Monat: März 2026

die unverfälschte Lehre unseres Glaubens

Halte fest das (O. Habe ein) Bild (O. Umriß, Form, Muster) gesunder Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christo Jesu sind. (O. ist)
Elberfelder 1871 – 2.Timotheus 1,13

Lass dir die gesunde Botschaft, die du von mir gehört hast, als Maßstab ´für deine eigene Verkündigung` dienen, und tritt für sie mit dem Glauben und der Liebe ein, die uns durch Jesus Christus geschenkt sind.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 2.Timotheus 1:13

Halte fest an dem Vorbild der gesunden Lehre, die du von mir gehört hast. Sie entfaltet sich im Vertrauen auf Gott und der tatkräftigen Liebe, die im Messias Jesus wohnt.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – 2.Tim 1,13

Halte fest – 2 Tim 3,14; Tit 1,9; Hebräer 10,23; Offb 2,25 – das Vorbild -Röm 2,20; 6,17 – der gesunden Worte – 1 Tim 1,10; 6,3. -, welche du von mir gehört – 2 Tim 2,2. – hast im Glauben und in der Liebe – 1 Tim 1,14 -, welche in Christo Jesu ist!
Abraham Meister – 2.Tim 1:13

Halte dich an die unverfälschte Lehre unseres Glaubens, wie du sie von mir gehört hast, und gib sie entsprechend weiter. Lass dich dabei von dem Glauben und der Liebe leiten, die wir in Jesus Christus haben.
Hoffnung für Alle 2015 – 2.Timotheus 1,13

Eigne dir durch Glauben und die durch den Messias Jesus gewirkte Hingabe einen Entwurf von gesund machenden Begriffen an, die du einmal bei mir vernommen hast!
Gottes Agenda – 2.Timotheus 1:13

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Christen die Grundlehren der Bibel nicht wirklich verstanden haben. Deshalb bieten wir seit vielen Jahren den „Grundkurs“ an. Kannst du anhand deiner Bibel erklären, warum Johannes „sein Evangelium“ mit genau diesen Worten beginnt – also worauf Johannes anspielt? Kannst du anhand deiner Bibel erklären, warum Jesus der „verheißene Jehovah“ des AT ist? Was bedeutet es, dass Jehovah „echad“ ist? Und wenn wir schon bei der Frage nach „deiner Bibel“ sind, wie oft liest du diese als richtiges Buch? Alle vier Jahre einmal durch, oder jedes Jahr einmal durch?


ὑπο-τύπωσις8 Muster, Vorbild. ἔχε Imp. ὑγιαινόντων Ptz. ὑγιαίνω (< ὑγιής gesund) gesund sein; attr.; ὑποτύπωσιν ἔχε ὑγιαινόντων λόγων ὧν halte das Vorbild (AkkO) gesunder Worte/Lehre fest, die od.: als Vorbild (Objektsartangabe/Obj.-Präd., A65) gesunder Worte/Lehre halte die (ὧν = τούτους ὧν, A358) fest, die. ἤκουσας Aor. ἀκούω, m. Gen. od. ὧν für οὕς (Attraktion des Rel.-Pron. [A360], B 1bβ).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Nachdem er Timotheus zunächst sein Leben als Beispiel für ein Leben in der Nachfolge Christi vor Augen geführt hat, wendet der Apostel sich nun dem Beispiel oder Vorbild (hypotypOsin; vgl. 1Tim 1,16) zu, das seine Lehre bietet. Timotheus soll die heilsamen Worte (vgl. 1Tim 1,10), die er von ihm gehört hat, als Wesenskern und Grundgerüst seiner eigenen Verkündigungstätigkeit betrachten und sich daran halten und sie im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus bewahren. Wer sich in den Dienst der Wahrheit stellt, braucht immer auch Glauben und Liebe, Tugenden, die letztlich nur aus einem Leben „in Christus“ (1Tim 1,14) erwachsen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Um in der Lage zu sein, das Wort Gottes in der rechten Art weiterzugeben, müssen wir es erst zu uns selbst reden lassen. Es ist hilfreich, wenn wir das Wort Gottes gut kennen und wissen, wo genau etwas geschrieben steht. Vor allem aber muss unser Herz durch das Wort gebildet sein. Dann erst können wir die Zusammenhänge gut verstehen, d. h., „ein Bild gesunder Worte“ haben (2. Tim 1,13) und das „Wort der Wahrheit“ richtig anwenden (2. Tim 2,15).
Wie nötig haben wir es, uns jeden Morgen das Ohr wecken zu lassen. Wir brauchen die tägliche Wegweisung unseres Gottes. Beginnen wir den Tag mit Gebet! Wenn nötig, stehen wir auch eine Viertelstunde (oder mehr) früher auf, um „stille Zeit“ zu haben. Nehmen wir uns neben dem Gebet auch Zeit für sein Wort, damit Er zu uns reden kann. Wie viel Weisheit benötigen wir für unseren eigenen Weg und auch, um geistlichen Bedürfnissen in unserer Familie und im Volk Gottes angemessen zu begegnen.
Wenn wir uns doch mehr von Ihm selbst belehren lassen würden, wie viel mehr könnten wir dann unsere Zunge recht einsetzen. Sind wir nicht oft ratlos, wenn wir betrübten, müden oder verzagten Menschen begegnen? Wie oft wünschen wir uns dann das rechte Wort von „oben“! Aber liegt der Mangel nicht manchmal darin, dass wir versäumt haben, uns das Ohr öffnen zu lassen? Die Weisung für den rechten Dienst kommt immer von „oben“. In der Stille der Gemeinschaft bereitet Gott uns vor und gibt uns Einsicht darüber, welches Wort an einer bestimmten Stelle nützlich ist (s. 1. Pet 4,10.11).

Bleib in mir Themenhest 2023

Ein Mitarbeiter Gottes zu sein erfordert Glauben. Glaube darf nicht mit der verwässerten Leichtgläubigkeit verwechselt werden, die heute vorherrscht. Viele Menschen meinen, es genüge, irgend etwas zu glauben — ob man einer Konfession angehört, an die Evolution glaubt oder eine Philosophie vertritt. Jedoch muß sich der Mensch Gottes „weiterhin an das Muster gesunder Worte“ halten, „mit Glauben und Liebe, die mit Christus Jesus verbunden sind“ (2 Tim 1: 13). Der Mensch muß wirklichen, lebendigen Glauben haben; denn „der Glaube ist die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge, der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“. Der Glaube muß auf ein festes Vertrauen zu Gott gegründet sein und darauf, daß er alle, die ihm gefallen, belohnt (Heb 11: 1, 6). Dieser Glaube kann nur durch fleißiges Studium des Wortes Gottes, der Bibel, erlangt werden. Er beruht auf einer tiefen Liebe zur Bibel und zu Jehova, dem Gott der Bibel, sowie zu dessen Sohn Jesus Christus. Es gibt nur e i n e n solchen lebendigen Glauben, ebenso wie es auch nur e i n e n Herrn Jesus Christus und e i n e n Gott und Vater aller gibt, Jehova (Eph 4: 5, 6).
Wir müssen wissen, was Gottes Wort ist, seinen Ursprung kennen, seine Autorität, seinen Zweck und seine zur Gerechtigkeit führende Kraft. Wenn wir Wertschätzung für seine herrliche Botschaft erlangen, werden wir auch Glauben haben. Überdies werden wir die Bibel und ihren Autor schließlich so inbrünstig lieben, daß dieser Glaube und diese Liebe durch nichts erstickt werden können. Die Heilige Schrift, zu der auch die Aussprüche Jesu Christi gehören, ist es, die eine feste Grundlage für den Glauben bildet. Der wahre Glaube ist ein Glaube, der unter Versuchungen sowie harten Prüfungen, Verfolgungen und angesichts materiellen Fortschritts und materialistischer Philosophien einer gottlosen Gesellschaft standhält. Er wird glorreich triumphieren bis in Gottes neue Welt der Gerechtigkeit. „Das ist die Siegesmacht, die die Welt besiegt hat: unser Glaube“ (1 Joh 5: 4).
Um Glauben zu erlangen und daran festzuhalten, müssen wir Gottes Wort, die inspirierten Schriften, lieben- und schätzenlernen. Die Heilige Schrift ist Gottes unvergleichliche Gabe für die Menschheit, ein Vorratshaus geistiger Schätze, deren Tiefe der Weisheit unergründlich ist und deren erleuchtende und zur Gerechtigkeit antreibende Kraft über die aller anderen Bücher hinausgeht, die jemals geschrieben worden sind. Wenn wir uns gründlich damit beschäftigen, eine Erkenntnis aus Gottes Wort zu erlangen, werden wir veranlaßt, mit dem Apostel Paulus auszurufen: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“ Die inspirierten Schriften und ihren Autor kennenzulernen bedeutet, auf den Pfad ewiger Freude und Lieblichkeit zu gelangen (Röm. 11:33; Ps 16: 11).
JEHOVA — EIN MITTEILSAMER GOTT

„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“

Schon Rö 6, 17 kennt „die Gestalt der Lehre“, der die Gläubigen übergeben und von Herzen gehorsam geworden sind. Gestalt bezeichnet das Ganze wie auch den vollständigen Zusammenhang aller Teile im Ganzen. Das Ganze ist mehr und etwas anderes als die Summe aller Teile. Dieses ganzheitliche Verständnis, das im deutschen Wort Gestalt gut zum Ausdruck kommt, hilft auch den Zusammenhang zu den heilsamen Worten zu erkennen. Das Ganze im Füreinander und Miteinander des lebendigen Zusammenhangs58 ist das heile Unversehrte, d.h. das Gesunde. Wo Worte, Sätze und Gedanken herausgerissen, überbetont, abstrahiert, d.h. abgezogen werden aus der ganzheitlichen Beziehung), da verlieren sie ihren ursprünglich heilsamen Sinn und verwunden, machen krank59. Genau das aber geschieht durch die Irrlehrer, von denen sich Timotheus unterscheiden soll dadurch, daß er festhält an der Gestalt der gesunden Worte). In I 6, 3 ist die heilsame Wortgestalt umschrieben mit „heilsame Worte des Herrn“.
Timotheus kann die heilsame Wortgestalt) nur gesund festhalten in Glauben und Liebe. Will er festhalten mit eigenem Willen und Verstand, wird er ein sturer Verfechter von erstarrten Prinzipien. Die Wortgestalt des Evangeliums ist etwas anderes als ein aus Einzelstücken lückenlos aufgebautes System von Ideen, Gedanken, Problemen, Geboten. „Was von Anfang an gewesen ist, was wir gehört, was wir gesehen haben mit unseren eigenen Augen, was wir geschaut und was unsere Hände berührt haben, die Botschaft von dem Lebenswort … tun wir euch kund. Das schreiben wir euch, damit unsere Freude vollkommen sei.“
„Die Botschaft von dem Lebenswort“ und „die Gestalt heilsamer Worte, die du von mir gehört hast“ — beides bezeichnet dieselbe Wirklichkeit: Jesus Christus. Dessen eigene göttliche Liebe ist gemeint, wenn es heißt „in der Liebe, die im Messias Jesus ist“. Ist es doch dessen eigene Liebe und damit die Liebe des Vaters, die „in unsere Herzen ausgegossen ist durch den Heiligen Geist“ (Rö 5, 5b). So eröffnet sich uns ein Segenskreis: Timotheus kann anderen Vorbild sein (I 4, 12), indem er sich selber an das Vor-Vorbild, d.h. an das Urbild, hält: Jesus. Dieses Bild aber leuchtet und wirkt durch die Wortgestalt des Evangeliums, wie Timotheus es im gelebten Vorbild des Apostels empfangen hat. Die schriftliche und erlebte Wortgestalt bewirkt neue Menschen, in denen die Liebe Jesu Gestalt gewinnt61. Das geistgewirkte Wort Gottes schafft den Menschen Gottes. Darum die Doppelmahnung in I 4, 16: „Habe acht auf dich selbst (Lebensgestalt) und auf die Lehre (Wortgestalt); daran halte fest!“
Das anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der uns innewohnt. Da die Gedanken bei der Glauben und Liebe erweckenden Lebenswort-Gestalt verweilen, steigert sich der Ausdruck: Das Anvertraute (Vers 12) ist kostbar, gut, strahlend, herrlich. Das Heilig-Wertvolle kann nur durch den Heiligen Geist bewahrt werden. Dieser Geist wohnt in uns); der Geist des Vaters spricht in den Blutzeugeny).
Was immer die Gestalt heilsamer Worte auch noch bedeuten kann als Katechese, als Kurzformel des Glaubens, als Liturgie, als Bekenntnis, als Grundlehre — eines muß festgehalten werden, wie das auch für das Verständnis von „bewahren, anvertrauen, weitergeben“ gilt: Nichts steht in der Verfügungsgewalt des Menschen, vielmehr ist alles nur im innewohnenden Heiligen Geist wirklich und darum und dann auch wirksam im Menschen. Nicht die Häufigkeit eines Wortes, sondern seine Bedeutung im Ganzen und für das Ganze ist entscheidend für die Auslegung63. Der Geist ist allen gegeben, die durch „das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung“ gereinigt sind; der Geist ist „reichlich ausgegossen“ auf alle). Er verleiht Kraft, Liebe, Zucht.

