wieder kostenlos. Eurer Geld ist mir echt egal, es geht mir um euch!

Siehe, dieses dritte Mal stehe ich bereit, zu euch zu kommen, und werde nicht zur Last fallen, denn ich suche nicht das Eure, sondern euch. Denn die Kinder sollen nicht für die Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern für die Kinder.
Elberfelder 1871- 2.Korinther 12,14

Ich habe schon die nötigen Vorbereitungen getroffen, um ein drittes Mal zu euch zu kommen, ´und auch diesmal` werde ich euch nicht zur Last fallen. Denn es geht mir nicht um euren Besitz, es geht mir um euch selbst. Schließlich sollen nicht die Kinder für den Unterhalt ihrer Eltern aufkommen, sondern die Eltern für den Unterhalt ihrer Kinder.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 2.Korinthwr 12:14

Siehe, dieses dritte Mal alte ich mich bereit / habe ich Bereit /schaft, zu euch zu kommen, und ich werde euch nicht zur Last fallen; denn ich suche nicht das Eure was euch / gehort, sondern euch. Denn nicht die Kinder sind ver pflichtet, für die Eltern Schätze zu speichern, sondern die Eltern für die Kinder.
Berd Fischer – Grundtextnahe Übersetzung des Neuen Testaments – 2.Kor 12,14

Das im Judentum es eigentlich nur „kostenlose Belehrung“ gab, d.h. Rabbis für ihre Lehren kein Geld bekamen, habe ich ja schon öfter geschrieben. Das heißt aber auch, dass es keine leitenden Gruppe gab, die sich von den anderen bezahlen ließ! Im Gegenteil – jeder musste für seine eigenen Lebensgrundlagen kümmern – und erlebte so den Segen Gottes. Halt so wie in einer Familie, wo ja eigentlich nicht die Kinder für den Lebensunterhalt zu sorgen haben! Paulus war ein wirklich gutes Beispiel für heutige Lehrer!


τρίτον τοῦτο adv. jetzt zum dritten Mal (BDR § 2485). ἑτοίμως bereit; ἑτοίμως ἔχω ich bin bereit. ἐλθεῖν Aor. Inf. ἔρχομαι. κατα-ναρκήσω Fut. V. 13. τὰ ὑμῶν das Eure, euren Besitz (gen. poss., A154). ὀφείλω V. 11. τὰ τέκνα hier die (unmündigen) Kinder (EWNT 2, Sp. 371). γονεῖς8 έων οἱ Eltern; dat. commodi (A173). θησαυρίζειν Inf. θησαυρίζω (Schätze/Reichtümer) ansammeln, sparen.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Siehe, dieses dritte Mal stehe ich bereit, zu euch zu kommen.« Man kann darunter verstehen, dass der Apostel dreimal bereit gewesen ist, Korinth zu besuchen, aber in Wirklichkeit nur einmal dort gewesen ist. Der beabsichtigte zweite Besuch kam nicht zustande, weil er nicht zu hart mit den Gläubigen umgehen wollte. Nun ist er »bereit«, zum dritten Mal hinzureisen, und dieser Besuch wird dann sein zweiter sein.
Es kann aber auch bedeuten, dass er jetzt zu seinem »dritten« Besuch aufbrechen wollte. Über den ersten Besuch wird in Apostelgeschichte 18,1 berichtet, der zweite war der tränenreiche Besuch (2. Kor 2,1; 13,1). Der jetzige wird dann der »dritte« sein.
Wenn Paulus kommt, ist er entschlossen, dass er ihnen »nicht zur Last fallen« will. Er meint natürlich damit, dass er von ihnen keinen finanziellen Lohn annehmen will. Er möchte von ihnen unabhängig bleiben, soweit es seinen materiellen Unterhalt betrifft. Dies ist darin begründet, dass er nicht an ihrem materiellen Reichtum, sondern an ihnen selbst interessiert war. Paulus interessierte sich mehr für Menschen als für Dinge.
Er möchte für die Korinther die Rolle eines Elternteils spielen. »Denn die Kinder sollen nicht für die Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern für die Kinder.« Dies ist einfach eine Aussage über das Leben, wie wir es kennen. Normalerweise sind es die »Eltern«, die hart und fleißig arbeiten, um dafür zu sorgen, dass die »Kinder« Nahrung und Kleidung haben. Die Kinder sorgen normalerweise nicht auf diese Art für ihre Eltern. Paulus will hier Folgendes sagen: Er möchte gern, dass die Korinther ihm erlauben, sich wie ein Vater um seine Kinder kümmern zu können.
Man sollte vorsichtig sein, in diesen Vers zu viel hineinzulesen. Es geht hier nicht darum, dass die Eltern für die Zukunft ihrer Kinder einen Schatz sammeln sollten. Das hat nichts mit zukünftigen Bedürfnissen, sondern nur mit den gegenwärtigen Notwendigkeiten zu tun. Paulus denkt daran, wie er für seine unmittelbaren Bedürfnisse aufkommen kann, wenn er in Korinth sein wird. Er war entschlossen, nicht von den Heiligen dort abhängig zu sein. Es gab keinen Gedanken daran, dass sie ein Altersruhegeld für ihn zurücklegen sollten. Auch ist nicht daran gedacht, dass er dies für die Korinther tun wollte.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

