Familie Thomas Pape

Apostelgeschichte

Apostelgeschichte

hier als mp3 und hier die einzenen Gedanken, Kommentare und ergänzenden Stoff sortiert nach Kapiteln:

sowie weiteren ergänzenden Stoff

167 Replies to “Apostelgeschichte”

  1. Apostelgeschichte 1 – 2

    Apostelgeschichte 2:1-12

    Während nun der Tag des Pfingst[festes] seinen Verlauf nahm, waren sie alle am gleichen Ort beisammen, 2 und plötzlich entstand vom Himmel her ein Geräusch wie das einer dahinstürmenden starken Brise, und es erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und Zungen wie von Feuer wurden ihnen sichtbar und wurden verteilt, und auf jeden von ihnen setzte sich eine, 4 und sie alle wurden mit heiligem Geist erfüllt und fingen an, in verschiedenen Zungen zu reden, so wie der Geist ihnen gewährte, sich zu äußern.

    5 Nun wohnten in Jerusalem Juden, ehrfurchtsvolle Männer aus jeder Nation von denen unter dem Himmel. 6 Als nun dieses Geräusch entstand, kam die Menge zusammen und wurde fassungslos, weil ein jeder sie in seiner eigenen Sprache reden hörte. 7 In der Tat, sie waren erstaunt und begannen sich zu wundern und zu sagen: „Seht, sind nicht alle diese, die reden, Galilaer? 8 Und doch, wie kommt es, daß jeder von uns seine eigene Sprache hört, in der wir geboren wurden? 9 Parther und Meder und Elamiter und die Bewohner von Mesopotamien und Judaa und Kappadozien, Pontus und dem [Bezirk] Asien 10 und Phrygien und Pamphylien, Ägypten und den Gegenden Libyens, das gegen Kyrene hin liegt, und aus Rom Zugezogene, sowohl Juden als auch Proselyten, 11 Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Zungen über die großen Dinge Gottes reden.“ 12 Ja, sie staunten alle und waren in Verlegenheit und sagten zueinander: „Was hat das zu bedeuten?“

    wie hätten wir auf das Geschehene reagiert?

    Zu welcher der Gruppen hätten wir gehört?

  2. Apostelgeschichte 2:37

    Als sie das nun hörten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: „Männer, Brüder, was sollen wir tun?“

    ist es uns auch schon mal „wie ein Stich durchs Herz gegangen“, als uns jemand Gottes Wort erklärt hat?

  3. Apostelgeschichte 3 – 5

    Apostelgeschichte 5:1-11

    Ein gewisser Mann jedoch mit Namen Ananias verkaufte zusammen mit Sapphira, seiner Frau, ein Besitztum 2 und behielt insgeheim etwas von dem Preis, wovon auch seine Frau wußte, und er brachte nur einen Teil und legte ihn zu den Füßen der Apostel nieder. 3 Petrus aber sprach: „Ananias, warum hast du dich vom Satan so dreist machen lassen, dem heiligen Geist gegenüber ein falsches Spiel zu treiben und von dem Preis des Feldes insgeheim etwas zurückzubehalten? 4 Blieb es nicht dein, solange es bei dir blieb, und war es nicht, nachdem es verkauft war, weiter in deiner Gewalt? Warum beschlossest du eine solche Tat in deinem Herzen? Du hast ein falsches Spiel getrieben, [und dies] nicht Menschen, sondern Gott gegenüber.“ 5 Als Ananias diese Worte hörte, fiel er nieder und verschied. Und große Furcht kam über alle, die davon hörten. 6 Die jüngeren Männer aber standen auf, hüllten ihn in Tücher und trugen ihn hinaus und begruben ihn.

    7 Nach einer Zwischenzeit von etwa drei Stunden trat nun seine Frau herein, die nicht wußte, was geschehen war. 8 Petrus sprach zu ihr: „Sag mir, habt ihr [beiden] das Feld für so viel verkauft?“ Sie sagte: „Ja, für so viel.“ 9 Da [sprach] Petrus zu ihr: „Warum seid ihr [beiden] übereingekommen, den Geist Jehovas auf die Probe zu stellen? Siehe! Die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind an der Tür, und sie werden dich hinaustragen.“ 10 Da fiel sie augenblicklich zu seinen Füßen nieder und verschied. Als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie tot, und sie trugen sie hinaus und begruben sie neben ihrem Mann. 11 Infolgedessen kam große Furcht über die ganze Versammlung und über alle, die von diesen Dingen hörten.

    was genau hatten Ananias und seine Frau verkehrt gemacht?

    *** bt Kap. 4 S. 35 Abs. 19-20 „Ungelehrte und gewöhnliche Menschen“ ***
    Auch Ananias und Sapphira verkauften ein Feld und machten eine Spende. Das Ehepaar tat so, als würde es den gesamten Erlös spenden, doch es „behielt insgeheim etwas von dem Preis“ für sich (Apg. 5:2). Jehova ließ die beiden tot umfallen, nicht weil sie nicht genug gegeben hätten, sondern weil ihr Motiv schlecht war und sie die anderen hinters Licht führen wollten.

    Sie hatten „ein falsches Spiel getrieben, und dies nicht Menschen, sondern Gott gegenüber“ (Apg. 5:4). Schon Jesus hatte solche Heuchler verurteilt, die wie Ananias und Sapphira mehr darauf aus waren, vor Menschen zu glänzen, als vor Gott gut dazustehen (Mat. 6:1-3).

    20 Genauso großzügig wie die treuen Jünger damals in Jerusalem unterstützen Millionen ihrer modernen Vertreter heute das globale Predigtwerk durch Spenden. Keiner wird gezwungen, zu spenden oder seine Zeit einzusetzen, denn Jehova möchte nicht, dass wir ihm widerwillig oder aus Zwang dienen (2. Kor. 9:7). Für ihn ist der springende Punkt nicht, wie viel wir geben, sondern was unser Motiv dafür ist (Mar. 12:41-44).

    Nie möchten wir Gott aus Eigennutz oder wegen der Außenwirkung dienen, so wie Ananias und Sapphira. Im Gegenteil: Unser Dienst für Jehova soll wie bei Petrus, Johannes und Barnabas immer von echter Liebe zu ihm und unseren Mitmenschen getragen sein (Mat. 22:37-40).

  4. Apostelgeschichte 5:14-16

    14 Mehr als das, fortwährend wurden solche, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, sowohl Mengen von Männern als auch von Frauen, 15 so daß sie die Kranken sogar auf die breiten Straßen hinausbrachten und sie dort auf kleine Betten und Tragbahren legten, damit, wenn Petrus vorbeikäme, wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen falle.

    ob das wohl Petrus gefallen hatte? Musste er sich damit nicht so vorkommen, als würde er wie eine Gottheit verehrt?

    In dem neuen Buch „Gründlich Zeugnis abgeben“ wird dazu auszugsweise gesagt:

    *** bt Kap. 5 S. 38 Abs. 4 „Wir müssen Gott, dem Herrscher, gehorchen“ ***
    Manche wurden offensichtlich allein schon durch den Schatten von Petrus gesund gemacht. Bei vielen Geheilten fiel dann auch Gottes Wort der Wahrheit auf fruchtbaren Boden. Die Folge? „Fortwährend wurden solche, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, sowohl Mengen von Männern als auch von Frauen“ (Apg. 5:12-15).

    Ja, die Folgen davon müssen ihm sicherlich gefallen haben!

  5. Apostelgeschichte 5:17-19

    17 Der Hohepriester aber und alle, die mit ihm waren, die damals bestehende Sekte der Sadduzaer, erhoben sich und wurden mit Eifersucht erfüllt, 18 und sie legten Hand an die Apostel und brachten sie an den öffentlichen Ort des Gewahrsams. 19 In der Nacht aber öffnete Jehovas Engel die Türen des Gefängnisses, führte sie heraus

    … ohne Worte …

  6. Apostelgeschichte 5:17-26

    17 Der Hohepriester aber und alle, die mit ihm waren, die damals bestehende Sekte der Sadduzaer, erhoben sich und wurden mit Eifersucht erfüllt, 18 und sie legten Hand an die Apostel und brachten sie an den öffentlichen Ort des Gewahrsams. 19 In der Nacht aber öffnete Jehovas Engel die Türen des Gefängnisses, führte sie heraus und sprach: 20 „Geht eures Weges, und stellt euch im Tempel hin, und fahrt fort, dem Volk alle Worte über dieses Leben zu sagen.“ 21 Nachdem sie dies gehört hatten, begaben sie sich bei Tagesanbruch in den Tempel und begannen zu lehren.

    Als nun der Hohepriester und die, die bei ihm waren, angekommen waren, riefen sie den Sanhedrin zusammen und die ganze Versammlung der älteren Männer der Söhne Israels, und sie schickten ins Gefängnis, um sie herbeiführen zu lassen. 22 Als aber die Beamten dorthin kamen, fanden sie sie nicht im Gefängnis. Da kehrten sie zurück und erstatteten Bericht, 23 indem sie sprachen: „Das Gefängnis fanden wir mit allen Sicherheitsvorkehrungen verschlossen, und die Wachtposten standen an den Türen, aber als wir aufmachten, fanden wir niemand darin.“ 24 Als nun der Hauptmann des Tempels und die Oberpriester diese Worte hörten, gerieten sie dieser Dinge wegen in Verlegenheit darüber, was daraus werden sollte. 25 Es traf aber jemand ein und berichtete ihnen: „Seht! Die Männer, die ihr ins Gefängnis gesetzt habt, stehen im Tempel und lehren das Volk.“ 26 Da ging der Hauptmann mit seinen Beamten hin und machte sich daran, sie zu holen, doch ohne Gewalt, da sie befürchteten, vom Volk gesteinigt zu werden.

    hatten sie sich nicht gefragt, wie die Apostel entkommen konnten?

  7. Apostelgeschichte 5:27-33

    Sie brachten sie also herbei und stellten sie in den Saal des Sanhedrins. Und der Hohepriester befragte sie 28 und sprach: „Wir haben euch ausdrücklich befohlen, nicht mehr weiter aufgrund dieses Namens zu lehren, und dennoch, seht, ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt, und ihr seid entschlossen, das Blut dieses Menschen über uns zu bringen.“ 29 Als Antwort sagten Petrus und die [anderen] Apostel: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen. 30 Der Gott unserer Vorväter hat Jesus auferweckt, den ihr ums Leben gebracht habt, indem ihr ihn an einen Stamm hängtet. 31 Diesen hat Gott als Hauptvermittler und Retter zu seiner Rechten erhöht, um Israel [Gelegenheit zur] Reue und Vergebung der Sünden zu geben. 32 Und wir sind Zeugen dieser Dinge, und desgleichen ist es der heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm als [dem] Herrscher gehorchen.“

    33 Als sie das hörten, fühlten sie sich zutiefst verletzt und wollten sie umbringen.

    lassen wir uns von gegnerischen Menschen oder ungünstigen Umständen davon abhalten, über unseren wundervollen Gott zu reden?

    Hierzu auszugsweise noch einige Gedanken aus dem neuen Buch:

    Falls uns also die „obrigkeitlichen Gewalten“ heute das Predigen der guten Botschaft untersagen, können wir nicht damit aufhören, weil der Auftrag dazu ja von Gott kommt (Röm. 13:1). Wir suchen vielmehr diskret Mittel und Wege, um Gottes Königreich trotzdem weiterzupredigen.

    11 Wie zu erwarten, brachte die mutige Antwort der Apostel die Richter völlig zur Weißglut und sie wollten sie nur noch „umbringen“ (Apg. 5:33)

    Wie steht es mit uns? Können auch wir nicht damit aufhören, von den Dingen zu reden, die wir gesehen und gehört haben?

    Dann wird unser liebevoller Gott Jehova sicherlich voller Liebe zu uns hinabgucken

  8. Apostelgeschichte 5:33-40

    Als sie das hörten, fühlten sie sich zutiefst verletzt und wollten sie umbringen. 34 Doch stand jemand im Sanhedrin auf, ein Pharisäer namens Gamaliel, ein Gesetzeslehrer, der beim ganzen Volk geachtet war, und gab den Befehl, die Männer für eine kleine Weile hinauszutun. 35 Und er sprach zu ihnen: „Männer von Israel, nehmt euch in acht, was ihr hinsichtlich dieser Menschen zu tun beabsichtigt. 36 Zum Beispiel stand vor diesen Tagen Theudas auf, der sich für etwas Besonderes ausgab, und eine Anzahl Männer, etwa vierhundert, schlossen sich seiner Partei an. Er wurde aber umgebracht, und alle, die ihm gehorchten, wurden zerstreut und wurden zunichte. 37 Nach ihm, in den Tagen der Einschreibung, stand Judas, der Galilaer, auf, und er zog Leute hinter sich her. Und doch kam dieser um, und alle, die ihm gehorchten, wurden weithin zerstreut. 38 Und so sage ich euch unter den gegenwärtigen Umständen: Steht ab von diesen Menschen, und laßt sie gehen (denn wenn dieses Unterfangen oder dieses Werk von Menschen ist, wird es umgestürzt werden; 39 wenn es aber von Gott ist, werdet ihr sie nicht stürzen können); andernfalls mögt ihr vielleicht als solche erfunden werden, die in Wirklichkeit gegen Gott kämpfen.“ 40 Da hörten sie auf ihn, und sie riefen die Apostel herein, peitschten sie aus und befahlen ihnen, nicht mehr aufgrund des Namens Jesu zu reden, und ließen sie gehen.

    wie sieht Jehova wohl Menschen an, die heute ganz bewusst alles daran setzen, um uns zu schaden?

    Könnte es sein, dass auch diese Personen in Wirklichkeit gegen Gott kämpfen?

  9. Apostelgeschichte 5:41

    Diese nun gingen aus dem Sanhedrin hinweg, voll Freude, weil sie für würdig erachtet worden waren, um seines Namens willen in Unehre zu kommen.

    Welche Freude ist damit gemeint?

    *** bt Kap. 5 S. 40 Abs. 14 „Wir müssen Gott, dem Herrscher, gehorchen“ ***

    Haben die Apostel nach der Auspeitschung den Kopf hängen lassen? Sind sie ins Schwanken geraten? Ganz im Gegenteil! Sie „gingen aus dem Sanhedrin hinweg, voll Freude“ (Apg. 5:41). Wieso „voll Freude“? Bestimmt nicht, weil man sie ausgepeitscht hatte. Ihre Freude kam daher, dass sie wussten, warum sie verfolgt wurden: weil sie Jehova treu geblieben und den gleichen Weg gegangen waren wie ihr großes Vorbild Jesus (Mat. 5:11, 12).

  10. Apostelgeschichte 6 – 9

    Apostelgeschichte 6:9-14

    Es standen aber gewisse Männer von denen aus der sogenannten Synagoge der Freigelassenen auf und von den Kyrenaern und Alexandrinern und von denen aus Zilizien und Asien, um mit Stephanus zu disputieren; 10 und doch konnten sie sich nicht gegen die Weisheit und den Geist, mit dem er redete, behaupten. 11 Dann stifteten sie heimlich Männer an zu sagen: „Wir haben gehört, daß er Lästerreden gegen Moses und Gott führt.“ 12 Und sie wiegelten das Volk sowie die älteren Männer und die Schriftgelehrten auf, und plötzlich über ihn herfallend, packten sie ihn und führten ihn zum Sanhedrin. 13 Und sie stellten falsche Zeugen auf, die sprachen: „Dieser Mensch läßt nicht davon ab, Reden gegen diese heilige Stätte und gegen das GESETZ zu führen. 14 Zum Beispiel haben wir ihn sagen hören, daß dieser Jesus, der Nazarener, diese Stätte niederreißen und die Bräuche, die uns Moses überliefert hat, ändern werde.“

    unfassbar, dass es immer wieder in der Geschichte Personen unter Gottes Volk gegeben hat, die ihre Hilflosigkeit, die sie empfinden, weil wahre Anbeter ihr Verhalten als Gottentehrend bloßstellen, damit kompensieren, dass sie diese durch Falschanklagen zum Schweigen bringen!

    Wäre es da nicht viel sinnvoller, das verkehrte Verhalten zu ändern, damit man wieder Jehova wirklich gefallen kann?

  11. Apostelgeschichte 7:1-53

    Aber der Hohepriester sprach: „Verhalten sich diese Dinge so?“ 2 Er sagte: „Männer, Brüder und Väter, hört! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vorvater Abraham, als er in Mesopotamien war, ehe er in Haran Wohnsitz nahm, 3 und er sprach zu ihm: ‚Zieh aus deinem Land und von deinen Verwandten weg, und komm her in das Land, das ich dir zeigen werde.‘ 4 Da zog er aus dem Land der Chaldaer aus und nahm in Haran Wohnsitz. Und von dort ließ ihn [Gott], nachdem sein Vater gestorben war, in dieses Land übersiedeln, in dem ihr jetzt wohnt. 5 Und doch gab er ihm keinen Erbbesitz darin, nein, nicht einen Fußbreit; aber er verhieß, als er noch kein Kind hatte, es ihm und seinem Samen nach ihm zum Besitz zu geben. 6 Überdies sprach Gott in dem Sinne, daß seine Nachkommen ansässige Fremdlinge in einem fremden Land sein würden und daß [man] sie versklaven und [sie] vierhundert Jahre lang niederdrücken würde. 7 ‚Und diese Nation, der sie wie Sklaven dienen werden, werde ich richten‘, sprach Gott, ‚und nach diesen Dingen werden sie ausziehen und werden mir an dieser Stätte heiligen Dienst darbringen.‘

    8 Auch gab er ihm einen Bund der Beschneidung; und so wurde er der Vater von Isaak und beschnitt ihn am achten Tag, und Isaak von Jakob und Jakob von den zwölf Familienhäuptern. 9 Und die Familienhäupter wurden eifersüchtig auf Joseph und verkauften ihn nach Ägypten. Doch Gott war mit ihm, 10 und er befreite ihn aus allen seinen Drangsalen und gab ihm in den Augen Pharaos, des Königs von Ägypten, Gunst und Weisheit. Und er setzte ihn zum Regenten über Ägypten und sein ganzes Haus ein. 11 Es kam aber eine Hungersnot über ganz Ägypten und Kanaan, ja eine große Drangsal; und unsere Vorväter fanden keine Nahrungsmittel. 12 Jakob hörte aber, daß es in Ägypten Lebensmittel gebe, und er sandte unsere Vorväter zum ersten Mal hin. 13 Und beim zweiten Mal gab sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen; und der Familienstamm Josephs wurde dem Pharao bekannt. 14 Dann sandte Joseph hin und rief Jakob, seinen Vater, und alle seine Verwandten [von jenem Ort] herbei, in der Zahl von fünfundsiebzig Seelen. 15 Jakob zog nach Ägypten hinab. Und er starb und ebenso unsere Vorväter, 16 und sie wurden nach Sichem überführt und wurden in die Gruft gelegt, die Abraham um einen Preis von den Söhnen Hamors in Sichem mit Silbergeld gekauft hatte.

    17 Als nun die Zeit der [Erfüllung der] Verheißung nahte, die Gott dem Abraham offen verkündet hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten, 18 bis ein anderer König über Ägypten aufstand, der Joseph nicht kannte. 19 Dieser wandte Staatslist gegen unsere Rasse an und zwang die Väter zu Unrecht, ihre Kindlein auszusetzen, damit sie nicht am Leben bleiben sollten. 20 In dieser besonderen Zeit wurde Moses geboren, und er war schön vor Gott. Und drei Monate lang wurde er im Haus [seines] Vaters ernährt. 21 Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter Pharaos auf und zog ihn als ihren eigenen Sohn auf. 22 Infolgedessen wurde Moses in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen. In der Tat, er war machtvoll in seinen Worten und Taten.

    23 Als nun die Zeit seines vierzigsten Jahres voll wurde, stieg in seinem Herzen [der Gedanke] auf, bei seinen Brüdern, den Söhnen Israels, eine Besichtigung vorzunehmen. 24 Und als er einen erblickte, der ungerecht behandelt wurde, verteidigte er ihn und rächte den Mißhandelten, indem er den Ägypter niederschlug. 25 Er meinte, seine Brüder würden begreifen, daß Gott ihnen durch seine Hand Rettung verschaffe, aber sie begriffen [es] nicht. 26 Und als sie am nächsten Tag stritten, erschien er bei ihnen und versuchte, sie in Frieden zusammenzubringen, indem er sprach: ‚Männer, ihr seid Brüder. Warum behandelt ihr einander ungerecht?‘ 27 Derjenige aber, der seinem Nächsten unrecht tat, stieß ihn weg und sagte: ‚Wer hat dich zum Herrscher und Richter über uns gesetzt? 28 Du willst mich doch nicht etwa ebenso umbringen, wie du gestern den Ägypter umgebracht hast?‘ 29 Auf dieses Wort hin ergriff Moses die Flucht und wurde ein ansässiger Fremdling im Land Midian, wo er der Vater zweier Söhne wurde.

    30 Und als vierzig Jahre voll geworden waren, erschien ihm in der Wildnis des Berges Sinai ein Engel in der Feuerflamme eines Dornbusches. 31 Als Moses es nun sah, verwunderte er sich über den Anblick. Doch als er näher trat, um nachzusehen, kam Jehovas Stimme: 32 ‚Ich bin der Gott deiner Vorväter, der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs.‘ Da erzitterte Moses und wagte nicht, [es] weiter zu untersuchen. 33 Jehova sprach zu ihm: ‚Nimm die Sandalen von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden. 34 Bestimmt habe ich die schlechte Behandlung meines Volkes, das in Ägypten ist, gesehen, und ich habe ihr Seufzen gehört, und ich bin herabgekommen, um sie zu befreien. Und nun, komm, ich will dich nach Ägypten senden.‘ 35 Diesen Moses, den sie verleugnet hatten, indem sie sprachen: ‚Wer hat dich zum Herrscher und Richter gesetzt?‘, diesen hat Gott durch die Hand des Engels, der ihm im Dornbusch erschien, als Herrscher und auch als Befreier gesandt. 36 Dieser Mann führte sie hinaus, indem er in Ägypten und im Roten Meer und vierzig Jahre lang in der Wildnis Wunder und Zeichen tat.

    37 Dieser ist der Moses, der zu den Söhnen Israels sprach: ‚Einen Propheten gleich mir wird Gott euch aus der Mitte eurer Brüder erwecken.‘ 38 Dieser ist es, der dann inmitten der Versammlung in der Wildnis bei dem Engel war, der auf dem Berg Sinai zu ihm und zu unseren Vorvätern redete, und er empfing lebendige, heilige Aussprüche, um sie euch zu geben. 39 Unsere Vorväter wollten ihm aber nicht gehorsam werden, sondern sie stießen ihn von sich und kehrten in ihrem Herzen nach Ägypten zurück, 40 indem sie zu Aaron sagten: ‚Mache uns Götter, damit sie vor uns hergehen. Denn dieser Moses, der uns aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm widerfahren ist.‘ 41 Da machten sie in jenen Tagen ein Kalb und brachten ein Schlachtopfer zu dem Götzen hinauf und begannen sich der Werke ihrer Hände zu erfreuen. 42 Da wandte sich Gott ab und gab sie dahin, dem Heer des Himmels heiligen Dienst darzubringen, so wie es im Buch der Propheten geschrieben steht: ‚Ihr habt doch nicht etwa mir vierzig Jahre lang in der Wildnis Opfertiere und Schlachtopfer dargebracht, o Haus Israel? 43 Sondern das Zelt des Moloch und den Stern des Gottes Rephan habt ihr aufgenommen, die Figuren, die ihr gemacht habt, um sie anzubeten. Demzufolge will ich euch über Babylon hinaus wegführen.‘

    44 Unsere Vorväter hatten das Zelt des Zeugnisses in der Wildnis, so wie er ihnen Weisung gegeben hatte, als er zu Moses redete, es nach dem Muster zu machen, das er gesehen hatte. 45 Und unsere Vorväter, die es übernahmen, brachten es auch mit Josua in das Land hinein, das die Nationen in Besitz hatten, die Gott vor unseren Vorvätern her ausstieß. Hier blieb es bis zu den Tagen Davids. 46 Er fand Gunst in den Augen Gottes und bat um [das Vorrecht], dem Gott Jakobs eine Wohnstätte zu verschaffen. 47 Salomo aber baute ihm ein Haus. 48 Doch der Höchste wohnt nicht in Häusern, die mit Händen gemacht sind, so wie der Prophet sagt: 49 ‚ „Der Himmel ist mein Thron, und die Erde ist der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen?“ spricht Jehova. „Oder welches ist die Stätte meiner Ruhe? 50 Hat nicht meine Hand alle diese Dinge gemacht?“ ‘

    51 [Ihr] Halsstarrigen und an Herz und Ohren Unbeschnittenen, ständig widersteht ihr dem heiligen Geist; wie eure Vorväter getan haben, so tut ihr. 52 Welchen von den Propheten haben eure Vorväter nicht verfolgt? Ja, sie töteten die, die über das Kommen des Gerechten im voraus Ankündigung machten, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid, 53 ihr, die ihr das GESETZ empfingt, wie es von Engeln übermittelt wurde, es aber nicht gehalten habt.“

    die Geschichte des Volkes Israel im Schnelldurchlauf

    Apostelgeschichte 7:54

    Als sie nun diese Dinge hörten, fühlten sie sich in ihrem Herzen zutiefst verletzt, und sie begannen mit den Zähnen gegen ihn zu knirschen.

    Wie reagieren wir persönlich auf die Dinge, die wir aus der Bibel hören oder selber lesen?

  12. Apostelgeschichte 7:39

    39 Unsere Vorväter wollten ihm aber nicht gehorsam werden, sondern sie stießen ihn von sich und kehrten in ihrem Herzen nach Ägypten zurück,

    sind vielleicht auch wir bereits mit unserem Herzen in unser altes Leben zurück gekehrt?

    Dies könnte auch dann der Fall sein, wenn wir weiterhin die Zusammenkünfte besuchen und einen gewissen Anteil im Predigtdienst haben. Selbst, wenn wir uns auf die Zusammenkünfte vorbereiten.

    Hier geht es nicht um äußerliche Dinge, sondern darum, was in unserem Herzen ist:

    vermisse ich vielleicht Dinge, die ich getan habe und an denen ich Freude hatte, bevor ich in die Wahrheit gekommen bin?

    Dann könnte es sein, dass auch ich berreit in meinem Herzen in die alte Welt zurückgekehrt bin…

  13. Apostelgeschichte 7:54-60

    Als sie nun diese Dinge hörten, fühlten sie sich in ihrem Herzen zutiefst verletzt, und sie begannen mit den Zähnen gegen ihn zu knirschen. 55 Er aber, voll heiligen Geistes, schaute unverwandt zum Himmel empor und erblickte die Herrlichkeit Gottes und Jesus, zur Rechten Gottes stehend, 56 und er sprach: „Siehe! Ich sehe die Himmel aufgetan und den Menschensohn, zur Rechten Gottes stehend.“ 57 Darauf schrien sie mit lauter Stimme und hielten sich mit den Händen die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los. 58 Und nachdem sie ihn aus der Stadt hinausgetrieben hatten, begannen sie ihn mit Steinen zu bewerfen. Und die Zeugen legten ihre äußeren Kleider zu den Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus genannt wurde. 59 Und sie fuhren fort, Stephanus zu steinigen, während er flehte und sprach: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.“ 60 Darauf beugte er seine Knie und rief mit lauter Stimme: „Jehova, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!“ Und nachdem er dies gesagt hatte, entschlief er [im Tod].

    nun hatten sie diesen Stephanus mundtot gemacht, der ihr Gottentehrendes Verhalten bloßtellte – aber entehrte ihr Verhalten dadurch nicht mehr Gott?

    Wie dachte wohl Jehova über sie??

    Wie denkt wohl Jehova über uns, wenn wir uns ähnlich verhalten?

  14. Apostelgeschichte 8:6-7

    Die Volksmengen achteten einmütig auf das, was Philippus sagte, während sie zuhörten und auf die Zeichen blickten, die er tat. 7 Denn viele hatten unreine Geister, und diese pflegten mit lauter Stimme zu schreien und auszufahren. Außerdem wurden viele Gelähmte und Lahme geheilt.

    wieso hatten so viele unter den Israeliten unreine Geister, wo sie doch eigentlich Gottes Volk damals angehörten?

  15. Apostelgeschichte 8:14-17

    Als die Apostel in Jerusalem hörten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen; 15 und diese gingen hinab und beteten für sie, damit sie heiligen Geist empfingen. 16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur im Namen des Herrn Jesus getauft worden. 17 Dann legten sie ihnen die Hände auf, und von da an empfingen sie heiligen Geist.

    wieso mussten ihnen erst von den Aposteln die Hände aufgelegt werden, damit sie den heiligen Geist empfangen konnten?

    *** it-1 S. 1052 Hand ***

    Die Handauflegung. Abgesehen von dem üblichen Gebrauch, wurden die Hände auch zu verschiedenen Zwecken Personen oder Gegenständen aufgelegt. Im allgemeinen war diese Handlung jedoch ein Zeichen der Ernennung oder dafür, daß die Person (bzw. das Tier) oder die Sache in einer bestimmten Funktion anerkannt oder bestätigt wurde.

    Während der Feierlichkeit zur Einsetzung der Priesterschaft legten Aaron und seine Söhne ihre Hände auf den Kopf des Stieres und der zwei Widder, die geopfert werden sollten. Dadurch bestätigten sie, daß diese Tiere geopfert wurden, damit sie Priester Jehovas Gottes werden konnten (2Mo 29:10, 15, 19; 3Mo 8:14, 18, 22). Josua wurde auf Gottes Geheiß zum Nachfolger Mose eingesetzt, indem Moses Josua die Hände auflegte. Dieser war daraufhin „voll des Geistes der Weisheit“ und fähig, Israel gut zu führen (5Mo 34:9).

    Sollten Personen einen Segen empfangen, legte man ihnen die Hände auf (1Mo 48:14; Mar 10:16). Jesus Christus berührte einige, die er heilte, oder legte ihnen die Hände auf (Mat 8:3; Mar 6:5; Luk 13:13). Gewisse Personen empfingen die Gabe des heiligen Geistes, nachdem die Apostel ihnen die Hände aufgelegt hatten (Apg 8:14-20; 19:6).

    *** bt Kap. 7 S. 56 „Die gute Botschaft über Jesus“ predigen ***

    Offensichtlich wurden neue Jünger damals normalerweise bei der Taufe mit heiligem Geist gesalbt, das heißt, sie empfingen den heiligen Geist. Dadurch hatten sie die Aussicht, später mit Jesus als Könige und Priester im Himmel zu regieren (2. Kor. 1:21, 22; Offb. 5:9, 10; 20:6). Doch in diesem besonderen Fall wurden die neuen Jünger nicht bei der Taufe gesalbt. Sie empfingen den heiligen Geist und die damit verbundenen Gaben erst, nachdem Petrus und Johannes ihnen die Hände aufgelegt hatten.

    Hm…..

    Irgendwie habe ich immer noch keine zufriedenstellende Antwort auf meine Frage erhalten:

    „Warum war es nötig, dass die Apostel die Hände auflegten, damit andere den heiligen Geist erhalten konnten? Immerhin ist der heilige Geist doch eine Gabe von Jehova…“

    Wer hier noch weiteren Aufschluss zu bieten hat – immer her damit

  16. Apostelgeschichte 8:18-24

    Als nun Simon sah, daß der Geist durch Händeauflegen der Apostel gegeben wurde, bot er ihnen Geld an, 19 indem er sprach: „Gebt auch mir diese Gewalt, damit jeder, dem ich die Hände auflege, heiligen Geist empfange.“ 20 Petrus aber sprach zu ihm: „Dein Silber gehe mit dir zugrunde, weil du dachtest, durch Geld in den Besitz der freien Gabe Gottes zu gelangen. 21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache, denn dein Herz ist in den Augen Gottes nicht gerade. 22 Bereue daher deine Schlechtigkeit, und flehe zu Jehova, daß dir, wenn möglich, das Trachten deines Herzens vergeben werde; 23 denn ich sehe, du bist eine giftige Galle und eine Fessel der Ungerechtigkeit.“ 24 Als Antwort sagte Simon: „Ihr Männer, fleht für mich zu Jehova, daß nichts von dem, was ihr gesagt habt, über mich komme.“

    warum dieses harte Urteil?

    *** bt Kap. 7 S. 55-57 „Die gute Botschaft über Jesus“ predigen ***

    „Gebt auch mir diese Gewalt“ (Apg. 8:9-25)
    9 Philippus wirkte in Samaria viele Wunder. Unter anderem heilte er Menschen mit Behinderungen und trieb sogar böse Geister aus (Apg. 8:6-8). Ein Mann war davon besonders angetan: Simon, ein Magier, den die Leute so bewunderten, dass sie über ihn sagten: „Dieser Mann ist die Kraft Gottes.“ Durch die Wunder des Philippus sah er nun mit eigenen Augen die wirkliche Kraft Gottes und kam zum Glauben (Apg. 8:9-13). Seine Motive wurden später jedoch auf den Prüfstand gestellt. Wie?

    10 Als die Apostel hörten, dass es in Samaria so viel Zuwachs gab, schickten sie Petrus und Johannes dorthin. (Dazu auch „Petrus gebraucht die ‚Schlüssel des Königreiches‘ “.) Die beiden legten den neuen Jüngern die Hände auf und jeder empfing den heiligen Geist. Simon war davon ganz fasziniert. Er sagte zu den Aposteln: „Gebt auch mir diese Gewalt, damit jeder, dem ich die Hände auflege, heiligen Geist empfange.“ Simon bot ihnen sogar Geld an, weil er dachte, er könne diese Gabe Gottes kaufen! (Apg. 8:14-19).

    11 Petrus wies Simon scharf zurecht: „Dein Silber gehe mit dir zugrunde, weil du dachtest, durch Geld in den Besitz der freien Gabe Gottes zu gelangen. Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache, denn dein Herz ist in den Augen Gottes nicht gerade.“ Dann redete er Simon ins Gewissen, er solle bereuen und um Vergebung bitten: „Flehe zu Jehova, dass dir, wenn möglich, das Trachten deines Herzens [„deine unsaubere Absicht“, Zink] vergeben werde.“ Simon war offenbar kein schlechter Mensch. Eigentlich wollte er das Richtige tun, aber hier hatte er sich gründlich vergaloppiert. Er beschwor die Apostel: „Ihr Männer, fleht für mich zu Jehova, dass nichts von dem, was ihr gesagt habt, über mich komme“ (Apg. 8:20-24).

    12 Was Petrus dem Simon so unverblümt zu verstehen gab, ist auch ein deutlicher Wink für Christen von heute. Von dem Vorfall damals wurde sogar ein eigenes Wort abgeleitet: Simonie, der Kauf und Verkauf von Ämtern auf religiöser Ebene. Die Kirchengeschichte strotzt nur so vor Beispielen dafür. So wird in der 9. Auflage der Encyclopædia Britannica (1878) über Papstwahlen (Konklaven) gesagt: „Wer die Geschichte der päpstlichen Konklaven erforscht, kommt zu der Überzeugung, dass keine Wahl je unbefleckt von Simonie erfolgt ist, sondern im Gegenteil in vielen Fällen im Konklave Simonie in gröbster, schamlosester und offenkundigster Weise getrieben worden ist.“

    13 Simonie ist eine Sünde, vor der man als Christ auf der Hut sein muss. Es darf zum Beispiel nicht sein, dass man jemand mit Geschenken oder Lob überhäuft, weil man sich von ihm zusätzliche besondere Aufgaben in der Versammlung verspricht. Andererseits sollten sich Brüder, die anderen besondere Aufgaben zukommen lassen könnten, nicht dazu hinreißen lassen, jemand zu begünstigen, nur weil er gut situiert ist. Beides wäre letztlich eine Form von Simonie.

    Fazit: Diener Gottes dürfen sich nicht irgendwie in den Vordergrund drängen, sondern sollten abwarten, wen Jehovas Geist für eine Aufgabe auswählt (Luk. 9:48).

    In Gottes Organisation ist kein Platz für Leute, die auf „ihre eigene Ehre“ aus sind (Spr. 25:27).

  17. Apostelgeschichte 8:29-35

    Da sagte der Geist zu Philippus: „Tritt hinzu, und schließ dich diesem Wagen an.“ 30 Philippus lief nebenher und hörte ihn laut den Propheten Jesaja lesen, und er sprach: „Verstehst du wirklich, was du liest?“ 31 Er sagte: „Wie könnte ich es denn je, wenn mich nicht jemand anleitet?“ Und er bat Philippus inständig, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. 32 Die Stelle der Schrift nun, die er laut las, war diese: „Wie ein Schaf wurde er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer stumm ist, so tut er seinen Mund nicht auf. 33 Während seiner Erniedrigung wurde das Gericht von ihm weggenommen. Wer wird die Einzelheiten seiner Generation erzählen? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.“

    34 Als Antwort sagte der Eunuch zu Philippus: „Ich bitte dich: Von wem sagt dies der Prophet? Von sich selbst oder von einem anderen?“ 35 Philippus öffnete seinen Mund, und mit diesem Schriftwort anfangend, verkündigte er ihm die gute Botschaft über Jesus.

    sind wir ebenso aufrichtig und demütig wie der Eunuch?

    Lassen wir uns die Dinge erklären, die wir nicht verstehen? Fragen wir nach, oder tun wir, als ob wir alles wüssten, damit niemand schlecht von uns denkt?

    Apstelgeschichte 8:36-39

    Als sie nun auf der Straße dahinzogen, kamen sie an ein gewisses Gewässer, und der Eunuch sprach: „Siehe! Ein Gewässer; was hindert mich, getauft zu werden?“ 37 —— 38 Damit gebot er, daß der Wagen halte, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, sowohl Philippus als auch der Eunuch; und er taufte ihn. 39 Als sie aus dem Wasser heraufgekommen waren, führte Jehovas Geist den Philippus eilends hinweg, und der Eunuch sah ihn nicht mehr, denn er zog freudig seines Weges weiter.

  18. Apostelgeschichte 9:1-19

    Saulus aber, der immer noch Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn schnaubte, ging zum Hohenpriester 2 und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um alle, die er finden würde, sowohl Männer wie Frauen, die zum WEG gehörten, gebunden nach Jerusalem zu bringen.

    3 Als er sich nun auf seiner Reise Damaskus näherte, umblitzte ihn plötzlich ein Licht vom Himmel, 4 und er fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die zu ihm sagte: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“ 5 Er sagte: „Wer bist du, Herr?“ Er sprach: „Ich bin Jesus, den du verfolgst. 6 Doch steh auf und geh in die Stadt hinein, und es wird dir gesagt werden, was du tun sollst.“ 7 Die Männer nun, die mit ihm reisten, standen sprachlos da, da sie zwar den Schall einer Stimme hörten, aber niemand sahen. 8 Saulus jedoch erhob sich vom Boden, und obwohl seine Augen geöffnet waren, sah er nichts. Da führten sie ihn an der Hand und geleiteten ihn nach Damaskus. 9 Und drei Tage lang sah er nichts, und er aß und trank auch nicht.

    10 In Damaskus befand sich ein gewisser Jünger namens Ananias, und der Herr sprach in einer Vision zu ihm: „Ananias!“ Er sagte: „Hier bin ich, Herr.“ 11 Der Herr sprach zu ihm: „Steh auf, geh in die Straße, die man die Gerade nennt, und such im Haus des Judas einen Mann namens Saulus aus Tarsus. Denn siehe, er betet, 12 und in einer Vision hat er einen Mann namens Ananias eintreten und ihm die Hände auflegen sehen, damit er wieder sehend werde.“ 13 Ananias aber antwortete: „Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wieviel Schaden er deinen Heiligen in Jerusalem zugefügt hat. 14 Und hier hat er die Befugnis von den Oberpriestern, alle, die deinen Namen anrufen, in Fesseln zu legen.“ 15 Aber der Herr sprach zu ihm: „Geh hin, denn dieser Mann ist mir ein auserwähltes Gefäß, um meinen Namen sowohl zu den Nationen als auch zu Königen und den Söhnen Israels zu tragen. 16 Denn ich werde ihm deutlich zeigen, wieviel er für meinen Namen leiden muß.“

    17 Da ging Ananias hin und kam in das Haus, und er legte ihm die Hände auf und sprach: „Saulus, Bruder, der Herr, der Jesus, der dir auf der Straße, auf der du kamst, erschienen ist, hat mich hergesandt, damit du wieder sehend und mit heiligem Geist erfüllt werdest.“ 18 Und sogleich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, und er konnte wieder sehen, und er stand auf und wurde getauft, 19 und er nahm Speise zu sich und kam zu Kräften.

    können wir uns in diesen Mann – Ananias – hineinversetzen, was er dabei gedacht und gefühlt hatte?

  19. Apostelgeschichte 9:20-22

    und (Saulus) begann sogleich, in den Synagogen Jesus zu predigen, daß dieser der Sohn Gottes ist. 21 Alle aber, die ihn hörten, entsetzten sich und sprachen: „Ist das nicht der Mann, der unter denen in Jerusalem, die diesen Namen anrufen, eine Verheerung anrichtete und gerade zu dem Zweck hierhergekommen war, sie gebunden zu den Oberpriestern zu führen?“ 22 Saulus jedoch erwarb sich fortwährend noch mehr Kraft und brachte die Juden, die in Damaskus wohnten, in Verwirrung, als er folgerichtig bewies, daß dieser der Christus ist.

    wie hätten wir empfunden, wenn wir als Bruder gesehen hätten, wie der Mann, der uns und unsere Bruderschaft mit allen Mitteln verfolgt hatte und zerstören wollte, nun im Tempel lehrte, dass Jesus Gottes Sohn war?

    We hätten wir als Jude empfunden, wenn wir gesehen hätten wie dieser Mann, der so eifrig auf unserer Seite gegen diese verfluchte Sekte gekämpt hatte, nun auf einmal die Fronten gewechset hat?

    Ob nicht auf beiden Seiten viele gedacht haben, dass dies nur ein Trick, eine Falle sei, um möglichst viele Christen gefangen weg zu führen?

    Apostelgeschichte 9:26

    Als er in Jerusalem ankam, suchte er sich den Jüngern anzuschließen; aber sie alle fürchteten sich vor ihm, denn sie glaubten nicht, daß er ein Jünger sei.

    auf jeden Fall erlebte Paulus sehr schnell, was es bedeutet, wenn man wegen seines Glaubens um sein Leben fürchten muss.

  20. Apostelgeschichte 9:23-25

    Als nun ziemlich viele Tage zu Ende gingen, hielten die Juden zusammen Rat, um ihn umzubringen. 24 Saulus erfuhr aber von ihrem Anschlag gegen ihn. Tag und Nacht bewachten sie indes sorgfältig auch die Tore, um ihn umzubringen. 25 Da nahmen ihn seine Jünger und ließen ihn nachts durch eine Lücke in der Mauer hinab, indem sie ihn in einem Korb hinunterließen.

    diese Jünger jedenfalls mussten von der Echtheit seines Wandels überzeugt gewesen sein, sonst hätten sie ihm nicht geholfen, Denn immerhin machten sie ja sich sebst damit auch zur Zielscheibe.

  21. Apostelgeschichte 9:26

    Als er in Jerusalem ankam, suchte er sich den Jüngern anzuschließen; aber sie alle fürchteten sich vor ihm, denn sie glaubten nicht, daß er ein Jünger sei.

    können wir die Reaktion dieser Jùnger verstehen? Immerhin war er ja derjenige, der sie vor seinem Weggang aufs Heftigste verfolgt hatte und konnte nicht jeder einfach behaupten, dass er nun auch ein Christ geworden sei?

    Apostelgeschichte 9:27-30

    Da kam ihm Barnabas zu Hilfe und führte ihn zu den Aposteln, und er erzählte ihnen eingehend, wie er auf dem Weg den Herrn gesehen hatte und daß er zu ihm geredet habe und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu geredet hatte. 28 Und er war weiterhin bei ihnen, ging in Jerusalem ein und aus und redete freimütig im Namen des Herrn; 29 und er redete und disputierte mit den griechisch sprechenden Juden. Diese aber unternahmen Versuche, ihn umzubringen. 30 Als die Brüder dies herausfanden, brachten sie ihn nach Cäsarea hinab und sandten ihn nach Tarsus weg.

  22. Apostelgeschichte 9:29

    29 und er redete und disputierte mit den griechisch sprechenden Juden. Diese aber unternahmen Versuche, ihn umzubringen.

    welch eine Schmach, dass einer von ihnen ins Lager des Feindes gewechselt hat – und dann noch einer ihrer besten Männer!

    Da konnte man mal sehen, wie gefährlich diese Sekte war und dass man ihr mit allen Mitteln Einhalt gebieten musste..

  23. Apostelgeschichte 10 – 12

    Apostelgeschichte 11:18

    Als sie nun diese Dinge hörten, beruhigten sie sich, und sie verherrlichten Gott und sprachen: „Nun, dann hat Gott auch den Menschen von den Nationen die [Gelegenheit zur] Reue gewährt, die zum Leben gereicht.“

    hatte Jehova nicht in Wrklichkeit immer schon Menschen von den umliegenden Nationen gewährt, seine Anbeter zu sein?

    Denken wir dabei an Rabah oder Ruth, die sogar das Vorrecht bekamen, Vorfahrin des Messias zu werden.

  24. Apostelgeschichte 11:26

    und nachdem er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. So kam es, daß sie ein ganzes Jahr lang mit ihnen in der Versammlung zusammenkamen und eine beträchtliche Volksmenge lehrten, und es war zuerst in Antiochia, daß die Jünger durch göttliche Vorsehung Christen genannt wurden.

    „Woher kommt die Bezeichnung Christen'“?

    Hier erhalten wir die Antwort!

  25. Apostelgeschichte 12:21-23

    21 An einem festgesetzten Tag jedoch kleidete sich Herodes in ein Königsgewand und setzte sich auf den Richterstuhl und begann ihnen eine öffentliche Ansprache zu halten. 22 Das versammelte Volk seinerseits begann zu schreien: „Eines Gottes Stimme und nicht eines Menschen!“ 23 Da schlug ihn der Engel Jehovas augenblicklich, weil er nicht Gott die Ehre gab; und er wurde von Würmern zerfressen und verschied.

    da bin ich ja dann mal auf den Kommentar von unserem Finchen zu dieser Geschichte gespannt. Denn in der letzten Dienstwoche der Tagalog-Gruppe hatte der Kreisaufseher von dieser Geschichte geprochen und sie war völlig aus dem Häuschen. Vieleicht schreibt sie ja was dazu, wenn sie mit der Bibellese hier ankommt.

    Hier noch ein Gedanke dazu aus dem neuen Buch:

    „Da schlug ihn der Engel Jehovas“ (Apg. 12:18-25)
    17 Nicht nur die Jünger waren überrascht, dass Petrus entkommen war, sondern auch Herodes — aber für ihn war es keine angenehme Überraschung. Sofort leitete er eine Suchaktion ein. Dann verhörte er die Wachen und ordnete an, „sie zur Bestrafung abzuführen“; wahrscheinlich wurde mit ihnen kurzer Prozess gemacht (Apg. 12:19). Herodes Agrippa ist der Nachwelt nicht gerade für sein Mitgefühl und seine Menschlichkeit in Erinnerung geblieben. Musste er je für seine Grausamkeiten bezahlen?

    18 Für Agrippa war es sicherlich eine Blamage, dass ihm Petrus entwischt war, doch er sollte bald Balsam für seinen verletzten Stolz finden. Einige Männer, mit denen er im Streit lag, kamen in diplomatischer Mission und ersuchten ihn um Frieden. Ohne Zweifel war er darauf erpicht, sich bei dieser Gelegenheit mit einer Rede groß in Szene zu setzen. Wie Lukas berichtet, kleidete sich Herodes dafür extra in ein königliches Prachtgewand. Der jüdische Historiker Josephus schreibt, es sei aus Silber gewirkt gewesen und habe im Licht derart geleuchtet, dass Herodes das Volk richtig blendete. Dann hielt der selbstherrliche König seine Rede. Das Volk schrie: „Eines Gottes Stimme und nicht eines Menschen!“, und kitzelte damit seine Eitelkeit (Apg. 12:20-22).

    19 Eine solche Ehre stand nur Gott zu — und genau dieser beobachtete das Ganze! Herodes hätte das Unheil abwenden können. Er hätte das Volk scharf zurechtweisen oder ihm zumindest widersprechen können. Stattdessen wurde er ein wandelndes Beispiel für den Bibelspruch: „Stolz geht einem Sturz voraus“ (Spr. 16:18). „Da schlug ihn der Engel Jehovas augenblicklich.“ Die Folge? Dieser aufgeblasene, krankhafte Egoist ging elend zugrunde: Er „wurde von Würmern zerfressen und verschied“ (Apg. 12:23). Josephus bestätigt, dass Agrippa plötzlich krank wurde und sogar selbst dachte, er müsse sterben, weil er sich vom Volk habe schmeicheln lassen; er soll noch fünf Tage dahingesiecht sein.

    20 Manchmal sieht es so aus, als ob gottlose Menschen trotz all ihrer Auswüchse an Bosheit ungestraft davonkommen. Das braucht uns nicht zu verwundern, denn „die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Joh. 5:19).

    Dennoch macht es treuen Dienern Gottes manchmal zu schaffen, dass böse Menschen scheinbar ungeschoren bleiben.

    Deshalb sind solche Berichte ein echter Trost. Wenn wir lesen, dass Jehova bei so etwas dazwischenfährt, erinnert uns das daran, dass er ein gerechtigkeitsliebender Gott ist (Ps. 33:5). Jehovas Gerechtigkeit wird letztlich jeden einholen.

    21 Zum Schluss ein Lehrpunkt, der sogar noch ermutigender ist. Lukas beendet seinen Bericht mit der Feststellung, dass das Predigtwerk weite Kreise zog: „Das Wort Jehovas aber wuchs weiterhin und breitete sich aus“ (Apg. 12:24). Dabei kommt einem unwillkürlich in den Sinn, wie Jehova dasselbe Werk in unserer Zeit gesegnet hat. In Apostelgeschichte, Kapitel 12 geht es eindeutig nicht in erster Linie um den Tod oder die Flucht eines Apostels. Es geht vielmehr um Jehova und darum, wie er alle Pläne Satans, die Versammlung zu zerschlagen und das Predigtwerk im Keim zu ersticken, durchkreuzt hat. Die Angriffe des Teufels sind gescheitert — wie auch alles Weitere in dieser Richtung nur scheitern kann (Jes. 54:17). Wer sich dagegen auf die Seite Jehovas und Jesu Christi stellt, macht bei einem Werk mit, das nie und nimmer scheitern wird — ein erhebender Gedanke! Es ist schon wirklich etwas Großes: Wir kleine Menschen dürfen mithelfen, dass „das Wort Jehovas“ heute überall bekannt wird!

  26. Apostelgeschichte 13 – 14

    Apostelgeschichte 13:3

    Da fasteten und beteten sie und legten ihnen die Hände auf und ließen sie gehen.

    welche Bewandnis hat hier das Händeauflegen?

    Bisher habe ich es eher im Zusammenhang damit gelesen, dass neue Gläubige von den Aposteln den heiligen Geist erhalten und somit gesalbt worden sind.

    Querverweise

    Rbi8 Apostelgeschichte 13:3

    (Apostelgeschichte 14:23) Überdies setzten sie in jeder Versammlung ältere Männer für sie ein, und indem sie unter Fasten beteten, vertrauten sie sie Jehova an, an den sie gläubig geworden waren.

    (1. Timotheus 4:14) Vernachlässige die Gabe in dir nicht, die dir durch eine Voraussage verliehen wurde und dadurch, daß dir die Körperschaft der älteren Männer die Hände auflegte.

    (2. Timotheus 1:6) Gerade aus diesem Grund erinnere ich dich daran, die Gabe Gottes, die durch das Auflegen meiner Hände in dir ist, wie ein Feuer anzufachen.

  27. Apostelgeschichte 13:16-31

    Da stand Paulus auf, winkte mit der Hand und sprach:

    „Männer, Israeliten und ihr [anderen], die ihr Gott fürchtet, hört! 17 Der Gott dieses Volkes Israel erwählte unsere Vorväter, und er erhöhte das Volk während ihrer Fremdlingschaft im Land Ägypten und führte sie mit erhobenem Arm von dort hinaus. 18 Und während einer Zeitspanne von ungefähr vierzig Jahren ertrug er ihr Gebaren in der Wildnis. 19 Nachdem er sieben Nationen im Land Kanaan vernichtet hatte, verteilte er das Land durch das Los unter sie: 20 all das während ungefähr vierhundertfünfzig Jahren.

    Und nach diesen Dingen gab er ihnen Richter bis zum Propheten Samuel. 21 Doch von da an verlangten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre. 22 Und nachdem er ihn weggetan hatte, erweckte er ihnen David zum König, von dem er Zeugnis ablegte und sprach: ‚Ich habe David gefunden, den Sohn Isaïs, einen Mann, der meinem Herzen angenehm ist, der alles, was ich begehre, tun wird.‘ 23 Aus der Nachkommenschaft dieses [Mannes] hat Gott seiner Verheißung gemäß für Israel einen Retter, Jesus, gebracht, 24 nachdem Johannes vor dessen Auftreten dem ganzen Volk Israel öffentlich [die] Taufe [als Symbol] der Reue gepredigt hatte. 25 Während aber Johannes seinen Lauf erfüllte, sprach er: ‚Was vermutet ihr, wer ich bin? Ich bin es nicht. Doch seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von seinen Füßen loszubinden ich nicht würdig bin.‘

    26 Männer, Brüder, ihr Söhne vom Geschlecht Abrahams, und die [anderen] unter euch, die Gott fürchten, uns ist das Wort von dieser Rettung gesandt worden. 27 Denn die Bewohner Jerusalems und ihre Vorsteher erkannten diesen nicht, doch als sie als Richter auftraten, erfüllten sie die Dinge, die von den PROPHETEN geäußert worden sind und die jeden Sabbat vorgelesen werden, 28 und obwohl sie keine Ursache fanden [, ihn] zu töten, verlangten sie von Pilatus, daß er hingerichtet werde. 29 Als sie nun alles, was über ihn geschrieben steht, vollbracht hatten, nahmen sie ihn vom Stamm herab und legten ihn in eine Gedächtnisgruft. 30 Gott aber auferweckte ihn von den Toten; 31 und während vieler Tage wurde er für die sichtbar, die mit ihm aus Galilaa nach Jerusalem hinaufgegangen waren, die nun seine Zeugen vor dem Volk sind.

    die gemeinsame Geschichte der Juden und dass sich die Prophezeiungen in Jesus erfüllt haben.

    Apostelgeschichte 13:32-37

    Und so verkünden wir euch die gute Botschaft von der Verheißung, die an die Vorväter erging, 33 welche Gott uns, ihren Kindern, gänzlich dadurch erfüllt hat, daß er Jesus auferstehen ließ, wie es auch im zweiten Psalm geschrieben steht: ‚Du bist mein Sohn, heute bin ich dein Vater geworden.‘ 34 Und diese Tatsache, daß er ihn von den Toten zur Auferstehung brachte, dazu bestimmt, nicht mehr zur Verwesung zurückzukehren, hat er auf diese Weise dargelegt: ‚Ich will euch die dem David [zugesagten] liebenden Gütigkeiten verleihen, die zuverlässig sind.‘ 35 Daher sagt er auch in einem anderen Psalm: ‚Du wirst nicht zulassen, daß dein Loyalgesinnter die Verwesung sieht.‘ 36 Denn David einerseits diente in seiner eigenen Generation dem ausdrücklichen Willen Gottes und entschlief [im Tode] und wurde zu seinen Vorvätern gelegt und sah die Verwesung. 37 Andererseits sah der, den Gott auferweckt hat, die Verwesung nicht.

    kennen auch wir Gottes Wort so gut, dass wir die einelnen Puzzlesteine zu einem Ganzen zusammensetzen können?

    Verstehen wir die Zusammenhänge und können wir die richtigen Rückschlüsse ziehen?

    Wie argumentieren wir im Predigtdienst?

    Das neue Buch ist wirklich ein wunderbares Hilfsmittel, wenn es uns anhand des Lebens und Wirkens der ersten Jünger zeigt, wie wir uns im Predigtdienst noch verbessern und noch wirkungsvoller vorgehen können!

    Haben wir es bereits gelesen? Ziehen wir es zu Rate?

    Apostelgeschichte 13:38-43

    Darum sei euch kund, Brüder, daß euch durch diesen Vergebung der Sünden verkündigt wird 39 und daß von allen Dingen, von denen ihr durch das Gesetz Mose nicht schuldlos gesprochen werden konntet, jeder, der glaubt, durch diesen schuldlos gesprochen wird. 40 Seht daher zu, daß das nicht über euch komme, was in den PROPHETEN gesagt ist: 41 ‚Seht es, ihr Verächter, und wundert euch darüber, und schwindet dahin; denn ich wirke ein Werk in euren Tagen, ein Werk, das ihr gewiß nicht glauben werdet, auch wenn es euch jemand im einzelnen erzählt.‘ “

    42 Als sie nun hinausgingen, begannen die Leute inständig zu bitten, daß diese Dinge am folgenden Sabbat zu ihnen geredet würden.

    wie wir sehen, war diese Art des Predigens sehr wirkungsvoll!

  28. Apostelgeschichte 13:45

    Als die Juden die Volksmengen erblickten, wurden sie mit Eifersucht erfüllt und begannen dem von Paulus Geredeten lästernd zu widersprechen.

    auch hierzu ein kurzer aber prägnanter Gedanke aus dem neuen Buch

    Die beiden Missionare mussten ihnen im Kern sagen, dass ihnen das Wort Gottes zwar zuerst gepredigt worden war, sie aber den Messias abgelehnt hatten und deshalb jetzt nur noch auf Gottes Gerichtsurteil warten konnten. Die Juden hetzten dann die angesehenen Frauen und die Männer, die in der Stadt etwas zu sagen hatten, gegen die beiden auf. „Sie erregten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und trieben sie aus ihren Grenzen hinaus.“

    Wie reagieren wir persönlich auf so eine Verfolgung?

  29. Apostelgeschichte 14:1-2

    In Ikonion nun gingen sie zusammen in die Synagoge der Juden und redeten auf eine Weise, daß eine große Menge Juden und auch Griechen gläubig wurden. 2 Die Juden aber, die nicht glaubten, erregten die Seelen der Leute der Nationen und beeinflußten sie zum Bösen gegen die Brüder.

    und wieder diese unglaublich liebenswerten Zeitgenossen – die sich von den Reden der Nachfolger Jesu „bedroht fühlen“ und dies kompensieren, indem sie sie verleumden und verfolgen.

    Warum ändern diese Schlaumeier nicht einfach ihr Verhalten dahingehend, dass sie wieder in Jehovas Wohlgefallen gelangen?

    Wäre dies nicht viel sinnvoller?

  30. Apostelgeschichte 14:27

    Als sie angekommen waren und die Versammlung zusammengebracht hatten, begannen sie die vielen Dinge zu erzählen, die Gott durch sie getan hatte, und daß er den Nationen die Tür zum Glauben geöffnet habe.

    wie steht es mit uns?

    Was steht bei unserem Reden im Vordergrund?

    Das, was wir alles erdulden mussten und vielleicht noch müssen – oder all das wunderbare, was Gott für uns getan und durch uns gewirkt hat?

    Was würde wohl über uns in der Bibel stehen, wenn wir damals gelebt hätten?

  31. Apostelgeschichte 15 – 18:11

    Apostelgeschichte 15:22-33

    Da befanden es die Apostel und die älteren Männer zusammen mit der ganzen Versammlung für gut, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas, der Barsabbas genannt wurde, und Silas, führende Männer unter den Brüdern; 23 und durch ihre Hand schrieben sie:

    „Die Apostel und die älteren Männer, Brüder, den Brüdern in Antiochia und Syrien und Zilizien, die aus den Nationen sind: Grüße! 24 Da wir gehört haben, daß einige aus unserer Mitte euch durch Reden beunruhigt haben, indem sie eure Seele zu erschüttern suchten, obwohl wir ihnen keine Anweisungen gaben, 25 sind wir zur vollen Übereinstimmung gekommen und haben es für gut befunden, Männer auszuwählen, um sie zusammen mit unseren Geliebten, Barnabas und Paulus, zu euch zu senden, 26 Menschen, die ihre Seele für den Namen unseres Herrn Jesus Christus hingegeben haben. 27 Wir senden daher Judas und Silas, damit sie dieselben Dinge auch mündlich berichten. 28 Denn der heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge: 29 euch von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie von Blut und von Erwürgtem und von Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gutgehen. Bleibt gesund!“

    30 Als man somit diese Männer ziehen ließ, gingen sie nach Antiochia hinab, und sie versammelten die Menge und übergaben ihnen den Brief. 31 Nachdem sie ihn gelesen hatten, freuten sie sich über die Ermunterung. 32 Und da Judas und Silas selbst auch Propheten waren, ermunterten sie die Brüder mit manchem Vortrag und stärkten sie. 33 Als sie dann eine Zeitlang [dort] zugebracht hatten, wurden sie von den Brüdern in Frieden zu denen entlassen, die sie ausgesandt hatten.

    die ersten Probleme entstehen – und sie werden mit Bravour gemeistert!

    Wie??

    Indem die verantwortlichen Brüder sich erst mal alle Fakten ansahen und anhörten und dann anhand dessen, was sie bereits aus den Schriften und durch Jesus uber Jehova wussten, überlegten, wie wohl ER über die Angelegenheit denkt!

    Könnten wir ihnen gleichen? Auch wenn wir keine Ältesten sind?

    überlegen auch wir, wie Jehova über das denkt, was wir sagen und tun?

  32. Apostelgeschichte 16:1-2

    So gelangte er nach Derbe und auch nach Lystra. Und siehe, dort befand sich ein gewisser Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubigen Jüdin, aber eines griechischen Vaters, 2 und er stand bei den Brüdern in Lystra und Ikonion in gutem Ruf.

    hier begegnen wir das erste Mal dem jungen Timotheus.

    In dem Apostel-Buch finden wir übrigens auf Seite 121 eine interessante Abhandlung über ihn.

    Haben wir das Buch schon gelesen und bemerkt, dass uns dort die wichtigsten Personen vorgestellt werden?

    Falls nicht – warum nicht jetzt nachholen?

  33. Apostelgeschichte 16:1-5

    So gelangte er nach Derbe und auch nach Lystra. Und siehe, dort befand sich ein gewisser Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubigen Jüdin, aber eines griechischen Vaters, 2 und er stand bei den Brüdern in Lystra und Ikonion in gutem Ruf. 3 Paulus drückte den Wunsch aus, daß dieser mit ihm ausziehe, und er nahm ihn und beschnitt ihn der Juden wegen, die sich an jenen Orten befanden, denn sie allesamt wußten, daß sein Vater ein Grieche war. 4 Als sie nun durch die Städte reisten, überbrachten sie denen, die dort waren, die zu beachtenden Verordnungen, welche von den Aposteln und älteren Männern, die sich in Jerusalem befanden, beschlossen worden waren. 5 Die Versammlungen wurden daher tatsächlich im Glauben weiterhin befestigt und nahmen von Tag zu Tag an Zahl zu.


    warum ließ er Timotheus beschneiden
    , wenn doch die leitende Körperschaft gerade erst beschlosssen hatte, dass dies nicht mehr notwendig sei?

    Hierzu einige ergänzende Gedanken aus dem neuen Buch über die Apostel:

    *** bt Kap. 15 S. 121 „Er stärkte die Versammlungen“ ***

    Er sollte Paulus als Missionar begleiten. Dazu musste er seine Familie verlassen und sich auch beschneiden lassen, um den Juden keine Angriffsfläche zu bieten (Apg. 16:3).

  34. Apostelgeschichte 17:10-12

    Sogleich sandten die Brüder sowohl Paulus wie Silas bei Nacht nach Beroa weg, und als diese [dort] angekommen waren, begaben sie sich in die Synagoge der Juden. 11 Diese nun waren edler gesinnt als die in Thessalonich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten. 12 Daher wurden viele von ihnen gläubig, ebenso nicht wenige von den angesehenen griechischen Frauen und Männern.

    hierzu eine nähere Erklährung aus dem neuen Buch:

    *** bt Kap. 17 S. 137-138 Er argumentierte „anhand der Schriften“ ***

    Sie waren „edler gesinnt“ (Apg. 17:10-15)
    15 Zur ihrer eigenen Sicherheit wurden Paulus und Silas nach Beröa geschickt, das etwa 65 Kilometer weit weg lag. Paulus ging gleich in die Synagoge und fing an zu predigen. Er muss sich unbändig gefreut haben, als er dort auf offene Ohren stieß! Wie Lukas schreibt, waren die Juden in Beröa „edler gesinnt als die in Thessalonich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten“ (Apg. 17:10, 11). Wurden damit die, die in Thessalonich die Wahrheit angenommen hatten, abgewertet? Absolut nicht. Paulus schrieb ihnen später: „Darum danken wir Gott auch unablässig, denn als ihr Gottes Wort, das ihr von uns hörtet, empfingt, habt ihr es nicht als Menschenwort angenommen, sondern als das, was es wahrhaftig ist, als das Wort Gottes, das auch in euch, den Gläubigen, wirksam ist“ (1. Thes. 2:13). Doch was war an den Beröern so besonders, dass Lukas ihnen eine so edle Gesinnung bescheinigt?

    16 Obwohl die Beröer von Paulus allerhand Neues erfuhren, waren sie weder argwöhnisch oder überkritisch noch leichtgläubig. Sie hörten Paulus erst einmal gut zu. Dann überzeugten sie sich, dass das, was er ihnen erklärte, auch tatsächlich in den Schriften stand. Außerdem vertieften sie sich nicht nur am Sabbat, sondern jeden Tag in Gottes Wort — und das „mit der größten Bereitwilligkeit“, sie knieten sich also richtig hinein, um herauszufinden, was die Schrift zu dieser neuen Lehre sagt. Sie waren dann auch nicht zu stolz, sich zu ändern, und „viele von ihnen [wurden] gläubig“ (Apg. 17:12). Da leuchtet es doch ein, warum Lukas sie als „edel gesinnt“ beschreibt!

    17 Die Beröer konnten nicht ahnen, dass ihr edles Beispiel in Gottes Wort für die Nachwelt festgehalten würde. Sie reagierten genau so, wie Paulus es gehofft hatte und Jehova Gott es sich wünschte. Dazu möchten auch wir die Menschen animieren: dass sie alles genau in der Bibel nachprüfen, damit sich ihr Glaube auf Gottes Wort aufbauen und somit auf festen Füßen stehen kann. Ist so eine Gesinnung aber auch noch gefragt, wenn man erst einmal getauft ist? Auf alle Fälle! Dann ist es sogar noch wichtiger, dass wir alles aufsaugen, was Jehova uns sagen möchte, und es dann auch prompt anwenden. Auf die Art kann uns Jehova in seinem Sinn formen und veredeln (Jes. 64:8). Und wir können unserem Vater im Himmel rundum Freude machen und Werkzeuge in seiner Hand bleiben.

    18 Paulus blieb nicht lange in Beröa.

  35. Apostelgeschichte 20 – 22

    Apostelgeschichte 20:13-14

    Wir nun begaben uns voraus zum Schiff und fuhren nach Assos ab, wo wir Paulus an Bord zu nehmen beabsichtigten, denn nachdem er diesbezügliche Anweisungen gegeben hatte, beabsichtigte er selbst, zu Fuß zu gehen. 14 Als er uns dann in Assos einholte, nahmen wir ihn an Bord und kamen nach Mitylene;

    warum wollte Paulus zu Fuss gehen?

    *** it-1 S. 339 Beförderungsmittel ***

    Auch Schiffe benutzte man sehr häufig (2Ch 9:21; Hes 27:9; Jon 1:3; Apg 20:13-15; 27:1-44). Wagen dienten sowohl der Beförderung von Gütern als auch von Personen (1Mo 46:5; 4Mo 7:1-9). Reich geschmückte Wagen oder Sänften waren das übliche Beförderungsmittel für Könige und andere hohe Persönlichkeiten (2Kö 10:15; Hoh 3:6-10; Apg 8:26-31). Das gewöhnliche Volk ging im allgemeinen zu Fuß (Luk 24:13-15)

    *** it-1 S. 218 Assos ***

    Während seiner dritten Missionsreise machte der Apostel Paulus auf dem Rückweg nach Jerusalem in Troas halt. Von dort aus schickte er Lukas und andere per Schiff nach Assos, wo er sich mit ihnen wieder treffen wollte. Das Schiff mußte das Kap Baba (Lekton) umfahren, um nach Assos zu gelangen (auf der anderen Seite des Vorgebirges von Troas). Daher war es Paulus möglich, die kürzere Strecke (rund 30 km) zu Fuß zu gehen und trotzdem rechtzeitig in Assos einzutreffen, um das Schiff zu erreichen, das dann nach Mitylene (auf der Insel Lesbos), s. von Assos, weiterfuhr (Apg 20:6, 13, 14).

    ja, schon. Aber warum genau wollte er lieber zu Fuß gehen?

    *** w97 15. 9. S. 30 Aristarchus — Ein loyaler Gefährte ***

    Von Griechenland nach Jerusalem

    Einige Monate nach dem Aufruhr der Silberschmiede war Paulus in Griechenland, und er stand im Begriff, sich auf dem Weg nach Jerusalem Richtung Syrien einzuschiffen, als „von den Juden ein Anschlag auf ihn geplant war“ (Apostelgeschichte 20:2, 3). Und wen finden wir in dieser gefährlichen Lage an der Seite des Paulus? Aristarchus!

    Die erneute Bedrohung veranlaßte Paulus, Aristarchus und ihre Gefährten, die Pläne zu ändern und erst durch Mazedonien zu reisen, dann in Etappen an der Küste Kleinasiens entlang und schließlich in Patara an Bord eines Schiffes zu gehen, das nach Phönizien fuhr (Apostelgeschichte 20:4, 5, 13-15; 21:1-3). Offensichtlich war der Zweck dieser Reise, die Spenden der Christen in Mazedonien und Achaia den bedürftigen Brüdern in Jerusalem zu bringen (Apostelgeschichte 24:17; Römer 15:25, 26). Etliche Brüder reisten gemeinsam, vielleicht weil sie von verschiedenen Versammlungen mit dieser Verantwortung betraut worden waren. In einer großen Gruppe zu reisen war zweifellos auch sicherer.

    Paulus von Griechenland nach Jerusalem zu begleiten war für Aristarchus ein großes Vorrecht. Die nächste Reise sollte allerdings von Judäa nach dem weit entfernten Rom gehen.

    hatte es mit dem Zweck der Reise zu tun? Oder wollte er vielleicht die Zeit nutzen, um den Brüdern auf dem Weg noch einige Dinge zu sagen?

    Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen?

  36. Apostelgeschichte 20:35

    Ich habe euch in allen Dingen vor Augen geführt, daß ihr, indem ihr so angestrengt arbeitet, den Schwachen beistehen und die Worte des Herrn Jesus im Sinn behalten sollt, der selbst gesagt hat: ‚Beglückender ist Geben als Empfangen.‘ “

    stehen wir anderen bei – auch, wenn das für uns selbst Nachteile bringen könnte?

    „Frage nicht, was die Versammlung für dich tun kann – sondern, was du fùr die Versammlung tun kannst“

    Wie steht es mit unserem persönlichen Beitrag zu einer harmonischen Familie und einem reibungslosen Ablauf bei uns daheim?

    Welche Rolle spiele ich als Jugendlicher dabei?

    Komme ich meiner Verantwortung und meinen Aufgaben gern nach – ohne Murren?

    Müssen meine Eltern mich mehrfach anmahnen, bis ich meine Aufgaben erledige, die ich in der Familie habe? Gebe ich mein Bestes – oder bekommt meine Familie nur das, was übrig bleibt? Denke ich mit, sehe ich wo Hilfe gebraucht wird – und bin dann gern zur Stelle? Oder kommt es in meiner Familie deswegen immer wieder zu Streit?

    Habe ich eigentlich schon mal darüber nachgedacht, was ich persönlich fùr die Allgemeinheit der Familie einbringe? Was gebe ich von meiner Zeit und Kraft, was den anderen nùtzt, nicht nur mir selbst? Bin ich auch mal bereit, Opfer für die anderen zu bringen?

    Welche Punkte fallen mir dabei ein, wenn ich darüber nachdenke? Was gebe ich wirklich?

    Wo könnte und sollte ich mich noch verbessern?

  37. Apostelgeschichte 23 -25

    Apostelgeschichte 23:6-10

    Als nun Paulus merkte, daß der eine Teil Sadduzaer, der andere aber Pharisäer waren, rief er darauf im Sanhedrin aus: „Männer, Brüder, ich bin ein Pharisäer, ein Sohn von Pharisäern. Wegen der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten werde ich gerichtet.“ 7 Weil er das sagte, entstand ein Zwiespalt zwischen den Pharisäern und den Sadduzaern, und die Menge wurde gespalten. 8 Die Sadduzaer sagen nämlich, es gebe weder eine Auferstehung noch Engel, noch Geist, die Pharisäer aber verkünden all dies öffentlich. 9 Da brach ein lautes Geschrei aus, und einige Schriftgelehrte von der Partei der Pharisäer standen auf und begannen, heftig zu streiten, und sagten: „Wir finden nichts Unrechtes an diesem Menschen; wenn aber ein Geist oder ein Engel zu ihm geredet hat —“ 10 Als nun der Zwiespalt groß wurde, befürchtete der Militärbefehlshaber, Paulus könnte von ihnen in Stücke gerissen werden, und er gebot der Truppe, hinabzugehen und ihn aus ihrer Mitte herauszureißen und ihn in die Kaserne zu bringen.

    hatte Paulus hier ganz bewusst einen Streit provoziert?

    Immerhin wusste er doch um die verschiedenen Gaubensansichten…

  38. Apostelgeschichte 23:12-30

    Als es nun Tag wurde, machten die Juden eine Verschwörung und banden sich mit einem Fluch, indem sie sagten, sie würden weder essen noch trinken, bis sie Paulus getötet hätten. 13 Es waren mehr als vierzig Männer, die diese Verschwörung unter Eid machten; 14 und sie gingen zu den Oberpriestern und den älteren Männern und sprachen: „Wir haben uns mit einem Fluch feierlich gebunden, keinen Bissen Speise zu uns zu nehmen, bis wir Paulus getötet haben. 15 Erklärt daher ihr nun, zusammen mit dem Sanhedrin, dem Militärbefehlshaber, warum er ihn zu euch herabbringen sollte, als ob ihr beabsichtigen würdet, die Sache ihn betreffend genauer festzustellen. Ehe er aber näher kommt, werden wir uns bereit halten, ihn umzubringen.“

    16 Aber der Sohn der Schwester des Paulus hörte, daß sie auf der Lauer lagen, und er kam und begab sich in die Kaserne und berichtete es Paulus. 17 Da rief Paulus einen der Offiziere zu sich und sagte: „Führ diesen jungen Mann zum Militärbefehlshaber, denn er hat ihm etwas zu berichten.“ 18 Daher nahm ihn dieser Mann und führte ihn zum Militärbefehlshaber und sagte: „Der Gefangene Paulus rief mich zu sich und bat mich, diesen jungen Mann zu dir zu führen, da er dir etwas zu sagen hat.“ 19 Der Militärbefehlshaber nahm ihn bei der Hand und zog sich zurück und begann sich, als sie allein waren, zu erkundigen: „Was hast du mir denn zu berichten?“ 20 Er sagte: „Die Juden sind übereingekommen, dich zu bitten, Paulus morgen zum Sanhedrin herabzubringen, als ob sie beabsichtigten, etwas Genaueres über ihn zu erfahren. 21 Vor allen Dingen laß dich nicht von ihnen überreden, denn mehr als vierzig Männer von ihnen lauern ihm auf, und sie haben sich mit einem Fluch gebunden, weder zu essen noch zu trinken, bis sie ihn umgebracht haben; und sie sind jetzt bereit und warten auf deine Zusage.“ 22 Daher ließ der Militärbefehlshaber den jungen Mann gehen, nachdem er ihm die Weisung gegeben hatte: „Plaudere vor niemandem aus, daß du mir diese Dinge angezeigt hast.“

    23 Und er ließ gewisse zwei von den Offizieren kommen und sagte: „Haltet zweihundert Soldaten zum Marsch bis nach Cäsarea bereit, ferner siebzig Reiter und zweihundert Speerträger, zur dritten Stunde der Nacht. 24 Sorgt auch für Lasttiere, um Paulus darauf reiten zu lassen und ihn sicher zu Felix, dem Statthalter, hinzubringen.“ 25 Und er schrieb einen Brief in dieser Form:

    26 „Claudius Lysias an Seine Exzellenz, den Statthalter Felix: Grüße! 27 Dieser Mann wurde von den Juden ergriffen und von ihnen beinahe umgebracht, doch da kam ich plötzlich mit einer Truppe und befreite ihn, weil ich erfuhr, daß er ein Römer sei. 28 Und da ich mich über die Ursache, weswegen sie ihn anklagten, vergewissern wollte, brachte ich ihn in ihren Sanhedrin hinab. 29 Ich fand, daß er wegen gewisser Fragen ihres GESETZES angeklagt wird, doch nicht einer einzigen Sache beschuldigt ist, die Tod oder Fesseln verdient. 30 Weil mir aber enthüllt worden ist, daß ein Anschlag gegen den Mann geplant werde, sende ich ihn sofort zu dir und gebiete den Anklägern, sich vor dir gegen ihn auszusprechen.“

    eine Geschichte die erst vor Kurzem unter der Rubrik „für unsere jungen Leser“ im Erwachet war. Erinnern wir uns an den Artikel? Was haben wir daraus gelernt?