Bürki- Wuppertaler Studienbibel

Paulus war auch mit seinem Leben für Timotheus ein »Vorbild« (V. 13), »im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus«, gerade auch darin, wie er sich im Leiden verhielt: seinerzeit in Lystra, von wo Timotheus stammte und wo eine irregeleitete Menge Paulus steinigte und in der Meinung, er sei tot, zur Stadt hinausschleifte. Nicht nur, dass er daraufhin seinen Dienst als Missionar nicht aufgab – er tröstete und ermutigte auch seine Mitchristen (Apg 14,19-22; 16,1-3). Ebenfalls bewies Paulus während seiner langen ersten Gefangenschaft (wie seine dort geschriebenen Briefe zeigen, deren Mitabsender Timotheus ist, als letzter und am deutlichsten der Philipper-Brief) eine vorbildliche Haltung im Leiden, so dass er auch aus dem Gefängnis die Gemeinden zu einem rechten, treuen, hoffnungsfrohen Christsein anhalten konnte. Das gleiche gilt nun auch für diesen Brief hier aus der zweiten römischen Gefangenschaft. Es ist wichtig, dass wir noch mehr auch diese Seite im Leben des Paulus und seiner Briefe beachten, um es von ihm zu lernen, gleicherweise recht in einem Leiden zu stehen, in das auch wir geführt werden.
Doch Paulus stellt hier nicht ab auf das Vorbildliche in seinem Verhalten (vgl. 1Kor 4,16), sondern auf das »Vorbild« seiner »heilsamen Worte«. Es sind die Worte der Verkündigung des Paulus, das Wort vom Herrn her, das Wort Gottes. Wie oft hatte Timotheus doch Paulus auf den Missionsreisen reden hören! Nun hatte er gewiss bei seinen eigenen Diensten immer noch in Gedanken seinen »Meister« vor Augen und sein Wort im Ohr, und es war nicht schwer, sich von daher bestimmen zu lassen. Die »heilsamen Worte« des Paulus, die er ja selbst vom Herrn empfangen hatte (Gal 1,12) sollten nun für Timotheus Richtschnur, Inhalt, Maßstab seiner eigenen Verkündigung sein: das Evangelium, die Worte, die den Frieden mit Gott, den Heiligen Geist, das neue Leben aus Gott mit sich bringen (Joh 6,63), die Worte, die ein Leben ewig heil machen. So hat der Herr den Dienst, den er Paulus selber tat, auch an denen getan, denen dieser das Evangelium verkündigte.
In all diesem Dienst galt es, »in Christus Jesus« zu sein und zu bleiben, in seiner Gemeinschaft. Nur so war Christus, Gottes Geist in ihm, wirkte durch ihn, und seine Arbeit brachte Frucht für Gott (vgl. Joh 15,4f.; 2Kor 3,17 a).
So – er in Christus und Christus in ihm – vermochte er auch in all seinem Dienst »im Glauben« zu sein, in der vollen Hingabe an seinen Herrn, im hohen Vertrauen zu ihm. Und so vermochte er auch die andern unter seiner Verkündigung geradezu mit diesem Vertrauen zu Jesus »anzustecken«.
Und »in der Liebe« vermochte er zu wirken, als Werkzeug der Liebe Gottes, die Sünder selig machen will und Menschen, auch feindselige, mit Geduld trägt. Wenn ein solcher Verkündiger etwas zu leiden hat, ist darin nichts sich selbst Bewunderndes oder auch Bemitleidendes. Dieses Leiden nimmt sich selbst kaum recht wahr, weil der Glaubende dabei ganz konzentriert ist darauf, den andern, auch den Gegnern, mit der Liebe Christi zu begegnen, um sie doch noch für Jesus zu gewinnen. Ein Mensch, der allein und ganz Instrument in der Hand seines Herrn sein möchte, nimmt sich selbst nicht mehr so wichtig.

Nehmen wir uns in gleicher Weise die »heilsamen Worte« des Apostels Paulus zum Vorbild. Gehen wir mit ihnen um, leben wir in ihnen und in der ganzen Schrift, »im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus«

Gerhard Maier – Edition C

Die Fußnote in J. N. Darbys New Transtation ist im Blick auf den ersten Ausdruck dieses Verses sehr hilfreich. Der Apostel ermahnt Timotheus nun ein glaubensbekenntnisartiges „Bild“ (eine zusammengefaßte Darstellung) festzuhalten, welche Paulus ihm gegeben hatte. Der Apostel hatte es ihm nicht direkt gegeben, sondern vielmehr gesunde Worte oder Lehren. Der Apostel ermutigt Timotheus also, „eine Zusammenfassung oder Gliederung zu haben, um klar und definitiv sagen zu können, was er glaubte“ (J. N. D.). „Bild“ (hypotyposis) ist eine Skizze oder das Muster einer Gliederung. Es wird in 1.Tim. 1,16 verwendet. Die Diener Gottes dürfen in ihrer Lehre nicht beständig schwanken. Eine solche Skizze, oder Muster einer Gliederung wäre für Timotheus ein Modell der gesunden Lehre, die er vom Apostel Paulus gehört hatte. Viele haben diesen Halbsatz verwandt, um die Aufstellung von Glaubensbekenntnissen zu verteidigen, aber dieses Argument kann nicht aufrechterhalten werden, da die ganze Lehre der Heiligen Schrift Grundlage des Glaubens ist. „Gesund“ ist ein interessantes Wort, das in den Pastoralbriefen einige Male erwähnt wird. Das ursprüngliche Wort ist die Grundlage für unser deutsches Wort „Hygiene“ und sollte besser als „gesundmachend“ übersetzt werden. So wurden also die Worte der Belehrung von Paulus an Timotheus mit der Absicht weitergegeben, geistliche Gesundheit hervorzubringen. Gottes Wort wird immer Leben für den Sünder und Geisteswachstum für den Heiligen bewirken. „Die du von mir gehört hast“ betont Timotheus gegenüber die Zuverlässigkeit dessen, was er gehört hatte und die apostolische Autorität dahinter. Auf dies wird auch später im Brief noch angespielt (2,2; 3,10.14).
Der Ausdruck „in Glauben und Liebe“ bezeichnet die Weise, wie die Zusammenfassung der gesunden Worte behandelt werden sollte. Es sollte daher mit dem „halte fest“ verbunden werden. Der Glaube betont den auf Gott gerichteten Aspekt und die Liebe den auf den Menschen gerichteten.
Die moralische Bedeutung der Reihenfolge dieser beiden geistlichen Charakterzüge ist äußerst wichtig. Wenn der Knecht des Herrn in seiner Beziehung zum Herrn in Ordnung ist, dann ist auch seine Zuneigung zu den Heiligen in Ordnung. Die Wahrheit kann auf akademische Weise geglaubt werden, aber Paulus bittet Timotheus, sie mit der richtigen geistlichen Einstellung festzuhalten. „In Christus Jesus“ weist auf die Quelle und nicht so sehr auf den Gegenstand. Die Früchte der Vereinigung mit ihm befähigen zu den Gnadengaben des Glaubens und der Liebe. Zusammengefaßt bezeichnet dieser wichtige praktische Vers die Bedeutung dessen, was das Kind Gottes glaubt, und auch wie es diese Überzeugung festhält.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Wenn es dann aber so passiert, wie du es vorhergesagt hast

Wenn es aber kommt-siehe, es kommt! -so werden sie wissen, daß ein Prophet in ihrer Mitte war.
Elberfelder 1871 – Hesekiel 33,33

Wenn es aber kommt – siehe, es kommt! –, so werden sie erkennen, daß ein Prophet in ihrer Mitte war.
Revidierte Elberfelder Bibel 1985 – Hesekiel 33:33

doch wenn es eintrifft — siehe, es tritt ein – dann werden sie erkennen, dass ein Prophet in ihrer Mitte war.
Rabbiner Dr. Joseph Breuer – Hes 33,33

Aber wenn es so weit ist, werden sie sagen: »Siehe, es ist so weit!« Da werden sie erkennen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war. (– dass … ein Prophet war: p967 dass du ein Prophet … bist. –)
Septuaginta Deutsch – Hes 33:33

wann es kommt
– wohl, es kommt! – ,
dann werden sie erkennen,
daß ein Künder dawar in ihrer Mitte.
Buber & Rosenzweig – Hesekiel 33:33

Was, wenn Hesekiel KEIN neuzeitliches menschliches Gegenbild hat – sondern ein Vorbild für Jesus war, dem man auch nicht glaubte? Was wenn die Menschen in der heutigen Zeit bald bemerken werden, dass alle Religionen sie angelogen haben, und nichts von all den „Verheißungen“ die wir heute im Internet über Iran oder „Babylon der Großen“ finden, falsch waren? Die Menschen werden Jehovah erkennen und alle Lügner werden ihren Lohn erhalten, den sie sich „hart erarbeitet haben“!


dass … ein Prophet war: 𝕻 967: »dass du ein Prophet … bist«.

Septuaginta Deutsch: Erläuterungen und Kommentare zum griechischen Alten Testament

Hesekiel sprach dann zu den in Babylon Gefangenen. Hier gab es eine Gruppe von Anhängern, die ihn als Propheten anerkannten. Sie versammelten sich von Zeit zu Zeit, um seine Botschaften zu hören. Diese Menschen hörten gerne Gottes Wort, aber sie wollten ihm nicht gehorchen (vgl. Jak 1,22-25 ): Sie setzten die Worte des Propheten nicht in die Praxis um. Sie dienten Gott mit ihren Lippen, aber in ihren Herzen folgten sie der Sünde. Mit ihrem Mund drückten sie ihre Hingabe aus, aber ihre Herzen waren habgierig . Hesekiels Worte gefielen den Ohren der Leute so, wie es schöne Liebeslieder auch getan hätten. Aber seine Botschaft kam niemals bis in ihre Herzen.
Aber es würde ein Tag der Abrechnung kommen. Wenn alle seine Worte der Weissagung kamen, dann würden sie erkennen, daß er ein Prophet war. Hesekiel sprach hier nicht von seinen Prophezeihungen über Jerusalems Untergang, denn diese waren ja schon „gekommen“ ( Hes 33,21 ). Manche Ausleger glauben, daß er von seiner Weissagung gegen den Überrest in Juda sprach (V. 23 – 29 ), aber es ist zweifelhaft, daß eine Gerichtsbotschaft über den Überrest einen größeren Eindruck auf die in der Gefangenschaft lebenden Juden gemacht hätte als der Untergang der Stadt Jerusalem. Hesekiel sprach vermutlich vielmehr von der Verantwortlichkeit des einzelnen und dem Gericht, das Gott über alle Menschen spricht (vgl. V. 12 – 20 ). Jeder würde für seine Taten und seine Reaktion auf das Wort Gottes Rechenschaft geben müssen. Wenn ihr Tag der Abrechnung käme, würden diese „Hörer des Wortes“ ( Jak 1,22 ) gezwungen sein, die prophetische Natur – und damit auch die Wahrheit – der Botschaft Hesekiels anzuerkennen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

V 33. »doch wenn es kommt« – das angekündigte Verhängnis, = 24,24; »siehe es kommt« = 7,9.10 u. a.; »werden sie erkennen, dass ein Prophet in ihrer Mitte gewesen« = 2,5.

Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament

Die Menschen hörten Hesekiel gern zu; aber sie hatten nicht die Absicht, seinen Worten zu gehorchen! Wenn sich seine Weissagungen erfüllten, würden sie erkennen, dass ein Prophet in ihrer Mitte war.
Wir sollten mit der Absicht unter Gottes Wort gehen, ihm zu gehorchen, und unsere Herzen ständig überprüfen, damit wir nicht versäumen, das Gehörte auch anzuwenden. Die beste Reaktion auf eine Predigt ist nicht: »Das war eine schöne Botschaft!«, sondern: »Gott hat zu mir geredet; ich muss das nun in die Tat umsetzen.«

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Allerdings wird einmal der geschichtliche Moment kommen, in dem Hesekiels Bedeutung erkannt wird. Das geschieht, wenn seine Prophetie sich erfüllt. Und weil es Gottes Wort ist, wird es sicher der Fall sein: »Wenn es aber kommt – siehe, es kommt! –, dann werden sie erkennen, dass ein Prophet in ihrer Mitte gewesen ist« (V. 33). Die Formulierung »gewesen ist« deutet an, dass dies erst nach dem Tode Hesekiels geschehen wird. Ein Triumph zu Lebzeiten wird ihm nicht verheißen. Übrigens ist das Eintreffen der Weissagung schon nach dem Mosegesetz ein wichtiges Merkmal wahrer Prophetie (5Mo 18,21f).

