Wie liebe ich dein Gesetz! Es ist mein Sinnen den ganzen Tag
Elberfelder 1871 – Psalm 119,97
Wie liebe ich deine Weisung!
all den Tag ist sie mein Sinnen.
Buber & Rosenzweig – Psalm 119:97
Wie liebe ich deine Torah! Sie ist mein Sinnen den ganzen Tag.
Der Tanach Deutsch – Ps 119,97
Wie sehr liebe ich dein Gesetz! / Es füllt mein Denken den ganzen Tag.
NeÜ bibel.heute – Ps 119:97

Liebst du Gottes Wort wirklich? Dann geht es dir sicher, wie dem Psalmisten: Gottes Wort geht dir nicht mehr aus dem Kopf!
Noch nie gab es so viele Hilfsmittel für ein ernsthaftes Bibelstudium, und wir sind dankbar für sie. Das Wort Gottes ist jedoch anders als jedes andere Buch: Wir müssen ein gutes Verhältnis zum Autor haben, wenn wir aus dem lernen wollen, was er geschrieben hat. Unsere Beziehung zum Herrn wird durch unsere Beziehung zu seinem Willen bestimmt, und die wird dadurch bestimmt, wie wir uns zu seinem Wort verhalten. Zu viele Gläubige haben nur akademisches Kopfwissen über das Wort Gottes, aber sie wissen nicht, wie sie dieses Wissen in den Entscheidungen des täglichen Lebens in die Praxis umsetzen können. Was wir alle brauchen, ist eine Herzenskenntnis des Wortes, und das bedeutet, von Gott gelehrt zu werden (V. 102). Hier sind die Bedingungen, die wir erfüllen müssen.
Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie
Wir müssen sein Wort lieben und darüber meditieren (V. 97-100). Wir denken gerne über Menschen und Aktivitäten nach, die wir lieben, und Meditation bedeutet, den Herrn zu lieben, indem wir über sein Wort nachdenken und seine Wahrheiten in unser Herz eindringen lassen. (Siehe Vv. 48, 113, 127, 159, 165, 167; und 1:2). Das bedeutet nicht, dass wir unsere täglichen Pflichten aufgeben oder dass wir uns ständig Bibelverse zitieren und unsere Arbeit vernachlässigen. Es bedeutet vielmehr, dass wir unseren Verstand und unser Herz dem Heiligen Geist so hingeben, dass er uns an das Wort Gottes erinnern kann, wenn wir es brauchen, und uns ein neues Verständnis für die neuen Herausforderungen schenken kann, vor denen wir stehen. Es gibt viele Möglichkeiten, die Wahrheit zu lernen. Wir können von unseren Feinden in den Begegnungen des Lebens lernen (V. 98), von unseren Lehrern in den Erklärungen des Lebens aus Büchern und Lektionen (V. 99), und von den älteren Heiligen, die die Erfahrungen des Lebens gemacht haben und die Prinzipien kennen, die funktionieren (V. 100). Josua lernte aus dem Dienst mit Mose, aus den Schlachten, die er schlug, und aus den guten und schlechten Erfahrungen, die er in seinem Leben machte. Aber das Wichtigste, was er tat, war, über das Wort Gottes zu meditieren (Jos 1,1-9), denn seine Meditation half ihm, zu prüfen, was er in den anderen drei „Klassenzimmern“ gelernt hatte, und alles zu einem ausgewogenen Ganzen zusammenzufügen. Gott teilt seine Wahrheit mit Säuglingen (Lukas 10,21) und mit denen, die demütig genug sind, sie zu empfangen (1. Korinther 1,18-2,8).
»Wie liebe ich dein Gesetz!«: Wir können nicht beschreiben, wie sehr wir Gott und sein Wort lieben, aber manchmal müssen wir aus voller Seele rufen, dass wir es lieben. David liebte es seiner Vollkommenheit, seiner Wahrheit, seiner Schönheit, seiner Nützlichkeit wegen, und er liebte es, weil es das Gesetz dessen ist, den er mehr liebte als alles andere. Wir lieben das Gesetz, weil es von Gott kommt, und wir lieben es, weil es von Christus zeugt, weil es uns zu Christus führt und weil dessen Summe und Ziel Christus ist.
Benedikt Peters – Die Psalmen
»Es ist mein Sinnen den ganzen Tag«: Was ich liebe, trage ich im Herzen; denn wo mein Schatz ist, da wird auch mein Herz sein (Mt 6,21). Liebe ich Gottes Gesetz, werde ich beständig über seine Wahrheit und Vollkommenheit nachdenken; und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr liebe ich es. Das Sinnen über Gottes Wort ist damit beides: der Beweis, dass ich es liebe, und das Mittel, die Liebe zum Gesetz zu stärken. Ich werde im Buch der göttlichen Offenbarungen vom göttlichen Geist an der Hand genommen und von einer Schatzkammer zur nächsten geführt. Es enthüllen sich meinem anbetenden Herzen Gottes Geheimnisse der Schöpfung und Erlösung, der Regierung und des kommenden Gerichts, der göttlichen Ratschlüsse mit der Menschheit, mit seinem Volk und mit mir, seiner Gedanken über seinen Sohn und alle Wunder der Menschwerdung Gottes. Über dieses Wort will ich sinnen Tag und Nacht (Ps 1,2). Wenn ich morgens erwache, ist Gott und sein Wort mein erster Gedanke, bevor ich mich schlafen lege, bin ich in Gedanken bei seinem Wort. Zuweilen stehe ich sogar nachts auf, um sein Wort zu lesen und betend in mir aufzunehmen. Ich lese es täglich, ich rede von ihm, versuche, es immer besser zu verstehen; ich lerne es auswendig, halte die Ohren offen, wenn es vorgelesen und erklärt wird, und nichts erfreut mich mehr, als wenn man seine Vollkommenheiten preist.