Als nun Jesus sie weinen sah, und die Juden weinen, die mit ihr gekommen waren, seufzte er tief (O. wurde er heftig bewegt; so auch v 38) im Geist und erschütterte sich.
Elberfelder 1871 – Johannes 11:33
Beim Anblick der weinenden Frau und der Juden, die sie begleiteten und mit ihr weinten, erfüllten ihn Zorn und Schmerz. Bis ins Innerste erschüttert,
Neue Genfer Übersetzung – Johannes 11,33
Jesus nun, als er gesehen hatte sie weinend und die gekommenen mit ihr Juden weinend, ergrimmte im Geist und erregte sich
Interlinearübersetzung Deutsch – Joh 11,33

Zuerst ein paar persönliche Eindrücke:
Ich war gestern Abend per Zoom auf einer „Gedenkansprache“. Und wenn ich es richtig verstanden habe, ging es dort 25 Minuten nur um die Hoffnung einer Auferstehung. Nun ist das so, als ob ich einer armen Frau im Supermarkt, die ihre letzten Centstücke zählt und nicht weiß, wie sie ihren dringend nötigen Einkauf bezahlen soll, sage, dass es ja am ersten Tag des nächsten Monats wieder neues Geld gibt! Das weiß die Frau auch, aber satt wird sie nicht davon!
Vielleicht hatten die Zuhörer den fälschlichen Glauben, dass die „Hoffnung auf die Auferstehung“ etwas wäre, das gerade sie auszeichnen würden. Aber schau dir an, was die KI auf meine Frage „Welche christliche Strömungen an eine Auferstehung, und welche christliche Strömung glaubt nicht an eine Auferstehung? „antwortet:
Die überwältigende Mehrheit aller christlichen Strömungen glaubt an die Auferstehung – sowohl die leibliche Auferstehung Jesu Christi als auch die zukünftige Auferstehung der Toten. Dies ist ein zentrales Fundament des christlichen Glaubens.
Strömungen, die an die Auferstehung glauben:
Praktisch alle großen christlichen Konfessionen bekennen sich zur Auferstehung:
- Katholische Kirche: Sie lehrt die leibliche Auferstehung Jesu und die Hoffnung auf die eigene Auferstehung der Gläubigen am Ende der Zeit. Tod und Auferstehung Jesu gelten als Garanten für die Zukunft der Menschen [4].
- Evangelische Kirchen (EKD): Die Auferstehung der Toten gehört fest zur christlichen Vorstellungswelt. Es ist die Hoffnung, dass am Ende der Zeit die Toten auferstehen und Gott Gericht hält, wobei den Gerechten das ewige Leben geschenkt wird [2]. Der Glaube daran ist eine Sache des Vertrauens auf Jesus Christus, auch ohne naturwissenschaftlichen Beweis [2].
- Evangelikale Bewegung: Diese Strömung betont besonders die konkrete, leibliche Auferstehung Jesu mitten in der Geschichte und weist naturalistische Erklärungsmodelle zurück. Die neutestamentlichen Texte sprechen bewusst von körperlichen Begegnungen mit dem Auferstandenen [1].
- Orthodoxe Kirchen: (Allgemeinwissen, da nicht explizit in den Quellen, aber konsistent mit dem historischen Christentum) Sie teilen das volle Bekenntnis zur leiblichen Auferstehung als Kernstück des Glaubens.
Strömungen mit abweichender Auffassung:
Es gibt nur sehr wenige Gruppen, die sich zum Christentum zählen, aber das traditionelle Verständnis der leiblichen Auferstehung ablehnen oder stark umdeuten:
- Christliche Wissenschaft (Christian Science): Diese Strömung versteht die Auferstehung nicht als ein physisches, materielles Ereignis. Für sie ist die Auferstehung eine rein geistige Erfahrung – die „Vergeistigung des Gedankens“ und das Ablegen des Glaubens an die Materie [3]. Sie lehrt, dass Auferstehung und Himmelfahrt „ganz mental“ seien und nichts Materielles an sich hätten. Das Ziel ist das Erkennen, dass der Mensch eine geistige Idee ist und nicht der materiellen Persönlichkeit unterliegt [5]. Für sie bedeutet Ostern, dass der Glaube an das Leben in der Materie überwunden wird [3].
Zusammenfassend:
KI : GPT
Der Glaube an die Auferstehung verbindet fast alle Christen. Die einzige nennenswerte Strömung, die das traditionelle Verständnis einer leiblichen Auferstehung ablehnt und es rein geistig/metaphorisch deutet, ist die Christliche Wissenschaft. Alle anderen großen Konfessionen (Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, Evangelikale) halten an der Realität der leiblichen Auferstehung fest.
Die Auferstehung ist ein zentraler Glaubensgrundsatz im Christentum, aber es gibt unterschiedliche Interpretationen und Betonungen innerhalb verschiedener christlicher Strömungen:
Christliche Strömungen, die an eine Auferstehung glauben:
- Katholische Kirche: Die Auferstehung des Fleisches ist ein fester Bestandteil der katholischen Lehre. Der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt, dass am Ende der Zeit alle Toten auferweckt werden.
- Orthodoxes Christentum: Die Auferstehung ist von zentraler Bedeutung und wird in der Theologie und Liturgie stark betont. Die Orthodoxie lehrt die leibliche Auferstehung.
- Protestantische Hauptströmungen (Lutheraner, Reformierte, Anglikaner): Diese Konfessionen bekennen sich zur Auferstehung der Toten, wie sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis formuliert ist. Die genaue Natur der auferstandenen Leiber kann jedoch unterschiedlich interpretiert werden.
- Evangelikale und Pfingstgemeinden: Diese Strömungen legen großen Wert auf die wörtliche Auferstehung Jesu und die zukünftige leibliche Auferstehung der Gläubigen.
Christliche Strömungen mit abweichenden oder symbolischen Auferstehungsvorstellungen:
- Theologischer Liberalismus: Manche liberalen Theologen interpretieren die Auferstehung eher symbolisch oder spirituell, als eine Transformation des Lebens oder als eine Metapher für die Hoffnung auf ein ewiges Leben in Gottes Gegenwart, anstatt einer physischen Wiederherstellung des Leibes.
- Unitarier und einige liberale Quäker: Diese Gruppen lehnen oft die Trinitätslehre und damit verbunden auch traditionelle Vorstellungen der leiblichen Auferstehung ab. Sie konzentrieren sich auf das ewige Leben der Seele oder die Fortsetzung des geistigen Einflusses nach dem Tod.
- Deismus: Deisten glauben zwar an einen Schöpfer, aber nicht an Wunder oder eine persönliche Intervention Gottes in der Welt nach der Schöpfung. Die meisten Deisten würden daher an einer wörtlichen Auferstehung zweifeln.
Wichtig ist zu beachten, dass selbst innerhalb dieser Strömungen individuelle Überzeugungen stark variieren können. Die Auferstehung bleibt jedoch ein zentrales Thema christlicher Theologie und Hoffnung.
KI: Venice
Noch treffender hatte es die META KI zusammengefasst, wo die Antwort sinngemäß lautete: Wer nicht an eine Auferstehung glaubt, ist im klassischen Sinne kein Christ mehr.
Also warum dann die Trauerveranstaltung? Nun, weil auch Menschen, die einen geliebten Menschen verlieren, den Schmerz des Verlustes spüren – denn der Verstorbene fehlt ja jetzt, hier und heute, morgen, übermorgen, ja die nächsten Wochen, Monate und Jahre (?) – eben bis zur Zeit der Auferstehung! Und dieses Fehlen kann man eben nicht mit „der Mensch wird von Jehovah wieder auferweckt“ stillen!
Was ist Trauer?
Trauer ist die Reaktion auf einen Verlust, bes. auf den Verlust eines bedeutsamen Menschen durch → Tod oder → Trennung. Aber auch der Abschied von vertrauten Lebensverhältnissen und Lebensphasen (→ Lebenszyklus), von körperlicher und seelischer Unversehrtheit und – angesichts des Todes – vom Leben überhaupt lösen T. aus. T. ist Teil der menschlichen Existenz. Weil das Leben auf Beziehung angewiesen ist und auf den Tod zuführt, kann die Auseinandersetzung mit → Endlichkeit und Abschied nicht umgangen werden.
