Schlagwort: Glauben

niedergemacht und benachteiligt?

Freuen dürft ihr euch, wenn sie euch beschimpfen und verfolgen und verleumden, weil ihr zu mir gehört. Freut euch und jubelt, denn bei Gott erwartet euch reicher Lohn. So haben sie die Propheten vor euch auch schon behandelt.«
Gute Nachricht Bibel 2018 Matthäus 5,11–12

Und nicht nur das. Haltet euch jedes Mal für gesegnet, wenn euch Leute niedermachen oder benachteiligen, wenn sie Lügen über euch verbreiten, um mich in Misskredit zu bringen. Ihr werdet – so unwahrscheinlich das jetzt noch für euch klingen mag – in solchen Situationen eine ganz tiefe Freude empfinden, ja regelrecht fröhlich sein. Und das ist erst der Anfang der Belohnung. Gott wird den Himmel weit für euch öffnen. Und denkt daran, dass ihr in bester Gesellschaft seid. Meine Propheten und Zeugen sind in allen Jahrhunderten drangsaliert worden.
Willkommen daheim Matthäus 5:11–12

Heute wird ja viel gejammert. Hatte den Vers schon vor 2 Jahren – aber aus dem Blickwinkel, dass es in christlichen Strömungen oft „Ausgrenzung“ von „Abweichlern“ gibt.
Aber heute gibt es viele Christen, die sich wegen politischen Problemlösungen „Sorgen machen“ und deshalb „auf die Straße gehen“ – ist das unter der obrigen Aussage Jesu zu verstehen??

Es gilt nun, die beiden Grenzpfähle der Seligpreisung in Mt 5, 11 zu beachten. Der eine Grenzpfahl ist die Beifügung: »sofern sie dabei lügen«. Man könnte diese Beifügung als spezielle Erläuterung zu »sie bringen alles Böse gegen euch vor« auffassen. Ebenso gut ist es aber möglich, die Beifügung auf den ganzen Satz zu beziehen. Der Sinn ist dann: »Sofern Schmähung und Verfolgung und Anklage nicht durch eure eigenen Fehler hervorgerufen werden.« Wir möchten diesen weiteren Sinn bevorzugen (vgl. 1 Petr 2,19; 3,14ff.; 1 Petr 4,14ff.). Es ergibt sich also, dass Jesus auch bei seinen Jüngern noch mit Verfehlungen rechnet. Er will aber auf jeden Fall verhindern, dass sich jemand vor Gott oder den Brüdern als Glaubensverfolgter ausgibt, obwohl die Verfolgungsmaßnahmen in seinem eigenen Fehlverhalten begründet sind. Der zweite Grenzpfahl ist durch die Stellung im Urtext noch mehr unterstrichen und lautet: »um meinetwillen«. Die alten Handschriften weichen hier voneinander ab. Im Westen las man statt »um meinetwillen« häufig »um der Gerechtigkeit willen«. Syrische Textzeugen haben »um meines Namens willen«.
Blicken wir zu Lukas 6,22 , dann lesen wir dort: »um des Menschensohnes willen«. Vermutlich hat Jesus den Wortlaut von Lukas 6,22 , benützt. Daraus ergeben sich dann die anderen, abkürzenden Überlieferungen. Der Sinn ist aber in sämtlichen Überlieferungen derselbe: Um Jesu willen soll die Verfolgung geschehen. Das letzte Motiv der Verfolgung liegt somit in unserer Verbindung mit Jesus! Nicht um der Kirche willen, nicht um eines »christlichen Einflusses« willen, nicht um unserer Treue zum Pfarrer, Prediger, Bischof u. dgl. willen können wir uns zu den Glücklichen der letzten Seligpreisung zählen, sondern allein um Seinetwillen! Am Ende der Seligpreisungen tritt also erstmals in der sog. Bergpredigt klar hervor: Unser Verhältnis zu Jesus hat schicksalentscheidende Bedeutung. In Mt 5, 10 hieß es noch: »um der Gerechtigkeit willen«. Jetzt heißt es: »um Jesu willen«. Die Gleichung: Jesus unsere Gerechtigkeit, die Paulus in 1 Kor 1,30 vornimmt, ist wurzelhaft schon in der »Berglehre« vorhanden. Jesus lehrt nicht Sätze, die abgesehen von seiner Person Bedeutung haben, sondern Sätze, die unzertrennlich an seine Sendung als Gottessohn geknüpft sind. Darin liegt ein zentraler Unterschied zu den Rabbinen. Angesichts dessen ist es noch einmal unmöglich, die achte und die neunte Seligpreisung zu einer einzigen zusammenzuschieben. Vielmehr führt Jesus am Ende der Seligpreisungen bewusst zu seiner Person hin.
Wir sprachen von den Grenzpfählen der letzten Seligpreisung. Dazu müssen wir noch eine Anmerkung machen, die für unser Urteil und unsere Seelsorge wichtig ist. Die Strategie des Teufels ist es immer gewesen und wird es immer sein, die Motive möglichst zu vermischen. D. h. ganz praktisch z. B.: Eine Diktatur wartet, bis ein Christ sich etwas zu Schulden kommen lässt, und packt ihn dann bei seinem Vergehen, will aber eigentlich die Glaubensverbindung mit Jesus bestrafen. Oder umgekehrt: Ein Christ leidet im Grunde wegen seiner Schuld, macht es aber plausibel, dass auch Glaubensgründe bei der Verfolgung im Spiel sind. Hier braucht die Gemeinde Weisheit und wartende Geduld, um solche Fälle richtig einzuordnen. Für uns selbst aber brauchen wir ein enges Gewissen, um uns nicht selbst zu betrügen.
Vor dem Hinweis auf die göttliche Gabe schaltet Jesus am Beginn von Mt 5,12 die Aufforderung zur Freude ein: »Freut euch und jubelt!« Das Wort für jubeln ist ein typisch endzeitliches Wort, vgl. Off 19,7 . Allein dies eine Wort macht deutlich: Jesus sieht jetzt die Endzeit angebrochen. Leider gibt der Luthertext dem keinen Ausdruck.
Was ist der Grund zur Freude? »Denn euer Lohn ist groß im Himmel«, sagt Jesus. Die Wendung »im Himmel« ist wieder jüdische Umschreibung für den aus heiliger Scheu vermiedenen Gottesnamen. Der »große Lohn« – was sollte es anderes sein als die Zugehörigkeit zum Gottesreich, von der alle Seligpreisungen sprechen? Das biblische Wort vom »Lohn« hat viele Angriffe erfahren. Den einen klingt es zu pharisäisch, den anderen erscheint es als philosophisch minderwertig. Soll doch nach den Philosophen das Gute nicht um des Lohnes willen, sondern um des Guten willen getan werden. Wir sollten aber aus folgender Erwägung ruhig an diesem Wort festhalten: jedem biblischen Leser ist klar, dass »Lohn« in den Verheißungen Gottes keine Abrechnung auf Mark und Pfennig bedeutet, sondern eine vom allmächtigen Schöpfer und liebenden Erlöser völlig frei festgesetzte Antwort auf unser Tun. Es gibt keinerlei Rechtsanspruch mit »Soll« und »Haben« diesem Gott gegenüber, da wir alle gesündigt haben und nur aus Gnade leben – wörtlich und geistlich verstanden. Zweitens ist jeder Mensch so geschaffen, dass er fragen muss, was bei seinem Handeln herauskommt. Ohne Ziele kann der Mensch weder leben noch handeln. Wenn die Philosophie vom Tun des Guten »um des Guten willen« redet, so verbirgt sich darin das Ziel, sich an seinem Handeln selbst zu erfreuen. Wir müssen die falsche Konstruktion eines absichtslosen Menschen als etwas völlig Unrealistisches aufgeben. Wie der Schöpfer selbst hat auch »der kleine Schöpfer« Mensch seine Ziele und soll sie sich bewusst machen.
Jesus schließt mit dem Hinweis: »Denn genau so haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren«. Dasselbe sagte er in Mt 23,29ff.); Mt 23,37 . Dort nennt er Abel und Sacharja als Beispiele (nicht zu verwechseln mit dem Sacharja unter den sog. »kleinen Propheten«!). Andere Beispiele wären Jeremia, Elia, Micha ben Jimla, Amos und Johannes der Täufer. Auch den königlichen Propheten David könnten wir dazuzählen. So wie die Psalmen 78 und 106 und Stephanus Israels dauernde Hartnäckigkeit gegen Gott beklagen (Apg 7,2ff.), so beklagt Jesus die Misshandlung der göttlichen Boten durch Israel. Zugleich enthält aber auch dieser Hinweis eine Lockung: Jesu Jünger werden als Gottes Boten mit den Propheten Israels auf eine Stufe gestellt (vgl. Eph 2,20)!
Insgesamt ergibt sich, dass Jesus prophetisch in einer Zeit, als er noch nicht im Kampfe stand, die Verfolgung seiner Jünger durch Israel und die Völker angekündigt hat. Gerade die um seinetwillen Verfolgten preist er glücklich. Seine Jünger werden also rechtzeitig und genügend vorbereitet. Die Kosten der Nachfolge werden nicht verschwiegen. Allein diese Prophezeiung schon ist und bleibt ein Trost für alle, die um seines Namens willen ins Feuer kommen. Sodann tröstet uns, dass wir gerade in der Verfolgung ein Zeichen dessen sehen dürfen, dass wir lebendige Christen sind. Und drittens tröstet uns der Lohn, der uns nach Jesu Worten zufällt. Halten wir auch da wieder fest, dass der Lohn der Zugehörigkeit zum Gottesreich schon hier in diesem Leben gegeben wird, dass er aber in der Zukunft seine volle Herrlichkeit und seine Vollendung erfahren wird. Wie Luther können wir sagen: »Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, lass fahren dahin! Sie habens kein Gewinn. Das Reich muss uns doch bleiben!«