Maier – Wuppertaler Studienbibel

Die offensichtlichste Inspirationsquelle für Johannes 10 ist Hesekiel 34, ein grundlegender Abschnitt aus den Propheten über den zweiten Exodus. Diese Passage (und Jer 23,1-8) ist relevant wegen des Kontrasts zwischen Hirten, die sich nicht um die Herde JHWHs kümmern (und sie dadurch zur verstreuten Beute der wilden Tiere machen), und dem Gott Israels, der sich kümmert. Der göttliche Hirte sammelt und vereint seine verstreute Herde, die dann ihm und seinem ernannten (davidischen) Unterhirten folgt. Aber Hesekiel könnte mehr als nur diese Motive beigesteuert haben. Deeley (1997) findet eine großzügige Verwendung von Elementen des exilischen Propheten in Johannes. Hesekiel verwendet Zeichen, um seine Botschaft zu illustrieren, einschließlich seiner eigenen Stummheit. Zeichen bestätigen einen wahren Propheten (Hesekiel 33,33; vgl. Johannes 4,19; 6,14; 7,40; 9,17). Auch Gleichnisse sind bei Hesekiel bedeutender als in jedem anderen Buch des Alten Testaments. Zwei seiner ausgeprägtesten Gleichnisse sind der Weinstock (Hesek. 17; vgl. Johannes 15) und der Hirte (Hesek. 34; vgl. Johannes 10).

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis von Deeley ist die Art und Weise, wie die Theologie Hesekiels das vierte Evangelium beeinflusst. Hesekiels Beharren darauf, dass Gottes Gericht von nun an auf individueller Basis stattfinden wird, ist ein Schlüssel zur Geschichte des blinden Mannes in Johannes 9. Dieser Mann war blind, nicht wegen der Sünde der Generation (9:3, 34), sondern um der Herrlichkeit Gottes willen – ein weiteres zentrales Thema in Hesekiel. In dem Streit, der der Heilung des Mannes vorausging, ging es darum, wer die wahren Kinder Abrahams (und Gottes) sind (8,33-58; vgl. Hesekiel 33,24). Jesus folgt der Logik Hesekiels: Nur diejenigen, die auf das Wort der Boten Gottes reagieren, sind die wahren Erben der Verheißungen Gottes. Der Kontext für Jesu Rede vom guten Hirten ist die sich ständig verschärfende Spannung zwischen ihm und den religiösen Autoritäten. Wie Hesekiel stützt er die Hoffnung auf eine erneuerte Hirtenführung Gottes auf ein Bild des Gerichts.

Johannes schöpft in großem Umfang aus anderen alttestamentlichen Traditionen. Wie die synoptischen Autoren bezieht er sich bei der Gestaltung seiner Passionserzählungen auf Sacharja. Die Symbolik der Zweige (Sach. 3:8; 6:12) und der Hirten (Sach. 9-12) findet im vierten Evangelium ihren Widerhall. 4 Wie Hesekiel und Jeremia vor ihm betonte Sacharja, dass der kommende Zweig und Hirte ein davidischer Herrscher sein würde. Diese Assoziation findet sich auch in den weiter entwickelten königlichen Traditionen der Psalmen. Johannes sieht in Jesus sowohl die Erfüllung von Gottes Verheißung, sein Volk persönlich zu hüten, als auch die Erfüllung seiner Verheißung, einen davidischen Hirtenherrscher einzusetzen.

Timothy S. Laniak – Hirten nach meinem Herzen

Sie werden durch die Erfüllung seiner Prophezeiungen erkennen, dass Hesekiel tatsächlich ein Prophet war. Später im Buch Hesekiel werden das Volk und die Ältesten Israels im Exil zu Hesekiel kommen und ihn befragen (Hes. 8,1; 14,1; 20,1; 33,31–33). Ezechiel wird gesagt, dass er zwar zu einem Volk geht, das nicht auf ihn hören wird, aber dennoch eine Zeit kommen wird, in der sie erkennen und zugeben müssen, dass es einen Propheten unter ihnen gegeben hat. Dieser Prophet wird Ezechiel sein. Sie werden dies durch die Erfüllung seiner Prophezeiungen mit Sicherheit erkennen.



Hesekiel ist ein Beispiel für einen Propheten Gottes, der aufgefordert wurde, einige seltsame Dinge zu tun. Aber diese seltsamen Dinge waren immer symbolische Handlungen, prophetische Bilder dessen, was folgen sollte. Was Hesekiel symbolisch darstellte, erfüllte sich im Laufe der Geschichte Israels, vieles davon noch zu Lebzeiten Hesekiels selbst. Deshalb mussten später in dem Buch sogar die Ältesten Israels, die Hesekiel zunächst abgelehnt hatten, zu ihm kommen und zugeben, dass er tatsächlich ein Prophet war (Hes. 8,1; 14,1; 20,1; 33,31–33).

Fruchtenbaum – The Messianic Bible Study Collection

Die deutlichste Anspielung des Neuen Testaments auf Jesaja 43,10 findet sich in Johannes 13,19: „Von nun an sage ich es euch, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, wisst, dass ich es bin.“ Die Prämisse dieser beiden Verse ist dieselbe – dass die Vorhersage der Zukunft ein Beweis für die Echtheit und Einzigartigkeit des Gottes Israels ist. Die Sprache geht über die bloße Behauptung hinaus, ein echter Prophet zu sein, obwohl Jesus einen Teil der Sprache dieses Verses möglicherweise aus Hes 33,33 übernommen hat: „Wenn es geschieht – siehe, es kommt –, werden sie erkennen, dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist.“ Wenn Jesus sagt: „Ihr werdet erkennen, dass ich es bin“, spricht er zu seinen Jüngern in seiner eigenen Person, so wie Gott durch Jesaja zu Israel gesprochen hat.
Johannes 8,24 enthält, wie 13,19, eine „absolute“ Verwendung von „Ich bin es“. Das heißt, das Wort „es“ (vermutlich zugrunde liegend für ἐγώ εἰμι im Aramäischen) hat keinen genauen Bezug oder Prädikat. „Wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.“ Da seine Zuhörer nicht sofort den Zusammenhang mit dem göttlichen „Ich bin es“ aus Jesaja erkennen und da es kein Prädikat oder Bezugswort gibt, verstehen sie nicht, wer er zu sein behauptet (V. 25). Im Gegensatz dazu hat die Aussage in 8,28 einen klaren Bezug: „Wenn ihr den Menschensohn erhöht, werdet ihr erkennen, dass ich es bin.“

Ronning – The Jewish Targums and John’s Logos Theology

Aber schon im alten Buch steht, ich zitiere: „Die miesen Typen solltet ihr bei euch rausschmeißen.“

Die aber draußen sind, richtet Gott; tut den Bösen von euch selbst hinaus.
Elberfelder 1871 – 1.Korinther 5,13

Die draußen Stehenden wird Gott richten. Schafft den bösen Menschen aus eurer Mitte weg!
Menge – 1.Korinther 5:13

Über die Draußenstehenden wird Gott urteilen. – Aber den Übeltäter schafft aus eurer Mitte hinaus!
Bruns – 1.Kor 5,13

Die aber draußen sind, richtet Gott! Schafft den Bösewicht weg aus eurer Mitte –  5Mo 13,6; 17,7; 21,21; 22,21 22.24.
Abraham Meister – 1.Kor 5:13

Die, die außerhalb der Gemeinschaft der Christen leben, die beurteilt Gott ja schon. Also: Schickt diesen Menschen, der sich der Bosheit hingegeben hat, aus eurer Mitte fort!
Roland Werner – Das Buch – 2009 – 1.Korinther 5:13

1Kor 5,13 κρινεῖ Fut. κρίνω. ἐξ-άρατε Aor. Imp. -αίρω
entfernen. ἐξ ὑμῶν αὐτῶν (klass. Refl.-Pron., A126) aus eurer (eigenen) Mitte.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Zugrunde liegt Dt 13, 6 oder eine der Parallelen, wie Dt 17, 7. 12; 19, 19; 21, 21; 22, 21. 22. 24; 24, 7. — Dt 13, 6: וּבִעַרְתָּ הָרָע מִקִּרְבֶּךָ = „tu hinweg הָרָע aus deiner Mitte“. Dabei ist הָרָע neutrisch gemeint = „das Böse“; das folgt mit Notwendigkeit aus Dt 22, 21, wo sich הרע auf eine weibliche Person, u. aus Dt 22, 24, wo es sich auf mehrere Personen zurückbezieht. — Die LXX geben הרע bald neutrisch wieder mit τὸ πονηρόν (so Dt 13, 6 [5]; 19, 19), bald maskulinisch mit τὸν πονηρόν (so Dt 17, 7; 21, 21; 24, 7 u. 17, 12); in 22, 21. 22. 24 schwanken die Lesarten zwischen τό u. τόν. — Targ Onk u. Jerusch I, ebenso Siphre zu Dt kennen nur die maskulinische Fassung; sie dürfte auch in den Tagen des Apostels die allein gebräuchliche gewesen sein.

Targ Onk Dt 13, 6: Du sollst den, der tut, was böse ist, aus deiner Mitte wegschaffen וּתְפַלֵּי עָבֵד דִּבִישׁ מִבֵּינָךְ. — Jerusch I: Ihr sollt die Übeltäter aus eurer Mitte wegschaffen ותפלון עבדי בישתא מביניכון. ‖ SDt 13, 6 § 86 (92b): „Tu das Böse hinweg aus deiner Mitte“ Dt 13, 6, tu die Übeltäter עושי רעות hinweg aus Israel! Ferner s. SDt 17, 7. 12; 21, 21; 22, 22; 24, 7.

Strack & Billerbeck – Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch

Abschließend stellt Paulus fest: „Wie käme es denn mir zu, die draußen zu richten? Richtet ihr nicht eurerseits die drinnen?“ Klar und bestimmt wird zwischen „drinnen“ und „draußen“, zwischen „Gemeinde“ und „Welt“ geschieden, wie in Kap. 1, 18 zwischen „Verlorenen“ und „Erretteten“ eindeutig unterschieden wurde. Mischformen und Zwischengebiete gibt es für das NT nicht. Gerade darum sollen solche Gemeindeglieder entfernt werden, damit es nicht zu verhängnisvollen Mischformen kommt. Um die „draußen“ und ihre Sünden brauchen sich die Gemeindeglieder nicht aufzuregen. Hier sollen sie das Richten wirklich ganz und gar Gott überlassen4. „Die draußen aber wird Gott richten.“ Aber um die Reinhaltung der Gemeinde geht es mit tiefem Ernst: „Richtet ihr nicht eurerseits die drinnen?“ Das „Ihr“ im grie Text ist betont. Wieder mutet der Apostel der Gemeinde zu, daß sie als solche die Pflicht zur Gemeindezucht hat. Er kleidet seine Mahnung in die Form der Frage, weil die Übung dieser Pflicht in Korinth fraglich wurde. In der Frage liegt schmerzliche Verwunderung darüber, daß die Gemeinde ihre notwendige Aufgabe nicht begreift. Zugleich klingt eine Erwartung an: Nicht wahr, das tut ihr doch, wenn ihr es freilich auch nicht deutlich und entschieden genug tut. Darum spricht es Paulus zuletzt noch einmal mit einer klaren Forderung aus: „Entfernt den Bösen aus eurer Mitte.“ Paulus sagt dies abschließende Wort mit einem Zitat aus 5 Mo 17, 7 (auch 24, 7), hinter dem wir die heilige Entschiedenheit des ganzen Abschnittes 5 Mo 17, 2–7 sehen müssen. Auch wenn eine Gemeinde Jesu nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade steht (Rö 6), ist dennoch der Böse und das Böse „aus ihrer Mitte zu entfernen“. Ja, bei ihr ist das erst recht nötig, weil ihre Heiligkeit durch das kostbare teure Blut ihres „Passalammes“ Christus erworben ist. Daraus erwächst die Notwendigkeit ntst Kirchenzucht. Es handelt sich dabei aber um „Böse“, die das Böse nicht lassen, sondern die Zugehörigkeit zu der Gemeinde Jesu mit dem Verharren in offenbaren Sünden verbinden wollen.

de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Das Gericht über die Nichtchristen bleibt Gott vorbehalten. κρινει kann je nach Akzentsetzung – die in den ältesten Handschriften fehlte – Präsens- oder Futurform sein; vom gegenwärtigen Richten durch Gott spricht Paulus sonst nicht, so daß das Endgericht im Blick ist, bei dem die Ungläubigen auf Grund ihres Lebenswandels (V.10) der Verurteilung anheimfallen werden. Der Gemeinde ist es dagegen geboten, den Übeltäter aus ihrer Mitte zu entfernen (vgl. V.2b–5), um einen schädigenden Einfluß zu verhindern (V.6–8). V.12b.13a widersprechen nicht der Aussage von 6,2; vielmehr geht es Paulus in 5,12f. um das gegenwärtige Handeln der Gemeinde, in 6,2 dagegen um das Endgericht, an dem die Christen im Auftrag Gottes aktiv teilnehmen werden. – Paulus zitiert fast wörtlich den Septuagintatext von Deut. 17,7 bzw. 19,19; 21,21; 22,24; 24,7. Im Alten Testament ist jeweils ein Vorgehen gegen Menschen, die sich durch ihr Tun an Gottes Gesetz vergangen haben – z. B. durch Götzendienst, falsches Zeugnis, Ungehorsam gegenüber den Eltern, Unzucht, Menschenraub -, gemeint.87 Anstelle der zweiten Person Singular Futur bietet Paulus den Imperativ der zweiten Person Plural Aorist, um das Zustandekommen des Handelns der ganzen Gemeinde zu betonen. Die Mißachtung des göttlichen Willens darf auch in der korinthischen Gemeinde nicht länger geduldet werden. Der “Böse”89 bezieht sich, wie die Aoristform des Imperativs erweist (vgl. V.7), primär auf den in V.1 charakterisierten Unzüchtigen, entsprechend V.11 aber auch überhaupt auf jeden einzelnen, der bewußt und unbelehrbar gegen Gottes Willen verstößt.