Wagner-Rau – Religion in Geschichte und Gegenwart
I. Die Soziologie setzt den Beginn jeder Form von → Kultur mit dem Beginn der T. um die Toten an. Jede Kultur bildet rel. Riten, Bräuche (→ Trauerbrauche) und Verhaltensweisen (öfftl. Bestattungs- und Abschiedsrituale [→ Bestattung] und Volksbräuche, spezielle Friedhofskultur [→ Friedhof], Trauerkleidung, Trauerzeiten usw.) aus, die eine gesellschaftliche Bewältigung der T. unterstützen. Sie dienen einerseits der Expression und Deutung der T. und dem Schutz der Trauernden. Zugleich setzen sie der T. Grenzen und schützen damit das Funktionieren der Gesellschaft. Auch die christl. Bestattung wird von Spiegel als Übergangsritual (→ Rites de passage) verstanden, das den Abschied von den Verstorbenen gestaltet, damit verbundene Emotionen evoziert und kanalisiert und auf eine Integration des neuen Status hinführt. In der modernen Industriegesellschaft diagnostiziert die Soziologie eine gesellschaftliche Verdrängung des Todes und der T. (vgl. Nassehi/Weber) durch Prozesse der → Professionalisierung, → Individualisierung und Enttraditionalisierung: → Sterben und Tod werden in Krankenhaus (→ Krankenseelsorge/Krankenhausseelsorge) und Altenheim weitgehend unsichtbar. Bestattungsunternehmen übernehmen die Versorgung des Leichnams. Soziale Riten und Bräuche verschwinden zugunsten des Zwangs zur individuellen Auseinandersetzung mit Verlusterfahrungen. Zugleich kann man z.B. im Zusammenhang der → Hospizbewegung ein wachsendes Interesse an der öfftl. Auseinandersetzung mit Tod und T. beobachten.
Die Phänomenologie der T. ist individuell und kulturell vielfaltig. Psychisch ist T. verbunden mit intensiven emotionalen Spannungszuständen, v.a. mit → Schmerz, → Angst und → Aggression. Häufig sind Schuldgefühle und depressive Verstimmungen. Aber auch Affektlosigkeit (→ Affekt) und Starrheit treten auf, die auf eine potentiell pathogene Unterdrückung der T. schließen lassen. Physisch macht T. anfälliger für nervose Störungen und für Krankheiten (→ Krankheit und Heilung) aller Art bis hin zur Mortalität. Die Gefahrdung durch → Sucht und Suizidalität (→ Suizid) ist erhöht. Trauernde sind oft mental verlangsamt und unablässig mit dem Verlust beschäftigt. Hilfloses Anklammern und herabgesetztes Selbstwertgefühl treten ebenso auf wie aggressive und mißtrauische Rückzüge. Nicht selten fürchten Trauernde, verrückt zu werden, weil sie sich in der Heftigkeit ihrer emotionalen Reaktionen und zuweilen auch Halluzinationen selbst fremd werden.
Was sagen christliche Ratgeber zum Thema Trauer?
Trotz schmerzlicher Verluste den inneren Frieden finden
Trauer ist ein intensives, anhaltendes Empfinden, das durch den Verlust eines geliebten Menschen oder einer Sache mit hohem emotionalen Wert verursacht wird. Trauer kann zu einem regelrechten „Abgrund“ der Abhängigkeit von negativen Gefühlen wie Kummer, Depression und Isolierung führen, aus denen man nur schwer wieder herauskommt. Gott versteht unsere Trauer. Auch der Herr Jesus Christus wird in der Bibel als „ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut“ beschrieben (Jesaja 53,3). Wir dürfen sicher sein, dass unser Schmerz immer einen Zweck hat; und wenn die Trauer ihr Werk getan hat, dann ist in uns eine tiefe Quelle entstanden, die Gott zu seiner Zeit mit Freude, Frieden und Zufriedenheit erfüllen wird. In den Klageliedern lesen wir:
KLAGELIEDER 3,32–33
… sondern wenn er betrübt hat, erbarmt er sich nach der Fülle seiner Gnadenerweise. Denn nicht von Herzen demütigt und betrübt er die Menschenkinder.Die Phasen gesunder Trauer
Ich sollte mit dieser Situation eigentlich besser umgehen können! Ich sollte mich am Riemen reißen und mich nicht so gehen lassen! Solche Selbstanklagen beweisen, dass wir zu viel von uns selbst erwarten und nicht beachten, dass der Prozess der Trauerarbeit und der Heilung Zeit braucht. Obwohl wir von „Stufen“ oder „Phasen“ der Trauer sprechen, lässt sich nicht voraussagen, in welcher Reihenfolge der Trauernde diese Stufen erleben wird. Jeder Mensch ist einzigartig, wenn es um die konkrete Erfahrung seiner Trauer geht. Manche Stufen werden intensiver erlebt als andere, manche werden übersprungen, und manche können auch wiederholt werden. Gib dir selbst die Erlaubnis, die verschiedenen Stufen der Trauer zu erfahren, in dem Vertrauen, dass Gott dir letzten Endes dadurch ein neues Leben schenken wird.
PSALM 71,20
Der du uns viele und unheilvolle Nöte hast sehen lassen, du wirst uns wieder beleben und uns aus den Tiefen der Erde wieder heraufführen.Die kritische Phase
Die kritische Phase der Trauer dauert von zwei Tagen bis zu zwei Wochen. In dieser Phase geht der Betroffene mechanisch den täglichen Aktivitäten nach und erlebt die folgenden Symptome:
• Schock / Gefühllosigkeit
• Leugnung
• Verwirrung
• Verminderte Konzentrationsfähigkeit
• Störende Träume
• Appetit- und Schlaflosigkeit
• Angst / Furcht
• Unkontrollierbares Weinen
• Das Gefühl, in einer Falle zu sitzen
• ErschöpfungDie Phase der Prüfung
Die Phase der Prüfung kann ein bis mehrere Jahre in Anspruch nehmen oder sogar bis zum Lebensende dauern, wenn die Trauer nicht aufgearbeitet wird. Diese schwierige Zeit wird von den folgenden Gefühlen begleitet:
• Wut / Ressentiments
• Appetit- und Schlaflosigkeit
• mit Gott verhandeln wollen
• Depression / Schwermut / Kummrt
• Schuldbewusstsein / falsche Schuldgefühle
• Hilflosigkeit / Schlafsucht
• Verminderte Urteilsfähigkeit
• Einsamkeit / Isolation
• Niedriges Selbstwertgefühl
• Selbstmitleid / Märtyrerkomplex
• Intensive SehnsuchtDie Phase der Bewältigung
In dieser Phase findet sich der Betroffene mit dem Verlust ab und lässt ihn in der Vergangenheit zurück. Er akzeptiert die Tatsache, dass die Gegenwart stabil ist und die Zukunft neue Gelegenheiten bieten wird (Philipper 3,13; 4,11). Mit der Zeit werden die folgenden Eigenschaften immer stärker hervortreten:
• größere Demut gegenüber anderen
• größeres Mitleid gegenüber anderen
• größere Akzeptanz gegenüber anderen
• größere Wertschätzung für andere
• größere Abhängigkeit vom Herrn
• die Erfahrung einer neuen Fähigkeit, den Verlust loszulassen
• die Erfahrung neuer Hoffnung für die Zukunft
• die Erfahrung neuer Lebensgewohnheiten
• die Erfahrung einer neuen Sinnhaftigkeit im Leben
• die Erfahrung neuer Zufriedenheit in allen UmständenUngesunde Formen der Trauer
Von chronischer Trauer sprechen wir dann, wenn ein Zustand der Betrübnis über einen langen Zeitraum hinweg bestehen bleibt, weil entweder die schmerzliche Erfahrung nie aufgearbeitet wurde, oder der Betroffene sich mit seinem Verlust nie abgefunden hat. Der persönliche Schmerz wird so tief begraben, dass die Fähigkeit, echte Trauer zu erfahren und auszudrücken, blockiert wird. Chronische Trauer kann dadurch überwunden werden, dass der Betroffene sich mit dem erlittenen Verlust abfindet und seinen Schmerz darüber ausdrückt.
Von unterdrückter Trauer sprechen wir dann, wenn ein Mensch Gründe hat, traurig zu sein und eigentlich trauern sollte, sich aber innerlich dagegen wehrt, was sich an unerklärlichen negativen Verhaltensmustern zeigt. Unterdrückte Trauer kann dadurch überwunden werden, dass sich der Betroffene der folgenden „Zeitlinienprüfung“ unterzieht:• Zeichne eine horizontale Linie, die den Verlauf deines Lebens darstellt.
• Unterteile diese Linie in drei Abschnitte – Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter.
• Trage alle einschneidenden Ereignisse deines Lebens auf dieser Linie ein.
• Frage dich, ob du negative Erfahrungen gemacht hast, über die du entweder nie getrauert hast oder über die du noch immer trauerst.
