Gegenwert für unser Leben?

Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber seine Seele einbüßte? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele?
Elberfelder Bibel 1905 – Mt 16,26

Was habt ihr davon, wenn ihr alles bekommt, was ihr wollt, euch dabei aber das Leben zwischen den Fingern zerrinnt? Wenn eure Seele krank wird, was könnt ihr für sie eintauschen? Behaltet also immer das wirklich Wertvolle im Auge.
Fred Ritzhaupt – Willkommen daheim – Matthäus 16,26

Welchen Nutzen hat ein Mensch davon, wenn er die gesamte Welt sein Eigen nennen kann, aber dafür sich selbst verliert? Und was könnte ein Mensch als Gegenwert für sein Leben einsetzen?
Roland Werner – Das Buch – Matthäus 16:26

Denn was wird es dem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sein (künftiges) Leben aber einbüsst? oder was kann ein Mensch als Gegenwert (zur Wiedererlangung) seines Lebens geben? (a) Mt 4:8; Php 3:8
Zürcher 1931 – Matth. 16:26

Wenn ein einzelner, indem er sein Leben erhält, die ganze Welt gewinnen könnte, doch dabei Schaden an seiner Seele nähme, was würde ihm dann der Besitz der Welt noch nützen? Wahre Jüngerschaft beinhaltet die Nachfolge Jesu und die Unterwerfung unter seinen Willen, wo auch immer der Weg hinführen mag.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Für den Ausdruck »Leben« steht hier viermal das Wort »psyche«. Psyche kann man auch mit »Seele« übersetzen. Irdisches Leben und Seele ist nach der biblischen Psychologie dasselbe. Die Seele des Menschen ist nicht ein Teil, sondern das gesamte Sein des Menschen, also die Summe seines Denkens, Fühlens und Wollens. Das ist die Seele. Man kann auch sagen: Seele oder Leben ist das gesamte bewußte Ichleben oder Selbstleben des Menschen. Wer dieses sein Selbstleben um Jesu willen täglich in den Tod gibt, der wird das wahre, echte Leben finden.
Das Leben (die Seele) ist das Unbezahlbare. Denn das Leben wird nur einmal gelebt und kann, wenn es nutzlos vertan ist, nie wieder zurückgekauft werden.
Mit schonungsloser Schärfe legt Jesus uns die Verantwortung und die Entscheidung über unser zeitliches und ewiges Heil ganz und gar in unsere Hand und auf das Gewissen. Theologisch ausgedrückt: Das Subjektive wird hier ganz eindeutig gesagt. Der Mensch wird von Gott ganz ernst genommen. Und auch der Mensch hat Gottes Forderungen ganz ernst zu nehmen.

Wuppertaler Studienbibel

Retten und verlieren, verlieren und finden, sind Grundsätze, die den Erwartungen der Welt widersprechen. »Leben« bedeutet hier nicht notwendigerweise das physische Leben; es bedeutet viel mehr das, wofür der Jünger in dieser Welt zu leben hat. Ein Leben der Eigeninteressen ist ein Leben, das in Gottes Augen vergeudet ist; ein Leben, das sich im Verfolgen ewiger Interessen verausgabt, ist ein Leben, das Gott gefällt und das Gott verwendet. Jeder Jünger kann sich selbst anhand der Frage prüfen, was er mit seiner Freizeit anstellt. Diese Grundsätze stimmen mit dem überein, was der Herr in Matthäus 13,12 lehrte: »Wer da hat (da er sein Leben verloren und es daher gefunden hat), dem wir gegeben werden…wer nicht hat (da er sein Leben erhalten und daher verloren hat), von dem wird auch genommen werden, was er hat.« Der Herr machte in anderem Zusammenhang ähnliche Aussagen:
  1. in Matthäus 10,39, wo das Thema Dienst ist;
  2. in Lk 17,33, wo Er vom Tag spricht, an dem Er in Herrlichkeit und Gericht kommen wird. Die Menschen werden versuchen, ihr Leben zu erhalten, aber Gott wird den Tod über sie verhängen. Andere aber, die ihr Leben in der großen Drangsal verlieren, werden erfahren, daß sie überströmendes Leben in der herrlichen Regierung des Menschensohnes finden.
  Das Wort für »Leben« in V.25 ist das gleiche griechische Wort psychê wie das für »Seele« in V.26. Manch ein König der alttestamentlichen Nationen hat »die ganze Welt« gewinnen wollen; so etwa Nebukadnezar, oder auch Alexander der Große, der »über die ganze Erde« herrschte (Dan 2,39; 7,6). Nachfolgende Herrscher bis in unser Jahrhundert hinein haben immer wieder diesen Ehrgeiz gehabt. In der Endzeit wird dem Tier Macht gegeben werden »über jeden Stamm und Volk und Sprachund Nation« (Offb 13,7). Alle diese Herrscher haben ihren Besitz verloren und werden ihn noch verlieren, damit der Sohn Gottes »zum Besitztum« habe »die Enden der Erde« (Ps 2,8). Gewiß können nur die wenigsten zu solcher Macht gelangen, aber der Ehrgeiz eines jeden Mensch ist ichbezogen, er will, was er kann, ans sich ziehen; aber er muß alles verlieren. Der reiche Mann von Lk 16,19 gewann sein Leben, verlor es aber dann im Hades. Der reiche Kornbauer gewann immer mehr an Besitz, aber er verlor seine Seele in einer einzigen Nacht (Lk 12,16-21). Der reiche Jünglich von Matthäus 19,16-22 »hatte viele Güter«, aber er verlor, so weit wir es absehen können, seine Seele als er betrübt wegging. Auch der Gläubige darf nicht über sein Leben verfügen wie ihm beliebt, denn »ihr seid nicht euer selbst; denn ihr seid um einen Preis erkauft worden« (1Kor 6,19-20). Hat aber der Mensch seine Seele verloren, was wird er um sie geben können? Wie kann er sie wieder gewinnen? Er würde jedes Lösegeld bezahlen, aber selbst, wenn er die ganze Welt besäße, genügte es nicht. Wie wir in Ps 49,6-8 lesen, können keine Reichtümer die Seele eines Menschen erlösen, denn die Erlösung ist zu kostbar.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

echad basar

Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden ein (Eig zu einem) Fleisch sein.
Elberfelder Bibel 1871 – Gen 2,24

‮על־כן יעזב־איש את־אביו ואת־אמו ודבק באשתו והיו לבשר אחד׃
Bíblia Hebraica – Genesis 2,24

Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele. – sind dann eins …: wörtlich sind dann ein Fleisch, womit die volle leiblich-seelische Einheit bezeichnet wird.
Gute Nachricht Bibel 2018 – 1.Mose 2,24

Das erklärt, warum ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlässt und sich an seine Frau bindet und die beiden zu einer Einheit werden.
Neues Leben – Bibel 2006 – 1.Mose 2:24

Darum ist das jetzt so, dass ein Mann irgendwann seinen Vater und seine Mutter verlässt und mit einer Frau zusammenzieht. Die beiden werden dann ganz fest zusammenwachsen, sie werden wie ein Mensch sein.
VolxBibel – Gen 2,24

Mit den Worten aus Vers 24 setzt Gott die monogame Ehe ein. Wie alle göttlichen Einrichtungen wurde sie zum Besten für den Menschen geschaffen und kann nicht ohne nachteilige Folgen verletzt werden. Der Ehebund veranschaulicht die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde (Eph 5,22–32).