Edition C

Bei aller Ähnlichkeit mit der vorherigen Seligpreisung besteht doch ein Unterschied: Hier spricht der Herr nicht von dem Leiden um der Gerechtigkeit willen, sondern von Schmähungen, Verfolgungen und bösen Worten um Seinetwillen. Es geht also um die Person unseres Herrn und um das Bekennen Seines Namens. Das Leiden um der Gerechtigkeit willen ist eine Folge unserer moralischen Haltung und unserer Handlungen, das Leiden um Jesu willen eine Folge unseres Bekenntnisses zu Ihm.
Bekenntnis zu Jesus
Zwar kennen wir in den demokratisch regierten Ländern keine offiziellen Verfolgungen von Christen, wie sie noch heute in einigen Ländern vorkommen. Nach dem deutschen Grundgesetz darf unter anderem niemand wegen seines Glaubens und seiner religiösen Anschauungen benachteiligt werden; die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Aber das bedeutet nicht, dass alle Menschen den Christen gut gesonnen sind. Wie mancher junge Gläubige hat den Spott und die Schmähungen seiner Kameraden erfahren, wenn er beim Eintritt in das Berufsleben an seiner Arbeitsstelle, bei der Bundeswehr oder beim Ersatzdienst bekannte: „Ich glaube an den Herrn Jesus als meinen Erlöser!“ Es kann sogar sein, dass es nicht bei Schmähungen und lügnerischen Verleumdungen, d.h. Worten, bleibt, sondern zu Verfolgung, d.h. Taten kommt. Mit dem Wort „wenn“ will der Herr nicht nur eine eventuelle Möglichkeit andeuten, sondern auf eine sicher zu erwartende Tatsache hinweisen. Wer sich öffentlich und mutig auf die Seite unseres Herrn und Heilandes stellt, indem er sich zu Ihm bekennt, wird Verachtung, Spott und Hohn ernten. Dabei geht das Leiden um Jesu willen und um der Gerechtigkeit willen oft in einander über. Manchmal wird bereits mit Hohn und Verachtung reagiert, wenn der Name des Herrn Jesus freimütig bekannt wird. Manchmal wird dies zwar noch mitleidig lächelnd hingenommen, aber sobald sich der Gläubige dann auch durch sein praktisches Verhalten als Christ erweist, gibt es Ablehnung und Hass.
Satan versucht immer, die Jünger des Herrn davon abzuhalten, seinen Namen zu bekennen. Er flüstert der Seele ein: „Ist es denn wirklich nötig, jetzt von dem Herrn Jesus zu sprechen? Du brauchst doch nicht immer von dem Evangelium zu zeugen!“ Er will ja nicht nur das Bekenntnis zu Christus als Herrn verhindern, sondern auch die Ausbreitung der Botschaft seiner Gnade. Aber für den, der den Herrn wirklich liebt, kann und darf es kein Schweigen, keine Rücksichtnahme auf die eigene Stellung, auf das Fortkommen der Kinder und auf was sonst noch alles geben. Ist Er es nicht wert, dass wir uns rückhaltlos zu Ihm bekennen, auch wenn dies vermeintliche Nachteile mit sich bringen könnte?
Ein Beispiel für dieses Leiden um des Herrn Jesus willen bieten die Apostel in Apostelgeschichte 4 und 5. Nachdem sie viele geheilt und zum Herrn geführt hatten, wurden sie von den Führern der Juden gefangen genommen und aufgefordert, nicht mehr von dem Namen Jesu zu sprechen (Apg 4,18; 5,28). Aber sie konnten und wollten nicht schweigen. Als sie dann nach ihrer zweiten Verhaftung und wunderbaren Befreiung wieder bedrängt und schließlich sogar geschlagen worden waren, wie gingen sie dann vom Synedrium fort? Voller Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden (Apg 5,41).
Freude
So fügt auch der Herr Jesus seiner Seligpreisung hinzu: „Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln.“ Es gibt nichts Höheres, als Christus als Erlöser und Herrn zu besitzen. Er ist es wert, dass wir uns offen zu Ihm bekennen. Für eine ängstliche Seele und für das Fleisch mögen die vermeintlich drohenden nachteiligen Folgen eines treuen Bekenntnisses unseres Heilandes schwer wiegen. Aber der Herr sagt etwas anderes: „Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln.“ Die Jünger des Herrn sollen sich nicht trotz, sondern wegen der mit ihrem Bekenntnis verbundenen Leiden freuen (vgl. Röm 5,3; Jak 1,2). Auch wenn das Bekennen des Namens des Herrn zu irdischen Nachteilen führen sollte – was ja nicht immer der Fall ist –, ist der von Ihm selbst verheißene Lohn in den Himmeln unvergleichlich größer! Zu wissen, in den Fußstapfen des Herrn Jesus zu gehen, gibt schon Freude. Diese Freude wird vergrößert durch den verheißenen Lohn, der nicht mit der Erde, sondern mit dem Himmel in Verbindung steht (vgl. Mt 6,19).

Arend Remmers – Die Bergpredigt

Ein merkwürdiges Wort für den natürlichen Menschen. Nach seiner Meinung sind die Christen bedauernswerte Leute. Nach dem Urteil Jesu aber sind sie beneidenswerte Leute, die fortgesetzt Grund haben zu jauchzender, ja zu hüpfender Freude.
Der Sänger in Ps 73 singt: »Vergeht mein Fleisch und mein Herz – meines Herzens Fels und mein Teil ist Gott auf ewig.« Das ist also das Geheimnis der Freude im Herzen, daß sie an Gott genug haben. Mag die gottfeindliche Welt einen Paulus und Silas ins Gefängnis werfen, und mag sie die drei Freunde Daniels in den Feuerofen werfen, eines kann man ihnen nicht nehmen, die Gemeinschaft mit Gott. Und mag man den Ofen auch siebenmal heißer machen als gewöhnlich, der Herr geht mit in den Glutofen hinein als der vierte im Bunde.
Und wenn nun in V. 12 das Wort steht: »Denn euer Lohn ist groß in den Himmeln« und daraus gefolgert wird, die Gemeinde erleide deshalb das alles, weil sie ja belohnt würde dafür, weil sie also doch letzten Endes den pharisäischen Verdienst- und Lohngedanken vertrete und wiederum der Leistungsgerechtigkeit huldige, so ist eine solche Folgerung ein großer Irrtum. Nicht lohnende Vertröstung aufs Jenseits ist gemeint, sondern bei dem Wort »in den Himmeln« dürfen wir wohl an das »Königreich der Himmel« denken. Dieses »Königreich der Himmel« besteht, wie wir schon sagten, aus zwei Sphären, aus einer schon angebrochenen und einer noch zukünftigen. Beide Sphären bestehen gleichzeitig, greifen ineinander, liegen nebeneinander und nicht nacheinander.
Es sollte also nicht von einem Nacheinander der zwei Sphären und des darauffolgenden Lohnes geredet werden, sondern von der Gleichzeitigkeit des Leidensopfers der Jünger und der Annahme dieses Opfers durch den Herrn schon jetzt. Mit anderen Worten: Wo hier verworfen wird, ist dort jetzt schon Anerkennung. Während hier unten die Menschen die Jünger verletzen, verbindet und heilt sie der Herr. Während hier die Menschen den Jüngern Unrecht antun, tut der Herr ihnen fort und fort Gutes, schon hier und jetzt, aber anbruchsweise (incognito), dann aber vollendungsweise (publice), herrlich und groß, für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten.
Das Wort »Lohn« müßte besser mit Vergeltung im Sinne von Dank, Schenkung unverdienter Gottesherrlichkeit übersetzt werden. Weil das Geschenk der Gottesherrlichkeit, das dem Christusnachfolger dann wirklich, d. h. sichtbar mitgeteilt wird für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten, ohne Ende in ewig steigender Fülle, weil solch ein Geschenk ja überhaupt in keinem Verhältnis zu unserem Leiden und Arbeiten für den Herrn steht, darum kann auch nicht davon die Rede sein, daß das Wort »Lohn« im Sinne von »Bezahlung für eine geleistete Arbeit« zu verstehen sei!

Wuppertaler Studienbibel

Nein – wer heute sich wegen politischen Ansicht arangiert, wird NICHT wegen Christus verfolgt!

Schreib ein Buch über deine Erfahrungen

und du in deinem Herzen sprechest: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir dieses Vermögen geschafft! Sondern du sollst Jehovas, deines Gottes, gedenken, daß er es ist, der dir Kraft gibt, Vermögen zu schaffen; auf daß er seinen Bund aufrecht halte, den er deinen Vätern geschworen hat, wie es an diesem Tage ist.
Elberfelder 1871 – Dtn 8,17–18

Das dürft ihr alles niemals vergessen, hört ihr? Kommt nicht irgendwann so drauf, euch plötzlich selbst auf die Schultern zu klopfen. Fangt gar nicht erst so an nach dem Motto: ,Alles was wir haben, kommt nur durch unsere eigene harte Arbeit. Jeden Cent haben wir mit unseren eigenen Händen selbst verdient.‘ Ganz im Gegenteil muss euch echt klar sein, dass euer Gott, euer Chef, dafür gesorgt hat. Er hat euch die Kraft gegeben, Kohle zu verdienen. Er wollte seinen Vertrag, den er mit euren Vorfahren geschlossen hat, einfach durchziehen. Das Ergebnis kann man heute sehen.
VolxBibel – 5.Mose 8,17–18

Und du sprächest in deinem Herzen: Meine Kraft und die Macht meiner Hand hat mir dieses Vermögen bereitet (H. gemacht). 5Mo 4,31.
So gedenke Jehovahs, deines Gottes, denn Er gibt dir Kraft, das Vermögen zu bereiten (H. machen), auf daß Er Seinen Bund, den Er deinen Vätern geschworen hat, bestätige wie dieses Tages. 5Mo 4,31; 5,2.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – 5.Mose 8:17–18

Können wir einfach vergessen, was Jehovah für uns getan hat?
Ja, schon was gestern von IHM geschenkt wurde, kann heute in einem anderen Focus gesehen werden! Wir Menschen sind so vergeßlich! Gestern schenkte ER uns eine Wohnung, und heute wollen wir IHN nicht preisen oder SEIN Wort lesen – natürlich nicht weil wir IHN ärgern wollen, sondern weil es „wichtigeres zu tun gibt“. Gestern schenkte ER uns einen Ehepartner – und heute sehen wir nur noch die „vielen Fehler“ des Partners!
Was dagegen tun? Siehe Überschrift: schreibe alle guten Taten Jehovahs zu dir persönlich in ein persönliches Buch! Und dann lies darin, wenn du dabei bist, Jehovah den zweiten oder dritten Platz in deinem Leben einzuräumen!
Aber Jehovah hat mir noch nichts geschenkt???

Er ist es, der euch die Kraft gibt, Reichtum zu erlangen.“ Materieller Reichtum ist in dem Wort chayil enthalten. Chayil umfasst auch Nahrung, körperliche Gesundheit, militärische Fähigkeiten, geschäftlichen Erfolg und Ansehen.

