zu stimmen. Davids Person, der ein so besonderer Ruhm zuteil wird, soll die Gedanken der Gläubigen zu Christus erheben. Die Stelle ist dem 89. Psalm (V. 21) entnommen. Paulus fügt aber zur weiteren Erhöhung der Gnade Gottes ein, was dort nicht steht, dass David der Sohn Jesses war. Sein Vater war ein Viehzüchter, und es bedurfte eines wunderbaren, göttlichen Wirkens, um den geringsten unter seinen Söhnen von den Schafhürden auf den Königsthron zu bringen. Dass Gott den David „gefunden“ hat, drückt aus, dass er einen Mann traf und gewann, wie er ihn wünschte. Freilich hat es David nicht durch eigene Kraft und Bemühung schaffen können, dass er dem Herrn als ein solcher begegnet; aber der Ausdruck ist der gewöhnlichen, menschlichen Redeweise entnommen. Indessen lässt sich fragen, wieso Gott dem David, der doch einen so schweren Fall tat, das Zeugnis beständigen Gehorsams geben kann. Die Antwort ist eine doppelte: einmal schaut Gott mehr auf die beständige Lebenshaltung Davids als auf seine einzelnen Werke; sodann schmückt er ihn mit solchem Lob nicht nach eigenem Verdienst, sondern um seines Christus willen. Sicherlich hatte David durch dies eine Verbrechen für sich und die Seinen ewigen Tod verdient, und, soviel an ihm war, hatte er dem Segen Gottes den Weg verschlossen, so das er von Bathseba keinen anderen als Schlangensamen hätte erhalten können. Und doch wurde seine verbrecherische Hinmordung des Uria durch Gottes wunderbaren Rat ins Gegenteil verkehrt, indem aus jener unglücklichen, treulosen und viel befleckten Verbindung Salomo geboren wurde. Weil aber David trotz dieser überaus schweren Sünde in der Gesamtrichtung seines Lebens dem Herrn folgt, empfängt er das uneingeschränkte Lob, dass er in allen Stücken sich dem Herrn gehorsam bewies. Immerhin führt uns durch diese Aussage, wie wir schon erinnerten, der heilige Geist höher empor, ja es wird uns hier die gemeinsame Berufung aller Gläubigen in ihrem Haupte Christus abgebildet.

Jean Calvin

Paulus erwähnt verschiedene Zeiträume: vierzig Jahre in der Wüste (V.18); etwa vierhundertfünfzig Jahre für die Zeit der Richter (V.20; obwohl diese Zahl Anlaß zu Schwierigkeiten gibt, je nachdem, wen man als ersten bzw. als letzten Richter ansieht [siehe 1Kö 6,1]); vierzig Jahre für Sauls Herrschaft (V.21). Die Geschichte des Handelns Gottes mit Israel geht weiter, wobei der Leser leicht diese Ereignisse, die im Alten Testament aufgezeichnet sind, finden kann:

Gott vertilgte sieben Nationen in Kanaan (5Mo 7,1);
 – Er ließ die Angehörigen Seines Volkes das Land erben ( Jos 14,1-2; vgl. „verteilte … ihnen ihr Land durchs Los“ Konkordante);
 – Er gab ihnen Richter (Ri 2,16);
 – aufgrund ihres treulosen Begehrens, den Völkern um sie her gleich zu sein (1Sam 10,1), gab Er ihnen Saul als König, den Er schließlich wegtat ( 1Sam 13,14;15,23 ).
Und dann wurde David erweckt, der an Sauls Stelle trat (1Sam 16,12-13). Das von Paulus angegebene alttestamentliche Zitat besteht scheinbar aus zwei Teilen, zwei Stellen entnommen, die so aneinandergefügt sind, daß es ein Einzelzitat zu sein scheint: „Ich habe David gefunden“ leitet sich aus Ps 89,20 ab, während „ein Mann nach meinem Herzen“ 1Sam 13,14 entnommen ist. Wie groß ist die Möglichkeit vom Willen Gottes abzuirren, wenn wir sehen, bei wievielen Gelegenheiten David gewiß nicht nach dem Willen Gottes handelte!

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Du selbst antwortetest dann, o Jehova, mein Gott.

Denn auf dich, Jehova, harre ich; du, du wirst antworten, Herr, mein Gott.
Elberfelder 1871 – Psalm 38,16

Denn auf dich, Ewiger, hoffe ich: Du, Herr, wirst antworten, mein Gott! –
Die Philippson-Bibel – Psalm 38:16

Denn ich verlasse mich auf dich,
mein Gott und Herr;
du wirst an meiner Stelle Antwort geben.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Ps 38,16

כִּֽי־לְךָ֣ יְהוָ֣ה הֹוחָ֑לְתִּי a‬אַתָּ֥ה תַ֝עֲנֶ֗הa‬ אֲדֹנָ֥יb‬ אֱלֹהָֽי׃
Biblia Hebraica Stuttgartensia – Ps 38:16

Denn auf dich, o Jehova, harrte ich;
Du selbst antwortetest dann, o Jehova, mein Gott.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Ps 38:15

Jehovah wird MIR antworten? Oder brauche ich dazu eine Kirche oder Organisation? Der Psalmist ist sich sicher: ER beantwortet persönliche Gebete!

Wieso war es David möglich, so zu handeln, als er herausgefordert wurde? Weil er erkannt hatte, daß er persönlich die Sache nicht zu seiner Zufriedenheit richtigstellen konnte. Er vertraute aber darauf, daß Jehova, sein Gott, es konnte. Deshalb sagte er: „Denn auf dich, o Jehova, harrte ich; du selbst antwortetest dann, o Jehova, mein Gott“ (Ps 38:15). Wäre es nicht vorteilhaft, Davids Beispiel nachzuahmen? Ganz bestimmt. Demjenigen, der nicht versucht, alles selbst in die Hand zu nehmen, sondern geduldig auf seinen Gott wartet, bleiben die Enttäuschungen und Ärgernisse erspart, die sich aus einem nutzlosen Kampf gegen Ungerechtigkeiten ergeben.

Wachtturm 15.April 1976

Doch wie in V. 10 vermag David sich in aller Bedrückung und trotz allen Verstummens auf Gott zu werfen. Diese Möglichkeit ist schon der Anfang der Rettung. Denn wer vor Gott schwach ist und ihm sein inneres und äußeres Elend enthüllt, gewinnt eine ungeahnte Zuversicht: Denn auf dich, Jahwe, hoffe ich. Vor der Erfahrung der Rettung steht die Erfahrung der Hoffnung und des glaubenden Erwartens: du wirst antworten, Herr, mein Gott. Weil Gott zu seiner Zeit handeln wird, braucht David auch seinen Widersachern nicht zu antworten. Darum werden sie sich nicht über (ihn) freuen können in Schadenfreude. Zwar ist David nahe am Sturz, aber weil er trotz allem an Gott festhält, kann er nun etwas tun, was seinen Herausforderern endgültig den Wind aus den Segeln nimmt. Er bekennt seine Sünde vor Gott: Ja, ich bekenne meine Vergehen. Daß er Sünde bekennen kann, und zwar aus der Erfahrung des Geschlagenseins durch Gott, gepaart mit der Hoffnung auf kommende Rettung, macht ihn zutiefst unverwundbar. Wer seine Sünde vor Gott bekennt, gibt Gott Recht, und wer Gott Recht gibt, steht unter dessen völligem Schutz. Jetzt fühlt er die Macht der Sünde mehr als die Wucht des Schmerzes. Darum ist das Sündenbekenntnis mehr als ein »Entlastungsvorgang«: Ich bin bekümmert wegen meiner Sünden.