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch sein. Das Verlassen von Vater und Mutter ist bei dem ersten Paar der Menschheit nicht denkbar. Das Wort ist auch nicht die Fortsetzung der Rede des ersten Menschen, sondern, wie der Wechsel der redenden Personen zeigt, ein abschließendes, zusammenfassendes, in die Zukunft weisendes Wort Gottes zur Ehe. Die Stiftung der Ehe innerhalb der Darstellung des Weltschöpfungsberichtes stand unter dem besonderen Segenswort Gottes an den Menschen. Jetzt, wo es allein um die Erschaffung des Menschen und um die dem Menschen nahe Welt geht, werden die die Ehe im praktischen Vollzug ausmachenden Elemente näher beschrieben. Eine Ehe unter dem Segen Gottes ist dort verwirklicht, wo ein Mann seinen Vater und seine Mutter verläßt, wo er an seiner Frau hängt und wo die beiden ein Fleisch sind. Das Verlassen von Vater und Mutter von seiten des Mannes klingt im Blick auf die patriarchalischen altisraelitischen Familienverhältnisse, wo das Verlassen der Eltern nur von der Frau gefordert wurde, provozierend. Eine Ehe ist aber nur da möglich, wo beide, Mann und Frau, aus ihrem alten Familienverband ausscheiden, um ganz frei füreinander zu sein. Es ist die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zur Ehe freizugeben. Das Gebot, Vater und Mutter zu ehren, ist auch ein Gebot an die Eltern, denn sie haben dafür zu sorgen, daß ihre Kinder »lange leben in dem Lande, das Gott verheißen hat«, daß sich die Kinder entfalten können, um in Freiheit in einer erfüllten Ehe zu leben.
Der Mann wird an seiner Frau hängen. Das Wort »hängen«, ›dabaq‹, heißt »anhaften, ankleben, sich anschmiegen, festhalten an und sich halten zu«. Das zu dem Verb gehörende Hauptwort kann man auch mit »Lötung« wiedergeben. Das hebräische Wort entspricht dem griechischen ›kollao‹, »anleimen«. Dies Angeleimtwerden an einen anderen Menschen geschieht überall da, wo zwei Menschen ein Fleisch werden. Selbst in dem Fall, daß ein Mann zu einer Dirne geht, und ein Leib mit ihr wird, ist er an diese Frau »angeleimt« (1Kor 6, 16). Wie es nur das »Festgeleimtsein« an einen Gott gibt, so gibt es für den Menschen nur das »Angeleimtsein« an eine Frau. Die wörtliche Auslegung »der Mann wird an seiner Frau hängen« schließt damit jeden außerehelichen Geschlechtsverkehraus.
Zur Ehe gehört das »Ein-Fleisch-Sein«. Dabei fällt auf, daß die körperliche Gemeinschaft nicht notwendig mit dem Zweck der Erzeugung von Kindern verbunden wird. Das Einswerden der Geschlechter hat Wert und Bedeutung in sich. Der eheliche Verkehr gehört auch dann noch in die Ehe, wenn das Ehepaar — aus welchen Gründen auch immer — keine Kinder haben kann. Für eine Unterbrechung des ehelichen Verkehrs nennt Paulus drei Gründe: Beide Teile müssen zustimmen, die Unterbrechung muß auf eine bestimmte Zeit begrenzt sein, und sie darf nur geschehen mit einer geistlichen Begründung, um für eine bestimmte Zeit ganz frei zu sein für Gott.
So ist der urgewaltige Drang von Mann und Frau zueinander stärker als die Bindung an leibliche Eltern. Ursprünglich waren beide ein Fleisch. Sie müssen wieder Zusammenkommen. Der Mann hängt an seiner Frau, aufgrund der Liebe zu ihr tritt er in eine feste Lebensgemeinschaft mit ihr. Die beiden werden ein Fleisch und können im Kinde erleben, wie sie beide zu einem Fleisch geworden sind. Das im Zusammenhang der Menschenschöpfung gesprochene Wort zur Ehe weist in die Zukunft. Es ist Gottes bleibendes Wort zur Ehe. »Die Ehe ist ein Verhältnis, gegen welches selbst das Kindliche zurücktritt, ein Verhältnis, wie das Zu-einem-Fleisch-Werden besagt, innigster persönlicher, geistleiblicher Gemeinschaft, womit zugleich die Monogamie als die naturgemäßige, gottgewollte Form dieses Verhältnisses bezeichnet ist.«

Bräumer – Wuppertaler Studienbibel

Genesis 2:24 ‎על כן. Darum, also weil, so lange der Mann allein war, es noch nicht .על כן gut war, und weil nach der Teilung es gar nicht mehr möglich ist, dass der Mann seine Bestimmung allein erfülle, weil vielmehr das Weib עזר כנגדו sein soll, er sich ohne Weib nur halb, und nur in Vereinigung mit seinem Weibe als ganzer Mensch fühlt: darum verlässt der Mann Vater und Mutter und vereinigt sich mit seinem Weibe, und sie werden zu einem Leib. Wie ursprünglich ungeteilt der Menschenleib einem Geiste, einem göttlichen Willen sich unterordnete, so auch nach der Wiedervereinigung werden Mann und Weib ein Leib. Das können sie aber nur werden, wenn sie zu gleicher Zeit ein Geist, ein Herz, eine Seele werden, und dies ist wiederum nur möglich, wenn sie alle ihre Kräfte und Bestrebungen, all ihr Denken und Wollen dem einen höheren Willen in Erfüllung seines Dienstes unterordnen. — Hiermit ist aber auch der tiefe Unterschied des geschlechtlichen Lebens aller übrigen lebendigen Wesen von der menschlichen Ehe gegeben. Auch die übrige lebendige Welt ist geschlechtlich geteilt. Allein beide Geschlechter entsprangen gleichzeitig selbständig der Erde. Sie bedürfen für die Erfüllung ihrer Lebensbestimmung nicht einander, und nur für den Gattungszweck und für die von diesem in Anspruch genommene Zeit finden sie sich einander. Das Menschenweib aber ist ein Teil des Menschenmannes, ist עזר כנגדו. Der Mann ist hülflos und unselbständig ohne sein Weib. Beide zusammen sind erst Mensch. Das Leben in seiner ganzen Bedeutung fordert ihre Vereinigung. Nur vom Menschen heißt es: ורבק באשתו. Nur der Mensch hat eine Ehe.

Die Weisen finden (Sanhedrin 56 f.) in diesem Satze zugleich bereits den Anfang der עריות-Gesetze für בני נח. Indem es heißt: darum verlasse der Mann seinen Vater und seine Mutter und vereinige sich mit seinem Weibe, erkennen sie darin zugleich die Bestimmung, dass bei der Wahl seines Weibes der Mann sich von Vater und Mutter entfernen soll, somit in nicht allzu naher Verwandtschaft sein Weib zu suchen habe. Fassen wir dies in dem ganzen mit על כן eingeleiteten ursächlichen Zusammenhang auf, so dürste damit vielleicht einiges Dämmerlicht auf das so dunkle Gebiet der עריות-Gesetze fallen. Weil das Weib עזר des Mannes sein soll, muß es כנגדו sein; weil es ihn ergänzen soll, muß es andere Eigentümlichkeiten haben. In allzunaher Verwandtschaft haben sie beide vielleicht dieselben Tugenden, aber auch vielleicht dieselben Fehler, dieselben Vollkommenheiten, aber auch dieselben Mängel; ihre Vereinigung würde beider Eigentümlichkeiten im Guten und Bösen nur verstärken, nicht ergänzen. Nur in entfernten Graden dürften die heilsamen Verschiedenheiten vorhanden sein, die beide vereinigt zu einem vollkommenen Wesen gestalten, vollkommen geeignet בשר אחד zu werden und die eine große Menschenaufgabe reiner und voller zu lösen. Dieses Motio dürfte vielleicht für עריות בני נח ausreichen. Für Israel, wo z. B. bereits mit קידושין verbotene Grade eintreten, muß das Motiv noch höher liegen. — Uber die Etymologie von אב und אם, s. Jeschurun VIII. S. 58 u. ff. u. S. 570.