The Complete Jewish Study Bible: Notes

IBN EZRA
Dieser Reichtum. Wörtlich: „diese Macht“; aber das Wort wird oft für Geld verwendet, das man durch die Macht der eigenen Anstrengungen gewinnt: „Die Törichten und Unwissenden gehen beide zugrunde und überlassen ihren Reichtum anderen“ (Psalm 49,11).

Deuteronomium 8:18
IBN EZRA
Denke daran, dass es der HERR, dein Gott, ist, der dir die Kraft gibt, Reichtum zu erlangen. Das heißt, erinnere dich daran, wenn es dir in den Sinn kommt zu sagen: „Meine eigene Kraft und die Macht meiner eigenen Hand“ (V. 17) und so weiter.

NAHMANIDES
Denken Sie daran, dass es der HERR, Ihr Gott, ist, der Ihnen die Kraft gibt, Reichtum zu erlangen. Das Wort, das hier mit „Reichtum“ übersetzt wird, bedeutet wörtlich „Macht“. Es ist bekannt, dass die Israeliten mächtige Kämpfer waren, die als Löwen oder als „ein reißender Wolf“ (1 Mose 49,27) beschrieben werden; sie besiegten tatsächlich die Könige von Kanaan im Kampf, weshalb sie denken könnten: „Meine eigene Kraft und die Macht meiner eigenen Hand haben mir diesen Reichtum gewonnen“ (V. 17). Aber in Ägypten, aus dem Gott Sie herausgeführt hat, hatten Sie weder Kraft noch Macht. In der Wüste hattet ihr nicht einmal die Kraft, euch selbst am Leben zu erhalten – er sorgte für all eure Bedürfnisse. So war auch diese Kraft, durch die ihr euren Reichtum erlangt habt, ein Geschenk des Herrn an euch. Wenn ihr Ihn vergesst, wird Er eurer Kraft und eurem Fleisch ein Ende setzen, und ihr werdet sicherlich untergehen, genau wie die Kanaaniter. Denn alle, „die den HERRN verlassen, werden umkommen“ (Jesaja 1:28).

Deuteronomium – Einführung und Kommentar

in Christi Nähe?

In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß, wo ich bin, auch ihr seiet. Und wo ich hingehe, wisset ihr, und den Weg wisset ihr.
Elberfelder 1871 – Joh 14,2–4

In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wäre dem nicht so, Ich hätte es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte (einen Ort) zu bereiten. Mt 25,34; Lk 14,22; 2Kor 5,1.
Und wenn Ich hingehe und euch eine Stätte (einen Ort) bereite, komme Ich wieder und werde euch zu Mir mitnehmen, auf daß ihr seid, wo Ich bin. Joh 14,18.28; 12,26; 17,24;1Thess 4,17.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Johannes 14,2–3

In dem Hause meines Vaters sind viele Aufenthaltsorte; wenn es nicht so wäre, würde ich euch sagen: Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingegangen bin, und euch eine Stätte bereitet habe, so komme ich wieder, (Offenbar nicht um noch einmal fortzugehen, und euch in den Himmel zu nehmen, sondern um in meinem Reiche zu kommen, und euch in dasselbe aufzunehmen. Dies nennt die Schrift: bei dem Herrn sein allezeit. 1Thes 4,16-17 .) und werde euch zu mir nehmen, damit wo ich bin, auch ihr seid. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr.
Die vier Evangelien des Reinhardt – Johannes 14:2–4

Wo bin ich zu Hause? Gerade in den letzten Tagen wieder erlebt, das Menschen einem sagen – teilweise direkt, teilweise durch ihre Taten: Für Gott habe ich später Zeit – jetzt will ich erst einmal leben!
Warum war das bei den Jüngern Jesu anders? Hatten sie ein anderes Bild über „ihr zu Hause“ und was es bedeutet „zu leben“?
Über das Thema – wo diese Wohnungen wohl sind – wie die meisten Christen sagen würden „im Himmel“ oder ob diese im zukünftigen Tempel sein werden – hatten wir ja schon vor einiger Zeit.

Jh 14,3 ἐάν fast = ὅταν (A346; B I1d). πορευθῶ Aor. Konj. Pass. (ohne Pass.-Bdtg.) πορεύομαι. ἑτοιμάσω Aor. Konj. ἔρχομαι fut. Präs. (H-S § 197c; A234). καί (drittes) fin. (BDR § 442,3; A311,3). παρα-λήμψομαι Fut. Med. -λαμβάνω; πάλιν ἔρχομαι καὶ παραλήμψομαι ὑμᾶς πρὸς ἐμαυτόν ich komme wieder, um euch zu mir zu nehmen/holen (H-S § 252,29). ἐμαυτόν14 Refl.-Pron. 1. Sg. ὅπου hier dort, wo (B 1aα; vgl. A358). ἐγώ, ὑμεῖς stehen betont (A122). ἦτε Konj. εἰμί.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Ja – als Christen freuen wir uns wohl, Zeit in der Nähe mit Christus zu verbringen? Oder? Oder genügt uns, dass wir uns alle paar Monate einmal mit anderen Christen treffen?

In Joh 14, 3 zieht Jesus den Vorhang vor der Zukunft wieder ein Stück beiseite: »Und wenn ich hingegangen bin und euch eine Stätte bereitet habe, werde ich wiederkommen und euch zu mir nehmen.« So ruhig spricht Jesus, dass kein Zweifel an der Erfüllung seiner Worte Raum hat. Er wird hingehen, und er wird den Seinen »eine Stätte bereiten«; das sind feststehende Zukunftsereignisse. Doch die Himmelfahrt ist nicht die Endstation seines Wirkens. Nach der Himmelfahrt werden vielmehr weitere entscheidende Ereignisse stattfinden: »Ich werde wiederkommen«, »ich werde euch zu mir nehmen.« Was ist das für eine geheimnisvolle Wiederkunft? Keinesfalls die zum allgemeinen Weltgericht, denn sie ist streng auf die Jünger bezogen. Dann aber müssen wir von Joh 14, 18ff. her deuten. Das heißt: Jesus meint hier seine Wiederkunft im Heiligen Geist, also Pfingsten. Dass Jesus selbst im Geist kommt, ist nach 2 Kor 3,17 die allgemeine Überzeugung des Neuen Testaments. Mehr zu diesem Thema werden wir in V. 15ff.erfahren.

»Ich werde euch zu mir nehmen«: Was bedeutet das? Vermutlich knüpft Jesus mit dem Wort »nehmen« an 1 Mo 4,24 (Henochs »hinwegnehmen«), 2Kön 2,10 (Elias »hinwegnehmen«), und Ps 49,16; 73,24 (das »aufnehmen« des Frommen bei Gott) an. Dann ergibt sich als Sinn, dass Jesus die Seinen zu sich in die himmlische Herrlichkeit und in das Gottesreich holt. Genau dies bestätigt die Fortsetzung: »damit auch ihr seid, wo ich bin.« Joh 12,26.32; 13,8.36 werden hier fortgeführt. 1 Thess 4,16ff.baut sehr wahrscheinlich auf diesen Aussagen Jesu auf.

Joh 14,3 fasst also wie in einem Brennpunkt wesentliche Ereignisse der bevorstehenden Heilsgeschichte zusammen: Jesus wird getötet, auferweckt, kehrt zurück in den Himmel, bereitet dort als der sühnende Messias einen Platz für die Seinen, kehrt im Heiligen Geist zurück zu ihnen und holt sie nach Vollendung des Glaubenslaufes zu sich in den Himmel und ins Gottesreich. Auf knappstem Raum nennt Jesus also hier die Orientierungspunkte, auf die sich die Jünger einstellen sollen.

Vielleicht sollten wir noch beachten, dass Jesus das Jenseits bzw. das Gottesreich nicht ausmalt. Es genügt ihm die schlichte Beschreibung »wo ich bin«. Kann man Schöneres und Größeres sagen als das, dass wir dort sein werden, »wo er ist«?

Mit einem rätselhaften kurzen Satz beschließt Jesus seine Ausführung: »Und wo ich hingehe – ihr kennt ja den Weg« (V. 4). Es ist wahr, dass er schon oft vom »Hingehen« gesprochen hat (vgl. Joh 7,33ff.; Joh 8,21ff.; Joh 12,26ff.; Joh 13,33ff.). Das mussten die Jünger also »kennen«. Aber warum spricht er jetzt vom Weg: »Ihr kennt ja den Weg«? Will er damit sagen, dass sie »ja« wissen, wie der Gang zum Vater verläuft, nämlich durch Kreuz und Auferweckung? Oder setzt Jesus einen Unterricht voraus, wie er z. B. in Mt 16,21ff.parr gegeben wurde? Oder will er weitere Nachfragen, wie sie in V. 5ff.tatsächlich erfolgen, anregen?

Edition C

Aber der zweite Satz eilt weiter und verspricht über das „Bereiten der Stätte“ hinaus noch mehr. Denn dann „komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seid“. Jesus wird noch viel von dem sprechen, was seinem Kreuz und seiner Auferstehung folgen wird, von der Sendung und dem Wirken des Geistes. Hier geht sein Blick bis zur letzten Vollendung in seiner „Wiederkunft“. Nicht die „Bereitung der Stätte“, sondern diese seine Parusie162 ist der eigentliche Inhalt seines Versprechens. Dabei faßt Jesus in einem einzigen kurzen Ausdruck zusammen, was seiner Gemeinde dann unter der Leitung des Heiligen Geistes (16, 13) mehr und mehr als ein langes und vielfältiges Geschehen163 klar wird. Aber das letzte Ziel für die Jüngerschar ist deutlich: „Damit, wo ich bin, auch ihr seid.“ Jesus wird dieses Ziel in seinem letzten irdischen Gespräch mit dem Vater noch einmal als seinen Willen dem Vater ans Herz legen (17, 24). Es ist ernst mit dem „Jetzt“ in 13, 33. 36: nur „jetzt“ kann Petrus und können die Jünger den Weg Jesu in die Herrlichkeit nicht mitgehen. Aber sie sollen wahrlich nicht für immer davon ausgeschlossen sein. Wo Jesus ist, da sollen und werden auch sie sein.

Wuppertaler Studienbibel

Was möchten eigentlich die Menschen, die heute „eher leben wollen“ als sich mit der Bibel zu beschäftigen, dann in Jesu Nähe?