Schneider – Wuppertaler Studienbibel

Nun bekräftigt der Psalmist seinen Glauben an Gott und bekennt sein Vertrauen in ihn (wörtlich: „Ich warte auf dich“; siehe 31:24 und Kommentare), in der Zuversicht, dass Gott seine Gebete erhören wird. In Vers 15b wird der Titel „Herr“ verwendet, nicht der göttliche Name Jahwe. Es ist zu beachten, dass das Verb antworten im Hebräischen kein Objekt hat (siehe RSV); statt „antworte mir“ (TEV) kann die Übersetzung also „antworte meinen Feinden“ lauten (siehe SPCL).
In Vers 16 lautet der hebräische Text: „Denn ich sage (oder bete), lass nicht….“ TEV hat die Bitte des Psalmisten wiedergegeben, ohne sich selbst zu zitieren. Für das Gebet siehe ähnliche Bitten in 13:4; 35:19, 25. Jubel und Rühmen stellen die Freude der Feinde des Psalmisten über sein Leid und seinen Untergang dar. Wenn mein Fuß ausrutscht: ein Bild für Unglück oder Verderben (siehe 13,4, wo das gleiche Verb mit „erschüttert“ übersetzt wird). Wenn mein Fuß ausrutscht oder TEV „Untergang“ kann in einigen Sprachen mit „wenn ich versage“ oder „wenn ich stolpere und falle“ oder „wenn ich einen falschen Schritt mache“ wiedergegeben werden.

Bratcher – Ein Übersetzerhandbuch zum Buch der Psalmen

Der Ton des Psalms wechselt mit Vers 15 zu einer zuversichtlichen Erwartung: „Aber (כִּי) auf dich, oh, Herr, hoffe ich (הוֹחָלְתִּי; s.v. Ps. 31:24); du wirst antworten, mein Herr, mein Gott.“ Dieser Vers zeichnet sich dadurch aus, dass er sowohl den Lobpreis Gottes als auch das Bekenntnis des Vertrauens enthält:3 seine Hoffnung ist auf den HERRN, und seine Zuversicht ist, dass er sein Gebet erhören wird. Das Subjekt des Verbs im zweiten Doppelpunkt wird durch das zusätzliche Pronomen hervorgehoben: „Du, du wirst antworten.“

Allen P. Ross – Ein Kommentar zu den Psalmen

„Was jetzt gleich abgehen wird, soll ein für alle Mal der Beweis für euch sein, dass Gott hinter mir steht und dass ich mir das nicht alles selber ausgedacht habe.“

Und Mose sprach: Daran sollt ihr erkennen, daß Jehova mich gesandt hat, alle diese Taten zu tun, daß ich nicht aus meinem Herzen gehandelt habe:
Elberfelder 1871 – Numeri 16,28

Moscheh aber sprach: Daran sollt ihr erkennen, dass der Ewige mich gesandt hat, alle diese Werke zu tun, und dass es nicht aus meinem Herzen ist:
Die Philippson-Bibel – Bemidbar 16:28 / Numeri 16:28

Mose sagte: »Nun sollt ihr erkennen,
dass der HERR mich geschickt hat.
Alles, was ich getan habe,
entspricht seinem Willen.
Ich handle nicht aus eigenem Antrieb!
BasisBibel 2021 – 4.Mose 16,28

Und Mose sagte: Daran werdet ihr erkennen, dass der Herr mich gesandt hat, alle diese Arbeiten zu tun, dass (ich sie) nicht aus mir selber (tue).
Septuaginta Deutsch – 4.Mose 16:28

Mose war wirklich von Jehovah ausgesucht worden, und hatte einen besonderen Auftrag! Wer das nicht glauben wollte, brauchte nur auf die Wolken/Feuersäule schauen!
Doch was sagt die Bibel – wer wäre der „größere Mose“, der in „der heutigen Zeit“ SEIN Volk anleiten und führen würde? Stimmst du mit mir überein, dass Jesus der Leiter der Christen ist, und das Jesus der „größere Mose“ ist – oder glaubst du ein Mensch oder eine Menschengruppe der „größere Mose“ seien????

Die KI hatte folgende Antwort:

Das ist eine interessante Frage! Aus biblischer Sicht ist Mose eine einzigartige Figur, die von Gott auserwählt wurde, um das Volk Israel zu führen und die Zehn Gebote zu empfangen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Bibel nicht sagt, dass Mose der einzige Mensch ist, der von Gott auserwählt werden kann, um wichtige Aufgaben zu erfüllen.

In der Bibel gibt es viele Beispiele von Menschen, die von Gott auserwählt wurden, um wichtige Rollen zu spielen, wie z.B. Abraham, Jakob, Joseph, David und viele andere. Jeder von ihnen hatte eine einzigartige Rolle in der Geschichte des Volkes Israel und wurde von Gott auserwählt, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen.

Heute kann ein Mensch nicht einfach behaupten, der „größere Mose“ zu sein, da Mose eine einzigartige Figur in der biblischen Geschichte ist. Es ist jedoch möglich, dass Menschen von Gott auserwählt werden, um wichtige Aufgaben zu erfüllen, die mit der Botschaft der Bibel übereinstimmen.

Wenn jemand behauptet, der „größere Mose“ zu sein, könnte dies bedeuten, dass er sich selbst als eine Art „Führer“ oder „Prophet“ sieht, der von Gott auserwählt wurde, um eine bestimmte Botschaft oder Mission zu erfüllen. Es ist jedoch wichtig, dass solche Behauptungen mit Vorsicht und Bescheidenheit gemacht werden, da es wichtig ist, die eigene Rolle und den eigenen Platz in der Geschichte Gottes zu erkennen.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass die Bibel warnt vor Menschen, die sich selbst als „Propheten“ oder „Führer“ ausgeben, ohne dass sie tatsächlich von Gott auserwählt wurden (z.B. Matthäus 24,24; 2. Petrus 2,1-3). Es ist daher wichtig, solche Behauptungen mit Vorsicht und Diskernierung zu betrachten.
Ich hoffe, das hilft! Lass mich wissen, wenn du weitere Fragen hast.

ai.ionos

Ja, es gibt in der Bibel einen tiefen Zusammenhang zwischen Jesus Christus und Mose. Hier sind einige Beispiele:
Typologie: Mose wird in der Bibel oft als ein Typus oder Vorbild für Jesus Christus gesehen. Beide sind Führer, die von Gott auserwählt wurden, um das Volk Gottes zu retten. Mose führte das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten, während Jesus Christus das Volk Gottes aus der Sklaverei der Sünde rettete.
Gesetz und Evangelium: Mose erhielt das Gesetz von Gott, während Jesus Christus das Evangelium der Gnade und des Heils brachte. Das Gesetz von Mose war ein Teil der Vorbereitung auf das Kommen von Jesus Christus, der das Gesetz erfüllte und ein neues Bund zwischen Gott und den Menschen schloss.
Wunder und Zeichen: Mose tat viele Wunder und Zeichen in Ägypten, um die Macht Gottes zu demonstrieren. Jesus Christus tat auch viele Wunder und Zeichen, um seine Göttlichkeit und seine Macht zu demonstrieren.
Führer und Erlöser: Mose wurde als Führer und Erlöser des Volkes Israel gesehen, während Jesus Christus als der Führer und Erlöser der ganzen Welt gesehen wird.
Verheißung und Erfüllung: Die Verheißungen, die Gott Mose und dem Volk Israel gab, wurden in Jesus Christus erfüllt. Zum Beispiel prophezeite Mose, dass ein Prophet wie er selbst kommen würde (5. Mose 18,15), und Jesus Christus erfüllte diese Prophezeiung.

Einige wichtige Bibelstellen, die den Zusammenhang zwischen Jesus Christus und Mose zeigen, sind:
Matthäus 17,1-13: Hier wird Jesus Christus als der Sohn Gottes gezeigt, der von Mose und Elias anerkannt wird.
Johannes 1,17: Hier wird gesagt, dass das Gesetz durch Mose gegeben wurde, aber die Gnade und die Wahrheit durch Jesus Christus kamen.
Hebräer 3,1-6: Hier wird Jesus Christus als der wahre Führer und Erlöser des Volkes Gottes gesehen, der Mose und die anderen Führer Israels übertrifft.
5. Mose 18,15: Hier prophezeit Mose, dass ein Prophet wie er selbst kommen wird, und Jesus Christus erfüllt diese Prophezeiung.

ai.ionos

    all diese Dinge Dies bezieht sich auf Moses Führung, die von Dathan und Abiram (V. 13-14) für gescheitert erklärt wurde, oder darauf, dass Moses entweder die Leviten anstelle der Erstgeborenen oder Aaron und seine Söhne zum Priesteramt ernannte.

    mein eigener Plan Wörtlich: „mein eigenes Herz“, denn das Herz ist der Sitz der Gedanken. Mose will damit zeigen, dass er nicht über Israel „herrscht“ (V. 13), sondern lediglich den Willen Gottes ausführt (vgl. 24,13).

