Richter


zur Zeit der Richter

thematische Verlinkung der Gedanken – sortiert nach den Kapiteln

Thomas 2. Juni 2009 83 Kommentare Trackback URI Comments RSS

83 Kommentare zu “Richter”

  1. Juleam 19. März 2009 um 02:40 Link zum Kommentar

    Richter 1 – 4

    Richter 1:1-36
    Von den 12 Stämmen trieben nur 6 die Kanaaniter aus, so wie es Jehova geboten hatte. Dies waren die Stämme Juda, Simeon, Kaleb, Joseph und Dan. Die anderen 6 Stämme Benjamin, Manasse, Ephraim, Sebulon, Ascher und Naphtali ließen die Kanaaniter am Leben, lebten mitten unter ihnen und brachten sich damit selbst in große Gefahr!

    Warum gehorchten sie nicht Jehovas Gebot?

    Teilweise, weil sie nicht genügend auf Jehova vertrauten, denn die Kanaaniter waren stark und “hatten Kriegswagen mit eisernen Sicheln” (Vers 20). Auch heißt es, dass die Kanaaniter “entschlossen waren, in diesem Land zu bleiben” und deshalb trieben die Stämme sie “nicht vollständig” aus, sondern “erlegten ihnen Zwangsarbeit auf” als sie stärker wurden (Vers 28).

    Warum nutzten sie ihre neue Stärke nicht, um sie ganz zu vertreiben? Von den Söhnen Benjamins wird gesagt “die Jebusiter wohnten weiterhin bei den Söhnen Benjamins in Jerusaem bis auf diesen Tag” (Vers 21). Warum???

    Naja ok, war doch eine menschliche Reaktion, dass sie sie aus Angst gewähren ließen, oder? Und welche Gefahr denn, wenn sie sie mitten unter sich wohnen ließen? Jehova würde ihnen schon helfen, oder?

    Ja, wenn sie davon überzeugt waren, dass ihnen Jehova helfen würde, warum führten sie dann nicht seinen Willen aus?

    Hatte ihr Ungehorsam Konsequenzen? Ja!

    Richter 2:2-3

    Und ihr eurerseits sollt keinen Bund mit den Bewohnern dieses Landes schließen. Ihre Altäre solltet ihr niederreißen.’ Aber ihr habt nicht auf meine Stimme gehört. Warum habt ihr das getan? 3 So habe ich meinerseits gesagt: ‘Ich werde sie nicht vor euch vertreiben, und sie sollen euch zu Schlingen werden, und ihre Götter werden euch als Köder dienen.’ “

    Jehova sagte, dass sie ihnen dann zur Schlinge werden sollten, weil sie ihrerseits nicht auf ihn gehört hatten. So hat halt alles, was wir tun, Konsequenzen!

  2. Juleam 19. März 2009 um 02:41 Link zum Kommentar


    Wie ging es nach dem Tod Josuas weiter?

    Richter 2:10-13

    Und auch jene ganze Generation wurde zu ihren Vätern versammelt, und eine andere Generation begann nach ihnen zu erstehen, die Jehova nicht kannte noch das Werk, das er für Israel getan hatte.

    11 Und die Söhne Israels begannen zu tun, was böse war in den Augen Jehovas, und dienten den Baalen. 12 So verließen sie Jehova, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und gingen dazu über, anderen Göttern aus den Reihen der Götter der Völker, die rings um sie her waren, nachzufolgen, und sie begannen sich vor ihnen niederzubeugen, so daß sie Jehova kränkten. 13 Auf diese Weise verließen sie Jehova und nahmen den Dienst für Baal und die Aschtoret-Bildnisse auf.

    Jehova hatte sich sehr für die Israeliten eingesetzt und sie mit großen Zeichen errettet – aber sie vergaßen es und hatten keine Wertschätzung. Daher verhöhnten und kränkten sie Gott!

    Jehova rettete sie, aber sie dankten es nicht IHM, sondern anderen – falschen – Göttern. Wie traurig.

    Kennen wir das? Dass wir alles für andere tun, aber diese es uns nicht nur nicht danken, sondern uns sogar verhöhnen?

    Undankbarkeit schmerzt und kränkt sogar Jehova. Von daher ist es völlig normal und legitim, wenn wir gekränkt sind.

    Richter 2:22-3:4

    um durch sie Israel auf die Probe zu stellen, ob sie den Weg Jehovas einhalten werden, indem sie darauf wandeln, so wie ihre Väter ihn eingehalten haben, oder nicht.” 23 Demgemäß ließ Jehova diese Nationen [dort], indem er sie nicht schnell austrieb, und er gab sie nicht in Josuas Hand.

    3 Dies nun sind die Nationen, die Jehova [dort] ließ, um durch sie Israel auf die Probe zu stellen, das heißt alle die, die keine der Kriege Kanaans erlebt hatten; 2 es war nur, damit die Generationen der Söhne Israels Erfahrung bekämen, um sie Krieg zu lehren, das heißt nur die, die solche Dinge zuvor nicht erfahren hatten: 3 die fünf Achsenherren der Philister und alle Kanaaniter, auch die Sidonier und die Hiwiter, die das Gebirge Libanon bewohnten, vom Berg Baal-Hermon an bis zum Eingang nach Hamath. 4 Und sie dienten fortgesetzt als Werkzeuge, Israel auf die Probe zu stellen, damit [man] erkenne, ob sie Jehovas Geboten, die er ihren Vätern durch Moses geboten hatte, gehorchen würden.

    Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, Jehovas Herz zu erfreuen (Sprúche 27:11). Es zeigt auch, wie wichtig die Geschichte mit Abraham und Isaak ist, denn nachher sagt Jehova zu Abraham “jetzt weiss ich wirklich…” und bestätigt auch wieder das Buch Hiob.

    Jehova läßt Prüfungen zu, damit offenbar wird, was in unserem Herzen ist!

  3. Juleam 19. März 2009 um 02:41 Link zum Kommentar

    hier wird auch die ganze Barmherzigkeit Jehovas deutlich.

    Denn die Söhne Israels kränkten ihn immer wieder mit ihrem Ungehorsam und damit, dass sie anderen Göttern nachliefen. So entbrannte Jehovas Zorn und er gab sie in die Hände ihrer Feinde.

    Richter 2:18-19

    Und als Jehova ihnen Richter erweckte, erwies es sich, daß Jehova mit dem Richter war, und alle Tage des Richters rettete er sie aus der Hand ihrer Feinde; denn Jehova empfand jeweils Bedauern wegen ihres Stöhnens über ihre Bedrücker und die, die sie umherstießen.

    19 Und es geschah, wenn der Richter starb, daß sie jeweils umkehrten und verderblicher handelten als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachgingen, um ihnen zu dienen und sich vor ihnen niederzubeugen. Sie ließen nicht ab von ihren Handlungen und ihrem störrischen Benehmen.

    In dieser Situation erinnerten sie sich an Jehova, dass doch ER der wahre Gott ist und dass nur er es ist, der sie befreien kann. Und so riefen sie ihn stets um Hilfe an und stets empfand Jehova Bedauern mit ihnen und befreite sie.

    Hätte ich gehandelt wie ER? Oder hätte ich nicht viel eher gedacht “geschieht ihnen Recht, sie wolllten es ja nicht anders”?

    Wie kann ich Jehova in diesem Punkt nachahmen?

    Bin ich nachtragend? Oder freue ich mich etwa an dem Unglück derer, die mich befeinden?

    Falls dem so ist, sollte ich schleunigst an meiner Einstellung arbeiten…

    Ausserdem erkennen wir in diesen Kapiteln, wie wichtig es ist, dass man einer vernünftigen Führung folgt und dass wir, falls wir Eltern sind, uns als eine vernünftige Führung für unsere Kinder erweisen.

    Denn wenn jeweils der Richter verstarb, der das Volk in der wahren Anbetung angeführt hatte, dann gingen sie wieder dazu über, zu tun, was böse war in Jehovas Augen.

    Also achten wir darauf, dass wir unseren Kindern eine gute Anleitung geben und dass wir selbst als gutes Vorbild voran gehen!

  4. Juleam 19. März 2009 um 02:42 Link zum Kommentar

    Deborah

    wieso war eine Frau Richterin? Weil sie eine Prophetin war?

    Sollten die Frauen nicht den Männern untertan sein? Wie kommt es, dass nun eine Frau über das Volk und somit auch die Männer gestellt war?

    *** w81 1. 2. S. 30 Fragen von Lesern ***

    Kann Debora gemäß Richter 4:4 als ein Richter des Volkes Israel betrachtet werden, wie es zum Beispiel Simson und Gideon waren?

    Der Bericht in Richter 4:4 lautet: “Debora nun, eine Prophetin, die Frau Lappidoths, richtete Israel zu jener besonderen Zeit.” In Richter 2:16 heißt es: “Da pflegte Jehova Richter zu erwecken, und sie retteten sie jeweils aus der Hand ihrer Plünderer.” Die Hauptaufgabe eines Richters bestand somit darin, die Israeliten von ihren Feinden zu befreien. Wenn von Debora in Richter 4:4 gesagt wird, sie “richtete Israel zu jener besonderen Zeit”, so bedeutete das nicht, daß sie sich die Stellung eines Mannes anmaßte und alle Pflichten eines Richters in Israel erfüllte. Im Gegensatz zu Samuel, Gideon und anderen Richtern richtete sie nicht ganz Israel und handelte nicht als Befreier oder “Retter” des Volkes. In Nehemia 9:27 wird für “Richter” die Bezeichnung “Retter” gebraucht. (Vergleiche Richter 3:9, 15.)

    Da Debora eine Prophetin war, sagte sie Barak, was der Wille Jehovas war. Jehova gebrauchte sie, um Barak als Richter zu berufen, damit er die Feinde besiege. Nicht Debora, sondern Barak diente als der “Retter”, für den Jehova sorgte, obgleich Barak Debora bat, mit ihm zu gehen. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, daß Debora alle Aufgaben erfüllte, die gewöhnlich mit dem Amt eines Richters in Israel verbunden waren. Die hervorstechendste bestand darin, die Stämme im Krieg gegen die Feinde Jehovas anzuführen.

    Demnach kann Debora zwar zu Recht als eine Prophetin bezeichnet werden, doch richtete sie in Israel in gewisser Hinsicht nur im allgemeinen Sinne; sie nahm nicht voll die Stellung eines männlichen Richters in Israel ein. In Richter 4:5 lesen wir: “Sie wohnte unter der Palme Deboras zwischen Rama und Bethel in der Berggegend von Ephraim; und die Söhne Israels gingen jeweils zu ihr hinauf zum Gericht.” Wenn schwierige Probleme entstanden, konnte sie den Israeliten sagen, welche Lösung Jehova dafür hatte, denn der Geist Jehovas ruhte auf ihr.

    Barak war dagegen ein Richter, der die Befreiung für die Israeliten herbeiführte. Daraus läßt sich vernünftigerweise schlußfolgern, daß Barak ein Richter im umfassenden Sinne des Wortes war, und das ist im Einklang mit Hebräer 11:32, wo er zu den Richtern des Volkes Israel gezählt wird. Aus diesen Gründen wird Debora in der Liste der Richter des Volkes Israel, die in dem Buch Aid to Bible Understanding auf Seite 980 erscheint, nicht erwähnt.

  5. Juleam 20. März 2009 um 02:50 Link zum Kommentar

    Richter 5 – 8

    Richter 6 und 7
    Gideon macht den Vliestest.

    Er vergewisserte sich, dass es wirklich JEHOVAS Engel war, der mit ihm sprach (6:11-24). Der Engel legitimierte sich, indem er die für ihn zubereiteten Speisen mit Feuer aus dem Felsen verzehren ließ. Ein Wunder.

    Warum tat er das? Hatte er keinen Glauben und kein Vertrauen in Jehova?

    Doch, aber er hat in all den Jahren in seiner Nachbarschaft gesehen, dass auch die Priester der Nachbarnationen, die andere Götter anbeteten als Jehova, in der Lage waren, Zeichen und Wunder zu wirken. Er wollte ganz sicher sein, dass es wirklich Jehova war, der mit ihm sprach – und nicht jemand, “der ihn in die Pfanne hauen wollte”.

    War Jehova über Gideons Misstrauen beleidigt oder gekränkt? Nein, er sprach gleich liebevoll mit Gideon und sicherte ihm SEINE Liebe zu!

    Dann fordert er Gideon auf, den Altar seines Vaters zu zerstören, den dieser für Baal errichtet hat. Gideon “ging daran, so zu tun, wie Jehova zu ihm geredet hatte” (Vers 27). Als die Männer der Stadt am nächsten Tag den Frevel sühnen wollen, sagt Gideons Vater nur “Wenn er Gott ist, so möge er für sich selbst eintreten, weil jemand seinen Altar nieder gerissen hat” (Vers 31). Super Einstellung!

  6. Juleam 20. März 2009 um 02:50 Link zum Kommentar

    Nun schickt Jehova Gideon los, sein Volk von seinen Bedrückern zu befreien. Geht Gideon sofort los?

    Nein, er macht den berühmten “Vliestest” und das gleich zwei mal. Er will ganz sicher sein, dass er unter der schützenden Hand Jehovas steht und dass die Anweisung nicht von jemand kommt, der nichts mit Jehova zu tun hat. Denn wir wissen heute, dass Satan, seine Dämonen und deren Anbeter und Helfeshelfer “immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts” annehmen, um die Menschen zu täuschen.

    2. Korinther 11:13-15

    Denn solche Menschen sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen. 14 Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts an. 15 Es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener immer wieder die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen. Ihr Ende aber wird gemäß ihren Werken sein.

    Da Jehova dies selbstverständlich weiss, nimmt er es Gideon nicht übel, dass dieser ihn noch zweimal um ein eindeutiges Zeichen bittet, damit er sehen kann, dass wirklich ER es ist, der zu ihm spricht (Verse 36-40).

  7. Juleam 20. März 2009 um 02:51 Link zum Kommentar

    Nun reduziert Jehova die Anzahl der Schlachtreihen. Warum?
    Richter 7:2

    Jehova sprach nun zu Gideon: “Das Volk, das mit dir ist, ist zu zahlreich, als daß ich Midian in ihre Hand geben könnte. Vielleicht würde sich Israel gegen mich brüsten und sagen: ‘Meine Hand ist es gewesen, die mich gerettet hat.’

    Auch uns ist schon öfters der Gedanke gekommen, dass Jehova eben dies als Grund hat, warum er immer noch all das Schreckliche zulässt.. Nach meinem persönlichen Empfinden ist schon lange der Zeitpunkt gekommen, dass Jehova auf den Tisch haut und die Schadenstifter und Verleumder in ihre Schranken weist. Aber er tut es nicht. Warum?

    Mein Liebster sagt, dass Jehova die Situation so weit eskallieren lassen will, bis vom rein menschlichen her garnichts mehr geht. Bis es wirklich ein Wunder von Jehova her nötig ist, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und Gerechtigkeit herzustellen. Damit wir nicht denken, es wäre gewesen, weil wir ganz tolle Beweise hatten oder Zeugen des Ganzen endlich aufstehen und die Wahrheit reden. Wenn Jehova uns befreit, dann ist allen Beobachtern klar, dass es Jehova war, der uns befreit hat!

    Hier in den Versen lese ich, dass dies kein frommer Wunsch von uns ist, sondern dass Jehova schon öfters genau so gehandelt hat und aus eben diesem Grunde! Aber es erfordert auch einen sehr starken Glauben von unserer Seite und bedingungsloses Vertrauen in Jehova.

    Tja, um wieder zum Buch Richter zurück zu kommen: Jehova reduziert die Schlachtreihen Gideons von 32.000 Kriegern auf nur 300 (Verse 2-8)!

    Interesant auch die Kriegsführung der 300 Krieger, denn sie bedienen sich auf Jehovas Anweisung hin einer List. Sie selbst greifen garnicht zum Schwert. Das erledigen die Feinde schon selbst, die sich untereinander “hinschlachteten” (Vers 19-22).

  8. Juleam 20. März 2009 um 02:52 Link zum Kommentar

    Richter 8:22-27
    scheinbar fahren die Menschen “von Natur aus” auf Reliquienverehrung ab?

    Gideon lässt sich das erbeutete Gold geben und macht daraus einen Ephod, den er zur Erinnerung in seiner Stadt Ophra ausstellte. Aber er wurde zweckentfremdet. “Ganz Israel begann, dort unsittlichen Verkehr damit zu haben, so dass es Gideon und seinen Hausgenossen zu einer Schlinge wurde”.

    Schade, dass der Mensch anscheinend zu solchem Verhalten neigt.

    Umso wichtiger ist es, dass wir täglich in der Bibel lesen und ernsthaft über das Gelesene nachsinnen. Nur so kann uns Jehovas Wort, seine Maßstäbe und seine Gebote “in Fleisch und Blut ùbergehen”.

    Und das ist es ja, was wir wollen – oder?

  9. WT 01.11.77am 20. März 2009 um 02:59 Link zum Kommentar


    Ein bescheidener Richter wollte sichergehen

    ES GESCHAH im 13. Jahrhundert v. u. Z., ungefähr 200 Jahre nach dem Tode Josuas, des Nachfolgers Mose. Ort der Handlung war das Tal Jesreel im nördlichen Teil des Landes, das Gott den Israeliten verheißen hatte.

    Was geschah damals, was für uns heute von Interesse ist? Einer der Richter Israels schlug mit einem Heer von 300 Mann eine feindliche Streitmacht von ungefähr 135 000 Mann.

    Wie war so etwas möglich? Eine wichtige Rolle spielte dabei das Bestreben dieses Richters, sicherzugehen, daß Gott ihn unterstützte.

    Den biblischen Bericht über dieses erstaunliche Ereignis finden wir in Richter, Kapitel 6 bis 8, und er fängt mit den Worten an: “Dann begannen die Söhne Israels zu tun, was böse war in den Augen Jehovas. Da gab Jehova sie sieben Jahre lang in die Hand Midians. Und die Hand Midians gewann die Oberhand über Israel” (Ri. 6:1, 2). Wenn die Israeliten aussäten, “pflegten sich [die Midianiter und andere Plünderer] wider sie zu lagern und den Ertrag der Erde zu verderben, den ganzen Weg bis Gasa, und sie pflegten weder Lebensunterhalt noch Schaf, noch Stier, noch Esel in Israel übrigzulassen” (Ri. 6:4).

    GOTT ERWÄHLT “DEN KLEINSTEN”

    In ihrer Verzweiflung riefen “die Söhne Israels Midians wegen zu Jehova um Hilfe” (Ri. 6:7). Gott erweckte daher einen Mann aus der Familie Abiësers (die zum Stamm Manasse gehörte) als Richter und Befreier: Gideon, den Sohn des Joas. Während Gideon in einer Weinkelter Getreide drosch, um vom Feind nicht gesehen zu werden, erschien ihm ein Engel, der zu ihm sagte: “Jehova ist mit dir, du tapferer Starker.” Überrascht fragte Gideon, wie Gott mit den Israeliten sein könne, wenn sie sich doch in einer solch entsetzlichen Lage befänden. “Da wandte sich Jehova [durch seinen Engel] ihm zu und sprach: ,Geh in dieser deiner Kraft, und du wirst bestimmt Israel aus der Faust Midians retten. Sende nicht ich dich?’ ” (Ri. 6:11-14).

    Gideons Reaktion auf diesen Auftrag Gottes verrät Bescheidenheit. Er antwortete: “Entschuldige mich, Jehova. Womit soll ich Israel retten? Siehe! Meine Tausendschaft ist die geringste in Manasse, und ich bin der Kleinste in meines Vaters Hause.” Doch Gott versicherte ihm: “Weil ich mich als mit dir seiend erweisen werde, und du wirst bestimmt Midian niederschlagen wie e i n e n Mann” (Ri. 6:15, 16).

    Gideon war sich dennoch bewußt, wie schwierig es sein würde, gegen die Midianiter und andere Völker, die sich ihnen anschließen könnten, Krieg zu führen. Deshalb bat er um ein “Zeichen”, um sicherzugehen, daß dieser Auftrag wirklich von Gott stammte. Er brachte eine Gabe, bestehend aus Fleisch, ungesäuerten Kuchen und Brühe, dar, legte sie auf einen großen Felsen und goß die Brühe aus. Der Engel berührte das Fleisch und die ungesäuerten Kuchen mit seinem Stab, und Feuer stieg aus dem Felsen auf und verzehrte das Opfer, wonach der Bote verschwand. “Daher merkte Gideon, daß es Jehovas Engel war” (Ri. 6:17-22).

    In jener Nacht stellte Jehova seinen auserwählten Richter auf die Probe. Gott gebot ihm, den Altar, den sein Vater dem Gott Baal errichtet hatte, niederzureißen, den heiligen Pfahl, der daneben stand, umzuhauen und an seiner Stelle einen Altar für Jehova zu errichten und darauf den siebenjährigen Stier seines Vaters Joas (offensichtlich ein Stier, den man als dem Baal geheiligt betrachtete) zu opfern. Der heilige Pfahl sollte als Brennholz dienen. Mutig nahm Gideon diese Aufgabe an. Doch er war vorsichtig und führte sie nachts aus (Ri. 6:25-27).

    Als die Männer der Stadt am nächsten Morgen aufstanden und sahen, was geschehen war, forderten sie den Tod Gideons. Doch Joas, sein Vater, setzte sich für ihn ein und erklärte, wenn Baal wirklich ein Gott sei, solle er sich selbst verteidigen (Ri. 6:28-32).

    UNGEWÖHNLICHE SCHLACHTVORBEREITUNGEN

    Im Bibelbericht heißt es weiter: “Ganz Midian und Amalek und die Ostleute versammelten sich wie e i n Mann und zogen dann hinüber und lagerten sich in der Tiefebene Jesreel.” Gideon wurde dann von Jehovas Geist eingehüllt. Er rief die Abiësriter zur Schlacht zusammen und sandte auch Boten durch ganz Manasse sowie zu den Stämmen Ascher, Sebulon und Naphtali und forderte sie auf, sich ihm anzuschließen (Ri. 6:33-35). Die Gesamtzahl derer, die sich zu ihm scharten, betrug 32 000. Im feindlichen Lager befanden sich jedoch ungefähr 135 000 Mann – eine vierfache Übermacht.

    Zu diesem Zeitpunkt bat Gideon Gott, zwei Wunder zu wirken, um sich noch einmal zu vergewissern, daß Gott das Vorgehen gegen die Midianiter unterstützte. Er bat darum, daß ein Vlies, das über Nacht auf einer Dreschtenne lag, von Tau vollgesogen sein sollte, während der Boden rundherum trocken wäre, und in der darauffolgenden Nacht sollte das Vlies trocken und der Boden feucht sein. Gott erfüllte ihm diese beiden Bitten (Ri. 6:36-40).

    Als sich Gideon und seine Streitkräfte lagerten und sich auf die Feindberührung vorbereiteten, erließ Jehova einen unerwarteten Befehl: “Zu viel ist für mich des Volkes, das mit dir ist, als daß ich Midian in ihre Hand gäbe. Vielleicht würde sich Israel wider mich brüsten und sprechen: ,Meine Hand ist es, die mich gerettet hat.’ Und jetzt, rufe bitte vor den Ohren des Volkes aus, indem du sprichst: ,Wer fürchtet sich und zittert? Er ziehe sich zurück.’ ” Gehorsam stellte Gideon sie auf die Probe. Mit welchem Ergebnis? “Darauf zogen sich zweiundzwanzigtausend vom Volke zurück, und da waren zehntausend, die übrigblieben” (Ri. 7:2, 3). Die Übermacht, die Israel gegenüberstand, war plötzlich auf das 13fache angewachsen.

    Danach wies Jehova Gideon an, die restlichen 10 000 Mann zum Wasser hinunterzuführen, um sie weiter auf die Probe zu stellen. Die meisten ließen in ihrer Wachsamkeit nach und knieten sich gierig nieder, um zu trinken. Doch 300 Mann blieben wachsam und beugten sich nur so weit nieder, daß sie mit ihrer Hand Wasser zum Mund schöpfen konnten. Gott sagte dann: “Durch die dreihundert Mann . . . werde ich euch retten, und ich will Midian in deine Hand geben” (Ri. 7:4-7). Somit war die Übermacht auf das 450fache gestiegen.

    Gott sagte Gideon, er solle, falls er sich fürchte, mit einem Diener das feindliche Lager bei Nacht auskundschaften. Gideon tat es und konnte hören, wie ein Midianiter seinem Gefährten einen Traum erzählte. Der Mann hatte geträumt, daß ein runder Gerstenbrotkuchen in das Lager Midians rollte und eines der Zelte dem Erdboden gleichmachte. Sein Gefährte rief aus: “Das ist nichts anderes als das Schwert Gideons, des Sohnes des Joas, eines Mannes von Israel. Der wahre Gott hat Midian und das ganze Lager in seine Hand gegeben” (Ri. 7:9-14).

    Gestärkt kehrte Gideon in das Lager Israels zurück und organisierte den Marsch gegen den Feind. Aber wie konnten 300 Mann gegen 135 000 die Oberhand gewinnen?

    “SCHWERT JEHOVAS UND GIDEONS”

    Der vorsichtige Richter teilte seine Krieger in drei Trupps von je 100 Mann auf. Dadurch konnten sie von drei Seiten gegen den Feind vorrücken. Er gab jedem Krieger ein Horn, einen großen Tonkrug mit einer Fackel darin und erklärte: “Wenn ich in das Horn gestoßen habe, ich und alle, die mit mir sind, sollt auch ihr rings um das ganze Lager in die Hörner stoßen, und ihr sollt sagen: ,Jehovas und Gideons!’ ” (Ri. 7:16-18). Wie wirkte sich diese Strategie aus? Im Bibelbericht heißt es weiter:

    “Danach kam Gideon mit den hundert Mann, die mit ihm waren, zu Beginn der mittleren Nachtwache bis zum Rand des Lagers. Eben hatte man die Wachen aufgestellt. Und sie gingen daran, die Hörner zu blasen, und die großen Wasserkrüge, die sie in ihren Händen hatten, wurden zerschmettert. Darauf bliesen die drei Trupps die Hörner und zerschlugen die großen Krüge und ergriffen mit ihrer linken Hand die Fackeln und mit ihrer rechten die Hörner, um sie zu blasen, und sie begannen auszurufen: ,Schwert Jehovas und Gideons!’ Die ganze Zeit über blieben sie stehen, ein jeder an seiner Stelle, rings um das Lager her, und das ganze Lager begann zu laufen und brach in lautes Schreien aus und ergriff die Flucht. Und die dreihundert fuhren fort, die Hörner zu blasen, und Jehova richtete dann im ganzen Lager das Schwert eines jeden gegen den anderen; und das Lager floh weiter bis nach Beth-Schitta, auf Zerera zu, bis zu dem Randgebiet von Abel-Mechola bei Tabbath” (Ri. 7:19-22).

    Diese Strategie wirkte tatsächlich verheerend. Als die Hörner geblasen, die Krüge zerbrochen und die Fackeln ergriffen wurden und die Midianiter das Geschrei hörten, glaubten sie offensichtlich, sie seien von einem riesigen Heer umringt. Wahrscheinlich vermuteten sie hinter jeder Fackel nicht nur einen Mann, sondern einen ganzen Trupp Soldaten. Sie gerieten in Panik und ergriffen die Flucht, wobei unter ihren eigenen Leuten “das Schwert eines jeden gegen den anderen” gerichtet war.

    Gideon, der entschlossen war, den Feind vernichtend zu schlagen, rief nun von den Stämmen Manasse, Ascher, Naphtali und Ephraim Hilfe herbei. Diese fielen über die fliehenden Midianiter her und schnitten ihre Fluchtwege ab. Männer des Stammes Ephraim nahmen Oreb und Seëb, die beiden Fürsten Midians, gefangen (Ri. 7:23-25).

    Dann geschah etwas, was erneut Gideons vorzügliche Einstellung verriet. Wir lesen: “Dann sprachen die Männer Ephraims zu ihm: ,Was ist das für eine Sache, die du uns angetan hast, daß du uns nicht riefst, als du darangingst, gegen Midian zu kämpfen?’ Und sie suchten heftig, Zank mit ihm anzufangen.” Der tapfere Richter antwortete ihnen jedoch mit lobenswerter Bescheidenheit: “Was habe ich nun schon im Vergleich zu euch getan? . . . In eure Hand hat Gott Midians Fürsten Oreb und Seëb gegeben, und was habe ich da im Vergleich zu euch zu tun vermocht?” Diese milde Antwort wendete weiteren Streit ab (Ri. 8:1-3; Spr. 15:1).

    Trotz Müdigkeit überquerten dieser mutige Richter und seine 300 Mann den Jordan und verfolgten Sebach und Zalmunna, die Könige Midians. Unterwegs erbat sich Gideon von den Männern von Sukkoth Proviant, doch die Fürsten von Sukkoth lehnten ab und sprachen: “Sind die Fäuste Sebachs und Zalmunnas schon in deiner Hand, so daß deinem Heere Brot gegeben werden muß?” Dasselbe geschah in der Stadt Penuel (Ri. 8:4-9).

    Trotz Mühsalen setzten Gideon und seine Männer die Verfolgungsjagd fort. Schließlich machten sie Sebach und Zalmunna sowie 15 000 ihrer Männer, die übriggeblieben waren, ausfindig. Erneut ließ dieser von Gott ernannte Richter Vorsicht walten, denn er “begann das Lager zu schlagen, während sich das Lager in Sicherheit wähnte” (Ri. 8:10, 11). Sebach und Zalmunna flohen, doch sie wurden gefangengenommen und von Gideon getötet (Ri. 8:12, 18-21).

    Die Israeliten waren für den Sieg, den Gideon errungen hatte, so dankbar, daß sie ihn baten, eine Dynastie zu gründen, die über sie herrschen sollte. Aber er begehrte nicht den Pomp und die Menschenverherrlichung, die mit einer von Menschen geschaffenen Königswürde verbunden sind. “Ich selbst werde nicht über euch herrschen, noch wird mein Sohn über euch herrschen. Jehova ist es, der über euch herrschen wird” (Ri. 8:22, 23).

    Gideon bat daraufhin um goldene Schmuckgegenstände, die man erbeutet hatte. Er stellte daraus ein kostbares Ephod oder Priestergewand her, das wahrscheinlich mit wertvollen Steinen verziert war. Vielleicht hatte er einen guten Beweggrund dabei und betrachtete das Ephod als ein Andenken an den Sieg über Midian. Es erwies sich allerdings als ein Stein des Anstoßes, denn “ganz Israel begann, dort unsittlichen Verkehr damit [mit dem Ephod] zu haben, so daß es Gideon und seinen Hausgenossen zu einer Schlinge wurde” (Ri. 8:27). Anscheinend gebrauchten die Israeliten das kostbare Gewand für eine Form von falscher Anbetung.

    WERTVOLLE LEKTIONEN FÜR UNSERE TAGE

    Der Bibelbericht über Gideon enthält wertvolle Lektionen für heute lebende Menschen. Betrachten wir zum Beispiel Gideons Vorsicht. Ist dir aufgefallen, daß dieser Richter wiederholt nach übernatürlichen Beweisen dafür ausblickte, daß Gott ihn unterstützte? Dadurch verriet er keinen Mangel an Glauben. Die Bereitschaft, gegen eine vierfache Übermacht anzukämpfen – ganz zu schweigen davon, daß sie auf das 13fache und schließlich auf das 450fache anstieg -, erforderte großen Glauben. Doch trotz seines starken Glaubens wollte sich Gideon der Unterstützung Gottes in einer für Menschen unmöglichen Aufgabe vergewissern. Selbst nachdem er diese Zusicherung erhalten hatte, ließ er Vorsicht walten und rückte erst gegen die Feinde vor, als sie sich in Sicherheit wägten.

    Ähnlich verhält es sich heute. Christen sehen sich in einer Welt, die wahren Anbetern Jehovas feindlich gesinnt ist, einer großen Übermacht gegenüber (Joh. 15:18, 19). Alle, die in dieser Zeit Gott wohlgefallen möchten, müssen sich ständig mit der Bibel befassen, um sich zu vergewissern, daß ihr heiliger Dienst damit übereinstimmt und Gottes Unterstützung hat (2. Kor. 13:5). Wie Gideon Vorsicht walten ließ, als er den Baalsaltar in der Nacht niederriß, müssen auch Christen “vorsichtig wie Schlangen” sein und taktvoll ihr Werk des Zeugnisgebens und Jüngermachens durchführen, durch das religiöse Lügen umgestoßen werden (Matth. 10:16; 24:14; 28:19, 20). Sie wählen günstige Zeiten aus und entscheiden sich für Methoden, durch die die christliche Botschaft bei Personen, die die richtige Herzenseinstellung haben, eine vorteilhafte Wirkung hervorruft.

    Eine weitere Lehre wird uns durch Gideons Demut erteilt. Die Bibel ermahnt Christen, die gleiche Einstellung zu entwickeln und ‘nichts aus Streitsucht oder aus Ichsucht zu tun, sondern demütig zu sein’ (Phil. 2:3).

    Überdies ist dieser biblische Bericht prophetisch. Der Richter Gideon schattet Christus Jesus vor, dem Gott “das gesamte Gericht . . . übergeben” hat (Joh. 5:22). In der Bibel wird vorhergesagt, daß Jesus bald zusammen mit Engelheeren gegen “die Könige der Erde und ihre Heere” Krieg führen wird (Offb. 19:11, 14, 19). Der Ausgang wird dem entsprechen, was der Psalmist in seinem Gebet über die durch Gideon herbeigeführte Befreiung sagte: “Tue an ihnen wie an Midian . . . Was ihre Edlen betrifft, so mache sie wie Oreb und wie Seëb und wie Sebach und wie Zalmunna . . ., damit man erkenne, daß du, dessen Name Jehova ist, du allein, der Höchste bist über die ganze Erde” (Ps. 83:9-18).

