der uns tröstet (O. aller Ermunterung, der uns ermuntert; so auch nachher) in all unserer Drangsal, auf daß wir die trösten können, die in allerlei Drangsal sind, durch den Trost, mit welchem wir selbst von Gott getröstet werden;
Elberfelder 1871 – 2.Korinther 1,4
In all unserer Bedrängnis steht er uns bei, sodass wir in der Lage sind, auch anderen beizustehen, und zwar durch die Ermutigung, mit der wir selbst von Gott ermutigt werden.
das Buch: Neues Testament – 2.Korinther 1:4
In allen unseren Nöten kommt er uns mit Trost und Ermutigung zu Hilfe, und deshalb können wir dann auch anderen Mut machen, die sich ebenfalls in irgendeiner Not befinden: Wir geben ihnen den Trost und die Ermutigung weiter, die wir selbst von Gott bekommen.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 2.Kor 1,4
Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt er mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat.
Gute Nachricht Bibel 2018 – 2. Kor 1:4

Wie kann man jemandem helfen, und diesen aufbauen, wenn eine „geistige Leitung“ Menschen die eigentlich biblische Hilfe benötigten, als „zu meiden“ oder „Ausgeschlossene“ bezeichnet?
Kannst du, weil Gott dich getröstet hat, andere Menschen mit Hilfe von Gottes Wort trösten?
Neunmal spricht der Apostel in seinem Schreiben von der Trübsal (thlipsei, „Druck, Bedrängnis“; V. 4 [zweimal].8;2Kor 2,4;4,17;6,4;7,4;8,2.13; manchmal ist das Wort auch mit „Bedrängnis“ oder „Not“ übersetzt). Auch das Verb thlibO findet sich dreimal („Trübsal haben“, 2Kor 1,6; „bedrängt sein“, 2Kor 4,8;7,5 ). Die Erfahrung der Trübsal, die alle Christen irgendwann einmal machen müssen, ist dem Apostel Paulus wahrscheinlich häufiger und in schlimmerer Form zuteil geworden als allen seinen Lesern. Doch sie hilft – so sagt er -, das Augenmerk von den äußerlichen und zeitlichen Dingen auf die inneren und ewigen zu richten (vgl. 2Kor 1,9;4,17-18 ).
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Die Quelle allen Trostes inmitten dieser Trübsal ist Gott selbst, den Paulus hier mit drei Titeln beschreibt: er ist der Vater unseres Herrn Jesus Christus (vgl. dieselbe Formulierung in Eph 1,3; 1 Petrus 1,3), der Vater (d. h. Schöpfer) der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes. Dieser Gott hat Paulus in seinem Leiden erhalten ( 2Kor 1,8-9 ) und ihn daraus erlöst (V. 10). „Barmherzigkeit“ ist die Übersetzung des griechischen Begriffs oiktirmOn, der im Neuen Testament nur noch viermal steht (in Röm 12,1 und Phil 2,1 ebenfalls mit „Barmherzigkeit“, Kol 3,12 und Hebräer 10,28 mit „Erbarmen“ wiedergegeben).
So wie die Gaben des Geistes nicht nur zum Besten derer, die sie besitzen, bestimmt sind, sondern auch anderen zugute kommen sollen (vgl. 1 Petrus 4,10), sind die Gläubigen durch den Trost, den sie von Gott erfahren, in der Lage, auch andere zu trösten. Der Trost Gottes kommt durch Menschen (vgl. Apg 9,10-19; 2Kor 7,6) und durch das Gebet (2Kor 1,11) in die Welt. (In V. 3-7 benutzt Paulus den Begriff „Trost“ bzw. „trösten“ zehnmal.)