RABBINER SAMSON RAPHAEL HIRSCH (1808–1888)

1 Mose 2,24 kommt auf das Prinzip der Ehe zu sprechen: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen. Das Wort „darum“ ist der hebräische Ausdruck „al kein“, der sich auf etwas Vorangegangenes stützt. Die vorangegangenen Ereignisse, insbesondere die in 2:22-23, bilden die Grundlage für die Ehe. Was ein Mann tun muss, ist, seinen Vater und seine Mutter zu verlassen, es erfordert also eine Trennung der Bindungen. An einem bestimmten Punkt muss ein Mann von der Position der Unterwerfung unter die Eltern zu der Position der Ehrung der Eltern übergehen. Die Aussage: Verlasse seinen Vater und seine Mutter erfordert keinen physischen Abgang; und in jenen Tagen war ein physischer Abgang nicht so weit entfernt. Es muss jedoch ein geistiger und emotionaler Abschied sein, bei dem der Mann und die Frau ihre Gefühle, Bedürfnisse und alles andere nun aufeinander und nicht auf die Eltern ausrichten. Das hebräische Wort für Verlassen ist azav, das oft mit „aufgeben“ übersetzt wird. Es wird oft verwendet, um Israels Ablehnung seiner Bundesbeziehung zu Gott zu beschreiben (Jeremia 1:16; 2:13, 17, 19; 5:7; 16:11; 17:13; 19:4; 22:9). Dennoch wird es hier in einem positiven Sinn verwendet, wo der Mann jede weitere emotionale Bindung an seine Eltern ablehnt, soweit es um die Befriedigung seiner emotionalen Bedürfnisse geht, aber nicht die Liebe und Ehre der Eltern aufgibt. Was jedoch die emotionale Erfüllung anbelangt, so konzentriert er sich nun auf seine emotionale Erfüllung und sucht die Erfüllung bei seiner Frau. Deshalb muss er, nachdem er seinen Vater und seine Mutter verlassen hat, seiner Frau anhangen. Das hebräische Wort für „anhängen“ bedeutet wörtlich „wie Leim kleben“, und das moderne hebräische Wort für Leim kommt von diesem Wort. Das Wort wird oft verwendet, um die Aufrechterhaltung eines Bundes zu bezeichnen (Dtn 4,4; 10,20; 11,22; 13,4; 30,20). Dies zeigt wieder die Bundestreue der Ehe. Das ist nun die neue Treue; sie müssen wie Leim aneinander kleben, denn ihr Schicksal ist nun aneinander gebunden und nicht an die Eltern. Die Schöpfung der Menschheit hat ihr Ziel in der komplementären Partnerschaft von Mann und Frau erreicht. Der Vers endet mit: und sie werden ein Fleisch sein. Hier wird wieder das hebräische Wort echad im Sinne einer zusammengesetzten Einheit verwendet. Das zeigt, dass das Wort echad keine absolute Einheit voraussetzt, denn in diesem Vers werden zwei Menschen, zwei Personen, ein Mann und eine Frau, eins. Daher beweist die Tatsache, dass dasselbe Wort in Deuteronomium 6,4 von Gott verwendet wird, nicht die absolute Einheit, wie die Rabbiner behaupten. Es kann für eine zusammengesetzte Einheit verwendet werden. In diesem Fall wurden sie ein Fleisch durch sexuelle Vereinigung. Nun, da Adam mit Eva durch den Bund verbunden ist, werden sie ein Fleisch, was durch die allererste sexuelle Vereinigung eingeleitet wird.

Arnold Fruchtenbaum – Genesis

Bin ich IHM egal?

Gerade weil du ihm eben nicht egal bist, nimmt er dich auch hart ran; weil er dich wie sein Kind liebt, zeigt er dir, wo es längsgeht.“
VolxBibel – Hebr 12:6

denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er geißelt aber jeden Sohn, den er aufnimmt“. (Spr 3,11-12)
Elberfelder 1871 – Hebr 12,6

denn darin zeigt sich seine Liebe. Wie ein Vater seinen Sohn erzieht, den er liebt, so erzieht der Herr jeden mit Strenge, den er als sein Kind annimmt.«
Hoffnung für Alle – Hebräer 12:6

Denn wen der Herr liebt,
den erzieht er mit ´der nötigen` Strenge;
jeden, den er als seinen Sohn annimmt,
lässt er auch seine strafende Hand spüren.«
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Hebräer 12,6

Die Hand des Herrn liegt auf den Menschen, sie sollen zum Nachdenken kommen. Er will nicht, dass „irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen“ (2 Petrus 3,9).
Aber auch den Kindern Gottes dienen Krisenzeiten zu ihrer Erziehung, denn „wen der Herr liebt, den züchtigt [oder erzieht] er“ (Heb 12,6). Ob Er etwas in unserem Leben korrigieren möchte? Lassen wir uns den Spiegel seines Wortes vorhalten mit dem Wunsch: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf ewigem Weg!“ (Ps 139, 23.24).
In jedem Fall ist es dem Herrn wohlgefällig, wenn wir uns „unter seine mächtige Hand demütigen“ (1 Petrus 5,6).
Jemand hat gesagt: Widrige Umstände sollen eine Brücke sein, um uns näher zum Herrn Jesus zu bringen!

Bleib in mir 2021

Das vorliegende Zitat stammt aus Spr 3,11-12 , hat jedoch viele biblische (z. B. 5.Mose 8,5; Ps 94,12 ) und außerbiblische (z.B. Psalmen Salomos 3,4; 7,3; 8,26; 10,1-3; 13,9-10; 14,1-2; 18,4) Parallelen; Philo und einige Rabbinen gebrauchten es in ähnlichem Zusammenhang. Im Kontext der jüdischen Weisheitsliteratur war die Züchtigung ein Zeichen der Liebe eines Vaters zu seinen Kindern, ein Beweis dafür, wie viel ihm daran lag, dass sie auf dem rechten Weg blieben; nach jüdischer Auffassung reinigte Gott seine sündigen Kinder durch Leiden, die als Sühne verstanden wurden und zur Buße führen sollten. Der Verfasser des Hebräerbriefes würde zwar bestreiten, dass die Leiden eines Menschen seine Sünde sühnen können – das können nur die Leiden des Fleisch gewordenen Gottes ( 7,25-28 ; vgl. Ps 49,8-10 ) -, doch er hätte zweifellos der Ansicht zugestimmt, dass die Leiden einen Menschen zur Buße bewegen und zu einer tieferen Beziehung zu Gott führen können ( Ps 119,67.71.75 ). In der griechischen Welt war der Begriff, der hier mit »züchtigen« übersetzt ist, der eigentliche Begriff für »Erziehung« (die in der Regel die körperliche Züchtigung beinhaltete), deshalb bot sich seine Übertragung auf den Bereich der moralischen Unterweisung an. Auch bei manchen Philosophen, wie z.B. bei Seneca , findet man das Bild eines Gottes, der seine Kinder zu ihrem eigenen Besten züchtigt, und auch im Judentum war diese Vorstellung bekannt.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Hier lernst du Folgendes: Gott gebraucht die Prüfungen, in die du wegen deiner Treue kommst, um dich zu züchtigen. Bei Züchtigung denkst du vielleicht schnell, dass da etwas nicht in Ordnung ist und dass darum eine Zurechtweisung oder Züchtigung stattfinden muss. Das kann schon mal so sein, aber das ist nicht immer so. Hier ist die Züchtigung nicht korrektiv (sie will dich also nicht bessern oder zurechtweisen), sondern präventiv (vorbeugend), um ein Abweichen zu verhindern. Die Züchtigung hier dient der Erziehung und hat das Ziel, dass der Gläubige dem Herrn Jesus ähnlicher wird. Gott will, dass du seiner Heiligkeit teilhaftig wirst (V. 10). Bei dem Herrn Jesus war diese Züchtigung nicht nötig. Er hatte immer an der Heiligkeit Gottes teil, weil Er selbst der heilige Gott war.
So wie du im Blick auf den Glaubensweg dein Auge auf den Herrn Jesus richtest, so wird dein Auge bei der Züchtigung auf den Vater gerichtet. Er gebraucht zur Züchtigung keine Peitsche, sondern das Winzermesser (Joh 15,1.2). Er züchtigt uns (siehe Hiob), aber Er tut das als ein liebender Vater. Es gibt große Ruhe, wenn man bedenkt, dass das, was einem begegnet, nicht von Menschen kommt, sondern aus der Hand eines liebenden Vaters. Das will der Schreiber den Hebräern sagen. Er will ihnen bewusst machen, dass sie als „Söhne“ angeredet werden. Auch in Kapitel 2 werden sie als Söhne angeredet, die auf dem Weg zur Herrlichkeit sind (V. 10). Züchtigung oder Erziehung ist der Beweis dafür, dass man ein Sohn ist.