  10. WT 01.09.01am 20. März 2009 um 03:00 Link zum Kommentar


    Wie wir gute Entscheidungen treffen können

    DIE Willensfreiheit ist ein Geschenk Gottes. Ohne sie wären wir kaum mehr als Roboter, die das, was sie tun, nicht selbst steuern können. Die Willensfreiheit bringt allerdings Herausforderungen mit sich. Da wir mit dieser Willensfreiheit ausgestattet sind, stellt uns das Leben immer wieder vor Entscheidungen.

    Natürlich sind viele Entscheidungen eher unbedeutend. Andere, wie die Entscheidung darüber, welche Laufbahn man einschlagen soll oder ob man heiraten möchte, können unsere gesamte Zukunft beeinflussen. Dann gibt es Entscheidungen, die sich auf andere auswirken. Manche elterlichen Entscheidungen haben weitreichende Auswirkungen auf ihre Kinder. Außerdem gibt es viele Entscheidungen, für die wir Gott Rechenschaft ablegen müssen (Römer 14:12).

    Hilfe nötig

    Der Mensch hat sich, was das Treffen von Entscheidungen angeht, nicht als sehr erfolgreich erwiesen. Eine der allerersten Entscheidungen des Menschen, von denen berichtet wird, war katastrophal. Eva entschied sich dafür, von der Frucht zu essen, was Gott ausdrücklich verboten hatte. Ihre Wahl, bei der sie einem selbstsüchtigen Verlangen folgte, führte dazu, daß ihr Mann sich ihr in ihrem Ungehorsam gegenüber Gott anschloß, und das brachte großes Leid über die Menschheit. In vielen Fällen richten sich Menschen bei ihren Entscheidungen noch immer eher nach selbstsüchtigen Wünschen als nach gerechten Grundsätzen (1. Mose 3:6-19; Jeremia 17:9). Und wenn wir vor einer schwerwiegenden Entscheidung stehen, wird uns oft bewußt, daß wir an Grenzen stoßen.

    Es überrascht daher nicht, daß sich viele Menschen vor bedeutenden Entscheidungen an höhere Stellen um Hilfe wenden. Die Bibel berichtet davon, daß Nebukadnezar einmal eine Entscheidung fällen mußte, als er mitten in einem Feldzug war. Er als König meinte, “zu Wahrsagung Zuflucht” nehmen und die Geister befragen zu müssen. Daher heißt es in dem Bericht: “Er hat die Pfeile geschüttelt. Er hat mit Hilfe der Teraphim gefragt; er hat die Leber beschaut” (Hesekiel 21:21). Ebenso wenden sich heute viele an Wahrsager und Astrologen oder suchen anderweitig von Geistern Hilfe zu erlangen. Doch diese höheren Stellen sind trügerisch und irreführend (3. Mose 19:31).

    Es gibt aber jemand, der absolut vertrauenswürdig ist und der zu allen Zeiten Menschen geholfen hat, sich richtig zu entscheiden. Dabei handelt es sich um niemand anders als Jehova Gott. In alter Zeit zum Beispiel gab Gott seiner Nation die Urim und Tummim – wahrscheinlich heilige Lose, die geworfen wurden, wenn sich die Nation in einer Situation befand, die von großer Bedeutung war. Durch die Urim und Tummim beantwortete Jehova Fragen direkt und versicherte den älteren Männern Israels, daß ihre Entscheidungen mit seinem Willen übereinstimmten (2. Mose 28:30; 3. Mose 8:8; 4. Mose 27:21).

    Nehmen wir ein weiteres Beispiel. Als Gideon aufgefordert wurde, die Heere Israels gegen Midian anzuführen, mußte er sich entscheiden, ob er dieses große Vorrecht annehmen wollte oder nicht. Gideon, der ganz sicher sein wollte, daß er die Unterstützung Jehovas hatte, bat um ein übernatürliches Zeichen. Er betete, daß ein über Nacht ausgelegtes Vlies mit Tau benetzt werden, der Erdboden hingegen trocken bleiben möge. Am darauffolgenden Abend betete er, das Vlies solle trocken bleiben und der Erdboden solle von Tau durchnäßt sein. Jehova gab Gideon gütigerweise jeweils das gewünschte Zeichen. Infolgedessen traf Gideon die richtige Entscheidung und bereitete mit der Unterstützung Gottes den Feinden Israels eine völlige Niederlage (Richter 6:33-40; 7:21, 22).

    Wie sieht es heute aus?

    Jehova bietet seinen Dienern heute immer noch Hilfe an, wenn sie vor wichtigen Entscheidungen stehen. Hilfe welcher Art? Sollten wir wie Gideon einen “Vlies-Test” durchführen, um Zeichen bitten, damit wir wissen, welchen Weg wir einschlagen sollen? Ein Ehepaar überlegte, ob es in ein Gebiet ziehen sollte, wo ein größerer Bedarf an Königreichsverkündigern besteht. Als Entscheidungshilfe leiteten beide alles für einen Test in die Wege: Sie boten ihr Haus zu einem bestimmten Preis zum Verkauf an. Sollte das Haus bis zu einem festgesetzten Datum zu dem angegebenen Preis oder teurer verkauft sein, dann wäre das für sie ein Hinweis, daß Gott für den Umzug war. Sollte der Verkauf nicht zustande kommen, dann, so ihre Schlußfolgerung, wäre Gott gegen den Umzug.

    Der Verkauf des Hauses kam nicht zustande. Wollte Jehova nicht, daß die beiden dort dienen, wo Hilfe dringender benötigt wird, und war das ein Hinweis darauf? Natürlich wäre es vermessen, kategorisch festlegen zu wollen, was Jehova für seine Diener tut oder nicht tut. Man kann nicht ausschließen, daß Jehova sich heute einschaltet, um uns seinen Willen zu zeigen (Jesaja 59:1). Aber es steht uns nicht zu, bei weitreichenden Entscheidungen solch ein Eingreifen zu erwarten und die Entscheidung im Grunde genommen Gott zu überlassen. Auch Gideon mußte ja die meiste Zeit seines Lebens Entscheidungen treffen, ohne übernatürliche Zeichen von Jehova zu erhalten.

    Aber die Bibel sagt, daß göttliche Anleitung vorhanden ist. Für unsere Zeit wird vorhergesagt: “Deine Ohren, sie werden ein Wort hinter dir sagen hören: ,Dies ist der Weg. Wandelt darauf’, falls ihr zur Rechten gehen solltet oder falls ihr zur Linken gehen solltet” (Jesaja 30:21). Wenn wir in wichtigen Angelegenheiten vor eine Wahl gestellt werden, ist es vollkommen angebracht, sichergehen zu wollen, daß unsere Entscheidung dem Willen Gottes entspricht und seine überlegene Weisheit widerspiegelt. Wie? Indem wir sein Wort zu Rate ziehen, damit es ‘eine Leuchte unserem Fuß und ein Licht für unseren Pfad’ sein kann (Psalm 119:105; Sprüche 2:1-6). Dafür müssen wir es uns zur Gewohnheit machen, genaue Erkenntnis aus der Bibel in uns aufzunehmen (Kolosser 1:9, 10). Und vor einer Entscheidung gilt es, sorgfältig alle biblischen Grundsätze zu untersuchen, die mit der Angelegenheit zu tun haben. Dieses Nachforschen versetzt uns dann in die Lage, ‘uns der wichtigeren Dinge zu vergewissern’ (Philipper 1:9, 10).

    Außerdem sollten wir zu Jehova beten und davon überzeugt sein, daß er uns zuhört. Es tröstet uns sehr, unserem liebevollen Gott erklären zu können, vor welcher Entscheidung wir stehen und welche Möglichkeiten für uns in Frage kommen. Danach können wir ihn zuversichtlich um Führung bitten, die richtige Wahl zu treffen. Oftmals wird uns der heilige Geist an zutreffende biblische Grundsätze erinnern, oder er hilft uns vielleicht, einen Bibeltext besser zu verstehen, der in Zusammenhang mit unserer Situation steht (Jakobus 1:5, 6).

    Jehova hat auch dafür gesorgt, daß es in der Christenversammlung reife Menschen gibt, mit denen wir über unsere Entscheidung reden können (Epheser 4:11, 12). Wenn wir andere zu Rate ziehen, sollten wir allerdings nicht, wie manche es tun, einen nach dem anderen ansprechen, bis uns jemand das sagt, was wir hören wollen, und diesem Rat dann folgen. Außerdem dürfen wir das warnende Beispiel Rehabeams nicht vergessen. Als von ihm eine ernste Entscheidung verlangt wurde, gaben ihm die älteren Männer, die seinem Vater gedient hatten, einen ausgezeichneten Rat. Doch anstatt diesem zu folgen, beriet er sich mit den jungen Männern, mit denen er aufgewachsen war. Er befolgte ihren Rat und traf eine folgenschwere Entscheidung, die dazu führte, daß er einen Großteil seines Königreiches einbüßte (1. Könige 12:1-17).

    Wenn wir Rat einholen, dann von einem lebenserfahrenen Menschen, der eine gute biblische Erkenntnis und tiefe Ehrfurcht vor gerechten Grundsätzen hat (Sprüche 1:5; 11:14; 13:20). Nehmen wir uns möglichst die Zeit, um über die einschlägigen Grundsätze und den gesamten Aufschluß, den wir zusammengetragen haben, nachzusinnen. Wenn wir die Angelegenheit schließlich im Licht des Wortes Jehovas sehen, wird es wahrscheinlich offensichtlicher, welches die richtige Entscheidung ist (Philipper 4:6, 7).

    Entscheidungen, die wir treffen

    Manche Entscheidungen fallen leicht. Als man den Aposteln gebot, das Zeugnisgeben einzustellen, wußten sie, daß sie weiterhin über Jesus sprechen mußten, und teilten dem Sanhedrin unverzüglich ihren Entschluß mit, Gott mehr zu gehorchen als Menschen (Apostelgeschichte 5:28, 29). Über andere Entscheidungen muß man länger nachdenken, weil in der Bibel darüber nicht direkt etwas gesagt wird. Trotzdem wird durch biblische Grundsätze in der Regel deutlicher, welche Entscheidung die beste ist. Beispielsweise waren viele heutige Formen der Unterhaltung in den Tagen Jesu unbekannt, aber es gibt eindeutige biblische Aussagen darüber, was Jehova gefällt und was ihm mißfällt. Demnach hat jeder Christ, der eine Unterhaltung wählt, die Gewalt, Unmoral oder rebellisches Handeln verherrlicht, eine schlechte Entscheidung getroffen (Psalm 97:10; Johannes 3:19-21; Galater 5:19-23; Epheser 5:3-5).

    Manchmal gibt es zwei richtige Entscheidungsmöglichkeiten. Dort zu dienen, wo Hilfe dringender benötigt wird, ist ein schönes Vorrecht und kann mit großen Segnungen einhergehen. Wenn sich aber jemand aus irgendeinem Grund nicht dazu entschließt, dann kann er in seiner Heimatversammlung immer noch vortreffliche Arbeit leisten. Gelegentlich mögen wir vor einer Entscheidung stehen, durch die wir zeigen können, wie ergeben wir Jehova sind oder was das Wichtigste in unserem Leben ist. Auf diese Weise gewährt uns Jehova, unsere Willensfreiheit zu nutzen, um zu zeigen, wie es in unserem Herzen wirklich aussieht.

    Häufig wirken sich unsere Entscheidungen auch auf andere aus. Zum Beispiel waren die Christen im ersten Jahrhundert froh, von vielen Bestimmungen des Gesetzes frei zu sein. Das bedeutete unter anderem, daß sie Speisen, die unter dem Gesetz unrein gewesen waren, annehmen oder ablehnen konnten. Trotzdem wurden sie ermuntert, bei der Entscheidung, ob sie von dieser Freiheit Gebrauch machten oder nicht, das Gewissen anderer zu berücksichtigen. Was Paulus dazu sagte, läßt sich auf viele Entscheidungen, die wir treffen, anwenden: “Bewahrt euch beständig davor, . . . Anlaß zum Straucheln zu geben” (1. Korinther 10:32). Der Wunsch, andere nicht zum Straucheln zu bringen, kann uns bei vielen Entscheidungen helfen. Schließlich ist die Liebe zum Nächsten das zweitgrößte Gebot (Matthäus 22:36, 39).

    Wie sich Entscheidungen auswirken

    Entscheidungen, die man nach bestem Wissen und Gewissen getroffen hat und die sich auf biblische Grundsätze stützen, werden sich auf lange Sicht immer positiv auswirken. Sie können uns natürlich kurzfristig Opfer abverlangen. Als die Apostel dem Sanhedrin ihren Entschluß mitteilten, weiterhin über Jesus zu sprechen, ließ man sie erst gehen, nachdem man sie ausgepeitscht hatte (Apostelgeschichte 5:40). Als die drei Hebräer – Schadrach, Meschach und Abednego – beschlossen, sich nicht vor dem goldenen Standbild Nebukadnezars niederzubeugen, brachten sie sich dadurch in Lebensgefahr. Sie schlossen nicht aus, daß ihre Entscheidung für sie den Tod bedeuten konnte. Aber sie wußten, daß sie Gottes Wohlgefallen und seinen Segen haben würden (Daniel 3:16-19).

    Wenn wir nach einer gut überlegten Entscheidung auf Schwierigkeiten stoßen, brauchen wir nicht anzunehmen, die Entscheidung sei falsch gewesen. “Zeit und unvorhergesehenes Geschehen” kann sich selbst auf eine Entscheidung nachteilig auswirken, die mit den allerbesten Absichten getroffen wurde (Prediger 9:11). Außerdem läßt Jehova manchmal Widrigkeiten zu, um zu prüfen, ob wir wirklich bei unserer Entscheidung bleiben. Jakob mußte die ganze Nacht mit einem Engel ringen, bevor er einen Segen erhielt (1. Mose 32:24-26). Auch wir haben vielleicht mit widrigen Umständen zu kämpfen, selbst wenn wir das Richtige tun. Wenn unsere Entscheidungen dem Willen Gottes entsprechen, können wir dennoch sicher sein, daß Gott uns helfen wird auszuharren und uns schließlich auch segnen wird (2. Korinther 4:7).

    Vertrauen wir daher bei wichtigen Entscheidungen nicht auf unsere eigene Weisheit. Forschen wir nach, welche biblischen Grundsätze gelten. Sprechen wir mit Jehova über die Angelegenheit. Ziehen wir, soweit möglich, reife Mitchristen zu Rate. Dann gilt es, mutig zu sein. Nutzen wir unsere Willensfreiheit, die wir von Gott erhalten haben, auf verantwortungsvolle Weise. Treffen wir eine gute Entscheidung, und zeigen wir Jehova, daß unser Herz ihm gegenüber redlich ist.

  11. Bilder für Kidsam 20. März 2009 um 03:02 Link zum Kommentar

    Bilder zum Ausmalen für die Kids – wenn ihr die Links unter den Fotos anklickt, kommt ihr zu der großen Version, die ihr euch dann runterladen und/oder ausdrucken könnt *freu*

    Gideon

    Gideon

  12. Dramaam 20. März 2009 um 03:04 Link zum Kommentar

    passend zu der Geschichte, wie Gideon mit Jehovas Hilfe das Volk befreite, finden wir auf der Webseite der Gesellschaft ein Drama

    Gideon

    Warum sollten wir theokratische Richtlinien respektieren?

    Wie wir ja im Erwachet von April gelesen haben, wie wir mehr Freude am Bibellesen bekommen, gehört das Hören von passenden Dramen zum Stoff mit dazu.

    Viel Freude beim Hören…

  13. Juleam 21. März 2009 um 03:08 Link zum Kommentar

    Richter 9-12


    Abimelech – ein Sohn Gideons


    Richter, Kapitel 9

    Hammer! Abimelech, ein Sohn von Gideon geht los, weil er alleine herrschen will und bekommt aus dem Tempelschatz Baals Geld “und damit ging Abimelech daran, lose und freche Männer zu dingen, damit sie ihn begleiteten …. und tötete seine Brüder…” (Richter 9:4,5)

    Wenn man bedenkt, dass alle Beteiligten Israeliten waren, also eigentlich Anbeter Jehovas! Thom hat wirklich Recht: solche Menschen hat es unter Gottes Volk schon immer gegeben.

    Aber ist schon süß, dass solche Leute nicht nur immer wieder mit ihrer Frechheit durch kommen, sondern sogar noch Anhänger finden. Denn im Anschluß an seine “Reinigungsaktion” versammelten sich alle und gingen zu ihm “und veranlaßten, dass Abimelech als König regierte” (Vers 6).

    Hab ich immer wieder Schwierigkeiten mit, wenn ich sowas lese. Denn ICH würde mich angewidert von solchen Personen abwenden, wollte überhaupt nichts mit so jemanden zu tun haben.

    Lustig, was einige Verse später von Abimelech gesagt wird: “Und Abimelech spielte sich drei Jahre lang als Fürst über Israel auf” (Vers 22). Ganz klar, was Jehova von diesem Vorgehen hielt, auch wenn er es zuließ und nicht verhinderte.

    Ähm, hatten wir gedacht, es interessierte Jehova nicht, was passiert war – weil er nichts gemacht hatte und Abimelech drei Jahre lang gewähren ließ?

    Richter 9:23-25

    Da ließ Gott einen schlechten Geist zwischen Abimelech und den Grundbesitzern von Sichem aufkommen, und die Grundbesitzer von Sichem handelten dann treulos gegen Abimelech, 24 damit die an den siebzig Söhnen Jerubbaals verübte Gewalttat käme und damit er ihre Blut[schuld] auf Abimelech, ihren Bruder, lege, weil er sie getötet hatte, und auf die Grundbesitzer von Sichem, weil sie seine Hände gestärkt hatten, seine Brüder zu töten. 25 Da legten ihm die Grundbesitzer von Sichem auf den Gipfeln der Berge Leute in den Hinterhalt, und gewöhnlich beraubten sie jeden, der auf der Straße an ihnen jeweils vorüberkam. Das wurde mit der Zeit Abimelech berichtet.

    Jehova bewirkte, dass sich die Grundbesitzer gegen Abimelech wandten, weil er seine Brüder getötet hatte. Aber damit nicht genug denn auch die Grundbesitzer bekamen ihren Teil ab. Warum? “weil sie seine Hände gestärkt hatten, seine Brüder zu töten”.

    Was lernen wir daraus?

    Nicht nur der, der alle Maßstäbe Jehovas über Bord wirft und seinen Brüdern schadet ist für Jehova nicht annehmbar, sondern auch diejenigen, die so jemanden unterstützen. Ja, wir haben in den vergangenen Büchern gelesen, dass sogar diejenigen nicht Jehovas Wohlgefallen haben, die Kenntnis von solchen Vorfällen haben – und weg sehen (“was geht das mich an?).

    In Vers 24 wird sogar gesagt, dass alle Blutschuld auf sich geladen haben. Also eine sehr sehr ernste Sache!

    Tja, wirklich eine sehr üble Geschichte. Hier sucht scheinbar jeder, wie er dem anderen Schaden zufügen kann. Nichts für mich, wäre auch sicherlich ziemlich anstrengend. Ausserdem habe ich es lieber ruhig, friedich und harmonisch.

    Aber wie ging das Ganze aus?

    Zu Anfangs hatte der einzige überlebende Bruder von Abimelech, Jotham, Abimelech und die Grundbesitzer verflucht. Dann taucht er nicht mehr auf. Wahrscheinlich hat er ebenso gedacht und empfunden wie ich – er hat sich lieber zurückgezogen, weil er keinen Bock auf den ganzen Zwist dort hatte.

    Interessant das Ende der Geschichte - an dem wir mal wieder erkennen können, wie Jehova die Dinge sieht:

    Richter 9:55-57

    Als die Männer Israels schließlich sahen, daß Abimelech gestorben war, gingen sie nun jeder an seinen Ort. 56 So ließ Gott das Üble, das Abimelech seinem Vater angetan hatte, indem er seine siebzig Brüder tötete, [auf ihn] zurückkommen. 57 Und alles Üble der Männer von Sichem ließ Gott auf ihr eigenes Haupt zurückkommen, damit der Fluch Jothams, des Sohnes Jerubbaals, über sie komme.

    Jehova hatte also Jothams Hiferuf erhört und letztendlich die Dinge so geregelt, dass jedem Beteiligten Gerechtigkeit widerfuhr.

    Wie steht es mit uns? Wie reagieren wir, wenn man uns ein großes Unrecht antut? Handeln wir dann wie Jotham?

    Legen wir es Jehova in die Hand, suchen wir bei IHM Hilfe?

    Oder denken wir, wir müssten das selbst regeln und sorgen damit für Unruhe unter unseren Brüdern?

    Oder ziehen wir sogar unsere Brüder mit hinein, obwohl sie garnicht an dem Unrecht beteiligt sind?

    Aber vielleicht können wir auch auf Jehova warten, bis er die Dinge zu seiner Zeit regelt?

    Das wäre sicherlich sehr gut – wie uns das Beispiel von Jotham heute zeigt.

  14. Juleam 21. März 2009 um 03:09 Link zum Kommentar

    Richter 10

    Ach ja, das Volk Israel war schon süß. Lustig dienen sie allen möglichen Göttern nehmen Jehova nicht ernst, denken, sie könnten einfach tun, was sie wollen.

    Aber wenn es ihnen schlecht geht, DANN wenden sie sich an IHN, dann ist er wieder gut genug. Finde ich echt frech!

    Wie denkt Jehova darüber?

    Richter 10:11-14

    Dann sprach Jehova zu den Söhnen Israels: “War es nicht aus Ägypten und von den Amoritern und von den Söhnen Ammons und von den Philistern 12 und den Sidoniern und von Amalek und Midian, als sie euch bedrückten und ihr dann zu mir geschrien habt, daß ich euch daraufhin aus ihrer Hand rettete? 13 Ihr aber, ihr habt mich verlassen und den Dienst für andere Götter aufgenommen. Darum werde ich euch nicht wieder retten. 14 Geht und ruft die Götter um Hilfe an, die ihr erwählt habt. Sie mögen euch in der Zeit eurer Bedrängnis retten.”

    Ja, er denkt da genau wie ich. Und was tut das Volk nun?

    Nun, wo sie merken, dass sie zu weit gegangen sind, da bereuen sie auf einmal und da sind sie dann auch in der Lage, die fremdländichen Götter aus ihrer Mitte entfernen (Vers 15,16).

    Meinen sie ihre Reue wirklich ernst? Und haben sie die fremdländischen Götter aus ihrer Mitte entfernt, weil sie Jehova nicht mehr kränken wollen?

    Oder war es eher eine Art Handel: “wir werfen die Götter raus – und du hilfst uns dafür”?

    Denn funktioniert hat das ja immer. Sie riefen in ihrer Bedrängnis zu Jehova, er sagte ihnen, was schief läuft, sie bereuen und bringen schnell alles in Ordnung und ER befreite sie dann aus “ihrer Ungemach”.

    Allerdings lesen wir dann auch immer wieder, dass das Vok nach so einer Aktion Jehova diente. Aber wenn der jeweilige Richter verstarb, waren sie immer wieder schnell dabei “zu tun, was in Jehovas Augen böse war”.

    Diesmal erweckte Jehova Jephta als ihren Richter und Befreier.

  15. Juleam 21. März 2009 um 03:14 Link zum Kommentar

    Richter Kapitel 11

    So wie es aussieht, passiert sowas nicht nur Jehova. Auch Jephta kann ein Liedchen davon singen.

    Erst trieben seine Brüder ihn fort, da seine Mutter eine Prostituierte war und er daher nicht zu ihnen passte. Aber nun, wo sie jemanden brauchten, der sie aus ihrer Not befreite, ließen sie nach Jephta schicken.

    Wie fühlte er sich dabei?

    Richter 11:6,7

    Dann sprachen sie zu Jephtha: “Komm doch, und diene als unser Befehlshaber, und wir wollen gegen die Söhne Ammons kämpfen.” 7 Aber Jephtha sagte zu den älteren Männern Gileads: “Wart nicht ihr es, die mich so haßten, daß ihr mich aus dem Haus meines Vaters triebt? Und warum seid ihr gerade jetzt, da ihr in Bedrängnis seid, zu mir gekommen?”

    Er hat die gleichen Gefühle wie ich, fühlt sich irgendwie veräppelt und sagt ihnen das auch. Warum sollte NUN ausgerechnet er sie befreien? Warum sollte er seinen Kopf für sie hinhalten, wo sie doch vorher nichts mit ihm zu tun haben wollten?

    Ob sich seine Brüder wohl im Klaren darüber waren, wie unverschämt ihre Bitte eigentlich war? Oder dachten sie wieder mal nur an sich selbst?

    Warum ging Jephta nun mit? Weil er sich geschmeichelt fühlte und nun gern den Herrn, das Haupt über sie heraushängen lassen wollte?

    Er ging mit seinen Brüdern mit, weil er wußte, dass es Jehova war, der ihn als Richter und Retter seiner Brüder erweckt hatte; und DARUM ließ er seine negativen Gefühle von sich abgleiten und ging mit. Weil er Jehova liebte und ihm gehorsam dienen wollte, koste es, was es wolle. Dafür konnte man ruhig seinen Stolz opfern. Denn ein wahrer Anbeter Gottes ist nicht stolz, sondern zeichnet sich durch Demut aus!

    Aber es kostete Jephta unendlich mehr als das, denn er legte Jehova ein Gelübde ab (Vers 31), welches sich im Nachhinein als schlecht für ihn selbst erwies (Vers 34,34).

    “Aber, wenn sich mein Gelübde als schlecht für mich selbst erweist, dann muss ich es doch nicht halten – oder? Das kann Jehova doch garnicht von mir erwarten!”

    Wie dachte Jephta darüber? “…und ich habe meinen Mund vor Jehova aufgetan, und ich kann nicht zurücktreten”.

  16. Juleam 21. März 2009 um 03:16 Link zum Kommentar

    Wie dachte seine Tochter darüber? Immerhin war ja sie diejenige, die es ausbaden musste…

    Richter 11:37

    Und sie sprach weiter zu ihrem Vater: “Möge diese Sache mit mir getan werden: Laß mich für zwei Monate allein, und laß mich gehen, und ich will auf die Berge hinabgehen, und laß mich meine Jungfrauschaft beweinen, ich und meine Gefährtinnen.”

    Seine Tochter fügte sich. Aber nicht aus blindem Gehorsam ihrem Vater gegenüber, sondern weil es um ein Gelübde ging, dass ihr Vater Jehova gegeben hatte. Sie liebte Jehova ebenso wie ihr Vater und wollte alles tun, um sich in Jehovas Liebe zu bewahren.

    Eigentlich hätte sie nun sauer auf das Volk sein können, denn sie waren ja selbst zu feige und haben deshalb ihren Vater in den Krieg geschickt. Das Gelübde hatte ihr Vater ja nur abgegeben, damit Jehova ihm hilft, seine Brüder zu befreien. Ihn selbst ging das ja eigentlich überhaupt nichts an, denn er lebte ja nicht mal unter seinen Brüdern. Im Gegenteil, sie hatten ihn ja aus ihrer Mitte vertrieben.

    Hegte sie Groll? Das wird hier nicht so genau gesagt, nur, dass sie sich für zwei Monate mit ihren Freundinnen zurùck zog, um ihre Jungfrauschaft zu beweinen.

    Was bedeutete Jephtas Gelübde für sie? Sie würde niemals einen Ehemann haben, keine Kinder, würde den Rest ihres Lebens als “alte Jungfer” verbringen müssen.

    Ja, es fiel ihr schwer. Auch wenn sie Jehova von Herzen her liebte und gern alles tun wollte, um ihm wohl zu gefallen. Trotzdem war sie eine ganz normale junge Frau, die sich nach einem Partner und Kindern sehnte. Und schließlich war es ja nicht sie selbst, die dieses Gelübde abgelegt hatte. Es fiel ihr so schwer, dass sie zwei Monate brauchte, bis sie sich wieder gefangen hatte.

    Also brauchen wir uns nicht schämen, wenn es uns manchmal furchtbar schwer fällt, das zu tun, was Jehova von uns wünscht. Und es ist auch legitim, wenn wir darüber weinen, Die Hauptsache ist, dass wir es dann auch tun – das tun, was Jehova uns gebietet, auch wenn es uns schwer fällt.

    Psalm 126:5,6

    Die mit Tränen säen,
    Mit Jubelruf werden sie ernten.

    6 Wer auch wirklich auszieht, selbst unter Weinen,
    Einen Beutel voll Samen tragend,
    Wird ganz bestimmt mit Jubelruf heimkommen,
    Seine Garben tragend.

    Wurde es Jephtas Tochter denn gedankt, dass sie sich für das Volk geopfert hatten?

    In Vers 40 heißt es, dass es sogar “zu einem Gebot in ganz Israel wurde, … ihr vier Tage im Jahr Lob zu spenden” und somit auch Trost.

  17. Juleam 21. März 2009 um 03:16 Link zum Kommentar

    Warum verzweifelten Jephta und seine Tochter nicht an diesem Schicksal?

    Weil sie wussten, dass sie Jehovas Willen taten und dies ist ein sehr gutes Gefühl, dass auch uns immer wieder viel Trost, Kraft und inneren Frieden gibt.

    Außerdem hielten sie ihren Blick auf den Preis, auf die Belohnung gerichtet. Denn wenn Jephta und seine Tochter im Paradies wieder auferweckt werden, dann wird sie einen Mann und Kinder haben und Jephta Enkelkinder. Dann werden sie für all das entschädigt, worauf sie für Jehova verzichtet haben.

    Auch wir werden DANN für alle Unbill entschädigt werden, die wir für Jehova und die wahre Anbetung auf uns genommen haben. Das erfordert zwar sehr viel Glauben und bedingungsloses Vertrauen in Jehova, aber wir können wie Jesus den Blick auch weiterhin auf den Preis gerichtet haten und an die vor uns liegende Freude denken.

  18. WT 15.05.07am 21. März 2009 um 03:17 Link zum Kommentar


    Jephtha hält sein Gelübde

    EIN Krieger kehrt siegreich zurück, nachdem er sein Volk von Unterdrückung befreit hat. Seine Tochter kommt ihm jubelnd mit Reigentanz und Tamburinspiel entgegen. Doch als der Krieger seine Tochter sieht, zerreißt er seine Kleider. Warum nur? Freut er sich nicht genauso wie sie über seine sichere Heimkehr? Welche Schlacht hat er gewonnen? Wer ist der Mann?

    Es ist Jephtha, ein Richter im alten Israel. Um die anderen Fragen beantworten zu können und zu begreifen, wieso der Bericht für uns heute von Belang ist, werden wir zunächst die Vorgeschichte zu diesem ungewöhnlichen Wiedersehen heranziehen.

    Israel in der Krise

    Jephtha lebt in einer Krisenzeit. In Israel hat man die wahre Anbetung verworfen und man dient den Göttern von Sidon, Moab, Ammon und Philistäa. Jehova überlässt sein Volk daher den Ammonitern und Philistern; die Unterdrückung dauert 18 Jahre. Besonders schlecht ergeht es den Bewohnern Gileads, östlich des Jordan. Schließlich besinnen sich die Israeliten. Sie bitten Jehova reumütig um Hilfe, dienen ihm wieder und beseitigen ihre falschen Götter (Richter 10:6-16).

    Die Ammoniter schlagen in Gilead das Lager auf und Israel sammelt sich zum Krieg gegen sie. Doch Israel fehlt ein Anführer (Richter 10:17, 18). Auch Jephtha macht inzwischen einiges durch. Seine habgierigen Halbbrüder haben ihn weggejagt, weil sie sein Erbe für sich wollen. Jephtha ist aus diesem Grund nach Tob gezogen; die Gegend liegt östlich von Gilead und ist vor Israels Feinden ungeschützt. Dort schließen sich ihm “lose Männer” an. Vermutlich sind das Männer, die ihre Arbeit durch die Unterdrücker verloren oder sich gegen die Knechtschaft aufgelehnt haben. Sie ‘ziehen mit ihm aus’, was vielleicht bedeutet, dass sie mit Jephtha bei den feindlichen Nachbarn einfallen. Jephtha ist ein Kämpfer und überaus mutig und wird in der Bibel wohl deshalb als “tapferer, starker Mann” bezeichnet (Richter 11:1-3). Wer wird Israel also gegen die Ammoniter anführen?

    ‘Komm und diene als unser Befehlshaber’

    Die älteren Männer Gileads drängen Jephtha: “Komm doch, und diene als unser Befehlshaber.” Falls sie glauben, er täte nichts lieber, als sofort auf das Angebot einzugehen, in sein Land zurückzukehren, irren sie sich. Er erwidert: “Wart nicht ihr es, die mich so hassten, dass ihr mich aus dem Haus meines Vaters triebt? . . . warum seid ihr gerade jetzt, da ihr in Bedrängnis seid, zu mir gekommen?” Wie ungerecht, zuerst nichts mit Jephtha zu tun haben zu wollen und ihn dann um Hilfe zu bitten! (Richter 11:4-7).

    Jephtha will in Gilead nur unter einer Bedingung die Führung übernehmen. Er erklärt: ‘Wenn Jehova mir Ammon preisgibt, werde ich euer Haupt werden.’ Ein Sieg wäre das Zeichen für Gottes Unterstützung. Doch Jephtha will auch dafür sorgen, dass man sich nicht gleich wieder von Gottes Herrschaft abwendet, sobald die Krise überwunden ist (Richter 11:8-11).

    Verhandlungen mit Ammon

    Jephtha versucht mit den Ammonitern zu verhandeln. Er sendet Boten zu ihrem König, um den Grund für ihr Vordringen herauszufinden. Dieser antwortet mit einer Anklage: Israel hat ammonitisches Gebiet besetzt, als es aus Ägypten kam, und soll es zurückgeben (Richter 11:12, 13).