    Jakob Milgrom – Der JPS Tora-Kommentar

    In V. 28–30 kündigt Mose ein Zeichen an. »An ihm sollt ihr erkennen, daß mich Jahwe gesandt hat« (V. 28). Die Sprache erinnert auffallend an diejenige Jesu im Johannesevangelium (vgl. Joh 7,17). Dabei geht es nicht um Moses »Größe«. Es geht um seine Legitimation, die Erkennbarkeit seines göttlichen Auftrags. Die Menschen müssen wissen: Wo ist Gott zu finden? Bei Mose oder Korach/Datan? Mose »tut Taten«, d. h. vollbringt im Namen Gottes Zeichen und Wunder. Wiederum ist dasselbe beim »zweiten Mose«, Jesus, festzustellen (vgl. Joh 5,36). Drittens betont V. 28, daß sie Mose »nicht aus eigenem Herzen« = aus eigenem Antrieb vollbringt. Und auch darin ist der »zweite Mose« (Jesus) mit ihm einig (vgl. Joh 5,30; 6,38). Vgl. dagegen Jer 23,16ff.

    Wuppertaler Studienbibel

    Könnte es also passieren, dass wir heute Menschen folgen, die wie Korah sind, und sich „neben“ Christus als Führer der Gemeinde aufstellen wollen? Die Geschichte, wie Korah und „seine Anhänger“ enden, zeigt, wie Jehovah über Menschen denkt, die „SEINEN Führer“ ersetzten wollen. Sei also „sehr vorsichtig“ wen du als den „größeren Mose“ folgst!

    Gott kann durch diese powervolle Kraft, die in uns ist, sehr viel mehr tun als das, worum wir ihn bitten

    Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder erdenken, nach der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Herrlichkeit in der Versammlung in Christo Jesu, auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin! Amen ) –
    Elberfelder 1871 – Epheser 3,20–21

    Gott kann durch diese powervolle Kraft, die in uns ist, sehr viel mehr tun als das, worum wir ihn bitten, ja sogar mehr, als wir uns überhaupt vorstellen können. Dafür können wir alle in der Jesus-Gemeinschaft Gott immer wieder und ohne Ende loben. So ist das richtig, so sollte es sein [Amen].
    VolxBibel – Epheser 3:20–21

    Dem, der in der Lage ist, weit über das hinaus zu bewirken, was wir im Gebet erbitten oder uns überhaupt vorstellen können, gemäß der Kraft, die ihre Wirkung in uns entfaltet, ° dem sei Ehre gebracht in der Gottesgemeinde und im Messias Jesus, in allen Generationen, von endloser Zeit bis in alle Ewigkeiten. Amen!
    Das Buch – 2014 – Eph 3,20–21

    Ihm, der mit seiner ´unerschöpflichen` Kraft in uns am Werk ist und unendlich viel mehr zu tun vermag, als wir erbitten oder begreifen können, ihm gebührt durch Jesus Christus die Ehre in der Gemeinde von Generation zu Generation und für immer und ewig. Amen.
    Neue Genfer Übersetzung 2013 – Eph 3:20–21

    Dem aber, der da vermag – Röm 16,25; Jud  24 – über alles überschwenglich zu tun, als daß wir uns erbitten – 1 Kor 2,9 – oder verstehen, nach der in uns wirkenden – V. 7; Kol 1,29. – Macht;
    Ihm die Ehre – Röm 11,36; 16,27;Hebräer 13,21 – in der Gemeinde und in Christo Jesu bis auf alle Geschlechter der Ewigkeit der Ewigkeiten, Amen!
    Abraham Meister – Epheser 3,20–21

    3:20 Τῷ δὲ δυναμένῳ ὑπὲρ πάντα ποιῆσαι ὑπὲρ ἐκπερισσοῦ ὧν αἰτούμεθα ἢ νοοῦμεν, κατὰ τὴν δύναμιν τὴν ἐνεργουμένην ἐν ἡμῖν,
    Dem nun, der über alles (hinaus) zu tun vermag, über das Maß hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der in uns wirkenden Macht,
    Durch die Linksversetzung wird das Dativobjekt, das Gott mittels eines Relativsatzes referenziert wird hier begonnen und im nächsten Vers mit αὐτῷ („ihm“) implizit wiederaufgenommen.
    3:21 αὐτῷ ἡ δόξα ἐν τῇ ἐκκλησίᾳ ἐν χριστῷ Ἰησοῦ, εἰς πάσας τὰς γενεὰς τοῦ αἰῶνος τῶν αἰώνων. Ἀμήν.
    ihm (ist) die Ehre in der Versammlung in Christo Jesu über alle Generationen des Zeitalters der Zeitalter hinweg! Amen!
    Die erneute Aufnahme ist offenbar der Länge des Dativobjekts geschuldet, das ja einen ganzen Vers ausmacht und dann mit einem Pronomen zusammenfassend referenziert wird. Das substantivierte Partizip τῷ δυναμένῳ („dem, der vermag“) wird mit αὐτῷ („ihm“) resumptiv und betont wiederaufgenommen. Da es in der Ewigkeit keine Generationenabfolge mehr geben wird, und die temporalen Angaben „bis in alle Ewigkeit“ üblicherweise mit einem doppelten Plural εἰς τοὺς αἰῶνας τῶν αἰώνων („von Ewigkeit zu Ewigkeit“) konstruiert werden, bespricht Paulus die Zeiten während die Welt existiert, d.h. während aller Zeiträume, d.h. über alle Generationen hinweg, sei Gott die Ehre, auch wenn dieses Lob in der Ewigkeit fortdauern wird. Somit ist der Begriff „Ewigkeit“ hier nicht plausibel.

    Peter Streitenberger – Der Epheserbrief

    Paulus schließt sein Gebet mit einer Doxologie. Er lobt Gott, der überschwenglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft (dynamin; vgl. V. 16; Eph 1,19), die in uns wirkt (energoumenEn; vgl. Eph 1,19). Kein Mensch und kein Engel (vgl. Eph 3,10) wäre jemals auf den Gedanken gekommen, daß Juden und Heiden in einem Leib zusammenleben könnten. Doch im Blick auf die Kraft der Liebe Gottes, die im Leben eines jeden Christen wirksam wird, ist Paulus zuversichtlich, daß dies gelingen wird, obwohl es nach menschlichem Ermessen unmöglich ist. Daher sagt er, daß Gott die Ehre in der Gemeinde, in der das Wunder der Liebe geschehen wird, und in Christus Jesus, der diese Einheit ermöglichte, gebührt.
    Das Lob für dieses Werk sei von Ewigkeit zu Ewigkeit (vgl. Röm 11,36; 2Tim 4,18). In dieser Doxologie findet nicht nur das Gebet des Apostels einen angemessenen und eindrucksvollen Abschluß, sondern auch die ersten drei Kapitel seines Briefes an die Epheser.

    Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

    [20] Ein Lobpreis Gottes (»Doxologie«) ist eine kurze Proklamation der Größe Gottes und war im Judentum und Christentum geläufig. Er umfaßt drei Elemente:
    a) Gott bzw. Christus, dem das Lob gilt (in der Regel im Kasus des Dativ);
    b) das Wort, mit dem der Betreffende gepriesen wird; normalerweise ist dies »doxa«, »Herrlichkeit/Macht/Ehre«;
    c) die »Ewigkeitsformel«, in der die fortdauernde Gültigkeit des Lobs ausgedrückt wird. Gewöhnlich bestätigt die Gemeinde das Lob mit ihrem »Amen«. Derartige Lobverse finden sich in den Briefen z.T. inmitten von längeren Darlegungen, z.T. auch als Abschluß eines Briefteils bzw. ganz am Ende des Briefes vor dem abschließenden Gruß.a
    Mit Röm 11,33ff hat unser Abschnitt gemeinsam, daß er als Abschluß des stärker lehrhaften Teils vor dem Teil mit konkreten Anweisungen steht und aus dem zuvor Dargelegten erwächst.
    Paulus lobt den Gott, »der über all das, was wir erbitten oder uns ausdenken, weit hinaus zu tun vermag«.
    Vom »Begreifen« und »Erkennen« (des Geheimnisses Gottes bzw. der Liebe Christi) war in V. 18f die Rede gewesen. »Bitte« war der Charakter des vorangehenden Abschnitts 3,14–17. Gottes Gedanken reichen weit über unser menschliches Erfassen hinaus (Jes 40,13; 55,8f; Röm 11,33ff; Phil 4,7). Dabei sind seine Gedanken auch stets mit deren Ausführung verbunden (vgl. die Fortsetzung von Jes 55,8f in V. 9–10): Er ist derjenige, der »zu tun vermag«.
    Um den Unterschied zwischen menschlichem Bitten und Denken einerseits und dem göttlichen Wirken andererseits in Worte zu fassen, bedient sich Paulus einer doppelten Steigerung. Einmal sagt er: Gott ist in der Lage, über alles, was wir bitten und verstehen zu handeln, zum andern fügt er zusätzlich ein Adverb ein, das wörtlich »ganz über alle Maßen«, »schlechtweg hinaus über« meint und die »denkbar höchste Steigerungsform« ausdrückt.
    Daß Gott tatsächlich in dieser überragenden Weise zu handeln vermag, ist in der christlichen Gemeinde bereits manifest geworden. Der Reichtum und die Größe seiner in Jesu Auferweckung erwiesenen Macht hat sich in den Glaubenden wirksam gezeigt (1,19f). Entsprechend dieser Macht kann und wird er auch in Zukunft die Glaubenden stärken und in seiner Liebe verankern (vgl. 3,16f).
    [21] Diesem Gott die Doxa! Der Ausruf kann als Aussage: »ihm gehört die Herrlichkeit« oder als Aufruf zur Ehrerweisung: »ihm möge die Herrlichkeit zukommen« verstanden werden. Das geschieht, indem Gott »in der Gemeinde und in Jesus Christus« über seinem Handeln geehrt wird. Denn in dem, was Gott tut, erweist er sich als der Beständige und Treue, als der Heilige und Gnädige, als der Machtvolle und Weise. Das Gewicht seiner Wirklichkeit prägt der Gemeinde seinen Stempel auf. Im Angesicht Jesu Christi, des Gekreuzigten, strahlt das Licht von Gottes Herrlichkeit auf (2Kor 4,6), der seinerseits der Vater der Herrlichkeit ist (Eph 1,17). In ihrer ganzen Existenz, im Glauben, Lieben, Hoffen, in Lob und Bitte besteht Aufgabe und Ziel der Gemeinde darin, Ausdruck des Lobs der Herrlichkeit Gottes zu sein (vgl. 1,6.12.14; 1Kor 6,20). In gleicher Weise steht Leben, Sterben und Erhöhung Jesu in der Perspektive des Johannesevangeliums durchgängig unter dem Oberbegriff der Verherrlichung Gottes (vgl. Joh 13,31; 17,1.4).
    Die Herrlichkeit gebührt Gott »in alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit«. Gemeint sind damit die zukünftigen Generationen (vgl. 3,5), die insgesamt noch kommen werden. Eine ähnliche Ausdrucksweise begegnet in Ex 40,5 (wörtl. nach LXX): »in Ewigkeit in ihren Geschlechtern«; Tob 1,4: »in alle Geschlechter der Ewigkeit«; Ps 106,31: »von Geschlecht zu Geschlecht bis in Ewigkeit«; Dan 6,27: »für das Geschlecht der Geschlechter bis in Ewigkeit«. Der Blick in diese Zukunft, in der das bereits jetzt anvertraute Erbe auch umfassend angetreten wird, hatte sich bereits in 1,21 und 2,7 eröffnet.
    Das »Amen« deutet auf das Verlesen des Briefes in den Gottesdiensten der jeweiligen Gemeinden und zeigt an, daß die Hörer an dieser Stelle das Gehörte mit ihrem Zuruf »So sei es!« bestätigen.

    Hahn – Wuppertaler Studienbibel

    Das Gebet des Apostels in den vorangehenden Versen war ja nicht gerade zurückhaltend. Die drei Bitten in den V. 16.17 hatte er mit dem Wunsch eingeleitet (V. 16 a), Gott möge diese Dinge »nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit« – und das heißt: in göttlicher Fülle! – gewähren. Die Bitte in den V. 18.19 a um volles Erfassen der Liebe Christi in all ihren Dimensionen war gleich mit dem Eingeständnis verbunden, dass es hier um eine Erkenntnis geht, die alles Erkenntnisvermögen übersteigt (V. 19 a). Und das Gebetsziel von V. 19 b, schließlich, von Gott so erfüllt zu werden, dass nichts als sein Wesen mehr da ist, kann ohnehin nicht übertroffen werden. Sind diese Anliegen zu groß für Gott? Nein. Er ist so allmächtig, dass er »noch weit mehr zu tun vermag« als Paulus hier gebetet hat – ja, darüber hinaus nun auch die Gemeinde und ihre Anliegen und gar ihr Vorstellungsvermögen mit einbeziehend: »als wir erbitten oder erdenken können«! Gott ist nie überfordert. Seine »Kraft, die in uns wirkt«, ist nach Eph 1,19ff. die göttliche Allmacht, die Jesus von den Toten auferweckte und ihn zum Herrn über alles Sichtbare und Unsichtbare erhöht hat. Wer diesen Gott kennt, der kann getrost beten. Gewiss, auch er weiß nicht, wie Gott antworten will; aber er weiß, dass Gott erhören kann.

    Und so mündet das Gebet nicht in den Zweifel, sondern in die Anbetung. 1.) Zunächst wird der Adressat des Lobpreises genannt: »ihm«, Gott, kommt die Anbetung zu. 2.) Dann kommt das eigentliche Preiswort, das den Inhalt des anbetenden Zuspruchs nennt. Gepriesen wird seine »Ehre« oder »Herrlichkeit«. Man könnte nun übersetzen: »Ihm (sei) die Ehre« – was gut zu dem folgenden passen würde: »in der Gemeinde«. Wenn es dann aber gleich weitergeht: »und in Christus Jesus«, ergibt dies als Wunschform übersetzt keinen guten Sinn. Von daher übersetzt man besser in der Wirklichkeitsform: »ihm (gehört) die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Christus Jesus«. In der Anbetung wird immer preisend vor Gott anerkannt, wer und wie er ist. Hier nun geht es um die »Herrlichkeit« Gottes. »Herrlichkeit« (hebr. kabod = Wucht, Schwere, Gewicht, Würde, Glanz; griech. doxa = Ehre, Ruhm, Herrlichkeit) bezeichnet die ganze Wucht, Größe und Ausstrahlung des Gottseins Gottes. Diese Herrlichkeit Gottes, so rühmt der Apostel hier, wird sowohl in der Gemeinde sichtbar in den Auswirkungen seines Heilsplans und den Kraftwirkungen seines Segenshandelns als auch in Christus und seinem Heilswerk. Alle Herrlichkeit, die sich in der Gemeinde und in Christus zeigt, ist Gottes Herrlichkeit. 3.) Und sie bleibt Gottes Herrlichkeit, so wird als drittes Element des Lobpreises in der Ewigkeitsformel bezeugt, »für alle Geschlechter des Äons der Äonen«. Solange Menschen auf dieser Erde leben werden in dem jetzigen Zeitalter, das seinerseits eingebettet ist in die Zeitalter der Vergangenheit und aller Zukunft, wird die Herrlichkeit Gottes, die sich in Christus und seiner Gemeinde zeigt, anzubeten sein.