Ger de Koning – Der Brief an die Hebräer

Wie auch sonst bezieht sich der Verfasser des Hebräerbriefes hier auf das Wort Gottes als eine lebendige Aussage für die Gegenwart seiner Leser. Diese haben aber »den Trost« der Schrift vergessen. So ist es offenbar ihrem Gedächtnis entschwunden, dass Gott in Sprüche 3,11.12 (nach LXX angeführt) sie als seine Kinder anspricht: »Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst.« Wo wird ein Kind sich selbst überlassen? So hat Gott ein großes Interesse daran, dass seine Kinder erzogen werden. In der Schule Gottes kommen sowohl »Erziehung« als auch »Strafe« vor. Dergleichen darf aber nicht als Zeichen des Missfallens Gottes beurteilt werden, im Gegenteil. »Die Erziehung des Herrn« ist Ausdruck seiner Liebe. »Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.« Deshalb sollen die Leser sich auch hüten, solche Züchtigung »gering zu achten«, wie sie auch nicht darüber »verzagen« müssen; denn die Züchtigung des Herrn verdeckt seine Liebe. So lässt sich ihr Leiden gerade als eine Bestätigung der Gotteskindschaft verstehen. Zugleich wird auch bestätigt, dass der Verfasser darauf zielt, seine Leser zu trösten und zu ermutigen (vgl. Heb 13,22).
Das griech. Wort für »Erziehung« (paideia) meint einfach die Erziehung eines Kindes (pais). Solche Erziehung muss manchmal auch schmerzhafte Maßnahmen einbeziehen.
Die Bibel hat viele Beispiele dafür, dass das Volk Gottes sowie einzelne Gläubige durch Leiden gezüchtigt worden sind. Wenn der Herr in der Wüste sein Volk demütigt, dann deshalb, dass es erkennt: »Der Herr, dein Gott, hat dich erzogen, wie ein Mann seinen Sohn erzieht« (5Mose 8,5). Zu der Verheißung Gottes an den Spross Davids zählen auch die Worte: »Wenn er sündigt, will ich ihn mit Menschenruten und mit menschlichen Schlägen strafen« (2Sam 7,14). Ergreifend sind vor allem die Worte des schwer geprüften Gottesmannes Hiob: »Siehe, selig ist der Mensch, den Gott zurechtweist; darum widersetze dich der Zucht des Allmächtigen nicht. Denn er verletzt und verbindet; er zerschlägt, und seine Hand heilt« (Hiob 5,17ff.) Dieses Zeugnis setzt sich im NT fort. »Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verdammt werden« (1Kor 11,32). Es ist eben besser, gibt uns der Apostel Paulus zu erkennen, dass Gott uns in der jetzigen Zeit tadelt, als dass er uns im Endgericht verurteilen soll. Also lehnen wir als Kinder Gottes seine Züchtigung nicht ab! Sie zielt ja darauf, dass wir Buße tun, auf dass wir auch gerettet werden. »Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!« (Offb 3,19).

Gerhardt Maier – Edition C

Der Hauptgedanke des Autors lautet: Der Zweck des Leidens besteht darin, dass die Kinder Gottes zur Reife finden. Und er macht genaue Angaben darüber, wie dieses Ziel zu erreichen ist. Er beginnt in Vers 5.6 und spricht gegen die Vergesslichkeit. Das Problem ist, dass sie die Ermahnung vergessen haben, die zu ihnen als zu Söhnen spricht. Er bekräftigt, dass sie sie vergessen haben. Das Wort bedeutet gering geachtet. Er erinnert sie daran, dass sie Söhne Gottes sind, und zeigt ihnen, dass Züchtigung auf einem Vater-Sohn-Verhältnis beruht. Die Tatsache, dass er sie Söhne nennt, zeigt, dass sie Gläubige sind, andernfalls wären sie keine Söhne Gottes. Doch weil sie Gottes Söhne sind, werden sie Züchtigung erleiden. Das gehört zu einem natürlichen Vater-Sohn-Verhältnis.
Dann zitiert er Sprüche 3,11.12, um zwei Dinge zu beweisen: 1. Der Schreiber weist nach, dass Gott denjenigen züchtigt, den er liebt, und dass 2. die Züchtigung ein Zeichen der Sohnschaft ist. Sie haben aus den Sprüchen zwei Lektionen zu lernen. Die erste Lektion lautet: Sie dürfen die Züchtigung nicht gering schätzen, sodass sie sie vergessen und keine Lehre daraus ziehen. Die zweite Lektion, die sie lernen müssen, lautet: Sie sollten wegen der Züchtigung, die sie von Gott erhalten, nicht ermatten – im Sinne von aufgeben oder zusammenbrechen. Strafe ist die Vergeltung für das Böse, und für die Gläubigen wurde die Strafe bereits durch den Messias am Kreuz verbüßt. Züchtigung hingegen ist moralisches Training, um den Sohn nach der Vorstellung des Vaters zu formen. Für Gläubige wird es verschiedene Grade der Züchtigung geben, nicht in der Art, jedoch aber in der Intensität. Die Entwicklung der Züchtigung gestaltet sich vom geringeren zum höheren Grad und die Abfolge lautet: Schwachheit, Krankheit und schließlich der Tod (1Kor 11,30).

