denn die, welche wohl gedient haben, erwerben sich eine schöne Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christo Jesu ist.
Elberfelder 1871 – 1.Timotheus 3,13
denn die, welche den Dienst als Gehilfen gut versehen haben, erwerben sich dadurch eine wertvolle Vertrauensstellung und das Recht, im Vertrauen auf Christus Jesus* mit voller Zuversicht aufzutreten.
Menge – 1.Timotheus 3:13
denn die, die wohl dienten, erwerben sich selbst eine edle Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christus Jesus ist.
Jantzen & Jettel 2017 – 1.Tim 3,13
Denn die, die ihre Aufgabe gut ausgefüllt haben, erwerben sich dadurch einen guten Rang und können dadurch im Vertrauen auf den Messias Jesus mit großer Freiheit und Zuversicht auftreten.
Das Buch – 2009 – 1.Tim 3:13

Mit dem Diakonenamt wird (wiederum ähnlich dem des Gemeindeleiters) eine angesehene Stellung innerhalb der Gemeinde erreicht, sofern dieser Dienst in guter Weise (καλῶς) ausgeübt wird, wie Paulus noch deutlich macht. Die Ehr-Würdigkeit hängt also nicht am Innehaben eines Amtes an sich, sondern auch an der Art und Weise, wie es gefüllt und ausgeübt wird. Überhaupt geht es nicht darum, von Menschen angesehen zu sein und geehrt zu werden. Dies bringt viel Freiheit im Glauben an Christus Jesus mit sich. Freiheit (παρρησία) als Rechtsbegriff meint bei den Griechen das Rederecht des (freien) Bürgers in der Volksversammlung. Im christlichen Bereich wird dieses Bild auf das Endgericht angewandt: Wer an Jesus glaubt, der hat „Freiheit im Gericht“ (z.B. 1Joh 4,17), d.h. der muss sich vor dem Gericht nicht fürchten. Insgesamt bedeutet das alles für das Amt der Diakonen und Diakoninnen: Es ist weniger der Verkündigung und „Sakramentsverwaltung“ zugewiesen, sondern wohl eher der sozialen Betreuung und Gemeindeorganisation. Dieser „Dienst für die Armen und Hilfsbedürftigen“ gehört aber damals wie heute „zu den Grundfunktionen des christl. Gemeindelebens“.
Neudorfer- Historisch-Theologische Auslegung Neues Testament
»Denn die, welche gut gedient haben, erwerben sich eine schöne Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christus Jesus ist.« Die Wahrheit dieses Satzes zeigt sich sehr schön im Fall von Philippus und Stephanus. In Apostelgeschichte 6,5 werden diese beiden Männer unter den sieben Diakonen erwähnt, die gewählt wurden. Die Aufgabe, wozu sie berufen wurden, war die Verteilung des Geldes unter den Witwen der Gemeinde. Als sie diesen Dienst treu taten, hat der Geist sie in größere Bereiche des Dienstes geführt. Im weiteren Verlauf der Apostelgeschichte finden wir Philippus im Dienst des Evangelisten und Stephanus als Lehrer. Sie hatten »gut gedient« und wurden nun gewissermaßen befördert. Sie hatten eine »schöne Stufe« in den Augen der betreffenden Gläubigen erreicht. Ein Mensch, der eine Aufgabe treu erledigt, auch wenn es sich um eine Kleinigkeit handelt, wird bald wegen seiner Hingabe und Verlässlichkeit respektiert und geschätzt werden.
MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament
Außerdem erhielten Philippus und Stephanus »viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christus Jesus ist«. Das bedeutet zweifellos, dass sie freimütig für Christus Zeugnis ablegten, vollmächtig lehrten und beteten. Das galt auf jeden Fall für Stephanus bei seiner gewaltigen Predigt vor seinem Märtyrertod.
Es ist nichts geringes um solch ein Dienen. Mag es auch nur ein untergeordnetes Amt sein, so ist es doch ein Gottesamt, und wer es treu versieht, dem erwächst ein schöner Segen. Nicht nur, daß Dienen ja das königliche Vorrecht der höchsten Majestät dessen ist, der in diese Welt kam, nicht sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben in solchem Dienst zu verzehren (Matth. 20, 28; Mark. 10, 45), und derer, die in seiner Nachfolge den Dienstmannsrock tragen — nicht nur, daß Jesu Dienstleute auf eine Krone warten dürfen, mit der sein Vater sie einst ehren wird (Joh. 12, 26) — nein, schon hier während solcher Dienstzeit erwerben rechte Diener sich eine edle Stufe geistlichen Lebens und große innere Freudigkeit im Glauben an Christum Jesum. Die Liebe trägt ihren Lohn in sich und der Dienst der Liebe nicht minder: er verklärt das innere Leben mit dem Glorienschein des Himmels und verleiht ihm eine ganze besondere Freudigkeit, indem er den Glauben vertieft und ausreifen läßt, vor geistlichem Hochmut bewahrt, in der Demut erhält und so die Lebensfarben des Bildes Jesu Christi immer besser und tiefer herausprägt. Geistliches Leben, das nur genießt, muß schließlich an Sattheit sterben oder zur Hohlheit verkümmern und in allerlei Zerrbilder ausarten; geistliches Leben, das im Dienste an anderen arbeitet, wird durch die Praxis der Liebe korrigiert, vor Irrtümern bewahrt und wächst von Stufe zu Stufe.