    Dank seiner genauen Kenntnis der Geschichte Israels kann Jephtha die Ansprüche der Ammoniter geschickt widerlegen. Er lässt ihnen ausrichten, dass die Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten Ammon, Moab und Edom gar nicht belästigt hatten. Ammon hatte das umstrittene Land damals auch gar nicht besessen, sondern die Amoriter. Es war der König der Amoriter, Sihon, den Gott in die Hand Israels gegeben hatte. Und außerdem leben die Israeliten bereits 300 Jahre in diesem Gebiet. Warum erheben die Ammoniter dann erst jetzt Anspruch darauf? (Richter 11:14-22, 26).

    Jephtha lenkt die Aufmerksamkeit zudem auf eine Frage, die für den beklagenswerten Zustand Israels von zentraler Bedeutung ist: Wer ist der wahre Gott? Ist es Jehova oder sind es die Götter des Landes, das Israel eingenommen hat? Hätte Kamos denn nicht dafür gesorgt, dass sein Volk das Land behalten hätte, wenn er irgendwelche Macht besäße? Es handelte sich hier um einen Kampf zwischen der wahren Anbetung und der falschen Religion, vertreten durch die Ammoniter. Jephtha zieht daher den logischen Schluss: “Möge Jehova, der Richter, heute richten zwischen den Söhnen Israels und den Söhnen Ammons” (Richter 11:23-27).

    Der König von Ammon hört nicht auf Jephthas unmissverständliche Botschaft. ‘Jehovas Geist kommt nun über Jephtha, und er macht sich daran, durch Gilead und Manasse zu ziehen’, vermutlich um kräftige Männer für einen Kampf zusammenzurufen (Richter 11:28, 29).

    Jephthas Gelübde

    Jephtha legt Gott aus dem innigen Wunsch heraus, von ihm geleitet zu werden, ein Gelübde ab: “Wenn du die Söhne Ammons wirklich in meine Hand gibst, soll es auch geschehen, dass der Herauskommende, der aus den Türen meines Hauses herauskommt, mir entgegen, wenn ich in Frieden von den Söhnen Ammons zurückkehre, dann Jehova gehören soll, und ich will diesen als ein Brandopfer opfern.” Gott reagiert darauf, indem er Jephtha dazu verhilft, 20 ammonitische Städte mit einer “sehr großen Schlachtung” zu schlagen und dadurch Israels Feinde zu unterwerfen (Richter 11:30-33).

    Wer kommt Jephtha bei seiner Rückkehr aus der Schlacht entgegen? Seine geliebte Tochter – sein einziges Kind! “Als er sie erblickte”, heißt es, “[begann] er seine Kleider zu zerreißen und zu sprechen . . .: ‘Ach, meine Tochter! Du hast mich wirklich niedergebeugt, und du selbst bist diejenige geworden, die ich mit dem Bann belegt habe. Und ich – ich habe meinen Mund vor Jehova aufgetan, und ich kann nicht zurücktreten’ ” (Richter 11:34, 35).

    Wird Jephtha seine Tochter buchstäblich opfern? Nein. Das kann er nicht gemeint haben. Menschenopfer gehören zu den verwerflichen Bräuchen der Kanaaniter, die Jehova verabscheut (3. Mose 18:21; 5. Mose 12:31). Jephtha stand nicht nur unter dem Einfluss des Geistes Jehovas, als er sein Gelübde ablegte, sondern Jehova half ihm auch sonst. In der Heiligen Schrift wird von Jephtha wegen seines Glaubens und der Rolle, die er in Gottes Vorsatz gespielt hat, positiv gesprochen (1. Samuel 12:11; Hebräer 11:32-34). Ein Menschenopfer – ein Mord – kommt also überhaupt nicht infrage. Woran dachte Jephtha dann, als er Jehova versprach, ihm jemand zu opfern?

    Jephtha wollte die Person, auf die er treffen würde, offensichtlich völlig in den Dienst Gottes stellen. Unter dem mosaischen Gesetz war es möglich, jemand durch ein Gelübde Jehova zu widmen. Zum Beispiel dienten Frauen beim Heiligtum; ihre Dienste bestanden vielleicht im Wasserschöpfen (2. Mose 38:8; 1. Samuel 2:22). Über diese Dienste weiß man kaum etwas, nicht einmal, ob die Frauen sie auf Dauer verrichteten. Jephtha hatte bei seinem Gelübde jedenfalls genau solch eine hingebungsvolle Tätigkeit im Sinn – und wie es scheint, hatte er bei seinem Versprechen auch an ständigen Dienst gedacht.

    Eine Hilfe für den gottesfürchtigen Jephtha, sein Gelübde zu erfüllen, war bestimmt das Verhalten seiner Tochter – ähnlich wie im Fall des jungen Samuel Jahre später (1. Samuel 1:11). Als eine loyale Anbeterin Jehovas war Jephthas Tochter genauso wie ihr Vater davon überzeugt, dass das Gelübde erfüllt werden sollte. Das war ein großes Opfer, bedeutete es doch für sie, nie zu heiraten. Sie beweinte, dass sie Jungfrau bleiben sollte, denn jeder in Israel wollte Kinder haben, damit der Name und das Erbe der Familie erhalten blieben. Für Jephtha bedeutete das Einhalten des Gelübdes, darauf zu verzichten, sein geliebtes und einziges Kind bei sich zu haben (Richter 11:36-39).

    Diese treue Jungfrau vergeudete ihr Leben nicht. Ganztägig beim Haus Jehovas zu dienen war für sie eine ausgezeichnete Möglichkeit, Jehova zu ehren – es war befriedigend und lobenswert. Daher ‘gingen die Töchter Israels von Jahr zu Jahr jeweils hin, um der Tochter Jephthas, des Gileaditers, Lob zu spenden’ (Richter 11:40). Und sicherlich freute sich Jephtha über ihren Dienst für Jehova.

    Heute haben sich viele aus Gottes Volk für ein Leben als Vollzeitdiener im Pionier-, Missionar-, Reise- oder Betheldienst entschieden. Dadurch sehen sie ihre Familienangehörigen womöglich nicht so oft, wie sie das gerne möchten. Doch sie und ihre Angehörigen können sich über diesen heiligen Dienst für Jehova freuen (Psalm 110:3; Hebräer 13:15, 16).

    Auflehnung gegen die göttliche Führung

    Ein Rückblick auf Jephthas Tage zeigt, wie viele damals Jehovas Leitung verwarfen. Obwohl Jehova offensichtlich mit Jephtha ist, fangen die Ephraimiter Streit an. Sie wollen wissen, warum Jephtha sie nicht zum Kampf gerufen hat, und drohen, sein Haus ‘über ihm’ abzubrennen (Richter 12:1).

    Jephtha antwortet, er habe sie gerufen, aber sie hätten nicht reagiert. Gott ließ ihn die Schlacht jedenfalls gewinnen. Regen sich die Ephraimiter jetzt auf, weil die Gileaditer Jephtha, ohne sie zu fragen, als Befehlshaber auswählten? In Wirklichkeit bedeutet der Widerwille der Ephraimiter Auflehnung gegen Jehova und es bleibt nichts anderes übrig, als gegen sie zu kämpfen. Im anschließenden Kampf werden sie in die Flucht geschlagen. Die Fliehenden können leicht erkannt werden, weil sie das Wort “Schibboleth”, das sie zur Probe sagen sollen, nicht richtig aussprechen können. Insgesamt kommen 42 000 Ephraimiter um (Richter 12:2-6).

    Was für ein trauriger Abschnitt in Israels Geschichte! Die siegreichen Schlachten der Richter Othniel, Ehud, Barak und Gideon brachten jeweils Frieden. Diesmal wird von Frieden nichts gesagt. Am Ende des Berichts heißt es lediglich: “Jephtha richtete Israel sechs Jahre lang, wonach Jephtha, der Gileaditer, starb und in seiner Stadt in Gilead begraben wurde” (Richter 3:11, 30; 5:31; 8:28; 12:7).

    Was können wir aus alldem lernen? Jephtha war Gott treu, obwohl er es im Leben wirklich nicht leicht hatte. Dieser tapfere Mann erwähnte auch immer wieder Jehova: im Gespräch mit den älteren Männern, mit den Ammonitern, mit den Ephraimitern, mit seiner Tochter und natürlich auch in seinem Gelübde (Richter 11:9, 23, 27, 30, 31, 35; 12:3). Gott belohnte Jephtha für seine Ergebenheit und gebrauchte ihn und seine Tochter, um die reine Anbetung zu fördern. Zu einer Zeit, als andere die göttlichen Maßstäbe verwarfen, hielt Jephtha daran fest. Werden auch wir wie Jephtha Jehova stets gehorchen?

    [Fußnote]

    Die Ammoniter konnten sehr grausam sein. Nicht einmal 60 Jahre später belagerten sie eine Stadt in Gilead und drohten damit, jedem Bewohner das rechte Auge auszustechen. Der Prophet Amos sprach von einer Zeit, wo sie die Schwangeren Gileads aufschlitzten (1. Samuel 11:2; Amos 1:13).

  19. WT 15.01.05am 21. März 2009 um 03:18 Link zum Kommentar

    Lehren für uns

    11:30, 31 – Hatte Jephtha ein Menschenopfer im Sinn, als er sein Gelübde ablegte?

    Daran dachte Jephtha auf gar keinen Fall, denn das Gesetz bestimmte: “Es sollte sich in dir nicht jemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt” (5. Mose 18:10). Doch Jephtha hatte durchaus einen Menschen und kein Tier im Sinn. Zum Opfern geeignete Tiere wurden wahrscheinlich nicht in den Häusern der Israeliten gehalten. Ein Tieropfer wäre außerdem nichts Besonderes gewesen. Jephtha war sich bewusst, dass ihm durchaus seine Tochter aus dem Haus entgegenkommen könnte. Der oder die Betreffende sollte in dem Sinn “als ein Brandopfer” geopfert werden, dass die Person ausschließlich für den Dienst Jehovas in Verbindung mit dem Heiligtum zur Verfügung gestellt würde.

    11:35-37. Das gute Beispiel Jephthas half seiner Tochter zweifellos, einen starken Glauben und einen aufopferungsvollen Geist zu entwickeln. Heutige Eltern können ihren Kindern ein entsprechendes Beispiel geben.

  20. WT 15.01.87am 21. März 2009 um 03:19 Link zum Kommentar

    Auch Jephtha, dem Jehova einen Sieg über die Ammoniter gewährte, offenbarte einen Glauben, der von völligem Vertrauen auf Jehova zeugte. Nur aufgrund eines solchen Glaubens konnte er sein Gelübde gegenüber Gott erfüllen, indem er seine Tochter als Jungfrau auf Lebenszeit dem Dienst Jehovas weihte (Richter 11:29-40).

  21. Juleam 22. März 2009 um 03:21 Link zum Kommentar

    Richter 13 – 15

    Simson solllte von Geburt an ein Nasiräer sein, der ganz in den Dienst für Jehova gegeben war. Trotzdem ließ er sich immer wieder mit Frauen ein, die nicht Jehova anbeteten, sondern falsche Götter.

    Gleich zu Anfangs bekommt er eine junge Frau von den Philistern zu sehen und muss sie unbedingt haben. Er will sie heiraten und bedrängt seinen Vater, die Brautwerbung für ihn zu übernehmen. Seine Eltern wissen, was Jehova möchte und weisen ihn darauf hin, dass er besser eine Frau heiratet, die aus seinem Volk kommt – und ganz wichtig: die auch Jehova anbetet. Aber Simson bleibt stur, er will nur die eine, die er sich ausgeguckt hat.

    Nun kommt das für mich sehr Verwirrende:
    Richter 14:4

    Was seinen Vater und seine Mutter betrifft, sie wußten nicht, daß dies von Jehova aus war, daß er nach einem Anlaß gegen die Philister suchte, da zu jener besonderen Zeit die Philister über Israel herrschten.

    ….”dass dies von Jehova aus war, dass ER nach einem Anlaß gegen die Philister suchte…”

    Was bedeutet das?

    Heisst das, dass sich Simson darüber im Klaren war, dass er eine Frau von den Philistern brauchte, weil Jehova es so wünschte?

    Bedeutet es, dass Jehova wusste, dass Simson in dieser Hinsicht eine Schwäche hatte und diese ausnutzte?

    Was genau bedeutet das?
    (((nachforschen)))

  22. Einsichten-Bucham 22. März 2009 um 23:22 Link zum Kommentar

    *** it-2 S. 932 Simson ***

    Als Simson alt genug war, um zu heiraten, bat er seine Eltern, ihm eine gewisse Philisterin aus Timna zur Frau zu nehmen. Das entsprach der Leitung des Geistes Gottes, denn es würde Simson Gelegenheit geben, gegen die Philister zu kämpfen (Ri 13:25 bis 14:4).

  23. Juleam 23. März 2009 um 03:24 Link zum Kommentar

    Richter 16 – 18

    Später geht Simson zu einer Prostituierten. Etwas, von dem ich persönlich denke, dass es falsch ist in Jehovas Augen, da sexuelle Beziehungen nur unter Eheleuten sein sollten.

    Oder sollte Prostitution wirklich für Jehova annehmbar sein, wenn beide ledig sind und es keinen Partner gibt, dem einer von beiden schaden kann, der darunter leiden würde?

    Warum tut Simson als Nasiräer stets das, was Jehova kränkt?

    Wieder verliebt er sich und wieder in eine Frau von den Philistern: Delila

    Lernt der Mann eigentlich nie dazu? Stets lässt er sich von Frauen austricksen, die auf die Tränendrüse drücken.

    Oder ist auch dies von Jehova so gewollt?

    Immerhin steigert das Verhalten der Damen seine Wut auf die Phiister, so dass er sich rächt und damit viele Philister in den Tod schickt. Aber wäre es nicht viel besser gewesen, wenn er als Diener des wahren Gottes die Philister aus edleren Beweggründen verfolgt und vernichtet hätte?

    Grund genug gab es ja: sie beteten falsche Götter an und waren von daher von Jehova der Vernichtung geweiht.

    Simson, ein Richter Israels, ein Nasiräer, von Geburt an Gott geweiht! Wenn ich über ihn lese, habe ich nicht wirklich das Gefùhl, dass er wirklich ein Mann Gottes ist..

    Er tut zwar letztendlich den Willen Jehovas und vernichtet die Philister, aber auch aus den rechten Beweggründen?

    Oder kommt es nur auf das Ergebnis an, ganz egal wie und warum???

  24. Juleam 23. März 2009 um 03:25 Link zum Kommentar

    Richter 17 und 18
    Micha

    ein Mann aus der Berggegend Ephraim, der sich seine eigene Anbetung zimmerte. Er machte sich die Gegenstände wie Ephod usw und dingte einen jungen Mann von den Leviten, der zufällig vorbei kam, ihm als Priester zu dienen.

    War das ok in Jehovas Augen?

    Dürfte doch eigentlich nicht sein, denn er schnitzte sich sogar ein Standbild und ging nicht zur Anbetung und zum Opfern zur Stiftshütte. Zumindest wird in den Kapiteln nichts davon gesagt. Das, was man da lesen kann, hört sich eher so an, als würde er sich eine eigene Anbetung basteln.

    Aber, er “lebte glücklich und zufrieden, bis..”, ja bis andere aus dem Stamme Dan kamen und ihm seine Gegenstände der Anbetung und seinen Priester wegnahmen und nun ihrerseits diese merkwürdige Form der Anbetung wahrnahmen.

    All dies wird in der Bibel nicht gewertet, steht eher in Form eines Geschichtsberichts da. Aber wie denkt wohl Jehova darüber?

    Was meinen wir?

  25. WT 15.05.79am 23. März 2009 um 03:26 Link zum Kommentar

    Fragen von Lesern

    Weshalb suchte Simson, ein Diener Gottes, in der Philisterstadt Gasa eine Prostituierte auf?

    Der Bericht über Simson und die Prostituierte aus der Philisterstadt Gasa lautet: “Einst ging Simson nach Gasa und sah dort eine Prostituierte und ging zu ihr hinein” (Ri. 16:1). In diesem Bericht deutet nichts darauf hin, daß Simson beabsichtigte, nach Gasa zu gehen, um eine Prostituierte aufzusuchen. Es war vielmehr so, daß er bei seinem Aufenthalt in der Stadt eine Frau als Prostituierte erkannte, und da er sich im feindlichen Philistäa befand, war ihr Haus der einzige Ort, wo er eine Bleibe für die Nacht finden konnte. Daß er nur beabsichtigte, eine Schlafstelle zu haben, geht aus den anschließenden Worten des Berichts hervor: “Simson indes blieb bis Mitternacht liegen, und dann erhob er sich um Mitternacht” (Ri. 16:3). Beachten wir, daß es nicht heißt, er sei bis Mitternacht bei ihr liegengeblieben.

    Die Philister mögen jedoch gefolgert haben, Simson nehme die Dienste der Prostituierten in Anspruch. Wenn sie das vermutet haben, mögen sie angenommen haben, sie könnten ihn am Morgen ergreifen. Das wäre der Absicht Simsons entgegengekommen, ihnen Schaden zuzufügen, was er dadurch tat, daß er die Flügel des Stadttores herausriß und Gasa schutzlos zurückließ.

  26. Bilder für Kidsam 23. März 2009 um 03:27 Link zum Kommentar

    hier zwei Bilder für die Kids zum Ausmalen – wenn ihr auf den Link unter dem jeweiligen Bild klickt, kommt ihr zum Original (dass für diesen Blog hier leider zu groß ist) und könnt es runterladen und/oder ausdrucken

    Samson

    Samson und Delila

    und

    Samson

    Samson reißt den Tempel der Phillister ein

  27. Juleam 24. März 2009 um 03:30 Link zum Kommentar

    Richter 19 – 21
    Jehova hasst Gewalt

    Ein Mann sucht in Gibea Unterkunft für die Nacht. Kein Bewohner der Stadt fühlt sich gedrängt, ihnen Gastfreundschaft zu erweisen, im Gegenteil. Spät abends kommt ein alter Mann von seiner Arbeit auf dem Feld vorbei. Er weiß, was sich gehört und nimmt den Leviten und dessen Nebenfrau und Bediensteten bei sich auf.

    Aber die Bewohner der Stadt sind nichtsnutzige Männer und kommen in der Nacht und fordern die Herausgabe des Leviiten, “damit wir Verkehr mit ihm haben können”. Die Szene erinnert stark an die, als die Männer von Sodom Lot zur Herausgabe der Engel aufforderten (Richter 19:22-24).

    Der alte Mann handelt ähnlich wie Lot und bietet ihnen seine jungfräulichen Töchter, sowie die Nebenfrau des Leviten an. Vielleicht hofft er, dass sie ebenso wie die Männer von Sodoms damals kein Interesse an den Frauen haben würden. Aber weit gefehlt.

    Die Männer nehmen die Nebenfrau des Leviten und mißbrauchen sie die ganze Nacht. Sie kann sich zwar noch bis zur Hausschwelle ihres Gastgebers schleppen, aber dann erliegt sie ihren Verletzungen.

    Ihr Mann ist empört über das, was passiert ist und meldet den Vorfall allen anderen Stämmen im Land. Man befragt Jehova, was zu tun ist uns so machen sich alle gemeinsam daran, die Bewohner der Stadt auszurotten

    Die Ausrottung geht sogar soweit, dass fast der ganze Stamm Benjamin vertilgt ist. Um den Übriggebliebenen Frauen zu beschaffen, muss noch mal zu einer List gegriffen werden.

    Wie wir sehen, hat das Verhalten der Nichtsnutzigen Männer der Stadt weitreichende Folgen gehabt und viele Unbeteiligte in Mitleidenschaft gezogen und viel Leid und Elend überTausende gebracht.

    Was können wir daraus lernen?

    Sind wir uns bewusst, dass sich unser Verhalten nicht nur auf uns auswirkt, sondern viel Leid über Menschen bringen kann, die überhaupt nichts damit zu tun haben?

    Aber wir lernen auch: Jehova ist nicht egal, was wir tun und ihm ist auch nicht egal, was wir erdulden müssen. Er hat zwar den Mißbrauch der Frau zugelassen, aber später dafür gesorgt, dass die Täter für ihren Frevel bestraft wurden. Das selbe gilt für uns heute:

    Auch wenn er nicht immer sofort eingreift, so wird er die Schadenstifter zu seiner Zeit zur Verantwortung ziehen.

    Ein sehr tröstlicher Gedanke…

  28. Juleam 19. März 2010 um 10:46 Link zum Kommentar

    Richter 1 – 4

    Richter 1:23-26

    Und das Haus Joseph begann Bẹthel auszukundschaften (übrigens war vordem der Name der Stadt Lus), 24 und die Wachen sahen schließlich einen Mann aus der Stadt herausgehen. Da sagten sie zu ihm: „Zeig uns bitte den Zugang zur Stadt, und wir werden dir bestimmt Güte erweisen.“ 25 Demzufolge zeigte ihnen der Mann den Zugang zur Stadt; und sie schlugen dann die Stadt mit der Schärfe des Schwertes, aber den Mann und seine ganze Familie ließen sie gehen. 26 Daraufhin zog der Mann in das Land der Hethịter und baute eine Stadt und gab ihr den Namen Lus. Das ist ihr Name bis auf diesen Tag.

    “Zeige uns bitte den Zugang zur Stadt” – die Stadt Lus

    Was ist das nur für ein Mann, der seine ganzer Stadt verrät um des eigenen Vorteils Willen? Es wird ja nicht gesagt, dass er mit der Israeliten kooperiert, weil er von Jehova gehört hatte und an ihn glaubte – sondern weil man ihm versprach, ihn zu verschonen.

    Die Stadt wird eingenommen, die Bewohner werden vernichtet und die Israeliten geben ihr einen neuen Namen.

    Aber “macht nichts”, denn der Mann zieht mit seiner Familie etwas weiter und gründet eine neue Stadt – und gibt dieser den Namen Lus!

    Sind wir auch so schlau und liefern unsere Freunde und Brüder ans Messer – um unseres eigenen Vorteils Willen?

    Wie dachte Jehova wohl über diesen Mann und wie wird ER wohl über uns denken, wenn wir ebenso ‘umsichtig und weise’ handeln wie er?

  29. Thomasam 19. März 2010 um 13:45 Link zum Kommentar

    Richter 1-4
    Zitate von J.N.Darby


    iese Anwesenheit Gottes, die zum Segen bei ihnen ist, gibt sich dem Glauben zu erkennen, einmal durch einen Sieg über sehr starke Feinde (Ri 1, 1-7); ein andermal durch das Erlangen eines besonderen Segens: „Wasserquellen“ (V. 13-15), und in allen Einzelheiten ihrer Verwirklichung der Verheißungen. Sogar die Philister wurden vertrieben (V. 18). Gleichzeitig aber versagte der Glaube Judas und Simeons, Ephraims und Manasses und aller Stämme, und infolgedessen versagte auch ihre Lebenskraft, ihr Bewusstsein von dem Werte der Gegenwart Gottes, und dass sie Ihm geweiht waren, und sie merkten auch nicht das unter ihren Gegnern bestehende Böse; wenn sie es gemerkt hätten, würde das deren Anwesenheit in ihrer Mitte unerträglich gemacht haben.

    Welche Verunehrung Gottes, welche Sünde, solche Personen zu verschonen, zu dulden! Welche Treulosigkeit Gott gegenüber war diese Gleichgültigkeit, und was für eine unfehlbare Quelle des Bösen und der Verderbtheit in Israel! Sie aber empfanden das alles nicht. Es mangelte ihnen sowohl an geistlichem Unterscheidungsvermögen als auch an Glauben, und die Quellen des Bösen und des Elends wohnten neben dem Volke, und zwar im Lande Gottes und Israels.
    Als aber ein anderes Geschlecht in Israel aufkam, das Jehova nicht kannte und all die großen Werke Seiner Hand nicht gesehen hatte, und als sie den Göttern der Völker dienten, die Israel verschont hatte, schützt sie Gott nicht mehr. Treulos drinnen, fällt Israel in die Hände des Feindes draußen. Und dann, wie wir gesehen haben, wurde Jehova in ihrer Bedrängnis vom Mitleid bewegt und erweckte ihnen Richter, die Seinen Namen anerkannten und die Erweisung Seiner Macht wieder in ihre Mitte brachten.

    Gott hatte, da Er wusste, was das Volk war und in welchem Zustande es sich befand, innerhalb der Grenzen ihres Landes das belassen, was ihren Gehorsam auf die Probe stellte – die Philister, die Sidonier usw. auf dass sie den Krieg lernten und die Wege und die Regierung Jehovas erfuhren.

    Und doch verwandelte die Weisheit und die Vorkenntnis Gottes, der weiß, was im Menschen ist, die Untreue des Volkes in Segen. Äußeres Wohlergehen ohne Prüfung hätte dem Unglauben nicht geholfen, während es sie jener Seelenübungen und Kämpfe beraubt hätte, in denen sie das Wesen Gottes hätten kennen lernen können – Seine Wege und Seine Beziehungen mit ihnen, aber auch was ihre eigenen Herzen waren.

    Jetzt werde ich die wichtigsten Gegenstände durchnehmen, die in der Geschichte dieses Buches dargestellt werden. Othniel, Ehud und Schamgar waren nacheinander die ersten von Gott erweckten Werkzeuge, um Sein Volk zu befreien.

    Zunächst müssen wir das Versagen des Volkes vermerken, welches anfängt, falschen Göttern zu dienen; daraufhin folgt ihre Knechtschaft. In ihrer Bedrängnis schreien sie zu Jehova. Dies ist stets der Weg, auf dem Befreiung kommt (Ri. 3, 9. 15; 4, 3). In diesem letzten Falle verlässt Jehova Seine üblichen Wege. Die Nation hatte ihre Kraft und Energie verloren, sogar in bezug auf innere Angelegenheiten. Das wird dadurch bewirkt, wenn man immer wieder fällt: das Bewusstsein von der Kraft Gottes geht verloren.

    In jenem Zeitabschnitt, von dem wir reden, richtete ein Weib Israel. Es war ein Zeichen der Allmacht Gottes, denn sie war eine Prophetin. Es stand aber dem üblichen Handeln Gottes entgegen und war eine Schande für die Männer. Debora beruft Barak (denn wo der Geist Gottes wirkt, da unterscheidet und lenkt Er); sie teilt ihm den Befehl Gottes mit. Er gehorcht; es mangelt ihm aber an Glauben, so voranzugehen wie einer, der von Gott eine direkte Anweisung empfangen hat und infolgedessen keine andere braucht. Diese direkten Mitteilungen geben das Bewusstsein von der Gegenwart Gottes, und dass Er zugunsten Seines Volkes eingreift. Barak will nicht ohne Debora ziehen. Dieser Mangel an Glauben gereicht ihm aber nicht zur Ehre. Die Männer werden die Stellung behalten, die dem Maße ihres Glaubens entspricht; und Gott wird wieder durch die Mitwirkung eines Weibes verherrlicht. Barak hat genügend Glauben, um zu gehorchen, wenn er jemanden in der Nähe hat, der sich unmittelbar auf Gott stützt, aber nicht genug, um es selbst zu tun. Dies ist allzu oft der Fall. Gott verwirft ihn nicht, aber Er ehrt ihn auch nicht. Tatsächlich ist das keineswegs derselbe Glaube an Gott, und doch wird Gott durch den Glauben geehrt.

  30. Thomasam 20. März 2010 um 13:45 Link zum Kommentar

    Richter 5-8
    Zitate von J.N.Darby


    Wiederum taten die Kinder Israel, was böse war in den Augen Jehovas, und Er gab sie in die Hand Midians. Und die Kinder Israel schrieen wieder zu Jehova. Gott offenbart dem Gewissen des Volkes die Ursache ihrer Bedrängnis. Dies war wahrhaftig eine Antwort, für den Augenblick aber ließ Er sie, wie sie waren. Er wirkte nicht in ihrer Mitte, indem Er sie sofort befreite, sondern Er wirkte für sie in dem Werkzeug, das Er erwählt hatte, um ihre Errettung zu bewirken. Gott verherrlichte Sich in Gideon, aber die Zusammenfassung dieses Werkes in einem Manne zeigt, dass sich das Volk in einem niedrigeren Zustand befand als zuvor. Nichtsdestoweniger wählt Gott unter diesen demütigenden Umständen Mittel, die Seine Herrlichkeit in jeder Weise entfalten. Da, wo Er wirkt, ist Kraft und auch Glaube, der dieser Kraft gemäß auf seinem eigenen Gebiet handelt.

    Wir wollen die Geschichte Gideons ein wenig betrachten und auch die Wesenszüge des Werkes des Geistes in dieser Errettung und in dem Glauben dessen, den Er erweckt hatte. Es ist augenscheinlich, dass viele Gedanken in ihm aufkommen, viele ernste Überlegungen, ehe der Engel zu Gideon redete. Es war aber der Besuch des Engels, der ihn veranlasste, den Gedanken, die sein Herz beschäftigten, Gestalt und Ausdruck zu verleihen. Gideon litt mit den übrigen unter der Bedrängnis durch die Feinde Gottes; das führte ihn aber dazu, an Gott zu denken, anstatt sich dazu zu entschließen, die Knechtschaft als ein notwendiges Übel zu erdulden. Der Engel spricht zu ihm: „Jehova ist mit dir, du tapferer Held!“

    Das, womit sich die Gedanken Gideons befasst hatten, wurde jetzt kundgetan. Es war nicht seine eigene Lage, sondern die Beziehungen zwischen Jehova und Israel 1 Es war nicht die Höhe der Verheißungen an Abraham, sondern die Erweisung der erlösenden Macht in Jehova zugunsten Israels – ähnlich wie Mose, zu dem Jehova gesagt hatte: „dein Volk“, der aber immer sagte: „Dein Volk“. So kann sich Gideon nicht von ganz Israel – vom Volke Gottes – absondern. „Jehova ist mit dir“, sagte der Engel. Gideon fragt: „Wenn Jehova mit uns ist, warum hat denn alles dieses uns betroffen?“ Dies ist aber ein sehr wichtiger Grundsatz des Glaubens und seiner Betätigung. Merkt euch auch, dass das, was sich im Herzen des Glaubens regte, der Boden war, den Jehova im Zeugnis einnahm (V. 8); nur wurde die Bezichtigung des Ungehorsams hinzugefügt. . Er sagte: „Wenn Jehova mit uns ist, warum hat denn dieses alles uns betroffen? Und wo sind alle seine Wunder, die unsere Väter uns erzählt haben, indem sie sprachen: Hat Jehova uns nicht aus Ägypten heraufgeführt? Und nun hat Jehova uns verlassen und uns in die Hand Midians gegeben.“

    Der Glaube war wohl die Quelle all dieser Erwägungen und Gedankenübungen. Jehova hatte alle diese Wunder gewirkt. Er hatte das Volk aus Ägypten heraufgeführt. Wenn Jehova mit Israel war, wenn Seine Beziehung zu Seinem Volke solcherart war, warum befanden sie sich in solch einem traurigen Zustande? (Wie wäre doch diese Erwägung auf die Versammlung anwendbar!)

    Gideon gibt auch zu, dass es Jehova war, der sie in die Hände der Midianiter gegeben hatte. Wie erhebt der Gedanke an Gott die Seele über die Leiden, die man erduldet! Während man an Ihn denkt, erkennt man gerade in diesen Leiden die Hand und den ganzen Charakter Dessen, der sie geschickt hat. Das war es, was diesen armen Israeliten emporhob, der unter dem Gewicht des Bedrängnisses litt. „Jehova wandte sich zu ihm und sprach: Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians!“ Der Besuch und der Befehl Jehovas verliehen dem, was vordem nur eine Herzensübung war, ihre Gestalt und ihre Kraft.

    Jedenfalls war es diese Herzensübung, die ihm Kraft gab, denn es war die innere Verbindung des Glaubens mit allem, was Jehova Seinem bedrängten Volk war, und zwar im Bewusstsein der zwischen ihnen bestehenden Beziehung.

    Jetzt wollen wir die Entwicklung dieses Glaubens betrachten und sehen, wie er für die Errettung des Volkes Gottes gebraucht wurde. Gideon fühlt zuerst, wie gering er ist, welcherart die Beziehung zwischen Jehova und dem Volke auch sei (Kap. 6, 15). Die Antwort Jehovas zeigt ihm das einzige einfache Mittel: „ich werde mit dir sein.“ Kostbare Herablassung! Süße und mächtige Ermutigung für die Seele! Der Glaube Gideons war schwach. Der gegenwärtige Zustand des Volkes neigte durch seine Dauer dazu, die Erinnerung an die Wunder auszulöschen, die Jehova vollbracht hatte, als sie aus Ägypten herauskamen, und ihr Bewusstsein von Seiner Anwesenheit zu schwächen. Der Engel Jehovas lässt sich herab und bleibt noch, um seinen Glauben zu stärken.

    Gideon, der ihn angeredet hatte mit einem heimlichen Ahnen, dass es Jehova war, weiß jetzt tatsächlich, dass er den Engel Jehovas, Elohims, von Angesicht zu Angesicht gesehen hatte. Es war eine wirkliche Offenbarung, die genügte, ihn an sich zu vernichten, was auch der Fall war; sie war aber auch dazu angetan, ihn in seinem Wandel unter den anderen mächtig zu stärken, die Jehova in derselben Weise nicht gekannt hatten. Obwohl nicht mit ähnlichen Gesichten, so geht es doch immer so, wenn Gott ein besonderes Werkzeug für die Errettung Seines Volkes erweckt.

    Jehova hatte Sich kundgemacht, und jetzt versichert Er Gideon erneut: „Friede dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben.“

    Ein Mensch, der durch die Gegenwart Gottes gedemütigt ist, erhält Kraft von Gott, wenn diese Gegenwart zum Segen ist. Gideon erkennt dieses und erfasst es für sich: Jehova ist mit ihm in Frieden und Segen. Das Wort Schalom, das mit „Friede dir“ verdolmetscht wird, ist dasselbe, das im Namen des Altars gebraucht wird.