    Setzen auch wir uns mutig für andere ein, wenn wir hören, dass Schaden gegen sie geplant wird?

    Sind wir uns unserer persönlichen Verantwortung bewusst?

    Handeln wir auch entsprechend?

  39. Apostelgeschichte 26 – 28

    Apostelgeschichte 26:19-23

    19 Infolgedessen, König Agrippa, wurde ich dem himmlischen Anblick nicht ungehorsam, 20 sondern brachte denen in Damaskus zuerst und denen in Jerusalem und im ganzen Land Judaa und den Nationen die Botschaft, daß sie bereuen und zu Gott umkehren sollten, indem sie Werke verrichten, die der Reue entsprechen. 21 Dieser Dinge wegen ergriffen mich die Juden im Tempel und versuchten, mich ums Leben zu bringen. 22 Weil ich aber die Hilfe erlangt habe, die von Gott kommt, gebe ich bis zu diesem Tag weiterhin Zeugnis, sowohl vor klein als groß, indem ich aber nichts sage außer dem, wovon die Propheten sowie Moses erklärt haben, daß es geschehen werde, 23 [nämlich] daß der Christus leiden müsse, und als der erste, der von den Toten auferstehen sollte, werde er sowohl diesem Volk als auch den Nationen Licht verkündigen.“

    treten auch wir so voller Inbrust für die Wahrheit ein – auch wenn das nicht immer so einfach ist?

    Geben auch wir mutig Zeugnis von dem, was Jehova will und was ihm gefällt?

  40. Apostelgeschichte 26:30-32

    30 Und der König stand auf und auch der Statthalter und Bernice und die bei ihnen saßen. 31 Doch als sie sich zurückzogen, begannen sie miteinander zu reden und sagten: „Dieser Mensch treibt nichts, was Tod oder Fesseln verdient.“ 32 Überdies sagte Agrippa zu Festus: „Dieser Mensch hätte freigelassen werden können, wenn er sich nicht auf Cäsar berufen hätte.“

    war es also ein Fehler, sich auf Cäsar zu berufen?

  41. Apostelgeschichte 1 – 2

    Apostelgeschichte 1:21-22

    Es ist daher notwendig, daß von den Männern, die während der ganzen Zeit mit uns zusammenkamen, in der der Herr Jesus bei uns ein und aus ging, 22 angefangen von der durch Johannes vollzogenen Taufe bis zu dem Tag, an dem er von uns weg hinaufgenommen wurde, einer von diesen mit uns Zeuge seiner Auferstehung werde.“

    Warum genau war dies notwendig? Konnten sie es nicht einfach bei den 11 verbliebenden Aposteln belassen?

    Thom meinte als Antwort darauf, dass die Juden es gewohnt waren, mit der Zahl 12 umzugehen: es waren 12 Stämme, 12 Apostel und in der Auferstehung ist auch wieder von den 12 Stämmen und den 12 Thronen die Rede. Ausserdem wäre es wichtig, damit man hinterher nicht ein falsches Bild von Judas malen würde. So würde ganz klar, wie Jehova darüber denken würde.

    Gerade habe ich mir noch mal den Kontext dazu durchgelesen:

    15 In diesen Tagen nun erhob sich Petrus inmitten der Brüder (es war eine Menge von insgesamt etwa hundertzwanzig Personen) und sagte: 16 „Männer, Brüder, es war notwendig, daß das Schriftwort erfüllt werde, das der heilige Geist durch den Mund Davids über Judas vorhergesagt hatte, der denen, die Jesus festnahmen, zum Wegweiser wurde, 17 denn er war zu uns gezählt worden und erlangte einen Anteil an diesem Dienst. 18 (Dieser nun erwarb sich mit dem Lohn für Ungerechtigkeit ein Feld, und kopfüber stürzend, barst er krachend mitten entzwei, und alle seine Eingeweide wurden verschüttet. 19 Es wurde auch allen Bewohnern Jerusalems bekannt, so daß jenes Feld in ihrer Sprache Akeldama, das heißt Blutfeld, genannt wurde.) 20 Denn es steht im Buch der Psalmen geschrieben: ‚Möge sein Unterkunftsort öde werden, und möge niemand darin wohnen‘ und: ‚Sein Aufsichtsamt übernehme ein anderer.‘ 21 Es ist daher notwendig, daß von den Männern, die während der ganzen Zeit mit uns zusammenkamen, in der der Herr Jesus bei uns ein und aus ging, 22 angefangen von der durch Johannes vollzogenen Taufe bis zu dem Tag, an dem er von uns weg hinaufgenommen wurde, einer von diesen mit uns Zeuge seiner Auferstehung werde.“

    23 Da stellten sie zwei auf, Joseph, genannt Barsabbas, der den Beinamen Justus hatte, und Matthias. 24 Und sie beteten und sprachen: „Du, o Jehova, der du das Herz aller kennst, bezeichne, welchen du von diesen beiden Männern erwählt hast, 25 damit er den Platz dieses Dienstes und Apostelamtes einnehme, von dem Judas abgewichen ist, um an seinen eigenen Ort zu gehen.“ 26 Da warfen sie Lose über sie, und das Los fiel auf Matthias; und er wurde den elf Aposteln zugezählt.

    das was ich dann im Einsichtenbuch gefunden habe, stütz eher Thoms letzte Argumentation:

    *** it-1 S. 157-158 Apostel ***

    Wegen des Abfalls von Judas Iskariot, der in Untreue starb, blieben nur 11 Apostel übrig, und Jesus bestimmte in den 40 Tagen zwischen seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt keinen Ersatz. Irgendwann während der zehn Tage zwischen der Himmelfahrt Jesu und Pfingsten hielt man es für nötig, die Stelle, die durch Judas frei geworden war, wieder zu besetzen, und zwar nicht so sehr deshalb, weil Judas tot war, sondern vielmehr wegen seiner Abtrünnigkeit, wie es aus den von Petrus zitierten Schriftstellen hervorgeht (Apg 1:15-22; Ps 69:25; 109:8; vgl. Off 3:11). Als im Gegensatz dazu der treue Apostel Jakobus umgebracht wurde, wurden offenbar keine Bemühungen unternommen, einen Nachfolger für sein Apostelamt zu finden (Apg 12:2).

  42. Apostelgeschichte 3 – 5

    Wessen Anerkennung ist mir wichtig?

    Was kann ich aus der Geschichte mit Annanias und Sapphira lernen?

    Im letzten Jahr haben wir ja bereits festgestellt, dass bei Annanias und seiner Frau nicht die kleinere Summe verkehrt war, sondern dass es um das Motiv ging. Wir erinnern uns:

    *** bt Kap. 4 S. 35 Abs. 19-20 „Ungelehrte und gewöhnliche Menschen“ ***
    Auch Ananias und Sapphira verkauften ein Feld und machten eine Spende. Das Ehepaar tat so, als würde es den gesamten Erlös spenden, doch es „behielt insgeheim etwas von dem Preis“ für sich (Apg. 5:2). Jehova ließ die beiden tot umfallen, nicht weil sie nicht genug gegeben hätten, sondern weil ihr Motiv schlecht war und sie die anderen hinters Licht führen wollten. Sie hatten „ein falsches Spiel getrieben, und dies nicht Menschen, sondern Gott gegenüber“ (Apg. 5:4). Schon Jesus hatte solche Heuchler verurteilt, die wie Ananias und Sapphira mehr darauf aus waren, vor Menschen zu glänzen, als vor Gott gut dazustehen (Mat. 6:1-3).

    20 Genauso großzügig wie die treuen Jünger damals in Jerusalem unterstützen Millionen ihrer modernen Vertreter heute das globale Predigtwerk durch Spenden. Keiner wird gezwungen, zu spenden oder seine Zeit einzusetzen, denn Jehova möchte nicht, dass wir ihm widerwillig oder aus Zwang dienen (2. Kor. 9:7). Für ihn ist der springende Punkt nicht, wie viel wir geben, sondern was unser Motiv dafür ist (Mar. 12:41-44). Nie möchten wir Gott aus Eigennutz oder wegen der Außenwirkung dienen, so wie Ananias und Sapphira. Im Gegenteil: Unser Dienst für Jehova soll wie bei Petrus, Johannes und Barnabas immer von echter Liebe zu ihm und unseren Mitmenschen getragen sein (Mat. 22:37-40).

    Wie betrifft das nun mich?

    Fragen wir uns doch bitte:
    Tue ich so, als wäre ich ganz toll – damit ich in einem besseren Licht dastehe?

    Aus der Geschichte kommt auch ganz klar ein Grundsatz zu Tage, den wir uns gut einprägen sollten:
    Wessen Anerkennung ist mir wichtig?

    Das ist deshalb so wichtig, damit wir nicht in ein Doppelleben abrutschen!

    Denn schließlich sind wir ja alle Zeugen Jehovas geworden, weil wir ihn kennen und damit lieben gelernt haben. Und weil wir ihn lieben, lieben wir auch seine Maßstäbe und es gibt für uns nichts wichtigeres, als SEINE Anerkennung zu haben!

    Auch wenn uns dies in diesem System nicht von wirklichem Nutzen zu sein scheint.

    Aber ist es uns, mir ganz persönlich wichtig?

    Falls ich bemerke, dass es da bei mir hapert – warum nicht an mir und meiner Motivation arbeiten? Können wir die erste Liebe wieder entfachen?

    Denn mal ganz ehrlich: was habe ich wirklich davon, wenn ich ein Doppelleben führe?

  43. Apostelgeschichte 5:17-19

    Der Hohepriester aber und alle, die mit ihm waren, die damals bestehende Sekte der Sadduzaer, erhoben sich und wurden mit Eifersucht erfüllt, 18 und sie legten Hand an die Apostel und brachten sie an den öffentlichen Ort des Gewahrsams. 19 In der Nacht aber öffnete Jehovas Engel die Türen des Gefängnisses, führte sie heraus

    So etwas gibt es ja heute nicht mehr – oder?

    Kaiphas und die Sadduzäer, die Sekte, zu der er gehörte, waren so „mit Eifersucht erfüllt“, dass sie die Apostel ins Gefängnis werfen ließen (Apg. 5:17, 18). Warum waren die Sadduzäer dermaßen wütend? Die Apostel lehrten, dass Jesus auferstanden war, die Sadduzäer aber glaubten nicht an die Auferstehung. Die Apostel verkündeten, man könne nur durch Glauben an Jesus gerettet werden, den Sadduzäern aber war bei dem Gedanken, dass die Leute Jesus als ihren Führer ansahen, nicht wohl, denn sie befürchteten Repressalien vonseiten Roms (Joh. 11:48). Kein Wunder, dass die Sadduzäer entschlossen waren, den Aposteln den Mund zu stopfen!

    6 Wenn Jehovas Diener heute verfolgt werden, sind religiöse Gegner nach wie vor die hauptsächlichen Drahtzieher. Nicht selten versuchen sie, Regierungen und Medien zu beeinflussen, um unserem Predigen einen Riegel vorzuschieben. Sollte uns das überraschen? Nein, denn schließlich wird durch unsere Botschaft die falsche Religion entlarvt. Nehmen ehrliche Menschen die Wahrheit an, werden sie von unbiblischen Lehren und Bräuchen befreit (Joh. 8:32). Da kommt es nicht von ungefähr, dass wir mit unserer Botschaft Geistlichen oft ein Dorn im Auge sind und sie uns hassen.

    7 Als die Apostel im Gefängnis auf ihren Prozess warteten, fragten sie sich vielleicht, ob sie jetzt für ihren Glauben sterben müssten (Mat. 24:9). Doch auf einmal passierte etwas ganz Unverhofftes. „In der Nacht . . . öffnete Jehovas Engel die Türen des Gefängnisses“ (Apg. 5:19). Der Engel sagte ihnen dann genau, was sie tun sollten: in den Tempel zurückgehen und weiterpredigen (Apg. 5:20). Das gab den Aposteln bestimmt das gute Gefühl, dass sie auf dem richtigen Weg waren. Auch wurden sie dadurch sicher darin bestärkt, unter allen Umständen festzubleiben. Im Glauben bekräftigt und mit neuem Mut gingen sie „bei Tagesanbruch in den Tempel und begannen zu lehren“ (Apg. 5:21).

    8 „Hätte auch ich den Glauben und den Mut, in einer solchen Lage weiterzupredigen?“ Eine wichtige Frage, die jeden von uns angeht! Für das Königreich Gottes gründlich Zeugnis abzulegen, ist eine lebenswichtige Angelegenheit, und es gibt uns Kraft, immer daran zu denken, dass uns die Engel dabei zur Seite stehen und die Fäden in der Hand halten (Apg. 28:23; Offb. 14:6, 7).

    Wem könnten wir heute „ein Dorn im Auge“ sein?

    Nicht immer kommt eine solche Verfolgung von aussen, von Personen, die Jehova nicht kennen und ihm nicht dienen. So ein Verhalten kann auch von Personen kommen, die nur vorgeben Jehova zu dienen, aber in Wirklichkeit ein Doppelleben führen!

    Wie könnten wir in so einem Fall „durch die Engel gestärkt werden“?

    Mir geht es so immer, wenn ich in der Bibel, unseren Zeitschriften oder den anderen Publikationen des treuen und verständigen Skalven lese (oder Vorträge höre), denn dies zeigt mir immer wieder, dass wir noch auf dem richtigen Lebensweg sind – auch wenn uns einige Personen etwas anderes glauben machen wollen.

    Aber wichtig ist ja einzig und allein, wie Jehova über mich denkt und beim Lesen der Bibel spricht er zu mir und sagt „hör nicht auf diese Heuchler, ICH freue mich über dich und dein Verhalten„!

    Was will der Mensch mehr?

  44. Was uns heute hilft, unter Verfolgung auszuharren

    Apostelgeschichte 5:33-40

    *** bt Kap. 5 S. 40-41 Abs. 13-16 „Wir müssen Gott, dem Herrscher, gehorchen“ ***

    Sollte Jehova aber zulassen, dass wir „um der Gerechtigkeit willen leiden“, können wir auf zwei Tatsachen bauen (1. Pet. 3:14). Erstens: Gott kann uns die Kraft zum Durchhalten geben (1. Kor. 10:13). Zweitens: Gegner werden Gottes Werk „nicht stürzen können“ (Jes. 54:17).

    14 Haben die Apostel nach der Auspeitschung den Kopf hängen lassen? Sind sie ins Schwanken geraten? Ganz im Gegenteil! Sie „gingen aus dem Sanhedrin hinweg, voll Freude“ (Apg. 5:41). Wieso „voll Freude“? Bestimmt nicht, weil man sie ausgepeitscht hatte. Ihre Freude kam daher, dass sie wussten, warum sie verfolgt wurden: weil sie Jehova treu geblieben und den gleichen Weg gegangen waren wie ihr großes Vorbild Jesus (Mat. 5:11, 12).

    15 Wie unsere Brüder im 1. Jahrhundert lassen auch wir uns die Freude nicht rauben, wenn wir wegen der guten Botschaft leiden müssen (1. Pet. 4:12-14). Wir freuen uns nicht etwa über Drohungen, Verfolgung oder Haft. Aber wir verspüren eine tiefe innere Zufriedenheit, wenn wir treu bleiben.

    Ein Beispiel dafür ist Henryk Dornik, der unter totalitären Regimen schwer gelitten hat. Er und sein Bruder wurden im August 1944 in ein Konzentrationslager eingeliefert. In einem Schreiben hieß es dem Sinn nach, die beiden seien politisch zu nichts zu bewegen und blickten ihrem Märtyrertum mit Freude entgegen. Bruder Dornik sagt dazu: „Ich hatte natürlich keinen Hang zum Märtyrertum, doch ich freute mich, in Treue gegenüber Jehova mit Mut und Würde Leiden zu ertragen“ (Jak. 1:2-4).

    16 Die Apostel machten sich auf der Stelle wieder ans Predigen. Sie ließen sich nicht Bange machen

    Erkennen wir, was für ein Schatz dieses Buch ist, dass uns Jehova auf dem Kongress im letzten Jahr geschenkt hat?

    Haben wir es schon gelesen, oder warten wir damit, bis es vielleicht im Versammlungsbibelstudium betrachtet wird?

    Warum uns nicht solche wundervollen Perlen zur Hilfe nehmen, wenn wir die entsprechenden Bibelbücher lesen?

  45. Apostelgeschichte 6 – 9

    Apostelgeschichte 8:26-28

    Jehovas Engel aber redete zu Philippus, indem er sprach: „Mache dich auf, und geh südwärts, auf die Straße, die von Jerusalem nach Gasa hinabführt.“ (Das ist eine Wüstenstraße.) 27 Da machte er sich auf und ging, und siehe, ein äthiopischer Eunuch, ein Machthaber unter Kandake, der Königin der Äthiopier, der über ihren ganzen Schatz [gesetzt] war. Er war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten, 28 doch kehrte er zurück, und auf seinem Wagen sitzend, las er laut den Propheten Jesaja.

    können auch wir den Hals nicht voll kriegen, was Gottes Wort und die ware Anbetung angeht?

    Worum drehen sich unsere Gedanken und Gepräche, wenn wir von einem Kongress oder den Zusammenkünften kommen?

    Gehen wir schnell zur Tagesordnung über – oder verweilen unsere Gedanken noch bei dem, was wir gehört und gelernt haben?

  46. Apostelgeschichte 13 – 14

    Apostelgeschichte 13:6-12

    Als sie die ganze Insel bis nach Paphos durchzogen hatten, trafen sie einen gewissen Mann, einen Zauberer, einen falschen Propheten, einen Juden mit Namen Bar-Jesus, 7 und er befand sich bei dem Prokonsul Sergius Paulus, einem intelligenten Mann. Dieser rief Barnabas und Saulus zu sich und suchte ernstlich, das Wort Gottes zu hören. 8 Doch Elymas, der Zauberer (so wird sein Name tatsächlich übersetzt), begann ihnen zu widerstehen, indem er den Prokonsul vom Glauben abzuhalten suchte. 9 Saulus, der auch Paulus heißt, wurde mit heiligem Geist erfüllt, schaute ihn unverwandt an 10 und sprach: „O du, der du von jeder Art Trug und jeder Art Schurkerei erfüllt bist, du Sohn des Teufels, du Feind alles dessen, was gerecht ist, wirst du nicht aufhören, die rechten Wege Jehovas zu verdrehen? 11 Nun denn, siehe, Jehovas Hand kommt über dich, und du wirst blind sein und wirst das Sonnenlicht eine Zeitlang nicht sehen.“ Da fiel augenblicklich dichter Nebel und Finsternis auf ihn, und er ging umher und suchte Leute, die ihn an der Hand führen sollten. 12 Als dann der Prokonsul sah, was sich begeben hatte, wurde er gläubig, so sehr erstaunt war er über die Lehre Jehovas.

    so denkt Jehova über Personen, die alles daran setzen, andere die Jehova wirklich lieben, von der waren Anbetung abzubringen!

    Auch hier ein kurzer Gedanke aus dem neuen Buch:

    *** bt Kap. 11 S. 87-88 Abs. 6-8 „Mit Freude und heiligem Geist erfüllt“ ***

    In Zypern stieß man seinerzeit an allen Ecken und Enden auf Auswüchse der falschen Religion. Damit wurden Barnabas und Saulus besonders in Paphos an der Westküste der Insel konfrontiert. Beim „Prokonsul Sergius Paulus“ trafen sie „einen Zauberer, einen falschen Propheten, einen Juden mit Namen Bar-Jesus“. Damals wandten sich viele vornehme, gebildete Römer bei wichtigen Entscheidungen oft an Zauberer oder Astrologen.

    So auch Sergius Paulus, den die Bibel im selben Vers als „intelligenten Mann“ bezeichnet. Allerdings war Sergius Paulus von der Botschaft über das Königreich sehr angetan und „suchte ernstlich, das Wort Gottes zu hören“. Einem passte das aber ganz und gar nicht: Bar-Jesus, der auch unter dem Titel Elymas bekannt war, was „Zauberer“ bedeutet (Apg. 13:6-8).

    7 Bar-Jesus lehnte die Königreichsbotschaft vehement ab. Die einzige Möglichkeit, seine einflussreiche Stellung als Berater von Sergius Paulus zu sichern, war, „den Prokonsul vom Glauben abzuhalten“ (Apg. 13:8). Doch Saulus würde nicht einfach tatenlos zusehen, wie ein Hofmagier das Interesse von Sergius Paulus im Keim erstickte. Was tat er also?

    Die Apostelgeschichte verrät es uns: „Saulus, der auch Paulus heißt, wurde mit heiligem Geist erfüllt, schaute ihn [Bar-Jesus] unverwandt an und sprach: ‚O du, der du von jeder Art Trug und jeder Art Schurkerei erfüllt bist, du Sohn des Teufels, du Feind alles dessen, was gerecht ist, wirst du nicht aufhören, die rechten Wege Jehovas zu verdrehen? Nun denn, siehe, Jehovas Hand kommt über dich, und du wirst blind sein und wirst das Sonnenlicht eine Zeit lang nicht sehen.‘ Da fiel augenblicklich dichter Nebel und Finsternis auf ihn, und er ging umher und suchte Leute, die ihn an der Hand führen sollten.“

    Was war das Resultat? Als „der Prokonsul sah, was sich begeben hatte, wurde er gläubig, so sehr erstaunt war er über die Lehre Jehovas“ (Apg. 13:9-12).

    8 Paulus ließ sich von Bar-Jesus nicht ins Bockshorn jagen. So sollten auch wir beim Predigen keinen Rückzieher machen, wenn jemand einen Interessierten vom Glauben abhalten will. Wir bleiben natürlich immer freundlich und vergreifen uns nicht im Ton (Kol. 4:6).

    Aber wir werden auch nicht riskieren, dass ein zartes Pflänzchen des Glaubens eingeht, nur weil wir Konflikten ausweichen wollen. Und wir werden nicht davor zurückschrecken, deutlich aufzuzeigen, wo die falsche Religion „die rechten Wege Jehovas“ immer wieder verdreht, wie es damals Bar-Jesus tat (Apg. 13:10).

    Genauso wie Paulus möchten wir anderen mutig die Wahrheit erklären und Menschen, die es ernst meinen, die Botschaft schmackhaft machen. Auch wenn Gottes Hilfe nicht immer so deutlich ins Auge springt wie bei Paulus, können wir uns doch fest darauf verlassen, dass Jehova durch seinen heiligen Geist jeden, der es verdient, zur Wahrheit hinzieht (Joh. 6:44).

  47. Apostelgeschichte 13:48

    Als die von den Nationen das hörten, begannen sie sich zu freuen und das Wort Jehovas zu verherrlichen, und alle, die zum ewigen Leben richtig eingestellt waren, wurden gläubig.

    sind wir richtig dazu eingestellt?

    Geht es uns um die Belohnung – oder um Jehova?

    Wollen wir die Belohnung erhalten und nehmen dafür Jehova und seine vielen Verbote in Kauf – aber würden viel lieber kostenlos das Eintrittsticket erhalten?

    Oder geht es uns in erster Linie um diesen wunderbaren Gott und freuen wir uns über dieses unbezahlbare Vorrecht, diesem wundervollen Gott zu dienen – und freuen uns über das Extrabonbon, dass wir ewiges Leben im Paradies erhalten können?

  48. Apostelgeschichte 14:8-10

    Nun saß da in Lystra ein gewisser Mann, der an seinen Füßen behindert und vom Schoß seiner Mutter an lahm war, und er war noch gar nie umhergegangen. 9 Dieser Mann hörte Paulus reden, der, als er ihn unverwandt anschaute und sah, daß er den Glauben hatte, gesund gemacht zu werden, 10 mit lauter Stimme sprach: „Stell dich aufrecht auf deine Füße.“ Und er sprang auf und begann umherzugehen.

    ein Mann, der Glauben bekundet, wird geheilt – mit nicht ganz unerheblichen Auswirkungen:

    Apostelgeschichte14:11-16

    Und als die Volksmengen sahen, was Paulus getan hatte, erhoben sie ihre Stimme und sagten auf lykaonisch: „Die Götter sind wie Menschen geworden und sind zu uns herabgekommen!“ 12 Und sie nannten Barnabas dann Zeus, Paulus aber Hermes, da er der Wortführer war. 13 Und der Priester des Zeus, dessen [Tempel] sich vor der Stadt befand, brachte Stiere und Kränze an die Tore und wollte mit den Volksmengen Schlachtopfer darbringen.

    14 Als jedoch die Apostel Barnabas und Paulus davon hörten, zerrissen sie ihre äußeren Kleider und sprangen hinaus unter die Volksmenge, wobei sie ausriefen 15 und sagten: „Männer, warum tut ihr das? Auch wir sind Menschen und haben die gleichen Gebrechen wie ihr und verkündigen euch die gute Botschaft, damit ihr euch von diesen nichtigen Dingen abwendet zu dem lebendigen Gott hin, der den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat. 16 In den vergangenen Generationen ließ er alle Nationen ihre [eigenen] Wege gehen,

    Die Apostel haben viel damit zu tun zu verhindern, dass sie wie Götter verehrt werden. Allerdings dreht sich bereits kurz danach das Blatt um 180 Grad!

    Apostelgeschichte 14:18-19

    18 Und trotzdem hielten sie dadurch, daß sie dies sagten, die Volksmengen kaum davon zurück, ihnen Schlachtopfer darzubringen.

    19 Es trafen aber Juden aus Antiochia und Ikonion ein und überredeten die Volksmengen, und sie steinigten Paulus und schleppten ihn zur Stadt hinaus, in der Meinung, er sei tot.

    ich bin immer wieder erstaunt, welche Macht solche Personen haben, die Menschen schaden wollen, die Gottes Wohlgefallen haben!

    Aber auch, wie schnell Menschen aufgrund von Intrigen ihre Meinung ändern.

    Gerade noch haben sie Paulus und Barnabas wie Götter verehren wollen und nun trieben sie sie mit Schimpf und Schande aus der Stadt und steinigten sie.

    Wie Jehova wohl über die Intriganten dachte?

    Und wie dachte er wohl über diejenigen, die flink ihr Fähnchen in den Wind hingen?

    Bedenken wir bei allem, was wir tun, wie Jehova wohl über uns denkt – oder ist uns das egal?

  49. Apostelgeschichte 15 – 18

    Apostelgeschichte 16:16 -23

    Und als wir zur Gebetsstätte gingen, geschah es, daß uns ein gewisses Dienstmädchen begegnete, das einen Geist, einen Wahrsagerdämon, hatte. Sie brachte gewöhnlich ihren Herren viel Gewinn ein, indem sie die Kunst der Voraussage betrieb. 17 Dieses [Mädchen] folgte Paulus und uns beständig und rief die Worte aus: „Diese Menschen sind Sklaven Gottes, des Höchsten, die euch den Weg der Rettung verkündigen.“ 18 Das setzte sie viele Tage hindurch fort. Schließlich wurde Paulus dessen überdrüssig und wandte sich um und sprach zu dem Geist: „Ich befehle dir im Namen Jesu Christi, aus ihr auszufahren!“ Und er fuhr in derselben Stunde aus.

    19 Als nun ihre Herren sahen, daß ihre Hoffnung auf Gewinn dahin war, ergriffen sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Vorsteher 20 und führten sie vor die Magistrate und sprachen: „Diese Menschen, die Juden sind, beunruhigen unsere Stadt sehr, 21 und sie verkündigen Bräuche, die anzunehmen oder auszuüben uns nicht erlaubt ist, da wir Römer sind.“ 22 Und die Volksmenge erhob sich insgesamt gegen sie; und nachdem ihnen die Magistrate die äußeren Kleider heruntergerissen hatten, gaben sie Befehl, sie mit Ruten zu schlagen. 23 Nachdem sie ihnen viele Schläge versetzt hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und befahlen dem Gefängnisaufseher, sie sicher zu verwahren. 24

    wieder einmal werden wahre Anbeter Jehovas durch Falschanklagen aus dem Weg geräumt, weil sie stören!

  50. Doch was war an den Beröern so besonders, dass Lukas ihnen eine so edle Gesinnung bescheinigt?

    und was können wir für uns heute daraus lernen?

    Apostelgeschichte 17:10-11

    Sogleich sandten die Brüder sowohl Paulus wie Silas bei Nacht nach Beroa weg, und als diese [dort] angekommen waren, begaben sie sich in die Synagoge der Juden. 11 Diese nun waren edler gesinnt als die in Thessalonich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten.

    hierzu nochmal auszugsweise aus dem neuen Buch:

    *** bt Kap. 17 S. 137-138 Abs. 16 Er argumentierte „anhand der Schriften“ ***

    Obwohl die Beröer von Paulus allerhand Neues erfuhren, waren sie weder argwöhnisch oder überkritisch noch leichtgläubig.

    Sie hörten Paulus erst einmal gut zu. Dann überzeugten sie sich, dass das, was er ihnen erklärte, auch tatsächlich in den Schriften stand.

    Außerdem vertieften sie sich nicht nur am Sabbat, sondern jeden Tag in Gottes Wort — und das „mit der größten Bereitwilligkeit“, sie knieten sich also richtig hinein, um herauszufinden, was die Schrift zu dieser neuen Lehre sagt.

    Sie waren dann auch nicht zu stolz, sich zu ändern, und „viele von ihnen [wurden] gläubig“ (Apg. 17:12). Da leuchtet es doch ein, warum Lukas sie als „edel gesinnt“ beschreibt!

    Ja, soviel zu dem, was die Beröer so besonders machte. Aber nun zu uns – wie könnten wir uns als ein Beröer erweisen?

    Wie gut vertraut bin ich mit Gottes Wort? Knie auch ich mich in Gottes Wort rein, um alles zu verstehen? Lese ich in der Bibel nach, ob sich das, was ich in unseren Publikationen lese oder in Vorträgen höre, auch so verhält – ob es so in der Bibel steht?

    Wir persönlich haben schon öfters die Erfahrung gemacht, dass andere Brüder es fast als Ketzerei auffassen, wenn wir die Dinge für uns in Frage stellen und mit der Bibel hinterfragen.

    In den Augen vieler Zeugen Jehovas reicht es, zu lesen, was in den Publikationen steht. Es scheint wie eine Art Evangelium zu sein, das nicht hinterfragt werden darf.

    Aber ist dies in Jehovas Augen wirklich Ketzerei?

    Warum hat er dann die Beröer so lobend hervorgehoben?

    Fakt ist, dass „der treue und verständige Sklave“ für sich nicht in Anspruch nimmt, von Gott inspiriert zu sein. Sie wollen uns nur helfen, Gottes Wort besser zu verstehen. Zudem ist in den letzten Jahren auf den Kongressen immer wieder gesagt worden, dass unser Lehrbuch die Bibel ist und dass wir die Bibel studieren sollen – nicht irgendwelche Publikationen. Diese sind nur Hilfsmittel.

    Wie sieht mich Jehova wohl, wenn ich genau weiß, wo etwas in den Publikationen steht und daraus bei Bedarf zitieren kann – aber ich weiß nicht, wo es in der Bibel steht und in welchem Zusammenhang und wie Jehova über die Sache denkt?

    Habe ich vielleicht zu wenig Zeit und bin schon froh, wenn ich es schaffe, die Zeitschriften durchzulesen und wenn ich ganz viel Glück habe, sie vor dem Studium in der Versammlung zu lesen oder gar vorzubereiten? „Da bleibt leider nicht mehr viel Zeit zum Bibellesen, ich bin ja auch schon so im Stress“?

    Könnte ich vielleicht mein Leben vereinfachen, damit mir mehr Zeit zum Bibellesen bleibt? Indem ich die Dinge reduziere, die in meinem Leben für Ablenkung sorgen, wie z.B. weniger Fernsehen, mich nicht ständig mit irgendwelchen Dingen wie Musik oder Radio berieseln zu lassen, meinen Umgang sorgfältig auswählen usw.?

    Oder könnte ich die Zeit mehr auskaufen, indem ich z.B. den Arbeitsweg nutze, um mir die Bibellesung auf mp3 anzuhören, für die unsere lieben Brüder so liebevoll gesorgt haben?

    Wo kann ich da Abstriche bei mir ganz persönlich machen?

    Bin ich überhaupt daran interessiert?

  51. Apostelgeschichte 26 – 28

    Apostelgeschichte 26:32

    Überdies sagte Agrippa zu Festus: „Dieser Mensch hätte freigelassen werden können, wenn er sich nicht auf Cäsar berufen hätte.“

    War es nun ein Fehler, dass er sich auf Cäsar berufen hatte – oder nicht?

    hierzu auszugsweise aus dem Apostel-Buch:

    „Du würdest mich überreden, ein Christ zu werden“ (Apg. 26:24-32)

    17 Paulus’ eindrucksvolle Rede ließ die beiden Männer nicht kalt. Die Reaktion? „Als er nun diese Dinge zu seiner Verteidigung sagte, sprach Festus mit lauter Stimme: ‚Du wirst wahnsinnig, Paulus! Die große Gelehrsamkeit treibt dich zum Wahnsinn!‘ “ (Apg. 26:24). So ähnlich denken nicht wenige auch heute. Für sie sind alle, die die Wahrheit aus der Bibel predigen, Fanatiker. Und viele halten es für weltfremd, an eine Auferstehung zu glauben, wie die Bibel sie lehrt.

    18 Paulus war nicht um eine Antwort verlegen: „Ich werde nicht wahnsinnig, Exzellenz Festus, sondern ich rede Worte der Wahrheit und eines gesunden Sinnes. In Wirklichkeit weiß der König, zu dem ich mit Freimut der Rede spreche, wohl von diesen Dingen . . . Glaubst du den PROPHETEN, König Agrippa? Ich weiß, dass du glaubst.“ Agrippa erwiderte: „In Kurzem würdest du mich überreden, ein Christ zu werden“ (Apg. 26:25-28). Ob er das wirklich so meinte oder nicht, die Rede hatte jedenfalls voll eingeschlagen.

    19 Agrippa und Festus standen dann auf. Damit war die Anhörung zu Ende. „Als sie sich zurückzogen, begannen sie miteinander zu reden und sagten: ‚Dieser Mensch treibt nichts, was Tod oder Fesseln verdient.‘ Überdies sagte Agrippa zu Festus: ‚Dieser Mensch hätte freigelassen werden können, wenn er sich nicht auf Cäsar berufen hätte‘ “ (Apg. 26:31, 32). Ihnen war klar: Der Mann, der da vor ihnen gestanden hatte, hatte eine völlig reine Weste. Vielleicht würden sie ja die Christen in Zukunft mit anderen Augen sehen.

    20 Wie es aussieht, ließ keiner dieser beiden mächtigen Herrscher die gute Botschaft von Gottes Königreich in seinem Leben wirklich wirken. Hat sich die ganze Aktion trotzdem gelohnt? Keine Frage! Dadurch, dass Paulus „vor Könige und Statthalter“ in Judäa geschleppt wurde, drang die Botschaft in Etagen des römischen Staatsapparats vor, die sonst wahrscheinlich verschlossen geblieben wären (Luk. 21:12, 13). Außerdem haben seine Erlebnisse und seine Treue in all den Problemsituationen den Brüdern und Schwestern Mut im Glauben gemacht (Phil. 1:12-14).

    21 Heute ist es nicht anders. Wenn wir unsere Predigtaufgabe trotz aller möglichen Feuerproben engagiert durchziehen, kommt doch immer wieder Gutes dabei heraus. Möglicherweise können wir mit Leuten über die Bibel reden, an die wir sonst nur schwer herankommen.

    Und wenn wir fest und treu für Gottes Königreich einstehen, steckt das vielleicht unsere Brüder an und sie stellen sich dann beim Predigen mit noch mehr Mut für Jehova hin.

    Wir sehen, dass sich eine Sache auch dann zum Guten auswirken kann, wenn es nun erst mal so aussieht, als habe man alles verloren!

    Wir dürfen halt nicht nur uns selbst in diesem Moment sehen, wo wir Repressalien haben – sondern das große Ganze, was vielleicht durch unser Leiden und Ausharren bewirkt wird.

  52. Apostelgeschichte 1 – 2

    „Auch Jesu Brüder, die gläubig geworden waren“ – warum auf einmal?

    Apostelgeschichte 1:14

    Zu ihnen gehörten auch einige Frauen, unter anderem Maria, die Mutter Jesu, und außerdem seine Brüder. Sie alle trafen sich regelmäßig an diesem Ort, um gemeinsam zu beten.

    als Jesus auf der Erde war, hielten sie ihn für verrückt und meinten, er wäre überheblich. Warum glaubten sie nun auf einmal an ihn?

    Immerhin war er inzwischen gestorben – nicht unbedingt eine Basis dafür, daran zu glauben, dass er der Messias sein könnte. Hatten sie ihn nach seiner Auferstehung vielleicht persönlich gesehen? Aber wie ging dies, wo sie doch so von ihm dachten – warum sollten sie dann zu der Zeit bei seinen Jüngern gewesen sein, als er ihnen erschien?

    Im WT vom 15.12.2003 heißt es hierzu auszugsweise

    Jesu Brüder zeigen, dass eine Änderung möglich ist

    Jesu Brüder glaubten offenbar erst nach seinem Tod an ihn. Es war wohl kein Zufall, dass sie nicht dabei waren, als Jesus am Marterpfahl starb, und er seine Mutter dem Apostel Johannes anvertrauen musste. Die Angehörigen Jesu zeigten, dass sie ihn nicht achteten, ja bei einer Gelegenheit sagten sie sogar, er sei „von Sinnen“ (Markus 3:21). Jesus hatte also ungläubige Familienangehörige. Wer heute Ungläubige in seiner Familie hat, kann sich daher darauf verlassen, dass Jesus versteht, wie er empfindet, wenn Verwandte ihn wegen seines Glaubens verspotten.

    Nach Jesu Auferstehung begannen jedoch seine Brüder offensichtlich, an ihn zu glauben. Sie gehörten zu der Gruppe, die sich vor Pfingsten 33 u. Z. in Jerusalem versammelte und zusammen mit den Aposteln inbrünstig betete (Apostelgeschichte 1:14). Allem Anschein nach veranlasste sie die Auferstehung ihres Halbbruders zu diesem Sinneswandel, der so weit ging, dass sie seine Jünger wurden. Bei Verwandten, die unseren Glauben nicht teilen, sollten wir die Hoffnung also nie aufgeben.

    Jakobus, der Halbbruder Jesu, dem er persönlich erschien, spielte gemäß der Bibel eine herausragende Rolle in der Christenversammlung. Er schrieb einen von Gott inspirierten Brief an seine Glaubensbrüder und -schwestern, um sie zu ermahnen, den Glauben zu bewahren (Apostelgeschichte 15:6-29; 1. Korinther 15:7; Galater 1:18, 19; 2:9; Jakobus 1:1). Von Judas, einem anderen Halbbruder, stammt ein inspirierter Brief, durch den er Mitchristen ermunterte, einen harten Kampf für den Glauben zu führen (Judas 1). Bemerkenswerterweise verwiesen weder Jakobus noch Judas in ihren Briefen auf ihre Verwandtschaft mit Jesus, um Mitchristen zu überzeugen. Welch eine deutliche Lektion in Bescheidenheit für uns!

  53. Apostelgeschichte 1:12

    Daraufhin kehrten die Apostel nach Jerusalem zurück; sie waren ´mit Jesus` auf einem Hügel gewesen, der »Ölberg« genannt wird und nur einen Sabbatweg t- ´etwa eine Viertelstunde` – von der Stadt entfernt ist.

    „Ein Sabbatweg entfernt“ (Neue Genfer Übersetzung) – Was ist denn ein Sabbatweg??

    in der Neuen-Welt-Übersetzung heißt es hier

    Dann kehrten sie von einem Berg, welcher Ölberg genannt wird, der nahe bei Jerusalem liegt, eine Sabbat-Tagereise [davon] entfernt, nach Jerusalem zurück.

    in der Fußnote wird zur Sabbat-Tagereise erklärt:

    nach rabbinischen Quellen, die sich auf Jos 3:4 stützen, entsprach dies ca. 2 000 Ellen (890 m).

    Unter dem Stichwort „Tagereise“ finden wir im Einsichtenbuch folgendes:

    Das Wort „Tagereise“ erscheint in der Bibel oft bei Angaben über die ungefähre Länge einer zurückgelegten Strecke (1Mo 31:23; 2Mo 3:18; 4Mo 10:33; 33:8). Wie weit man an einem Tag reisen konnte, hing davon ab, welches Transportmittels man sich bediente, sowie von den Bedingungen und dem Gelände unterwegs. Eine Tagereise zu Lande betrug durchschnittlich vielleicht 32 km oder mehr.

    Eine „Sabbat-Tagereise“ war jedoch viel kürzer (Mat 24:20). Aus Apostelgeschichte 1:12 geht hervor, daß der Ölberg eine „Sabbat-Tagereise“ weit von Jerusalem entfernt lag. Josephus gibt diese Strecke — wahrscheinlich von verschiedenen Ausgangspunkten aus gerechnet — einmal mit fünf Stadien (925 m) und ein andermal mit sechs Stadien (1 110 m) an. Nach rabbinischen Quellen, denen Josua 3:4 zugrunde liegt, betrug eine „Sabbat-Tagereise“ 2 000 Ellen (890 m).

    Thom sagte mir gestern noch dazu, dass dies mit dem Sabbatgesetz zu tun hätte: man durfte am Sabbat keinerlei Arbeit verrichten und so war genau festgelegt, wie weit man am Sabbat gehen durfte, ohne dass es eine Wanderung – und damit Arbeit – wäre…

  54. Apostelgeschichte 3 – 5

    Apostelgeschichte 4:13-14

    Die Mitglieder des Hohen Rates wunderten sich darüber, wie mutig Petrus und Johannes redeten; wussten sie doch, dass es einfache Leute ohne besondere Bildung waren. Aber sie erkannten die beiden als Jünger Jesu wieder;

    14 und die Heilung selbst konnten sie nicht bestreiten, denn der Geheilte stand vor ihnen.

    ja, wer sich ganz eng an seinen Gott hält, der kann und darf mutig sein – denn sein Gott ist mit ihm und wird ihm immer helfen.

    Interessant, dass sie das Gute am liebsten abstreiten wollten. Also ging es ihnen keinesfalls um die Wahrheit, wie sie vielleicht von sich selbst glaubten…

  55. Apostelgeschichte 6 – 9

    Apostelgeschichte 6:8-14

    Stephanus vor Gericht

    8 Stephanus vollbrachte öffentlich durch Gottes Gnade und Kraft große Zeichen und Wunder. 9 Eines Tages verwickelten ihn Anhänger einer jüdischen Gemeinde, die sich die »Freigelassenen« nannten, in ein Streitgespräch. Auch Leute aus Kyrene, Alexandria, Zilizien und der Provinz Asia beteiligten sich daran. 10 Aber keiner von ihnen hatte der Weisheit und dem Geist des Stephanus etwas entgegenzusetzen.

    11 Deshalb hetzten sie ein paar Leute auf, die behaupten sollten: »Er hat Gott und Mose beleidigt. Wir haben es selbst gehört.« 12 Dadurch gelang es ihnen, das Volk, seine führenden Männer und die Schriftgelehrten so aufzuwiegeln, dass sie über Stephanus herfielen und ihn vor den Hohen Rat schleppten.

    13 Dort traten Zeugen gegen Stephanus auf, die man vorher bestochen hatte.

    »Dieser Mensch«, so behaupteten sie, »zieht fortwährend den heiligen Tempel und das Gesetz Gottes in den Dreck. 14 Wir haben selbst gehört, dass er gesagt hat: ›Jesus von Nazareth wird den Tempel zerstören und die Ordnungen ändern, die Mose uns gegeben hat.‹«

    Warum nur?

    Warum stehen Menschen, die doch eigentlich Jehova dienen, mit falschen Anklagen gegen ihre Brüder auf?

    Sie suchen sich andere (auch unter Gottes Volk), die ihre Lügen bestätigen – und bekommen dann vor den Gerichten Recht, seien es weltliche oder die des Volkes Gottes.

    Sie gehen sogar soweit, den Tod des anderen in Kauf zu nehmen.

    Warum nur?

    Was treibt solche Menschen nur zu solchen Taten an?

    Aber auch egal, wie erfolgreich sie mit ihren Intrigen sind, so können sie uns doch niemals von Gottes Liebe trennen! Ist dies nicht beruhigend?

    Selbst wenn die Menschen ihnen glauben und wir von einem Gericht für etwas verurteilt werden, was wir nicht getan haben, selbst wenn man uns wegen ihrer Lügen aus Gottes Volk ausschließt – so weiß doch unser liebevoller Gott wie es war. Er beurteilt uns nach unseren Taten.

    Wer von beiden wird wohl von Jehova verworfen sein – der Verleumder oder derjenige, den dieser Rufmord bis in Mark und Gebein trifft?

    Selbst wenn Jehova das Unrecht bis Harmagedon bestehen lässt, so können die Verleumder ums nicht wirklich schaden. Unser Gott wird immer mit uns sein und ER wird uns die Kraft geben, dieses Unrecht zu ertragen, ohne dass wir unsere Freude verlieren. Aber die Verleumder wird er zu seiner Zeit bestrafen!

    dies zeigen viele Beispiele treuer Anbeter Jehovas, wie z.B.:

    Apostelgeschichte 7:6-7

    Gott sagte zu ihm: ›Deine Nachkommen werden in einem fremden Land heimatlos sein. Vierhundert Jahre wird man sie ausbeuten, und sie werden viel leiden müssen.‹

    7 Aber Gott versprach Abraham auch: ›Ich werde das Volk bestrafen, das euch so lange unterdrückt hat. Dann werden deine Nachkommen das fremde Land verlassen und mir hier dienen.‹

    Apostelgeschichte 7:9-10

    Weil aber Jakobs Söhne auf ihren Bruder Josef neidisch waren, verkauften sie ihn als Sklaven nach Ägypten.

    Doch Gott verließ Josef nicht, 10 sondern half ihm jedes Mal, wenn er in Not geriet.

    Josef konnte die Gunst des ägyptischen Königs, des Pharaos, gewinnen. Wegen der ungewöhnlichen Weisheit, die Gott ihm gegeben hatte, wurde Josef vom Pharao schließlich zum Verwalter über ganz Ägypten und den Königshof eingesetzt.

    Stephanus macht in seiner „Verteidigungsrede“ ganz klar kenntlich, was das für Menschen sind, die sich nicht zu schade sind, ihre Brüder umzubringen oder per Falschanklagen, Verleumdungen und Rufmord ihnen das Leben schwer zu machen:

    Apostelgeschichte 7:51

    »Ihr seid wirklich unbelehrbar!«, fuhr Stephanus fort. »Ihr habt eure Ohren für Gottes Botschaft verschlossen, und auch euer Herz gehört ihm nicht. Wie eure Vorfahren widersetzt ihr euch ständig dem Heiligen Geist.

    ja, die schadenstiftenden Männer konnten Stephanus schaden und sogar erreichen, dass er letztendlich für etwas zu Tode gesteinigt wurde, was er nicht getan hatte – aber sie konnten ihm die Freude und die enge Verbindung zu seinem Gott Jehova nicht nehmen:

    Apostelgeschichte 7:54-56

    Über diese Worte des Stephanus gerieten seine Zuhörer in maßlose Wut. 55 Stephanus aber blickte, erfüllt vom Heiligen Geist, zum Himmel auf und sah dort Gott in seiner Herrlichkeit und Jesus an seiner rechten Seite. 56 »Ich sehe den Himmel offen!«, rief Stephanus, »und Jesus, den Menschensohn, auf dem Ehrenplatz an der rechten Seite Gottes stehen!«

    Wie wir sehen, lässt uns unser Gott niemals allein – ganz egal was sich die Schadenstifter noch einfallen lassen. Selbst wenn sie uns töten würden – sie könnten uns niemals von Gottes Liebe trennen! Dies können nur wir selbst, wenn wir uns unsererseits von ihm abwenden.

    Ist dies nicht in tröstlicher Gedanke?

  56. Apostelgeschichte 8:2

    Stephanus wurde von einigen frommen Männern begraben, die für ihn die Totenklage hielten.

    Warum war dies nötig?

    Wieso war es wichtig, eine Totenklage zu halten? Ist dies nicht ein unchristlicher Brauch, der irgendwie damit zu tun hat, dass die Toten uns sehen können?

  57. Apostelgeschichte 8:10-11

    in Samaria lebte auch Simon, ein Mann, der seit vielen Jahren Zauberei getrieben und durch seine Künste viele in Erstaunen versetzt hatte. Er behauptete, etwas Besonderes zu sein. 10 Alle Leute, die seine Zauberei miterlebt hatten, waren seine begeisterten Anhänger und sagten: »In diesem Mann wirkt Gottes große Kraft!«

    11 Sie standen ganz in seinem Bann, weil er sie jahrelang mit seinen Zauberkünsten beeinflusst hatte.

    Leute, die dem Widersacher zuarbeiten und sich mit Satan und seinen Dämonen einlassen – solche Leute sind scheinbar schon seit jeher Meister der Manipulation (?)

  58. Apostelgeschichte 9:29

    Mit den Griechisch sprechenden Juden führte er Streitgespräche. Bald trachteten auch sie ihm nach dem Leben.

    Wie passt dies mit dem zusammen, was er selbst später schreibt: „ein Sklave des Herrn hat es nicht nötig, sich zu streiten“ (2. Timotheus 2:24)?

    In der Neuen-Welt-Übersetzung wird das Verb, das hier mit Streitgespräch übersetzt wird, mit „er disputierte mit ihnen“ übersetzt. Bei diesem Wort ist mir das garnicht so aufgefallen.

    Also: wie passt dies zusammen?

    Hier noch mal der Vers aus 2. Timotheus im Kontext:

    23 Ferner weise törichte und einfältige Streitfragen ab, da du weißt, daß sie Streitigkeiten erzeugen. 24 Ein Sklave des Herrn aber hat es nicht nötig zu streiten, sondern muß gegen alle sanft sein, lehrfähig, der sich unter üblen Umständen beherrscht, 25 der mit Milde die ungünstig Gesinnten unterweist, da Gott ihnen vielleicht Reue gewährt, die zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit führt, 26 und sie wieder zur Besinnung kommen mögen, aus der Schlinge des Teufels heraus, da sie von ihm für dessen Willen lebendig gefangen worden sind.

  59. Apostelgeschichte 10 – 12

    Apostelgeschichte 10:8-20

    Petrus hat eine Vision

    9 Als sich die Boten am folgenden Tag schon der Stadt Joppe näherten, stieg Petrus auf das flache Dach des Hauses, um dort ungestört zu beten. Es war gerade um die Mittagszeit, 10 und Petrus hatte Hunger. Während man sein Essen zubereitete, hatte er eine Vision:

    11 Petrus sah etwas vom Himmel herabkommen. Es sah aus wie ein großes Leinentuch, das – an seinen vier Ecken zusammengehalten – auf die Erde heruntergelassen wurde. 12 In dem Tuch waren alle möglichen Arten von vierfüßigen Tieren und Kriechtieren, aber auch von Vögeln. Alle diese Tiere sind für Juden »unrein« und dürfen deshalb nicht gegessen werden. 13 Dann hörte Petrus eine Stimme, die ihn aufforderte: »Petrus, steh auf, schlachte diese Tiere und iss davon!« 14 »Niemals, Herr!«, entgegnete Petrus. »Noch nie in meinem Leben habe ich etwas Unreines oder Verbotenes gegessen.« 15 Da rief die Stimme zum zweiten Mal: »Wenn Gott etwas für rein erklärt, dann nenne du es nicht unrein.« 16 Das geschah dreimal. Dann wurde das Tuch wieder in den Himmel gehoben.

    17 Petrus verstand nicht, was diese Erscheinung bedeuten sollte. Aber während er noch überlegte, klopften die Boten des Kornelius an die Haustür. 18 »Wohnt hier ein Mann, der Simon Petrus heißt?«, erkundigten sie sich.

    19 Petrus dachte noch immer über die Vision nach, als der Heilige Geist zu ihm sprach: »Es sind drei Männer zu dir gekommen. 20 Geh hinunter und reise mit ihnen. Du brauchst keine Bedenken zu haben, denn ich habe sie gesandt.«

    „Steh auf und iss“

    Auch Petrus wusste nicht, was die Vision bedeuten sollte

    Ob er sich hier wohl an den Vorfall damals mit Jesus erinnert, als er sagte, seine Jünger müssten sein Fleisch essen und sein Blut trinken?

    Auch damals hatte er, wie die anderen wohl auch, nicht verstanden, was damit gemeint sein sollte – denn es war im mosaischen Gesetz bestimmt worden, dass das Blut zur Erde ausgegossen werden sollte. Wie konnte Jesus dann verlangen, dass sie sein Blut trinken würden?

    Auch hier greift wieder ein mosaisches Gesetz: sie sollten keine unreinen Tiere essen – damit sie sich nicht für Jehova verunreinigen würden. Also warum wurde er nun aufgefordert, diese unreinen Tiere zu essen?

    Er konnte es nicht verstehen – aber er war voller Zuversicht, dass es schon seine Richtigkeit haben würde, wenn Jehova dies von ihm verlangt. Dass dies keine Prüfung sein konnte, musste er spätestens gemerkt haben, als Jehova sagte, dass er selbst dies nun für rein erklärt hätte. Also würde Jehova ihm sicherlich auch noch erklären, wie das nun gemeint sei. Auf jeden Fall wollte er den Willen seines Gottes tun, auch wenn er ihn nicht ganz verstand.

    Aber wie Jehova ja so ist – er lässt uns nicht lange im Unklaren. Immer steht er uns bei, entweder, indem er helfend eingreift, uns die Kraft gibt – oder uns verstehen hilft, worum es gerade geht.

    Und so dauerte es nicht lange, da standen die Abgesandten von Kornelius vor seiner Tür und als sie erzählen, was Jehova zu Kornelius gesagt hatte, da verstand Petrus, was Jehova gemeint hatte.

    Apostelgeschichte 10:34-35

    Da begann Petrus zu sprechen: »Jetzt erst habe ich richtig verstanden, dass Gott niemanden wegen seiner Herkunft bevorzugt oder benachteiligt. 35 Alle Menschen sind ihm willkommen, ganz gleich, aus welchem Volk sie stammen, wenn sie nur Ehrfurcht vor ihm haben und so leben, wie es ihm gefällt.

    Sicherlich hat er nun voller Freude das getan, was Jehova ihm gesagt hatte.

    Zum einen, weil Jehova ihn für würdig erachtet hatte, diesen besonderen Schritt zu tun (denn niemals zuvor waren die Nationen in dieser Weise einbezogen worden), zum anderen aber auch, weil er es nun verstand – was er tun sollte und warum.

    Was für eine Begeisterung es gewesen sein muss, zu erkennen, wie liebevoll und barmherzig und ganz besonders, wie unparteiisch der Gott ist, dem wir alle dienen dürfen!

    Wie reagieren wir, wenn Jehova etwas von uns will, was wir nicht verstehen?

    Haen wir genug Glauben und Vertrauen in Jehova und die nötige Geduld abzuwarten, bis wir verstehen, warum wir es tun sollen?

  60. Apostelgeschichte 10:38

    Jesus aus Nazareth ist von Ort zu Ort gezogen. Er hat überall Gutes getan und alle befreit, die der Teufel gefangen hielt, denn Gott selbst hatte ihm seine Macht und den Heiligen Geist gegeben. Gott stand ihm bei.

    für mich ein sehr interessanter Gedanke:

    Personen, die sich mit dem Teufel und den Dämonen einlassen, mögen ja vielleicht meinen, sie täten es freiwillig, sie würden genau das tun, was sie sich erwählt haben.

    Aber dies stimmt nur bis zu einem bestimmten Punkt: zwar mögen sie sich zu Anfang aus freien Stücken darauf eingelassen haben, vielleicht aus Neugier oder weil sie unvorsichtig waren. Dann mögen sie gemerkt haben, dass ihnen dies viele Vorteile bringt, denn der Teufel „belohnt“ seine „Anhänger“ sofort. Wir kennen dies vielleicht aus den Märchen, wenn eine Hauptfigur sich mit dem Teufel einlässt, um etwas bestimmtes zu erreichen, was ihr wichtig ist und dafür „ihre Seele an den Teufel verkauft“. Ja, das ist ja alles in weiter Zukunft, das mit der Seele, aber sie bekommen das Ersehnte ja sofort. Daher mögen sie denken, dass dies eine tolle Sache sei und sie machen vielleicht immer weiter – und dem Widersacher Jehovas damit viel Freude.

    Aber sie bemerken dabei nicht, dass der Satan sie gefangen hält!

    Vielleicht ein kleines Beispiel aus meinem persönlichen Leben: Bevor ich die Wahrheit kennen lernte, habe ich 10 Jahre geraucht. Ich war der Ansicht, dass ich es tue, weil es mir Spaß macht, weil es so gut schmeckt, weil es mir so gut tut.

    Dann habe ich – weil ich mal wieder so voreilig war und das Paradiesbuch schon für mich ganz studiert habe, bevor wir beim Bibelstudium überhaupt so weit waren – erkannt, dass Rauchen etwas ist, was Jehova verabscheut und hasst. Wenn ich also weiter rauchen würde, dann könnte ich Jehova nicht gefallen. Und dies wollte ich doch so gern. Also – was tun?

    Ich musste unbedingt mit dem Rauchen aufhören. Dies war mein fester Wille. Ich fing an, mich selbst dafür zu verabscheuen, dass ich rauchte und das Rauchen an sich auch zu hassen. Aber das hat mir leider nicht in der Form geholfen, wie ich mir dies gewünscht hätte. Es war ein unglaublich harter Kampf, obwohl ich mit aller Macht mit dieser Gewohnheit brechen wollte. Ich konnte mich selbst nicht mehr riechen und habe mich zig Mal am Tag umgezogen, weil die Klamotten verqualmt waren und – für mich auf einmal ganz stark wahrnehmbar – stanken! Selbst vor der Fahrt zur Versammlung musste ich unbedingt eine rauchen, obwohl ich mich zuvor so sorgfältig zurecht gemacht hatte, extra gebadet und mit wohlriechender Lotion eingecremt, schönes Deo und Parfüm. Aber ich musste rauchen, obwohl ich wusste, dass ich dann wieder riechen würde und während der Versammlung habe ich mich in Grund und Boden dafür geschämt, dass die anderen riechen konnten, dass ich geraucht hatte. Zwar hatte ich zu der Zeit gerade den ersten Monat studiert, aber ich habe es so empfunden.

    Als der Vater meiner Tochter sie zur Besuchszeit abholte und meinen Kampf mitbekam, sagte er, dass dies doch nicht so schwer sein könnte, mit dem Rauchen aufzuhören. Meine Antwort: „na, dann hör du doch auf“. Nach einer längeren Schweigeminute antwortete er dann „ich will ja nicht“. Aber ich denke eher, es ist ihm klar geworden, was ich schon eine Weile wusste: der Wille allein reicht da nicht aus.

    Ich war eine Gefangene meines Rauchens geworden, ohne es selbst bemerkt zu haben. So ist es auch mit denen, die sich auf die Machenschaften des Satans und seiner Dämonen einlassen. Lassen wir uns dies eine Lehre sein!

    Machen wir garnicht erst den Fehler, uns – wenn auch nur aus Neugier – damit zu beschäftigen oder seine bereitwillig dargebotene Hilfe anzunehmen, wenn wir die Dinge allein nicht in den Griff bekommen und feststellen, dass es für Jehova noch nicht an der Zeit ist, die Dinge so zu regeln, wie es für uns leichter wäre.

    Warten wir immer auf Jehova und lehnen wir alles ab, was von der Gegenseite kommt. Machen wir uns immer wieder die Gefahr bewusst!

  61. Apostelgeschichte 11:16-17

    In diesem Augenblick fiel mir ein, was uns der Herr einmal gesagt hatte: ›Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden.‹ 17 Gott schenkte diesen Nichtjuden dieselbe Gabe wie vorher uns, als wir begannen, an den Herrn Jesus Christus zu glauben. Wer bin ich, dass ich Gott daran hätte hindern können?«

  62. Apostelgeschichte 12 – Petrus im Gefängnis

    Wir studieren das Buch „Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich“ ja zur Zeit im Versammlungsbibelstudium und ich hatte es bereits direkt nach Erhalt für mich persönlich studiert und im letzten Jahr bei der Bibellese zu Hilfe genommen. In diesem Jahr höre ich mir nicht nur die Bibel an, sondern auch die passenden Bücher dazu und daher zur Zeit dieses Buch. Immer die Kapitel im Buch passend zu den Kapiteln, die ich gerade in der Bibel lese. Hier ist es im Buch passend dazu das Kapitel 10 „Das Wort Jehovas wuchs weiterhin“

    Dabei ist mir wieder mal bewußt geworden, was für eine Kostbarkeit wir da eigentlich in den Händen halten. Dieses Buch hat ein ganz besonderes Highlight, dass sich durch das ganze Buch zieht: es beginnt mit einer Szene, die so lebendig beschrieben wird, dass wir uns so fühlen, als wären wir hautnah dabei. Dies möchte ich gern mal veranschaulichen:

    DAS wuchtige Eisentor fällt krachend hinter Petrus ins Schloss. An zwei römische Wachmänner gekettet wird er in seine Zelle geführt. Ein zermürbendes Warten beginnt. Stundenlang, vielleicht sogar tagelang weiß Petrus nicht, was aus ihm wird. Um sich herum sieht er nichts als Mauern, Gitter, seine Ketten und die Wachposten.

    2 Dann kommt die Schreckensnachricht: König Herodes Agrippa I. will Petrus unter allen Umständen tot sehen. Petrus soll dem Volk nach dem Passah vorgeführt werden. Mit seiner Hinrichtung will sich Herodes die Sympathien der Massen sichern. Das Ganze ist keine leere Drohung, denn erst vor Kurzem wurde Jakobus, einer der anderen Apostel, von Herodes hingerichtet.

    3 Es ist der Abend vor der geplanten Hinrichtung. Was Petrus in seiner düsteren Zelle wohl durch den Kopf geht? Ob er daran denkt, dass Jesus ihm Jahre zuvor indirekt gesagt hat, er werde eines Tages den Märtyrertod sterben? (Joh. 21:18, 19). Vielleicht fragt er sich, ob es jetzt so weit ist.

    4 Wie würdest du dich in so einer Situation fühlen? Viele würden wahrscheinlich verzweifeln und denken, jetzt ist alles aus und vorbei. Doch kann für einen echten Nachfolger Jesu Christi überhaupt irgendeine Lage aussichtslos sein?

    wenn wir nun die ganzen Erklärungen erst mal Außen vor lassen, dann haben wir eine sehr lebendige Schilderung über das Erlebnis, das der Petrus da hatte:

    Ob Petrus wohl Todesängste ausstand? Jedenfalls hat er in jener Nacht zwischen den beiden Wachen, die auf ihn aufpassten, tief und fest geschlafen. Dieser glaubensstarke Mann war ohne Frage fest davon überzeugt, dass er, egal, was der nächste Tag auch bringen würde, bei Jehova in sicheren Händen war (Röm. 14:7, 8). Allerdings konnte er nicht ahnen, was sich gleich Unglaubliches tun würde: Seine Zelle wurde schlagartig hell erleuchtet. Ein Engel erschien und riss ihn aus dem Schlaf. Und auf einmal — wer hätte das gedacht?! — fielen die Ketten an seinen Händen einfach so ab. Die Wachen bekamen von dem Ganzen überhaupt nichts mit!

    11 Der Engel forderte Petrus jetzt mit knappen Worten auf, schnell aufzustehen, sich zu gürten und seine Sandalen und sein äußeres Kleid anzuziehen. Petrus reagierte sofort. Dann sagte der Engel: „Folge mir.“ Die beiden liefen an den Wachposten vor der Zelle vorbei und gingen still und leise auf das schwere Eisentor zu. Wie sollten sie da durchkommen? Falls Petrus diese Frage je durch den Kopf geschossen ist, dann höchstens für den Bruchteil einer Sekunde. Als sie sich dem Tor näherten, öffnete es sich „von selbst“, und ehe er sichs versah, stand er draußen auf der Straße und der Engel war verschwunden. Langsam dämmerte es ihm: Das alles war keine Vision, sondern Wirklichkeit — er war frei! (Apg. 12:7-11).

    Petrus stand auf der dunklen Straße und überlegte, wohin er nun gehen sollte. Er tat das Nächstliegende. Gleich um die Ecke wohnte Maria, eine Christin, die offensichtlich finanziell ganz gut dastand und deren Haus groß genug war, dass sich die Versammlung dort treffen konnte. Sie war Witwe und die Mutter von Johannes Markus, der hier zum ersten Mal in der Apostelgeschichte erwähnt wird und später für Petrus wie ein Sohn wurde (1. Pet. 5:13). Es war schon spät, trotzdem waren viele in Marias Haus gekommen, um dort intensiv zu beten. Bestimmt beteten sie für die Freilassung von Petrus, aber wie die Antwort Jehovas letztendlich ausfiel, darauf waren sie dann doch nicht gefasst.

    14 Petrus klopfte an das Tor zum Hofeingang. Das Dienstmädchen Rhode (ein gängiger griechischer Name, der „Rose“ bedeutet) kam ans Tor und traute ihren Ohren nicht! Das war doch die Stimme von Petrus! Vor lauter Aufregung ließ sie ihn nicht herein, sondern stürmte zurück ins Haus und erzählte den Brüdern, wer draußen stand. Sie erklärten sie für verrückt, aber Rhode ließ nicht locker und blieb steif und fest bei ihrer Behauptung. Daraufhin meinten einige, es könne ja vielleicht ein Engel sein, der stellvertretend für Petrus da war (Apg. 12:12-15). Petrus klopfte inzwischen immer weiter ans Tor, bis sie ihm endlich aufmachten.

    15 Das Erstaunen war groß, als sie ihn sahen (Apg. 12:16). Petrus musste die überglücklichen Brüder erst einmal zur Ruhe bringen, damit er ihnen überhaupt erzählen konnte, was passiert ist.

    was für ein lebendiger Bericht, der uns direkt unter die Haut geht. Wir sehen uns direkt dabei, sind mit Petrus im Gefängnis, fühlen mit ihm und sind dann dabei, als er befreit wird. Was für ein Erlebnis!

    Bringt uns dies nicht unserem Gott näher?

  63. einige persönliche Gedanken dazu

    Es ist der Abend vor der geplanten Hinrichtung. Was Petrus in seiner düsteren Zelle wohl durch den Kopf geht? Ob er daran denkt, dass Jesus ihm Jahre zuvor indirekt gesagt hat, er werde eines Tages den Märtyrertod sterben? (Joh. 21:18, 19). Vielleicht fragt er sich, ob es jetzt so weit ist.

    4 Wie würdest du dich in so einer Situation fühlen?

    hier muss ich dann an den Film denken, den wir erst vor kurzem auf Maxdome gesehen haben: „Die Kraft der Wiederauferstehung“, wo Petrus bereits in einer Zelle ist und einem anderen – noch jungen Mann, der noch nicht so lange in der Wahrheit ist – Mut macht. Er erzählt ihm von all den Dingen, die er mit Jesus und Jehova erlebt hat und er weiß, dass er selbst bald hingerichtet werden soll. Trotzdem nutzt er die Zeit, diesem Jungen Mann Mut zu machen, ihm von der Auferstehung zu erzählen und von der Hoffnung, die jeder Christ hat. Am Ende des Films wird Petrus von den Wachen abgeholt, aber er geht ruhig und gelassen mit, ohne jegliches Anzeichen von Angst.

  64. Herodes ließ es nicht darauf ankommen und befahl, Petrus gleich an zwei Wachen anzuketten. Insgesamt lösten sich 16 Wachen rund um die Uhr ab, damit der Apostel diesmal nicht entkommen konnte

    was für ein Unsinn! Wenn ihn ein Engel befreit – welchen Nutzen haben dann Ketten? Würde sich Jehova wirklich von solchen Maßnahmen beeindrucken und abschrecken lassen?

  65. ´Dieser glaubensstarke Mann war ohne Frage fest davon überzeugt, dass er, egal, was der nächste Tag auch bringen würde, bei Jehova in sicheren Händen war (Röm. 14:7, 8).

    Keiner von uns lebt ja nur im Hinblick auf sich selbst, und keiner stirbt nur im Hinblick auf sich selbst; 8 denn wenn wir leben, leben wir für Jehova, und auch wenn wir sterben, sterben wir für Jehova. Darum, wenn wir leben und auch wenn wir sterben, gehören wir Jehova.

    wenn wir und unser Leben unserem Gott Jehova gehören – welches Anrecht haben wir dann darauf?

    Ist es dann wirklich wichtig, ob wir leben oder sterben? Immerhin hatte Petrus ja die Hoffnung, nach seinem Tode mit Jesus im Himmel vereint zu sein. Was kümmerte ihn dann, ob er frühzeitig von der Erde abtreten sollte?

  66. Die beiden liefen an den Wachposten vor der Zelle vorbei und gingen still und leise auf das schwere Eisentor zu. Wie sollten sie da durchkommen? Falls Petrus diese Frage je durch den Kopf geschossen ist, dann höchstens für den Bruchteil einer Sekunde.

    wir sollten uns nicht immer so viele unnötige Gedanken machen.

    Hier war eine Anweisung von Jehova und da war es SEIN Part, wie das umgesetzt werden könnte. Das ginge uns garnichts an. Es wäre nicht unsere Sache und es wäre nur recht und billig, wenn wir es IHM auch ganz überlassen würden.

    Oder muss ich immer die Kontrolle besitzen?

  67. Gibt es einem nicht große innere Ruhe, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Jehova alle Macht hat, seine Diener zu retten?

    dies ist ein Punkt, den Thom und ich in all den Jahren immer wieder am eigenen Leib erlebt haben!

    Auch wenn es oftmals unglaublich schwer zu ertragen war – ganz besonders für mich – so hat uns Jehova doch niemals im Stich gelassen. Er hat zwar viele Dinge zugelassen, von denen ich der Meinung war, dass er sie nicht zulassen dürfe und dass diese doch wenigstens nun der Startschuß sein müssten, dass er für uns handelt – aber er hat uns mit all dem Schweren niemals allein gelassen. Immer hat er dafür gesorgt, dass von irgendeiner Seite Hilfe kam. Er hat die Härten oftmals abgefedert oder zu einem solchen Zeitpunkt durch ein Zeichen zu erkennen gegeben, dass er mit uns ist und wir uns keine wirklichen Sorgen machen müssten.

    Sicherlich ein Punkt, der uns helfen wird, nachher die große Drangsal zu überstehen: wir wissen, dass unser Gott handelt und uns niemals gänzlich im Stich lassen wird!

  68. Petrus musste die überglücklichen Brüder erst einmal zur Ruhe bringen, damit er ihnen überhaupt erzählen konnte, was passiert ist.

    wie begeistert müssen sie gewesen sein, als sie hörten, wie Jehova dafür gesorgt hatte, dass er entkommen konnte und damit sein Leben bewahren konnte.

    Wenn Jehova Petrus in solch einer wunderbaren Weise geholfen hatte, durften sie dann nicht hoffen, dass ER ihnen ebenso helfen würde, wenn sie in Not geraten würden?

    Petrus hat aber seinen Brüdern und Schwestern überall bestimmt gute Impulse für ihren Glauben gegeben — so wie sein Besuch in Marias Haus den Brüdern ja auch viel gegeben und große Freude bei ihnen ausgelöst hat.

    Wahrscheinlich hatte Petrus sie gerade damit so ermuntert, dass er immer wieder erzählte, wie Jehova für ihn eingetreten war. Ebenso wie wir durch die vielen Lebensberichte treuer Diener Jehovas immer wieder ermuntert werden und warum es so wichtig ist, das Jahrbuch der ZJ zu lesen und darüber nachzudenken.

    All diese Erfahrungen mit Jehova stärken unseren Glauben. Denn Jehova verspricht uns ja, dass er uns niemals „gänzlich im Stich lassen“ wird. So, wie er all den anderen immer wieder geholfen hat, im Glauben auszuharren, so wird er jedem seiner treuen Diener helfen, an der wahren Anbetung festzuhalten.

    Also alles, was wir um der wahren Anbetung Willen erdulden, ist für Jehova Anlaß, uns hilfreich zur Seite zu stehen.

    Dies ist genügend Grund zur Hoffnung – oder denkt ihr nicht?

  69. Manchmal sieht es so aus, als ob gottlose Menschen trotz all ihrer Auswüchse an Bosheit ungestraft davonkommen. Das braucht uns nicht zu verwundern, denn „die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Joh. 5:19). Dennoch macht es treuen Dienern Gottes manchmal zu schaffen, dass böse Menschen scheinbar ungeschoren bleiben.

    Deshalb sind solche Berichte ein echter Trost. Wenn wir lesen, dass Jehova bei so etwas dazwischenfährt, erinnert uns das daran, dass er ein gerechtigkeitsliebender Gott ist (Ps. 33:5).

    Er liebt Gerechtigkeit und Recht.
    Mit der liebenden Güte Jehovas ist die Erde erfüllt

    Jehovas Gerechtigkeit wird letztlich jeden einholen.

    „Nur noch eine kleine Weile und der Böse wird nicht mehr sein – und du wirst dich wirklich umsehen nach seiner Stätte und sie wird nicht mehr sein!“ (aus den Psalmen)

    Ganz ganz wichtig: täglich in Gottes Wort lesen, uns mit ihm zu beschäftigen und damit, wie er die Dinge sieht und immer wieder lesen, wie er denkt und dass er seine Diener niemals im Stich lässt. Über sein Handeln nachsinnen, uns mit Lebensberichten treuer Diener Jehovas beschäftigen, sei es in der Bibel, aber auch in den Publikationen.

    Das stärkt unser Vertrauen in unseren Gott und hilft uns, ruhig zu bleiben und auf die Rettung unseres Gottes zu harren.

    Schon allein das Wissen darum, dass wir nicht spinnen oder dass es keine egoistische Neigung von uns ist, dass wir uns Erleichterung wünschen, hilft da immens weiter. Zu wissen, dass wir nicht unsere eigenen Gedanken denken, sondern dass Jehova ebenso empfindet und denkt wie wir!

  70. Apostelgeschichte 13 – 14

    Apostelgeschichte 13:9-11

    Saulus aber, der sich auch Paulus nannte, sah den Zauberer durchdringend an und, erfüllt vom Heiligen Geist, 10 sagte er: »Du Sohn der Hölle, voller List und Bosheit! Du bist ein Feind von allem, was gut ist und Gott gefällt. Wann endlich wirst du aufhören, Gottes Wahrheit in Lüge zu verdrehen? 11 Der Herr wird dich dafür strafen:

  71. wie lange war Saul ein treuer König?

    Apostelgeschichte 13:20-23

    Als das Volk einen König haben wollte, gab Gott ihnen Saul, den Sohn Kischs aus dem Stamm Benjamin.Saul regierte vierzig Jahre. 22 Dann wandte sich Gott von ihm ab und erwählte David zum König über Israel, von dem er sagte: ›Ich habe David, den Sohn Isais, gefunden, einen Mann, der mir Freude macht. Bei allem, was er tut, wird er auf mich hören.‹

    Ein ganz neuer Gedanke für mich, denn ich hatte bisher immer angenommen, dass Saul bereits nach kurzer Zeit als König Jehova untreu wurde. Wenn ich jetzt lese, dass er 40 Jahre regiert hatte, bis Jehova ihn verwarf und David als Ersatz wählte.

    Oder ist hier eher gemeint: bevor er David als König einsetzte? Immerhin hatte er David ja bereits früh erwählt und von Samuel salben lassen – aber bis er als König eingesetzt wurde, gingen sehr viele Jahre ins Land.

    Also: war Saul wirklich 40 Jahre lang ein guter und treuer König?

  72. Apostelgeschichte 13:37

    Aber der, den Gott von den Toten auferweckt hat, der ist nicht verwest

    Ist der Körper Jesu, der am Pfahl gestorben ist, wirklich nicht verwest?

    Immerhin ist Jesus nach seiner Auferstehung ja seinen Jüngern mit einem Körper erschienen, den sie nicht kannten. Denn:

    • Maria hielt ihn zuerst für einen Gärtner und erkannte ihn erst an der Art wie er ihren Namen aussprach
    • die beiden Jünger, mit denen er einen Stück des Weges ging, hatten ihn erst nach Stunden gemeinsamen Weges erkannt
    • warum sonst hätte Thomas erst die Finger in seine Wunden legen wollen – wenn er ihn doch direkt erkannt hätte?

    Da man Jesus nach seinem Tod nicht in seinen Körper gesehen hat, in den er gestorben war – was ist eigentlich mit diesem passiert?

    Als die Frauen zum Grab kamen, fanden sie es leer vor, nur das Laken lag noch da. Wo war der Körper? Hatte Jehova ihn entrückt? Verweste er deshalb nicht? Wenn ja:

    Würde dies dann auch bedeuten, dass die Körper von Henoch und Mose auch nicht verwest sind – weil Jehova auch sie entrückt hatte?