• Entdecke die Quelle deines maskierten Schmerzes durch ernsthaftes Gebet.
• Triff die bewusste Entscheidung, echte, tiefe Trauer wegen der negativen Erfahrungen, die du gemacht hast, zuzulassen.
• Nimm diesen Erlebnissen die Macht über deine Gefühle weg, indem du mit Gott und einer Person deines Vertrauens über deine Gefühle sprichst.
• Vertiefe deine Abhängigkeit vom Herrn und erwarte, dass er dir eine emotionale Befreiung schenken wird.PSALM 118,5
Aus der Bedrängnis rief ich zu Jah. Jah antwortete mir in der Weite.Die Stufen der Akzeptanz
Die Realität eines schmerzlichen Verlustes zu akzeptieren, kann unsere ganze innere Energie kosten, doch deine Anstrengungen werden erfolgreich sein, wenn du dich auf den Herrn konzentrierst. Bete: „Ich will mich so fühlen, wie Du willst, und das tun, was Du willst. Ich will mich in dieser Phase der Trauer als Mensch nach Deinem Herzen erweisen“ (siehe Kolosser 3,23).
Akzeptiere die Tatsache, dass deine Vergangenheit „vergangen“ ist.• Bete – nimm Gottes Hilfe für die Bewältigung deiner Trauer in Anspruch (Psalm 34,18–19).
• Denke an deinen Verlust zurück und schreibe ihn auf (Psalm 51,8).
• Weine – wehre dich nicht dagegen, Tränen zu vergießen (Psalm 30,6).
• Schließe mit der Vergangenheit ab – schreibe das Wort „vergangen“ neben die Erinnerungen auf deiner Liste und bestätige dadurch, dass du damit zufrieden bist, die Vergangenheit in der Vergangenheit zu belassen (1. Timotheus 6,6).
• Lerne die folgenden Bibelstellen auswendig: Psalm 119,28; 119,50; 119,107 und 119,156
• Danke Gott für die lehrreichen Erfahrungen in der Vergangenheit, und dafür, wie er deine Vergangenheit in der Zukunft verwenden wird (1. Thessalonicher 5,18).Akzeptiere deine Gegenwart. Die Gegenwart bietet Stabilität und Lebenssinn.
• Triff die Entscheidung, dich nicht um den morgigen Tag zu sorgen (Matthäus 6,34).
• Mache den Herrn zum Mittelpunkt deines Lebens (Matthäus 16,24).
• Wende dich mit deinen Anliegen an Gott (mache eine Liste deiner Anliegen; Jakobus 1,5–6).
• Danke Gott, dass er für alles sorgt, was du zum Leben brauchst (2. Petrus 1,3).
• Danke Gott, dass er dich nie im Stich lassen wird, auch wenn sich deine Situation geändert hat (Hebräer 13,5).
• Konzentriere dich darauf, anderen zu dienen (mache eine Liste der Dinge, die du für andere tun könntest; Galater 6,2).Akzeptiere deine Zukunft. Die Zukunft hält neue Gelegenheiten bereit.
• Setze deine Hoffnung auf Gottes Pläne für deine Zukunft (Jeremia 29,11).
• Halte dir vor Augen, dass deine Trauer und Betrübnis nicht sinnlos waren (Psalm 119,71).
• Richte deine ganze Hoffnung auf Gott (Psalm 62,6).
• Glaube an den Gott, den du nicht sehen kannst (2. Korinther 4,18).
• Rechne damit, dass Gott die Leere in deinem Leben ausfüllen wird (Jesaja 43,18–19).Richtlinien für gesunde Trauer
SPRÜCHE 27,12
Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Einfältigen gehen weiter und müssen büßen.Da Kummer und Trauer seelische, körperliche und geistliche Auswirkungen haben, müssen wir allen drei Bereichen unsere Aufmerksamkeit schenken, wenn wir den Prozess der Trauer durchmachen. Wenn wir uns die folgenden Richtlinien zu Herzen nehmen, können potenziell schädliche Auswirkungen minimiert und die Vorteile maximiert werden.
Seelische Maßnahmen:
• Sorge für starke, einfühlsame Unterstützung.
Die Unterstützung von Menschen, die sich aufrichtig um dich kümmern, ist wesentlich – Menschen, die dich akzeptieren, ganz egal an welchem Punkt im Trauerprozess du dich befindest, und die dich ermuntern, ihnen deine Gefühle mitzuteilen.SPRÜCHE 27,17
Eisen wird durch Eisen geschärft, und ein Mann schärft das Angesicht seines Nächsten.• Fühle dich frei zu weinen.
Deine Gefühle ehrlich, offen und so oft wie erforderlich auszudrücken ist lebenswichtig, um auf eine gesunde, produktive Weise durch den Trauerprozess hindurchzugehen.PSALM 126,5
Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.• Sorge für regelmäßige soziale Kontakte.
Einer der wichtigsten Faktoren, die zu einem positiven Lebensgefühl beitragen – auch in Phasen der Trauer – ist die regelmäßige Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten.HEBRÄER 10,25
… indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen
Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht!• Suche dir eine ehrliche Vertrauensperson.
Mit jemandem über deine Kämpfe, quälenden Gedanken und Gefühlsschwankungen reden zu können und von dem Gesprächspartner akzeptiert und ermutigt zu werden, ist heilsam für die Seele.PREDIGER 4,9–10
Zwei sind besser daran als ein einzelner, weil sie einen guten Lohn für ihre Mühe haben. Denn wenn sie fallen, so richtet der eine seinen Gefährten auf. Wehe aber dem einzelnen, der fällt, ohne dass ein zweiter da ist, ihn aufzurichten!• Gib deine Ressentiments auf.
Wenn dein Verlust unbewältigte Probleme, Zorn oder feindselige Gefühle verursacht hat, dann nimm dir die Zeit, um deine Ressentiments und ihre Ursachen aufzuschreiben. Ein Tagebuch führen kann verdrängte Gefühle an die Oberfläche bringen. Lege die Menschen, die dir Unrecht getan haben, und die Schmerzen, die sie dadurch verursacht haben, in die Hände Gottes: „Herr, Du kennst den Schmerz, den ich wegen (nenne die Ursache) gefühlt habe. Ich lege diesen Schmerz in Deine Hände und entscheide mich, (nenne den Namen der Person) zu verzeihen. Danke, Herr Jesus, dass Du mich befreist.“EPHESER 4,32
Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat!Körperliche Maßnahmen:
• Biblisches Beispiel:
Stell dir vor, du erhältst eine echte Todesdrohung! Isebels Anordnung ließ Elia um sein Leben laufen, und er brach schließlich erschöpft unter einem Baum zusammen. In seinem Kummer über den möglichen Verlust seines eigenen Lebens betete dieser fromme Mann Gottes, dass er am liebsten sterben würde. Doch Gott sandte einen Engel mit Speise und Trank. Nachdem Elia gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder hin und ruhte sich aus. Später weckte ihn der Engel auf und gab ihm noch mehr zu essen und zu trinken. Mit zunehmenden körperlichen Kräften war Elia wieder im Stande, seinen Weg fortzusetzen (siehe 1. Könige 19,3–8).
• Sorge für genügend Ruhe.
Da Trauer häufig zu Schlafstörungen führt, ist es oft schwierig, während des Trauerprozesses genügend Ruhe zu bekommen – doch gerade dies ist für den Körper sehr wichtig.
• Sorge für genügend Flüssigkeit.
Weil das Durstempfinden während des Trauerprozesses oft nicht bemerkt wird, ist das Trinken alkoholfreier und koffeinfreier Getränke besonders wichtig. Getränke ohne Alkohol und Koffein sind notwendig, um die toxischen Abfallprodukte des Körpers zu entfernen und das richtige Elektrolyt-Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
• Sorge für eine ausgewogene Ernährung.
Sorge für regelmäßige Mahlzeiten, die alle vier Nahrungsmittelgruppen enthalten und vermeide es, Mahlzeiten auszulassen. Vermeide auch Naschereien, Nikotin und Alkohol.
• Sorge für regelmäßige körperliche Betätigung.
Regelmäßige körperliche Betätigung ist ein natürliches Gegenmittel gegen Depressionen und ein natürliches Mittel zur Förderung des Wohlbefindens. Körperliche Betätigung erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut und trägt zur Verbesserung unserer Gesundheit bei.
- Sorge für genügend Sonnenschein.
