nicht nur nicht verleumden!

Du sollst nicht herumlaufen und Verleumdungen in deinem Volk verbreiten. Tritt nicht gegen das Leben deines Mitmenschen auf. Ich bin Jehova.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Levitikus 19,16

Erzähle keinen Schwachsinn über Leute, die du kennst, und läster nicht rum. Ihr sollt auch nicht Menschen, die eurer Karriere im Weg stehen, mobben oder mit linken Mitteln aus dem Weg räumen. Ich bin Gott!
VolxBibel – 3.Mose 19:16

Verbreitet keine Verleumdungen über eure Mitmenschen. Sucht niemand dadurch aus dem Weg zu schaffen, dass ihr vor Gericht falsche Anschuldigungen gegen ihn vorbringt. Ich bin der HERR!
Gute Nachricht Bibel 2000 – 3.Mose 19,16

In einer religiösen Zeitschrift steht aktuell:

Die Formulierung „auftreten gegen“ gibt den hebräischen Wortlaut gut wieder. Aber was bedeutet sie? In einem jüdischen Kommentar zum Bibelbuch 3. Mose heißt es: „Dieser Teil des Verses ist schwer zu interpretieren, weil es Probleme bereitet, den Sinn der hebräischen Wendung zu bestimmen, die wörtlich bedeutet: ‚Stehe nicht über, bei, nahe.‘“

Sehen wir uns den Anfang dieses Verses etwas näher an. Gott fordert sein Volk hier auf, nicht herumzulaufen und Verleumdungen zu verbreiten. Vergessen wir dabei nicht, dass Verleumdung mehr ist als leeres Gerede, obwohl auch Gerede Probleme verursachen kann (Spr. 10:19; Pred. 10:12-14; 1. Tim. 5:11-15; Jak. 3:6). Ein Verleumder sagt etwas, das darauf abzielt, den Ruf eines anderen zu schädigen. Das könnte eine Falschaussage sein, die sogar das Leben eines anderen gefährdet. Erinnern wir uns an die Männer, die verleumderisch gegen Naboth aussagten, worauf er zu Unrecht gesteinigt wurde (1. Kö. 21:8-13). Ein Verleumder konnte also gegen das Leben seines Mitmenschen auftreten, wie es in 3. Mose 19:16 heißt.
Verleumdung kann außerdem ein Ausdruck von Hass sein. In 1. Johannes 3:15 steht: „Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder, und ihr wisst, dass kein Mörder ewiges Leben in sich trägt.“ Interessanterweise folgt auf Vers 16 die Aussage: „Du sollst deinen Bruder in deinem Herzen nicht hassen“ (3. Mo. 19:17).
In der ungewöhnlichen Formulierung aus 3. Mose 19:16 steckt somit eine deutliche Warnung für Christen. Wir müssen dagegen ankämpfen, schlecht über andere zu denken und sie zu verleumden. Einfach gesagt: Wenn wir „gegen jemanden auftreten“, ihn also aus Abneigung oder Neid verleumden, kann das ein Ausdruck von Hass sein oder zu Hass führen. Das kommt für Christen nicht infrage (Mat. 12:36, 37).

WT Dezember 2021 – Seite 14

Nun könnte man nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein, als die obrige Erklärung! Denn die Aussage, dass man nicht verleumden soll, steht ja schon im ersten Teil des Verses – dann könnte Mose bzw Jehovah sich den zweiten Teil ja schenken!

Der Ruf einer Person konnte auch durch „verleumderischen Klatsch“ (19:16) gestohlen werden, indem man im Ausland verbreitete, was man im Vertrauen anvertraut hatte (Spr 11:13; 20:19). Die Reisemöglichkeiten wurden eingeschränkt, als das Volk sich im Land niederließ, und das ganze Volk zog als Gruppe durch die Wüste, so dass der soziale Kreis einer Person sehr klein war. Wenn man solchen Klatsch an irgendjemanden weitergeben würde, würde er sich wahrscheinlich bald in der ganzen Gruppe verbreiten und den Ruf der ganzen Gemeinschaft ruinieren.

Die zweite Einschränkung (siehe Anmerkung zu 19:16″Nicht tatenlos zusehen“) betrifft verleumderischen Klatsch, der dazu führte, dass falsche Anklagen erhoben und bewiesen wurden, so dass das Leben des Angeklagten in Gefahr war. Wenn das so war, konnte man nicht tatenlos zusehen, wie dieser Fehltritt geschah (Milgrom 2000:1645). Böswilliges oder lockeres Gerede hätte jemanden seines Lebens berauben können.

Baker – Eckstein Biblischer Kommentar – Leviticus, Numeri, Deuteronomium

und „Du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten ablegen“ (2 Mose 20,16) bedeutet, dass wir seinen Namen und seinen Ruf respektieren und nicht versuchen, seinen guten Namen zu töten oder ihn seiner gebührenden Achtung zu berauben.
….

Im ersten dieser Verse wird uns verboten, Schwätzer zu sein. Das Wort bedeutet Verleumder; es bezieht sich auf falsches und böswilliges Gerede. Die zweite Hälfte dieses Gesetzes steht in engem Zusammenhang mit der ersten: „Du sollst nicht gegen das Blut deines Nächsten stehen.“ „Sich gegen sein Blut stellen“ bedeutet, sich gegen sein Leben zu stellen. Indem wir seinen Namen schädigen, sowohl vor Gericht als auch im lokalen Klatsch, schädigen wir sein Leben, d.h. wir stellen uns gegen sein Blut. Spätere rabbinische Lehren besagten, dass Verleumdung drei Menschen tötet: denjenigen, der verleumdet wird, denjenigen, der verleumdet, und denjenigen, der die Verleumdung hört. 1 Wie Knight feststellte, ist Verleumdung „eine Form des Unrechts“.2 Ohne den Vorteil eines Prozesses dient jede Verleumdung dazu, ein falsches oder ungerechtes Urteil über eine Person zu fällen und lässt ihr nur einen negativen Regress. Verleumdungsklagen sind schwer zu gewinnen und richten oft genauso viel Schaden an wie die Verleumdung selbst. Sie sind außerdem sehr kostspielig. Eine Verleumdung ist also ein Angriff auf das Blut oder das Leben eines Menschen.

Es ist erwähnenswert, dass die Rabbiner der Ansicht waren, dass dieses Gesetz verletzt wurde, wenn in einem Prozess ein Mann als Zeuge für die Verteidigung auftreten konnte und dies nicht tat; er war dann selbst schuldig. Jeder, der in irgendeinem Zusammenhang ein passiver Beobachter des Bösen blieb, war des Bösen schuldig (Sandhedrin 73a). 3 Gott verurteilt Passivität ganz klar als böse und als Mittäterschaft am Verbrechen. Alle solchen Menschen werden als böse bezeichnet. In Psalm 50:16-22 wird uns gesagt:

Rousas John Rushdony – Kommentare zum Pentateuch – Levitikus
16. Aber zu den Gottlosen spricht Gott: Was hast du zu tun, daß du meine Satzungen verkündest oder meinen Bund in deinen Mund nimmst?
17. Denn du haßt die Lehre und wirfst meine Worte hinter dich.
18. Wenn du einen Dieb gesehen hast, so hast du mit ihm eingewilligt und bist mit den Ehebrechern teilhaftig geworden.
19. Du gibst deinen Mund zum Bösen, und deine Zunge fabuliert Betrug.
20. Du sitzt und redest wider deinen Bruder; du verleumdest den Sohn deines eigenen Bruders.
21. Solches hast du getan, und ich habe geschwiegen; du dachtest, ich wäre ganz so wie du; aber ich will dich zurechtweisen und vor deinen Augen zurechtweisen.
22. Ihr aber, die ihr Gott vergeßt, bedenket das, daß ich euch nicht zerreiße und niemand da ist, der euch errettet.

Die Gottlosen sind Zuschauer, die nichts tun, wenn Verbrechen begangen werden. Gott klagt sie an für ihre Passivität, wo Verbrechen begangen werden, und für ihre Aktivität bei Verleumdungen. Sie sehen zu und sehen Diebstahl und Ehebruch und tun nichts, aber sie geben ihren Mund zu Bösem und Betrug. Solche Menschen sind Bundesbrecher und haben keinen Sinn für Gemeinschaft; sie werden ihre eigenen Verwandten verleumden.
Das Wort „Schwätzer“ kommt von einem Wort, das Hausierer bedeutet. Der Schwätzer ist ein Hausierer von Verleumdungen. In 1 Petrus 4,15 heißt es: „Aber keiner von euch soll leiden wie ein Mörder oder wie ein Dieb oder wie ein Übeltäter oder wie ein Wichtigtuer in anderer Leute Angelegenheiten.“ Der Verleumder ist in der Regel ein Wichtigtuer.
Zweimal in diesen drei Versen und vierzehnmal in diesem Kapitel erklärt Gott: „Ich bin der HERR.“ Weil er heilig ist, muss das Bundesvolk heilig sein, und die Heiligkeit manifestiert sich in den Aktivitäten und Beziehungen des täglichen Lebens. Wenn wir das nicht erkennen, führt das zu falschen Lehren über Heiligkeit.

Rousas John Rushdony – Kommentare zum Pentateuch – Levitikus

Dieses Wegschauen, dieses „nicht einmischen“, dieses stille dulden! das ist, was der zweite Teil des Verses verurteilt! Und kennt das nicht jeder, der falsch angeklagt wurde? Da wird dann halt „nur für dich gebetet“ – anstatt AKTIV gegen Unrecht einzuschreiten! Da schaut man einfach weg! Da versteckt man sich hinter „3 Zeugen Regel“ oder ähnlichen Quatsch, um ja nicht selbst in Schwierigkeiten zu geraten. Aber Jehovah läßt den Satz ja beenden – mit „seiner Unterschrift“! ER wird diese Menschen, die einfach wegschauen, nicht ungestraft davon kommen lassen! Und erst Recht nicht diejenigen, die diesen Vers so falsch auslegen, und damit indirekt zum „wegschauen“ auffordern.

Wer leitet?

Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; Gottes Ackerfeld, (O. Ackerwerk) Gottes Bau seid ihr.
Elberfelder 1871 – 1.Kor 3,9

Wir arbeiten Hand in Hand an derselben Sache als Menschen, die zu Gott gehören. Ihr seid Gottes Acker, sein Bauwerk — nicht unseres.
Neues Leben – Bibel 2006 – 1.Korinther 3,9

Wir haben bei uns so was wie Teamwork. Ihr seid sozusagen das Ackerfeld von Gott und ihr seid damit seine Arbeit, nicht unsere.
VolxBibel – 1.Korinther 3:9

Wer leitet die Kirche? Wer leiter die Gemeinde/Organisation?

Wenn es um Erfahrungen geht, dann weiß jeder, dass Jehovah SEINE Gemeinde leitet, wie folgendes Beispiel zeigt:

War das bloßer Zufall? In der Bibel steht, daß wahre Christen „Gottes Mitarbeiter“ sind und daß Engel ausgesandt werden, „um denen zu dienen, die die Rettung erben werden“ (1 Kor 3:9;Heb 1:14). Nachdem die Zeugin der Frau erzählt hatte, wie sie sie gefunden hatte, nahm die Frau die Einladung an, sich am gleichen Tag hinzusetzen und die Bibel weiter zu erforschen.

Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes

Die Reaktion der meisten Bibelforscher war so, wie W. E. Van Amburgh, ein Mitglied des Vorstands der Watch Tower Society, sie beschrieb: „Dieses große, weltweite Werk ist nicht das einer Person. Dafür ist es viel zu groß. Es ist Gottes Werk und unterliegt keinem Wechsel. Gott hat viele Diener in der Vergangenheit gebraucht, und er wird es auch in der Zukunft tun. Wir haben uns nicht einem Menschen oder dem Werk eines Menschen geweiht, sondern dazu, den Willen Gottes zu tun, wie er ihn uns durch sein Wort und durch seine göttliche Führung offenbaren wird. Gott steht noch am Steuer“ (1 Korinther 3:3-9).

Die Suche der Menschheit nach Gott

Aber wenn Jehovah die Gemeinde leitet, warum sollten dann alle MITARBEITER Gottes sein? Hat Jehovah denn nicht weitere Leiter eingesetzt, die IHN vertreten? Braucht ein allmächtiger Gott Stellverteter, die IHN vertreten????

1.Kor. 3, 9
Ebenso unsinnig drehen einige unserer Gegner das Pauluswort zurecht: „Wir sind Gottes Mitarbeiter“ (1. Kor. 3, 9). Dabei bezieht sich dieses Wort unzweifelhaft ausschließlich auf die Diener (des Herrn). Diese heißen „Mitarbeiter“ nicht etwa, weil sie aus sich etwas beitrügen, sondern weil Gott ihre Arbeit gebraucht, nachdem er sie geeignet gemacht und mit den erforderlichen Gaben versehen hat.

Jean Calvin – Unterricht in der christlichen Religion: Institutio Christianae religionis

Gott ist der Eine, dem wir alle verantwortlich sind. Alle seine Diener sind »Mitarbeiter«, die gemeinsam auf »Gottes Ackerfeld« arbeiten. Wir können auch ein anderes Bild dafür benutzen: Sie arbeiten am gleichen »Bau« zusammen. Erdman gibt den Gedanken folgendermaßen wieder: »Wir sind Mitarbeiter, die Gott gehören und miteinander an einem Projekt arbeiten.«8

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Mit γάρ („denn“) begründet Paulus, warum der Pflanzende und Begießende einer Gruppe angehören, d.h. Mitarbeiter Gottes sind. Θεοῦ („Gottes“) kommt drei Mal als Anapher und betont die Anfänge der Sätze, d.h. die Wichtigkeit Gottes wird wiederum betont. Die Korinther werden als Ackerfeld beschrieben, auf dem die Arbeiter tätig sind.