  73. Apostelgeschichte 13:44-46

    Am folgenden Sabbat waren fast alle Einwohner der Stadt zusammengekommen, um die Botschaft Gottes zu hören. 45 Als die Juden die vielen Menschen in der Synagoge sahen, wurden sie neidisch. Sie widersprachen Paulus und spotteten. 46 Doch Paulus und Barnabas ließen sich nicht beirren. Ruhig und fest erklärten sie…

    Wenn wir wissen, dass wir das tun, was Jehova gefällt – dann können auch wir ganz ruhig bleiben. Ganz egal, was sie noch sagen oder tun werden oder was sonst noch passieren wird.

    Wichtig ist einzig und allein, dass wir auch weiter unbeirrt unseren Weg gehen. Das kann auch schon mal erfordern, dass wir uns im übertragenen Sinn Scheuklappen anlegen müssen, um uns nicht ablenken zu lassen.

    Lassen wir uns nicht einschüchtern – nur wie Jehova über uns denkt und wie ER uns beurteilt ist wichtig. Vergessen wir dies niemals.

    Dann werden wir mit Ausharren laufen und jede Verfolgung überstehen

  74. Apostelgeschichte 14:1-3

    Aber die Juden, die von Gottes Botschaft nichts wissen wollten, verleumdeten die junge Gemeinde bei der nichtjüdischen Bevölkerung. 3 Trotzdem blieben Paulus und Barnabas längere Zeit dort und predigten furchtlos in aller Öffentlichkeit, denn sie vertrauten auf die Hilfe des Herrn.

    Immer wieder lesen wir in der Bibel, dass es „Scheinheilige“ geben würde („einige von den Juden = Angehörige des Volkes Gottes), die sich gegen ihre Brüder wenden (diejenigen, die ihren Glauben ausleben und das tun, was Jehova möchte).

    Sollten uns solche Berichte entmutigen? Nein!

    Warum nicht?

    Weil auch hier wieder gezeigt wird, dass Jehova uns nicht im Stich lässt, sondern uns hilft – wenn wir ihn nur lassen!

    Ähnlich wie die Sache mit Petrus, der mutig über das Wasser auf Jesus zuging – solange er nur den Blick ganz auf ihn fixiert hatte. Sobald er sich mit den Dingen beschäftigte, die ihm Angst machten (hier das Wasser und damit verbunden der Gedanke „es ist unmöglich, auf dem Wasser zu laufen, das ist ein Naturgesetz“) begann er zu sinken. Warum? Weil er die Sichtweise Jehovas aus den Augen verlor („wenn ihr Glauben von der Größe eines Senfkorns hättet, könntet ihr Berge verrücken“).

    Wenn Jehova uns sagt, dass wir etwas tun sollen, dann dürfen wir nicht zweifeln. Denn wir wissen: ER würde niemals etwas von uns verlangen, das uns nicht möglich ist. Daher dürfen wir davon ausgehen, dass er uns auch die nötige Kraft, die erforderlichen Fähigkeiten oder den Mut dazu geben wird! Hier kommt es also auf unseren Glauben an. Wir müssen Jehova vertrauen und ihm erlauben, uns zu helfen (ihn also „auf die Probe stellen“).

    Aber wir müssen ihm nicht blind vertrauen. Wir haben uns in den letzten Wochen ja immer wieder mit den Beispielen der vielen treuen (der „grossen Wolke von Zeugen“) beschäftigt, die unsere Gewißheit stärken, dass Jehova uns niemals allein lässt.

    Solche Berichte – wie auch dieser hier – sollte sich ganz tief und fest in uns einprägen!

    Wenn es notwendig ist, dann legt uns Jehova sogar Scheuklappen an. Immer, wenn wir vertrauensvoll auf ihn zulaufen wollen und von den Problemen abgelenkt werden, dann sagt Jehova: „guck nicht hin. Sieh her zu mir. Hier bin ich. Sieh einfach auf mich und lauf weiter!“.

    So laufen wir eine Weile und wieder kommt unser Einwand „aber guck doch mal, der/die verfolgt mich, erzählt Lügen über mich“ – und Jehva sagt „Guck nicht hin. Was kümmert es dich? Sieh zu mir und lauf weiter!“

    „Ja, aber…“ Aber Jehova wird uns nicht ausreden lassen, sondern sagt „sieh nicht hin, guck einfach zu mir. Lauf weiter“.

    So wird es die ganze Zeit gehen. Sobald wir wieder zur Seite oder hinter uns blicken, werden wir abgelenkt und die Furcht kann wieder in uns hochkriechen.

    Jehova sieht das alles und jedes Mal sagt er zu uns; „Sieh nicht hin. Hier bin ich. Sieh auf mich, nur auf mich. Halte deinen Blick ununterbrochen auf mich gerichtet!“

    Ja, es mag uns sehr schmerzen, wenn die Angriffe aus den eigenen Reihen oder vielleicht sogar aus der Familie kommen, aber Jehova sagt „was kümmert es dich? Es ist doch egal, wie die anderen über dich denken. Es hat keine Bedeutung. Solange ich hier stehe und du auf mich blickst, ist alles in Ordnung!“

    Jehova kennt uns und unser Herz, unsere Gedankern und unsere Gefühle. Er weiss, wie weh so ein Verrat tun kann. Immerhin hatte sich sein eigener Sohn (Satan) gegen IHN gewandt. Daher wird er uns immer wieder trösten und uns Kraft und Hoffnung geben.

    Aber wir müssen es ihm auch erlauben. Halten wir einfach „stur“ unseren Blick auf IHN gerichtet und lassen wir uns unsere Zuversicht nicht nehmen.

    Die Bibel ist voller Geschichten von treuen Anbetern Gottes, die um seines Namens willen verfolgt und angegriffen wurden. Aber eins haben sie alle gemeinsam:

    Solange sie auf IHN vertrauten, war er für sie da. Er hat ihnen immer wieder geholfen, indem er sie tröstete oder ihnen die Kraft und inneren Frieden gab.

    Dies wird er auch bei uns tun – aber nur, wenn wir ihn lassen und die Dinge vertrauensvoll in seine Hand legen – und dann auch dort bei ihm belassen!

  75. Apostelgeschichte 15 – 18:11

    Apostelgeschichte 15:23-29

    Man gab ihnen folgenden Brief mit:

    »Wir, die Apostel und Gemeindeleiter in Jerusalem, senden brüderliche Grüße an alle Christen in Antiochia, Syrien und Zilizien, die nicht aus dem Judentum stammen. 24 Wir haben gehört, dass euch einige Leute aus unserer Gemeinde – ohne von uns beauftragt zu sein – durch ihre Lehren beunruhigt und verunsichert haben. 25 Deshalb beschlossen wir einstimmig, zwei Männer aus unserer Gemeinde auszuwählen und sie zu euch zu senden, zusammen mit unseren lieben Brüdern Barnabas und Paulus, 26 die ihr Leben für unseren Herrn Jesus Christus eingesetzt haben. 27 Unsere Abgesandten Judas und Silas werden selbst noch berichten, was wir in der strittigen Frage entschieden haben. 28 Geleitet durch den Heiligen Geist kamen wir zu dem Entschluss, euch außer den folgenden Regeln keine weitere Last aufzuerlegen: 29 Ihr sollt kein Fleisch von Tieren essen, die den Götzen geopfert wurden, außerdem kein Fleisch von Tieren, die nicht völlig ausbluteten, und ihr sollt auch kein Blut verzehren. Hütet euch vor verbotenen sexuellen Beziehungen. Wenn ihr danach handelt, verhaltet ihr euch richtig. Herzliche Grüße an euch alle.«

    Stellen wir uns vor, wir wären ein Mensch von den Nationen gewesen, der zum Glauben an Jesus kam. Nun hören wir diesen Brief, der bei unserer Zusammenkunft vorgelesen wird – wie würden wir dabei wohl empfinden?

    Wie hätten wir uns gefühlt, wenn wir einer von denen gewesen wären, die auf die Beschneidung bestanden hatten? Was wäre uns durch den Kopf geschossen, wenn der Teil vorgelesen worden wäre, dass dies ohne das Wissen und ohne die Zustimmung der leitenden Körperschaft geschah?

    Wie beeinflusst dies, wie wir unsere Brüder heute sehen?

  76. Apostelgeschichte 15:1

    „Gewisse Männer kamen aus Judäa herab [nach Antiochia] und begannen die Brüder zu lehren: ‚Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Moses beschneiden lasst, könnt ihr nicht gerettet werden‘ “

    Auf S. 101 Abs. 4 in dem neuen Buch heißt es auszugsweise dazu:

    Doch wieso machten sich jüdische Christen immer noch für die Beschneidung stark, wo Gott dem Apostel Petrus ja schon rund 13 Jahre zuvor gezeigt hatte, dass auch Nichtjuden ohne Beschneidung in der Christenversammlung willkommen sind? (Apg. 10:24-29, 44-48).

    hab ich also doch richtig „geguckt“. Beim Hören des Kapitels kam mir kurz der Gedanke „aber das hatten wir doch schon, wieso denn nun noch einmal?`“, habs dann aber verworfen, weil ich annahm, dass sich hier mein persönliches Bibellesen und das Versammlungsbibelstudium überschnitten hätten.

    Hier wird also gezeigt, dass ich mich nicht geirrt habe, sondern dass die Frage doch schon 13 Jahre vorher geklärt worden war. Aber wieso denn nun wieder die Frage?

    In den Absätzen 5 und 6 in dem Buch finden wir dann Antworten dazu:

    Gründe dafür gab es theoretisch viele. Zum Beispiel war die Beschneidung von Jehova selbst eingeführt worden und galt als Zeichen dafür, dass jemand in einem besonderen Verhältnis zu ihm stand. Abraham und die Männer in seinem Haus waren die Ersten, die beschnitten wurden. Das war noch vor der Zeit des Gesetzesbundes, und später wurde die Beschneidung auch unter diesem Bund Vorschrift (3. Mo. 12:2, 3). Der Gesetzesbund verlangte, dass auch Nichtjuden beschnitten wurden, um das Passah essen zu können oder in den Genuss bestimmter anderer Rechte zu kommen (2. Mo. 12:43, 44, 48, 49). In den Augen eines Juden war ein unbeschnittener Mann unrein, ein Mensch zweiter Klasse (Jes. 52:1).

    6 Die jüdischen Christen brauchten also einiges an Glauben und Demut, sich auf eine so umwälzende Veränderung einzustellen. Der Gesetzesbund war jetzt durch den neuen Bund ersetzt worden und als gebürtiger Jude gehörte man nun nicht mehr automatisch zum Volk Gottes. Und die Judenchristen, die in jüdischen Gemeinden lebten, wie etwa in Judäa, brauchten Mut, sich zu Christus zu bekennen und Unbeschnittene als ihre Brüder zu akzeptieren (Jer. 31:31-33; Luk. 22:20).

    Im Kasten auf der Seite 103 heißt es weiter:

    DIE LEHREN DER JUDAISTEN

    Obwohl die leitende Körperschaft im 1. Jahrhundert die Beschneidungsfrage schon geklärt hatte, stellten sich einige, die Christen sein wollten, stur und machten aus dem Thema weiter einen Streitpunkt. Der Apostel Paulus bezeichnete sie als falsche Brüder, die „die gute Botschaft über den Christus verdrehen“ wollten (Gal. 1:7; 2:4; Tit. 1:10).

    Diesen Judaisten lag offensichtlich daran, bei den Juden gut Wetter zu machen und zu erreichen, dass sie das Christentum nicht so vehement bekämpften (Gal. 6:12, 13). Ihrer Ansicht nach waren für die Gerechtigkeit Gesetzeswerke ausschlaggebend — dass man sich beispielsweise in puncto Speisevorschriften, Beschneidung und Feste an das Gesetz Mose hielt (Kol. 2:16).

    Wer so dachte, fühlte sich im Beisein von Nichtjuden logischerweise nicht wohl in seiner Haut. Leider ging das auch einigen gestandenen Christen jüdischer Herkunft so. Als einmal Brüder aus der Jerusalemer Versammlung nach Antiochia kamen, gingen sie zu ihren nichtjüdischen Glaubensbrüdern auf Distanz. Sogar Petrus, der bis dahin ganz ungezwungen mit ihnen Kontakt hatte, zog sich zurück und wollte nicht einmal mehr mit ihnen zusammen essen. Er tat also genau das Gegenteil von dem, wofür er vorher so entschieden eingetreten war. Deswegen musste Paulus ihn zur Ordnung rufen (Gal. 2:11-14).

  77. Apostelgeschichte 19 – die Anbeter der Arthemis

    in dem Buch „Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich“, im Kapitel 20 heißt es auszugsweise:

    „Es entstand eine nicht geringe Störung“ (Apg. 19:23-41)

    16 Lukas spielt nun auf die andere besagte Masche vom Teufel an, wenn er schreibt: „Um jene besondere Zeit entstand eine nicht geringe Störung wegen des WEGES.“ Das war wohl eher untertrieben (Apg. 19:23). Alles fing mit dem Silberschmied Demetrius an. Er verschaffte sich bei seinen Kollegen Gehör und hielt ihnen deutlich vor Augen, dass sie am Verkauf ihrer Kultbilder doch sehr gut verdienten. Aber was dieser Paulus da predige, sei Gift für das Geschäft, da die Christen nun mal keinen Bilderkult betrieben. Dann appellierte er an ihren Patriotismus und Bürgerstolz und alarmierte sie mit dem erschreckenden Gedanken, dass ihre Göttin Artemis und ihr weltberühmter Tempel „für nichts geachtet“ werden könnten (Apg. 19:24-27).

    17 Das war das richtige Stichwort. Von da an schrien die Silberschmiede nur noch im Chor: „Groß ist die Artemis der Epheser!“, und es kam zum anfangs beschriebenen Tumult und Chaos in der Stadt. Paulus, die Selbstlosigkeit in Person, wollte den Fanatikern im Theater persönlich Rede und Antwort stehen, doch die Jünger ließen das aus Sorge um seine Sicherheit nicht zu. Ein Jude namens Alexander stellte sich vor die Masse hin, um etwas zu sagen. Vielleicht wollte er ihnen klarmachen, dass sie die Juden mit den Christen nicht in einen Topf werfen sollten. Doch da hätte er genauso gut gegen eine Wand reden können. Als den Leuten nämlich klar wurde, dass er Jude war, schrien sie ihn nieder und riefen etwa zwei Stunden lang im Sprechchor: „Groß ist die Artemis der Epheser!“ Religiöser Fanatismus treibt heute immer noch die gleichen Blüten, er lässt Menschen ihren Verstand ausschalten (Apg. 19:28-34).

    18 Zu guter Letzt konnte der Stadtschreiber die Meute zur Räson bringen. Dieser patente, geistesgegenwärtige Mann versicherte ihnen, dass die Christen keinerlei Gefahr für ihren Tempel und ihre Göttin darstellten, dass sich Paulus und seine Leute nicht gegen den Tempel vergangen hatten und es für solche Fälle doch eigens Rechtswege gab. Am schlagkräftigsten war wahrscheinlich das Argument, dass sie mit ihrer illegalen Veranstaltung und ihrem aufrührerischen Verhalten in Gefahr standen, den Zorn Roms auf sich zu ziehen. Damit löste er die Versammlung auf. So schnell wie sich die Gemüter erhitzt hatten, kühlten sie sich nun auch wieder ab — alles dank der einleuchtenden und vernünftigen Worte dieses Mannes (Apg. 19:35-41).

    19 Das war nicht das erste Mal, dass jemand in seiner Position derart gesunden Menschenverstand zeigte und sich für Jesu Nachfolger starkmachte, noch würde es das letzte Mal sein — sah doch der Apostel Johannes interessanterweise für unsere Zeit voraus, dass die „Erde“ (stabile Einrichtungen innerhalb der menschlichen Gesellschaft) eine regelrechte Flut teuflischer Verfolgung „verschlingen“ oder unschädlich machen würde (Offb. 12:15, 16). Genau das ist passiert. Schon oft unternahmen unvoreingenommene Gerichte etwas zum Schutz unserer Rechte, uns zum Gottesdienst zu versammeln und anderen von der guten Botschaft zu erzählen. Bei solchen Siegen vor Gericht kann natürlich auch unser eigenes Verhalten eine Rolle spielen. Paulus hat durch sein Verhalten offensichtlich ja auch die Achtung und Sympathie einiger Regierungsbeamter gewonnen; nicht umsonst waren sie um seine Sicherheit besorgt (Apg. 19:31). Wäre es nicht gut, wenn jeder, der mit uns zu tun hat, durch unsere Ehrlichkeit und unser respektvolles Auftreten ebenfalls einen guten Eindruck bekommen würde? Man weiß ja nie, wo und wann sich das einmal bezahlt macht.

    20 „So wuchs das Wort Jehovas fortwährend mit Macht und gewann die Oberhand“: Es ist doch wirklich faszinierend, darüber nachzudenken, wie das im 1. Jahrhundert geschehen ist. Und genauso faszinierend ist es, zu sehen, wie Jehova heute dafür sorgt, dass sich dieser großartige Siegeszug fortsetzt. Würdest du gern deinen Teil dazu beisteuern, egal wie klein er auch ist? Dann nimm dir doch die Kernaussagen dieses Kapitels zu Herzen: Bewahr dir deine Demut, verlier nicht den Anschluss an Jehovas dynamische Organisation, setz dich weiter voll ein, erteil allem Okkulten eine klare Absage und tu dein Bestes, durch deine Ehrlichkeit und dein respektvolles Verhalten ein gutes Licht auf Jehova zu werfen.

  78. interessante Gedanken zu Apostelgeschichte 15:2:

    Im Absatz 10 wird gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir warten können. Warum? Wir sollten uns selbst nicht zu wichtig nehmen, sondern in einer solchen Angelegenheit die Dinge Jehova in die Hand legen. Er wird es schon richten. Wie wir sehen, hatte Jehova selbst Paulus dazu veranlasst, nach Jerusalem zu gehen, damit die Sache endgültig geklärt werden kann (Galater 2:2).

    Die Einheit in der Versammlung ist zu wichtig, als dass wir sie durch persönliche Empfindungen zerstören dürften. In Philipper 2:2,3 sagt Paulus, dass wir nichts aus Streitsucht oder Ichsucht tun sollten, sondern „in Demut die anderen höher achten sollten, als uns selbst“.

    Was wenn Jehova aber noch viele viele Jahre ins Land gehen lässt, bis er die Dinge regelt? Sollte dies dann ein Problem für uns sein? Warum lässt er die Dinge so lange in der Schwebe, wenn er doch weiß, wie schwer wir uns im Geduld-üben tun und wie sehr wir vielleicht darunter leiden, wenn er doch weiß, dass es sehr schmerzhaft für uns ist und an unseren Kräften zehrt?

    Auch hier finden wir in Absatz 11 die Antwort, wenn es hier heißt: „Vielleicht wollte Gott aufrichtigen Juden genug Zeit geben, in dieser so fundamentalen Frage umzudenken“.

    Was bedeutet dies für uns? Wenn wir genug Demut haben und die Interessen der anderen höher achten als unsere eigenen, dann gestehen wir diesen Mitbrüdern die Zeit zu, die sie benötigen, um wirklich umdenken zu können. Dann ist uns unser persönlicher Schmerz nicht so wichtig. Nicht wichtiger als das, was Jehova will und als die Rettung unsserer Brüder.

    Denken wir immer daran, wenn wir mal wieder meinen, wir können nicht mehr. Führen wir uns dann vor Augen, dass Jehova einen bestimmten Zweck damit verfolgt, dass er die Dinge noch zulässt und behalten wir das Ziel im Auge: dass noch viele aufrichtige Menschen wirklich zu Gott finden und dass unsere Brüder, die uns nun vielleicht aufgrund von Unvollkommenheit und Schwäche das Leben schwer machen, die Zeit benötigen, bis sie kapieren, wie Jehova wirklich denkt und was ER will. Geben wir ihnen die Zeit.

    Damit beweisen wir nicht nur Glauben und tiefe Ergebenheit und Liebe zu unserem Gott – sondern auch zu unserem Nächsten!

  79. Apostelgeschichte 20 – 22

    Apostelgeschichte 20:17-35

    Christen in Ephesus

    17 Von Milet aus schickte Paulus einen Boten mit der Nachricht nach Ephesus, dass er gern mit den Leitern der Gemeinde sprechen würde. 18 Als sie alle gekommen waren, sagte er zu ihnen: »Ihr wisst, wie ich mich in der Provinz Asia vom ersten Tag an bis heute bei euch verhalten habe. 19 Ohne an mich selbst zu denken, habe ich dem Herrn gedient, oft unter Tränen und obwohl die Juden mich verfolgten.

    20 Ihr wisst auch, dass ich nichts verschwiegen habe. Ich habe euch alles gepredigt und gelehrt, was eurer Rettung dient – öffentlich, aber auch in euren Häusern. 21 Juden wie Griechen habe ich klargemacht, dass sie zu Gott umkehren und an unseren Herrn Jesus Christus glauben sollen.

    22 Jetzt folge ich dem Willen des Heiligen Geistes, wenn ich nach Jerusalem gehe. Was dort mit mir geschehen wird, weiß ich nicht. 23 Nur dies eine weiß ich, dass mich Gefangenschaft und Leiden erwarten. Denn so sagt es mir der Heilige Geist in allen Gemeinden, die ich besuche. 24 Aber mein Leben ist mir nicht wichtig. Vielmehr will ich den Auftrag ausführen, den mir Jesus Christus gegeben hat: die rettende Botschaft von Gottes Gnade und Liebe zu verkünden. 25 Ich weiß, dass keiner von euch, denen ich von Gottes neuer Welt gepredigt und bei denen ich gelebt habe, mich wiedersehen wird. 26 Deshalb erkläre ich euch heute: Ich bin nicht schuld daran, wenn einer von euch verloren geht. 27 Denn ich habe nichts verschwiegen, sondern euch den ganzen Plan Gottes zur Rettung der Welt verkündet.

    28 Von jetzt an müsst ihr auf euch selbst achten und auf die ganze Gemeinde, für die euch der Heilige Geist als Hirten einsetzte. Ihr sollt die Gemeinde Gottes hüten, die er sich durch das Blut seines Sohnes erworben hat. 29 Denn ich weiß: Wenn ich nicht mehr da bin, werden falsche Lehrer wie reißende Wölfe über euch herfallen, und sie werden die Herde nicht schonen. 30 Sogar unter euch wird es Männer geben, die nur deshalb die Wahrheit verfälschen, weil sie Menschen für sich gewinnen wollen. 31 Seid also wachsam! Denkt daran, dass ich drei Jahre lang unermüdlich jedem von euch Tag und Nacht, manchmal sogar unter Tränen, den rechten Weg gewiesen habe. 32 Und nun vertraue ich euch Gottes Schutz an und der Botschaft von seiner Gnade. Sie allein hat die Macht, euren Glauben wachsen zu lassen und euch das Erbe zu geben, das Gott denen zugesagt hat, die zu ihm gehören.

    33 Niemals habe ich von euch Geld oder Kleidung verlangt. 34 Ihr wisst selbst, dass ich den Lebensunterhalt für mich und meine Begleiter mit meinen eigenen Händen verdient habe. 35 Damit wollte ich euch zeigen, wie man arbeiten muss, um den Armen zu helfen und das zu erfüllen, was unser Herr Jesus selbst gesagt hat: Geben macht glücklicher als Nehmen.«

    Interessant, in welchem Zusammenhang Paulus die bedeutungsvollen Worte „Beglückender ist Geben als Empfangen“ gesagt hat!

    Worte, die jedem von uns geläufig sind, die uns daran erinnern sollten, dass wir nicht selbstsüchtig sind, sondern das was wir haben, mit anderen teilen – dem Weg der Gastfreundschaft gehen und unseren Bruder unterstützen, der der Hilfe bedarf. Leider werden diese Verse auch oftmals von denjenigen benutzt, die sich gern „bedienen lassen“, denn „ich helfe ja damit den Brüdern, sich gut zu fühlen…“ – selbst aber nicht wirklich daran mitarbeiten, dass den anderen auch mal was zurückgegeben wird!

    Ja, Paulus und auch diese Personen haben Recht: es macht Freude, anderen etwas zu geben und wenn es mir selbst sehr schlecht geht, dann baut es mich ungemein auf, wenn ich anderen helfe. Das gibt mir ein gutes Gefühl, ich fühle mich nicht wertlos und nutzlos – sondern gebraucht.

    Aber wenn wir uns nun den Kontext hier ansehen, in welchem Zusammenhang Paulus diese Worte gesagt hat, dann machen sie einen noch viel tieferen Sinn:

    Eigentlich hätte Paulus Anspruch auf die Unterstützung der Brüder gehabt, ja sogar die der Juden an sich. Denn zum einen herrschte damals das Gebot der Gastfreundschaft und da Paulus ja in gewisser Hinsicht so etwas wie ein Priester oder Prophet war, hatte er Jehova „zu seinem Anteil gemacht“ – und hätte somit von dem Volk materiell versorgt werden müssen, damit er sich voll und ganz auf diese Aufgabe konzentrieren könnte.

    Auf der anderen Seite hatte Jesus seine Jünger zum Predigen losgeschickt und ihnen gesagt, dass sie kein Geld und keine Kleidung zum Wechseln mitnehmen sollten, denn der Arbeiter würde schon für seine Arbeit bezahlt werden. Vielleicht bezog er sich hier auch auf eben dieses Gebot der Gastfreundschaft.

    Wie wir sehen, hätte Paulus Anspruch darauf gehabt, dass die Brüder ihn finanziell unterstützten – so wie heute die Kreisaufseher und Sonderpioniere von der Gesellschaft (durch die Spenden der Bruderschaft) unterstützt werden, damit sie sich voll und ganz auf das Predigtwerk konzentrieren können.

    Aber was hat Paulus hier getan? Hatte er diese Möglichkeit „ausgenutzt“ und sich von den Brüdern versorgen lassen – immerhin war es ja ein Gebot, es stand ihm zu und es würde ihnen ja die Freude des Gebens geben – „beglückender ist Geben als Nehmen“?

    Nein, Paulus wollte niemandem auf der Tasche liegen. Er sorgte selbst für seinen Lebensunterhalt – durch das Zeltmacherhandwerk, was er sicherlich überall ausüben konnte. Aber er ging noch viel weiter:

    Er sorgte nicht nur für sich selbst, sondern arbeitete so viel, damit auch der Unterhalt für seine Begeleiter zusammenkam und sie nicht auf die Unterstützung der Brüder angewiesen waren – ihnen nicht auf der Tasche lagen. Wie früh muss er da aufgestanden sein, damit er so viele Stunden arbeiten konnte, damit Essen, Kleidung und Obdach für alle bezahlt werden konnte – und zudem noch die größte Zeit für das wichtige Predigtwerk ausgekauft werden konnte?

    Können wir uns seine Situation vorstellen? Und das, obwohl er eigentlich überhaupt nicht hätte arbeiten müssen – da die Versammlungen verpflichtet gewesen wären, für den Unterhalt der Missionare zu sorgen.

    Warum hat er dies getan?

    Er wollte sicherlich nicht als Schmarotzer da stehen, wollte nicht, dass das Christentum in einem falschen Licht für die Juden und Nationen stand. Er wollte zeigen, dass sich ein Christ sehr wohl zu benehmen weiss, dass er niemanden ausnützen würde und dass das Werk des Herrn so wichtig ist, dass man dafür auch Einbußen in Kauf nimmt – jede Nacht sehr sehr früh aufstehen, damit er Arbeit und Predigtwerk in den Griff bekommt.

    Wenn wir all diese Dinge bedenken – wie fühlen wir uns dann dabei, wenn wir von anderen immer wieder Hilfe und Unterstützung erwarten, weil die Bruderschaft halt sehr lieb und hilfsbereit ist, aber selbst nichts zurückgeben? Vielleicht mit dem Hinweis: „Ich habe ja nichts, was ich geben kann“?

    Denken wir nun noch mal an das, was Paulus kurz zuvor in Römer gesagt hatte: Jeder von uns hat Talente – niemand ist nutzlos und ohne Sinn. Jeder kann irgendetwas tun, um zum Gelingen beizutragen. Nutzen wir diese Talente?

    Suchen wir danach, wie wir Anteil an dem Großen Ganzen haben können – oder nutzen wir die Gutmütigkeit der anderen aus?

    Fragen, die wirklich zum Nachdenken anregen…

  80. Apostelgeschichte 23 – 25

    Apostelgeschichte 23:5

    »Ich wusste nicht, Brüder, dass er der Hohepriester ist«, lenkte Paulus ein, »denn natürlich ist mir bekannt, dass es in der Heiligen Schrift heißt: ›Das Oberhaupt deines Volkes sollst du nicht beleidigen.‹«

    Wieso wusste Paulus nicht, dass Ananias der Hohepriester war? Immerhin „kam er ja selbst aus der Szene“. Das ist da zwar weit mehr als 25 Jahre her – aber hätte er dies nicht am Aussehen und Verhalten erkennen müssen?

    im Apostel-Buch habe ich auszugsweise dies dazu gefunden:

    Möglicherweise sah Paulus nicht mehr gut und hat deshalb den Hohen Priester nicht erkannt. Oder er war schon so lange von Jerusalem weg, dass er nicht wusste, wie der amtierende Hohe Priester überhaupt aussah. Vielleicht verstellten ihm auch einfach die Leute den Blick und er konnte nicht sehen, wer den Befehl gab.

  81. Apostelgeschichte 23:19-22

    Da führte der Kommandant den jungen Mann beiseite und fragte: »Was hast du mir zu melden?« 20 Eilig begann der zu berichten: »Die Juden werden dich bitten, Paulus morgen noch einmal dem Hohen Rat vorzuführen. Angeblich wollen sie den Fall genauer untersuchen. 21 Glaube ihnen nicht, denn vierzig Männer lauern ihm auf, um ihn zu ermorden. Sie haben sich geschworen, nichts zu essen und zu trinken, bis er tot ist. Jetzt warten sie nur auf deine Zusage.«

    22 Der junge Mann verließ die Festung, nachdem der Kommandant ihm eingeschärft hatte, dass niemand von ihrem Gespräch erfahren dürfte.

    Hier nun der Artikel, von dem ich vor zwei Jahren gesprochen hatte:

    Für Gespräche mit den Kindern
    Er hat seinem Onkel Paulus das Leben gerettet

    HAST du gewusst, dass der Apostel Paulus Verwandte hatte, die auch Jesus nachfolgten? — Es scheint so, dass eine Schwester von Paulus und ihr Sohn, also Paulus’ Neffe, Christen waren. Wir wissen zwar nicht, wie der Neffe hieß, und wir kennen auch nicht den Namen seiner Mutter, aber wir wissen, dass er Paulus sogar einmal das Leben gerettet hat. Möchtest du gern hören, wie?

    Es war um das Jahr 56 u. Z. Paulus hat gerade seine dritte Missionsreise hinter sich und ist jetzt in Jerusalem. Er ist eingesperrt worden und soll vor Gericht kommen. Doch die Feinde von Paulus wollen das nicht; sie wollen, dass er stirbt. Deshalb haben ungefähr vierzig Männer geplant, Paulus aufzulauern und ihn zu töten.

    Irgendwie erfährt der Neffe von Paulus davon. Was macht er jetzt wohl? — Er geht zu Paulus hin und erzählt ihm von dem Plan. Sofort bittet Paulus einen Offizier: „Führ diesen jungen Mann zum Militärbefehlshaber, denn er hat ihm etwas zu berichten.“ Der Offizier nimmt den Neffen mit zum Militärbefehlshaber Claudius Lysias und sagt ihm, dass der junge Mann etwas Wichtiges weiß. Claudius geht mit ihm in eine ruhige Ecke und der junge Mann kann ihm alles erzählen.

    „Plaudere vor niemandem aus, dass du mir diese Dinge angezeigt hast.“ Mit dieser Warnung schickt Claudius den Neffen von Paulus wieder weg. Danach befiehlt er zwei Offizieren, dafür zu sorgen, dass sich 200 Soldaten, 70 Reiter und 200 Speerträger auf einen Marsch nach Cäsarea vorbereiten. Alle 470 Männer machen sich noch am gleichen Tag um 9 Uhr abends auf den Weg und liefern Paulus sicher beim römischen Statthalter Felix in Cäsarea ab. Claudius schreibt auch einen Brief an Felix, in dem steht, dass ein Mordanschlag auf Paulus geplant ist.

    Jetzt müssen die Juden Paulus also doch vor einem Gericht anklagen, und zwar in Cäsarea. Sie haben natürlich überhaupt keine Beweise dafür, dass Paulus etwas Schlimmes getan hat. Trotzdem muss er zwei Jahre lang unschuldig im Gefängnis bleiben. Schließlich bittet er darum, dass er in Rom vor Gericht gestellt wird. Und so kommt es dann auch (Apostelgeschichte 23:16 bis 24:27; 25:8-12).

    Was meinst du, was können wir von Paulus’ Neffen lernen? — Wenn man etwas Wichtiges weiß, was jemand anders das Leben retten kann, sollte man es nicht für sich behalten, sondern es mutig weitersagen. Jesus zum Beispiel erzählte anderen immer wieder von Gottes Königreich, obwohl er wusste, dass Feinde ihn deswegen töten wollten. Er sagte, dass wir auch von Gottes Königreich sprechen sollen. Wollen wir das tun? Wir brauchen dazu nur etwas Mut wie der Neffe von Paulus (Johannes 7:1; 15:13; Matthäus 24:14; 28:18-20).

    Paulus hat einmal zu seinem jungen Freund Timotheus etwas gesagt, was er sich merken sollte: „Gib beständig acht auf dich selbst und auf dein Lehren. Bleibe bei diesen Dingen, denn dadurch, dass du dies tust, wirst du sowohl dich selbst als auch die retten, die auf dich hören“ (1. Timotheus 4:16). Bestimmt hat auch der Neffe von Paulus auf diesen guten Rat von seinem Onkel gehört. Was wirst du machen?
    Quelle: WT 01.06.2009

    aber auch im Apostel-Buch finden wir dazu etwas:

    Der Neffe von Paulus bekam jedoch Wind von dem Komplott und erzählte seinem Onkel davon. Der schickte ihn mit dieser brisanten Nachricht direkt zum Militärbefehlshaber Claudius Lysias (Apg. 23:16-22).

    Auch heute gibt es viele junge Menschen vom Format dieses Neffen, von dem wir ja nicht einmal den Namen wissen. Sie engagieren sich mutig für Gottes Volk und nehmen dabei viel in Kauf. Sie setzen sich nach besten Kräften treu fürs Königreich ein.

    Jehova hat diese jungen Leute ohne Frage fest ins Herz geschlossen.

  82. Apostelgeschichte 23:23-24

    Gleich darauf ließ der Kommandant zwei Hauptleute zu sich kommen. Ihnen gab er den Auftrag: »Stellt für heute Abend neun Uhr zweihundert Soldaten zum Marsch nach Cäsarea bereit, dazu noch siebzig Reiter und zweihundert Leichtbewaffnete. 24 Kümmert euch auch um Reittiere für den Gefangenen, und bringt ihn sicher zum Statthalter Felix.«

    Warum so ein Aufwand für diesen Gefangenen?

    Konnte dem Kommandant das Schicksal des Inhaftierten nicht egal sein?

    Eigentlich hätte es doch auch gereicht, wenn er Paulus einfach heimlich weggeschickt hätte und so die Mörder ihn nicht in die Hand bekommen hätten. Da diese ja an einem ganz anderen Punkt auf der Lauer lagen, war ja die Gefahr um das Leben des Gefangenen gebannt.

    Hätten dazu nicht einige wenige Wachen gereicht, die ihn weggeführt hätten? Da die, die ihm nach dem Leben trachteten anderwertig beschaeftigt waren und es noch eine Weile dauern würde bis sie merken, dass sie ausgetrickst wurden, war doch eigentlich nicht mehr mit Angriffen zu rechnen. Sie hatten doch einen immensen Vorsprung. So viele Leute hätte es ja nicht gebraucht, um Paulus selbst an einer Flucht zu hindern.

    Warum also dieses große Aufgebot? Das kommt mir ja fast so vor, wie der Sicherheitskonvoi für einen wichtigen Staatsmann. Warum war diesem Hauptmann das Leben des Paulus so viel wert?

    Was waren seine Beweggründe? Hatte Paulus ihn etwa überzeugt und er selbst hatte auch die Wahrheit angenommen?

  83. Apostelgeschichte 26 – 28

    Apostelgeschichte 26:17-18

    Ich will dich behüten vor deinem Volk und vor den Völkern, die nichts von mir wissen. Zu ihnen sende ich dich. 18 Du sollst ihnen die Augen öffnen, damit sie sich von der Finsternis dem Licht zuwenden und aus der Herrschaft des Satans zu Gott kommen. Dann werde ich ihnen die Sünden vergeben, und weil sie an mich glauben, haben sie einen Platz unter denen, die zu mir gehören.‹

    Warum wurde eigentlich ausgerechnet Paulus der Apostel für die Nationen?

    Wäre er nicht viel sinnvoller zu den Juden geschickt worden? Immerhin hatte er – wie er hier zuvor selbst ausführt – zuvor ebenfalls die Christen bekämpft. Als ehemaliger Pharisäer kannte er sich doch bestens damit aus, wie man am besten mit ihnen argumentiert.

    Also: warum wurde er der Apostel für die Nationen?

  84. Apostelgeschichte 26: 24-25

    An dieser Stelle unterbrach ihn Festus erregt: »Du bist wahnsinnig, Paulus! Vor lauter Studieren hast du den Verstand verloren!« 25 Doch Paulus erwiderte: »Ich bin nicht wahnsinnig, verehrter Festus. Meine Worte sind wahr, und ich weiß, was ich sage.

    au weia – das Studieren von Gottes Wort ist gefährlich 😉

    denken wir, dass Paulus diesen „Vorwurf“ als etwas negatives aufgefasst hat – oder war er wohl eher stolz darauf?

    Wie empfinden wir, wenn uns andere meiden, weil wir uns „viel zu viel“ mit dem Worte Gottes beschäftigen, denn „immerhin hatte Jesus ja nicht gesagt, wir sollen nur Gottes Königreich suchen, sondern nur, dass wir es zuerst suchen sollten“?

  85. Apostelgeschichte 27:9-11

    Inzwischen war viel Zeit vergangen. Das Fasten im Herbst war bereits vorüber, und die Seefahrt begann gefährlich zu werden. Deshalb warnte Paulus: 10 »Ihr Männer, wenn wir weitersegeln, sehe ich große Gefahren und Schwierigkeiten, und zwar nicht nur für das Schiff und seine Ladung, sondern auch für unser Leben.«

    11 Doch der Hauptmann gab mehr auf das Urteil des Kapitäns, zumal auch der Besitzer des Schiffes zur Weiterfahrt riet.

    Finden wir diese Entscheidung nun verwunderlich? Eigentlich finde ich es eher verwunderlich, dass sie ihm überhaupt zuhörten, denn immerhin sollten der Kapitän und der Eigner des Schiffes besser als ein Laie wissen, was gut und richtig in der Schifffahrt ist.

    Allerdings fand ich den Gedanken in diesem Zusammenhang im Apostel-Buch noch verwunderlicher:

    Wenn man bedenkt, dass das Schiff, mit dem sie unterwegs waren, kein Passagierschiff war und nicht extra dafür gepachtet, damit es die Gefangenen nach Rom brachte – sondern dass sie nur zusätzlich mitfahren durften, ohne jeglichen Luxus, einfach nur so als Beiwerk…

    Das Schiff sollte zuerst Kurs nach Norden nehmen, dann nach Westen. Unterwegs wollte man verschiedene Häfen anlaufen, um Fracht aus- und einzuladen. Solche Handelsschiffe waren nicht für Passagiere ausgelegt und schon gar nicht für Gefangene…

    … Myra war ein Anlaufhafen für ägyptische Getreidefrachter. Ägypten war nämlich damals die Kornkammer Roms. Julius machte so einen Frachter ausfindig und ging mit den Soldaten und Gefangenen auf das Schiff. Es muss viel größer gewesen sein als das vorherige. Es führte eine wertvolle Ladung Weizen mit sich und hatte 276 Leute an Bord: die Besatzung, Soldaten, Gefangene und wahrscheinlich auch andere, die nach Rom wollten.

    … dann war es umso verwunderlicher, dass die Passagiere erstmal mit dem Kapitän und dem Schiffseigner diskutierten, ob sie nun weiterfahren sollten oder nicht. Sie hätten ja auch einfach im Hafen verweilen können und später – wenn die Gefahr gebannt gewesen wäre – mit einem anderen Schiff weiterreisen können…

    .. Da Paulus ja nicht zum ersten Mal auf dem Mittelmeer unterwegs war, fragten ihn einige Passagiere wahrscheinlich nach seiner Meinung. Er empfahl, die Fahrt nicht fortzusetzen, sonst müsse man „mit Schaden und großem Verlust“ rechnen und womöglich würde noch jemand dabei umkommen. Der Steuermann und der Schiffseigner wollten jedoch unbedingt weiterfahren, vielleicht weil ihnen Schönhafen nicht geschützt genug lag. Sie überzeugten Julius, und am Ende sprachen sich die meisten dafür aus, es wenigstens bis nach Phönix zu versuchen, einem Hafen weiter westlich. Er wäre vielleicht größer und besser zum Überwintern. …

  86. Apostelgeschichte 28:14

    Dort begegneten wir Christen. Sie luden uns ein, eine Woche bei ihnen zu bleiben. Und dann brachen wir auf nach Rom.

    Ist uns eigentlich klar, was diese Einladung für die Gastgeber bedeutete?

    Denn wir müssen ja bedenken, dass Paulus nicht allein mit Lukas und dem anderen Bruder unterwegs war, sondern dass die ganzen Wachen ihn sicherlich nicht allein lassen würden. Vielleicht mussten sie sogar die anderen Gefangenen auch mit aufnehmen, denn sie hatten sicherlich nicht mit einem Aufenthalt gerechnet und somit war auch kein Geld für Übernachtungen eingeplant. So werden die Gastgeber eine große Anzahl von Leuten untergebracht haben müssen – wovon einige sicherlich nicht sehr angenehm waren (die anderen Gefangenen).

    Aber dies zeigt, wie wichtig sie die Gesellschaft von Paulus nahmen, dass sie bereit waren, echte Einschränkungen dafür in Kauf zu nehmen – nur um von ihm etwas ermuntert zu werden und ihrerseits auch ihn zu ermuntern.

    Könnten auch wir in unserer Liebe weit werden?

    Vielleicht haben diese Brüder auch den Grundsatz „Beglückender ist Geben als Empfangen“ im wahrsten Sinne des Wortes verstanden?

  87. Apostelgeschichte 28:17-20

    Drei Tage nach seiner Ankunft lud er die führenden Männer der jüdischen Gemeinde zu sich ein. Als sich alle versammelt hatten, sagte er:

    »Liebe Brüder! Ich habe nichts gegen unser Volk und nichts gegen die Überlieferungen unserer Vorfahren getan. Trotzdem hat man mich in Jerusalem gefangen genommen und an die Römer ausgeliefert. 18 Sie haben mich verhört, und weil sie nichts fanden, was die Todesstrafe gerechtfertigt hätte, wollten sie mich freilassen. 19 Aber die Juden waren dagegen. Nur deshalb musste ich mich auf den Kaiser berufen; nicht etwa, weil ich die Absicht habe, mein Volk in irgendeiner Weise anzuklagen. 20 Um euch das zu sagen, habe ich euch hergebeten, denn ich trage diese Ketten, weil ich an den Messias glaube, auf den ganz Israel hofft.«

    ein sehr schönes Beispiel für uns – wie ich finde.

    Wie reagieren wir denn, wenn uns ein Bruder Unrecht tut? Müssen wir dann unbedingt unser Recht bekommen und schreien lauthals herum, was dieser Bruder für ein schlechter Mensch ist – wenn er auf unsere Bemühungen nicht reagiert?

    Können wir die Dinge nicht in Jehovas Hand belassen und nur dann beim Gericht Klage einreichen, wenn es wirklich notwendig ist? So, wie Paulus es uns hier vorgemacht hat?

  88. WT 15.05.2008

    Das Wort Jehovas ist lebendig
    Höhepunkte aus der Apostelgeschichte

    DAS Bibelbuch Apostelgeschichte beschreibt umfassend, wie die Christenversammlung entstand und wie sie sich ausbreitete. Ihr Schreiber, der Arzt Lukas, hat uns einen mitreißenden Bericht hinterlassen, der die christliche Tätigkeit in einem Zeitraum von 28 Jahren schildert: von 33 u. Z. bis 61 u. Z.

    Zunächst geht es hauptsächlich um die Tätigkeit des Apostels Petrus und dann um die des Apostels Paulus. Lukas benutzt Fürwörter wie „wir“ und „uns“ und zeigt so, dass er bei gewissen Ereignissen dabei war. Wenn wir uns mit dem beschäftigen, was die Apostelgeschichte zu sagen hat, werden wir noch mehr schätzen, welche Macht das Wort Gottes und der heilige Geist haben (Heb. 4:12). Es wird uns motivieren, opferbereit zu sein, und unseren Glauben an das Königreich stärken.

    PETRUS GEBRAUCHT „DIE SCHLÜSSEL DES KÖNIGREICHES“
    (Apg. 1:1—11:18)

    Nachdem die Apostel den heiligen Geist erhalten haben, geben sie freimütig Zeugnis. Petrus gebraucht den ersten der „Schlüssel des Königreiches der Himmel“, um Juden und Proselyten die Wahrheit zugänglich zu machen und denen, die ‘sein Wort von Herzen annehmen’, die Gelegenheit zu erschließen, ins Königreich zu kommen (Mat. 16:19; Apg. 2:5, 41). Die Jünger werden durch eine Verfolgungswelle zwar zerstreut, doch führt das nur dazu, dass sich das Predigtwerk weiter ausdehnt.

    Als die Apostel in Jerusalem hören, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hat, schicken sie Petrus und Johannes dorthin. Petrus erschließt den Samaritern die Aussicht auf das Königreich und gebraucht so den zweiten Schlüssel (Apg. 8:14-17). Vielleicht noch im ersten Jahr nach Jesu Auferstehung geht in Saulus von Tarsus eine erstaunliche Wandlung vor sich. 36 u. Z. gebraucht Petrus den dritten Schlüssel, und als freie Gabe wird der heilige Geist auf Menschen aus den Nationen, also Unbeschnittene, ausgegossen (Apg. 10:45).

    Antworten auf biblische Fragen:

    2:44-47; 4:34, 35 — Warum verkauften Gläubige ihren Besitz und verteilten den Erlös?
    Viele, die gläubig geworden waren, kamen von weit her und hatten sich nicht auf einen längeren Aufenthalt in Jerusalem eingestellt. Aber sie wollten gern noch etwas bleiben, um mehr über ihren neuen Glauben zu erfahren und um anderen davon erzählen zu können. Daher verkauften einige Christen ihren Besitz und verteilten den Erlös unter alle, die Hilfe benötigten.

    4:13 — Waren Petrus und Johannes unwissend oder ungebildet?
    Keinesfalls! Sie wurden als „ungelehrte und gewöhnliche Menschen“ bezeichnet, weil sie keine religiöse Ausbildung an einer rabbinischen Schule erhalten hatten.

    5:34-39 — Woher wusste Lukas, was Gamaliel im Sanhedrin hinter verschlossenen Türen gesagt hatte?
    Da gäbe es mindestens drei Möglichkeiten:

    1. Paulus, ein ehemaliger Schüler Gamaliels, teilte es Lukas mit.
    2. Lukas erkundigte sich bei einem christenfreundlichen Mitglied des Sanhedrins, zum Beispiel Nikodemus.
    3. Lukas erhielt diese Information direkt durch göttliche Inspiration.

    7:59 — Betete Stephanus zu Jesus?
    Nein, das tat er nicht. Anbetung steht nur Jehova Gott zu, und somit sollten sich Gebete auch nur an ihn richten (Luk. 4:8; 6:12). Normalerweise hätte Stephanus im Namen Jesu zu Jehova gebetet (Joh. 15:16). In dieser Situation jedoch hatte er eine Vision, in der er den „Menschensohn, zur Rechten Gottes stehend“, sah (Apg. 7:56). Stephanus war sich völlig bewusst, dass Jesus die Macht erhalten hatte, Tote aufzuerwecken. Deshalb sagte er zu ihm, er möge seinen Geist bewahren; das heißt aber nicht, dass er zu Jesus betete (Joh. 5:27-29).

    Lehren für uns:

    1:8. Ohne die Hilfe des heiligen Geistes könnten Jehovas Anbeter das weltweite Predigtwerk niemals durchführen.

    4:36—5:11. Joseph von Zypern wurde der Beiname Barnabas gegeben, was „Sohn des Trostes“ heißt. Vielleicht nannten ihn die Apostel so, weil er ein gütiger, liebenswürdiger und hilfsbereiter Mensch war. Wir sollten genauso sein und nicht wie Ananias und Sapphira, die heuchlerisch und betrügerisch vorgaben, etwas zu sein, was sie nicht waren.

    9:23-25. Es ist kein Zeichen von Feigheit, seinen Gegnern auszuweichen, um weiter predigen zu können.

    9:28-30. Falls wir in gefährlichen Gegenden im Dienst unterwegs sind oder mit Menschen sprechen, von denen für unseren Körper, unsere Moral oder unseren Glauben eine Gefahr ausgehen könnte, müssen wir vorsichtig sein und uns gut überlegen, wann und wo wir predigen.

    9:31. In Zeiten, in denen es relativ ruhig zugeht, sollten wir unbedingt unseren Glauben durch Studium und Nachsinnen festigen. Dadurch, dass wir umsetzen, was wir lernen, können wir ein gottesfürchtiges Leben führen und im Dienst für Jehova aktiv bleiben.

     

    PAULUS, EIN ENGAGIERTER PREDIGER
    (Apg. 11:19—28:31)

    44 u. Z. kommt Agabus nach Antiochia, wo Barnabas und Saulus „ein ganzes Jahr lang“ gepredigt haben. Agabus sagt „eine große Hungersnot“ voraus, die auch zwei Jahre später eintritt (Apg. 11:26-28). Nachdem Barnabas und Saulus „den Dienst der Unterstützung in Jerusalem völlig ausgeführt“ haben, gehen sie nach Antiochia zurück (Apg. 12:25). 47 u. Z. — rund zwölf Jahre nach der Bekehrung von Saulus — werden Barnabas und Saulus vom heiligen Geist auf eine Missionsreise ausgesandt (Apg. 13:1-4). 48 u. Z. kehren sie wieder nach Antiochia zurück, wo sie „der unverdienten Güte Gottes anvertraut worden waren“ (Apg. 14:26).

    Rund neun Monate später geht Paulus (auch als Saulus bekannt) auf seine zweite Missionsreise und nimmt Silas als Begleiter mit (Apg. 15:40). Im Verlauf dieser Reise schließen sich ihm Timotheus und Lukas an. Lukas bleibt in Philippi, Paulus dagegen reist weiter: erst nach Athen und dann nach Korinth, wo er auf Aquila und Priscilla trifft und die nächsten eineinhalb Jahre verbringt (Apg. 18:11). Er lässt Timotheus und Silas in Korinth zurück und nimmt Aquila und Priscilla mit, als er Anfang 52 u. Z. in Richtung Syrien segelt (Apg. 18:18). Aquila und Priscilla begleiten ihn bis Ephesus und bleiben dann dort.

    Nachdem Paulus einige Zeit im syrischen Antiochia verbracht hat, macht er sich 52 u. Z. zum dritten Mal auf eine Missionsreise (Apg. 18:23). In Ephesus ‘wächst das Wort Jehovas fortwährend mit Macht und gewinnt die Oberhand’ (Apg. 19:20). Paulus hält sich dort ungefähr drei Jahre auf (Apg. 20:31). Zu Pfingsten 56 u. Z. ist er in Jerusalem. Nach seiner Festnahme gibt er vor der Obrigkeit furchtlos Zeugnis. In Rom wird der Apostel für zwei Jahre unter Hausarrest gestellt (circa 59 bis 61 u. Z.). Auch hier findet er Möglichkeiten, das Königreich zu predigen und „die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen“, zu lehren (Apg. 28:30, 31).

    Antworten auf biblische Fragen:

    14:8-13 — Warum nannten die Leute in Lystra ‘Barnabas Zeus, Paulus aber Hermes’?
    In der griechischen Mythologie war Zeus der Herr der Götter, sein Sohn Hermes dagegen galt als redegewandt. Da Paulus der Wortführer war, nannte man ihn Hermes, Barnabas dagegen Zeus.

    16:6, 7 — Warum verwehrte der heilige Geist Paulus und seinen Begleitern, im Bezirk Asien und in Bithynien zu predigen?
    Da es nur wenige Prediger gab, leitete der heilige Geist sie in Gebiete, wo die Resonanz größer war.

    18:12-17 — Warum griff Prokonsul Gallio nicht ein, als man begann, Sosthenes zu schlagen?
    Vielleicht dachte Gallio, dass der mutmaßliche Anführer der Pöbelaktion diese Behandlung verdiene. Offenbar wendete sich alles zum Guten und Sosthenes bekehrte sich zum Christentum. Später spricht Paulus von Sosthenes nämlich als ‘unserem Bruder’ (1. Kor. 1:1).

    18:18 — Unter was für einem Gelübde stand Paulus?
    Manche Gelehrte halten es für ein Nasiräatsgelübde (4. Mo. 6:1-21). Die Bibel sagt allerdings nicht, worum es sich speziell handelte. Auch erwähnt sie nicht, ob Paulus das Gelübde vor oder nach seiner Bekehrung abgelegt hatte beziehungsweise ob das Gelübde gerade erst begonnen hatte oder ob es endete. Auf jeden Fall war an diesem Gelübde nichts Verwerfliches.

    Lehren für uns:

    12:5-11. Wir können und sollten für unsere Brüder beten.

    12:21-23; 14:14-18. Herodes war allzu gern bereit, Ehre anzunehmen, die nur Gott gebührt. Wie ganz anders doch Paulus und Barnabas reagierten: Sofort und unmissverständlich wiesen sie Ehre zurück, die ihnen nicht zustand. Ganz gleich, was wir im Dienst für Jehova erreichen, wir sollten nicht auf Ehre aus sein.

    14:5-7. Vorsicht walten zu lassen hilft uns womöglich, weiter predigen zu können (Mat. 10:23).

    14:22. Christen rechnen damit, verfolgt zu werden. Sie versuchen nicht, sich der Verfolgung zu entziehen, indem sie Abstriche an ihrem Glauben machen (2. Tim. 3:12).

    16:1, 2. Junge Christen sollten sich in der Versammlung einbringen und sich von Jehova helfen lassen, einen guten Ruf aufzubauen.

    16:3. Wir sollten alles tun, was im Rahmen der biblischen Grundsätze möglich ist, damit andere die gute Botschaft annehmen (1. Kor. 9:19-23).

    20:20, 21. Der Haus-zu-Haus-Dienst ist das Rückgrat unseres Predigtdienstes.

    20:24; 21:13. Gott gegenüber die Lauterkeit zu bewahren ist wichtiger, als unser Leben zu bewahren.

    21:21-26. Guten Rat sollten wir wirklich gern annehmen.

    25:8-12. Christen heute können und sollten zur „Verteidigung und gesetzlichen Befestigung der guten Botschaft“ rechtlichen Beistand in Anspruch nehmen (Phil. 1:7).

    26:24, 25. Wir sollten „Worte der Wahrheit und eines gesunden Sinnes“ reden, auch wenn sie für einen „physischen Menschen“ absurd klingen (1. Kor. 2:14).

     

    Weiteren ergänzenden Stoff zum Thema „Apostlgeschichte“ finden wir in dem Buch „Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich“, das wir auf der Seite der Gesellschaft als mp3-Datei und auch als PDF-Datei herunterladen können.

    Auf Wunsch können Sie dieses schöne informative und glaubensstärkende Buch auch bei jedem Zeugen Jehovas bekommen, der bei Ihnen an der Tür klingelt

  89. Apostelgeschichte 1 – 2

    Ab hier beziehen wir beim Lesen das Buch „Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich“ mit ein

    Apostelgeschichte 1:6-9

    6 Diese Ankündigung führte dazu, dass die Apostel, als sie ein weiteres Mal mit Jesus zusammen waren, ihm die Frage stellten : »Herr, ist jetzt die Zeit gekommen, in der du das israelitische Reich wiederherstellst?« 7 Jesus gab ihnen zur Antwort: »Es steht euch nicht zu, Zeitspannen und Zeitpunkte zu kennen, die der Vater festgelegt hat und über die er allein entscheidet . 8 Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden, und das wird euch dazu befähigen, meine Zeugen zu sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und ´überall sonst auf der Welt, selbst` in den entferntesten Gegenden der Erde.«

    Die Rückkehr Jesu in den Himmel

    9 Nachdem Jesus das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben. Dann hüllte ihn eine Wolke ein, und sie sahen ihn nicht mehr.

    Hierzu finden wir in dem Apostel-Buch folgenden Gedanken, der im Studienartikel von letzter Woche weitergeführt wird:

    „Bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apg. 1:6-12)

    8 Bei ihrem Treffen auf dem Ölberg sahen die Apostel Jesus vor seiner Rückkehr in den Himmel zum letzten Mal. Eine Frage brannte ihnen noch auf den Nägeln: „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Königreich wieder her?“ (Apg. 1:6). Diese Frage verrät gleich zwei Denkfehler. Zum einen gingen die Apostel davon aus, das versprochene Königreich Gottes würde in Israel aufgerichtet. Zum anderen dachten sie, es würde „in dieser Zeit“, das heißt gleich, anfangen zu regieren. Wie hat Jesus ihnen geholfen, sich da zu korrigieren?

    9 Jesus hat bestimmt gewusst, dass sich der erste Punkt sowieso bald von allein klären würde. Seine Nachfolger würden nämlich nur zehn Tage später die Geburt einer neuen Nation, des neuen „Israel“, miterleben. Die Zeit für das alte Israel als Gottes auserwähltes Volk war schon fast abgelaufen. Im zweiten Punkt half Jesus seinen Aposteln freundlich auf die Sprünge: „Es ist nicht eure Sache, über die Zeiten oder Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen, die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat“ (Apg. 1:7). Jehova ist der Herr der Zeit — er setzt den Zeitplan fest. Als Jesus auf der Erde lebte, war nicht einmal ihm bekannt, an welchem „Tag“ und zu welcher „Stunde“ das Ende kommen würde, das wusste „nur der Vater“ (Mat. 24:36). Damals wie heute gilt: Wenn sich Christen zu sehr den Kopf darüber zerbrechen, wann das Ende kommt, kümmern sie sich im Grunde um etwas, was nicht ihre Sache ist.

    10 Wir sollten über die Apostel aber deswegen nicht den Kopf schütteln. Diese Männer hatten einen starken Glauben und waren offen für Korrekturen. Und obwohl sie mit ihrer Frage auf der falschen Fährte waren, verrät sie doch auch etwas Gutes über sie. Jesus hatte seinen Jüngern mehrfach eingeschärft, wachsam zu sein (Mat. 24:42; 25:13; 26:41). Sie hielten gespannt und mit wachen Sinnen die Augen offen, ob irgendetwas anzeigte, dass Jehova handeln würde. Genauso müssen wir es halten. Und das ist heute — in den „letzten Tagen“, in denen sich alles zuspitzt — sogar wichtiger als je zuvor (2. Tim. 3:1-5).

    11 Jesus erinnerte die Apostel daran, was für sie das wichtigste Anliegen sein sollte: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apg. 1:8). Die Nachricht von Jesu Auferstehung würde zuerst in Jerusalem verbreitet werden, wo man Jesus hingerichtet hatte. Von dort aus würde sie weite Kreise ziehen, erst überall in Judäa, dann in Samaria und dann in der ganzen Welt.

    12 Sinnvollerweise gab Jesus ihnen den Predigtauftrag erst, nachdem er sein Versprechen erneuert hatte, ihnen zur Unterstützung den heiligen Geist zu schicken. Das ist eine von über 40 Stellen, an denen in der Apostelgeschichte der Ausdruck „heiliger Geist“ vorkommt. Immer wieder führt uns dieses packende Bibelbuch vor Augen, dass wir Jehovas Willen nicht ohne die Hilfe seines heiligen Geistes tun können. Daher ist es so wichtig, ständig darum zu beten (Luk. 11:13). Wir brauchen ihn heute mehr denn je!

    In Absatz 11 wird darauf hingewiesen, was laut Jesus unser Hauptanliegen sein solle: die Verkündigung des Königreichs Gottes. Hier sind wir dann beim Studienartikel, der sich damit beschäftigte, wie wir Jesu und Jehovas Geduld nachahmen können:

    Auch wenn es zur Zeit so aussieht, als würde Jehova nichts tun, weil das Böse überhand nimmt – so ist er doch nicht untätig – sondern arbeitet an der Verwirklichung seines Vorsatzes.

    Jehovas Geduld hat nichts damit zu tun, dass er einfach Zeit verstreichen lässt. Wir dürfen sie nie mit mangelnder Aufmerksamkeit oder Desinteresse verwechseln! Das aber im Sinn zu behalten ist natürlich nicht immer so einfach, gerade wenn man älter wird oder viel durchmacht. Wir könnten den Mut verlieren oder den Eindruck gewinnen, Jehova zögere die Erfüllung seiner Zusagen hinaus (Heb. 10:36). Vergessen wir nie: Er hat gute Gründe dafür, geduldig zu warten — und er nutzt die Zeit, für seine treuen Diener das Beste zu bewirken (2. Pet. 2:3; 3:9). Schauen wir uns jetzt an, wie Jesus die Geduld seines Vaters nachahmte.

    Auch Jesus war nach seiner Himmelfahrt nicht untätig, sondern hat den Geist gesandt und die Versammlung des Volkes Gottes geleitet.

    Auch wir müssen geduldig auf den Tag Jehovas warten. Den Grund für diese Geduld haben wir ja im Studienartikel erfahren: es geht um die Menschen, die noch zu Jehova kommen. Aber auch wir müssen nicht untätig warten – sondern wir können einen sinnvollen Anteil daran haben, diese Menschen zu Jehova und seiner Organisation hinzuführen.

    Und hier sind wir wieder beim Anfang: konzentrieren wir uns auf dieses Werk, wie es die Apostel taten, dann wird uns dieses Warten nicht lang werden. Dann werden wir „allezeit reichlich beschäftigt sein im Werke des Herrn“ und dann werden uns die 24 Stunden, die unser Tag hat, kaum ausreichen.

    Außerdem wird uns dies immer wieder den Grund für Jehovas Geduld vor Augen führen und wir werden dadurch besser mit all den Schwierigkeiten fertig werden, die wir in diesem System haben und es wird für uns einen Sinn machen.

    Wie liebevoll von Jesus, dass er seinen Jüngern hier diesen Auftrag gibt.

  90. Apostelgeschichte 2 – Die Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten

    1 Schließlich kam das Pfingstfest. Auch an diesem Tag waren sie alle wieder am selben Ort versammelt. 2 Plötzlich setzte vom Himmel her ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm; das ganze Haus, in dem sie sich befanden , war von diesem Brausen erfüllt. 3 Gleichzeitig sahen sie so etwas wie Flammenzungen, die sich verteilten und sich auf jeden Einzelnen von ihnen niederließen . 4 Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie begannen, in fremden Sprachen zu reden; jeder sprach so, wie der Geist es ihm eingab.
    5 ´Wegen des Pfingstfestes` hielten sich damals fromme Juden aus aller Welt in Jerusalem auf. 6 Als nun jenes mächtige Brausen vom Himmel einsetzte , strömten sie in Scharen zusammen. Sie waren zutiefst verwirrt, denn jeder hörte die Apostel und die, die bei ihnen waren, in seiner eigenen Sprache reden. 7 Fassungslos riefen sie: »Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? 8 Wie kommt es dann, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört? 9 Wir sind Parther, Meder und Elamiter; wir kommen aus Mesopotamien und aus Judäa, aus Kappadozien, aus Pontus und aus der Provinz Asien, 10 aus Phrygien und Pamphylien, aus Ägypten und aus der Gegend von Zyrene in Libyen. Sogar aus Rom sind Besucher hier , 11 sowohl solche, die von Geburt Juden sind, als auch Nichtjuden , die den jüdischen Glauben angenommen haben. Auch Kreter und Araber befinden sich unter uns. Und wir alle hören sie in unseren eigenen Sprachen von den wunderbaren Dingen reden, die Gott getan hat!« 12 Alle waren außer sich vor Staunen. »Was hat das zu bedeuten?«, fragte einer den anderen, aber keiner hatte eine Erklärung dafür. 13 Es gab allerdings auch einige, die sich darüber lustig machten. »Die haben zu viel süßen Wein getrunken!«, spotteten sie.

    Was gibt es denn da zu spotten? Haben sie nicht mitbekommen, dass dies kein Gelalle von Betrunkenen ist – sondern die Menschen sie verstehen?

  91. Apostelgeschichte 2:14-41
    Die Rede des Apostels Petrus vor Juden aus aller Welt:

    Erklärung des Geschehenen …

    14 Jetzt trat Petrus zusammen mit den elf anderen Aposteln vor die Menge. Mit lauter Stimme erklärte er: »Ihr Leute von Judäa und ihr alle, die ihr zur Zeit hier in Jerusalem seid! Ich habe euch etwas zu sagen, was ihr unbedingt wissen müsst. Hört mir zu! 15 Diese Leute hier sind nicht betrunken, wie ihr vermutet. Es ist ja erst neun Uhr morgens. 16 Nein, was hier geschieht, ist nichts anderes als die Erfüllung dessen, was Gott durch den Propheten Joel angekündigt hat.
    17 >Am Ende der Zeit< , so sagt Gott, >werde ich meinen Geist über alle Menschen ausgießen.
    Dann werden eure Söhne und eure Töchter prophetisch reden;
    die Jüngeren unter euch werden Visionen haben
    und die Älteren prophetische Träume.
    18 Sogar über die Diener und Dienerinnen , die an mich glauben ,
    werde ich in jener Zeit meinen Geist ausgießen,
    und auch sie werden prophetisch reden.
    19 Sowohl droben am Himmel als auch unten auf der Erde
    werde ich Wunder geschehen lassen,
    und es werden furchterregende Dinge zu sehen sein :
    Blut und Feuer und dichte Rauchwolken.
    20 Die Sonne wird sich verfinstern,
    und der Mond wird rot werden wie Blut,
    bevor jener große Tag kommt,
    an dem der Herr in seiner Herrlichkeit erscheint .
    21 Jeder, der dann den Namen des Herrn anruft,
    wird gerettet werden.< «

    … Bezeugung der Auferstehung von Jesus Christus

    22 »Ihr Leute von Israel, hört her! Bei dem, was wir euch zu sagen haben, geht es um Jesus von Nazaret. Durch diesen Mann hat Gott – wie ihr alle wisst – in eurer Mitte mächtige Taten vollbracht, Wunder gewirkt und außergewöhnliche Dinge getan. Damit hat er ihn euch gegenüber ´als seinen Gesandten` bestätigt. 23 Was dann geschah, wusste Gott schon lange im Voraus; er selbst hatte es so geplant: Jesus wurde ´verraten und an euch` ausgeliefert, und ihr habt ihn durch Menschen, die nichts vom Gesetz Gottes wissen, ans Kreuz schlagen und töten lassen. 24 Doch Gott hat ihn aus der Gewalt des Todes befreit und hat ihn auferweckt; es zeigte sich, dass der Tod keine Macht über ihn hatte und ihn nicht festhalten konnte.
    25 Schon David sagt (und eigentlich ist es Jesus, der hier spricht) :
    >Ich habe den Herrn ständig vor Augen;
    er steht mir zur Seite , damit ich nicht ins Wanken gerate.
    26 Deshalb ist Freude in meinem Herzen und Jubel auf meinen Lippen.
    Sogar noch dann, wenn mein Körper im Grab liegt, gibt es Hoffnung ,
    27 denn ´ich weiß, dass` du mich nicht im Totenreich lässt;
    du wirst deinen heiligen ´Diener` nicht der Verwesung preisgeben.
    28 Du hast mir den Weg gezeigt, der zum Leben führt,
    und dass ich in deiner Nähe sein darf, erfüllt mich mit Freude .< 29 Liebe Geschwister, ihr erlaubt mir sicher, es offen auszusprechen: Auch unser großer Vater David starb und wurde begraben – ´genau wie andere Menschen`; seine Grabstätte ist noch heute bei uns zu sehen. 30 Doch David wusste, dass einer seiner Nachkommen auf seinem Thron sitzen würde ; Gott hatte es ihm mit einem Eid zugesichert. Und weil David ein Prophet war, 31 sprach er in prophetischer Vorschau von der Auferstehung des Messias. Denn es war der Messias , den Gott nicht im Totenreich ließ und dessen Körper nicht verweste. 32 Ja, diesen Jesus hat Gott auferweckt; wir alle sind Zeugen dafür. 33 Er ist in den Himmel emporgehoben worden, um den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite einzunehmen , und hat von seinem Vater die versprochene Gabe erhalten, den Heiligen Geist. Diesen Geist hat er nun über uns ausgegossen, und das ist es , was ihr hier seht und hört. 34 Dass es nicht David war, der in den Himmel hinaufgenommen wurde, zeigt auch der folgende Ausspruch, den er selbst gemacht hat: >Der Herr sagte zumeinem Herrn:
    Setze dich an meine rechte Seite,
    35 bis ich deine Feinde zum Schemel für deine Füße gemacht habe.< 36 Es steht also unzweifelhaft fest, und ganz Israel soll es erkennen: Gott hat Jesus zum Herrn und Messias gemacht – den Jesus, den ihr gekreuzigt habt.«

    … Aufruf zur Umkehr

    37 Die Zuhörer waren von dem, was Petrus sagte, bis ins Innerste getroffen. »Was sollen wir jetzt tun, liebe Brüder?«, fragten sie ihn und die anderen Apostel. 38 »Kehrt um«, erwiderte Petrus, »und jeder von euch lasse sich auf den Namen von Jesus Christus taufen! Dann wird Gott euch eure Sünden vergeben, und ihr werdet seine Gabe, den Heiligen Geist, bekommen. 39 Denn diese Zusage gilt euch und euren Nachkommen und darüber hinaus allen Menschen auch in den entferntesten Ländern – allen, die der Herr, unser Gott, zu seiner Gemeinde rufen wird .«
    40 Mit diesen und noch vielen anderen Worten bezeugte Petrus ihnen ´das Evangelium` ; eindringlich ermahnte er sie: »Diese Generation ist auf dem Weg ins Verderben! Lasst euch retten vor dem Gericht, das über sie hereinbrechen wird! «
    41 Viele nahmen die Botschaft an, die Petrus ihnen verkündete, und ließen sich taufen. Durch Gottes Wirken wuchs die Gemeinde an diesem Tag um etwa dreitausend Personen.

    Im 3. Kapitel vom Apostelbuch erfahren wir noch, wie wir die Art des Paulus zu predigen, heute für uns und unseren Predigtdienst umsetzen können:

    14 Wir können es Petrus nachmachen und genauso herzorientiert predigen. Wenn wir mit anderen über die Bibel sprechen, brauchen wir nicht gleich auf alles einzugehen, wo sie falschliegen. Suchen wir lieber eine gemeinsame Basis, bauen wir dann mit Fingerspitzengefühl darauf auf und lassen dabei Gottes Wort sprechen.

    Wenn wir die Wahrheit aus der Bibel so vermitteln, können sich Menschen, die das Herz auf dem rechten Fleck haben, eher dafür erwärmen.

  92. Apostelgeschichte 2:42-47

    Leben und Zusammenhalt der ersten Christen

    42 Was das Leben der Christen prägte , waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn und das Gebet.
    43 Jedermann ´in Jerusalem` war von einer tiefen Ehrfurcht vor Gott ergriffen, und durch die Apostel geschahen zahlreiche Wunder und viele außergewöhnliche Dinge. 44 Alle, die ´an Jesus` glaubten, hielten fest zusammen und teilten alles miteinander, was sie besaßen. 45 Sie verkauften sogar Grundstücke und sonstigen Besitz und verteilten den Erlös entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen an alle, die in Not waren. 46 Einmütig und mit großer Treue kamen sie Tag für Tag im Tempel zusammen. Außerdem trafen sie sich täglich in ihren Häusern, um miteinander zu essen und das Mahl des Herrn zu feiern, und ihre Zusammenkünfte waren von überschwänglicher Freude und aufrichtiger Herzlichkeit geprägt. 47 Sie priesen Gott ´bei allem, was sie taten,` und standen beim ganzen Volk in hohem Ansehen. Und jeden Tag rettete der Herr weitere Menschen, sodass die Gemeinde immer größer wurde.

    Was wird hier in Vers 46 gesagt? Sie würden täglich „das Mahl des Herrn“ feiern?

    Wir wissen, dass Jesus es als jährliche Gedenkfeier eingesetzt hatte. Wie sollten sie es dann täglich gefeiert haben? Was sagen andere Übersetzungen?

    46 Täglich kamen sie im Tempel zusammen und feierten in den Häusern das Abendmahl. In großer Freude und mit aufrichtigem Herzen trafen sie sich zu gemeinsamen Mahlzeiten.
    Hoffnung für Alle

    46 Und sie waren täglich und stets beieinander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und her in Häusern,
    Luther

    46 Und jeden Tag waren sie beständig und einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens
    Schlachter

    46 Sie besuchten auch täglich fleißig und einmütig den Tempel. — Außerdem versammelten sie sich in den Häusern: dort brachen sie das Brot und hielten ihr Mahl mit freudigem, lauterem Herzen.
    Albrecht

    46 Und indem sie täglich einmütig im Tempel verharrten und zu Hause das Brot brachen, nahmen sie Speise mit Frohlocken und Einfalt des Herzens,
    Elberfelder

    Wie wird dieser Vers denn bei uns in der NW-Übersetzung formuliert?

    Und Tag für Tag waren sie fortgesetzt einmütig im Tempel anwesend, und sie nahmen ihre Mahlzeiten in Privathäusern ein und nahmen mit großer Freude und Aufrichtigkeit des Herzens Speise zu sich,

    Warum wird in der Neuen-Genfer-Übersetzung und der Hoffnung für Alle der Gedanke vom Abendmahl des Herrn formuliert, wenn alle anderen Bibelübersetzungen nur von einem gewöhnlichen Mahl unter Freunden/Brüdern sprechen?

    Zwar übersetzen sie es mit „sie brachen das Brot“, aber das war ja wohl zu der damaligen Zeit nichts Ungewöhnliches, denn jedesmal, wenn Jesus mit seinen Jüngern ißt, oder die Volksmengen speist, ist die Rede davon, dass er zuvor das Brot brach.

    Warum dann also dieser Unterschied bei den ersten beiden Übersetzungen?

  93. Apostelgeschichte 3 – 5

    Apostelgeschichte 3 – Heilung eines Gelähmten durch Petrus und Johannes

    1 Eines Tages geschah Folgendes: Gegen drei Uhr, zur Zeit des Nachmittagsgebets , gingen Petrus und Johannes zum Tempel hinauf. 2 ´Um dieselbe Zeit` brachte man einen Mann, der von Geburt an gelähmt war, zu dem Tor des Tempels, das die »Schöne Pforte« genannt wurde . Wie jeden Tag ließ der Gelähmte sich dort hinsetzen , um von den Tempelbesuchern eine Gabe zu erbitten. 3 Als er nun Petrus und Johannes sah, die eben durch das Tor gehen wollten, bat er sie, ihm etwas zu geben. 4 Die beiden blickten ihn aufmerksam an, und Petrus sagte: »Sieh uns an!« 5 Der Mann sah erwartungsvoll zu ihnen auf; er hoffte, etwas von ihnen zu bekommen. 6 Da sagte Petrus zu ihm: »Silber habe ich nicht, und Gold habe ich nicht; doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen von Jesus Christus aus Nazaret – steh auf und geh umher!« 7 Mit diesen Worten fasste er ihn bei der rechten Hand und half ihm, sich aufzurichten. Im selben Augenblick kam Kraft in die Füße des Gelähmten, und seine Gelenke wurden fest. 8 Er sprang auf, und tatsächlich: Seine Beine trugen ihn; er konnte gehen! Der Mann folgte Petrus und Johannes in den inneren Tempelvorhof , und immerfort lief er hin und her, hüpfte vor Freude und pries Gott. 9-10 Die ganze Menschenmenge, ´die sich dort aufhielt,` wurde auf ihn aufmerksam. Als die Leute begriffen, dass der, der da hin- und hersprang und Gott lobte, niemand anders war als der Bettler, der sonst immer an der Schönen Pforte des Tempels gesessen hatte, waren sie außer sich vor Staunen über das, was mit ihm geschehen war.