    Wenn Gott mächtig auf das Herz einwirkt, so zeigt sich die erste Wirkung stets in Verbindung mit Ihm. Die Gedanken Gideons befassen sich mit Jehova, sie taten es auch vor dieser Offenbarung. Indem er mit Jehova beschäftigt ist, geschieht es durch Anbetung, dass er seine Empfindungen ausdrückt. … Er errichtet dem Gott des Friedens einen Altar. Auf diese Weise wird die Beziehung des Friedens zwischen Gott und Seinem Knechte festgesetzt; alles dieses vollzieht sich zwischen Gott und Gideon.

    Jetzt kommt sein öffentlicher Dienst, der sich auch dadurch erfüllt, dass er zuallererst in seiner eigenen Familie und in seiner eigenen Stadt die Beziehungen zwischen Gott und Seinem Volke wiederherstellt. Israel muss den Baal hinwegtun, bevor Gott die Midianiter vertreiben kann.

    Wie konnte Er das tun, während die Segnung dem Baal zugeschrieben werden könnte? Deshalb wird Gideon befohlen, ein auffallendes Zeugnis abzugeben, das die Aufmerksamkeit des ganzen Volkes auf die Notwendigkeit, den Baal hinauszutun, lenkt, auf dass Gott eingreifen kann.

    Innere Treue geht äußerer Kraft voraus: das Böse muss aus Israel hinweggetan werden, bevor der Feind vertrieben werden kann. Zuerst Gehorsam, dann Kraft: dies ist die Reihenfolge Gottes. Wenn die Macht Satans im Aberglauben (unter welcher Form er sich äußerlich erweisen mag) verachtet wird, ist er vernichtet, allerdings unter der Voraussetzung, dass Gott mit demjenigen ist, der ihn verschmäht, und dass er auf dem Pfade des Gehorsams wandelt.

    Gideon riss den Baal um; und auf den Zorn des durch den Aberglauben furchtsam gewordenen Volkes antwortete sogar der, dem der Altar gehörte: Was kann dieser Gott tun? Er kann nicht für sich selbst rechten. Die Macht Gottes wirkte auf ihre Gedanken, denn es war Glauben vorhanden. Der Widerstand des Feindes hörte aber deswegen nicht auf. Es gibt nichts so Verächtliches wie ein verschmähter Gott. Wenn aber Satan nicht unter den Menschen ein Gott sein kann, so ist er nicht am Ende seiner Hilfsquellen: er wird sie zu offener Feindseligkeit wider die reizen, die seine Altäre umwerfen. Wenn wir aber auf Gottes Seite stehen, so wird das nur bewirken, dass er dadurch in die Gegenwart der Macht Gottes gestellt wird, und dass uns Sieg, Befreiung und Frieden gegeben werden.

    Die Midianiter ziehen wider Israel hinauf. Alles ist für das Eingreifen des Herrn bereit. Der Geist Jehovas kommt über Gideon. Dies ist eine neue Phase in der Geschichte: nicht nur Treue, sondern Kraft. Gideon stößt in die Posaune, und die, die ihn vor kurzem getötet hätten, schließen sich seinem Zuge an. Er sendet Boten zu seinem ganzen Stamme. Sebulon, Aser und Naphtali ziehen auch herauf. Die Macht des Geistes, die die Sinne der Menschen lenkt, ist mit dem Glauben, der Gott anerkennt, der Ihn in Seinen Beziehungen zu Seinem Volke anerkennt, und der treu das Böse hinwegtut, das mit diesen Beziehungen unvereinbar ist.

    Gott gibt noch einen Beweis Seiner großen Herablassung, indem Er ein Zeichen gewährt, um den schwachen, aber echten und aufrichtigen Glauben Gideons zu stärken, der empfindet, während er seine Bitte wiederholt (V. 39), dass Gott ihn wegen seines Mangels an Glauben wohl züchtigen könnte. Nichtsdestoweniger gewährt der Herr seine Bitte.

    Zweiunddreißigtausend Mann folgten Gideon nach. Jehova will aber nicht so viele haben. Er allein muss bei ihrer Errettung verherrlicht werden. Ihr Glaube war tatsächlich so schwach, sogar während der Geist Gottes wirkte, dass, als sie dem Feinde gegenüberstanden, zweiundzwanzigtausend Mann zufrieden waren, auf die Aufforderung Gideons hin zurückzukehren. Eine durch den Glauben eines anderen bewirkte Bewegung ist etwas ganz anderes als ein persönlicher Glaube.

    Zehntausend Mann sind aber immer noch zu viele. Jehovas Hand allein muss gesehen werden. Nur die dürfen bleiben, die sich nicht aufhalten, um ihren Durst bequem zu stillen, sondern die sich der Gelegenheit gemäß in Eile erfrischen, die sich mehr dem Kampfe widmen als ihrer eigenen Bequemlichkeit auf dem Wege. Das war es, was für Israel nötig war – dass Jehova Seinen Platz in ihren Herzen und in ihrem Glauben haben sollte; und es passte zu dem gerechten Urteil Gottes in Israel, dass sie in bezug auf ihren Platz in dem Werk an dessen Herrlichkeit keinen Anteil haben sollten.

    Gideon legt jetzt völliges Vertrauen auf Gott an den Tag. Vordem ließ ihn die Schwachheit seines Glaubens zuviel auf sich selbst blicken, statt einfach auf Gott zu schauen. Sein tiefes Bewusstsein von dem Zustande des Volkes hinderte ihn daran, auch nur einen Augenblick zu zögern, weil das Volk nicht mit ihm war, was konnte man schon mit diesem Volke tun? Bei dem Misstrauen, das sich aus der Neigung ergab, zuviel auf sich selbst zu schauen, brauchte er die Gewissheit, dass Jehova mit ihm war. Da er jetzt aber die Sicherheit hatte, dass Jehova Israel durch Seine Mittel erretten würde, vertraut er Ihm völlig.

    Jehova wirft Furcht und Schrecken in die Mitte des Feindes und tut das Gideon kund. Es ist ergreifend, die Fürsorge Gottes zu sehen, die Gott anwendet, um Seinem Knecht ein Vertrauen einzuflößen, das der Not entspricht, die der Zustand der Dinge geschaffen hatte. Schon verbreitete der Name Gideons in dem zahlreichen Heer der Midianiter Schrecken. Dann – vom Schrecken erfüllt – vernichten sie einander. Die Zuversicht der Midianiter, die nur auf Israels Mangel an Kraft gegründet war, zerschmilzt vor der Energie des Glaubens, denn die Werkzeuge des Feindes haben immer ein schlechtes Gewissen. Jehova ist es, der alles tut. Nur die Posaunen und die Fackeln verkünden Seine Gegenwart und die Seines Knechtes Gideon. Die ganze Menge Israels verfolgt den Feind, sich den Glauben eines anderen zunutze machend, obwohl sie selbst ohne Glauben waren, das übliche Ergebnis einer solchen Bewegung.

    Nichtsdestoweniger schlossen sie sich nicht alle Gideon bei der Verfolgung der Midianiter an. Für den Augenblick aber verachtet Gideon die Feigheit, die ihn durch eine noch zurückgebliebene Furcht vor der Macht des Bedrängers verleugnet. Bei seiner Rückkehr züchtigt er in gerechtem Unwillen des Glaubens diejenigen, die in einem solchen Augenblick dem Feinde Wohlwollen erzeigt hatten, wo die Knechte Gottes ermattet waren und nachjagten (Ri. 8).

    Während das Werk noch zu tun war, befassten sie sich damit und schritten weiter voran; wenn das Werk getan ist, ist noch genug Zeit für die Rache. Gideon besaß auch die Klugheit, sich zur Seite zu stellen, um den Neid derer zu beruhigen, die sich in ihrem Stolz verletzt fühlten, weil Gideon mehr Glauben gehabt hatte als sie. Sie rühmten sich nicht ihrer eigenen Bedeutung, noch baten sie darum, gerufen zu werden, als Midian die Macht über das Land Israel besaß. Es wäre unrecht, mit solchen Leuten zu streiten. Wenn wir damit zufrieden sind, dass wir das Werk Gottes getan haben, werden sie mit der Beute zufrieden sein, die sie bei der Verfolgung des Feindes finden; sie werden es sich als einen Sieg anrechnen. Das muss man ihnen erlauben, denn sie haben tatsächlich etwas für die Sache Gottes getan, obwohl sie sich ihrer spät annahmen. Sie kamen, als sie gerufen wurden, und anscheinend willig; sie befolgten die Anweisung Gideons und brachten ihm die Häupter der Fürsten. Das Geheimnis des Glaubens und Jehovas war bei Gideon. Es nützte nichts, mit ihnen darüber zu reden. Das Volk erkannte nicht seine eigene Schwachheit. Gideon muss auf Jehovas Seite für Israel stark sein, da Israel nicht so mit ihm sein konnte. Aber gerade um dieser Ursache willen konnten sie nicht verstehen, warum sie vordem nicht gerufen worden waren. Es musste ungeklärt bleiben, ein Beweis für den traurigen Zustand Israels. Die Gefahr war aber gebannt und die Schwierigkeit beseitigt, da Gideon sich weise damit begnügte, sie dadurch zu beruhigen, dass er nicht auf seiner eigenen Wichtigkeit bestand, die sich aus einem Glauben ergab, von dem sie nicht fühlten, dass sie ihn nicht fassen konnten; sie konnten die Schwierigkeiten nicht richtig einschätzen, denn sie besaßen diesen Glauben nicht. Wir müssen Gott nahe sein, um zu empfinden, woran es in dem Zustande Seines Volkes in bezug auf Ihn mangelt, denn in Ihm ist es, wo wir das finden, was uns dazu befähigt, Seine Kraft und die dringenden Erfordernisse unserer Beziehung zu Ihm zu verstehen.

    Zu Lebzeiten Gideons wohnte Israel in Frieden. Obwohl die Einzelheiten dieser Errettung besonders interessant sind, so scheint sie mir einen niedrigeren Zustand des Volkes zu kennzeichnen als zur Zeit der früheren Errettungen. Damals schien es ganz natürlich zu sein, dass irgendein Knecht Jehovas, auf Seinen Arm vertrauend, das Volk von dem Joche, das sie bedrängte, rettete. Oder aber – durch die Worte einer Prophetin erweckt – befreite sich das Volk selbst und gewann mit der Hilfe Gottes den Sieg über seine Feinde. In diesem Falle aber musste sogar das Bewusstsein der Beziehung Jehovas zu Seinem Volke wiederhergestellt werden. Wie wir gesehen haben, ist es das, was Gott mit Gideon tut, und zwar mit rührender Herablassung und Zärtlichkeit. Es war aber erforderlich dies zu tun. Deshalb vollbrachte Gott allein die Errettung Seines Volkes. Das Volk durfte nicht dazu gebraucht werden, sonst hätte sie es sich selbst zugeschrieben; denn je weiter wir von Gott entfernt sind, desto mehr neigen wir dazu, uns selbst das, was nur Ihm allein zukommt, zuzuschreiben.

  31. Juleam 21. März 2010 um 10:52 Link zum Kommentar

    Richter 9 – 12

    Richter 11:1-6

    Jẹphtha nun, der Gileadịter, war ein tapferer, starker Mann geworden, und er war der Sohn einer Prostituierten, und Gịlead wurde Jẹphthas Vater. 2 Und Gịleads Frau gebar ihm weiterhin Söhne. Als die Söhne der Frau groß wurden, gingen sie daran, Jẹphtha auszutreiben und zu ihm zu sagen: „Du sollst kein Erbe im Hause unseres Vaters haben, denn du bist der Sohn einer anderen Frau.“ 3 So lief Jẹphtha wegen seiner Brüder weg und nahm im Land Tob Wohnsitz. Und weiterhin scharten sich lose Männer um Jẹphtha, und sie zogen jeweils mit ihm aus.
    4 Und es geschah nach einiger Zeit, daß die Söhne Ạmmons gegen Israel zu kämpfen begannen. 5 Und es geschah, als die Söhne Ạmmons tatsächlich gegen Israel kämpften, daß die älteren Männer Gịleads sogleich darangingen, Jẹphtha aus dem Land Tob zu holen. 6 Dann sprachen sie zu Jẹphtha: „Komm doch, und diene als unser Befehlshaber, und wir wollen gegen die Söhne Ạmmons kämpfen.“

    Wieso schickten sie ausgerechnet nach Jephta - als es ihnen an den Kragen ging?

    Richter 11:30-31

    Dann legte Jẹphtha Jehova ein Gelübde ab und sprach: „Wenn du die Söhne Ạmmons wirklich in meine Hand gibst, 31 soll es auch geschehen, daß der Herauskommende, der aus den Türen meines Hauses herauskommt, mir entgegen, wenn ich in Frieden von den Söhnen Ạmmons zurückkehre, dann Jehova gehören soll, und ich will diesen als ein Brandopfer opfern.“

    Jephta gab seine Tochter als Brandopfer - was genau bedeutete dies für sie?

    Als er sein Gelübde ablegte, dass der erste, der ihm aus seinem Haus entgegenkommen wurde, als Brandopfer gegeben wurde – was hatte er da im Sinn?

    Mußte er nicht damit rechnen, dass es eine Person sein würde? Wie konnte er da von einem Brandopfer sprechen?

    hier einige Antworten, die wir bereits im letzten Jahr dazu herausgesucht haben

  32. Juleam 21. März 2010 um 10:54 Link zum Kommentar

    Richter 12:5-6

    Und Gịlead nahm schließlich die Furten des Jordan vor Ẹphraim ein; und es geschah, wenn die Entrinnenden von Ẹphraim jeweils sprachen: „Laß mich hinübergehen“, so sagten die Männer Gịleads dann zu einem jeden: „Bist du ein Ephraimịter?“ Sagte er darauf: „Nein!“, 6 so sprachen sie jeweils zu ihm: „Sag bitte Schibbọleth.“ Und er sagte dann: „Sibbọleth“, weil er das Wort nicht richtig aussprechen konnte. Und sie ergriffen ihn daraufhin und erschlugen ihn an den Furten des Jordan. So fielen zu jener Zeit von Ẹphraim zweiundvierzigtausend.

    Warum konnten die Ephraimiter das Wort „Sibbọleth“ nicht richtig aussprechen?

    Die konnten doch unmöglich alle denselben Sprachfehler haben?

  33. Thomasam 21. März 2010 um 13:45 Link zum Kommentar

    Richter 9-12
    Zitate von J.N.Darby


    Nach dem Tode Gideons sehen wir die Ergebnisse dieser Entfernung von Gott in den inneren Kämpfen, die zwischen den Kindern Israel stattfanden. Sie sind dem Hause Gideons gegenüber undankbar, und ein Krieg bricht unter ihnen aus durch den Führer, den sie einsetzen, der, anstatt mit den Feinden Gottes zu kämpfen, nur die Herrschaft über das Volk anstrebt, das jetzt in Frieden weilt (Ri. 9).

    Der Niederlage der Männer Sichems und Abimelechs folgte ein zeitweiliger Friede, nach dem das Volk wieder seiner götzendienerischen Ungerechtigkeit verfällt, und Jehova verkauft sie in die Hände der Nationen, deren Göttern sie dienen. Schmerzlich von ihren Feinden bedrängt, schreien die Kinder Israel zu Jehova, der ihnen ihr vorheriges Verhalten vorwirft, und schickt sie zu den Göttern zurück, denen sie gehuldigt hatten. Dann tut das Volk die fremden Götter aus seiner Mitte hinweg. Die Seele Jehovas wird ungeduldig über die Mühsal Israels (Ri. 10).

    Israel hatte keinen Führer; da nahmen sie Zuflucht zum Anführer eines Haufens „loser und übermütiger Männer” und versprachen, ihm zu gehorchen, wenn er sich an ihre Spitze stellt. Jephtha willigt ein. Obwohl das eine Rettung war, so sehen wir in alledem, wie tief Israel gefallen war. Jephtha selbst leidet grausam unter der Unbesonnenheit seines Gelübdes, und darüber hinaus, als der Hochmut der Männer Ephraims sie dazu trieb, sich darüber zu beschweren, daß man ihnen die gebührende Hochachtung nicht entgegengebracht hatte, wurden bei Jephtha die Ruhe und Weisheit nicht gefunden wie bei einem, der Jehova so gut kannte wie Gideon. Welch ein Unterschied zwischen diesen Tagen und denen Josuas! Gott mehrt Seine Rettungen; das hat aber keine Wirkung auf den Unglauben des Volkes, und ihr Zustand wird fortwährend schlimmer und schlimmer (Ri. 11 und 12).

  34. Thomasam 22. März 2010 um 13:46 Link zum Kommentar

    Richter 13-15
    Zitate von J.N.Darby


    Nach Jephtha genießt Israel wieder eine Zwischenzeit des Friedens unter der Leitung mehrerer Richter, die Gott erweckt. Sie kehren aber bald zu ihrem früheren sündigen Lauf zurück, und Jehova gibt sie in die Hand der Philister. Die Geschichte Simsons gibt uns den Anfang der Beziehungen Israels mit diesen erbitterten Feinden, die erst da aufhörten, als Da*vid sie unterwarf. Zu diesem Zeitpunkt waren die Philister auf der Höhe ihrer Macht. Das Wichtige hier ist aber die Geschichte Simsons (Kap. 13 bis 16).

    Als Vorbild stellt uns Simson den Grundsatz des Nasiräertums vor Augen, der vollständigen Absonderung zu Gott, die die Quelle der Kraft im Kampfe mit unseren Feinden ist, die hier als solche Feinde betrachtet werden, die die Oberhand über das Volk Gottes innerhalb seiner Grenzen und in ihren eigenen Herzen gewinnen wollen.

    Die Philister waren keine Geißel, keine von außen her gesandte Züchtigung: sie wohnten auf dem eigenen Gebiet Israels, im Lande der Verheißung. Zweifellos waren ihnen vordem auch andere Nationen, die die Untreue des Volkes inmitten Kanaans gelassen hatte, zum Fallstrick gewesen, indem sie sie zu Mischehen mit Götzendienern und zur Anbetung falscher Götter führten; und Jehova hatte sie in die Hände ihrer Feinde gegeben. Jetzt aber reißen diejenigen die Herrschaft über Israel an sich, deren Bleiben man im eroberten Lande geduldet hatte.

    Hier ist also das, was den Erben der Verheißung Sieg und Frieden geben kann, die Kraft, die durch Absonderung von allem verliehen wird, was zum natürlichen Menschen gehört und durch eine vollständige Weihe für Gott, insoweit diese verwirklicht wird. Dieses Nasiräertum ist geistliche Kraft, oder eher das, was sie kennzeichnet, wenn der Feind im Lande ist. Denn Simson richtete Israel während der Herrschaft der Philister (Ri. 15, 20). Späterhin veränderten Samuel, Saul und vor allen Dingen David den Zustand der Dinge völlig.

    Wenn der Kanaaniter, wenn die Macht des Feindes im Lande regiert, kann das Nasiräertum allein einem, der treu ist, Kraft verleihen. Es ist ein den Menschen der Welt unbekanntes Geheimnis. … Das Böse herrschte unter dem Volke. …

    Die Absonderung zu Gott, von der wir geredet haben, ist unter diesen Umständen das einzige Mittel, die Kraft Gottes zu genießen. Es ist die wesentliche Stellung der Versammlung. Wenn sie darin versagt hat, so hat sie aufgehört, den wesentlichen Charakter ihres Hauptes in Verbindung mit ihr zum Ausdruck zu bringen: „…abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden“; sie ist dann bloß eine falsche Zeugin, ein Beweis unter den Philistern, dass Dagon stärker ist als Gott; sie ist eine blinde Gefangene.

    Immerhin ist es bemerkenswert, dass jedes Mal, wenn die Welt das, was Gott Sich aus ihr abgesondert hat, durch ihre Reize verführt, dieses das Gericht Gottes über die Welt bringt, was zu ihrem Ruin führt. Sehen wir Sara im Hause Pharao; und in diesem Falle den Simson – blind und gefangen in den Händen der Philister; und wiederum Sara im Hause Abimelechs, obwohl Gott, um der Redlichkeit seines Herzens willen, den letzteren nicht züchtigte.

    Simson stellt uns auch die Neigung der Versammlung und des Christen dar, von dieser Stellung abzufallen, eine Neigung, die nicht immer in demselben Ausmaß böse Früchte erzeugt, die aber innere und praktische Vernachlässigung des Nasiräertums verursacht und dann bald zu einem vollständigen Verlust der Kraft führt, so dass sich die Versammlung der Weit hingibt. Gott mag sie immer noch gebrauchen, Er mag Sich durch die Verwüstung verherrlichen, die sie im Lande des Feindes anrichtet (das ihr eigenes sein sollte); Er mag sie sogar vor der Sünde bewahren, zu der der schlüpfrige Pfad führt, auf dem sie wandelt. Der Gesinnungszustand aber, der sie dorthin gebracht hat, neigt dazu, noch tiefer zu fallen.

    Gott gebraucht die Ehe Simsons mit einem Weib aus den Philistern, um jenes Volk zu bestrafen. In der Frische seiner Kraft aber, sein Herz mit Jehova, und durch den Heiligen Geist getrieben, handelt Simson in der Macht dieser Stärke inmitten der Feinde, die er wider sich erweckt hat; und tatsächlich hat er dieses Weib aus den Philistern nie geehelicht.

    Ich habe gesagt, dass Gott diesen Umstand gebrauchte. Auf diese Weise kann Er die geistliche Kraft der Versammlung gebrauchen, solange sie Ihn im Herzen festhält, obwohl ihr Wandel nicht treu oder ein solcher sein mag, den Er nicht billigen kann. Denn die Ehe Simsons mit einem Weibe aus Timna war offensichtlich eine entschiedene Sünde, eine schamlose Übertretung der Satzungen Jehovas, die in keiner Weise durch die Segnung gerechtfertigt wurde, die der Herr ihm gewährte, als die Philister ihm Unrecht getan hatten. In seiner Ehe fand er nicht Segen, sondern ganz das Gegenteil.

    Demzufolge hat Simson in den durch seine Ehe verursachten Kämpfen Israel nicht hinter sich; der Geist Gottes wirkte nicht auf das Volk, wie Er es im Falle Gideons, Jephthas und Baraks tat.

    Übrigens, wenn es um das Nasiräertum geht, muss Widerstand seitens des Volkes Gottes erwartet werden. Ein Nasir wird in ihrer Mitte erweckt, weil sie selbst nicht mehr auf diese Weise für Gott abgesondert sind. Da dies der Fall ist, sind sie ohne Kraft, und sie werden zulassen, dass die Welt über sie regiert, wenn man ihnen nur ihren äußerlichen Frieden lässt; und sie möchten nicht, dass jemand im Glauben handelt, weil es die Welt beunruhigt und sie gegen sie aufwiegelt. „Weißt du nicht“, sagte Israel, „dass die Philister über uns herrschen?“ Obwohl sie Simson sogar als einen der Ihrigen anerkannten, waren sie bereit, ihn den Philistern auszuliefern, um den Frieden zu erhalten.

    In dem Teil des Lebens Simsons, den wir eben vor uns haben, sind einige Einzelheiten, die größerer Beachtung bedürfen.

    Seine Ehe war eine Sünde. Die Absonderung des Volkes Gottes hatte aber nicht mehr das Maß der praktischen Anwendung, die Gottes Gedanken für sie bestimmt hatten. Die Tatsache war an sich unentschuldbar, weil ihr Ursprung in dem Willen Simsons lag, er hatte nicht Rat bei Gott gesucht. Doch infolge des Einflusses der Umstände war er sich zur Zeit des Bösen, das er tat, nicht bewusst, und Gott ließ es zu, dass er Frieden und Freundschaft mit der kanaanitischen Welt (d. h. mit der Welt innerhalb der Grenzen des Volkes Gottes) suchte, anstatt wider sie zu streiten; in bezug auf die Philister hatte also Simson in den darauf folgenden Streitigkeiten das Recht auf seiner Seite.

    Vor seiner Ehe hatte Simson den Löwen erschlagen und Honig in seinem toten Körper gefunden. Während er in seiner Lauterkeit wandelte, hatte er Kraft von Gott. Dies ist das „Rätsel“, das Geheimnis des Volkes Gottes. Der Löwe hat keine Kraft wider den, der Christo gehört. Christus hat die Macht dessen vernichtet, der die Macht des Todes hatte. Durch die Macht des Geistes Christi ist unser Streit Sieg, und Honig entfließt ihm. Dies wird aber in dem Geheimnis der Gemeinschaft mit dem Herrn vorangetragen. David bewahrte diesen Platz besser in der Einfalt der Pflicht.

    Simson bewahrte sich nicht vor jenen Verbindungen mit der Welt, zu denen der Zustand des Volkes leicht führte. Dies ist immer eine Gefahr für den Christen. Welcherart aber ihre Unwissenheit auch sein mag, wenn die Kinder Gottes irgendein Bündnis mit der Welt eingehen und dadurch eine ihrem wahren Charakter entgegengesetzte Verhaltungslinie verfolgen, werden sie sicherlich enttäuscht. Sie halten sich nicht für Gott abgesondert; sie bewahren nicht ihr Geheimnis mit Gott, ein Geheimnis, das nur in Gemeinschaft mit Gott Selbst gekannt wird. Ihre Weisheit ist verloren, die Welt verführt sie, ihre Beziehungen mit der Welt werden schlimmer als zuvor, und die Welt verachtet sie und geht ihren eigenen Weg, ohne ihren Unwillen wegen ihres Verhaltens ihnen gegenüber zu beachten.

    Was hatte Simson dort zu tun? Sein Eigenwille wirkt (Kap. 15) und nimmt seinen Anteil an dem Gebrauch jener Kraft, die Gott ihm gegeben hatte (wie Mose, als er den Ägypter erschlug). Wenn wir uns, obwohl wir Kinder Gottes sind, mit der Welt eingelassen haben, tragen wir immer etwas von der Welt mit uns herum. Gott gebraucht das aber, um uns mit Gewalt und gründlich von ihr zu trennen, und macht eine Vereinigung dadurch unmöglich, dass wir durch eben diese Dinge, die unsere Verbindung mit ihr gestaltet hatten, in einen direkten Konflikt mit der Welt geraten. Wir wären besser abgesondert geblieben. Es ist aber notwendig, dass Gott also mit uns verfährt, wenn diese Verbindung mit der Welt in der Kirche zu einer gewohnheitsmäßigen und geduldeten Sache wird. Die schimpflichsten Umstände bleiben unbemerkt. Stellt euch vor – ein Nasir ehelicht eine Philisterin! Gott muss eine solche Vereinigung abbrechen, indem er Feindschaft und Feindseligkeiten aufkommen lässt, weil keine Erkenntnis jener moralischen Nähe zu Gott vorhanden ist, die von der Weit absondert und jene Ruhe des Geistes verleiht, die ihre Kraft in Gott findet und den Feind überwinden und vertreiben kann, wenn Gott durch die klare Offenbarung Seines Willens in den Kampf führt.

    Wenn wir aber mit der Welt verbunden sind, wird sie immer über uns herrschen; wir haben kein Recht, uns den Ansprüchen irgendeiner Beziehung zu widersetzen, die wir selbst eingegangen sind. Wir mögen uns der Welt nähern, weil das Fleisch in uns ist. Die Welt kann sich in Wirklichkeit nicht den Kindern Gottes nähern, weil sie nur ihre eigene gefallene und sündige Natur hat. Die Annäherung ist immer nur von einer Seite aus und immer im Bösen, welcherart der Schein auch sein mag. Inmitten der Welt Zeugnis zu tragen, ist etwas anderes.

    Wir können deshalb nicht das Geheimnis des Herrn, die innigen Beziehungen des Volkes Gottes mit Ihm und die Gefühle, die sie erzeugen, vorschützen; denn das Geheimnis und die Kraft des Herrn sind ausschließlich das Recht und die Kraft Seines erlösten Volkes. Wie kannte man das seinem philistäischen Weibe sagen? Welchen Einfluss hätten die ausschließlichen Vorrechte des Volkes Gottes auf einen Menschen, der nicht zu ihnen zählt? Wie können wir von diesen Vorrechten reden, wenn wir sie durch eben diese Beziehungen, in denen wir stehen, verleugnen? Wir verleugnen sie, indem wir dieses Geheimnis preisgeben, denn wir hören dann auf, zu Gott abgesondert und Ihm geweiht zu sein, und Ihm zu vertrauen, wie wir keinem anderen vertrauen können. Diese Erfahrung hätte Simson in der Zukunft vor einem ähnlichen Schritt bewahren sollen. In vieler Hinsicht ist jedoch Erfahrung in den Dingen Gottes nutzlos, weil wir in dem Augenblick Glauben brauchen; denn es ist Gott Selbst, den wir benötigen.

    Nichtsdestoweniger behält Simson hier seine Kraft. Der unumschränkte Wille Gottes erfüllt sich in dieser Angelegenheit trotz sehr ernster Fehler, die sich aus dem allgemeinen Zustand der Dinge ergaben, an denen Simson auch teilnahm. Als er auf dem Schlachtfeld stand, legte er die Kraft Jehovas, der mit ihm war, an den Tag, und als Antwort auf sein Rufen reicht ihm Jehova Wasser für seinen Durst dar (Kap. 15).

    Hier endet die allgemeine Geschichte Simsons. Wir haben gesehen, dass das Volk Gottes, seine Brüder, gegen ihn waren – das ist die allgemeine Regel in einem solchen Fall. Es ist die Geschichte der Kraft des Geistes Christi, die sich im Nasiräertum in Absonderung von der Welt zu Gott auswirkt, aber inmitten eines dieser Absonderung vollständig entgegengesetzten Zustandes der Dinge. Wenn derjenige, der inmitten dieses Zustandes von diesem Geiste aufrechterhalten wird, sich in seiner gewohnten Sphäre wiederfindet, ist er immer in Gefahr, untreu zu werden, und zwar um so mehr durch das Bewusstsein seiner Kraft (außer wenn er in der Ruhe des Gehorsams Gott sehr nah lebt).

    Simson sündigt wieder durch seinen Umgang mit der Tochter eines fremden Gottes; er verbindet sich wieder mit Weibern von den Philistern, unter denen sich das Haus seines Vaters und der Stamm Dan befanden. Er behält jedoch seine Kraft, bis der Einfluss dieser Verbindungen so groß wird, dass er das Geheimnis seiner Kraft in Gott preisgibt. Sein Herz, weit von Gott entfernt, vertraute so einem Philisterweibe, wie seine Seele nur Gott allein hätte vertrauen sollen (Kap. 16).

    Ein Geheimnis zu besitzen und zu bewahren, beweist innige Beziehungen mit einem Freund. Das Geheimnis Gottes aber, der Besitz Seines Vertrauens, ist das höchste aller Vorrechte. Es einem Fremden zu verraten, sei er, wer er sein mag, bedeutet, die kostbare Stellung, in die Seine Gnade uns gestellt hat, zu verachten, und das bedeutet, sie zu verlieren. Was haben die Feinde Gottes mit dem Geheimnis Gottes zu tun? So war es, dass Simson sich seinen Feinden ergab. Solange er sein Nasiräertum bewahrte, waren alle Anstrengungen gegen ihn machtlos. Sobald aber diese Absonderung verloren war, obwohl Simson augenscheinlich ebenso stark und sein Äußeres ebenso schön war wie zuvor, war Jehova doch nicht mehr mit ihm. „Ich werde davonkommen wie die anderen Male und mich herausschütteln. Er wusste aber nicht, dass Jehova von ihm gewichen war.“

    Man kann sich kaum eine größere Torheit vorstellen, als sein Geheimnis der Delila anzuvertrauen, nachdem er so viele Male von den Philistern überfallen worden war, sobald sie ihn weckte. So ist es auch mit der Versammlung; wenn sie sich der Welt ergibt, verliert sie ihre ganze Weisheit, selbst die, die der Mensch allgemein besitzt. Armer Simson! seine Kraft mag wiederhergestellt werden, seine Sehkraft aber hat er für immer verloren.

    „Wer hat sich wider ihn (den Herrn) verhärtet und ist unversehrt geblieben?“ (Hiob 9, 4)

    Die Philister schreiben ihren Erfolg ihrem falschen Gott zu. Gott gedenkt Seiner Herrlichkeit und Seines armen, unter der Züchtigung seiner Sünde gedemütigten Knechtes. Die Philister versammeln sich, um sich ihres Sieges zu erfreuen, und um ihre falschen Götter zu verherrlichen. Jehova aber sah das alles. In seiner Demütigung hatte der Gedanke an den Herrn mehr Macht über das Herz Simsons; sein Nasiräertum gewann wieder an Kraft. Er richtet seine ergreifende Bitte an Gott. Wer sollte einen blinden und bedrängten Gefangenen fürchten? Wer aber in dieser Welt kennt das Geheimnis Jehovas? Einem Sklaven, für immer des Augenlichts beraubt, bietet sein Zustand eine Gelegenheit, die seine Kraft nicht erlangen konnte, ehe er sie durch seine Treulosigkeit einbüßte. Er ist aber blind und versklavt, und er muss selbst in dem Gericht untergehen, das er über die Gottlosigkeit seiner Feinde bringt. Er hatte sich mit der Welt einsgemacht, indem er auf sie hörte, und er muss das Gericht teilen, das die Welt trifft.

    Wenn die Treulosigkeit der Versammlung der Welt Macht über sie verliehen hat, andererseits die Welt die Rechte Gottes angegriffen hat, indem sie die Versammlung verderbte, so bringt sie deshalb im Augenblick ihres höchsten Triumphs Gericht über sich – ein Gericht, das, wenn es sowohl dem Bestehen als auch dem Elend des Nasiräers ein Ende macht, gleichzeitig die ganze Herrlichkeit der Welt in dem gemeinsamen Zusammenbruch vernichtet.

    In den Einzelheiten der Weissagung bezieht sich das auf den Schluss der Geschichte des jüdischen Volkes. Was die bekennende Kirche betrifft, so ist die Sache etwas anderes, weil die Heiligen in die Herrlichkeit fortgenommen sein werden, und die übrigen werden gerichtet, da sie abtrünnig sind, doch die Tatsache des Gerichts der Welt ist dieselbe. . Nur ihr Überrest wird bewahrt, um auf einer neuen Grundlage für die Erfüllung der Vorsätze Gottes aufgerichtet zu werden.