„Vergebt mir dieses Unrecht!“ Doch dann bestätigt er seinen Entschluß, von der Gemeinde keine Unterstützung anzunehmen. „Siehe, ich halte mich jetzt zum dritten Mal bereit, zu euch zu kommen, und werde [euch] nicht belasten.“ Er kündigt damit ausdrücklich seinen erneuten persönlichen Besuch in Korinth an. Es ist der „dritte“, wenn er den kurzen Zwischenbesuch mitrechnet. Auch bei diesem, jetzt bevorstehenden Besuch wird er die Korinther „nicht belasten“. Schon mit diesem Ausdruck weist er erneut darauf hin, daß sein Handeln doch nur zum Vorteil der Korinther geschieht. Die „Last“ dabei trägt er. Die Erleichterung haben die Korinther (vgl. 11, 7). Hatte Paulus in 11, 11 nur kurz die Meinung abgewehrt, er wolle aus Mangel an Liebe nichts von der Gemeinde in Korinth annehmen, stellt er jetzt diese mißtrauischen Gedanken gründlicher zurecht. Er zeigt den Korinthern, wie in seinem Verhalten — neben der Bloßstellung seiner Gegner — gerade seine Liebe zu ihnen zum Ausdruck kommt. Hell und klar steht es in dieser Ablehnung jeder Gabe aus der Gemeinde vor den Korinthern, daß es Paulus wirklich um sie selber geht, um sie selber ganz allein. „Denn ich suche nicht das Eure, sondern euch.“ Das ist der Grundsatz echter Liebe. Paulus bewährt sich darin als rechter „Vater“ der Gemeinde. „Denn nicht die Kinder sind schuldig, den Eltern Schätze zu sammeln, sondern die Eltern den Kindern.“ Im natürlichen Lebensbereich wissen Eltern zu verzichten und Opfer zu bringen, damit ihre Kinder vorwärts kommen und es einmal besser als die Eltern haben. Nun aber gibt es in der Gemeinde Jesu „geistliche Väter“, die erstaunlicher Weise für fremde Menschen in noch viel größerem Maße sich einsetzen. „Ich selbst aber will mit Freude Opfer bringen“, kann Paulus den Korinthern versichern. Sein Verzicht auf jede Unterstützung ist für ihn eine freie und frohe Sache, auch wenn dieser Verzicht ihn in bitteren Mangel führt.