Peter Streitenberger – 1. Korinther

Paulus und Apollos sind in den Dienst an der Gemeinde in Korinth gestellt. Hier ist für sie »Gottes Ackerfeld«. Welche Gnade Gottes! In der verrufenen Lasterstadt Korinth bereitet Gott sich einen Acker zu, lässt er den Samen ausstreuen und schenkt Wachstum. Hier in Korinth ist »Gottes Bau«; sein »Gebäude«, sein Tempel der Gemeinde des Neuen Bundes wird von völlig anderer Gestalt – in dieser Stadt von Götzentempeln errichtet. Welche Gottes -Würde der Gemeinde in Korinth!

Paulus und Apollos sind bei diesem Werk »Gottes« (auf Gott liegt dreimal hier die Betonung) »Mitarbeiter«, die mit an seinem Werk stehen, die ihm nützlich zum Dienst sind. Es geht nicht um »Mitarbeiter« im Sinn von gleichberechtigten, gar unentbehrlichen Partnern. »Mitarbeiter« Gottes zu sein heißt: Von ihm kommt die Beauftragung, von ihm kommt die Platzanweisung, von ihm kommt die Gabe, von ihm kommt die Frucht und von ihm kommt der Lohn. Der Mitarbeiter ist nichts aus sich selbst; Gott macht ihn sich zum nützlichen Werkzeug. Das aber ist die Würde von Mitarbeitern: Sie sind Gottes Mitarbeiter; sie sind »Botschafter an Christi Statt« (2Kor 5,20).

Gerhardt Maier – Edition C

„Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, Gottes Ackerfeld und Gottes Gebäude seid ihr.“
In Korinth hatten sich in der Gemeinde verschiedene Strömungen geltend gemacht. Da gab es einige, die sich mehr zu Apollus hielten, andere, die sich auf Paulus beriefen, und noch andere, die sich stark zu Kephas bekannten, und wiederum andere sagten: wir sind nur christisch.
Diesen Strömungen gegenüber warf der Apostel Paulus die Frage auf: Wer sind wir denn ? Wer ist denn Apollus, wer ist denn letzthin Paulus und wer ist denn Kephas? Er kommt zu der wunderbaren Antwort: Mitarbeiter Gottes sind wir. Er sagt nicht, dass Gott unser Mitarbeiter sei. Denn dann würde es sich ja im ganzen Gottesreiche um Gott innerhalb eines Menschenwerkes handeln. Er stellt vielmehr von vornherein ungemein klar fest: Nicht ist Gott unser Mitarbeiter, ob das nun Paulus, ob das Apollus, ob das Kephas oder sonst wer ist.
Wie oft haben aber auch wir in unserem Dienst so gehandelt, als ob Gott unser Mitarbeiter wäre, d.h. als ob es sich im Reiche Gottes darum handele, dass Gott zur Geltung käme innerhalb eines Menschenwerkes.
Darum hat es sich jedoch nie seit der Verkündigung Jesu gehandelt. Die Apostel haben ein derartiges Evangelium einer erstorbenen, einer in sich zusammengebrochenen Schöpfung nicht gebracht. Wenn sie mit ihrem Christus-Evangelium in die alte Welt traten, so handelte es sich ihnen in ihrem Dienst immer um ein Gotteswerk, in welches der Mensch hineingezogen werden sollte. Ich weiß nicht, inwieweit wir den ganzen Ernst dieser Wahrheit fühlen, inwieweit wir den gewaltigen Unterschied fassen, der darin besteht, ob Gott sich offenbaren soll innerhalb eines Menschenwerkes, oder ob der Mensch sichtbar werden soll innerhalb eines Gotteswerkes. Nur im, letzteren Fall kommt zum Ausdruck, dass der Barmherzige unser Leben als einen in sich unwerten Ton in seine Meisterhand nahm um sich aus demselben ein Gefäß der Barmherzigkeit zuzubereiten. Dann ist der einzelne nichts anderes als ein lebendiger Stein innerhalb seines großen Gotteswerkes.
Ob es sich in diesem Seinem Werk nun handelt um den Aufbau seines Tempels oder um die Ausbreitung seines Königsreichs, Gott ist der Handelnde und wir werden als Mitarbeiter in seine Aktivität mit hineingezogen. Gott lässt uns teilnehmen an seinem schöpferischen und gestaltenden Wirken und teilt mit uns den Segen und die Freude, die mit der Hingabe an sein Werk verbunden sind

Jakob Kroeker – ER sprach zu mir

Als die Korinther im 1. Korintherbrief Paulus‘ Analogie von der Kirche als Gottes Heiligtum hörten, hätten sie das Bild aufgrund ihrer Kenntnis heidnischer Tempel verstanden. Aber Paulus hatte wahrscheinlich den einen Tempel in Jerusalem im Sinn. Die Heiden hatten viele Götter mit vielen Tempeln in vielen Städten; die Juden hatten einen Gott mit einem Tempel an einem Ort, den er erwählt hatte (vgl. Dtn 12). In der Geschichte Israels hatte dies dazu beigetragen, die Einheit und Identität des Volkes Gottes zu bewahren. Die Korinther brauchten geistliche Einheit, denn sie waren aufgrund ihrer individuellen Vorlieben zersplittert (vgl. 1 Kor 1,10-13). Im Kontext des Briefes betont Paulus die Notwendigkeit für die Korinther zu sehen, dass Gott in Korinth eine einzige geistliche Wohnstätte schuf. Gott hatte ihnen viele Arbeiter (wie Paulus und Apollos) gegeben, um das Fundament (themelios; vgl. Ps 118,22; Jes 28,16; Eph 2,20-22) für dieses Heiligtum zu legen (1 Kor 3,9-15); es lag in ihrer Verantwortung, mit den richtigen Materialien zu bauen (oikodomeō) und das Gebäude nicht durch ihre Uneinigkeit zu zerstören.

Dictionary of New Testament background: a compendium of contemporary biblical scholarship

Es gibt also in „Gottes Bau“ nur einen Chef – und dass ist Jehovah! ER hat weder einen Papst in Rom, noch eine Gruppe von Leitern in Amerika eingesetzt um IHN zu verteten! sondern ER nutzt alle die sich IHM als Werkzeug anbieten – egal aus welcher christlichen Strömung diese gerade kommen. Denn auch ein Gebäude wird ja von unterschiedlichen Handwerkern mit unterschiedlichen Gewerk und unterschiedlichen Gaben gebaut! ( Wer will schon ein Gebäude, dass komplett vom Fundament bis zum Dach und Fenster und Türen nur von Maurern errichtet wird 😉 )

Die Diener Gottes müssen zusammenarbeiten, um Gottes Tempel zu bauen. Haggai und Zacharias, ein älterer und ein jüngerer Mann, dienten beide dem jüdischen Überrest mit dem Wort, und Gott segnete ihre gemeinsamen Bemühungen. Es ist tragisch, wenn Prediger und Kirchen miteinander konkurrieren und sogar öffentliche Streitigkeiten austragen, die dem Feind Munition geben, um das Evangelium zu bekämpfen. „Denn wir sind Arbeiter mit Gott“ (1. Korinther 3,9).

„Be“ Commentary Series

Vor 60 Jahren

Mein Opa erzählte nicht viel über den Mauerbau 1961, auch wenn sich das Leben dadurch ja änderte.

EINEN der Kongresse des Jahres 1961 zu besuchen ist in der Tat für alle Gott hingegebenen christlichen Zeugen eine Pflicht. Zur Zeit sind dreizehn dieser Kongresse für die Vereinigten Staaten, Kanada und Europa geplant. Ohne Zweifel wird jeder Zeuge, der einen dieser Kongresse besucht, nachher sagen: „Das war bestimmt der beste Kongreß, den wir je hatten! Ich hätte nicht geglaubt, daß er so schön würde.“ Ja, Jehova hält durch seine Organisation für alle, die bei den Kongressen des Jahres 1961 anwesend sein werden, wunderbare Segnungen bereit.
Bei diesen Kongressen werden wir „ein Mahl von Fettspeisen“ genießen, „ein Mahl von Hefenweinen, von markigen Fettspeisen, geläuterten Hefenweinen“, und das sechs Tage lang! Getrennt von der Welt, werden wir in unserem neuen System der Dinge freudig, harmonisch, eifrig und selbstlos zusammenarbeiten und so einen Vorgeschmack von den Königreichssegnungen erhalten, deren wir uns in der paradiesischen neuen Welt nach Harmagedon erfreuen werden. — Jesaja 25:6.

Zwei europäische Kongresse werden in der darauffolgenden Woche, vom 18. bis 23. Juli, stattfinden, der eine in Norddeutschland, nämlich in Hamburg, und der andere in Turin (Torino), Italien, im nordwestlichen Teil des Landes. Jene, die den Kongreß in Hamburg besuchen, können sich darauf freuen, Brüder aus ganz Deutschland und auch aus Österreich, der Schweiz und Luxemburg zu treffen.

Während die alte Welt täglich verwirrter, unglücklicher und ärmer wird, herrschen in der Neuen-Welt-Gesellschaft Freude, Friede und Wohlfahrt. Zu den auserlesensten Segnungen gehören bestimmt jene, die wir bei unseren Kongressen empfangen. Laßt uns daher sogleich Pläne machen und auf den Besuch dieser Kongresse hinarbeiten und Geld dafür sparen, sofern wir das nicht bereits getan haben. Laßt uns ferner den Menschen guten Willens, mit denen wir Bibelstudien durchführen, beistehen, ihren Sinn auf den Kongreß zu richten, und ihnen Hilfe bieten, ihn zu besuchen, wenn wir das können. Je größere Anstrengungen wir machen, um ihm beizuwohnen, je mehr wir uns auf ihn freuen, um so größer wird unser Segen werden, wenn er dann Wirklichkeit wird. Wer weiß, wann wir in dieser unruhvollen Welt, die so nahe am Abgrund eines weiteren totalen Krieges taumelt, und da Harmagedon so nahe ist, wieder die Freude weiterer solcher Kongresse haben werden! So besucht denn auf alle Fälle einen der Kongresse des Jahres 1961!

Wachtturm – 1.April 1961

Auf diesem Kongreß war natürlich in den Pausen auch der drohende Mauerbau ein Gesprächsthema. Also was tun? Gleich im „Westen“ etwas neues aufbauen? Oder doch wieder zurück nach Pankow? Mein Opa erzählte, dass die „leitenden Brüder“ dazu aufgefordert hätten, wieder nach Hause zu fahren – da ja auch in der DDR Verkündiger benötigt würden. Nun das taten meine Großeltern. Der Bau der Berliner Mauer änderte so einiges – besonders was die „Versorgung“ mit religiöser Literatur betraf.

Sah es 1961 so aus, als würde die Mauer bis „zum Ende der Welt“ stehen bleiben – so blieb sie nur bis 1989/1990. Wer heute durch Berlin läuft, könnte fast meinen, dass es dieses teilende Bauwerk nie gegeben hätte – denn außer ein paar Fragmente, ist nichts von übrig geblieben.
Was geblieben ist: jedes Jahr von neuem sind die „aktuellen Kongresse“ die „besten aller Zeiten“, ein „Festmahl“ usw usf, wenn das Programm von 6 volle Tage auf 3,5 Tage … auf 3 Tage….

„wir nehmen auch kleine Spenden“

Da bekommt man doch tatsächlich in Vortragsform den netten Aufruf, doch zu spenden, damit „das Werk weiter läuft“. Dann gibt es noch die netten Briefe, in denen die Zahlkarte für die Spende gleich beiliegt. Nein, nicht für die 3. oder 4. Welt, sondern für Menschen, die in der 1.Welt leben!
Ich dachte immer, dass mich das nur ärgert – aber heute Nacht hörte ich einen weiteren Koning …und war echt erstaunt, dass dieser Bibellehrer Klartext redet!