„Wer Jehova sucht, dem fehlt es nicht an Gutem“

Die mähnigen jungen Löwen selbst haben gedarbt und gehungert;
Die aber Jehova suchen, sie werden keinen Mangel haben an irgend etwas Gutem.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Psalm 34,10

Die jungen Löwen darben und hungern; aber denen, die nach Jehovah fragen, mangelt es an keinem Gut. Ps 35,17; 91,13; Lk 1,53; 6,24; Jak 5,1f.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Ps 34,11

Jahwe fürchtet, ihr Heiligen sein! / Denn die ihn fürchten, die trifft kein Mangel.
Ludwig Albrecht – Ps 34,10

Junge Löwen darben und hungern, aber die Jehova suchen, ermangeln keines Gute
Elberfelder 1871 – Psalm 34:11

David legt dar, daß der Engel des HERRN (möglicherweise der Herr Jesus selbst; vgl. den Kommentar zu 1Mo 16,9 ) sich um jene herum lagert, die den Herrn fürchten (vgl. Ps 34,10.12 ). In militärischen Bildern sprach David vom göttlichen Schutz (vgl. 1Mo 32,2; 2Kö 6,16 ).
Wer auf den Herrn vertraut, der erfährt wirkliche Freude – wenn er sie schmeckt und sieht . Wer immer den Herrn fürchtet, d. h. wer den Herrn wahrhaftig verehrt, dem wird nichts mangeln (vgl. Ps 23,1 ,), bzw. dem wird nichts Gutes mangeln (vgl. Ps 16,2;84,12 ).

Walvoord Bibelkommentar

nachdem wir heute schon einige Verse, die auf die oben zitierten, folgen, geschrieben haben, aus aktuellen Anlass auch der Vers 10

Mit Jehova an unserer Seite brauchen wir vor nichts, was auf uns zukommt, Angst zu haben. Solange wir unseren Gott an die erste Stelle in unserem Leben setzen, wird er uns nie verlassen. Wir müssen uns jetzt auf schwierige Zeiten vorbereiten und fest darauf vertrauen, dass Jehova uns nie im Stich lässt. Daran möchte uns die leitende Körperschaft erinnern und hat deshalb Psalm 34:10 als unseren Jahrestext für 2022 ausgewählt: „Wer Jehova sucht, dem fehlt es nicht an Gutem.“

Wachtturm Studienausgaben 01-2022

Nunja, dazu muß ich aber ein PERSÖNLICHES Verhältnis zu Jehova aufbauen, und da ist eine Kirche, die mich am persönlichen Bibelstudium und besprechen meiner biblischen Gedanken, sagen wir mal, „hinderlich“.
Also schauen wir, was andere zu dem Vers sagen:

Nach den Vorsätzen des Psalmdichters in den Versen 2 bis 4 soll in seinem weiteren Leben das Loben, Rühmen und Erheben des HERRN nicht mehr zum Erliegen kommen. Sein Mund soll zum Ausdruck bringen, dass Herz und Seele dem HERRN gehören. Darin möchte er anderen ein gutes Vorbild sein. Die sanftmütigen Geduldigen, denen es nicht schwerfällt, sich in Demut zu beugen, sollen seinem Beispiel folgen und in das freudige Lob mit einstimmen (Vers 3; Ps 69,33). Offenbar denkt er an einen öffentlichen Gottesdienst zur Anbetung, wozu sich Gottesfürchtige versammeln, um miteinander den Namen des HERRN zu erhöhen (Vers 4; Ps 35,27 und 40,17). Gott liebt das einmütige, vom Heiligen Geist gewirkte Lob Seiner Kinder (Ps 89,16f und 119,63; Apg 2,46.47). Dem Psalmdichter geht es darum, dass der Glaube des Einzelnen durch geistliche Gemeinschaft beim Loben und Danken gestärkt wird. Es hat den Anschein, dass er in diesem Psalm nicht über seine persönlichen Erfahrungen sprechen möchte. Aus diesem Grund wechselt er in den nun folgenden Versen immer wieder von der Einzahl zur Mehrzahl über, so bei dem Übergang vom fünften zum sechsten Vers, auch vom siebten zum achten Vers und weiterhin. Wie bei ihm als einzelnem Gläubigem, so wird auch der Glaube der Gottesfürchtigen als Gesamtheit nicht enttäuscht werden. Sie alle werden auf ihren Hilferuf hin erleben, wie der HERR ihnen in Güte antwortet, dass Er sie im Glauben stärkt und sie von ihren Ängsten und Besorgnissen befreit (Verse 5 bis 10; Ps 3,5 und 138,3; Mt 7,7–11).
Die Gottesfürchtigen können sicher sein, dass Gott auf jede Bezeugung persönlichen Glaubens antwortet. Wenn der Fall es erfordert, sendet Er Seinen Engel zu ihrem Schutz, so dass sie sich trotz der sie umgebenden Gefahren in Sicherheit fühlen (Verse 7 und 8; Ps 35,5.6; Apg 12,11). Das Ergebnis ist, dass ihre Gesichter nicht mehr von Kummer und Sorge geprägt sind, sondern vor Freude strahlen als ein Widerschein der Güte Gottes. Jeder Gläubige, der seine Zuflucht zu Ihm nimmt (Vers 9), wird Erfahrungen machen von dem Glück, in Ihm geborgen zu sein, und dies desto deutlicher, je größer die vorhergehende Not war (Ps 84,12f; Klgl 3,22–26; Jak 5,11; 1. Pet 2,3). Solche geistlichen Erfahrungen kann man von niemand lernen oder übernehmen, sie müssen ganz persönlich im Leben des Gläubigen gemacht werden. Durch das selbst Erlebte lernen wir den Wert der Liebe und Güte unseres Herrn am besten kennen. In der Aufforderung, dies zu „schmecken“, liegt nichts Mahnendes (Vers 9). Der Dichter wünscht seinen Lesern die gleichen segensreichen Erfahrungen, auf die er selbst zurückblicken kann. Wenn der Gläubige auch durch schwere Erprobungen geführt wird, so wird er doch nachher bestätigen: „Keinen Mangel haben, die ihn fürchten“, und: „die den HERRN suchen, ermangeln keines Guten“ (Verse 10 und 11). Durch Glauben ist der Geprüfte überzeugt: „Mir wird nichts mangeln“ (Ps 23,1 und 107,9). Dieses gläubige Vertrauen hat nicht einen garantierten Lebenserfolg und ungestörte Wohlfahrt im Sinn. Auch steht dem Glauben nicht lediglich die Abhilfe vom Mangel vor Augen. Viel wichtiger ist ihm die unendliche Liebe und Allmacht des himmlischen Vaters.
Der Psalmdichter setzt in Vers 12 und weiterhin seine Aufrufe an die Gottesfürchtigen fort, aber nun im Ton des erfahrenen väterlichen Lehrmeisters. Zur Übung in praktischer Gottesfurcht folgen bis Vers 17 die in 1. Pet 3,10–12 zitierten Worte. Als Erstes gilt es, der Aufforderung „Kommt!“ Folge zu leisten, aber dies nicht erst dann, wenn man bereits zu den Alten gezählt wird, sondern solange man noch zu den „Söhnen“ gehört (Vers 12). Als Zweites geht es um das Zuhören und daraufhin um das willige Befolgen des Wortes. Dann wird Gott zu Seinen Zusagen stehen und „bleibendes Gut“ schenken (Spr 8,17–19; Pred 12,1). Unter dem Begriff ‚Belehrung‘ können Aufklärung über Grundregeln und lehrhafte Zusammenhänge, Begriffsbestimmungen und Unterweisung verstanden werden. Doch allem voran gilt es, „die Furcht des HERRN“ zu lernen, denn „die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang; und die Erkenntnis des Heiligen ist Verstand“ (Spr 9,10). Der Heilige Geist wirkt dort, wo man dem Wort: „Seid heilig, denn ich bin heilig“ nachkommt und wo Gottesfurcht im Herzen wohnt, denn „die Furcht des HERRN ist rein und besteht ewig“ (Ps 19,10; 1. Pet 1,16). Wenn die Liebe zu dem Herrn und Seinen Geboten und das Wirken des Heiligen Geistes fehlen, entsteht selbst bei angestrengtem Lernen lediglich ein hohles Gedankengebäude, dem das geistliche Fundament und die Festigkeit der Glaubensüberzeugung fehlen, insbesondere aber die Nähe zu Gott. Daher wird es bei der unumgänglichen Erprobung und unter Belastung einstürzen.