de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Aber darin, daß immer wieder einzig dieser Punkt zur Sprache kommt, liegt seine vollständige Rechtfertigung. Zum drittenmal redet er nun über diese Sache; hier stellt er sie nicht mehr so dar, wie sie für ihn selbst Bedeutung hat und ihm den Ruhm vor Gott gewährt, wie 1. Korinther 9, auch nicht so, wie sie ihm als Waffe gegen die dient, die auch gern Apostel wären aber es nicht sind, wie 2. Korinther 11,12, sondern so, daß sie daran seine Liebe spüren sollen, die er zu ihnen hat. Er macht ihnen dadurch, daß er nicht Geld und Geldeswert von ihnen nimmt, deutlich, worauf sein Verlangen geht, nicht auf ihre Habe, sondern auf sie selbst. So hält es die echte Liebe: Sie will den Menschen, nicht sein Vermögen. Daß sie mit ihm geeint seien und ihm gehören, das ist sein Ziel. Er begehrt also ungleich mehr von ihnen als bloß eine Besoldung. Er handelt so, weil er sich als ihr Vater fühlt. Es gehört aber zum Amt der Eltern, daß sie für die Kinder Eigentum ansammeln. Nicht die Kinder statten die Eltern mit Vermögen aus, sondern umgekehrt. So ist es auch in seinem Verhältnis zu ihnen begründet, daß er für sie sorgt, nicht sie für ihn, daß nicht er der Empfänger ihrer Wohltat ist, sondern sie die der seinen. Damit richtet er nicht willkürlich eine Ungleichheit zwischen ihnen auf, sondern das folgt mit natürlicher Einfachheit daraus, daß er ihr Vater ist.

Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament

Den dritten Besuch (nach dem so unerquicklichen kurzen Zwischenbesuch; vgl. 2Kor 2,1) hat sich der Apostel ganz fest vorgenommen. Das »Ich bin jetzt bereit« findet seine Begründung darin, dass er mit diesem Brief, den Titus überbringen wird, alles vorbereitet hat. Auch dann aber wird er keine Unterstützung von der Gemeinde wollen. Er gibt ihnen dafür eine schon im natürlichen Zusammenleben einleuchtende Erklärung: Es sparen doch nicht die Kinder für die Eltern, sondern das tun Eltern für ihre Kinder. Und der Apostel ist der geistliche Vater der Gemeinde. Deshalb nimmt er nicht, sondern gibt. »Nicht suche ich das Eure, sondern euch«, so spricht die tiefe Liebe des Vaters zu seinen Kindern, die Christusliebe, die niemals »das Ihre sucht« (1Kor 13,5; vgl. auch Röm 15,2; 1Kor 10,24.33; Phil 2,4).