Es kann auch sein, dass sie mit der Bruderliebe ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen waren und dass die Bruderliebe mehr der Sucht glich, sich in alles einzumischen. Das könnte erklären, warum er in Vers 11 von der Bruderliebe zum Leben in der Gesellschaft übergeht. Die Sorge füreinander birgt die Gefahr, dass wir anfangen, übereinander zu herrschen und uns gegenseitig vorschreiben, wie der andere zu sein hat. Dafür sollten wir keine Zeit haben. Jeder Christ sollte ein volles Tagesprogramm haben, ohne unruhig zu werden, wie die Dinge bei den Mitgläubigen laufen. (Das trifft natürlich nicht zu, wenn man eindeutig sündige Praktiken bei einem Mitgläubigen feststellt.)
Paulus hatte ihnen dazu klare Befehle gegeben. Es erwies sich als notwendig, sie daran zu erinnern. Es ist auch für dich gut zu wissen, dass du das Werk tust, das der Herr dir aufgetragen hat (Mk 13,34). Manchmal kommt es vor, dass junge Gläubige in ihrer ersten Begeisterung nur noch Bibelstudium machen und das Evangelium weitersagen wollen. Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Doch das ist nicht Gottes Wille. Er will, dass du mit deinen eigenen Händen arbeitest.
Es ist ein Missverständnis zu unterstellen, dass Menschen, die sich vollzeitig dem Werk des Herrn widmen können, heiliger sind oder sich auf einem höheren geistlichen Niveau befinden. Dieser Gedanke ist rein heidnisch. In Indien findet man zum Beispiel solche Menschen. Es müssen sehr klare und durch andere geistlich zu beurteilende Gründe vorliegen, wenn du deine Arbeit in der Gesellschaft aufgibst, um dich geistlicher Arbeit zu widmen. Paulus zeigt hier, dass heilige Menschen gewöhnlich mit ihren Händen arbeiten. Darin war er ihnen auch selbst ein Vorbild (2,9).
Einige in Thessalonich arbeiteten nicht mehr. Möglicherweise hatten sie dafür fromme Gründe, dass sie beispielsweise auf die Wiederkunft des Herrn warteten. Konnte Er nicht jeden Augenblick kommen? Warum sollte man sich dann noch mit irdischen Dingen beschäftigen? Die Folge war jedoch, dass sie sich mit den Dingen anderer beschäftigten. Es ist geistlich nicht gesund, passiv auf das Wiederkommen des Herrn zu warten. Das Wiederkommen des Herrn zu erwarten ist prima, zugleich müssen wir allerdings unsere Arbeit tun, da wir sonst Dinge tun, durch die wir anderen Schaden zufügen.
Du musst bedenken, dass die, „die draußen sind“, also die Ungläubigen um dich her, dich beobachten. Sie sehen, wie du dein Leben ausfüllst. Es wäre eine regelrechte Schande für den Namen des Herrn, wenn sie sähen, dass du mit verschränkten Armen dasitzt, ohne etwas zu tun, und inzwischen erwartest, dass andere dafür sorgen, dass es dir nicht an Essen und Trinken fehlt. Das geht natürlich nicht.
Gerade in einer Arbeitsumgebung hast du Gelegenheit zu zeigen, für wen du lebst und wen du erwartest. Der Herr Jesus preist dich dann glücklich: „Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, damit beschäftigt finden wird“ (Lk 12,43). Du kannst in deiner täglichen Beschäftigung ein schönes Mittel sehen, die Lehre Gottes, deines Heilandes, in allem zu zieren (Tit 2,10).
Bruderliebe ist nur innerhalb der Familie Gottes zu finden. Alle Ungläubigen befinden sich außerhalb. Du brauchst nichts von ihnen. Das meine ich nicht hochmütig, doch du würdest ihnen ein falsches Bild von einem Christen vermitteln, wenn du auf Kosten anderer, der Gesellschaft, leben würdest. Gott hat bestimmt, dass du für dein Essen arbeiten sollst. Diesen Auftrag gab Er bereits Adam. Der musste an die Arbeit, um den Segen, den Gott für ihn hatte, genießen zu können (1Mo 2,15). Nach dem Sündenfall hat Gott es als ein Gebot gegeben (1Mo 3,17).

Neben dem Hinweis auf das Vorbild, das er gegeben hatte, als er bei ihnen war, erinnert er sie auch an einen Befehl, den er erteilt hatte, als er bei ihnen war. Er zitiert das für die Vergesslichen: „Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen.“ Es geht also um jemanden, der nicht arbeiten will. Jeder, der unfreiwillig arbeitslos ist, muss sich weiterhin einsetzen, dass er Arbeit findet. Der Antrieb dazu kann nach vielen enttäuschenden Versuchen stark schwinden. Es kann auch geschehen, dass jemandem eine Arbeit angeboten wird, die eine Einkommensminderung mit sich bringt. Die Gefahr ist dann groß, dass jemand sich weigert, diese Arbeit anzunehmen.
Wenn feststeht, dass jemand nicht arbeiten will, darf man ihm nichts zu essen geben. Solche Personen missbrauchen leichtfertig die Gutmütigkeit anderer. Sie gehen häufig sogar so weit, dass sie meinen, dass andere verpflichtet seien, ihnen zu essen zu geben. Wer moralisch so abgewichen ist, hat wirklich den Weg verlassen. Seiner eigenen Verantwortung will er nicht nachkommen, doch er weiß genau, was die Verantwortung der anderen ist, und das nur, um selbst einen Vorteil dadurch zu haben.
Das Zitat ist deutlich: Willst du nicht arbeiten? – Dann gilt auch: nicht essen. Das ist kein Befehl für die Unordentlichen. Die stören sich nicht daran und werden alles essen, was man ihnen vorsetzt. Es ist ein Befehl an die Gläubigen, nicht ihr freigiebiges Herz sprechen zu lassen, wenn so jemand zu ihnen kommt und mitessen will. Der möge dann Hunger bekommen und sich an die Arbeit begeben, um seinen Hunger zu stillen (Spr 16,26).

Lies noch einmal 2 Thessalonicher 3,6–11. – Was meinst du, wie deine Umgebung dich kennt: als eifrig oder als jemanden, der eine ruhige Kugel schiebt?

Ger de Koning – Die Briefe an die Thessalonicher – Eine Erklärung der Briefe von Paulus speziell für dich


Ist es also doch nicht unbiblisch, wenn ich alle Spendenaufrufe in den Papierkorb werfe? Ich denke, dass jeder, der aktiv für Jehovah arbeitet, auch seinen Lohn erhalten sollte – aber eben nur derjenige, und nicht der ganze „Wasserkopf“ der sich darum bildet. Denn es scheint immer mehr Menschen zu geben, die sich als „Vollzeitdiener“ bezeichnen, aber eigentlich gar nichts für Jehovah tun, sondern nur ihre eigenen Ideen umsetzen wollen….

Das Zeichen der zwei Stäbe

Und das Wort Jehovas geschah zu mir also:
Und du, Menschensohn, nimm dir ein Holz und schreibe darauf: Für Juda und für die Kinder Israel, seine Genossen. Und nimm ein anderes Holz und schreibe darauf: Für Joseph, Holz Ephraims und des ganzen Hauses Israel, seiner Genossen.
Und bringe sie zusammen, eines zum anderen, dir zu einem Holze, so daß sie geeint seien in deiner Hand.
Und wenn die Kinder deines Volkes zu dir sprechen und sagen: Willst du uns nicht kundtun, was diese dir bedeuten sollen?
so rede zu ihnen: So spricht der Herr, Jehova: Siehe, ich werde das Holz Josephs nehmen, welches in der Hand Ephraims ist, und die Stämme Israels, seine Genossen; und ich werde sie dazu tun, zu dem Holze Judas, und werde sie zu einem Holze machen, so daß sie eins seien in meiner Hand.
Und die Hölzer, auf welche du geschrieben hast, sollen in deiner Hand sein vor ihren Augen. Und rede zu ihnen: So spricht der Herr, Jehova: Siehe, ich werde die Kinder Israel aus den Nationen herausholen, wohin sie gezogen sind, und ich werde sie von ringsumher sammeln und sie in ihr Land bringen. Und ich werde sie zu einer Nation machen im Lande, auf den Bergen Israels, und sie werden allesamt einen König zum König haben; und sie sollen nicht mehr zu zwei Nationen werden, und sollen sich fortan nicht mehr in zwei Königreiche teilen. Und sie werden sich nicht mehr verunreinigen durch ihre Götzen und durch ihre Scheusale und durch alle ihre Übertretungen; und ich werde sie retten aus allen ihren Wohnsitzen, in welchen sie gesündigt haben, und werde sie reinigen; und sie werden mein Volk, und ich werde ihr Gott sein.
Und mein Knecht David wird König über sie sein, und sie werden allesamt einen Hirten haben; und sie werden in meinen Rechten wandeln, und meine Satzungen bewahren und sie tun. Und sie werden wohnen in dem Lande, das ich meinem Knechte Jakob gegeben, worin eure Väter gewohnt haben; und sie werden darin wohnen, sie und ihre Kinder und ihre Kindeskinder, bis in Ewigkeit; und mein Knecht David wird ihr Fürst sein ewiglich. Und ich werde einen Bund des Friedens mit ihnen machen, ein ewiger Bund wird es mit ihnen sein; und ich werde sie einsetzen und sie vermehren, und werde mein Heiligtum in ihre Mitte setzen ewiglich. Und meine Wohnung wird über ihnen sein; und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein.
 Und die Nationen werden wissen, daß ich Jehova bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum in ihrer Mitte sein wird ewiglich.
Elberfelder Bibel 1905 – Hesekiel 37:15-28

Relief auf der schwarzen Dioritstele, in die das Gesetz des Hammurapi (18. Jh. v. Chr.) eingemeißelt ist (heute im Louvre-Museum in Paris). Der Sonnengott setzt Hammurapi zum König ein, indem er ihm die Königsinsignien (Stab und Ring) übergibt und damit zugleich den Auftrag, die soziale Ordnung mit gerechten Gesetzen zu etablieren und zu garantieren.

Nachdem wir jetzt immer wieder Bibeltexte hatten, die man unterschiedlich auslegen könnte, haben wir hier einen Bibelvers, der sich selbst erklärt – denn Hesekiel bekommt die Erklärung ja mit dazu – und jede Diskussion ob es vielleicht eine andere Erklärung geben könnte, ist damit ein direkter Angriff auf denjenigen, der Hesekiel den Auftrag gibt.

Also schauen wir uns hier das Bild an:
Zwei Stäbe dienen als Grundlage. Nun ist die Frage, für was stehen Stäbe? Wenn wir danach googeln, dann gibt es „zwei Stäbe auf der Tarotkarte“ – oder wir schauen in die Bibel, und stellen fest, dass schon vom 1.Buch Mose an, Stäbe als Symbol für Macht gebraucht werden – der Stab den Juda bei Tamar hinterläßt, der Stab von Mose, der Stab von Aaron, durch den die Wunder geschehen. Dann schauen wir in die Umliegenden Völker, und sehen, dass der König einen Stab und Ring erhält, um Macht zu haben.
Nein, es ist keine symbolische Erfüllung im Jahr 1919, obwohl die Erkläungen davor schon schön war, was Hesekiel meinte:

Wofür steht „Ephraim“? Der erste König des nördlichen Zehnstämmereichs, Jerobeam, kam vom Stamm Ephraim, der der führende und einflussreichste Stamm geworden war (5. Mo. 33:13, 17; 1. Kö. 11:26). Dieser Stamm ging auf Josephs Sohn Ephraim zurück (4. Mo. 1:32, 33). Joseph hatte von seinem Vater Jakob einen besonderen Segen erhalten. Daher war es passend, dass der Stab, der das Zehnstämmereich versinnbildlicht, „Stab Ephraims“ genannt wurde. Das Nordreich Israel war schon lange in assyrischer Gefangenschaft, die 740 v. u. Z. begann, als Hesekiel die Prophezeiung über die beiden Stäbe aufzeichnete (2. Kö. 17:6). Deshalb war die Mehrheit dieser Israeliten zu dieser Zeit über das ganze babylonische Weltreich zerstreut, das das assyrische Weltreich verdrängt hatte.

607 v. u. Z. wurden das südliche Zweistämmereich und vielleicht auch einige Übriggebliebene vom Nordreich ins Exil nach Babylon weggeführt. Die Könige aus der Linie Judas hatten über die zwei Stämme regiert. Und da die Priester im Tempel in Jerusalem dienten, wurde die Priesterschaft mit den zwei Stämmen in Verbindung gebracht (2. Chr. 11:13, 14; 34:30). Es war daher passend, das Zweistämmereich durch den Stab „für Juda“ zu versinnbildlichen.

Wachtturm Juli 2016

aber dann wird behauptet, dass alle 12 Stämme im Jahre 537 vuZ nach Jerusalem zurück gekehrt wären. Gibt es dafür biblische Belege? Oder ist es eine Behauptung, damit dass offensichtliche zu verschleiern, nämlich dass Jehovah heute dabei ist, sein Volk dorthin zu versammelt?

Die andere Theorie behauptet einfach, dass wir vor der Erklärung durch Jehovah aufhören müssen zu lesen – und die zwei Stäbe eben nicht die Herrschermacht dieser zwei Stämme darstelle, sondern zwei Stäbe, auf denen heilige Schriften gewickelt wären. Klingt auf den ersten Eindruck auch relativ logisch, auch wenn man etwas Fantasie benötigt. Aber schauen wir uns einmal an, wie die Juden die beiden Stöcke nennen, auf denen die eine Tora gerollt wird:

Der Tanach ist das Heilige Buch der Juden. Ein Teil der hebräischen Bibel ist die Tora. Die anderen beiden Teile sind die Propheten (Nevi’im) und die Schriften (Ketuvim). Die Tora besteht aus den fünf Büchern Mose.

Der Begriff Tora bedeutet „Lehre, Gesetz“. Die Tora ist in hebräischen Buchstaben auf handgefertigtem Pergament aus der Haut koscherer („reiner“) Tiere geschrieben.

Die Torarolle ist auf zwei Holzstäbe gewickelt. Die Stäbe werden als „Baum des Lebens“ (hebr. „Ez Hachajim“) bezeichnet. Um die Torarolle wird ein spezielles Stoffband gebunden. Dann wird sie mit einem bestickten Mantel, der sie beschützen und verzieren soll, bedeckt. Die Torarolle darf nicht mit bloßen Händen berührt werden. Daher dient ein silberner Stab als Lesehilfe. An dessen Ende befindet sich eine kleine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger. Die Lesehilfe heißt Jad, nach dem hebräischen Wort für „Hand“.