    Mit diesem Lobpreis Gottes schließt nicht nur der Gebetsbericht des Apostels, sondern der ganze erste Hauptteil des Eph. So, wie die lehrmäßige Entfaltung des Heilsratschlusses Gottes zum Bau seiner Gemeinde mit Anbetung begonnen hat (eph 1,3-14), endet sie nach drei Kapiteln auch mit Anbetung. Es ist nicht trockene Dogmatik, die der Apostel in diesem ersten, lehrmäßigen Teil seines Briefes dargeboten hat. Vielmehr ist es in preisendes Staunen gehüllte Entfaltung dessen, was Gott zum Bau seiner Gemeinde von Ewigkeit her geplant hat, in Christus verwirklicht hat und vollenden wird.

    Gerhard Maier – Edition C

    »Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr (hyperekperissòs, über alles Maß hinaus überfließend – siehe auch 1.Thess 3,10; 5,13), als was wir erbitten oder erdenken (noèo, mit dem Verstand erfassen)«, sagt der Apostel. Hier ist kein Raum für eitle, fruchtlose Spekulation; der Apostel sagt nicht »mehr, als was wir erbitten oder erdenken können«. Er denkt an Bitten und Gedanken, die im Herzen aus einem gottgewirkten Verlangen erstehen, in die Gedanken und Absichten Gottes tiefer einzudringen. Innerhalb dieses Bereichs aufrichtigen Wünschens ist Gott fähig. Es ist beachtenswert, daß die Kraft, die höchste geistliche Wahrheit zu erkennen und zu genießen, in jedem Gläubigen wohnt »nach der Kraft, die in uns wirkt.«
    Dem Vater sei Herrlichkeit in der Gemeinde in oder durch Christus Jesus »…auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin! Amen« (eis pàsas tas geneàs tou aiònos ton aiònon ) . Wenn das Zeitalter der Zeitalter das kommende Millennium ist, wie ich meine, dann wird die Gemeinde in ihrer einzigartigen Beziehung zu Christus von allen Geschlechtern zur Herrlichkeit des Vaters gesehen werden. Die Gemeinde auf Erden tut heute den Engelsmächten in den himmlischen Örtern die mannigfaltige Weisheit Gottes kund (V. 10). Im Zeitalter der Zeitalter wird sie aus ihrer Stellung in den himmlischen Örtern mit Christus Jesus dem Vater Herrlichkeit kundtun vor den Geschlechtern der Menschen auf der Erde. Amen.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    Der Ehemann lobt sie sehr oft.

    Ihre Söhne stehen auf und preisen sie glücklich, ihr Mann steht auf und rühmt sie:
    Elberfelder 1871 – Sprüche 31,28

    Ihre Söhne stehen auf und preisen ihr Glück,
    ihr Gatte, und er rühmt sie:
    Buber & Rosenzweig – Sprüche 31:28

    Stehn ihre Söhne auf, so preist man sie ihr Gatte, rühmt man sie:
    Tur-Sinai – Spr 31,28

    Ihre Kinder begegnen ihr mit Achtung und segnen sie. Ihr Mann lobt sie:
    Neues Leben – Bibel 2006 – Spr 31:28

    Ihre Kinder reden voller Stolz von ihr, und ihr Mann lobt sie mit überschwänglichen Worten:
    Hoffnung für Alle – Sprichwörter 31,28

    Den Mund aber öffnet sie weise und dem Gesetz gemäß,
    ihre Barmherzigkeit aber richtet ihre Kinder auf und sie werden reich,
    und ihr Mann lobt sie.
    Septuaginta Deutsch – Sprichwörter 31:28

    Ihre Kinder schauen voll Stolz zu ihr auf,
    und ihr Mann lobt sie öffentlich:
    das Buch – Sprüche 31;28

    Ich finde diesen Vers ziemlich lustig. Wenn man ihn liest, könnte man glatt meinen, dass wir erwarten können, dass unsere Kinder oder unsere Männer uns loben. Und tatsächlich ist das der Frust vieler Frauen. Niemand sieht scheinbar, was wir tun. Keiner steht auf und lobt uns oder bewundert unser Tun.
    Mir gefällt daher auch die Übersetzung von Naftali Herz Tur- Sinai besser, weil sie realistischer ist:
    „Stehen ihre Söhne auf, so preist man sie; ihr Gatte, so rühmt man sie: ‚Viel Töchter haben wacker sich erwiesen, du aber übertriffst sie alle!‘“
    Das hebräische Wort für „Aufstehen“ ist „Quwm“ (H6965) und bedeutet „erreichen“, „bleiben“, „aufstellen“, „erfolgreich sein“. Meiner Meinung nach beschreibt diese Situation, dass ihre Söhne erwachsen werden und in Erscheinung treten, und dann bekommt sie – als Mutter – Lob zu hören wie „gut gemacht“, „sie sind ja auf einem guten Weg“, „du hast tolle Kinder“.
    Und auch ihr Mann tritt in Erscheinung, und sie bekommt etwas davon ab, wenn die Menschen mit ihm zufrieden sind. Das ist doch eher das, was wir erleben, nicht wahr? Das ist die Realität: Wir bauen das Fundament für unseren Mann und unsere Kinder, und dann hören wir, wenn sie geschätzt werden.
    Es ist viel besser für uns, wenn unsere Wertschätzung von Gott kommt. Ich war lange auf Anerkennung von außen angewiesen und sehnte mich so sehr danach. Aber so bleiben wir immer hungrig. Nur Gott kann uns füllen.
    Ich dachte auch, dass mein Mann mich doch loben müsse und meine Arbeit anerkennen müsste. Versteh mich nicht falsch: Mein Mann ist wunderbar, aber ich kenne wenige Menschen, die so wortkarg sind wie er. Wenn er der Meinung war, dass etwas gesagt werden MUSS, dann war es selten ein Lob.
    Vielen Frauen geht es so, dass sie sich nach Wertschätzung und Anerkennung sehnen, und auch die Männer brauchen und wünschen sich dringend Anerkennung und Wertschätzung von ihrer Partnerin. Sie wollen bewundert und geachtet werden. So haben wir dann in einer Ehe zwei Menschen, die sich gegenüberstehen und sich vom anderen Wertschätzung wünschen. Das KANN nicht unsere zuverlässigste Quelle sein. Dann gehen wir unter, wenn der Partner sauer auf uns ist oder uns kritisiert.
    Rabbi Manis Friedman sagte einmal in einem Vortrag: „Gott ist allmächtig, Gott ist wunderbar. Nur in einem ist er nicht gut. Er ist nicht gut im Fluchen.“ Er sprach dann über den Sündenfall auf Erden und wie Gott der Frau auferlegt, dass sie Verlangen, ja sogar Hunger nach ihrem Mann haben wird. Frauen sehnen sich nach inniger Gemeinschaft mit ihren Männern und nach Lob und nach viel Zeit und all diesen Sachen. Das ist der Fluch.
    „Aber Gott ist nicht gut im Fluchen, es steckt immer ein Segen darin“, so sagt es der Rabbiner. Die Frau wird immer die Verbindung suchen zu ihrem Mann. Das ist ein Segen, der der Beziehung und der Ehe entgegenkommt. Sei nicht stolz, wenn du denkst: „Immer muss ich“ oder: „Er sollte aber“. Unser Hunger wird nach unseren Männern sein, aber sie können uns das, wonach wir uns im Tiefsten sehnen, nicht geben! Deshalb müssen wir umso mehr nach Gott suchen. Und das ist vielleicht der größte Segen von allen.