Wolff – Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament

Das Urteil über die, die draußen sind, wird Gott sprechen und vollziehen. Er ist der Richter (vgl. 5 Mo 32,26; 1 Sam 2,10; Ps 9,9; 67,5; 75,3; 96,10.13; Pred 3,17; Jes 3,13; 51,5; 66,16; Hes 33,20; Joh 8,16; 12,48; Apg 17,31; Röm 3,6; 2 Tim 4,1; 1 Petr 1,17; Hebr 13,4; Offb 11,18; 20,12f.). Die Gemeinde ist jetzt zur Scheidung aufgerufen. Es gilt das atl. Gebot 5. Mose 13,6 von der Ausstoßung des Bösen aus der Gemeinde Gottes (vgl. auch 5 Mo 17,7; 24,7). »Tut hinaus« – im zugespitzten Sinn von »heraustreiben, ab-, wegreißen« gemeint –: Das ist sicher eine schwere Aufgabe, aber deshalb eine nötige, damit der, »der böse ist«, der verdorben ist, nicht die ganze Gemeinde verdirbt.

Edition C Bibelkommentar Neues Testament

Warum beziehen sich die Aussagen aus seinem früheren Schreiben nicht auf die „Unzüchtigen in dieser Welt“? Weil die Gemeinde nicht die Aufgabe hat, über sie zu richten. Die „Gemeindegerichtsbarkeit“ bezieht sich nur auf diejenigen, „die drinnen sind“. Alle anderen wird Gott (am Jüngsten Tag) richten. „Den Bösen“, also denjenigen, der „die Frau seines Vaters hat“ soll die Gemeinde aus ihrer Mitte verstoßen (vgl. 5,2).

Man kann fragen, wie sich das hier in V 2-5 geforderte κρίνειν [richten] der Gemeinde zum Verbot in 4,5 (und Röm 14,10.13) verhält (…). Dieser formal zweifellos bestehende Widerspruch ist nur aufzulösen, wenn man von der jeweils verschiedenen Intention ausgeht. In 4,5 verbietet Paulus das κρίνειν, weil er keine Herrschaft der Gemeinde über den Apostel als Repräsentanten seines Herrn konzedieren kann, und in Röm 14, weil dort offenbar primär die Verachtung im Blick ist (V 13), die das eigene Verhalten auch in den articuli non fundamentales zum Maß des anderen macht und ihn damit ruiniert. Er gebietet es aber an unserer Stelle (vgl. auch 11,30f), weil es hier nicht die pneumatische Qualifikation, sondern offenbare Tatbestände zum Gegenstand hat und der Gemeinde und den einzelnen Sündern dient. Zwar zielt das Verbot auch in 4,5 und zumal in Röm 14,4.10 auf das Richten gegenüber dem ‚Bruder’, aber unsere Stelle erweist eben, dass das nicht Gleichgültigkeit und Duldung von allem und jedem in der Gemeinde besagen soll. Vor allem ist κρίνειν hier mit dem Abbruch der Gemeinschaft (V 11) und dem Ausschlug aus der Gemeinde (V 13) identisch, was sich naturgemäß nur nach ‚drinnen’ richten kann, nicht aber nach ‚draußen’. (Schrage I, 395).

Mainka – 1.Korintherbrief

Paulus bestätigt hier nochmals, dass die Gemeinde sich um die eigenen Glieder kümmern soll, damit diese geistliches Leben haben und nicht in der Sünde leben. Dabei bringt er ein Zitat aus 5. Mose 17,7, wo Israel aufgefordert wird, das Böse aus ihrer Mitte zu tun (vgl. auch 5. Mose 13,5; 17,12; 19,19; 21,21; 22,21.22.24; 24,7). Mit dem „Bösen“ sind an dieser Stelle in ersten Linie die Götzendiener gemeint (vgl. 5. Mose 17,3), doch im Grunde geht es darum, dass überhaupt das Böse aus dem Volk getan wird, damit das ganze Volk Gott allein dient. Es ist Aufgabe der Gemeinde, den geistlichen Stand der Glieder zu beurteilen, und wenn dieser zeigt, dass kein geistliches Leben vorhanden ist, dann ist die Gemeinde verpflichtet, „Gemeindezucht“ zu üben (vgl. Mt 18,15–18), d.h. bei fehlender Bußbereitschaft das betroffene Glied auszuschließen.

Thiessen- Der 1. Korintherbrief: Eine Auslegung für die Gemeinde

„Die draußen sind“, bezieht sich auf Vers 10. „Die drinnen sind“, bezieht sich auf Vers 11. Es gehört nicht zu den apostolischen Funktionen des Paulus, Sünder in der Welt zu richten. Das kann jetzt und später am großen weißen Thron sicher Gott überlassen werden. Aber die, die in der Gemeinde sind, müssen, wenn es nötig ist, von der Gemeinde gerichtet werden, um ihren heiligen Charakter aufrecht zu erhalten. Das Krebsgeschwür muß ausgeschnitten werden. Die böse Person muß entfernt werden. Siehe 5Mo 13,5; 17,7; 21,21; 22,24 ,wo die Formulierung sehr einfach ist. Wie ein Aussätziger aus dem Lager Israels ausgestoßen wurde, um die Gesundheit und Sicherheit der Nation zu erhalten (4Mo 5,1-4), so kann die geistliche Gesundheit und Sicherheit einer Gemeinde nur durch solch eine entschlossene und ausschlaggebende Handlung gewahrt werden. Eine reine Gemeinde ist eine kraftvolle Gemeinde. Wir müssen vor der Gefahr warnen, Vers 11 in allgemeiner Weise und bei öffentlicher Bekanntmachung einer Gemeindezucht zu zitieren. J.M. Davies lenkt die Aufmerksamkeit in „The Lord and the Churches“ („Der HERR und die Gemeinden“) S. 98 auf einen Fall von Gemeindezucht bei Schmähung, wo bei der Bekanntgabe in der Gemeinde Vers 11 erwähnt wurde, nicht aber die Schmähung im Einzelnen. Der Betreffende brachte die Brüder wegen Rufmordes vor Gericht. Sein Rechtsanwalt erwähnte, daß sie ihn in Erwähnung von Vers 11 praktisch aller dort erwähnten Sünden angeklagt hätten, und das Gericht stimmte dem zu. Die Brüder mußten schwer zahlen.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Da Gott seine Organisation so achtet, müssen wir also Furcht üben und sie ebenfalls respektieren. Wir haben die feierliche Pflicht, über unsern Wandel zu wachen und es zu vermeiden, Schmach über die Organisation oder Verderbtheit in sie hinein zu bringen. Haltet daher erstens einmal die Ehe in Ehren und das Ehebett unbefleckt. Wir dürfen die Organisation nicht durch einen unreinen Wandel beflecken oder Schmach darüber bringen und in der Organisation bleiben, denn dies wäre wie Sauerteig und würde darauf hinwirken, die ganze Organisation mit Unreinheit, Heuchelei und Sünde zu durchsetzen. Es würde die Organisation in den Augen aufrichtiger Menschen abstossend machen und würde solche, die Anstoss nehmen, daran hindern, zur Organisation zu kommen und errettet zu werden. Wir können logischerweise nicht unsere eigene Errettung erlangen und gleichzeitig andere am gleichen hindern durch unser unsittliches schändliches Benehmen, das Gottes Organisation mit berührt. So lautet denn der Richterspruch, den Gott heute vollzieht, wie folgt: „Tut den Bösen [der wie ein Sauerteig der Sünde ist] aus eurer Mitte hinweg.“ (1 Korinther 5:1-13, NW) Wenn wir Gott durch unsern Wandel verleugnen, so wird er uns verleugnen, indem er uns seine Gemeinschaft entzieht. Sein Gericht zögert heute nicht, und das Verderben der Unreinen schlummert nicht.
Wir befinden uns nun an der Schwelle der gerechten neuen Welt. Von denen, die in die göttliche Regierung jener neuen Welt eingehen, steht geschrieben: „Irgend etwas Unheiliges und irgend jemand, der Abscheuliches und Lüge übt, wird keineswegs in sie eingehen.“ (Offenbarung 21:27, NW) Jehova Gott baut nun eine Neue-Welt-Gesellschaft auf, und sie muss den reinen, gerechten Massstäben entsprechen, die in seiner neuen Welt herrschen werden.

Wachtturm – Juni 1951

ach, ihr wisst es wohl! Warum schützt ihr dann die Kinderschänder und Ehebrecher? Was waren das noch für Zeiten, als man diese ausgeschlossen hat, anstatt die Zeugen und Ankläger dieser unsittlichen Menschen!

Der Chef wartet auf euch, …

Gebet Jehova, ihr Völkerstämme, gebet Jehova Herrlichkeit und Stärke!
Elberfelder 1871 – Psalm 96,7

Zollt IHM, Sippen der Völker,
zollt IHM Ehre und Macht,
Buber & Rosenzweig – Psalm 96:7

Gebt dem Ewigen, ihr Geschlechter der Völker, gebt dem Ewigen Ehre und Macht.
Die Philippson-Bibel – Ps 96,7

Gebt dem Ewigen, ihr Völkerfamilien, gebt dem Ewigen Ehre und Stärke!
Streitenberger – Der Tanach Deutsch – Ps 96:7

Wer ist dein persönlicher Gott, den du anbetest? Es gibt die einen, die glauben, dass der Papst oder eine Gruppe von „Leitenden“ Gottes Vertreter sind und damit wie Könige behandelt werden sollten. Dann gibt es einige, die politische Führer als Könige verehren. Aber als gläubiger Christ kann ich doch nur den einen König: Jesus Christus ehren !- oder?

Wieder werden alle Völker aufgefordert, Jahwe zu preisen. Das Verb, das in den Versen 7a, b und 8a verwendet und mit Ascribe übersetzt wird, ist die Imperativform von „geben“. Es ist, als ob die Anbeter Jahwes Herrlichkeit und Kraft, die seinem Namen gebührt, mit in den Tempel bringen sollen. Die meisten englischen Übersetzungen verwenden das Verb „ascribe“, da „bringen“ in diesem Kontext offensichtlich nicht angemessen ist. „Geben“ (NJB, SPCL, TOB, Dahood) oder „opfern“ scheint besser. Da es sich bei diesen „Opfern“ um Anbetung und Lobpreis handelt, verwendet TEV das Verb „loben“; „verkünden“ oder „ankündigen“ würde ebenfalls passen. FRCL hat „kommen, um zu ehren … kommen, um zu verkünden“.

In Vers 7 wird dasselbe stilistische Mittel (Treppenanordnung genannt) verwendet wie in 94:1, 3. In Vers 7a sind die Familien der Völker eine Art, von der Menschheit in Form von nationalen oder rassischen Gruppen zu sprechen. Abgesehen von dieser Formulierung sind die Verse 7a, b, 8a genau wie 29:1, 2a (siehe); die Übersetzung sollte diese Identität widerspiegeln.

Bratcher – Ein Übersetzerhandbuch zum Buch der Psalmen

Wenn die Juden den Herrn lobten, hoben sie ihre Hände und ihre Stimme und blickten nach oben, aber in ihrer Anbetung verneigten sie sich ehrfürchtig. (Siehe 29:1-2.) Die Einladung erging an alle Völker, in Gottes Heiligtum zu kommen, ein Opfer zu bringen und ihn anzubeten. (Siehe 65:4; 84:2, 10; 92:13; 100:4; 116:19; 135:2.) „Fürchtet euch vor ihm“ (V. 9) wird im NIV und NASB MIT „zittert vor ihm“ übersetzt (siehe 29,9; 97,4; 114,7). So wie die jüdischen Priester die vom Herrn vorgeschriebenen Gewänder tragen mussten (Ex 28), so muss auch das Volk Gottes mit „reinen Händen und reinem Herzen“ (24,4) anbeten und die Reinigung durch den Herrn erfahren, bevor es ihn anbetet (Hebr 10,19-25). Die einzige Schönheit, die Gott akzeptiert, ist „die Schönheit der Heiligkeit“, die Gerechtigkeit Christi, die uns durch den Glauben zugerechnet wird (Röm. 4), und die Gerechtigkeit, die wir leben, wenn wir ihm in der Kraft des Geistes gehorchen (Röm. 8,1-4). Wir nähern uns Gott nur durch die Gerechtigkeit Christi, aber wir gefallen Gott, wenn wir gehorsame Kinder sind.