Im Laufe eines Jahres lesen Juden die Tora im Gottesdienst einmal komplett durch. An Simchat Tora werden das Ende und auch gleich wieder der Anfang der Heiligen Schrift gelesen. Auf diese Weise kommt die Lesung nie zu einem Ende.

https://www.mdr.de/religion/judentum-religioese-symbole-104.html

Oh, da haben wir also ein Problem! Nicht nur, dass es eben nicht eine Rolle für die Bibel und dann ein weiterer Stock für die Rolle des Koran oder was auch immer da ist – nein! Die Juden haben FÜNF heilige Rollen – die zusammen den Tanach bilden! Puh – Hesekiel sah aber nur ZWEI Stäbe! Dann vielleicht die zwei Stäbe auf denen die Tora gewickelt wird? NEIN – geht auch nicht, denn wie oben zitiert, nennen die Juden diese beiden Stäbe dann „Baum des Lebens“!
Um es kurz zu machen: die einfache Erklärung ist so einfach, weil Jehovah die Erklärung gleich anschließt!

In Vers 15 kommt das Wort Jehovas zu Hesekiel und in Vers 16 wird eine neue Prophezeiung angekündigt. Hesekiel erhält zwei Anweisungen: Erstens soll er einen Stab nehmen und darauf schreiben: Für Juda und für die Kinder Israel, seine Gefährten. Der Ausdruck „die Kinder Israels“ schließt die Stämme ein, die mit Juda verbündet waren: Benjamin und Simeon. Hier beziehen sich die Worte „seine Gefährten“ auf die Gefährten von Juda. Der erste Stock steht für das Königreich Juda. Als nächstes wird Hesekiel angewiesen, einen anderen Stab zu nehmen und darauf zu schreiben: Für Joseph, den Stab Ephraims, und für das ganze Haus Israel, seine Gefährten. Die Formulierung „der Stock Ephraims“ bezieht sich auf den prominentesten Sohn Josephs, der den Stamm Ephraim, den prominentesten Stamm des Nordreiches, gezeugt hat. Die Formulierung „das ganze Haus Israel“ bezieht sich auf die anderen neun Stämme, die mit Ephraim verbündet waren; das sind seine Gefährten. Der zweite Stock stellt das Königreich Israel dar. Das eigentliche Zusammenfügen der Stäbe geschieht in Vers 17. Wenn Hesekiel die beiden Stöcke zusammenfügt, scheinen sie in seiner Hand eins zu sein.
Hesekiel 37:18-20
Hesekiels Handlungen veranlassten das Volk, in Vers 18 nach einer Erklärung dieser symbolischen Handlung zu fragen. Die Frage, die in den Köpfen von Hesekiels Volk, dem jüdischen Volk, aufkam, war: „Willst du uns nicht zeigen, was du mit diesen Dingen meinst?“ Das zeigt, dass sich die Einstellung des Volkes gegenüber Hesekiel geändert hat. Anstatt sich über ihn lustig zu machen oder ihn einfach zu ignorieren, wird er jetzt ganz ernst genommen, wenn er diese symbolische Handlung mit den beiden Stöcken vollzieht. Hesekiel antwortet, dass Gott verkündet: Siehe, ich, d.h. Gott selbst wird Juda und Israel zusammenführen, damit sie wieder ein Volk sind. Gott erklärt dann, wie sie in meiner Hand eins sein werden. Beachten Sie, dass der Ausdruck „in meiner Hand“ Gottes Hand bedeutet; es ist Gott, der dies herbeiführen wird, nicht Hesekiel.
Hesekiel 37:21-23
Die Anwendung des Zeichens bezieht sich speziell auf das Volk Israel, und Hesekiel hebt drei Dinge hervor. (1) Gott wird das jüdische Volk wieder sammeln, (2) das Volk wird wieder vereinigt werden (vgl. 1. Chron 17,21), und (3) Gott verspricht eine zukünftige Reinigung von Götzen, abscheulichen Dingen und Übertretungen.
Hesekiel 37:24
Zwei von Davids Ämtern werden in diesem Vers offenbart: König und Hirte. Das erste Amt ist das eines Königs. Im Regierungssystem des Messianischen oder Tausendjährigen Reiches wird Jesus als König über die ganze Welt herrschen. Unter Ihm wird es zwei Regierungszweige geben: den heidnischen Zweig und den jüdischen Zweig. Der heidnische Zweig der Regierung wird aus den Heiligen der Kirche und den Heiligen des Leidens bestehen, die dazu bestimmt sind, zusammen mit dem Messias über die heidnischen Nationen zu regieren. Der auferstandene David ist dazu bestimmt, zusammen mit Jesus über den jüdischen Zweig zu regieren. Aus der Sicht des Messias ist David Sein Diener; aber aus der Sicht Israels wird David ihr König sein. Das zweite Amt Davids ist das eines Hirten. Als Hirte wird er Israel leiten und er wird Israel weiden. Nie wieder wird Israel einen Führer haben, der es in die Irre führt. Unter Davids Führung und Hirtenschaft als König wird die jüdische Nation in den Ordnungen Gottes wandeln und sie werden Gottes Satzungen im Tausendjährigen Königreich einhalten.
Hesekiel 37:25
Hesekiel bringt in diesem Vers zwei Gedanken zum Ausdruck: Gott wird ihnen das Land Israel geben; und zweitens, sie werden das Land über Generationen hinweg bewohnen. Das Wort „sie“ bezieht sich auf die erste Generation, die das Königreich betritt. Der Ausdruck ihre Kinder und ihrer Kinder Kinder bezieht sich auf die nachfolgenden Generationen, die im Königreich geboren werden. Das hebräische Wort, das hier für ewig verwendet wird, ist ad olam, was „bis zu einem Zeitalter“ bedeutet, nicht „eine Ewigkeit“. Es gibt kein klassisches hebräisches Wort, das tatsächlich „Ewigkeit“ bedeutet. Das Hebräische kommt diesem Begriff am nächsten mit einem Ausdruck wie „ohne Ende“. Das ist in der Tat, wie Gott beschrieben wird. Obwohl das Wort für „ewig“ sehr oft in englischen Übersetzungen zu finden ist, lautet das hebräische Wort entweder le olam, was „bis zu einem Zeitalter“ bedeutet, oder ad olam, was „bis zu einem Zeitalter“ bedeutet. Mit anderen Worten, sobald sie in das Land gebracht werden, werden sie das Land während des gesamten Königreichszeitalters ununterbrochen besitzen. Zu keinem Zeitpunkt während der tausend Jahre des Königreichs werden sie des Landes beraubt oder wieder aus dem Land verstreut werden. Während er früher König und Hirte genannt wurde, wird er jetzt Fürst genannt. Aus der Sicht Israels wird er ihr König sein; aber aus der Sicht des Messias wird er ein Fürst sein, weil er unter der Autorität des Königs Messias stehen wird. Er wird ihr Fürst für immer sein, aber wieder ist das hebräische Wort, das hier verwendet wird, ad olam, was „bis zu einem Zeitalter“ bedeutet. Mit anderen Worten, dies wird Davids Amt während des gesamten Messianischen Königreichs sein; er wird von dieser Position in keiner Weise abgesetzt werden.
Hesekiel 37:26-28
Der Tausendjährige Tempel wird im Tausendjährigen Reich gebaut werden und wird der vierte Tempel sein, von dem in der Schrift gesprochen wird. Hesekiel beschreibt später diesen tausendjährigen Tempel, den Gott im messianischen Königreich errichten wird, in den Kapiteln 40-48. Die Grundlage des Tausendjährigen Tempels wird der Neue Bund sein, ein Bund des Friedens, und es ist ein ewiger Bund (Jeremia 31:31-34).
Hesekiel macht drei Punkte. (1) Gott selbst wird sie in das Land setzen; sie werden nicht nur das Recht des Besitzes haben, sie werden tatsächlich im Land wohnen, (2) Sobald sie sich niedergelassen haben, wird Gott sie vermehren; es wird eine Zunahme der jüdischen Bevölkerung geben, (3) Gott wird sein Heiligtum in ihrer Mitte für immer setzen.
In dieser Beziehung, sagt Gott: Meine Hütte wird auch bei ihnen sein. Das hebräische Wort, das hier für Stiftshütte verwendet wird, bedeutet „Meine Wohnstätte der Gegenwart“ oder „Meine Schechinah-Herrlichkeit“. In Vers 26 lag die Betonung des Wortes Heiligtum auf der Heiligkeit des Vierten Tempels, aber in diesem Vers liegt die Betonung des Wortes Stiftshütte darin, dass der neue Tempel die Wohnstätte der Schechinah-Herrlichkeit sein wird. Wann werden die Nationen, also die „Heiden“, erkennen, dass Jehova derjenige ist, der Israel heiligt? Die Antwort Gottes lautet: Wenn mein Heiligtum für immer in ihrer Mitte sein wird. Die heidnischen Nationen werden erkennen, dass diese Wiederherstellung und Wiedervereinigung Israels mit dem Tempel Gottes in ihrer Mitte bedeutet, dass Israels Gott tatsächlich der einzig wahre Gott ist. Hesekiels Vision der beiden Stäbe schließt mit der Verheißung, dass Gott seine Wohnung inmitten der Kinder Israels aufrichten wird.

Arnold Fruchtenbaum – Fragen und Antworten auf ariel.org

Wind, Geist, Atem, Seele?

und der Staub zur Erde zurückkehrt, so wie er gewesen, und der Geist zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Elberfelder 1871 – Kohelet 12,7

und rückkehrte der Staub an die Erde, gleichwie er war,
und der Geisthauch rückkehrte zu Gott, der ihn gab.
Buber und Rosenzweig – Versammler 12,7}}

und zurückkehrt der Staub zur Erde, wie er gewesen, der Lebenshauch aber kehrt zu Gott, der ihn gegeben hat.
de Wette Bibel – Prediger 12,7

der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift – Kohelet 12:7

und der Staub zur Erde zurückkehrt als das, was er vorher gewesen ist, und der Odem (oder: Geist) zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Menge 2003 – Prediger 12:7

Worüber läßt sich besser streiten, als über den Tod?

„Was ist die Bedeutung des physischen Todes?“ Der physische Tod ist die Trennung des immateriellen Teils des Menschen vom materiellen Teil des Menschen (Prediger 12:7; Jakobus 2:26). Es ist kein Aufhören der Existenz oder des Bewusstseins, wie diejenigen glauben, die den „Seelenschlaf“ lehren, sondern es ist lediglich eine Trennung des immateriellen Teils des Menschen vom materiellen Teil des Menschen.

Der physische Tod ist speziell eine Strafe für Sünde (1 Mose 3,19; Num 27,3; Ps 90,7-10; Röm 5,12-21; 6,23; 1. Kor 15,21-22). Das vielleicht beste Beispiel für den physischen Tod als Strafe für Sünde ist 1 Mose 5, wo die Worte und er starb immer wieder aufgezeichnet werden, mit Ausnahme von Henoch (V. 21-24).

Für den Gläubigen wird der Tod jedoch nicht mehr als Strafe angesehen, sondern als Mittel zum Eintritt in den Himmel. Deshalb beschreibt die Bibel den Tod für den Gläubigen mit dem Begriff „schlafen“ (Mk. 5:39; 1 Thess. 4:13-14). Wenn die Bibel den Begriff „Schlaf“ in Bezug auf den Tod verwendet, lehrt sie nicht den Seelenschlaf, weil sich das Wort „Schlaf“ nicht auf die Seele, sondern auf den Körper bezieht. Zum Beispiel gibt es im physischen Schlaf ein vorübergehendes Aufhören der körperlichen Aktivität, aber nicht der Geist-Seele-Aktivität. Der Verstand zum Beispiel arbeitet weiter und andere Facetten des materiellen Teils des Menschen, wie die lebenswichtigen Organe, arbeiten weiter. Der physische Schlaf ist also eine vorübergehende Aussetzung der physischen Aktivität, bis der Körper wieder erwacht. „Schlaf“ im Sinne des Todes ist auch eine vorübergehende Aussetzung der körperlichen Aktivität, aber nicht der Geist-Seele- oder Verstand-Herz-Aktivität, denn der Tod ist keine Beendigung des Bewusstseins oder der Existenz. Für den Gläubigen ist der Tod also keine Strafe mehr, sondern das Mittel, um in den Himmel zu kommen. Für den Gläubigen wird er daher als „Schlaf“ angesehen, eine vorübergehende Aussetzung der körperlichen Aktivität, bis der Körper bei der Auferstehung erwacht.

Das Heilmittel für den physischen Tod wird eine physische Auferstehung sein; die physische Auferstehung wird die Auswirkungen des physischen Todes beseitigen (Römer 5:17; 8:23; 1 Korinther 15:22).

Arnold Fruchtenbaum – Die biblische Sicht des Todes

Der physische Tod ist eine „Trennung“ des immateriellen Teils des Menschen vom materiellen Teil des Menschen (Prediger 12,7; Jak. 2,26), nicht ein „Aufhören“ der Existenz (z.B. Nihilismus) oder des Bewusstseins (z.B. „Seelenschlaf“). Für den Gläubigen wird der Tod jedoch nicht mehr als Strafe angesehen, sondern als Mittel, um in den Himmel zu gelangen. Tatsächlich beschreibt die Bibel den Tod als „Schlaf“ (Mk. 5:39; 1 Thess. 4:13-14), aber „Schlaf“ bezieht sich in diesen Fällen auf den Körper, nicht auf die Seele. In Analogie dazu gibt es im physischen Schlaf ein vorübergehendes Aufhören der körperlichen Aktivität, aber nicht der geistig-seelischen Aktivität. Ebenso ist der physische Tod eine vorübergehende Einstellung der physischen Aktivität, aber nicht der Geist-Seele- oder Verstand-Herz-Aktivität. Das Heilmittel für den physischen Tod wird eine physische Auferstehung sein (Röm. 5:17; 8:23; 1. Kor. 15:22).

