und du hast Ausharren und hast getragen um meines Namens willen, und bist nicht müde geworden.
Elberfelder 1871 – Offenbarung 2,3
Und von eurer Ausdauer: Um meinetwillen habt ihr gelitten und doch nicht aufgegeben.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Offenbarung 2:3
Und du ertrugst, und du hast Ausdauer, und wegen meines Namens hast du gearbeitet und bist nicht ermüdet gewesen.
Jantzen & Jettel 2017 – Offb 2,3
Ja, du hast Ausdauer bewiesen und hast um meines Namens willen viel ausgehalten, ohne dich entmutigen zu lassen.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Offb 2:3

Wer spricht eigentlich hier zu der Versammlung in Ephesus? Ertragen Christen wirklich für CHRISTUS „schlimme Sachen“ – oder doch nur wegen eigener Meinungen und Streitereien? Ahmen wir wirklich Jesus nach? Oder sind wir politisch aktiv? oder für eine Organisation, anstatt für IHN? Trete ich wirklich für die Schwachen und Notleidenden ein?
ἐ-βάστασας Aor. κε-κοπίακες (-ες statt -ας, vgl. BDR § 83,2) Pf. κοπιάω müde werden [Var. ἐ-κοπίασας Aor.].
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Christus lobte die Glieder der Gemeinde in Ephesus für ihre Werke und … Mühsal und … Geduld sowie dafür, daß sie die Bösen verurteilt und jene, die sich fälschlich als Apostel ausgaben, als Lügner gebrandmarkt hatten. (In den ersten vier Gemeinden, an die die sieben Sendschreiben gerichtet sind, waren durchweg solche falschen Lehrer aufgetreten; vgl. V. 2.6.9.14.15.20 Aber die Gemeindeglieder wurden auch dafür gelobt, daß sie die Last getragen haben und … nicht müde geworden sind in ihrem Dienst für Gott. Die Gemeinde in Ephesus hatte also mehr als 40 Jahre getreulich an ihrem Dienst für Gott festgehalten.
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Die Bösen ertrugen die Christen in Ephesus nicht; aber die Schwachen mit ihren Mängeln trugen sie; mit ihnen hatten sie Geduld, so wie unser Herr mit uns Geduld hat. Und auch im Kreuztragen bewährten sie Tragkraft, auch auf die Länge der Zeit.
Gerhardt Maier – Edition C
h) »Du bist nicht müde geworden«: Sie haben angesichts der Schwere der Aufgabe und der Not, des Widerstandes der Welt, des oft ausbleibenden Erfolgs und der Mängel in den eigenen Reihen nicht mutlos, verzagt und glaubenslos aufgegeben.
An Jesu Namen festhalten
Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
WENN man von Smyrna aus auf der Küstenstraße 80 Kilometer weit in nördlicher Richtung reist und dann 24 Kilometer weit landeinwärts durch das Tal des Kaikos, gelangt man nach Pergamon, das jetzt Bergama heißt. Die Stadt war berühmt wegen ihres Zeus- oder Jupitertempels. Im 19. Jahrhundert wurde der Altar jenes Tempels nach Deutschland überführt, wo man ihn im Pergamonmuseum in Berlin nebst vielen Statuen und Reliefen heidnischer Götter besichtigen kann. Welche Botschaft würde der Herr Jesus der Versammlung zukommen lassen, die von soviel Götzendienerei umgeben war?