Stuhrmann – Das Wort des Heils: Eine volkstümliche Auslegung der Bücher des Neuen Testaments
Paulus liefert eine Begründung für die Voraussetzung: Wenn sie gut dienen, wozu die Kriterien wichtig sind, können sie einige Vorteile erlangen. Zu βαθμός („Stufe“) vgl. Johannes Chrysostomos in epistualam i ad timotheum 63.553, 57:„τουτέστι, προκοπὴν καὶ παῤῥησίαν πολλὴν τὴν ἐν πίστει Ἰησοῦ Χριστοῦ“. „Das bedeutet: Viel Fortschritt und Freimütigkeit im Glauben an Jesus Christus“. Die Stufe ist also kein höherer Rang in der Zusammenkunft, sondern eine Weiterentwicklung im Glauben.
P. Streitenberger
,Wenn die Position des Diakons nach weltlichem Maßstab auch untergeordnet und wenig attraktiv erscheinen mag, so sehen die Nachfolger Jesu Christi dieses Amt doch mit ganz anderen Augen (vgl. Mk 10,42-45; Joh 13,12-17 ). Diejenigen, die ihre dienende Funktion treu erfüllen, erwerben damit zwei Dinge: zum einen ein gutes Ansehen vor den Augen ihrer Mitchristen, die den Wert ihres selbstlosen, bescheidenen und am Vorbild Christi orientierten Dienstes erkennen und zu schätzen wissen. Zum zweiten große Zuversicht (parresian, „Vertrauen, Kühnheit“) im Glauben an Christus Jesus. Der selbstlose Dienst, dem all die Belohnungen mangeln, die die Welt für wichtig erachtet, wird so zu einer Prüfung für die eigenen Motive. Hier kann der einzelne erkennen, ob sein Engagement wirklich vom christlichen Geist selbstlosen Dienens getragen ist. Wenn ein Diakon seinen „Dienst gut versehen hat“, gewinnt er dadurch Vertrauen in die Aufrichtigkeit seines Glaubens an Christus und erfährt ganz persönlich, daß seine Nachfolge ernst gemeint ist (vgl. Eph 3,12; Hebräer 10,19).
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Das schreibt Paulus nun abschließend speziell im Blick auf die Diakone mit ihrem oft so unscheinbaren, von den Menschen wenig beachteten Dienst. Wörtlich heißt es: Sie »erwerben sich eine gute Stufe«. Auf die Länge der Zeit gewinnen sie doch gutes Vertrauen der Menschen, für die sie tätig sind. Ja, der eine oder andere dankt ihnen sogar auch. Doch es geht hier um noch mehr: Um eine »gute Stufe« bei unserem Herrn Jesus Christus, bei dem großen Gott. Die Seligkeit durch die Gnade Gottes ist für alle dieselbe (vgl. Mt 20,1.16), aber der Herr gibt am Ziel neue Aufträge: »Du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen« (Mt 25,21). Auf jeden Fall gilt: »Man fordert nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden« (1Kor 4,2). Nicht darauf kommt es an, was wir zu tun haben, sondern wie wir das uns Aufgetragene tun; entsprechend erfolgt die Neuverteilung der Gaben und Aufgaben bei der großen Begegnung mit unserem Herrn (vgl. Mt 25,19ff.).
Gerhard Maier – Edition C
Sie »erwerben sich große Zuversicht« (wörtlich: »viel Freimütigkeit«) »im Glauben an Jesus Christus«, jetzt schon viel frohes Zutrauen im Glauben an unsern Herrn Jesus Christus, auch im Zeugnis vor Außenstehenden (in Apg 4,13 steht im Griechischen im Blick auf Petrus und Johannes derselbe Ausdruck). Das Ja unseres Herrn steht über unserem Leben, und wie er es, nach seiner Weisheit, will, lässt er uns davon auch immer wieder etwas fühlen und sehen, obschon wir jetzt in der Zeit des Glaubens ohne zu schauen leben (2Kor 5,7), so dass wir immer wieder neuen Mut zum Zeugnis auch in einer anfechtungsreichen Zeit empfangen und auch zu einem Dienst, der oft umsonst zu sein scheint. Wir vermögen die Verheißung festzuhalten: »Eure Arbeit ist nicht vergeblich in dem Herrn« (1Kor 15,58). Sie macht uns getrost und froh.
Das „denn‘ in diesem Vers und das Partizip des Zeitwortes (diakoneo) beschränken diese Ermutigung auf die hier erwähnten Diener. Das Partizip des Aorist aktiv, wörtlich übersetzt „die, die das Amt eines Diakons bekleidet gut haben“, wird besser ausgedrückt durch die RV „als Diakone gut gedient haben“ oder noch einfacher „die, welche wohl gedient haben“ (Elberf.). Dies ist ein Ansporn zu treuem Dienst in der Aufgabe eines Dieners und bildet einen treffenden Abschluß zu diesem Abschnitt
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Zwei Verheißungen werden hervorgehoben:
”Eine schöne Stufe” (Luther „eine gute Stufe“), das Wort „Stute“ (hathmos) bedeutet wörtlich eine „Basis“, „Grundlage“ oder „Treppenstufe“. Auf dem verkehrten Gedanken aufbauend, daß die Diakone untergeordnete, kirchliche Amtsträger seien, haben manche hier das Versprechen der Beförderung zu einem Aufseher gesehen. Obgleich das Wort später in kirchlichen Schriften diese Bedeutung erlangt hat, ist diese für seinen Gebrauch im Neuen Testament völlig fremd. Andere haben in diesem Wort einen Hinweis auf die Offenbarwerdung des Dienstes vor dem Richterstuhl gesehen. Sie verweisen auf den Aorist im Partizip („die, welche als Diakone gut gedient haben“, RV) als auf einen abgeschlossenen Dienst hinweisend. Aber Paulus bezieht sich weder auf kirchliche Beförderung (ein völlig unschriftgemäßer Gedanke) noch auf zukünftige Belohnung. Er bezieht sich auf eine hervorragende Stellung in der Versammlung, die sich der Diakon durch sein hervorragendes Dienen erwirbt. Der Aorist lenkt die Aufmerksamkeit auf abgeschlossene Diensthandlungen. Das Zeitwort „erwerben“ (in Apostelgeschichte 20,28 im Blick auf Gott verwendet) ist das Zeitwort „gewinnen“ im Medium und bedeutet hier „für sich selbst gewinnen“; das Präsens deutet an, daß die gute Stellung das gegenwärtige Resultat seines treuen Dienstes ist.
„Große Freimütigkeit“. Das Wort „Freimütigkeit“ (parrhesia) ist aus Pas, „als, ganz“ und rhesis, ‚Rede“ zusammengesetzt und bedeutet wörtlich Redefreiheit. Beachte seine Verwendung in Apostelgeschichte 2,29 („Freimütigkeit“) und in Apostelgeschichte 4,13.29.31. Das Wort erlangte jedoch im allgemeinen Gebrauch allmählich die Bedeutung des Selbstvertrauens oder des Mutes, der hinter der Freiheit im Reden lag und wird besser durch das Wort „Gewißheit“, „Zuversicht“ wiedergegeben.
Diese Freimütigkeit kann vor Gott (Epheser 3,12) oder vor Menschen sein (2.Kor. 7,4; Philipper 1,20; 1.Thes. 2,2). Hier spricht sie von der inneren Zuversicht, die aus dem Bewußtsein persönlicher Integrität und der Annahme durch die Versammlung entspringt, die den Diener in die Lage versetzt, mit Autorität und Überzeugung zu sprechen.
Einige betrachten den „Glauben“ als den subjektiven, persönlichen Glauben des Dieners an Christus. So nimmt also seine Zuversicht zu, wenn sein Dienst treu ausgeübt wird. Dem wird Gewicht verliehen durch die Abwesenheit des Artikels vor „Glauben“ und dem letzten Satz, „der in Christus Jesus ist“, wo Christus die Person ist, in der der Glaube ruht. Dies ist jedoch schwierig aus dem Kontext zu belegen. Der Gedanke liegt vielmehr in der Betonung der Entwicklung des Vertrauens auf die Lehren des Glaubens, die er so klar auslegt. Diese Lehren finden alle ihre Verkörperung in Christus Jesus. Eine majestätische Zusammenfassung dieses Glaubens folgt unmittelbar in V. 14. Man würde erwarten, daß sich das „Bewahren des Geheimnisses des Glaubens“ (V. 9) in einer zuversichtlichen Auslegung desselben auswirkt, und zwar in dem Maß, wie der Dienst des Dieners in der Versammlung akzeptiert ist. Während vor „Glauben“ kein Artikel steht, steht doch einer unmittelbar dahinter, wo er grammatikalisch als Fürwort fungiert, nämlich „im Glauben, und zwar in demjenigen, der in Christus Jesus ist“.