Arnold Fruchtenbaum – Der Hebräerbrief

andere Form der Gebetserhörung

Für dieses flehte ich dreimal zum Herrn, auf daß er von mir abstehen möge. Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht. (O. vollendet) Daher will ich am allerliebsten mich vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, auf daß die Kraft des Christus (O. Christi) über mir wohne. (W. zelte)
Elberfelder 1871 – 2.Kor.12,8–9

Dreimal habe ich zum Herrn gebetet, dass er mich davon befreie. Jedes Mal sagte er: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst. Meine Kraft zeigt sich in deiner Schwäche.« Und nun bin ich zufrieden mit meiner Schwäche, damit die Kraft von Christus durch mich wirken kann.
Neues Leben Bibel 2014 – 2.Korinther 12,8–9

Dreimal schon habe ich den Herrn angefleht, mich davon zu befreien. Aber er hat zu mir gesagt: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.« Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein. Dann nämlich erweist sich die Kraft von Christus an mir.
Hoffnung für Alle – 2.Kor. 12:8–9

Er sagt dann aber immer: „Alles, was du brauchst, ist in meiner Liebe zu dir vorhanden. Ich kann am besten durch Leute wirken, die wissen, dass sie mich brauchen. Da wo Menschen total schwach sind, kann ich meine Kraft am besten voll ausfahren“ Wenn ich also mit irgendwas angebe, dann damit, dass ich nichts gebacken kriege, wenn ich auf mich allein gestellt bin. Denn das bedeutet, dass Jesus mir mit seiner Kraft hilft.
VolxBibel – 2.Korinther 12:9

Eine Frage zum Nachdenken
• Setze ich Gottes Macht in meinem Leben Grenzen, indem ich versuche, meine Schwächen zu verbergen? Wo sollte ich ehrlich sein, um anderen helfen zu können?
Verlass dich auf meine Gnade. Denn gerade wenn du schwach bist, kann sich meine Kraft an dir besonders zeigen.
2 Korinther 12,9

ERF – 40 Tage Leben mit Vision

Gottes höchstes Ziel für Sie ist nicht, Sie bequem, wohlhabend oder glücklich zu machen. Wenn Sie Ihr Vertrauen in ihn gesetzt haben, hat er etwas viel Wundervolleres im Sinn – er plant, Sie dem Ebenbild seines Sohnes gleich zu machen! Er hat an dem Tag begonnen, Sie zu verändern, an dem Sie Ihr Vertrauen in ihn gesetzt haben, und er wird diesen Prozess während Ihres ganzen Lebens fortsetzen. Konflikte sind eines der vielen Werkzeuge, die Gott einsetzen wird, um Ihnen zu helfen, einen Christus-ähnlicheren Charakter zu entwickeln. Zunächst kann er Konflikte benutzen, um Sie an Ihre Schwächen zu erinnern und um Sie zu ermutigen, sich mehr auf ihn zu verlassen (2 Korinther 12,7-10). Je mehr Sie sich auf seine Gnade, Weisheit und Macht verlassen, desto mehr werden Sie den Herrn Jesus nachahmen (Lukas 22,41-44).

Gott kann Konflikte auch dazu benutzen, um sündige Einstellungen und Gewohnheiten in Ihrem Leben zu entlarven. Ein Konflikt ist besonders effektiv, wenn es darum geht, Äußerlichkeiten aufzubrechen und hartnäckigen Stolz, ein bitteres und unversöhnliches Herz oder eine kritische Zunge zu offenbaren. Wenn Sie durch einen Streit in Bedrängnis geraten und diese sündigen Eigenschaften an die Oberfläche gebracht werden, haben Sie die Gelegenheit, ihre Existenz zu erkennen und Gott um Hilfe zu bitten, sie zu überwinden (Psalm 119,67).

Es gehört jedoch mehr dazu, wie Jesus zu sein, als nur Schwächen zu erkennen und Sünden zu bekennen. Um zu wachsen, müssen Sie auch aus seiner Gnade schöpfen und neue Einstellungen und Gewohnheiten einüben.

Ken Sande – Der Friedensstifter – Ein biblischer Leitfaden zum Lösen von persönlichen Konflikten

Christus hat uns nicht verheißen, uns die Bürde des morgigen Tages schon heute tragen zu helfen. Er sprach: “Laß dir an meiner Gnade genügen.” 2 Korinther 12,9. Gleich dem Manna in der Wüste wird alle Morgen seine Gnade neu und reicht für den Bedarf dieses Tages. Wie das Volk Israel bei der Wüstenwanderung, werden wir jeden Morgen das für den Tag benötigte Himmelsbrot finden. Nur ein Tag gehört uns jedesmal zu, und an diesem sollen wir Gott loben. Für diesen einen Tag sollen wir uns in Christi Hände befehlen zu heiligem Dienst, alle unsere Absichten und all unser Vorhaben auf ihn stellen, alle unsere Sorgen auf ihn werfen, sorgt er doch für uns.

Ellen Gould White – Das bessere Leben

Das kennen viele – das unsere Gebete nicht SO erhört werden, wie wir diese erwartet haben? Aber Jehovah sieht die gesamte Geschichte – auch die gesamte Zukunft, und weiß um vieles Besser, als wir, was gerade benötigt wird! Und wie oben gezeigt, kann es sein, dass wir „geistig wachsen sollen“ anstatt in unserer aktuellen Lage zu verharren. Also bete weiterhin! Und nehme das an, was Jehovah dann „sagt“ – und handle!

„Verschwende keine Zeit damit, sich die Frage zu stellen, ob sie ihren Nächsten lieben“

Kinder, laßt uns nicht lieben mit Worten, (W. mit Wort) noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.
Elberfelder 1871 – 1 Joh 3,18

Meine Kinder, unsere Liebe darf nicht nur aus schönen Worten bestehen. Sie muss sich in Taten zeigen, die der Wahrheit* entsprechen: der Liebe, die Gott uns erwiesen hat.
Gute Nachricht Bibel – 1.Johannes 3,18

 Ihr Kinder, unsere Liebe darf nicht nur aus Worten und Lippenbekenntnissen bestehen. Sie soll sich in Taten zeigen und darin, dass sie der Wahrheit entspricht.
BasisBibel 2012 – 1.Johannes 3:18

Darum, meine Kinder, sag ich euch noch mal: Liebe hat nichts mit dummem Gelaber zu tun. Liebe zeigt sich in Taten und auch dadrin, dass wir uns gegenseitig helfen, so zu leben, wie Gott es okay findet.
VolxBibel – 1 Joh 3,18

In der antiken Literatur tauchen die Begriffe »Wort« und »Tat« häufig gemeinsam auf (z. B. bei Isokrates, Demosthenes, Quintilian , Seneca , Lucian und in der Weisheit Salomos); eine Person, bei der beides übereinstimmte, wurde gepriesen, wer aber nur schöne Worte machte, ohne entsprechend zu handeln, galt als Heuchler.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Eindringlich zusammenfassend ruft der Apostel seinen Kindern zu: »Die christliche Liebe besteht nicht in leeren Worten, im bloßen Sprechen davon, sondern im Werk und in der Wahrheit.« Die Werke der Liebe, die Früchte des Geistes, zeichnen den Christen aus. Das macht sein Leben wahr, denn dort ist die tätige Liebe seine Wirklichkeit, in der sie Ausdruck findet. Zum Tun der Liebe gehört ganz sicher auch das helfende, tröstende, aufrichtende, mahnende und aufdeckende Wort. Auch das ist ein Werk. Die »Worte« und Reden, die Johannes hier ablehnt, sind solcherart, dass wir nur reden, aber keine Wirklichkeit dahinter steht (vgl. 1Joh 1,6.9. u. ö.). Die christliche Liebe ist wirkliches, unser Innerstes enthüllendes, den Bruder mit ganzem Einsatz suchendes Tun.