Arnold Fruchtenbaum – Fragen und Antworten auf ariel.org

Lehrt die Schrift den Seelenschlaf ?
Zu den vielen Irrlehren gehört auch die Lehre vom Seelenschlaf. Die Vertreter dieser Lehre sagen, dass der Mensch nach dem Tode bewusstlos im Grabe liege und zwar nach Geist, Seele und Leib. Die Schrift aber sagt das Gegenteil (Philipper 1, 23; 2 Korinther 5, 1; Lukas 16, 19 ff.). Wenn die Schrift vom Entschlafen bzw. vom Sterben redet, so hat dies nur Bezug auf den Leib. So lesen wir, dass bei der Auferstehung Jesu viele „Leiber“‘ der Heiligen aus ihren Gräbern hervorgingen (Matthäus 27, 52), von den Seelen und Geistern derselben ist aber keine Rede. Auch unser Traumleben zeigt, dass der Leib ruhen kann, während die Seele und der Geist beschäftigt sind und in ferne Länder wandern. Mit dem Tode enden einzig die leiblichen Funktionen, aber nie die der Seele und des Geistes.
Verschiedene Bedeutungen des Wortes «tot». Der Ausdruck „tot“ meint keineswegs immer dasselbe. So bezeichnet Paulus weltlich gesinnte Frauen als lebendig tot (1 Timotheus 5, 6). Er will damit sagen, dass sie ihrer Gesinnung wegen tot und für Gott unfruchtbar sind. Die Schrift nennt den Unwiedergeborenen tot in Sünden (Epheser 2, 1). Und der Vater des verlorenen Sohns sprach von seinem Sohn als von einem Toten, obwohl er lebte (Lukas 15, 24). In Hesekiel 37 sieht der Prophet das Volk Israel wie ein großes Totenfeld; sie alle sind in Gottes Augen wie Tote, die belebt werden müssen. Dann nennt die Schrift weiter die Verstorbenen und zuletzt jene, die dem zweiten Tode, dem Feuersee anheimfallen, Tote!
Was sagt die Schrift vom Zustand der Entschlafenen? Das Sterben umfasst nur den Leib des Menschen. Geist und Seele aber sterben nicht. Als Lazarus gestorben war, sagte der Herr zwar, dass er schlafe. Die Worte Marthas: „Herr, er stinket schon, zeigen jedoch deutlich, dass er wirklich gestorben war (Johannes 11, 11-14). Trotzdem sagt der Herr zu Martha, die wohl wusste, dass ihr Bruder am jüngsten Tage auferstehen werde, und zwar um sie zu trösten: „Wer da lebet und glaubet an mich, wird nimmermehr sterben“ (Johannes 11, 26). Somit leben die, die an Christus glauben auch dann, wenn sie gestorben sind, weil Jesus die Auferstehung und das Leben ist (Johannes 11, 25).
Von S t e p h a n u s lesen wir, dass er entschlief. Zuvor aber sah er den Herrn zur Rechten Gottes und mit den Worten: „Herr, nimm meinen Geist auf“ legte er denselben in des Herrn Hand, wie der Herr einst am Kreuze hängend Seinen Geist dem Vater übergab (Apostelgeschichte 7, 59; Lukas 23, 46). Beide Fälle zeigen also deutlich, dass das Sterben sich auf den Leib allein und weder auf die Seele, noch auf den Geist bezieht.
Als P a u 1 u s in der Synagoge zu Antiochien predigte, erwähnte er unter anderem das Grab Davids (Apostelgeschichte 13, 36). Er sagt von David, dass er entschlief und dass sein L e i b die Verwesung sah. Es war also sein L e i b und nicht seine Seele oder sein Geist, die im Grabe verwesten. Das Wort „entschlafen“ bezieht sich also nur auf Davids L e i b . Eine direkte Bestätigung dafür bringt gerade der nächste Vers, indem Paulus sagt, dass Gott Jesus aus den Toten auferweckt hat und k e i n e Verwesung gesehen hat. Das Nichtsehen der Verwesung kann sich auf nichts anderes als auf Jesu Leib beziehen; denn während Sein Leib drei Tage in der Gruft ruhte, war Seine Seele mit dem Schächer im Paradies (Lukas 23, 43). Eine klare Bestätigung dafür lesen wir in Epheser 4, 8 bis 10; dort sagt Paulus, dass der Herr erst in die untersten Örter der Erde hinabgestiegen ist. Während vielleicht die Leiber der Gekreuzigten noch an den Kreuzen hingen, hatten der Herr und der Schächer köstliche Geistesgemeinschaft im Paradies. Nach 1 Korinther 15, 20 wird der Herr der Erstling der Entschlafenen genannt, aber auf was anderes, als nur auf Seinen Leib kann dies Bezug haben? Gewiss niemals auf Seinen Geist oder auf Seine Seele.
Der Seelenschlaf wird meistens von alttestamentlichen Stellen abgeleitet, die sagen, dass die Toten nichts mehr wissen (Psalm 6, 5; Prediger 9, 5. 10). Der Zusammenhang dieser Stellen zeigt jedoch, dass dieses Nichtwissen der Toten nur das leibliche Leben angeht. Kann man aus Stellen wie Prediger 9, 5 schließen, dass die Toten überhaupt bewusstlos sind bis zum Tage der Auferstehung? Der Schlüssel zum Buch des Predigers lautet „alles ist eitel“ und „unter der Sonne“. Menschlich gesprochen ist der Tod das Ende von alledem, was unter der Sonne geschieht. Salomo hat eine Aufstellung von dem, was unter der Sonne geschieht, und von den Mühen dieses Lebens gemacht, und sagt dann, dass die Toten nichts mehr davon wissen. Der Tod unterbricht nur die Beziehungen zu dieser Welt (2. Kön. 22, 20). Im letzten Kapitel des Buches des Predigers erhebt sich der Prediger ü b e r die Dinge, die ü b e r der Sonne liegen und sagt, dass der Staub zur Erde zurückkehrt und der Geist zu Gott (Prediger 12, 7). Es steht also nicht geschrieben, dass die Toten überhaupt nichts mehr wissen, und in den Gräbern ruhen und schlafen, denn von einer Auferstehung der Geister und Seelen sagt die Schrift gar nichts. Dieses Schlafen bezieht sich also nur auf den Leib. Ebenso wissen wir, dass Samuel bewusst im Totenreich war (1 Samuel 28, 15); denn er sagt zu Saul, dass er und seine Söhne morgen bei ihm im Totenreich sein werden. Bei der Ankunft des Königs von Babel im Totenreich erhebt sich alles und der ganze Scheol gerät seinetwegen in Bewegung (Jesaja 14, 9). Und ähnliches wird vom Hinabfahren des Pharao gesagt: „Von dem Getöse seines Falles machte ich die Nationen erbeben, als ich ihn in den Scheol hinabfahren ließ zu denen, welche in die Grube gefahren sind. Und alle Bäume Edens, das Auserwählte und Beste des Libanon, alle Wasser trinkenden, trösteten sich in den untersten Örtern der Erde“ usw. (Hesekiel 31, 15-.17; 32, 21). Also auch aus dem Alten Testament geht deutlich hervor, dass es keinen Seelenschlaf gibt, sondern dass dieses Schlafen nur vom Leib, niemals aber vom ganzen Menschen mit Geist, Seele und Leib gesagt wird.

G. R. Brinke – Jenseitiges und Zukünftiges

Er antwortete: ,Ich frage gar nichts nach Plato und Pythagoras, gar nicht einmal danach, ob überhaupt einer solche Ansichten teilt. Es ist ja Wahrheit, was ich da sage. Du aber magst davon lernen. Die Seele ist entweder Leben oder hat (Anteil am) Leben43. Wenn sie nun Leben wäre, dann würde sie etwas anderes zum Leben wecken, nicht sich selbst, gleich wie auch Bewegung eher etwas anderes bewegt als sich selbst. Daß die Seele lebt, wird niemand bestreiten. Wenn sie aber lebt, lebt sie nicht, weil sie Leben ist, sondern weil sie am Leben Anteil hat; das, was Anteil hat, ist etwas anderes als das, woran man Anteil hat. Die Seele aber hat Anteil am Leben, weil Gott will, daß sie lebe. 2. So wird sie nun auch dereinst nicht Anteil haben, wenn nicht Gott will, daß sie lebe. Denn das Leben gehört ihr nicht in gleicher Weise wie Gott. Im Gegenteil, gerade so wie der Mensch nicht immer existiert und nicht immer der Körper mit der Seele verbunden ist, sondern die Seele dann, wenn diese Vereinigung gelöst werden muß, den Körper verläßt und der Mensch nicht ist, so weicht auch von der Seele, wenn sie nicht mehr sein soll, der lebenspendende Geist und ist die Seele nicht mehr, sondern kehrt eben dahin zurück, woher sie genommen wurde’

Justinus: Dialog mit dem Juden Tryphon

Der Mann (Adam) wurde aus dem Staub (adamah) entnommen. Dieses Wortspiel in der Tora spiegelt die geistige Wahrheit der Menschheit Dilemma. Ungehorsam und Sünde haben physische Tod eine Rückkehr zu Staub (adamah) gebracht. Die Trennung des Körpers von der Seele endete Menschen fleischliche Existenz auf der Erde.
Allerdings hielt die jüdische Perspektive immer die Hoffnung auf ein besseres Leben und für die Welt zu kommen. Obwohl der Körper unter dem Fluch des physischen Todes ist, glaubten die Rabbiner , dass jeder Jude auferstehen würde und eine geistige Einheit erfahren. Wie der Schreiber Kohelet (Prediger) auf den Tod reflektiert, stellte er fest , dass „der Staub kehrt zur Erde kam es aus, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben“ (Prediger 12: 7).
Die Art und Weise, in der dieser Prozess stattfindet, hat immer ein Rätsel zu den Weisen gewesen. Rabbi Joshua ben Chananiah zusammengefasst die gemeinsame Stimmung: „Wenn sie wieder zum Leben kommen, werden wir über die Sache beraten“ (babylonischen Talmud, Niddah 70b)! Allerdings scheint es in Bezug auf die Realität der Auferstehung der Toten einen Konsens zu sein. Es gibt viele Bibelvers, die die rabbinischen Kommentatoren zu diesem Ergebnis geführt. Sie wurden auch zu dem Schluss geführt, dass es eine Entscheidung war zu kommen, und dass dieses Urteil würde bestimmen, ob die Menschheit der Ewigkeit in Segen oder in Verurteilung verbringen würde. Die Lehren von Olam habah ( „die Welt zu kommen“) und dem kommenden Gericht entfalten zunehmend in den späteren Schriften des Tanach (Hebräische Bibel). Das Buch Daniel gibt einen Überblick von dem, was in der letzten Zeit für Israel transpirieren wird:

Damals Michael, der der große Fürst dein Volk schützt, entstehen. Es wird eine Zeit der Bedrängnis sein, wie von Anfang an den Nationen bis dahin nicht geschehen ist. Aber zu dieser Zeit Ihre Menschen-alle, deren Namen in der geschrieben gefunden wird Buch wird geliefert. Viele, die unter dem Staub der Erde schlafen, werden aufwachen: etliche zum ewigen Leben, andere zu ewiger Schmach und Schande (Daniel 12: 1-2).

Die Rabbiner davon aus, dass nach dem Tod des Körper einer Person zur Erde zurückkehren würde. Da jedoch der Körper geduldig die zukünftige Auferstehung erwartete, würde der Geist an einen Ort namens Hölle hinabsteigen. Diese spirituelle Stätte soll bestehen aus zwei verschiedenen Fächern: ein Ort des Segens, genannt Paradies, und ein Ort des Gerichts, genannt Geyhinnom. Letztere wurde eine schreckliche Schicksal betrachtet, wie im Hintergrund des hebräischen Namen gesehen. Gey-Hinnom bedeutet wörtlich „Hinnomtal“, die eine der Schluchten ist die Stadt Jerusalem umgibt. Das Erstaunliche an dieser Stelle ist, dass es oft als ein Ort der heidnischen serviert (auch Menschen) Opfer und eine brennenden Müllkippe. Für einen Juden im alten Jerusalem, beschwor der Name Geyhinnom denkbar, die schrecklichsten Bild nach oben. Es war sicherlich eine passende Beschreibung für den geistigen Ort des Gerichts. Die Griechen nannten später den Ort Gehenna oder, wie in Englisch, Hölle übersetzt. Dieses Urteil war so schrecklich, dass die talmudischen Rabbiner glaubten, dass ein gläubiger Jude würde seine Angst verschont: „Ganz Israel einen Anteil in der Welt zu kommen“ (Jerusalem Talmud, Sanhedrin 11: 1).
So stark war das rabbinische Theologie in die Konzepte der Welt halten zu kommen und Zukunft Urteil, das Maimonides (Rambam die) enthalten diese Aussage als Teil seiner Dreizehn Prinzipien des jüdischen Glaubens:

Ich glaube mit vollkommenem Glauben, dass es an der Zeit, eine Auferstehung der Toten sein, wenn es gilt, den Schöpfer bitte, gelobt sei sein Name, und erhaben sein die Erinnerung an ihn für immer und ewig (XIII Prinzip wie von Philips übersetzt, tägliche Gebete, p. 167).