  35. Juleam 23. März 2010 um 00:53 Link zum Kommentar

    Richter 16 – 18

    Simson – das erste Selbstmordattentat?

    Hatte Simsons Leben eigentlich einen wirklichen Sinn? Er hatte keine Frau und keine Nachkommen, hatte immer Streß mit den Frauen, die er liebte. Er gehörte auch nicht zu der Linie, aus der dann der Messias kam.

    Der Engel teilte damals seinen Eltern mit, dass sie mit Jehovas Hilfe doch noch einen Sohn haben würden. Er sollte vom Mutterleib an abgesondert sein und ein Nasiräer für Gott.

    Als Simson unbedingt eine Frau von den Philistern nehmen wollte und seine Eltern ihm davon abhalten wollen – heißt es, der Wunsch sei in Übereinstimmung mit Gottes Willen.

    Kann man dann die logische Schlussfolgerung daraus ziehen, dass Jehova es genauso im Sinn hatte wie es dann kam – ein Selbstmordattentat?

    Wie mögen sich wohl seine Eltern gefühlt haben?

    Ob sie dachten, er habe sein Leben selbst verpfuscht?

    Ob seine Mutter verzweifelt war und Jehova fragte, warum er ihr diesen Sohn gegeben hatte?

  36. Juleam 23. März 2010 um 00:56 Link zum Kommentar

    Richter 17

    Micha und der Levit

    “Nun weiss ich wirklich, dass Jehova mit mir ist, weil der Levit bei mir geblieben ist”

    So kann man sich auch was vormachen: ich bastle mir meine eigene Religion hier bei mir zu Hause mit Heiligenbild und Standbild und wenn dann ein Levit bereit ist, bei mir zu bleiben – dann zeigt dies, dass ich Jehovas Wohlgefallen habe!

    Wen interessiert es schon, dass Jehova ein Gott ist, der ausschließliche Ergebenheit fordert und dass auf Götzendienst die Todesstrafe stand? Oder dass die Aufgabe der Leviten war, in der Stiftshütte zu dienen und dass man zum Opfern dorthin kommen sollte?

  37. Thomasam 23. März 2010 um 13:46 Link zum Kommentar

    Richter 16-18
    Zitate von J.N.Darby


    Die folgenden Kapitel sind nicht in der historischen Reihenfolge dieses Buches enthalten. Sie lüften den Schleier, um einige Vorfälle des inneren Lebens dieses Volkes bloßzulegen, mit dem die Langmut Gottes so lange Geduld gehabt hatte, indem Er mit den durch ihre Sünden verursachten Leiden Seines Volkes Mitleid hatte. Wären sie gehorsam gewesen, als Jehova ihr König war, wäre ihr Wohlergehen sicher gewesen. Eigenwillig, wie sie waren, gab das Fehlen dessen, was sie zurückhielt, als sie keinen König hatten, allerlei Hemmungslosigkeit Raum. Das letzte in diesem Buche erzählte Ereignis zeigt, wie groß die Unordnung in Israel geworden war, und wie sie sofort von Gott abfielen. Es enthält aber eine sehr wichtige Belehrung. Wenn der gemeinsame Zustand des Volkes Gottes Ungerechtigkeit hervorruft, die Züchtigung nötig macht, so wird das ganze Volk von der darauf folgenden Züchtigung betroffen, was bewirkt, dass sie sich ihren Zustand zu Herzen nehmen. Jener Zustand hatte die Hemmung der Ungerechtigkeit oder ihre unmittelbare Bestrafung verhindert, nachdem sie begangen war. Das Volk wird aber vor das Angesicht Gottes gestellt, der die ganze Angelegenheit richtet, und das ganze Volk muss mit der Sache zu tun haben.

    Zuerst suchte Israel nicht einmal Rat bei Jehova, um zu wissen, wie sie mit dieser Sünde verfahren sollten. Sie handelten aus der natürlichen Empörung heraus (die jedoch durchaus gerecht war). Jehova erlaubte alles dieses, auf dass das Volk erfahren sollte, wo es stand. Das Böse, das Züchtigung erforderte, hatte ihren geistlichen Zustand so abgestumpft, dass sie gar nicht daran dachten, zuerst auf Jehova zu harren, um zu wissen, was getan werden sollte. Die Richtschnur ihres Handelns war schon bestimmt, bevor sie Ihn um Rat befragten, denn sie waren weit von Ihm entfernt. Sie fragen bloß, wer zuerst hinaufziehen soll. Jehova weist auf Juda hin, aber Juda wird besiegt. Zweimal wird das Volk geschlagen, wo es einen leichten Sieg erwartete – und nun, gedemütigt und in Tränen, nehmen sie wieder ihre Zuflucht zu Jehova und fragen, ob sie hinaufziehen sollen. Dann gibt ihnen Jehova den Sieg. Gibea hatte durchaus diese Züchtigung verdient; um sie aber auszuführen, brauchte Israel selbst Züchtigung, und Gott erlaubte, dass alle daran teilhatten, auf dass es auf alle wirken möchte.

    In welch einem Zustande waren sie aber alle, als sich der ganze Stamm Benjamin zu den Männern von Gibea gesellte, wo sie solcher Gräueltaten schuldig waren! Und man beachte auch, dass Pinehas immer noch Hohepriester war, obwohl er schon in der Wüste das Mannesalter erreicht hatte. Wie geduldig verfuhr Gott mit dem Volke und errettete sie, wo sie so schnell der Sünde verfallen waren, und in welche Tiefen der Sünde! Was sieht Gott nicht alles in der Welt, und sogar in Seinem Volke? Es ist wichtig zu bemerken, wie jener innere Zustand ins Licht gebracht wird, was in der allgemeinen Geschichte nicht geschieht. Es wirft ein viel volleres Licht auf die Wege Gottes. Es muss aber bemerkt werden, dass dieses Unheil und diese Schande durch Abtrünnigkeit von Gott Selbst innerhalb sind und von innen kommen, und zwar unter der Hand Gottes, aber nicht als Gericht durch äußere Feinde.

  38. Juleam 24. März 2010 um 00:59 Link zum Kommentar

    Richter 19 – 21

    Richter 19 – der Mann und seine Nebenfrau

    Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass es nicht der Gastgeber war, der ihnen die Nebenfrau auslieferte – sondern ihr eigener Mann?

    Und er weiss, dass er sie am Abend der entarteten Rotte ausgeliefert hat und will am Morgen seines Weges ziehen, so als sei nichts gewesen?

    Hatte er sich keine Sorgen gemacht? Nicht nachts gelauscht ob und wann sie wiederkommen würde?

    Darum hatte sich Fine also so aufgeregt, als sie es im Rahmen des Bibelleseprogramms für die PDS gelesen hatte.

    Ich hatte das im letzten Jahr so verstanden, dass der Ehemann garnichts davon mitbekommen hatte und der Gastgeber sie vor die Tür geschickt hatte.

    Dann hatte Fine wirklich Recht. Das war wirklich sehr hart von dem Ehemann und ich kann sein Verhalten auch nicht wirklich verstehen!

  39. WT 15.01.2005am 26. März 2010 um 10:09 Link zum Kommentar


    Das Wort Jehovas ist lebendig

    Höhepunkte aus dem Buch Richter

    WIE reagiert Jehova, wenn ihm das eigene Volk den Rücken kehrt und sich der Anbetung falscher Götter zuwendet? Und was ist, wenn das Volk immer wieder abfällt und ihn nur um Hilfe anruft, wenn es in Schwierigkeiten steckt? Sorgt Jehova selbst dann für Befreiung? Das Bibelbuch Richter beantwortet diese und weitere bedeutsame Fragen. Der Prophet Samuel stellte es um 1100 v. u. Z. fertig. Die darin behandelten Ereignisse trugen sich in einem Zeitraum von etwa 330 Jahren zu — vom Tod Josuas bis zur Inthronisierung des ersten Königs von Israel.

    Das Buch Richter ist für uns sehr wertvoll, weil es Teil des dynamischen Wortes oder der Botschaft Gottes ist (Hebräer 4:12). Es enthält spannende Berichte, die uns einiges über Gottes Persönlichkeit verraten. Die Lehren, die wir daraus ziehen, stärken unseren Glauben und helfen uns, „das wirkliche Leben“ — ewiges Leben in der von Gott verheißenen neuen Welt — fest zu ergreifen (1. Timotheus 6:12, 19; 2. Petrus 3:13). Die Rettungstaten Jehovas für sein Volk vermitteln einen gewissen Begriff von der künftigen größeren Befreiung durch seinen Sohn Jesus Christus.

    WARUM WURDEN RICHTER BENÖTIGT?
    (Richter 1:1 bis 3:6)

    Nachdem unter der Führung Josuas die Könige des Landes Kanaan besiegt worden sind, gehen die einzelnen Stämme Israels schließlich in ihr Erbteil und nehmen das Land in Besitz. Die Israeliten versäumen jedoch, die Bewohner des Landes zu vertreiben. Dieses Versäumnis soll Israel noch zum Verhängnis werden.

    Von der Generation nach Josua heißt es, dass sie ‘Jehova nicht kennt noch das Werk, das er für Israel getan hat’ (Richter 2:10). Außerdem beginnt das Volk, Ehebündnisse mit den Kanaanitern einzugehen und ihren Göttern zu dienen. Deshalb lässt Jehova zu, dass die Israeliten von ihren Feinden überwunden werden. Doch immer wenn die Unterdrückung unerträglich wird, rufen die Söhne Israels den wahren Gott um Hilfe an. Vor diesem religiösen, sozialen und politischen Hintergrund spielt der Bericht über eine Reihe von Richtern, die Jehova erweckt, um sein Volk von dessen Feinden zu befreien.

    Antworten auf biblische Fragen:

    1:2, 4 — Warum durfte der Stamm Juda als erster das ihm zugeteilte Land in Besitz nehmen?
    Diese Ehre wäre normalerweise dem Stamm Ruben zugefallen, da Ruben Jakobs Erstgeborener war. Aber Jakob hatte in seiner Sterbebettprophezeiung gesagt, dass sich Ruben nicht überheben soll, denn er hatte sein Erstgeburtsrecht verloren. Simeon und Levi sollten in Israel zerstreut werden, weil sie grausam gehandelt hatten (1. Mose 49:3–5, 7). Der Nächste in der Linie war daher Juda, der vierte Sohn Jakobs. Der Stamm Simeon schloss sich dem Stamm Juda an und erhielt kleine Landgebiete, die im großen Gebiet Judas verstreut lagen (Josua 19:9).
    Die Leviten erhielten kein Erbe im Land der Verheißung außer 48 Städten, die über ganz Israel verteilt waren.

    1:6, 7 — Warum schlug man den besiegten Königen die Daumen und die großen Zehen ab?
    Wer keine Daumen und keine großen Zehen mehr hatte, war für Kampfhandlungen untauglich. Wie wollte ein Soldat ohne Daumen ein Schwert oder einen Speer führen? Und durch den Verlust der großen Zehen war es schwierig, das Gleichgewicht zu halten.

    Lehren für uns:

    2:10 – 12. Ein regelmäßiges Bibelstudium ist für uns unerlässlich, damit wir ‘Jehovas Taten nicht vergessen’ (Psalm 103:2). Eltern müssen ihren Kindern die Wahrheit aus Gottes Wort ins Herz pflanzen (5. Mose 6:6-9).

    2:14, 21, 22. Lässt Jehova zu, dass seinem ungehorsamen Volk Schlimmes widerfährt, dient das einem bestimmten Zweck — um es in Zucht zu nehmen, es zu läutern und es zu veranlassen, zu ihm zurückzukehren.

    JEHOVA ERWECKT RICHTER
    (Richter 3:7 bis 16:31)

    Der spannende Bericht über die Großtaten der Richter beginnt damit, dass Othniel Israel nach acht Jahren von der Unterdrückung eines mesopotamischen Herrschers befreit. Mit einer mutigen Strategie gelingt es dem Richter Ehud, den beleibten Moabiterkönig Eglon zu töten. Der tapfere Schamgar schlägt ganz allein 600 Philister mit einem Rinderstachel nieder. Ermutigt von Debora, die als Prophetin amtiert, und mit der Unterstützung Jehovas vernichten Barak und sein nur leicht bewaffnetes Heer von 10 000 Mann die mächtige Armee Siseras. Jehova erweckt Gideon und gibt ihm und seinen 300 Männern den Sieg über die Midianiter.

    Durch Jephtha befreit Jehova Israel von den Ammonitern. Tola, Jair, Ibzan, Elon und Abdon gehören ebenfalls zu den 12 Männern, die Israel richten. Die Richterzeit endet mit Simson, der gegen die Philister kämpft.

    Antworten auf biblische Fragen:

    4:8 — Warum bestand Barak darauf, dass die Prophetin Debora ihn auf das Schlachtfeld begleitete?
    Barak traute sich offensichtlich nicht zu, seine Männer allein gegen die Armee Siseras in den Kampf zu führen. Wenn die Prophetin ihn begleitete, konnten er und seine Männer sich darauf verlassen, von Gott geleitet zu werden, was ihnen Vertrauen einflößte. Es war daher kein Zeichen von Schwäche, dass Barak auf Deboras Begleitung bestand, sondern verriet einen starken Glauben.

    5:20 — Inwiefern kämpften die Sterne vom Himmel her für Barak?
    Die Bibel sagt nicht, ob damit die Hilfe von Engeln gemeint ist oder aber ein Meteoritenschauer, der von Siseras Weisen als unheilvolles Vorzeichen gedeutet wurde. Vielleicht waren es auch astrologische Voraussagen, die Sisera gemacht wurden, aber nicht eintrafen. Fest steht auf jeden Fall, dass Gott in irgendeiner Form eingriff.

    7:1–3; 8:10 — Warum sagte Jehova, Gideons 32 000 Mann seien zu viele, um gegen die feindliche Streitmacht von 135 000 Mann zu ziehen?
    Das war deshalb der Fall, weil Jehova Gideon und seinen Männern den Sieg geben würde. Gott wollte sie gar nicht erst auf den Gedanken kommen lassen, sie hätten die Midianiter aus eigener Kraft besiegt.

    11:30, 31 — Hatte Jephtha ein Menschenopfer im Sinn, als er sein Gelübde ablegte?
    Daran dachte Jephtha auf gar keinen Fall, denn das Gesetz bestimmte: „Es sollte sich in dir nicht jemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt“ (5. Mose 18:10). Doch Jephtha hatte durchaus einen Menschen und kein Tier im Sinn. Zum Opfern geeignete Tiere wurden wahrscheinlich nicht in den Häusern der Israeliten gehalten. Ein Tieropfer wäre außerdem nichts Besonderes gewesen. Jephtha war sich bewusst, dass ihm durchaus seine Tochter aus dem Haus entgegenkommen könnte. Der oder die Betreffende sollte in dem Sinn „als ein Brandopfer“ geopfert werden, dass die Person ausschließlich für den Dienst Jehovas in Verbindung mit dem Heiligtum zur Verfügung gestellt würde.

    Lehren für uns:

    3:10. Der Erfolg von Glaubensaktivitäten hängt nicht von menschlicher Weisheit ab, sondern von Jehovas Geist (Psalm 127:1).

    3:21. Ehud führte sein Schwert geschickt und voller Mut. Wir müssen Geschicklichkeit darin entwickeln, das „Schwert des Geistes, . . . Gottes Wort“, zu gebrauchen. Verwenden wir die Bibel also mutig in unserem Dienst für Gott (Epheser 6:17; 2. Timotheus 2:15).

    6:11–15; 8:1–3, 22, 23. Aus Gideons Bescheidenheit können wir drei wichtige Lehren ziehen:

    1. Wenn uns ein Dienstamt übertragen wird, sollten wir an die Verantwortung denken, die es mit sich bringt, statt an das Ansehen oder das Prestige, das damit verbunden sein kann.
    2. Wenn wir mit jemand zu tun haben, der Streit anfangen möchte, ist es klug, sich bescheiden zu verhalten.
    3. Bescheidenheit bewahrt uns davor, nur auf unsere Stellung bedacht zu sein.

    6:17–22, 36–40. Auch wir müssen vorsichtig sein und dürfen ‘nicht jeder inspirierten Äußerung glauben’. Stattdessen müssen wir „die inspirierten Äußerungen [prüfen], um zu sehen, ob sie von Gott stammen“ (1. Johannes 4:1). Ein neu ernannter christlicher Ältester sollte sich klugerweise bei einem erfahreneren Ältesten vergewissern, ob sich ein Rat, den er geben möchte, wirklich auf Gottes Wort gründet.

    6:25–27. Gideon bewies Umsicht, um seine Gegner nicht unnötig zu erzürnen. Wenn wir die gute Botschaft predigen, hüten wir uns davor, anderen durch unsere Äußerungen unnötig zu nahe zu treten.

    7:6. In Verbindung mit unserem Dienst für Jehova sollten wir Gideons 300 Männern gleichen — also vorsichtig und wachsam sein.

    9:8–15. Wie töricht ist es doch, eingebildet zu sein und ehrgeizig nach Stellung oder Macht zu streben!

    11:35–37. Das gute Beispiel Jephthas half seiner Tochter zweifellos, einen starken Glauben und einen aufopferungsvollen Geist zu entwickeln. Heutige Eltern können ihren Kindern ein entsprechendes Beispiel geben.

    11:40. Wer im Dienst für Jehova Willigkeit zeigt, fühlt sich durch Lob ermuntert.

    13:8. Eltern, die ihre Kinder belehren, sollten Jehova um Anleitung bitten und sich stets daran halten (2. Timotheus 3:16).

    14:16, 17; 16:16. Wer durch Weinen und Nörgeln Druck ausübt, setzt persönliche Beziehungen aufs Spiel (Sprüche 19:13; 21:19).

    ANDERE VERGEHEN IN ISRAEL
    (Richter 17:1 bis 21:25)

    Der letzte Teil des Buches Richter enthält zwei außergewöhnliche Berichte. In dem ersten geht es um einen Mann namens Micha, der in seinem Haus einen Götzen aufstellt und einen Leviten als Priester für sich einsetzt. Nachdem die Daniter die Stadt Lajisch oder Leschem zerstört haben, bauen sie selbst eine Stadt und nennen sie Dan. Sie nehmen Michas Götzen und seinen Priester und führen mit diesen in Dan einen neuen Kult ein. Lajisch wurde offensichtlich noch zu Lebzeiten Josuas eingenommen (Josua 19:47).

    Das Ereignis, um das sich der zweite Bericht dreht, spielt sich nicht lange nach Josuas Tod ab. Ein Sexualverbrechen, das einige Männer der benjaminitischen Stadt Gibea gemeinschaftlich verüben, führt beinahe zur Ausrottung des Stammes Benjamin — nur 600 Männer überleben. Durch eine bestimmte Einrichtung wird den Benjaminitern jedoch ermöglicht, sich Frauen zu suchen, und bis zur Herrschaft Davids hat der Stamm wieder fast 60 000 Kriegsmänner (1. Chronika 7:6–11).

    Antworten auf biblische Fragen:

    17:6; 21:25 — Begünstigte es nicht Anarchie, wenn ‘jeder gewohnt war, zu tun, was in seinen eigenen Augen recht war’?
    Nicht unbedingt, denn Jehova hatte ausreichend Vorsorge getroffen, um sein Volk anzuleiten. Er gab ihm das Gesetz und die Priesterschaft, um es in seinen Wegen zu unterweisen. Durch Urim und Tummim konnte der Hohe Priester Gott bei wichtigen Angelegenheiten um Rat fragen (2. Mose 28:30). In jeder Stadt gab es außerdem ältere Männer, die vernünftigen Rat geben konnten. Wenn sich ein Israelit diese Einrichtungen zunutze machte, hatte er gute Anleitung für sein Gewissen. Er tat in dieser Hinsicht zwar, „was in seinen eigenen Augen recht war“, aber das führte zu guten Ergebnissen. Wenn jemand dagegen das Gesetz missachtete und in Bezug auf sein Verhalten und seine Anbetung eigene Wege ging, hatte das schlimme Folgen.

    20:17–48 — Warum ließ Jehova zu, dass die anderen Stämme zweimal von den Benjaminitern besiegt wurden, obwohl eigentlich diese bestraft werden mussten?
    Jehova ließ zu, dass die treuen Stämme zunächst hohe Verluste erlitten, um ihre Entschlossenheit auf die Probe zu stellen, das Böse aus Israel auszurotten.

    Lehren für uns:

    19:14, 15. Die mangelnde Bereitschaft der Bewohner von Gibea, Gastfreundschaft zu üben, zeugte von einem gravierenden sittlichen Mangel. Christen werden aufgefordert, ‘dem Weg der Gastfreundschaft zu folgen’ (Römer 12:13).

    Die Befreiung, die vor uns liegt

    In absehbarer Zeit wird Gottes Königreich in den Händen Christi Jesu die böse Welt vernichten und für die Rechtschaffenen und Untadeligen eine großartige Befreiung bewirken (Sprüche 2:21, 22; Daniel 2:44). Alle Feinde Jehovas werden dann umkommen, und diejenigen, ‘die ihn lieben, werden sein, wie wenn die Sonne aufgeht in ihrer Macht’ (Richter 5:31). Erweisen wir uns als Menschen, die Jehova lieben, indem wir das anwenden, was wir aus dem Buch Richter gelernt haben.

    In den Berichten über die Richter sticht immer wieder folgende grundsätzliche Wahrheit heraus: Gehorsam gegenüber Jehova führt zu reichem Segen, Ungehorsam hat schlimme Folgen (5. Mose 11:26–28). Wie wichtig ist es daher für uns, dem offenbarten Willen Gottes gegenüber ‘von Herzen gehorsam’ zu werden! (Römer 6:17; 1. Johannes 2:17).

  40. WT 15.07.2005am 20. März 2011 um 10:36 Link zum Kommentar

    „Schwert Jehovas und Gideons!“

    SIE sind so zahlreich wie Heuschrecken und verwandeln fruchtbare Felder in wüste Einöden. Es ist die Zeit der Richter, und die Israeliten sind in einer verzweifelten Lage. Seit sieben Jahren fallen plündernde Horden kamelreitender Midianiter, Amalekiter und Leute des Ostens immer dann ins Land ein, wenn die Saat auf den Feldern aufgegangen ist. Ihre Herden breiten sich auf der Suche nach Weideland überall aus und verzehren noch den letzten grünen Halm. Den verarmten Israeliten dagegen bleibt weder Schaf noch Stier noch Esel. Die Terrorherrschaft der Midianiter lastet so schwer auf ihnen, dass sie sich in Bergen, Höhlen und an schwer zugänglichen Orten unterirdische Vorratsstellen anlegen müssen.

    Warum sind sie in so große Not geraten? Israel ist abtrünnig geworden und dient falschen Göttern. Daraufhin hat Jehova sie Unterdrückern preisgegeben. Als die Söhne Israels es nicht mehr aushalten können, rufen sie zu Jehova um Hilfe. Wird er sie erhören? Was können wir aus ihrer Erfahrung lernen? (Richter 6:1-6).

    Vorsichtiger Landwirt oder „tapferer Starker“?

    Normalerweise dreschen die Landwirte Israels den Weizen mit von Ochsen gezogenen Dreschschlitten auf offenen Dreschtennen, wo der Wind die Spreu erfassen und hinwegwehen kann. Aber solange Plünderer im Land sind und alles an sich reißen wollen, wäre das viel zu auffällig. Deshalb drischt Gideon seinen Weizen außer Sichtweite der Midianiter in einer Weinkelter — möglicherweise eine große in den Fels geschlagene, geschützt gelegene Kufe (Richter 6:11). Dort kann das Korn wahrscheinlich nur in kleinen Mengen mit einem Stock ausgeschlagen werden. Aber unter den gegebenen Umständen bleibt Gideon nichts anderes übrig.

    Wie überrascht muss er sein, als ihm Jehovas Engel erscheint und zu ihm sagt: „Jehova ist mit dir, du tapferer Starker“! (Richter 6:12). Da er gerade heimlich Weizen in einer Weinkelter ausschlägt, kommt sich Gideon bestimmt ganz und gar nicht tapfer vor. Aber die Worte zeigen, dass Gott es Gideon zutraut, ein tapferer Führer der Israeliten zu werden. Gideon selbst muss davon allerdings erst noch überzeugt werden.

    Als Jehova ihn beauftragt, ‘Israel aus der Faust Midians zu retten’, sagt Gideon bescheiden: „Entschuldige, Jehova. Womit soll ich Israel retten? Siehe! Meine Tausendschaft ist die geringste in Manasse, und ich bin der Kleinste im Hause meines Vaters.“ Vorsichtig, wie Gideon ist, bittet er um ein Zeichen, dass Gott mit ihm sein wird, wenn er Midian niederschlägt, und Jehova ist bereit, ihm die Sicherheit zu geben, die er vernünftigerweise braucht. Als Gideon dem Engel eine Mahlzeit als Gabe vorsetzt, steigt Feuer aus einem Felsen auf und verzehrt sie. Gideon gerät deshalb in Furcht, wird aber von Jehova beruhigt und baut daraufhin an diesem Ort einen Altar (Richter 6:12-24).

    „Möge Baal mit ihm rechten“

    Das größte Problem der Israeliten ist nicht die Unterdrückung durch Midian, sondern ihre Verstrickung in die Baalsanbetung. Jehova ist „ein eifernder Gott“, und man kann ihm unmöglich auf annehmbare Weise dienen, wenn man gleichzeitig andere Götter verehrt (2. Mose 34:14). Deshalb gebietet Jehova Gideon, den Altar Baals zu zerstören, der seinem Vater gehört, und dessen heiligen Pfahl umzuhauen. Gideon fürchtet sich davor, wie sein Vater und andere reagieren werden, wenn er das am helllichten Tag tut. Also tut er es nachts mit der Hilfe von zehn Dienern.

    Dass seine Vorsicht angebracht war, bestätigt sich am nächsten Tag: Als die ortsansässigen Baalsanbeter den „Frevel“ entdecken, fordern sie seinen Tod. Doch Joas, Gideons Vater, argumentiert mit unwiderlegbarer Logik, wenn Baal ein Gott sei, könne er sich selbst verteidigen. Dann gibt Joas seinem Sohn den passenden Namen Jerubbaal, der bedeutet „Möge Baal mit ihm rechten“ (Richter 6:25-32, Fußnote).

    Gott segnet seine Diener immer, wenn sie mutig für die wahre Anbetung eintreten. Als die Midianiter und ihre Verbündeten wieder in das Gebiet Israels einfallen, ‘hüllt Jehovas Geist Gideon ein’ (Richter 6:34). Unter dem Einfluss des Geistes Gottes, seiner wirksamen Kraft, zieht Gideon Truppen aus den Stämmen Manasse, Ascher, Sebulon und Naphtali zusammen (Richter 6:35).

    Vorbereitung für den Kampf

    Gideon hat jetzt immerhin ein Heer von 32 000 Mann. Trotzdem bittet er Gott um ein Zeichen. Wenn Gott Israel durch ihn retten wird, dann soll ein Vlies, das er über Nacht auf der Dreschtenne ausgebreitet liegen lässt, von Tau bedeckt werden, während gleichzeitig der umliegende Boden trocken bleibt. Jehova bewirkt dieses Wunder, worauf Gideon um das Gegenteil bittet und auch das erhält: Der Boden wird nass und das Vlies bleibt trocken. Ist Gideon übervorsichtig? Offenbar nicht, denn Jehova gewährt ihm seine Bitte um wiederholte Bestätigung (Richter 6:36-40). Wir erwarten heute keine solchen Wunder. Aber durch Jehovas Wort erhalten auch wir von ihm Anleitung und beruhigende Bestätigung.

    Gott erhebt nun den Einwand, Gideons Heer sei zu groß. Würden die Israeliten ihre Feinde mit so einer großen Streitmacht besiegen, könnten sie sich hinterher womöglich brüsten, sich selbst gerettet zu haben. Der bevorstehende Sieg muss aber Jehova zugeschrieben werden. Die Lösung? Gideon soll eine Regelung aus dem mosaischen Gesetz anwenden und denen, die sich fürchten, erlauben, nach Hause zu gehen. Davon machen 22 000 seiner Männer Gebrauch, sodass ihm nur noch 10 000 bleiben (5. Mose 20:8; Richter 7:2, 3).

    Aus Gottes Sicht sind das immer noch zu viele. Gideon wird angewiesen, sie an ein Gewässer hinabgehen zu lassen. Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus sagt, Gideon habe sein Heer an einen Fluss führen sollen, während die Hitze am größten war. Auf jeden Fall beobachtet Gideon, wie die Männer trinken. Nur 300 führen mit einer Hand Wasser zum Mund und lecken davon, während sie gleichzeitig auf der Hut bleiben vor einem möglichen feindlichen Angriff. Und nur diese 300 wachsamen Männer werden Gideon begleiten (Richter 7:4-8). Versetzen wir uns in ihre Lage. Uns stehen 135 000 Feinde gegenüber! Ein Sieg — so viel steht fest — kann nicht durch unsere eigene Kraft, sondern nur durch die Macht Jehovas möglich werden.

    Gott sagt Gideon, er solle doch mit einem Bediensteten das Lager Midians ausspähen. Dort bekommt Gideon zu hören, wie ein Mann seinem Gefährten einen Traum erzählt und dieser ihn ohne zu zögern dahin gehend deutet, dass Gott beschlossen habe, Midian in die Hand Gideons zu geben. Genau das hat Gideon gebraucht. Er ist sicher, dass Jehova ihm und seinen 300 Männern den Sieg über die Midianiter schenken wird (Richter 7:9-15).

    Strategie

    Die 300 Männer werden in drei Trupps zu je 100 aufgeteilt. Jeder erhält ein Horn und einen großen, leeren Krug. Darin wird eine Fackel versteckt. Gideons erste Anweisung lautet: ‘Seht mir zu und tut ebenso. Sobald ich in das Horn stoße, stoßt auch ihr in die Hörner und ruft: „Schwert Jehovas und Gideons!“ ’ (Richter 7:16-18, 20).

    Die 300 israelitischen Krieger schleichen sich an das feindliche Lager heran. Es ist jetzt etwa zehn Uhr abends. Gerade sind die Wachen abgelöst worden. Das ist offenbar genau der richtige Moment für den Angriff, denn die Augen der neuen Wachen müssen sich erst noch an die Dunkelheit gewöhnen.

    Dann fährt den Midianitern der Schreck in die Glieder! Plötzlich wird die Stille zerrissen von dem Zerschmettern der 300 Krüge, dem Blasen der 300 Hörner und dem Geschrei der 300 Männer. Völlig verstört, vor allem von dem Ruf „Schwert Jehovas und Gideons!“, fangen auch die Midianiter an zu schreien. In dem allgemeinen Durcheinander können sie Freund und Feind nicht mehr unterscheiden. Die 300 Männer bleiben an ihrem zugewiesenen Platz stehen, während Gott die Feinde dazu bringt, die Schwerter gegeneinander zu richten und sich niederzumetzeln. Das Lager wird auseinander getrieben, die Fluchtwege werden abgeschnitten und die versprengten Midianiter in einer beschwerlichen Verfolgungsjagd aufgerieben, sodass sie keine Bedrohung mehr sind. Die lange und mörderische Besatzungszeit ist endlich vorbei (Richter 7:19-25; 8:10-12, 28).

    Auch nach diesem Sieg bleibt Gideon bescheiden. Als die Ephraimiter — offenbar beleidigt, weil sie nicht zu der Schlacht gerufen wurden — einen Streit mit ihm anzetteln wollen, reagiert er sanftmütig. Seine milde Antwort wendet ihren Grimm ab und beruhigt sie (Richter 8:1-3; Sprüche 15:1).

    Jetzt, wo wieder Frieden herrscht, drängen die Israeliten Gideon dazu, ihr König zu werden. Was für eine Versuchung! Aber Gideon lehnt ab. Er hat nicht vergessen, wer in Wirklichkeit den Sieg über Midian errungen hat, und erklärt: „Ich selbst werde nicht über euch herrschen, noch wird mein Sohn über euch herrschen. Jehova ist es, der über euch herrschen wird“ (Richter 8:23).

    Allerdings ist auch Gideon unvollkommen und trifft eine unbedachte Entscheidung. Aus einem nicht genannten Grund lässt er aus der Kriegsbeute ein Ephod anfertigen und stellt es in seiner Stadt aus. Wie der Bericht sagt, fängt ganz Israel an, „unsittlichen Verkehr“ damit zu haben. Man betet es an und es wird sogar Gideon und seinen Hausgenossen zu einer Schlinge. Er selbst wird jedoch kein Götzendiener, denn die Bibel erwähnt ihn anerkennend als einen Mann des Glaubens (Richter 8:27; Hebräer 11:32-34).

    Lehren für uns

    Die Erlebnisse Gideons enthalten sowohl eine Warnung als auch eine Ermunterung für uns. Wir werden warnend darauf aufmerksam gemacht, dass wir geistig in eine ähnliche Lage geraten würden wie die verarmten Bewohner eines von Heuschrecken heimgesuchten Landes, wenn uns Jehova seinen Geist und Segen entziehen müsste, weil wir eigenwillig handeln. Wir leben in kritischen Zeiten und sollten nie vergessen, dass nur ‘der Segen Jehovas reich macht und keinen Schmerz hinzufügt’ (Sprüche 10:22). Dienen wir Gott „mit ungeteiltem Herzen und einer Seele voller Lust“, werden wir von ihm gesegnet. Ansonsten würde er uns verwerfen (1. Chronika 28:9).

    Ermunternd ist der Bericht über Gideon, weil er beweist, dass Jehova sein Volk aus jeder Bedrohung retten und dabei sogar jemand gebrauchen kann, der schwach oder hilflos zu sein scheint. Dass Gideon und seine 300 Männer 135 000 Midianiter bezwingen konnten, ist ein Zeugnis für die unbegrenzte Macht Gottes. Es kann sein, dass wir in eine verzweifelte Lage geraten und einer scheinbar erdrückenden Überzahl von Feinden gegenüberstehen. Doch der Bibelbericht über Gideon ermuntert uns, auf Jehova zu vertrauen, denn er wird alle, die ihren Glauben auf ihn setzen, segnen und befreien.