    Erneute Gelegenheit für Petrus, das Evangelium zu verkünden

    11 Der Geheilte wich Petrus und Johannes nicht mehr von der Seite, und als die Apostel in die so genannte Salomohalle gingen, strömte das ganze Volk in heller Aufregung dort zusammen.
    12 Da nahm Petrus die Gelegenheit wahr, wandte sich an die Menge und sagte: »Ihr Leute von Israel, warum seid ihr so überrascht, dass dieser Mann auf einmal gehen kann? Warum staunt ihr uns an, als hätten wir das mit unserer Kraft und unserer Frömmigkeit zustande gebracht? 13 Nein, der Gott unserer Väter , der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat auf diese Weise die Macht und Herrlichkeit sichtbar werden lassen, die er seinem Diener Jesus verliehen hat .
    Ihr habt diesen Jesus an Pilatus ausgeliefert und habt auch dann noch auf seiner Verurteilung bestanden , als Pilatus entschied, ihn freizulassen. 14 Ihr habt euch von dem Heiligen und Gerechten losgesagt und habt die Freigabe eines Mörders verlangt. 15 Ihr habt den getötet, von dem alles Leben kommt . Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt; dafür sind wir Zeugen.
    16 Und jetzt ist der Mann, den ihr hier seht und den ihr alle kennt, durch sein Vertrauen auf den Namen Jesu und durch die Macht dieses Namens von seiner Lähmung geheilt worden. Der Glaube, den Jesus in ihm geweckt hat, hat ihn vollständig gesund gemacht; das könnt ihr alle bezeugen .
    17 Nun, Geschwister, ich bin überzeugt, dass ihr nicht wirklich wusstet, was ihr getan habt, ´als ihr Jesus habt töten lassen,` und eure führenden Männer wussten es ebensowenig. 18 Gott hatte durch alle Propheten angekündigt, dass der Messias, den er senden würde, leiden und sterben müsse. Diese Voraussagen hat er durch das, was geschehen ist, in Erfüllung gehen lassen.
    19 Kehrt jetzt also um und wendet euch ihm, dem Herrn, zu, damit er die Schuld auslöscht, die ihr durch eure Verfehlungen auf euch geladen habt . 20 Dann wird er die ersehnte Zeit der Ruhe anbrechen lassen und wird euch den senden, den er zu eurem Retter bestimmt hat – Jesus, den Messias . 21 Zunächst allerdings ist Jesus, wie Gott es geplant hat, in den Himmel zurückgekehrt. Dort nimmt er den ihm gebührenden Platz ein , bis die Zeit kommt, in der alles wiederhergestellt wird, wie Gott es schon seit langem durch seine heiligen Propheten angekündigt hat.
    22 Schon Mose hat gesagt: >Einen Propheten wie mich wird der Herr, euer Gott, aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden. Auf ihn sollt ihr hören und alles befolgen, was er euch sagt. 23 Wenn jemand nicht auf diesen Propheten hört, muss er aus dem Volk Gottes ausgeschlossen werden .< 24 Genauso haben auch Samuel und alle Propheten, die auf ihn folgten, bei ihrer Verkündigung von dem gesprochen, was wir in diesen Tagen erleben . 25 Euch als den Nachkommen der Propheten gelten die Zusagen, die Gott durch sie gegeben hat, und ihr habt vollen Anteil an dem Bund, den er mit euren Vorfahren eingegangen ist. Denn als er diesen Bund schloss, sagte er zu Abraham: >Durch deine Nachkommen werde ich alle Völker der Erde segnen.< 26 Ihr seid daher die Ersten, zu denen Gott seinen Diener Jesus gesandt hat, als er ihn in die Welt kommen ließ . Jesus möchte euch segnen, und jeder von euch, der sich von seinen verkehrten Wegen abwendet, wird seinen Segen erfahren. «

    eine deutliche Mahnung!

    Wie könnte sie uns heute betreffen? Müssten vielleicht auch wir von unserem „verkehrten Weg“ umkehren? Wiegen vielleicht auch wir uns in falscher Sicherheit, weil wir meinen, „wir haben ja den Tempel Gottes in unserer Mitte“ und da muss uns unser Gott ja segnen?

  94. Apostelgeschichte 4 – Einschüchterungsversuche des jüdischen Gerichtshofs

    1 Petrus und Johannes sprachen noch zu der Menge, als plötzlich einige Priester, der Kommandant der Tempelwache und eine Anzahl Sadduzäer auf sie zutraten, 2 voll Zorn darüber, dass die Apostel ´es wagten`, vor dem Volk als Lehrer aufzutreten, und dass sie die Auferstehung Jesu bezeugten und damit verkündeten, die Toten würden auferstehen . 3 Sie nahmen die beiden fest, und weil es bereits Abend war, sperrten sie sie über Nacht ins Gefängnis.
    4 Doch viele von denen, die die Botschaft der Apostel gehört hatten, kamen zum Glauben ´an Jesus`, sodass die Zahl der Christen auf etwa fünftausend anwuchs.
    5 Am nächsten Tag trat ´der Hohe Rat` in Jerusalem zu einer Sitzung zusammen. Neben den führenden Priestern , den Ratsältesten und den Gesetzeslehrern 6 nahmen auch der Hohepriester Hannas sowie Kajafas, Johannes und Alexander daran teil; auch die übrigen Vertreter der hohepriesterlichen Familien waren vollzählig anwesend. 7 Sie ließen Petrus und Johannes vorführen und begannen das Verhör. »Mit welcher Kraft und in wessen Namen habt ihr den Gelähmten geheilt ?«, wollten sie wissen.
    8 Vom Heiligen Geist erfüllt, gab Petrus ihnen folgende Antwort: »Führer unseres Volkes! ´Verehrte` Ratsmitglieder ! 9 Wenn wir uns heute dafür verantworten müssen, dass wir einem kranken Menschen Gutes getan haben, und wenn ihr uns fragt, auf welche Weise er denn gesund geworden ist , 10 dann sollt ihr alle und das ganze israelitische Volk wissen: Es geschah im Namen von Jesus Christus aus Nazaret, den ihr habt kreuzigen lassen und den Gott von den Toten auferweckt hat. Seine Kraft hat bewirkt, dass dieser Mann hier gesund vor euch steht. 11 Jesus Christus ist >der Stein, den ihr, die Bauleute, voller Verachtung beiseite geschoben habt und der zum Eckstein geworden ist< . 12 Bei niemand anderem ist Rettung zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können.« 13 Die Unerschrockenheit, mit der Petrus und Johannes sich verteidigten, machte großen Eindruck auf die Mitglieder des Hohen Rates, zumal es sich bei den beiden offensichtlich um einfache Leute ohne besondere Ausbildung in der Heiligen Schrift handelte. Sie wussten, dass Petrus und Johannes mit Jesus zusammen gewesen waren, 14 aber sie hatten nichts in der Hand, um ihnen zu widersprechen; denn der, der gelähmt gewesen war, stand bei den Aposteln, und jedermann konnte sehen, dass er geheilt war . 15 Sie ließen Petrus und Johannes aus dem Sitzungssaal führen , um miteinander über das weitere Vorgehen zu beraten. 16 »Wie sollen wir mit diesen Menschen verfahren?«, überlegten sie. »Es ist nun einmal unzweifelhaft ein Wunder durch sie geschehen, und alle Einwohner Jerusalems haben davon erfahren; daher hat es keinen Sinn, wenn wir die Heilung abstreiten. 17 Doch darf sich ´die Botschaft von diesem Jesus ` auf keinen Fall noch weiter unter der Bevölkerung verbreiten. Deshalb wollen wir ihnen unter Strafandrohung verbieten, in Zukunft irgendeinem Menschen gegenüber seinen Namen auch nur zu erwähnen .« 18 Nachdem sie die Apostel wieder hereingerufen hatten, untersagten sie ihnen mit allem Nachdruck, jemals wieder öffentlich über Jesus zu sprechen oder unter Berufung auf seinen Namen als Lehrer aufzutreten. 19 Aber Petrus und Johannes erwiderten: »Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als ihm! 20 Uns ist es auf jeden Fall unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.« 21 Die Ratsmitglieder drohten ihnen daraufhin noch einmal mit schwerwiegenden Konsequenzen und ließen sie dann gehen. Sie sahen vorerst keine Möglichkeit, die beiden zu bestrafen, ohne damit das Volk gegen sich aufzubringen ; denn alle priesen Gott für das, was geschehen war. 22 Immerhin war der Geheilte über vierzig Jahre alt, und dass jemand, der von Geburt an gelähmt gewesen war, nach so langer Zeit noch gesund wurde, war ein besonders eindrucksvoller Beweis für Gottes Macht. Die Reaktion der Gemeinde: Gebet um Gottes Eingreifen 23 Sobald Petrus und Johannes wieder auf freiem Fuß waren, gingen sie zu den Mitchristen und berichteten ihnen, was die führenden Priester und die Ratsältesten zu ihnen gesagt hatten. 24 Die Reaktion der Versammelten auf das, was sie hörten, war, dass sich alle gemeinsam und einmütig an Gott wandten. Mit lauter Stimme beteten sie: »Du großer Herrscher! Du bist es, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat, ´das ganze Universum` mit allem, was darin ist. 25 Du bist es auch, der durch unseren Vater David, deinen Diener, geredet hat, als dieser, vom Heiligen Geist geleitet, sagte: >Was soll das Aufbegehren der Nationen?
    Was bringt es den Völkern, nutzlose Pläne zu schmieden?
    26 Die Könige dieser Welt haben sich zum Angriff bereitgemacht ,
    und die Machthaber haben sich miteinander verbündet
    zum Kampf gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.<
    27 Und so ist es tatsächlich gekommen: Hier in dieser Stadt haben sich Herodes und Pontius Pilatus zusammen mit den heidnischen Nationen und den Stämmen Israels gegen deinen heiligen Diener Jesus verbündet, den du gesalbt hast. 28 Doch indem sie so vorgingen, ist genau das eingetreten, was du in deiner Macht vorherbestimmt hattest und was nach deinem Plan geschehen sollte .
    29 Höre nun, Herr, wie sie uns drohen, und hilf uns als deinen Dienern , furchtlos und unerschrocken deine Botschaft zu verkünden. 30 Erweise deine Macht , und lass durch den Namen deines heiligen Dieners Jesus Kranke geheilt werden und Wunder und außergewöhnliche Dinge geschehen!«
    31 Nachdem sie in dieser Weise gebetet hatten, bebte die Erde an dem Ort, an dem sie versammelt waren. Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündeten die Botschaft Gottes weiterhin frei und unerschrocken.

    Die Einheit der Gemeinde: praktische Auswirkungen

    32 Die ganze Schar derer, die ´an Jesus` glaubten, hielt fest zusammen; alle waren ein Herz und eine Seele. Nicht ein Einziger betrachtete irgendetwas von dem, was ihm gehörte, als sein persönliches Eigentum; vielmehr teilten sie alles miteinander, was sie besaßen. 33 Vollmächtig und kraftvoll bezeugten die Apostel, dass Jesus der auferstandene Herr ist . Und die ganze Gemeinde erlebte Gottes Gnade in reichem Maß. 34 Es gab unter ihnen auch niemand, der Not leiden musste. Denn ´wenn die Bedürfnisse es erforderten,` verkauften diejenigen, die ein Grundstück oder ein Haus besaßen, ihren Besitz und stellten den Erlös ´der Gemeinde` zur Verfügung, 35 indem sie das Geld vor den Aposteln niederlegten. Davon wurde dann jedem das zugeteilt, was er nötig hatte.
    36 ´Einer von denen, die den Bedürftigen in dieser Weise halfen, war` Josef, ein Levit von Zypern , den die Apostel Barnabas nannten (Barnabas bedeutet: »der, der andere ermutigt« ). 37 Josef verkaufte ein Stück Land, das ihm gehörte, und stellte das Geld, das er dafür bekam, ´der Gemeinde` zur Verfügung, indem er es vor den Aposteln niederlegte.

    Wieder mal dieser Ausschließlichkeitsanspruch. Wovor haben sie eigentlich Angst?

    Im Apostelbuch wird zu dieser Begebenheit gesagt, dass sie selbst nicht so viele waren und sich durch die wachsende Anzahl der Christen bedroht fühlten.

    Aber was genau ist hier denn bedroht? Ihre Macht und ihr Ansehen? Die Gelder, die die Anbeter als Zehnten hereinbringen mussten?

    Oder waren sie tatsächlich um das geistige Wohl ihrer Brüder besorgt? Hatten sie Angst, dass diejenigen, „die weg liefen“ das Wohlwollen Jehovas verlieren könnten?

    Wenn ich die Wahrheit und den Geist und den Segen Jehovas habe – muss ich dann Angst haben, wenn andere mich und meine Religionsorganisation verlassen, um anderen Dingen zu folgen?

    Ging es ihnen hier um ihre Verantwortumng als Hirten, die die Herde zusammenhalten müssen?

  95. Apostelgeschichte 5 – Ein Betrugsversuch innerhalb der Gemeinde:

    Hananias und Saphira belügen Gott

    1 Auch ein Mann namens Hananias und seine Frau Saphira verkauften ein Stück Land, 2 und Hananias stellte ´der Gemeinde` einen Teil des Erlöses zur Verfügung. Aber mit dem Einverständnis seiner Frau gab er diesen Betrag als Gesamterlös aus, während er in Wirklichkeit einen Teil für sich behielt. Als er das Geld vor den Aposteln niederlegte, 3 sagte Petrus zu ihm: »Hananias, warum hast du dein Herz dem Satan geöffnet und dich von ihm dazu verführen lassen, den Heiligen Geist zu belügen? Warum hast du uns verheimlicht , dass du einen Teil vom Erlös deines Grundstücks für dich behalten hast? 4 Niemand hat dich gezwungen, das Land zu verkaufen; es war ja dein Eigentum! Und nach dem Verkauf stand es dir frei, mit dem Erlös zu machen, was du wolltest. Was hat dich nur dazu gebracht, so zu handeln? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!« 5 Als Hananias diese Worte hörte, brach er tot zusammen. Es war ein Ende, das bei allen, die davon erfuhren, tiefes Erschrecken auslöste . 6 Einige junge Männer ´unter den Versammelten` traten zu dem Leichnam, wickelten ihn in ein Tuch und trugen ihn hinaus, um ihn zu begraben.
    7 Nachdem etwa drei Stunden vergangen waren, kam die Frau von Hananias. Sie wusste nichts von dem, was geschehen war. 8 »Sag mir«, fragte Petrus sie, »ist das der volle Betrag, den ihr für euer Grundstück bekommen habt?« – »Ja«, erwiderte Saphira, »das ist der volle Betrag.« 9 Da sagte Petrus zu ihr: »Warum seid ihr beiden übereingekommen, den Geist des Herrn herauszufordern? Hörst du die Schritte vor der Tür? Die Leute, die deinen Mann begraben haben, ´kommen gerade zurück`. Sie werden auch dich hinaustragen.« 10 Im selben Augenblick sank Saphira zu Boden und starb, und als die Männer hereinkamen, sahen sie ihren Leichnam zu Petrus‘ Füßen liegen. Da trugen sie sie ebenfalls hinaus und begruben sie an der Seite ihres Mannes.
    11 Eine tiefe Ehrfurcht vor Gott ergriff die ganze Gemeinde , und genauso erging es allen, die von diesem Vorfall erfuhren.

    Machtvolles Wirken der Apostel

    12 Durch die Apostel geschahen unter dem Volk zahlreiche Wunder und viele außergewöhnliche Dinge. Alle, ´die an Jesus glaubten,` trafen sich regelmäßig und einmütig in der Salomohalle . 13 Von denen jedoch, die nicht bereit waren, an ihn zu glauben, wagte keiner, in engeren Kontakt mit ihnen zu treten. Aber jedermann sprach mit Hochachtung von ihnen, 14 und die Gemeinde wuchs ständig ; Scharen von Männern und Frauen kamen zum Glauben an den Herrn. 15 Und überall, wo Petrus hinkam, trug man die Kranken auf die Straße und legte sie dort auf Betten und Matten in der Hoffnung, dass wenigstens sein Schatten auf den einen oder anderen von ihnen falle. 16 Auch aus den Ortschaften rings um Jerusalem strömten die Menschen zusammen. Sie brachten Kranke und von bösen Geistern Geplagte ´zu den Aposteln`, und alle wurden geheilt.

    Verhaftung der Apostel; Befreiung durch Gottes Eingreifen

    17 Diese Geschehnisse weckten den Neid des Hohenpriesters und seiner ganzen Gefolgschaft, der Partei der Sadduzäer, und sie beschlossen, nicht länger untätig zuzusehen . 18 Sie ließen die Apostel festnehmen und in das städtische Gefängnis bringen .
    19 Doch in der Nacht öffnete ein Engel des Herrn die Türen des Gefängnisses und führte die Apostel hinaus. 20 »Geht in den Tempel«, befahl er ihnen, »tretet vor das Volk und verkündet unerschrocken die Botschaft, die der Herr gebracht hat und die zum Leben führt !« 21 Die Apostel befolgten die Anweisung des Engels: Gleich bei Tagesanbruch gingen sie in den Tempel und begannen, die Menschen dort zu lehren.
    Währenddessen kamen der Hohepriester und seine Gefolgsleute zusammen und beriefen die ganze Ältestenschaft des israelitischen Volkes zu einer Sitzung des Hohen Rates ein . Einige Männer von der Tempelwache erhielten den Auftrag, die Apostel aus dem Gefängnis zu holen. 22 Doch als sie ins Gefängnis kamen, mussten sie feststellen, dass die Apostel nicht dort waren. Sie kehrten zurück, um dem Rat Meldung zu erstatten. 23 »Wir fanden alles so, wie es den Vorschriften entspricht«, berichteten sie. »Die Türen des Gefängnisses waren verschlossen, und vor den Türen standen die Wachen. Aber als wir aufschlossen und hineingingen, war niemand da.« 24 Der Kommandant der Tempelwache und die führenden Priester waren sprachlos, als sie das hörten; sie konnten sich nicht erklären, was mit den Aposteln geschehen war . 25 Doch dann kam jemand und meldete ihnen: »Stellt euch vor: Die Männer, die ihr ins Gefängnis habt bringen lassen, stehen im Tempel und lehren das Volk!« 26 Sofort machte sich der Kommandant mit seinen Leuten auf den Weg, um die Apostel zu holen. Sie hüteten sich allerdings davor, Gewalt anzuwenden, denn sie hatten Angst, die Menge könnte sie steinigen .

    Die Apostel vor dem jüdischen Gerichtshof: mutiges Bekenntnis zu Jesus Christus

    27 Die Apostel wurden in den Sitzungssaal geführt, wo sie der Hohepriester vor versammeltem Rat zur Rede stellte. 28 »Haben wir euch nicht strengstens verboten, jemals wieder unter Berufung auf diesen Namen zu lehren?«, sagte er. »Und was macht ihr? Ganz Jerusalem ist inzwischen von eurer Lehre erfüllt! Ihr wollt uns wohl für den Tod dieses Menschen verantwortlich machen? «
    29 Petrus und die anderen Apostel erwiderten: »Gott muss man mehr gehorchen als den Menschen. 30 Der Gott unserer Väter hat Jesus ´von den Toten` auferweckt – den Jesus, den ihr umgebracht habt, indem ihr ihn ans Kreuz habt schlagen lassen . 31 Gott hat ihn erhöht und ihm den Ehrenplatz an seiner rechten Seite gegeben; er hat ihn zum Herrscher und Retter gemacht , um Israel zur Umkehr zu führen und die Sünden des Volkes zu vergeben. 32 Wir sind Zeugen für das alles – wir und der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.«

    Gamaliel rät zur Freilassung der Apostel

    33 Bei diesen Worten packte die Zuhörer ein unbändiger Zorn, und sie hätten die Apostel am liebsten ´auf der Stelle` getötet . 34 Da erhob sich eines der Ratsmitglieder, ein Pharisäer namens Gamaliel, ein Gesetzeslehrer, der beim ganzen Volk in hohem Ansehen stand. Gamaliel beantragte, dass die Angeklagten für einen Augenblick aus dem Saal geführt würden, 35 und sagte dann zu den Versammelten: »Vertreter unseres israelitischen Volkes! Überlegt euch genau, wie ihr mit diesen Leuten verfahren wollt. 36 Es ist schon einige Zeit her, da machte Theudas einen Aufstand. Er behauptete, etwas Besonderes zu sein, und tatsächlich schlossen sich ihm etwa vierhundert Männer an. Doch Theudas wurde getötet, und alle seine Anhänger liefen auseinander, sodass sich die ganze Bewegung in nichts auflöste. 37 Danach, zur Zeit der Volkszählung, trat der Galiläer Judas auf. Er scharte eine Menge Leute um sich und zettelte einen Aufstand an. Doch auch er kam um, und alle seine Anhänger zerstreuten sich.
    38 Was daher den vorliegenden Fall betrifft, rate ich euch Folgendes: Lasst diese Leute unbehelligt! Geht nicht gegen sie vor! Denn wenn das, was sie planen und unternehmen, nichts weiter ist als Menschenwerk, wird es von selbst zugrunde gehen. 39 Wenn es jedoch Gottes Werk ist, werdet ihr nicht imstande sein, diese Bewegung zum Verschwinden zu bringen. Oder wollt ihr am Ende als solche dastehen, die gegen Gott kämpfen?«
    Was Gamaliel sagte, überzeugte den Rat. 40 Man rief die Apostel wieder herein, ließ sie auspeitschen und verbot ihnen nochmals, unter Berufung auf den Namen Jesu ´in der Öffentlichkeit` zu reden. Dann ließ man sie gehen.
    41 Die Apostel ihrerseits verließen den Hohen Rat voll Freude darüber, dass Gott sie für würdig geachtet hatte, um des Namens Jesu willen Schmach und Schande zu erleiden. 42 Unbeirrt lehrten sie auch weiterhin Tag für Tag im Tempel und in Privathäusern und verkündeten die gute Nachricht, dass Jesus der Messias ist .

  96. Apostelgeschichte 6 – 9

    Apostelgeschichte 6:1-7

    Entlastung der Apostel: Die Wahl von sieben Mitarbeitern

    1 Die Zahl der Jünger wuchs unaufhörlich. Allerdings wurden in dieser Zeit auch Klagen ´innerhalb der Gemeinde` laut, und zwar vonseiten der Jünger, die aus griechischsprachigen Ländern stammten . Sie waren der Meinung, dass ihre Witwen bei der täglichen Versorgung mit Lebensmitteln benachteiligt wurden, und beschwerten sich darüber bei den einheimischen Jüngern .
    2 Da beriefen die Zwölf eine Versammlung aller Jünger ein und erklärten: »Es wäre nicht gut, wenn wir ´Apostel` uns persönlich um den Dienst der Verteilung der Lebensmittel kümmern müssten und darüber die Verkündigung von Gottes Botschaft vernachlässigen würden. 3 Seht euch daher, liebe Geschwister, in eurer Mitte nach sieben Männern um, die einen guten Ruf haben, mit dem Heiligen Geist erfüllt sind und von Gott Weisheit und Einsicht bekommen haben . Ihnen wollen wir diese Aufgabe übertragen. 4 Wir selbst aber werden uns weiterhin ganz auf das Gebet und den Dienst der Verkündigung des Evangeliums konzentrieren.«
    5 Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung, und die Gemeinde wählte folgende sieben Männer aus: Stephanus, einen Mann mit einem festen Glauben und erfüllt vom Heiligen Geist, Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Nichtjuden aus Antiochia, der zum Judentum übergetreten war. 6 Man ließ sie vor die Apostel treten, und die Apostel beteten für sie und legten ihnen die Hände auf.
    7 Die Botschaft Gottes breitete sich immer weiter aus , und die Zahl der Jünger in Jerusalem stieg sprunghaft an. Auch zahlreiche Priester nahmen das Evangelium an und glaubten an Jesus.

    Es ist schon interessant, welche Auswirkungen unsere Unvollkommenheit auf uns Menschen hat:

    Gerade erst voller Begeisterung in die Wahrheit gekommen, gehen schon die ersten Klagen los. Man fühlt sich nicht wichtig und ernst genug genommen, hat das Gefühl, von den Brüdern übervorteilt zu werden und vieles mehr. Warum ist dies so? Ist das einfach nur eine sehr wirksame Masche vom Satan, um uns daran zu hindern, einander voller Vertrauen gegenseitig zu stärken und zu ermuntern?

    Weil der Widersacher weiss, dass wir das Gefühl des Zusammenhalts und der liebevollen Geborgenheit brauchen, damit wir uns den Schwierigkeiten des Alltags gewachsen fühlen? Dass Uneinigkeit und das Gefühl von Ungerechtigkeit uns schwächt und wir somit weniger Kraft für die Verkündigung des Wortes Gottes haben?

    Interessant, was in dem Apostel-Buch dazu gesagt wird:

    17 Die junge Versammlung wurde jetzt von einem internen Problem bedroht, das auf Anhieb nicht so leicht zu erkennen war. Worum ging es? Viele neugetaufte Jünger waren nur zu Besuch in Jerusalem und wollten vor ihrer Heimkehr noch mehr über ihren Glauben dazulernen. Also legten die Einheimischen zusammen, damit alle genug zu essen hatten und mit dem Wichtigsten versorgt waren (Apg. 2:44-46; 4:34-37). Dabei entstand eine heikle Lage. „Bei der täglichen Austeilung“ von Lebensmitteln wurden die Griechisch sprechenden Witwen „übersehen“, die Hebräisch sprechenden Witwen jedoch nicht (Apg. 6:1). Offensichtlich lag hier ein Fall von ungleicher Behandlung vor, und kaum etwas kann Menschen leichter auseinanderbringen als Diskriminierung.

    18 Die Apostel, die als leitende Körperschaft der aufblühenden Versammlung fungierten, hielten es nicht für gut, „das Wort Gottes zurück[zu]stellen“, um sich der Verteilung von Lebensmitteln anzunehmen (Apg. 6:2). Deshalb baten sie die Jünger, sieben Männer auszusuchen, die „mit Geist und Weisheit erfüllt“ waren und die sie für diese notwendige Aufgabe einsetzen konnten (Apg. 6:3). Dafür kam nicht jeder infrage, denn man musste nicht nur Essen austeilen, sondern wahrscheinlich auch einkaufen, mit Geld umgehen und sorgfältig Buch führen können. Die Männer, die schließlich ausgewählt wurden, hatten durchweg griechische Namen — vielleicht damit sich die benachteiligten Witwen eher angenommen fühlten. Nachdem die Apostel gebetet hatten und die Empfehlungen durchgegangen waren, setzten sie die sieben Männer für die Aufgabe ein.*

    19 Bedeutete das, dass diese Männer nun nicht mehr zu predigen brauchten? Auf keinen Fall! Einer von ihnen war ja Stephanus, und er ist als mutiger und kraftvoller Prediger bekannt geworden (Apg. 6:8-10). Dann war da Philippus, den die Bibel als Evangeliumsverkündiger bezeichnet (Apg. 21:8). Die sieben Männer haben sich also offensichtlich beim Predigen nach wie vor voll eingebracht.

  97. Apostelgeschichte 6 und 7 – Verhaftung des Stephanus

    8 Von Gottes Gnade geleitet und mit seiner Kraft erfüllt , vollbrachte Stephanus unter der Bevölkerung große Wunder und außergewöhnliche Dinge.
    9 Aber es regte sich auch Widerstand gegen ihn, und zwar in der so genannten Synagoge der Freigelassenen , zu der Juden aus der Gegend von Zyrene, aus Alexandria und aus den Provinzen Zilizien und Asien gehörten. Einige Mitglieder dieser Synagoge fingen Streitgespräche mit Stephanus an. 10 Doch gegen die Weisheit, die aus seinen Worten sprach, und gegen die Kraft des Heiligen Geistes, mit der er redete , konnten sie nichts ausrichten.
    11 Da stifteten sie einige Männer dazu an, die Behauptung zu verbreiten, Stephanus habe lästerliche Dinge über Mose gesagt und Gott verhöhnt; sie hätten es mit eigenen Ohren gehört. 12 Nachdem seine Gegner auf diese Weise das Volk, die Ratsältesten und die Gesetzeslehrer gegen Stephanus aufgehetzt hatten, fielen sie über ihn her und schleppten ihn vor den Hohen Rat.
    13 Dort ließen sie falsche Zeugen auftreten, die behaupteten: »Dieser Mensch äußert sich in einem fort abfällig über unseren heiligen Tempel und über das Gesetz. 14 Wir haben ihn zum Beispiel sagen hören, dieser Jesus von Nazaret werde den Tempel niederreißen und die Ordnungen ändern, die Mose uns im Auftrag Gottes gegeben hat .«
    15 Alle, die im Ratssaal saßen, richteten ihren Blick nun auf Stephanus, gespannt, ´was er zu seiner Verteidigung vorbringen würde`. Zu ihrem Erstaunen sahen sie, dass sein Gesicht leuchtete wie das Gesicht eines Engels.

    Die Verteidigungsrede des Stephanus: Eine Bilanz der Geschichte Israels

    1 Der Hohepriester fragte Stephanus: »Treffen die Vorwürfe zu, die gegen dich erhoben werden?«
    2 Stephanus erwiderte: »Meine Brüder, Väter ´unseres Volkes`, hört mich an!«
    »Der Gott, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört , erschien unserem Vater Abraham, als dieser noch in Mesopotamien lebte und noch nicht in die Stadt Haran gezogen war,

    – Abraham und das zugesagte Land

    3 und sagte zu ihm: >Verlass deine Heimat und deine Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde.< 4 Da verließ Abraham das Land der Chaldäer und zog nach Haran. Und nachdem sein Vater gestorben war, zog er weiter und ließ sich auf Gottes Weisung hin in dem Land nieder , in dem ihr jetzt lebt. 5 Allerdings gab Gott ihm damals keinen Grundbesitz in diesem Land, nicht einmal so viel, dass er seinen Fuß hätte darauf stellen können. Er versprach jedoch, ihm eines Tages das ganze Land zum Besitz zu geben – ihm und seinen Nachkommen. Dabei hatte Abraham zu jenem Zeitpunkt noch gar keine Kinder! 6 Seine Nachkommen, sagte Gott, würden als Fremde in einem fremden Land leben und vierhundert Jahre lang unterdrückt und zu Sklavendiensten gezwungen werden. 7 >Doch ich selbst< , kündigte Gott an, >werde das Volk zur Rechenschaft ziehen, das sie versklavt, und dann werden sie von dort wegziehen und mir hier, in diesem Land, dienen.< 8 Inder Folge schloss Gott mit Abraham den Bund, dessen Zeichen die Beschneidung ist. Als daher Abraham seinen Sohn Isaak bekam, beschnitt er ihn acht Tage nach der Geburt. Und genauso machte es Isaak mit seinem Sohn Jakob und Jakob mit seinen zwölf Söhnen, unseren Stammvätern. « – Josef und die Rettung seiner Familie 9 »Die Stammväter waren neidisch auf ihren Bruder Josef und verkauften ihn als Sklaven nach Ägypten. Doch Gott war mit ihm 10 und half ihm aus allen Schwierigkeiten heraus, in die er geriet. Er sorgte dafür, dass der Pharao, der ägyptische König, auf Josef aufmerksam wurde und ihm sein Vertrauen schenkte. Der Pharao war von Josefs Weisheit so beeindruckt , dass er ihm das höchste Regierungsamt Ägyptens anvertraute und ihn zum Verwalter aller königlichen Güter machte. 11 Dann brach in ganz Ägypten und in Kanaan eine Hungersnot aus, und damit begann für diese Länder eine schwere Zeit. Auch unsere Vorfahren hatten nichts mehr zu essen. 12 Als Jakob hörte, dass es in Ägypten noch Getreide gab, schickte er ´seine Söhne,` unsere Stammväter, dorthin, ein erstes 13 und ein zweites Mal. Beim zweiten Mal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen, und auf diese Weise erfuhr der Pharao ´Genaueres` über Josefs Familie . 14 Josef ließ dann seinen Vater Jakob und alle Verwandten nach Ägypten kommen, insgesamt fünfundsiebzig Personen. 15 Jakob ließ sich in Ägypten nieder , und dort starb er auch, er und unsere Väter. 16 Sie wurden nach Sichem überführt und in dem Grab beigesetzt, das Abraham dort von den Söhnen Hamors gekauft hatte .« – Mose und die Befreiung seines Volkes 17 »Je näher nun der Zeitpunkt für die Einlösung des Versprechens rückte, das Gott Abraham gegeben hatte, desto größer wurde unser Volk in Ägypten. Es wuchs und vermehrte sich, 18 bis ein König den Thron Ägyptens bestieg, der nichts mehr von Josef wusste. 19 Dieser Herrscher ging mit heimtückischer Grausamkeit gegen unser Volk vor: Er zwang unsere Vorfahren, ihre neugeborenen Kinder auszusetzen, um so das weitere Wachstum des Volkes zu verhindern . 20 Indieser Zeit wurde Mose geboren, und Gott hatte Gefallen an ihm . Drei Monate lang war es seinen Eltern möglich, in ihrem Haus für ihn zu sorgen. 21 Als er dann doch ausgesetzt werden musste, nahm ihn die Tochter des Pharaos zu sich und zog ihn wie einen eigenen Sohn auf. 22 Mose erhielt eine umfassende Ausbildung in den Wissenschaften der Ägypter, und seine Worte und Taten zeichneten ihn als einen besonders fähigen Mann aus . 23 Im Alter von vierzig Jahren erwachte in Mose der Wunsch , nach seinen Brüdern und Schwestern, den Israeliten, zu sehen. 24 ´Als er sie aufsuchte,` wurde er Zeuge, wie ein Israelit von einem Ägypter misshandelt wurde. Er kam dem Unterdrückten zu Hilfe und rächte das Unrecht, indem er den Ägypter erschlug. 25 Mose dachte, seine Landsleute würden verstehen, dass es Gottes Plan war, sie durch ihn zu retten, aber sie verstanden es nicht. 26 ´Das zeigte sich` am darauffolgenden Tag: Mose kam gerade dazu, als zwei Israeliten sich stritten und einander schlugen. Er versuchte den Streit zu schlichten und wollte die beiden dazu bewegen, Frieden zu schließen. >Männer< , sagte er, >ihr seid doch Brüder! Warum fügt ihr einander solches Unrecht zu?< 27 Da stieß ihn der, der den Streit begonnen hatte , zur Seite und rief: >Wer hat dich eigentlich zu unserem Anführer und Richter eingesetzt? 28 Willst du mich etwa auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?< 29 Als Mose das hörte, floh er in das Gebiet der Midianiter. Während der Zeit seines Exils wurden ihm zwei Söhne geboren. 30 Wieder vergingen vierzig Jahre. Da erschien ihm eines Tages in der Wüste am Berg Sinai ein Engel in den Flammen eines brennenden Dornbusches. 31 Mose sah, ´dass der Busch in Flammen stand, aber nicht verbrannte,` und wunderte sich über diese rätselhafte Erscheinung. Er trat näher, um herauszufinden, was es damit auf sich hatte. Da hörte er die Stimme des Herrn: 32 >Ich bin der Gott deiner Väter , der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.< Mose war so erschrocken, dass er am ganzen Körper zitterte und nicht hinzusehen wagte. 33 Der Herr aber sagte zu ihm: >Zieh deine Schuhe aus , denn du stehst auf heiligem Boden! 34 Schon lange habe ich gesehen, wie mein Volk in Ägypten misshandelt wird, und habe das Stöhnen der Unterdrückten gehört. Nun bin ich herabgekommen, um sie zu befreien. Darum mach du dich jetzt auf den Weg; ich sende dich nach Ägypten.< 35 Die Israeliten hatten Mose abgelehnt und zu ihm gesagt: >Wer hat dich zum Anführer und Richter eingesetzt?< Und genau diesen Mose sandte Gott nun als Anführer und Befreier zu ihnen; er beauftragte ihn durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschien. 36 Mose war es, der die Israeliten aus dem Land herausführte, ´in dem sie Sklaven gewesen waren,` und er tat dabei Wunder und außergewöhnliche Dinge – sowohl in Ägypten als auch am Roten Meer und während der vierzig Jahre in der Wüste. 37 Mose war es auch, der zu den Israeliten sagte: >Einen Propheten wie mich wird Gott aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden. < 38 Und als sich unsere Vorfahren in der Wüste am Sinai vor Gott versammelten, war Mose der Vermittler zwischen ihnen und dem Engel, der auf dem Berg mit ihm redete; und es war Mose, der die Gebote entgegennahm – Worte, die zum Leben führen – und der sie an uns weitergab.« – Götzenverehrung Israels in der Wüste 39 »Aber unsere Vorfahren waren nicht bereit, sich Mose zu unterstellen. Im Gegenteil, sie lehnten sich gegen ihn auf und waren entschlossen , nach Ägypten zurückzukehren. 40 ´Als Mose auf dem Berg war,` forderten sie Aaron auf: >Mach uns Götter, die uns voranziehen ´und uns beschützen`! Denn dieser Mose, der uns aus Ägypten herausgeführt hat, ´ist verschollen`; keiner weiß, was aus ihm geworden ist.< 41 Und dann fertigten sie eine Götzenfigur an, die Nachbildung eines jungen Stieres, brachten ihr ein Schlachtopfer dar und feierten ein Fest – ein Fest zu Ehren dieses selbstgemachten Götzen. 42 Da wandte sich Gott von ihnen ab und überließ sie ihrem Irrweg, und sie begannen die Gestirne anzubeten, das ganze Heer des Himmels , wie das im Zwölfprophetenbuch zu lesen ist. ´Dort sagt Gott:` >Bin ich es etwa, dem ihr während der vierzig Jahre in der Wüste
    Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht habt , ihr Israeliten?
    43 Nein, das Zelt des Götzen Moloch habt ihr mit euch geführt
    und den Stern eures Gottes Räfan;
    Götzenbilder habt ihr euch gemacht ,
    um euch vor ihnen niederzuwerfen.
    Darum werde ich euch in die Verbannung führen,
    noch über Babylon hinaus.< « – Bundeszelt und Tempel 44 »Während ihrer Wanderung durch die Wüste hatten unsere Vorfahren das heilige Zelt bei sich – jenes Zelt, das Mose nach den Anweisungen Gottes hatte anfertigen lassen und das dem Vorbild entsprach, das ihm gezeigt worden war. 45 Die erste Generation übergab das Zelt der zweiten, und diese brachte es in das Land , dessen Bewohner Gott vor unseren Vorfahren her vertrieb und das sie unter der Führung von Josua in Besitz nahmen. ´Dort diente das Zelt` bis in die Zeit Davids ´als Heiligtum`. 46 David nun war ein Mann, den Gott seine Gnade in besonderem Maß erfahren ließ . Deshalb bat er Gott darum, als Heiligtum für die Nachkommen Jakobs ein festes Gebäude errichten zu dürfen. 47 Und sein Sohn Salomo war es dann, der Gott tatsächlich ein Haus baute. 48 Aber wohnt denn der Höchste in einem Haus, das von Menschenhand erbaut ist ? Niemals! Beim Propheten ´Jesaja` heißt es: 49 >Der Himmel ist mein Thron,
    und die Erde ist mein Fußschemel.
    Was für ein Haus wollt ihr da für mich bauen? sagt der Herr.
    Und wo wollt ihr einen Ort finden, an dem ich wohnen könnte?
    50 Hat meine Hand nicht das ganze Weltall erschaffen?< «

    Der Angeklagte klagt an

    51 »Aber ihr lasst euch ja nicht belehren! «, ´fuhr Stephanus fort.` »Unbeschnitten seid ihr, unbeschnitten an eurem Herzen und taub für Gottes Reden ! Immerfort widersetzt ihr euch dem Heiligen Geist, genau wie eure Vorfahren. Ihr seid nicht besser als sie. 52 Gab es je einen Propheten, den eure Vorfahren nicht verfolgt haben? Sie haben die getötet, die das Kommen des Gerechten ankündigten; und den Gerechten selbst habt ihr jetzt verraten und ermordet. 53 Ihr habt zwar das Gesetz erhalten – Engel haben es euch in Gottes Auftrag überbracht -, aber befolgt habt ihr es nicht.«

    Die Steinigung des Stephanus

    54 Als Stephanus das sagte, packte seine Zuhörer ein unbändiger Zorn, und ihre Gesichter verzerrten sich vor Wut . 55 Stephanus aber, vom Heiligen Geist erfüllt, blickte jetzt unverwandt zum Himmel hinauf, denn er sah dort die Herrlichkeit Gottes, und er sah Jesus, der an Gottes rechter Seite stand. 56 »Ich sehe den Himmel offen stehen!«, rief er. »Ich sehe den Menschensohn, wie er an der rechten Seite Gottes steht!«
    57 ´Vor Empörung` schrien die Ratsmitglieder laut auf und hielten sich die Ohren zu. Alle miteinander stürzten sie sich auf ihn 58 und schleppten ihn vor die Stadt, um ihn zu steinigen. Die Zeugen, ´die gegen ihn aufgetreten waren und daher mit der Steinigung zu beginnen hatten ,` zogen ihre Oberkleider aus und legten sie zur Aufbewahrung bei einem jungen Mann nieder, der Saulus hieß. 59 Während man ihn steinigte, betete Stephanus. »Jesus, ´treuer` Herr«, sagte er, »nimm meinen Geist bei dir auf!« 60 Er sank auf die Knie und rief mit lauter Stimme: »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!« Das waren seine letzten Worte; dann starb er.

    besonders beim Hören der beiden biblischen Dramen der Gesellschaft „Trotz Widerstand freimütig Zeugnis geben“ und „Sie legten gründlich Zeugnis ab für die Gute Botschaft“ ist mir erstmal so richtig aufgefallen, was dies hier eigentlich bedeutet:

    Vergessen wir nicht, dass Stephanus hier vor einer aufgebrachten Menschenmenge steht, die ihn wegen Gotteslästerei und Sektierertum steinigen wollte. Schon haben sie ihn gestellt, vielleicht schon die Steine in der Hand. Aber sie warten und lassen ihn reden!

    Thom sagt, er hat vielleicht als der Angeklagte das letzte Wort bekommen. Das mag sein, aber so lange und ausführlich? „Ja, aber er erzählt ja zuerst lang und breit die Geschichte ihres gemeinsamen Volkes – da ist ja nichts negatives dran. Warum sollten sie ihm dabei nicht zuhören?“

    Mag sein, aber ich finde es trotzdem mehr als ungewöhnlich…

  98. Apostelgeschichte 7:23-252

    3 Im Alter von vierzig Jahren erwachte in Mose der Wunsch , nach seinen Brüdern und Schwestern, den Israeliten, zu sehen. 24 ´Als er sie aufsuchte,` wurde er Zeuge, wie ein Israelit von einem Ägypter misshandelt wurde. Er kam dem Unterdrückten zu Hilfe und rächte das Unrecht, indem er den Ägypter erschlug. 25 Mose dachte, seine Landsleute würden verstehen, dass es Gottes Plan war, sie durch ihn zu retten, aber sie verstanden es nicht

    Wie kam Moses eigentlich zu der Zeit darauf, dass es Gottes Plan sei, durch ihn SEIN Volk zu befreien? Schloss er dies etwa aus der Tatsache, dass er auf wunderbare Weise vor dem Mord verschont geblieben war, der alle männlichen Nachkommen der Israeliten betraf? Weil er nicht nur verschont wurde – sondern sogar am Hofe dessen aufgewachsen ist, der diesen Massenmord in Auftrag gegeben hatte?

    Immerhin ist bis zu der Zeit, da er 40 Jahre in Midian lebte und ihm Jehova im brennenden Dornenbusch erschien, nirgendwo in Gottes Wort die Rede davon, dass Jehova direkt zu ihm gesprochen hätte.

    Auch war er ja nicht der einzige Sohn vom Volk, der überlebt hatte – denn er hatte ja auch noch einen Bruder: Aaron! Außerdem gab es ja ganze Familien, die er dann befreite, erwachsene Männer, die zum Sklavendienst herangezogen wurden. War dies schon die nächste Generation? Aber dafür muss es ja auch Männer vom Volk gegeben haben, die diese zeugten.

    Also woher nahm Moses zu diesem Zeitpunkt die Gewißheit, dass er eine bedeutende Rolle im Plan Jehovas spielen solle? Hatte Jehova es seinen Eltern mitgeteilt? Aber würde dies dann nicht auch in der Bibel stehen?

    Da Moses keine himmlische Hoffnung hatte, können wir ihn dies nach der Auferstehung fragen. Ich bin schon sehr auf seine Antwort gespannt

  99. Apostelgeschichte 7:35-38

    35 Die Israeliten hatten Mose abgelehnt und zu ihm gesagt: >Wer hat dich zum Anführer und Richter eingesetzt?< Und genau diesen Mose sandte Gott nun als Anführer und Befreier zu ihnen; er beauftragte ihn durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschien. 36 Mose war es, der die Israeliten aus dem Land herausführte, ´in dem sie Sklaven gewesen waren,` und er tat dabei Wunder und außergewöhnliche Dinge – sowohl in Ägypten als auch am Roten Meer und während der vierzig Jahre in der Wüste. 37 Mose war es auch, der zu den Israeliten sagte: >Einen Propheten wie mich wird Gott aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden. < 38 Und als sich unsere Vorfahren in der Wüste am Sinai vor Gott versammelten, war Mose der Vermittler zwischen ihnen und dem Engel, der auf dem Berg mit ihm redete; und es war Mose, der die Gebote entgegennahm – Worte, die zum Leben führen – und der sie an uns weitergab.«

    Eine interessante Parallele zu Jesus: auch er war „der Haupteckstein, den die Bauleute verworfen hatten“ – und dennoch war er es, der uns von der Skalverei der Sünde loskaufte und über den allein wir zu Jehova kommen können

  100. Apostelgeschichte 7:42

    Da wandte sich Gott von ihnen ab und überließ sie ihrem Irrweg, und sie begannen die Gestirne anzubeten, das ganze Heer des Himmels , wie das im Zwölfprophetenbuch zu lesen ist. ´Dort sagt Gott:`
    >Bin ich es etwa, dem ihr während der vierzig Jahre in der Wüste
    Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht habt , ihr Israeliten?

    Was genau ist das „Zwölfprophetenbuch“ – ist es das, was bei uns „die PROPHETEN“ genannt wird?

    Beim Prüfen in der NW-Übersetzung zeigt sich, dass es sich scheinbar noch um etwas anderes handelt, da es bei uns nicht groß geschreiben wird, sondern wie folgt: „so wie es im Buch der Propheten geschrieben steht“. Die Querverweise schicken uns dann zu Jeremia – aber auch ins erste Buch der Könige. Also was genau meinten er damit?

  101. Apostelgeschichte 7:46

    46 David nun war ein Mann, den Gott seine Gnade in besonderem Maß erfahren ließ .

    Wenn wir an dessen jahrelange Flucht vor Saul und die beschwerliche Zeit seines Exils denken, mutet es schon seltsam an, wenn wir hier lesen, dass er von Jehova besondere Gnade oder Segnungen erhielt.

    Aber auch dies ist ein roter Faden, der sich durch die ganze Bibel zieht: Männer, die in besonderer Weise das Wohlgefallen Gottes genießen, haben alle kein super tolles und leichtes Leben. Alle werden in irgendeiner Form verfolgt oder bedrängt.

    Aktuelles Beispiel ist ja hier gerade Stephanus – auch er gerät ja in Bedrängnis, weil er den Willen Gottes tut

  102. Apostelgeschichte 7:59

    59 Während man ihn steinigte, betete Stephanus. »Jesus, ´treuer` Herr«, sagte er, »nimm meinen Geist bei dir auf!« 60 Er sank auf die Knie und rief mit lauter Stimme: »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!« Das waren seine letzten Worte; dann starb er.

    Stephanus – ein wahrer Schüler seines und unseres Herrn: statt seine Verfolger zu verfluchen, bittet er für sie.

    Hier sehen wir, dass er nicht nur dem Namen nach ein Nachfolger Christi war, sondern sehr genau wußte, was dieser gelehrt hatte und dies in seinem eigenen Leben umsetzte: Jesus hatte seine Nachfolger gelehrt, ‚unsere Feinde zu lieben‘ und „für die zu beten, die uns verfolgen“. Als Begründung sagte er seinerzeit, dass genau dies uns von denen unterscheiden würde, die Gott nicht kennen und „seinen Geboten nicht gehorchen“.

    Es ist vom normalen Empfinden her unmöglich, so zu reagieren, wie es Stephanus hier tut. Wir würden nie ‚von selbst‘ darauf kommen, denen etwas Gutes zu sagen oder zu tun, die uns schaden und bis in den Tod verfolgen. Dies ist nur unter dem Geist Jehovas möglich und in der vollen Zuversicht, dass Jehova die Dinge schon richten und richtigstellen wird. Paulus erinnert die Nachfolger Jesu später an folgenden Ausspruch Jehovas: „Mein ist die Rache, ich will vergelten“. Wenn wir davon überzeugt sind und uns wie Stephanus vertrauensvoll in Jehovas Hände geben, dann können auch wir dies schaffen. Denken wir auch an Jesus, der etwas Ähnliches kurz vor seinem Tod sagte.

    Wie gesagt: dies ist uns nicht aus uns selbst heraus möglich, aber mit der Kraft Jehovas schon.

  103. Apostelgeschichte 8:9-24

    Der Magier Simon

    9 Schon seit längerem hatte ein Magier namens Simon diese Stadt zum Schauplatz für sein Wirken gemacht. Er trat mit dem Anspruch auf, ein Meister der Magie zu sein , und seine okkulten Fähigkeiten setzten die Einwohnerschaft von Samarien in Erstaunen. 10 Auf ihn richtete sich die Aufmerksamkeit der gesamten Bevölkerung. »Dieser Mann ist die Kraft Gottes in Person«, sagten die Leute und nannten ihn »Die Große Kraft« . 11 Sie standen völlig unter seinem Bann, so sehr hatte er sie immer wieder mit seinen Zauberkünsten fasziniert.
    12 Doch jetzt, als Philippus ihnen die Botschaft vom Reich Gottes verkündete und über Person und Werk von Jesus Christus sprach, wandten sie sich Philippus zu und schenkten ihm Glauben, und Männer und Frauen ließen sich taufen. 13 Auch Simon kam zum Glauben und ließ sich taufen. Von da an wich er Philippus nicht mehr von der Seite. Die Wunder, die er miterlebte und in denen sich Gottes große Kraft zeigte , ließen ihn nicht mehr aus dem Staunen herauskommen.

    Petrus und Johannes in Samarien: Die Gläubigen erhalten den Heiligen Geist

    14 Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass die Samaritaner Gottes Botschaft angenommen hatten, schickten sie Petrus und Johannes zu ihnen. 15 In der betreffenden Stadt` angekommen, beteten die beiden für sie und baten Gott, ihnen den Heiligen Geist zu geben. 16 Denn bis zu diesem Zeitpunkt war der Heilige Geist noch auf keinen Einzigen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen von Jesus, dem Herrn, getauft. 17 Nach dem Gebet legten Petrus und Johannes ihnen die Hände auf, und jetzt bekamen auch sie den Heiligen Geist.

    Auseinandersetzung der Apostel mit Simon: Den Heiligen Geist bekommt man nicht für Geld

    18 Als Simon sah, dass der Heilige Geist denen gegeben wurde, denen die Apostel die Hände auflegten, bot er Petrus und Johannes Geld an 19 und sagte: »Gebt mir ´Anteil an` dieser Kraft, damit auch bei mir jeder den Heiligen Geist bekommt, dem ich die Hände auflege!«
    20 »Zur Hölle mit dir und deinem Geld! «, fuhr Petrus ihn an. »Zu denken, was Gott schenkt, könne man kaufen! 21 Nein, du hast keinen Anteil an dieser Kraft und hast kein Anrecht auf sie. Denn in deinem tiefsten Innern bist du nicht aufrichtig vor Gott. 22 Bereue doch deine Verschlagenheit und bete zum Herrn! Vielleicht findest du Vergebung für deine üblen Absichten. 23 Ich sehe nämlich, dass dein Denken durch und durch vergiftet ist und dass das Böse dich fest in seinem Griff hat .«
    24 Simon erwiderte: »Betet ihr für mich zum Herrn! Betet, dass nichts von dem eintrifft, was ihr mir angedroht habt!«

    Dies hier liest sich viel schlimmer, als in der NW-Übersetzung: er hatte es also mit okkulten Kräften zu tun. Darunter stelle ich mir etwas ganz anderes vor, als unter einem Zauberer. Ein Zauberer ist für mich immer so was, wie wir aus dem Zirkus kennen, der ein Kaninchen aus seinem Hut „zaubert“. Jemand, der mit Tricks arbeitet. Okkult sind für mich Dinge wie Tischrücken und Sceancen – es hat etwas mit bösen Geistern und Dämonen zu tun.

    Was dachte eigentlich er, woher er die Kraft für seine Wunder hatte? Die Menschen dachten, er habe sie von Gott – aber warum läuft er dann den Aposteln nach? Sie müßten doch für ihn wie seinesgleichen gewesen sein, also nichts besonderes.

    Und warum genau will er ebenfalls die Gabe besitzen, durch das Auflegen der Hände heiligen Geist zu geben? Will er damit wieder mehr Ansehen bei den Menschen, oder es sogar für Geld anbieten, so wie manche heute ihren Adelstitel verkaufen?

  104. Apostelgeschichte 9 – Die Umkehr des Saulus: vom Verfolger der Gemeinde zum Nachfolger Christi

    1-2 Saulus führte weiterhin einen wütenden Kampf gegen die Jünger des Herrn. Er drohte ihnen mit dem Tod und war entschlossen, die Gemeinde auszurotten. Auch in Damaskus wollte er die Anhänger der neuen Lehre aufspüren, um sie alle – Männer wie Frauen – in Ketten nach Jerusalem zu bringen. Zu diesem Zweck wandte er sich an den Hohenpriester und bat ihn um Briefe ´mit einer entsprechenden Bevollmächtigung`, die er den Synagogen in Damaskus vorlegen wollte.
    3 Als er nun nach Damaskus unterwegs war und die Stadt schon fast erreicht hatte, leuchtete plötzlich vom Himmel her ein Licht auf. Von allen Seiten umgab ihn ein solcher Glanz, 4 dass er ´geblendet` zu Boden stürzte. Gleichzeitig hörte er, wie eine Stimme zu ihm sagte: »Saul, Saul , warum verfolgst du mich?« – 5 »Wer bist du, Herr?«, fragte Saulus. Die Stimme antwortete: »Ich bin der, den du verfolgst; ich bin Jesus. 6 Doch jetzt steh auf und geh in die Stadt! Dort wird man dir sagen, was du tun sollst.«
    7 Die Männer, die mit Saulus reisten, standen sprachlos ´vor Bestürzung` dabei; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. 8 Saulus richtete sich vom Boden auf und öffnete die Augen, aber er konnte nichts sehen. Seine Begleiter mussten ihn bei der Hand nehmen und nach Damaskus führen. 9 Drei Tage lang war er blind, und er aß nichts und trank nichts.
    10 InDamaskus lebte ein Jünger ´Jesu` namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: »Hananias!« – »Ja, Herr?«, erwiderte Hananias. 11 »Geh in die Gerade Straße«, befahl ihm der Herr, »und frage im Haus des Judas nach einem Saulus aus Tarsus. Du musst Folgendes wissen: Saulus betet, 12 und in einer Vision hat er gesehen, wie ein Mann namens Hananias in sein Zimmer tritt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sehen kann.«
    13 »Herr«, entgegnete Hananias, »von den verschiedensten Seiten habe ich erfahren, wie viel schreckliche Dinge dieser Mann in Jerusalem denen angetan hat, die zu deiner Gemeinde gehören . 14 Außerdem ist er von den führenden Priestern dazu ermächtigt, hier in Damaskus alle zu verhaften, die sich zu deinem Namen bekennen .«
    15 Aber der Herr sagte: »Geh ´trotzdem` zu ihm! Denn gerade ihn habe ich mir als Werkzeug ausgewählt , damit er meinen Namen ´in aller Welt` bekannt macht – bei den nichtjüdischen Völkern und ihren Herrschern ebenso wie bei den Israeliten. 16 Und ich will ihm zeigen, wie viel er ´von jetzt an` um meines Namens willen leiden muss.«
    17 Da machte sich Hananias auf den Weg und ging in jenes Haus. Er legte Saulus die Hände auf und sagte: »Saul , mein Bruder! Der Herr selbst – Jesus, der dir auf deiner Reise hierher erschienen ist – hat mich geschickt. Er möchte, dass du wieder sehen kannst und mit dem Heiligen Geist erfüllt wirst.« 18 Im selben Augenblick war es, als würden Schuppen von Saulus‘ Augen fallen: Er konnte wieder sehen! Saulus stand auf und ließ sich taufen. 19 Und nachdem er etwas gegessen hatte, kehrten seine Kräfte zurück.
    Saulus war erst einige Tage bei den Jüngern in Damaskus,

    Saulus verkündet in Damaskus das Evangelium

    20 da begann er auch schon , in den Synagogen der Stadt zu verkünden, dass Jesus der Sohn Gottes ist.
    21 Alle, die Saulus hörten , waren außer sich vor Verwunderung. »Ist das nicht der, der in Jerusalem mit unerbittlicher Härte gegen jeden vorging, der sich zu diesem Jesus bekannte ?«, sagten sie. »Und ist er nicht in der Absicht hierhergekommen, die ´Anhänger dieses Mannes` auch hier zu verhaften und sie den führenden Priestern ´in Jerusalem` auszuliefern?«
    22 Saulus jedoch trat mit immer größerer Entschiedenheit auf und brachte die Juden, die in Damaskus lebten, in größte Verwirrung, weil er überzeugend darlegte, dass Jesus der Messias ist.

    Flucht aus Damaskus

    23 Längere Zeit verging. Schließlich fassten die Juden den Beschluss, Saulus zu töten. 24 Saulus erfuhr von ihren Plänen, doch sie bewachten Tag und Nacht die Stadttore, damit er ihnen nicht entkommen konnte . 25 Da ließen ihn seine Anhänger eines Nachts in einem Korb an der Stadtmauer hinunter ´und verhalfen ihm so zur Flucht`.

    Saulus in Jerusalem. Abreise nach Tarsus

    26 Als Saulus wieder nach Jerusalem kam, versuchte er sich den Jüngern anzuschließen. Aber sie hatten alle Angst vor ihm, weil sie nicht glauben konnten, dass jetzt auch er ein Jünger ´Jesu` war. 27 Da kam ihm Barnabas zu Hilfe. Er brachte ihn zu den Aposteln und berichtete ihnen, wie Saulus auf seiner Reise ´nach Damaskus` den Herrn gesehen und wie der Herr mit ihm gesprochen hatte. Außerdem berichtete er ihnen, wie unerschrocken Saulus dann in Damaskus im Namen Jesu aufgetreten war.
    28 Von da an ging Saulus bei den Christen in Jerusalem aus und ein , und auch hier trat er unerschrocken im Namen des Herrn auf. 29 Er unterhielt sich mit den Juden, die aus griechischsprachigen Ländern stammten, und führte lange Streitgespräche mit ihnen. Doch ´statt sich überzeugen zu lassen,` versuchten sie ihn umzubringen. 30 Als die Christen das erfuhren, brachten sie ihn nach Cäsarea, von wo sie ihn dann nach Tarsus ziehen ließen.

    Wie hätte ich mich zu der Zeit gefühlt?

    Hätte ich mich über die Bekehrung des Paulus gefreut oder hätte sie mir Angst gemacht.

    Stellen wir uns vor, wir hätten durch seine heftige Verfolgung selbst viel erleiden müssen und vielleicht einen geliebten Menschen verloren. Dann hören wir von seiner Belehrung und dass Jehova ausgerechnet ihn in besonderer Weise benutzen wolle…

  105. Apostelgeschichte 10 – 12

    Apostelgeschichte 10 – Kornelius, der erste von den Heiden, den Gott selbst zu sich zieht

    Die Vision des römischen Hauptmanns Kornelius in Cäsarea

    1 In Cäsarea lebte ein ´römischer` Offizier namens Kornelius, ein Hauptmann, der zum so genannten Italischen Regiment gehörte . 2 Kornelius war ein frommer Mann, der mit allen, die in seinem Haus lebten, an den Gott Israels glaubte ; er gab großzügige Spenden für die Bedürftigen in der ´jüdischen` Bevölkerung und betete treu und regelmäßig.
    3 Eines Tages – gegen drei Uhr nachmittags – hatte Kornelius eine Vision: Klar und deutlich sah er, wie ein Engel Gottes zu ihm ins Zimmer trat. »Kornelius!«, hörte er ihn sagen. 4 Erschrocken starrte Kornelius den Engel an. »Was ist, Herr?«, fragte er. Der Engel erwiderte: »Gott hat deine Gebete gehört und hat gesehen, wie viel Gutes du den Armen tust. 5 Darum schicke jetzt einige Männer nach Joppe zu einem gewissen Simon mit dem Beinamen Petrus und bitte ihn, zu dir zu kommen. 6 Er ist bei einem Gerber zu Gast, der ebenfalls Simon heißt und dessen Haus direkt am Meer liegt.«
    7 Als der Engel wieder gegangen war, rief Kornelius zwei seiner Diener sowie einen gläubigen Soldaten aus seinem persönlichen Gefolge zu sich. 8 Er berichtete ihnen alles, was er soeben erlebt hatte , und schickte sie dann nach Joppe.

    Die Vision von Petrus in Joppe

    9 Um die Mittagszeit des folgenden Tages – die Boten des Kornelius waren noch unterwegs, näherten sich aber bereits der Stadt – stieg Petrus zum Beten auf das flache Dach ´des Hauses, in dem er zu Gast war`. 10 Nach einiger Zeit wurde er hungrig und bat um etwas zu essen. Während ihm nun eine Mahlzeit zubereitet wurde, hatte er eine Vision . 11 Er sah den Himmel offen stehen und etwas wie ein riesiges leinenes Tuch herabkommen, das – gehalten an seinen vier Ecken – auf die Erde heruntergelassen wurde. 12 Indem Tuch befanden sich Tiere aller Art – Vierfüßer, Reptilien und Vögel . 13 Nun hörte er eine Stimme: »Auf, Petrus, schlachte und iss!« – 14 »Auf gar keinen Fall, Herr!«, entgegnete Petrus. »In meinem ganzen Leben habe ich noch nie etwas Unheiliges und Unreines gegessen!« 15 Doch die Stimme wiederholte die Aufforderung. »Was Gott für rein erklärt hat, das behandle du nicht, als wäre es unrein !«, sagte sie. 16 Und noch ein drittes Mal wurde Petrus zum Essen aufgefordert. Danach verschwand das Tuch so unvermittelt wieder im Himmel, ´wie es gekommen war`.

    Die Boten des Kornelius bei Petrus

    17 Während Petrus noch darüber rätselte, was diese Vision bedeuten sollte, kamen auch schon die Männer an, die Kornelius geschickt hatte. Sie hatten sich zu Simons Haus durchgefragt und standen jetzt ´unten` vor dem Eingangstor. 18 »Ist hier ein Simon mit dem Beinamen Petrus zu Gast?«, riefen sie.
    19 Da sagte der Geist ´Gottes` zu Petrus, der immer noch über die Vision nachdachte: »Petrus! ´Vor dem Haus` sind drei Männer, die zu dir wollen. 20 Darum steh jetzt auf und geh nach unten. ´Sie werden dich bitten, mit ihnen zu kommen.`Folge ihnen ohne Bedenken ; ich selbst habe sie geschickt.«
    21 Da ging Petrus zu den Männern hinunter und sagte: »Ich bin der, den ihr sucht. Was führt euch zu mir?« – 22 »´Wir kommen von` Hauptmann Kornelius«, antworteten sie, »einem frommen und gerechten Mann, der an den Gott Israels glaubt und bei der ganzen jüdischen Bevölkerung in hohem Ansehen steht. Er hat von einem heiligen Engel den Auftrag erhalten, dich in sein Haus einzuladen, um zu erfahren, was du ihm zu sagen hast.« 23 Als Petrus das hörte, bat er die Männer herein und sorgte dafür, dass sie bei Simon übernachten konnten .
    Gleich am nächsten Morgen machte sich Petrus mit ihnen auf den Weg, begleitet von einigen Brüdern aus Joppe.

    Petrus bei Kornelius

    24 Am darauf folgenden Tag kamen sie in Cäsarea an. Kornelius, der seine Verwandten und seine engsten Freunde zu sich eingeladen hatte, erwartete sie bereits.
    25 Als Petrus durch ´das Hoftor` trat, kam Kornelius ihm entgegen und warf sich ehrfurchtsvoll vor ihm nieder. 26 Doch Petrus zog ihn wieder hoch. »Steh auf!«, sagte er. »Ich bin auch nur ein Mensch.« 27 Und während er sich mit Kornelius unterhielt, betrat er das Haus.
    Überrascht sah er die vielen Leute, die sich dort zusammengefunden hatten. 28 »Ihr wisst sicher«, sagte er zu ihnen, »dass es einem Juden nicht erlaubt ist, engeren Kontakt mit jemand zu haben, der zu einem anderen Volk gehört, oder ihn gar in seinem Haus zu besuchen. Aber Gott hat mir unmissverständlich klar gemacht, dass man keinen Menschen als unheilig oder unrein bezeichnen darf, ´nur weil er kein Jude ist`. 29 Daher habe ich auch keine Einwände gemacht, als man mich einlud, hierher zu kommen. Und nun lasst mich wissen, aus welchem Grund ihr mich geholt habt!«
    30 Kornelius erwiderte: »Vor drei Tagen hatte ich mich zur gleichen Zeit wie jetzt, nachmittags gegen drei Uhr, hier in meinem Haus zum Gebet zurückgezogen , als plötzlich ein Mann in einem leuchtend weißen Gewand vor mir stand. 31 >Kornelius!Gott hat dein Beten erhört, und er weiß sehr wohl, wie viel Gutes du den Armen tust . 32 Schicke daher Boten nach Joppe zu einem Simon mit dem Beinamen Petrus und lade ihn zu dir ein; er ist bei dem Gerber Simon zu Gast, dessen Haus direkt am Meer liegt. < 33 Daraufhin schickte ich sofort ´einige Leute` zu dir, und du bist so freundlich gewesen, zu uns zu kommen. Nun sind wir alle hier in Gottes Gegenwart versammelt, um zu hören, was du uns im Auftrag des Herrn zu sagen hast.«

    Das Evangelium wird zum ersten Mal vor Nichtjuden verkündet

    34 »Wahrhaftig«, begann Petrus, »jetzt wird mir ´erst richtig` klar, dass Gott keine Unterschiede zwischen den Menschen macht! 35 Er fragt nicht danach, zu welchem Volk jemand gehört, sondern nimmt jeden an , der Ehrfurcht vor ihm hat und tut, was gut und richtig ist.
    36 ´Was ich euch bringe, ist` die Botschaft , die Gott bereits den Israeliten verkünden ließ; es ist das Evangelium vom Frieden durch den , der über alle Menschen Herr ist, Jesus Christus. 37 Ihr habt sicher von dem erfahren, was sich im ganzen jüdischen Land zugetragen hat. Angefangen hatte es in Galiläa, nachdem Johannes zur Taufe aufgerufen hatte: 38 Jesus von Nazaret wurde von Gott mit dem Heiligen Geist gesalbt und mit Kraft erfüllt und zog dann im ganzen Land umher, tat Gutes und heilte alle, die der Teufel in seiner Gewalt hatte; denn Gott war mit ihm. 39 Wir Apostel sind Zeugen von all dem, was er im jüdischen Land und in Jerusalem getan hat. Und dann hat man ihn getötet, indem man ihn ans Kreuz hängte. 40 Doch drei Tage danach hat Gott ihn ´von den Toten` auferweckt, und in Gottes Auftrag hat er sich als der Auferstandene gezeigt – 41 allerdings nicht dem ganzen Volk, sondern nur denen, die Gott schon im Voraus zu Zeugen bestimmt hatte, nämlich uns Aposteln. Mit uns hat er, nachdem er von den Toten auferstanden war, sogar gegessen und getrunken. 42 Und er gab uns den Auftrag, dem ganzen Volk mit allem Nachdruck zu verkünden und zu bezeugen, dass er der von Gott eingesetzte Richter ist, der über die Lebenden und über die Toten das Urteil sprechen wird. 43 Schon die Propheten haben von ihm geredet . Durch ihn , so bezeugen sie alle übereinstimmend, bekommt jeder die Vergebung seiner Sünden – jeder, der an ihn glaubt. «

    Auch Nichtjuden erhalten den Heiligen Geist

    44 Während Petrus noch über diese Dinge sprach, kam der Heilige Geist auf alle herab, die seine Botschaft hörten. 45 Die Gläubigen jüdischer Herkunft , die Petrus nach Cäsarea begleitet hatten, waren außer sich vor Verwunderung, dass die Gabe ´Gottes`, der Heilige Geist, auch über Nichtjuden ausgegossen wurde. 46 Sie hörten nämlich, wie die Versammelten in ´geistgewirkten` Sprachen redeten und Gott für seine Größe priesen.
    Schließlich wandte sich Petrus an seine Begleiter und sagte: 47 »Wer hätte jetzt noch das Recht, diesen Leuten die Taufe zu verweigern – jetzt, wo sie genau wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?« 48 Und er ordnete an, sie im Namen von Jesus Christus zu taufen. Danach blieb er auf ihre Bitte hin noch einige Tage bei ihnen.

    Ein sehr ergreifender Bericht!

    An die Szene mit Petrus auf dem Dach, der entsetzt die unreinen Speisen zurückweist, musste ich vor einigen Tagen denken, als ich den Ausspruch Jesu lass, dass „nichts, was in den Mund des Menschen hinein geht, einen Menschen verunreinigt“. War nicht auch Petrus dabei anwesend? Hatte er es da nicht bereits begreifen müssen?

    Hier steht ja nur, was er sagt, nicht, was er bei der Aufforderung denkt. Ob ihm dieser Ausspruch Jesu in den Sinn schiesst? Vielleicht denkt er gerade darüber nach, als die Abgesandten von Kornelius eintreffen.

    Im Wt vom WT 01.06.2002, Abs 15 finden wir hierzu Folgendes:

    Wie bedeutsam moralische und geistige oder innerliche Reinheit ist, verstehen wir noch besser, wenn wir beachten, was Jesus sagte, als Pharisäer und Schriftgelehrte behaupteten, seine Jünger seien unrein, weil sie sich die Hände nicht gewaschen hatten, bevor sie ein Mahl einnahmen. Er stellte die Sache wie folgt richtig: „Nicht was in seinen Mund hineingeht, verunreinigt einen Menschen; sondern was aus seinem Mund herauskommt, das verunreinigt einen Menschen.“ Dann erklärte er: „Was . . . aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen, und dieses verunreinigt einen Menschen. Zum Beispiel kommen aus dem Herzen böse Überlegungen, Mordtaten, Ehebrüche, Hurereien, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Das sind die Dinge, die einen Menschen verunreinigen; aber ein Mahl mit ungewaschenen Händen einzunehmen verunreinigt einen Menschen nicht“ (Matthäus 15:11, 18-20).

  106. Apostelgeschichte 11:1-18

    Rechenschaftsbericht von Petrus vor der Gemeinde in Jerusalem

    1 Die Neuigkeit, dass jetzt auch die Nichtjuden Gottes Botschaft angenommen hatten, erreichte schon bald die Apostel und die Christen in Judäa.
    2 Als Petrus nun nach Jerusalem zurückkehrte, stellten ihn die Gläubigen der dortigen Gemeinde, die ja alle beschnitten waren, zur Rede. 3 »Du bist in ein Haus gegangen, in dem Unbeschnittene wohnen, und hast sogar mit ihnen gegessen!«, hielten sie ihm vor.
    4 Da gab Petrus ihnen einen ausführlichen Bericht über das , was geschehen war. 5 »Als ich«, so begann er, »in der Stadt Joppe war und gerade betete, hatte ich eine Vision: Ich sah etwas wie ein riesiges leinenes Tuch herabkommen, das – gehalten an seinen vier Ecken – aus dem Himmel heruntergelassen wurde, bis es sich unmittelbar vor mir befand. 6 Gespannt schaute ich hinein und erblickte die verschiedensten Tiere – Haustiere , wilde Tiere, Reptilien und Vögel. 7 Jetzt hörte ich auch eine Stimme, die zu mir sagte: >Auf, Petrus, schlachte und iss!< - 8 >Auf gar keinen Fall, Herr!< , entgegnete ich. >Noch nie in meinem Leben habe ich von etwas Unheiligem oder Unreinem auch nur einen Bissen gegessen!< 9 Doch die Stimme aus dem Himmel wiederholte die Aufforderung. >Was Gott für rein erklärt hat, das behandle du nicht, als wäre es unrein !< , sagte sie. 10 Und noch ein drittes Mal wurde ich zum Essen aufgefordert. Danach wurde das Tuch mit allem, was darin war, wieder in den Himmel hinaufgezogen. 11 Die Vision war kaum vorüber, da standen drei Männer vor dem Haus, in dem wir uns befanden; sie kamen aus Cäsarea und waren zu mir geschickt worden. 12 Der Geist ´Gottes` sagte mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen gehen, was ich dann auch tat. Diese sechs Brüder hier, ´die ich aus Joppe mitgebracht habe,` begleiteten mich. Wir betraten das Haus des Mannes, ´der nach mir geschickt hatte,` 13 und er erzählte uns, er habe einen Engel in seinem Haus stehen sehen, der zu ihm gesagt habe: >Schicke Boten nach Joppe zu einem Simon mit dem Beinamen Petrus und bitte ihn, zu dir zu kommen! 14 Was er dir zu sagen hat, wird dir Rettung bringen, dir und allen, die in deinem Haus leben.< 15 Ich hatte eben erst begonnen , zu den Versammelten zu sprechen, als der Heilige Geist auf sie herabkam - genau wie damals am Pfingsttag auf uns. 16 Da musste ich an das Wort denken, das der Herr gesagt hatte: >Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden.< 17 Gott hat ihnen also, als sie zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, kamen, dieselbe Gabe geschenkt wie uns. Wer bin ich, dass ich es da noch hätte wagen dürfen, mich Gott in den Weg zu stellen?« 18 Als diejenigen, ´die von Petrus Rechenschaft gefordert hatten,` diesen Bericht hörten, verstummte ihre Kritik . Sie priesen Gott und sagten: »Jetzt hat Gott also auch den Nichtjuden die Umkehr zu ihm ermöglicht und hat ihnen damit den Weg zum Leben eröffnet .«

    Eine interessante Argumentation: er erzählt einfach nur kurz und bündig, wie sich alles abgespielt hatte. Außerdem führt er einen Ausspruch Jesu an, den er auf diese Situation bezieht. Am Wichtigsten ist allerdings die Tatsache, dass Jehova selbst mit seinem heiligen Geist bezeugt hatte, dass er diese Menschen zu sich hingezogen und in seinem Volk haben wollte.

    Aber wir können hier nicht nur von Petrus lernen, sondern auch von denen, die ihn zur Rede stellten: sie hören ihm aufmerksam zu und lassen ihn ausreden – ohne ihm mit ihren eigenen Argumenten ins Wort zu fallen. Etwas, was uns oftmals schwer fällt, wenn wir emotional aufgebracht sind und denken, der andere würde falsch handeln. Hier sind wir schnell geneigt, ihn auszubremsen und ihm zu sagen, was wir von ihm halten.

    Jehova allerdings warnt uns bereits im mosaischen Gesetz, nicht zu urteilen, bevor wir alle Fakten kennen. Auch gibt es dort die Warnung davor, dass wir allzu leicht geneigt sind, dem zu glauben, der zuerst kommt und dann demjenigen gegenüber, der sich ja nun vor uns verteidigen muss, voreingenommen sind. Wenn wir dann nicht genau zuhören, könnten wir tatsächlich in die Falle des Satans tappen, der ja bekanntlicherweise die Brüder zersprengen will, denn er weiss wie wir: „gemeinsam sind wir stark“ und allein ist alles viel schwerer.

    Diese Brüder sind zwar zuerst entsetzt über das, was Petrus getan hat, denn laut ihren Überlieferungen durfte kein Jude engen Kontakt zu einem Nichtjuden haben, aber sie wissen auch, dass Jesus vieles verändert hat. Also hören sie Petrus erst mal zu.

    Sicherlich wird das nicht so eine kurze Angelegenheit gewesen sein, wie sich das hier in den paar Versen in der Bibel liest. Sie werden zugehört, nachgedacht und nachgefragt haben. Zudem hatten sie ja den Helfer, den heiligen Geist, und die Möglichkeit, Jehova zu befragen.

    So standen sie nicht allein mit Petrus, sondern mit Jehova und Jesus dabei. Sie haben vielleicht sogar zuvor Jehova gefragt und IHN um seinen Geist gebeten.

    Daher gab ER Petrus die rechten Worte und den Zuhörern ein unvoreingenommenes Herz.

    Beides ist nur mit Jehovas Geist möglich. Wenn wir diesen verwehren, weil wir meinen, wir selbst wüßten bereits, wie sich die Dinge verhielten, ohne zugehört zu haben – dann werden wir die Dinge niemals so sehen, wie Jehova sie sieht. Und dann wird ER seinerseits uns so richten, wie wir unseren Bruder gerichtet haben. Und „es ist etwas Furchtbares“, dann „in die Hände Gottes zu fallen“.

  107. Apostelgeschichte 11:23-24

    23 Als er sah, was dort durch Gottes Gnade geschah, war er glücklich. Er machte allen Mut und forderte sie dazu auf, dem Herrn mit ungeteilter Hingabe treu zu bleiben. 24 Denn er hatte einen edlen Charakter, war mit dem Heiligen Geist erfüllt und hatte einen festen Glauben. Durch seinen Dienst stieg die Zahl derer, die an den Herrn glaubten, ständig an.

    Könnte man dies auch von uns sagen?