Gerhard Maier – Edition C

Wir stehen hier einem der großen Probleme dieses Briefes gegenüber, das sich in 13,1 wiederum stellt. Es geht um die Frage, wie oft Paulus in Korinth gewesen ist. Bedeuten die Worte „Siehe, dieses dritte Mal stehe ich bereit zu euch zu kommen“ und die Worte „Dieses dritte Mal komme ich zu euch“, daß er sich zum dritten Mal vorbereitet, zu ihnen zu kommen, oder bedeuten sie, daß er bereits zweimal bei ihnen gewesen ist und sie bald wieder besuchen wird? Letzteres hat viele Befürworter, von denen einige sagen, daß man diesen Aussagen gar keine andere Bedeutung geben könne. Unter den Anhängern dieser Sicht besteht beträchtliche Verwirrung darüber, wann der zweite Besuch stattfand. Wenn nach dem ersten Brief, wo ist dann die Grundlage für den Vorwurf, er habe sich nicht an sein Versprechen gehalten, als er in 16,5 einen Besuch angekündigt hatte? Er widerlegt im 1.Kapitel (1Kor 1) dieses Briefes diesen Vorwurf. Wenn er andererseits stattfand, bevor er den ersten Brief geschrieben hatte, warum machte er im ganzen Brief nicht den geringsten Hinweis darauf? Die Tatsache, daß in der Apostelgeschichte kein solcher Besuch erwähnt wird, entscheidet die Frage nicht, denn vieles, das wir aus diesem Brief über die Reisen des Paulus erfahren, ist von Lukas nicht festgehalten worden. Die Grammatik des vorliegenden Verses erlaubt beide Deutungen, denn der Ausdruck „dieses dritte Mal“ kann entweder mit „stehe ich bereit“ oder mit „kommen“ verknüpft werden, so daß beides möglich ist: „Dies ist das dritte Mal, daß ich Vorbereitungen treffe, um zu euch zu kommen“; oder: „Ich bin bereit, euch zum dritten Mal zu besuchen“. Trotz vieler schriftlich vorgetragener Äußerungen über einen zweiten kurzen Besuch, müssen wir aus dem ganzen Tenor beider Briefe schließen, daß Paulus seit seinem langen Aufenthalt nicht mehr in Korinth gewesen ist. Man muß annehmen, daß wir etwas von einem zweiten Besuch erfahren hätten, hätte er stattgefunden, sei es aus der Apostelgeschichte oder noch eher aus diesem Brief. Wir fragen doch wohl nicht ohne Grund: Warum sollte er Timotheus und Titus nach Korinth senden, wenn er selbst dort gewesen und aus eigener Anschauung von ihrem Zustand gewußt hätte? Wenn wir die Meinung einiger vertreten, er sei von einem Gemeindeglied beleidigt worden, und daß es sich dabei um die in 2,5-10 und 7,12 erwähnte Person handelt, dann stehen wir vor der unüberwindbaren Schwierigkeit, seine apostolische Autorität zu erklären. Wäre er nicht in der Lage gewesen, bei einem zweiten Besuch mit dem Beleidiger fertig zu werden, wie hätte er die Korinther angesichts eines dritten Besuches vor der Strenge seiner Hand warnen können? Es liegt nichts Außergewöhnliches in seiner Art, von einem beabsichtigten, aber gescheiterten Versuch, sie zu besuchen, zu reden, so, als hätte er bereits stattgefunden; denn in 1Kor 16,5 sagt er „denn ich ziehe durch Mazedonien“, wo er lediglich von seiner Absicht spricht.
 Er führt seine Aussage über den Besuch mit einem „Siehe“ ein – ein Ausdruck, den er dann gebraucht, wenn er von etwas Aufsehenerregendem sprechen will, was besondere Beachtung verdient. Dies ist der sechste und letzte Beleg von „siehe“ in diesem Brief, und er steht vor seiner Aussage über den bevorstehenden Besuch. Obwohl einige in Korinth ihm unterstellt hatten, er gehe ihnen aus dem Weg und bleibe bewußt ferne, kündigt er an, daß er bereitstehe, zu ihnen zu kommen. Er ist davon überzeugt, daß er den Willigen durch sein Warten genügend Zeit zur Buße gewährt hatte und daß gleichzeitig die Leute, die seine Warnungen in den Wind geschlagen hatten, keine Entschuldigung hatten, wenn er streng mit ihnen verfahren sollte.
 Ein weiteres Mal bezeugt er seine Unabhängigkeit. Er hat keine Absicht, sich von dem Grundsatz zu lösen, dem er bei seinem ersten Besuch und in der dazwischenliegenden Zeit gefolgt war; denn er war eisern entschlossen, ihnen unter keinen Umständen „zur Last zu fallen“. Alle falschen Schlüsse, die sie daraus gezogen haben mochten, konnten ihn nicht veranlassen umzudenken, noch sollten sie sich irgendwelche Hoffnungen machen, er werde bei seinem Besuch seine Meinung ändern. Er sieht sie als seine Kinder an, und wie jeder gute Vater ist er nicht auf ihre Reichtümer aus, sondern wünscht ihr Wohlergehen. Sein Wunsch ist es, daß seine Familie reich sei. Die Korinther besaßen materielle Reichtümer, die sie gerne mit ihm geteilt hätten, wie sie es offenkundig mit den falschen Aposteln getan hatten, aber er hatte Schätze für sie gesammelt, die von unvergänglichem Wert waren, die er ihnen frei mitteilen wollte. Obwohl sie wie Könige regiert hatten und wohlhabend waren, gab es geistliche Reichtümer, wie sie im Epheserbrief entfaltet werden, von denen sie nichts besaßen. Im ersten Brief hatte er das Bild der Familie im Zusammenhang mit unterschiedlicher Nahrung eingeführt (3,1.2), und jetzt verwendet er das gleiche Bild im Zusammenhang mit Besitztümern. Wer hätte den Wert der Reichtümer des Apostels einschätzen mögen? Welch Vorrecht hatten doch die Korinther, einen so reichen Vater zu haben! Es ist ein trauriges Bekenntnis, daß die Gläubigen mehr bekümmert sind über die materielle Armut der Mitgläubigen als über ihre geistliche Armut.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt