Denn Christus ist des Gesetzes Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit.
Elberfelder 1871 – Römer 10,4
Denn das Endziela des Gesetzes ist Christus, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit.
Revidierte Elberfelder Bibel 1985 R. Brockhaus – Römer 10:4
Denn seit Christus ist das Gesetz nicht mehr der Weg zum Heil. Vielmehr gilt jetzt: Alle, die im Glauben auf Christus vertrauen, werden vor dem Gericht Gottes als gerecht anerkannt werden.
Gute Nachricht Bibel – Röm 10,4
Denn mit Christus ist das Ziel erreicht, um das es im Gesetz geht: Jeder, der an ihn glaubt, wird für gerecht erklärt.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Röm 10:4
Denn mit Christus hat der Weg des Gesetzes sein Ziel erreicht. Jetzt wird jeder, der glaubt, für gerecht erklärt.
Neue evangelistische Übersetzung 2019 – Römer 10,4
Denn das, worauf das gesamte Gottesgesetz hinzielt, ist der Messias. Und der schenkt seine Gerechtigkeit allen, die auf ihn vertrauen.
Das Buch – 2009 – Römer 10:4

τέλος hier wohl Ende. πᾶς ὁ m. Ptz. jeder, der (A86). πιστεύοντι Ptz. πιστεύω, subst.; dat. commodi (A173) für jeden, der glaubt.
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament}
So wurde auch das „telos – Endziel“ des Gesetzes verkannt. Paulus formuliert über dieses Endziel einen seiner knappen, inhaltsreichen Sätze: „Denn das Endziel des Gesetzes ist Christus zur Gerechtigkeit für jeden Glaubenden.“ Die Ausleger streiten über die richtige Erfassung des Begriffes „telos“. Viele meinen, es bedeute hier – wie anderwärts bei Paulus z. B. 1 Kor 1,8;10,11; 2 Kor 11,15;Phil 3,19 – ganz ausgesprochen das „Ende“: die Zeit des Gesetzes ist vorbei, der „neue Äon“ bricht mit Christus herein und hebt das Alte auf. Aber hätte dann nicht Paulus den Satz so aufbauen müssen, wie wir ihn aus Luthers Übersetzung kennen: „Christus ist das Ende des Gesetzes“? Er hat aber „telos“ an die Spitze des Satzes gestellt: „Das telos des Gesetzes ist Christus.“ Vor allem aber stimmt diese Auffassung vom wirklichen „Ende“ des Gesetzes nicht zu 3,31 „Wir richten das Gesetz auf“ und auch nicht zu 7,14, wo Paulus das Gesetz eine „geistliche Größe“ nennt und ihm also gerade die Art des „neuen Äon“ beilegt. Wozu überhaupt diese eingehende Beschäftigung mit dem Gesetz, seinem Wesen und seinem Sinn, wenn es wirklich einfach „zu Ende“ wäre? Dann hätte Paulus den jüdischen Vorwürfen, er beseitige das Gesetz, antworten müssen (und hätte auch Kraft und Mut dazu gehabt!): Jawohl, fort mit dem Gesetz, kein Wort mehr vom Gesetz, es ist vorbei und abgetan, denn Christus ist sein Ende! Aber so hat Paulus nicht argumentiert! Das Gesetz hat freilich ganz andere Aufgaben als der Jude und der Schriftgelehrte träumen, erschreckende Aufgaben: „Erkenntnis der Sünde“ (3,20;7,7), „Steigerung der Sünde“ (5,20;7,13). Aber „Aufgaben“ sind auch dies, und zwar Aufgaben, die zu Christus hintreiben. Rö 7,7 ff ist doch wirklich nicht nur interessante biographische Erinnerung an ein geschichtliches Einst, das nun vorbei ist, sondern zu wesentlichen und tiefen Bekehrungen kommt es immer wieder durch Rö 7 hindurch. Darum ist der knappe Satz des Paulus nicht nur eine negative, sondern auch eine positive Aussage über das Gesetz, und das Wort „telos“ hat gerade hier seinen alten Doppelsinn „End-ziel“. Eben weil das Gesetz Erkenntnis der Sünde und Steigerung der Sünde bewirkt, darum ist Christus zur Gerechtigkeit für jeden Glaubenden gekommen. Das ist die gleiche geistliche Logik, die am Anfang unseres Briefes die Schlußkette bildet: weil Gottes Zorn vom Himmel her über jede Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen sich enthüllt, darum ist das Evangelium die Enthüllung der Gerechtigkeit Gottes aus Glauben in Glauben und darum ist es Kraft Gottes zur Rettung für jeden Glaubenden.
W.de Boor – Wuppertaler Studienbibel
Nur formell ähnlich ist BM 85b–86a: Im Buche des ersten Menschen (in welchem angeblich alle Nachkommen Adams aufgezeichnet sind) steht geschrieben: Rabbi († 217?) u. R. Nathan (um 160) sind das Ende der Mischna סוֹף מִשְׁנָה, Rab Aschi († 427) u. Rabina (II., † 499) sind das Ende der Lehre סוֹף חוֹרָאָח (sachlich = Ende der Gemara). — Diese Worte bedeuten aber nicht — u. darin liegt ihr Unterschied von Röm 10, 4 —, daß die Mischna u. Gemara mit den genannten Autoren aufgehoben sei, sondern vielmehr, daß sie mit ihnen zum Abschluß gekommen sei, so daß weiteres Material nicht mehr eingefügt werden darf.
Strack_Billerbeck – Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch
Endlich setzt Paulus das seit 9,30 herrschende Gegenüber von Gesetz und Christus ins Verhältnis. Ende/Ziel nämlich des Gesetzes ist Christus. Seit den Tagen der Kirchenväter schwelt hier eine Übersetzungsfrage. Die Wiedergabe des griech. Wortes telos durch den Doppelbegriff »Ende/Ziel« ist ein Versuch. Sie soll andeuten, dass diese beiden Übersetzungsmöglichkeiten39 in diesem Fall kein Entweder- oder darstellen und beide festzuhalten sind. Wir lassen die Wahrheit beider Wiedergaben (A und B) einzeln auf uns wirken.
Pohl – Wuppertaler Studienbibel
Zu A (temporal, zeitbezogen): Christus ist des Gesetzes Ende. In die Heilslinie von Abraham bis Christus schob Gott die Zeit des Sinaigesetzes ein. Es lehrte den Willen Gottese, aber mit einer anderen Zwecksetzung als vor dem Fall. Vor dem Fall diente das Gebot unmittelbar dem Leben. An diesen ursprünglichen Sinn der Gebote hat Israel sich immer erinnert. Daher auch das hohe Lob des Gesetzes im AT. Doch inzwischen war die Macht der Sünde hereingebrochen. Unter diesen Umständen verdüsterten sich die Horizonte. Was bisher Merkmal des Lebens war, wurde Merkmal einer Existenz in der Sünde. Jedes »Du sollst!« bedeutete: Gott kümmerte sich weiter um mich, aber jetzt im Zorn. Das Gesetz wurde zur Fluchmacht (Gal 3,10), stand im »Dienst der Verurteilung« (2Kor 3,9). Durch das Gesetz nahm Gott jetzt die Sünder »unter Verschluss« (11,32). Als moderner Vergleich diene das Tun des Ermittlungsrichters. Um einer Flucht des Missetäters vorzubeugen, nimmt er ihn in Untersuchungshaft, bis das Material für die Anklage vervollständigt ist. Paulus bietet im Röm serienweise Aussagen über das Gesetz, die sich in diesem Rahmen auslegen lasseni. Im Gal wählte er als Bilder für das Gesetz Gefängnis, Aufpasser und Vormund. Dort arbeitet er auch stärkstens die zeitliche Befristung dieser Gesetzesfunktion heraus.40 Eine Zeitenwende ohnegleichen bringt ein göttliches Handeln völlig anderer Art an den Tag, ausdrücklich gekennzeichnet: »ohne Gesetz« (Röm 3,21). Die Sendung des Sohnes in die Welt und des Geistes in die Herzen der Glaubenden wendet alles (Gal 4,4–6). Die Herrschaft des Gesetzes ist beendet. »Christus hat das Gesetz aufgehoben« (Eph 2,15). Mit Schärfe scheidet und unterscheidet Paulus darum die Epochen. Sie bilden ein Entweder- oder, schließen einander aus.
Zu В (final, zielbezogen): Ziel des Gesetzes ist Christus. Derselbe Paulus behandelte das Gesetz aber in anderer Hinsicht durchaus nicht als Auslaufmodell. In größter Selbstverständlichkeit zog er es in den Gemeinden ermahnend heran. Es besaß zwar keine Kraft, zu bewirken, was es forderte, aber es hatte mit seinen Forderungen Recht (8,3–4). Jetzt, eingeordnet in die geistliche Machtsphäre des Christus, soll und kann es auch erfüllt werden. Weder der Geist noch die Liebe sind Ende des Gesetzes, sondern sie erfüllen es.
Diese Erfüllung wurzelt im Gehorsam des zweiten Adam. Als neues Menschheitshaupt hat Jesus durch sein gesetzestreues Leben und Sterben uns zugute jene Untersuchungshaft aufgelöst und gleichzeitig das Gesetz wieder für seine ursprüngliche Aufgabe freigestellt. Es signalisiert nicht mehr Gottes Zorn, sondern seine Liebe zu uns. Es unterstützt bei der Verwirklichung eines Lebens mit Gott auf dieser Erde. Frei vom Gesetz alter Art ist die Gemeinde unter dem Herrn Jesus Christus frei fürs »neue Gebot«. Er erfüllte es grundlegend, er legte es maßgeblich aus und er ist als der wahre Sachwalter des Willens Gottes selber gebietend unter uns.
Überwiegend und oft recht einseitig wird die Übersetzung А vertreten (vgl. LÜ). Sie soll sich zwingend aus dem Zusammenhang ergeben. Doch ganz so verhält es sich nicht. Im Umfeld erscheinen Gesetz und Christus durchaus nicht in Schwarzweißmalerei. Man folge dem Gedankenfaden ab V. 2: Das Synagogenjudentum eifert um Gott, doch ohne Durchblick für das heilsgeschichtliche Ziel, das ihm in Christus vorgehalten wird. Gegen diese Verkennung bildet Paulus seinen Schlüsselvers, wobei er wohlgemerkt telos an die Spitze des Satzes stellt: »Ziel des Gesetzes nämlich ist Christus«, der alle Gerechtigkeit und damit das Gesetz erfüllte. Auch der Schluss des Satzes zeigt, dass Paulus hier nicht auf der Schiene bloßer Gegensätzlichkeit fährt. Gerade auch seine jüdischen Brüder möchte er an die neue Gerechtigkeit heranführen, wenn er betont: für jeden Glaubenden. Dieses Anliegen bewegt ihn deutlich bis V. 12f. Die Polemik gegen den pharisäischen Gesetzesdienst schwingt zwar zwangsläufig immer mit (»Christus ist des Gesetzes Ende«), hat aber nicht das gleiche Gewicht wie die Gewinnung für die Gerechtigkeit des Glaubens (»Ziel des Gesetzes ist Christus«).