Karl Mebus – Eine Auslegung der Psalmen für die Praxis

V. 10 u. 11. Fürchtet den Herrn usw. Dieser Vers ermahnt die Gläubigen, der Heiligkeit und Gerechtigkeit nachzujagen, um den Wohltaten Gottes den Zugang zu eröffnen. Wir wissen ja, dass die Menschen meistens für sich zu sorgen pflegen, da ein jeder zum Betruge, zum Raube und zu ungerechten Gewalttaten neigt. So kann es nicht ausbleiben, dass auch die Gläubigen von der Lust gekitzelt werden, sie nachzuahmen, so dass auch sie anfangen mit den Wölfen zu heulen. Ja, wenn sie sich auch gerne von jeder Ungerechtigkeit fernhalten möchten, so reißt doch die allgemeine Sitte sie wie im Sturme mit fort, und dabei glauben sie durch die Not entschuldigt zu sein. Diesen Versuchungen tritt David entgegen, indem er verheißt, dass alles aufs Beste gehen werde, wenn sie immer in der Furcht Gottes bleiben. Diese stellt er allen verkehrten Künsten und Ratschlägen gegenüber. Der große Haufe verdammt alle, die sich der Einfalt befleißigen, als Toren, weil sie nicht auf ihren und der Ihrigen Vorteil bedacht sind; und die Kinder dieser Welt lassen sich, weil sie vor dem Mangel sich fürchten, durch ihren fleischlichen Sinn zu allerlei zweifelhaften Unternehmungen verleiten. Demgegenüber bezeugt David, dass Gott für die Gläubigen sorge, und dass er es nie zulassen werde, dass sie Mangel leiden. Er sagt: Keine Furcht und kein Misstrauen möge euch davon abführen, immer nach dem Rechten zu streben, denn Gott wird die Guten und Braven nie verlassen. Er befiehlt also, Gott die Ehre zu geben, indem sie von ihm allein mehr erwarten als die Gottlosen von ihren unerlaubten Künsten. Da die Bosheit der Welt alle Schranken durchbricht, so wendet er sich besonders an die Heiligen und fordert sie auf, sich zu hüten, weil er bei dem großen Haufen doch nichts erreichen kann. Es klingt unglaublich, und ist doch die Wahrheit, dass die Unschuld der Guten und Einfältigen, obgleich sie der Willkür der Bösen bloßgestellt ist, doch mehr Schutz gewährt als alle verkehrten Mittel. Übrigens ist es wohl am Platz, dass er den Heiligen, die schon aus freien Stücken sich der Unschuld befleißigen, diese Lehre gibt, damit sie nicht von der Furcht Gottes weichen. Wir wissen ja, wie leicht, wenn die Lockungen der Welt uns Hoffnung auf ein glückliches und gutes Leben geben, das Licht der Frömmigkeit bei uns unterdrückt und ausgelöscht wird. Diese Lehre beleuchtet er dann durch einen sehr passenden Vergleich (V. 11). Er weist darauf hin, dass Gott den Seinen alles, was sie nötig haben, darreicht und ihrem Mangel abhilft, während vielleicht junge Löwen trotz ihrer Wildheit, durch die sie alle Räuber der Welt übertreffen, hungrig herumirren. Wenn einige unter den „Löwen“ bildlich Räuber und Gewaltmenschen verstehen wollen, so ist dies gesucht. David will ganz einfach zu verstehen geben, dass man mehr als durch Rauben und Zusammenraffen dadurch erreicht, dass man sich vor aller Ungerechtigkeit hütet, da Löwen und andere wilde Tiere, die auf Beute angewiesen sind, oft hungern, während der Herr die Seinen nährt. Die Meinung ist also, dass eher die Löwen wegen Mangel und Hunger zu Grunde gehen werden, als dass Gott den Rechtschaffenen und Braven den nötigen Lebensunterhalt entzöge, weil diese sich an seinem Segen genügen lassen und ihre Nahrung nur aus seiner Hand suchen. Wer daher seine Sorgen auf Gott wirft und sich fest versichert hält, dass er sein Ernährer und Vater ist, der wird friedlich, still und beruhigt und ohne jeglichen Schaden unter den Menschen verkehren. Sollte jemand entgegnen, dass auch die Guten und Braven oft vor Mangel nicht bewahrt bleiben, so antworte ich, dass Gott zur rechten Zeit, wenn die Not am höchsten gestiegen ist, seine Hand ausstreckt, um ihnen zu helfen, so dass immer der letzte Ausgang zeigt, dass sie nicht umsonst alles, was sie zur Erhaltung des Lebens nötig haben, von ihm erbitten.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Psalm 34
Dieser Psalm setzt den Lobpreis und die Danksagung des vorherigen fort – nur, dass sich der Fokus jetzt auf „allezeit“ geweitet hat. Die Gläubigen des Überrestes Israels fordern nun die ganze Welt auf, sich mit ihnen zu vereinigen, damit sie gemeinsam den Herrn preisen und seinen Namen erheben können (Ps 34,2–4). Sie werden das Evangelium des Reiches predigen und allen Ländern die wunderbare Güte Gottes vorstellen, der sie „aus all ihren Bedrängnissen“ (d. h. aus der Großen Drangsal) errettet hat. Sie werden alle aufrufen, Ihm zu vertrauen. Und sie werden sie ermutigen, zu schmecken und zu sehen, „dass der Herr gütig ist“ (Ps 34,5–9). Israel wird auch für den Herrn als Lehrer der Gerechtigkeit (Jes 2,2–3; 60,17; Mt 28,19–20) die Nationen unterweisen. Es wird sie lehren, den Herrn zu fürchten, auf dass es ihnen wohl ergehe, und sich Ihm zu unterwerfen, damit sie ihr ganzes Leben sowie jeden einzelnen Tag im Königreich genießen mögen. Israel wird die Welt auch vor dem Gericht warnen, dass eilends ausgeführt werden wird („ausrotten“) gegenüber jedem, der unter der Herrschaft Christi das Böse praktiziert (Ps 34,10–23). Vergleiche Psalm 101,3–8, Zeph 3,5 und Sach 5,1–4.

Stanley Bruce Anstey – Prophetische Übersicht über die Psalmen

Ein wahrer Nachfolger wird sich also weder von Spenden ernähren – noch sein gesamtes Geld spenden – sondern auf den Segen Jehovahs vertrauen! Aber der Segen Jehovahs wird nicht bedeuten, dass wir nun „reich werden“ – sondern das zum Leben notwendige haben werden. Vor allen werden wir immer die Möglichkeit haben, uns mit Gottes Wort zu beschäftigen! Und schau – wie viele Übersetzungen heute in unseren Händen liegen! Nicht nur eine Luther – sondern von linear-Übersetzungen bis hin zur Volxbibel haben wir heute für wenige Euros – und zum Teil kostenlos im www – Bibelübersetzungen zur Verfügung, und können die kostbaren Wahrheiten in der Bibel lesen und studieren.

Wollt ihr von eurem Leben etwas haben und möglichst lange glücklich sein?

Wer ist der Mann, der Lust zum Leben hat, der Tage liebt, um Gutes zu sehen? Bewahre deine Zunge vor Bösem, und deine Lippen, daß sie nicht Trug reden; weiche vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!
Elberfelder 1871 – Ps 34,13–15

Wollt ihr von eurem Leben etwas haben und möglichst lange glücklich sein?
Dann nehmt eure Zunge gut in Acht, damit ihr nicht lügt und niemand verleumdet! Kehrt euch vom Bösen ab und tut das Gute! Müht euch mit ganzer Kraft darum, dass ihr mit allen Menschen in Frieden lebt
Gute Nachricht Bibel 2018 – Psalm 34:13–15

Wer von euch will sich am Leben freuen und gute Tage erleben? Dann achtet auf das, was ihr sagt: Keine Lüge, kein gemeines Wort soll über eure Lippen kommen. Wendet euch ab von allem Bösen und tut Gutes!Setzt euch unermüdlich und mit ganzer Kraft für den Frieden ein! Denn der Herr sieht mit Freude auf solche Menschen, die nach seinem Willen leben, und hat immer ein offenes Ohr für ihre Bitten.
Hoffnung für alle – Psalm 34:13-16

Vers 12-23 enthalten Davids Anweisungen an das Volk, wie es ein Leben in der Fülle im Herrn haben könnte. Er ermahnte es, auf seine Anweisungen zur Furcht des HERRN zu hören. Die Anweisung beinhaltete im wesentlichen, ein gerechtes, friedsames Leben zu führen (V. 13 ), das Böse und Betrug zu vermeiden (V. 14 ) und das Gute zu tun (V. 15 ). Es ist die Weisheitslehre über den Weg der Gerechtigkeit, aus der ein lebenswertes Leben unter dem Segen Gottes folgt.

Walvoord Bibelkommentar

Das klingt leichter als getan – oder? Schließlich bestehen ja die meisten Zeitschriften, die meisten Nachrichten, ja auch in den Sozialen Medien – die meisten Nachrichten und Artikel über „das Schlechte von nebenan“. Wir lesen oder sehen es, und „freuen uns“, dass wir „nicht ganz so schlecht sind wie dieser Mitmensch“ – und irren dabei weiter von Jehovah ab! Oder wir beschäftigen uns, was in der oder jener Gemeinde falsch läuft – anstatt uns auf Jehovah zu konzentrieren – anstatt auf das Gute zu schauen!

Der Psalmdichter setzt in Vers 12 und weiterhin seine Aufrufe an die Gottesfürchtigen fort, aber nun im Ton des erfahrenen väterlichen Lehrmeisters. Zur Übung in praktischer Gottesfurcht folgen bis Vers 17 die in 1. Pet 3,10–12 zitierten Worte. Als Erstes gilt es, der Aufforderung „Kommt!“ Folge zu leisten, aber dies nicht erst dann, wenn man bereits zu den Alten gezählt wird, sondern solange man noch zu den „Söhnen“ gehört (Vers 12). Als Zweites geht es um das Zuhören und daraufhin um das willige Befolgen des Wortes. Dann wird Gott zu Seinen Zusagen stehen und „bleibendes Gut“ schenken (Spr 8,17–19; Pred 12,1). Unter dem Begriff ‚Belehrung‘ können Aufklärung über Grundregeln und lehrhafte Zusammenhänge, Begriffsbestimmungen und Unterweisung verstanden werden. Doch allem voran gilt es, „die Furcht des HERRN“ zu lernen, denn „die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang; und die Erkenntnis des Heiligen ist Verstand“ (Spr 9,10). Der Heilige Geist wirkt dort, wo man dem Wort: „Seid heilig, denn ich bin heilig“ nachkommt und wo Gottesfurcht im Herzen wohnt, denn „die Furcht des HERRN ist rein und besteht ewig“ (Ps 19,10; 1. Pet 1,16). Wenn die Liebe zu dem Herrn und Seinen Geboten und das Wirken des Heiligen Geistes fehlen, entsteht selbst bei angestrengtem Lernen lediglich ein hohles Gedankengebäude, dem das geistliche Fundament und die Festigkeit der Glaubensüberzeugung fehlen, insbesondere aber die Nähe zu Gott. Daher wird es bei der unumgänglichen Erprobung und unter Belastung einstürzen.
Darf man nicht – gerade auch in der Jugend – „Lust zum Leben“ haben oder „Tage lieben, um Gutes zu sehen“? (Vers 13). Weder Gottes Güte noch Seine Gerechtigkeit werden das Gegenteil fordern. Aber entscheidend ist, was für eine Art von Lust wir wünschen und was für Gutes wir im Sinn haben. Das geringfügig abweichende Zitat der Psalmworte in 1. Pet 3,10 vermittelt das richtige geistliche Verständnis: Wir sollen absoluten Vorzug dem geben, was Gottes Geist uns in den nun folgenden Versen empfiehlt. Dann haben wir die Entscheidung für das wahrhaft Gute getroffen, und dies wird uns zum bleibenden Nutzen sein. Darüber hinaus wird es dem Herrn zur Ehre sein und anderen zum Segen gereichen. Zum Betreiben solch guter Werke ist jeder Christ berufen (Tit 3,8; 1. Pet 2,20–22).
Am raschesten und daher wohl am häufigsten wird mit Worten gesündigt (Vers 14), dies aber hat viele üble, nicht wieder gutzumachende Folgen (Ps 39,2; Lk 6,45; Jak 1,26 und 3,2–12). Das Böse, das mit der Zunge gesät wurde, führt zu schlimmer Ernte. Das menschliche Herz ist bösartig verdorben (Jer 17,9), und dieses Böse fließt über die Zunge oft ungehindert hervor. Schlechten Gedanken möchte man wünschen: Wenn sie doch wenigstens nicht geäußert worden wären! Viele kleine Brände sind gelegt worden, die der Teufel zum Großfeuer anfachte. Oft sind durch Reden tiefe Wunden geschlagen worden. Durch diese Fehler ist mancher unbedacht oder unbewusst in die Dienste des Feindes der Menschen getreten, der aus dem hingeworfenen Wort einen Flächenbrand zu entfachen versteht (Eph 4,25; Kol 3,9).
Vers 15 fährt mit kurzen, unmissverständlichen Aufrufen fort, die Gottesfurcht durch die Tat zu beweisen. Als Erstes wird gefordert: „Weiche vom Bösen!“ – „Die Furcht des HERRN ist: das Böse hassen“ (Spr 8,13; Ps 37,27). „Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten“ (Röm 12,9). Die Grenzlinie zwischen dem Guten und dem Bösen wird in der Heiligen Schrift ganz deutlich gezogen. Niemand sollte sich bereitfinden, die festgelegten klaren Grenzen zu verwischen. Wer sich nicht eindeutig vom Bösen absondert, wird sich ihm ganz sicher irgendwann anpassen. Man prüfe, „was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist“. Dann folgt die Aufforderung: „Lass dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten“ (Röm 12,2.21). Es gibt ständig sehr viel Gutes zu tun, doch es muss in Abhängigkeit von Gottes Willen begonnen und unter der Leitung Seines Geistes fortgeführt werden.
Wahren Frieden mit sich selbst und mit anderen kann man nicht haben, wenn man die vorhergehenden Forderungen nicht erfüllt hat (Vers 15b). Wer Frieden halten will, muss sich dem Bemühen um echte Bereinigung unterziehen und die Anstrengung des ‚Nachjagens‘ auf sich nehmen. „Jagt dem Frieden nach mit allen und der Heiligkeit!“ (Heb 12,14). „Denn das Reich Gottes ist… Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Röm 14,17 und 12,18). Neben der Heiligkeit des Gott gemäßen Friedens ist in dem angeführten Wort auch der unlösbare Zusammenhang des Friedens mit göttlicher Gerechtigkeit angesprochen. Ein Frieden ohne die Gerechtigkeit ist lediglich eine Täuschung. „Das Werk der Gerechtigkeit wird Frieden sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit in Ewigkeit“ (Jes 32,17; Jer 6,14; Jak 3,18). „Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen“ (Mt 5,9).