Historisch gesehen haben die jüdischen Menschen in der Auferstehung der Toten geglaubt. Es ist bedauerlich, dass viele zeitgenössischen Juden, darunter ganzen liberalen Zweig (zB Reformjudentum), werden entweder ignoriert oder diese zentrale Lehre desavouiert. Folglich gibt es viele modernen Juden, die keine Vorstellung von der Welt zu kommen oder einfach völlig ablehnen. Modernes Judentum neigt dazu, über die Bedeutung der hier und jetzt zu konzentrieren, was sicherlich von Bedeutung ist. Allerdings müssen die Hoffnung und Zentralität von Olam habah als zentraler Lehre im Judentum heute wieder hergestellt werden.
Diese Hoffnung der Auferstehung und die Welt zu kommen, war eine treibende Kraft bei vielen der biblischen Vorfahren. Von allen Beispielen in der Schrift, vielleicht das Erstaunlichste ist das Zeugnis von Hiob, der so unglaublichen Verluste in seinem Leben gelitten. Als er auf seine fast aussichtslosen Situation reflektiert, offenbarte Hiob seinen wahren Glauben an etwas jenseits dieses Lebens:

Ich weiß , dass mein Erlöser lebt,
und dass am Ende wird er auf der Erde steht.
Und nach meiner Haut zerstört worden ist ,
noch in meinem Fleisch werde ich sehen , Gott
(Hiob 19: 25-26).

Ebenso wichtig wie das irdische Leben ist, hat es eine größere, großartigere Hoffnung auf Ewigkeit in der Schrift offenbarte immer gewesen. Gott wird alle Ungerechtigkeiten korrigieren und alle Probleme dieses kurzen Lebens heilen. Wenn sie richtig verstanden wird, sollte die Realität des Todes und das Urteil zu kommen, man führt die gleiche Einstellung haben wie im Gebet von Moses wider: „lehren uns, unsere Tage richtig zu zählen, dass wir ein weises Herz gewinnen kann“ (Psalm 90 : 12).

Ein messianischen jüdischen Führer zu den biblischen Lebenszyklus und Lifestyle

In der Eden-Erzählung wurde der erste Mensch aus dem Staub der Erde und dem Lebensatem (πνοὴν ζωῆς/נִשְׁמַת חַיִּים) von Gott geschaffen, um eine lebendige Seele zu werden (ψυχὴν ζῶσαν/לְנֶפֶשׁ חַיָּה). Im Prediger wird der „Lebensatem“ zum Geist (τὸ πνεῦμα/רוּחַ), wenn er den Tod beschreibt, die Umkehrung des Schöpfungsprozesses. Tatsächlich heißt es im Prediger, dass der Geist zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat (Prediger 12,7). Ein ähnlicher Gedanke taucht in Gen. 6: 3, wenn Gott erklärt, dass sein Geist (τὸ πνεῦμά μου/רוּחַ) nicht für immer in den Menschen wohnen wird (ἐν τοῖς ἀνθρώποις τούτοις τὸν εἰς αἰῶνα/בָאָדָם לְעֹלָם), was darauf hindeutet, dass Gott sein Eigentum, seinen Geist, irgendwann wieder in Besitz nehmen wird. Das Konzept, dass das Leben von Gott geliehen ist, wie es von Pseudo-Phokylides beschrieben wird, erscheint auch in Wis. 15:8 und Lk. 12:20 (siehe hervorgehobene Sätze).

Der Glaube an ein Leben nach dem Tod und die Auferstehung in den Pseudepigraphen

R. Jehudah sagte: „Wenn ein Toter niemanden hinterlassen hat, der um ihn trauert, sollen zehn Männer an den Ort gehen, an dem er gestorben ist, und seinen Tod betrauern.“ Ein Fremder, der niemanden hatte, der um ihn trauerte, starb in der Nachbarschaft von R. Jehuda; so nahm R. Jehuda jeden Tag zehn Männer, ging zu dem Ort, an dem der Fremde starb, und trauerte um ihn. Nach sieben Tagen erschien der Geist des Fremden dem R. Jehuda im Traum und sagte zu ihm: „Möge dein Herz so leicht sein, wie du meines gemacht hast.“
R. Abuha sagte: „Alles, was in Gegenwart eines Leichnams gesagt wird, ist diesem bekannt, bis er begraben wird und die Erde auf ihn geworfen wird.“ R. Hyya und R. Simeon bar Rabbi sind diesbezüglich unterschiedlicher Meinung: Der eine sagt, bis der Leichnam begraben ist, der andere, bis das Fleisch verwest ist. Derjenige, der sagt, bis das Fleisch verwest ist, stützt seine Behauptung auf den zuvor zitierten Vers: „Sein Leib aber schmerzt, und seine Seele wird um ihn trauern.“ Der andere, der sagt „nur bis er begraben wird“, stützt seine Behauptung auf den Vers [Prediger 12,7]: „Wenn der Staub zur Erde zurückkehren wird, wie er war, und der Geist zu Gott zurückkehren wird, der ihn gegeben hat.“
Die Rabbiner lehrten: „Gib die Seele dem Herrn so rein zurück, wie er sie dir gegeben hat.“ Dies wird durch ein Gleichnis von einem König veranschaulicht, der seinen Dienern einst Kleider gab. Die Weisen unter ihnen kümmerten sich um sie, hielten sie sauber und falteten sie und benutzten sie nur bei besonderen Anlässen. Die Toren zogen sie an und verrichteten darin ihre Arbeit. Natürlich wurden die Kleider schmutzig. Plötzlich verlangte der König die Kleider wieder zurück. Die Weisen brachten sie sauber und ganz zurück, aber die Narren brachten sie schmutzig und verwahrlost zurück. Der König war mit den Weisen zufrieden und befahl ihnen, in Frieden zu gehen, und ließ ihre Kleider aufbewahren; die Kleider der Narren aber befahl er, in die Wäscherei zu schicken, und die Narren wurden ins Gefängnis geworfen. So macht es auch der Heilige, gepriesen sei Er. Über die Leiber der Gerechten sagt er [Jesaja 57,2]: „Er wird in Frieden kommen; sie werden ruhen in ihrer Ruhestätte“; und über die Seelen sagt er [1 Samuel 25,29]: „Und doch wird die Seele meines Herrn mit dem Herrn, deinem Gott, verbunden sein mit dem Band des Lebens.“ Über die Leiber der Gottlosen sagt er [Jesaja 48,22]: „Es gibt keinen Frieden, spricht der Herr, für die Gottlosen“; und über die Seelen der Gottlosen sagt Er [1 Samuel 25,29]: „Und die Seele deiner Feinde wird er wegschleudern, wie aus der Mitte der Schleuder.“
Wir haben gelernt: R. Eliezer sagte: „Die Seelen der Gerechten werden unter dem Thron der Ehre niedergelegt, wie geschrieben steht: ‚Und doch wird die Seele meines Herrn mit dem Band des Lebens gebunden sein‘; und die Seelen der Gottlosen werden zusammengedrängt, bis sie zerschmettert werden, wie geschrieben steht: ‚Die Seelen deiner Feinde wird er wegschleudern.‘ „Wie ist es mit den Seelen der Menschen, die weder rechtschaffen noch böse sind?“, fragte Rabba R. Na’hman. Er antwortete: „Wenn ich tot wäre, würdet ihr es nicht wissen.“ Samuel sagte: Die Seelen der Gerechten, der einfachen Menschen und der Gottlosen werden dem Engel Domah übergeben, der über alle Seelen wacht. Den Seelen der Gerechten wird bald ihre Ruhestätte gegeben; den anderen wird keine Ruhe gegeben, bis sie vor das göttliche Gericht kommen.
R. Mari sagte: „Auch die Körper der Gerechten verwesen, wie es geschrieben steht: ‚Wenn der Staub zur Erde zurückkehrt, wie er war.‘ „

Der Babylonische Talmud

„Lieber Herr Segal: Gibt es einen Himmel und wenn ja, wie stehen meine Chancen, dorthin zu gelangen?“
So schrieb eine ältere jüdische Dame an den verstorbenen Kolumnisten Alfred Segal.
„Vielleicht können Sie uns sagen, wohin wir alle von hier aus gehen, wenn überhaupt. Mein Mann und ich stellen uns diese Frage von Zeit zu Zeit, aber wir bekommen nie eine Antwort. Was ist Ihre Idee und was sagt unser TENACH* dazu?“
Auf diese quälende Frage hatte Herr Segal keine eindeutige Antwort.
Es gibt Millionen von Menschen, die sich wie diese jüdische Frau mit wachsender Besorgnis fragen: „Wohin gehen wir von hier aus?“ „Gibt es einen Himmel?“ „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?“
Früher oder später werden wir uns alle mit dieser wichtigen Frage auseinandersetzen müssen: „Wie geht es weiter?“
Wenden wir uns dem TENACH* zu und untersuchen wir die jüdischen Lehren zu diesem Thema über die Jahrhunderte hinweg.
Jeder fromme Jude ist angehalten, beim Aufstehen am Morgen das folgende Gebet zu sprechen:
„O mein Gott, die Seele, die du mir gegeben hast, ist rein; du hast sie erschaffen, du hast sie geformt, du hast sie mir eingehaucht; du bewahrst sie in mir; und du wirst sie von mir nehmen, aber du wirst sie mir im Jenseits wiedergeben. Solange die Seele in mir ist, will ich Dir danken, Herr, mein Gott und Gott meiner Väter, Herrscher über alle Werke, Herr aller Seelen! Gesegnet seist Du, Herr, der die Seelen in die toten Körper zurückbringt“ (Tägliche Gebete, Stern, S. 14).
Das ist der Glaube des traditionellen Judentums an die Unsterblichkeit der Seele und an die Auferstehung des Körpers.
Der TENACH* versucht nicht zu beweisen, dass der Mensch unsterblich ist. Er nimmt sie an, so wie er die Existenz Gottes annimmt, ohne zu versuchen, sie zu beweisen. Gott ist die Quelle aller Wirklichkeit, Er ist die höchste Wirklichkeit. Die Seele ist unsterblich, weil Gott, der die Seele des Menschen geschaffen hat, selbst unsterblich ist.
Im Buch Genesis steht, dass Gott der Schöpfer allen Lebens ist, ob Pflanze, Tier oder Mensch. Nur vom Menschen wird gesagt, dass er nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen wurde.

Sterblichkeit im jüdischen Denken

UND GOTT SAGTE: Laßt uns den Menschen machen nach unserem Bilde, nach unserem Gleichnis ... Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie (1. Mose 1,26.27).

Die düstere Sichtweise, die in Prediger zum Ausdruck kommt, repräsentiert nicht den Glauben Salomos, sondern eher die Position eines ratlosen Menschen, der das Leben abseits von Gott betrachtet.

Sterblichkeit im jüdischen Denken
DENN WAS DEN MENSCHENKINDERN WIDERFÄHRT, DAS WIDERFÄHRT AUCH DEN TIEREN; WIE DAS EINE STIRBT, SO STIRBT AUCH DAS ANDERE; JA, SIE HABEN ALLE DENSELBEN ODEM, SO DASS DER MENSCH SICH NICHT ÜBER DAS TIER ERHEBT; DENN ALLES IST EITEL. ALLE GEHEN AN EINEN ORT; ALLE SIND AUS DEM STAUB, UND ALLE KOMMEN ZUM STAUB ZURÜCK (Prediger 3:19, 20)

Salomos echter Glaube an die Unsterblichkeit des Menschen spiegelt sich in den folgenden Abschnitten wider:

UND DER STAUB KOMMT ZUR ERDE ZURÜCK, WIE ER WAR, UND DER GEIST KOMMT ZU GOTT ZURÜCK, DER IHN GEBEN HAT (Prediger 12,7).

Die vielleicht deutlichste Aussage über den Glauben an die Unsterblichkeit des Menschen stammt von Hiob:

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und dass er am Ende über dem Staub zeugen wird; und wenn meine Haut vernichtet ist, dann werde ich ohne mein Fleisch Gott sehen, den ich selbst sehen werde, und meine Augen werden ihn sehen und nicht die eines anderen (Hiob 19,25-27).

In den Psalmen finden wir zahlreiche Stellen, die den Glauben an das ewige Leben, das Leben mit Gott jenseits des Grabes, deutlich zum Ausdruck bringen:

ICH WERDE DEIN GESICHT IN GERECHTIGKEIT ERHALTEN; ICH WERDE, WENN ICH WACHE, MIT DEINEM GLAUBEN BEFRIEDIGT SEIN (Psalm 17,15).

GOTT WIRD MEINE SEELE ERLÖSEN VON DER MACHT DER NETTEN WELT; denn ER WIRD MICH ERHALTEN (Psalm 49,16).

Derselbe Glaube an den endgültigen Sieg Gottes über den Tod kommt auch beim Propheten Jesaja zum Ausdruck:

ER WIRD den Tod für immer verschlingen (Jesaja 25,8).

Es ist interessant, dass ein ähnlicher Glaube an Gottes endgültigen Sieg über den Tod in dem bekannten Pessach-Lied „Had Gadya“ – Nur ein Kind – zum Ausdruck kommt, das mit der folgenden Passage schließt:

"DA KAM DER HEILIGSTE, GEPRIESEN SEI ER, UND ERSCHLUG DEN TODESENGEL ..."

Hier haben wir ein Echo auf die Worte von Saulus-Paulus:

DER LETZTE Feind, der vernichtet wird, ist der Tod (1. Korinther 15,26).

Die Vision vom Tal der dürren Gebeine in Hesekiel 37:1-28 bezieht sich zwar in erster Linie auf die Auferstehung Israels als Nation, setzt jedoch den Glauben an die Auferstehung des einzelnen Menschen voraus, ohne den die nationale Auferstehung nicht denkbar wäre. Die dramatische Beschreibung der physischen Auferstehung wird hier als Bild für die nationale Auferstehung verwendet:

Sterblichkeit im jüdischen Denken
UND ICH WEISSAGTE, WIE MIR BEFOHLEN WAR; UND ALS ICH WEISSAGTE, DA GAB ES EIN GETÖSE, UND SIEHE, EIN GETÜMMEL, UND DIE GEBEINE KAMEN ZUSAMMEN, KNOCHEN AN KNOCHEN. UND ICH SAH, UND SIEHE, DA WAREN SEHNEN AN IHNEN, UND FLEISCH KAM HERVOR, UND HAUT BEDECKTE SIE OBEN; ABER ES WAR KEIN ODEM IN IHNEN.

DA SAGTE ER ZU MIR: WEISSAGE DEM ODEM, WEISSAGE, MENSCHENSOHN, UND SPRICH ZU DEM ODEM: SO SPRICHT GOTT, DER HERR: KOMM VON DEN VIER WINDEN, O ODEM, UND HAUCHE DIESE ERSCHLAGENEN AN, DASS SIE LEBEN." SO PROPHESIERTE ICH, WIE ER MIR GEBOTEN HATTE, UND DER Odem KOMMTE IN SIE, UND SIE LEBTEN UND BLEIBTEN AUF IHREN FÜSSEN STEHEND, EIN ÜBERGRÖßLICH GROSSES HEER (Hesekiel 37,7-10).

In dieser majestätischen Szene wird die Auferstehung als Wiederherstellung der Körper der Menschen durch die Macht von Gottes Befehl und Gottes Atem dargestellt.
Wiederum in Daniel 12:2:

UND VIELE VON DENEN, DIE IM STAUB DER ERDE SCHLAFEN, WERDEN AUFWACHEN, DIE EINEN ZUM EWIGEN LEBEN, DIE ANDEREN ZU SCHMACH UND EWIGEM ABSCHEU.

Wenn wir uns der Literatur zuwenden, die den Zeitraum von 400 Jahren zwischen dem TENACH* und dem Neuen Testament abdeckt, haben wir ein ständig wachsendes Volumen an Zeugnissen für den Glauben der Juden an die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung des Körpers.
Die Literatur aus dieser Zeit ist als Apokryphen und Pseudepigraphen bekannt.
Apokryphen ist ein griechisches Wort, das die verborgenen oder verborgenen Schriften bedeutet. Später bekam es die Bedeutung von legendärer oder gefälschter Literatur. Obwohl diese Schriften als hilfreich und erbaulich angesehen wurden, wurden sie nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen und galten nie als von Gott inspiriert.
Dennoch sind die Apokryphen und Pseudepigraphen als historische Dokumente wichtig, aus denen wir etwas über den Glauben der Juden in der Zeit zwischen dem TENACH* und dem Neuen Testament erfahren können.
Von besonderer Bedeutung für unser Thema ist das Buch Henoch, etwa Mitte des zweiten Jahrhunderts v. Chr. Dort wird das Schicksal der Gerechten im Jenseits so beschrieben:
„Und die Gerechten und Auserwählten werden an jenem Tag gerettet werden,
Und sie werden von nun an niemals mehr das Antlitz der Sünder und Ungerechten sehen.
Und der Herr der Geister wird über sie wachen (Henoch 62,13-15).
Andererseits wird das Schicksal der Ungerechten auf diese Weise dargestellt:
„Und sie werden zu sich selbst sagen: ‚Unsere Seelen sind voll ungerechten Gewinns, aber das hindert uns nicht daran, aus ihrer Mitte in die Last des Scheol hinabzusteigen.‘
Und danach werden ihre Gesichter von Finsternis erfüllt sein
und Schande vor dem Menschensohn,
und sie werden von seinem Angesicht vertrieben werden,
und das Schwert wird vor seinem Angesicht in ihrer Mitte bleiben“ (Henoch 63:10, 11).
Nach dem Buch Henoch wird es nach dem Tod ein Gericht geben, bei dem Gott und der Messias der Richter sein werden. Dann werden Gott und der Messias gerechtfertigt werden und triumphieren.
„In jenen Tagen befahl der Herr (ihnen), die Kinder der Erde zu rufen und ihnen von ihrer Weisheit zu berichten: Zeigt es ihnen; denn ihr seid ihre Führer und ein Lohn für die ganze Erde. Denn Ich und Mein Sohn werden für immer mit ihnen vereint sein auf den Pfaden der Rechtschaffenheit in ihrem Leben, und ihr werdet Frieden haben; freut euch, ihr Kinder der Rechtschaffenheit. Amen“ (Henoch 105:1, 2).
Die Apokalypse des Baruch, von der man annimmt, dass sie um das Jahr 100 n. Chr. geschrieben wurde, gibt dem Leben im Jenseits in den Kapiteln 49:2; 51:10 Ausdruck.
Wir stellen also fest, dass der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung des Leibes in der Literatur der zwischentestamentlichen Zeit nachdrücklicher und deutlicher zum Ausdruck kommt als in den vergangenen Jahrhunderten. Dieser Glaube hat oft eine starke Ähnlichkeit mit der neutestamentlichen Lehre zu diesem Thema.
In der großen Sammlung rabbinischer Literatur, die als Talmud* (ca. 200 bis 600 n. Chr.) bekannt ist, finden wir einen großen Fundus an Ansichten und Überzeugungen zur Unsterblichkeit.
In der Mischna, dem frühesten Teil des Talmuds, befindet sich die wichtige Abhandlung Pirke Aboth, „Die Sprüche der Väter“. Dort werden die folgenden Gedanken über die Auferstehung und das zukünftige Gericht geäußert:
„Rabbi Elazar ha-Kappar sagte: Neid, Begierde und Eitelkeit verkürzen das Leben des Menschen.
„Er pflegte zu sagen: Diejenigen, die geboren werden, sind dazu bestimmt zu sterben; diejenigen, die tot sind, sind dazu bestimmt, wieder zum Leben erweckt zu werden; und die Lebenden sind dazu bestimmt, gerichtet zu werden. (Es ist an euch) zu wissen, zu verkünden und sicher zu sein, dass er Gott ist. Er ist der Macher, er ist der Schöpfer, er ist der Unterscheidende, er ist der Richter, er ist der Zeuge, er ist der Klagende; er ist es, der richten wird. Gesegnet sei er, vor dessen Angesicht es kein Unrecht gibt, kein Vergessen, keine Parteilichkeit und keine Bestechung“ (Pirke Aboth 4:21, 22, 2. Jahrhundert n. Chr.).
Die obige Passage kann als die klassische Position des traditionellen Judentums in der Frage der Auferstehung seit Beginn der christlichen Ära betrachtet werden.
Das Neue Testament ist die zuverlässigste Quelle für Informationen über die Ansichten und abweichenden Meinungen der Juden über die Unsterblichkeit im ersten Jahrhundert nach Christus. Es muss daran erinnert werden, dass das Neue Testament dem Talmud um viele Generationen vorausging.* Aus dem Neuen Testament erfahren wir erstmals, dass die Sadduzäer nicht an die Auferstehung glaubten:

Sterblichkeit im jüdischen Denken
Und es kamen Sadduzäer zu ihm, die sagten, es gäbe keine Auferstehung (Markus 12,18).

Denn die Traurigen sagen, dass es keine Auferstehung gibt, auch keinen Engel und keinen Geist; die Pharisäer aber bekennen sich zu ihnen allen (Apostelgeschichte 23,8).

Die oben genannten Stellen zeigen auch, dass die Pharisäer und die Rabbiner denselben Glauben an die Auferstehung hatten wie Jesus und die Apostel.
Es ist klar, dass die Juden in biblischen Zeiten und noch viele Jahrhunderte später sowohl an die Unsterblichkeit der Seele als auch an die Auferstehung des Körpers glaubten. Das alte jüdische Gebetbuch enthält viele Bekundungen dieses Glaubens.
Der 13. Glaubensartikel des berühmten Maimonides, der in das hebräische Gebetbuch aufgenommen wurde, lautet wie folgt:
„Ich glaube fest daran, dass es eine Auferstehung der Toten geben wird, wenn es dem Schöpfer, gesegnet sei sein Name, gefällt, und erhaben sei das Gedenken an ihn von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Tägliche Gebete, Stern, S. 88).
Erst in der Neuzeit hat es eine Abkehr vom alten Glauben Israels gegeben. Das Reformjudentum lehnt die Unsterblichkeit der Seele zwar nicht ab, ist aber in dieser Frage vage. Privat äußern viele liberale Rabbiner ihren Unglauben an die Unsterblichkeit und Auferstehung. Ein jüdisches Begräbnis ist in der Regel eine sehr traurige Angelegenheit, mit viel Trauer und Verzweiflung. Der Glaube an die Auferstehung der Toten, der für die Christen so charakteristisch ist, fehlt hier bedauerlicherweise.
Im Prinzip sind sich Juden und Christen über die Auferstehung des Körpers und das ewige Leben einig. Doch wie in so vielen anderen Bereichen gibt uns das Neue Testament eine vollständigere und eindeutigere Lehre von der Auferstehung und der Unsterblichkeit, als man sie in anderen jüdischen Schriften finden kann.

Sterblichkeit im jüdischen Denken
ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN; WER AN MICH GLAUBT, DER WIRD LEBEN, AUCH WENN ER STIRBT (Johannes 11,25).

Saulus-Paulus lehrt, dass die Leugnung der Auferstehung des Leibes zur Leugnung der Auferstehung von Jesus führt.

Sterblichkeit im jüdischen Denken
WENN NUN DER MESSIAS ALS VON DEN TOTEN AUFERWECKT GEPREDIGT WIRD, WIE KÖNNEN DANN EINIGE VON EUCH SAGEN, DASS ES KEINE AUFERSTEHUNG DER TOTEN GIBT? ABER WENN ES KEINE AUFERSTEHUNG DER TOTEN GIBT, DANN IST DER MESSIAS NICHT AUFERSTANDEN; WENN DER MESSIAS NICHT AUFERSTANDEN IST, DANN IST UNSERE VERKÜNDIGUNG VERSCHWINDET UND IHR GLAUBE VERSCHWINDET ... Korinther 15:12-14).

Und der Staub kehrt zur Erde zurück, wie er war Der menschliche Körper – ursprünglich „Staub“ (3:20; vgl. Gen 2:7, 3:19), wie Gefäße aus Ton – liegt wertlos und zerfallen da, wie die Scherben eines zerbrochenen Kruges.

Und der Lebensatem kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat. Der Lebensatem (ruaḥ) wird allen Geschöpfen bei der Geburt gegeben und verläßt sie beim Tod. Diese Klausel impliziert kein Leben nach dem Tod, sondern lediglich die Verwesung des Lebewesens. Die ruaḥ ist nicht die unsterbliche Seele, sondern die Kraft, die alle Lebewesen belebt: „Nimm ihren Odem [ruaḥ], so vergehen sie und werden wieder zu Staub; gib deinen Odem zurück, so werden sie erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde“ (Ps 104:29b-30). Wenn Gott die ruaḥ zurücknimmt, sterben sie.

Der JPS-Bibelkommentar

Wenn wir uns also die jüdischen Ausleger anschauen, gibt es beide Möglichkeiten, aus Prediger eine Lehre abzuleiten. Aber nur Jehovah weiß wie es wirklich ist! Und es ist seine Entscheidung, wann und wie Er seinen Geist von uns zurück verlangt, und auch ob und wann Er uns auferweckt.
Falls die Zeit wirklich nur eine Dimension ist, dann klären sich diese Unsicherheiten ja schnell – denn dann würde Jehovah den sterbenden Menschen ja nur an eine andere Zeit-Stelle setzen brauchen – und diesen dort „auferstehen lassen“. Dann gäbe es für IHN gar kein „dazwischen“ 😉


Und was glaubst du?

Gott kannte ihn schon

ES erging aber das Wort des HErrn an mich folgendermaßen: «Noch ehe ich dich im Mutterschoße bildete, habe ich dich erwählt-o: ersehen-, und ehe du das Licht der Welt erblicktest, habe ich dich geweiht: zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.»
Hermann Menge Uebersetzung – 1949 – Jer 1,4–5

Irgendwann hat plötzlich Gott mit mir, Jeremia, gesprochen. Er sagte: „Hör zu, ich hatte schon große Pläne mit dir, bevor du überhaupt im Bauch deiner Mutter gewesen bist. Bevor du geboren worden bist, hatte ich schon die Idee, dass du ein Prophetentyp werden sollst. Deine Aufgabe war seitdem schon klar, allen Menschen zu erzählen, was ich dir sage.“
VolxBibel – Jeremia 1,4–5

SEINE Rede geschah zu mir, es sprach:
Ehe ich dich bildete im Mutterleib,
habe ich dich gekannt,
ehe du aus dem Schoße fuhrst,
habe ich dich geheiligt,
als Künder den Weltstämmen habe ich dich gegeben.
Buber & Rosenzweig – Jer 1:4–5

Und das Wort Jehovas geschah zu mir also: Ehe ich dich im Mutterleibe bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoße hervorkamst, habe ich dich geheiligt: zum Propheten an die Nationen habe ich dich bestellt (Eig eingesetzt.)
Elberfelder 1871 – Jeremia 1:4–5

Auch das Prophensein geht von Gott aus. Denn nur Empfangenes kann der Prophet künden und dolmetschen. Dieses Empfangene ist aber von ihm als Offenbarung Gottes erlebt worden. „Der heutige Mensch begreift Schöpfung nur noch als Wandlung von schon Dagewesenem, Offenbarung nur als psychologischen Vorgang innerhalb seiner selbst.“
Nicht so der biblische Gottesprophet. Er wusste von dem ganz Großen jeder wahren Offenbarung, dass sie in ihrer geschichtlichen Erscheinung eine Aktivität Gottes zum Quell und Inhalt hat. Nicht ein Etwas, nicht Heilige und Heiliges enthüllt sie: Gott selbst in seiner erleuchtenden und rettenden Aktivität will sie [26] in das Ringen und Sterben der Menschheit tragen. Diese zerbricht an ihrer Selbsterlösung, sie stirbt an ihrer Flucht vor Gott. So bewusst der Mensch auch das Leben gewinnen will, er schafft jedoch ewig neu an seinem Tode.