Lieben heißt atmen
»Lasset uns lieben!« Wir haben diese Mahnung dringend nötig. Sonst verkümmern wir und sterben ab. Unsere christlichen Gruppen sind manchmal Kältekammern der Rechtgläubigkeit. So viele Recht -Gläubige erfrieren dabei. »Lasset uns lieben!« Wir wollen unsere Gemeinden wieder zu rechten Wärmestuben der Liebe werden lassen.
Liebe üben – zunächst gegenüber dem Mitbruder Daran wird unser neues Leben mit Christus erkannt. Ein Kind beginnt zu atmen, und damit beginnt es zu leben. Ein Christ beginnt zu lieben, und damit beginnt er geistlich zu leben. Die Liebe, die brüderliche Liebe, nennt Johannes das Lebenskennzeichen neuen Lebens mit Christus. Wer nicht liebt, ist tot! Das ist so umstürzend neu, dass der natürlicbe Mensch auf solche gelebte Liebe mit Ablehnung, ja Hass reagiert. Er wird nämlich dadurch in seinem Totsein entlarvt, sein ganzes »Leben« wird als Scheinleben, als Kreisen um sich selbst, aufgedeckt. Damit ist er selbst aufs Tiefste in Frage gestellt. Und das kann und will er nicht zulassen und aushalten – deshalb hasst er den, der wirklich lebt, weil er liebt.

b) Lieben heißt sich geben
»Lasset uns lieben« – das können wir nicht aus uns heraus. Ein Kind kann sich nicht selbst das Leben geben. Wir werden und sind zur Liebe entzündet. Zu echter Liebe, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Er hat sein Leben am Kreuz für uns gegeben. Das Kreuz Jesu Christi ist Echtheitszeichen der Liebe Gottes. Liebe ist viel mehr als Gefühl. Willst du wissen, was Liebe ist? Dann schau mit auf diesen Hinrichtungsplatz vor der Stadtmauer Jerusalems. Schau hin auf den aufgestellten Kreuzesgalgen. Und sieh, wie dort einer sein Leben aushaucht. Blutig geschlagen, gefoltert, verlacht und verspottet – das ist Gottes Liebe. Hier und nur hier wird sie in ihrem Innersten sichtbar: Liebe ist Lebenshingabe für den andern.

c) Lieben heißt teilen
»Lasset uns lieben«, denn wer im Hass lebt, ist ein »Totschläger«. Wo nicht die Liebe herrscht, da ist Hass. Auch Hass ist viel mehr als nur Gefühl. Hass meint die Lebenshaltung, die dem andern das Leben abspricht, die immer »auf Kosten« des anderen nur den eigenen Vorteil erstrebt und vollzieht. Hass geht über »Leichen«, Leichen zerbrochener Hoffnungen – ich habe den anderen nur bemüht, solange er mir nützlich oder dienlich war, und dann weggeworfen. Das ist Totschlag. Wie viele »gebrochene Herzen«, ausgenutzte Hoffnungen, enttäuschte Erwartungen, zurückgestoßene Liebe säumen deinen Weg?

»Lasset uns lieben!« Liebe ist mehr als nur Gefühl, mehr als nur Worte. Liebe wird zur Tat. Johannes nennt eine ganz schlichte Tat der Liebe: die Güter dieser Welt, die ich habe, mit dem Bruder zu teilen. Das ist heute hochaktuell. Können wir teilen? Oder leben wir bestenfalls in der Almosenmentalität? Teilen heißt opfern, verzichten, fasten, sich einschränken für den andern – das ist gelebte Liebe mit der Tat. Liebe mit der Wahrheit – das ist Leben aus der Gottesliebe in der neuen Wirklichkeit der Gotteskindschaft.

Edition C

Wenn Sie wirklich mit jemandem versöhnt sein wollen, wenden Sie das Ersatzprinzip auch auf Ihr Handeln an (1 Johannes 3,18). Wie C. S. Lewis bemerkte: „Verschwenden Sie keine Zeit damit, sich zu fragen, ob Sie Ihren Nächsten ‚lieben‘; handeln Sie so, als ob Sie es täten. Sobald wir dies tun, finden wir eines der großen Geheimnisse. Wenn du dich so verhältst, als würdest du jemanden lieben, wirst du ihn augenblicklich auch lieben.
Als ich den Kommentar von Lewis zum ersten Mal las, dachte ich, er sei ziemlich naiv. Aber dann erlebte ich genau das, was er beschrieb. Corlette und ich hatten uns über irgendeine Kleinigkeit gestritten, und ich hatte ihr nicht wirklich verziehen. Meine Unzufriedenheit wurde noch verstärkt durch ihre Bitte, ich solle zum Lebensmittelgeschäft laufen, um „ein paar Kleinigkeiten zu besorgen.“ (Wie Sie sich denken können, mag ich es nicht, Lebensmittel einzukaufen.) Als ich zähneknirschend meinen Wagen durch den Gang schob, bemerkte ich einen speziellen Kaffee, den Corlette so gerne trinkt. Wenn sie heute nicht so unfreundlich zu mir gewesen wäre, hätte ich sie damit überrascht. Noch während ich diese Worte dachte, wollte ein anderer Teil von mir ihr den Kaffee holen. Ich rang ein paar Augenblicke mit widersprüchlichen Gefühlen und entschied mich dann, die Dose in die Hand zu nehmen, nur um den Preis zu prüfen, sagte ich mir. In dem Moment, in dem ich sie anfasste, begannen sich meine Gefühle zu verändern. Mein Groll schmolz bald dahin, und ich war überwältigt von der Liebe zu meiner Frau und dem Wunsch, ihr Gesicht strahlen zu sehen, als ich ihr dieses Geschenk überreichte. Unnötig zu sagen, dass wir uns kurz nach meiner Rückkehr nach Hause vollständig versöhnt hatten.

Ken Sande – Der Friedensstifter – Ein biblischer Leitfaden zum Lösen von persönlichen Konflikten

Von diesem realen Beispiel her erwächst die allgemeine Mahnung am Schluss unseres Abschnittes: „Kindlein, wir wollen nicht mit Worten und nicht mit der Zunge lieben, sondern in Werk und Wahrheit.“ Vom Beginn des Briefes an hat Johannes auf jene große Gefahr geachtet, die Israel verdarb und auch bei uns das Verderben herbeiführen kann. „Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen“, so klagte Gott über Israel (Jes 29,13). Auch unser Christsein kann sich leicht in Worten und in der Bewegung unserer Zunge erschöpfen. Aber unsere Wirklichkeit widerspricht mehr oder weniger kraß dem, was unsere Zunge sagte. So lasen wir in 1.Joh 1,6.8.10; 2,4.9 jenes „Wenn wir sagen…“ oder „Wer behauptet…“, das zur „Lüge“ eines leeren Wortes wird. Und jenes Leichtnehmen und Verharmlosen der Sünde, gegen das sich der scharfe Abschnitt 3,4-10 richtete, ist ja ebenfalls ein Inanspruchnehmen des Christenstandes und der Zugehörigkeit zu Gott und zu Jesus mit dem Munde, das von dem faktischen Leben in Sünde ohne Buße und Reinigung widerlegt wird. So kann unter den Christen auch viel von „Liebe“ geredet und geschwärmt werden, aber das faktische Leben bleibt von dem natürlichen Selbsterhaltungstrieb bestimmt. So „liebt“ man nur „mit Worten und mit der Zunge“. Das ist eine elende und verlogene Sache. Nein, „lieben“ kann man nur „in Werk und Wahrheit“, wobei auch hier wieder „Wahrheit“ die ganze Wirklichkeit meint. Sicher, die Liebe beginnt verborgen im Herzen. Aber dann tritt sie hervor und „setzt die Seele ein“ „in Werk und Wahrheit“.

