Vereist

So schlimm war der See ja schon lange nicht vereist! Kaum Fläche für die armen Vögel!!!

Aber die ersten Krokusse schauen schon in die Sonne!
Und einen „selten Vogel“ habe ich auch vor die Linse bekommen. Leider haben wir den Haubentaucher von gestern nicht mehr gesehen – hoffentlich hat er die „Eisnacht“ überlebt.


Dann wurde uns heute erzählt, dass beiden letzen Jungschwäne wohl doch immer wieder zurück zum See gekommen sind, so dass gegen Mittag die Feuerwehr die beiden Jungschwäne abgeholt haben solle – der eine vereltzt an den Füßen und (blutige Beine) und der ander völlig entkräftet.

Thomas 21. Februar 2011 Schwäne,Weißensee 6 Kommentare Trackback URI Kommentare RSS

6 Kommentare zu “Vereist”

  1. Thomasam 22. Februar 2011 um 12:25 Link zum Kommentar

    Vielen Dank an die Berliner Feuerwehr!
    Diese haben mir heute früh bestätigt, dass die beiden Schwäne am 7.Februar abgeholt wurden – und in die Tierklinik Düppel gebracht.
    Nun warte ich auf Antwort von dort, was mit den beiden Schwänen passiert ist.

  2. venalisoam 22. Februar 2011 um 12:30 Link zum Kommentar

    Die Nachricht, dass beide letzten Jungschwäne in solchem erbärmlichen Zustand von Feuerwehrleuten vom Weißensee abgeholt wurden, machte mich natürlich sehr traurig. Hoffentlich sind sie in guten Händen und werden bald an einem eisfreien Gewässser nach der ärztlichen Behandlung ausgesetzt.
    Dass die Jungschwäne an den Ort, wo sie geschlüpft und aufgewachsen waren, immer wieder zurückkehren, ist es keine neue Geschichte.
    Aber in dem Fall am Weißensee, meiner Meinung nach, waren die Jungschwäne zu sehr an den Ort gebunden, vor allem durch die Zufütterung im Winter. Nach der Trennug waren sie praktisch hilfslos und wie der Fall zeigt – ohne weitere Hilfe seitens Menschen nicht überlebensfähig.
    Obwohl ich auch im Winter Wasservögel füttere, denke ich immer öfter daran, dass damit wir Menschen aufhören müssen. Der wunderschöne Wasservogel Schwan ist geboren, um zu fliegen. Wenn er von uns keine „milde Gabe“ bekommt, wird er in wärmere Ecken ziehen. So ist es von Natur aus im Verhalten der Schwäne.
    Andererseits, denke ich, ist es zu spät für solche Exeperimente mit den Berliner und Brandenburger Schwänen, da sie seit Jahrhunderten vom Menschen in der Winterzeit zugefüttert waren. Die sind jetzt halbzahm. Ihr Verhalten ist vom Mensch im Laufe der Zeit verändert.
    So gesehen, alle drei Jungschwäne am 6.02 zum Obersee umzusiedeln, war der Situation entsprechend eine richtige Entscheidung. Und nicht „Tierquällerei“ wie manche dachten, sondern Notwendigkeit. Die Strapatzen für die Tiere wären ersparrt gewesen.

  3. Thomasam 22. Februar 2011 um 12:37 Link zum Kommentar

    Antwort aus Düppel:
    beide Schwäne sind genesen, und sind beide schon wieder freigelassen worden.

  4. Thomasam 22. Februar 2011 um 12:49 Link zum Kommentar

    Die Schwanenfamilie war mindestens zweimal schon „weggeflogen gewesen“ – aber leider kamen sie immer wieder komplett wieder zurück.

    Ich denke, wenn die beiden Jungschwäne nicht wieder zurück in den See getrieben worden wären, wäre die Situation auch nicht „so entgleist“. Die letzten Jahre hat der Schwanenvater die Jungschwäne im Spätherbst vertrieben – und es ist immer gut gegangen…. Warum dieses Jahr die beiden letzten Jungschwäne so widerwillig waren – liegt meiner Meinung nach weniger an der Form ob die Tiere zahm sind oder nicht, sondern eher daran, dass wir Menschen den Tieren eigentlich keine Fläche zum Leben mehr übrig lassen. Jede Wiese, jeder Acker muss genutzt werden – wenn möglich nicht nur mit Zaun sondern am Besten noch Beton 🙁 … da bleiben den Tieren wenig Möglichkeiten die „Freiheit“ zu genießen.