Kroeker Das lebendige Wort Band

Plötzlich geschah das Wort des HERRN zum jungen Jeremia persönlich: «Bevor ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich erkannt, und bevor du aus dem Mutterschoss hervorkamst, habe ich dich geheiligt: Zum Propheten an die Nationen habe ich dich bestellt» (Jer 1,4.5).
Wie einige andere Knechte – z.B. Simson, Johannes der Täufer, der Apostel Paulus – hat Gott auch Jeremia zu einer grossen Aufgabe berufen, noch ehe er geboren war.
Ob Er ihn im Blick darauf mit besonderen natürlichen Fähigkeiten ausgestattet hat, wissen wir nicht. Jeremia selbst hielt sich nicht dafür, gut reden zu können (Jer 1,6); auch scheint er überdurchschnittlich empfindsam gewesen zu sein – zwei Veranlagungen, die seinen ohnehin schwierigen Dienst noch schwerer machten. Aber Gott liebt es, sich durch schwache Werkzeuge zu verherrlichen, und die tiefe Empfindsamkeit half Jeremia, den bösen Zustand des Volkes noch besser zu erfassen, wenn er innerlich dabei auch unsäglich viel litt.
Eines vor allem hat Gott bewogen, gerade Jeremia zum Propheten zu berufen: Er «erkannte» zum Voraus (Jer 1,5), dass dieser Mann in nie wankender Treue und unablässigem Gehorsam vier Jahrzehnte lang sein Wort übermitteln würde, auch wenn die Botschaft dem Menschenverstand nutzlos oder unzeitgemäss erschien. Was wir erst am Lebensende eines Menschen feststellen können, ist Gott schon vor dessen Lebensbeginn offenbar. Bevor z.B. Abraham den Sohn empfangen hatte, «erkannte» Gott schon, «dass er seinen Kindern und seinem Haus nach ihm befehle, damit sie den Weg des HERRN bewahren …» (1 Mose 18,19).

Halte fest 1966

Genauer hingeschaut …

Gott kennt Jeremia, er kennt ihn länger und unendlich viel besser als jeder andere, er kennt ihn schon, bevor Jeremia überhaupt geboren wird. Und Gott kennt Jeremia nicht nur, er hat etwas mit ihm vor – in der Gute-Nachricht-Bibel ist das so treffend formuliert, dass Gott mit Jeremia, bereits bevor dieser geboren wurde, „seinen Plan hatte“.

Menschlich, allzu menschlich ist da die zurückhaltende Reaktion des Jeremia auf den Anspruch Gottes, von dem er sich geradezu überfordert fühlen muss. In der Gute Nachricht Bibel ist sogar zu lesen: „Jeremia wehrte ab“. Zu groß scheint ihm die von Gott zugedachte Aufgabe. Wieso soll ausgerechnet er „Prophet für die Völker“ sein, eine schwierige Aufgabe, eine Lebensaufgabe, mit der man sich sicher nicht nur Freunde machen wird? Prophet zu sein, Dinge gleichsam als Sprachrohr Gottes vor anderen auszusprechen, zu mahnen und zu warnen, zu korrigieren und auch zu trösten, damit macht man sich nicht beliebt. Ist das nicht eigentlich eine Zumutung, was Gott da von ihm will? Und doch: Gott hat sich genau das als Lebensaufgabe für Jeremia in den Kopf gesetzt.

Jeremia erlebt, dass bei Gott keine noch so guten, aber letztlich faulen Ausreden gelten. Schließlich hat Gott einen Auftrag und hat Jeremia längst dafür vorgesehen, dass er eintreten wird für authentischen Glauben, für Recht und Gerechtigkeit und für Vertrauen auf Gott – allem Widerspruch zum Trotz. Wovor soll Jeremia denn überhaupt Angst haben? Sein Gott verspricht ihm, an seiner Seite zu bleiben. Da gibt es keinen Grund mehr, sich nicht genügend qualifiziert oder noch nicht reif genug zu fühlen, es gibt auch keinen Grund, sich vor Menschen und ihrer kritischen Haltung zu fürchten, Angst zu haben vor Spott, Widerstand oder gar Verfolgung. Für Gott ist niemand zu jung oder zu alt. Er hat mit jedem etwas vor!

Und daraus folgt …

… dass ich wissen darf, dass Gott mich kennt, mich gekannt hat, längst bevor ich geboren wurde. Ich darf wissen, dass Gott einen Plan für mein Leben hat, vielleicht einen überraschenden, einen anderen als ich selbst es mir ausgedacht hätte. Es ist befreiend zu wissen, dass Gott Menschen beruft und ihnen Aufgaben zutraut, für die sie nach menschlichen Maßstäben nicht qualifiziert sind. Nicht mein Können, mein Alter oder was auch immer, sondern allein Gottes Plan und seine Zusage zählen, dass ich auf den für mich vorgesehenen Wegen mit all ihren Schwierigkeiten ohne Angst gehen darf – unter seinem Schutz und Segen! Dazu sollen wir zuversichtlich „Ja“ sagen, anstatt faule Ausreden finden.

Faszination Bibel 3/2019

Dann heißt es in Vers 5: Bevor du aus dem Mutterleib hervorkamst, habe ich dich geheiligt. Die erste Aussage weist darauf hin, dass Gott Jeremia schon kannte, bevor er überhaupt gezeugt wurde. Diese zweite Aussage weist darauf hin, dass Gott ihn geheiligt hat, sobald er empfangen wurde, aber bevor er aus dem Mutterleib kam. „Heiligen“ bedeutet „beiseite stellen“. Gott hatte Jeremia schon vor seiner Geburt dazu bestimmt, ein Prophet zu sein. Jeremia wurde also, während er noch ein Fötus im Mutterleib war, von Gott für dieses prophetische Amt ausgesondert. Diese Aussage, wie auch die erste, hat negative Implikationen gegen die Abtreibung und deshalb sind viele Bibellehrer fest davon überzeugt, dass Abtreibung Mord ist. Bevor er also gezeugt wurde, kannte Gott ihn, und während er ein Fötus im Mutterleib war, hatte Gott ihn für das Amt des Propheten geheiligt, und beide Aussagen sind starke Implikationen gegen Abtreibung.

Es gibt weitere Stellen, die zeigen, dass Gott die fötale Entwicklung steuert. In Hiob 10:8-12 heißt es: Deine Hände haben mich umrahmt und mich geformt. Zusammen rundherum; doch du zerstörst mich. Gedenke, ich bitte dich, dass du mich wie Lehm geformt hast; und willst du mich wieder zu Staub machen? Hast du mich nicht ausgeschüttet wie Milch und mich gerinnen lassen wie Käse? Du hast mich mit Haut und Fleisch bekleidet und mich mit Knochen und Sehnen zusammengefügt. Du hast mir Leben und Güte gegeben, und deine Heimsuchung hat meinen Geist bewahrt.

Gott kontrolliert die Entwicklung des Fötus, und Gott betrachtet diesen Fötus als eine Person, für die er einen Plan hat.

In Psalm 139:14-16 heißt es: Ich will dir danken; denn ich bin furchtbar und wunderbar gemacht: Wunderbar sind deine Werke; und das weiß meine Seele recht wohl. Meine Gestalt war dir nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, und in den tiefsten Tiefen der Erde wurde ich kunstvoll gemacht. Deine Augen sahen mein ungebildetes Wesen, und in deinem Buch waren sie alle geschrieben, auch die Tage, die mir bestimmt waren, als noch keiner von ihnen da war.

Der Psalmist sagt, dass Gott schon vor seinen Lebzeiten, als er noch ein Fötus im Mutterleib war, seine Schritte bestimmt und seine Wege gelenkt hat. Bei der Empfängnis ist das, was im Mutterleib ist, aus Gottes Perspektive bereits eine Person; daher ist Abtreibung nichts weniger als Mord.

Arnold Fruchtenbaum – Der Ruf des Jeremia

Trotz dieser Gründe, an die kreationistische Position des Ursprungs des immateriellen Teils des Menschen zu glauben, ist dies nicht die beste Antwort auf das, was die Bibel lehrt. Fünf Antworten können auf die Behauptungen der Kreationisten gegeben werden. Erstens wird auch vom Körper gesagt, er stamme von Gott, genau wie die Seele (Psalm 139,13-14; Jeremia 1,5), und doch wissen wir, dass der Körper durch natürliche Zeugung entstanden ist. Wenn in diesen Versen davon die Rede ist, dass der Körper von Gott kommt, verweist das offensichtlich auf seine ultimative ursprüngliche Quelle: Gott, den Schöpfer. Alle Körper nach Adam und Eva sind nicht erschaffen, sondern werden durch natürliche Zeugung weitergegeben. Wenn die Bibel davon spricht, dass die Seele von Gott kommt, könnte sie sich auch auf den ultimativen Ursprung der Seele beziehen, der Gottes Schöpfung durch den Atem seines Mundes ist. Das muss aber nicht bedeuten, dass jede einzelne Seele geschaffen ist, genauso wenig wie jeder einzelne Körper durch Schöpfung entstanden ist. Zweitens schließt die Tatsache, dass die Seele geistig ist, nicht aus, dass die Seele auch durch natürliche Zeugung weitergegeben werden kann. Drittens wurde der Messias vor der Sündennatur bewahrt, nicht weil Gott für ihn eine Seele geschaffen hat, sondern wegen der Überschattung durch den Heiligen Geist (Lk. 1,35). Viertens kann diese Ansicht nicht erklären, warum die Seele zur Sünde neigt, es sei denn, Gott hat die Seele sündig geschaffen. Doch dies wird nicht gesagt. Aber warum hat die Seele eine Tendenz zur Sünde, wenn die Seele von Gott heilig erschaffen wurde? Und fünftens gibt es ein moralisches Problem mit dieser Ansicht. Nach dieser Sichtweise erschafft Gott die Seele sündlos, und dann steckt er die Seele in einen sündigen Körper, der sie wiederum verdirbt. Das moralische Problem ist: Wie konnte Gott eine heilige Seele erschaffen und sie dann in einen sündigen Körper stecken, obwohl er wusste, dass dieser bei Kontakt die Seele verderben würde? Gott schuf Adam und Eva, und Er schuf die ersten Seelen für Adam und Eva, aber Er erschafft nicht jede einzelne Seele, genauso wenig wie Er jeden einzelnen Körper erschafft.

Arnold Fruchtenbaum – Die Komposition des Menschen

Beweist das, dass wir alle im Geist gelebt haben, bevor wir im Fleisch geboren wurden? Nein, denn die Bibel sagt klar, dass genau das Gegenteil der Fall ist: „Nicht das Geistige war zuerst da, sondern das Natürliche, und danach das Geistige“ (1 Korinther 15,46). Der Geist des Menschen existiert nicht unabhängig vom Körper; vielmehr sagt die Bibel, dass Gott „den Geist des Menschen in ihm formt“ (Sach 12,1). Als Gott Hiob fragte: „Wo warst du, als ich die Grundfesten der Erde legte? Erkläre, wenn du Verstand hast“, war Hiob sprachlos, weil er zu der Zeit, von der Gott sprach, noch nicht existierte (Hiob 38,4; 40,3-5).

Dennoch werden einige darauf beharren, dass Gottes „Wissen“ um Jeremia, bevor er ihn im Bauch formte, logischerweise impliziert, dass Jeremia irgendwo vor der Empfängnis existierte. Und wir können zustimmen, dass eine solche Schlussfolgerung aus menschlicher Sicht tatsächlich logisch ist, aber wir sollten sie daran erinnern, dass es Gott war, der Jeremia vor seiner Geburt und Empfängnis kannte, und „Was bei den Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich“ (Lukas 18:27). Gott ist es, der die Toten lebendig macht und die Dinge, die nicht sind, als ob sie wären“ (Röm 4,17). Er war in der Lage, Jeremia zu berufen und zu ordinieren, selbst als Jeremia noch nicht existierte. Der Schöpfer ist derjenige, der „von Anfang an das Ende verkündet und von alters her die Dinge, die noch nicht geschehen sind“ (Jes 46,10). Mit seiner göttlichen Fähigkeit, in die Zukunft zu schauen, ist es für Gott kein Problem, jemanden zu kennen, der noch nicht existiert.

David A. Reed und John R. Farkas

Wenn wir also davon ausgehen, dass Jehovah nicht nur die Vergangenheit und Gegenwart kennt, sondern auch die gesamte Zukunft, dann kann ER diese Worte sehr wohl so äußern! Wenn Jehovah aber die Zukunft nicht kennen würde, wäre dieser Vers eine klare Aussage dafür, dass der Mensch schon vor seiner Zeugung existieren würde! Wir müssen uns also entscheiden, ob der Mensch göttlich ist – und schon vor seiner Zeugung existiert – ODER ob der Gott der Bibel – Jehovah – über Raum und Zeit erhaben ist. Ich entscheide mich für die zweite Möglichkeit, und beharre aus diesem Grund auch für die Ablehnung von Jahwe und bestehe auf Jehovah 😉