    WT 15.07.2005

  41. WT 01.08.2000am 20. März 2011 um 10:44 Link zum Kommentar

    Gideon — „der Kleinste“ im Haus seines Vaters

    11 Gideon, ein beherzter junger Mann aus dem Stamm Manasse, lebte während einer unruhigen Zeit in der Geschichte Israels. Sieben Jahre hatte Gottes Volk unter der Unterdrückung durch die Midianiter gelitten. Für Jehova war nun jedoch die Zeit gekommen, sein Volk zu befreien. Daher erschien ein Engel bei Gideon und sagte: „Jehova ist mit dir, du tapferer Starker.“ Da Gideon bescheiden war, sonnte er sich nicht im Ruhm dieses unerwarteten Kompliments. Statt dessen sagte er respektvoll zu dem Engel: „Entschuldige, mein Herr, aber wenn Jehova mit uns ist, warum ist denn all das über uns gekommen?“ Der Engel wurde deutlicher und sagte zu Gideon: „Du wirst bestimmt Israel aus der Faust Midians retten.“ Wie reagierte Gideon darauf? Statt sich begierig auf den Auftrag zu stürzen und ihn als Gelegenheit zu betrachten, ein Nationalheld zu werden, antwortete er: „Entschuldige, Jehova. Womit soll ich Israel retten? Siehe! Meine Tausendschaft ist die geringste in Manasse, und ich bin der Kleinste im Hause meines Vaters.“ Welch eine Bescheidenheit! (Richter 6:11-15).

    12 Bevor Jehova Gideon in den Kampf schickte, prüfte er ihn. Wie? Gideon wurde aufgefordert, den Baalsaltar seines Vaters zu zerstören und den heiligen Pfahl umzuhauen, der daneben stand. Diese Aufgabe würde Mut erfordern; doch Gideon bewies auch Bescheidenheit und Zurückhaltung durch die Art und Weise, wie er sie ausführte. Statt daraus ein öffentliches Spektakel zu machen, arbeitete Gideon im Schutz der Nacht, wo er höchstwahrscheinlich unbeobachtet blieb. Außerdem machte sich Gideon mit gebührender Vorsicht an seine Aufgabe. Er nahm zehn Diener mit — wahrscheinlich, damit einige Wache stehen konnten, während die übrigen ihm halfen, den Altar und den heiligen Pfahl zu zerstören. Auf jeden Fall führte Gideon mit dem Segen Jehovas seinen Auftrag aus und wurde zu gegebener Zeit von Gott dazu gebraucht, Israel aus der Hand der Midianiter zu befreien (Richter 6:25-27).

    Bescheidenheit und Zurückhaltung beweisen

    13 Aus Gideons Bescheidenheit können wir viel lernen. Wie reagieren wir beispielsweise, wenn uns ein Dienstvorrecht übertragen wird? Denken wir zuerst an das Ansehen oder das Prestige, das es mit sich bringt? Oder denken wir bescheiden und unter Gebet darüber nach, ob wir den Anforderungen der Aufgabe gerecht werden können? Bruder A. H. Macmillan, der seinen irdischen Lauf im Jahr 1966 beendete, gab in dieser Hinsicht ein vorzügliches Beispiel. C. T. Russell, der erste Präsident der Watch Tower Society, fragte Bruder Macmillan einmal nach seiner Ansicht, wer in seiner Abwesenheit die Leitung des Werkes übernehmen könnte. In dem anschließenden Gespräch empfahl Bruder Macmillan nicht ein einziges Mal sich selbst, obwohl ihm das ohne weiteres möglich gewesen wäre. Am Ende bat Bruder Russell Bruder Macmillan, es sich zu überlegen, die Aufgabe zu übernehmen. „Ich stand wie betäubt da“, schrieb Bruder Macmillan Jahre später. „Ich dachte ganz ernsthaft darüber nach und betete dieserhalb längere Zeit, bevor ich ihm schließlich sagte, daß ich gern alles tun würde, was ich konnte, um ihm zu helfen.“

    14 Nicht lange danach starb Bruder Russell, wodurch das Amt des Präsidenten der Watch Tower Society unbesetzt war. Da Bruder Macmillan während Bruder Russells letzter Evangelisationsreise die Aufsicht geführt hatte, sagte ein Bruder zu ihm: „Mac, du hast große Chancen, gewählt zu werden. Du warst Bruder Russells ausdrücklicher Vertreter, als er unterwegs war, und er forderte uns alle auf, zu tun, was du sagst. Nun, er ging weg und kam nie mehr zurück. Wie es aussieht, bist du der Mann, der nun weitermacht.“ Bruder Macmillan antwortete: „Bruder, so sollte man die Sache nicht sehen. Dies ist das Werk des Herrn, und die einzige Stellung, die man in der Organisation des Herrn bekommt, ist die, die der Herr für angebracht hält, uns zu geben; und ich bin sicher nicht der Mann für diese Aufgabe.“ Dann empfahl Bruder Macmillan jemand anders dafür. Er hatte wie Gideon eine bescheidene Selbsteinschätzung — eine Ansicht, wie wir sie auch uns zu eigen machen sollten.

    15 Auch wir sollten unsere Aufgabe in aller Bescheidenheit ausführen. Gideon war besonnen, und er bemühte sich, seine Gegner nicht unnötig zu erzürnen. In ähnlicher Weise sollten wir im Predigtdienst mit anderen auf bescheidene und besonnene Art und Weise sprechen. Es stimmt zwar, daß wir in unserer geistigen Kriegführung „starke Verschanzungen“ und „Vernunftschlüsse“ umstoßen sollen (2. Korinther 10:4, 5). Aber wir sollten nicht herablassend auf andere einreden oder ihnen irgendeinen berechtigten Grund liefern, sich wegen unserer Botschaft gekränkt zu fühlen. Statt dessen sollten wir die Ansichten anderer respektieren, die Gemeinsamkeiten hervorheben und uns dann auf die positiven Gesichtspunkte unserer Botschaft konzentrieren (Apostelgeschichte 22:1-3; 1. Korinther 9:22; Offenbarung 21:4).

  42. WT 01.08.2003am 20. März 2011 um 10:48 Link zum Kommentar

    Heilende Worte

    Die Kunst, dich taktvoll auszudrücken, erleichtert dir den Umgang mit anderen, selbst wenn jemand deine Beweggründe einmal falsch interpretieren sollte und verbittert oder verärgert reagiert. Als die Ephraimiter beispielsweise einen heftigen Streit mit Gideon anfangen wollten, gab er ihnen eine taktvolle Antwort. Er erklärte ihnen klar und deutlich, was sich wirklich zugetragen hatte, und lobte sie aufrichtig für ihre Leistungen. Er verhielt sich taktvoll, weil er den Grund für ihre Verärgerung erkannte. Seine Bescheidenheit munterte sie wieder auf (Richter 8:1-3; Sprüche 16:24).

    Versuche, immer darauf zu achten, wie andere von deinen Worten berührt werden. Wenn du dich bemühst, taktvoll zu sein, wirst du das schöne Gefühl erleben, das in Sprüche 15:23 beschrieben wird: „Ein Mann hat Freude an der Antwort seines Mundes, und ein Wort zur rechten Zeit, o wie gut!“

  43. WT 15.02.2002am 20. März 2011 um 10:53 Link zum Kommentar

    Gideons Demut – nachahmenswert

    Gideon, ein Richter der Israeliten in alter Zeit, war so ein Mensch, der nicht zu hoch von sich dachte, sondern sich selbst richtig einschätzte. Er war nicht darauf erpicht, der Führer über Israel zu werden. Als ihm jedoch diese Aufgabe angetragen wurde, machte er geltend, er sei dessen nicht würdig. Er erklärte: „Meine Tausendschaft ist die geringste in Manasse, und ich bin der Kleinste im Hause meines Vaters“ (Richter 6:12-16).

    Nachdem dann Jehova Gideon einen Sieg geschenkt hatte, brachen die Männer Ephraims einen Streit mit ihm vom Zaun. Wie reagierte Gideon? War ihm der Erfolg zu Kopf gestiegen? Nein. Er verhinderte eine Katastrophe, indem er eine milde Antwort gab: „Was habe ich nun schon im Vergleich mit euch getan?“ Gideon war demütig (Richter 8:1-3).

    Auch wenn die Ereignisse um Gideon schon lange zurückliegen, können wir aus dem Bericht etwas lernen. Uns fällt auf, dass Gideons Einstellung so ganz anders war, als wir sie heute allgemein beobachten können, und sich sein daraus resultierendes Verhalten positiv für ihn auswirkte.

    Die heute vorherrschende, stark ichbezogene Denkweise kann uns zu einer fehlerhaften Bewertung unser selbst verleiten. Biblische Grundsätze berichtigen diesen Fehler, indem sie uns lehren, welchen Wert wir in Bezug zu unserem Schöpfer und zu unseren Mitmenschen tatsächlich haben.

    Befolgen wir biblische Grundsätze, diktiert nicht unsere momentane Stimmung unser Verhalten. Wir lassen es nicht mehr von Gefühlen beherrschen noch davon, welche Stellung oder Persönlichkeit ein anderer hat. Je mehr wir über gerechte Grundsätze erfahren, desto besser werden wir mit ihrem Urheber vertraut. Es ist wirklich lohnenswert, beim Bibellesen besonders auf göttliche Grundsätze zu achten.

  44. WT 15.03.2005am 22. März 2011 um 11:04 Link zum Kommentar

    Simsons Siege in der Kraft Jehovas

    MAN hat ihn gefangen genommen, ihm aus Rache die Augen ausgestochen und ihm schwere Zwangsarbeit auferlegt. Jetzt wird er zur Belustigung der Massen aus dem Gefängnis in einen heidnischen Tempel gebracht. Vor Tausenden von Zuschauern führt man ihn vor und macht ihn lächerlich. Er ist weder ein Verbrecher noch der Anführer einer feindlichen Armee, sondern ein Anbeter Jehovas, der Israel 20 Jahre lang gerichtet hat.

    Wie konnte Simson — der stärkste Mann, der je lebte — in eine so demütigende Lage geraten? Würde ihn seine außergewöhnliche Kraft retten? Worin lag überhaupt das Geheimnis seiner Kraft? Können wir etwas aus seinem Leben lernen? Wenn ja, was?

    Er wird ‘die Führung übernehmen, um Israel zu retten’

    Immer wieder hatten die Israeliten der wahren Anbetung den Rücken gekehrt. Als sie einmal mehr ‘taten, was böse war in Jehovas Augen, gab sie Jehova vierzig Jahre lang in die Hand der Philister’ (Richter 13:1).

    Simsons Geschichte begann damit, dass ein Engel Jehovas der unfruchtbaren Frau des Israeliten Manoach erschien und ihr mitteilte, sie werde einen Sohn bekommen. Er gab ihr die Anweisung: „Kein Schermesser sollte auf sein Haupt kommen, denn ein Nasiräer Gottes wird das Kind werden vom Mutterleib an; und er seinerseits wird die Führung übernehmen, um Israel aus der Hand der Philister zu retten“ (Richter 13:2-5). Noch vor Simsons Empfängnis hatte ihn Jehova also für eine besondere Aufgabe bestimmt. Vom Augenblick seiner Geburt an sollte er ein Nasiräer sein: ausgesondert für einen besonderen heiligen Dienst.

    „Gerade sie ist recht in meinen Augen“

    Während Simson heranwuchs, segnete ihn Jehova beständig (Richter 13:24). Eines Tages kam Simson zu seinem Vater und seiner Mutter und sagte: „Da ist eine Frau von den Töchtern der Philister, die ich in Timna gesehen habe, und nun, nehmt sie mir zur Frau“ (Richter 14:2). Das muss Simsons Eltern ziemlich schockiert haben. Statt Israel aus der Hand der Unterdrücker zu befreien, wollte sich ihr Sohn auf einmal mit ihnen verschwägern.
    Eine Anbeterin heidnischer Götter zu heiraten war nach Gottes Gesetz nicht erlaubt (2. Mose 34:11-16). Deshalb wandten Simsons Eltern ein: „Gibt es unter den Töchtern deiner Brüder und unter meinem ganzen Volk keine Frau, sodass du hingehst, um eine Frau von den unbeschnittenen Philistern zu nehmen?“ Aber Simson bestand darauf und verlangte von seinem Vater: „Diese nimm mir, denn gerade sie ist recht in meinen Augen“ (Richter 14:3).

    Wieso war ausgerechnet diese Philisterin Simson ‘gerade recht’? Nicht weil sie „besonders hübsch, charmant, attraktiv“ gewesen wäre, heißt es in der Cyclopedia von McClintock und Strong, sondern „gerade recht für ein bestimmtes Ziel, eine Absicht, einen Zweck“. Welchen Zweck? Richter 14:4 erklärt, dass Simson „nach einem Anlass gegen die Philister suchte“. Mit dieser Absicht interessierte er sich für die Frau. Während Simson allmählich erwachsen geworden war, hatte ‘der Geist Jehovas angefangen, ihn umherzutreiben’ oder zum Handeln anzuspornen (Richter 13:25). Die treibende Kraft hinter dem ungewöhnlichen Heiratswunsch — wie hinter seiner ganzen Laufbahn als Richter über Israel — war also der Geist Jehovas. Bot sich Simson der Anlass, den er suchte? Bevor wir darauf eingehen, wollen wir sehen, wie ihm Jehova seine Unterstützung zusicherte.

    Simson war auf dem Weg nach Timna, der Heimatstadt seiner zukünftigen Frau. Die Bibel berichtet: „Als er bis an die Weingärten von Timna kam, siehe, da brüllte ihm ein mähniger junger Löwe entgegen. Da wurde Jehovas Geist über ihm wirksam, sodass er ihn entzweiriss.“ Bei diesem außergewöhnlichen Erlebnis war Simson ganz allein. Niemand sah zu, als er so viel Kraft entfaltete. Wollte Jehova ihm dadurch versichern, er werde als Nasiräer seiner Aufgabe gewachsen sein? Die Bibel sagt dazu nichts, aber Simson muss wohl klar gewesen sein, dass diese ungewöhnliche Kraft nicht in ihm selbst steckte. Sie musste von Gott kommen. Demnach konnte er sich bei seinem Auftrag auf Jehovas Unterstützung verlassen. Gestärkt durch den Vorfall mit dem Löwen zog Simson „weiter hinab und begann zu der Frau zu reden, und sie war immer noch recht in Simsons Augen“ (Richter 14:5-7).

    Als Simson später wiederkam, um die Frau heimzuführen, „bog er ab, um nach dem Kadaver des Löwen zu schauen, und da war ein Bienenschwarm im toten Körper des Löwen und Honig“. Das veranlasste ihn bei seiner Hochzeit, den 30 Philistern, die man ihm als Brautführer beigesellt hatte, folgendes Rätsel aufzugeben: „Aus dem Fresser kam etwas zum Essen hervor, und aus dem Starken kam etwas Süßes hervor.“ Konnten sie es lösen, wollte Simson ihnen 30 Unterkleider und Kleiderausstattungen geben. Wenn nicht, sollte er dasselbe von ihnen bekommen. Drei Tage lang rätselten die Philister vergeblich. Am vierten Tag halfen sie sich damit, die Frau zu bedrohen: „Betöre deinen Mann, damit er uns das Rätsel mitteilt. Sonst werden wir dich und das Haus deines Vaters mit Feuer verbrennen.“ Wie brutal! Wenn die Philister mit ihren eigenen Landsleuten so umgingen, wie müssen sie dann erst die Israeliten unterdrückt haben! (Richter 14:8-15).

    Die verängstigte Frau bohrte so lange, bis Simson ihr die Lösung verriet. Statt zu ihm zu halten, erzählte sie sie dann prompt den Brautführern weiter, was zeigte, dass sie Simson nicht liebte. Die Philister konnten jetzt mit der Lösung aufwarten, und Simson wusste genau, warum. Er sagte zu ihnen: „Hättet ihr nicht mit meiner jungen Kuh gepflügt, so hättet ihr mein Rätsel nicht gelöst.“ Das war die Gelegenheit, auf die Simson gewartet hatte. „Jehovas Geist wurde über ihm wirksam, sodass er nach Askalon hinabging und dreißig Mann von ihnen niederschlug und das, was er ihnen abstreifte, nahm und die Ausstattungen denen gab, die das Rätsel mitgeteilt hatten“ (Richter 14:18, 19).

    Handelte Simson hier aus persönlicher Rachsucht? Nein. In Wirklichkeit gebrauchte Gott den von ihm erwählten Befreier. Durch Simson eröffnete Jehova den Kampf gegen die brutalen Unterdrücker seines Volkes. Dieser Krieg sollte fortgesetzt werden. Die nächste Gelegenheit dazu kam, als Simson seine Frau besuchen wollte.

    Krieg im Alleingang

    Als Simson wieder nach Timna kam, stellte er fest, dass sein Schwiegervater seine Frau an einen anderen verheiratet hatte in der Meinung, er hasse sie. Simson gab sich brüskiert. Er fing 300 Füchse, band je zwei an den Schwänzen zusammen, befestigte eine brennende Fackel dazwischen und ließ sie wieder frei. So setzte er die Felder, Weingärten und Olivenhaine der Philister in Brand, sodass die drei Haupternten des Jahres vernichtet wurden. Wahnsinnig vor Zorn schlugen die Philister grausam zurück. Sie gaben Simsons Frau und ihrem Vater die Schuld und verbrannten sie. Ihr barbarischer Racheakt kam Simsons Absichten entgegen, hatte er doch dadurch einen weiteren Grund, sie vernichtend zu schlagen (Richter 15:1-8).

    Begriffen die Israeliten, dass Jehova Gott Simson segnete, und unterstützten sie ihn darin, die Herrschaft der Philister abzuschütteln? Im Gegenteil! Um Scherereien zu vermeiden, schickten die Männer von Juda 3 000 Soldaten los, die den von Gott erwählten Anführer gefangen nehmen und an seine Feinde ausliefern sollten. Durch diesen Verrat der Israeliten bot sich Simson allerdings die nächste Gelegenheit, den Philistern Verluste beizubringen. Als er ihnen gerade ausgeliefert werden sollte, wurde „Jehovas Geist . . . über ihm wirksam, und die Stricke, die an seinen Armen waren, wurden wie Leinenfäden, die vom Feuer versengt sind, sodass seine Fesseln von seinen Händen wegschmolzen“. Dann nahm er einen Eselskinnbacken und schlug tausend Feinde damit nieder (Richter 15:10-15).

    Anschließend rief Simson Jehova an und sagte: „Du bist es gewesen, der diese große Rettung in die Hand deines Knechtes gegeben hat, und jetzt soll ich vor Durst sterben und muss in die Hand der Unbeschnittenen fallen?“ Jehova erhörte Simsons Gebet. Er „spaltete . . . eine mörserförmige Vertiefung auf . . ., und Wasser begann daraus hervorzukommen, und er trank dann, wonach sein Geist zurückkehrte und er wieder auflebte“ (Richter 15:18, 19).

    Unbeirrbar verfolgte Simson sein Ziel: den Kampf gegen die Philister, Gottes Feinde. Das war auch der Grund, weshalb er in Gasa das Haus einer Prostituierten aufsuchte. Er brauchte in der feindlichen Stadt eine Übernachtungsmöglichkeit, und die gab es in so einem Haus. Aber Simson hatte keinerlei unsittliche Absichten. Um Mitternacht verließ er das Haus dieser Frau, packte die Flügel des Stadttors und die beiden Seitenpfosten und trug sie rund 60 Kilometer weit auf einen Berggipfel vor Hebron hinauf. Gott billigte seine Handlungsweise und gab ihm die Kraft dafür (Richter 16:1-3).

    Wie der heilige Geist im Fall Simsons wirkte, war zwar einzigartig, weil die Umstände so ungewöhnlich waren. Auf den gleichen Geist können sich treue Diener Gottes aber auch heute verlassen, wenn sie Kraft brauchen. Jesus versicherte seinen Jüngern, Jehova werde „denen heiligen Geist geben, die ihn bitten“ (Lukas 11:13).

    Warum ‘wich Jehova’ von Simson?

    Irgendwann verliebte sich Simson in eine Frau namens Delila. Die fünf Achsenherren der Philister waren so erpicht darauf, Simson auszuschalten, dass sie versuchten, Delila für ihre Zwecke einzuspannen. Sie traten mit der Aufforderung an sie heran: „Betöre ihn, und sieh, worin seine große Kraft besteht und womit wir die Oberhand über ihn gewinnen . . . können.“ Als Bestechung bot ihr jeder der fünf Achsenherren „eintausendeinhundert Silberstücke“ an (Richter 16:4, 5).

    Wenn es sich bei den Silberstücken um Schekel handelte, war die Summe von 5 500 Schekeln ein riesiges Bestechungsgeld. Abraham bezahlte 400 Schekel für die Grabstätte seiner Frau, und ein Sklave war gerade einmal 30 Schekel wert (1. Mose 23:14-20; 2. Mose 21:32). Dass die Achsenherren als Herrscher der fünf Philisterstädte nicht an den Patriotismus Delilas appellierten, sondern an ihre Habgier, lässt den Schluss zu, dass sie womöglich eine Israelitin war. Jedenfalls nahm sie das Angebot an.

    Dreimal gab Simson eine falsche Antwort auf Delilas Fragen, und dreimal verriet sie ihn, indem sie versuchte, ihn an seine Feinde auszuliefern. Aber „es geschah, weil sie ihm mit ihren Worten die ganze Zeit zusetzte und ihn fortwährend drängte, dass seine Seele ungeduldig wurde bis zum Sterben“. Also offenbarte Simson ihr schließlich das Geheimnis: Sein Haar war nie abgeschnitten worden. Würde er geschoren, dann würde er schwach und allen anderen Menschen gleich werden (Richter 16:6-17).

    Das war Simsons Verhängnis. Delila brachte ihn in eine Situation, in der sie sein Haupt scheren lassen konnte. Natürlich kam Simsons Kraft nicht buchstäblich aus seinem Haar. Es war lediglich ein Sinnbild für sein besonderes Verhältnis zu Gott als Nasiräer. Als sich Simson in eine Situation manövrieren ließ, die dieses Verhältnis beeinträchtigte, indem sein Haupt geschoren wurde, ‘wich Jehova von ihm’. Jetzt konnten ihn die Philister überwältigen. Sie bohrten ihm die Augen aus und steckten ihn ins Gefängnis (Richter 16:18-21).

    Lassen wir uns das eine wichtige Lehre sein! Sollten wir unser Verhältnis zu Jehova nicht wie einen Schatz hüten? Können wir von Gott erwarten, uns weiter zu segnen, wenn wir uns irgendwie von unserem Versprechen abbringen lassen, als Christen ausschließlich ihm ergeben zu sein?

    „Meine Seele sterbe mit den Philistern“

    Jubelnde Philister dankten ihrem Gott Dagon für den Sieg über Simson. Um das zu feiern, ließen sie ihren Gefangenen in den Tempel Dagons bringen. Simson aber kannte den tatsächlichen Grund für seine Niederlage. Er wusste, warum Jehova ihn verlassen hatte, und er bereute seinen Fehler. Im Gefängnis war sein Haar wieder üppig gewachsen. Nun stand er vor Tausenden von Philistern. Was würde er tun?

    Simson betete: „Souveräner Herr Jehova, gedenke bitte meiner, und stärke mich bitte nur dieses eine Mal, o du, der wahre Gott, und lass mich an den Philistern Rache nehmen, Rache für eines meiner beiden Augen.“ Dann stemmte er sich gegen die zwei Mittelsäulen des Gebäudes und ‘beugte sich mit Kraft’. Was passierte? Darauf „fiel das Haus auf die Achsenherren und auf alles Volk, das darin war, sodass der Toten, die er in seinem eigenen Tod tötete, mehr wurden als derer, die er zu seinen Lebzeiten zu Tode gebracht hatte“ (Richter 16:22-30).

    Es hat nie einen Menschen gegeben, der es an Körperkraft mit Simson hätte aufnehmen können. Seine Machttaten waren wirklich beeindruckend. Am wichtigsten aber ist, dass Simson im Wort Jehovas zu denen gezählt wird, die einen starken Glauben hatten (Hebräer 11:32-34).

    WT 15.03.2005

  45. Juleam 23. März 2011 um 12:18 Link zum Kommentar

    Richter 16 – 18

    Simson und die Sache mit den Haaren:

    Richter 16:19-20

    Und sie ließ ihn dann auf ihren Knien einschlafen. Dann rief sie den Mann und ließ ihn die sieben Flechten seines Hauptes abscheren, worauf sie anfing, zu zeigen, daß sie ihn bezwang, und seine Kraft wich ständig von ihm. 20 Nun sprach sie: „Die Philister sind über dir, Simson!“ Darauf erwachte er aus seinem Schlaf und sagte: „Ich werde [frei] ausgehen wie die anderen Male und mich losschütteln.“ Und er wußte selbst nicht, daß Jehova von ihm gewichen war.

    Dies hört sich im ersten Augenblick so an, als wäre Jehova von Simson gewichen, weil die Haare ab waren und als hätten die Haare mit Jehovas Segen zu tun.

    Sicherlich benötigte Jehova nicht unbedingt die Haare, um seine Hand über Simson zu lassen, sie waren nur ein äußeres Symbol. Aber warum war Jehovas Hand von ihm gewichen, nachdem die Haare ab waren? Er konnte doch garnicht dafür, hatte die Haare ja nicht selbst abgeschnitten und auch nicht darum gebeten?

    Mein Mann sagte mir zu der Frage, dass er aber hätte wissen müssen, dass die Frau ihm die Haare abschneiden würde. Warum?

    Sie hatte bisher immer alles ausprobiert, was er als Grund dafür angegeben hatte, warum er so große Kraft hatte. Jedes probierte sie aus, ob er dann wirklich die Kraft verlor. Also hätte er damit rechnen müssen, dass sie ihm auch die Haare abschneidet. Und Jehova hatte ja geboten, dass “kein Schermesser über sein Haupt kommen” durfte.

    hierzu heißt es auszugsweise im WT vom 15.03.2005

    Delila brachte ihn in eine Situation, in der sie sein Haupt scheren lassen konnte. Natürlich kam Simsons Kraft nicht buchstäblich aus seinem Haar. Es war lediglich ein Sinnbild für sein besonderes Verhältnis zu Gott als Nasiräer. Als sich Simson in eine Situation manövrieren ließ, die dieses Verhältnis beeinträchtigte, indem sein Haupt geschoren wurde, ‘wich Jehova von ihm’. Jetzt konnten ihn die Philister überwältigen. Sie bohrten ihm die Augen aus und steckten ihn ins Gefängnis (Richter 16:18-21).

    Lassen wir uns das eine wichtige Lehre sein! Sollten wir unser Verhältnis zu Jehova nicht wie einen Schatz hüten? Können wir von Gott erwarten, uns weiter zu segnen, wenn wir uns irgendwie von unserem Versprechen abbringen lassen, als Christen ausschließlich ihm ergeben zu sein?

  46. Thomasam 23. März 2011 um 14:57 Link zum Kommentar

    Sein Problem war, dass er die Wahl hatte, wer für ihn persönlich wichtiger war: Jehova oder Delila.
    Seine Wahl traf auf Delila. Seine Stärke kam aus seiner besonderen Beziehung zu Jehova – die auf seinem Nasiräer-Gelübde basierte. Als Delila für ihn wichtiger als Jehova wurde, wich Jehovas Hand und damit auch seine Stäre von ihm. Die Haare waren nur ein Zeichen für sein Gelübde.

  47. Juleam 24. März 2011 um 12:25 Link zum Kommentar

    Richter 19 – 21

    Richter 19:2

    Und seine Nebenfrau begann gegen ihn Hurerei zu begehen. Schließlich ging sie von ihm fort zum Haus ihres Vaters in Bethlehem in Juda und blieb vier volle Monate dort.

    In unserer NW-Übersetzung wird gesagt, “sie begann Hurerei gegen ihren Mann zu begehen” – die Luther Bibel übersetzt es so:

    als sie gegen ihn erzürnt war, ging sie fort zu ihrem Vater

    warum dieser Unterschied?

    Könnten wir daraus schließen, dass es für Jehova ein Akt der Hurerei ist, wenn eine Frau ihren Mann verläßt, ohne einen biblischen Scheidungsgrund zu haben?

    Wie würde mich dies betreffen, wenn ich mich von meinem Mann trenne, weil er mir nicht genug Aufmerksamkeit schenkt?

  48. Juleam 24. März 2011 um 14:10 Link zum Kommentar

    Richter 20:9-10

    Und nun, dies ist die Sache, die wir Gibea antun werden. Laßt uns nach dem Los gegen dasselbe hinaufziehen. 10 Und wir wollen zehn Männer von hundert aus allen Stämmen Israels und hundert von tausend und tausend von zehntausend nehmen, um Proviant für das Volk zu beschaffen, damit sie vorgehen, indem sie gegen Gibea von Benjamin ziehen, in Anbetracht all der schändlichen Torheit, die man in Israel getan hat.“

    Die Gibea – was waren das für Leute?

    hierzu heißt es auszugsweise in den Höhepunkten zu Richter:

    Das Ereignis, um das sich der zweite Bericht dreht, spielt sich nicht lange nach Josuas Tod ab. Ein Sexualverbrechen, das einige Männer der benjaminitischen Stadt Gibea gemeinschaftlich verüben, führt beinahe zur Ausrottung des Stammes Benjamin

    Und warum wurden alle ausgerottet und nicht nur die Meute, die sich schuldig gemacht hatte?

    Hierzu heißt es auszugsweise im Einsichtenbuch:

    Die Männer von Gibea, einer Stadt in Benjamin, begehen ein Sexualverbrechen an der Nebenfrau eines Leviten; da die Schuldigen nicht herausgegeben werden, damit sie bestraft werden können, unternehmen die anderen Stämme eine Strafexpedition gegen Benjamin; der Stamm wird dabei fast völlig aufgerieben

  49. Juleam 24. März 2011 um 14:23 Link zum Kommentar

    Richter 20:18

    Und dann erhoben sie sich und zogen nach Bethel hinauf und befragten Gott. Da sagten die Söhne Israels: „Wer von uns sollte an der Spitze zur Schlacht gegen die Söhne Benjamins hinaufziehen?“ Darauf sprach Jehova: „Juda an der Spitze.“

    könnte man daraus schließen, dass es Jehova war, der angeordnet hatte, die ganze Stadt zu vernichten?

    in den Versen zuvor heißt es:

    Dann gingen die Söhne Benjamins daran, sich aus den Städten nach Gibea zu versammeln, um zur Schlacht gegen die Söhne Israels auszuziehen. 15 So wurden die Söhne Benjamins an jenem Tag aus den Städten gemustert, sechsundzwanzigtausend Mann, die das Schwert zogen, außer den Bewohnern von Gibea, von denen siebenhundert ausgewählte Männer gemustert wurden. 16 Von allen diesen Leuten waren siebenhundert ausgewählte Männer linkshändig. Jeder von diesen schleuderte mit Steinen aufs Haar genau und ohne zu fehlen.

    17 Und die Männer Israels wurden gemustert, außer Benjamin: vierhunderttausend Mann, die das Schwert zogen. Jeder von diesen war ein Kriegsmann.

    Jehova hatte sie nicht zu dem Feldzug losgeschickt, er hatte lediglich ihre Frage beantwortet. Es wird aber nicht gesagt, dass er ihr Tun gutheißt.

    Im Inspiriert-Buch heißt es zu diesem Vorfall auszugsweise:

    Die anderen Stämme versammeln sich vor Jehova in Mizpa, wo sie beschließen, gemäß dem Los gegen Benjamin nach Gibea hinaufzuziehen. Nach zwei blutigen Niederlagen haben die anderen Stämme durch einen Hinterhalt Erfolg, und der Stamm Benjamin wird fast vollständig vernichtet,

    Könnten diese zwei blutigen Niederlagen ein Ausdruck davon sein, dass ihr Verhalten Jehova mißfiel?

    Im WT vom 01.09.1983 heißt es zu diesem Vorfall auszugsweise:

    Als einmal ein Levit in einem Haus in Gibea, einer Benjaminiterstadt, zu Gast war, umringten die Männer der Stadt das Haus und riefen: „Bringe den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, damit wir mit ihm Verkehr haben können“ (Richter 19:22). Auf das Geheiß Jehovas wurde wegen dieser Angelegenheit praktisch der ganze Stamm Benjamin ausgerottet.

    hatte Jehova die Vernichtung der ganzen Stadt Gibea nun angeordnet und damit gutgeheißen oder nicht?

  50. Juleam 24. März 2011 um 14:30 Link zum Kommentar

    Richter 21:1-12

    Die Männer Israels nun hatten in Mizpa geschworen und gesagt: „Kein Mann von uns wird seine Tochter Benjamin zur Frau geben.“ 2 Infolgedessen kam das Volk nach Bethel und blieb dort vor dem [wahren] Gott bis zum Abend sitzen, und sie erhoben fortgesetzt ihre Stimme und gaben sich vielem Weinen hin. 3 Und man sagte immer wieder: „Warum, o Jehova, du Gott Israels, ist dies in Israel geschehen, daß heute ein Stamm aus Israel vermißt wird?“ 4 Und es geschah am nächsten Tag, daß das Volk daranging, früh aufzustehen und dort einen Altar zu bauen und Brandopfer und Gemeinschaftsopfer zu opfern.