Karl Mebus – Die Psalmen – Eine Auslegung für die Praxis

Wer ist, der Leben begehrt? Der heilige Sänger wirft nicht die Frage auf, ob jemand wirklich zu leben begehre, – als wenn alle sich ein elendes Dasein wünschten! Wir wissen ja, dass ein gutes und glückliches Leben jedermanns Wunsch ist. Er geißelt vielmehr die Blindheit und den Unverstand des gewöhnlichen verkehrten Strebens der Menschen. Rennen sie doch alle mit dem größten Eifer, um zu erhaschen, was ihnen nützt, – und doch gibt es unter hundert kaum einen, der daran denkt, sich den Frieden und ein ruhiges und angenehmes Leben durch Gerechtigkeit und Billigkeit zu erwerben. Daher erinnert der Prophet seine Schüler daran, dass fast die ganze Welt sich durch Ungerechtigkeit auf dem verkehrten Wege fortreißen lässt, weil sie das Glück des Lebens nicht von dem Segen Gottes, dessen er allein die einfältigen und lauteren Herzen würdigt, sondern anderswoher erwarten. Die Form des fragenden Ausrufs wirkt besonders nachdrücklich. Stumpfe und schlafende Gemüter sollen aufwachen, wenn sie die Frage vernehmen: Wenn doch jedermann glücklich werden will, wie kommt es, dass beinahe niemand ein ernstes Streben dafür einsetzt, dass vielmehr jeder durch eigene Schuld sich vielerlei Beschwerden macht?
V. 14. Behüte deine Zunge vor Bösem. Damit wird eine seltene Tugend gefordert, nämlich dass wir in unseren Reden wahrhaftig und frei von Verschlagenheit sein sollen. Einige Ausleger finden hier freilich einen umfassenderen Sinn, nämlich eine Warnung vor Schmähsucht. Aber das zweite Glied wird doch den Sinn des ersten einfach wiederholen: und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Unsere Worte sollen also niemandem zum Fallstrick werden. Da es aber das Allerschwerste ist, unsere Zunge so im Zaum zu halten, dass unsere Rede immer der reine Ausdruck unseres Herzens ist, so fordert David von uns, dass wir eifrig wachen, damit sich bei uns keine Falschheit einschleiche.
V. 15. Lass vom Bösen und tue Gutes. David befiehlt, dass die Kinder Gottes sich von jeder Ungerechtigkeit fernhalten und sich im Wohltun üben sollen. Diese Stelle wird oft als Beweis für die beiden Stücke der Buße angeführt. Das erste Stück der Buße besteht nämlich darin, dass der Sünder sich von den Lastern, denen er bisher ergeben war, frei macht und seinem früheren Leben entsagt; das zweite Stück darin, dass er ein gerechtes Leben anfängt. Aber das will uns David an dieser Stelle nicht lehren, sondern eigentlich nur, wie wir mit unserem Nächsten verkehren müssen. Da es oft der Fall ist, dass solche, die gegen einen Teil der Menschen freigebig, ja verschwenderisch sind, oder wenigstens viele mit ihrer Arbeit unterstützen, andere betrügen und ihnen Schaden zuzufügen, so stellt David es mit Recht als die erste Forderung hin, dass ein jeder, der wünscht, dass sein Leben von Gott gebilligt werde, sich vom Bösen fernhalte. Anderseits, da viele meinen, treu ihre Pflicht getan zu haben, wenn sie nicht betrügen und keinem Gewalt und Schaden tun, so setzt er noch mit Recht das andere Gebot der Wohltätigkeit hinzu. Gott will nicht, dass die Seinen müßig seien, sondern dass sie ihre Kräfte in den Dienst der Gesamtheit stellen, damit der eine dem anderen helfe und nütze. Drittens empfiehlt er, den Frieden zu pflegen. Dieser wird aber, wie wir wissen, durch Freundlichkeit und Nachgiebigkeit erhalten. Da wir es jedoch oft mit mürrischen, rücksichtslosen und undankbaren Leuten zu tun haben und mit solchen, die bei der geringsten Gelegenheit Streit anfangen; und weil die Bösen uns immer wieder aufs Neue reizen, andere durch ihre Schlechtigkeit die Herzen der Guten, soviel sie nur können, sich entfremden, noch andere absichtlich Anstoß zu geben scheinen, so heißt es nicht einfach, dass wir den Frieden suchen, sondern auch, dass wir, wenn er zu entweichen droht, ihm eifrig nachjagen sollen, um ihn zu erhalten. Allerdings hat dies seine Grenze: denn wenn die guten und bescheidenen Menschen auch alles versuchen, um den Frieden zu erhalten, so erweichen sie die Herzen der Bösen doch nicht und machen sich nicht zur Billigkeit geneigt, sondern machen sie dadurch nur noch boshafter. Dann treibt auch ihre Gottlosigkeit uns oft in Streit mit ihnen, ja wenn sie Gott offen zum Kampfe herausfordern, so würde es treulos sein, wenn wir nicht gegen sie kämpften. Aber David will hier auch nur; dass wir im gewöhnlichen Leben milde und willfährig seien, und uns ernstlich Mühe geben, dass der Friede nicht aufhöre, sollte es uns auch oft schwer und lästig sein, ihn zu erhalten.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Gutes zu sehen, ist jedem Menschen erlaubt. Aber der Weg dorthin ist eng und schmal. David hatte ja nicht nur die Rettung durch Gott erfahren, er mußte auch schmerzlich erleben, in welche Bedrängnisse man kommen kann, wenn man sich durch seine eigene Klugheit Vorteile verschaffte und sich beispielsweise als Philister ausgab, um einen Vorteil herauszuschlagen. Darum faßt er seine Erfahrung so zusammen: Bewahre deine Zunge vor dem Böseng. Nachdenkenswert ist, warum David – wie auch andere Gottesmenschen in der Bibel – hier einen Akzent setzt. Offensichtlich erkennen die Menschen der Bibel, daß nicht ein äußerlich befriedetes Dasein die Menschen »Gutes sehen« läßt, sondern daß es zuallererst auf ein entgiftetes Miteinander ankommt, in dem Irreführung von anderen durch falsche Aussagen, neidvolle und bittere Bemerkungen sowie Spott und Hohn keinen Platz mehr haben. Erst wenn die innere Friedlosigkeit überwunden ist, kommt es zu einem kraftvollen Tun des Guten und hat das Suchen nach Friedenh Erfolg.

Wuppertaler Studienbibel

im Licht wandeln?