Wuppertaler Studienbibel

Wer hat letztendlich die Autorität?

und ihr seid vollendet (O. erfüllt, zur Fülle gebracht (vergl. v 9)) in ihm, welcher das Haupt jedes Fürstentums und jeder Gewalt ist;
Elberfelder 1871 – Kol 2,10

und ihr seid ‹vollständig und› erfüllt in ihm, der das Haupt ist alles Erstrangigen und [aller] Autorität,
Jantzen Jettel 2017 – Kolosser 2,10

 Und ihr habt die Fülle in der Lebensgemeinschaft mit ihm, der das Haupt jeglicher Herrschaft und Gewalt ist-  gemeint sind die Ordnungen der Engelwelt, deren Haupt Christus ist. 
Ludwig Albrecht – Kolosser 2:10

und ihr seid in ihm (durch ihn) Erfüllte, der das (Ober)Haupt jeder [himmlischen] Obrigkeit und Macht ist.
offene Bibel – Kol 2,10

πε-πληρωμένοι Pf. Ptz. Pass. πληρόω, umschrieb. Pf. (A249) ihr besitzt die Fülle (d. h. [in ihm] seid ihr das, was ihr nach Gottes Willen sein sollt [EWNT 3, Sp. 261]). κεφαλή m. Gen.: er ist das Haupt über (vgl. A165). ἀρχή hier Herrschaft, Macht.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Christus ist als der verherrlichte Mensch auch das Haupt über alles. In Kolosser 2,10 heisst es, dass Er das Haupt über jedes Fürstentum und jede Gewalt ist. Das ist Er heute schon, obwohl noch nicht sichtbar (Heb 2,8.9). In der Zukunft – in der Zeit des Tausendjährigen Reiches – wird dies für alle Menschen sichtbar sein. Dann wird Jesus Christus als Herr der Herren und König der Könige seine Autorität ausüben. Es wird eine wunderbare Segenszeit für die Erde, ja, für die gesamte Schöpfung sein. Dann wird das, was Gott sich für die Verwaltung der Fülle der Zeiten (für die Zeit des Tausendjährigen Reiches) vorgesetzt hat, in Erfüllung gehen. Er wird alles unter ein Haupt zusammenbringen. Dieses Haupt ist Christus (Eph 1,9.10).

Halte fest 2010

In Epheser 4,8 las Paulus Psalm 68,18 als Beschreibung der Überwindung des übernatürlichen Bösen (Baschan), was wiederum zum Kommen des Geistes und den anschließenden Gaben für den Leib Christi führte. Das Kommen des Geistes war natürlich an den Tod, die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi in die Position der Herrschaft, zur Rechten des Vaters, gebunden. Paulus verbindet das vollendete Werk Christi und den Sieg über die bösen Geister – in diesem Fall die feindlichen Götter, die die Nationen versklaven („Herrscher und Mächte“) – noch deutlicher in Kolosser 2,8-15:
„Seht zu, dass euch niemand gefangen nehme durch Philosophie und leeren Betrug, nach menschlicher Überlieferung, nach den Elementargeistern der Welt, und nicht nach Christus. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid in ihm erfüllt worden, der das Haupt aller Herrschaft und Macht ist. In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung ohne Hände, indem ihr den Leib des Fleisches abgetan habt, durch die Beschneidung Christi, nachdem ihr mit ihm begraben worden seid in der Taufe, in welcher ihr auch mit ihm auferweckt worden seid durch den Glauben an das mächtige Wirken Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. Euch aber, die ihr tot wart in euren Übertretungen und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, hat Gott zusammen mit ihm lebendig gemacht, indem er uns alle unsere Übertretungen vergeben hat, indem er das Schuldbuch, das gegen uns stand, mit seinen gesetzlichen Forderungen aufgehoben hat. Dieses hat er beiseite gelegt und ans Kreuz genagelt. Er hat die Mächtigen und Gewalten entwaffnet und sie zu offener Schande gebracht, indem er in ihm über sie triumphiert hat.“

In Vers 15 werden die kosmischen Mächte, die „Machthaber [archē] und Gewalten [exousia]“, entwaffnet und zu Schanden gemacht. Das Lemma archē wird im Neuen Testament für göttliche Wesen verwendet (Röm 8,38; 1 Kor 15,24; Eph 1,21; 3,10; 6,12), auch schon früher im selben Brief (Kol 1,16). Das Gleiche gilt für das Lemma exousia (Kol 1,13; Eph 2,2). Paulus schreibt an eine nichtjüdische Gemeinde und hat eindeutig Nichtjuden im Blick, wenn er seine Zuhörer als „tot in euren Übertretungen und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches“ beschreibt (V. 13). Juden teilen natürlich das Problem, wegen der Sünde von Gott entfremdet zu sein. Paulus macht das mit Ausdrücken wie „unsere Übertretungen“ und „gegen uns“ deutlich und schließt sich selbst als Jude sowohl in das Problem als auch in das Wunder der Vergebung ein. Aber Israel hatte keine übernatürlichen „Herrscher und Gewalten“, die es zu entwaffnen galt. Das taten die Nationen, gemäß der Weltanschauung von Deuteronomium 32.

Hier werden von Paulus zwei Höhepunkte vermerkt. Erstens wurde „das Schuldbuch, das gegen uns stand“ (Juden und Nichtjuden), ausgelöscht oder „beiseite gelegt“ (V. 14). Zweitens wurden die „Herrscher und Mächte“ „entwaffnet“ und „zu offener Schande gebracht“ (V. 15). Die Auferstehung (V. 12) war die Ursache für beides, denn wenn es keine Auferstehung gäbe, würde die Schuld gegen uns immer noch bestehen und wir würden nicht „zusammen mit ihm lebendig gemacht“ werden.

Gelehrte sind über die Wortwahl in V. 15 („entwaffnet“; Lemma: apekduomai) verwirrt worden. Es findet sich nur hier und in Kolosser 3,9 („das alte Selbst ablegen, entfernen, ausziehen“). Es ist offensichtlich, dass der Begriff nicht auf die Vernichtung der Herrscher und Mächte hinweist, da Paulus an anderer Stelle die Mächte der Finsternis aktiv gegen die Gläubigen vorgehen lässt (z. B. Eph 6,12). Gelehrte finden die Idee des Entfernens oder Abstreifens (von etwas) umständlich, und das ist es auch – wenn man nicht den Rahmen von Deuteronomium 32 als Bezugspunkt hat.

Paulus verwendet dasselbe Verb in Kolosser 3,9-10, wenn er die Kolosser daran erinnert, dass sie „das alte Selbst mit seinen Gewohnheiten abgelegt und das neue Selbst angezogen haben.“ Das „Ablegen“ und „Anziehen“ spricht von der Abkehr von der alten Lebensweise zu etwas Neuem. Das verwandte Substantiv (apekdysis)25 kommt nur einmal im Neuen Testament vor, und zwar genau in diesem Abschnitt (Kol 2,11): „In ihm seid auch ihr beschnitten worden mit einer Beschneidung ohne Hände, indem ihr den Leib des Fleisches abgelegt habt [apekdysis], durch die Beschneidung Christi.“ Im Zusammenhang betrachtet, ist „den Leib des Fleisches ablegen“ begrifflich verwandt mit „das alte Selbst ablegen“. In ähnlicher Sprache sagt Paulus den Gläubigen an anderer Stelle, dass sie eines Tages „das Unvergängliche anziehen“ werden (1 Kor 15,53). Die vertraute paulinische binäre Opposition von Fleisch und Geist macht deutlich, dass seine Formulierung „offenkundig metaphorisch für geistliche Zustände“ ist.