    5 Dann sprachen die Söhne Israels: „Wer aus allen Stämmen Israels ist es, der nicht in die Versammlung zu Jehova heraufgekommen ist, denn einen großen Eid ist man denjenigen betreffend eingegangen, der nicht zu Jehova nach Mizpa heraufgekommen ist, indem [man] gesagt hat: ‚Er soll unweigerlich zu Tode gebracht werden.‘ “ 6 Und die Söhne Israels begannen wegen ihres Bruders Benjamin Bedauern zu empfinden. Und sie sprachen: „Heute ist ein Stamm von Israel abgehauen worden. 7 Was sollen wir mit denen, die übriggeblieben sind, tun, was Frauen betrifft, jetzt, da wir selbst bei Jehova geschworen haben, ihnen keine unserer Töchter zur Frau zu geben?“

    8 Und sie sagten weiter: „Welcher aus den Stämmen Israels ist nicht heraufgekommen zu Jehova nach Mizpa?“ Und siehe, niemand aus Jabesch-Gilead war zur Versammlung ins Lager gekommen. 9 Als das Volk gezählt wurde, siehe, es war kein Mann da von den Bewohnern von Jabesch-Gilead. 10 Daher ging die Gemeinde daran, zwölftausend der tapfersten Männer dorthin zu senden und ihnen zu gebieten und zu sagen: „Geht hin, und ihr sollt die Bewohner von Jabesch-Gilead mit der Schärfe des Schwertes schlagen, auch die Frauen und die Kleinen. 11 Und dies ist die Sache, die ihr tun solltet: Alles Männliche und jede Frau, die den Beischlaf mit einer männlichen Person erfahren hat, solltet ihr der Vernichtung weihen.“ 12 Indes fanden sie unter den Bewohnern von Jabesch-Gilead vierhundert Mädchen, Jungfrauen, die keinen Verkehr mit einem Mann gehabt hatten, indem sie bei einer männlichen Person lagen. Da brachten sie sie ins Lager nach Silo, das im Land Kanaan ist.

    Was wird das denn nun? Versuchten sie hier, Jehova auszutricksen?

    Sie hatten Jehova ein Gelübde gegeben und nun wollten sie es nicht mehr einhalten, weil ihnen der Stamm Benjamin auf einmal leid tat?

    Ist es so einfach, unser Gelübde zu brechen? Können wir es mit einigen Tricks einfach umgehen und müssen es so nicht halten?

    Warum hatte dann Jephta an seinem Gelübde festgehalten, obwohl er und seine Tochter zahlen mussten für etwas, was er für andere getan hatte?

    Wenn das so ist, kann ich dann auch einfach mein Ehegelübde brechen, wenn es mir auf einmal unbequem wird und ich erkenne, dass der Mann, der mal mein Traummann war, sich zu meinem Alptraummann entwickelt hat??

    Wie dachte wohl Jehova darüber?

  51. Juleam 24. März 2011 um 14:40 Link zum Kommentar

    Richter 21:8-10

    „Welcher aus den Stämmen Israels ist nicht heraufgekommen zu Jehova nach Mizpa?“ Und siehe, niemand aus Jabesch-Gilead war zur Versammlung ins Lager gekommen. 9 Als das Volk gezählt wurde, siehe, es war kein Mann da von den Bewohnern von Jabesch-Gilead. 10 Daher ging die Gemeinde daran

    Wer waren die Männer von Jabesch Gilead?

    Wenn wir davon ausgehen, dass Jehova es keinesfalls angeordnet hatte, dass sie zum Rachefeldzug gegen Gibea loszogen und dass sie auf eigene Faust ausgezogen waren und durch ihre eigene Dummheit nun alle vernichtet hatten und dass die von Jabesch Gilead überhaupt nicht dabei waren, als sie den unvernünftigen übereilten Schwur geleistet hatten – warum mussten diese dann darunter leiden?

    War es nicht ungerecht?

    Sie hatten weder mit der Sache mit der Nebenfrau zu tun, noch mit dem Rachefeldzug und auf garkeinen Fall mit dem unüberlegten Schwur – und doch waren ausgerechnet sie es, die dafür zahlen mussten?

    Wie sah Jehova dies wohl?

    Im Einsichtenbuch heißt es auszugsweise:

    Jabesch-Gilead wird zum erstenmal zur Zeit der Richter erwähnt, und zwar in dem Bericht über die Vergeltung, die an dem Nachbarstamm Benjamin geübt wurde, weil er ein abscheuliches Verbrechen nicht geahndet hatte (Ri 21:8). Als die Israeliten damals beinahe den ganzen Stamm Benjamin ausrotteten (nur 600 Männer entkamen), stellte es sich heraus, daß sich kein Mann aus Jabesch-Gilead an dieser gerechtfertigten Bestrafung beteiligt hatte. Man beschloß daher, daß jeder Mann, jede Frau und jedes Kind von Jabesch-Gilead getötet werden sollte, ausgenommen die Jungfrauen. Die 400 Jungfrauen, die auf diese Weise am Leben blieben, wurden dann den geflüchteten Benjaminitern als Frauen gegeben, damit ihr Stamm nicht aussterbe (Ri 20:1 bis 21:14).

    Aber warum mussten alle Männer und alle Nicht-mehr-Jungfrauen sterben?

    Hätten sie nicht einfach so freiwillig Frauen “zur Verfügung stellen” können?

    Warum diese ganze Gewalt?

    Auf jeden Fall lernen wir, wie weitreichend die Sünde einzelner sein kann, wieviel unsinniges Leid über andere und besonders über unbeteiligte dadurch kommt…

  52. Thomasam 24. März 2011 um 15:02 Link zum Kommentar

    Wenn ich mir andere Übersetzungen anschaue, scheint es so zu sein, dass sie weglief wegen ihrer Hurereien gegen ihren Mann. Da dieser ein Priester war, hätte er laut Gesetz keinen Kontakt zu einer Ehebrecherin haben dürfen Siehe dazu 3.Mose 21:7,13,14.
    Auf Grundlage dieser Gesetze folgern einige Gelehrte, dass diese Frau auch deshalb als einzigste von den Männern mißbraucht wurde.

    Scheinbar wollte Jehova, dass die Verbrecher nicht weiterleben. Aber nachdem er den 12 Stämmen den Sieg gegeben hatte (erst im 3. Anlauf) – scheinen die Kämpfenden über das Ziel hinausgeschossen zu sein – als sie nicht nur die Verbrecher sondern alle in der Stadt töteten.

    Auch das sie dann ihr Gelübde über die Gebote Jehovas (unter anderem “du sollst nicht töten”) stellten, zeigt dass sie eine ziemlich verdrehte Ansicht hatten.

    Ähnliches kann uns heute wohl auch passieren, wenn wir, anstatt auf Jehova zu warten, selbst Hand anlegen und andere über private oder staatliche Stellen “fertig machen”…. und dabei weit über das Ziel hinaus schießen.

    Aber warum mussten alle Männer und alle Nicht-mehr-Jungfrauen sterben?

    Hier bezog man sich wohl auf 5.Mose 17:12 -das jemand, der auf den Priester nicht hört, sterben sollte. [[Ähnlichkeiten mit heute natürlich ausgeschlossen.]]

  53. Juleam 27. März 2011 um 18:11 Link zum Kommentar

    Gideon – Wie wichtig waren die Auswahlkriterien?

    Hatten sie wirklich eine so große Bedeutung, wie wir heute immer annehmen?

    Er sollte die nach Hause schicken, die sich ängstigen – denn so blieben die mutigen Männer übrig. Die Männer, die vorsichtig getrunken haben, erwiesen sie sich nicht als wachsam?

    Kann es nicht sein, dass diese Auswahlkriterien überhaupt nicht so wichtig waren, wie wir heute immer annehmen?

    Hätte Jehova sie nicht sogar mit einem Heer aus blinden, tauben und sogar lahmen Männern befreien können?

    Vielleicht ging es hier ja auch nur einfach darum, die Zahl immer mehr zu reduzieren, damit ganz klar wurde: die Rettung kommt von Jehova

  54. Juleam 27. März 2011 um 18:14 Link zum Kommentar

    Simson – Warum tat er so viele Dinge, die Jehova verabscheut?

    Ja, es kam kein Schermesser über sein Haupt, er trank kein berauschendes Getränk und er rührte keinen toten Körper an – alles Erfordernisse eines Nasiraers

    Aber doch nicht die einzigen?

    Das Gesetz Jehovas galt doch auch für ihn, noch viel mehr, als für die anderen

    Irgendwie ist Simson für mich kein gutes Beispiel für einen Christen, für jemanden, der Jehova liebt und ihm wirklich dienen, wirklich sein Herz erfreuen will

    sorry

  55. Juleam 28. März 2012 um 13:44 Link zum Kommentar

    Richter 1 – 4

    Richter 1:1-2

    Als Josua gestorben war, fragten die Israeliten den Herrn: »Welcher Stamm soll als erster losziehen und die Kanaaniter angreifen?« 2 Der Herr antwortete: »Der Stamm Juda soll beginnen! Ich gebe das Land in seine Gewalt.«

    Hatte Josua denn keinen Nachfolger bestimmt?

    Hatte Jehova nicht vorgesorgt? Benötigte er die “Führer” nur, um das Volk in das verheißene Land zu führen?

    Sollte es danach wieder so weitergehen wie zuvor – der Patriarch hat das Sagen?

  56. Juleam 28. März 2012 um 13:44 Link zum Kommentar

    Richter 1:12-13

    Kaleb, der judäische Heerführer, versprach seinen Männern: »Wer Kirjat-Sefer erobert, der erhält meine Tochter Achsa zur Frau!« 13 Kalebs jüngerem Bruder Otniël, dem Sohn des Kenas, gelang es, die Stadt einzunehmen. Dafür sollte er Achsa zur Frau bekommen.

    Wieso wird das nun hier erwähnt?

    Ich dachte, wir befinden uns hier in der Zeit nach dem Tod von Josua – diese Begebenheit war aber doch noch zu seinen Lebzeiten.

    Ich sehe auch irgendwie keinen Zusammenhang, warum das jetzt hier in Erinnerung gebracht werden müsste

  57. Juleam 28. März 2012 um 13:45 Link zum Kommentar

    Richter 1:22-26

    Die Stämme Ephraim und Manasse brachen auf und zogen nach Bethel, das früher Lus hieß. Als sie die Gegend auskundschaften wollten, um die Stadt zu erobern, half der Herr ihnen: 24 Ihre Späher entdeckten einen Mann, der gerade die Stadt verließ. Sie hielten ihn an und sagten: »Zeig uns, wie wir nach Bethel hineinkommen! Dafür werden wir dich verschonen.« 25 Da zeigte er ihnen einen unbewachten Zugang zur Stadt. Sie drangen ein und töteten alle Einwohner mit dem Schwert. Nur den Mann und seine Verwandten ließen sie am Leben. 26 Er ging ins Land der Hetiter und gründete dort eine Stadt namens Lus, die es heute noch gibt.

    Schon irgendwie merkwürdig, dass dieses Verhalten des Mannes lobend hervor gehoben wird.

    Ok, er hat Gottes Volk geholfen, die Stadt einzunehmen – trotzdem finde ich sein Verhalten sehr sehr schäbig!

  58. Juleam 28. März 2012 um 13:46 Link zum Kommentar

    Richter 2:7-15

    Die Israeliten blieben dem Herrn treu, solange Josua lebte und nach ihm die Ältesten, die noch selbst gesehen hatten, wie der Herr ihrem Volk mit machtvollen Taten geholfen hatte. 8 Josua, der Sohn Nuns, der Diener des Herrn, starb im Alter von 110 Jahren. 9 Man begrub ihn auf dem Grundstück, das ihm und seinen Nachkommen gehören sollte; es lag in Timnat-Heres nördlich des Berges Gaasch im Gebirge Ephraim.

    10 Als von seiner Generation keiner mehr lebte, gab es eine neue Generation, die den Herrn weder kannte noch wusste, was er für Israel getan hatte. 11 Sie taten, was der Herr verabscheute: Sie dienten anderen Göttern 12 und wandten sich ab vom Herrn, dem Gott ihrer Vorfahren, der ihr Volk aus Ägypten befreit hatte. Den Götzen der Völker ringsum liefen sie nach und beteten sie an. Damit forderten sie den Zorn des Herrn heraus. 13 Sie kehrten ihm den Rücken und dienten dem Gott Baal und der Göttin Aschera. 14 Der Herr war zornig auf die Israeliten. Er sorgte dafür, dass Räuberbanden sie ausplünderten und ihre Nachbarvölker mächtiger wurden als sie. Nun konnten die Israeliten sich nicht mehr behaupten. 15 Was sie auch unternahmen, um sich zu verteidigen – der Herr ließ es ihnen misslingen. Sie gerieten in große Bedrängnis, so wie er es ihnen angekündigt hatte.

    Man könnte es auch anders formulieren:

    Die nachfolgenden Generationen waren nur Mitläufer, sie hatten sich den Glauben ihrer Eltern nicht zu eigen gemacht. Sie hatten den Sinn nicht verstanden, denn sie dachten, es reiche aus, zu Gottes Volk zu gehören und sich mit den anderen im Tempel (oder damals: in der Stiftshütte) zu versammeln. Aber damit bekamen sie nicht automatisch ein Verhältnis zu ihrem Schöpfer – es war eher eine Art Ritual.

    Da diejenigen, die Jehova wirklich “kannten”, nicht mehr lebten, ist dies wohl niemanden aufgefallen – oder es wurde dem vielleicht keine große Bedeutung beigemessen.

    Aber für Jehova reicht so “ein Glaube” nicht. Wie Jakobus später sagt, muss der Glaube auch gelebt werden.

    Jakobus 2:14
    *** cj Kap. 2 S. 76-77 2. Kapitel ***

    Man beachte, daß Jakobus hier nicht dem widerspricht, was Paulus sagt, nämlich daß „ein Mensch ohne Gesetzeswerke durch Glauben gerechtgesprochen wird“ (Röm. 3:28). Jakobus stimmt damit völlig überein, aber er wendet sich gegen einen Mißbrauch oder eine Verdrehung dieser Lehre. Die Verdrehung bestand in der Ansicht, jemand, der lediglich richtige Vorstellungen von der Rechtfertigung durch Glauben habe, ohne diesen Glauben aber durch gute Werke zu beweisen, sei in Gottes Augen gerecht und werde schließlich gerettet werden. In Wirklichkeit ist, wie Jakobus erklärt, jeder sogenannte Glaube, der einen nicht zu guten Werken antreibt, kein echter Glaube. Ein solcher Mensch „sagt“ lediglich, „er habe Glauben“. Wer behauptet, er glaube an Christi Sühnopfer, und sagt, er sei ein Christ, aber seinen Glauben nicht durch Taten beweist, ist in Wirklichkeit kein Christ. Von welchem Nutzen ist sein „Glaube“, wenn dieser keine Änderungen in seiner Persönlichkeit und seiner Handlungsweise bewirkt? Wie könnte er das tun, was Jesus seinen Nachfolgern gebot: „Laßt euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure vortrefflichen Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“ (Matth. 5:16)?

    Würde irgend jemand einen Mann als einen echten, hingebungsvollen Arzt bezeichnen, der sich zwar eine Praxis eingerichtet und seinen Glauben an die Heilkunst zum Ausdruck gebracht, aber noch nie jemanden behandelt oder jemandem geholfen hat? Jesus sagte: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist“ (Matth. 7:21). Was Jakobus in Vers 14 sagt, paßt gut zu seiner Beschreibung in Kapitel 1:26, 27, wo er von einem Mann spricht, den ‘es dünkt’ oder der sich einbildet, er sei ein Anbeter Gottes, der aber keine Frucht seines Glaubens oder seiner Form der Anbetung hervorbringt.

    Wir müssen ein eigenes Verhältnis zu unserem Gott aufbauen, ihn selbst kennen lernen, damit er auch unser Freund wird! Wir müssen Zeit mit ihm verbringen, ihm zuhören, mit ihm reden und ihn selbst kennen lernen. Nur dann wird er auch unser Freund.

    Das erinnert mich an meine Kindheit. Meine Eltern waren mit zwei Paaren befreundet, die auch Kinder in unserem Alter hatten. Wir haben uns oft gegenseitig besucht, mit der einen Familie waren wir sogar öfters im Urlaub. Trotzdem sind diese Paare die Freunde meiner Eltern gewesen – nicht meine. Obwohl wir oft bei denen zu Besuch waren und die bei uns, und auch trotz der gemeinsamen Urlaube kenne ich die Freunde meiner Eltern nicht wirklich. Wenn überhaupt, dann nur sehr oberflächlich. Denn ich war zwar bei den Besuchen und im Urlaub auch anwesend, aber da ich noch ein Kind war und diese die Freunde der Eltern, habe ich mich nicht wirklich mit ihnen beschäftigt. Daher kenne ich sie eigentlich kaum. Sie sind wohl “Bekannte”, aber nicht meine Freunde. Sie sind die Freunde meiner Eltern.

    Wenn ich wirklich Zeit mit ihnen verbracht hätte und selbst lange und intensive Gespräche mit ihnen geführt hätte – dann hätte ich sie selbst kennen gelernt und dann hätte daraus vielleicht auch eine Freundschaft entstehen können.

    Das Volk, das nun nach dem Tod von Josua und den anderen übrig blieb, scheint eine ähnliche Beziehung mit Jehova zu haben, wie ich zu den Freunden meiner Eltern. Scheinbar kannten sie Jehova nicht einmal wirklich. Sie waren zwar bei den Festen und in der Stiftshütte anwesend – aber eher aus einer Gewohnheit heraus. Nicht aber, weil sie ihn “erkannt hätten”. Dazu hätte Aktivität gehört.

    Ebenso kann es unseren Kindern ergehen, die in der Wahrheit aufwachsen. Sie gehen zwar mit uns zur Zusammenkunft – aber vielleicht doch eher so, wie ich mit meinen Eltern zu ihren Freunden zu Besuch gegangen bin. Sie sind zwar körperlich anwesend, aber sie haben keinen Bezug zu der Sache. Das ist der Glaube ihrer Eltern und sie gehen mit, weil sie Achtung und Respekt vor ihren Eltern haben. Aber noch ist es der Glaube und der Gott ihrer Eltern – nicht ihr eigener.

    Dazu müßten sie sich selbst, ganz persönlich mit diesem Glauben und diesem Gott beschäftigen. Sie müssen selbst in der Bibel lesen, ein eigenes persönliches Studienprogramm haben. Und das nicht als eine Art Ritual – weil man es so macht, weil jedes Kind von ZJ das Geschichtenbuch und das Buch “Was lehrt die Bibel wirklich” studiert haben sollte. Das wäre eher ein Besuch mit den Eltern bei deren Freunden.

    Wie schließen wir denn “im richtigen Leben” Freundschaften? Als erstes muss ein Interesse an der Person da sei. Sie muss für uns erst mal den Reiz haben, sie kennen zu lernen. Dann werden wir selbst die Nähe der Person suchen, mit ihr reden, sie fragen, was sie so macht, was sie vorhat, wie sie denkt und fühlt und warum. Je mehr Zeit wir mit der Person verbringen, je intensiver die Gespräche werden – desto besser lernen wir sie kennen. Das, was wir sehen und hören, gefällt uns und wir wollen noch mehr Zeit mit ihr verbringen. Das ist kein Ritual, sondern unsere Wertschätzung für sie wird zunehmen. Bald ist eine Freundschaft entstanden und vielleicht wird mit der Zeit sogar Liebe daraus!

    Wenn wir dies für Jehova empfinden, dann haben wir die richtige Motivation und dann werden wir auch bestrebt sein, so zu leben, dass es IHM gefällt. Dann werden wir gar nicht auf sie Idee kommen, Dinge zu tun, die ihn schmerzen. Dann werden wir bei solchen Dingen nicht einmal mit den Gedanken verweilen.

    Dann ist Jehova unser Gott und nicht nur der unserer Eltern und dann ist es wirklich unser Glaube und nicht nur der der Eltern.

    Dies hat das Volk Jehovas damals versäumt. Wie steht es in dieser Hinsicht mit uns?

    Suchen wir voller Sehnsucht Jehovas Nähe und lesen wir täglich in der Bibel, um ihn noch besser kennen zu lernen? Reden wir mit ihm? Verbringen wir gern unsere Zeit mit ihm?

    Ist uns dies so wichtig, dass alles andere in unserem Leben zweitrangig ist?

    Wir hatten letzte Woche bereits einen Studienartikel zum Thema “Jehova Opfer bringen”. Wie sehen meine Opfer aus? Gebe ich Jehova mein Allerbestes?

    Ein Mann, der seine Braut liebt, will ihr Blumen mitbringen. Holt er diese aus dem Mülleimer – oder kauft oder pflückt er frische und schöne? Wie empfindet seine Verlobte wohl, wenn er ein gutgehendes Blumengeschäft oder einen wunderschönen Garten hat – und bringt ihr alte, verwelkte Blumen mit, wo Blüten und Blätter fehlen? Ob sie sich von ihm wirklich geliebt fühlt? Käme ein solcher Mann wirklich auf die Idee, ihr so ein Gestrüpp zu schenken?

    Was zeigen unsere Taten, wo wir in dieser Hinsicht stehen?

  59. Juleam 28. März 2012 um 13:47 Link zum Kommentar

    Richter 4:6-9

    »Der Herr, der Gott Israels, befiehlt dir: ›Rufe 10000 Soldaten aus den Stämmen Naftali und Sebulon zusammen, und zieh mit ihnen auf den Berg Tabor! 7 Ich werde dafür sorgen, dass Sisera, der Heerführer Jabins, mit seinen Wagen und seinem Heer zum Fluss Kischon kommt. Dort gebe ich ihn in deine Gewalt.‹«

    8 Barak antwortete: »Ich werde nur gehen, wenn du mitkommst. Ohne dich unternehme ich nichts.«

    9 »Ich komme mit«, willigte Debora ein, »aber der Ruhm dieses Feldzugs wird nicht dir gehören, denn der Herr wird einer Frau den Sieg über Sisera schenken!«

    War dies die Konsequenz daraus, dass er ohne Deborah nicht ziehen wollte?

    Denn wozu benötigte er sie? Jehova hatte ihm gesagt, was er tun sollte. Da war nicht von Deborah die Rede. Er hätte das allein tun können – und vielleicht auch sollen!?

    Nun wollte er erst gehen, wenn diese Frau mitkam. Wollte Jehova ihm nun zeigen, wie unsinnig das eigentlich war? So nach dem Motto:

    “wenn du dich ohne eine Frau nicht mutig genug und dem Feind nicht gewachsen fühlst – dann muss eben auch eine Frau das erledigen, was du eigentlich tun solltest.”

    Vielleicht wollte Jehova ihn dadurch beschämen?

  60. Juleam 28. März 2012 um 13:49 Link zum Kommentar

    Richter 5 – 8

    Richter 5:11

    Hört, dort am Brunnen, wo man das Vieh tränkt, rühmen sie die mächtigen Taten des Herrn! Sie erzählen, wie er seinem Volk geholfen hat.

    Welche Entsprechung gibt es heute dafür?

    Hier ist nicht das Miteinander in der Versammlung gemeint – denn dann würden sie sich in der Stiftshütte getroffen haben. Auch ein privates Zusammentreffen in einem Haus eines Anbeters ist nicht gemeint. Es war ein öffentliches Zusammentreffen, an einem Ort, wo jeder zur Verrichtung seiner Angelegenheiten hin mußte – und die Zeit wurde für sinnvolle und erbauliche Gespräche genutzt. Gespräche über ihren Gott und ihren Glauben. Wo finden wir so etwas heute wieder?

    Gibt es heute Orte und alltägliche Gelegenheiten, wo wir beim Verrichten des Alltagsgeschäftes mit unseren Brüdern und anderen über unseren Wundervollen Gott und SEINEN Taten sprechen?

    Wie sehen unsere Geselligkeiten aus, wenn wir privat mit unseren Brüdern zusammen kommen? Worum drehen sich dann unsere Beschäftigungen und unsere Gespräche?

    Sprudeln auch wir voller Begeisterung über unseren Gott und seine Taten über – oder vertroedeln wir unsere Zeit und solche Gelegenheiten des Zusammenseins mit Nichtigkeiten?

  61. Juleam 28. März 2012 um 13:50 Link zum Kommentar

    Richter 6:36

    Gideon betete: »Bitte gib mir ein Zeichen, dass du Israel wirklich durch mich befreien willst, wie du es angekündigt hast.

    Wie demütig Gideon ist!

    Bereits zuvor, als der Engel Gottes ihn beauftragt, den Altar Baals niederzureissen, sagt er demütig, dass er der Kleinste, der Niedrigste seines Volkes, sei.

    Eigentlich hätte er hier nun stolz sein können: der allmächtige Gott hatte ihn auserwählt, das Volk zu befreien. Er hätte laut ausrufen können: “seht her, mich hat Jehova erwählt!”, oder er hätte auch einfach, wie selbstverständlich, den Auftrag ausführen können. Aber das tat er nicht. Warum? Warum brauchte er nun noch ein Zeichen?

    War er sich nicht sicher, ob der Auftrag von Jehova kam – oder ob er ihn richtig verstanden hatte?

    Er wollte sich ganz sicher sein, dass er wirklich genau das tat, was sein Gott von ihm wollte!

    Nehmen wir uns an ihm ein Beispiel? Wie treffen wir Entscheidungen – gerade, was die ganz persönlichen anbelangt? Fragen wir Jehova, was SEIN Wille in der Angelegenheit ist – oder treffen wir unsere Entscheidung selbst, ohne ihn einzubeziehen und bitten ihn lediglich im Anschluss daran, diese unsere Entscheidung zu segnen?

    Könnten wir behaupten, wir würden Jehova bei unseren Entscheidungen fragen, wenn wir uns für etwas entscheiden, was im Widerspruch zu Gottes Wort steht?

  62. Juleam 28. März 2012 um 13:51 Link zum Kommentar

    Richter 6:37

    Ich lege frisch geschorene Wolle auf den Dreschplatz. Lass doch morgen früh die Wolle vom Tau nass sein, den Boden ringsum aber trocken! Dann weiß ich, dass du Israel durch mich retten möchtest, wie du es gesagt hast

    Nun wissen wir auch, was mit dem Vlies gemeint ist – mit dem Gideon den Vliestest machte.

    Heute ist das Wort ja nicht wirklich gebräuchlich und von vielen Wörtern kennen wir die Bedeutung nicht mehr. Ich weiss nicht genau, was ich mir eigentlich unter einem Vlies vorgestellt hatte. Eher so eine Art Tuch. Das mit der frisch geschorenen Wolle ergibt viel mehr Sinn.

    Es zeigt mir, dass ich künftig doch besser die genaue Bedeutung nachschlagen werde, wenn ich den Sinn eines Wortes nicht ganz verstehe! Leider verarmt unsere Spache ja immer mehr und unsere Kinder kennen schon den Sprachreichtum nicht mehr. Da werden Sachen verallgemeinert und dass eine Sache durch ganz feine Abstufungen genau ausgedrückt werden kann, weiss man schon gar nicht mehr richtig.

    Da begibt man sich immer weiter im Sprachniveau hinab. Anstatt dass man den Kindern die Sprache und die genaue Bedeutung und Abstufung beibringt – werden Wörterbücher für die neue coole Sprache der Kids heraus gebracht. So fühlen die Jugendlichen ernst genommen und man merkt gar nicht, welchen großen Verlust man eigentlich damit selbst einleitet.

    Denn so verlieren die jungen Leute leider auch die Fähigkeit, das Wort Gottes in seiner vollen Pracht zu erkennen und zu verstehen. Ob dies auch der Grund für die Entfremdung von der Wahrheit ist?

  63. Juleam 28. März 2012 um 13:52 Link zum Kommentar

    Richter 7:15-18

    Als Gideon den Traum und die Deutung gehört hatte, warf er sich nieder und betete Gott an. Dann kehrte er ins israelitische Lager zurück und rief: »Los! Der Herr gibt die Midianiter in eure Gewalt!«

    16 Er teilte seine 300 Soldaten in drei Gruppen und gab jedem Mann ein Signalhorn und einen Krug mit einer Fackel darin. 17-18 »Stellt euch rings um das ganze Heerlager auf«, befahl er, »und achtet genau auf das, was ich tue! Wenn ich mit meinen Leuten zu den Wachposten komme, blasen wir die Hörner. Sobald ihr das hört, tut ihr das Gleiche und schreit laut: ›Wir kämpfen für den Herrn und für Gideon!‹«

    Hatte Jehova ihm mitgeteilt, dass er so vorgehen sollte – oder war die Idee aus der Deutung des Traumes geboren?

    Immerhin wußte Gideon, nachdem was er gehört hatte, dass das andere Heer aufgrund des Traums in Angst und Schrecken sein würde. Wer Angst hat, kämpft nicht mutig und so würde diese List ausreichen. Immerhin hatte Jehova ja gesagt, dass er das Volk in seine Hand geben würde.

    Die anderen wußten dies. Was mein wir wohl, wie die sich dann gefühlt haben müssen, als 300 Israeliten laut schreien?

    Vers 19-22

    Gideon erreichte mit seinen 100 Mann den Rand des Lagers, als die mittlere Nachtwache begann und die Posten gerade abgelöst worden waren. Da bliesen sie die Hörner und zerschlugen ihre Krüge. 20 Sofort taten die Männer der beiden anderen Abteilungen das Gleiche. In der rechten Hand hielten sie die Hörner, in der linken die Fackeln und riefen: »Wir kämpfen für den Herrn und für Gideon!« 21 Dabei blieben sie rings um das Heerlager stehen. Die feindlichen Soldaten liefen durcheinander, schrien und versuchten zu entkommen. 22 Während die 300 Israeliten die Hörner bliesen, ließ der Herr überall im Lager Kämpfe unter den Verbündeten ausbrechen. Schließlich floh das ganze Heer in Richtung Bet-Schitta, Zereda, Abel-Mehola und Tabbat.

  64. Juleam 28. März 2012 um 13:53 Link zum Kommentar

    Richter 8:1

    Der Stamm Ephraim fühlt sich übergangen

    1 Die Männer vom Stamm Ephraim machten Gideon heftige Vorwürfe: »Warum hast du uns nicht zu Hilfe gerufen, als du zum Kampf gegen die Midianiter losgezogen bist? Wie konntest du uns das antun?«

    Warum ärgert sie das so sehr? Hatten sie mit der Verteidigung ihres eigenen Erbteils nicht genug?

    Vers 2

    »Wart ihr nicht viel erfolgreicher als ich?«, erwiderte Gideon. »Ist eure Nachlese nicht besser als die ganze Ernte meiner Sippe?«

    Warum waren sie so erpicht darauf, an den Kriegszügen teilzuhaben? Kämpften sie so gern – oder warum kränkte es sie, dass sie hier übergangen wurden?

  65. Juleam 28. März 2012 um 13:54 Link zum Kommentar

    Richter 8:27

    Gideon fertigte aus dem Gold eine Götzenstatue an und stellte sie in seiner Heimatstadt Ofra auf. Sie wurde ihm und seiner Familie zum Verhängnis. Ganz Israel betete die Statue an und brach damit dem Herrn die Treue.

    Warum???

    Warum tut er das? Hatte ihm nicht gerade Jehova seine Feinde in seine Hand gegeben? Wie kommt er da auf die Idee, einen Götzen anzufertigen?

    Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Wenn nach dem Feldzug viel Zeit vergangen wäre – aber so kurz nach dem Sieg?

    Hat das vielleicht damit zu tun, dass er sich das Ganze einfacher vorgestellt hatte? Immerhin hatte Jehova ihm versprochen, ihm seine Feinde in seine Hand zu geben. Er hat ja sogar die Zahl der Kriegsmänner deutlich verringert, damit man die Hand Jehovas erkennen mußte. Aber dann fliehen die Könige und er und seine Männer müssen scheinbar eine ganze Weile hinterher laufen und seine Brüder, von denen er sich Hilfe erwartet hatte, lassen ihn nicht nur im Stich – sondern verhöhnen ihn auch.

    Ok, er ist stinksauer auf seine Brüder, was man bereits an der Ankündigung und später auch an der Ausführung der Rache erkennen kann. Aber mit so einem Götzen schadet er ja nicht nur den Brüdern – sondern in erster Linie doch sich selbst. Im gewissen Sinne spuckt er Jehova damit ins Gesicht!

    Wir haben in einer ähnlichen Situation etwas Ähnliches getan und als es uns bewußt wurde, was wir da tun, hatten wir im übertragenen Sinne bereits losgespuckt. Wir haben es bereits ‘beim Spucken’ bemerkt und auch bereut und damit aufgehört – aber da war es nicht mehr zurück zu nehmen. Das haben wir aufs tiefste bereut und das tun wir heute noch. Unser Gott hat uns vergeben, er wußte ja um die Umstände und dass es uns wirklich leid tat. Aber die Auswirkungen waren nicht aufzuhalten und wir werden wohl bis nach Harmagedon daran zu tragen haben.

    Nicht umsonst heißt es in Sprüche, dass allein Bedrückung bewirken kann,dass ein Gerechter unsinnig handelt und in Mose, dass Jehova zwar vergibt, aber keinesfalls Straffreiheit gewährt. Ob Jehova wohl auch diejenigen hart ins Gericht nahm, die Gideon erst in diese Verfassung brachte?

  66. Juleam 28. März 2012 um 13:55 Link zum Kommentar

    Richter 8:33-34

    Sobald Gideon nicht mehr lebte, wandten sich die Israeliten wieder den Götzen zu. Sie verehrten Baal-Berit 34 und vergaßen den Herrn, ihren Gott, der sie aus der Gewalt ihrer Feinde ringsum befreit hatte.

    Wieso “nach Gideons Tod”?

    Hatten wir nicht gerade erst gelesen, dass Gideon selbst einen Götzen hergestellt und aufgestellt hat und dass dies ihm und seiner Familie zum Verhängnis wurde – und dass das Volk (dadurch?) Jehova die Treue brach?

    Warum wird das dann nun hier so erwähnt, als habe es erst nach seinem Tod damit angefangen?