Solches Erbarmen ist eine ganz besondere und ausnehmende Eigenschaft Gottes, mit seinem Wesen unzertrennlich verbunden. Darum nennt er ihn: „Gott der Erbarmungen.“ Und wie groß steht wieder vor uns die Demuth des Apostels! Denn obschon seine Gefahren im Dienste des Evangeliums waren, so schreibt er doch die Rettung nicht der eigenen Würdigkeit zu, sondern den Erbarmungen Gottes. Doch darüber ausführlicher in der Folge. Für jetzt fährt er fort: „der uns tröstet in all unserer Drangsal.“ Es heißt nicht: der uns vor Bedrängniß bewahrt, sondern: „der in der Drangsal uns tröstet.“ Auf diese Weise offenbart sich die göttliche Macht und mehrt sich in den Bedrängten die Geduld. Denn „die Bedrängniß wirkt Geduld“. So sagt auch der Prophet: „In der Drangsal hast du Weite mir gemacht.“ Er sagt nicht: Du hast mich nicht in Drangsal gerathen lassen; nicht: Du hast die Drangsal schnell vorübergehen lassen; sondern: Während der Dauer der Drangsal hast du Weite mir gemacht, das heißt weiten Raum mir bereitet und große Erquickung. So sehen wir es auch bei den drei Jünglingen. Gott ließ es zu, daß sie in den Feuerofen sanken; es loderten die Flammen; aber mitten in den Gluten hat er kühle Stätte ihnen bereitet.
Chrysostomus – 2. Korintherbrief
So pflegt Gott immer zu verfahren. Das meint Paulus, wenn er sagt: „Der uns tröstet in jeglicher Drangsal.“ Aber noch etwas Anderes will er mit diesen Worten zeigen. Und was ist Dieses? Daß nämlich Gott nicht das eine oder andere Mal, sondern immerfort tröstet. Denn nicht gewährt Gott bald Trost und läßt er bald (ohne Trost) gehen, sondern immer und ohne Unterbrechung währt der Trost. Darum sagt Paulus: „der uns tröstet,“ nicht: der uns getröstet hat; darum sagt er: „in jeg- licher Drangsal,“ nicht: in der einen oder andern. — „Auf daß auch wir trösten können Die, welche in jeglicher Bedrängniß sind, durch die Ermunterung, mit welcher wir selbst aufgerichtet werden von Gott.“ Siehst du, wie er seine Rechtfertigung einleitet und dem Hörer den Gedanken an eine große Drangsal nahe legt? Und wie bescheiden weiß er wieder sich auszudrücken! Diese Erbarmung, sagt er, ist uns geworden, nicht weil wir es verdient haben, sondern zum Heil und Segen für Andere. Gott hat uns getröstet, damit wir Andere trösten. Wie groß steht doch das Bild der Apostel vor unseren Augen! Da sehen wir nach Trost und Linderung kein schlaffes Hinsinken wie bei uns, sondern alsbald neues Erheben, um in Anderen Kraft und Muth zu stärken. — Manche erklären diese Stelle auch so: In unserem Troste fühlen sich auch Andere getröstet. — Dieser Eingang hat, wie mir dünkt, auch den Nebenzweck, die falschen Apostel zu treffen mit ihrem nichtigen Rühmen und ihrem gemächlichen, genußsüchtigen Leben. Doch bleibt die eigentliche Absicht die Rechtfertigung wegen der langen Verzögerung. Denn wenn wir, sagt er, aus dem Grunde getröstet werden, um wieder Andere zu trösten, was wollt ihr mein Ausbleiben tadeln? Die ganze Zeit mußte ich ja damit hinbringen, mich der Nachstellungen, der Angriffe, der Schrecken zu erwehren, die auf mich eindrangen.
Von dem Grund und der Notwendigkeit des Leidens spricht Paulus zunächst nicht. Er nimmt es hier, wie auch in seiner mächtigen Darstellung in 11, 23–33, einfach als Tatsache hin, ohne ein „Problem“ daraus zu machen. Aber das sagt er sofort den Korinthern, daß das Leiden ihn nicht am Danken hindert. Nein, gerade seine Erfahrungen im Leiden schenken ihm dasjenige Loben und Danken, wovon er am Anfang des Briefes spricht und das er im Blick auf die Gemeinde gar nicht aussprechen kann. Warum kann Paulus im Leiden danken? Weil er darin in einzigartiger Weise Gottes „Trösten“ erfährt. „Gepriesen [sei] der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott alles Trostes, der uns tröstet bei aller unserer Drangsal.“ Die Gemeinde murrt und schilt, aber Gott „tröstet“. Müssen sich die Korinther als „Gemeinde Gottes“ nicht schämen, daß sie so anders handeln als Gott?
Wuppertaler Studienbibel
Zum rechten Verständnis der Stelle ist zu bedenken, daß der Apostel hier nicht allgemein das Problem des „Leidens“ behandelt. Das von ihm gebrauchte Wort „thlipsis“ bezeichnet im NT die „Drangsal“, die dem Jünger Jesu um dieser seiner Jüngerschaft willen von der Welt her widerfährt20. Es geht im Zusammenhang des Briefes um die Leiden, die Paulus in seinem Dienst zu ertragen hat. Gott erspart sie dem Boten der Versöhnung nicht. Aber er „tröstet bei aller unserer Drangsal“. Für „Trost“ und „Trösten“ verwendet Paulus das Wort „parakalein“, das wir auch in der LXX (Septuaginta) an so bedeutsamen Stellen wie Jes 40, 1; 49, 13; 51, 3; 61, 2; 66, 10–13 finden. Dieses Wort meint nicht in erster Linie eine lindernde Einwirkung auf unser Gemüt. An allen genannten Stellen wird vielmehr deutlich, wie das „Trösten“ Gottes immer sein machtvolles, errettendes Handeln ist. Gott „tröstet“ sein Volk, indem er sein Geschick wendet und es aus Gefangenschaft und Elend zur Freiheit und zum neuen Leben führt. Das wird dem Apostel vom AT her vor Augen stehen, wenn er das Wort „trösten“ verwendet. Paulus ist in den „Drangsalen“, die er jetzt nicht näher beschreibt, nicht nur im heutigen Sinn des Wortes „getröstet“ worden. Er hat vielmehr erfahren, wie Gott für ihn eintrat und sich seiner annahm, wie er hindurchgetragen, ja herausgerettet wurde, wie er den Mut nicht verlor, wie er unter allem Druck zur Ausrichtung seines Dienstes willig und fähig blieb. So beweisen gerade die von ihm durchgestandenen Leiden seine Sendung und Bevollmächtigung von Gott.
So wird Gott und seine Barmherzigkeit durch das Leiden nicht widerlegt, sondern Gott wird gerade in den Drangsalen, Gefahren und Nöten als „Vater der Erbarmungen“ erfahren. Paulus spricht im Plural von „den Erbarmungen“, weil sie sich in reicher Fülle und Mannigfaltigkeit in unserm Leben erweisen. Durch diese „Erbarmungen“ bewährt sich Gott recht als „Vater“, der sich väterlich um seine Kinder kümmert, mitten in den Leiden. Er ist nicht ein harter und grausamer Gott, wie unsere Vernunft im Blick auf die schweren Nöte gerade auch der Glaubenden so leicht schließt, sondern vielmehr ein „Gott alles Trostes“. Aber er ist das nicht so, wie die Korinther es meinten und wünschten. Er entnimmt seine bevollmächtigten Boten nicht dem Leiden, sondern macht die unaufhörlichen Nöte und Drangsale gerade zum Zeichen und Zeugnis des echten Dienstes (11, 23ff). Aber er schenkt in den Drangsalen die Erfahrungen seines „Trostes“.