    Freuen auch wir uns, wenn wir sehen, dass andere sich alle Mühe geben, die Menschen mit Gottes Wort vertraut zu machen und ihnen zu helfen, Jehova als ihren Freund zu erkennen? Oder tun wir dies abfällig ab, weil diese nicht zu unserer eigenen Religionsorganisation gehören und wir nach unserer eigenen Ansicht die allein wahre Religion haben?

    Wie hatte Jesus noch mal reagiert, als ihm einige Jünger aufgebracht erzählen, dass da jemand in seinem Namen Dämonen austreibt, der nicht zu dem Trupp zählt, der mit Jesus mit läuft?

    „Wer nicht gegen uns ist, ist für uns“, „nicht jeder…, sondern der, der den Willen meines Vaters tut“, „lehrt sie alles zu halten, was ich euch geboten habe“.

    Gerade eben hatten wir noch von der Bekehrung des Kornelius gehört und dass selbst Petrus hier ganz erstaunt ist, weil er endlich begreift, was Jehova will:

    34 »Wahrhaftig«, begann Petrus, »jetzt wird mir ´erst richtig` klar, dass Gott keine Unterschiede zwischen den Menschen macht! 35 Er fragt nicht danach, zu welchem Volk jemand gehört, sondern nimmt jeden an , der Ehrfurcht vor ihm hat und tut, was gut und richtig ist.

  108. Apostelgeschichte 12 – offen und wahrheitsgemäß über Jehova und sein Wort zu reden, macht uns nicht bei jedem beliebt

    Verfolgung der Jerusalemer Gemeinde durch König Herodes: Jakobus wird hingerichtet, Petrus inhaftiert

    1 Um diese Zeit begann König Herodes , die Gemeinde in Jerusalem zu verfolgen, und ging mit Gewalt gegen einige ihrer Mitglieder vor . 2 Jakobus, den Bruder des Johannes, ließ er mit dem Schwert hinrichten. 3 Als er sah, dass er den Juden damit einen Gefallen tat, setzte er den eingeschlagenen Kurs fort und ließ auch Petrus festnehmen, und zwar gerade während der Zeit, in der ´das Passafest` gefeiert wurde, das Fest der ungesäuerten Brote. 4 Herodes ließ Petrus ins Gefängnis bringen und beauftragte vier Gruppen zu je vier Soldaten mit seiner Bewachung ; nach den Festtagen wollte er ihn dann vor allem Volk aburteilen. 5 Während Petrus nun also ´streng bewacht` im Gefängnis saß, betete die Gemeinde intensiv für ihn zu Gott.

    Befreiung von Petrus durch einen Engel

    6 Inder Nacht vor der von Herodes geplanten öffentlichen Verurteilung schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit je einer Kette an sie gefesselt; und vor der Tür seiner Zelle waren Posten aufgestellt und hielten Wache. 7 Mit einem Mal stand ein Engel des Herrn in der Zelle, und helles Licht erfüllte den Raum. Der Engel gab Petrus einen Stoß in die Seite, um ihn zu wecken. »Schnell, steh auf!«, sagte er. Im selben Augenblick fielen die Ketten, die Petrus um die Handgelenke trug, zu Boden. 8 Der Engel sagte: »Binde den Gürtel um und zieh deine Sandalen an!«, Petrus tat es. »Und jetzt wirf dir den Mantel über und komm mit!«, sagte der Engel. 9 Petrus folgte ihm nach draußen, allerdings ohne zu wissen, dass das, was er mit dem Engel erlebte, Wirklichkeit war; er meinte vielmehr, er hätte eine Vision . 10 Sie passierten den ersten Wachtposten, ebenso den zweiten, und als sie schließlich zu dem eisernen Tor kamen, das in die Stadt führte, öffnete es sich ihnen von selbst. Sie traten ins Freie und gingen eine Gasse entlang – und plötzlich war der Engel verschwunden.
    11 Da erst kam Petrus zu sich. »Wahrhaftig«, sagte er, »jetzt weiß ich, dass der Herr seinen Engel gesandt hat! Er hat mich Herodes und seiner Macht entrissen und hat mich vor all dem bewahrt, was das jüdische Volk so gern gesehen hätte.« 12 Nachdem er über seine Lage nachgedacht hatte , ging er zum Haus von Maria, der Mutter des Johannes, der den Beinamen Markus trägt . Dort war eine große Zahl ´von Christen` zum Gebet versammelt. 13 Petrus klopfte an das Eingangstor, worauf eine Dienerin namens Rhode kam, um nachzusehen, wer vor dem Haus stand . 14 Als sie die Stimme von Petrus erkannte, vergaß sie vor lauter Freude, das Tor zu öffnen, lief ins Haus zurück und rief: »Es ist Petrus! Petrus steht vor dem Tor!« – 15 »Du hast wohl den Verstand verloren!«, entgegneten die anderen. Und als Rhode darauf beharrte, dass es sich genauso verhielt, wie sie sagte, meinten sie: »Dann muss es sein Engel sein. « 16 Währenddessen klopfte Petrus wieder und wieder ans Tor. Als sie schließlich öffneten und ihn sahen, waren sie außer sich vor Freude. 17 Petrus bat sie mit einer Handbewegung, sich zu beruhigen, und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis herausgeführt hatte. »Berichtet das auch Jakobus und den anderen Geschwistern !«, sagte er. Dann verabschiedete er sich von ihnen und verließ die Stadt.
    18 Als es Tag wurde, war die Bestürzung unter den Soldaten groß; keiner wusste, was mit Petrus geschehen war. 19 Herodes ließ überall nach ihm suchen, aber er blieb unauffindbar. Da nahm Herodes die Wachen ins Verhör und befahl schließlich, sie ´zur Hinrichtung` abzuführen. Daraufhin verließ er Jerusalem und das judäische Umland und reiste nach Cäsarea , wo er seine Residenz hatte .

    Das schreckliche Ende des Herodes

    20 Herodes lag damals in heftigem Streit mit den Bürgern von Tyrus und Sidon. Nun schickten sie eine gemeinsame Abordnung zu ihm, und nachdem es den Delegierten gelungen war, Blastus, den Palastverwalter und engen Vertrauten des Königs, als Fürsprecher zu gewinnen, baten sie Herodes um eine friedliche Beilegung des Konflikts. (´Sie sahen sich zu diesem Schritt gezwungen,` weil ihr Land auf die Lieferung von Nahrungsmitteln aus dem Herrschaftsgebiet des Königs angewiesen war.) 21 An dem Tag, der ´für die offizielle Beendigung des Streits` vorgesehen war, erschien Herodes in königlichem Prunk ´vor dem versammelten Volk`, nahm auf der Tribüne Platz und hielt eine feierliche Rede an die Delegation aus Tyrus und Sidon . 22 Begeistert jubelte das Volk ihm zu: »So spricht ein Gott und nicht ein Mensch!« 23 Und Herodes ließ sich das gefallen, anstatt Gott die Ehre zu geben. Da vollstreckte ein Engel des Herrn das göttliche Urteil an ihm: Herodes brach noch auf der Tribüne zusammen, von einer schweren Krankheit befallen. Würmer zerfraßen seinen Leib, und er starb einen qualvollen Tod.
    24 Die Botschaft Gottes aber breitete sich immer weiter aus, und die Zahl derer, die sie annahmen, wuchs ständig.
    25 Nachdem Barnabas und Saulus ihren Auftrag in Jerusalem erfüllt ´und die Geldspende überbracht` hatten , kehrten sie ´nach Antiochia` zurück; Johannes mit dem Beinamen Markus begleitete sie.

    Ja, bei Menschen machen wir uns damit oftmals unbeliebt – aber unser Gott Jehova freut sich über uns. Er blickt voller Liebe zu uns herab und er steht uns bei, wenn wir IHN brauchen.

    Zwar bewirkt er keine so aufsehenerregende Wunder, wie hier bei Petrus, auch lässt er eine Prüfung oft bis zur absoluten Schmerzgrenze zu – aber er lässt uns niemals allein!

    Vielleicht fallen uns jetzt hier die drei jungen Hebräer ein, die trotzdem in den Feuerofen geworfen wurden – und wieder herauskamen, ohne dass ihnen ein Haar gekrümmt wurde. Oder Daniel, der wegen seiner Treue in eine Grube voller hungriger Löwen geworfen wurde – und dem nichts geschah. Hier hatte Jehova die Dinge bis zur absoluten Schmerzgrenze zugelassen und sie dann doch befreit. Ebenso wie hier Petrus.

    Aber es gibt auch andere Fälle, wie z.B. David, der so viele Jahre vor Saul auf der Flucht war und später immer wieder Schwierigkeiten in und aus seiner Familie hatte. Ihn hat Jehova nicht daraus befreit – aber ER hat ihm die Kraft gegeben, damit er es ertragen konnte und ihm immer wieder versichert, wie lieb ER ihn hat.

    Denken wir auch an Stephanus. Er wurde wegen seinem Glauben, seiner Treue und seinem Eifer sogar zu Tode gesteinigt. Ihn befreite er nicht. Aber ER liess ihn in seinem schlimmsten Augenblick etwas Wunderbares sehen: Jesus in seiner himmlischen Herrlichkeit. Dies stärkte ihn und gab ihm den Trost, bald an dessen Seite zu sein.

    Auch uns lässt Jehova niemals im Stich. Zwar lässt er bereits seit vielen Jahre so ungheheuerliche Dinge zu, dass man vom rein Menschlichen her den Verstand verlieren müßte – aber er zeigt auch uns immer wieder, wie sehr ER uns liebt und dass er sich immer noch über uns freut. Er erinnert uns immer wieder daran, warum wir hier im Kreuzfeuer stehen: wir sind für den Widersacher immer noch interessant – gerade weil wir das Wohlgefallen Jehovas haben. Er gibt uns Trost und Kraft und seinen „Frieden, der alles Denken übertrifft“.

    Und dies sichert er jedem Einzelnen von uns zu, der sich aufrichtig und von ganzem Herzen bemüht, so zu leben, dass er IHM gefällt!

  109. Apostelgeschichte 13 – 14

    Apostelgeschichte 13 Die erste Missionsreise des Apostels Paulus (Kapitel 13,1 bis 14,28)

    Aussendung von Barnabas und Saulus durch die Gemeinde in Antiochia

    1 In der Gemeinde von Antiochia gab es eine Reihe von Propheten und Lehrern: Barnabas , Simeon, genannt »der Schwarze« , Luzius aus Zyrene, Manaën, der zusammen mit dem Fürsten Herodes aufgewachsen war , und Saulus. 2 Eines Tages, während die Gemeinde dem Herrn mit Gebet und Fasten diente , sagte der Heilige Geist: »Stellt mir Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei, zu der ich sie berufen habe!« 3 Da legte man den beiden nach weiterem Fasten und Beten die Hände auf und ließ sie ziehen .

    Auf Zypern: Zusammenstoß mit einem jüdischen Magier, Erfolg bei dem Prokonsul der Insel

    4 Auf diese Weise vom Heiligen Geist ausgesandt, gingen Barnabas und Saulus nach Seleuzia hinunter und nahmen dort ein Schiff, das nach Zypern fuhr; 5 als Helfer hatten sie Johannes dabei. In Salamis angekommen, verkündeten sie die Botschaft Gottes in den jüdischen Synagogen der Stadt. 6 Anschließend durchzogen sie die ganze Insel, bis sie nach Paphos kamen. Dort begegneten sie einem Juden, der ein Magier und ein falscher Prophet war. Er hieß Barjesus 7 und gehörte zum Gefolge von Sergius Paulus, dem Prokonsul der Insel, einem klugen und vernünftigen Mann. Dieser hatte Barnabas und Saulus zu sich eingeladen, weil er sehr daran interessiert war, die Botschaft Gottes zu hören. 8 Doch Barjesus (oder Elymas, wie der Magier auch genannt wurde – Elymas bedeutet »Zauberer«) griff die beiden heftig an und versuchte mit allen Mitteln, den Prokonsul vom Glauben abzuhalten. 9 Da blickte ihn Saulus – sein römischer Name ist Paulus – durchdringend an. Vom Heiligen Geist erfüllt, 10 sagte er zu ihm: »Du Sohn des Teufels , hinterhältig und durchtrieben bist du, ein Feind von allem, was gut und richtig ist! Wann hörst du endlich auf, dich dem Herrn in den Weg zu stellen, um seine guten Pläne zu durchkreuzen ? 11 Doch jetzt bekommst du die ´mächtige` Hand des Herrn zu spüren: Du wirst eine Zeitlang blind sein und die Sonne nicht sehen können!« Im selben Augenblick fand sich der Magier in tiefste Dunkelheit gehüllt; er tappte hilflos umher und suchte jemand, der bereit war, ihn an der Hand zu führen. 12 Als der Prokonsul das sah, kam er zum Glauben, tief beeindruckt von der Lehre des Herrn , ´die solche Dinge bewirkte`.

    Im pisidischen Antiochia: Paulus predigt in der Synagoge

    13 Paulus und seine Begleiter brachen wieder auf; sie bestiegen ein Schiff und fuhren von Paphos nach Perge in Pamphylien. Dort trennte sich Johannes von Paulus und Barnabas. Während Johannes nach Jerusalem zurückkehrte, 14 zogen die beiden anderen von Perge aus landeinwärts, bis sie in das an der Grenze zu Pisidien gelegene Antiochia kamen. Am Sabbat gingen sie in die dortige Synagoge und setzten sich ´zu den Gottesdienstbesuchern`. 15 Nach der Lesung aus dem Gesetz des Mose und aus den Schriften der Propheten schickten die Synagogenvorsteher ´den Synagogendiener` zu Paulus und Barnabas und ließen ihnen mitteilen : »Liebe Brüder, wenn ihr ein Wort der Ermutigung mitgebracht habt, das ihr an die Gemeinde weitergeben wollt, dann ist jetzt Gelegenheit dazu!«
    16 Da stand Paulus auf, bat mit einer Handbewegung um Aufmerksamkeit und begann: »Ihr Israeliten und ihr anderen, die ihr an den Gott Israels glaubt , hört mich an! 17 Der Gott unseres israelitischen Volkes hat unsere Väter erwählt. Er ließ unsere Vorfahren zu einem großen Volk werden , als sie in der Fremde waren, in Ägypten, und bewies dann seine Macht, indem er sie von dort wegführte . 18 Mit großer Geduld ertrug er sie während der ganzen Zeit, die sie in der Wüste zubrachten, etwa vierzig Jahre lang. 19 Danach unterwarf er die Einwohner Kanaans – ´nicht weniger als` sieben Völker – und gab ihr Land unseren Vorfahren zum Besitz. 20 Das geschah etwa vierhundertfünfzig Jahre ´nach der Übersiedlung unserer Vorfahren nach Ägypten`. In der nun folgenden Zeit gab Gott ihnen Richter; der letzte Richter war der Prophet Samuel . 21 Dann forderten sie von Gott einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin. Doch nachdem Saul vierzig Jahre regiert hatte, 22 verstieß ihn Gott und erhob David auf den Thron. Ihm stellte er folgendes Zeugnis aus: >In David, dem Sohn Isais, habe ich einen Mann gefunden , wie ich ihn mir wünsche; er wird alle meine Pläne ausführen .Für wen haltet ihr mich? Ich bin nicht der, ´auf den ihr wartet `. Aber der, der nach mir kommt, der ist es, und ich bin nicht einmal würdig, ihm die Riemen seiner Sandalen zu öffnen.Du bist mein Sohn;
    heute habe ich dich gezeugt .Ich werde euch die heiligen und unvergänglichen Gaben schenken,
    die ich David versprochen habe .Du wirst deinen heiligen ´Diener` nicht der Verwesung preisgeben.Seht her, ihr, die ihr meine Weisungen missachtet ,
    staunt, ´erschreckt` und geht zugrunde!
    Denn schon bald werde ich etwas ganz Außergewöhnliches tun;
    wenn euch jemand davon berichten würde,
    würdet ihr ihm nicht glauben.Ich habe dich zu einem Licht für alle Völker gemacht;
    du sollst das Heil bis in die entferntesten Gegenden der Erde bringen .<«
    48 Als die Nichtjuden das hörten, brachen sie in Jubel aus und priesen den Herrn für diese Botschaft. Alle, die dazu bestimmt waren, das ewige Leben zu erhalten, kamen zum Glauben, 49 und die Botschaft des Herrn verbreitete sich in der ganzen Gegend.
    50 Aber die Juden ´von Antiochia` hetzten die einflussreichen griechischen Frauen, die sich zur Synagogengemeinde hielten , sowie die Magistratsbeamten der Stadt gegen Paulus und Barnabas auf; sie zettelten eine Verfolgung der beiden an und sorgten dafür, dass sie aus der Stadt ausgewiesen wurden. 51 Da schüttelten Paulus und Barnabas den Staub von ihren Füßen als Zeichen der Warnung für die Juden von Antiochia und machten sich auf den Weg nach Ikonion. 52 Die Jünger ´in Antiochia` aber waren ´trotz dieser Vorkommnisse` voller Freude und wurden ´immer mehr` mit dem Heiligen Geist erfüllt.

    Schon erstaunlich diese unterschiedlichen Reaktionen der Einzelnen: wer richtig zu Jehova und seinem Wort eingestellt war, der wollte von den Aposteln mehr hören.
    Selbst der Synagogenvorsteher fordert Paulus extra auf, zu der Gemeinde zu sprechen – obwohl er weiss, dass diese Botschaft umstritten ist. In einem späteren Vers wird erklärt, dass alle, die der Rettung würdig sind, zur Wahrheit kamen. Bei uns heißt es: „alle, die zur Botschaft richtig eingestellt waren“. Die Formulierung hier in der Neuen Genfer Übersetzung vermittelt eher die Vorstellung davon, dass Jehova diese Menschen gezogen hat. Allerdings auf der Grundlage dessen, dass sie richtig zu seiner Botschaft eingestellt waren. Wir sehen: hier ergänzen sich die Übersetzungen!

    Interessant hierbei auch, was für Menschen es sind, die die Gute Botschaft ablehnen: der erste ist einer, der sich mit Magie und Zauberei – und somit auch mit den Dämonen – beschäftigte. Klar, dass dieser nicht von Jehova gezogen wird, denn er folgt ja einem anderen Gott nach, dem Widersacher Jehovas.

    Bei den nächsten wird gesagt, dass sie von Neid getrieben wurden. Neid zählt zu der Frucht des Fleisches, die diejenigen hervorbringen, die den Geist Gottes verwehren. Eine Frucht, die wie die Lüge ihren Ursprung in Satan hat.

    Ganz klar, dass Jehova niemand zu sich zieht, der die Eigenschaften seines Widersachers toll findet.

    War es denn nicht dessen Neid, der der Anfang aller Probleme wurde, die erst das Loskaufsopfer notwendig machten? Wenn Satan nicht neidisch darauf gewesen wäre, dass die Menschen Jehova anbeten, dann hätte er sich nicht einer Schlange bedient, um Adam und Eva zur Rebellion gegen Jehova anzustiften. Dadurch war Jehova in einer Art Zugzwang. Der Weg zu einem Paradies, in dem alle Menschen sich ewigen Lebens auf der Erde erfreuen und Jehova anbeten, schien für immer verschlossen. Fürs Erste musste ER Cherube als Wachen vor den Eingang stellen. Dann musste ein entsprechender Ausgleich her, damit die Menschen wieder ohne Sünde vor ihren Gott Jehova treten können, diesen Ausgleich musste Jesus als der Messias erbringen. Er beschaffte damit dieses Lösegeld.

    Kein Wunder, dass dies den Menschen nicht gefällt, die ihren Gott „an der Spitze sehen wollen“. Es ist ja eher eine neu aufgerichtete Barriere ans Ziel für den Widersacher. So versuchen sie, zumindestens die Verbreitung dieser wunderbaren Botschaft zu verhindern.

    Menschen, die Jehova und sein Wort wirklich lieben und seinen Geist begehren, die freuen sich über alles, was Jehova seinem Plan näher bringt: er will, dass alle Menschen ihn und Jesus kennenlernen, den Wert des Lösegeldes begreifen und für sich anerkennen und seinen Willen tun. Wenn wir solche Menschen sind, die dies herbeisehnen, dann werden wir uns über jeden Schritt in diese Richtung freuen – egal, wer ihn macht und dazu beiträgt. Wir werden keinen Neid entwickeln, „wenn wir abnehmen, während andere zunehmen“, sondern wir werden uns darüber freuen!

  110. Apostelgeschichte 14 – In Ikonion: Erfolgreiche Tätigkeit, Anfeindungen und Flucht

    1 In Ikonion gingen Paulus und Barnabas genau wie ´in Antiochia` zunächst in die jüdische Synagoge. Sie verkündeten das Evangelium mit solcher Vollmacht , dass zahlreiche ´Gottesdienstbesucher` – Juden wie Nichtjuden – zum Glauben kamen. 2 Doch diejenigen Juden, die nichts ´vom Evangelium` wissen wollten, hetzten die nichtjüdische Bevölkerung der Stadt gegen die Christen auf und schürten Hass und Aggressionen gegen sie. 3 Trotzdem blieben Paulus und Barnabas noch eine längere Zeit in Ikonion. Unerschrocken verkündeten sie die Botschaft von der Gnade des Herrn. Sie vertrauten auf seine Hilfe, und der Herr bestätigte ihre Verkündigung , indem er Wunder und außergewöhnliche Dinge durch sie geschehen ließ. 4 Die Einwohnerschaft der Stadt spaltete sich in zwei Lager; die einen hielten zu den Juden, die anderen zu den Aposteln. 5 Schließlich bereitete ´die gegnerische Seite` – Nichtjuden ebenso wie Juden samt den führenden Männern der Stadt und der Synagoge – einen Anschlag gegen Paulus und Barnabas vor. Sie wollten die beiden in ihre Gewalt bringen und steinigen. 6 Als Paulus und Barnabas davon erfuhren, flohen sie nach Lykaonien. Sie gingen in die Städte Lystra und Derbe und in das umliegende Gebiet 7 und verkündeten nun dort das Evangelium.

    In Lystra: Heilung eines Gelähmten …

    8 InLystra lebte ein Mann , der verkrüppelte Füße hatte ; er war von Geburt an gelähmt und hatte noch nie auch nur einen Schritt getan. 9 Dieser Mann war unter den Zuhörern, als Paulus ´das Evangelium` verkündete. Paulus blickte ihn aufmerksam an, und als er merkte, dass der Gelähmte Vertrauen ´zu Jesus` gefasst hatte und dass er überzeugt war, er könne geheilt werden , 10 sagte er mit lauter Stimme zu ihm: »Steh auf! Stell dich auf deine Füße und richte dich auf!« Da sprang der Mann auf und begann umherzugehen.

    … Aufruf zur Umkehr

    11 Als die Volksmenge sah, was durch Paulus geschehen war, brach ein Tumult los, und die Leute riefen auf Lykaonisch : »Die Götter haben Menschengestalt angenommen und sind zu uns herabgekommen!« 12 Sie nannten Barnabas Zeus, und Paulus nannten sie Hermes, weil er der Wortführer war.
    13 Der Priester des vor der Stadt gelegenen Zeustempels brachte Stiere und Kränze zum Stadttor und wollte – zusammen mit der Bevölkerung – Barnabas und Paulus Opfer darbringen. 14 Als den beiden Aposteln erklärt wurde, was die Leute vorhatten, zerrissen sie entsetzt ihre Kleider, stürzten sich in die Menge und riefen: 15 »Liebe Leute, was macht ihr da? Wir sind doch auch nur Menschen – Menschen wie ihr! Und mit der guten Nachricht, die wir euch bringen, fordern wir euch ja gerade dazu auf, euch von all diesen Göttern abzuwenden, die gar keine sind . Wendet euch dem lebendigen Gott zu, dem Gott, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat, ´das ganze Universum` mit allem, was darin ist! 16 Zwar ließ er in der Vergangenheit alle Völker ihre eigenen Wege gehen. 17 Doch er gab sich ihnen schon immer zu erkennen , indem er ihnen Gutes tat. Er ist es, der euch vom Himmel her Regen schickt und euch zu den von ihm bestimmten Zeiten reiche Ernten schenkt; er gibt euch Nahrung im Überfluss und erfüllt euer Herz mit Freude.«
    18 Mit diesen Worten konnten Paulus und Barnabas, wenn auch nur mit größter Mühe, die Volksmenge davon abhalten, ihnen Opfer darzubringen.

    … Rettung aus tödlicher Gefahr

    19 Aber dann kamen Juden aus Antiochia und Ikonion und redeten so lange auf die Bevölkerung von Lystra ein, bis sie sie auf ihre Seite gezogen hatten . Daraufhin steinigten sie Paulus, und als sie ihn für tot hielten, schleiften sie ihn zur Stadt hinaus. 20 Doch als ihn dann die Jünger umringten, ´kam er wieder zu sich`. Er stand auf und ging in die Stadt zurück. Am nächsten Tag machte er sich zusammen mit Barnabas auf den Weg nach Derbe.

    Missionstätigkeit in Derbe. Besuch der neugegründeten Gemeinden und Beendigung der Missionsreise

    21 Auch in Derbe verkündeten Paulus und Barnabas das Evangelium, und zahlreiche Einwohner wurden durch sie zu Jüngern ´des Herrn`.
    Danach machten sie sich auf den Rückweg. Sie reisten wieder über Lystra, Ikonion und Antiochia, 22 und in allen drei Städten stärkten sie die Jünger ´in ihrem Vertrauen auf Jesus` und ermutigten sie dazu, unbeirrt am Glauben festzuhalten. »´Nach Gottes Plan`«, so sagten sie zu ihnen, »müssen wir viel Schweres durchmachen, ehe wir in sein Reich kommen.« 23 Injeder Gemeinde setzten sie Gemeindeälteste ein und vertrauten sie und alle anderen Geschwister mit Gebet und Fasten dem Herrn an, an den sie jetzt glaubten.
    24 Die Weiterreise führte Paulus und Barnabas zunächst durch Pisidien und dann nach Pamphylien. 25 Und nachdem sie in der Stadt Perge die Botschaft ´des Herrn` verkündet hatten, gingen sie an die Küste hinunter nach Attalia, 26 wo sie ein Schiff nach Antiochia ´in Syrien` nahmen. Antiochia war der Ausgangspunkt ihrer Reise gewesen; dort hatte man sie Gott und seiner Gnade anvertraut für die Aufgabe, die sie nun erfüllt hatten. 27 InAntiochia angekommen, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten ihr, was Gott durch sie als seine Mitarbeiter alles getan hatte. »´Wir können bestätigen`«, sagten sie, »dass Gott den Nichtjuden die Tür zur Rettung durch den Glauben geöffnet hat.«
    28 Paulus und Barnabas blieben nun für längere Zeit bei den Jüngern ´in Antiochia`.

    Wie wir sehen, haben die beiden vieles auf ihren Missionsreisen erlebt – Gutes wie auch Schlechtes.

    Aber die Verfolgung konnte keinen Keil zwischen sie und Jehova treiben. Im Gegenteil: sie begriffen sie eher als Beweis dafür, dass sie genau das taten, was Jehova von ihnen erwartet.

    Lassen wir uns durch Verfolgung verunsichern? Wie war das noch auf dem BZK, als es darum ging, dass wir unser Herz bereit machen sollten, auch „auf Verfolgung“!?

    Vielleicht hilft es uns ja, uns immer mal wieder mit der Apostelgeschichte zu befassen und mit dem Apostelbuch, das uns die Gesellschaft extra zu diesem Zweck in die Hände gelegt hat:

    Lieber Mitstreiter fürs Königreich!

    Stell dir vor, du stehst mit den anderen Aposteln auf dem Ölberg. Auf einmal siehst du Jesus vor dir. Kurz bevor er in den Himmel zurückkehrt, hörst du ihn sagen: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apg. 1:8). Wie ist dir da zumute?

    Vielleicht siehst du einen Riesenberg vor dir und fühlst dich erst einmal ganz erschlagen. Dir schießt die Frage durch den Kopf: „Bis in den letzten Winkel der Erde predigen?! Wie soll das bloß gehen? Wir sind doch nur eine Handvoll Leute!“ Und dann ist da ja noch die Vorwarnung von Jesus kurz vor seinem Tod: „Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. Alle diese Dinge aber werden sie euch um meines Namens willen antun, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat“ (Joh. 15:20, 21). Das alles geht dir nicht mehr aus dem Kopf und du fragst dich womöglich: „Wenn wir mit so einem heftigen Gegenwind rechnen müssen, wie kann ich da trotz allem fest für das Königreich einstehen?“

    Dieselben Fragen stellen sich uns auch heute. Zu unserem Auftrag als Zeugen Jehovas gehört, „Menschen aller Nationen“ bis hin „zum entferntesten Teil der Erde“ gründlich Zeugnis abzulegen (Mat. 28:19, 20). Wie sollen wir das fertigbringen, zumal bei so viel Widerstand?

    In der Apostelgeschichte findest du den packenden Bericht darüber, wie die Apostel und ihre treuen Mitkämpfer im 1. Jahrhundert dank Jehovas Hilfe genau das geschafft haben. Dieses Buch will dich mit auf eine spannende Zeitreise nehmen und dich die Dynamik der damaligen Geschehnisse hautnah spüren lassen. Du wirst überrascht sein, wie viele Parallelen es zwischen den Urchristen und uns heute gibt — und zwar nicht nur was unser Predigtwerk angeht, sondern auch wie wir dafür organisiert sind. Wenn du das alles voll und ganz auf dich wirken lässt, wird es dich garantiert noch mehr davon überzeugen, dass das Werk auf der Erde auch heute nach wie vor fest in Jehovas Hand ist.

    Wir wünschen uns von Herzen und beten fest darum, dass dich dein Studium der Apostelgeschichte in deinem Vertrauen zu Jehova stärkt — dem Vertrauen, dass er an deiner Seite steht und dir durch seinen heiligen Geist für alles Kraft schenkt. Und dass es dich dazu beflügelt, auch in Zukunft für Gottes Königreich gründlich Zeugnis abzulegen und anderen zu helfen, den Weg zur Rettung zu finden (Apg. 28:23; 1. Tim. 4:16).

    Deine Brüder
    Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas

  111. Apostelgeschichte 15 – 18:1

    Hier kommen wir nun noch mal zu dem Thema des Galaterbriefes. Es muss sehr hohe Wellen geschlagen haben. Sicherlich sind die Jünger überall mit dieser Frage konfrontiert worden: „Müssen sich die Nachfolger Jesu beschneiden lassen? Gilt der alte Bund noch? Oder müssen wir noch einige Aspekte des alten Bundes einhalten?“

    Wir dürfen nicht vergessen, dass die Nachfolger Jesu ja alles aufrichtige Anbeter Gottes waren. Viele von ihnen kannten sich als Juden mit dem GESETZ aus. Vielleicht waren sie in sich selbst etwas unsicher, ob sie dieses nun einfach so über Bord werfen dürften. Sie wollten nichts falsch machen, denn sie wollen Jehova auf keinen Fall kränken, dafür lieben sie ihn viel zu sehr.

    Die Leute, die sich da bei ihnen eingeschlichen hatten, meinten es ja nicht gut mit ihnen, wie wir in Galater gelesen haben:

    4 Allerdings mussten wir uns mit einigen falschen Brüdern auseinander setzen , mit Eindringlingen, die sich bei uns eingeschlichen hatten und ausspionieren wollten, wie wir mit der Freiheit umgehen, die Jesus Christus uns gebracht hat. Ihr Ziel war, uns wieder zu Sklaven ´des Gesetzes` zu machen.

    Dies sollte uns auch nicht überraschen, denn bereits bei Jesus sind immer wieder welche mitgelaufen, die ihn „seiner eigenen Rede fangen wollten“. Ähnlich „nette Menschen“ schleichen sich nun bei ihnen ein. Sie wollen „diese Sekte“ von innen heraus zerstören. Dies tut man am Besten, indem man Mißtrauen unter den Brüdern sät und die Leute verunsichert.

    Da die Jünger überall mit dem Thema Beschneidung konfrontiert werden, greift auch hier der Grundsatz: „Nachdruck durch Wiederholung“. Wahrscheinlich werden sie bei jedem Mal unsicherer. Was, wenn die Juden Recht haben? Woher sollten sie sicher sein, dass man sich nicht mehr beschneiden lassen muss? Ok, Paulus hatte es an die Galater geschrieben, aber ob schon alle diesen Brief kennen? Und woher wissen wir, ob er Recht hat? Sie wissen ja noch aus der Geschichte, dass immer wieder falsche Lehrer und falsche Propheten das Volk irregeführt haben. Verständlicherweise wollen sie nicht dazugehören. Kennen wir so eine Unsicherheit?

    Wissen nicht auch wir aus Erfahrung, dass wir in solchen Momenten am liebsten hätten, wenn „Jehova mal eben runter kommt und es uns erklärt“? Dass wir alles, was wir in dieser Zeit in der Bibel lesen im Lichte der Frage betrachten? Wie steht das, was Jehova hier sagt, im Zusammenhang mit … ? Wenn sich dann bei uns ein Bild herauskristallisiert, dass sich vielleicht deutlich von dem unterscheidet, was die Mehrheit zu dem Punkt denkt? Kennen wir das Gefühl, dann nicht sicher zu sein, ob wir unserem Urteilsvermögen auch trauen können?

    Wenn wir in einem solchen Punkt nicht sicher sind, dann treten wir auch unsicher auf und dies wirkt sich mit Sicherheit auf das aus, was und wie wir predigen.

    Daher ist es nun höchste Zeit, dass dieser Punkt ein für alle Mal geklärt wird. Damit die Brüder wieder zur Ruhe kommen und sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren können: die Verkündigung der Guten Botschaft.

    Denn dies ist ja der Auftrag, den Jesus ihnen mit auf den Weg gegeben hat, der Sinn und Lebensinhalt. Auch uns hat Jesus den Auftrag gegeben, die Gute Botschaft von Gottes Königreich zu verkündigen und den Menschen zu helfen, Gott kennenzulernen und das Wissen in ihrem Leben anzuwenden. Alles, was uns davon abhält, alles was uns die Zeit und Energie dafür nimmt – all dies freut den Satan.

    Gut, dass die damalige leitende Körperschaft sich des Problems annimmt!

  112. Apostelgeschichte 15 – Der Streit um die Gültigkeit des mosaischen Gesetzes:

    Das »Apostelkonzil« in Jerusalem (Kapitel 15,1-35)

    Müssen nichtjüdische Christen sich beschneiden lassen?

    1 Doch dann kamen einige Leute aus Judäa ´nach Antiochia` und forderten die Männer der Gemeinde auf, sich beschneiden zu lassen, wie es im Gesetz des Mose vorgeschrieben ist. »Wenn ihr euch nicht beschneiden lasst«, lehrten sie, »könnt ihr nicht gerettet werden.« 2 Damit stießen sie bei Paulus und Barnabas auf entschiedenen Widerstand, und es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung. Schließlich wurden Paulus und Barnabas zusammen mit einigen ´Christen` aus Antiochia beauftragt, nach Jerusalem zu reisen und den Aposteln und den Ältesten der dortigen Gemeinde diesen Streitfall vorzulegen.
    3 Von der Gemeinde in Antiochia feierlich verabschiedet, machten sich Paulus und Barnabas auf den Weg. Sie zogen durch Phönizien und Samarien, und überall erzählten sie von der Hinwendung der Nichtjuden ´zu Gott` – eine Nachricht, mit der sie allen Geschwistern große Freude bereiteten. 4 Als sie in Jerusalem ankamen, wurden sie von den Aposteln und den Ältesten und von der ganzen Gemeinde herzlich empfangen, und sie gaben einen Bericht von dem, was Gott durch sie als seine Mitarbeiter alles getan hatte. 5 Doch einige, die zur Partei der Pharisäer gehörten und zum Glauben ´an Jesus` gekommen waren, standen auf und erklärten: »Man muss die Nichtjuden beschneiden und dazu auffordern, das Gesetz des Mose zu befolgen!«

    Die Stellungnahme von Petrus: Gott hat die Frage längst entschieden!

    6 Daraufhin trafen sich die Apostel und die Ältesten, um über diese Sache zu beraten. 7 Nachdem man lange und intensiv miteinander diskutiert hatte, erhob sich Petrus und sagte zu den Versammelten: »Liebe Brüder, wie ihr alle wisst, hat Gott euch seine Entscheidung schon vor langer Zeit klar gemacht – damals, als er mir den Auftrag gab, den Nichtjuden die Botschaft des Evangeliums zu verkünden, und als sie durch mich die Botschaft hörten und zum Glauben kamen . 8 Gott kennt uns Menschen ja durch und durch, und er hat die Echtheit ihres Glaubens bestätigt , indem er ihnen genau wie uns den Heiligen Geist gegeben hat. 9 Er machte keinerlei Unterschied zwischen ihnen und uns, sondern hat auch ihr Innerstes aufgrund ihres Glaubens ´von aller Schuld` gereinigt. 10 Warum wollt ihr Gott jetzt herausfordern und diesen Jüngern ein Joch auf den Nacken legen, das weder unsere Vorfahren noch wir selbst zu tragen vermochten? 11 Wir sind doch ganz im Gegenteil davon überzeugt , dass wir – genau wie sie – einzig und allein durch die Gnade des Herrn Jesus gerettet werden. «

    Der Rat des Jakobus: Keine unnötigen Lasten für unsere nichtjüdischen Geschwister!

    12 Was Petrus sagte, brachte die Versammelten zur Ruhe, und die ganze Gemeinde hörte aufmerksam zu, wie Barnabas und Paulus nun von all den Wundern und außergewöhnlichen Dingen berichteten, die Gott durch sie unter den Nichtjuden getan hatte.
    13 Als die beiden geendet hatten, ergriff Jakobus das Wort. »Liebe Geschwister«, sagte er, »hört mir zu! 14 Simeon hat gezeigt, dass Gott selbst sich der Nichtjuden angenommen und damit begonnen hat, unter ihnen ein Volk zu sammeln, das ihm gehört . 15 Das stimmt mit den Worten der Propheten überein; es heißt nämlich in der Schrift:
    16 >Der Tag kommt, ´sagt der Herr,`
    an dem ich mich ´meinem Volk` wieder zuwenden
    und die verfallene Hütte Davids wieder aufbauen werde;
    ich werde sie aus ihren Trümmern von neuem erbauen
    und werde sie wieder errichten.
    17 Dann werden auch die übrigen Menschen nach mir fragen,
    die Menschen aller Völker , die doch alle mein Eigentum sind .
    Das sagt der Herr, der damit ausführt,
    18 was er von jeher angekündigt hat .<«
    19 »Deshalb steht für mich die Entscheidung fest«, ´fuhr Jakobus fort.` »Wir dürfen es den Nichtjuden, die zu Gott umkehren, nicht unnötig schwer machen. 20 Allerdings sollten wir sie in einem Brief dazu auffordern, folgende Dinge zu unterlassen: jede Verunreinigung durch Götzenverehrung und ´jede Form von` Unmoral sowie den Genuss von Blut und von nicht ausgeblutetem Fleisch. 21 Im Übrigen finden sich alle diese Forderungen im Gesetz des Mose, das seit vielen Generationen in allen Städten verkündet und Sabbat für Sabbat in allen Synagogen vorgelesen wird. «

    Beschluss und Brief der Versammlung

    22 Daraufhin fassten die Apostel und die Ältesten im Einvernehmen mit der ganzen ´Jerusalemer` Gemeinde den Beschluss, einige Delegierte zusammen mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu schicken. Die Wahl fiel auf Judas, der auch Barsabbas genannt wurde, und Silas, zwei führende Männer der Gemeinde . 23 Der Brief, den sie ihnen mitgaben , lautete folgendermaßen:
    »Die Apostel und die Ältesten ´der Gemeinde von Jerusalem` an die nichtjüdischen Geschwister in Antiochia und in ganz Syrien und Zilizien: Wir, eure Brüder, grüßen euch herzlich! 24 Wie wir erfahren haben, sind einige Leute aus unserer Gemeinde ohne unseren Auftrag zu euch gereist und haben Dinge behauptet, die euch verwirrt und zutiefst beunruhigt haben. 25 Wir haben daher über die Sache beraten und haben dann einmütig beschlossen, eine Delegation ´unserer Gemeinde` zu euch zu schicken als Begleitung unserer lieben Freunde Barnabas und Paulus, 26 die ihr ganzes Leben in den Dienst von Jesus Christus, unserem Herrn, gestellt haben . 27 Diejenigen, die wir ausgewählt und zu euch geschickt haben, sind Judas und Silas; sie werden euch auch noch mündlich mitteilen, worum es geht. 28 Der Heilige Geist selbst und ´unter seiner Führung` auch wir haben nämlich beschlossen , euch nur die folgenden unbedingt nötigen Anweisungen zu geben und euch darüber hinaus keine weitere Last aufzuerlegen: 29 Esst kein ´Fleisch`, das den Götzen geopfert wurde, unterlasst den Genuss von Blut und von nicht ausgeblutetem Fleisch und haltet euch fern von jeder Unmoral! Wenn ihr euch vor diesen Dingen in Acht nehmt, verhaltet ihr euch richtig . Und nun lebt wohl!«
    30 Paulus und Barnabas sowie die Delegierten wurden offiziell verabschiedet und machten sich auf den Weg nach Antiochia. Dort angekommen, beriefen sie eine Versammlung der ganzen Gemeinde ein und übergaben den Brief. 31 Er wurde vorgelesen, und alle freuten sich über seinen ermutigenden Inhalt. 32 Judas und Silas waren Propheten, und sie nahmen sich viel Zeit, den Geschwistern Mut zu machen und sie im Glauben zu stärken. 33 Nachdem sie eine längere Zeit dort verbracht hatten, wurden sie von den Geschwistern mit dem Friedensgruß verabschiedet und kehrten zu denen zurück, die sie geschickt hatten. 35 Paulus und Barnabas hingegen blieben zunächst in Antiochia. Zusammen mit vielen anderen unterrichteten sie die Menschen in der Botschaft des Herrn und verkündeten das Evangelium in der ganzen Stadt .

    Bei solchen Sachen frage ich mich immer, wie sich wohl Jehova und Jesus fühlen, wenn sie vom Himmel aus zusehen.

    Streitigkeiten unter Brüdern, Scheinheiligkeit, ein Doppelleben führen – und das bei Menschen, die ihnen ja eigentlich dienen (wollen?).

    Heute frage ich mich dabei oft, wie wohl die Gesalbten dabei empfinden, die um der Wahren Anbetung Willen viel durchgemacht haben. Stellen wir uns einen Bruder vor, der zur NSS-Zeit brutal im KZ behandelt und später hingerichtetr wurde, weil er keine Abstriche im Glauben machen wollte. Dieser sieht von obrn zu, wie sich Frauen von ihrem Mann trennen, weil sie meinen, er würde ihnen nicht genug Aufmerksamkeit schenken, oder ähnliche Fälle, die in der Bruderschaft immer mehr um sich greifen. Was mag wohl in so einen Bruder vorgehen, der Jehova um jeden Preis treu geblieben ist?

    Jetzt sind wir wieder bei Jehova und Jesus. Jehova hatte seinen geliebten Sohn gesandt und ihn vieles erdulden lassen. Er hat die Füße still gehalten, als man Jesus einen so unfairen Prozess gemacht hatte, als sie ihn demütigten und quälten. Alles, um diese Menschen von Sünde und Tod zu befreien, um das Gesetz zu erfüllen. Und eben diese Menschen gehen nun daher und laden ihren nichtjüdischen Brüdern schwere Lasten auf. So, als habe es diesen Befreiungsakt überhaupt nie gegeben.

    Wie mag sich Jesus dabei fühlen, der ja all diese Schmerzen und Demütigungen am eigenen Leib erlebt hat? Er sieht zu, wie einige von den Neuen denen widersprechen, die all die Jahre seine treuen Jünger und Freunde waren. Wie sie sagen, dass Jehova dies von ihnen erwarten würde. Was denkt und fühlt er wohl dabei?

  113. Apostelgeschichte 15:36-41 Trennung von Barnabas; Silas als neuer Begleiter

    36 Nach einiger Zeit sagte Paulus zu Barnabas: »Lass uns wieder aufbrechen und die Geschwister in all den Städten besuchen, in denen wir die Botschaft des Herrn verkündet haben. Wir müssen doch sehen, wie es ihnen geht!« 37 Barnabas ´war damit einverstanden,` nur wollte er auch Johannes mitnehmen – Johannes mit dem Beinamen Markus. 38 Doch Paulus hielt es nicht für angebracht, jemand mitzunehmen, der sie ´auf ihrer vorherigen Reise` in Pamphylien im Stich gelassen hatte, statt mit ihnen weiterzuziehen und den Auftrag zu erfüllen, ´den Gott ihnen gegeben hatte`. 39 Darüber kam es zu einer so heftigen Auseinandersetzung, dass sich die beiden trennten. Barnabas nahm Markus mit sich und bestieg ein Schiff, das nach Zypern fuhr. 40 Paulus seinerseits wählte sich Silas zum Begleiter, und nachdem ihn die Christen von Antiochia dem Herrn und seiner Gnade anvertraut hatten , machte er sich auf die Reise. 41 Er zog durch Syrien und Zilizien, und überall stärkte er die Gemeinden ´im Glauben`.

    Hier wird eigentlich sehr deutlich gesagt, worum es bei diesem Streit ging: es waren keine persönlichen Differenzen, sondern Markus hatte sich als unzuverlässig erwiesen. Er hatte nicht dieselben Prioritäten gehabt, wie die beiden anderen und Paulus benötigt einen Begleiter, auf den er sich zu 100 Prozent verlassen kann und für den das Königreich ebenfalls ganz oben steht.

    Allerdings stellt sich die Frage, ob sie wirklich im Streit auseinander gehen. Denn Jesus hat seine Nachfolger ja angewiesen, ihre Streitigkeiten beizulegen – bevor sie Gott ein Opfer darbringen.

    Vielleicht haben sie sich ja bereits vor ihrer Abreise wieder vertragen, aber da Barnabas Markus schon zugesagt hatte, ist er dann mit ihm los. Vielleicht war es ja auch der Vorschlag von Paulus: Markus solle sich zuerst mal „im Kleinen“ bewähren. Wenn er dann beweist, dass man sich nun auf ihn verlassen kann, wäre er selbst gern bereit, ihn beim nächsten Mal mitzunehmen…

  114. Apostelgeschichte 16 – Bekehrung des Gefängnisaufsehers

    25 Gegen Mitternacht beteten Paulus und Silas; sie priesen Gott mit Lobliedern, und die Mitgefangenen hörten ihnen zu. 26 Plötzlich bebte die Erde so heftig, dass das Gebäude bis in seine Grundmauern erschüttert wurde. Im selben Augenblick sprangen sämtliche Türen auf, und die Ketten aller Gefangenen fielen zu Boden. 27 Der Aufseher fuhr aus dem Schlaf hoch, und als er die Türen des Gefängnisses offen stehen sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten, denn er dachte, die Gefangenen seien geflohen. 28 Doch Paulus rief, so laut er konnte: »Tu dir nichts an! Wir sind alle noch hier!« 29 Da ließ der Aufseher Fackeln bringen, stürzte in das Gefängnis und warf sich zitternd vor Paulus und Silas zu Boden. 30 Während er sie dann nach draußen führte, fragte er sie: »Ihr Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?« 31 Sie antworteten: »Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und alle, die in deinem Haus leben!« 32 Und sie verkündeten ihm und allen, die bei ihm im Haus wohnten, die Botschaft des Herrn.

    33 Der Gefängnisaufseher kümmerte sich noch in derselben Stunde, mitten in der Nacht, um Paulus und Silas und wusch ihnen das Blut von den Striemen ab. Dann ließen sich er und alle, die zu ihm gehörten, ohne zu zögern taufen. 34 Anschließend führte er die beiden in sein Haus hinauf und ließ eine Mahlzeit für sie zubereiten. Er war überglücklich, dass er mit seinem ganzen Haus zum Glauben an Gott gefunden hatte.

    Wenn wir dies so lesen, könnte uns in den Sinn kommen, ob dies hier nicht sehr schnell ging. Er fragt, was er tun müsse und es ist ganz einfach – er muss nur an Jesus glauben.

    Wenn dies so einfach ist, warum studieren wir denn dann oft jahrelang, bevor jemand getauft werden kann?

    Zum einen scheint es bei den Interessierten eine ganze Weile zu dauern, bis diese überhaupt den Wunsch dazu verspüren. Zum anderen hat Paulus – und hatten die Jünger damals – eine ganz andere Basis vorgefunden, auf der sie aufbauen konnten: die Juden waren mit Jehova und seinem Wort gut vertraut. Man mußte ihnen nur die Zusammenhänge aufzeigen. Wie dem Eunuchen, der auf seinem Weg den Propheten Jesaja las.

    Ähnlich gut vorbereitet war der Boden, als die Bibelforscher ihre ersten Anfänge nahmen. Die Menschen kannten Gott und sein Wort, sie achteten es und zu der Zeit kam kaum jemand auf die Idee, es anzuzweifeln. Man kannte die biblische Geschichte, wenn der Name Jona oder Amos fiel, wussten die Meschen etwas damit anzufangen – wie man heute allgemein über Musik-, Pop-, Filmstars oder Politiker Bescheid weiss. Darauf konnten sie aufbauen.

    Heute müssen wir oft ganz von vorne anfangen, die Aha-Erlebnisse fallen oft weg und so wird die Botschaft, die wir verkündigen, in gewisser Form immer wässriger. Dadurch wird die Botschaft der Bibel oftmals zum Ratgeber degradiert, was sehr schade ist.

    Erfreulicherweise nimmt heute aber das Interesse wieder zu und wir finden unter allen christlichen Gruppierungen Menschen, die sich für Gott und sein Wort interessieren und auch gut damit vertraut sind. Diese Menschen sprudeln ebenso wie die Zeugen Jehovas über von dem, was sie in der Bibel lesen – und machen so die Gute Botschaft ebenso bekannt.

    Dadurch, dass der Gefängnisaufseher als Jude bereits gute Grundkenntnisse hatte und nur eine Korrektur nötig war – so konnte dieser nach dem relativ kurzen Gespräch wirklich an Jesus glauben und getauft werden. Er hatte endlich die Zusammenhänge erkannt. Wie sehr dies Jehova und Jesus Christus gefreut haben muss

    edit am 25.11.2012
    Der Gefängnisaufseher war nicht mit den Schriften vertraut, siehe Apostel-Buch:

    Der Gefängnisaufseher war kein Jude und wusste nichts von den heiligen Schriften. Bevor er also Christ werden konnte, musste er erst die Grundwahrheiten daraus kennenlernen und annehmen. Darum erklärten Paulus und Silas ihm ausführlich „das Wort Jehovas“. Womöglich haben sie darüber ganz ihre Schmerzen vergessen. Der Mann sah jedoch die blutigen Striemen auf ihrem Rücken und versorgte ihre Wunden. Er und alle, die in seinem Haus lebten, wurden dann „unverzüglich getauft“.

  115. Apostelgeschichte 16:35-40

    Paulus und Silas werden rehabilitiert

    35 Am nächsten Morgen kamen die Gerichtsdiener im Auftrag der Prätoren ´zum Gefängnisaufseher` mit der Anweisung: »Lass diese Männer frei!« 36 Der Aufseher berichtete Paulus davon. »Die Prätoren haben mir durch ihre Diener befohlen, euch freizulassen«, erklärte er. »Verlasst nun also das Gefängnis und zieht im Frieden ´Gottes` weiter !« 37 Da wandte sich Paulus an die Gerichtsdiener und sagte : »Erst haben sie uns ohne jedes Gerichtsverfahren öffentlich schlagen lassen, obwohl wir das römische Bürgerrecht besitzen, dann haben sie uns ins Gefängnis geworfen, und jetzt wollen sie uns still und heimlich abschieben? Das kommt nicht in Frage! Sie sollen selbst hier erscheinen und uns persönlich aus dem Gefängnis herausführen!« 38 Die Gerichtsdiener erstatteten den Prätoren Meldung und berichteten ihnen, was Paulus gesagt hatte. Als die Prätoren hörten, dass es sich bei diesen Männern um römische Bürger handelte, bekamen sie es mit der Angst zu tun. 39 Sie begaben sich persönlich zu ihnen und entschuldigten sich ´für das, was geschehen war`. Daraufhin führten sie die beiden aus dem Gefängnis und baten sie, die Stadt zu verlassen. 40 Wieder in Freiheit, gingen Paulus und Silas zu Lydia, wo sie sich mit den Geschwistern trafen und ihnen Mut machten. Danach verließen sie die Stadt.

    In dem vorherigen Absatz haben wir gelesen, dass und wie Jehova sie befreit hatte. Man hätte doch annehmen müssen, dass sie die Freiheit genutzt hätten, um sich aus dem Staub zu machen – aber sie sind am nächsten Tag immer noch da. Warum?

    Scheinbar hatten sie verstanden, warum Jehova sie befreit hatte. Es ging nicht um sie und ihre persönliche Freiheit – sondern um den Gefängnisaufseher. Jehova hatte gesehen, dass er ein aufrichtiges Herz hatte und so benutzte ER die Befreiung der Apostel als kleinen Schubs in die richtige Richtung für diesen Mann.

    Gut, dass Paulus und Silas sich selbst nicht so wichtig nahmen und nach der Taufe des Aufsehers wieder an ihren Platz zurückgingen – obwohl Jehova sie doch bereits befreit hatte. Warum taten sie dies?

    Weil sie wußten, dass dem Aufseher der Tod gedroht hätte, wenn die Gefangenen entkommen wären.

    Wie steht es mit uns und unserer Freiheit? Wie nutzen wir sie? Sind auch wir bereit, persönliche Belange und Empfindungen zurückzustellen, wenn es um das Wohl unserer Brüder oder Familie geht?

  116. Apostelgeschichte 17:3-4

    Er öffnete ihnen das Verständnis für die Aussagen der Schrift, die vom Leiden und Sterben des Messias und von seiner Auferstehung von den Toten sprechen, und zeigte ihnen, dass das alles ´nach Gottes Plan` so kommen musste. »Und ´deshalb`«, so sagte er, »ist der Jesus, den ich euch verkünde, niemand anders als der Messias, ´von dem die Schrift spricht`.«
    4 Einige der jüdischen Zuhörer ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an. Außerdem ´kamen` zahlreiche Griechen ´zum Glauben`, die sich zur Synagogengemeinde hielten

    Hier haben wir also die biblische Erklärung dafür, warum man seinerzeit so schnell andere bekehren und taufen konnten – es waren alles gläubige Menschen, die bereits mit „den Grundlehren“ gut vertraut waren. Es musste nur noch gezeigt werden, wie es im einzelnen zusammenhing

  117. Apostelgeschichte 17:10-15

    In Beröa: Große Aufgeschlossenheit für das Evangelium

    10 Noch in derselben Nacht ließen die Christen ´von Thessalonich` Paulus und Silas nach Beröa weiterziehen. Auch dort suchten die beiden ´zunächst einmal` die jüdische Synagoge auf. 11 Die Juden in Beröa waren nicht so voreingenommen wie die in Thessalonich. Mit großer Bereitwilligkeit gingen sie auf das Evangelium von Jesus Christus ein, und sie studierten täglich die Heilige Schrift, um zu prüfen, ob das, was Paulus lehrte, mit den Aussagen der Schrift übereinstimmte . 12 Die Folge war, dass viele von ihnen zum Glauben kamen, außerdem eine beträchtliche Zahl einflussreicher griechischer Frauen und eine ganze Reihe griechischer Männer .
    13 Als jedoch die Juden von Thessalonich erfuhren, dass Paulus jetzt in Beröa die Botschaft Gottes verkündete, reisten sie ihm nach und begannen auch dort, Unruhe zu stiften und die Volksmenge gegen ihn aufzuhetzen. 14 Die Christen von Beröa reagierten sofort und schickten Paulus weiter, hinunter zur Küste. Silas und Timotheus hingegen blieben in Beröa. 15 Einige ´Brüder` reisten mit Paulus und begleiteten ihn bis nach Athen. Er trug ihnen auf, Silas und Timotheus auszurichten, sie sollten so bald wie möglich nachkommen; dann kehrten sie nach Beröa zurück.

    sie folgten nicht dem Mann Paulus nach, sondern hatten sich selbst in den Schriften überzeugt, dass das, was er sagte, auch so war. Das ist nun hier für sie von Vorteil, denn nur so kann sich ein echter Glaube entwickeln, der auch Bestand hat

  118. Apostelgeschichte 17:19-34

    Schließlich nahmen sie Paulus in ihre Mitte und führten ihn vor den Areopag, ´den Stadtrat von Athen`. »Dürften wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du da vertrittst?«, sagten sie. 20 »Du redest über Dinge, die uns bisher noch nie zu Ohren gekommen sind, und es würde uns interessieren, worum es dabei eigentlich geht.« ( 21 ´Man muss dazu wissen, dass` sich sämtliche Einwohner Athens und sogar die Fremden, die sich nur vorübergehend in dieser Stadt aufhalten , ihre Zeit am liebsten damit vertreiben, stets das Allerneuste in Erfahrung zu bringen und es weiterzuerzählen.)

    Aufruf an die Bürger von Athen, zum wahren Gott umzukehren

    22 Da trat Paulus vor die Ratsmitglieder und alle anderen, die zusammengekommen waren, und begann: »Bürger von Athen! Ich habe mich mit eigenen Augen davon überzeugen können, dass ihr außergewöhnlich religiöse Leute seid. 23 Als ich nämlich durch die Straßen eurer Stadt ging und mir eure Heiligtümer ansah, stieß ich auf einen Altar mit der Inschrift: >Für einen unbekannten Gott< . Ihr verehrt also ´ein göttliches Wesen`, ohne es zu kennen. Nun, gerade diese ´euch unbekannte Gottheit` verkünde ich euch. 24 ´Meine Botschaft handelt von` dem Gott, der die ganze Welt mit allem, was darin ist, geschaffen hat. Er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschen erbaut wurden. 25 Er ist auch nicht darauf angewiesen, dass wir Menschen ihm dienen. Nicht er ist von uns abhängig, ´sondern wir von ihm`. Er ist es, der uns allen das Leben und die Luft zum Atmen gibt und uns mit allem versorgt, ´was wir zum Leben brauchen`. 26 Aus einem einzigen ´Menschen` hat er alle Völker hervorgehen lassen. Er hat bestimmt, dass sich die Menschen über die ganze Erde ausbreiten, und hat festgelegt, wie lange jedes Volk bestehen und in welchem Gebiet es leben soll . 27 ´Mit allem, was er tat,` wollte er die Menschen dazu bringen, nach ihm zu fragen; er wollte, dass sie – wenn irgend möglich – in Kontakt mit ihm kommen und ihn finden. Er ist ja für keinen von uns in ´unerreichbarer` Ferne. 28 Denn in ihm , ´dessen Gegenwart alles durchdringt,` leben wir, bestehen wir und sind wir. Oder, wie es einige eurer eigenen Dichter ausgedrückt haben: >Er ist es, von dem wir abstammen.<
    29 Wenn wir nun aber von Gott abstammen, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit gleiche ´jenen Statuen aus` Gold, Silber oder Stein, die das Produkt menschlicher Erfindungskraft und Kunstfertigkeit sind. 30 Inder Vergangenheit hat Gott gnädig über die Verfehlungen hinweggesehen, die die Menschen in ihrer Unwissenheit begangen haben. Doch jetzt fordert er alle Menschen an allen Orten zur Umkehr auf. 31 Er hat nämlich einen Tag festgesetzt, an dem er durch einen von ihm bestimmten Mann über die ganze Menschheit Gericht halten und über alle ein gerechtes Urteil sprechen wird. Diesen Mann hat er vor aller Welt ´als den künftigen Richter` bestätigt , indem er ihn von den Toten auferweckt hat.«

    Unterschiedliche Reaktionen

    32 Als Paulus von der Auferstehung der Toten sprach, brach ein Teil der Zuhörer in Gelächter aus, und andere sagten: »Über dieses Thema wollen wir zu einem späteren Zeitpunkt mehr von dir erfahren.« 33 Damit endete die Anhörung, und Paulus verließ die Ratsversammlung.
    34 Doch einige Leute schlossen sich ihm an und kamen zum Glauben, so zum Beispiel Dionysios, ein Mitglied des Stadtrats , und eine Frau namens Damaris; und es gab noch andere, die zusammen mit diesen beiden ´an Jesus glaubten`.

    Wir sehen: es ist gar nicht so verkehrt, wenn einige erst mal nur aus Neugier zuhören. Denn so sind sie wenigstens anwesend und haben die Möglichkeit zu hören. Diese hätten sie nicht gehabt, wenn sie nicht dagewesen wären.

  119. Apostelgeschichte 18 – Erfolgreiche Tätigkeit in Korinth

    1 Bald darauf verließ Paulus Athen und ging nach Korinth. 2 Dort lernte er Aquila kennen, einen Juden , der aus ´der Provinz` Pontusstammte. Aquila und seine Frau Priszilla waren erst kurz zuvor aus Italien gekommen, weil ´Kaiser` Klaudius ein Edikt erlassen hatte, wonach alle Juden Rom verlassen mussten. Die beiden luden Paulus zu sich ein , 3 und weil er dasselbe Handwerk ausübte wie sie – sie waren Zeltmacher -, blieb er bei ihnen und arbeitete ´in ihrem Geschäft mit`.
    4 Jeden Sabbat sprach Paulus in der Synagoge und versuchte, sowohl Juden als auch Griechen ´von der Wahrheit des Evangeliums` zu überzeugen .

    5 Als dann Silas und Timotheus, von Mazedonien kommend, in Korinth eintrafen, konnte Paulus seine ganze Zeit für die Verkündigung von Gottes Botschaft einsetzen . Mit allem Nachdruck bezeugte er den Juden, dass Jesus der Messias ist. 6 Doch alles, was er dafür erntete, waren Anfeindungen und Beschimpfungen. Da schüttelte er den Staub von seinen Kleidern und erklärte: »Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben, wenn das Gericht Gottes über euch hereinbricht! Mich trifft keine Schuld. Von jetzt ab wende ich mich an die Nichtjuden.« 7 Er verließ die Synagoge und verkündete das Evangelium von da an bei Titius Justus, ´einem Nichtjuden,` der an den Gott Israels glaubte und dessen Haus unmittelbar neben der Synagoge stand.

    8 Inder Folge kam ´kein Geringerer als` Krispus, der Vorsteher der Synagoge, zum Glauben an den Herrn – er und alle, die in seinem Haus lebten. Auch viele andere Korinther, die ´Gottes Botschaft` hörten, glaubten und ließen sich taufen.

    9 In einer nächtlichen Vision sagte der Herr zu Paulus: »Du brauchst dich nicht zu fürchten! Verkünde ´das Evangelium`, und lass dich durch nichts zum Schweigen bringen! 10 Ich selbst bin bei dir, und niemand, der dich angreift, kann dir etwas anhaben. Denn mir gehört ein großes Volk in dieser Stadt.« 11 So kam es, dass Paulus eineinhalb Jahre ´in Korinth` blieb, und in dieser ganzen Zeit unterrichtete er die Menschen in der Botschaft Gottes.

    Ja, so ist das: wenn Jehova will, das wir auf eine bestimmte Weise sein Wort und seine Botschaft verkünden – dann kann uns nichts und niemand zum Schweigen bringen!

    Da unser Bibelleseprogramm hier chronologisch ist, lesen wir jetzt erst mal die Briefe an die Thessalonicher, bevor es in der Apostelgeschichte weiter geht…

  120. Apostelgeschichte 18:12-19:10

    Apostelgeschichte 18:12-17 Ein wirkungsloser Angriff gegen Paulus

    12 Nachdem Gallio Prokonsul der Provinz Achaia geworden war , verabredeten sich die Juden zu einer gemeinsamen Aktion gegen Paulus. Sie schleppten ihn vor den Richterstuhl ´auf dem Gerichtsplatz` 13 und erklärten: »Dieser Mann verführt die Leute dazu, Gott auf eine Weise zu verehren, die gegen das Gesetz verstößt!«

    14 Paulus wollte gerade zu einer Entgegnung ansetzen, als Gallio zu den Anklägern sagte: »Werte Juden! Wenn es sich hier um ein Verbrechen oder ein böswilliges Vergehen handeln würde, wäre es meine Pflicht , auf eure Klage einzugehen. 15 Da es aber lediglich um Begriffe und Namen geht und die Streitfragen alle mit eurem eigenen Gesetz zu tun haben , müsst ihr selbst sehen, ´wie ihr damit fertig werdet`. Ich jedenfalls bin nicht gewillt, in solchen Dingen ein Urteil zu fällen.« 16 Damit ließ er sie vom Richterstuhl wegführen.
    17 Sie waren noch auf dem Gerichtsplatz, da fiel die Volksmenge, die dabeigestanden hatte, über den Synagogenvorsteher Sosthenes her und verprügelte ihn. Aber Gallio kümmerte sich nicht im Geringsten darum.

    Mischen wir uns in persönliche Belange und Streitigkeiten unter Brüdern ein?

    Wie reagieren wir, wenn eine Schwester, die wir gern haben, zu uns kommt und uns erzählt, wie gemein ihr Mann ist? Er hat ja so wenig Zeit für sie und „putzt sich die Füße nicht ab, wenn er in die Wohnung kommt, und überhaupt…“. Bieten wir ihr eine Plattform für solche Klagen?

    Wie wäre es, sie liebevoll daran zu erinnern, dass dies Dinge sind, die die beiden selbst klären müssen – solange keine biblischen Grundsätze verletzt werden?

    Erinnern wir uns noch daran, wie taktvoll die Lena in dem Drama vom BZK dieses Problem gelöst hatte, als sich Alex bei ihr ausheulen wollte?

    Sind wir dann herzlos, wenn wir solchen Klagen kein Ohr schenken? Was sagte denn Jesus, wie seine Anhänger solche Probleme lösen sollten? Er sagte: „lege den Fehler zwischen dir und ihm offen dar“, es sollte nicht unter anderen ausgebreitet werden.

    Warum wäre dies so gefährlich? Zum einen könnte es dazu beitragen, dass sich die Schwester immer mehr da rein steigert und vielleicht unser Zuhören so deutet, als habe sie Recht, wir würden ebenso denken. Außerdem könnte es die Achtung und den Respekt, den wir vor unserem Bruder haben sollten, untergraben. Es könnte mit der Zeit auch bewirken, dass wir dem Bruder gegenüber voreingenommen sind.

    Jesus sagte, wir sollten einander lieben und einander helfen, die Bürden zu tragen. Verstoße ich nicht genau hier gegen, wenn ich der Schwester nicht zuhören will?

    Aber helfe ich ihr damit wirklich, ihre Bürde zu tragen? Wie bereits erwähnt, werden sich die Fronten mit jedem Reden darüber verhärten. Wenn wir vielleicht ausgleichend sagen, „das ist ja nicht so schlimm“, dann wird sie vielleicht nach anderen Gründen suchen, warum ihr Mann „ein Monnster ist“, denn sie will ja unseren Zuspruch. Damit würde alles noch viel schlimmer.

    Die Lena im Drama macht es gut: sie fragt Alex, ob diese glaube, dass ihr Mann sie betrügt. Damit ist das Thema vom Tisch. Es gibt keinen Scheidungsgrund, also „setz alles daran, was du selbst tun kannst, damit es in deiner Ehe wieder besser wird“.

    Wenn ich so einer Schwester wirklich helfen will, dann kann ich ihr – wie Lena in dem Drama – sagen, dass es in jeder Ehe ab und zu Probleme gibt, selbst in meiner. Dass wir alle unvollkommen sind und in einer Beziehung jeder irgendwo die Fehler und Schwächen des anderen mit Liebe zudecken muss. Wenn wir von unserem Partner enttäuscht und auf ihn sauer sind, vergessen wir oftmals die Tatsache, dass wir ja auch seine Erwartungen enttäuschen – weil wir ebenso unvollkommen sind wie er.

    Lena macht es gut. Sie sagt, dass sie die „andere Ansicht von Ordnung“ bei ihrem Mann auch oftmals nervt, es sie sogar „auf die Palme bringt“. Aber sie weiss auch um ihre eigene Schwäche: dass sie selbst Probleme damit hat, pünktlich zu sein und ihr Mann auf sie warten muss.

    Nun geht es ja bei einem Problem mit unserem Ehepartner (oder einem Bruder oder Schwester) nicht darum, wessen Schwächen schlimmer sind. Es ist kein Wettstreit und es geht ja nicht darum, Recht zu behalten.

    Jesus sagte, man würde seine Nachfolger daran erkennen, dass sie Liebe untereinander haben würden. Wir sollten einander lieben und dem Frieden nachjagen – dann würden wir seinen Vater ehren.

    Wenn wir aber aufeinander rumhacken, ist dies unmöglich. Um eine liebevolle und friedliche Atmosphäre zu schaffen, muss jeder von uns Abstriche machen. Paulus sagt an anderer Stelle, dass wir „einander bereitwillig vergeben“ sollten – in dem Bewußtsein, dass auch wir nicht immer alles richtig machen.

    Wenn wir einer solchen Schwester wirklich helfen wollen, dann helfen wir ihr, die Dinge wieder im richtigen Licht zu sehen. Dazu müssen wir nicht wissen, was genau sie ihm vorwirft. Solange es keine Maßstäbe Jehovas verletzt, sollte sie ihren Teil tun, damit zu Hause eine liebevolle und herzliche Stimmung herrscht.

    In der Drama tut Alex genau dies. Sie muss zwar über ihren Schatten springen, denn die verletzten Gefühle sind ja nicht mit einem Mal weg. Aber sie erinnert sich sogar bei einer Auseinandersetzung mit ihrem Mann an den guten Rat von Alex und schluckt erst mal, als er etwas sagt, was sie kränkt. Sie besinnt sich auf das, worum es wirklich geht: sie selbst will sich so verhalten, dass sich Jehova darüber freuen kann und so schickt sie erst mal ein Stoßgebet gen Himmel und antwortet dann erst. So schafft sie es, dem drohenden Streit den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Ob das Ganze auch so gut gelaufen wäre, wenn Lena Alex zuerst hätte groß und breit erzählen lassen, was ihr Mann alles falsch macht?

  121. Apostelgeschichte 18 – Kurze Besuche in Ephesus und Jerusalem.

    Rückkehr nach Antiochia

    18 Paulus blieb danach noch einige Zeit ´in Korinth`. Schließlich nahm er Abschied von den Geschwistern und trat zusammen mit Priszilla und Aquila die Seereise nach Syrien an. Bevor sie in Kenchreä an Bord gingen, ließ er sich das Haar wieder schneiden, das er wegen eines Gelübdes hatte wachsen lassen.
    19 Die Reise führte über Ephesus, wo Paulus Priszilla und Aquila zurückließ. Er selbst suchte ´vor der Weiterfahrt` die Synagoge der Stadt auf und sprach dort zu den Juden. 20 Sie baten ihn, länger zu bleiben, aber er ging nicht darauf ein, 21 sondern verabschiedete sich von ihnen. »Wenn es Gottes Wille ist«, sagte er, »werde ich zu euch zurückkommen.« Dann brach er wieder auf.
    22 Das Schiff brachte ihn nach Cäsarea, wo er an Land ging. Er machte sich auf den Weg hinauf ´nach Jerusalem` und stattete der Gemeinde dort einen kurzen Besuch ab. Schließlich kehrte er nach Antiochia zurück .

    Die dritte Missionsreise des Apostels Paulus (Kapitel 18,23 bis 21,16)

    23 Nachdem Paulus einige Zeit dort verbracht hatte, machte er sich erneut auf die Reise. Er zog zunächst durch das Gebiet von Galatien und anschließend durch Phrygien, und überall stärkte er die Jünger ´in ihrem Glauben`.

    Apollos in Ephesus und in Korinth

    24 Um diese Zeit kam ein Jude namens Apollos nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war ein glänzender Redner und besaß eine umfassende Kenntnis der Heiligen Schrift . 25 Darüber hinaus war er auch in der Lehre des Herrn unterwiesen worden. Überall sprach er mit glühender Begeisterung von Jesus und unterrichtete seine Zuhörer gewissenhaft und genau über das, was Jesus getan und gelehrt hatte . Allerdings kannte er keine andere Taufe als die von Johannes ´dem Täufer`.
    26 Dieser Apollos nun begann, in der Synagoge ´von Ephesus` frei und offen ´von Jesus` zu sprechen. Auch Priszilla und Aquila hörten ihn. Da luden sie ihn zu sich ein und erklärten ihm die Lehre Gottes noch genauer. 27 Als Apollos dann in die Provinz Achaia reisen wollte, ermutigten ihn die Christen ´von Ephesus` zu diesem Schritt und gaben ihm einen Empfehlungsbrief mit, in dem sie die Jünger ´in Achaia` baten , ihn freundlich aufzunehmen. Und tatsächlich erwies sich Apollos dort mit seiner besonderen Gabe als eine große Hilfe für die Gläubigen . 28 Denn er führte öffentliche Diskussionen mit den Juden, in denen er ihre Einwände mit überzeugenden Argumenten widerlegte und anhand der Schrift nachwies, dass Jesus der Messias ist.

    Paulus in Ephesus: Begegnung mit Nachfolgern Jesu, die den Heiligen Geist noch nicht erhalten haben

    1 Während Apollos in Korinth war, zog Paulus durch das ´kleinasiatische` Hochland und dann ´zur Küste` hinunter nach Ephesus. Dort traf er auf eine Gruppe von Jüngern, ´die seine Aufmerksamkeit auf sich zogen`. 2 »Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr zum Glauben gekommen seid?«, fragte er sie. »Den Heiligen Geist empfangen?«, entgegneten sie. »Wir haben nicht einmal gehört, dass der Heilige Geist schon gekommen ist !« – 3 »Was für eine Taufe ist denn an euch vollzogen worden?«, wollte Paulus wissen. »Die Taufe des Johannes«, erwiderten sie. 4 Da sagte Paulus: »Johannes rief das israelitische Volk zur Umkehr auf und taufte die, die seinem Aufruf folgten. Aber er verband damit die Aufforderung , an den zu glauben, der nach ihm kommen würde, nämlich an Jesus.« 5 Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen von Jesus, dem Herrn, taufen. 6 Und als Paulus ihnen dann die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie herab, und sie redeten in ´geistgewirkten` Sprachen und machten prophetische Aussagen. 7 Es waren etwa zwölf Männer, die zu dieser Gruppe gehörten.

    Lange und erfolgreiche Lehrtätigkeit

    8 Drei Monate lang ging Paulus ´regelmäßig` in die Synagoge ´von Ephesus` und sprach dort frei und offen über das Reich Gottes und alles, was damit zusammenhängt. Er diskutierte ´mit den Synagogenbesuchern` und versuchte sie ´von der Wahrheit seiner Botschaft` zu überzeugen . 9 Doch einige von ihnen verschlossen sich dem, was er verkündete, und waren nicht bereit, das Evangelium anzunehmen . Statt dessen redeten sie vor allen Versammelten abfällig über die neue Glaubensrichtung . Daraufhin brach Paulus den Kontakt mit ihnen ab. Zusammen mit denen, die Jünger des Herrn geworden waren, trennte er sich von der jüdischen Gemeinde und sprach von da an täglich im Lehrsaal eines Mannes namens Tyrannus. 10 Das tat er volle zwei Jahre lang, sodass nach und nach die ganze Bevölkerung der Provinz Asien – Juden wie Nichtjuden – die Botschaft des Herrn hörte.

    Wieder die Frage, warum diese Jünger in Ephesus den Geist nicht auch so erhalten hatten, als sie zum Glauben kamen?

    Wie war es denn bei Kornelius und seiner Hausgemeinschaft? War da nicht der heilige Geist ohne das Zutun von Petrus auf die Leute gekommen? Wieso benötigen diese hier erst die Hilfe von Paulus?

  122. Bevor es mit dem zweiten Brief an die Korinther losgeht, lesen wir erst noch Apostelgeschichte 19:11-20:1

    Auseinandersetzungen mit dämonischen Mächten

    11 Dazu kam, dass Gott durch Paulus ganz außergewöhnliche Dinge geschehen ließ. 12 Die Leute nahmen sogar Tücher, mit denen Paulus sich den Schweiß abgewischt , oder Schürzen, ´die er bei seiner handwerklichen Arbeit getragen hatte,` und legten sie auf die Kranken mit dem Ergebnis, dass die Krankheiten verschwanden und dass ´bei den Besessenen` die bösen Geister ausfuhren.

    13 Einige der jüdischen Geisterbeschwörer, die im Land umherzogen, versuchten, den Namen von Jesus, dem Herrn, ´für ihre Zwecke` zu gebrauchen. Sie sprachen ihn über den von bösen Geistern Besessenen aus, wobei sie folgende Formel benutzten: »Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus verkündet!« 14 Auch die sieben Söhne eines gewissen Skevas, eines führenden jüdischen Priesters , gingen so vor. 15 Doch ´eines Tages` gab ihnen der böse Geist, ´der in einem Besessenen war,` zur Antwort: »Jesus kenne ich, und wer Paulus ist, weiß ich ebenfalls; aber wer seid ihr?« 16 Und der Mensch, der von dem bösen Geist besessen war, stürzte sich auf sie, überwältigte sie alle und schlug sie so zusammen , dass sie blutend und mit zerrissenen Kleidern aus dem Haus flohen. 17 Von diesem Vorfall erfuhren alle, die in Ephesus wohnten, Juden wie Nichtjuden. Alle wurden von einer tiefen Ehrfurcht vor Gott ergriffen und priesen den Namen von Jesus, dem Herrn, für seine Größe.