    Dass dann die Verlegung an einen anderen See nur mit Kescher und Feuerwehr möglich ist, ist natürlich mehr als trautig. Ich überlege schon wie man die Personen erreichen kann, die sich so vehement geweigert hatten, den betreffenden Tieren schon am Vorabend helfen zu lassen 🙁

  5. venalisoam 22. Februar 2011 um 20:31 Link zum Kommentar

    Nun freue ich mich, dass beide Jungschwäne nach der Behandlung in der FU-Tierklinik in Düppel wieder gesund und bei Kraft sind und sich irgendwo mit anderen Artgenossen aufhalten.
    Ähnliches Szenarium, mit Feuerwehreinsatz, habe ich am Abend des 6. Februars vorgeahnt. Um zu starten braucht ein Schwan eine Anlaufbahn von ca. 15 Meter, um seinen schweren Körper in die Lüfte zu heben. Die Weißenseer Jungschwäne hatten sie nicht, weil die Altschwäne sie nicht mehr ins Wasser reingelassen haben. Wo noch konnten die Jungschwäne starten? Zwischen den riesigen Bäumen um den Weißensee herum? Oder vom Strand her?
    Da hat hier Thomas völlig Recht, der Mensch lässt den Tieren immer weniger Fläche zum Leben.
    Apropos Zäune und Beton… Am 6. Februar, als Ralf und ich zum See kamen, waren zwei Jungschwäne auf dem Gehweg die Berliner Allee entlang. Noch einen Augenblick und sie wären auf der Straße zwischen den Autos gewesen. Ich versuchte die Jungen in die Richtung See zu lenken. Einer der beiden lief laut vor Angst (das war der, der zum Obersee gebracht wurde) nach oben Richtung Zaun, linke Seite von der Kneipe. Dann war der Zaun aus Metall vor seiner „Nase“. Ich sah, wie erschrocken das Tier war. Und ich sah zugleich unzählige kaputte Flaschen und Glasscherben ringsherum liegen. Einfach ein Wunder, dass sich dieser Schwan nicht verletzt hat. Aber am nächsten Tag hat sich wahrschenlich der andere Jungschwan an solcher Glascherbe verletzt. Thomas schrieb vom verletzten Bein.
    Einfach unglaublich, was manche Menschen in der Natur hinterlassen.
    Der zweite Punkt: Beton. Ja, das stimmt, es gibt zu viel Beton am Weißensee. Wenn ich von oben – von der Berliner Allee – zum See schaue, sehe ich erstmal dieses schreckliche Gebilde, wo die Kneipe gedeiht. Das dominiert über dem See. Die natürliche Schönheit des alten Sees ist dadurch beraubt. Dieses Gebilde mit Grafiti-Schmirerei ist Art Geschwulst am Körper der Natur.
    Vielen, die diese Kneipe besuchen, wird bestimmt nicht gefallen, was und wie ich schreibe. Muss auch nicht gefallen.
    Ich habe nichts gegen das Baden. Aber es muss nicht unbedingt da sein: eine Vergnügungsgaststätte, und schon gar nicht mit den Palmen. Die Palmen gehören nicht in unsere Breite. Genießt doch wunderschöne alte Bäume, die den See umsäumen, solange sie stehen…
    Schade, dass viele, die meiner Meinung sind, nur davon reden, den Blog von Thomas anschauen, aber kein Kommentar hinterlassen. Solange wir schweigen, bleibt es so, wie es ist. oder wird es noch schlimmer.

  6. Berliner Schwanensee Blogam 23. Februar 2011 um 02:03 Link zum Kommentar

    […] Wie schon berichtet, wurde von den 4 Jungschwänen am Weißen See ein Jungschwan, welcher eine Verletzung am Bein hatte, nach erfolgreicher Behandlung im Tierheim Berlin-Falkenberg am 23. Januar am Tegeler Hafen von mir wieder in die Freiheit entlassen. Nachdem die 3 verbliebenen Jungschwäne seit dem 5. Februar von den Elternschwänen vom See vertrieben wurden und sich 2 Jungschwäne erschöpft und verängstigt am 6. Februar nachmittags in unmittelbarer Nähe der Berliner Allee befanden, konnte ein Jungschwan von mir mit Hilfe einer Tierfreundin mit dem Auto an den Obersee umgesetzt werden. Geplant war, auch die beiden anderen Jungschwäne, die sich nur noch an Land aufhalten konnten, an den Obersee zu bringen. Leider verhinderten vermeintliche „Tierfreunde“ dieses Unterfangen. Obwohl sie von mehreren Leuten über den Sachverhalt aufgeklärt wurden, bezeichneten sie mich als „Spinner“, sprachen von „Tierquälerei“ und versuchten auch die Polizei davon zu überzeugen. Die beiden Jungschwäne mußten so leider erschöpft und desorientiert an Land verbleiben. Wir hatten gehofft, dass sie am nächsten Tag dann hoffentlich unbeschadet wegfliegen, aber leider hatte sich dieser Wunsch nicht erfüllt.

    Heute erfuhr ich von der Weißenseer Feuerwehr, dass am Vormittag des 7. Februar (10 – 12.50 Uhr) ein Einsatz mit mehreren Fahrzeugen zur Rettung der beiden Jungschwäne erfolgte mußte.

    […]

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