Mit diesem kurzen Satz, dieser Kernthese des Paulus, ist der ganze Widerspruch gegen Israels Gesetzesweg ausgesprochen, ist noch einmal unzweifelhaft benannt, wer der „Stein des Anstoßes“ (Röm 9,32) für Israel ist. Wer an Jesus Christus glaubt, „der ist gerecht“ – das ist das Kernzeugnis der ganzen Schrift (vgl. Mk 1,15; 16,16; Joh 1,7.12; 3,15f..36; Joh 5,24; 6,35.40.47; 11,25f.; Joh 14,1; Apg 10,43; 13,39; 15,11; 16,31; Röm 1,16; 1Tim 3,16; 1Petr 1,8.21; 1Joh 5,1.10). „Christus ist des Gesetzes Ende“ – das ist der Glaubenssatz, den Israel nicht anerkennen will, der es am Glauben hindert. Im Griechischen ist „Ende“ vorangestellt und damit besonders betont. „Ende“ hat auch den Sinn von „Ziel“. Das Gesetz kommt in Jesus Christus zum Ziel (vgl. zu Röm 9,30-33). Das gilt auch heilsgeschichtlich, denn in Jesus Christus beginnt der neue Äon, der Äon der Gnade. Die Zeit ist erfüllt (vgl. Lk 4,21; Gal 4,4; Eph 1,10). Wer in Christus ist, der ist auf einen neuen Weg getreten. Er ist am Ziel, nämlich in der Gemeinschaft mit dem Sohn Gottes, und geht mit ihm der Vollendung entgegen. Darauf zielt das Gesetz ab: den Menschen in die Gemeinschaft mit Gott zu bringen. Christus ist Ende des Gesetzes, denn in ihm ist der da, der das Gesetz erfüllt (vgl. Mt 5,17). Er schafft das Gesetz nicht ab, sondern er holt den Menschen dort ab, wo das Gesetz ihn in Erkenntnis der tödlichen Krankheit der Sünde und der Unfähigkeit zur Selbstheilung zum Ruf um Hilfe getrieben hat. Er ist Ende des Gesetzes, denn er kann helfen, retten, heilen, wo das Gesetz verklagt, aufdeckt und sogar den Schaden mehrt (vgl. Röm 5,8f.). Die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, schenkt Christus dem Glaubenden in freier Gnade. Das Gesetz muss nun schweigen, der Glaube aber bekennt.
Gerhard Maier – Edition C
Es gibt verschiedene Ansichten darüber, was Paulus mit dem Ausdruck meinte: »Christus ist des Gesetzes Ende.« Es könnte bedeuten, daß mit Christus (und alles, wofür der Name »Christus« steht) das Ende der Möglichkeit gekommen ist, durch das Gesetz Gerechtigkeit zu erlangen. Oder es könnte so verstanden werden, daß Christus das Ziel das Gesetzes ist und alle vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit erfüllt hat. Das Problem dieses Verses besteht in der Bedeutung des Wortes »Ende« ( telos ). Dieser Begriff kann auf verschiedene Weise übersetzt werden und wird in der Schrift tatsächlich sehr unterschiedlich wiedergegeben. So ist es schwierig, in diesem Vers eine eindeutige Wortbedeutung zu bestimmen, die sich auf den Gebrauch des Wortes an sich gründet.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
In Anbetracht der Verse 9,30 und 10,2.3 wird deutlich, daß der Tod, die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi jeglicher Möglichkeit, durch Gesetz gerecht zu werden, ein Ende bereitet haben. Wäre es auch nur im Entferntesten möglich, Gerechtigkeit durch das Halten des Gesetzes zu erlangen, wäre Christi Tod nicht nötig gewesen. Da Gott Ihn jedoch von den Toten auferweckt und zu Seiner Rechten erhoben hat, ist Er für jeden Glaubenden das Ende des Gesetzes als Weg zur Gerechtigkeit. Ein weiterer Weg zur Gerechtigkeit ist nicht erforderlich. Ja, ein anderer religiöser Heilsweg würde das Werk Christi untergraben; das dürfte niemals zugelassen werden. Gerechtigkeit kommt nicht durch Gesetz. Wäre das der Fall, dann wäre Christus umsonst gestorben, wie Paulus den Galatern klarmacht (Galater 2,21).