Im Sonnenschein spazieren gehen ist ein weiteres natürliches Mittel gegen Depression. Das Licht, das unsere Augen aufnehmen, regt unser Gehirn an, den Körper zur Ausschüttung von Endorphinen zu motivieren, die wie Antidepressiva wirken.PREDIGER 11,7
Süß aber ist das Licht, und gut für die Augen ist es, die Sonne zu sehen.Geistliche Maßnahmen:
• Entwickle ein intensives Gebetsleben.
Der Trauerprozess gibt uns den starken Impuls, in unserer Beziehung zu Gott „zur Sache zu kommen“. Sprich ehrlich mit ihm über deine Gedanken und Gefühle. Höre auf ihn und nimm seinen Trost und Frieden in Anspruch.PSALM 119,26
Meine Wege habe ich erzählt, und du hast mich erhört. Lehre mich deine Ordnungen!• Entwickle eine positive, praxisorientierte Perspektive.
Eine positive geistliche Einstellung auf der Grundlage der praktischen Anwendung geistlicher Tatsachen wird dich während des Trauerprozesses durch das dunkelste Tal und den schwersten Verlust hindurch zum Sieg tragen.PHILIPPER 4,8
Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, das erwägt!• Schließe Frieden mit der Vergangenheit.
Schließe alle unbewältigten Angelegenheiten aus der Vergangenheit dadurch ab, dass du Gott um Vergebung für dein Fehlverhalten bittest, und anderen für ihr Fehlverhalten Vergebung gewährst. Lass die Vergangenheit los und konzentriere dich auf die Gegenwart und die Zukunft, die Gott für dich geplant hat.
- JOHANNES 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.• Lerne Bibelstellen auswendig.
Gott erschuf die Welt durch sein gesprochenes Wort, und sein geschriebenes Wort, die Bibel, hat die Kraft, neues Leben in dir zu schaffen und deine Freude, deinen Frieden und die Hoffnung für deine Zukunft wiederherzustellen.
- TIMOTHEUS 3,16–17
Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet.• Entwickle eine Sehnsucht nach der Ewigkeit.
Eine der wichtigsten Hoffnung gebenden und heilsamen Tatsachen ist, dass dieses gegenwärtige Leben in einem vergänglichen Körper abläuft, aber ein unvergänglicher Körper auf uns wartet. In diesem zukünftigen Körper werden wir die ganze Ewigkeit verbringen. Lass dich von der Verheißung des ewigen Lebens ergreifen!
- KORINTHER 4,16–18
Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.Die Trauernden trösten
Wenn jemand einen schweren Verlust erleidet, dann verwendet Gott meist andere Menschen, um dem Betroffenen Trost, Ermutigung und Heilung zu bringen. Um Trauernden mit dem Mitgefühl des Herrn begegnen und sie aufrichten zu können, sollten wir die folgenden Hinweise beachten:
• Drücke dem Betroffenen dein Beileid über seinen Verlust aus.
• Akzeptiere seine emotionale oder verbale Reaktion, ohne ihn deswegen zu verurteilen.
• Umarme ihn liebevoll.
• Rechne mit Tränen und Gefühlsausbrüchen.
• Biete dem Trauernden deine Hilfe an, ohne dass er dich darum bitten muss.
• Gib ihm Gelegenheiten, über den Verlust zu sprechen.SPRÜCHE 11,25; 25,11
Wer gern wohltut, wird reichlich gesättigt, und wer andere tränkt, wird auch selbst getränkt.
Goldene Äpfel in silbernen Prunkschalen, so ist ein Wort, geredet zu seiner Zeit.
- THESSALONICHER 5,11
Deshalb ermahnt (tröstet) einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut!Je weiter du von einer Blume entfernt bist, desto kleiner erscheint sie deinen Augen.
Je weiter deine Trauer zurückliegt, desto geringer werden der Schmerz und die Betrübnis sein.
Die Zeit hat eine heilende Wirkung. Sie ist ein tröstendes Geschenk, das uns der Gott allen Trostes gibt.Bibelstellen für das Gebet
Psalm 10,14; 62,5; 147,3; 30,5; 42,11
June Hunt – Handbuch für biblische Seelsorge
2. Korinther 1,3–4
Johannes 16,20
Hiob 6,10
Jesaja 43,18–19
Kummer und Trauer
Trotz schmerzlicher Verluste den inneren Frieden finden
von June Hunt
Warum fühlen sich viele Menschen zu Jesus hingezogen… vor allem dann, wenn sie jede Hoffnung verloren haben? Warum glauben sie, dass er sich mit ihrem Kummer identifizieren kann? Warum sollte sich Jesus unserer Sorgen annehmen? Die Antwort ist einfach: Jesus war mit Kummer vertraut. Er wurde verleumdet und gegeißelt, gedemütigt und geschlagen, kritisiert und gekreuzigt. Und doch heißt es in der Bibel, dass er…
- PETRUS 2,23
… geschmäht, nicht wieder schmähte, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet.
Wenn du siehst, wie jemand beleidigt wird, wenn du hörst, wie jemand verleumdet wird, wenn du beobachtest, wie jemand leidet, dann weißt du, dass der Betreffende nicht nur versteht, was Kummer bedeutet, sondern auch Kummer empfindet. Als Jesus auf der Erde lebte, sahen die Menschen, wie er beleidigt wurde… sie hörten die gegen ihn vorgebrachten Verleumdungen… sie beobachteten, wie er leiden musste. Aus diesem Grund wussten sie, dass er ihren Kummer sowohl verstehen als auch sich ihres Kummers annehmen würde.
• Wenn du meinst: „Niemand interessiert sich für meine Schmerzen”, dann sollst du wissen: Jesus nimmt sich deiner an!
• Wenn du denkst: „Niemand interessiert sich für meinen Kummer”, dann sollst du wissen: Jesus nimmt sich deiner an!
• Wenn du glaubst, „Niemand interessiert sich für meine Trauer”, dann sollst du wissen: Jesus nimmt sich deiner an!
- PETRUS 5,7
… indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft! Denn er ist besorgt für euch.
Die Menschen fühlen sich zu Jesus hingezogen, weil Jesus sich ihrer annimmt, und aus diesem Grund kannst auch du dich an ihn wenden.
HEBRÄER 4,15–16
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise ‹wie wir› versucht worden ist, ‹doch› ohne Sünde. Laßt uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!
I. DEFINITIONEN
Jeder Mensch stellt irgendwann die Frage nach den Ursachen für die Schmerzen und Leiden in dieser Welt. Manche Personen werden durch ihre Verluste innerlich verhärtet, während bei anderen ihr Kummer dazu führt, dass sie mitfühlend und verständnisvoll werden. Wenige Tage vor seinem eigenen Tod ging Jesus zum Grab des Lazarus, um dessen zwei Schwestern angesichts ihres Verlusts zu trösten. Jesus wurde in seinem Geist tief bewegt und weinte gemeinsam mit Maria und Marta. Es erscheint paradox, dass der Sohn Gottes, der Wasser in Wein verwandelte, Brot und Fische vermehrte und Lazarus von den Toten auferweckte, dem Kummer in seinem eigenen Leben nicht ausweichen konnte. Doch der Prophet Jesaja sagte voraus, dass der Christus, der kommende Messias, ein Mann sein würde, der unseren Kummer verstehen wird, denn…
JESAJA 53,3
Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet.
A. Was ist Kummer?
• Kummer ist ein intensives, anhaltendes Empfinden, das durch den (bevorstehenden) Verlust eines geliebten Menschen oder einer Sache mit hohem emotionalem Wert verursacht wird.
PSALM 31,10
Sei mir gnädig, HERR, denn ich bin in Bedrängnis; vor Gram verfällt mein Auge, meine Seele und mein Leib.
• Kummer ist eine Reaktion deines Herzens auf einen empfindlichen Verlust.
• Kummer ist ein von Gott gegebenes Gefühl, das mit unserer Lebenserfahrung zunimmt. Je mehr du dir des Kummers anderer bewusst bist, desto mehr Kummer wirst du selbst erfahren.PREDIGER 1,18
Denn wo viel Weisheit ist, ist viel Verdruß, und wer Erkenntnis mehrt, mehrt Kummer.
• Das neutestamentliche griechische Wort lupeo bedeutet „betrübt sein“ oder „Kummer leiden“. Die sprachliche Wurzel dieses Begriffes ist ein Wort, das seelische oder körperliche Schmerzen beschreibt. Als Jesus seinen Jüngern mitteilte, dass seine Auslieferung und Kreuzigung unmittelbar bevorstand, trauerten sie über ihren Verlust.
MATTHÄUS 17,23
… und sie werden ihn töten, und am dritten Tag wird er auferweckt werden. Und sie wurden sehr betrübt.
B. Was ist Trauer?
• Trauer ist der Prozess der Bewältigung jenes Kummers, der auf einen schmerzlichen Verlust folgt.