    18 Auch traten jetzt viele von denen, die zum Glauben gekommen waren, ´vor die Gemeinde` und bekannten offen , sich mit okkulten Praktiken abgegeben zu haben . 19 Zahlreiche ´Christen`, die Zauberei getrieben hatten, brachten ihre Zauberbücher und verbrannten sie öffentlich. Als man den Wert der Bücher zusammenrechnete, kam man auf eine Summe von 50 000 Silberdrachmen.

    20 Das alles trug dazu bei, dass die Botschaft des Herrn sich unaufhaltsam ausbreitete und einen immer größeren Einfluss gewann.

    Reisepläne

    21 Nach all diesen Ereignissen fasste Paulus den Entschluss , über Mazedonien und Achaia nach Jerusalem zu reisen. »Und wenn ich dort gewesen bin«, erklärte er, »muss ich endlich auch Rom besuchen!« 22 Er schickte zwei seiner Mitarbeiter, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien voraus, blieb aber selbst noch eine Zeitlang in der Provinz Asien.

    Aufruhr in Ephesus

    23 Während dieser Zeit kam es ´in Ephesus` wegen der neuen Glaubensrichtung zu schweren Unruhen. 24 Ausgelöst wurden sie durch Folgendes: Ein Silberschmied namens Demetrius leitete die Herstellung von silbernen Nachbildungen des Tempels der Göttin Artemis und verschaffte damit den Kunsthandwerkern ´der Stadt` beträchtliche Gewinne. 25 Eines Tages nun organisierte Demetrius ein Treffen der Handwerker, ´die er selbst beschäftigte,` und aller anderen, die in diesem Gewerbe tätig waren. »Meine Freunde«, sagte er, »ihr wisst, dass wir unseren Wohlstand der Herstellung von Tempelnachbildungen verdanken. 26 Nun habt ihr aber sicher schon miterlebt oder durch andere erfahren, dass dieser Paulus nicht nur hier in Ephesus, sondern beinahe überall in der Provinz Asien Scharen von Leuten den Kopf verdreht und sie auf Abwege führt. Denn er behauptet, Götter, die von Menschen gemacht werden, seien überhaupt keine Götter. 27 Damit droht nicht nur unser Berufsstand in Misskredit zu geraten, nein, es besteht auch die Gefahr, dass jede Achtung vor dem Tempel der großen Göttin Artemis verloren geht! Am Ende kommt es noch dahin, dass die Göttin selbst ihr Ansehen einbüßt – sie, die doch in der ganzen Provinz Asien, ja von allen Bewohnern der Erde für ihre majestätische Größe verehrt wird.«

    28 Als die Versammelten das hörten, packte sie die Wut, und sie schrien: »Groß ist die Artemis von Ephesus!« 29 Bald befand sich die ganze Stadt in hellem Aufruhr. Wie ein Mann stürmten die Menschen ins Amphitheater , wobei sie die Mazedonier Gaius und Aristarch, zwei Reisegefährten von Paulus, ergriffen und mitschleppten. 30 ´Als Paulus von diesen Vorgängen erfuhr,` wollte er persönlich vor die Volksmenge treten, aber die Jünger ließen es nicht zu. 31 Und auch einige hohe Beamte der Provinzverwaltung , die freundschaftlich mit ihm verbunden waren, warnten ihn durch Boten davor, sich ins Theater zu begeben.

    32 ´Im Theater,` wo sich das Volk versammelt hatte, herrschte ein unbeschreibliches Durcheinander; die einen schrien dies, die anderen das, und die meisten wussten nicht einmal, weshalb man überhaupt zusammengekommen war. 33 Schließlich schickten die Juden Alexander nach vorn. Alexander ließ sich von einigen aus der Menge ´über den Anlass der Zusammenkunft` informieren und versuchte dann, sich mit einer Handbewegung Gehör zu verschaffen; er wollte vor dem Volk eine Erklärung zugunsten ´seiner Landsleute` abgeben. 34 Doch sobald die Versammelten merkten, dass er Jude war, begannen sie alle wie aus einem Mund zwei Stunden lang zu schreien: »Groß ist die Artemis von Ephesus!«
    35 Endlich gelang es dem Stadtpräfekten, die aufgebrachte Menge zu beruhigen. »Bürger von Ephesus!«, rief er. »Gibt es einen einzigen Menschen, der nicht wüsste, dass unsere Stadt ´das Vorrecht hat`, Wächterin des Tempels der großen Artemis und Beschützerin ihres direkt vom Himmel gefallenen ´Standbildes` zu sein? 36 Weil das nun einmal eine unbestreitbare Tatsache ist, müsst ihr euch ruhig verhalten und dürft euch zu keiner unüberlegten Handlung hinreißen lassen. 37 Die Männer, die ihr hierher geschleppt habt, haben schließlich weder den Tempel entweiht noch unsere Göttin verhöhnt. 38 Wenn Demetrius und die Handwerker, die mit ihm gekommen sind, eine Anklage gegen jemand vorbringen wollen, fällt das in die Zuständigkeit der Prokonsuln , und es gibt dafür bestimmte Gerichtstage. Dort können ´die gegnerischen Parteien` ihren Streit austragen. 39 Und solltet ihr – davon abgesehen – noch irgendwelche anderen Anliegen haben, muss darüber in einer ordnungsgemäß einberufenen Bürgerversammlung entschieden werden.
    40 Unserer Stadt droht nämlich angesichts der heutigen Vorkommnisse eine Anklage wegen Rebellion, und womit könnten wir uns dann rechtfertigen? Es gibt für diesen Aufruhr nicht den geringsten Grund!« Nach diesem Appell löste der Stadtpräfekt die Versammlung auf.

    1 Als der Tumult sich gelegt hatte, rief Paulus die Jünger zusammen, um ihnen noch einmal Mut zuzusprechen. Dann verabschiedete er sich von ihnen und machte sich auf die Reise nach Mazedonien

    in dem biblischen Drama „Verlass nicht die Liebe, die du zuerst hattest“ fragt ein junger Bruder den Apostel Johannes, warum sie die Bücher verbrennen und nicht verkaufen. Man könnte doch den Erlös von einem solchen Verkauf zur Förderung der Guten Botschaft nutzen.

    Johannes nennt ihm zwei wichtige Punkte:

    • wir wollen nicht, dass die Menschen uns mit solchen Publikationen in Verbindung bringen und
    • wir wollen niemanden in Versuchung bringen, sich mit diesen Dingen zu befassen.

    Dieses Drama ist noch garnicht so alt und sehr interessant. Es spielt in Ephesus und der betagte Apostel Johannes ist zu Besuch, um die Versammlung zu stärken. In dieser Zeit haben schon viele die erste Begeisterung für die Wahrheit verloren, nicht nur die Jugendlichen. Falls du dieses Drama aufgenommen hast oder dir von jemanden leihen kannst, solltest du dies tun – es lohnt sich wirklich, es noch mal anzuhören

  123. Apostelgeschichte 20 – 22

    Apostelgeschichte 20 – Auferweckung eines tödlich Verunglückten in Troas

    7 Am letzten Abend – es war ein Sonntag, der erste Tag der Woche – kamen wir und die Geschwister der Gemeinde von Troas zusammen, um das Mahl des Herrn zu feiern . Paulus, der am nächsten Morgen weiterreisen wollte, sprach zu den Versammelten. Er hatte ihnen noch so vieles zu sagen, dass es darüber Mitternacht wurde.

    8 Indem Raum im Obergeschoss, in dem wir uns getroffen hatten, brannten zahlreiche Lampen. 9 Ein junger Mann – er hieß Eutychus – saß im offenen Fenster. Als sich die Rede von Paulus immer mehr in die Länge zog, wurde er von Müdigkeit übermannt und sank in tiefen Schlaf. Er ´verlor das Gleichgewicht und` fiel aus dem Fenster – drei Stockwerke tief . Die Geschwister, die hinuntereilten und ihn aufhoben, konnten nur noch seinen Tod feststellen.

    10 Paulus, der ebenfalls hinuntergegangen war , legte sich auf ihn und umfasste den leblosen Körper mit beiden Armen. Dann sagte er zu den Umstehenden: »Hört auf zu klagen! Er lebt!«
    11 Nachdem Paulus wieder ins Obergeschoss gegangen war, feierten sie das Mahl des Herrn; Paulus teilte das Brot aus und aß auch selbst davon . Danach sprach er noch lange mit den Versammelten. Als er sich schließlich von ihnen trennte, wurde es bereits hell. 12 Den jungen Mann aber brachte man lebendig ´und gesund` nach Hause . Dieses Erlebnis war für die ´Christen` eine große Ermutigung.

    heute wollen wir „den lieben Kleinen“ mal eine Freude machen und „lesen“ ihnen diese Geschichte in dem Buch „Mein Buch mit biblischen Geschichten“ vor:

    Geschichte 111
    Ein Junge, der einschlief

    ACH du Schreck! Was ist denn hier passiert? Ist der Junge schwer verletzt? Schau mal, da kommt Paulus gerade! Siehst du auch Timotheus? Ist der Junge aus dem Fenster gefallen?

    Ja, genau das ist passiert. Paulus hat den Jüngern in Troas eine Rede gehalten. Er wusste, dass er sie nicht so bald wiedersehen würde, weil er am nächsten Tag abreisen wollte. Deswegen hat er bis Mitternacht geredet.

    Eutychus hat am Fenster gesessen und ist eingeschlafen. Er ist umgekippt und aus dem Fenster im dritten Stock gefallen. Deshalb sehen die Leute alle so erschrocken aus. Sie befürchten das Schlimmste. Als sie ihn aufheben, merken sie, dass er tot ist.

    Da legt sich Paulus über den toten Jungen und umarmt ihn. Er sagt: »Macht euch keine Sorgen. Es geht ihm gut.« Tatsächlich! Ein Wunder ist geschehen! Paulus hat ihn auferweckt. Alle sind so froh!

    Sie gehen wieder nach oben und essen zusammen. Paulus redet noch bis zum Morgen. Aber Eutychus ist bestimmt nicht mehr eingeschlafen! Paulus, Timotheus und ihre Reisebegleiter gehen nun an Bord eines Schiffs. Weißt du, wo sie hinfahren?

    Paulus ist auf dem Heimweg von seiner dritten Predigtreise. Bei dieser Reise ist er allein schon drei Jahre in Ephesus geblieben. Deswegen hat diese Reise noch länger gedauert als die zweite.

    Das Schiff fährt nun von Troas nach Milet. Dort bleibt es eine Zeit lang. Milet ist nicht weit von Ephesus entfernt. Deswegen ruft Paulus die älteren Männer der Versammlung Ephesus herbei. So kann er noch ein letztes Mal mit ihnen reden. Als die Zeit für die Weiterfahrt gekommen ist, sind sie ganz traurig, dass sie von Paulus Abschied nehmen müssen.

    Schließlich legt das Schiff in Cäsarea an und Paulus übernachtet dort bei dem Jünger Philippus. Da kommt der Prophet Agabus und sagt voraus, dass Paulus festgenommen wird, wenn er nach Jerusalem geht. Die Voraussage trifft ein. Nachdem Paulus dann zwei Jahre lang im Gefängnis von Cäsarea gewesen ist, wird er nach Rom gebracht. Dort soll er vor dem römischen Herrscher Cäsar erscheinen. Wir wollen mal sehen, was auf der Reise nach Rom alles passiert.

    Apostelgeschichte, Kapitel 19 bis 26

    Ihr findet dieses Buch auf der Seite der Gesellschaft:

    Mein Buch mit biblischen Geschichten

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  124. Apostelgeschichte 20:16

    Paulus hatte bewusst eine Route gewählt, die nicht über Ephesus führte, um in der Provinz Asien nicht unnötig Zeit zu verlieren. Er war deshalb so in Eile, weil er – wenn irgend möglich – am Pfingstfest in Jerusalem sein wollte.

    Warum ist es ihm so wichtig, gerade zu diesem Termin in Jerusalem zu sein?

    Geht es ihm darum, dass zu diesem Fest alle Juden in Jerusalem sein würden und er so „ein großes Gebiet“ vorfinden würde?

  125. Apostelgeschichte 20:17-21:6

    Abschiedsrede an die Verantwortlichen der Gemeinde von Ephesus

    17 ´Eins allerdings ließ Paulus sich nicht nehmen:` Er schickte von Milet aus eine Nachricht an die Ältesten der Gemeinde von Ephesus und bat sie, zu ihm zu kommen.

    18 Als sie in Milet eingetroffen waren, richtete er folgende Worte an sie: »Vom ersten ´bis zum letzten` Tag meines Aufenthalts in der Provinz Asien war ich bei euch, und in dieser ganzen Zeit habt ihr gesehen, wie ich lebte und was ich tat . Ihr wisst, 19 dass ich dem Herrn diente, ohne je überheblich aufzutreten; ich diente ihm, auch wenn das oft mit Tränen verbunden war und mein Glaube wegen der Angriffe der Juden auf eine harte Probe gestellt wurde . 20 Ihr wisst auch, dass ich euch nichts von dem verschwiegen habe, was gut und hilfreich für euch ist; ich habe euch alles verkündet und habe euch alles gelehrt, sowohl öffentlich als auch in den Häusern, ´in denen ihr zusammenkommt`. 21 Juden wie Nichtjuden forderte ich eindringlich auf, zu Gott umzukehren und an Jesus, unseren Herrn, zu glauben.

    22 Und jetzt gehe ich nach Jerusalem, von Gottes Geist dazu gedrängt und an seine Weisung gebunden . Was dort im Einzelnen mit mir geschehen wird, weiß ich nicht. 23 Ich weiß nur, dass der Heilige Geist mich in jeder Stadt, ´durch die ich komme,` ausdrücklich darauf hinweist, dass Gefangenschaft und Leiden auf mich warten. 24 Doch es liegt mir nichts an meinem Leben; mein persönliches Ergehen hat keinerlei Bedeutung. Wichtig ist nur, dass ich das Ziel meines Laufes erreiche und den Auftrag voll und ganz erfülle, den ich von Jesus, dem Herrn, erhalten habe – den Auftrag, allen Menschen die gute Nachricht von Gottes Gnade zu bringen.

    25 Und noch etwas muss ich euch sagen, euch und allen anderen , bei denen ich gewesen bin, um ihnen die Botschaft von ´Gottes` Reich zu verkünden: Ich weiß, dass ihr mich nicht wiedersehen werdet. 26 Deshalb erkläre ich hiermit vor euch allen, dass mich keine Schuld trifft, wenn irgendjemand, der diese Botschaft gehört hat, nicht gerettet wird . 27 Denn ich bin meinem Auftrag nicht untreu gewesen, sondern habe euch den Plan Gottes in seinem ganzen Umfang verkündet.

    28 Gebt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, die Gemeinde Gottes, zu deren Leitern euch der Heilige Geist eingesetzt hat. Sorgt für sie als gute Hirten; Gott hat sie ja durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben. 29 Ich weiß, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe bei euch eindringen und erbarmungslos unter der Herde wüten werden. 30 Sogar aus euren eigenen Reihen werden Männer auftreten, die die Wahrheit verdrehen, um die Jünger ´des Herrn` irrezuführen und auf ihre Seite zu ziehen. 31 Seid also wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang unermüdlich, Tag und Nacht, jedem Einzelnen von euch den rechten Weg gewiesen habe, und das oft genug unter Tränen.

    32 Und nun vertraue ich euch Gott und der Botschaft von seiner Gnade an. Diese Botschaft hat die Macht , euch ´im Glauben` zu festigen, sodass ihr zusammen mit allen anderen, die zu Gottes heiligem Volk gehören, das ´ewige` Erbe erhaltet.

    33 Nie war ich auf Silber oder Gold aus; keinen von euch habe ich je um Kleidung gebeten. 34 Seht hier meine Hände: Ihr könnt bestätigen, dass ich durch eigene Arbeit für alles gesorgt habe , was ich und meine Begleiter zum Leben brauchten. 35 Mit meiner ganzen Lebensführung habe ich euch gezeigt, dass wir Arbeit und Mühe nicht scheuen dürfen; denn dann können wir den Bedürftigen helfen, wie es unsere Aufgabe ist. Denkt immer an die Worte, die Jesus, der Herr, selbst gesagt hat: >Auf dem Geben liegt ein größerer Segen als auf dem Nehmen.< «

    36 Als Paulus geendet hatte, kniete er zusammen mit allen Ältesten nieder und betete mit ihnen. 37 Danach brachen alle in lautes Weinen aus, fielen ihm um den Hals und küssten ihn wieder und wieder. 38 Am meisten bedrückte sie, dass er gesagt hatte, sie würden ihn nicht wiedersehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff.

    Fortsetzung der Reise nach Jerusalem

    1 Schließlich mussten wir uns von ihnen trennen, so schwer es uns auch fiel. Unser Schiff legte ab , und wir kamen auf direktem Weg zur Insel Kos. Am folgenden Tag erreichten wir Rhodos, und von dort ging es nach Patara. 2 InPatara fanden wir ein Schiff, das auf der kürzesten Route – ´über das offene Meer` – nach Phönizien fuhr. Mit diesem Schiff setzten wir unsere Reise fort. 3 Zypern kam in Sicht, aber wir steuerten südlich an der Insel vorbei , immer mit Kurs auf Syrien , und legten schließlich in Tyrus an; dort musste das Schiff die Ladung löschen.

    4 Wir suchten die Jünger auf, ´die in Tyrus wohnten,` und blieben eine Woche lang bei ihnen. Der Heilige Geist hatte ihnen gezeigt, welche Gefahren Paulus in Jerusalem drohten, und sie warnten den Apostel eindringlich vor einer Weiterreise. 5 Trotzdem brachen wir, als die ´für unseren Aufenthalt vorgesehene` Zeit um war, wieder auf. Die ganze Gemeinde einschließlich der Frauen und Kinder begleitete uns bis vor die Stadt. Am Strand knieten wir alle nieder und beteten zusammen. 6 Dann nahmen wir Abschied von ihnen und gingen an Bord des Schiffes, und sie kehrten nach Hause zurück.

    Können wir uns die Trauer der Anwesenden vorstellen? Aber noch schlimmer ist es wahrscheinlich für diejenigen, die mit ihm auf dem Weg nach Jerusalem sind:

    Bei Philippus in Cäsarea. Der Prophet Agabus kündigt die Gefangennahme von Paulus an

    7 Die nächste Etappe unserer Seereise führte von Tyrus nach Ptolemais. Auch hier besuchten wir die Geschwister, blieben aber nur einen Tag bei ihnen.

    8 Am folgenden Morgen brachen wir wieder auf und fuhren nach Cäsarea. Dort besuchten wir den Evangelisten Philippus, der uns als seine Gäste in seinem Haus aufnahm. Philippus war einer von den Sieben, ´die seinerzeit in der Jerusalemer Gemeinde zu Helfern der Apostel gewählt worden waren` ; 9 er hatte vier Töchter, die alle unverheiratet waren und denen Gott die Gabe des prophetischen Redens geschenkt hatte .

    10 Wir blieben einige Tage dort, und während dieser Zeit kam aus Judäa ein Prophet namens Agabus zu uns. 11 Er stellte sich in unsere Mitte, nahm den Gürtel des Paulus, fesselte sich damit die Füße und die Hände und erklärte: »Der Heilige Geist sagt Folgendes: >Genauso wird es dem Mann ergehen, dem dieser Gürtel gehört. Er wird von den Juden in Jerusalem gefesselt und an die Menschen fremder Völker ausgeliefert werden.15 Als die Tage in Cäsarea zu Ende waren und wir die nötigen Vorbereitungen für die Weiterreise getroffen hatten, machten wir uns auf den Weg nach Jerusalem. 16 Einige von den Jüngern aus Cäsarea begleiteten uns. ´Unterwegs` brachten sie uns zu einem gewissen Mnason, der aus Zypern stammte und schon seit vielen Jahren an Jesus glaubte . Bei ihm übernachteten wir.

    Können wir uns in die Mitreisenden des Paulus hinein versetzen? Würde uns nicht jeder einzelne Schritt, der uns Jerusalem näher bringt, noch schwerer fallen? Wie schwer wird es uns werden, an uns zu halten – und den Apostel nicht vom Weitergehen abzuhalten?

    Jeder Schritt in dem vollen Bewusstsein, dass es dem Freund nun an den Kragen geht, dass er selbst zu seiner Schlachtbank hinläuft. O, wie gerne würden wir ihn davon abhalten! Aber er will ja nicht hören.

    Auch wenn dies Gottes Wille zu sein scheint, so gefällt uns das Ganze nicht. Wir lieben unseren Freund und es tut uns unendlich weh, dass es ihm bald an den Kragen geht

  126. Apostelgeschichte 21:17-26

    Ankunft in Jerusalem und Besuch bei Jakobus. Die Frage nach der Gesetzestreue

    17 Als wir in Jerusalem ankamen, bereiteten uns die Geschwister einen herzlichen Empfang. 18 Gleich am nächsten Tag machte Paulus einen Besuch bei Jakobus; wir gingen mit, und auch alle Ältesten ´der Jerusalemer Gemeinde` fanden sich bei Jakobus ein. 19 Paulus grüßte die Versammelten und gab dann einen ausführlichen Bericht über das, was Gott durch seinen Dienst unter den Nichtjuden getan hatte.

    20 Seine Zuhörer priesen Gott für alles, was sie erfuhren. Dann sagten sie zu Paulus: »Du siehst, lieber Bruder, dass auch bei den Juden Tausende zum Glauben ´an Jesus Christus` gekommen sind, und alle halten sich ´weiterhin` streng an das Gesetz ´des Mose` . 21 Über dich jedoch hat man ihnen erzählt, du würdest die Juden, die unter den anderen Völkern leben, samt und sonders zum Abfall von Mose auffordern, indem du lehrst, sie müssten ihre Söhne nicht mehr beschneiden lassen und müssten überhaupt nicht länger nach den Vorschriften des Gesetzes leben. 22 Was können wir tun, ´um diesen Behauptungen entgegenzutreten`? Schließlich werden unsere Geschwister hier mit Sicherheit erfahren, dass du nach Jerusalem gekommen bist.

    23 Unser Vorschlag ist, dass du Folgendes machst: Vier Männer aus unseren Reihen haben sich Gott mit einem Gelübde geweiht ´und sich dazu verpflichtet, eine Zeitlang keinen Wein zu trinken und sich das Haar nicht schneiden zu lassen`. 24 Sei ihnen dabei behilflich, indem du dich zusammen mit ihnen der vorgeschriebenen Reinigung unterziehst und alle anfallenden Kosten übernimmst, damit sie die Weihezeit ordnungsgemäß mit den erforderlichen Opfern und dem Abschneiden der Haare beenden können . Dann werden alle sehen, dass von dem, was ihnen über dich erzählt wurde, kein Wort wahr ist und dass auch du in Übereinstimmung mit dem Gesetz lebst und seine Vorschriften befolgst.

    25 Was die Nichtjuden betrifft, die zum Glauben ´an Jesus Christus` gekommen sind, so haben wir ihnen ja unseren Beschluss brieflich mitgeteilt und ihnen gesagt, was sie unterlassen sollen: das Essen von ´Fleisch`, das den Götzen geopfert wurde, den Genuss von Blut und von nicht ausgeblutetem Fleisch und ´jede Form von` Unmoral. «

    26 Paulus war bereit, den vier Männern ´bei der Erfüllung ihres Gelübdes` behilflich zu sein. Gleich am nächsten Tag begann er zusammen mit ihnen das vorgeschriebene Reinigungsritual. Daraufhin ging er in den Tempel und meldete ´den Priestern`, wann die gesamte ´siebentägige` Reinigungszeit abgelaufen sein würde, damit dann für jeden von ihnen das abschließende Opfer dargebracht werden konnte.

    Das verstehe ich jetzt nicht: bereits vor einiger Zeit war doch die Frage aufgekommen, ob die Christen aus den Nationen sich beschneiden lassen müßten und es gab eine Entscheidung von der leitenden Körperschaft dazu. Sie führen sie ja hier selbst an: das GESETZ mußte nicht mehr gehalten werden.

    Trotzdem ist ihnen wichtig, dass alle sehen, dass Paulus weiterhin an dem Gesetz festhält. Warum spielt er hier mit? Geht es ihm hierbei darum, das empfindliche Gewissen der Judenchristen nicht zu verletzen? Es war ja auch sein Thema in den letzten Briefen.

    Aber wie passt dies dann damit zusammen, dass er einige Jahre davor Petrus öffentlich dafür gerügt hatte, dass er während des Besuchs einiger Judenchristen nicht mit den Heidenchristen essen wollte? Weil es in diesem Fall auf jeden Fall das Gewissen einer dieser Gruppen verletzt hätte und er so der Gruppe den Vorrang geben sollte, „die richtig lag“, weil das GESETZ ja mit Christus an den Pfahl genagelt wurde?

    Im Apostel-Buch heißt es hierzu auszugsweise:

    „An den Gerüchten ist nichts“ (Apg. 21:22-26)

    9 Was hatte es nun mit den Gerüchten auf sich, dass Paulus die Juden in anderen Gegenden lehrte, sie „sollten weder ihre Kinder beschneiden noch den feierlichen Bräuchen gemäß“ leben? Paulus war ein Apostel für die Nichtjuden und betonte ihnen gegenüber immer wieder, dass sie laut Beschluss das Gesetz nicht zu halten brauchten. Auch machte er klar, dass alle, die den Nichtjuden einreden wollten, sie hätten das Gesetz zu halten und sich deswegen beschneiden zu lassen, falschlagen (Gal. 5:1-7). Paulus predigte auf seinen Reisen auch Juden. Den aufgeschlossenen unter ihnen hat er bestimmt erklärt, dass das Gesetz durch Jesu Tod hinfällig geworden ist und man vor Jehova nicht durch Gesetzeswerke, sondern durch Glauben gerecht dastehen kann (Röm. 2:28, 29; 3:21-26).

    10 Trotzdem hatte Paulus Verständnis, wenn sich jemand wohler dabei fühlte, den einen oder anderen jüdischen Brauch einzuhalten, wie zum Beispiel am Sabbat nicht zu arbeiten oder bestimmte Sachen nicht zu essen (Röm. 14:1-6). Auch stellte er keine Regeln über die Beschneidung auf. Er selbst ließ sogar Timotheus beschneiden, damit er bei den Juden nicht aneckte, denn sein Vater war ja Grieche (Apg. 16:3). Die Beschneidung war eine persönliche Angelegenheit. Paulus schrieb den Galatern: „Weder Beschneidung [ist] von irgendwelchem Wert noch Unbeschnittenheit, sondern Glaube, der durch Liebe wirksam ist“ (Gal. 5:6). Sich jedoch beschneiden zu lassen, um dem Gesetz nachzukommen, oder zu behaupten, dass man nur so Jehova gefallen kann, würde ein Glaubensdefizit verraten.

    11 Obwohl das, was man über Paulus erzählte, nur abenteuerliche Gerüchte waren, beschäftigte es die jüdischen Christen doch ziemlich. Deswegen rieten die Ältesten Paulus: „Es sind vier Männer bei uns, die ein Gelübde auf sich haben. Nimm diese Männer mit, und reinige dich mit ihnen gemäß den Zeremonien, und trage für sie die Kosten, damit sie sich das Haupt scheren lassen können. Und so wird jedermann wissen, dass an den Gerüchten, die über dich mitgeteilt wurden, nichts ist, sondern dass du ordentlich wandelst, indem du selbst auch das GESETZ hältst“ (Apg. 21:23, 24).*

    12 Paulus hätte jetzt dagegenhalten können, dass nicht die Gerüchte über ihn das eigentliche Problem waren, sondern das Sichereifern dieser Judenchristen für das Gesetz Mose. Aber solange sich alles im Rahmen der Grundsätze Gottes bewegte, war er zum Konsens bereit. Früher hatte er einmal geschrieben: „Denen unter Gesetz bin ich wie einer, der unter Gesetz ist, geworden, obwohl ich selbst nicht unter Gesetz bin, um die zu gewinnen, welche unter Gesetz sind“ (1. Kor. 9:20). Paulus stellte sich also hier nicht quer, sondern wurde „wie einer, der unter Gesetz ist“. Darin können wir ihn uns zum Vorbild nehmen: Ziehen wir doch mit den Ältesten an einem Strang, statt unseren eigenen Kopf durchzusetzen (Heb. 13:17).

  127. Apostelgeschichte 21:27-36

    Paulus wird im Tempel verhaftet

    27 Die sieben Tage waren schon fast vorüber, da wurde Paulus von Juden aus der Provinz Asien gesehen, als er sich gerade im Tempel aufhielt. Sie wiegelten die Menge gegen ihn auf, packten ihn 28 und schrien: »Männer von Israel, helft uns! Das ist er, jener ´Aufrührer`, der mit seiner Lehre überall in der Welt gegen unser Volk, gegen das Gesetz und gegen diesen Tempel hetzt. Jetzt hat er sogar noch Nichtjuden in den Tempel mitgenommen und diesen heiligen Ort entweiht!« 29 Sie hatten nämlich Trophimus aus Ephesus zusammen mit Paulus in der Stadt gesehen und daraus geschlossen, Paulus sei mit ihm in den Tempel gegangen. 30 ´Es dauerte nicht lange,` da war die ganze Stadt auf den Beinen; aus allen Richtungen strömten die Leute zusammen. Sie stürzten sich auf Paulus und zerrten ihn aus ´dem inneren Vorhof` des Tempels, und sowie er draußen war, wurden die Tore geschlossen.

    31 Die aufgebrachte Menge schlug auf Paulus ein und war drauf und dran, ihn zu lynchen , als den Kommandanten der römischen Garnison die Meldung erreichte, ganz Jerusalem sei in Aufruhr. 32 Der Kommandant zögerte keinen Augenblick, rief einen Trupp Soldaten und einige Offiziere herbei und eilte mit ihnen zum Tempelplatz hinunter . Als die Leute den Kommandanten und die Soldaten kommen sahen, ließen sie von Paulus ab . 33 Der Kommandant bahnte sich einen Weg durch die Menge , nahm Paulus fest und ließ ihn mit zwei Ketten fesseln. Dann erkundigte er sich ´bei den Umstehenden`, wer dieser Mann sei und was er getan habe. 34 Doch der Tumult war so groß, dass es ihm nicht gelang, eine eindeutige Antwort zu erhalten; jeder schrie etwas anderes. Deshalb befahl er, Paulus in die Kaserne zu bringen. 35 Als die Soldaten zu der Freitreppe kamen, ´die zur Kaserne hinaufführte,` mussten sie Paulus hochheben, um ihn vor der tobenden Menge zu schützen . 36 Denn der ganze Volkshaufen versuchte an ihn heranzukommen und schrie in einem fort: »Weg mit ihm! Bringt ihn um!«

    Erschreckend, wie schnell wir geneigt sind, aus unserer Voreingenommenheit heraus einen anderen ans Messer zu liefern:

    Paulus ist ihnen schon eine ganze Weile ein Dorn im Auge. Dieser Überläufer, der sein eigenes Volk und seinen eigenen Gott verraten hat und nun diese Sekte unterstützt. Dieser „Gotteslästerer“ gehört gestoppt – um jeden Preis! Da sehen sie ihn mit Leuten aus den Nationen ankommen und als er später im Tempel ist, wird ihm automatisch unterstellt, er habe diese mitgenommen und so den Tempel entweiht. Von dem kann ja nur Böses kommen!

    In ihrer Voreingenommenheit überprüfen sie das gar nicht erst – sondern stiften gleich zu Aufruhr und Lynchjustiz an.

    Letztendlich erreichen sie ja auch, dass dieser Paulus aus dem Verkehr gezogen wird. Nun sind sie sicherlich stolz auf sich: sie haben es geschafft, diesen Paulus zu stoppen.

    Nur: wie sieht Jehova sie und das, was sie getan haben?

  128. Apostelgeschichte 21:40-22:30

    Verteidigungsrede des Apostels vor seinem Volk

    37 Endlich hatten sie den Eingang der Kaserne erreicht. Da wandte sich Paulus an den Kommandanten und sagte : »Ist es mir erlaubt, ein Wort mit dir zu reden?« – »Du sprichst Griechisch?«, wunderte sich der Kommandant. 38 »Bist du denn nicht der Ägypter, der vor einiger Zeit einen Aufstand angezettelt und viertausend bewaffnete Rebellen in der Wüste um sich geschart hat ?« – 39 »Nein«, erwiderte Paulus, »ich bin ein Jude aus der Provinz Zilizien, ein Bürger von Tarsus, einer nicht unbedeutenden Stadt. Darf ich dich um etwas bitten? Gestatte mir, zu diesen Menschen hier zu reden!« 40 Der Kommandant erlaubte es ihm. Da stellte sich Paulus auf ´die oberste Stufe` der Freitreppe und bat die Menge mit einer Handbewegung ´um Aufmerksamkeit`. Als der Lärm sich gelegt hatte und es ruhig geworden war , begann er, auf hebräisch zu ihnen zu sprechen.

    – Die Vergangenheit:
    Treue zum Gesetz und Verfolgung der Christen

    1 »Liebe Landsleute «, rief er, »liebe Brüder und Väter! Hört, was ich zu meiner Verteidigung zu sagen habe!« 2 Als sie merkten, dass er in ihrer Muttersprache zu ihnen redete, wurde es noch stiller. Paulus fuhr fort: 3 »Ich bin ein Jude ´wie ihr`. Geboren wurde ich in Tarsus in der Provinz Zilizien, aber aufgewachsen bin ich hier in Jerusalem. Mein Lehrer war kein Geringerer als Gamaliel. Bei ihm erhielt ich eine gründliche Ausbildung in dem Gesetz , das uns von unseren Vorfahren her überliefert ist, und ich kämpfte leidenschaftlich für Gottes Ehre – genauso, wie ihr alle es heute tut .

    4 Dieser Eifer für Gott war es auch, der mich dazu trieb, mit allen Mitteln gegen die neue Lehre vorzugehen und ihre Anhänger mit unerbittlicher Härte zu verfolgen . Männer wie Frauen ließ ich verhaften und ins Gefängnis bringen. 5 Der Hohepriester und der gesamte Ältestenrat können das bestätigen. Von ihnen ließ ich mir sogar Empfehlungsbriefe an die jüdische Gemeinde in Damaskus geben. Ich reiste in jene Stadt, um auch dort die Anhänger der neuen Lehre festzunehmen und sie dann in Ketten nach Jerusalem bringen zu lassen, wo sie bestraft werden sollten.«

    – Die Umkehr:
    Berufung durch Christus

    6 »Auf dem Weg nach Damaskus – es war gegen Mittag, und wir hatten die Stadt schon fast erreicht – leuchtete plötzlich vom Himmel her ein Licht auf. Von allen Seiten umgab mich ein unbeschreiblich heller Glanz, 7 sodass ich ´geblendet` zu Boden stürzte. Dann hörte ich eine Stimme zu mir sagen: >Saul, Saul, warum verfolgst du mich?< – 8 >Wer bist du, Herr?< fragte ich, worauf die Stimme antwortete: >Ich bin der, den du verfolgst – Jesus von Nazaret.< 9 Meine Begleiter sahen zwar das Licht, verstanden aber nicht, was die Stimme sagte, die mit mir sprach . 10 >Herr< , sagte ich, >was soll ich tun?< – >Steh auf und geh nach Damaskus!< antwortete der Herr. >Dort wird dir genau gesagt werden, wozu du beauftragt bist und was du tun sollst.< 11 ´Ich wollte mich wieder auf den Weg machen,` aber der Glanz jenes Lichtes hatte mich so geblendet, dass ich nicht mehr sehen konnte; meine Begleiter mussten mich bei der Hand nehmen und nach Damaskus führen. 12 ´In Damaskus` wohnte ein frommer und gesetzestreuer Mann, Hananias, der bei allen Juden der Stadt in hohem Ansehen stand. 13 Hananias suchte mich auf, trat zu mir und sagte: >Saul, mein Bruder, du sollst wieder sehen können!< Im selben Augenblick sah ich ihn vor mir stehen; ich konnte wieder sehen! 14 Hananias sagte: >Der Gott unserer Väter hat dich dazu erwählt, zu erkennen, was sein Wille ist. Er hat bestimmt, dass du den siehst, der gerecht ist, und ihn persönlich mit dir reden hörst . 15 Denn du sollst sein Zeuge sein und allen Menschen von dem berichten, was du gesehen und gehört hast . 16 Also – was zögerst du noch? Steh auf und lass dich taufen! Rufe dabei im Gebet den Namen Jesu an! Dann wirst du von deinen Sünden reingewaschen werden.< « – Der Auftrag: Verkündigung des Evangeliums unter den nichtjüdischen Völkern 17 »Später, als ich wieder in Jerusalem war und im Tempel betete, hatte ich eine Vision. 18 Ich sah Jesus, und er sagte zu mir: >Verlass Jerusalem, so schnell du kannst! Lass dich durch nichts aufhalten! Denn die Menschen hier werden nicht annehmen, was du ihnen als mein Zeuge über mich berichtest.< – 19 >Aber Herr< , wandte ich ein, >´gerade sie müssten mir doch Glauben schenken.` Sie wissen ja, dass ich von einer Synagoge zur anderen ging, um die, die an dich glauben, gefangen nehmen und auspeitschen zu lassen. 20 Und sie wissen auch, dass ich damals, als dein Zeuge Stephanus sein Leben ließ , voll und ganz mit seiner Hinrichtung einverstanden war. Ich stand nicht nur dabei, sondern bewachte die Kleider, die seine Gegner abgelegt hatten, um ihn zu steinigen .< 21 Aber Jesus erwiderte: >Mach dich auf den Weg! Ich werde dich zu anderen Völkern in weit entfernten Ländern senden.

    Tumult unter den Zuhörern, Eingreifen des römischen Kommandanten

    22 Bis zu diesen Worten hatte die Menge ruhig zugehört. Doch jetzt brach ein Tumult los. »Weg mit ihm!«, schrien die Leute. »Bringt ihn um! So einer darf auf keinen Fall am Leben bleiben!« 23 Sie tobten, zerrissen vor Empörung ihre Kleider und schleuderten Staub in die Luft. 24 ´Die Situation wurde so bedrohlich, dass` der Kommandant Paulus ins Innere der Kaserne bringen ließ. Daraufhin befahl er, ihn auszupeitschen und ihn dabei zu verhören , denn er wollte herausfinden, weshalb die Menge ihn so ´hasserfüllt` niedergeschrien hatte.

    25 Paulus war bereits für die Geißelung festgebunden , da sagte er zu dem Offizier, der die Aufsicht führte: »Ist es bei euch erlaubt, einen römischen Bürger auszupeitschen, noch dazu ohne ordentliches Gerichtsverfahren ?« 26 Als der Offizier das hörte, ging er zum Kommandanten, um ihm Meldung zu erstatten. »Weißt du, was du da tust? «, sagte er. »Der Mann hat das römische Bürgerrecht!« 27 Jetzt kam der Kommandant persönlich zu Paulus. »Stimmt es, dass du römischer Bürger bist?«, fragte er ihn. »Ja«, erwiderte Paulus, »es stimmt.« – 28 »Mich hat es eine Menge Geld gekostet, das Bürgerrecht zu erwerben«, sagte der Kommandant. »Und ich besitze es seit meiner Geburt«, sagte Paulus. 29 Daraufhin gaben ihn die Soldaten, die ihn verhören sollten, sofort frei. Und der Kommandant bekam es mit der Angst zu tun, weil er begriff, ´was er getan hatte`: Er hatte einen römischen Bürger fesseln lassen.

    30 Am nächsten Tag ordnete der Kommandant eine Zusammenkunft der führenden Priester und des gesamten Hohen Rates an, weil er sich Klarheit darüber verschaffen wollte, was die Juden diesem Mann vorwarfen. Er ließ Paulus aus der Zelle holen, in die man ihn gebracht hatte , führte ihn ´von der Kaserne zum Gerichtsgebäude` hinunter und ließ ihn vor die Versammelten treten.

    Ein mutiger Mann, dieser Paulus: er zeigt ihnen, dass er ja selbst seinerzeit so sehr geeifert hatte, wie sie jetzt. Er erzählt ihnen seine Geschichte, wohlwissend, dass sie nicht hören wollen. Aber er hatte ihnen Zeugnis gegeben. Niemand konnte sagen, er habe nichts von der Guten Botschaft gewusst.

    Es bleibt spannend!

  129. Apostelgeschichte 23 – 25

    Apostelgeschichte 23:11

    In dieser Nacht trat der Herr zu Paulus und sagte zu ihm: »Sei stark und mutig! Denn genauso, wie du in Jerusalem mein Zeuge warst und für mich eingetreten bist, sollst du auch in Rom mein Zeuge sein.«

    „Gottes Wege sind unerforschlich“ und „Gottes Gedanken sind höher als unsere Gedanken“. Jehova gebraucht Paulus wirklich auf außergewöhnliche Weise.

    Viele Jahre hatte er den Nationen gepredigt, zahllose Versammlungen gegründet und gestärkt. Nun hat ER wieder Besonderes mit ihm vor: er würde nach Rom in Gefangenschaft gehen und dort ein Gebiet zugewiesen bekommen, zu dem andere Brüder keinen Zugang hätten. Durch die Gefangenschaft ist es ihm möglich, zu den verschiedensten römischen Beamten zu predigen. Außerdem gibt er als Gefangener seinen Brüdern ein lebendiges Beispiel von Ausharren und wie wir mit schwierigen Situationen umgehen können.

    Er zeigt, dass man aus jeder Situation das Beste machen kann. Dass es in jeder Situation möglich ist, anderen von Gottes Königreich zu erzählen und sie den Willen Jehovas erkennen lassen. Durch die außergewöhnliche Situation ist er mit Menschen, Gefühlen und Umständen konfrontiert, über die er nur so so lebendig und mitfühlend schreiben kann. Die Leser seiner Briefe wissen, dass er weiss, wovon er spricht. Das gibt seinen Worten ein Gewicht, die sie sonst vielleicht nicht hätten.

    Dadurch, dass er sich nicht mehr frei mitten unter seinen Brüdern bewegen kann, bekommt er auch einen anderen Blickwinkel, es fallen Mißstände auf, die er sonst vielleicht nicht gesehen hätte und seine Prioritäten werden neu und klar definiert.

    Paulus erkennt schnell den tieferen Sinn in dem, was ihm widerfährt und er lässt sich auch hier – in diesem neuen „Gebiet“ – willig von Jehova gebrauchen.

    Rufen wir uns dies in Erinnerung, wenn wir selbst mal in so eine verzwickte Situation geraten, aus der wir am Liebsten fliehen würden: sehen wir sie als ein neues besonderes Gebiet an, dass Jehova uns zugeteilt hat und kaufen wir die Gelegenheiten aus und lassen uns von Jehova gebrauchen. Wenn wir die Dinge so sehen, verlieren wir nicht die Freude und werden auch weiterhin „allzeit reichlich beschäftigt sein im Werke des Herrn“, „indem wir die gelegene Zeit auskaufen“.

  130. Apostelgeschichte 23:12-32

    Ein Mordplan gegen Paulus

    12 Früh am nächsten Morgen trafen sich eine Anzahl Juden zu einer geheimen Absprache. Mit einem feierlichen Schwur verpflichteten sie sich, weder zu essen noch zu trinken, bis sie Paulus getötet hätten. 13 Es waren mehr als vierzig Männer, die sich an dieser Verschwörung beteiligten. 14 Sie gingen zu den führenden Priestern und den Ratsältesten und sagten: »Wir haben hoch und heilig geschworen , nichts zu essen und zu trinken, bis wir Paulus getötet haben. 15 Ihr könnt uns dabei helfen! Sprecht im Namen des ganzen Hohen Rates beim Kommandanten vor und bittet ihn , er möge euch Paulus noch einmal vorführen. Gebt vor, dass ihr seinen Fall noch genauer untersuchen wollt. Wir aber werden uns bereithalten und ihn töten, noch ehe er bei euch eingetroffen ist.«

    Der Anschlag wird vereitelt

    16 Ein Neffe von Paulus, der Sohn seiner Schwester, hörte von dem geplanten Anschlag. ´Unverzüglich` machte er sich auf den Weg zur Kaserne. Er wurde eingelassen und berichtete Paulus von der Sache. 17 Paulus ließ einen der Offiziere zu sich kommen und bat ihn: »Bring diesen jungen Mann hier zum Kommandanten; er hat eine wichtige Nachricht für ihn.« 18 Der Offizier ging zusammen mit Paulus‘ Neffen zum Kommandanten und erstattete ihm Meldung: »Der Gefangene Paulus ließ mich rufen und bat mich, diesen jungen Mann zu dir zu bringen; er habe dir eine wichtige Mitteilung zu machen.« 19 Der Kommandant fasste den Neffen des Paulus am Arm, führte ihn beiseite, sodass sie unter vier Augen miteinander sprechen konnten, und fragte ihn: »Worum geht es? Was hast du mir mitzuteilen?«

    20 »Die Juden«, sagte der junge Mann, »haben vereinbart, dich zu bitten, dass du Paulus morgen noch einmal dem Hohen Rat vorführst – angeblich, weil sie die Vorwürfe gegen ihn noch genauer untersuchen wollen. 21 Lass dich auf keinen Fall dazu überreden! Denn in Wirklichkeit planen mehr als vierzig von ihnen einen Anschlag auf ihn. Sie haben feierlich geschworen , nichts zu essen und nichts zu trinken, bis sie ihn getötet haben. Alles ist vorbereitet; sie warten jetzt nur noch darauf, dass du ihre Bitte erfüllst.«

    22 Der Kommandant schärfte dem jungen Mann ein, mit niemand darüber zu sprechen, dass er ihm diese Sache anvertraut hatte. Dann ließ er ihn gehen.

    Paulus wird zum Gouverneur Felix nach Cäsarea gebracht

    23 Gleich darauf ließ der Kommandant zwei von seinen Offizieren kommen. »Zweihundert Soldaten sollen sich zum Abmarsch nach Cäsarea bereitmachen«, befahl er, »außerdem siebzig Berittene und zweihundert Leichtbewaffnete . Heute Abend um neun Uhr ´sollt ihr aufbrechen`! 24 Haltet auch Reittiere für Paulus bereit. Und dann bringt ihn zu Gouverneur Felix; sorgt dafür, dass er sicher dort ankommt!«

    25 Hierauf schrieb der Kommandant einen Brief mit folgendem Inhalt: 26 »Klaudius Lysias entbietet dem hochverehrten Gouverneur Felix seinen Gruß! 27 Den Mann, den ich hier zu dir schicke, hatten die Juden in ihre Gewalt gebracht, und es fehlte nicht viel, dann hätten sie ihn getötet. Als ich erfuhr, dass er das römische Bürgerrecht besitzt, schritt ich mit meinen Soldaten ein und brachte ihn vor ihnen in Sicherheit. 28 Weil ich herausfinden wollte, was sie ihm vorwarfen, ließ ich ihn vor ihren Gerichtshof stellen. 29 Dabei zeigte sich, dass sich ihre Vorwürfe gegen ihn nur auf strittige Fragen des jüdischen Gesetzes beziehen; es liegt keine Anklage gegen ihn vor, die ein Todesurteil oder auch nur eine Gefängnisstrafe rechtfertigen würde. 30 Doch dann erhielt ich die vertrauliche Information, dass ein Anschlag auf sein Leben geplant ist. Deshalb schicke ich ihn jetzt so rasch wie möglich zu dir, und die Kläger werde ich anweisen, ihre Anschuldigungen bei dir vorzubringen.«

    31 Die Soldaten machten sich, den Instruktionen entsprechend, auf den Weg und brachten Paulus noch in derselben Nacht bis nach Antipatris. 32 Am nächsten Tag kehrten die Fußtruppen nach Jerusalem in ihre Kaserne zurück, während die Soldaten der Reiterabteilung mit Paulus weiterzogen. 33 InCäsarea angekommen, übergaben sie dem Gouverneur das Schreiben ´ihres Kommandanten` und führten ihm Paulus vor. 34 Nachdem der Gouverneur den Brief gelesen hatte, wollte er ´von Paulus` wissen, aus welcher Provinz er stamme. Als er erfuhr, dass Paulus aus Zilizien kam ´und die Sache damit in seine Zuständigkeit fiel` , 35 erklärte er: »Ich werde dich anhören und deinen Fall untersuchen, sobald auch deine Ankläger hier eingetroffen sind.« Und er ordnete an, Paulus bis dahin in seinem Amtssitz, dem ehemaligen Palast des Herodes, in Gewahrsam zu halten.

    Wir hatten ja bereits in den letzten Jahren einige Gedanken zu dieser Geschichte hier gesammelt.

    Diesmal stellt sich mir die Frage, wie es mit den Juden weiterging.

    Immerhin hatten sie einen feierlichen Eid abgelegt, nichts mehr zu essen und zu trinken, bis sie Paulus getötet hätten. Wir wissen, dass es ihnen nicht gelungen ist. Um nicht zu sterben mussten sie irgendwann ihren feierlichen Pakt brechen. Wie mögen sie sich wohl dabei gefühlt haben?

  131. Apostelgeschichte 24 – Der Anwalt Tertullus erhebt Anklage gegen Paulus

    1 Fünf Tage später kam der Hohepriester Hananias zusammen mit einigen Ratsältesten und einem Anwalt namens Tertullus ´nach Cäsarea`, um beim Gouverneur Anklage gegen Paulus zu erheben. 2 Nachdem man Paulus ´aus dem Gefängnis` geholt hatte, begann Tertullus seine Anklagerede:

    »Hochverehrter Felix! Dir kommt das Verdienst zu, dass wir nun schon so lange in Ruhe und Frieden leben, und deiner umsichtigen Amtsführung verdanken wir zahlreiche Reformen zum Wohl unseres Volkes. 3 Immer und überall sprechen wir davon mit Anerkennung und tiefer Dankbarkeit. 4 Doch um deine kostbare Zeit nicht unnötig in Anspruch zu nehmen, ´will ich möglichst rasch zur Sache kommen und` bitte dich, uns für einen kurzen Augenblick deine wohlwollende Aufmerksamkeit zu schenken. 5 Der Grund für unser Erscheinen ist Folgender: Wir haben festgestellt, dass dieser Mann hier gefährlich ist wie die Pest. Er ist der führende Kopf der Nazarener-Sekte , und überall in der Welt stürzt er die Juden in Verwirrung, sodass es zu Unruhen und Auseinandersetzungen kommt . 6 Und damit nicht genug: Er hat sogar versucht, den Tempel zu entweihen! ´Um das zu verhindern,` haben wir ihn ´ohne zu zögern` festgenommen. 8 Wenn du ihn verhörst, kannst du dir anhand seiner Aussagen selbst ein Urteil bilden und wirst feststellen, dass die Anschuldigungen, die wir gegen ihn vorbringen, in jedem Punkt zutreffen.« 9 Die ´mitgereisten` Juden unterstützten Tertullus mit allem Nachdruck und erklärten, seine Ausführungen würden den Tatsachen entsprechen.

    Paulus verteidigt sich

    10 Nun forderte der Gouverneur Paulus durch ein Zeichen auf, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. »Seit vielen Jahren«, begann Paulus, »bist du für die Rechtsprechung in unserem Volk zuständig. Das zu wissen gibt mir Mut und lässt mich meine Sache voll Zuversicht verteidigen. 11 Ich war nach Jerusalem gereist, um dort ´im Tempel` zu beten, und verbrachte nicht mehr als zwölf Tage in der Stadt, wie du selbst leicht nachprüfen kannst. 12 Niemand hat mich in dieser Zeit dabei angetroffen, dass ich eine Diskussion mit jemand geführt oder gar das Volk aufgehetzt hätte – weder im Tempel noch in einer der Synagogen, noch sonst irgendwo in der Stadt. 13 Für keine der Beschuldigungen, die hier gegen mich vorgebracht werden, können meine Ankläger dir auch nur den geringsten Beweis liefern.

    14 Zu jener neuen Glaubensrichtung allerdings, die sie als sektiererisch bezeichnen, bekenne ich mich frei und offen. Denn ich kann dir versichern, dass ich gerade auf diese Weise dem Gott diene, dem schon unsere Vorfahren dienten, und dass ich ´nach wie vor` an alles glaube, was im Gesetz ´des Mose` und in den Schriften der Propheten steht. 15 Weil ich auf Gott vertraue, habe ich auch die feste Hoffnung – eine Hoffnung, die ich mit meinen Anklägern teile -, dass alle Menschen vom Tod auferstehen werden, sowohl die, die sich nach Gottes Willen richten, als auch die, die sich gegen Gott auflehnen . 16 Aus diesem Grund bemühe ich mich auch darum, mich in jeder Situation so zu verhalten, dass ich vor Gott und vor den Menschen ein reines Gewissen habe.

    17 Nachdem ich nun mehrere Jahre ´im Ausland` verbracht hatte, bin ich ´nach Jerusalem` zurückgekommen, um meinem Volk eine Geldspende zu übergeben und Gott Opfer darzubringen. 18 Als ich mich wegen der Opfer im Tempel aufhielt, sahen mich dort einige Leute, ´die mir feindlich gesinnt sind`. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass ich mich der vorgeschriebenen Reinigung bereits unterzogen hatte und dass ich von keiner Menschenmenge umringt und in keinen Tumult verwickelt war. 19 Es handelt sich bei jenen Leuten um einige Juden aus der Provinz Asien, und eigentlich hätten sie heute vor dir erscheinen und ihre Anklage vorbringen müssen, falls sie mir etwas vorzuwerfen haben. 20 ´Weil sie nun aber nicht unter uns sind,` sollen doch diese Männer hier einmal klar und deutlich sagen, was für ein Vergehen sie mir nachweisen konnten, als ich vor dem Hohen Rat verhört wurde. 21 Es könnte höchstens jener eine Satz sein, den ich damals in die Versammlung hineinrief: >Ich stehe heute vor Gericht und werde von euch angeklagt, weil ich an die Auferstehung der Toten glaube !<«

    Hafterleichterung

    22 Felix, der über die neue Glaubensrichtung ziemlich genau Bescheid wusste, beschloss daraufhin, die Verhandlung zu vertagen. »Wenn Kommandant Lysias hierherkommt«, teilte er den Anwesenden mit, »werde ich den Fall nochmals genau untersuchen und dann eine Entscheidung treffen.« 23 Den zuständigen Offizier wies er an, Paulus zwar weiterhin in Gewahrsam zu halten, ihm jedoch Hafterleichterung zu gewähren und keinen seiner Freunde daran zu hindern, sich um sein Wohlergehen zu kümmern .

    Paulus vor dem Gouverneursehepaar. Verschleppung des Prozesses

    24 Einige Tage danach kam es erneut zu einer Begegnung zwischen Felix und Paulus. Diesmal war der Gouverneur in Begleitung seiner Frau Drusilla, einer Jüdin, und er ließ Paulus zu sich kommen, weil er von ihm noch mehr über den Glauben an Jesus Christus erfahren wollte. 25 Doch als Paulus die Rede dann auf Gerechtigkeit und Selbstbeherrschung brachte und vom künftigen Gericht sprach, bekam Felix es mit der Angst zu tun. Er unterbrach Paulus und sagte: »Für diesmal ist es genug; du kannst jetzt gehen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, lasse ich dich wieder einmal rufen.« 26 Gleichzeitig hoffte Felix allerdings auch, von Paulus Bestechungsgelder zu bekommen. Deshalb ließ er von Zeit zu Zeit nach ihm schicken, um sich mit ihm zu unterhalten.

    27 Zwei Jahre, nachdem Paulus festgenommen worden war, wurde Felix in seinem Gouverneursamt von Porzius Festus abgelöst. Und weil Felix den Juden einen Gefallen erweisen wollte, um bei ihnen in einem günstigen Licht zu stehen, veranlasste er, dass Paulus weiterhin inhaftiert blieb.

    Wieso bekommt Felix beim Thema Gerechtigkeit und Selbstbeherrschung Angst?

    Wieso ist es ihm so wichtig, hier das Gespräch abzubrechen? Geht es um die nachfolgende Information, dass er bestechlich ist?

    Aber wieso erhofft er sich von jemanden wie Paulus, dem Gerechtigkeit so wichtig zu sein scheint, Bestechungsgelder. Hofft er, dass sich dieser seine Gerechtigkeit erkaufen würde, weil er einsieht, dass ihm auf andere Weise keine Gerechtigkeit widerfahren wird?

    Aber woher hätte Paulus das Geld dafür nehmen sollen? Die Spenden waren doch bereits den Gemeinden übergeben und im Gewahrsam kann er doch sicherlich keinem Erwerb nachgehen. Hofft Felix, dass die zahllosen Freunde des Paulus eine Art Kaution stellen werden? Ist er deshalb so großzügig mit dem Besuchsrecht?

  132. Apostelgeschichte 25 – Gouverneur Festus in Jerusalem

    1 Bereits drei Tage, nachdem Festus sein Amt als Gouverneur der Provinz Judäa angetreten hatte, reiste er von Cäsarea nach Jerusalem. 2 Dort sprachen die führenden Priester und die anderen Männer, die an der Spitze des jüdischen Volkes standen, bei ihm vor. Sie wiederholten ihre Anschuldigungen gegen Paulus und baten den Gouverneur, 3 ihnen einen besonderen Gefallen zu tun und den Gefangenen nach Jerusalem verlegen zu lassen. ´Der wahre Grund für ihre Bitte war jedoch, dass` sie Paulus überfallen und töten wollten, während er auf dem Weg nach Jerusalem war. 4 Aber Festus ´ging nicht auf ihre Bitte ein`. Paulus bleibe in Cäsarea, erklärte er, und er selbst werde in Kürze dorthin zurückkehren. 5 »Dann«, so schlug er vor, »kann eine Delegation von euch mit mir reisen und ´an meinem Amtssitz` Anklage gegen diesen Mann erheben – vorausgesetzt, er hat sich tatsächlich eines Vergehens schuldig gemacht.«

    Wiederaufnahme des Verfahrens

    6 Festus hielt sich nicht länger als acht bis zehn Tage bei den Juden in Jerusalem auf; dann kehrte er nach Cäsarea zurück. Schon am nächsten Tag berief er eine Gerichtsversammlung ein und befahl, Paulus ´aus dem Gefängnis` zu holen. 7 Sowie Paulus ´im Gerichtssaal` erschien, umringten ihn die Juden, die ´mit Festus` aus Jerusalem gekommen waren, und brachten zahlreiche schwere Anschuldigungen gegen ihn vor, die sie allerdings nicht beweisen konnten 8 und gegen die sich Paulus entschieden zur Wehr setzte. »Ich habe«, sagte er, »weder gegen das jüdische Gesetz verstoßen noch den Tempel entweiht, noch mir etwas gegenüber dem Kaiser zuschulden kommen lassen.«

    Paulus fordert die Verhandlung des Falles vor dem Kaiser in Rom

    9 Doch Festus, der den Juden einen Gefallen erweisen wollte, sagte zu Paulus: »Wärst du bereit, nach Jerusalem zu gehen, damit dort in einer Gerichtsverhandlung, bei der ich den Vorsitz führe , über die Sache entschieden werden kann?« 10 Paulus erwiderte: »Ich stehe hier vor einem kaiserlichen Gericht, und vor einem kaiserlichen Gericht muss mein Fall entschieden werden. Ich habe den Juden kein Unrecht zugefügt ´und bin überzeugt, dass` auch du das sehr wohl weißt. 11 Wäre ich im Unrecht und hätte etwas getan, worauf die Todesstrafe steht, würde ich mich nicht weigern zu sterben. Doch wenn die Anklagen dieser Leute aus der Luft gegriffen sind, hat niemand das Recht, mich an sie auszuliefern, nur um ihnen einen Gefallen zu erweisen. Ich verlange, dass mein Fall vor den Kaiser kommt! «

    12 Festus besprach sich daraufhin mit seinen Beratern und teilte Paulus dann seine Entscheidung mit: »Auf den Kaiser hast du dich berufen – vor dem Kaiser sollst du dich verantworten !«

    König Agrippa lässt sich über den Fall informieren

    13 Bald danach kamen König Agrippa und ´seine Schwester` Berenike nach Cäsarea, um Festus anlässlich seines Amtsantritts einen offiziellen Besuch abzustatten . 14 Da sie einige Tage in Cäsarea blieben, ´nutzte` Festus ´die Gelegenheit und` informierte den König über den Fall Paulus. »Wir haben hier«, sagte er, »einen Gefangenen, den ´mein Vorgänger` Felix mir zurückgelassen hat. 15 Seinetwegen sprachen die führenden Priester und die Ratsältesten des jüdischen Volkes bei mir vor, als ich kürzlich in Jerusalem war. Sie erhoben Anklage gegen ihn und drängten mich, ihn zu verurteilen. 16 Ich gab ihnen zur Antwort, dass es bei den Römern nicht üblich ist, jemand ohne vorheriges Verhör abzuurteilen , nur um seinen Gegnern einen Gefallen zu erweisen. Erst müsse der Angeklagte den Anklägern persönlich gegenübergestellt werden und Gelegenheit erhalten, sich gegen ihre Anschuldigungen zu verteidigen.

    17 Daraufhin reisten einige von ihnen mit mir hierher. Ich schob die Angelegenheit dann nicht lange auf, sondern berief schon am nächsten Tag eine Gerichtsversammlung ein und befahl, den Angeklagten ´aus dem Gefängnis` zu holen. 18 Doch bei der Gegenüberstellung brachten die Ankläger keinerlei Beschuldigungen wegen irgendwelcher Verbrechen vor, wie ich das erwartet hatte. 19 Die Anklagepunkte hatten vielmehr mit Streitfragen ihrer Religion zu tun und betrafen einen gewissen Jesus, der längst tot ist und von dem Paulus behauptet, er lebe. 20 Nun verstehe ich von diesen Dingen zu wenig, als dass ich eine entsprechende Untersuchung hätte führen können. Deshalb fragte ich Paulus, ob er bereit wäre, nach Jerusalem zu gehen, damit die Sache dort in einer Gerichtsverhandlung entschieden werden könne. 21 Doch er verlangte, Seine kaiserliche Hoheit persönlich solle den Fall entscheiden, und bis es soweit ist, will er hier in Haft bleiben. Da ordnete ich an, ihn ´in Cäsarea` in Gewahrsam zu halten, bis es mir möglich wäre, ihn ´nach Rom` zum Kaiser bringen zu lassen.«

    22 »Am liebsten«, sagte Agrippa zu Festus, »würde ich diesen Mann einmal kennen lernen und selbst hören, was er zu sagen hat .« Festus erwiderte: »Morgen sollst du dazu Gelegenheit bekommen !«

    Paulus vor König Agrippa

    23 Und so geschah es. Am folgenden Tag erschienen Agrippa und Berenike in prunkvoller Aufmachung und begaben sich in den Audienzsaal, begleitet von hohen ´römischen` Offizieren und von den angesehensten Persönlichkeiten der Stadt, und Paulus wurde auf Anordnung des Gouverneurs ´aus dem Gefängnis` geholt. 24 Darauf ergriff Festus das Wort:

    »König Agrippa und ihr alle, die ihr heute mit uns zusammen seid! Hier seht ihr den Mann, dessentwegen mich das ganze jüdische Volk so heftig bedrängt. Sowohl in Jerusalem als auch hier in Cäsarea haben sie mich bestürmt, er dürfe nicht am Leben bleiben. 25 Was mich betrifft, konnte ich allerdings nicht feststellen, dass er irgendetwas getan hätte , worauf die Todesstrafe steht. Doch weil er verlangt hat, dass sein Fall vor Seine Majestät, den Kaiser, kommt , habe ich beschlossen, ihn ´zum Kaiser` zu schicken. 26 Nur verfüge ich vorläufig in dieser Angelegenheit über keinerlei zuverlässige Informationen, die ich an unseren Herrscher weitergeben könnte. Deshalb habe ich ihn euch und besonders dir, König Agrippa, vorführen lassen in der Hoffnung, dass ich nach dieser Vernehmung imstande bin, einen Bericht abzufassen. 27 Denn es erscheint mir unsinnig, einen Gefangenen ´nach Rom` zu schicken, solange ich keine konkreten Angaben über die Beschuldigungen machen kann, die gegen ihn vorgebracht werden.«

    Paulus zeigt sich hier sehr weise: er weiss, dass ihm von den Juden kein ordentlicher Prozess gemacht wird, dass sie nur darauf aus sind, ihn zu töten, weil sie ihn hassen. Da bleibt er lieber in Haft, denn es wäre ein hoffnungsloses Unterfangen, von dem lediglich seine Feinde profitieren würden.

    Festus befindet sich ebenso wie sein Vorgänger zuvor in einer verzwickten Lage: er weiss, dass Paulus unschuldig ist und möchte ihm gern zu seinem Recht verhelfen. Nur weiss er nicht recht, wie er das tun soll.

    Was für eine unseelige Situation. Interessant, wie wohl Jehova über die einzelnen Beteiligten denkt: die Juden denken sie wären im Recht und würden für Gottes Willen eifern. Aber weil sie Paulus nicht wirklich zuhören, sondern nur auf seinen Tod sinnen, stehen sie sich in Jehovas Augen selbst im Weg. Nur weil sie denken, sie würden Jehovas Willen tun, ist dies noch lange nicht so. Im Gegenteil: sie handeln völlig entgegengesetzt dazu. Leider sind sie in ihrer Voreingenommenheit blind dafür.

    Felix und auch später Festus erkennen wohl die Unschuld des Paulus und wollen ihm eigentlich helfen. Aber tun sie wirklich alles? Haben sie alle Möglichkeiten ausgeschöpft? Gibt es hier irgend eine andere Lösung?

    Wie steht es mit Paulus? Er erkennt, dass er hier aus menschlicher Sicht keine Chance hat. Ohne Jehovas Zutun wird ihm wohl kein Recht widerfahren. Aber er verhält sich ruhig und besonnen. Wenn er gefragt wird, beteuert er immer wieder seine Unschuld – was ja auch den Tatsachen entspricht. Ansonsten begibt er sich ganz in die Hand seines Gottes Jehova und tut sein Möglichstes, um IHM zu dienen und die Gute Botschaft zu verkündigen. Er hat ein gutes Gewissen vor seinem Gott und das darf er auch haben. Dies ist ihm das Wichtigste, denn er sieht sich wie Abraham nur als „zeitweilig Ansässiger“ und wartet auf die Segnungen in dem neuen System.

    Können wir dies auch?

  133. Apostelgeschichte 26 – 28

    Apostelgeschichte 26 – Die Verteidigungsrede des Apostels:

    Sein früheres Leben …

    1 Nun wandte sich Agrippa an Paulus und sagte: »Es ist dir gestattet, in eigener Sache zu sprechen!« Paulus hob die Hand und begann dann seine Verteidigungsrede: 2 »Angesichts all der Anschuldigungen, die vonseiten der Juden gegen mich erhoben werden, schätze ich mich glücklich, König Agrippa, dass ich heute Gelegenheit habe, mich vor dir zu verteidigen, 3 und das umso mehr, als du – wie ich weiß – ein hervorragender Kenner aller jüdischen Sitten und Streitfragen bist. Daher bitte ich dich, mich jetzt wohlwollend anzuhören.

    4 Was meinen früheren Lebensweg betrifft, so gibt es daran nichts, was nicht allen Juden bekannt wäre, habe ich doch von meiner Jugend an mitten unter meinem Volk in Jerusalem gelebt . 5 Alle wissen – und können es, wenn sie nur wollen, jederzeit bezeugen -, dass ich damals der strengsten Richtung unserer Religion angehörte, derjenigen der Pharisäer, und ihren Regeln entsprechend gelebt habe.

    6 Wenn ich nun heute vor Gericht stehe, dann nur, weil ich der festen Überzeugung bin , dass Gott die Zusage erfüllen wird, die er unseren Vorfahren gegeben hat. 7 Unser ganzes zwölfstämmiges Volk dient Gott unablässig bei Tag und bei Nacht in der Hoffnung, die Erfüllung dieser Zusage zu erleben. Und jetzt, Majestät, werde ich wegen dieser Hoffnung angeklagt, und das ausgerechnet von Juden! 8 Warum fällt es euch Juden so schwer zu glauben , dass Gott Tote auferweckt?

    9 Zunächst allerdings war auch ich der Meinung, ich müsste den Glauben an diesen Jesus von Nazaret mit allen Mitteln bekämpfen. 10 Das habe ich dann auch getan: Ausgestattet mit den nötigen Vollmachten vonseiten der führenden Priester, brachte ich in Jerusalem zahlreiche Christen ins Gefängnis, und wenn sie zum Tod verurteilt wurden , stimmte ich ihrer Hinrichtung zu . 11 Insämtlichen Synagogen ´der Stadt` habe ich viele Male versucht, die Christen durch Strafmaßnahmen dazu zu zwingen, Jesus zu verfluchen . Ich war so wild entschlossen, diese Bewegung auszurotten, dass ich ihre Anhänger sogar bis in die Städte außerhalb ´von Judäa` verfolgte.«

    … seine Umkehr zu Jesus Christus

    12 »In dieser Absicht reiste ich dann auch nach Damaskus; ich hatte die Zustimmung der führenden Priester eingeholt und war mit entsprechenden Vollmachten ausgestattet. 13 Unterwegs, Majestät, – es war gegen Mittag – sah ich plötzlich vom Himmel her ein Licht aufleuchten, ein Licht, das heller war als die Sonne und das mich und meine Begleiter von allen Seiten umgab. 14 Wir alle stürzten zu Boden, und ich hörte eine Stimme auf hebräisch zu mir sagen: >Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Du schlägst vergeblich gegen den Stock des Treibers aus!Herr wer bist du?Ich bin der, den du verfolgst; ich bin Jesus. 16 Doch jetzt steh auf! Denn ich bin dir erschienen, um dich zu meinem Diener und Zeugen zu machen. Bezeuge ´den Menschen`, dass du mich ´heute` gesehen hast , und bezeuge es ihnen, wenn ich dir wieder erscheine . 17 Ich sende dich sowohl zum jüdischen Volk als auch zu den Nichtjuden, und vor allen ihren Angriffen werde ich dich schützen. 18 Öffne ihnen die Augen, damit sie umkehren und sich von der Finsternis zum Licht wenden und von der Macht des Satans zu Gott. Dann werden ihnen ihre Sünden vergeben, und sie werden zusammen mit allen anderen, die durch den Glauben an mich zu Gottes heiligem Volk gehören, ein ´ewiges` Erbe erhalten .<«

    … seine evangelistische Tätigkeit

    19 »Angesichts dieser Erscheinung vom Himmel, König Agrippa, gab es für mich nur eins: Ich gehorchte dem, was mir gesagt worden war , 20 und verkündete ´die Botschaft von Jesus` zunächst in Damaskus und Jerusalem, dann in ganz Judäa und schließlich unter den nichtjüdischen Völkern. Überall forderte ich die Menschen auf, ihre verkehrten Wege zu verlassen, zu Gott umzukehren und ein Leben zu führen, das dieser Umkehr angemessen ist.«

    … und seine Verhaftung

    21 »Das alles führte schließlich dazu, dass die Juden über mich herfielen, als ich ´in Jerusalem` im Tempel war, und mich umzubringen versuchten. 22 Doch Gott kam mir zu Hilfe, und deshalb stehe ich bis zum heutigen Tag als sein Zeuge vor den Menschen, den einfachen ebenso wie den hoch gestellten. Was ich bezeuge, ist nichts anderes als das, was die Propheten angekündigt haben und wovon bereits Mose gesprochen hat: 23 dass nämlich der Messias leiden und sterben müsse und dass er als Erster von den Toten auferstehen werde, um dann allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen , sowohl dem jüdischen Volk als auch den anderen Völkern.«

    Agrippa weicht einer Entscheidung aus

    24 Als Paulus in seiner Verteidigungsrede an diesem Punkt angelangt war, rief Festus mit lauter Stimme: »Paulus, du bist verrückt geworden! Deine große Gelehrsamkeit treibt dich in den Wahnsinn.« 25 Doch Paulus erwiderte: »Ich bin nicht verrückt, hochverehrter Festus! Was ich sage, ist wahr, und meine Worte sind vernünftig. 26 Der König, zu dem ich so frei und offen rede, weiß sehr wohl über diese Dinge Bescheid. Ich bin überzeugt, dass ihm nichts von dem, ´was ich gesagt habe,` unbekannt gewesen ist; schließlich hat sich das alles nicht in irgendeinem verborgenen Winkel zugetragen. 27 König Agrippa, glaubst du den Propheten? Ich weiß, dass du ihnen glaubst!« 28 Agrippa entgegnete: »Du redest so überzeugend, dass du demnächst noch einen Christen aus mir machst! « 29 Darauf sagte Paulus: »Ich bete zu Gott, dass früher oder später nicht nur du, sondern alle, die mich heute gehört haben, das werden, was ich ´geworden` bin – abgesehen natürlich von den Fesseln.«

    30 Nun erhoben sich der König und der Gouverneur und ebenso Berenike und alle anderen, die an der Zusammenkunft teilgenommen hatten. 31 Beim Verlassen des Saales unterhielten sie sich ´über das, was Paulus gesagt hatte`. »Dieser Mann«, so lautete das einhellige Urteil, »tut nichts, was den Tod oder auch nur eine Gefängnisstrafe verdient!« 32 Und Agrippa sagte zu Festus: »Der Mann hätte freigelassen werden können, wenn er nicht verlangt hätte, dass sein Fall vor den Kaiser kommt .«

    könnten wir unseren Glauben ebensogut anhand der Schriften belegen wie Paulus hier?

  134. Apostelgeschichte 27 – Die Schiffsreise nach Rom:

    Mühevoller Beginn …

    1 Als es dann so weit war, dass wir nach Italien abreisen sollten , wurden Paulus und einige andere Gefangene einem ´römischen` Offizier übergeben, einem Hauptmann namens Julius, dessen Regiment den Ehrentitel »Kaiserliches Regiment« trug . 2 Wir gingen an Bord eines Schiffes aus Adramyttium, das die Küstenstädte der Provinz Asien anlief, und stachen in See. Aristarch, ein Mazedonier aus Thessalonich, begleitete uns. 3 Am folgenden Tag legten wir in Sidon an. Julius behandelte Paulus sehr zuvorkommend und erlaubte ihm, seine Freunde aufzusuchen, um sich von ihnen mit allem Nötigen versorgen zu lassen . 4 Wieder auf See, zwang uns ein heftiger Gegenwind , im Schutz der Küste von Zypern weiterzusegeln . 5 Als wir dann das offene Meer vor Zilizien und Pamphylien durchquert hatten, legten wir in Myra in Lyzien an.

    6 InMyra fand unser Hauptmann ein Schiff aus Alexandria, das auf dem Weg nach Italien war und auf das er uns umsteigen ließ. 7 Viele Tage lang machten wir nur wenig Fahrt, und als wir schließlich mit großer Mühe bis auf die Höhe von Knidos gekommen waren, gelang es uns wegen des starken Windes nicht, dort anzulegen . Statt dessen nahmen wir Kurs auf Kreta, steuerten am Kap Salmone vorbei und segelten auf der dem Wind abgekehrten Ostseite an der Insel entlang. 8 Mit größter Mühe ging es dann an ´der Südküste von` Kreta weiter, bis wir schließlich einen Ort namens Kaloi Limenes erreichten, einen Hafen, der nicht weit von der Stadt Lasäa entfernt ist.

    9 Inzwischen war viel ´kostbare` Zeit verstrichen; sogar der ´jüdische` Fastentag war schon vorüber, und ´so spät im Herbst` war die Schifffahrt mit hohen Risiken verbunden. Deshalb warnte Paulus die Besatzung. 10 »Männer«, sagte er, »ich sehe große Gefahren auf uns zukommen, wenn wir die Reise fortsetzen. Wir riskieren nicht nur den Verlust der Ladung und des Schiffes, sondern setzen auch unser eigenes Leben aufs Spiel.« 11 Doch der Hauptmann schenkte den Worten des Steuermanns und des Schiffseigentümers mehr Vertrauen als dem, was Paulus sagte. 12 Und da der Hafen von Kaloi Limenes zum Überwintern wenig geeignet war, sprach sich fast die gesamte Mannschaft dafür aus, noch einmal in See zu stechen. Man wollte versuchen, bis nach Phönix zu kommen, einem ebenfalls auf Kreta gelegenen Hafen, der nur nach Südwesten und Nordwesten hin offen ist ´und daher besseren Schutz bietet `. Dort wollte man dann den Winter über bleiben.