Warren W. Wiersbe . Sei Commentary Serie

Der Zutritt zu Gott im Lobpreis geschieht zwar in der »Armut des Geistes«, aber nicht ohne »Mitbringsel«. Geschenke können Rauchopfergaben oder Abgaben für das Tempelpersonal sein, aber hier lauten die Parallelbegriffe Herrlichkeit und Stärke – aber wie kann jetzt die Aufforderung lauten: Bringt dar? Kann der Mensch Gott etwas geben, was dieser längst besitzt? Sollte Gott irgendeinen Mangel haben, den der herzutretende Mensch erst ausfüllen müßte? Die biblische Antwort muß lauten: Gott empfängt von Menschen als freiwilliges Geschenk das, was er ihnen zuvor gegeben hat. Eben darauf kommt es an, daß Menschen Gott nicht »zufriedenstellen« mit dieser oder jener Opfergabe, sondern daß sie seine Herrlichkeit im Glauben empfangen und diese ihm mit Dank zurückerstatten. Nichts von dem, was Gott gibt, soll vom Menschen eigenmächtig verbraucht werden. Gäbe der Mensch seine Herrlichkeit nicht an Gott zurück, würde er selbstherr lich. Und das wäre sein Untergang. Wenn nach dem zweimaligen »Bringt dar …« der dritte Satz beginnt: Fallt vor Jahwe nieder …, so wird deutlich, daß solcher Lobpreis die vollständige Hingabe der Person an Gott als logische Folge hat. Die Fortsetzung lautet: … in heiligem Schmuck. Diese Wendung scheint an die Bezeichnung für das priesterliche Dienstgewand anzuknüpfen, gemeint ist aber hier allgemein: Der Anbetende muß bereit sein, Gott so vorbehaltlos wie ein levitischer Priester zu dienen.182 Ehrfurcht vor Gott ist die Kehrseite der Freude an Gott – beides muß auch körperlich ausgedrückt werden: Es zittere vor ihm die ganze Erde. Wenn dieses »Zittern vor Gott« nicht geschieht, macht sich die Angst vor Gott breit.

Schneider – Wuppertaler Studienbibel

»Völkerstämme«: mišpəḥôt ͨammîm, wörtlich »Familien der Völker«. Der Ausdruck will wohl an 1. Mose 12,3 erinnern, wo Gott verheißt, er werde durch Abraham alle »Familien der Erde« segnen.

»Wahre, weltweite Anbetung wird endlich eingeführt und aller falsche Gottesdient kommt an sein Ende. Zu Beginn der Zeiten der Nationen stand ein falscher Gottesdienst, als ein Herrscher forderte, dass alle Völker nach seinem Befehl den gleichen Gottesdienst üben sollte (Dan 3). Solche Versuche, geeinte religiöse Verehrung herzustellen, kamen während der ganzen Zeit der Nationen vor. Die Kirche von Rom hat das immer angestrebt und tut das noch heute. Der Protestantismus hat das auf seine Weise ebenfalls mit seinen Verbänden von Kirchen und Denominationen angestrebt. Die Zeiten der Nationen werden enden, wie sie anfingen: mit der Verehrung des Tieres und seines Bildes (Offb 13). Aber wenn der Herr erscheint, wird mit ihm wahrer Gottesdienst kommen: »Und der HERR wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird der HERR einer sein und sein Name einer« (Sach 14,9). Die Nationen werden Jahr für Jahr nach Jerusalem hinaufziehen, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten (Sach 14,16). Alle Welt wird ihn fürchten, und er wird die Erde in Gerechtigkeit richten« (Gaebelein).


»Gebt dem HERRN Herrlichkeit und Stärke«: Sollten die »Völkerstämme« dem nicht die Ehre geben, dem sie gebührt? Sollten sie den nicht rühmen, dem sie alles verdanken? Sollten sie nicht dem die Stärke zuschreiben, der alles in allem wirkt? Was haben sie, das sie nicht von Gott empfangen haben? Was vermöchten sie, wenn Gott ihnen nicht Leben, Kraft, Verstand und Vermögen gegeben hätte? Darum sollen die Völker ihm alle Ehre geben. Sie tun es nicht; kein einziges Volk auf der ganzen Erde hat es je getan. Aber wenn der Herr kommt, wenn er nach seinen Gerichten, die die Erde von Gottlosen gereinigt haben (Ps 104,35; 119,119), über alle Völker regiert, dann werden »alle Völker, Völkerschaften und Sprachen ihm dienen« (Dan 7,14).

Benedikt Peters – Die Psalmen

Sei also „vorsichtig“, wem du „Anbetung“ und „Dankbarkeit“ erwiderst! Nur Jehovah ist als König zu ehren und „groß zu machen“ ! Wenn ein Mensch diese Ehre von uns anstatt Jehovah haben will, dann ist das wohl Götzendienst???

Doch eine Sache hätt´ mich beinah verwirrt.

Ich aber-wenig fehlte, so wären meine Füße abgewichen, um nichts wären ausgeglitten meine Schritte.
Elberfelder 1871 – Psalm 73,2

Ich aber, ein weniges noch,
so bogen ab meine Füße,
ein Nichts, und mein Schritt kam ins Stolpern.
Buber & Rosenzweig – Psalm 73:2

Doch ich, fast wäre ich gestrauchelt mit meinen Füßen, beinahe wären meine Schritte ins Wanken geraten.
Die Philippson-Bibel – Ps 73,2

Asaf legte zu Beginn dieses Psalmes dar, daß er beinahe ausgeglitten wäre (vgl. Ps 94,18 ) und sein Vertrauen auf den Herrn verloren hätte, obwohl Gott gut ist zu jenen in Israel, die auf ihn vertrauen und ein reines Herz haben (vgl. V. 13 ). Der Psalmist hob seine eigene Situation hervor, indem er vier Verse mit einem hebräischen Ausdruck beginnen ließ, der mit ich aber ( Ps 73,2.22-23.28 ) übersetzt wird. Sein Vergehen war der Neid auf das Wohlergehen der Gottlosen. Warum sollte es den Menschen, die sich Gott entgegenstellen, besser ergehen als jenen, die ihm vertrauen? Dieses Problem wurde so groß, daß er beinahe den Glauben an Gottes Güte verloren hätte.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Mir aber wären beinahe die Füße ins Wanken geraten: Im MT steht ואני »ich aber« am Satzanfang. Die LXX versucht dies durch die Voranstellung von ἐμοῦ nachzuahmen (vgl. auch Ps 40,13), das vom Subj. οἱ πόδες abhängig ist, und verzichtet auf die nochmalige Wiedergabe des Suffixes (für רגלי wäre eigentlich οἱ πόδες μου zu erwarten). Eine solche Wortstellung wird als gewählt angesehen (Hyperbaton, vgl. KGG § 607,1 mit Anm. 1; BDR § 477,1 sowie speziell zur Voranstellung von [enklitischen] Pronomina BDR § 473 mit Anm. 2). Der MT liest als Verb נטוי (Kt.), was als Part. Pass. qal »zum Neigen / zum Fall gebracht« zu verstehen ist, während man נטתו (Qr.) als 3. Pl. Mask. deuten muss »sie sind umgeknickt/ausgeglitten« (vgl. ausführlich IRSIGLER, 1984, 11–13). Mit ἐσαλεύθησαν wählt die LXX offenbar ein Verb, das zum Subj. »Füße« passt (vgl. Ps 37,17; 93,18). Anderswo im Psalter steht griech. σαλεύομαι häufig für hebr. מוט »schwanken« (vgl. Ps 9,27; 12,5 u.ö.). Daher liegt die Vermutung nahe, dass die LXX auch in Ps 72,2 dieses Verb erkennt und eine Form wie מוטו übersetzt (anders Ps 43,19, wo das Verb נטה mit κλίνω wiedergegeben wird). Zu »beinahe« vgl. die folgende Erläuterung.
fast: Das parallele Gegenstück zu παρὰ μικρόν »beinahe« V.2a (vgl. noch PsSal 16,1; Ez 16,47) ist παρʼ ὀλίγον (vgl. noch Spr 5,14; PsSal 16,2).
ausgeglitten: MT שׁפכה (Kt.) / שׁפכו (Qr.). Die LXX versucht, dem im MT gebrauchten metaph. Sinn von שׁפך »gießen« gerecht zu werden. Die dabei zustande kommende Wendung ist sonst weder in der LXX noch in der übrigen biblischen oder parabiblischen Literatur belegt.

Septuaginta Deutsch: Erläuterungen und Kommentare zum griechischen Alten Testament

Jetzt kann der unbekannte Beter diese Hingabe bezeugen. Aber es hat eine Zeit gegeben, so beginnt er seine Erzählung, als er bezüglich seines Vertrauens ins Wanken geraten ist. Wo Vertrauen ist, folgt die Anfechtung dem Glaubenden dicht auf den Fersen – insofern ist die nun berichtete Not nichts Außergewöhnliches, was besser vermieden werden sollte. Beinahe hätte er Gott abgesagt, und fast wäre er vom Glauben abgefallen. Aber der Beter aus der Sängergruppe Asafs sagt eben nur »beinahe« und »fast« – ein Zeichen der Treue Gottes, der den Glaubenden auch dann festhält, wenn dieser in seinem Festhalten ermattet! Dieses Schwanken stieg nicht unvermutet aus der Tiefe einer zagenden und von Schwermut geplagten Seele auf. Es wurde veranlaßt von außen und überfiel ungehindert das Gemüt des Beters: Denn ich ereiferte mich über die Übermütigen, als ich das Wohlergehen der Frevler sah. Was ist daran falsch? Braucht Gott nicht Eiferer für seine Sache? Wer selbst radikal mit Gott lebt, hat mit denjenigen seiner Mitmenschen seine Not, die das Gegenteil tun – aber soll das denn anders sein? Wir müssen hier sorgfältig unterscheiden: Gott möchte den »Eifer« für seine Sache und insofern auch die kritische Anfrage an diejenigen Zeitgenossen, die anders leben. Aber Gott möchte keine »Eiferer« – diesen feinen, aber entscheidenden Unterschied gilt es zu beachten. Der »Eiferer« zieht sich dann schnell das Richtergewand Gottes an. Da dem Menschen dieses aber nicht paßt, weil es ihm nicht zusteht, ereignet sich ein eigenartiger »Rückstoß«: Der Eiferer wird selbst erschüttert, weil er versucht hat, wie Gott den Gottlosen zu erschüttern – was ihm aber niemals gelingen wird und niemals gelingen darf. Das auffällige Wohlergehen der anderen ist es gewesen, was den Beter so mitgenommen hat. »Hieraus ist klar zu ersehen, daß es zweierlei Wohlergehen (oder Frieden) gibt, das Wohlergehen der Sünder, durch das Gott ihnen wohl ist, (und) das Wohlergehen der Sünder, durch welches Gott ihnen gut zu sein scheint« (Luther). Im Ereifern schleicht sich unbemerkt ein teuflischer Gedanke in die Seele: Beim Frommsein muß doch etwas herauskommen – es kann doch nicht einfach so sein, daß ich Gott liebe um Gottes willen – ich brauche eine äußere Bestätigung von Gott, daß ich ihm angenehm bin – und die habe ich nicht – das zeigt mir der großartige Lebensentwurf jener anderen … Das Ereifern hatte den Beter schon ganz in die Äußerlichkeit geworfen. Daß Gott ihm viele innere Zeichen seiner Huld gegeben hat, wird mit einem Mal nicht mehr gesehen. Im Vergleichen verliert der Beter seinen festen Stand, er fängt an zu schwanken.

Schneider – Wuppertaler Studienbibel

»Wenig fehlte«, und Asaph wäre vom Weg »abgewichen«, vom Weg, den der Erlöser seinen Erlösten bereitet und geöffnet hat, vom Weg ins Heiligtum (3Mo 1).
Die Sünde ist unserer Natur immer näher als die Heiligkeit. Es brauchte immer nur ganz wenig, und wir fallen; genau genommen, braucht es »nichts«, wie Asaph in der zweiten Vershälfte sagt. Es braucht hingegen alle Gnade des Himmels, alle Treue Gottes, alle bewahrende Macht des Herrn, dass wir nicht fallen. Wir sind so vollständig auf ihn angewiesen, dass es ganz große Torheit, ja, Wahnsinn ist, sein Herz nicht ungeteilt ihm zu ergeben.
»Um nichts wären ausgeglitten« Asaphs Schritte. Bedenken wir: ausgeglitten! Das ist das Teil der Gottlosen (V. 18). Stellte Gott uns dahin und ließe uns da, wo wir der Sünde wegen hingehören und wo unsere törichten Herzen immer wieder hinwollen, würden wir ausgleiten und rettungslos in die Tiefe stürzen. Wie dankbar müssen wir ihm sein, dass er uns in seiner Gnade festhält (V. 23; Ps 63,9) und dafür sorgt, dass unser Fuß nicht gleitet (Ps 94,18; 121,3)!