    Muller – Würde und Kraft sind dein Gewand: Wie du die Frau werden kannst, die Gott in dir sieht

    Sie ist eine Frau, die des Lobes würdig ist (V. 28-29). Es ist eine wunderbare Sache, wenn Ehemann und Kinder die Frau und Mutter für ihren treuen Dienst im Haus loben können. Hier wird angedeutet, dass dieses Lob regelmäßig und spontan ausgesprochen wurde und nicht nur zu besonderen Anlässen. (In Israel gab es keinen Muttertag. Jeder Tag sollte Muttertag und Vatertag sein!) Es ist tragisch, wenn sich die Mitglieder einer Familie gegenseitig als selbstverständlich ansehen und es versäumen, aufrichtige Wertschätzung zu zeigen. Der Vater sollte den Kindern mit gutem Beispiel vorangehen und seiner Frau immer für das danken, was sie für die Familie tut. Er sollte in ihr die Frau sehen, die alle anderen übertrifft!

    Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

    In den Versen 28-29 wird uns der Lohn gezeigt, den eine gute Ehefrau verdient. Sie verdient das Lob ihrer Kinder und ihres Mannes. Damit wird eine Haltung angesprochen, die unsere modernen Gesellschaften in die Irre führt. Die Rolle der Hausfrau wird heute in vielen Kreisen nicht gelobt. Die Rolle des Ernährers wird gepriesen und die der Hausfrau wird verunglimpft. Viele Frauen haben die Rolle der Hausfrau aufgegeben, manche aus notwendigen Gründen, manche aus egoistischen Gründen und manche aus reiner kultureller Trägheit. Einige sind der Lüge aufgesessen, dass die Rolle des Ernährers besser sei. Das Ergebnis ist, dass viele Haushalte heute gut versorgt und dennoch schlecht ausgestattet sind. Es gibt reichlich finanzielle Mittel, aber jeder im Haushalt kämpft für sich selbst, mit wenig Organisation und noch weniger Wärme. Diese Ode an die Weiblichkeit ist eine Ode an diejenigen, die das Haus schön und wohnlich machen.

    Rabbi Derek Leman – Ein messinaischer Kommentar der Sprichwörter – Sprichwörtliche Weisheit und gesunder Menschenverstand

    Was für ein Segen ist diese Frau ihrem Haus, wie dankbar sind »ihre Söhne« für eine solche Mutter, und welche Freude hat »ihr Mann« an ihr! Die Söhne »stehen auf und preisen sie glücklich«, wajᵓaššǝruhâ, vom Verb ᵓiššǝr, »glückselig preisen« (nur noch belegt in 3,18; 1Mo 30,13; Hi 29,11; Ps 41,3; 72,17; Hl 6,9; Mal 3,12). Und ihr Mann »[steht auf] und rühmt sie«, wajhallǝlâh (von hallêl, »rühmen, preisen« [wie V. 30]). Wie schön ist es, wenn ein Mann seiner Frau gegenüber ihre Vorzüge rühmt! Wie sehr beglückt sie das!

    »und preisen sie glücklich«, wajᵓaššǝruhâ. Vom Stamm dieses Verbs ist das Hauptwort ᵓæšær gebildet, dessen Plural ᵓæšærîm im sog. Constructus ᵓæšrêj verwendet wird als der Ausruf »Wohl dem …!«, oder »Glückselig, wer …!«, wie etwa in Psalm 1,1: ᵓæšrêj hâᵓîš, »Wohl dem [Mann]« (Luther 1912), oder »Glückselig der Mann« (UELB und Elb 2003), oder ganz wörtlich: »Glückseligkeiten des Mannes« (in den Psalmen allein 25-mal belegt, in den Sprüchen in 3,13; 8,32.34; 14,21; 16,20; 20,7; 28,14; 29,18).

    Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

    Schlechte Sachen sollen keine Chance gegen dich haben, schlag das Böse mit dem Guten!

    Laß dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten.
    Elberfelder 1871 – Römer 12,21

     Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege Böses mit Gutem.
    Neue Genfer Übersetzung 2013 – Römer 12:21

    Nicht lasse dich besiegen (unterwerfen, bezwingen, überwinden) (- Imp. pass.; wörtlich „werde nicht … besiegt“. -) von dem Bösen (Schlechten), sondern besiege (unterwerfe, bezwinge, überwinde) (- Part. akt. -) in dem (durch das, mit dem) Guten das Böse (Schlechte).
    offene Bibel – Röm 12,21

    Lass dich nicht dauernd vom Üblen überwinden, sondern besiege das Übel immer wieder durch die Wohltat!
    Gottes Agenda – Röm 12:21

    Lass dich also nicht von der Bosheit besiegen, sondern besiege du selbst das Böse, indem du Gutes tust!
    Roland Werner – Das Buch – 2009 – Röm 12:21

    Röm 12,21 νικῶ Imp. Pass. νικάω (< νίκη Sieg) tr. siegen; besiegen, überwinden; Pass. sich überwinden/besiegen lassen (B 2b). νίκα Imp. νικάω. ἐν instr.

    Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

    Die Verse 19–20 sind aus dem Tanach selbst. Außerdem ist die Grammatik der Verse 9–13, die nur Partizipien und keine finiten Verben hat, typisch für hebräische Texte, nicht für griechische; das deutet auf eine sehr alte hebräische Quelle hin.
    Im Zusammenhang mit der Bergpredigt von Jeschua habe ich darauf hingewiesen, dass es keinen Grund gibt, zu erwarten, dass sich die Ethik des Neuen Testaments von der Ethik des Tanach unterscheidet, da Gott sich nicht ändert. Alle Ratschläge, die in diesen Versen zu finden sind, sind in der Thora und den Propheten implizit und häufig auch explizit enthalten. Da Nichtjuden nicht in gleicher Weise wie Juden an die Thora gebunden sind und da der Heilige Geist von innen heraus wirkt, leitet Sha’ul für die Gläubigen die Grundprinzipien richtigen Handelns her und ist zuversichtlich, dass Menschen mit verwandeltem Geist (V. 1) durch die Kraft des Ruach HaKodesh in der Lage sein werden, diese Prinzipien in bestimmten Situationen anzuwenden.
    Der Großteil der Lehre ist selbsterklärend und offenbart seine Bedeutung jedem, der darüber nachdenkt. Beispiel: Vers 21: Lasst euch nicht vom Bösen überwinden – Vergeltung bedeutet, dass ihr sowohl von eurem Feind überwunden worden seid, dem ihr die Initiative überlassen und euch zu einer Gegenreaktion provozieren lassen habt, als auch von den bösen Impulsen eurer eigenen alten Natur, die ihr unterdrücken solltet (8:1–13).

    Stern – Jüdischer Kommentar zum Neuen Testament: Begleitband zum Jüdischen Neuen Testament

    Wenn du ein Seelsorger bist… Es ist einfach, jüdische Parallelen zu Sha’uls ethischen Lehren zu finden. Schau dir mal das Ende von Vers 8 an und vergleiche es mit dieser Stelle aus der Mischna: „Die Welt wird durch drei Dinge aufrechterhalten – die Tora, den Tempelkult und barmherzige Taten“ (Sacks 4–5; Pirqe Avot 1:2).

    The Complete Jewish Study Bible: Notes

    Nach Schluss dieser Lektion verallgemeinert Paulus und spitzt zugleich persönlich zu: Lass dich nicht besiegen durch das Böse, sondern besiege durch das Gute das Böse. Diese Welt ist ein Ort des Kampfes zwischen zweierlei Weisen, Mensch zu sein, Mensch unter dem »Gott dieser Welt« oder Mensch unter dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Sieger sind wir nicht erst durch irdische Erfolge unseres Tuns, sondern in verborgener Weise schon durch das Tun des Guten selbst.