    … Irrfahrt im Sturm

    13 Als nun ein leichter Südwind einsetzte , sahen sich die Seeleute in ihrem Vorhaben bestätigt. Sie lichteten die Anker und fuhren so dicht wie möglich an der Küste Kretas entlang. 14 Doch es dauerte nicht lange, da brach von den Bergen der Insel her ein orkanartiger Sturm über uns herein, der gefürchtete Nordost . 15 Das Schiff wurde mitgerissen, und alle Versuche, es zu drehen und gegen den Wind zu segeln, waren vergeblich . Wir mussten das Schiff dem Sturm preisgeben und uns treiben lassen. 16 Als wir dann ´eine Zeitlang` im Schutz einer kleinen Insel namens Kauda dahintrieben, gelang es uns – wenn auch nur mit größter Mühe -, das Beiboot unter Kontrolle zu bringen 17 und an Deck zu holen. Außerdem trafen die Seeleute verschiedene Schutzvorkehrungen: Sie spannten Taue um den Schiffsrumpf, ´um ihn vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren`; und weil sie fürchteten, in die Große Syrte ´mit ihren Sandbänken` verschlagen zu werden, brachten sie den Treibanker aus und verlangsamten dadurch das Abdriften . 18 Weil uns der Sturm weiterhin mit unverminderter Gewalt zusetzte, warfen die Seeleute am nächsten Tag einen Teil der Ladung über Bord. 19 Und wieder einen Tag später beförderten sie sogar Teile der Schiffsausrüstung eigenhändig ins Meer. 20 Tagelang waren weder die Sonne noch die Sterne zu sehen, ´sodass keinerlei Orientierung möglich war,` und das Unwetter tobte so heftig, dass wir zuletzt jede Hoffnung auf Rettung aufgaben.

    … Ermutigung der Besatzung durch Paulus

    21 Niemand war mehr imstande, etwas zu essen , bis Paulus schließlich vor die Schiffsmannschaft trat und sagte: »Ihr Männer! Man hätte auf mich hören und nicht mehr weiterfahren sollen, nachdem wir einmal auf Kreta angelegt hatten; dann wären wir gar nicht erst in diese Gefahr geraten, und all der Schaden wäre uns erspart geblieben. 22 Aber nachdem jetzt alles so gekommen ist, fordere ich euch auf: Lasst den Mut nicht sinken! Denn nicht ein Einziger von euch wird umkommen; nur das Schiff ist verloren. 23 Letzte Nacht trat nämlich ein Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, zu mir 24 und sagte: >Paulus, du brauchst dich nicht zu fürchten! ´Gott hat bestimmt, dass` du vor dem Kaiser erscheinen sollst, und deinetwegen wird er allen, die mit dir auf dem Schiff sind, das Leben schenken .< 25 Fasst also wieder Mut, Männer! Denn ich vertraue Gott und bin überzeugt, dass alles so kommen wird, wie es mir ´durch den Engel` gesagt wurde. 26 Wir werden – so hat Gott es bestimmt – vor einer Insel stranden. «

    … Schiffbruch und Rettung

    27 So kam schließlich die vierzehnte Nacht, in der wir auf dem Adriatischen Meer dahintrieben. Gegen Mitternacht meinten die Seeleute plötzlich, Anzeichen dafür zu entdecken, dass wir uns einer Küste näherten . 28 Sie warfen das Lot aus und maßen ´eine Wassertiefe von` zwanzig Faden . Kurze Zeit später warfen sie das Lot noch einmal aus und maßen fünfzehn Faden . 29 Jetzt packte sie die Angst, wir könnten irgendwo ´vor der Küste` auf ein Riff auflaufen. Sie warfen vom Heck des Schiffes vier Anker aus und wünschten sehnlichst den Tag herbei. 30 ´In ihrer Verzweiflung` machten sie sogar einen Versuch, das Schiff zu verlassen und zu fliehen. Unter dem Vorwand, sie wollten auch vom Bug aus Anker ausbringen, ließen sie das Beiboot zu Wasser. 31 Doch Paulus warnte den Hauptmann und die Soldaten: »Wenn diese Männer nicht auf dem Schiff bleiben, habt ihr keine Chance, gerettet zu werden!« 32 Da kappten die Soldaten die Taue des Beibootes und ließen es davontreiben .

    33 Noch bevor es hell wurde, wandte sich Paulus an alle, ´die auf dem Schiff waren,` und bat sie eindringlich, etwas zu essen. »Heute ist schon der vierzehnte Tag«, sagte er, »den ihr in Anspannung und Ungewissheit zubringt , und während der ganzen Zeit habt ihr keine richtige Mahlzeit zu euch genommen. 34 Deshalb fordere ich euch jetzt dringend auf, etwas zu essen; ihr müsst euch stärken, wenn ihr gerettet werden wollt . ´Ich versichere euch, dass` keiner von euch auch nur ein Haar von seinem Kopf verlieren wird.« 35 Mit diesen Worten nahm er ein Brot, dankte Gott vor allen dafür, brach ein Stück davon ab und begann zu essen. 36 Da bekamen alle neuen Mut und fingen ebenfalls an zu essen. 37 Insgesamt befanden sich 276 Personen an Bord. 38 Als alle satt waren, schüttete man die restliche Getreideladung ins Meer, um das Schiff so leicht wie möglich zu machen.

    39 Endlich wurde es Tag, doch die Küste, ´die die Seeleute nun vor sich sahen,` war ihnen unbekannt. Als sie eine Bucht mit einem flachen Strand entdeckten, wollten sie versuchen, das Schiff dort auf Grund zu setzen. 40 Sie kappten die Ankertaue, sodass die Anker im Meer zurückblieben, und lösten zugleich die Taue, mit denen man die beiden Steuerruder während des Sturms festgebunden hatte . Dann hissten sie das Vorsegel vor den Wind und hielten auf den Strand zu. 41 Doch dabei geriet das Schiff auf eine Sandbank und lief auf Grund, ohne dass sie etwas dagegen tun konnten . Der Bug bohrte sich so tief ´in den Sand` ein, dass er unbeweglich festsaß, während das Heck unter der Wucht der Wellen nach und nach auseinander brach.

    42 Da beschlossen die Soldaten, die Gefangenen zu töten, damit keiner von ihnen an Land schwimmen und entkommen konnte. 43 Doch der Hauptmann, der Paulus das Leben retten wollte, hielt sie von ihrem Vorhaben ab. Er befahl, dass zunächst einmal diejenigen, die schwimmen konnten, über Bord springen und versuchen sollten, das Ufer zu erreichen. 44 Die Übrigen sollten auf Planken und anderen Wrackteilen folgen. So kam es, dass alle ´unversehrt blieben und` sich an Land retten konnten.

    Viele Fragen im Zusammenhang mit der Seefahrt:
    Wie konnten sie über Weiterfahrt oder nicht diskutieren? Hatten sie keine verderblichen Waren an Bord?

    Warum werfen sie im Sturm die Ladung über Bord? Wäre das Schiff nicht noch mehr den Naturgewalten ausgeliefert, wenn es leichter ist?

    Warum sollten sie jetzt ordentlich essen? Damit sie ausreichend Kraft hätten, um an Land zu schwimmen?

  135. Apostelgeschichte 28 – Auf der Insel Malta

    1 Nach unserer Rettung fanden wir heraus, dass es sich bei der Insel, ´auf die es uns verschlagen hatte,` um Malta handelte. 2 Die Bewohner der Insel – sie sprachen nicht Griechisch – waren überaus freundlich zu uns: Sie machten ´im Freien` ein Feuer und luden uns alle ein, uns daran zu wärmen , denn es hatte angefangen zu regnen , und es war kalt.

    3 Paulus trug ein Bündel Reisig zusammen und wollte es gerade in die Flammen werfen, da schoss – aufgescheucht von der Hitze – eine giftige Schlange aus dem Reisig hervor und biss sich an seiner Hand fest. 4 Als die Inselbewohner die Schlange an seiner Hand hängen sahen, blickten sie einander ´entsetzt` an. »Dieser Mensch muss ein Mörder sein!«, sagten sie. »Aus dem Meer hat er sich noch retten können, doch jetzt fordert die Göttin der Vergeltung endgültig sein Leben.« 5 Paulus schüttelte das Tier ab, sodass es ins Feuer fiel; es war ihm nicht das Geringste geschehen. 6 Die Leute warteten darauf, dass sein Körper anschwellen oder dass Paulus plötzlich tot umfallen würde. Nachdem sie ihn jedoch längere Zeit beobachtet hatten und feststellten, dass nichts Ungewöhnliches mit ihm geschah, änderten sie mit einem Mal ihre Meinung und sagten, Paulus sei ein Gott.

    7 In der Nähe jener Stelle, ´an der wir gestrandet waren,` befand sich ein Gut mit ausgedehnten Ländereien, das dem obersten Regierungsbeamten der Insel gehörte, einem Mann namens Publius. Dieser nahm uns freundlich bei sich auf, und wir waren für drei Tage seine Gäste. 8 Der Vater des Publius hatte damals gerade die Ruhr und lag mit hohem Fieber im Bett. Paulus ging zu ihm ins Zimmer, betete mit ihm und legte ihm die Hände auf; da wurde der Kranke gesund . 9 Jetzt kamen auch die anderen Inselbewohner, die an einer Krankheit litten, und alle wurden geheilt. 10 Die Folge war, dass wir mit Geschenken überschüttet wurden , und als wir Malta wieder verließen, gab man uns alles mit, was wir für die Weiterreise brauchten.

    Weiterreise und Ankunft in Rom

    11 Nach drei Monaten setzten wir unsere Reise fort, und zwar mit einem Schiff aus Alexandria, dessen Galionsfigur die Dioskuren waren und das den Winter über in einem Hafen der Insel gelegen hatte. 12 Wir liefen Syrakus an, wo wir einen dreitägigen Aufenthalt hatten. 13 Dann lichteten wir erneut die Anker und fuhren nach Rhegion. Einen Tag, nachdem wir dort angelegt hatten, kam Südwind auf, sodass wir dann nur noch zwei Tage benötigten, um Puteoli zu erreichen. 14 Hier trafen wir Christen , die uns zu sich einluden und bei denen wir eine Woche blieben .

    Und dann kamen wir nach Rom. 15 Die Christen dort hatten von unserer Ankunft in Puteoli gehört und kamen uns bis Tres Tabernae , zum Teil sogar bis Forum Appii entgegen. Als Paulus sie sah, dankte er Gott und fasste neuen Mut. 16 InRom angekommen , erhielt er die Erlaubnis, in eine eigene Wohnung zu ziehen, allerdings unter ständiger Bewachung durch einen Soldaten .

    Begegnung mit den Repräsentanten der Judenschaft von Rom

    17 Bereits nach drei Tagen lud Paulus die führenden Juden ´der Stadt` zu einem Treffen bei sich ein. Als alle zusammengekommen waren, sagte er zu ihnen: »Lasst mich euch etwas in eigener Sache mitteilen, meine Brüder! Ich habe nichts getan , was gegen unser Volk gerichtet wäre oder gegen die Vorschriften des Gesetzes verstoßen würde, das uns von unseren Vorfahren her überliefert ist. Trotzdem wurde ich, als ich in Jerusalem war, festgenommen und an die römischen Besatzungstruppen ausgeliefert. 18 Die Römer verhörten mich und wollten mich dann wieder freilassen, weil nichts gegen mich vorlag, was die ´von jüdischer Seite geforderte` Todesstrafe gerechtfertigt hätte.

    19 Doch als die Juden Einspruch erhoben, sah ich mich gezwungen zu verlangen, dass mein Fall vor den Kaiser kommt . Ich tat es also keineswegs in der Absicht, mein Volk wegen irgendeiner Sache anzuklagen. 20 Das ist es, was ich euch sagen wollte; ich habe euch hergebeten, um persönlich mit euch darüber zu sprechen . Dass ich, wie ihr seht, gefesselt bin, hat letztlich nur einen einzigen Grund: Ich bin der festen Überzeugung, dass das
    eintrifft, worauf ganz Israel hofft. «

    21 Die Juden erwiderten: »Wir haben aus Judäa keinen Brief erhalten, der uns vor dir gewarnt hätte , und es ist ´von dort` auch kein Bruder hierher gekommen, um uns offiziell oder in einem privaten Gespräch etwas Negatives über dich mitzuteilen. 22 Trotzdem halten wir es für angebracht, dass du uns darlegst, was für Ansichten du vertrittst. Denn es ist uns bekannt, dass diese Glaubensrichtung überall auf Widerspruch stößt.«

    23 Sie machten mit Paulus ein weiteres Treffen ab und kamen an dem vereinbarten Tag in noch größerer Zahl als das erste Mal zu ihm in seine Unterkunft. Den ganzen Tag über, vom Morgen bis zum Abend, verkündete und erklärte Paulus ihnen die Botschaft von Gottes Reich und versuchte sie – ausgehend vom Gesetz des Mose und von den Schriften der Propheten – davon zu überzeugen, dass Jesus der Messias ist . 24 Ein Teil von ihnen ließ sich tatsächlich durch seine Worte überzeugen; die anderen waren nicht bereit, ihm Glauben zu schenken.

    25 Untereinander zutiefst uneins brachen sie schließlich wieder auf. Das letzte, was Paulus ihnen sagte, war Folgendes : »Wie zutreffend ist das, was der Heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu euren Vorfahren gesagt hat! 26 >Geh zu diesem Volk< , befahl er Jesaja, >und sage zu ihnen: ‚Hört zu, so viel ihr wollt – ihr werdet doch nichts verstehen. Seht hin, so lange ihr mögt – ihr werdet doch nichts erkennen.‘ 27 Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, ihre Ohren sind verstopft, und ihre Augen halten sie geschlossen. Sie wollen mit ihren Augen nichts sehen, mit ihren Ohren nichts hören und mit ihrem Herz nichts verstehen und wollen nicht umkehren und sich nicht von mir heilen lassen.< «

    28 »Ihr sollt daher wissen«, fügte Paulus hinzu, »dass das Heil, das Gott uns schenkt, jetzt auch den nichtjüdischen Völkern verkündet wird , und bei ihnen wird seine Botschaft offene Ohren finden.«

    Das Evangelium in Rom: eine Schlussbilanz

    30 Paulus blieb zwei volle Jahre in der von ihm gemieteten Wohnung und durfte dort so viele Besucher empfangen, wie er wollte . 31 Er verkündete ihnen die Botschaft vom Reich Gottes und lehrte sie alles über Jesus Christus, den Herrn. Er tat es frei und offen und wurde von niemand daran gehindert.

    Hier endet also der Geschichtsbericht. Was nun noch folgt, sind verschiedene Briefe und die Offenbarung des Johannes.

    Nun, wo wir gut mit der Apostelgeschichte vertraut sind, macht es sicherlich Sinn, einige Sendungen anzusehen, die sich damit beschäftigen. Auf HopeTV gibt es eine Reihe mit dem Titel „Unterwegs mit Paulus“, die uns die Apostelgeschichte lebendiger werden lässt, weil wir chronologisch die Orte aufsuchen, an denen er gewirkt hatte. Diese Reihe hat gerade erst begonnen – heute wurde die Steinigung des Stephanus behandelt.

    Das Neue Testament berichtet, dass Paulus mehr als 20.000 Kilometer zurücklegte, um im Laufe des ersten Jahrhunderts die gute Nachricht von Jesus Christus zu verbreiten. Unsere Reise beginnt dort, wo Paulus geboren wurde.
    Weitere Informationen: http://www.unterwegs-mit-paulus.de

    Auf bibel.tv gibt es eine Reihe mit dem Titel „Die Bibel aus jüdischer Sicht“ und auch diese liefert uns Hintergrundwissen zum besseren Verständnis.

    Warum nicht diese Sendungen ansehen, anstatt den zigsten Krimi oder Liebesschnulze? Sie bringen uns unserem Gott näher und stärken unseren Glauben.

    Außerdem hier für alle, die das Apostel-Buch „Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich“ nicht haben, die Links zu der Seite der Gesellschaft

    Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich

    Digital publications download options EPUB PDF

    wir lesen dann weiter mit Epheser

  136. Apostelgeschichte 1 – 2

    Apostelgeschichte 1 – der Grund, warum alle in Jerusalem versammelt sind

    1 Den ersten Bericht habe ich verfasst, o Theophilus, über alles, was Jesus anfing zu tun und zu lehren, 2 bis zu dem Tag, da er [in den Himmel] aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln , die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Befehl gegeben hatte.
    3 Ihnen erwies er sich auch nach seinem Leiden als lebendig durch viele sichere Kennzeichen, indem er ihnen während 40 Tagen erschien und über das Reich Gottes redete.

    4 Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, nicht von Jerusalem zu weichen , sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, die ihr [- so sprach er -] von mir vernommen habt, 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.

    6 Da fragten ihn die, welche zusammengekommen waren, und sprachen: Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel die Königsherrschaft wieder her? 7 Er aber sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, die Zeiten oder Zeitpunkte zu kennen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat; 8 sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!

    9 Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg. 10 Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen, 11 die sprachen:
    Ihr Männer von Galiläa , was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen , wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!

    12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, welcher Ölberg heißt, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt. 13 Und als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in das Obergemach , wo sie sich aufzuhalten pflegten, nämlich Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern .

    15 Und in diesen Tagen stand Petrus mitten unter den Jüngern auf und sprach (es waren aber etwa 120 Personen beisammen): 16 Ihr Männer und Brüder, es musste dieses Schriftwort erfüllt werden, das der Heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas , welcher denen, die Jesus gefangen nahmen, zum Wegweiser wurde.
    17 Denn er war zu uns gezählt und hatte das Los dieses Dienstes empfangen. 18 Dieser erwarb einen Acker aus dem Lohn der Ungerechtigkeit, und er stürzte kopfüber hinab, barst mitten entzwei, und alle seine Eingeweide traten heraus. 19 Und das ist allen bekannt geworden, die in Jerusalem wohnen, sodass jener Acker in ihrer eigenen Sprache Akeldama genannt worden ist, das heißt: »Blutacker«.
    20 Denn es steht geschrieben im Buch der Psalmen: »Seine Behausung soll öde werden, und niemand soll darin wohnen« , und: »Sein Amt empfange ein anderer« .

    21 So muss nun von den Männern, die mit uns gegangen sind die ganze Zeit über, in welcher der Herr Jesus unter uns ein- und ausging, 22 von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, da er von uns hinweg aufgenommen wurde – einer von diesen muss mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden. 23 Und sie stellten zwei dar: Joseph, genannt Barsabas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias.
    24 Und sie beteten und sprachen: Herr, du Kenner aller Herzen , zeige an, welchen von diesen beiden du erwählt hast, 25 das Los dieses Dienstes und Apostelamtes zu empfangen, von dem Judas abgewichen ist, um hinzugehen an seinen eigenen Ort! 26 Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf Matthias, und er wurde zu den elf Aposteln hinzugezählt.

    Und wenn wir jetzt weiter lesen würden, kommen wir zur Ausgiessung des heiligen Geistes.

    Nun verstehen wir, warum zu der Zeit alle anwesend sind: es war ihnen eine Gewohnheit geworden, sich zu treffen und über all das zu reden, was sie erlebt hatten. Ganz besonders über die Auferstehung ihres Herrn und wie sie gesehen hatten, wie er in den Himmel auffuhr.

    Sie waren also nicht extra versammelt, um den heiligen Geist zu empfangen – sondern sie empfingen ihn, weil sie sich mit den anderen versammelt hatten 😉

  137. Apostelgeschichte 1:12-26
    Ein neuer Apostel wird ausgewählt

    Vor einigen Jahren hatten wir uns gefragt, wieso es eigentlich nötig war, einen neuen Apostel zu wählen – hätten denn nicht auch 11 genügt? Hier sagt uns Petrus, warum es notwendig ist, was eigentlich der Sinn dahinter ist:

    In den Versen 21-22 wird gesagt, dass es darum geht, die Auferstehung Jesu zu bezeugen.

    Natürlich konnten dies inzwischen zahlreiche Menschen tun, denn Jesus ist ja nicht nur seinen Aposteln und Jüngern erschienen, sondern auch zahlreichen anderen. Aber hier geht es um Menschen, die von Anfang an dabei gewesen sind. Die sein ganzes Handeln miterlebt hatten, die alle seine Wunder und Lehren und Gleichnisse und deren Bedeutungen kannten. Damit war der Personenkreis schon deutlich eingeschränkt.

    Was wissen wir über die beiden, die zur Wahl aufgestellt werden?

    Das ist nicht sonderlich viel. Hier mal das, was ich im Einsichtenbuch zu den beiden gefunden habe:

    (Matthịas) [wahrscheinlich eine Kurzform von dem hebr. Mattithja, was „Gabe Jehovas“ bedeutet].

    Der Jünger, der durch das Los dazu bestimmt wurde, Judas Iskariot als Apostel zu ersetzen. Nach Jesu Himmelfahrt schlug Petrus den etwa 120 Jüngern, die sich versammelt hatten, vor, das Amt neu zu besetzen, wobei er nicht nur darauf verwies, daß der Psalmist David Judas’ Abweichen (Ps 41:9) vorhergesagt, sondern daß David auch geschrieben hatte (Ps 109:8), „sein Aufsichtsamt übernehme ein anderer“. Joseph Barsabbas und Matthias wurden für die Wahl aufgestellt, und nach einem Gebet wurden Lose geworfen, wobei das Los auf Matthias fiel. Dies trug sich nur ein paar Tage vor der Ausgießung des heiligen Geistes zu, und es ist der letzte in der Bibel erwähnte Fall, bei dem Lose verwandt wurden, um Jehovas Entscheidung in einer Angelegenheit zu ermitteln (Apg 1:15-26).

    Gemäß den Worten des Petrus (Apg 1:21, 22) war Matthias während der dreieinhalb Jahre des Dienstes Jesu ein Nachfolger Christi gewesen, der eng mit den Aposteln verbunden war, und er gehörte sehr wahrscheinlich zu den 70 Jüngern oder Evangelisten, die Jesus zum Predigen aussandte (Luk 10:1). Nach seiner Wahl wurde er von der Versammlung „den elf Aposteln zugezählt“ (Apg 1:26), und wenn in der Apostelgeschichte gleich darauf von „den Aposteln“ oder ‘den Zwölfen’ die Rede ist, war Matthias eingeschlossen (Apg 2:37, 43; 4:33, 36; 5:12, 29; 6:2, 6; 8:1, 14; 9:27; siehe PAULUS Nr. 1).

    Joseph Barsabas mit dem Beinamen Justus

    11. Einer, der mit Matthias als Kandidat für das durch den untreuen Judas Iskariot freigewordene Aufsichtsamt aufgestellt wurde. Joseph, auch Barsabbas genannt (vielleicht ein Familienname oder einfach ein weiterer Name), der den Beinamen Justus hatte, war ein Zeuge des Werkes, der Wunder und der Auferstehung Jesu Christi. Dennoch wurde nicht Joseph, sondern Matthias vor Pfingsten (33 u. Z.) durch das Los als Ersatz für Judas Iskariot bestimmt, und „er wurde den elf Aposteln zugezählt“ (Apg 1:15 bis 2:1).

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 1 finden wir hier

  138. Apostelgeschichte 2 – gab es vorher denn schon ein Pfingstfest?

    1 Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen. 2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer , die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. 4 Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.
    5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer aus allen Heidenvölkern unter dem Himmel. 6 Als nun dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7 Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind diese, die da reden, nicht alle Galiläer ? 8 Wieso hören wir sie dann jeder in unserer eigenen Sprache, in der wir geboren wurden? 9 Parther und Meder und Elamiter und wir Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadocien, Pontus und Asia ; 10 Phrygien und Pamphylien , Ägypten und von den Gegenden Libyens bei Kyrene , und die hier weilenden Römer, Juden und Proselyten , 11 Kreter und Araber – wir hören sie in unseren Sprachen die großen Taten Gottes verkünden!
    12 Und sie entsetzten sich alle und gerieten in Verlegenheit und sprachen einer zum anderen: Was soll das wohl sein?
    13 Andere aber spotteten und sprachen: Sie sind voll süßen Weines!

    14 Da trat Petrus zusammen mit den Elf auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen:
    Ihr Männer von Judäa und ihr alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sollt ihr wissen, und nun hört auf meine Worte! 15 Denn diese sind nicht berauscht, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde des Tages; 16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist:
    17 »Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen , und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; 18 ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen. 19 Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; 20 die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. 21 Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.«

    22 Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, der Nazarener , einen Mann, der von Gott euch gegenüber beglaubigt wurde durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte wirkte, wie ihr auch selbst wisst , 23 diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet.
    24 Ihn hat Gott auferweckt , indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass Er von ihm festgehalten würde. 25 David nämlich sagt von ihm:
    »Ich sah den Herrn allezeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, dass ich nicht wanke. 26 Darum freute sich mein Herz, und meine Zunge frohlockte; zudem wird auch mein Fleisch auf Hoffnung ruhen; 27 denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und nicht zulassen, dass dein Heiliger die Verwesung sieht. 28 Du hast mir die Wege des Lebens gezeigt; du wirst mich mit Freude erfüllen vor deinem Angesicht !«
    29 Ihr Männer und Brüder, es sei mir erlaubt, freimütig zu euch zu reden von dem Stammvater David: Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist unter uns bis zu diesem Tag. 30 Da er nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid verheißen hatte, dass er aus der Frucht seiner Lenden, dem Fleisch nach, den Christus erwecken werde, damit er auf seinem Thron sitze, 31 hat er vorausschauend von der Auferstehung des Christus geredet, dass seine Seele nicht dem Totenreich preisgegeben worden ist und auch sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat.
    32 Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen.

    33 Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört. 34 Denn nicht David ist in den Himmel aufgefahren, sondern er sagt selbst: »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, 35 bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße.«
    36 So soll nun das ganze Haus Israel mit Gewissheit erkennen , dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!

    37 Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun , ihr Männer und Brüder?
    38 Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße , und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
    39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.

    40 Und noch mit vielen anderen Worten gab er Zeugnis und ermahnte und sprach: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht! 41 Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, ließen sich taufen , und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen hinzugetan.

    42 Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten . 43 Es kam aber Furcht über alle Seelen, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. 44 Alle Gläubigen waren aber beisammen und hatten alle Dinge gemeinsam; 45 sie verkauften die Güter und Besitztümer und verteilten sie unter alle, je nachdem einer bedürftig war.
    46 Und jeden Tag waren sie beständig und einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens; 47 sie lobten Gott und waren angesehen bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich die zur Gemeinde hinzu , die gerettet wurden .

    Was für ein begeisternder Bericht!

    Aber gleich zu Anfang irritiert mich ein Satz: „zu Beginn des jüdischen Pfingstfestes waren sie alle einmütig beisammen“ (Vers 1). Ich dachte, Pfingsten sei das hier, was hier gerade passiert. Gab es denn vorher schon ein Pfingstfest?

    Scheinbar war es das „Fest der sieben Wochen“, wie es aus den Querverweisen hervorgeht (3. Mose 23:16, 5. Mose 16:9). Aber wieso wird das dann hier so formuliert?

    Im Apostel-Buch heißt es, dass es das Pfingstfest sei, auch „der Tag der ersten reifen Früchte“ genannt (4. Mose 28:26).

    Wenn wir uns das ansehen, was wir im Index zu „Pfingsten“ finden, dann fällt auf, dass es eine Einteilung gibt: vor 33 u.Z und danach, aber wieso heißen beide Feste gleich?

    Etwas Licht in das Dunkel bringt das, was im Einsichtenbuch zu dem Begriff gesagt wird, denn Pfingsten bedeutet nichts anderes als „50. Tag“. Und daher hieß das Fest auch schon vor dem Erscheinen des Messias so. Der Begriff wurde also lediglich beibehalten und war nichts Neues.

    Allerdings lese ich etwas weiter im Einsichtenbuch, dass es eine prophetische Bedeutung hatte – also das Fest, das die Juden bereits Jahrtausende gefeiert hatten, schattete etwas anderes voraus:

    Die 50 Tage wurden bereits seit Mose vom 16. Nisan an gezählt und Jesus wurde am 16. Nisan auferweckt. Danach zählte man die 50 Tage und daher waren zu diesem Zeitpunkt auch alle Juden in Jerusalem anwesend. Wirklich eine sehr interessante Abhandlung.

    Da fällt mir ein, dass es auch eine Ansprache von Stephan Steinle zu diesem Thema gibt: „Die Bedeutung von Pfingsten“. Sie besteht aus 3 Teilen und es wäre sicherlich sehr sinnvoll, diese im Zusammenhang zu hören, ebenso wie die Ansprache „Pfingsten – damals und heute“ 😉

    Da wir ja am Wochenende Pfingsten haben, habe ich euch mal einen Tag zusammengestellt mit Ansprachen, die sich um Pfingsten drehen: Pfingsten

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 2 finden wir hier. Bitte achtet auch im ersten Kommentar auf den Link „passende Ansprachen“ 😉

  139. Apostelgeschichte 3 – 5

    Apostelgeschichte 3 – wozu Gott die Gabe der Wunderheilungen gegeben hat:

    1 Petrus und Johannes gingen aber miteinander in den Tempel hinauf um die neunte Stunde , da man zu beten pflegte.
    2 Und es wurde ein Mann herbeigebracht, der lahm war von Mutterleib an, den man täglich an die Pforte des Tempels hinsetzte, die man »die Schöne« nennt, damit er ein Almosen erbitten konnte von denen, die in den Tempel hineingingen. 3 Als dieser Petrus und Johannes sah, die in den Tempel hineingehen wollten, bat er sie um ein Almosen. 4 Da blickte ihn Petrus zusammen mit Johannes an und sprach: Sieh uns an! 5 Er aber achtete auf sie in der Erwartung, etwas von ihnen zu empfangen. 6 Da sprach Petrus: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, steh auf und geh umher! 7 Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf; da wurden sogleich seine Füße und seine Knöchel fest, 8 und er sprang auf und konnte stehen, lief umher und trat mit ihnen in den Tempel, ging umher und sprang und lobte Gott.
    9 Und alles Volk sah, wie er umherging und Gott lobte. 10 Und sie erkannten auch, dass er derjenige war, der um des Almosens willen an der Schönen Pforte des Tempels gesessen hatte; und sie wurden mit Verwunderung und Erstaunen erfüllt über das, was mit ihm geschehen war.
    11 Da sich aber der geheilte Lahme zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk voll Erstaunen bei ihnen zusammen in der sogenannten Halle Salomos.

    12 Als Petrus das sah, wandte er sich an das Volk: Ihr Männer von Israel, weshalb verwundert ihr euch darüber, oder weshalb blickt ihr auf uns, als hätten wir durch eigene Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser umhergeht?
    13 Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht ; ihn habt ihr ausgeliefert und habt ihn verleugnet vor Pilatus, als dieser ihn freisprechen wollte. 14 Ihr habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und verlangt, dass euch ein Mörder geschenkt werde; 15 den Fürsten des Lebens aber habt ihr getötet! Ihn hat Gott aus den Toten auferweckt ; dafür sind wir Zeugen.
    16 Und auf den Glauben an seinen Namen hin hat sein Name diesen hier stark gemacht, den ihr seht und kennt; ja, der durch Ihn [gewirkte] Glaube hat ihm diese volle Gesundheit gegeben vor euch allen.

    17 Und nun, ihr Brüder, ich weiß, dass ihr in Unwissenheit gehandelt habt, wie auch eure Obersten ; 18 Gott aber hat das, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigte, dass nämlich der Christus leiden müsse, auf diese Weise erfüllt. 19 So tut nun Buße und bekehrt euch , dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen 20 und er den sende, der euch zuvor verkündigt wurde, Jesus Christus, 21 den der Himmel aufnehmen muss bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von alters her geredet hat.
    22 Denn Mose hat zu den Vätern gesagt: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern; auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird« . 23 Und es wird geschehen: Jede Seele, die nicht auf diesen Propheten hören wird, soll vertilgt werden aus dem Volk.
    24 Und alle Propheten, von Samuel an und den folgenden, so viele geredet haben, sie haben auch diese Tage im Voraus angekündigt.

    25 Ihr seid Söhne der Propheten und des Bundes , den Gott mit unseren Vätern schloss, als er zu Abraham sprach: »Und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde« . 26 Euch zuerst hat Gott, als er seinen Knecht Jesus erweckte , ihn gesandt , um euch zu segnen, indem ein jeder von euch sich von seiner Bosheit bekehrt !

    Hier sehen wir, warum die ersten Christen Wunder wie Heilungen wirken konnten: es war ein Mittel, um die Juden auf sich aufmerksam zu machen. Sie wurden neugierig und auf der Basis dessen, was sie bestaunten, konnten die Brüder ihnen erklären, wie das mit Jesus war und ist.

    Wunderheilungen sehen wir bei uns nicht so häufig, aber sehr viel in Ländern, wo die wenigsten Christen sind. Hier dienen die Heilungen scheinbar demselben Zweck…

  140. Apostelgeschichte 3:17-26
    Wie wir mit den Menschen über Gott und Jesus reden sollten

    Es geht nicht um eine Gerichtsbotschaft, die die Leute in Angst und Schrecken versetzt und zum Handeln zwingt. Es geht um eine Botschaft der Liebe!

    In der Regel sind die Ungläubigen nicht aus Bosheit keine Anbeter Gottes – sondern aus Unwissenheit. Vielleicht haben sie sich bisher noch nicht damit beschäftigt.

    Vielleicht haben sie schlechte Erfahrungen im Leben und oder mit Kirche oder „Christen“ gemacht. Diese Erfahrungen haben ihnen ein falsches Bild von Gott vermittelt und diesen als hart und grausam dargestellt. Wenn wir jetzt mit einer Drohbotschaft daherkommen, so nach dem Motto: „wenn du dich nicht zu Gott bekehrst, wirst du in seinem Gericht umkommen“, dann verstärken wir dieses falsche Bild nur noch.

    Der Schöpfer will nicht, dass wir ihm aus Angst vor einer Hölle oder einem Gericht dienen. Aber ebenso wenig will er, dass wir ihm dienen, weil er uns gut bezahlt: weil wir seinen Willen tun, bekommen wir ewiges Leben, also zahlen wir halt den Preis.

    Jehova will, dass wir begreifen, wie sehr er uns liebt. ER will, dass wir diese seine Liebe spüren, dass er uns um unserer selbst Willen vorbehaltlos liebt. Denn bedenken wir doch, dass Jesus für uns gestorben ist „während wir noch Sünder waren“. Er ist für uns gestorben, damit wir uns unserem himmlischen Vater nahen können, wie ein kleines Kind voller Vertrauen zu seinen Eltern ist, so, wie ein kleines Kind sich der Liebe seiner Eltern sicher ist.

    Wenn wir diese Liebe spüren, wenn wir uns so sehr geliebt fühlen, dann drängt alles in uns danach, diese Liebe zu erwidern und IHM immer wieder eine Freude zu machen.

    Erzählen wir anderen von dieser Liebe, helfen wir ihnen, diese Liebe nicht nur vom Verstand her zu erkennen – sondern sie auch emotional und körperlich zu verspüren!

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 3 finden wir hier

  141. Apostelgeschichte 4 – die Grundlage für das, was Ananias und Saphira getan haben

    1 Während sie aber zum Volk redeten, kamen die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer auf sie zu. 2 Sie waren aufgebracht darüber, dass sie das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung aus den Toten verkündigten. 3 Und sie legten Hand an sie und brachten sie ins Gefängnis bis zum folgenden Morgen, denn es war schon Abend. 4 Aber viele von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig , und die Zahl der Männer stieg auf etwa 5 000.

    5 Es geschah aber am folgenden Morgen, dass sich ihre Obersten und Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem versammelten, 6 auch Hannas , der Hohepriester, und Kajaphas und Johannes und Alexander und alle, die aus hohepriesterlichem Geschlecht waren. 7 Und sie stellten sie in ihre Mitte und fragten sie: Durch welche Kraft oder in welchem Namen habt ihr das getan? 8 Da sprach Petrus, vom Heiligen Geist erfüllt , zu ihnen:
    Ihr Obersten des Volkes und ihr Ältesten von Israel, 9 wenn wir heute wegen der Wohltat an einem kranken Menschen verhört werden, durch wen er geheilt worden ist, 10 so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel bekannt gemacht, dass durch den Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten, dass dieser durch Ihn gesund vor euch steht. 11 Das ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, verworfen wurde, der zum Eckstein geworden ist. 12 Und es ist in keinem anderen das Heil ; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen!
    13 Als sie aber die Freimütigkeit von Petrus und Johannes sahen und erfuhren, dass sie ungelehrte Leute und Laien seien, verwunderten sie sich; und sie erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren. 14 Da sie aber den Menschen bei ihnen stehen sahen, der geheilt worden war, konnten sie nichts dagegen sagen.

    15 Da befahlen sie ihnen, aus dem Hohen Rat hinauszugehen, und beratschlagten miteinander und sprachen: 16 Was sollen wir mit diesen Menschen tun? Denn dass ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, das ist allen Bewohnern von Jerusalem bekannt, und wir können es nicht leugnen . 17 Aber damit es sich nicht weiter unter dem Volk verbreitet, wollen wir ihnen ernstlich drohen, damit sie künftig zu keinem Menschen mehr in diesem Namen reden!
    18 Und sie ließen sie rufen und geboten ihnen, überhaupt nicht mehr in dem Namen Jesus zu reden noch zu lehren. 19 Aber Petrus und Johannes antworteten ihnen und sprachen: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott! 20 Denn es ist uns unmöglich, nicht von dem zu reden , was wir gesehen und gehört haben!

    21 Sie aber drohten ihnen noch weiter und ließen sie frei, weil sie wegen des Volkes keinen Weg fanden, sie zu bestrafen; denn alle priesen Gott über dem, was geschehen war. 22 Der Mensch, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war, war nämlich über 40 Jahre alt.

    23 Als sie aber freigelassen waren, kamen sie zu den Ihren und verkündeten alles, was die obersten Priester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten. 24 Und als sie es hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen :
    Herr, du bist der Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was darinnen ist. 25 Du hast durch den Mund deines Knechtes David gesagt: »Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? 26 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten versammeln sich miteinander gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.«
    27 Ja, wahrhaftig, gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, haben sich Herodes und Pontius Pilatus versammelt zusammen mit den Heiden und dem Volk Israel, 28 um zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor bestimmt hatte, dass es geschehen sollte.
    29 Und jetzt, Herr, sieh ihre Drohungen an und verleihe deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden, 30 indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung, und dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus!

    31 Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit. 32 Und die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seinen Gütern sein Eigen sei, sondern alle Dinge waren ihnen gemeinsam.
    33 Und mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war auf ihnen allen.

    34 Es litt auch niemand unter ihnen Mangel ; denn die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften 35 und legten ihn den Aposteln zu Füßen; und man teilte jedem aus, so wie jemand bedürftig war. 36 Joses aber, der von den Aposteln den Beinamen Barnabas erhalten hatte (das heißt übersetzt: »Sohn des Trostes«), ein Levit, aus Zypern gebürtig, 37 besaß einen Acker und verkaufte ihn, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

    Das, was wir hier zum Schluß lesen, bildet nachher die Grundlage für das, was Ananias und Saphira getan haben und vielleicht auch ihr Motiv:

    Hier ist jemand, der es ihnen vormacht, wie man den anderen dienen kann. Sicherlich hat seine großzügige Gabe viel Aufsehen und Bewunderung erregt. Vielleicht haben die Brüder untereinander lobend darüber gesprochen, weil seine Gabe so groß und wertvoll war. Sicherlich ist er im Ansehen der anderen gestiegen.

    Wollte das Ehepaar dieses Ansehen vielleicht ebenfalls – aber mit weniger Einsatz?

  142. Apostelgeschichte 4-1-13
    Die unterschiedliche Reaktion auf ein und dieselbe Sache und Rede

    Viele von denen, die die Rede des Petrus gehört hatten, wurden gläubig: 5.000 Personen!

    Die geistlichen Führer hingegen reagieren völlig gegensätzlich: sie wollen diese Leute loswerden, sehen Petrus und seine Brüder als Gefahr an. Warum eigentlich?

    Geht es hier darum, dass diese neue Bewegung ihre Mitglieder abwirbt? Immerhin sind diese 5.000 Personen, die hier gläubig werden, ja Juden, gehören zu ihrer Gemeinschaft. Sie sind deren Hirten, sie sind ihre geistlichen Führer.

    Zudem gehört zu den Gesetzen, dass ein Jude regelmäßig in den Tempel kommt und opfert und dass die Priester eigentlich von diesen Opfern leben. Zu den Zeiten, als die Juden diese religiösen Pflichten vernachlässigen, leiden die Priester materielle Not und müssen selbst neben ihren Pflichten als Priester für ihren Lebensunterhalt sorgen. Wir hatten uns bereits vor einiger Zeit im Rahmen des Studienartikels „Jehova ist mein Anteil“ damit beschäftigt.

    Könnte dies mit ein Grund für ihre Wut und ihr hartes Durchgreifen sein?

    Oder sind sie wirklich davon überzeugt, dass diejenigen, die nun Christus nachfolgen, sich von Jehova entfernen?

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 4 finden wir hier

  143. Apostelgeschichte 4:15-31
    Die ersten Christen stehen fest im Glauben, sie haben eine gute Basis

    Nicht nur, dass sie erlebt hatten, dass die Juden nicht einmal davor zurückschreckten, den Messias zu ermorden – ihnen selbst weht gleich zu Anfang ein heftiger Wind um die Nase. Aber sie bleiben stark!

    Woher nehmen sie diese Stärke?

    Ein besonders wichtiger Aspekt ist der, dass sie um die Auferstehung ihres Herrn wissen. Er ist zwar gestorben – ein großer Teil von ihnen hat ihn selbst am Kreuz sterben sehen. Aber nach 3 Tagen war das Grab leer. Doch nicht nur das, er ist zahlreicnen von ihnen erschienen und hat mit ihnen gegessen und geredet. Seine Auferstehung war somit hinreichend bewiesen und damit auch, dass ER der von Gott gesandte Messias ist – auf den sie als Juden doch bereits seit tausenden von Jahren gewartet hatten.

    Dann hat er ihnen auch noch Mut gemacht, bevor er in den Himmel aufgefahren ist zu seinem Vater: er hat ihnen einen Helfer versprochen, der sie nicht nur erinnern sollte, sondern der ihnen auch Kraft verleihen würde. Er selbst wäre bis zum Ende mit ihnen, egal, in welche Situation sie auch geraten würden!

    Dass dies keine leeren Versprechungen sind, haben sie selbst gerade am eigenen Leib erlebt: sie waren dabei, als Jesus den Helfer schickte und der Heilige Geist auf alle Brüder kam. Sie wurden mit diesem Heiligen Geist erfüllt und verspürten sofort die Folgen davon. Sie konnten in den Sprachen reden, die gebraucht wurden, um den Besuchern Jerusalems von der frohen Botschaft zu erzählen, obwohl sie eigentlich keine dieser Sprachen beherrschten. Und sie wurden erinnert! Jesus hatte ihnen versprochen, dass dieser Helfer sie erinnern würde und in dem Moment, als sie in den fremden Sprachen redeten, begriffen sie, dass sich hier eine Prophezeiung erfüllt. Es fiel ihnen wieder ein, sie erinnerten sich, was Joel dazu vorausgesagt hatte und sie begriffen mit einem Mal viele Zusammenhänge.

    Dann die Kraftvolle Rede des Petrus. Man stelle sich nur mal bildlich vor: 5.000 wurden aufgrund dessen gläubig!

    Wie viel Auftrieb muss ihnen dies alles gegeben haben. Sie hatten den Messias gefunden und obwohl er gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, waren sie nicht allein. Sie spürten ihn fast körperlich direkt neben sich.

    Ja, nun werden sie verfolgt wie ihr Herr. Aber sie wissen, dass es nicht vergeblich ist, dass sie auf der richtigen Seite sind, dass Gott und sein Sohn Freude an ihnen haben. „Wenn Gott mit uns ist, was kann uns ein Mensch antun?“

    Daher lassen sie sich nicht einschüchtern. Sie sind nicht unsicher, ob das, was sie tun, richtig ist – sie wissen es, denn Gott selbst hat es ihnen gesagt.

    Interessant dabei ist, dass sie die Ankläger auch in gewisser Weise verstehen und nicht verurteilen. Sie reden höflich und respektvoll mit ihnen. Aber sie sind nicht bereit, Abstriche zu machen, wenn es um Gottes Willen geht!

    • Haben wir selbst einen ebenso gut fundierten Glauben?
    • Haben auch wir uns versichert, dass wir auf der richtigen Seite stehen und Gottes Willen tun?
    • Gehen wir ebenso liebevoll und respektvoll mit anderen um – auch wenn diese uns angreifen?
    • Treten auch wir mutig für unseren Gott, sein Wort und seinen Willen ein?

    Dies muss sich jeder von uns selbst beantworten 😉

  144. Apostelgeschichte 5 – Aufregende Zeiten!

    1 Ein Mann aber mit Namen Ananias verkaufte ein Grundstück zusammen mit seiner Frau Saphira, 2 und schaffte etwas von dem Erlös für sich beiseite mit Wissen seiner Frau; und er brachte einen Teil davon und legte ihn den Aposteln zu Füßen.
    3 Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, sodass du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast? 4 Hättest du es nicht als dein Eigentum behalten können? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum hast du denn in deinem Herzen diese Tat beschlossen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott! 5 Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er nieder und verschied . Und es kam große Furcht über alle, die dies hörten. 6 Und die jungen Männer standen auf, hüllten ihn ein, trugen ihn hinaus und begruben ihn.
    7 Und es geschah, dass nach ungefähr drei Stunden auch seine Frau hereinkam, ohne zu wissen, was sich ereignet hatte. 8 Da richtete Petrus das Wort an sie: Sage mir, habt ihr das Gut um so und so viel verkauft? Sie sprach: Ja, um so viel! 9 Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr übereingekommen, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür, und sie werden auch dich hinaustragen! 10 Da fiel sie sogleich zu seinen Füßen nieder und verschied; und als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie tot und trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Mann.
    11 Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die dies hörten.

    12 Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren alle einmütig beisammen in der Halle Salomos . 13 Von den Übrigen aber wagte keiner sich ihnen anzuschließen; doch das Volk schätzte sie hoch; 14 und immer mehr wurden hinzugetan, die an den Herrn glaubten, eine Menge von Männern und Frauen, 15 sodass man die Kranken auf die Gassen hinaustrug und sie auf Betten und Bahren legte, damit, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten auf einen von ihnen fiele. 16 Es kamen aber auch viele aus den umliegenden Städten in Jerusalem zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte, die alle geheilt wurden.

    17 Es erhob sich aber der Hohepriester und sein ganzer Anhang, nämlich die Richtung der Sadduzäer; sie waren voll Eifersucht 18 und legten ihre Hände an die Apostel und brachten sie in öffentlichen Gewahrsam.
    19 Aber ein Engel des Herrn öffnete in der Nacht die Türen des Gefängnisses, führte sie hinaus und sprach: 20 Geht hin, tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens!
    21 Als sie das hörten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten .
    Es kam aber der Hohepriester und sein Anhang, und sie riefen den Hohen Rat und alle Ältesten der Kinder Israels zusammen und sandten in das Gefängnis, um sie herbringen zu lassen. 22 Als aber die Diener hinkamen, fanden sie jene nicht im Gefängnis. Da kehrten sie zurück, meldeten es 23 und sprachen: Das Gefängnis fanden wir zwar mit aller Sorgfalt verschlossen und die Wächter außen vor den Türen stehen; als wir aber öffneten, fanden wir niemand darin!

    24 Als aber der [Hohe]priester und der Tempelhauptmann und die obersten Priester diese Worte hörten, gerieten sie ihretwegen in Verlegenheit, was daraus werden sollte. 25 Da kam jemand und meldete ihnen und sprach: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis gebracht habt, stehen im Tempel und lehren das Volk! 26 Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und führte sie herbei, doch nicht gewaltsam, damit sie nicht gesteinigt würden; denn sie fürchteten das Volk. 27 Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat ; und der Hohepriester fragte sie 28 und sprach: Haben wir euch nicht streng verboten , in diesem Namen zu lehren? Und siehe, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen!

    29 Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!
    30 Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt , den ihr umgebracht habt, indem ihr ihn ans Holz gehängt habt. 31 Diesen hat Gott zum Fürsten und Retter zu seiner Rechten erhöht , um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu gewähren. 32 Und wir sind seine Zeugen , was diese Tatsachen betrifft, und auch der Heilige Geist, welchen Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.

    33 Als sie aber das hörten, wurden sie tief getroffen und fassten den Beschluss, sie umzubringen. 34 Es stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer namens Gamaliel auf, ein beim ganzen Volk angesehener Gesetzeslehrer, und befahl, die Apostel für kurze Zeit nach draußen zu bringen; 35 dann sprach er zu ihnen:
    Ihr Männer von Israel, nehmt euch in acht, was ihr mit diesen Menschen tun wollt! 36 Denn vor diesen Tagen trat Theudas auf und gab vor, er wäre etwas; ihm hing eine Anzahl Männer an, etwa 400: Er wurde erschlagen, und alle, die ihm folgten, zerstreuten sich und wurden zunichte . 37 Nach diesem trat Judas der Galiläer auf in den Tagen der Volkszählung und brachte unter seiner Führung viele aus dem Volk zum Abfall: Auch er kam um, und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut. 38 Und jetzt sage ich euch:
    Lasst von diesen Menschen ab und lasst sie gewähren! Denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen ist, so wird es zunichtewerden; 39 ist es aber von Gott, so könnt ihr es nicht vernichten. Dass ihr nicht etwa als solche erfunden werdet, die gegen Gott kämpfen !
    40 Und sie fügten sich ihm und riefen die Apostel herbei und gaben ihnen Schläge und verboten ihnen, in dem Namen Jesu zu reden, und entließen sie.

    41 Sie nun gingen voll Freude vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, Schmach zu leiden um Seines Namens willen; 42 und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und das Evangelium von Jesus, dem Christus, zu verkündigen.

    Aufregende Zeiten!

    Stellen wir uns nur mal den Konflikt vor, in dem sich die Apostel und auch die anderen Jünger befinden: sie haben Achtung und Respekt vor den führenden Männern und haben noch im Sinn, wie Jesus ihnen sagte, sie sollten dem König das geben, was dem König gehört. Auf der anderen Seite verlangen die Obersten, dass sie aufhören, von dem zu reden, was sie gesehen und gehört hatten. Sie sind also „ungehorsam“.

    Zum einen können sie nicht aufhören zu reden, da ihr Herz so angefüllt ist mit diesen begeisternden Dingen, dass es einfach überläuft. Und zum anderen hatten sie ja gerade zuvor von Gott den Auftrag erhalten, diese gute Botschaft zu verkünden.

    Jesus hatte ja nicht nur gesagt, sie sollten ‚dem Cäsar geben, was dem Cäsar gehört‘, sondern auch ‚Gottes Dinge aber Gott‘.

    Später geht Paulus noch im Brief an die Römer (Kapitel 13) auf diesen bedingten Gehorsam ein: wir sollten Achtung und Respekt vor denen haben, die über uns stehen – wie Staat und Regierung, unser Chef, unser Ehemann, die Eltern und die Lehrer. Aber wenn sie Dinge von uns verlangen, die Gott und seinem Wort widersprechen, dann werden wir sie nicht tun – denn Gottes Wort hat Vorrang. Schon allein aus dem Grund, weil dieser weit über jede andere Person steht 😉

    Allerdings sollte diese „Verweigerung des Gehorsams“ mit Milde und tiefem Respekt geschehen, sonst würden wir unserem Gott nicht gefallen …

  145. Apostelgeschichte 5:1-11
    Die große Lüge eines Ehepaars, dass eigentlich mit dem Heiligen Geist erfüllt worden war

    Gerade habe ich mir die Stelle in der Neues Leben Bibel durchgelesen und dort wird es ganz deutlich gesagt, was sie getan hatten:

    Auch ein Mann mit Namen Hananias verkaufte mit seiner Frau Saphira etwas von seinem Besitz. 2Er brachte mit Wissen seiner Frau den Aposteln einen Teil des Geldes, behauptete aber, es sei der gesamte Erlös.

    Wir habe ja bereits in den Vorjahren jede Menge Stoff dazu zusammen gesucht, was die Beiden getan haben und was daran so verwerflich war. Besonders der Stoff von William Kelly war dazu sehr aufschlußreich.

    Erinnern wir uns noch an die Gedanken, die wir einige Tage zuvor beim Lesen von Kapitel 4:34-37 dazu hatten?

    Das, was wir hier zum Schluß lesen, bildet nachher die Grundlage für das, was Ananias und Saphira getan haben und vielleicht auch ihr Motiv:
    .
    Hier ist jemand, der es ihnen vormacht, wie man den anderen dienen kann. Sicherlich hat seine großzügige Gabe viel Aufsehen und Bewunderung erregt. Vielleicht haben die Brüder untereinander lobend darüber gesprochen, weil seine Gabe so groß und wertvoll war. Sicherlich ist er im Ansehen der anderen gestiegen.
    .
    Wollte das Ehepaar dieses Ansehen vielleicht ebenfalls – aber mit weniger Einsatz?

    Eigentlich könnte jeder von uns in eine ähnliche Falle tappen, denn wir alle möchten gern gut bei anderen angesehen sein.

    Auch wir könnten übertreiben, wenn wir von dem erzählen, was wir im Dienst für Gott getan haben – seien es nun Spenden, unsere Aufgaben und Vorrechte, oder auch die Erfahrungen, die wir im Predigtdienst, Outreach oder in Gesprächen mit anderen über Jesus, Gott und die Bibel gemacht haben.

    Wir sehen, dass wir leicht dabei sind, andere für ihre Fehler zu verurteilen, aber selbst über die gleichen Dinge stolpern könnten, wenn wir nicht gut aufpassen

  146. Apostelgeschichte 5:12-16
    Die Aufmerksamkeit, die Petrus und den anderen gewidmet wird

    Bereits in den Vorjahren hat uns die Art und Weise, wie das Volk Petrus und die anderen Apostel verehrte, unangenehm berührt. Ist dies nicht Menschenverehrung? Mußte ihnen dies nicht unangenehm sein?

    Nun habe ich den ganzen Tag darüber nachgedacht und das Für und Wider abgewägt: die Hoffnungen, die die Menschen an sie und ihre Fähigkeiten hatten, brachten sie wenigstens dazu, sich zu ihnen hinzubewegen und so auch die Gute Botschaft zu hören, die diese verkündigen. War es nicht auch bei Jesus ähnlich? Auch er hatte dies nicht abgewehrt, sondern wie selbstverständlich hingenommen.

    Wir hatten uns ja auch vor einigen Tagen damit beschäftigt, wozu Jehova die Gabe der Wunderheilungen gegeben hatte (Kapitel 3).

    Interessant ist hier aber auch noch die Parallele: in Vers 15 wird von der Hoffnung gesprochen, dass die Kranken lediglich vom Schatten eines der Apostel berührt werden müßten, um Heilung zu erfahren.

    Dies erinnert uns an die Frau mit dem jahrelangen Blutfluss, die lediglich die Fransen von Jesu Gewand berühren wollte und deren Hoffnung sich erfüllte – sie wurde auf der Stelle gesund. Zufall?

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 5 finden wir hier

  147. Apostelgeschichte 6 – 9

    Apostelgeschichte 6 – wer sollte über die Gute Botschaft reden?

    1 In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden. 2 Da beriefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht gut, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen, um bei den Tischen zu dienen. 3 Darum, ihr Brüder, seht euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, die ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind; die wollen wir für diesen Dienst einsetzen, 4 wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben! 5 Und das Wort gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia . 6 Diese stellten sie vor die Apostel, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf. 7 Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr in Jerusalem; auch eine große Zahl von Priestern wurde dem Glauben gehorsam.

    8 Und Stephanus, voll Glauben und Kraft , tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. 9 Aber etliche aus der sogenannten Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner und derer von Cilicien und Asia standen auf und stritten mit Stephanus. 10 Und sie konnten der Weisheit und dem Geist, in dem er redete, nicht widerstehen.
    11 Da stifteten sie Männer an, die sagten: Wir haben ihn Lästerworte reden hören gegen Mose und Gott! 12 Und sie wiegelten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten auf und überfielen ihn, rissen ihn fort und führten ihn vor den Hohen Rat. 13 Und sie stellten falsche Zeugen, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Lästerworte zu reden gegen diese heilige Stätte und das Gesetz! 14 Denn wir haben ihn sagen hören: Jesus, der Nazarener wird diese Stätte zerstören und die Gebräuche ändern , die uns Mose überliefert hat!
    15 Und als alle, die im Hohen Rat saßen, ihn anblickten, sahen sie sein Angesicht wie das Angesicht eines Engels.

    Hier sehen wir 2 Seiten von Stephanus:

    • der Mann, der bei der Speisung der Witwen hilft
    • und

    • der Prediger

    Scheinbar war er aber eher dafür bekannt, dass er voller Hingabe und Begeisterung über Gott und Jesus redet und darüber, was die beiden für uns getan haben.

    Dies zeigt, dass das Reden darüber nicht einer bestimmten Klasse vorbehalten ist, sondern dass es eine natürliche Reaktion von jemanden ist, der Gott und sein Wort kennengelernt hat und mit dem Heiligen Geist erfüllt ist 😉

    Aber das Predigen oder Reden über die Gute Botschaft ist ja keineswegs nur Privileg der Zeugen Jehovas – sondern die Erfahrung der letzten Jahre und sogar Jahrzehnte zeigt, dass dies alle bibeltreuen Gemeinden tun. Ihr könnt euch gern den Spaß machen und euch irgendeine beliebige Ansprache von der Mediathek anhören, die wir zusammen getragen haben, in jeder wird darüber gesprochen, dass das Reden über Gott und Jesus dazugehört, wenn wir wirkliche Nachfolger Christi sind. Es ist nicht Aufgabe oder Privileg einer bestimmten Geistlichenklasse, sondern Frucht eines jeden Christen 🙂

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 6 finden wir hier

  148. Apostelgeschichte 7 – Geschichten, die jeder Christ kennen sollte

    1 Da sprach der Hohepriester: Verhält sich denn dies so? 2 Er aber sprach: Ihr Männer , Brüder und Väter, hört!
    Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham , als er in Mesopotamien war, bevor er in Haran wohnte, 3 und sprach zu ihm: »Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde!« 4 Da ging er aus dem Land der Chaldäer und wohnte in Haran. Und nach dem Tod seines Vaters führte er ihn von dort herüber in dieses Land, das ihr jetzt bewohnt. 5 Und er gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fußbreit, und verhieß , es ihm zum Eigentum zu geben und seinem Samen nach ihm, obwohl er kein Kind hatte.
    6 Gott sprach aber so: »Sein Same wird ein Fremdling sein in einem fremden Land, und man wird ihn knechten und übel behandeln 400 Jahre lang. 7 Und das Volk , dem sie als Knechte dienen sollen, will ich richten« , sprach Gott; »und danach werden sie ausziehen und mir dienen an diesem Ort . « 8 Und er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und so zeugte er den Isaak und beschnitt ihn am achten Tag, und Isaak den Jakob , und Jakob die zwölf Patriarchen .
    9 Und die Patriarchen waren neidisch auf Joseph und verkauften ihn nach Ägypten. Doch Gott war mit ihm, 10 und er rettete ihn aus allen seinen Bedrängnissen und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum Fürsten über Ägypten und sein ganzes Haus.
    11 Es kam aber eine Hungersnot über das ganze Land Ägypten und Kanaan und große Drangsal, und unsere Väter fanden keine Speise. 12 Als aber Jakob hörte, dass Korn in Ägypten zu haben sei, sandte er unsere Väter zum ersten Mal aus. 13 Und beim zweiten Mal gab sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen, und die Abstammung Josephs wurde dem Pharao bekannt. 14 Da sandte Joseph hin und berief seinen Vater Jakob zu sich und seine ganze Verwandtschaft von 75 Seelen.
    15 Jakob aber zog nach Ägypten hinab und starb, er und unsere Väter. 16 Und sie wurden herübergebracht nach Sichem und in das Grab gelegt, das Abraham um eine Summe Geld von den Söhnen Hemors, des Vaters Sichems, gekauft hatte.

    17 Als aber die Zeit der Verheißung nahte, welche Gott dem Abraham mit einem Eid zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten, 18 bis ein anderer König aufkam, der Joseph nicht kannte. 19 Dieser handelte arglistig gegen unser Geschlecht und zwang unsere Väter, ihre Kinder auszusetzen, damit sie nicht am Leben blieben. 20 In dieser Zeit wurde Mose geboren; der war Gott angenehm; und er wurde drei Monate lang im Haus seines Vaters ernährt. 21 Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter des Pharao zu sich und erzog ihn als ihren Sohn. 22 Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet und war mächtig in Worten und in Werken.
    23 Als er aber 40 Jahre alt geworden war, stieg der Gedanke in ihm auf, nach seinen Brüdern, den Söhnen Israels, zu sehen. 24 Und als er einen Unrecht leiden sah, wehrte er es ab und schaffte dem Unterdrückten Recht, indem er den Ägypter erschlug. 25 Er meinte aber, seine Brüder würden es verstehen, dass Gott ihnen durch seine Hand Rettung gebe; aber sie verstanden es nicht. 26 Und am folgenden Tag erschien er bei ihnen, als sie miteinander stritten, und ermahnte sie zum Frieden und sprach: Ihr Männer, ihr seid doch Brüder ; warum tut ihr einander Unrecht? 27 Der aber, welcher seinem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn weg und sprach: Wer hat dich zum Obersten und Richter über uns gesetzt? 28 Willst du mich etwa töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast? 29 Da floh Mose auf dieses Wort hin und wurde ein Fremdling im Land Midian, wo er zwei Söhne zeugte.
    30 Und als 40 Jahre erfüllt waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai der Engel des Herrn in der Feuerflamme eines Busches. 31 Als Mose das sah, verwunderte er sich über die Erscheinung. Als er aber hinzutrat, um sie zu betrachten, erging die Stimme des Herrn an ihn: 32 »Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs!« Mose aber zitterte und wagte nicht hinzuschauen. 33 Da sprach der Herr zu ihm: »Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen! Denn der Ort, wo du stehst, ist heiliges Land! 34 Ich habe die Misshandlung meines Volkes, das in Ägypten ist, sehr wohl gesehen und habe ihr Seufzen gehört und bin herabgekommen , um sie herauszuführen. Und nun komm, ich will dich nach Ägypten senden!« 35 Diesen Mose, den sie verwarfen, indem sie sprachen: Wer hat dich zum Obersten und Richter eingesetzt? – diesen sandte Gott als Obersten und Erlöser durch die Hand des Engels , der ihm im Busch erschienen war.

    36 Dieser führte sie heraus, indem er Wunder und Zeichen tat im Land Ägypten und am Roten Meer und in der Wüste, 40 Jahre lang. 37 Das ist der Mose, der zu den Söhnen Israels gesagt hat: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern; auf ihn sollt ihr hören!«
    38 Das ist der, welcher in der Gemeinde in der Wüste war zwischen dem Engel, der auf dem Berg Sinai zu ihm redete, und unseren Vätern; der lebendige Worte empfing, um sie uns zu geben; 39 dem unsere Väter nicht gehorsam sein wollten; sondern sie stießen ihn von sich und wandten sich mit ihren Herzen nach Ägypten, 40 indem sie zu Aaron sprachen: Mache uns Götter, die vor uns herziehen sollen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose geschehen ist, der uns aus Ägypten geführt hat! 41 Und sie machten ein Kalb in jenen Tagen und brachten dem Götzen ein Opfer und freuten sich an den Werken ihrer Hände.
    42 Da wandte sich Gott ab und gab sie dahin , sodass sie dem Heer des Himmels dienten, wie im Buch der Propheten geschrieben steht: »Habt ihr etwa mir Schlachtopfer und [Speis]opfer dargebracht [während der] 40 Jahre in der Wüste , Haus Israel? 43 Ihr habt die Hütte des Moloch und das Sternbild eures Gottes Remphan umhergetragen, die Bilder , die ihr gemacht habt, um sie anzubeten. Und ich werde euch wegführen über Babylon hinaus.«

    44 Das Zelt des Zeugnisses war in der Mitte unserer Väter in der Wüste, so wie der, welcher mit Mose redete, es zu machen befahl nach dem Vorbild, das er gesehen hatte. 45 Dieses brachten auch unsere Väter, wie sie es empfangen hatten, mit Josua [in das Land], als sie es von den Heiden in Besitz nahmen, die Gott vor dem Angesicht unserer Väter vertrieb , bis zu den Tagen Davids .

    46 Dieser fand Gnade vor Gott und bat, ob er für den Gott Jakobs eine Wohnung finden dürfe. 47 Salomo aber erbaute ihm ein Haus. 48 Doch der Höchste wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: 49 »Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir bauen, spricht der Herr, oder wo ist der Ort , an dem ich ruhen soll? 50 Hat nicht meine Hand das alles gemacht?« –

    51 Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren! Ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist; wie eure Väter , so auch ihr! 52 Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt ? Und sie haben die getötet, die vorher das Kommen des Gerechten ankündigten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid 53 – ihr, die ihr das Gesetz auf Anordnung von Engeln empfangen und es nicht gehalten habt!

    54 Als sie aber das hörten, schnitt es ihnen ins Herz, und sie knirschten mit den Zähnen über ihn.

    55 Er aber, voll Heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesus zur Rechten Gottes stehen; 56 und er sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen!

    57 Sie aber schrien mit lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los; 58 und als sie ihn zur Stadt hinausgestoßen hatten, steinigten sie ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider zu den Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.

    59 Und sie steinigten den Stephanus, der betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! 60 Und er kniete nieder und rief mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und nachdem er das gesagt hatte, entschlief er.

    Eine kurze Zusammenfassung vom Alten Testament 😉

    In letzter Zeit überlege ich oft, was ich selbst seinerzeit gelernt habe. Die Lehren der Zeugen Jehovas kenne ich sehr gut, da ich bereits erwachsen war, als ich im Herbst 1990 anfing, mit ihnen die Bibel zu studieren. Auch was andere glauben, weiss ich durch das Hören der verschiedensten Ansprachen.

    Was die Bibel lehrt, weiss ich auch, da mein Mann und ich 2009 angefangen hatten, die Bibel jeweils in einem Jahr durchzulesen, so wie die Dinge zeitlich geschehen sind. Im vergangenen Jahr habe ich den Zeitplan nicht mehr geschafft, weil ich beim Lesen immer wieder hängen geblieben bin. Zuviele unterschiedliche Auslegungen und Lehren waren mir nun bekannt, von denen sich einige regelrecht widersprechen, so dass ich jedesmal bei Lesen inne gehalten habe um genau herauszufinden, was die Bibel wirklich zu diesem Punkt sagt. Manchmal konnten beide Ansichten richtig sein und die Bibel gibt keine klare Aussage in die eine oder andere Richtung.

    Da ich selbst evangelisch aufgewachsen bin und außer mir und meiner Tochter nach wie vor alle evangelisch sind, habe ich oft überlegt, was ich eigentlich seinerzeit im Konfirmandenunterricht gelernt habe. Auf Nachfrage habe ich nun erfahren, dass meine Neffen und Nichte nicht einmal mehr einen Katechismus hatten. Bei uns war er noch die Grundlage.

    Einige Geschichten der Bibel waren mir bereits vor meinem Bibelstudium und persönlichem Lesen in der Bibel bekannt – scheinbar kannten alle christlichen Gruppierungen eben diese Geschichten. Woran lag das?

    Wenn ich hier diese Rede des Stephanus lese und mich an die zu Anfang der Apostelgeschichte von Petrus und späteren von Paulus erinnere, dann sind es wahrscheinlich eben diese Geschichten, die die Apostel immer wieder in ihren Reden benutzten – um zu beweisen, dass Jesus der Messias war.

    Vielleicht haben eben diese Reden die Auswahl dessen gebildet, was wir im Religions- oder Konfirmandenunterricht gelernt haben.

    Im übrigen gehören mein Mann und ich keiner Konfession mehr an – sind also weder evangelisch, katholisch, Zeugen Jehovas oder was auch immer – sondern wir sind lediglich bibeltreue Christen und teilen die wunderbare Botschaft von Jesus und dem Wort Gottes nach wie vor sehr gern mit anderen ;-). Glücklicherweise haben wir vor gut einem Jahr eine kleine Gruppe anderer bibeltreuer Christen getroffen, denen wir uns angeschlossen haben und die ebenfalls „nur“ Christen sind und Gott und sein Wort ebenso lieben wie wir und ebenfalls „nicht aufhören können, von all dem wunderbaren zu reden“.

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 7 finden wir hier

  149. Apostelgeschichte 8 – wieso Simon auf die Idee kam, sich die Gabe erkaufen zu wollen:

    1 Saulus aber hatte seiner Ermordung zugestimmt . Und an jenem Tag erhob sich eine große Verfolgung gegen die Gemeinde in Jerusalem, und alle zerstreuten sich in die Gebiete von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel. 2 Und gottesfürchtige Männer begruben den Stephanus und veranstalteten eine große Trauer um ihn. 3 Saulus aber verwüstete die Gemeinde, drang überall in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und brachte sie ins Gefängnis. 4 Diejenigen nun, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündigten das Wort des Evangeliums.

    5 Und Philippus kam hinab in eine Stadt von Samaria und verkündigte ihnen Christus. 6 Und die Volksmenge achtete einmütig auf das, was Philippus sagte, als sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. 7 Denn aus vielen, die unreine Geister hatten, fuhren diese mit großem Geschrei aus; es wurden aber auch viele Gelähmte geheilt und solche, die nicht gehen konnten. 8 Und es herrschte große Freude in jener Stadt.

    9 Aber ein Mann namens Simon hatte zuvor in der Stadt Zauberei getrieben und das Volk von Samaria in seinen Bann gezogen , indem er sich für etwas Großes ausgab . 10 Ihm hingen alle an, Klein und Groß, indem sie sprachen: Dieser ist die große Kraft Gottes. 11 Sie hingen ihm aber an, weil er sie so lange Zeit durch seine Zaubereien in seinen Bann gezogen hatte.
    12 Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und vom Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sich Männer und Frauen taufen . 13 Simon aber glaubte auch und hielt sich, nachdem er getauft war, beständig zu Philippus; und als er sah, dass Zeichen und große Wunder geschahen, geriet er außer sich.

    14 Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. 15 Diese kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen; 16 denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist .
    18 Als aber Simon sah, dass durch die Handauflegung der Apostel der Heilige Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld 19 und sprach: Gebt auch mir diese Vollmacht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt! 20 Petrus aber sprach zu ihm:
    Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, die Gabe Gottes mit Geld erwerben zu können! 21 Du hast weder Anteil noch Erbe an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott! 22 So tue nun Buße über diese deine Bosheit und bitte Gott, ob dir die Tücke deines Herzens vielleicht vergeben werden mag; 23 denn ich sehe, dass du in bitterer Galle steckst und in Fesseln der Ungerechtigkeit!
    24 Da antwortete Simon und sprach: Betet ihr für mich zum Herrn, dass nichts von dem, was ihr gesagt habt, über mich komme! 25 Sie nun, nachdem sie das Wort des Herrn bezeugt und gelehrt hatten, kehrten nach Jerusalem zurück und verkündigten dabei das Evangelium in vielen Dörfern der Samariter.

    26 Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und wandere nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; diese ist einsam. 27 Und er stand auf und machte sich auf den Weg. Und siehe, [da war] ein Äthiopier , ein Kämmerer und Gewaltiger der Kandake , der Königin der Äthiopier, welcher über ihren ganzen Schatz gesetzt war; dieser war gekommen, um in Jerusalem anzubeten , 28 und nun kehrte er zurück und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. 29 Da sprach der Geist zu Philippus: Tritt hinzu und halte dich zu diesem Wagen! 30 Da lief Philippus hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen; und er sprach: Verstehst du auch, was du liest? 31 Er aber sprach: Wie kann ich denn, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.
    32 Die Schriftstelle aber, die er las, war diese: »Wie ein Schaf wurde er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm ist, so tut er seinen Mund nicht auf. 33 In seiner Erniedrigung wurde sein Gericht aufgehoben. Wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen!« 34 Da wandte sich der Kämmerer an Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet dies? Von sich selbst oder von einem anderen?

    35 Da tat Philippus seinen Mund auf und begann mit dieser Schriftstelle und verkündigte ihm das Evangelium von Jesus. 36 Als sie aber auf dem Weg weiterzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer sprach: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? 37 Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt! Er antwortete und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist! 38 Und er ließ den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. 39 Als sie aber aus dem Wasser heraufgestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; denn er zog voll Freude seines Weges. 40 Philippus aber wurde in Asdod gefunden, und er zog umher und verkündigte das Evangelium in allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.

    Simon und sein Ansinnen – hier sehen wir ganz deutlich, wieso er auf die Idee kam, sich die Gabe erkaufen zu wollen:

    Simon war jemand, der all die Jahre zuvor davon gelebt hatte, dass er mit seinen magischen Fähigkeiten die Leute beeindruckte. Damit verdiente er seinen Lebensunterhalt. Er hatte nicht nur viel Geld dadurch, sondern auch Ansehen und Einfluß. Damit ist es schlagartig vorbei, als die Jünger auftauchen und die Gute Botschaft verkünden. Nicht nur, dass sich die Menschen von ihm abwenden – scheinbar sind die Wunder, die Philippus tut, weit größer als das, was er selbst bewirkt hatte.

    Es wird nicht in der Bibel gesagt, warum Simon zum Glauben kam, ob es die Gute Botschaft war, die ihn überzeugt hatte, oder die große Macht, die Philippus hatte. Zumindest sucht er dessen Nähe. Ob er herausbekommen will, wie Philippus das macht?

    Dann kommen die Apostel Petrus und Johannes und er sieht, dass diese noch mehr Macht haben, als Philippus. Es scheint also eine Art Hierarchie unter den Christen zu geben. Ist es wirklich so ungewöhnlich, dass er sich dafür interessiert und ebenfalls diese große Macht haben will? Geht es hier wirklich nur um puren Egoismus?

    Er war ein wohlhabender Mann und hat in seinem Leben gelernt, dass man mit Geld alles kaufen kann und „eine Hand wäscht die andere“, jeder erwartet eine Gegenleistung. Wie jung ist er noch im Glauben? Kann es nicht sein, dass er die Wahrheit einfach noch nicht ganz begriffen hat, den Gedanken der „unverdienten Güte“ noch nicht ganz verstanden hatte?

    Wenn ich daran denke, dass es nun fast 24 Jahre her ist, dass ich selbst begonnen habe, die Bibel zu studieren und mir erst im Laufe des vergangenen Jahres der Gedanke mit dieser „unverdienten Güte“ so richtig klar geworden ist… Wir sind immer so schnell dabei, andere geringschätzig anzusehen, weil sie noch „so naiv“ sind, oder scheinbar die Zusammenhänge nicht wirklich begreifen. Aber wenn wir in Ansprachen oder auf Kongressen immer wieder hören, dass wir etwas Besonders sind, weil wir uns Gottes Volk angeschlossen haben und dass wir ewig im Paradies auf der Erde leben werden, weil wir treu zu Gott gehalten haben und uns eifrig im Predigtwerk eingesetzt haben – haben wir dann nicht auch den Gedanken nicht richtig verstanden? Glauben wir denn dann nicht auch, dass wir uns gewisse Vorrechte „erkaufen“ können, wenn auch nicht unbedingt mit Geld?

    Wie gesagt, es sind viele Dinge, über die ich im vergangen Jahr nachgedacht habe und noch nachdenke. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass von den anderen Brüdern so viele Denkanstöße kommen und es keine offizielle Lehrmeinung gibt, die es zu verteidigen gilt – sondern ledigtlich das, was die Bibel wirklich sagt. Das ist total interessant und spannend und hat mein Bibellesen wirklich bereichert…

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 8 finden wir hier

  150. Apostelgeschichte 9 – Paulus – vom Verfolger zum Verfolgten

    1 Saulus aber, der noch Drohung und Mord schnaubte gegen die Jünger des Herrn, ging zum Hohenpriester 2 und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, in der Absicht, wenn er irgendwelche Anhänger des Weges fände, ob Männer oder Frauen, sie gebunden nach Jerusalem zu führen.
    3 Als er aber hinzog, begab es sich, dass er sich Damaskus näherte; und plötzlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel. 4 Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul ! Saul! Warum verfolgst du mich? 5 Er aber sagte: Wer bist du, Herr? Der Herr aber sprach: Ich bin Jesus , den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel auszuschlagen! 6 Da sprach er mit Zittern und Schrecken: Herr, was willst du, dass ich tun soll? Und der Herr antwortete ihm: Steh auf und geh in die Stadt hinein, so wird man dir sagen, was du tun sollst! 7 Die Männer aber, die mit ihm reisten, standen sprachlos da, denn sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. 8 Da stand Saulus von der Erde auf; doch obgleich seine Augen geöffnet waren, sah er niemand. Sie leiteten ihn aber an der Hand und führten ihn nach Damaskus.
    9 Und er konnte drei Tage lang nicht sehen und aß nicht und trank nicht.

    10 Es war aber in Damaskus ein Jünger namens Ananias . Zu diesem sprach der Herr in einem Gesicht: Ananias! Er sprach: Hier bin ich, Herr! 11 Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Gasse, die man »die Gerade« nennt, und frage im Haus des Judas nach einem [Mann] namens Saulus von Tarsus . Denn siehe, er betet ; 12 und er hat in einem Gesicht einen Mann namens Ananias gesehen, der hereinkam und ihm die Hand auflegte, damit er wieder sehend werde.
    13 Da antwortete Ananias: Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem zugefügt hat. 14 Und hier hat er Vollmacht von den obersten Priestern, alle, die deinen Namen anrufen , gefangen zu nehmen! 15 Aber der Herr sprach zu ihm: Geh hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, um meinen Namen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen! 16 Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.

    17 Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend wirst und erfüllt wirst mit dem Heiligen Geist ! 18 Und sogleich fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er konnte augenblicklich wieder sehen und stand auf und ließ sich taufen ; 19 und er nahm Speise zu sich und kam zu Kräften.