Benedikt Peters – Die Psalmen

Der Psalm beginnt mit der Bekräftigung der Güte Gottes gegenüber seinem Volk. Das Wort „gewiss“ (אַךְ) drückt die Gewissheit und Zufriedenheit des Psalmisten in seiner Schlussfolgerung über die Sache aus, die ihn beunruhigte. Er kam zu der Erkenntnis (durch den in diesen Versen aufgezeichneten Kampf), dass Gott gut zu Israel war. Mit „Israel“ meint er das treue Volk Gottes, wie der parallele Ausdruck „reines Herz“ (בָּרֵי לֵב; vgl. Ps 111,1) deutlich macht. Die Gläubigen auf diese Weise zu beschreiben, bedeutet nicht, dass sie perfekt sind, sondern dass sie Gott treu sind. Wenn ihr „Herz“ rein ist, sind ihre Motive, Neigungen und Entscheidungen Gott wohlgefällig.4 Für die Gläubigen ist Gott also gut (טוֹב; s.v. Ps. 34:8)- und der letzte Teil dieses Psalms wird diese Güte beschreiben.4 Aber der Psalmist musste sich erst mit dem Thema auseinandersetzen, um zu dieser Schlussfolgerung zu gelangen. Mit anderen Worten: Seine einleitende Aussage wurde zunächst durch seine eigenen Lebenserfahrungen in Frage gestellt, wie es oft bei den Erfahrungen von Gläubigen der Fall ist (Anderson, 530).

Der Psalmist beginnt also, seinen Weg vom Neid über den Zweifel bis zur Entschlossenheit zurückzuverfolgen. Er fasst dies zusammen, indem er sagt: „Aber was mich betrifft“ (וַאֲנִי, ein wiederholter Ausdruck im Psalm), „wären meine Füße beinahe gestolpert, meine Schritte beinahe ausgerutscht.“ Die Sprache ist bildhaft und vergleicht seinen Mangel an Stabilität und Gewissheit im Glauben mit dem Ausrutschen und dem Verlust des Bodens. Er hat den Glauben nicht aufgegeben und sich auch nicht auf das Leben der Bösen eingelassen, denn er sagt später, dass er seine Unschuld bewahrt hat. Perowne erklärt: „Der Unglaube zweifelt nicht, der Glaube zweifelt“ (II,6). Der Psalmist glaubte, aber sein Glaube wurde durch Zweifel ernsthaft in Frage gestellt.

Der Grund dafür wird in Vers 4 ganz unverblümt genannt: „Ich war neidisch (קִנֵּאתִי; s.v. Ps. 37:1) der Hochmütigen“ (בַּהוֹלְלִים; s.v. Ps. 33:1). Das Wort, das diese Menschen als hochmütig beschreibt, konzentriert sich auf ihre Prahlerei, eine Verblendung, die an Wahnsinn grenzt. Psalm 37 warnt davor, sich über die Übeltäter zu ärgern oder sie zu beneiden, denn sie haben nichts, was sich mit der Güte Gottes vergleichen ließe.

Der Grund für den Neid des Psalmisten war, dass er den „Wohlstand“ der Bösen sah. Das Verb „sehen“ (רָאָה) kann einfach bedeuten, dass er ihren Wohlstand beobachtete, aber es könnte auch die Bedeutung haben, dass er etwas mit Neid betrachtet (Kant. 1:6). Was er beneidete, war ihr Wohlergehen, d.h. die Gesundheit, den Wohlstand und den Frieden der Heiden (für שָׁלוֹם, s.v. Ps. 38:3). Dieser Wohlstand wird nun in den nächsten Versen näher erläutert.

Allen P. Ross – Ein Kommentar zu den Psalmen

Asaph, Heman und Ethan (Jeduthun) waren Leviten, die während der Herrschaft Davids als Musiker und Leiter des Gottesdienstes im Heiligtum dienten (1. Chronik 15:16-19; 16:4-7, 37-42; 2. Chronik 5:12-14; 29:13; 35:15). Offenbar gründeten sie „Zünfte“ für ihre Söhne und andere Musiker, damit diese die gottesdienstlichen Traditionen weiterführen konnten. Zwölf Psalmen werden Asaph zugeschrieben (50, 73-83). Dieser behandelt das uralte Problem, warum die Gerechten leiden, während es den Gottlosen gut zu gehen scheint (37; 49; Hiob 21; Jer. 12; Hab. 1:13ff). Asaph konnte das Volk nicht in den Gottesdienst führen, wenn er Fragen über die Wege des Herrn hatte, aber er fand in diesem Gottesdienst die Antwort auf seine Probleme. Beachten Sie die fünf Phasen seiner Erfahrung.

Die französische Mystikerin Madame Guyon schrieb: „Am Anfang des spirituellen Lebens ist es die schwierigste Aufgabe, mit dem Nächsten auszukommen, im weiteren Verlauf mit sich selbst und am Ende mit Gott.“ Asaphs Probleme waren die mit Gott. Asaph bejahte „Gott ist“, er war also kein Atheist oder Agnostiker, und er war sicher, dass der Gott, den er anbetete, gut war. Außerdem wusste er, dass der Herr mit Israel einen Bund geschlossen hatte, der Segen versprach, wenn das Volk ihm gehorchte (Lev. 26; Deut. 28-30). Der Ausdruck „ein reines [reines] Herz“ bedeutet nicht Sündlosigkeit, sondern totale Hingabe an den Herrn, das Gegenteil des Verses 27. (Siehe 24:4 und Matthäus 5:8.) Aber es waren diese grundlegenden Überzeugungen, die das Problem für ihn darstellten, denn Ungläubige haben keine Probleme dieser Art. Wenn der Herr gut war und seine Bundesverheißungen einhielt, warum litt dann sein Volk, während es den Gottlosen gut ging? Dieser erste Vers markierte sowohl den Anfang als auch das Ende seiner Überlegungen. Er schloss den Kreis. Man beachte, dass er „gewiss“ oder „wahrhaftig“ in den Versen 1, 13, und 18und dass „Herz“ sechsmal im Psalm vorkommt (Vv. 1, 7, 13, 21, 26). Wenn du über die Geheimnisse des Lebens nachdenkst, halte dich an das, was du sicher weißt, und zweifle nie in der Dunkelheit an dem, was Gott dich im Licht gelehrt hat.

Das hebräische Wort „aber“ in den Versen 2 und 28 und „dennoch“ (noch) in Vers 28 weist auf einen scharfen Kontrast hin. In Vers 2 je mehr er seine Situation mit der der Gottlosen verglich, desto mehr geriet er von seinem festen Fundament ins Wanken. Es gibt einen Unterschied zwischen Zweifel und Unglauben. Der Zweifel entspringt einem sich abmühenden Verstand, während der Unglaube von einem sturen Willen herrührt, der sich weigert, sich Gott hinzugeben (V. 7). Der Ungläubige will nicht glauben, während der Zweifelnde darum ringt, zu glauben, es aber nicht kann. „Wohlstand“ in Vers 3 ist das bekannte hebräische Wort schalom. Es ist ein Akt des Ungehorsams, die Bösen zu beneiden (37:1; Spr 3:31; 23:17; 24:1, 19).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Wer aber ohne Gott lebt und Dinge tut, auf die er überhaupt keinen Bock hat, beweist damit nur, dass sein Leben dem Teufel gehört

Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang. Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, auf daß er die Werke des Teufels vernichte.
Elberfelder 1871 – 1.Johannes 3,8

Wer sündigt, stammt von dem, der von allem Anfang an gesündigt hat – dem Teufel. Doch gerade deshalb ist der Sohn Gottes erschienen: ´Er ist gekommen,` um das, was der Teufel tut, zu zerstören.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Johannes 3:8

Aber wenn Menschen sündigen, zeigt das, dass sie zum Machtbereich des Teufels gehören, der von Anfang an gesündigt hat. Doch der Sohn Gottes kam, um die Taten des Teufels zu vernichten.
Neues Leben Bibel 2014 – 1.Joh 3,8

Wer die Sünde tut, der stammt vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an – die Sünde (sowohl seine eigne wie die jedes Menschen) hat in dem Teufel ihren Anfang o. Ausgangspunkt. –. Dazu ist Gottes Sohn erschienen, daß er des Teufels Werke zerstöre.
Ludwig Albrecht – 1.Joh 3:8

Der, der dauernd die Verfehlung begeht, gehört zum Verleumder, da der Verleumder sich von Anfang immer wieder versündigt. Dafür ist der Sohn Gottes in Erscheinung getreten, um die Arbeiten des Verleumders zu zerstören.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – 1.Johannes 3,8

Doch wer bewusst Schuld auf sich lädt, der hat seinen Ursprung letztlich im Zerstörer. Denn dieser teuflische Zerstörer handelt von Anfang an gegen Gottes guten Willen. Genau dazu ist der Sohn Gottes in die Welt gekommen, damit er die Machenschaften des Zerstörers zunichtemacht.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – 1.Johannes 3:8

Johannes nennt mehrere Gründe, warum Christus offenbar wurde: (1) um den Vater zu offenbaren und uns die Gemeinschaft mit ihm zu ermöglichen, 1,2-3; (2) um unsere Sünden wegzunehmen, 3,4-5; (3) um die Werke des Teufels zu zerstören (aufzuheben), 3,8; und (4) um Gottes Liebe zu offenbaren und Gottes Leben zu schenken, 4,9. Die Tatsache, dass die Sünde zum Leiden und Sterben Christi führte, sollte für den Christen Grund genug sein, die Sünde zu hassen und vor ihr zu fliehen. Johannes definiert Sünde als Übertretung des Gesetzes. Der Christ, der in Christus bleibt (das ist die Gemeinschaft der Kapitel 1-2), wird Gottes Gesetz nicht vorsätzlich brechen. Jeder Christ sündigt, vielleicht ohne es zu wissen (Ps. 19,12); aber kein wahrer Christ wird sich absichtlich und wiederholt über Gottes Wort hinwegsetzen und ihm ungehorsam sein. Vers 6 sollte lauten: „Wer in ihm bleibt, sündigt nicht gewohnheitsmäßig“. Epheser 2,1-3 macht deutlich, dass die Unerlösten ständig sündigen, weil sie im Fleisch und für den Teufel leben. Aber der Christ hat eine neue Natur in sich und ist nicht länger Satans Sklave.

Wiersbes Erläuterungen zum Neuen Testament

διά-βολος (< διαβάλλω verleumden) subst. Verleumder; Teufel; ἐκ τοῦ διαβόλου ἐστίν (er) gehört zum Teufel (vgl. B ἐκ 3b) od. (er) stammt vom Teufel (B ἐκ 3a), d. h. er ist auf dessen Seite, steht unter dessen Einfluss bzw. ist v. dessen Wesen geprägt. ἀπʼ ἀρχῆς von Anfang (seines teuflischen Wirkens, vgl. Jh 8,44) an. εἰς τοῦτο wird erklärt durch ἵνα (statt Inf., A279; App. dazu, A353); εἰς τοῦτο … ἵνα … dazu … (näml.) um zu … λύσῃ Aor. Konj. λύω.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Diese Verse deuten stark darauf hin, daß die Lehre der Antichristen unter anderem auch auf eine Verwirrung zwischen Sünde und Gerechtigkeit abzielte. Vielleicht glaubten sie, daß es ihnen frei stehe zu sündigen, und leugneten gleichzeitig ihre Schuld und gaben vor, richtig zu handeln. Vor solchen irrigen Ideen warnt Johannes eindringlich: Laßt euch von niemand verführen (das griechische Verb verführen, planaO, das auch in 1Joh 2,26 auftaucht, ist in 1Joh 1,8 mit „sich betrügen“ wiedergegeben). Wer recht tut, der ist gerecht, wie auch jener gerecht ist (vgl. 1Joh 1,9;2,1.29 ). Aus einer rechtschaffenen Natur kann nur ein rechtschaffener Wandel erwachsen. Aber wer Sünde tut, der ist vom Teufel. Es wäre falsch, diese Feststellung abzuschwächen. Jede Sünde, welcher Art und wie groß sie auch sein mag, ist letztlich satanischen Ursprungs, denn der Teufel sündigt von Anfang an (vgl. Joh 8,44). Die Sünde entstand mit dem Satan; sie ist seine Natur und natürliche Lebensäußerung. An der Sünde teilzuhaben heißt nichts anderes, als an den Aktivitäten Satans teilzuhaben. Dazu gehört auch der Widerstand gegen das Werk des Sohnes Gottes, der gekommen ist (erschienen; vgl. 1Joh 3,5; Hebräer 9,28 a), um dieser Aktivität, den Werken des Teufels, ein Ende zu setzen (lyse, zerstöre). Selbst die geringfügigste Sünde steht im Gegensatz zum Werk Christi. Deshalb sollen die Gläubigen „den Bösen“, der hier als der Teufel bezeichnet wird, überwinden ( 1Joh 2,13-14 ) und nicht an seinem Sein und Tun teilhaben.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Ganz hart gilt: Der Sünder »ist vom Teufel«. »Wer Sünde tut«, d. h. wer nicht von einer Sünde »übereilt wird« (Gal 6,1), sondern bewusst, willentlich und fortgesetzt die Sünde tut, hat nicht Jesus Christus zum Herrn, sondern den »Teufel«. Das griechisch Wort diabolos entstammt der Bedeutung des Verbs »verleumden«. Und das ist der »Teufel«: Er »verleumdet« Gott bei den Menschen (vgl. 1Mose 3,1.4) und die Menschen vor Gott (vgl. Hiob 1,9f.). Das ist die Ursünde des Teufels. Er ist »ein Mörder von Anfang an«, sagt schon Jesus über ihn (Joh 8,44); er will den Menschen, den Geschöpfen Gottes, den Tod bringen und damit Gott selbst treffen. Der Anfang seines satanischen Seins ist Sünde, Auflehnung, Kampf gegen Gott (vgl. Jes 14,12ff.; Hes 28,12ff.). Solchen Tod bringt er über die Menschen durch die Herrschaft der Sünde. Der Sünder ist »geritten vom Satan« (Luther), lebt unter seiner verderbenbringenden Herrschaft und tut des Teufels Werke.