Am Gesetz gibt es nichts Falsches. An früherer Stelle des Briefes war Paulus energisch für eine Verteidigung des Gesetzes eingetreten, wenngleich er zugeben mußte, »daß ein Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke« (3,28). Dennoch war er fest überzeugt: »So ist also das Gesetz heilig und das Gebot heilig und gerecht und gut« (7,12). Nicht das Gesetz war schuld, sondern diejenigen, die versuchten, mittels des Gesetzes ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten. Die Juden hatten versagt, weil sie nicht zugestanden, daß Gottes Heilsweg eine Gerechtigkeit nach dem Prinzip des Glaubens war. Sie hatten beschlossen, eine gerechte Stellung vor Gott durch Werke zu erlangen, und trotz aller Warnungen weigerten sie sich, von ihrer Meinung abzuweichen.
Noch einmal betont Paulus das Versagen Israels, dass sie die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, nicht erlangt haben. In Vers 3 liegt ihr Versagen in der Tatsache, dass sie die Gerechtigkeit Gottes nicht kannten; das ist der Satz der Rechtfertigung, der denen verliehen wird, die glauben. Aber sie suchten nicht nach der Gerechtigkeit Gottes; sie suchten nicht danach, durch den Glauben für gerecht erklärt zu werden. Vielmehr versuchten sie, ihre eigene Gerechtigkeit zu erlangen; das ist der Satz der Rechtfertigung, der durch die Art und Weise, wie der Einzelne das Gesetz hielt, erlangt wurde. Sie versuchten, ihre Gerechtigkeit zu ihrem eigenen Ruhm durch Werke zu etablieren. Sobald sie versuchten, die Gerechtigkeit durch ihre eigenen Werke zu etablieren, bedeutete das, dass sie sich weigerten, sich der Gerechtigkeit Gottes zu unterwerfen. Da die Gerechtigkeit Gottes durch Gnade durch Glauben plus nichts erlangt wird, stellte sich dies als ein Akt des Ungehorsams heraus.
Arnold Fruchtenbaum – Die Theologie Israels
Den Grund dafür erklärt Paulus in Vers 4: Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit. Das griechische Wort, das mit Ende übersetzt wird, ist telos. Es kann zwei Dinge bedeuten. Erstens kann es „Ende“ bedeuten, dass der Messias das Ende des Gesetzes ist. Zweitens kann das Wort telos auch „Ziel“ bedeuten, das Ziel des Gesetzes war also der Messias selbst. Das Gesetz war kein Selbstzweck, sondern es sollte zum Glauben an den Messias führen. Aus anderen Passagen geht hervor, dass beides zutrifft. Der Messias war das Ziel des Gesetzes, um den Menschen zum Glauben zu bringen (Gal 3,10-4,7). Der Tod Jeschuas brachte auch das Gesetz zu einem Ende (2 Korinther 3,1-18; Hebräer 7,11-18). In jedem Fall hat Israel als Ganzes in beiden Punkten versagt; Israel hat nicht erkannt, dass das Ziel des Gesetzes der Glaube an den Messias war und dass das Gesetz als Lebensregel beendet ist. Das Gesetz war niemals ein Mittel zur Errettung. Sie erkannten auch nicht, dass das Gesetz außer Kraft gesetzt wurde und dass Jesus als derjenige angesehen werden sollte, durch den der Mensch Gerechtigkeit erlangt, nicht durch die Werke des Gesetzes.
Um seinen Standpunkt zu beweisen, zitierte Paulus in Vers 5 Levitikus 18,5, wo Mose selbst die Unmöglichkeit sah, das Gesetz zu halten. In diesem speziellen Abschnitt geht es nicht um den Gegensatz zwischen Gesetz und Glaube, sondern um den Gegensatz zwischen der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, und der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. Kein Mensch erlangt irgendeine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz hervorgeht, weil er das Gesetz nicht perfekt hält. Daher ist die einzige Möglichkeit, wie ein Mensch gerechtfertigt und für gerecht erklärt wird, wenn er auf der Grundlage des Glaubens handelt. Gesetzliche Gerechtigkeit ist der Versuch, Gerechtigkeit durch die Werke des Gesetzes zu erlangen, ohne zu sehen, dass die Errettung nur durch Gnade durch den Glauben an den Messias gewährt werden kann.