[4] Von seiner eigenen Erfahrung hat Paulus gesprochen. Aber er bleibt nicht bei seinem Leben als solchem stehen. Ihm geht es um seinen Dienst. Und da wird nun seine persönliche Erfahrung für andere fruchtbar: „Damit wir imstande sind zu trösten, die in jeder [denkbaren] Drangsal [sind], durch den Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.“ Selber Getröstete können andere am besten trösten. Die bekannten „trostreichen Worte“ sind leicht zu sagen, aber sie bleiben kraftlos und vergeblich. Zum Trösten müssen wir „imstande sein“ oder, wie wir auch übersetzen können, „Dynamis, Macht haben“. In der Erfahrung des eigenen Getröstetwerdens von Gott können wir solche „Macht“ zum Trösten gewinnen. Auch im Blick auf die andern sagt Paulus nicht näher, welche Nöte und Bedrängnisse er bei ihnen vor sich sieht; er will in seiner Formulierung „jede [denkbare] Drangsal“ so umfassend wie möglich berücksichtigen: keine Drangsal muß ohne Trost bleiben.
Das »uns« meint betont den Apostel und darin eingebunden seine Mitarbeiter, mit denen er viele Trübsale geteilt hat (vgl. 2Tim 3,10ff.; Phim 1,23). »Trübsal« ist nicht jedes Leiden. Das griechische Wort wird im NT bevorzugt für das Leiden um Jesu willen gebraucht, für das Leiden, in das der Christ kommt, weil er zu Jesus gehört (wörtlich: »Bedrückung, Drangsal, Enge«). Solches Leiden hat Jesus den Seinen vorausgesagt (vgl. Mt 10,16.26.39; 20,22ff.; Mt 24,9-13). Er selbst hat das Leiden durchlebt. Seine Lebensgeschichte ist eigentlich eine Leidensgeschichte. Und der Weg der Gemeinde Jesu Christi ist durch die Zeiten ein »Engweg« geblieben. Doch Gott »tröstet« in diesen Engwegen. Er lässt die Seinen nicht los, so wie er den Sohn im größten Engweg nicht losgelassen hat (vgl. Lk 22,43). Das hat auch Paulus erfahren. Solchen Trost, den er erlebt hat, kann er nun auch weitergeben, »damit wir können« (griechisch deutlicher: »dass wir fähig sind«, auch: »dass wir die dynamis [die Kraft] haben«). Der Apostel behält seine Erfahrungen mit Gott nicht für sich. Sie befähigen ihn vielmehr, die Gemeinde in ihren Engwegen wirklich hilfreich zu trösten. Was er selbst durchlebt, durchlitten hat, kann er den Brüdern in ähnlichen Situationen glaubhaft weitergeben. Die Rettungserfahrungen des Paulus verleihen seiner Rettungsbotschaft unterstreichende Glaubwürdigkeit. Er, der Getröstete, kann andere trösten. Er, der in vielen Engwegen um Jesu willen Rettung erfuhr, kann die Gemeinde in der Enge glaubwürdig auf Gottes Durchhilfe hinweisen.
Gerhard Maier – Edition C
Es galt nicht nur, daß Paulus in seinen eigenen Bedrängnissen getröstet wurde, sondern daß er fähig gemacht wurde, andere in ihren Anfechtungen zu ermutigen. Gott verfolgt und erreicht sehr oft mit einer einzigen Erfahrung mehrere Ziele. In diesem Fall war der Trost, den Sein Knecht in den Tagen der Anfechtung erhielt, gleichzeitig ein Lehrmeister, damit er seinerseits anderen in ihrer Not helfen konnte. Durch all seine Leiden und Verfolgungen hatte er gelernt, daß Gott ihn niemals verließ oder in seiner Hilflosigkeit untergehen ließ. Er hatte die Macht und das Mitgefühl Gottes erfahren, nicht nur hier und da, sondern in jeder Bedrängnis, in die er geriet. Dieses Prinzip, andere zu trösten durch die Erfahrung, die man selbst gemacht hat, wird besonders deutlich im Fall unseres Hohen Priesters, denn dadurch, daß Er „in allem versucht worden ist in gleicher Weise wie wir“ (Hebräer 4,15) „vermag er denen zu helfen, die versucht werden“ (Hebräer 2,18). Sein Leben auf dieser Erde mit all den Versuchungen und Leiden versetzte Ihn in die Lage, die Seinen zu trösten, wenn sie durch ähnliche Schwierigkeiten gehen würden.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt






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