Doch Jesus Christus ist dazu in die Welt gekommen, »dass er die Werke des Teufels zerstöre«. »Zerstören« kann auch mit »lösen, brechen« wiedergegeben werden. Das macht deutlich, was Jesus tut: Er »löst« die Bande des Todes und der Knechtschaft der Sünde auf; er »bricht« die Macht des Teufels, die er darin hat, dass jeder Sünder ihm verfallen ist. Damit greift Jesus den stärksten Gegner frontal an und besiegt ihn. Er entreißt ihm die Menschen, die er schon so sicher in seiner Macht geglaubt hat. So ist Christus unser Erlöser (vgl. auch Ps 146,7; Jes 1,27; 42,7; 61,1; Sach 9,11; Mt 11,5; Lk 4,18; 1Petr 3,19).

Gerhard Maier – Edition C

Johannes wendet sich dabei gegen eine rein individualistische Auffassung der „Sünde“ wie der „Gerechtigkeit“. Wir stehen nicht einsam für uns selbst da. Immer sind wir eingegliedert in große Zusammenhänge und werden von einer Macht bestimmt, die uns regiert. Der Ursprung der Sünde, der Auflehnung gegen Gottes Willen, liegt im Teufel. „Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn von Anfang sündigt der Teufel.“ Mit jeder Sünde, schon mit einem unreinen Gedanken oder einem unwahren Wort, unterliegen wir dem Einfluß des Teufels und nehmen an seiner Auflehnung gegen Gott teil. Und wenn wir nicht nur „sündigen“, sondern „die Sünde tun118“, nicht nur von ihr „übereilt werden“, sondern sie bewußt ausüben und in ihr bleiben, dann unterliegen wir nicht nur einer augenblicklichen Versuchung, sondern „sind aus dem Teufel“ und wesenhaft in seine Auflehnung gegen Gott hineingezogen. Das muß jeder wissen, der die Sünde leicht nehmen will. Und umgekehrt ist es so, daß, wer in Jesus bleibt und von ihm bestimmt und geleitet wird, nicht nur „nicht sündigt“. Bei dieser negativen Feststellung können wir nicht stehen bleiben, denn unser Leben ist fort und fort notwendig ein „Tun“. Was „tun“ wir als Eigentum Jesu? Wir „tun die Gerechtigkeit“. Nun gilt der Satz: „Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, gleichwie jener gerecht ist.“ Auch hier wieder drückt das grie „gleichwie“ nicht nur einen Vergleich aus, sondern hat einen Klang der Begründung in sich. Jesus ist „gerecht“; das hatte Johannes gerade bei der Frage der Vergebung und Erlösung in 2, 1 f hervorgehoben. Gehören wir ihm, dem Gerechten, dann wird von ihm her auch unser „Tun“ ein „Tun der Gerechtigkeit119“.
[8b] Aber hier bricht noch einmal die Frage auf: Ist das denn Wirklichkeit in unserm Leben? Bleibt nicht unser „Fleisch“, unser Ichwesen, in uns, solange wir leben, und steigt nicht „das Begehren des Fleisches“ immer neu in uns auf, wie es auch ein Paulus in Gal 5, 16 sehr wohl weiß? Geschehen nicht bei uns immer wieder schmerzliche Sünden, die als solche ebenso „Werke des Fleisches” (Gal 5, 19) wie „Werke des Teufels“ sind? Ja. Aber Johannes zeigt uns sofort aufs neue die mächtige Hilfe: „Dazu wurde offenbart der Sohn Gottes, damit er auflöse die Werke des Teufels.“ Wie wunderbar ist es, daß es das gibt: „ein „Auflösen“ der Werke des Teufels mit ihrer bindenden und knechtenden Macht.
Wir stützen uns auf dieses Wort besonders, wenn es gilt, Menschen aus dunklen Bindungen des Aberglaubens zu lösen. Und wir tun recht daran. Wir dürfen es immer aufs neue in ganzer Wirklichkeit erleben, wie Jesus in der Kraft seines Kreuzessieges diese besonderen Werke des Teufels „auflöst“ und die Gebundenen befreit und erneuert. Aber wir werden dem Satz unseres Textes nicht gerecht, wenn wir ihn auf dieses Gebiet einschränken. Dieser Satz ist, Gott sei Dank, ganz umfassend. So wie jede Sünde ein „Werk des Teufels“ ist, so ist Jesus, der Sohn Gottes, dazu offenbart, damit er jede Sünde „auflöse“ und dadurch unwirksam mache und beseitige. In dem „Auflösen“ liegt jenes „Freimachen“ der Knechte der Sünde, von dem Jesus selbst nach Jo 8, 34–36 gesprochen hat. Auf allen Lebensgebieten merken wir das „Gesetz der Sünde“ (Rö 8, 2), jenes „andere Gesetz in meinen Gliedern, das mich gefangen nimmt in der Sünde Gesetz“ (Rö 7, 23). Darum brauchen wir nicht nur bei Belastungen durch Aberglaubenssünden eine „Lösung“. Echte „Vergebung“ ist nicht nur ein tröstliches Wort, sondern ein tatsächliches Geschehen, eine Befreiung aus Fesseln der Sünde. Unsere Sünden werden „aufgelöst“, wir sind frei.

de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Aus dem Teufel

Aber jetzt kommt der große, fatale (verhängnisvolle) Gegensatz vor uns:
„Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an“ (1. Joh 3, 8 a).

„Wer die Sünde tut“ (wörtlich: Der die Sünde Tuende) beschreibt ebenfalls, wie auch schon in Vers 4, einen andauernden, charakteristischen Zustand des Menschen ohne Christus. Das ist typisch für ihn: Er sündigt – nicht als Einzeltat, sondern grundsätzlich, fortwährend. In sittlicher Hinsicht ist er damit „aus dem Teufel“; dass heißt, er teilt seinen Charakter mit dem Teufel. Er ist nicht nur sündig, sondern ist „aus dem Teufel“ und hat ihn zum Führer, zum Gott.
Nie wird der Mensch sich das eingestehen, und doch ist es so. Johannes sagt nicht: „… ist aus dem Teufel geboren“, denn das würde Leben in sich schließen. Alles aber, was vom Teufel kommt, ist nur Tod. Er ist der Vater (Joh 8, 44) all derer, die „die Sünde tun“, und so sind sie tatsächlich „die Kinder des Teufels“ (1. Joh 3, 10).
Denn das macht die Natur des Teufels aus: Er sündigt von Anfang an. Wir haben diese Wendung ›von Anfang an‹ schon öfter in diesem Brief vor uns gehabt, schon ganz zu Beginn (Kap. 1, 1). Diese Formulierung wird von Johannes konstant benutzt, um die Offenbarung einer Person oder Sache zu zeigen, von der gesprochen wird, sie sei gut oder böse. Im Fall des Teufels wird damit der Zeitpunkt beschrieben, von dem an er nicht mehr zufrieden war, ein Engel Gottes zu sein. Von dieser Zeit an offenbart er sich in seinem Charakter als Teufel – dadurch, dass er (beständig, fortwährend) sündigt.
Der Mensch ohne Gott empfängt seine Sinnesart (Neigung) von dem Bösen. Dieser Gedanke ist gewiss erschreckend. Dennoch wird, wie soeben angedeutet, nicht gesagt, dass der Teufel seine Natur dem Menschen mitteilt. Das kann nur Gott tun, so dass Menschen „Teilhaber der göttlichen Natur“ werden können (2. Pet 1, 4). Das ist der Grund, warum nicht gesagt wird: „… aus dem Teufel geboren.“ Der Teufel kann zwar einem Menschen eine Handlung aufdrängen, aber er kann nicht sich selbst mitteilen. Er ist nicht in irgendeiner Weise der Ursprung von irgendjemandes Existenz. Schon Augustin hat gesagt: „Der Teufel machte keinen Menschen, er zeugte keinen Menschen, er schuf keinen Menschen.“ Aber da er die Quelle des Bösen ist, steht der Mensch, der in der Sünde lebt, in einer unheilvollen geistlichen Verbindung mit ihm: Die Gewohnheit seines Lebens ist dieselbe, wie sie für den Teufel typisch ist. So ist der Teufel geistlicherweise sein Vater, und er gehört dessen Familie an.
Diese „Vaterschaft“ ist total verschieden von der Vaterschaft Gottes, weil sie destruktiv (zerstörend) ist. Während Gott Neues – neues Leben, neue Menschen – schaffen kann, ist der Teufel nur die Quelle der Sünde. Und die, die ihm durch beständiges Sündigen folgen, sind „aus ihm“, sind in diesem Sinn seine „Kinder“. Erschreckender Gedanke!

Die Vernichtung der Werke des Teufels

Vor diesem dunklen Hintergrund erscheint uns die Fortsetzung unseres Verses in unserem Brief wie ein heller Lichtstrahl am Horizont:
„Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte“ (Vers 8 b).

Zum ersten Mal in diesem Brief wird hier der Herr Jesus mit Seinem vollen Titel als der ›Sohn Gottes‹ eingeführt. Bislang war von Ihm nur als dem ›Sohn‹ die Rede, wohl auch zur Abgrenzung von den Kindern Gottes. Aber um den Gegensatz zum Teufel umso deutlicher hervorzuheben, wird der volle Titel des Herrn gebraucht. Wenn der Teufel sich darin offenbart, dass er sündigt und andere zur Sünde verleitet, so ist der Sohn Gottes dazu offenbart worden, damit Er die Werke des Teufels vernichte. Er, der eine ewige Beziehung zu Gott hat und selbst ewig und Gott, der Sohn, ist, ging von dem Vater aus und kam in die Welt, um die Werke des Widersachers Gottes und der Menschen zu zerstören.
Diese Feststellung knüpft an das in Vers 5 Gesagte an, geht jedoch darüber hinaus. Er ist nicht nur offenbart worden, um unsere Sünden wegzunehmen, sondern auch um all das zu beseitigen, was der Feind an Bösem hervorgebracht hat. Dass diese Offenbarung nicht nur Sein Kommen in diese Welt, sondern auch Seinen Sühnungstod am Kreuz von Golgatha mit einschließt, hatten wir schon in Verbindung mit Vers 5 gesehen. Sein Tod ist die Grundlage dafür, dass Er die Werke des Teufels vernichtet. Diese „Vernichtung“ erstreckt sich durchaus auf die jetzige Zeit, auf die Gläubigen heute (Vers 5). Er befreit Sein Volk von der Macht der Sünde und des Satans, damit sie in dieser Welt zum Preis Seiner Herrlichkeit leben können.
Doch ist das alles? Sicherlich nicht. Es ist mit dieser Vernichtung der Werke des Teufels so ähnlich wie mit dem Vergehen der Finsternis in Kapitel 2, Vers 8. Im Blick auf den Gläubigen sind die Werke des Teufels bereits zunichte gemacht. Wunderbare Gnade! Aber die Welt ist noch voll der Folgen des teuflischen Wirkens. Es wird eines neuen Himmels und einer neuen Erde bedürfen, um sie gänzlich zu beseitigen.
Indes spricht unser Vers nicht davon, dass einmal alle Menschen von den Folgen der Sünde befreit werden. Weder hier noch an anderen Stellen der Heiligen Schrift wird solch einem Gedanken Raum gegeben. Vielmehr unterstreicht hier der textliche Zusammenhang die Tatsache, dass der Mensch durch sein Verharren in der Sünde es ablehnen kann, aus den Ergebnissen des Werkes Christi für sich selbst Nutzen zu ziehen. Gerade die Hervorhebung dessen, dass es vor Gott zwei Familien gibt, ist ein Appell an das Gewissen jedes Einzelnen: Zu welcher Familie gehörst du? Das wird über dein ewiges Los entscheiden.
Lassen wir uns also auf keine Weise verführen! Zwischen den beiden Familien liegt eine Kluft – so weit wie die zwischen Himmel und Hölle. Es gibt zwar Betrüger, die behaupten, sie hätten sie überbrückt. Aber dies bleibt bestehen: Entweder gehören wir zur Familie der Kinder Gottes oder zur Familie des Teufels. Etwas dazwischen gibt es nicht.