KLAGELIEDER 5,15
Die Freude unseres Herzens hat aufgehört, in Trauer ist unser Reigen verwandelt.
• Trauer ist ein normaler, gesunder Prozess, der eine Zeit lang dauert. Gott verwendet unsere Trauer letztlich dazu, um eine Heilung von den Qualen des Kummers zu bewirken.
PSALM 30,12
Meine Wehklage hast du mir in Reigen verwandelt, mein Sacktuch hast du gelöst und mit Freude mich umgürtet.
• Trauer führt auch dazu, dass die Menschen in unserem Umfeld Mitgefühl mit uns empfinden und uns trösten wollen. Als Lazarus gestorben war, kamen Jesus und viele andere, um Maria und Marta zu trösten.
JOHANNES 11,19
Viele von den Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie über ‹ihren› Bruder zu trösten.
• Das alttestamentliche hebräische Wort abal bedeutet „klagen“ oder „weinen“. Jakob klagte, als er die Nachricht erhielt, dass sein Lieblingssohn Josef von einem wilden Tier getötet worden war. Seine Trauer dauerte jahrelang.
- MOSE 37,34
Und Jakob zerriss seine Kleider und legte Sacktuch um seine Hüften, und er trauerte um seinen Sohn viele Tage.
C. Was Ist chronischer Kummer?
Wenn wir Kummer empfinden, dann wollen wir über unseren Kummer oft nicht sprechen bzw. unsere Trauer nicht zeigen. Wir wollen nicht schwach erscheinen, und daher verstecken wir unsere Gefühle hinter einer Maske! Doch wenn wir es versäumen, unseren Kummer auszudrücken, dann verzögern wir unsere Heilung. Wenn wir „wirklich Mensch” sein wollen, dann müssen wir den Mut haben, mit anderen über das zu sprechen, was uns innerlich bedrückt. Wenn wir chronischen Kummer empfinden, dann sind wir seelisch gebunden und müssen befreit werden. Aus diesem Grund ist die Wahrheit der Worte Jesu so wichtig… vor allem dann, wenn wir sie auf unseren Kummer anwenden.
JOHANNES 8,32
Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
• Von chronischem Kummer sprechen wir dann, wenn ein Zustand der Betrübnis über einen langen Zeitraum hinweg bestehen bleibt, weil entweder die schmerzliche Erfahrung nie aufgearbeitet wurde, oder der Betroffene sich mit seinem Verlust nie abgefunden hat.
PSALM 25,17
Die Enge meines Herzens mache weit, und führe mich heraus aus meinen Bedrängnissen!
• Chronischer Kummer (oder unbewältigter Kummer) – ein anhaltender Zustand unbewältigter innerer Betrübnis – kann auch die Folge falscher Auffassungen sein bzw. aus der Unwilligkeit resultieren, den Prozess des Trauerns zu durchleben.
Falsche Auffassung: „Mein Kummer wird nie enden.“
Tatsache: Jeder Kummer ist zeitlich begrenzt und wird wieder aufhören.
PREDIGER 3,4
Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Lachen, Zeit fürs Klagen und Zeit fürs Tanzen,
Falsche Auffassung: „Tränen sind ein Zeichen von Schwäche.“
Tatsache:
Auch Jesus weinte, als Lazarus starb, obwohl er stark war.
JOHANNES 11,35
Jesus weinte.
David und seine Männer weinten um Saul und Jonatan.
- SAMUEL 1,12
Und sie klagten und weinten und fasteten bis zum Abend um Saul und um seinen Sohn Jonatan und um das Volk des HERRN und um das Haus Israel, weil sie durchs Schwert gefallen waren.
Falsche Auffassung: „Kummer ist ein Beweis dafür, dass ich nicht gelernt habe, auf Gott zu vertrauen.“
Tatsache: Auch Jesus, der seinem himmlischen Vater stets vertraute, war ein „Mann der Schmerzen“.
JESAJA 53,3
Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet.
D. Was ist unterdrückter Kummer?
Hast du schon einmal jemanden lachen gesehen und hinter dem Lachen die Anzeichen von Schwermut entdeckt? Hast du jemanden lachen gehört und gewusst, dass dieser Mensch innerlich tief traurig war? Auch der folgende Vers beschreibt „unterdrückten Kummer”.
SPRÜCHE 14,13
Sogar beim Lachen kann das Herz Kummer haben, und zuletzt ‹wird aus› Freude Traurigkeit.
Von unterdrücktem Kummer sprechen wir dann, wenn ein Mensch Gründe hat, traurig zu sein und eigentlich trauern sollte, sich aber innerlich dagegen wehrt.
• Eine solche Einstellung führt zu ungesunden Verhaltensweisen, deren Ursachen sich der Betroffene meist nicht erklären kann (z. B. sich von anderen distanzieren, den Clown spielen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Glücksspiel, Kaufzwang).
• Eine seelische Heilung kann erst dann stattfinden, wenn er der Tatsache des schmerzlichen Verlustes ins Auge sieht und bereit ist, der Trauer Raum zu geben.In der Bibel betete der Psalmist das folgende Gebet:
PSALM 43,3
Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen.
Der folgende Test kann dabei helfen, unterdrückten Kummer zu identifizieren.
Deine Lebenslinie
Zeichne eine horizontale Linie, die den Verlauf deines Lebens darstellt.Unterteile diese Linie in drei Abschnitte – Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter.Trage alle einschneidenden Ereignisse deines Lebens auf dieser Linie ein.• Geburt von Geschwistern
• Schulwechsel
• Tod von geliebten Haustieren
• zerbrochene Freundschaften
• Missbrauch (verbal, emotional, physisch, sexuell)
• aufgelöste Verlobung
• Abtreibung
• Eheschließung
• Übersiedlung
• Fehlgeburt
• Kinderlosigkeit, Unfruchtbarkeit
• „leeres Nest-Syndrom” (wenn die Kinder ausziehen oder heiraten)
• Trennung/Scheidung
• Arbeitsplatzverlust / neuer Job
• Krankheiten/Verletzungen
• finanzieller Verlust
• Ruhestand
- Frage dich, ob du negative Erfahrungen gemacht hast, über die du entweder nie getrauert hast oder über die du noch immer trauerst. • Aufgeben
• Scheidung von Eltern
• Misserfolge
• falsche Beschuldigungen Verwerfung
• durchgekreuzte Absichten
• ungerechte Kritik
• nicht verwirklichte Träume
Entdecke die Quelle deines maskierten Schmerzes durch ernsthaftes Gebet.Gebet um Weisheit
„Vater, ich bitte Dich um Hilfe. Gib mir innerlichen Frieden und hilf mir zu sehen, was ich sehen muss. Zeige mir, wo ich Heilung brauche und offenbare mir Deine Wahrheit. Bringe jeden verborgenen Schmerz und seine Ursachen ans Tageslicht. Ich bitte Dich, mein verwundetes Herz zu heilen. Ich weiß, dass Du die Macht hast, mich heil zu machen. Ich bin bereit, den Tatsachen ins Auge zu sehen, damit ich befreit werden kann. In Deinem Namen bete ich. Amen.“
Nenne die schmerzhaften Erlebnisse, über die du dich grämen musst, beim Namen:
„Ich bin traurig wegen…“„Ich habe mich sosehr geschämt, als…“„Ich fühlte mich völlig verlassen, als…“„Ich war wirklich verletzt, als…“„Ich habe mir fest vorgenommen, … nie wieder geschehen zu lassen.“Triff die bewusste Entscheidung, echte, tiefe Trauer wegen der negativen Erfahrungen zuzulassen, die du gemacht hast.
JEREMIA 17,14
Heile mich, HERR, so werde ich geheilt! Rette mich, so werde ich gerettet! Denn du bist mein Ruhm.
Nimm diesen Erlebnissen die Macht über deine Gefühle weg, indem du mit Gott und einer Person deines Vertrauens über deine Gefühle sprichst.
PREDIGER 3,1.7
Für alles gibt es eine ‹bestimmte› Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel ‹gibt es› eine Zeit: Zeit fürs Zerreißen und Zeit fürs Zusammennähen, Zeit fürs Schweigen und Zeit fürs Reden,
Vertiefe deine Abhängigkeit vom Herrn und erwarte, dass er dir eine emotionale Befreiung schenken wird.
PSALM 118,5
Aus der Bedrängnis rief ich zu Jah. Jah antwortete mir in der Weite.