    Und Saulus war etliche Tage bei den Jüngern in Damaskus . 20 Und sogleich verkündigte er in den Synagogen Christus, dass dieser der Sohn Gottes ist. 21 Aber alle, die ihn hörten, staunten und sprachen: Ist das nicht der, welcher in Jerusalem die verfolgte, die diesen Namen anrufen, und der dazu hierhergekommen war, um sie gebunden zu den obersten Priestern zu führen?
    22 Saulus aber wurde noch mehr gestärkt und beunruhigte die Juden, die in Damaskus wohnten, indem er bewies, dass dieser der Christus ist.

    23 Als aber viele Tage vergangen waren, beschlossen die Juden miteinander, ihn umzubringen. 24 Doch ihr Anschlag wurde dem Saulus bekannt. Und sie bewachten die Tore Tag und Nacht, um ihn umzubringen. 25 Da nahmen ihn die Jünger bei Nacht und ließen ihn in einem Korb über die Mauer hinab.

    26 Als nun Saulus nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen; aber sie fürchteten ihn alle, weil sie nicht glaubten, dass er ein Jünger sei. 27 Barnabas aber nahm ihn auf, führte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Weg den Herrn gesehen und dass dieser zu ihm geredet habe, und wie er in Damaskus freimütig in dem Namen Jesu verkündigt habe.

    28 Und er ging in Jerusalem mit ihnen aus und ein und verkündigte freimütig im Namen des Herrn Jesus. 29 Er redete und stritt auch mit den Hellenisten ; sie aber machten sich daran, ihn umzubringen. 30 Als das aber die Brüder erfuhren, brachten sie ihn nach Cäsarea und schickten ihn nach Tarsus . 31 So hatten nun die Gemeinden Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samaria und wurden auferbaut und wandelten in der Furcht des Herrn und wuchsen durch den Beistand des Heiligen Geistes .

    32 Es begab sich aber, dass Petrus, als er alle besuchte, auch zu den Heiligen hinabkam, die in Lydda wohnten. 33 Er fand aber dort einen Mann mit Namen Aeneas, der seit acht Jahren im Bett lag, weil er gelähmt war. 34 Und Petrus sprach zu ihm: Aeneas, Jesus der Christus macht dich gesund; steh auf und mache dir dein Bett selbst! Und sogleich stand er auf. 35 Und alle, die in Lydda und Saron wohnten, sahen ihn; und sie bekehrten sich zu dem Herrn.

    36 In Joppe aber war eine Jüngerin namens Tabitha, was übersetzt »Gazelle« heißt; diese war reich an guten Werken und Wohltätigkeit , die sie übte. 37 Und es geschah in jenen Tagen, dass sie krank wurde und starb; und man wusch sie und legte sie ins Obergemach. 38 Weil aber Lydda nahe bei Joppe liegt und die Jünger gehört hatten, dass Petrus dort war, sandten sie zwei Männer zu ihm und baten ihn, nicht zu zögern und zu ihnen zu kommen. 39 Da stand Petrus auf und ging mit ihnen. Und als er angekommen war, führten sie ihn in das Obergemach, und alle Witwen traten zu ihm, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, die Tabitha gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war. 40 Da ließ Petrus alle hinausgehen, kniete nieder und betete; dann wandte er sich zu dem Leichnam und sprach: Tabitha, steh auf! Sie aber öffnete ihre Augen, und als sie den Petrus sah, setzte sie sich auf. 41 Und er reichte ihr die Hand und richtete sie auf. Und er rief die Heiligen und die Witwen und stellte sie ihnen lebend vor. 42 Es wurde aber in ganz Joppe bekannt, und viele wurden gläubig an den Herrn.

    43 Und es begab sich, dass er viele Tage in Joppe bei einem gewissen Simon, einem Gerber, blieb.

    Paulus – vom Verfolger zum Verfolgten.

    Interessant, dass die anderen Brüder ihm so treu beistehen, nach dem, was er getan hatte.

    Es ist ja die eine Sache, so jemanden in der Gemeinde zu dulden, vielleicht sogar unter Vorbehalt, um zu sehen, ob er es auch Ernst mit seinem Glauben meint. Aber hier greifen sie aktiv ein, um sein Leben zu retten, vielleicht bringen sie sich damit selbst in Gefahr?

    Ob ihnen – zumindest kurz – der Gedanke gekommen ist, dass es ja auch Gottes Wille sein könnte, dass er ebenso zu Tode kommt wie diejenigen, die er selbst ans Messer geliefert hatte?

    Und woher weiss Barababas, dass man diesem ehemaligen Verfolger wirklich trauen kann?

    Hat er dies von Gott selbst gehört oder kannte er andere Brüder, die sich bereits von dem aufrichtigen Wandel überzeugt hatten? Oder kannte er sogar Paulus bereits selbst persönlich?

  151. Hatten alle Christen die Gabe der Wunderheilung?

    Und wieder lesen wir mehrfach davon, dass die ersten Christen die Gabe der Wunderheilung hatten und auch, wozu Gott ihnen diese Gabe gegeben hatte: damit Menschen auf sie aufmerksam werden und sich fragen, wodurch ihnen dies möglich ist – und so zu Gott und Jesus finden.

    Sind es eigentlich alle Christen, die diese Gabe hatten, oder warum lesen wir dies immer wieder im Zusammenhang mit Petrus? Hatten vielleicht nur die Apostel diese Gabe?

    Später lesen wir von Dorkas, einer Schwester, die verstorben ist – und wieder einmal ist es Petrus, der einspringt. Nicht nur das, er wird ganz gezielt von den anderen Brüdern zur Hilfe geholt.

    Bedeutet dies, dass doch nicht alle Christen diese Gabe hatten?

    hierzu gibt es übrigens eine sehr interessante Ansprache von Dieter Schade – er beschäftigt sich mit genau diesem Thema und auch, ob es heute diese Heilungen noch gibt und warum wir nicht entmutigt sein sollten, wenn uns – trotz der Tatsache, dass uns andere Christen die Hände auflegen und für unsere Heilung beten – keine Heilung widerfährt 😉

    Die Gabe der Wunderheilungen

  152. Begegnung mit Jesus – eine neue Sichtweise

    Nun habe ich noch mal durchgelesen, was wir bisher zu Kapitel 9 für Gedanken gesammelt hatten und dabei ist mir aufgefallen, dass es uns hier bisher immer nur um das Gefühlsleben der anderen ging.

    Im Zusammenhang mit diesem Kapitel habe ich mir auch einige passende Ansprachen angehört – die beiden von Rock Berlin und eine von Mittendrin aus der Reihe „Begegnung mit Jesus – eine neue Sichtweise“.

    Bei der letzteren ging es mehr darum, was mit und in Paulus passiert, als er auf Jesus trifft. Steffen teilt das Leben von ihm in 3 Bereiche ein:

    1. das Leben als Pharisäer, das es zuvor geführt hatte,
    2. die Begegnung mit Jesus und
    3. das Leben danach.

    Paulus hatte eigentlich schon immer für Gott geeifert. Er war nie gleichgültig oder ungläubig. Immer stand für ihn Gott und sein Wille im Vordergrund. Als er die Christen verfolgt, tut er dies nicht etwa deshalb, weil er Jehova oder seine wahren Anbeter hasst – sondern weil er die wahre Anbetung, so wie er sie bisher kennt und versteht, verteidigen will. Jesus selbst hatte seine Jünger darauf vorbereitet, dass es ‚eine Zeit geben würde, in der man sie töten wird und meint, damit Gott einen Gefallen zu tun‘. In dieser Zeit befinden wir uns hier in Kapitel 9.

    Paulus hat bisher noch nicht verstanden, dass diese neue Bewegung keine Abtrünnigen sind, sondern dass gerade sie es sind, die den wahren Weg gehen.

    Warum er dies bisher nicht mitbekommen hat, ist nicht bekannt. Wir wissen nur, dass er bereits in jungen Jahren ein Pharisäer war, einer der zu Füßen des berühmten Gamaliel gelernt hatte, einer, der unter den Schülern heraus stach. Hatten diese vielleicht zu viel mit dem Studium der Überlieferungen verbracht, so dass das Wort Gottes an sich in den Hintergrund trat? War er zu sehr mit diesem Studium beschäftigt gewesen, dass er das, was Jesus tat und lehrte, nicht wirklich mitbekam? War er zu sehr auf Theorie und Rituale fixiert, dass er die Bedeutung dessen, was um ihn herum geschah, nicht richtig einordnen konnte?

    Fakt ist, dass er im guten Glauben gehandelt hatte, dass er meinte, mit seinem rabiaten Vorgehen die wahre Anbetung zu schützen. Vielleicht erinnerte er sich dabei an Jehu, der ebenfalls für die wahre Anbetung eiferte und alles daran setzte, um die Baalsanbeter auszurotten.

    Aber dann begegnet er Jesus, dem auferstandenen Messias. Nun war dieser nicht mehr nur einfach irgendein Mann, der die Menge irreführt – nun bekommt er mit, dass dieser Mann nach 3 Tagen von den Toten auferstanden ist und bereits im Himmel verherrlicht. Nun begreift er, dass er selbst derjenige ist, der sich auf dem verkehrten Weg befindet.

    Steffen sagt in seiner Ansprache, dass dies ein einschneidendes Erlebnis war. Er mußte sich eingestehen, dass er es war, der falsch lag, mußte alles für sich selbst hinterfragen, alles war irgendwie durcheinander. Was stimmt nun und was nicht? Er muss erst einmal umdenken. Hierzu sind die 3 Tage völlige Blindheit eine Notwendigkeit gewesen.

    Stellen wir uns vor, wir befinden uns solange in völliger Dunkelheit. Dies kann sehr erschreckend für uns sein, die wir gewohnt sind, zu sehen. Es kann uns Angst machen. Aber es hält auch jegliche Ablenkung von uns fern. Paulus hat hier wirkliche stille Zeit mit Gott. Er muss sich ja auch erst mal neu definieren.

    Nach dieser Zeit startet er wieder total durch. An seinem Eifer hatte sich nichts geändert. Nur an seiner Erkenntnis. Ist es nicht auch Paulus, der später den Satz prägt: „ich bezeuge euch, dass sie Eifer haben, aber nicht gemäß genauer Erkenntnis“?

    Hier noch einige weitere nachdenklich stimmende Zitate aus der Ansprache von Steffen:

    Paulus mußte buchstäblich erblinden, damit er geistiges Licht bekam
    Der Mann, der kam, um die Christen nach Jerusalem wegzuführen, mußte selbst in den nächsten Ort geführt werden

    Es gibt also einiges, worüber wir in diesem Kapitel nachdenken können. In die verschiedensten Richtungen 😉

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 9 finden wir hier

  153. Apostelgeschichte 10 – 12

    Apostelgeschichte 10 – warum der Hinweis auf die Tageszeit so wichtig ist

    1 In Cäsarea lebte aber ein Mann namens Kornelius, ein Hauptmann der Schar, die man »die Italische« nennt; 2 der war fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete ohne Unterlass zu Gott. 3 Der sah um die neunte Stunde des Tages in einem Gesicht deutlich einen Engel Gottes zu ihm hereinkommen, der zu ihm sprach: Kornelius! 4 Er aber blickte ihn an, erschrak und sprach: Was ist, Herr? Er sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgekommen vor Gott, sodass er ihrer gedacht hat! 5 Und nun sende Männer nach Joppe und lass Simon holen mit dem Beinamen Petrus. 6 Dieser ist zu Gast bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meer liegt; der wird dir sagen, was du tun sollst!
    7 Als nun der Engel, der mit Kornelius redete, hinweggegangen war, rief er zwei seiner Hausknechte und einen gottesfürchtigen Kriegsknecht von denen, die stets um ihn waren, 8 und erzählte ihnen alles und sandte sie nach Joppe.

    9 Am folgenden Tag aber, als jene auf dem Weg waren und sich der Stadt näherten, stieg Petrus auf das Dach, um zu beten, etwa um die sechste Stunde . 10 Da wurde er sehr hungrig und wollte essen. Während man aber etwas zubereitete, kam eine Verzückung über ihn.
    11 Und er sah den Himmel geöffnet und ein Gefäß zu ihm herabkommen, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden gebunden war und auf die Erde niedergelassen wurde; 12 darin waren all die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. 13 Und eine Stimme sprach zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! 14 Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen ! 15 Und eine Stimme [sprach] wiederum, zum zweiten Mal, zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein! 16 Dies geschah dreimal , und dann wurde das Gefäß wieder in den Himmel hinaufgezogen.
    17 Als aber Petrus bei sich selbst ganz ungewiss war, was das Gesicht bedeuten solle, das er gesehen hatte, siehe, da standen die von Kornelius abgesandten Männer, die das Haus Simons erfragt hatten, am Toreingang; 18 und sie riefen und erkundigten sich, ob Simon mit dem Beinamen Petrus hier zu Gast sei.

    19 Während nun Petrus über das Gesicht nachdachte, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich! 20 Darum steh auf, steige hinab und ziehe ohne Bedenken mit ihnen, denn ich habe sie gesandt! 21 Da ging Petrus zu den Männern hinab, die von Kornelius zu ihm gesandt worden waren, und sprach: Siehe, ich bin der, den ihr sucht. Was ist der Grund für euer Kommen? 22 Sie aber sprachen:
    Kornelius, der Hauptmann, ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der ein gutes Zeugnis hat bei dem ganzen Volk der Juden, hat von einem heiligen Engel die Weisung erhalten, dich in sein Haus holen zu lassen, um Worte von dir zu hören. 23 Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am folgenden Tag aber zog Petrus mit ihnen, und etliche Brüder von Joppe gingen mit ihm.

    24 Und am anderen Tag kamen sie nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und seine vertrauten Freunde zusammengerufen . 25 Als nun Petrus gerade hineinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und huldigte ihm. 26 Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf; auch ich bin ein Mensch! 27 Und während er sich mit ihm unterredete, ging er hinein und fand viele versammelt.

    28 Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Angehörigen eines anderen Volkes zu verkehren oder sich ihm zu nahen; doch mir hat Gott gezeigt , dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. 29 Darum bin ich auch ohne Widerrede gekommen, als ich hergerufen wurde. Und nun frage ich: Aus welchem Grund habt ihr mich gerufen?

    30 Und Kornelius sprach: Vor vier Tagen fastete ich bis zu dieser Stunde, und ich betete um die neunte Stunde in meinem Haus. Und siehe, da stand ein Mann in glänzender Kleidung vor mir 31 und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört, und deiner Almosen ist vor Gott gedacht worden! 32 Darum sende nach Joppe und lass Simon mit dem Beinamen Petrus holen; dieser ist zu Gast im Haus Simons, eines Gerbers, am Meer; der wird zu dir reden, wenn er kommt. 33 Da sandte ich auf der Stelle zu dir, und du hast wohl daran getan zu kommen. So sind wir nun alle gegenwärtig vor dem Angesicht Gottes, um alles zu hören, was dir von Gott aufgetragen ist! 34 Da tat Petrus den Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht, 35 sondern dass in jedem Volk derjenige ihm angenehm ist, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt!

    36 Das Wort, das er den Kindern Israels gesandt hat, indem er Frieden verkünden ließ durch Jesus Christus – welcher Herr über alle ist -, 37 ihr kennt es; das Zeugnis, das sich durch ganz Judäa verbreitet hat und in Galiläa anfing nach der Taufe, die Johannes verkündigte: 38 wie Gott Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat, und wie dieser umherzog und Gutes tat und alle heilte , die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. 39 Und wir sind Zeugen alles dessen, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie getötet, indem sie ihn ans Holz hängten. 40 Diesen hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn offenbar werden lassen, 41 nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung aus den Toten.
    42 Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen, dass Er der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten ist.

    43 Von diesem legen alle Propheten Zeugnis ab, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfängt. 44 Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. 45 Und alle Gläubigen aus der Beschneidung , die mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich vor Staunen, dass die Gabe des Heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde. 46 Denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott hoch preisen .

    Da ergriff Petrus das Wort: 47 Kann auch jemand diesen das Wasser verwehren, dass sie nicht getauft werden sollten, die den Heiligen Geist empfangen haben gleichwie wir? 48 Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen des Herrn. Da baten sie ihn, etliche Tage zu bleiben.

    Eine interessante Geschichte. Als ich sie gestern Abend als mp3 gehört habe, hatte ich mich gewundert, warum der Bruder, der vorliest, die Tages- oder Uhrzeit so sehr betont.

    Nun beim Lesen macht es Sinn, denn es war die Zeit, wo normalerweise gegessen wird und Petrus hat Hunger, er wartet auf sein Essen.

    Daher ist es so interessant, was er sieht: alles unreine Tiere, die nach dem GESETZ nicht gegessen werden durften.

    Das erinnert ein wenig an die Versuchung, der Jesus in der Wüste ausgesetzt war. Er hatte 40 Tage nichts gegessen und großen Hunger und der Satan sagte ihm, er könne sich ja aus Steinen Brot machen. Jesus lehnte mit einem Zitat aus Gottes Wort ab.

    Vielleicht erinnert sich Petrus hier auch gerade an diese Szene und wehrt deshalb mit dem Hinweis ab, dass man unreine Tiere nicht essen dürfe. Vielleicht kann er die Stimme zuerst nicht richtig einordnen und hat Angst, dass der Satan dahinter steckt?

    Als wahrer Jünger Jesu ist er sicherlich gut mit den Schriften vertraut und kennt daher auch die Geschichte von dem Propheten, der geschickt worden war, um Jerobeam zu warnen. Er sollte danach direkt wieder nach Hause gehen, ohne sich aufztuhalten, zu essen oder zu trinken. Aber ein anderer Prophet kommt und sagt ihm, Gott habe gesagt, es sei ok, wenn er zum Essen mitgeht. Er glaubt dem Mann und geht mit und kommt danach zu Tode. Er war Jehova gegenüber ungehorsam.

    Wie kann Petrus hier sicher sein, dass es wirklich Gottes Stimme (oder die seines Engels) ist?

    Wahrscheinlich überzeugt ihn, dass das eintrifft, was der Engel ihm angekündigt hat: die Diener des Kornelius stehen an seinem Haus und wollen ihn holen.

    Sicherlich ist er mächtig erleichtert, als der Heilige Geist auf die Leute fällt – denn nun sind bestimmt alle Zweifel ausgeräumt 🙂

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 10 finden wir hier

  154. Apostelgeschichte 11 – es gibt erste ernste Unstimmigkeiten

    1 Und die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, hörten, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten. 2 Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, machten die aus der Beschneidung ihm Vorwürfe 3 und sprachen: Zu unbeschnittenen Männern bist du hineingegangen und hast mit ihnen gegessen! 4 Da begann Petrus und erzählte ihnen alles der Reihe nach und sprach:

    5 Ich war in der Stadt Joppe und betete; da sah ich in einer Verzückung ein Gesicht: Ein Gefäß kam herab, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden vom Himmel herabgelassen wurde, und es kam bis zu mir. 6 Als ich nun hineinblickte und es betrachtete, sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. 7 Und ich hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Steh auf, Petrus, schlachte und iss!
    8 Ich aber sprach: Keineswegs, Herr! Denn nie ist etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen! 9 Aber eine Stimme vom Himmel antwortete mir zum zweiten Mal: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein!
    10 Dies geschah aber dreimal ; und alles wurde wieder in den Himmel hinaufgezogen.

    11 Und siehe, in dem Augenblick standen vor dem Haus, in dem ich war, drei Männer, die aus Cäsarea zu mir gesandt worden waren. 12 Und der Geist sprach zu mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen ziehen. Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir gingen in das Haus des Mannes hinein.
    13 Und er berichtete uns, wie er den Engel in seinem Haus stehen sah, der zu ihm sagte: Sende Männer nach Joppe und lass Simon mit dem Beinamen Petrus holen; 14 der wird Worte zu dir reden, durch die du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus.

    15 Als ich aber zu reden anfing, fiel der Heilige Geist auf sie, gleichwie auf uns am Anfang. 16 Da gedachte ich an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden. 17 Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe verliehen hat wie auch uns, nachdem sie an den Herrn Jesus Christus gläubig geworden sind, wer war ich denn, dass ich Gott hätte wehren können?

    18 Als sie aber das hörten, beruhigten sie sich und priesen Gott und sprachen: So hat denn Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben!

    19 Die nun, welche sich zerstreut hatten seit der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhoben hatte, zogen bis nach Phönizien und Zypern und Antiochia und redeten das Wort zu niemand als nur zu Juden . 20 Unter ihnen gab es aber einige, Männer aus Zypern und Kyrene , die, als sie nach Antiochia kamen, zu den Griechischsprechenden redeten und ihnen das Evangelium von dem Herrn Jesus verkündigten . 21 Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn.

    22 Es kam aber die Kunde von ihnen zu den Ohren der Gemeinde in Jerusalem, und sie sandten Barnabas , dass er hingehe nach Antiochia. 23 Und als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, mit festem Herzen bei dem Herrn zu bleiben; 24 denn er war ein guter Mann und voll Heiligen Geistes und Glaubens; und es wurde dem Herrn eine beträchtliche Menge hinzugetan .

    25 Und Barnabas zog aus nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen, 26 und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es begab sich aber, dass sie ein ganzes Jahr zusammen in der Gemeinde blieben und eine beträchtliche Menge lehrten ; und in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt.

    27 In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem herab nach Antiochia . 28 Und einer von ihnen, mit Namen Agabus , trat auf und zeigte durch den Geist eine große Hungersnot an, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte; diese trat dann auch ein unter dem Kaiser Claudius . 29 Da beschlossen die Jünger, dass jeder von ihnen gemäß seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Hilfeleistung senden solle; 30 das taten sie auch und sandten sie an die Ältesten durch die Hand von Barnabas und Saulus.

    Apostelgeschichte 11:1-18
    Erste Missstimmungen unter den Brüdern

    Eigentlich schon interessant, wie empfindlich wir darauf reagieren, wenn wir unseren Glauben oder unsere Glaubensorganisation in Gefahr sehen 😉

    Es ist noch garnicht so lange her, dass sie selbst verfolgt wurden, weil sie Christus nachfolgten. Ihre eigenen Brüder, mit denen sie ihr Leben lang gemeinsam im Tempel gedient hatten, verfolgten sie bis auf Blut.

    Nun sehen sie selbst ihren Glauben und das System, das dahinter steht, in Gefahr:

    Es kommen Neue hinzu und es wird etwas anders gemacht, als sie es gewohnt sind und schon sind sie selbst es, die laut aufschreien!

    Und worum geht es dabei? Um irgendwelche Rituale, die sie ja eigentlich mit der Nachfolge Christi voller Überzeugung abgelegt hatten. Aber weil diese nun hier nicht eingehalten werden, sehen sie sich und ihren Glauben bedroht.

    Und wieder muss sich jemand vor seinen eigenen Brüdern rechtfertigen – mit denen er doch seit Jahren eng zusammenarbeitet und mit denen er ebenso wie sie verfolgt worden war.

    Petrus hingegen ist ein sehr reifer Mann im Glauben, denn nirgendwo steht, dass ihn das genervt hätte und auch sein Ton ist lieb und freundlich.

    Allerdings hat er auch das Glück, dass man ihm zuhört und ihn nicht einfach verurteilt und abharkt oder rauswirft.

    Das, was er da erzählt, hört sich zuerst ziemlich ungeheuerlich für sie an. Aber wen wundert es! Er selbst wollte es ja nicht glauben, als er Gottes Stimme in der Vision hörte.

    Offensichtlich ist der Heilige Geist anwesend und berührt alle Anwesenden, so dass sie seinen Argumenten folgen und begreifen, dass dies wirklich von Gott war. Nicht auszudenken, wenn sich die junge Christenversamnlung an diesem – eigentlich unwichtigem – Punkt entzweit hätte. Aber es bleibt lange Thema, denn immer wieder kommt dies zur Sprache und viele Jahre später muss es von den Aposteln endgültig geklärt werden.

    Aber es ist schon ziemlich seltsam, wie schnell wir dabei sind, andere abfällig zu sehen und zu behandeln, die Gott nicht exakt genau so anbeten wie wir.

    Wie mag Jesus wohl dabei empfunden haben, als er es beobachtete, wie kritisch und mißtrauisch sich seine Nachfolger beäugten?

    Was mag er heute denken, wenn er sieht, mit wieviel Mißtrauen sich oftmals die unterschiedlichen christlichen Richtungen einander begegnen?

  155. Apostelgeschichte 11:19-24
    Um wen handelt es sich hier bei „den Griechisch sprechenden“?

    Hier wird von einer Gruppe gesprochen, die zu den Juden redete und dann von einigen, die zu denen redeten, die Griechisch sprechen.

    Das hört sich für mich so an, als würde hier das erste Mal ganz öffentlich zu den Nationen gepredigt.

    Dafür spricht auch die Tatsache, dass extra Barnabas geschickt wird, um zu sehen, was da passiert.

    Wahrscheinlich freut ihn die Mehrung in dieser Gruppe deshalb so besonders 🙂

  156. Apostelgeschichte 11:25-26
    Paulus und Barnabas – wie gut kennen sie sich eigentlich zu diesem Zeitpunkt?

    Barnabas haben wir bereits einige Kapitel eher im Zusammenhang mit Paulus kennengelernt. Wir erinnern uns?

    Paulus war zuvor ein heftiger Verfolger der Christen. Aber ebenso heftig, wie er sie zuvor verfolgt hatte, ebenso eifrig verkündigt er Christus nach seiner Begegnung mit ihm. Natürlich mißtrauen ihm die anderen Brüder, sie haben Angst, dass es eine Falle ist. Hier springt Barnabas für Paulus in die Bresche und wir wissen nicht, ob ihm Paulus zu diesem Zeitpunkt bereits persönlich bekannt war.

    Danach werden sie sicherlich Zeit miteinander verbracht haben. Zumindest wird ihm Paulus für seine Fürsprache gedankt haben. Wahrscheinlich hat er auch wissen wollen, wieso ihm dieser traute im Gegensatz zu den anderen.

    Wissen wir eigentlich, wieviel Zeit dazwischen vergangen ist? Haben sich die beiden in der Zwischenzeit gesehen, einander besser kennengelernt?

    Nun haben sie auf jeden Fall ein ganzes Jahr gemeinsam. Ein Jahr, in dem sie Schulter an Schulter dienen, die neue Versammlung organisieren und auferbauen und schulen. Ein Jahr, in dem sie sicherlich auch viel Zeit privat miteinander verbringen. Vielleicht wohnen sie ja sogar zusammen und sprechen abends beim Essen den Tag durch, wie es war, ob sie was hätten besser machen können und was sie am nächsten Tag tun wollen.

    Vielleicht lesen sie auch gemeinsam in den Schriften und reden darüber. Vielleicht singen sie abends gemeinsam Loblieder?

    Sicherlich wird in der Zeit eine tiefe Freundschaft zwischen diesen beiden Männern entstanden sein. Eine Freundschaft, die ihr Leben lang hält…

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 11 finden wir hier

  157. Apostelgeschichte 12 – dumm gelaufen…

    1 Um jene Zeit aber legte der König Herodes Hand an etliche von der Gemeinde, um sie zu misshandeln. 2 Und er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. 3 Und als er sah, dass das den Juden gefiel , fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote. 4 Und als er ihn festgenommen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und übergab ihn vier Abteilungen von je vier Kriegsknechten zur Bewachung, in der Absicht, ihn nach dem Passah dem Volk vorzuführen.
    5 So wurde Petrus nun im Gefängnis bewacht; von der Gemeinde aber wurde unablässig für ihn zu Gott gebetet.
    .
    6 Als nun Herodes ihn vorführen wollte, schlief Petrus in jener Nacht zwischen zwei Kriegsknechten, mit zwei Ketten gebunden; und Wächter vor der Tür bewachten das Gefängnis. 7 Und siehe, ein Engel des Herrn trat hinzu, und ein Licht erglänzte in dem Raum. Er weckte aber Petrus durch einen Schlag an die Seite und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von den Händen. 8 Und der Engel sprach zu ihm: Umgürte dich und zieh deine Schuhe an! Und er tat es. Und [jener] spricht zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir! 9 Und er ging hinaus und folgte ihm und wusste nicht, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah, sondern er meinte ein Gesicht zu sehen.
    10 Als sie aber durch die erste und die zweite Wache hindurchgegangen waren, kamen sie zu dem eisernen Tor, das zur Stadt führt, und dieses öffnete sich ihnen von selbst. Und sie traten hinaus und gingen eine Gasse weit, und mit einem Mal verließ ihn der Engel.
    11 Da kam Petrus zu sich und sprach: Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich errettet hat aus der Hand des Herodes und von allem, was das jüdische Volk erhoffte!
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    12 Und er besann sich und ging zum Haus der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus, wo viele versammelt waren und beteten. 13 Als nun Petrus an die Haustür klopfte , kam eine Magd namens Rhode herbei, um zu horchen. 14 Und als sie die Stimme des Petrus erkannte, machte sie vor Freude die Türe nicht auf, sondern lief hinein und meldete, Petrus stehe vor der Tür. 15 Sie aber sprachen zu ihr: Du bist nicht bei Sinnen! Aber sie bestand darauf, dass es so sei. Da sprachen sie: Es ist sein Engel! 16 Petrus aber fuhr fort zu klopfen; und als sie öffneten, sahen sie ihn und erstaunten sehr.
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    17 Er gab ihnen aber mit der Hand ein Zeichen, dass sie schweigen sollten, und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis geführt hatte. Er sprach aber: Meldet dies dem Jakobus und den Brüdern! Und er ging hinaus und zog an einen anderen Ort.
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    18 Als es nun Tag geworden war, entstand eine nicht geringe Bestürzung unter den Kriegsknechten, was wohl aus Petrus geworden sei. 19 Als aber Herodes nach ihm verlangte und ihn nicht fand, verhörte er die Wachen und ließ sie [zur Hinrichtung] abführen.
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    Und er ging aus Judäa nach Cäsarea hinab und hielt sich dort auf. 20 Herodes war aber erzürnt über die Bewohner von Tyrus und Zidon. Da kamen sie einmütig zu ihm, und nachdem sie Blastus, den Kämmerer des Königs, für sich gewonnen hatten, baten sie um Frieden, weil ihr Land von dem des Königs seine Nahrung erhielt.
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    21 Aber an einem bestimmten Tag zog Herodes ein königliches Gewand an und setzte sich auf den Richterstuhl und hielt eine Rede an sie. 22 Die Volksmenge aber rief ihm zu: Das ist die Stimme eines Gottes und nicht eines Menschen! 23 Sogleich aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab; und er verschied, von Würmern zerfressen.
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    24 Das Wort Gottes aber breitete sich aus und mehrte sich. 25 Und Barnabas und Saulus kehrten von Jerusalem zurück, nachdem sie die Hilfeleistung ausgerichtet hatten, und nahmen auch Johannes mit dem Beinamen Markus mit sich

    Warum wird hier am Anfang darauf hingewiesen, dass es „das Fest der ungesäuerten Brote“ war, wenn es doch eigentlich um das Passah ging?

    Wichtig in dem Zusammenhang ist wohl, dass zu diesem Fest, dem Passah, alle gläubigen Juden in Jerusalem versammelt waren und sich Herodes so mit einer Hinrichtung eines „Juden Feindes“ wichtig tun könnte.

    Dumm nur, dass dieser nicht mehr da ist, als er ihn holen lassen will. Ob er das Spektakel wohl bereits angekündigt hatte und so nun sein Gesicht verliert?

    Muss er sich deshalb später in königlichem Gewand der Menge präsentieren?

    Wobei: das Spektakel sollte in Jerusalem sein und jetzt ist er ja in Cäsarea. Oder habe ich hier den Absatz falsch gesetzt?

    Hatte er in jedem Ort seines Reiches eine Residenz und einen Richterstuhl?

  158. Apostelgeschichte 12:1-16
    Die Rettung des Petrus

    Dazu hatten wir bereits in den vergangenen Jahren jede Menge geschrieben. Auch im Apostel-Buch wird jede Menge dazu gesagt. Daher will ich hier nicht groß darauf eingehen. Lest es euch einfach in aller Ruhe durch.

    Wie wir sehen, gibt es auch jede Menge Ansprachen zu Kapitel 12 – dabei habe ich noch lange nicht alle, mit denen wir verlinkt haben, mit Tags versehen, so dass viele zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal in der Liste auftauchen.

    Besonders interessant finde ich zur Zeit die Predigtreihe zur Apostelgeschichte von der Bibelgemeinde Bremen, die ich gerade selber höre.

    Diese Ansprachen sind wirklich eine Bereicherung für uns und das Tollste ist, dass wir sie dann hören können, wenn wir eh „tote Zeit“ habe, weil wir irgendwo beim Arzt oder auf dem Amt warten müssen, auf dem Weg zur Arbeit sind oder bei der Hausarbeit oder statt Fernsehen.

    An dieser Stelle ein Herzliches Dankeschön an all die bibeltreuen Gemeinden, die ihre Ansprachen kostenlos im Internet zur Verfügung stellen. Wir selbst verlinken hier ja nur 😉

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 12 finden wir hier

  159. Apostelgeschichte 13 – Undankbarkeit und Anklage ist die Atmosphäre des Widersachers Gottes

    1 Und in Antiochia waren in der dortigen Gemeinde einige Propheten und Lehrer, nämlich Barnabas und Simeon, genannt Niger, und Lucius von Kyrene und Manahen, der mit dem Vierfürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus . 2 Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe! 3 Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.
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    4 Diese nun, ausgesandt vom Heiligen Geist, zogen hinab nach Seleucia und fuhren von dort mit dem Schiff nach Zypern . 5 Und als sie in Salamis angekommen waren, verkündigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden . Sie hatten aber auch Johannes als Diener.
    .
    6 Und als sie die Insel bis nach Paphos durchzogen hatten, trafen sie einen Zauberer und falschen Propheten an, einen Juden namens Bar-Jesus, 7 der sich bei dem Statthalter Sergius Paulus aufhielt, einem verständigen Mann. Dieser ließ Barnabas und Saulus holen und wünschte das Wort Gottes zu hören. 8 Doch Elymas, der Zauberer (denn so wird sein Name übersetzt), leistete ihnen Widerstand und suchte den Statthalter vom Glauben abzuhalten .
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    9 Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll Heiligen Geistes, blickte ihn fest an 10 und sprach: O du Sohn des Teufels, voll von aller List und aller Bosheit, du Feind aller Gerechtigkeit, wirst du nicht aufhören, die geraden Wege des Herrn zu verkehren ? 11 Und nun siehe, die Hand des Herrn kommt über dich, und du wirst eine Zeit lang blind sein und die Sonne nicht sehen!
    Augenblicklich aber fiel Dunkel und Finsternis auf ihn, und er tappte umher und suchte Leute, die ihn führen könnten.
    12 Als nun der Statthalter sah, was geschehen war, wurde er gläubig, betroffen von der Lehre des Herrn.
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    13 Paulus und seine Gefährten aber fuhren von Paphos ab und kamen nach Perge in Pamphylien; Johannes trennte sich jedoch von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück. 14 Sie aber zogen von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien und gingen am Sabbattag in die Synagoge und setzten sich. 15 Und nach der Vorlesung des Gesetzes und der Propheten ließen die Obersten der Synagoge ihnen sagen: Ihr Männer und Brüder, wenn ihr ein Wort der Ermahnung an das Volk habt, so redet!
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    16 Da stand Paulus auf und gab ein Zeichen mit der Hand und sprach: Ihr israelitischen Männer, und die ihr Gott fürchtet , hört zu!
    17 Der Gott dieses Volkes Israel erwählte unsere Väter und erhöhte das Volk, als sie Fremdlinge waren im Land Ägypten; und mit erhobenem Arm führte er sie von dort heraus. 18 Und er ertrug ihre Art etwa 40 Jahre lang in der Wüste; 19 und er vertilgte sieben Heidenvölker im Land Kanaan und teilte unter sie deren Land nach dem Los.
    20 Und danach, während etwa 450 Jahren, gab er ihnen Richter bis zu Samuel, dem Propheten. 21 Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul , den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, 40 Jahre lang. 22 Und nachdem er ihn abgesetzt hatte, erweckte er ihnen David zum König, von dem er auch Zeugnis gab und sprach: »Ich habe David gefunden, den Sohn des Isai, einen Mann nach meinem Herzen, der allen meinen Willen tun wird« .
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    23 Von dessen Samen hat nun Gott nach der Verheißung für Israel Jesus als Retter erweckt, 24 nachdem Johannes vor seinem Auftreten dem ganzen Volk Israel eine Taufe der Buße verkündigt hatte. 25 Als aber Johannes seinen Lauf vollendete, sprach er: Wer meint ihr, dass ich sei? Ich bin es nicht; doch siehe, es kommt einer nach mir, für den ich nicht gut genug bin, die Schuhe von seinen Füßen zu lösen!
    26 Ihr Männer und Brüder, Söhne des Geschlechtes Abrahams, und die unter euch, die Gott fürchten, zu euch ist dieses Wort des Heils gesandt. 27 Denn die, welche in Jerusalem wohnen, und ihre Obersten haben diesen nicht erkannt und haben die Stimmen der Propheten, die an jedem Sabbat gelesen werden, durch ihren Urteilsspruch erfüllt .
    28 Und obgleich sie keine Todesschuld fanden, verlangten sie doch von Pilatus, dass er hingerichtet werde. 29 Und nachdem sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn vom Holz herab und legten ihn in ein Grab.
    30 Gott aber hat ihn aus den Toten auferweckt. 31 Und er ist mehrere Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm aus Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren, welche seine Zeugen sind vor dem Volk.
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    32 Und wir verkündigen euch das Evangelium, dass Gott die den Vätern zuteilgewordene Verheißung an uns , ihren Kindern , erfüllt hat, indem er Jesus erweckte , 33 wie auch im zweiten Psalm geschrieben steht: »Du bist mein Sohn , heute habe ich dich gezeugt« . 34 Dass er ihn aber aus den Toten auferweckte, sodass er nicht mehr zur Verwesung zurückkehren sollte, hat er so ausgesprochen: »Ich will euch die heiligen [Gnaden-]Güter Davids geben, die zuverlässig sind« . 35 Darum spricht er auch an einer anderen Stelle: »Du wirst nicht zulassen, dass dein Heiliger die Verwesung sieht« . 36 Denn David ist entschlafen , nachdem er seinem Geschlecht nach dem Willen Gottes gedient hat; und er ist zu seinen Vätern versammelt worden und hat die Verwesung gesehen. 37 Der aber, den Gott auferweckte, hat die Verwesung nicht gesehen.
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    38 So sollt ihr nun wissen, ihr Männer und Brüder, dass euch durch diesen Vergebung der Sünden verkündigt wird; 39 und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen jeder gerechtfertigt, der glaubt.
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    40 So habt nun acht, dass nicht über euch kommt, was in den Propheten gesagt ist: 41 »Seht, ihr Verächter, und verwundert euch und werdet zunichte, denn ich tue ein Werk in euren Tagen, ein Werk, dem ihr nicht glauben würdet, wenn es euch jemand erzählte!«
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    42 Als aber die Juden aus der Synagoge gegangen waren, baten die Heiden darum, dass ihnen diese Worte [auch] am nächsten Sabbat verkündigt würden. 43 Nachdem aber die Synagogenversammlung sich aufgelöst hatte, folgten viele Juden und gottesfürchtige Proselyten dem Paulus und Barnabas nach, die zu ihnen redeten und sie ermahnten , bei der Gnade Gottes zu bleiben.
    .
    44 Am folgenden Sabbat aber versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort Gottes zu hören. 45 Als die Juden jedoch die Volksmenge sahen, wurden sie voll Eifersucht und widersetzten sich dem, was Paulus sagte, indem sie widersprachen und lästerten. 46 Da sagten Paulus und Barnabas freimütig:
    Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündigt werden; da ihr es aber von euch stoßt und euch selbst des ewigen Lebens nicht würdig achtet, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden . 47 Denn so hat uns der Herr geboten : »Ich habe dich zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du zum Heil seist bis an das Ende der Erde!«
    48 Als die Heiden das hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und es wurden alle die gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren.
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    49 Das Wort des Herrn aber wurde durch das ganze Land getragen. 50 Aber die Juden reizten die gottesfürchtigen Frauen und die Angesehenen und die Vornehmsten der Stadt auf, und sie erregten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet. 51 Da schüttelten diese den Staub von ihren Füßen gegen sie und gingen nach Ikonium.
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    52 Die Jünger aber wurden voll Freude und Heiligen Geistes.

    Immer wieder diese Verfolgungsgeschichten.

    Gerade erst gestern sagte Johannes Hartl in seiner Ansprache „Until all nations sing“, dass dies ein schlimmes Manko auch in unserer heutigen, europäischen Welt ist: Neid!

    Anstatt dankbar zu sein für das, was wir haben und womit uns unser Gott einfach so versorgt – wie das Leben, wie wunderbar unser Körper funktioniert, wie herrlich die Natur ist; und hier: dass sie Gottes auserwähltes Volk waren – sind wir undankbar und neidisch auf andere, auf das, was sie haben. Immer muss alles größer, besser und höher sein. Wir wollen unbedingt herausragen und vergessen darüber, dass wir eigentlich schon aus dem Grund herausragend sind, weil wir Gottes geliebte Kinder sind.

    Er sprach von zwei Einstellungen, die jeweils verschiedene Ursprünge haben:

    • es gibt dankbaren Lobpreis – der sich auf Gott und das Positive konzentriert, darauf, Gott zu loben und
    • es gibt undankbare, respektlose und neidische Menschen, die nur klagen

    Wir sollten zu der dankbaren Lobpreisbewegung gehören!

    Wenn wir dies tun, dann sind wir nicht neidisch, dass andere Gemeinden Erfolg und Mehrung haben, wohingegen bei uns kaum Mehrung ist. Wir sollten uns für sie freuen und Gott danken, dass er das Herz von so vielen bewegt hat.

    Es geht ja hier nicht um uns und unsere Gruppe, Gemeinde, Versammlung oder Religionsorganisation. Es geht doch um Gott und die herrliche gute Botschaft von dem, was Jesus für uns getan hat und welche tollen Auswirkungen das auf unser Leben hat: wir dürfen uns Gott ohne Angst und Sorge nahen, obwohl wir doch unvollkommen sind und so viele Fehler machen.

    Wir sollten also Gott loben und preisen für das, was er für uns getan hat und jeden Tag aufs Neue für uns tut und uns freuen. Uns freuen für diejenigen, die Gott dazu benutzt hat und für diejenigen, die dadurch näher zu Gott gekommen sind.

    Johannes Hartl sagte, wenn es mehr Lobpreisbewegungen auf der Erde gäbe, dann würde das dunkle Tuch des Neids immer mehr Löcher bekommen und letztendlich zerreißen.

    Er sagte auch, dass Jehova immer dort nahe ist, wo er Lobpreis sieht und hört. Er brachte das zB damit in Verbindung, dass Elia, um eine Prophezeiung gefragt, zuerst mal Harfenspieler holen ließ. Und als diese spielten, kam der Geist Gottes über ihn (2. Könige 3:15).

    Insofern hätten wir es selbst in der Hand, ob Gott uns nahe ist, ob „er zu uns runter kommt“, wie seinerzeit in der Stiftshütte: wie ist unsere Einstellung? Loben oder klagen wir?

    Wirklich eine tolle Ansprache, sehr zu empfehlen.

    Und wie wir sehen, passt sie sehr gut zu dem, was wir hier heute lesen: die Juden haben die falsche Einstellung. Statt sich zu freuen, dass andere zu Gott gefunden haben, sind sie neidisch und zetteln Verfolgung und Verschwörung an. Damit machen sie sich zu Satans Kindern (siehe das, was Jesus in Johannes 8 zu ihnen sagt) und wehren damit eigentlich selbst Gott ab.

  160. Natürlich möchten wir gern etwas Besonderes sein und uns wirklich gern auf besondere Weise von Gott benutzen lassen. Und vielleicht ist es sogar normal, dass erst einmal kurz Neid aufflackert, wenn wir von besonderen Erfolgen unserer Brüder hören.

    Ich selbst habe am Sonntag erfahren, dass eine junge Schwester unseres Hauskreises mit einer Freundin einen Bibelkreis eingerichtet hat. Sie hat jahrelang, wie auch wir anderen, in ihrer näheren Umgebung die Leute auf Gott und Jesus angesprochen, ganz besonders im Kindergarten ihres Kindes. Nun hat es sich ergeben, dass sich einmal die Woche sie und ihre Freundin mit 12 (!) Müttern treffen und über die Bibel spricht. Wow!

    Ganz kurz flackerte auch bei mir Neid auf, denn ich hatte „nur“ mit einer jungen Mutter aus der Nachbarschaft diese Bibelstunden und dies auch seit Anfang des Jahres nicht mehr, da diese zu viel persönlichen Streß hat. Gleich bohrte die Frage: wieso hat sie so viele Interessierte und ich nicht?

    Man muss diesen Impuls einfach sofort unterdrücken und entgegensetzen, dass es ja nicht um mich geht, dass Gott benutzt, wen er gerade will. Und beim längeren Nachdenken macht dies sogar Sinn: denn wenn die Hausgemeinde Mitte nächsten Jahres umzieht, sollen am Ort von jedem kleinere Gruppen zurückbleiben, die Hausgemeinde als Ganzes würde sich dann nur noch einmal im Monat treffen. Bei uns ist schon eine Gruppe gebildet, mit der wir zurückbleiben würden. Aber bei der Schwester nicht. Sie baut diese gerade erst mit diesem Bibelkreis auf. So sind zumindest 3 Gruppen sicher, wenn die Hausgemeinde durch den Umzug gesplittet wird. Man sieht Jehovas Segen darin!

    Wir müssen einfach öfters mal einen Schritt zurück treten und uns das große Ganze ansehen, um zu verstehen und die richtige Einstellung zu bewahren.

    Vielleicht hat das mit dem Neid unter Christen auch etwas damit zu tun, dass im ersten Jahrhundert Mehrung ein Zeichen für Gottes Segen war. Ein Beweis dafür, dass diese neue Bewegung keine Abtrünnigen waren, sondern von Gott gewollt.

    Zum anderen neigen scheinbar auch wir heute dazu, uns über Leistung zu definieren und uns Gottes Gunst und Liebe verdienen zu wollen. Oftmals sehen wir unsere Identität darin, dass wir etwas Besonderes im Werk Gottes tun. Dadurch meinen wir, selbst etwas Besonderes zu sein und den Segen, Schutz und die Belohnung Gottes zu verdienen. Aber dem ist ja nicht so. Unsere Identität besteht darin, dass wir geliebte Kinder Gottes sind. So, wie es in einem meiner Lieblingslieder heißt:

    „und ich danke dir, dass du mich kennst und trotzdem liebst…“.

    Wenn wir unsere Identität – unser Selbstwertgefühl – wirklich einzig und allein aus der Tatsache ziehen, dass Gott uns so sehr liebt, dass er sogar für uns fehlerhafte Person seinen geliebten Sohn hat sterben lassen und daraus, dass Jesus sich bereitwillig „als Blitzableiter für Gottes Zorn“ für uns zur Verfügung gestellt und gezielt in das Donnerwetter gehalten hat, dann haben wir keine Grundlage für Neid.

    Dann sind wir von Herzen dankbar und dann sollte es uns auch egal sein, wen Gott benutzt – solange weltweit immer noch Menschen zu Gott und Jesus finden.

  161. Apostelgeschichte 13:1-4
    Wir dürfen nicht vergessen, dass es zuvor einen längeren Prozess gab

    Gestern Abend habe ich mir noch die zugehörige Ansprache von Bayless Conley – „Paulus – unser Erbe erkennen und in Anspruch nehmen“ angehört und da gab es noch einen wichtigen Gedanken.

    Wir dürfen hier nicht den Zusammenhang aus den Augen verlieren: sie bekamen nicht einfach so eine besondere Berufung, sondern sie waren zuvor bereits eifrig im Werke des Herrn gewesen.

    Sie hatten zuvor ein Jahr lang der Gemeinde in Antiochia gedient, sie mit gegründet, auferbaut, gelehrt, Diener und Älteste geschult (Apostelgeschichte 11:19-25), dann gingen sie nach Jerusalem, um denen in der vorhergesagten Hungersnot Unterstützung zu bringen (Apostelgeschichte 11:26-30)

    In Apostelgeschichte 12:25 lesen wir, dass sie nun ihre Aufgabe in Jerusalem beendet hatten und wieder mit Johannes Markus zurück nach Antiochia kamen.

    Nun sprach der Heilige Geist, dass Paulus und Barnabas ausgesondert werden sollten.

    Es war also ein langer Prozess und kein Ereignis, das ganz plötzlich einfach so geschah (siehe auch die mehrteilige Ansprache „Prozess oder Ereignis“).

    In der Ansprache über Paulus nun sag tuns Bayless Conley, dass auch wir uns zuerst für besondere Aufgaben vorbereiten müssen. Zuerst müssen wir all die Dinge tun, die eh von uns als Christen erwartet werden – er zählt eine ganze Liste aus – und dann, erst dann kommen wir für besondere Vorrechte in Frage.

    Wenn wir als das nächste Mal geneigt sind, neidisch auf einen Bruder oder eine Schwester zu sein, die mehr Erfolg oder größere Vorrechte hat als wir, dann sollten wir überlegen, an welchem Punkt wir noch an uns arbeiten müssen.

    Wie steht es mit Unversöhnenlichkeit oder Bitterkeit wegen schlimmer Dinge, die man uns unserer Meinung nach angetan hat?

    Wie passt dies dazu, dass wir einander lieben sollten, dass man uns Christen gerade an der Liebe untereinander erkennen würde?

    Der andere ist kein Christ oder kein Christ mehr, weil vielleicht wegen Reuelosigkeit ausgeschlossen? Denken wir dann daran, dass Jesus sagte, wir sollten sogar unsere Feinde lieben und für sie beten (siehe auch die Ansprache „Vergebendes Gebet“).

    Hier wird uns besonders Stephanus vor Augen geführt, über den wir gerade erst vor einigen Tagen und Kapiteln gelesen haben. Seine eigenen Brüder hassen ihn und lassen falsche Zeugen auftreten und bringen falsche Anklagen vor, um ihn steinigen zu können. Im Angesicht des Todes – als die Steine auf ihn einprasseln – bittet er Gott für diese Menschen um Vergebung.

    Was für ein machtvolles Zeugnis!

    Was ist mit uns? Können wir vergeben? Können wir auch diejenigen mit Respekt und freundlich behandeln, die uns Schlimmes angetan haben – oder ist unser Herz voller Bitterkeit oder sogar voller Verachtung und Hass?

    In dieser Hinsicht musste ich viele Jahre hart an mir arbeiten und bin durch eine schwere Schule gegangen. Aber damit bin ich nicht allein, denn auf bibelkommentare.de gibt es von J.N. Darby eine ganze Reihe zu Männern und Frauen „in der Schule Gottes“.

    Wie gesagt, es könnten sogar solche – an sich verständlichen Gefühle – sein, die Gott noch als Hindernis ansieht, um uns in ganz besonderer Weise zu segnen. Dennoch lässt er uns auch damit nicht allein, sondern er weist uns liebevoll darauf hin und zeigt uns immer wieder, wie sehr er uns liebt 😉

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 13 finden wir hier

  162. Apostelgeschichte 14 – aus welcher Ecke kommt der meiste Widerstand?

    1 Und es geschah in Ikonium, dass sie miteinander in die Synagoge der Juden gingen und derart redeten, dass eine große Menge von Juden und Griechen gläubig wurde. 2 Die Juden jedoch, die sich weigerten zu glauben, erregten und erbitterten die Gemüter der Heiden gegen die Brüder.

    3 Doch blieben sie längere Zeit dort und lehrten freimütig im Vertrauen auf den Herrn, der dem Wort seiner Gnade Zeugnis gab und Zeichen und Wunder durch ihre Hände geschehen ließ. 4 Aber die Volksmenge der Stadt teilte sich, und die einen hielten es mit den Juden, die anderen mit den Aposteln.
    5 Als sich aber ein Ansturm der Heiden und Juden samt ihren Obersten erhob, um sie zu misshandeln und zu steinigen, 6 da bemerkten sie es und entflohen in die Städte Lykaoniens, Lystra und Derbe , und in die umliegende Gegend, 7 und sie verkündigten dort das Evangelium.

    8 Und in Lystra saß ein Mann mit gebrechlichen Füßen, der von Geburt an gelähmt war und niemals hatte gehen können. 9 Dieser hörte den Paulus reden; und als der ihn anblickte und sah, dass er Glauben hatte, geheilt zu werden, 10 sprach er mit lauter Stimme: Steh aufrecht auf deine Füße! Und er sprang auf und ging umher.

    11 Als aber die Volksmenge sah, was Paulus getan hatte, erhoben sie ihre Stimme und sprachen auf Lykaonisch: Die Götter sind Menschen gleich geworden und zu uns herabgekommen! 12 Und sie nannten den Barnabas Zeus, den Paulus aber Hermes, weil er das Wort führte. 13 Und der Priester des Zeus, dessen Tempel sich vor ihrer Stadt befand, brachte Stiere und Kränze an die Tore und wollte samt dem Volk opfern.
    14 Als aber die Apostel Barnabas und Paulus das hörten, zerrissen sie ihre Kleider, und sie eilten zu der Volksmenge, riefen 15 und sprachen:
    Ihr Männer, was tut ihr da? Auch wir sind Menschen, von gleicher Art wie ihr, und verkündigen euch das Evangelium, dass ihr euch von diesen nichtigen [Götzen] bekehren sollt zu dem lebendigen Gott , der den Himmel und die Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darin ist!
    16 Er ließ in den vergangenen Generationen alle Heiden ihre eigenen Wege gehen; 17 und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen; er hat uns Gutes getan, uns vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude .
    18 Obgleich sie dies sagten, konnten sie die Menge kaum davon abbringen, ihnen zu opfern.

    19 Es kamen aber aus Antiochia und Ikonium Juden herbei; die überredeten die Volksmenge und steinigten Paulus und schleiften ihn vor die Stadt hinaus in der Meinung, er sei gestorben. 20 Doch als ihn die Jünger umringten, stand er auf und ging in die Stadt. Und am folgenden Tag zog er mit Barnabas fort nach Derbe.

    21 Und nachdem sie in dieser Stadt das Evangelium verkündigt und eine schöne Zahl Jünger gewonnen hatten, kehrten sie wieder nach Lystra und Ikonium und Antiochia zurück; 22 dabei stärkten sie die Seelen der Jünger und ermahnten sie, unbeirrt im Glauben zu bleiben, und [sagten ihnen,] dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen.
    23 Nachdem sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste bestimmt hatten, befahlen sie sie unter Gebet und Fasten dem Herrn an, an den sie gläubig geworden waren.

    24 Und sie durchzogen Pisidien und kamen nach Pamphylien. 25 Und nachdem sie in Perge das Wort verkündigt hatten, zogen sie hinab nach Attalia. 26 Und von dort segelten sie nach Antiochia, von wo aus sie der Gnade Gottes übergeben worden waren zu dem Werk, das sie [nun] vollbracht hatten.

    27 Als sie aber angekommen waren und die Gemeinde versammelt hatten, erzählten sie, wie viel Gott mit ihnen getan hatte, und dass er den Heiden die Tür des Glaubens geöffnet hatte. 28 Sie verbrachten aber dort eine nicht geringe Zeit mit den Jüngern.

    Die erste Missionsreise, die Paulus – zusammen mit Barnabas – antritt.

    Nicht überall stoßen sie auf Gegenliebe. Im Gegenteil: sie spalten die Menschen überall da, wo sie hinkommen. Die einen lieben sie wegen der Guten Botschaft, die anderen hassen sie aus dem gleichen Grund.

    Habe ich das jetzt richtig mitbekommen, dass der Widerstand in der Regel von ihren eigenen Brüdern kommt? Sind es wirklich in erster Linie Juden, die ihnen mit Hass und Verfolgung begegnen?

    Warum fühlen sich diese mehr bedroht als diejenigen, die diesen Gott Jehova überhaupt noch nicht kannten, sondern ganz anderen Göttern dienten?

    Wieso fühlen sich „Anbeter Jehovas“ mehr bedroht als diejenigen, die eigentlich von vornherein anderen Göttern dienten und somit ja dem Satan?

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 14 finden wir hier. Weiter geht es mit Jakobus, da wir ja so lesen, wie die Dinge zeitlich geschehen sind 😉

  163. Apostelgeschichte 15 – warum Galater und Epheser vorher gelesen wurde

    1 Und aus Judäa kamen einige herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauch Moses beschneiden lasst, so könnt ihr nicht gerettet werden! 2 Da nun Zwiespalt aufkam und Paulus und Barnabas eine nicht geringe Auseinandersetzung mit ihnen hatten, bestimmten sie, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen sollten.
    3 So durchzogen sie nun als Abgeordnete der Gemeinde Phönizien und Samaria, indem sie von der Bekehrung der Heiden erzählten und allen Brüdern große Freude bereiteten. 4 Als sie aber nach Jerusalem kamen, wurden sie von der Gemeinde, den Aposteln und den Ältesten empfangen und berichteten alles, was Gott mit ihnen gewirkt hatte.

    5 Aber einige von der Richtung der Pharisäer, die gläubig geworden waren, standen auf und sprachen: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten! 6 Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, um diese Sache zu untersuchen. 7 Nachdem aber eine große Auseinandersetzung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen:

    Ihr Männer und Brüder, ihr wisst, dass Gott lange vor diesen Tagen mitten unter uns die Heiden erwählt hat, dass sie durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollten. 8 Und Gott, der die Herzen kennt, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen Geist gab gleichwie uns; 9 und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte.
    10 Weshalb versucht ihr denn jetzt Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? 11 Vielmehr glauben wir, dass wir durch die Gnade des Herrn Jesus Christus gerettet werden, auf gleiche Weise wie jene.

    12 Da schwieg die ganze Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte. 13 Nachdem sie aber zu reden aufgehört hatten, ergriff Jakobus das Wort und sagte:

    Ihr Männer und Brüder, hört mir zu! 14 Simon hat erzählt, wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen. 15 Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: 16 »Nach diesem will ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten, 17 damit die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen , und alle Heiden , über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all dies tut.« 18 Gott sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt.
    19 Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll, 20 sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen , von der Unzucht , vom Erstickten und vom Blut zu enthalten. 21 Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.

    22 Daraufhin beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabas und Silas , führende Männer unter den Brüdern. 23 Und sie sandten durch ihre Hand folgendes Schreiben:
    Die Apostel und die Ältesten und die Brüder entbieten den Brüdern in Antiochia und in Syrien und Cilicien, die aus den Heiden sind, ihren Gruß! 24 Da wir gehört haben, dass etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, indem sie sagen, man müsse sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, ohne dass wir sie dazu beauftragt hätten, 25 so haben wir, die wir einmütig versammelt waren, beschlossen, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unseren geliebten Barnabas und Paulus, 26 Männern, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. 27 Wir haben deshalb Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe verkündigen sollen.
    28 Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen, 29 dass ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl!

    30 So wurden sie nun verabschiedet und gingen nach Antiochia, und sie versammelten die Menge und übergaben das Schreiben. 31 Und als sie es gelesen hatten, freuten sie sich über den Trost. 32 Und Judas und Silas, die selbst auch Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen Worten und stärkten sie.

    33 Und nachdem sie einige Zeit dort zugebracht hatten, wurden sie von den Brüdern mit Frieden zu den Aposteln zurückgesandt. 34 Silas aber beschloss, dort zu bleiben. 35 Paulus und Barnabas hielten sich aber in Antiochia auf und lehrten und verkündigten zusammen mit noch vielen anderen das Wort des Herrn. 36 Nach etlichen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Lass uns wieder umkehren und in all den Städten, in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, nach unseren Brüdern sehen , wie es um sie steht!

    37 Barnabas aber riet dazu, den Johannes, der Markus genannt wird, mitzunehmen. 38 Paulus jedoch hielt es für richtig, dass der, welcher in Pamphylien von ihnen weggegangen und nicht mit ihnen zu dem Werk gekommen war, nicht mitgenommen werden sollte. 39 Deshalb entstand eine heftige Auseinandersetzung, sodass sie sich voneinander trennten ; und Barnabas nahm Markus zu sich und fuhr mit dem Schiff nach Zypern .

    40 Paulus aber wählte sich Silas und zog aus, von den Brüdern der Gnade Gottes anbefohlen . 41 Und er durchzog Syrien und Cilicien und stärkte die Gemeinden.

    Und nun sehen wir, warum wir zuvor Epheser und Galater gelesen haben. Denn diese beiden ergänzen sich mit dem, was wir nun hier in Apostelgeschichte lesen: es geht um die Frage der Beschneidung.

    Wir erinnern uns? Wir haben in den letzten Tagen immer wieder davon gelesen und wie Paulus “anhand der Schriften” argumentiert, dass es nicht nötig ist, sich beschneiden zu lassen.

    Was war eher – der Brief an die Galater oder das, was wir hier in Apostelgeschichte 15 lesen?

    Eindeutig der Brief, denn sonst hätte Paulus gar nicht so ausführlich argumentieren müssen, sondern hätte einfach sagen können: “lest den Brief von den Aposteln!”

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 15 finden wir hier

  164. Apostelgeschichte 16 – wo ist der Unterschied zwischen dem, was Paulus hier tut und dem, wofür er Petrus gerügt hatte?

    1 Er kam aber nach Derbe und Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger namens Timotheus , der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen Vaters; 2 der hatte ein gutes Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium. 3 Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen. Und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Juden willen, die in jener Gegend waren; denn sie wussten alle, dass sein Vater ein Grieche war. 4 Als sie aber die Städte durchzogen, übergaben sie ihnen zur Befolgung die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefassten Beschlüsse. 5 So wurden nun die Gemeinden im Glauben gestärkt und nahmen an Zahl täglich zu.

    6 Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist gewehrt, das Wort in [der Provinz] Asia zu verkündigen. 7 Als sie nach Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu. 8 Da reisten sie an Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas .
    9 Und in der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht : Ein mazedonischer Mann stand vor ihm, bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! 10 Als er aber dieses Gesicht gesehen hatte, waren wir sogleich bestrebt, nach Mazedonien zu ziehen, indem wir daraus schlossen, dass uns der Herr berufen hatte, ihnen das Evangelium zu verkündigen.

    11 So fuhren wir denn [mit dem Schiff] von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrace und am folgenden Tag nach Neapolis 12 und von dort nach Philippi , welches die bedeutendste Stadt jenes Teils von Mazedonien ist, eine [römische] Kolonie . Wir hielten uns aber in dieser Stadt etliche Tage auf.

    13 Und am Sabbattag gingen wir vor die Stadt hinaus, an den Fluss, wo man zu beten pflegte; und wir setzten uns und redeten zu den Frauen, die zusammengekommen waren. 14 Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, sodass sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde. 15 Als sie aber getauft worden war und auch ihr Haus , bat sie und sprach: Wenn ihr davon überzeugt seid, dass ich an den Herrn gläubig bin, so kommt in mein Haus und bleibt dort! Und sie nötigte uns.

    16 Es geschah aber, als wir zum Gebet gingen, dass uns eine Magd begegnete, die einen Wahrsagegeist hatte und ihren Herren durch Wahrsagen großen Gewinn verschaffte. 17 Diese folgte Paulus und uns nach, schrie und sprach: Diese Männer sind Diener des höchsten Gottes, die uns den Weg des Heils verkündigen! 18 Und dies tat sie viele Tage lang. Paulus aber wurde unwillig, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und er fuhr aus in derselben Stunde.
    19 Als aber ihre Herren sahen, dass die Hoffnung auf ihren Gewinn entschwunden war, ergriffen sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Obersten der Stadt; 20 und sie führten sie zu den Hauptleuten und sprachen: Diese Männer, die Juden sind, bringen unsere Stadt in Unruhe 21 und verkündigen Gebräuche, welche anzunehmen oder auszuüben uns nicht erlaubt ist, da wir Römer sind!
    22 Und die Volksmenge stand ebenfalls gegen sie auf; und die Hauptleute rissen ihnen die Kleider ab und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen. 23 Und nachdem sie ihnen viele Schläge gegeben hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und geboten dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren.

    24 Dieser warf sie auf solchen Befehl hin ins innere Gefängnis und schloss ihre Füße in den Stock . 25 Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang , und die Gefangenen hörten ihnen zu. 26 Da entstand plötzlich ein großes Erdbeben , sodass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und sogleich öffneten sich alle Türen, und die Fesseln aller wurden gelöst.
    27 Da erwachte der Kerkermeister aus dem Schlaf, und als er die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten, weil er meinte, die Gefangenen seien entflohen. 28 Aber Paulus rief mit lauter Stimme und sprach: Tu dir kein Leid an; denn wir sind alle hier! 29 Da forderte er ein Licht, sprang hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder.

    30 Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde? 31 Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus! 32 Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Haus waren. 33 Und er nahm sie zu sich in jener Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen ; und er ließ sich auf der Stelle taufen , er und all die Seinen. 34 Und er führte sie in sein Haus, setzte ihnen ein Mahl vor und freute sich, dass er mit seinem ganzen Haus an Gott gläubig geworden war.

    35 Als es aber Tag wurde, sandten die Hauptleute die Gerichtsdiener mit dem Befehl: Lass jene Leute frei! 36 Da verkündete der Kerkermeister dem Paulus diese Worte: Die Hauptleute haben die Anweisung gesandt, dass man euch freilassen soll. So geht nun hinaus und zieht hin in Frieden ! 37 Paulus aber sprach zu ihnen: Sie haben uns, die wir Römer sind, ohne Urteil öffentlich geschlagen und ins Gefängnis geworfen, und jetzt schicken sie uns heimlich fort? Nicht so; sondern sie mögen selbst kommen und uns hinausführen!

    38 Da verkündigten die Gerichtsdiener diese Worte den Hauptleuten; und diese fürchteten sich, als sie hörten, dass sie Römer seien. 39 Und sie kamen und redeten ihnen zu und führten sie hinaus und baten sie, die Stadt zu verlassen. 40 Da verließen sie das Gefängnis und begaben sich zu Lydia; und als sie die Brüder sahen, trösteten sie sie und zogen fort.

    Und wieder einmal die Frage, warum Paulus Timotheus beschneiden liess, „um der Juden Willen“?

    Hatte er selbst nicht einige Zeit zuvor Petrus öffentlich gerügt, weil dieser „um der Juden Willen“ nicht mehr mit den Heidenchristen essen wollte?

    Wo ist hier der Unterschied?

    Beide Männer tun etwas um des lieben Friedens willen, was nach dem Evangelium nicht nötig wäre. Es geht sogar um die gleiche Sache: die Beschneidung derer, die von den Heiden zum Christentum kamen.

    Warum ist das Verhalten von Petrus falsch, von Paulus aber richtig?

    Und warum jetzt noch? Paulus ist doch hier mit dem Brief von den Aposteln unterwegs, um die Gemeinden zu ermuntern und ganz klar zu machen, dass es nicht nötig ist, sich beschneiden zu lassen.

    Was ist mit all den tollen Argumenten, die er selbst doch bereits in dem Brief an die Galater gebracht hatte?

    Hm … – kann mir jemand darauf eine sinnvolle und logische Erklärung geben? Immer her damit!

    J.N. Darby sagt dazu:

    Es gibt von dieser Freiheit vielleicht kein merkwürdigeres Beispiel als das, was Paulus in Betreff des Timotheus tut.

    Er macht von der Beschneidung in aller Freiheit Gebrauch, um jüdische Vorurteile zu beseitigen.

    Es ist sehr zweifelhaft, ob er dem Gesetz nach hätte beschnitten werden sollen. Esra und Nehemia zeigen uns, dass die fremden Weiber weggesandt werden mussten, aber hier, weil die Mutter eine Jüdin ist, lässt Paulus den Sohn dieser gemischten Ehe der Regel der Juden folgen und sich ihren Satzungen unterwerfen.

    Die Freiheit erkennt das Gesetz völlig an seinem Platze an, obwohl sie selbst davon frei ist, und bestätigt zur Beruhigung der Nationen deutlich, dass gar keine Ansprüche von Seiten der jüdischen Christen vorhanden sind, das Gesetz den Nationen aufzubürden.

    Paulus beschneidet Timotheus, während er sich auch nicht eine Stunde denen unterwirft, die Titus nötigen wollen, sich beschneiden zu lassen.

    Er wollte aus Liebe den Juden ein Jude werden; allein die Juden selbst mussten auf alle Ansprüche, anderen das Gesetz aufzuerlegen, verzichten.

    Die zu Jerusalem gegebenen Verordnungen werden den Versammlungen überlassen – eine einfache Antwort für einen jeden Juden, der die Nationen dem Judentum zu unterwerfen wünschte. Diese Verordnungen waren, was wir beachten mögen, die der „Apostel und Ältesten“.

  165. Apostelgeschichte 16
    Die Sache mit der Befreiung und dem Gefängnisaufseher

    Paulus und Timotheus werden durch ein göttliches Wunder (das Erdbeben) befreit. Aber sie laufen nicht weg. Warum nicht?

    • Wissen sie bereits, was nun kommt?
    • Ist es Mitleid mit dem Mann, der verantwortlich für ihre Bewachung ist?
    • Hatte Gott sie zum Bleiben aufgefordert, damit sie dem Mann Zeugnis geben?

    Fakt ist, dass die beiden Brüder scheinbar keinerlei Anstalten machen zu fliehen, obwohl sie doch von Gott befreit wurden.

    Könnte es sein, dass Jehova auch uns heute manchmal zu eben diesem Zweck befreit: damit wir dennoch bleiben und so ein Zeugnis geben?

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 16 finden wir hier

  166. Apostelgeschichte 17 – ein spannender Bericht

    1 Sie reisten aber durch Amphipolis und Apollonia und kamen nach Thessalonich, wo eine Synagoge der Juden war. 2 Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen aufgrund der Schriften , 3 indem er erläuterte und darlegte, dass der Christus leiden und aus den Toten auferstehen musste, und [sprach]: Dieser Jesus, den ich euch verkündige, ist der Christus! 4 Und etliche von ihnen wurden überzeugt und schlossen sich Paulus und Silas an, auch eine große Menge der gottesfürchtigen Griechen sowie nicht wenige der vornehmsten Frauen.

    5 Aber die Juden, die sich weigerten zu glauben, wurden voll Neid und gewannen etliche boshafte Leute vom Straßenpöbel, erregten einen Auflauf und brachten die Stadt in Aufruhr; und sie drangen auf das Haus Jasons ein und suchten sie, um sie vor die Volksmenge zu führen. 6 Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie den Jason und etliche Brüder vor die Obersten der Stadt und schrien:
    Diese Leute, die die ganze Welt in Aufruhr versetzen, sind jetzt auch hier; 7 Jason hat sie aufgenommen! Und doch handeln sie alle gegen die Verordnungen des Kaisers, indem sie sagen, ein anderer sei König, nämlich Jesus!
    8 Sie brachten aber die Menge und die Stadtobersten, welche dies hörten, in Aufregung , 9 sodass sie Jason und die übrigen [nur] gegen Bürgschaft freiließen.

    10 Die Brüder aber schickten sogleich während der Nacht Paulus und Silas nach Beröa, wo sie sich nach ihrer Ankunft in die Synagoge der Juden begaben. 11 Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift , ob es sich so verhalte. 12 Es wurden deshalb viele von ihnen gläubig , auch nicht wenige der angesehenen griechischen Frauen und Männer.

    13 Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, dass auch in Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt wurde, kamen sie auch dorthin und stachelten die Volksmenge auf. 14 Daraufhin sandten die Brüder den Paulus sogleich fort, damit er bis zum Meer hin ziehe; Silas und Timotheus aber blieben dort zurück.
    15 Die nun, welche den Paulus geleiteten, brachten ihn bis nach Athen; und nachdem sie den Auftrag an Silas und Timotheus empfangen hatten, dass sie so schnell wie möglich zu ihm kommen sollten, zogen sie fort.

    16 Während aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt so voller Götzenbilder sah. 17 Er hatte nun in der Synagoge Unterredungen mit den Juden und den Gottesfürchtigen , und auch täglich auf dem Marktplatz mit denen, die gerade dazukamen.
    18 Aber etliche der epikureischen und auch der stoischen Philosophen maßen sich mit ihm. Und manche sprachen: Was will dieser Schwätzer wohl sagen? Andere aber: Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein! Denn er verkündigte ihnen das Evangelium von Jesus und der Auferstehung .

    19 Und sie ergriffen ihn und führten ihn zum Areopag und sprachen: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die von dir vorgetragen wird? 20 Denn du bringst etwas Fremdartiges vor unsere Ohren; deshalb wollen wir erfahren, was diese Dinge bedeuten sollen!
    21 Alle Athener nämlich und auch die dort lebenden Fremden vertrieben sich mit nichts anderem so gerne die Zeit als damit, etwas Neues zu sagen und zu hören. 22 Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sprach:

    Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in allem sehr auf die Verehrung von Gottheiten bedacht seid! 23 Denn als ich umherging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: »Dem unbekannten Gott«. Nun verkündige ich euch den, welchen ihr verehrt, ohne ihn zu kennen.
    24 Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind; 25 er lässt sich auch nicht von Menschenhänden bedienen, als ob er etwas benötigen würde, da er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt. 26 Und er hat aus einem Blut jedes Volk der Menschheit gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen, und hat im Voraus verordnete Zeiten und die Grenzen ihres Wohnens bestimmt, 27 damit sie den Herrn suchen sollten, ob sie ihn wohl umhertastend wahrnehmen und finden möchten; und doch ist er ja jedem Einzelnen von uns nicht ferne ; 28 denn »in ihm leben , weben und sind wir« , wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: »Denn auch wir sind von seinem Geschlecht .«
    29 Da wir nun von göttlichem Geschlecht sind, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit sei dem Gold oder Silber oder Stein gleich, einem Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung. 30 Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun, 31 weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.

    32 Als sie aber von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: Wir wollen dich darüber nochmals hören ! 33 Und so ging Paulus aus ihrer Mitte hinweg. 34 Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der ein Mitglied des Areopags war, und eine Frau namens Damaris, und andere mit ihnen.

    Nun sitze ich schon über eine Woche an diesem Kapitel. Es ist einfach ein total spannender Bericht und es gibt unglaublich viele passende Ansprachen dazu ;-). Jede einzelne ist wirklich toll und schürt in uns die Begeisterung, es Paulus nachzutun.

    Oftmals überkommt uns der blanke Neid, wenn wir solche Berichte lesen und wir vergleichen uns heute mit den Berichten aus Apostelgeschichte, Paulus predigt und es kommen immer wieder so viele zum Glauben. Einige verfolgen ihn zwar auch heftigst – aber das, was er sagt und tut, ruft zumindest Reaktionen hervor. Wir hingegen scheinen keinen Erfolg zu haben, so sehr wir uns auch bemühen 😉

    Ist uns das kleine Wörtchen „scheinen“ hier aufgefallen?

    Oftmals scheint es nur so, als würde das, was wir tun, wirkungslos verpuffen und oftmals schlagen wir vielleicht wirklich in den Wind, wie Paulus selbst an anderer Stelle sagt.

    Da reden wir jahrelang immer wieder mit den Leuten und nix passiert. Vielleicht meinen wir, dass diese Leute besonders geeignet wären, da sie doch die Natur, Tiere und Pflanzen so sehr lieben. Aber nichts passiert. Andere Leute sprechen wir überhaupt nicht erst an, da wir denken, sie würden sich eh nicht für Gott und sein Wort interessieren.

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 17 finden wir hier

  167. Apostelgeschichte 18 – Wieso wird das nun im Zusammenhang mit dem Besuch von Silas und Timotheus so hervor gehoben?

    1 Danach aber verließ Paulus Athen und kam nach Korinth . 2 Und dort fand er einen Juden namens Aquila , aus Pontus gebürtig, der vor Kurzem mit seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war, weil Claudius befohlen hatte, dass alle Juden Rom verlassen sollten; zu diesen ging er, 3 und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher. 4 Er hatte aber jeden Sabbat Unterredungen in der Synagoge und überzeugte Juden und Griechen.

    5 Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien ankamen, wurde Paulus durch den Geist gedrängt, den Juden zu bezeugen, dass Jesus der Christus ist. 6 Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut sei auf eurem Haupt! Ich bin rein davon; von nun an gehe ich zu den Heiden !

    7 Und er ging von dort weg und begab sich in das Haus eines gottesfürchtigen Mannes mit Namen Justus, dessen Haus an die Synagoge stieß. 8 Krispus aber, der Synagogenvorsteher, wurde an den Herrn gläubig samt seinem ganzen Haus; auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen .

    9 Und der Herr sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! 10 Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt! 11 Und er blieb ein Jahr und sechs Monate dort und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.

    Hatte er nicht beides Mal den gleichen Gruppen die selbe Botschaft gepredigt?

    Es heißt doch in dem ersten Abschnitt, dass er jeden Sabbat in der Synagoge sich mit Juden und Griechen anhand der Schriften unterhielt (Vers 4). Wieso wird dann gleich im nächsten Vers gesagt, dass er „durch den Geist gedrängt wurde, den Juden zu bezeugen, dass Jesus der Christus ist“?

    Was hat er denn sonst zuvor in der Synagoge erzählt?

    Wieso wird das nun im Zusammenhang mit dem Besuch von Silas und Timotheus so hervor gehoben?

    weitere Gedanken zu Apostelgeschichte 18 finden wir hier – weiter geht es erst mal mit 1. Thessalonicher

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