Christian Briem – Dies ist das ewige Leben: Eine Auslegung zum 1. Johannesbrief

Johannes entfaltet den Gedanken der beiden Familien mit einander völlig entgegengesetzten Kennzeichen – die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels. Wenn man den Vater kennt, wird man die Kinder erkennen können: „Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel“. „Johannes sagt nicht: ‚ist oder wurde aus dem Teufel geboren‘; ein solches Verb würde nicht zutreffen, weil ‚geboren werden‘ Leben bedeutet, vom Teufel kommt aber nur Tod. Trotzdem ist der Teufel der Vater all derer, die sündigen (Joh 8,44), sie sind ‚die Kinder des Teufels‘ (V.10)“ (Lenski). Derjenige, der gewohnheitsmäßig und fortwährend Sünde praktiziert, ist aus dem Teufel. Er besitzt die Merkmale und Kennzeichen seines Vaters. Welches Merkmal kennzeichnet seinen Vater? „…der Teufel sündigt von Anfang“.
  Wir sind schon zuvor auf das Wort „Anfang“ gestoßen. Welcher Anfang steht hier vor uns? Auf keinen Fall der Anfang ohne Anfang in der Ewigkeit, denn der Teufel ist nicht ewig, wurde erschaffen und hatte einen Anfang. Es ist damit auch nicht der Beginn des Menschengeschlechts gemeint, obwohl es ja stimmt, daß er seit diesem Zeitpunkt immer gesündigt hat. Doch er wurde lange zuvor erschaffen. Über die als „König von Tyrus“ bekannte Gestalt lesen wir in Hes 28,15: „Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tage an, da du geschaffen wurdest.“ Somit wurde er erschaffen und war kein Sünder seit dem Tag seiner Erschaffung. Von ihm heißt vielmehr: „voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit … vollkommen … in deinen Wegen“ (V.12.15). Aber er fiel in Sünde und hat seitdem gesündigt. Darum geht es in unserem Vers: „… bis Unrecht an dir gefunden wurde“ (Hes 28,15). Dies geschah, als sein Herz sich im Hochmut erhob, so daß er sagte: „Ich will … mich gleichmachen dem Höchsten“ (Jes 14,12-15). Dann sündigte er. „Der Teufel sündigt“ – dies ist seitdem sein gewohnter Lebenswandel gewesen. Seine Kinder weisen daher die gleichen Kennzeichen und die gleiche Geschichte auf: sie sündigen aus Gewohnheit von Anfang an. „Hier besteht der Gegensatz zwischen der Familie Gottes und der Familie des Teufels; in jeder Familie können die Kinder an ihrer sittlichen Ähnlichkeit mit dem Familienoberhaupt erkannt werden“ (Bruce).
  „Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, auf daß er die Werke des Teufels vernichte“: Er wird sie zunichte machen, niederreißen und auflösen, sagt Johannes. Das ist einer der Hauptgründe dafür, warum der Sohn Gottes in die Welt kam. Natürlich geschah dies, um mich vor der Hölle zu retten und zu gewährleisten, daß ich die Ewigkeit mit Christus in Herrlichkeit zubringen kann, doch der Zweck war weit umfassender: Er wurde geoffenbart, um die Werke des Teufels zu zerstören (vgl. Luther ’56). Gott war sechs Tage lang am Werk, wonach es in 1Mo 1,31 heißt: „Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“. „Und Gott ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken“ (Hebräer 4,4). Seine Schöpfungsruhe war dahin, Sein Werk wurde zunichte gemacht (durch den Teufel), so daß wir lesen: „Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke“ (Joh 5,17). Die Personen der Gottheit wirken in Harmonie miteinander auf den Tag hin, wenn jede Folge des Werkes Satans beseitigt sein wird. Sie sind am Werk, das ein ewiges Ziel hat – „neue Himmel und eine neue Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnt“ (2 Petrus 3,13). „Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, auf daß Gott alles in allem sei“ (1Kor 15,28). „Und der auf dem Throne saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu“ (Offb 21,5). Dann wird jede Folge des Werkes Satans ausgerottet und Sünde sowie die ganze mit ihr verbundene Tragödie beseitigt sein. Das Himmlische und das Irdische werden völlig miteinander versöhnt sein. Im Leben Einzelner sehen wir, wie dies der Herr Jesus als vollkommener Diener auf Erden tut, z.B. in Mk 1,29-31 .Eine Frau sollte ihm dienen, doch ihr Fieber hindert sie daran: „Und er … richtete sie auf, indem er sie bei der Hand ergriff; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen.“ Auch in Mk 3 hatte ein Mann eine Hand, die hätte für Gott wirken sollen, aber sie war verdorrt. Jesus sagte: „Strecke deine Hand aus!“ Danach konnte dieser Mann für Gott arbeiten. In Mk 7 bringen sie „einen Tauben zu ihm, der schwer redete“. Er hatte Ohren, aber konnte Gott nicht hören, eine Zunge, aber konnte Gott nicht loben. Jesus machte das Werk des Teufels zunichte. In Lk 13,16 war es „eine Tochter Abrahams … welche der Satan gebunden hat, siehe, achtzehn Jahre“; Er befreite sie. Und so könnte man fortfahren, denn die Machttaten des Herrn Jesus bedeuteten die Auslöschung der Werke des Teufels, einen Vorgeschmack der herrlichen Zeit, die noch kommen wird. Was sind die „Werke des Teufels“? „Moralisch besteht dieses Werk in der Verlockung zur Sünde, körperlich in der Auslösung von Krankheit, intellektuell in der Verführung zum Irrtum“ (Stott). „Wie kann einer, in dessen Leben Sünde offensichtlich nicht vernichtet oder weggenommen worden ist, behaupten, in Christus zu sein?“ (Bruce).

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Und weil ich dich liebe und dir vertraue

Jehova ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut, und mir ist geholfen worden; daher frohlockt mein Herz, und ich werde ihn preisen (O. ihm danken) mit meinem Liede.
Elberfelder 1871 – Psalm 28,7

ER ist meine Wehr und mein Schild,
gesichert an ihm war mein Herz,
und mir ist geholfen worden.
Fröhlich ist nun mein Herz,
durch meinen Gesang will ich ihm danken.
Buber & Rosenzweig – Psalm 28:7

Der Ewige ist meine Macht und mein Schild – mein Herz vertraute auf ihn, und mir ward Hilfe; es jauchzt mein Herz, und mit meinem Lied will ich ihm danken.
Die Philippson-Bibel – Ps 28,7

Der Ewige ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut, und mir ist geholfen worden; daher frohlockt mein Herz, und mit meinem Lied will ich ihn preisen.
Streitenberger – Der Tanach Deutsch – Ps 28:7

In Vers 7 beschreibt er den HERRN als „meine Stärke und mein Schild“.2 Indem er bekräftigt, dass der HERR seine Stärke ist (eine Metonymie der Wirkung), sagt er, dass seine wahre Stärke vom HERRN kommt (vgl. Ps. 29,11). Mit der Aussage, dass der HERR sein Schild ist (eine Metapher), will er sagen, dass der HERR sein Schutz ist. Die Bilder in diesem Psalm können auf einen militärischen Kontext hindeuten („Fels“, „Schild“ und „Festung“); es kann aber auch sein, dass diese Ausdrücke in seinem Denken so geläufig waren, dass er sie auch in einem nicht-militärischen Kontext anwenden konnte. Gott gibt ihm Kraft, allen Widerständen zu trotzen, und schützt ihn dabei. Weil der HERR seine Stärke und sein Schild ist, vertraut er auf ihn (< בָּטַח, s.v. Ps. 4:5), und infolgedessen wird ihm geholfen („und mir wird geholfen“, וְנֶעֱזַרְתִּי; s.v. Ps. 46:1). Das Verb „vertraut“ kann als charakteristisches Perfekt eingestuft werden – er hat vertraut und tut es immer noch; und das Verb „geholfen“ (וְנֶעֱזַרְתִּי) drückt das Ergebnis aus.2 Der Gedanke, dass Gott hilft oder ein Helfer ist, unterstreicht, dass er für die Menschen tut, was sie nicht selbst tun können. Das Wort kann im Zusammenhang mit militärischen Schlachten verwendet werden (siehe 1 Sam 7,12 und Ps 46,1.5), aber auch bei anderen Arten des göttlichen Eingreifens, z. B. bei der Rettung der Waisen (Ps 10,14). Die Hilfe in diesem Fall bezieht sich auf die Antwort Gottes auf sein Gebet um Befreiung von den Feinden und ihrem Schicksal. Hätte der Herr nicht „geholfen“ (eingegriffen), hätte es keine Befreiung gegeben (wie der Bericht in 1 Samuel 7 deutlich macht).
Die zweite Hälfte des Verses drückt seine Freude über die göttliche Hilfe aus: „mein Herz springt vor Freude“ (וַיַּעֲלז). Dies ist das zweite Mal in diesem Vers, dass der Psalmist sein eigenes Herz erwähnt; und es ist ein auffallender Kontrast zum Herzen der Feinde (V. 3): ihr Herz war böse, aber seines vertraut und freut sich. Das hier verwendete Verb (עָלַז) bedeutet den Ausdruck von Freude durch Singen und Rufen. Sein Lob ist überschwänglich! Die Zeitform, ein augenblickliches Perfekt (hier ein Präteritum mit konsekutivem Waw), drückt die Freude aus, die er in diesem Moment empfindet.
Seine Freude wird darin zum Ausdruck kommen, dass er dem Herrn mit einem Lied öffentlich Anerkennung zollt.
Das Verb „ich will ihn anerkennen“ (אֲהוֹדֶנּוּ, von יָדָה, s.v. Ps. 6:5) ist ein Imperfekt (obwohl es ein Kohortenativ mit einem Suffix sein könnte); es zeigt an, was er zu tun gedenkt (oder was er zu tun beschließt, wenn es ein Kohortenativ ist), wenn er sein Lobopfer bringt und verkündet, wie der HERR sein Gebet erhört hat.

Allen P. Ross – Ein Kommentar zu den Psalmen

In Vers 7a wird das Wort Stärke nicht nur von RSV, sondern auch von den meisten anderen Übersetzungen verwendet; das hebräische Wort kann „Festung“ bedeuten, und so hat TEV „schützt“. Für Schild siehe Kommentar unter 3:3. Manche verstehen die beiden Substantive Stärke und Schild als Hendiadys: Dahood „mein starker Schild“; SPCL „mein mächtiger Beschützer“. In Sprachen, in denen der Schild gut bekannt ist und als bildliche Ausdrucksweise für den Schutz des Herrn dienen kann, sollte er verwendet werden. Ansonsten kann man dem Beispiel von TEV FOLGEN.

Mein Herz vertraut: für das Verb siehe seine Verwendung in 13:5, und für Herz siehe Kommentare zu 4:7. Hier kann die Übersetzung lauten: „Ich vertraue ihm von ganzem Herzen“, „ich verlasse mich ganz auf ihn“.

Mir wurde geholfen: Es ist vielleicht besser, die aktive Stimme des Verbs zu verwenden, mit Jahwe als Subjekt. SPCL hat „Ich vertraute ihm völlig, und er half mir“.

Mein Herz jubelt: „Ich bin glücklich“, „Ich bin voller Freude“.
In Zeile d heißt es im masoretischen Text „mit meinem Gesang“, in der Septuaginta „mit meinem Willen (oder Verlangen)“. NEB ändert die Vokale des hebräischen Textes, so dass die Formulierung „mit meinem ganzen Körper“ entsteht*. Am besten folgt man dem masoretischen Text.

Bratcher – Ein Übersetzerhandbuch zum Buch der Psalmen

»frohlockt: ᶜâlaz, »frohlocken«, kommt in den Psalmen 7-mal vor (28,7; 60,8; 68,5; 94,3; 96,12; 108,8; 149,5), das synonyme, auf die gleiche Wurzel zurückgehende ᶜâlaṣ nur 4-mal (siehe 5,12).



Weil der Herr beides ist, »Stärke«, um die Feinde zurückzudrängen, und »Schild«, um vor allen Angriffen zu schützen, vertraut man nie umsonst auf ihn. Entsprechend ist David »geholfen« worden. Wenn »mein Herz vertraut«, dann »frohlockt mein Herz« auch. Es kommt auf das Vertrauen an, und es kommt auf das Herz an (Spr 4,18).

Benedikt Peters – Die Psalmen

David segnete den Herrn für seine Befreiung und schämte sich nicht, dies zu bekennen. Sein Zeugnis war eindeutig: „Gott hat mich gehört und Gott hat mir geholfen! Ich habe ihm vertraut und jetzt preise ich ihn!“ David hatte nun die Kraft, Gottes Willen zu gehorchen, egal was der Feind tun würde. Außerdem hatte er den Herrn als seinen Schild (3:3; 7:10; 18:2, 30; 33:20; 84:11; 1. Mose 15:1; Dtn 33:29). David hatte Gottes Macht und Gottes Schutz. Wie wunderbar, dass David eine schmerzhafte Erfahrung in ein Loblied auf den Herrn verwandelte und ein Zeugnis hinterließ, das andere Gläubige seit Jahrhunderten ermutigt.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Werde auch ich, wie David, Gottes Willen gehorchen, egal was andere Menschen um mich herum tun?