…
D. Richtlinien für gesunde TrauerDa Kummer und Trauer seelische, körperliche und geistliche Auswirkungen haben, müssen wir allen drei Bereichen unsere Aufmerksamkeit schenken, wenn wir den Prozess der Trauer durchmachen. Wenn wir uns die folgenden Richtlinien zu Herzen nehmen, können potenziell schädliche Auswirkungen minimiert und die Vorteile maximiert werden.
SPRÜCHE 27,12
Der Kluge sieht das Unglück ‹und› verbirgt sich; die Einfältigen gehen weiter ‹und› müssen büßen.
Seelische Maßnahmen:
Sorge für starke, einfühlsame Unterstützung.
Die Unterstützung von Menschen, die sich aufrichtig um dich kümmern, ist wesentlich – Menschen, die dich akzeptieren, ganz egal an welchem Punkt im Trauerprozess du dich befindest, und die dich ermuntern, ihnen deine Gefühle mitzuteilen.
SPRÜCHE 27,17
Eisen wird durch Eisen geschärft, und ein Mann schärft das Angesicht seines Nächsten.
Fühle dich frei zu weinen.
Deine Gefühle ehrlich, offen und ist so oft wie erforderlich auszudrücken ist lebenswichtig, um auf eine gesunde, produktive Weise durch den Trauerprozess hindurchzugehen.
PSALM 126,5
Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.
Sorge für regelmäßige soziale Kontakte.
Einer der wichtigsten Faktoren, die zu einem positiven Lebensgefühl beitragen – auch in Phasen der Trauer – ist die regelmäßige Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten.
HEBRÄER 10,25
… indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern ‹einander› ermuntern, und ‹das› um so mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht!
Suche dir eine ehrliche Vertrauensperson.
Mit jemandem über deine Kämpfe, quälenden Gedanken und Gefühlsschwankungen reden zu können und von dem Gesprächspartner akzeptiert und ermutigt zu werden, ist heilsam für die Seele.
PREDIGER 4,9–10
Zwei sind besser daran als ein einzelner, weil sie einen guten Lohn für ihre Mühe haben. Denn wenn sie fallen, so richtet der eine seinen Gefährten auf. Wehe aber dem einzelnen, der fällt, ohne daß ein zweiter da ist, ihn aufzurichten!
Gib deine Ressentiments auf.
Wenn dein Verlust unbewältigte Probleme, Zorn oder feindselige Gefühle verursacht hat, dann nimm dir die Zeit, um deine Ressentiments und ihre Ursachen aufzuschreiben. Ein Tagebuch führen kann verdrängte Gefühle an die Oberfläche bringen. Lebe die Menschen, die die dir Unrecht getan haben, und die Schmerzen, die sie dadurch verursacht haben, in die Hände Gottes: „Herr, Du kennst den Schmerz, den ich wegen (nenne die Ursache) gefühlt habe. Ich lege diesen Schmerz in Deine Hände und entscheide mich, (nenne den Namen der Person) zu verzeihen. Danke, Herr Jesus, dass Du ich befreist.”
EPHESER 4,32
Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat!
Körperliche Maßnahmen:
Biblisches Beispiel:
Stell dir vor, du erhältst eine echte Todesdrohung! Isebels Anordnung ließ Elija um sein Leben flüchten, und er brach schließlich erschöpft unter einem Baum zusammen. In seinem Kummer über den möglichen Verlust seines eigenen Lebens betete dieser fromme Mann Gottes, dass er am liebsten sterben würde. Doch Gott sandte einen Engel mit Speise und Trank. Nachdem Elija gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder hin und ruhte sich aus. Später weckte ihn der Engel auf und gab ihm noch mehr zu essen und zu trinken. Mit zunehmenden körperlichen Kräften war Elija wieder im Stande, seinen Weg fortzusetzen (siehe 1. Könige 19,3–8).
Sorge für genügend Ruhe.
Da Trauer häufig zu Schlafstörungen führt, ist es oft schwierig, während des Trauerprozesses genügend Ruhe zu bekommen – doch gerade diese ist für den Körper sehr wichtig.
Sorge für genügend Flüssigkeit.
Weil das Durstempfinden während des Trauerprozesses oft nicht bemerkt wird, ist das Trinken alkoholfreier und koffeinfreier Getränke besonders wichtig. Getränke ohne Alkohol und Koffein sind notwendig, um die toxischen Abfallprodukte des Körpers zu entfernen und das richtige ElektrolytGleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Sorge für eine ausgewogene Ernährung.
Sorge für regelmäßige Mahlzeiten, die alle vier Nahrungsmittelgruppen enthalten und vermeide es, Mahlzeiten auszulassen. Vermeide auch Naschereien, Nikotin und Alkohol.
Sorge für regelmäßige körperliche Betätigung.
Regelmäßige körperliche Betätigung ist ein natürliches Gegenmittel gegen Depressionen und ein natürliches Mittel zur Förderung des Wohlbefindens. Körperliche Betätigung erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut und trägt zur Verbesserung unserer Gesundheit bei.
Sorge für genügend Sonnenschein.
Im Sonnenschein spazieren gehen ist weiteres natürliches Mittel gegen Depression. Das Licht, das unsere Augen aufnehmen, regt unser Gehirn an, den Körper zur Ausschüttung von Endorphinen zu motivieren, die wie Antidepressiva wirken.
PREDIGER 11,7
Süß aber ist das Licht, und gut für die Augen ‹ist es›, die Sonne zu sehen.
Geistliche Maßnahmen:
Entwickle ein intensives Gebetsleben.
Der Trauerprozess gibt uns den starken Impuls, in unserer Beziehung zu Gott „zur Sache zu kommen”. Sprich ehrlich mit ihm über deine Gedanken und Gefühle. Höre auf ihn und nimm seinen Trost und Frieden in Anspruch.
PSALM 119,26
Meine Wege habe ich erzählt, und du hast mich erhört. Lehre mich deine Ordnungen!
Entwickle eine Sehnsucht nach der Ewigkeit.
Eine der wichtigsten Hoffnung gebenden und heilsamen Tatsachen ist, dass dieses gegenwärtige Leben in einem vergänglichen Körper abläuft, aber ein unvergänglicher Körper auf uns wartet. In diesem zukünftigen Körper werden wir die ganze Ewigkeit verbringen. Lass dich von der Verheißung des ewigen Lebens ergreifen!
- KORINTHER 4,16–18
Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.
Entwickle eine positive, praxisorientierte Perspektive.
Eine positive geistliche Einstellung auf der Grundlage der praktischen Anwendung geistlicher Tatsachen wird dich während des Trauerprozesses durch das dunkelste Tal und den schwersten Verlust hindurch zum Sieg tragen.
PHILIPPER 4,8
Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob ‹gibt›, das erwägt!
Schließe Frieden mit der Vergangenheit.
Schließe alle unbewältigten Angelegenheiten aus der Vergangenheit dadurch ab, dass du Gott um Vergebung für dein Fehlverhalten bittest, und anderen für ihr Fehlverhalten Vergebung gewährst. Lass die Vergangenheit los und konzentriere dich auf die Gegenwart und die Zukunft, die Gott für dich geplant hat.
- JOHANNES 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Lerne Bibelstellen auswendig.
Gott erschuf die Welt durch sein gesprochenes Wort, und sein geschriebenes Wort, die Bibel, hat die Kraft, um neues Leben in dir zu schaffen und deine Freude, deinen Frieden und die Hoffnung für deine Zukunft wiederherzustellen.
- TIMOTHEUS 3,16–17
Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet.
E. Loslassen und Abschied nehmen
Der Prophet Samuel hatte anscheinend Schwierigkeiten, seinen Kummer wegen Saul loszulassen, nachdem Saul die Gebote Gottes übertreten und vom Herrn verworfen worden war.
- SAMUEL 15,35; 16,1
Und Samuel sah Saul nicht mehr bis zum Tag seines Todes. Denn Samuel trauerte um Saul, da es den HERRN reute, daß er Saul zum König über Israel gemacht hatte… Und der HERR sprach zu Samuel: Wie lange willst du um Saul trauern, den ich doch verworfen habe, daß er nicht mehr König über Israel sei? Fülle dein Horn mit Öl und geh hin! Ich will dich zu dem Bethlehemiter Isai senden; denn ich habe mir unter seinen Söhnen einen zum König ausersehen.
Viele Trauernde überwinden nie die letzte Hürde, die darin besteht, ihren Schmerz loszulassen und Abschied zu nehmen. Eine Möglichkeit, das zu tun, ist, einen leeren Stuhl vor dich hinzustellen und dir vorzustellen, dass auf diesem Stuhl derjenige sitzt, den du verloren hast, und bereit ist, das anzuhören und zu akzeptieren, was du ihm sagen willst.