Wenn wir aber in dem Lichte wandeln, wie er in dem Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller (O. jeder) Sünde.
Elberfelder 1871 – 1 Johannes 1,7

Wenn wir aber so leben, dass Gottes Licht überall bei uns reinleuchten kann, dann sind wir auch ganz eng miteinander verbunden. Weil Jesus für uns verblutet ist, werden wir durch dieses Blut von unseren Fehlern und Sünden sauber gemacht.
VolxBibel – 1.Johannes 1,7

Lenken wir jedoch unsere Schritte auf den Weg des Lichtes, in dem Er selbst wohnt, so treten wir in Gemeinschaft mit Ihm, und das Blut seines Sohnes Jesus Christus reinigt uns von jeder Sünde.
Johannes Greber NT – 1936 – 1.Johannes 1:7

Wenn wir aber unser Leben im Licht führen, so wie er, Gott selbst, im Licht ist, dann erleben wir Gemeinschaft miteinander. Ja, dann macht uns das Blut von Jesus, seinem Sohn, ganz und gar rein und nimmt alle Sünde von uns!
Das Buch – 2009 – 1.Johannes 1:7

Wenn andererseits jemand im Licht wandelt, dann kann er Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus und mit seinen Mitchristen haben. Johannes ist der Auffassung, dass ein Mensch entweder im Licht oder in der Dunkelheit lebt. Wenn er im Licht lebt, ist er ein Mitglied der Familie Gottes. Wenn er in der Finsternis lebt, hat er mit Gott nichts gemein, weil es in Gott keinerlei Finsternis gibt. Diejenigen, die im Licht wandeln (d. h. diejenigen Menschen, die Christen sind), »haben … Gemeinschaft miteinander. Das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt« sie ständig »von jeder Sünde«. Alle Vergebung Gottes geschieht aufgrund des Blutes seines Sohnes, das auf Golgatha vergossen wurde. Dieses Blut ist für Gott die gerechte Grundlage, worauf er Sünden vergeben kann, wie es auch in einem Lied heißt: »Du Gotteslamm, dein kostbar Blut, / verliert niemals die Kraft, / dass es Erlöste rein und gut / und endlich selig macht.«. Es ist immer wirksam, um uns zu reinigen. Natürlich müssen die Gläubigen ihre Sünden bekennen, ehe sie Vergebung erlangen können, aber damit beschäftigt sich Johannes in Vers 9.

MacDonald . Kommentar zum Neuen Testament

Nein – wir sind nicht das Licht ,haben auch kein eigenes Licht in uns – sondern wir wandeln IN SEINEM Licht!

In Vers 5 beginnt Johannes mit seiner Botschaft. Womit fängt er an? Mit der bedeutsamen Tatsache, daß Gott Licht ist. Nicht damit, daß Gott Liebe ist, wie wir vielleicht erwartet hätten. Zweifellos würde aller Nachdruck auf Seiner Liebe gelegen haben, wenn die Offenbarung im Bereich unbefleckter Reinheit und ungetrübten Lichtes gegeben worden wäre. Da diese Offenbarung jedoch in einer Welt geschehen ist, die im Schmutz der Sünde liegt und voller Dunkelheit ist, muß der erste Nachdruck auf das Licht gelegt werden.
Was das Licht betrifft – wer kann es definieren? Menschen haben Theorien formuliert, um das Licht der Schöpfung zu begreifen, aber sie können es nicht wirklich erklären. Wer soll dann das unerschaffene Licht beschreiben? Wir wissen, daß Licht notwendig ist, damit Leben existieren kann, außer in seinen niedrigsten Formen. Wir wissen, daß es für die Gesundheit wohltuend ist, daß es alle Dinge beleuchtet und enthüllt und daß dort, wo es sich ausbreitet, die Dunkelheit weicht. In Gott gibt es überhaupt keine Finsternis, denn Finsternis ist ein Bild dessen, was dem Licht und seiner Wirkung entzogen ist, was verborgen und sündig ist.

Gott ist nicht nur selbst Licht, sondern Er ist auch, wie Vers 7 uns sagt, „in dem Licht“. Einst hatte der Herr gesagt, „daß er im Dunkel wohnen wolle“ (2. Chr 6,1); und die Tatsache, daß Salomo Ihm ein Haus baute, änderte nichts daran, denn Seine Gegenwart war immer noch im Allerheiligsten, wo alles dunkel war. Das wurde anders mit dem Kommen des Herrn Jesus, denn in Ihm trat Gott ins Licht. Der Gott, der Licht ist, ist nun in dem Licht.

Diese Tatsache wird in Vers 6 als Prüfstein benutzt. Er ist der erste von vielen Prüfsteinen, die uns hier an die Hand gegeben werden. Sie waren notwendig wegen der Anwesenheit vieler falscher Lehrer mit ihren verschiedenen, prahlerischen Behauptungen; und es wird uns auffallen, daß nicht einer von ihnen auf komplizierte und weit hergeholte Überlegungen gestützt ist. Sie sind alle von der schlichtesten Art und gegründet auf die fundamentale Natur der Dinge. Hier zum Beispiel ist die Tatsache, daß Gott Licht ist und daß Er im Licht ist, der Prüfstein für jede Behauptung, mit Ihm in Gemeinschaft zu sein. Wer so etwas behauptet, kann unmöglich in der Finsternis wandeln, denn an anderer Stelle lesen wir: „Welche Gemeinschaft hat Licht mit Finsternis?“ Es gibt überhaupt keine Gemeinschaft (oder Genossenschaft) zwischen den beiden. Sie sind einander genau entgegengesetzt.

Es geht hier nicht darum, ob wir immer gemäß diesem Licht, das wir empfangen haben, wandeln. Mit Bedauern stellen wir fest, daß wir dem zu der einen oder anderen Zeit nicht entsprechen. „In der Finsternis wandeln“ bedeutet in Unwissenheit sein über das Licht, das in Christus geleuchtet hat. Ein Zitat aus Jesaja 50,10.11 mag hier hilfreich sein: „Wer in Finsternis wandelt und welchem kein Licht glänzt, vertraue auf den Namen des HERRN und stütze sich auf seinen Gott.“ Doch auch in den Tagen Jesajas gab es solche, die lieber selbst „ein Feuer anzündeten“ und im Licht eines solchen Feuers und seiner Funken wandelten. Genau so war es in den Tagen des Apostels Johannes, und heute ist es auch nicht anders. Es gibt viel zu viele falsche Lehrer, die die Funken des von ihnen entzündeten Feuers dem Licht der Offenbarung Gottes vorziehen. Infolgedessen sind sie und ihre Nachfolger trotz all ihrer gegenteiligen Behauptungen in der Finsternis und haben keine Gemeinschaft mit Ihm.

Der wahre Gläubige wandelt in dem Licht Gottes, das völlig enthüllt ist. Das Licht hat ihn natürlich erforscht. Das kann nicht anders sein. Doch er wandelt glücklich in dem Licht, weil er in diesem Licht gelernt hat, daß das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes, uns von aller Sünde reinigt. Jeder Schmutzfleck, den das Licht an den Tag bringt, wird durch das Blut ausgetilgt.

Grundzüge des Neuen Testaments

In Vers 7, wo der Apostel die wahre christliche Stellung in markanter Weise hervorhebt, finden wir das Gegenteil, die Seite des Segens. Der Namenchrist kann über seine wahre Stellung auf dreifache Weise hinwegtäuschen. (Das zeigt der Apostel ja gerade in diesen Versen: wir sehen jetzt, wo die Ernte nahe ist, die Frucht dessen, was damals vom Feind ausgesät wurde.) Als Gegenstück finden wir hier drei große und wesentliche Kennzeichen des wahren Christen. Das erste ist der Wandel im Licht: „Wenn wir aber in dem Lichte wandeln.“ Das hier gebrauchte Bild dient zur Erläuterung der Wahrheit. Wenn jemand sich in einem völlig dunklen Zimmer befindet, tappt er umher, kann das, was er sucht, nicht finden und beschädigt sich selbst und die Gegenstände, gegen die er stößt. Sobald der Raum jedoch hell erleuchtet wird, hört die Verwirrung auf, und er kann sicher und bequem umhergehen. So ist es auch, wenn das geistliche Licht Christi den Weg des Christen erhellt. Es geht hier nicht um das „Wie“, sondern um das „Wo“. Durch Gnade wandelt jeder Christ in dem Licht. Es ist daher von großer Bedeutung, dass er sich dieser Tatsache bewusst ist (was leider bei vielen nicht der Fall ist). Es handelt sich um ein großes, allgemeines christliches Vorrecht; nicht nur um ein Gefühl oder eine Idee, sondern um eine göttlich gewirkte Stellung. Sie ist zugleich eine praktische Tatsache, die nach Gottes Willen von jedem Christen verstanden und genossen werden soll. Zwar kann und wird Versagen bei dem einzelnen nicht ausbleiben, wie bereits erwähnt, und wir sind dann umso mehr verantwortlich, unsere Fehler zu erkennen und zu bekennen, weil wir im Lichte wandeln.
„Wenn wir aber in dem Lichte wandeln, wie er in dem Lichte ist“ (d. h. wie Gott in dem Lichte ist), „so haben wir Gemeinschaft miteinander.“ Das ist das zweite Kennzeichen. Wir wandeln nicht nur in dem Licht, sondern wir haben aufgrund dieser Tatsache als Christen Gemeinschaft miteinander. Wenn wir auf der Straße einem „Kind des Lichts“ begegnen und nur ein paar Worte hören, die erkennen lassen, dass Gott dies Herz erleuchtet hat und ein wirklicher Wandel im Licht vorliegt, dann werden unsere Herzen sofort angezogen. Wir fühlen uns von einer solchen Seele weit stärker angezogen, als von leiblichen Brüdern oder Schwestern, die nicht im Lichte wandeln. Viele kennen ja den Schmerz nur zu gut, dass die nächsten Angehörigen das Licht und den Herrn, der dieses Licht ist, hassen, anstatt durch die Gnade in diesem Lichte zu wandeln.

William Kelly – Was von Anfang war – Eine Auslegung der Johannesbriefe

Wir „sagen, daß wir Gemeinschaft haben mit ihm“. Diese Gemeinschaft mit ihm war uns in V. 3 als das Ziel der apostolischen Wirksamkeit gezeigt worden. Wir sollen diese Gemeinschaft mit ihm, der reines, lauteres Licht ist, haben. Gerade das wollte Johannes. In dieser „Gemeinschaft mit Gott“ besteht wesentlich das „Christ-Sein“. Aber nun kann etwas Erschreckendes geschehen. Johannes sieht es offenbar als Wirklichkeit in den Gemeinden. Christen behaupten, Gemeinschaft mit Gott zu haben, aber ihr „Wandel“, also ihr faktisches Leben, vollzieht sich „in der Finsternis“. Johannes macht diesen seinen Satz gerade dadurch so herausfordernd und wirksam, daß er ihn nicht „erklärt“ und sich nicht in irgendeine Diskussion über ihn einläßt. Du selbst prüfe dein Leben! Vollzieht sich dein tatsächliches Leben „im Licht“? Oder wird es auf bestimmten Gebieten von dunklen Kräften und Gewalten bestimmt? Wir haben dabei besonders an das „Hassen“ des Bruders zu denken, von dem Johannes noch mehrfach sprechen wird. „Haß“ ist im besonderen Maße „Finsternis“. Oder verbergen wir auch sonst Teile unseres Lebens vor Gott in einem Dunkel, in das wir uns flüchten? Eines, sagt Johannes, ist dann klar: wir „lügen“, ob wir uns dessen bewußt sind oder nicht. Wir mögen dann noch mancherlei „Wahrheiten“ aussprechen, auch richtige, fromme und biblische Wahrheiten; aber wir „tun die Wahrheit nicht“. Die „Wahrheit“ ist dazu da, nicht nur „gewußt“, sondern „getan“ und „gelebt“ zu werden. Die Frage nach dem „Tun“ ist für Johannes unmittelbar gegeben. Leben ist ein unaufhörliches „Tun“. Und dieses „Tun“ wird entweder von der Wahrheit bestimmt, die uns in unserer realen Gemeinschaft mit Gott gegeben ist; dann „tun wir die Wahrheit“. Oder unser faktisches Leben widerspricht der Wahrheit, die wir kennen und von der wir reden, dann „lügen“ wir in einer Weise, die gefährlicher ist als das, was wir im üblichen moralischen Sinn unter „Lüge“ verstehen.