  67. Juleam 28. März 2012 um 13:56 Link zum Kommentar

    Gideon und “das Götzenbild”

    Da sieht man mal wieder, wie unterschiedliche Übersetzungen unterschiedliche Gedanken und Gefühle hervorrufen können:

    In der Hoffnung für Alle ist die Rede von einem Götzen – in der NW-Übersetzung ist die Rede von einem Ephod und in dem bereits zitierten WT-Artkel von 1977 heisst es dazu auszugsweise:

    Gideon bat daraufhin um goldene Schmuckgegenstände, die man erbeutet hatte. Er stellte daraus ein kostbares Ephod oder Priestergewand her, das wahrscheinlich mit wertvollen Steinen verziert war. Vielleicht hatte er einen guten Beweggrund dabei und betrachtete das Ephod als ein Andenken an den Sieg über Midian. Es erwies sich allerdings als ein Stein des Anstoßes, denn “ganz Israel begann, dort unsittlichen Verkehr damit [mit dem Ephod] zu haben, so daß es Gideon und seinen Hausgenossen zu einer Schlinge wurde” (Ri. 8:27). Anscheinend gebrauchten die Israeliten das kostbare Gewand für eine Form von falscher Anbetung.

  68. Juleam 28. März 2012 um 13:57 Link zum Kommentar

    Richter 9 – 12

    Richter 9:53

    Da warf ihm eine Frau von oben einen Mühlstein auf den Kopf und zerschmetterte ihm den Schädel.

    Diese Frau mußte die Anweisung und die Kraft von Jehova erhalten haben.

    Denn so ein Stein war sicherlich sehr schwer und fast unmöglich für eine schwache Frau, ihn aufzuheben – und dann noch über die Brüstung der Stadtmauer zu schleudern!

  69. Juleam 28. März 2012 um 14:05 Link zum Kommentar

    Richter 10:14

    Warum fleht ihr nicht die Götter an, die ihr euch selbst ausgesucht habt? Sollen sie euch doch retten aus eurer Not!«

  70. Juleam 28. März 2012 um 14:06 Link zum Kommentar

    Richter 11:3

    sie jagten ihn fort, 3 und er floh vor ihnen ins Gebiet von Tob. Dort scharte er zwielichtige Männer um sich und durchstreifte mit ihnen das Land.

  71. Juleam 28. März 2012 um 14:06 Link zum Kommentar

    Richter 11:27-28

    Ich sage dir: Nicht wir haben euch Unrecht getan, sondern du tust uns Unrecht, wenn du ohne Grund einen Krieg anzettelst. Der Herr ist Richter. Er soll zwischen Israel und Ammon entscheiden!«

    28 Doch der ammonitische König hörte nicht auf die Botschaft, die Jeftah ihm überbringen ließ.

    Warum auch?

    Warum sollte er sich vor einem Gericht des Gottes Jehovas fürchten? ER war ja nicht sein Gott. Vielleicht dachte er über diese Angelegenheit ebenso wie damals Pharao

  72. Juleam 28. März 2012 um 14:07 Link zum Kommentar

    Richter 11:30-31

    Zuvor legte er vor dem Herrn ein Gelübde ab: »Wenn ich die Ammoniter mit deiner Hilfe besiege 31 und heil zurückkehre, dann soll dir gehören, was mir bei meiner Ankunft als Erstes von daheim entgegenkommt. Ich will es dir opfern.«

    So viel zu der Frage, ob Jephta wirklich vorgehabt hatte, eine Person als Brandopfer auf dem Altar zu verbrennen.

    Diese Formulierung hier ist wirklich ganz ähnlich, wie die bei dem Gelübde von Hanna: “die Person soll ganz dir gehören”.

    Für mich sehr glaubensstärkend, denn bei uns steht etwas von einem Brandopfer und dass kein Menschenopfer gemeint sein konnte, war ja “nur” eine Erklärung vom treuen und verständigen Sklaven. Da wir im Predigtdienst oft Kritik an uns Religionsgemeinschaft bekommen, ist es dann gut zu sehen, dass das keine Idee von “uns” ist, sondern dass auch andere, die sich intensiv mit der Bibel beschäftigen, es auch so verstehen. Wie hier die Hoffnung für Alle und auch der Kommentator Darby.

    Das stärkt nicht nur unseren persönlichen Glauben – sondern hilft uns im Dienst auch gut zu argumentieren. Denn wir wollen ja nicht unsere eigenen Ansichten verbreiten, sondern die Gute Botschaft von Gottes Wort! Daher ist es sicherlich auch sinnvoll, wenn wir uns ansehen, wie andere Übersetzer das übersetzt haben. Denn so kann man dem Wohnungsinhaber gleich sagen, was seine eigene Bibel dazu sagt.

    Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich das Paradiesbuch bis zum Ende mit meiner eigenen – mit der Lutherbibel – studiert hatte. Weil ich der Ansicht war, dass Zeugen Jehovas eine eigene Bibel haben. Immerhin ist die NW-Übersetzung ja vom treuen und verständigen Skalven herausgegeben worden und da wäre es ja möglich, dass er so übersetzt hat, dass seine eigenen Glaubensansichten gestützt werden. Es ist immer gut, wenn sich der Studierende überzeugt, dass das nicht die Zeugen Jehovas sagen – sondern die Bibel! Nur dann kann er bei Verfolgung aus der Familie oder des Freundeskreises standhaft bleiben. Denn das überzeugt dann auch diese Kritiker, wenn sie sehen, dass “ihre eigene” Bibel das sagt.

    Wenn wir selbst persönlich auch davon überzeugt sind, dass wir Gottes Wort lehren und keine eigenen Ansichten, dann treten wir ganz bestimmt anders im Predigtdienst auf. Wir argumentieren besser und sind überzeugender. Der Wohnungsinhaber merkt, ob wir das selbst glauben und ob wir bei der einen oder anderen Sache schwanken. Wenn wir dann auf jemanden treffen, der sich auch in der Bibel auskennt, könnte uns so ein Gespraech nicht nur entmutigen, sondern vielleicht auch Zweifel in uns wecken.

    Darum: lesen wir täglich in der Bibel und überzeugen wir uns, dass unser Glaube fest auf dem begründet ist, was Gott durch sein Wort zu uns sagt.

    Warum ist es nun in dieser Hinsicht so wichtig, was für ein Opfer Jephtha im Sinn gehabt hatte? Weil er als ein Mann gezeigt wird, der Gottes Wohlgefallen hat. Wie furchtbar wäre der Gedanke, dass Jehova uns helfen würde – weil wir jemand anderes hätten töten wollen. Das passt gar nicht in unser Gottesbild und könnte in uns den Gedanken wecken, dass sich die Bibel widerspricht oder dass unser Gott garnicht so toll ist, wie wir dachten.

    Wir sind ja so begeistert, dass Jephtha sein Gelübde eingehalten hat. Und wenn er eigentlich ein Brandopfer gemeint hatte und die Tochter dann leben ließ – konnte man dann von einem eingehaltenen Gelübde reden?

    Und wenn wir denken, es sei für Gott annehmbar, dass wir unsere bereits gegebenen Gelübde abmildern, wenn es für uns unbequem wird – wie werden wir dann wohl handeln, wenn wir uns in unserer Ehe nicht ganz so glücklich fühlen. Dann müßten wir dieses Gelübde doch sicherlich nicht einhalten, oder? Jephtha hat das mit dem seinen ja auch nicht getan und sein Umgang mit seinem Gelübde wird ja in der Bibel lobend hervorgehoben…

  73. Juleam 28. März 2012 um 14:09 Link zum Kommentar

    Richter 11:35-37

    Als er sie sah, zerriss er entsetzt sein Gewand und rief: »Meine Tochter, du brichst mir das Herz! Ausgerechnet du stürzt mich ins Unglück! Ich habe vor dem Herrn ein Gelübde abgelegt – es gibt kein Zurück!«

    36 Da sagte sie zu ihm: »Mein Vater, wenn du dem Herrn etwas versprochen hast, musst du es halten. Schließlich hat er dir geholfen, die Ammoniter zu besiegen. Mach mit mir, was du dem Herrn geschworen hast. 37 Nur eine Bitte habe ich noch: Gib mir zwei Monate Zeit. Ich möchte mit meinen Freundinnen in die Berge gehen und darüber trauern, dass ich nie heiraten werde

    Hier sehen wir, dass es nachher auch nicht eine Sache der Auslegung oder des Verständnisses war, wie es übersetzt wurde:

    Jephtha hat ihr nichts erzählt, nur, dass er die Person betreffend ein Gelübde abgelegt hatte. Aber sie hat sofort erfasst, worum es ging. Sie bat nicht darum, ihr Leben um einige Tage zu verlängern, sondern sie sprach von ihrer Ehelosigkeit!

  74. Juleam 28. März 2012 um 14:10 Link zum Kommentar

    Richter 13 – 15

    Richter 13:4-5

    Trinke keinen Wein oder andere berauschende Getränke. Iss nichts, was der Herr für unrein erklärt hat! 5 Denn der Sohn, den du bekommst, wird schon im Mutterleib Gott geweiht sein. Niemals dürfen seine Haare geschnitten werden! Er wird beginnen, Israel von den Philistern zu befreien.«

    Mein erster Gedanke war: was Simson der erste Nasiräer?

    Aber dann fiel mir ein, was bereits schon zu Moses über Gelübde gesagt wurde – und da war auch ein Nasiratsgelübde dabei

  75. Juleam 28. März 2012 um 14:12 Link zum Kommentar

    Richter 13:12-14

    Da fragte Manoach: »Wenn deine Ankündigung eintrifft, wie sollen wir dann mit dem Jungen umgehen? Wie müssen wir uns verhalten?«

    13 Der Engel des Herrn erwiderte: »Deine Frau soll alles meiden, was ich ihr genannt habe. 14 Sie darf nichts essen, was aus Trauben zubereitet ist, und keinen Wein oder andere berauschende Getränke trinken. Außerdem soll sie nichts essen, was Gott für unrein erklärt hat. Sie muss alle meine Anweisungen befolgen.«

    Hat Manoach nun erfahren, was er wollte?

    Ich denke, der Engel hat vor ihm nur noch einmal wiederholt, was er bereits der Frau gesagt hatte.

    Trotzdem ist er liebevoll und freundlich und gibt ihm nicht zu verstehen, dass er ihn unnötig aufgehalten habe

  76. Juleam 28. März 2012 um 14:13 Link zum Kommentar

    Richter 14:5-9

    Simson brach mit seinen Eltern nach Timna auf. Als er bei den Weinbergen der Stadt ein Stück allein abseits des Weges lief, stand ihm plötzlich ein junger, brüllender Löwe gegenüber. 6 Simson wurde vom Geist des Herrn ergriffen. Er zerriss den Löwen mit bloßen Händen, als wäre es eine kleine Ziege. Seinen Eltern erzählte er nichts davon. 7 Er besuchte die Philisterin und sprach mit ihr. Sie gefiel ihm gut.

    8 Einige Zeit später gingen sie wieder nach Timna, um die Hochzeit zu feiern. Vor der Stadt bog Simson vom Weg ab und sah nach dem toten Löwen. In dem Kadaver entdeckte er einen Schwarm Bienen und Honigwaben. 9 Er nahm den Honig heraus und begann ihn im Weitergehen zu essen. Als er wieder bei seinen Eltern war, gab er auch ihnen davon, sagte ihnen aber nicht, dass er den Honig aus dem Körper des toten Löwen geholt hatte.

    Das erinnert mich an ein Buch, das ich letzte Woche gelesen habe: “Auf Gottes Wegen”. Es handelt von zwei Freunden, die sich seit der Schulzeit kennen. Der eine studiert Medizin, der andere Theologie. Er wollte schon von frühester Kindheit an Missionar werden und ging nach dem Schulunterricht jeweils ins benachbarte Dorf, um sich um die Armen und Kranken zu kümmern und ihnen aus der Bibel vorzulesen. Für ihn war die Bibel Gottes Wort uns so las er sie und gerade so wandte er das Gelesene auch im Leben an.

    Der Freund kam wohl beim Medizinstudium mit Bibelkritik in Berührung (das Buch ist 1889 geschrieben) und dadurch wurde die Bibel mit der Zeit nicht mehr so wichtig für ihn.

    Bei einem gemeinsamen Ausflug kommt es zu einem Streitgespräch, genau um diese Begebenheit:

    Da sagte Edvard (der Medizinstudent) zu den Umstehenden: „Samson, das bedeutet Sonnengott“. “Was?”, fragte ein junges Mädchen “Samson bedeutet Sonnengott?” “Gewiß. Wenn auch die Theologen sich schwer hüten, das zu sagen.” Er sagte es ganz jugendlich leichthin, gar nicht um jemand zu ärgern, oder um daran weiterzuspinnen. Aber Ole (der Theologiestudent) hörte es zufällig und fragte etwas überlegen: “Weshalb sollten denn die Geistlichen den Kindern nicht sagen, dass Samson Sonnengott bedeutet?” “Weil dann die ganze Samson-Erzählung nicht mehr als Vorbild für den Christusmythus zu brauchen wäre”. Das Wort saß; und das sollte es auch. Lächelnd, überlegen sagte Ole: „Samson lässt sich wohl trotzdem als Vorbild gebrauchen – ob er nun Sonnengott heißt oder nicht!“ „Ja – ob er Sonnengott heißt oder nicht; wenn er aber der Sonnengott war?“ „So? Also er war der Sonnengott?“ reif Ole lachend. „Das sagt doch der Name.“ „Der Name? Sind wir etwa Bären oder Wölfe, weil wir nach Bären und Wölfen heißen? Oder Götter, weil wir nach Göttern heißen.“ Verschiedene aus der Gesellschaft hörten das mit an; jetzt kamen auch andere hinzu, unter ihnen Josefine (die Schwester von Edvard und spätere Frau von Ole). Beide wandten sich sofort an sie.

    „Der Fehler ist,“ sagte Edvard, „dass in die Geschichten, die von Samson handeln, überhaupt erst Sinn kommt, wenn man weiß, dass er der Sonnengott war.“ „Ach! Heutzutage müssen ja sämtliche Ahnen und Urgeschichten aller Völker irgendwie auf die Sonnensage Bezug haben!“ Und Ole gab ein paar amüsante Parodien auf diese wissenschaftliche Mode zum besten. Allgemeine Heiterkeit; auch Josefine lachte. Sofort geriet Edvard in Eifer und begann auseinanderzusetzen: als sich bei uns eine neue Religion bildete, da wurden unsere eigenen Götter, die ursprünglich indische Sonnengötter waren, zu Stammvätern; ihre Altäre, an denen das Volk geopfert hatte, wurden zu Grabstätten umgewandelt. Auf diese Weise wurden auch die alten Sonnengötter der Juden umgewandelt in Stammväter, als der Jahvekultus sie als Götter verdrängte. „So? Und woher will man das wissen?“ „Wissen? Mach doch die Probe mit Samson! Wie sinnlos, zu glauben, dass die Stärke eines Menschen in seinen Haaren liegen kann! Sobald wir aber davon ausgehen, dass es die Sonnenstrahlen sind – zur Sommerzeit lang, im Schoß des Winters kurz geschnitten – kommt Sinn in die Sache. Und wenn die Strahlen gegen das Frühjahr hin wieder wuchsen – nicht wahr? – da konnte der Sonnengott wiederum die Säulen der Welt umfassen! … Nie haben Bienen Honig gesammelt in einem Aas; wenn wir aber hören, dass es – so oft die Sonne durch ein Himmelszeichen ging, z.B. durch den Löwen – hieß: die Sonne schlug den Löwen – ja, dann verstehen wir, dass die Bienen Honig im Aas des erschlagenen Löwen sammelten, d.h. in der wärmsten Zeit des Sommers.“
    Jetzt waren alle ganz Ohr, und Josefine war im höchsten Grade verwundert. Sie sah nicht zu ihrem Bruder auf, denn sie merkte, dass er sie ansah; aber es war nicht mißzuverstehen: was Edvard anfänglich, ohne jeden anderen Gedanken als den, ein bisschen zu protzen, begonnen hatte, das erhielt eine bestimmte Bedeutung dadurch, dass Josephine zwischen ihnen stand. „Bei den Ägyptern“, erzählte er, „begann der Frühling, wenn die Sonne das Lamm schlachtete, d.h. durch das Zeichen des Lammes ging, und aus Freude über die Erneuerung schlachteten alle ägyptischen Familien an diesem Tag ein Lamm. Von ihnen haben es die Juden. Wenn die Juden dies später zu etwas umgewandelt haben, das sie von den Ägyptern unterscheiden sollte, so ist das eine Fälschung. Gerade wie mit der Beschneidung; auch die haben sie aus Ägypten. Aber so etwas verschweigen die Herren Pfaffen.“

    Von all dem wusste Ole wenig oder nichts. Sein eifriges Studium hatte sich streng auf die Theologie beschränkt; er hatte auch gar keine Zeit zu anderen Dingen und sein Glaube war ein altes Bauernerbe und in sich selbst viel zu gefestigt, um sich mit wissenschaftlichen Zweifeln abzugeben.

    (der Disput geht noch um einiges Weiter, aber hier ging es mir um die Sache mit Simson)

    Warum ich das hier anführe?

    Wir lesen in den Publikationen so viel über “die Bibelkritik”. Gerade erst vor einigen Wochen kam es wieder im WT-Studium vor. Auch in dem Buch “Die Bibel – Gottes Wort oder Menschen Wort?”, das ich erst vor kurzem gelesen habe, kam dies vor. Aber so eine richtige Vorstellung hatte ich nie davon.

    Interessant hier bei diesem Disput in dem Roman ist für mich, wie es dazu kommt und wie es das weitere Leben beeinflusst:

    Der Medizinstudent will eigentlich nur mit dem neu erworbenen Wissen prahlen, wird aber von dem künftigen Geistlichen abgeschmettert. Für den ist und bleibt die Bibel Gottes Wort und er verteidigt diese auch als solches und lässt durch sie und seinen Glauben sein Leben bestimmen. Der Medizinstudent aber glaubt selbst das, was er erzählt und daher ist die Bibel für ihn nicht mehr wichtig und auch nicht mehr machtvoll. Sie ist einfach nur noch ein Buch – voller Lügen und das zeigt sich dann in seinem Lebensweg und Entscheidungen.

    Daran, dass er einem anderen Mann die Frau wegnimmt, entzweien sich dann die Freunde – und das, obwohl sie durch die Schwester dann verschwägert sind!

    Da kommen wir dann an den gefährlichen Punkt: wenn wir nicht mehr daran glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist, werden wir dann eines Tages Entscheidungen treffen, die uns von unserem Gott entfremden.

    Vielleicht halten wir uns bis zu einem gewissen Punkt noch am die Maßstäbe Gottes, aber wenn es dann um etwas geht, was uns gefällt, womit wir liebäugeln, dann tun wir, was uns gefällt, denn “es ist ja alles nur symbolisch gemeint” oder “eine Erfindung von Menschen”! In einer Ansprache auf dem Kreiskongress sagt der Bezirksaufseher, dass wir dann den Namen Jehovas in unwürdiger Weise gebrauchen. Wir suchen Ausflüchte, warum diese Gebote bei uns gerade nicht gelten.

    Ich habe meinen Mann den ganzen Disput mit der Bibelkritik vorgelesen und er konnte mir in allem die Kritik widerlegen, wie z.B dass die Beschneidung nicht von den Juden sei, sondern aus dem alten Ägypten käme usw.

    Ich finde es sehr wichtig, dass wir ganz fest davon überzeugt sind, dass die Bibel wirklich Gottes Wort für uns ist. Denn dann werden wir sie in unserem Leben wirken lassen und dann übt sie auch auf uns Macht aus. Wenn wir glauben, dass sie wirklich Gottes Wort ist, dann werden wir auch täglich in ihr lesen und darauf achten, was Gott damit uns ganz persönlich sagen will und wie wir das Gelesene in unserem Leben noch besser anwenden können. Und dann werden wir auch übersprudeln und davon reden und dann werden wir auch andere von der Guten Botschaft überzeugen können. Wir werden mehr Freude im Predigtdienst verspüren und sicherlich sehr schöne Gespräche an den Türen haben. Und so werden wir bestimmt auch jemand anderes helfen, zu Jehova zu finden.

    Ein gutes Hilfsmittel, uns in der Überzeugung zu stärken, dass die Bibel für uns ebenso wichtig ist, wie für den Theologiestudenten in der Geschichte, ist das schöne Buch “Die Bibel – Gottes Wort oder Menschenwort?”. Ich habe extra nachgesehen: es wird noch von der WT-Gesellschaft verlegt und man kann jeden Zeugen Jehovas bitten, ein Exemplar zu besorgen oder gleich die Gesellschaft anschreiben. Es lohnt sich ganz bestimmt!

  77. Juleam 28. März 2012 um 14:14 Link zum Kommentar

    Richter 16 – 18

    Richter 18:1

    Zu dieser Zeit hatte Israel keinen König. Der Stamm Dan besaß noch kein eigenes Land und suchte deshalb nach einem Gebiet, in dem er sich ansiedeln konnte.

    Warum nicht?

    War denn nicht das ganze Land bereits von Josua aufgeteilt worden? Wieso besaß der Stamm Dan dann immer noch kein Land? Es waren doch schon sehr viele Generationen später…

  78. Juleam 28. März 2012 um 14:17 Link zum Kommentar

    Richter 19 – 21

    Richter 19:2

    Doch eines Tages war die Frau wütend über ihren Mann und lief ihm weg, sie kehrte zurück zu ihrem Vater nach Bethlehem.

    Wie übersetzen das andere?

    Bei uns in der NW-Übersetzung ist die Rede von Hurerei, in der Luther-Bibel heißt es, sie sei unzufrieden gewesen. Was sagen die anderen?

  79. Juleam 28. März 2012 um 14:18 Link zum Kommentar

    Richter 19:3-10

    Ihr Vater freute sich sehr, seinen Schwiegersohn zu sehen, 4 und wollte ihn gar nicht wieder gehen lassen. Drei Tage lang blieben sie zusammen, sie aßen und tranken. 5 Am vierten Tag stand der Levit früh auf, um sich mit seiner Nebenfrau auf den Heimweg zu machen. Aber sein Schwiegervater hielt ihn zurück: »Iss erst einmal einen Bissen Brot, und stärk dich, dann könnt ihr losziehen.«

    6 Die beiden Männer setzten sich hin und aßen und tranken miteinander.
    »Tu mir doch den Gefallen«, bat der Schwiegervater, »und bleib noch eine Nacht hier. Lass es dir bei mir gut gehen!« 7 Aber der Levit wollte aufbrechen. Da drängte ihn der Vater der Frau, noch einmal bei ihm zu übernachten, bis der Levit schließlich nachgab.

    8 Am Morgen des fünften Tages stand er wieder früh auf, um abzureisen. »Stärke dich noch etwas«, ermunterte ihn sein Schwiegervater, »bis heute Nachmittag könnt ihr euch wirklich noch Zeit lassen.« Wieder setzten sich die beiden hin und aßen.

    9 Am Nachmittag erhob sich der Levit, um sich mit seiner Nebenfrau und seinem Knecht auf den Weg zu machen. »Sieh doch«, wandte sein Schwiegervater ein, »der Tag geht zu Ende, bald wird es dunkel. Bleib über Nacht, und mach es dir hier bequem! Morgen früh könnt ihr dann aufbrechen und nach Hause zurückkehren.«

    10-11 Aber der Levit wollte nun abreisen. Er ließ die Esel satteln und machte sich mit seiner Nebenfrau und seinem Knecht auf den Heimweg.

    In gewissem Sinne trägt der Vater eine Mitschuld am Tod seiner Tochter.

    Der Ehemann will jeweils früh am Morgen aufbrechen – und wenn sie dies getan hätten, wären sie sicherlich vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause angekommen. Dann hätten sie nicht woanders übernachten müssen und dann wäre das mit der Vergewaltigung mit Todesfolge überhaupt nicht gekommen.

    Aber warum brach der Ehemann so spät am Nachmittag auf! Hätte er nicht bis zum nächsten Tag warten können? Wenn wir uns die Dialoge der vergangenen Tage ansehen, dann würde das alles sicherlich endlos so weiter gehen. Also mußte ja irgendwann ein Machtwort gesprochen werden.

    So trugen beide Männer einen gewisse Teilschuld am Tod der Frau. Aber auch sie hatte ihren Anteil: Wäre sie auf den Platz geblieben, auf den Jehova sie gestellt hatte – dann wäre das auch nicht passiert.

    Denn egal, aus welchem Grund sie weglief, so war doch jeder für sich falsch in Jehovas Augen! Denn wenn sie wegen ihrer “Hurereien gegenüber ihrem Ehemann” weglief, dann war das wohl verständlich. Aber wenn sie sich an die Maßstäbe Jehovas gehalten hätte, dann wäre sie ihrem Mann treu geblieben. Sie wusste doch, wie sehr Jehova so ein Verhalten verurteilt: auf Ehebruch stand die Todesstrafe. Und genau diese hatte sie ja nun in gewissem Sinne bekommen.

    Wenn sie ihrem Mann weglief, weil sie wütend auf ihn war, oder unzufrieden damit, wie er sie behandelte – so verstieß sie damit gegen das göttliche Gebot, dass Mann und Frau fest zueinander halten sollten – ja, “sie sollten ein Fleisch werden”. Bloss weil es mir in der Hand juckt, hacke ich sie mir ja noch lange nicht ab.

    Wenn sie also den Grundsatz der ehelichen Treue beachtet hätte und mit ihrer – ihr von Gott gegebenen – Stellung als Ehefrau zufrieden gewesen wäre, dann wäre sie garnicht erst von ihm weg gelaufen – und dann wäre das auch nicht passier.

    So trug jeder der drei Personen einen eigenen Anteil an der Schuld. Für die Männer war es sogar eine gewisse Blutschuld. Wie kamen sie wohl damit klar?

    Die Frau war tot, der Ehemann konnte sich sagen, dass sie das göttliche Gericht ereilt habe und sie nun für ihren Ehebruch doch noch die Todesstrafe bekam. Aber der Vater?

  80. Juleam 28. März 2012 um 14:19 Link zum Kommentar

    Richter 19:10-13

    Gegen Abend erreichten sie Jebus, das heutige Jerusalem. Da schlug der Knecht seinem Herrn vor: »Komm, lass uns in die Stadt gehen und dort eine Unterkunft suchen.« 12 Doch der Levit erwiderte: »Ich will nicht bei diesen Fremden übernachten, die keine Israeliten sind. Wir gehen besser hinüber nach Gibea. 13 Wenn wir uns beeilen, können wir Gibea oder sogar noch Rama erreichen! In einem dieser Orte werden wir übernachten.«

    So kann man sich täuschen:

    Der Levit dachte, dass er seinen Glaubensbrüdern vertrauen könne und wurde bitter enttäuscht.

    Richter 19:15

    Doch dort wollte sie niemand über Nacht aufnehmen, und so blieben sie an einem großen Platz in der Stadt sitzen.

    Erst beachtet ihn niemand – obwohl die Gastfreundschaft es eigentlich gebot – und dann wird die Nebenfrau zu Tode vergewaltigt. Wie schlimm, wenn man nicht mal denen vertrauen kann, mit denen man im Glauben verwandt ist!

  81. Juleam 28. März 2012 um 14:20 Link zum Kommentar

    Richter 19:20

    »Ihr seid mir herzlich willkommen!«, lud der alte Mann sie ein. »Bitte lasst mich für euch sorgen. Hier draußen sollt ihr auf keinen Fall übernachten!«

    Wirklich sehr starke Ähnlichkeit mit den Vorgängen damals in Sodom!

    Sicherlich kennt der alte Mann seine Mitmenschen sehr gut uns weiss, warum niemand die Fremden bei sich aufgenommen hat. Vielleicht kam man so in der Nacht besser an sie ran.

    Diejenigen, die nicht so verdorben waren, hatten vielleicht Angst vor den Männern, die ganz bestimmt in der Nacht kommen würden.

    Aber vielleicht war man sich ja auch darüber im Klaren, dass die Gastfreundschaft eh kein Schutz sein würde. Denn wenn sich die Männer Nachts zusammenrotten würden, un sich das Begehrte zu holen, so wäre man der Überzahl ja eh nicht gewachsen. Und wenn ich die Fremden erst in mein Haus aufnehme, dann müßte ich ja dann hilflos dabei zusehen.

    Wir sehen, es war vielleicht nicht nur Gedanken- oder Herzlosigkeit im Spiel

  82. Juleam 28. März 2012 um 14:20 Link zum Kommentar

    Richter 20:1-3

    Alle Männer Israels aus dem Gebiet von Dan im Norden bis Beerscheba im Süden und aus Gilead im Osten gingen nach Mizpa und versammelten sich dort in der Gegenwart des Herrn. 2 Auch die Oberhäupter der israelitischen Stämme waren gekommen. Sie stellten ein Heer von 400000 Soldaten auf, die alle mit Schwertern bewaffnet waren.

    3 Im Stammesgebiet von Benjamin wusste man von diesem Treffen.

    Wenn dies dem betroffenen Stamm bekannt war – warum war von dort niemand zu dem Treffen gekommen, um eine Klärung herbeizuführen?

    Daher also der Einwand, der Stamm Benjamin habe die Strafe der Ausrottung verdient, weil er die Übeltäter nicht heraus gegeben hatte.

    Richter 19:12-13

    Unterwegs sandten sie Boten zu allen Sippen des Stammes Benjamin und ließen ihnen ausrichten: »Bei euch ist eine abscheuliche Tat verübt worden.

    13 Liefert uns die Männer von Gibea aus. Wir werden diese skrupellosen Kerle töten. Eine solche Schandtat darf in Israel nicht geduldet werden!«
    Doch dazu waren die Benjaminiter nicht bereit.

    Denn dann wäre nur die eine Stadt vernichtet worden und nicht der ganze Stamm. Und dann hätte man später nicht auch noch andere umbringen müssen, nur um für die Übriggebliebenen des Stammes Benjamin Frauen zu besorgen

  83. Juleam 28. März 2012 um 14:21 Link zum Kommentar

    Kleine Ursache – große Wirkung!

    Egal, warum die Nebenfrau des Leviten ihren Mann verlassen hatte, aufgrund ihrer Handlung kamen viele Menschen zu Tode!

    Nicht nur sie selbst – sondern auch die ganze Stadt Gibea, dann die Israeliten, die bei dem Kampf mit Benjamin starben, dann fast der ganze Stamm Benjamin und später eine ganze Stadt, nur um Frauen für die Übriggebliebenen vom Stamm Benjamin zu beschaffen.

    Und warum das alles?

    Nur, weil eine einzige Frau sich selbst so wichtig nahm!

    Wenn sie wirklich Hurerei begangen hatte, so wäre es für alle Beteiligten besser gewesen, sie wäre direkt zu Tode gesteinigt worden, wie es im GESETZ vorgeschrieben war. Denn sie hatte es gemäß Gottes Maßstäben verdient und kam ja dann eh zu Tode. Aber all diese Unbeteiligten!

    Selbst, wenn sie nur ging, weil sie unzufrieden in ihrer Ehe war – sehen wir nur, was dabei herauskam.

    Denken wir bitte an diese Geschichte und ihren Ausgang, wenn wir mal wieder sauer auf unseren Ehepartner sind.

    Bedenken wir dann dabei, dass wir immer auch andere mit hineinziehen. Seien es unsere Kinder, die unter der Trennung vom anderen Elternteil leiden, seien es die Eltern, die die Tochter in so einem Fall eigentlich nicht bei sich aufnehmen dürften, wenn sie Jehova gefallen wollen (denn die Ehe ist ehrbar zu halten und für Jehova gibt es hier keinen Trennungsgrund), aber auch alle Freunde und Bekannten und Verwandten, die nun in irgendeiner Form Stellung beziehen, ob sie wollen oder nicht. Die sich auch für sich selbst vor Jehova rechtfertigen müssen, warum sie mich als unzufriedene Frau in meinem verkehrten Verhalten unterstützt haben. Vielleicht entzieht Jehova ja sogar meiner Versammlung den Segen, weil sie meine Handlungsweise dulden?

    Und das alles nur, weil ich mich selbst zu wichtig nehme? Weil ich meine, mir stände mehr zu, als mir mein Ehemann gibt?

    Wie furchtbar, wenn wir diese Nebenfrau des Leviten gewesen wären und all das Leid hinterher wegen meinem unüberlegten (und vielleicht auch selbstsüchtigem) Verhalten über die vielen Menschen gekommen ist!

    Denken wir immer daran, dass alles, was wir tun, auch Auswirkungen für andere hat. Sogar für Personen, die nicht direkt mit uns und unserer Handlungsweise zu tun haben.

    Was sagte Jesus, woran man seine Jünger erkennen würde?: Daran, dass sie Liebe untereinander haben.

    Bekunde ich wirklich echte christliche Liebe, wenn ich um meines eigenen persönlichen Vorteils Willen in Kauf nehme, dass andere Schwierigkeiten bekommen? Dass sie vielleicht wegen meines Verhaltens ihr kostbares Verhältnis zu Jehova aufs Spiel setzen?

    Denken wir immer an diese Geschichte mit der Nebenfrau des Leviten und daran, was dabei heraus kam. Und nehmen wir uns selbst ein wenig zurück, damit wir anderen nicht schaden!

    Damit verhindern wir nicht nur, dass wegen uns Leid über andere kommt, und damit beweisen wir nicht nur, dass wir echte Liebe haben und damit als Nachfolger Jesu erkennbar sind. Nein! So erfreuen wir wirklich Jehovas Herz!

    Erinnern wir uns daran, was wir am Sonntag im WT-Studium zum Thema “Opfer” behandelt hatten:

    ein Opfer bedeutet, für Jehova auf etwas zu verzichten, was uns selbst wichtig ist.

    Verzichten wir darauf, uns selbst zu wichtig zu nehmen und seien wir mit dem Platz zufrieden, auf den Jehova uns gestellt hat. Dann blickt ER voller Stolz und Liebe auf uns hinab und kann dem unverschämten Widersacher eine Antwort geben.

    Ist dies nicht um so vieles wertvoller, als alles andere?

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