    Wuppertaler Studienbibel

    Paulus faßt zusammen: „Laß dich nicht besiegen von dem Bösen, sondern besiege durch das Gute das Böse. Er gebraucht dabei die abstrakte philosophische Sprache. Der Satz des Paulus könnte so in mancher philosophischen Abhandlung stehen. Wird vor dieser einfachen und schönen Regel nicht die ganze schwierige Dogmatik mit „Christus“ und „Erlösung“ und „Rechtfertigung“ und „Heiliger Geist“ überflüssig? Könnten nicht Christen und Atheisten und Anhänger aller Religionen in diesem edlen Wettstreit miteinander darum ringen, „das Böse durch das Gute zu besiegen“? Aber so hat es Paulus nicht gemeint! Der Satz gehört ganz in die Lage der verfolgten Gemeinde hinein. Feindschaft, Haß, Beschimpfung und Verleumdung dringen auf sie ein: das ist „das Böse“ mit dem sie es konkret zu tun hat. Wenn sie „Böses mit Bösem und Scheltwort mit Scheltwort“ beantwortet (1 Pt 3,9), dann „läßt sie sich vom Bösen besiegen“. Wie naheliegend und gefährlich sind solche Niederlagen für eine bedrängte Gemeinde, zumal sie äußerlich wie lauter „Siege“ aussehen können! „Das Böse durch das Gute besiegen“ können wir nur, wenn wir in radikaler „Erneuerung unseres Sinnes“ uns von „Wesen dieser Welt“ trennen und den Haß mit Liebe, die Beschimpfung und Verleumdung mit herzlichem Gebet, brutales Unrecht mit Güte erwidern. Wieder stehen wir bei dem Wort Jesu, ohne daß es zitiert wird; Paulus hat es tief und selbständig aufgenommen. Aber „können“ wir es denn? Wie „kann“ man es überhaupt? Nur der ganze Römerbrief mit seiner ganzen „schwierigen Dogmatik“, mit „Christus“ und „Erlösung“ und „Rechtfertigung“ und „Heiligem Geist“ kann es uns lehren und uns tatsächlich zu diesem unerhörten Sieg führen!

    W.de Boor – Wuppertaler Studienbibel

    Der urchristliche Missionar Paulus hat da so gesagt: Lass Dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Er meint damit: wenn wir Bosheit immer wieder mit Bosheit beantworten, dann werden wir selbst von der Bosheit angesteckt. Und der Kreislauf des Bösen hört nie auf. Eine schlimme Tat zieht immer die nächste nach sich, ein Teufelskreis! Und dann verlieren wir. Erst wenn wir den Mut haben, diesen Kreislauf zu durchbrechen, kann es anders werden. Wenn wir die böse Tat nicht mit einer bösen Tat beantworten. Wenn wir vergeben und nicht vergelten. Dann können wir siegen.

    Michael Herbst Predigtarchiv

    Der Mensch reagiert von Natur aus so, wie er behandelt wird. „Wie du mir, so ich dir“. „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Die Botschaft Jesu fordert jedoch genau das Gegenteil. Eine der größten Herausforderungen für Christen ist, nicht “genauso” zu reagieren, sondern “im Geist” zu reagieren. Vom Heiligen Geist geführt zu werden anstatt von äußeren Umständen widerspricht der Natur des Menschen. Wer sich jedoch zu Christus bekehrt und eine neue Natur empfängt, für den ist die Leitung des Heiligen Geistes etwas natürliches, weil dieser Mensch in seinem Denken und Handeln Christus immer ähnlicher wird. Die Vergeltung von Bösem mit Bösem ist zweifellos eine natürliche Reaktion; doch Böses mit Gutem zu vergelten ist eine Folge des übernatürlichen Werkes Christi in uns.
    „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten!“ (Römer 12,21)

    Halte dir vor Augen, dass du andere genauso akzeptieren kannst, wie Christus dich akzeptiert.

    June Hunt – Schlüssel zur biblischen Seelsorge

    Aber wenn dein Feind hungert, speise ihn; wenn er dürstet, tränke ihn. Denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt häufen (Sprüche 25,21–22). Laß dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege durch das Gute das Böse. Mit besonderem Nachdruck verweilt der Apostel bei den ungerechten, gehässigen Eingriffen anderer in unser Leben. Da offenbart sich im Verzicht auf Rache und Gericht die königliche Freiheit und Vollkommenheit der Liebe, ihre Unabhängigkeit vom Verhalten der anderen, ihre Zuversicht, daß sie auch den Feind mit feuriger Kraft erfassen und mit dem Guten das Böse besiegen wird. Das Recht fällt deshalb nicht zu Boden, auch wenn wir auf Vergeltung und Strafe verzichten. Gottes Zorn hält über ihm Wache und nimmt die Vergeltung in seine Hand. Statt daß wir seinem Zorn durch eigene Rache den Raum wegnehmen, geben wir dem göttlichen Zorn den Raum frei und lassen ihn das Gericht vollstrecken, doch nicht so, als ob wir müßig auf Gottes Rechtsvollzug warteten, sondern so, daß wir mit Freude jede Gelegenheit ergreifen, bei der wir unseren Widersachern wohltun können, in der Gewißheit, daß die echte Liebe eine Macht besitzt, gegen die sich die Bosheit nicht leicht verhärten wird, weshalb sie Paulus mit der Wirkung einer glühenden Kohle vergleicht. Die göttliche Art der Liebe wird darin sichtbar, daß sie bei ihrem heilsamen, gütigen Werk verbleibt und gewiß ist, daß sie mit ihm auch über die Bosheit den Sieg gewinnt.

    Schlatters Erlӓuterungen zum Neuen Testament

    Sechstens: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem (V. 21). Der griechische Begriff für „böse“, kakos, bezeichnet das Böse im weitesten Sinne. Im übertragenen Sinn bezieht er sich auf die innere Bosheit, die von einem moralisch verdorbenen Charakter ausgeht. Paulus verwendet denselben Begriff in Vers 17a, wo er die Gläubigen ermahnt, niemandem etwas Böses zu tun. Wie bereits erwähnt, bezieht sich der griechische Begriff für „gut“, agathos, auf das, was von Natur aus gut ist. Entweder ist das Böse der Sieger oder das Böse wird überwunden. Wenn es überwunden wird, dann durch den korrigierenden Einfluss der Liebe. Die Gläubigen sollen ständig daran arbeiten, das Böse zu überwinden, indem sie Gutes tun.

    Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Römer

    … Unsere Güte beschämt ihn, und seine eigene Bosheit beginnt, ihn zu plagen, und das lässt ihn zuweilen umdenken. So handelt Gott an uns Menschen; seine Güte leitet zur Buße (Röm 2,4). In der Weise, wie Gott böses Tun überwindet und zum Guten wendet (siehe 1Mo 50,20), lernt auch der Christ, »das Böse mit dem Guten« zu überwinden. Das tut er in zweierlei Hinsicht: Indem er dem Feind Gutes tut, überwindet er das Böse, das in ihm ist und zur Vergeltung drängt; und er überwindet dabei auch das Böse, das ein Feind ihm angetan hat, indem es für diesen zum Guten ausschlagen kann.

    Benedikt Peters – Der Brief an die Römer

    Das ist die Zusammenfassung christlicher Ethik dem Ziel nach. Sie ist Kampfethik zur Überwindung, zum Sieg über das Böse. Sie hat Teil an Christi Sieg über die Hauptmacht des Bösen, nämlich über den Tod (vgl. Offb 1,17.f.) und darf von dort her leben, handeln und siegen. Sieg Jesu Christi aber bedeutet für uns Menschen gerade nicht Niederlage und Vernichtung, sondern dort strahlt der Sieg Jesu Christi am hellsten, wo er „mich verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels“. So siegen Christen, indem sie andere mit Liebe überwinden. „Das Böse“, diese böse Zeit, wird mit „Gutem“ besiegt, und das Gute ist Gottes Liebeswille, der uns erretten will. An diesem Rettungswerk haben wir teil.