2 Zuerst sagt Jesus etwas Näheres über seine Person: „Und dem Engel der Versammlung in Pergamon schreibe: Diese Dinge sagt der, der das scharfe, lange zweischneidige Schwert hat“ (Offenbarung 2:12). Jesus wiederholt hier die Beschreibung, die in Offenbarung 1:16 von ihm gegeben wird. Als Richter und Urteilsvollstrecker wird er die Verfolger seiner Jünger niederstrecken. Welch ein Trost ist doch diese Zusicherung! Was jedoch das Gericht betrifft, so gilt die Warnung auch denen innerhalb der Versammlung, denn Jehova wird durch seinen „Boten des Bundes“, Jesus Christus, „ein schneller Zeuge sein“ gegen alle angeblichen Christen, die Götzendienst treiben, unsittlich handeln, lügen und unehrlich sind und die für die Notleidenden keinen Finger rühren (Maleachi 3:1, 5; Hebräer 13:1-3). Der Rat und die Zurechtweisung, die Gott durch Jesus gibt, müssen beherzigt werden.
Jesus hat nicht übersehen und vergessen, was die Christenheit von Ephesus im Gehorsam gegen ihn und in seiner Liebe getan hat. Sie hat es ihm getan, und er bewahrt das in treuem Gedächtnis und wird ihr den Dank und die Vergeltung dafür nicht verkürzen. Er ermißt auch, daß die Gemeinde nur mit Anstrengung und Mühe das vollbringen konnte, was sie in ihrem eigenen Kreis und in ihrem Verkehr mit den Juden und Heiden zustande brachte. Sie hat dabei auch gelitten und Schmerzen und Opfer nicht gemieden, sondern tapfer auf sich genommen, was es zu leiden gab. Ein besonderes Lob erhält die Gemeinde deshalb, weil sie bei sich den Kampf gegen die Schlechten mit Entschlossenheit und Erfolg durchgeführt hat. Die Unlauterkeit und der boshafte Wille, der sich nicht bekehren mag, sondern nur zum Schein fromm ist, findet bei ihr keinen Platz. Die innere, geistliche Macht der Zucht, die nicht durch äußere Ordnungen entsteht oder durch solche ersetzt werden kann, ist das sichere Merkmal dafür, daß eine Gemeinde treu und gesund ist. Dann halten es die Schlechten bei ihr nicht aus, sondern gehen wieder weg. Die Kraft der bei ihr geltenden Zucht hat die Gemeinde auch in einem besonders schwierigen Fall bewährt, als Männer zu ihr kamen, die sich für Apostel ausgaben, also mit großen Worten eine besondere Sendung durch Jesus für sich in Anspruch nahmen und dadurch vor jeder Prüfung und jedem Widerspruch geschützt sein wollten. Die Gemeinde blieb sich aber ihrer Pflicht bewußt, sich vor niemandem zu beugen als allein vor Gott und gegen alles, was sie von ihm weglockt, auf ihrer Hut zu sein. Darum hat sie sich nicht vor dem Apostelnamen gefürchtet, sondern die Kraft gehabt, den falschen Schein, mit dem jene Männer arbeiteten, zu zerstören und ihre grundlose Autorität zu beseitigen.
Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament
Schwerlich gab es am Ende der apostolischen Zeit noch Männer, die sich deshalb eigenmächtig den Apostelnamen beilegten, weil sie behaupteten, daß auch sie zu den Begleitern Jesu gehört und von ihm vor seiner Kreuzigung die Einsetzung in das Botenamt erhalten hätten. Damals konnte ein falsches Apostolat nur dadurch entstehen, daß sich diese Männer auf den Geist beriefen, der sie zu Aposteln eingesetzt habe. Das zeigt, wie tief die Erschütterung war, die diese Vorgänge über die Gemeinden brachten. Diese Männer machten sich von dem, was Jesus auf der Erde gesagt und getan hatte, frei. War das nicht längst vergangen und bloß ein Anfang, über den die Kirche nun emporgehoben war? Regierte nicht Christus die Gemeinde jetzt durch seinen Geist? Konnte er ihr nicht auch jetzt neue Boten senden? Wichtiger als die Tatsachen, die zur Geschichte Jesu gehörten, war nach dem Urteil dieser Männer die Erleuchtung, die sie selber in ihrem inneren Leben empfangen zu haben meinten. Darum reichte die Frage, die bei ihrer Ankunft zu entscheiden war, in die Tiefe der christlichen Überzeugung hinab. Was bedeuteten die Erinnerungen an die Geschichte Jesu für die Christenheit? War sie für immer und einzig an das gebunden, was er einst während seines menschlichen Lebens gesagt und getan hatte? Die Christen von Ephesus widerstanden der Versuchung, das geringzuschätzen, was der Herr einst getan hatte, und blieben fest bei seinem Wort und Werk. Dafür erhalten sie nun Jesu Lob. Die, die sie entlarvten, waren nicht seine Boten, und der Kampf mit ihnen hat sie nicht mit Christus entzweit; vielmehr geschah durch ihre Abweisung sein Wille. Solche der Zucht dienenden Handlungen sind immer schwer und schmerzhaft und bringen nicht nur denen, die sie treffen, tiefe Demütigungen, sondern bereiten auch denen, die sie um der Wahrheit willen zum Schutz der Gemeinde widerlegen und beschämen müssen, ein hartes Leid. Darum war es für die Gemeinde eine große Wohltat, daß ihr für die Abweisung jener Apostel ausdrücklich die Zustimmung Jesu zuteil wurde. Die Beschämten zogen im Zorn davon mit Klagen über den Ungehorsam der Christen von Ephesus, vielleicht mit starken Drohungen, die ihnen Gottes Gericht ankündigten. Die Gemeinde soll aber wissen, daß sie sich dadurch in Jesu Augen als treu bewährt hat. Der Kraft, mit der sie in ihrem eigenen Kreis die Zucht übt, entsprach die tapfere Standhaftigkeit, mit der sie alles Schwere auf sich nahm, das ihr im Kampf mit ihrer Umgebung widerfuhr.
Das dritte Wortpaar zeigt, dass die Gemeinde verständig im grundlegenden Zeugnis war. Wiederum repräsentieren die beiden Aussagen eine negative und eine positive Seite: »Du hast Ausharren und hast getragen« , und »du bist nicht müde geworden.«
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Zwischen den beiden Teile dieser Aussage stehen die gewichtigen Worte »um meines Namens willen«. Sie haben eine doppelte Funktion, indem sie eine Erklärung für die erste Aussage darstellen und gleichzeitig den Beweggrund für die zweite nennen. Auf diese doppelte Weise bewies die Versammlung, dass sie begriff, worauf es beim Zeugnis der Versammlung ankommt. Auf der negativen Seite hatte die Gemeinde viel unter dem Druck von Menschen und der Umstände gelitten. Die Wiederholung des Zeitwortes »tragen« legt nahe, dass die Last von den bösen Leuten aus dem vorherigen Vers herrührte. Die Wiederholung des Wortes »Ausharren« hebt die Umstände hervor, unter denen der Charakter der Heiligen geformt wurde. Was gab ihnen die Kraft zum Tragen dieser Last und dieses Kampfes? Sie taten es »um meines Namens willen« . Dieser Ausdruck erinnert uns an Mt 10,22; 24,9. Er lässt uns an alles denken, was in Christus geoffenbart worden ist. Was die Feinde der Wahrheit angreifen, ist den Gläubigen Panier und Inspiration im Kampf um die Verbreitung eben dieser Wahrheit. Das sehen wir im positiven Teil dieses Paares. Das Perfekt in den beiden letzten Verben (das gilt nur für TR) zeigt, dass die Prüfungen und das Zeugnis der Vergangenheit bleibende Ergebnisse gezeitigt hatten. Elbf lässt wie RV im Gegensatz zu Luther 1912 (und verträgst und hast Geduld, und um meines Namens willen arbeitest du und bist nicht müde geworden) das Verb »arbeiten«, kopiao, aus. Swete schlägt vor, das Perfekt von kopiao zu übersetzten: du bis nicht müde«, was den Gedanken gut trifft.