• Für eine Frau, die deswegen trauert, weil sie als Kind sexuell missbraucht wurde, kann das bedeuten, dass sie sich den Täter in diesem Stuhl vorstellt, ihre Gefühle über den erlittenen Missbrauch in Worte fasst und die Angelegenheit dadurch zu einem Abschluss bringt, dass sie dem Täter verzeiht, ihren Schmerz Gott übergibt und ihre Aufmerksamkeit von der Vergangenheit weg auf die Gegenwart richtet.
• Für den Mann, der seine Frau verloren hat, kann das bedeuten, dass er seine unbewältigten Gefühle über ihr Leben oder ihren Tod in Worte fasst. Wenn er das tut und gleichzeitig dem Bedürfnis Ausdruck gibt, seinen eigenen Lebensweg weiterzugehen, dann nimmt er endgültig von ihr und ihrer gemeinsamen Ehe Abschied. Dies muss manchmal wiederholt werden, bevor eine echte Erleichterung dadurch eintritt, dass er loslässt, Abschied nimmt und sich auf die Zukunft konzentriert.PSALM 147,3
Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, er verbindet ihre Wunden.
Loslassen
• Blicke zurück und denke über die gemeinsame Vergangenheit mit der Person nach, die du verloren hast. Halte dir vor Augen, dass euer gemeinsamer Weg einen festen Bestandteil deiner Vergangenheit bildet, aber nicht mehr zu deinem gegenwärtigen Leben gehört.
• Sprich über alle unbewältigten Angelegenheiten aus deiner Vergangenheit und löse dich von vergangenen Problemen oder Gefühlen (wie Bedauern Reue oder Ressentiments), indem du sie bekennst, loslässt und auf diese Weise zu einem Abschluss bringst.
• Vergib jedem, der dir Unrecht getan hat und gib alle Rachegedanken auf.
• Lass die Vergangenheit in der Vergangenheit und versuche nicht mehr, sie zu einem Teil deiner Gegenwart und deiner Zukunft zu machen. Verbanne die Vergangenheit in die Vergangenheit, lasse sie los und belasse sie dort. Die folgenden Worte aus dem Buch Hiob können auch in deinem Leben zur Wirklichkeit werden, wenn du dazu bereit bist.HIOB 11,16
Denn du wirst die Mühsal vergessen, wirst ‹an sie› denken wie an vorbeigeflossenes Wasser,
Abschied nehmen
• Schaue zurück und denke darüber nach, was dir die Erfahrungen, die du gemeinsam mit dem Menschen, den du verloren hast, bedeuten, und gib der gesamten Bandbreite deiner Gefühle (wie Liebe, Anerkennung, Zorn und Schuld) Ausdruck.
• Berücksichtige die Auswirkungen dieser vergangenen Erfahrungen auf dich als Person. Akzeptiere die Tatsache, dass diese Erfahrungen immer ein Teil von dir sein werden Halte dir jedoch gleichzeitig vor Augen, dass es an der Zeit ist, deinen eigenen Lebensweg fortzusetzen und zu der Person zu werden, zu der Gott dich jetzt macht.
• Sprich aus, dass du nicht in der Vergangenheit leben kannst, und dass du gegenwärtige Bedürfnisse hast, denen Gott auf neue Weisen begegnen wird. Gestehe dir ein, dass du all das brauchst, was Gott für dich vorbereitet hat.
• Nimm Abschied von der Vergangenheit, dem Schmerz und allem, was du verloren hast. Gib deinen abschließenden Gefühlsbewegungen Ausdruck und dann sage: „Auf Wiedersehen”. Anschließend richte deine gesamte Aufmerksamkeit auf die Gegenwart und Zukunft, die Gott für dich geplant hat, und akzeptiere dein Leben, so wie es jetzt ist und in der Zukunft sein wird. Halte dir vor Augen, dass du immer wächst und daher immer Veränderungen erleben wirst. Heiße den Herrn Jesus und seinen Plan für dich willkommen.JOHANNES 14,27
Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam.
F. Trost finden
Ein amerikanisches Sprichwort sagt: „Wenn immer nur die Sonne scheint, wächst bald nichts mehr.“ Gott weiß, dass die Stürme und Regenwolken des Alltags notwendig sind, damit bestimmte Blumen in dem Garten deines Lebens blühen können – Mitgefühl, Barmherzigkeit, Mitleid, Verständnis, Weisheit und Einsicht. Unser Gott ist der Gott der zweiten Chance. Was auch immer in der Vergangenheit geschehen ist, kann zu Gottes Ruhm verwendet werden. Die Unwetter unserer Trauer sind nie umsonst, sondern tragen laut Gottes Plan dazu bei, dass wir an ihnen lernen und durch sie wachsen.
PREDIGER 7,3–4
Besser Verdruss als Lachen; denn bei traurigem Gesicht ist das Herz in rechter Verfassung. – Das Herz der Weisen ist im Haus der Trauer, das Herz der Toren aber im Haus der Freude.
• Wende dich an den Gott allen Trostes.
- KORINTHER 1,3
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes,
• Sieh den Ursachen für deinen Schmerz ins Auge.
- KORINTHER 1,9
Wir selbst aber hatten in uns selbst ‹schon› das Urteil des Todes erhalten, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt.
• Bewahre ein reines Gewissen, indem du deine Sünden bekennst.
SPRÜCHE 28,13
Wer seine Verbrechen zudeckt, wird keinen Erfolg haben; wer sie aber bekennt und läßt, wird Erbarmen finden.
• Suche nach den positiven Aspekten deiner Trauer.
- KORINTHER 7,11
Denn siehe, eben dies, dass ihr nach Gottes ‹Sinn› betrübt worden seid, wie viel Bemühen hat es ‹bei› euch bewirkt! Sogar Verteidigung, sogar Unwillen, sogar Furcht, sogar Sehnsucht, sogar Eifer, sogar Bestrafung! In allem habt ihr bewiesen, dass ihr in der Sache rein seid.
• Akzeptiere den Trost jener Menschen, die Gott dir schickt.
- KORINTHER 7,6
Aber der die Niedrigen tröstet, Gott, tröstete uns durch die Ankunft des Titus;
• Stärke deinen eigenen Glauben dadurch, dass du andere tröstest.
- KORINTHER 1,4
… der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden.
• Vertraue auf die Kraft des Herrn, wenn es darum geht, dein Leben neu aufzubauen.
- KORINTHER 12,10
Deshalb habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.
Je weiter du von einer Blume entfernt bist, desto kleiner erscheint sie deinen Augen.
Je weiter deine Trauer zurückliegt, desto geringer werden der Schmerz und die Betrübnis sein.
Die Zeit hat eine heilende Wirkung. Sie ist ein tröstendes Geschenk, das uns der Gott allen Trostes gibt.
june Hunt – Schlüssel zur biblischen Seelsorge
Ich persönliche schaue eigentlich auf etwas, was uns als Christen „besonders“ macht: wir dürfen ein persönliches Verhältnis zum himmlischen Vater haben und im Gebet persönlich mit IHM sprechen. Und ER ist IMMER da, wird niemals sterben! Und wir können jede Sorge, jedes Wehwehchen und auch unsere Trauer wirklich bei IHM abladen – und nachdem wir uns ausgesprochen haben, IHM zuhören.
Der Herr hatte Marthas Verständnis auf die Probe gestellt und hatte sich ihr als die Auferstehung und das Leben geoffenbart. Die Schlichtheit von Marias Weinen vor Ihm veranlaßte den Herrn, mit Maria anders zu verfahren. In diesem Fall waren Taten, nicht Worte vonnöten. Auch die Juden weinten, und Er sah sie. Sie blieben respektvoll ein wenig abseits, so daß Maria mit dem Herrn allein sein konnte. Das Heiligtum war für sie allein.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Die Aussage „seufzte er tief in seinem Geist und erschütterte er sich“ ist ein Zeugnis der wahren Menschheit unseres Herrn, wie auch V.35, wo es heißt, daß Jesus weinte. Dieses Wort „seufzte“ ( embrimaomai) kommt im NT nur fünfmal vor. Ihr Grundwort brimä bedeutet Stärke. Es kann übersetzt werden mit schmerzlich bewegt sein, sich entrüsten, rügen, bedrohen (Mt 9,30; Mk 1,43;14,5 ). Das Zeitwort „erschütterte sich“, tarasso, kommt im NT 17mal vor: es wird vom Herrn gebraucht angesichts Seiner bevorstehenden Stunde und der Tatsache, daß einer Ihn verraten würde (12,27; 13,21); von Zacharias (Lk 1,12); von Herodes (Mt 2,3); von den Aposteln (Mt 14,26; Lk 24,38); vom Wasser im Teich Bethesda (5,4.7); von Gläubigen im negativen Sinn (14,1.27); von Unruhestiftern innerhalb und außerhalb der örtlichen Gemeinde (Apg 15,24; Gal 1,7;5,10 ). Diese vielfältige Anwendungsweise hilft dem Leser die innere Bewegung des Herrn zu ahnen, als Er sowohl den ungeheuren Schaden betrachtete, den die Sünde angerichtet hat, als auch die Last, die Maria und Martha trugen. Er weinte voller Mitgefühl mit denen, die in aufrichtiger Trauer weinten, wie Paulus später schrieb: „Weinet mit den Weinenden“ (Röm 12,15). Wir beachten, daß der Herr Seinerseits nicht wollte, daß man für Ihn weine (Lk 23,27-28).