    Gerhard Maier – Edition C

    Am Ende seiner Argumentation kommt Paulus nun zu der Schlußfolgerung, daß das Böse nicht triumphieren darf. Wenn der Gläubige auf erwiesenes Böses mit Bösem reagiert, vermehrt er das Böse nur noch. So kann ein Funke zu einem Flächenbrand werden. Wenn man Böses heimzahlt, stellt man damit sicher, daß das Böse wächst und schließlich überhand nimmt. Paulus warnt hier vor der stets gegenwärtigen Gefahr, vom Bösen überwunden zu werden, wenn man einen Weg der Vergeltung einschlägt. Der Gläubige ist nicht berechtigt, sich bei einem Vorsatz der Rache zeitweise auf Distanz zu halten und dann zur angebrachten Zeit zuzuschlagen. Wenn der Prozeß, Böses mit Bösem zu vergelten, erst einmal in Gang ist, ist es offen, wer einen Vorteil hat. Der Rat an den Gläubigen ist klar und bedeutet auch: »Hör damit auf«, oder »Weigere dich weiterhin, solches zu tun.«
        Das Wort für »Böses« ist hier kakos (siehe Anm. zu V. 17); das Wort für »Gutes« ist agathos , was das praktisch Gute betont. Der Apostel läßt sich hier darüber nicht aus. Vielleicht wollte er das dem guten Urteil des Gläubigen überlassen. Wie in V. 17 gesagt, ist es jedoch besser, das Leben als Christ in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes zu führen und es dem Heiligen Geist zu überlassen, was unter den jeweiligen Umständen das Beste ist. Daher ist eine tiefe Kenntnis des Wortes Gottes äußerst nützlich. Aus dieser Position der Stärke kann man sich durch den Geist schnell an viele Beispiele für angemessene Reaktionen erinnern lassen. Jedenfalls wird Gott Seine Heiligen nicht der Verwundbarkeit überlassen. Selbst die Einfältigsten können sich auf Seine Hilfe und Führung verlassen, wenn es darum geht, Böses mit Gutem zu überwinden.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    BESIEGE DAS ÜBLE MIT GUTEM
    Was aber, wenn sich jemand im Zorn an dich wendet? Befolge Römer 12:17 (NW): „Vergeltet niemand Übles mit Üblem.“ Für solche Fälle gibt die Bibel den Rat: „Eine gelinde Anwort wendet den Zorn ab, doch harte Worte erregen Ärger.“ (Sprüche 15:1, AÜ) Eine sanfte Antwort deinerseits wird den, der dich hart anfährt, besänftigen, während barsche Worte deinerseits den Betreffenden noch mehr verhärten. So vermeide es, Öl ins Feuer zu giessen, das ein anderer gegen dich anfacht; dann wird das Feuer bald von selbst ausgehen und sich abkühlen. In nüchternen Augenblicken, die folgen werden, wird der Hitzkopf sich über sein kindisches Verhalten beschämt fühlen, wenn er darüber nachdenkt, wie du Beherrschung und Reife an den Tag legtest, und du wirst die schändliche Torheit, Übles mit Üblem zu vergelten, vermieden haben.
    Weshalb solltest du dich, wenn jemand böse gegen dich handelt, in sein übles Bild hineinarbeiten? Das ist der Weg der bösen alten Welt, der zu keinem praktischen Nutzen führt. Musst du jemand, der dir Schimpfnamen anhängt, deswegen auszanken? Musst du jemandem, wenn er lügt oder dich verleumdet oder über dich schwätzt, dann mit Gleichem zurückzahlen und selbst ein hassenswerter Lügner oder Verleumder oder Schwätzer werden, indem du dich auf sein Niveau hinablässest? Würde er sich nicht gerade dadurch als der Stärkere erweisen, indem er dich in sein Bild umformt, weil seine üblen Praktiken deine Praktiken würden? Musst du, wenn dein Widersacher böse ist, alle deine guten Grundsätze und Überzeugungen aufgeben, um „praktisch“ zu sein, oder um einer andern sinnlosen Ausflucht willen, und musst dich auf sein böses Niveau hinablassen, um schliesslich mit ihm teilzuhaben an Gottes Zorn? Wer Böses mit Bösem vergilt, setzt einen verwerflichen Kreis von Übeltaten in Gang. Lüge erzeugt Lüge, Hass erweckt noch mehr Hass, Heftigkeit ruft noch grösserer Heftigkeit, und der Kreislauf des Üblen nimmt an Schwung zu, da jeder in den bösen Fussstapfen des andern rennt und den andern im Übeltun zu übertreffen sucht, in dem Bestreben, dem andern mit noch mehr Bösem heimzuzahlen. In diesem betäubenden Wirbel sind Menschen und Nationen bald aus dem Gleichgewicht und stürzen in Satans Fallgruben. Die Christen werden solche Schlingen meiden, indem sie es ablehnen, den ersten Kreis zu schliessen oder ihn in Gang zu setzen durch eine Vergeltung des Üblen mit Üblem. Statt dessen werden sie mit Gutem zurückzahlen. „Lass dich nicht vom Üblen besiegen, sondern besiege das Üble stets mit dem Guten.“ — Matthäus 5:44; Römer 12:21, NW.
    In Anbetracht all des Vorangegangenen nehmen wir entschieden den Standpunkt ein, dass es für die Menschen heute von äusserst praktischem Nutzen ist, den Grundsätzen der Bibel zu folgen, nicht nur gegenüber Mitchristen, sondern auch in ihrem Handeln mit allen Menschen. „Wenn ihr liebet, die euch lieben, zu welchem Verdienst gereicht euch dies? Denn auch die Sünder lieben die, welche sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, zu welchem Verdienst gereicht euch dies in Wirklichkeit? Auch die Sünder tun dasselbe.“ Statt dessen erweiset allen selbstlose Liebe, gleichwie Jehova „gütig ist gegen die Undankbaren und Bösen“. (Lukas 6:27-36, NW) Das Gute, das ihr auf die Meere der Menschheit aussät, wird zur bestimmten Zeit mannigfach zu euch zurückkommen, wenn nicht von den Empfängern, so doch von Jehova Gott.
    Im Einklang mit Gottes Wort zu leben, ist von praktischem Nutzen. Einige mögen Einspruch erheben und sagen, dass es wunderbar wäre, wenn alle Menschen so handelten, aber weil die Mehrheit es nicht tue, sei es nutzlos, wenn nur die wenigen es täten. Doch dieselben Menschen kämpfen für ihre politische und soziale Überzeugung, auch wenn sie in der Minderheit sein mögen. Christen stehen in ihren Glaubensansichten fest. Andere Menschen, Weltlinge, mögen sagen, Christi Königreich werde zwar wunderbar sein, wenn es seine Tätigkeit entfalte, doch bis dahin müssten sie etwas tun, um die Verhältnisse zu bessern. Christen sitzen jedoch nicht müssig da und warten, bis das Königreich die volle Gewalt über die Erde ausübt. Es ist ihnen soviel Arbeit zu tun aufgetragen, dass es für sie gebieterische Pflicht ist, die Zeit auszukaufen, um ihr Werk des Predigens des Evangeliums zu vollenden. Ohne sich beeindrucken zu lassen, fahren die Weltlinge fort, sich in ihre eigenen politischen und sozialen Manöver zu vertiefen und fertigen die Bibel als von nicht praktischem Werte ab. In Wirklichkeit wollen sie durch ihr Abfertigen der Bibel als von etwas Unpraktischem nur ihr Nichteiniggehen damit rechtfertigen oder ihren Unwillen, auf den reinen und schmalen Wegen, die sie weist, zu wandeln. Sie wollen die Dinge nach ihrer Art tun und vertrauen auf ihre eigenen Pläne, ihre eigenen Bemühungen, ihr eigenes Recht. Das ist überaus unpraktisch gehandelt angesichts der Tatsache, dass Jehova Gott die weiseste und mächtigste Kraft im Universum ist. In Harmagedon wird Gott in sehr praktischer Weise alle, die ihm widerstehen, in die Vergessenheit hinabfegen und wird veranlassen, dass alle Übrigbleibenden gleichen Sinnes seien wie er. Dann werden die Menschen einsgemacht in den gerechten Grundsätzen seines Wortes. Ein jeder wird sie dann in die Tat umsetzen, und in jener gerechten neuen Welt werden alle Leiden dieser alten Welt verschwunden sein wie Rauch im Winde

    Wachtturm August1951