Wuppertaler Studienbibel

Wenn Jehovah mein Hirte ist …

Fürwahr, (O. Nur) Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich werde wohnen im Hause Jehovas auf immerdar. (W. auf Länge der Tage)
Elberfelder 1871 – Ps 23,6

Nur (ja, nichts als) s Güte (Gutes) und Liebe (Gnade) werden mir folgen (verfolgen mich) [an] allen Tagen meines Lebens, und (und dann, und so) ich werde wohnen (halte mich auf, werde [immer wieder] t zurückkehren) u im (ins) Haus JHWHs für die Länge meiner Tage.
offene Bibel – Psalm 23:6

Ja, Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen (nachsetzen) alle Tage meines Lebens, und ich werde wohnen (sitzen) im Hause Jehovahs in die Länge der Tage. Ps 15,1; 3,6.7; 27,1; 91,1; Joh 8,35.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Psalm 23,6

David erkannte, daß die treue Liebe ( HeseD ) des Herrn ihn überall sein ganzes Leben lang begleiten würde. Gottes Segnung über sein Volk bleibt bei ihnen, egal, wie die Umstände sein mögen, in denen sie leben. (Vgl. die Güte Gottes in Ps 27,13; 31,20; 69,17; 86,17; 109,21; 116,12; 142,8; 145,7 .) So schloß er: Ich will wohnen im Hause des HERRN immerdar . Das Haus des Herrn bezog sich auf das Heiligtum (die Stiftshütte). Für den Rest seines Lebens (wörtl.: „die Länge der Tage“) erfreute er sich an der völligen Gemeinschaft mit dem Herrn. Tatsächlich vermittelt das hebr. Verb, das übersetzt wird mit „ich werde wohnen“, die Vorstellung der Rückkehr; dasselbe Verb wird in Ps 23,3 mit „er erquickt“ übersetzt. Vielleicht war der Psalmist am Besuch des Heiligtums und an dem völligen Genießen der geistlichen Gaben gehindert. Sein Nachdenken über die Führung und Fürsorge durch den Herrn führte ihn dazu, sich die völlige Gemeinschaft mit dem Herrn in seiner Gegenwart im Heiligtum in Erinnerung zu rufen.

Walvoord Bibelkommentar

HErrn bis an das Ende meiner Tage.
Die tiefe und starke Sehnsucht der frommen in Israel nach dem Hause des HErrn wird immer wieder verständlich, da ihnen das Heiligtum die Stätte der Gegenwart und Offenbarung Gottes war. Hier sprachen sie durch ihre Gebete, Psalmen und Opfer zu Gott, hier sprach Gott durch die Thora (das Gesetz), durch die Festfeiern und durch den Segen des Priesters zu ihnen. Je öfter sie in Gottes Gegenwart weilen können, desto gewisser ist ihnen auch, dass die von Gott ausgehenden Segnungen, Kräfte und Tröstungen ihnen in ihrem Leben werden müssen. Denn Gott gibt sich nicht aus.
Vielleicht liegt hier dem Gedanken vom Hause des HErrn, in dem der Sänger zu wohnen hofft selbst bis ans Ende seiner Tage, noch ein tieferer Gedanke zugrunde. Vielleicht denkt er hier bereits an die Heimkehr ins obere Vaterhaus. Ist der Lauf vollendet, der Kampf zu Ende geführt, die Pilgrimschaft abgeschlossen, dann erfolgt das Bleiben für immer in dem oberen Gottestempel, von dem alle Heiligtümer der Zeit nur ein Abbild und Gleichnis sind. So eine lebendige Hoffnung, die den Tod überwunden hat, bevor er dem Menschen des Glaubens zur Rückkehr in das große weite Vaterhaus wird, lässt sich in der Seele eines Frommen denken, wie wir ihn in dem Sänger unseres Psalms gesehen haben.
In einem Leben, das in Gott zur Ruhe gekommen ist und das in seinen letzten Hoffnungen auf Gottes Tun und Segen geht, gestaltet sich letzthin alles zu einem Übergang zur Heimat. Selbst wenn vieles im wechselvollen Leben auch unverständlich bleibt oder in seinen letzten Zielen nicht gesehen werden kann, Gott ist groß genug, dass denen, die ihn liebhaben, alles zum Guten mitwirken muss. Glaubende stehen mithin nicht nur in einem starken Erleben Gottes in der Gegenwart, sie sehen sich von einer nicht weniger starken Hoffnung getragen auch im Blick auf die Zukunft. Ihnen war das Leben ein Weg zu Gott, ihnen wird das Sterben zu einem Übergang in die Heimat.

Kroeker – Ausgewaehlte Psalmen

Dies geschieht jetzt und wird in Zukunft geschehen. Denn noch ist die Not längst nicht durchgestanden. Doch die Zuwendung Gottes ist schon jetzt so groß, daß David daraus eine Zuversicht erwächst: Gottes Güte und Huld werden ihn verfolgen, ihn einholen – nicht Saul, nicht Absalom, auch wenn sie sich noch so viel Mühe geben. Gottes Huld wird David »zur letzten Ruhe« geleiten, ins Haus Jahwes. Und diese Ruhe wird für die Dauer (meiner) Tage sein: in alttestamentlicher Sprache meint das »für ewig«.

Wuppertaler Studienbibel

Bisher hat David die Gaben der Gnade Gottes aufgezählt: jetzt fügt er hinzu, dass sie ihm bis ans Ende verbleiben werden. Woher hat er diese Zuversicht, sich zu versprechen, dass Gottes Güte und Barmherzigkeit seine steten Begleiter sein werden? Nur aus der Verheißung, mit der Gott seine Wohltaten gegen die Gläubigen zu würzen pflegt, damit sie dieselben nicht ohne Geschmack und ohne Nachdenken hinunterschlucken. Schon früher hat David gesagt, dass seine Augen in der Finsternis des Todes auf die Betrachtung der göttlichen Vorsehung gerichtet sein würden. Dadurch hat er zur Genüge bezeugt, dass er nicht an äußeren Dingen hängt, und dass er Gottes Gnade nicht nach seinem fleischlichen Sinne misst, sondern dass auch dann, wenn alle irdischen Hilfsmittel versagen, sein Glaube sich an Gottes Wort hält. Wenn ihm auch die Erfahrung Mut gibt, Gutes zu hoffen, so stützt er sich doch vor allem auf die Verheißung, durch die Gott die Seinen für die Zukunft stärkt. Falls jemand einwenden sollte, dass es unbesonnen sei, wenn der Mensch in diesem hinfälligen Leben sich ein dauerndes, unveränderliches Glück verspricht, so antworte ich, dass David mit diesen Worten dem Herrn kein Gesetz vorschreiben will, sondern dass er wohl bereit war, sich mit dem irdischen Geschick und den Wohltaten, die Gott ihm zuwenden würde, zu begnügen. Er sagt nämlich nicht, dass sein Becher immer voll sein werde und sein Haupt immer mit Öl gesalbt, sondern er schließt nur im Allgemeinen, dass, weil Gott unermüdlich ist, Gutes zu tun, er auch bis ans Ende wohltätig gegen ihn sein werde.
Und werde wohnen im Hause des Herrn immerdar. Dieser Schluss zeigt deutlich, dass David durchaus nicht bei den irdischen Vergnügungen und Annehmlichkeiten stehen bleibt, sondern dass der Himmel sein Ziel ist, auf das er alles bezieht. Denn diese Worte wollen etwa sagen, dass er nicht nur lebe, um zu leben, sondern vielmehr, ums sich in der Furcht und Verehrung Gottes zu üben und täglich in der Frömmigkeit völliger zu werden. Er unterscheidet deutlich zwischen sich und den Weltmenschen, die zufrieden sind, wenn sie ihren Bauch herrlich mästen. Ja noch mehr, er zeigt, dass das Leben für Gott ihm so viel gilt, dass er danach alle Annehmlichkeiten des Fleisches wertet. Er versichert ausdrücklich, dass er bei allen Wohltaten Gottes, die er aufgezählt hat, immer nur dieses als Ziel im Auge gehabt habe, dass er im Hause des Herrn wohne. Daraus folgt, dass er, wenn der Genuss dieses Gutes wegfällt, alles andere für nichts hält. Es ist aber, als wollte er sagen, dass er an allen Annehmlichkeiten dieser Welt sich nicht ergötzen könne, wenn er nicht zu gleicher Zeit zum Hause Gottes gehöre. Wie er auch an einer anderen Stelle schreibt (Ps. 144, 15): „Wohl dem Volk, dem es also geht! Wohl dem Volk, des Gott der Herr ist!“ Weshalb verlangt er so sehr danach, im Hause Gottes zu bleiben? Tut er es nicht, um in Gemeinschaft mit den Brüdern die Opfer darbringen zu können, und um auch durch die anderen Übungen des Glaubens im Trachten nach dem himmlischen Leben gefördert zu werden? Es ist sicher, dass die zeitlichen Güter für David ein Mittel waren, durch das er sich zur Hoffnung auf das ewige Leben erheben ließ. Daraus schließen wir, dass Menschen, die sich ein anderes Glück als die immer engere Verbindung mit Gott vorgesetzt haben, den Tieren gleichen.

Jean Calvin . Aus dem Psalmenkommentar

Und wie steht es bei mir? Sehe ich die Gnade, die Güte Gottes, ja die Liebe Gottes IN MEINEM Leben???
Dazu fällt mir das Lied von der „Feiert Jesus!27“ ein