Jeschua beobachtete die Szene, und als er Mirjam weinen sah und die Juden weinen, die mit ihr kamen, seufzte er im Geist (Joh 11,33). Das griechische Wort für „weinen“, klaiousan, bedeutet „wehklagen“. Miriam und das andere jüdische Volk weinten. Wenn Jochanan angibt, dass Jeschua im Geist stöhnte, heißt es im Griechischen wörtlich: „Er wurde von Empörung im Geist bewegt.“ Er war zornig! Einerseits war Er zornig über ihren Unglauben; aber in diesem Zusammenhang war Er auch zornig über das, was die Sünde die Menschheit gekostet hat – den physischen Tod – und über die Auswirkungen des Todes auf die menschliche Rasse im Allgemeinen und auf seinen Freund Lazarus im Besonderen. Dies sollte jedoch nicht der Hauptgrund für Seinen Zorn sein, da es offensichtlich ist, dass Er Lazarus bald wieder zum Leben erwecken würde. In diesem Sinne kam Jeschua am Ort des Grabes an. Es folgt der kürzeste Vers in den meisten englischen Bibeln: Jeschua weinte (Johannes 11:35 ). Das hier verwendete griechische Verb unterscheidet sich von dem, das für das Weinen der Schwestern verwendet wird. Es heißt edakrysen und kommt von der Wurzel dakruó, was „Tränen vergießen“ bedeutet. Johannes 11:35 ist die einzige Stelle, an der das Verb verwendet wird. Die Nominalform kommt im gesamten griechischen Neuen Testament häufiger vor. Das Verb bezieht sich auf ein stilles Weinen, anders als das Weinen der anderen.
Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive
Diese Verse scheinen zunächst nur eine Art Einleitung der Auferweckung des Lazarus zu sein. Sie sind aber mehr. Denn sie zeigen uns ganz neu, wer »Jesus« ist.
Gerhard Maier – Edition C
Erst jetzt erfahren wir, dass Maria »weinte« – wohl noch zu den Füßen Jesu. Der Mensch, der schluchzend, hilflos unter der Geißel des scheinbar allmächtigen Todes zusammenbricht also ist es, was auf dem Wege der gefallenen Menschheit herauskam. So herrlich hat sich die Prophetie der Schlange erfüllt, die dem Menschen einst für seine Sünde versprach:
»Ihr werdet sein wie Gott« (1Mose 3,5). Der Tod als »der Sünde Sold« (Röm 6,23) wird selten anschaulicher als an der weinend knienden Maria.
»Dass auch die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten«, ist Ausdruck der religiösen Sitte, kann aber auch aus dem Herzen kommen.
»Als nun Jesus sie weinen sah, … ergrimmte er im Geist und es packte ihn Erschütterung.« Dieser Bericht ist deshalb wichtig, weil er zeigt, wie Gott auf den Tod reagiert. Denn Jesus ist ja nicht nur Mensch, sondern auch Gott. »Wer mich sieht«, sagt er zu Philippus (Joh 14,9), »der sieht den Vater.« Dass es wirklich göttliche Reaktionen sind, zeigt auch der Ausdruck »im Geist« (= im Heiligen Geist).
»Er ergrimmte« ist ein seltsames Wort im Griechischen. Es ist die Äußerung des Unwillens und des Zorns. Gelegentlich bedeutet das Wort auch »anfahren«, »schelten«, »energisch befehlen« (Mt 9,30; Mk 1,43). Ganz wörtlich heißt es »anschnauben« und erinnert an Gottes zorniges Schnauben im AT (vgl. Ps 18,9). Jesus kann also zornig werden! (Vgl. Mk 3,5.) Wir dürfen diesen Zorn aber nicht mit menschlicher Leidenschaft verwechseln. Jesu Zorn ist heilig. Bengel schrieb treffend:
»Jesus hatte menschliche Gemütsbewegungen. Es waren aber keine Passionen (Leidenschaften), sondern Erregungen, die er völlig in seiner Gewalt hatte.« Neben dem Zorn steht der Schmerz:
»Es packte ihn Erschütterung«. Das griechische Wort ist hier schwer übersetzbar (vgl. Einheitsübersetzung:
»Er war erschüttert«; es müsste dann aber das Passiv stehen; Lutherbibel:
»Er ward betrübt«; Schnackenburg und Schneider:
»Er erregte sich«). Gemeint ist, dass Jesus mitfühlt, mitleidet, den Schmerz ins Innerste dringen lässt und geradezu von ihm durchgeschüttelt wird. So also leidet Gott mit uns erbärmlichen, elenden Menschen!
Ist es klar, wem die Erschütterung gilt, nämlich der Not der geliebten Menschen, so muss man fragen:
Wem gilt der Grimm? Die Antwort kann nur lauten:
dem Tod. Der Tod ist letztlich nicht »Schicksal«, sondern Gegner Gottes. Es ist der letzte Feind, den Jesus nach 1Korinther 15,26 ausschalten wird. Vermutlich handelt es sich um einen Engelfürsten, der mit Satan von Gott abfiel, so dass der Ausdruck »Todesengel« gar nicht so dumm ist. Durch die Sünde erhielten die widergöttlichen Mächte Verfügungsrechte über den gefallenen Menschen. Sie betrügen und sie töten ihn. Sie verletzen damit auch den Schöpfer, dem die Menschen eigentlich gehören. So besteht ein unüberbrückbarer Gegensatz zwischen Jesus als Bringer des Lebens (vgl. V. 25) und dem Tod. Mit dem Zorn, mit dem er ihn bald besiegen wird, tritt ihm Jesus hier gegenüber. Wir erinnern uns noch einmal an Georg Wessels Osterlied:
»O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? … Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind« (EKG 87, 1.4)
Darum fällt uns auf, wie stark es Johannes hier schildert. „Als Jesus nun sah, wie sie weinte und wie die mit ihr gekommenen Juden weinten, ergrimmte er im Geist und erregte sich.“ Johannes sagt uns das als Zeuge des Vorgangs. Aber er gibt uns keine Deutung oder Erklärung. Es ist darum nicht einmal sicher, wie wir das Wort übersetzen und verstehen sollen, das zunächst „anschnauben, anfahren“ bedeutet. „Ergrimmt“ Jesus im eigentlichen Sinn dieses Wortes? Warum tut er das? Ist es der „Grimm“ über die Macht des Todes, die solches Leid bringt? Oder „ergrimmt“ Jesus über den Unglauben der Juden und selbst einer Maria, die in seiner Heilandsgegenwart weint, anstatt zu glauben? Aber das folgende Wort von der „Erregung“ oder „Erschütterung“ Jesu kommt auch in 12, 27 und 13, 21 vor, und hier erwächst die Erschütterung Jesu aus dem Blick auf das Kreuz. So werden wir die innere Bewegung Jesu, die an unserer Stelle in dieser starken Weise sichtbar wird, ebenfalls mit seinem Kreuzesweg in Zusammenhang bringen dürfen, zumal wir sofort am Anfang unseres Kapitels in V. 4 in diese Richtung gewiesen wurden. Der „Grimm“ Jesu und seine „Erregung“ gilt dieser ganzen Welt der Sünde und des Todes, dieser Welt des Unglaubens selbst in Israel. Diese Welt bewirkt es, daß er an das Kreuz erhöht werden muß, sein Fleisch geben muß, um ihr das Leben zu bringen (6, 51). Im Tode seines Freundes, in den Tränenl der Maria und der Juden sieht Jesus diese „Welt“ vor sich. Und die Tat, die er jetzt an Lazarus tun wird, wird die endgültige Wendung, zum Kreuz bringen. Nur um diesen Preis kann er diesen Toten erwecken.
de Boor – Wuppertaler Studienbibel