Michael S. Heiser – Dämonen – Was die Bibel wirklich über die Mächte der Finsternis sagt

Also haben wir Angst vor Menschen? Oder vor Dämonen und Satan? NEIN!
Warum nicht? Nun: Jesus Christus ist das Haupt – niemand kann etwas tun, wenn ER nicht die Erlaubnis dafür gibt! Schon als Jesus auf der Erde war, gehorchten IHM die Dämonen, ja sogar Wind und Wellen! Wie werden diese wohl heute – wo ER wieder im Himmel sitzt, auf sein Wort reagieren?? Eben! Deshalb – keine Angst, keine Furcht! Wir dienen der obersten Autorität!

Wie weiß ein Christ, wie er sich in Bereichen verhalten soll, die in der Heiligen Schrift nicht ausdrücklich behandelt werden?

Ob ihr nun esset oder trinket oder irgend etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes.
Elberfelder 1871 – 1.Kor 10,31

Was immer ihr tut, ob ihr esst oder trinkt oder was es auch sei – verhaltet euch so, dass Gott dadurch geehrt wird
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Korinther 10,31

Egal, bei welcher Frage, und egal, was ihr tut, wichtig ist nur, dass wir es tun, damit Gott dabei groß rauskommt.
VolxBibel – 1.Korinther 10:31

Alles tuet zur Ehre Gottes.

Aboth 6, 11: Alles, was Gott in seiner Welt geschaffen hat, hat er nur zu seiner Ehre לִכְבוֹדוֹ geschaffen, wie es heißt: Alles, was nach meinem Namen genannt ist u. was ich zu meiner Ehre geschaffen, gebildet u. gemacht habe Jes 43, 7; ferner: Jahve ist König für immer u. ewig Ex 15, 18. — Dasselbe als allgemein anerkannter Satz mit Spr 16, 4 als Belegstelle Joma 38a. ‖ PesiqR 23 (115b): Hillel der Alte (um 20 v. Chr.) pflegte zu sagen: All dein Tun geschehe um Gottes willen כל מעשיך יהיו לשם שמים! — Die ganze Stelle s. bei Mt 12, 1 S. 614; ferner s. ebenda Beça 16a. — Hillels Ausspruch im Munde des R. Jose des Priesters (um 100) Aboth 2, 12. ‖ Chag 2, 1: Wer die Ehre seines Schöpfers nicht schont (auf sie nicht bedacht ist), dem wäre es besser, wenn er nicht in die Welt gekommen wäre. ‖ Meg 3a s. bei Mt 3, 17 S. 128 Anm. h, 2. Einen ähnlichen Ausspruch im Munde des Rabban Gamliël (um 90) s. BM 59b im Exkurs: „Der Synagogenbann.“ — Vgl. auch bei Lk 17, 18 S. 235.

Strack Billerbeck – Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch

RICHTLINIEN FÜR ZWEIFELHAFTE BEREICHE

Manche jüdischen Lehrer betonten, dass alles, was ein Mensch tat, zur Ehre Gottes geschehen müsse; manche Philosophen lehrten, dass der Mensch sein Leben den Dingen widmen sollte, die ewige Bedeutung haben. Im A.T. gebot Gott den Menschen, allein für ihn zu leben ( 5.Mose 6,4-5; Ps 63,2 ). Dieser Ansicht ist auch Paulus, zumal ein solches Verhalten für die Glaubwürdigkeit des Evangeliums zeugt ( 1.Kor 10,32-33 ).

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Wie weiß ein Christ, wie er sich in Bereichen verhalten soll, die in der Heiligen Schrift nicht ausdrücklich behandelt werden? Was sollen wir zum Beispiel von Vergnügungen halten? Sind bestimmte Gebräuche Sünde, wenn sie von der Bibel nicht direkt verurteilt werden? Sind Dinge wie Musik, Fernsehprogramme und so weiter für den Christen, der Jesus Christus konsequent nachfolgen will, verboten? Die folgenden Punkte dienen als Test für solche Fragen, die diese „Mitteldinge“ betreffen.

Wird Gott durch diese Sache verherrlicht (1Kor 10,31)?
Würde ich mich schämen, diese Sache zu tun, wenn der Herr zurückkäme (1Joh 2,28)?
Verwalte ich dabei meine Zeit und mein Geld richtig (Eph 5,16; Lk 16,9)?
Führt diese Sache in eine Abhängigkeit, oder wird sich eine Gewohnheit bilden (1Kor 6,12)?
Kommt diese Sache meinem Fleisch (meiner sündigen, alten Natur) entgegen, und ebnet sie den Weg für Sünde (Röm 13,14)?
Werden andere daran Anstoß nehmen oder durch mein Beispiel sogar in Sünde allen (Röm 14,13: 1Kor 8,13)?
Habe ich Zweifel dabei (Röm 14,23)?
Ist diese Sache weltlich (Joh 17,16)?
Missbrauche ich dabei meinen Körper, der der Tempel des Heiligen Geistes ist (1Kor 6,19)?
Hätte Jesus es getan (1Petr 2,21)?

Jean Gibson – Training im Christentum

Die Fragen, die man stellen muss, wenn man unter der Gnade lebt

Wie bestimmt man im Umgang mit Geboten, die Prinzipien sind, welchen Weg man gehen soll? Um zu einer Antwort zu kommen, kann es klug sein, diese fünf Fragen zu stellen, bevor man sich beteiligt.

Erstens: „Ist es eine Last, d.h. etwas, das das Leben des Gläubigen behindern würde?“ Hier geht es nicht um etwas, das eine bekannte Sünde ist, denn Sünde behindert immer das Leben des Gläubigen (Hebräer 12,1). Hier geht es um etwas, das an sich neutral ist, aber wenn man es tut, behindert es das persönliche geistliche Leben. Eine bestimmte Tätigkeit mag das geistliche Leben eines Gläubigen behindern, aber nicht das eines anderen.
Zweitens: „Ist es eine Gewohnheit, die versklavt?“ (1 Korinther 6,12) Zum Beispiel spricht die Bibel nie über das Rauchen. Die Bibel spricht nicht über den Gebrauch von Tabak, aber kann jemand regelmäßig rauchen und nicht süchtig danach werden? Wie Ihnen jeder Raucher sagen kann, ist die Antwort „Nein!“ Was für eine schreckliche Zeit haben diejenigen, die bereits süchtig nach Tabak sind, wenn sie versuchen, aufzuhören. Die Frage ist wieder: „Ist es eine Gewohnheit, und versklavt sie?“
Drittens: „Ist es ein Stolperstein?“ Diese Frage ist besonders wichtig in Bezug auf andere gerettete Menschen. Wird es einen Mitgläubigen dazu bringen, in seinem Glauben zu stolpern? (1 Korinther 8,1-13). Das ist kein Fall, in dem sich jemand einfach nur beleidigt fühlen könnte, denn es ist heutzutage fast unmöglich, etwas zu tun, ohne dass sich jemand beleidigt fühlt. Die Frage ist: „Wird es einen Mitgläubigen in seinem Glauben zum Straucheln bringen?“, nicht, ob er sich durch die Handlung einfach beleidigt fühlen wird.
Viertens: „Ist es gewinnend?“ Das ist die Frage, die man in Bezug auf die Unerlösten stellen muss. Wird es einen Ungläubigen daran hindern, zum Messias zu kommen, oder wird es ihn zum Glauben an den Messias ziehen? (1 Korinther 9,19-21; 10,32; Kolosser 4,5).
Fünftens: „Stellt es Gott effektiv dar?“ oder „Verherrlicht es Gott?“ Bringt es Ihm Ruhm? (1 Korinther 10,31).

Dies sind Fragen, die sich Gläubige stellen sollen, wenn sie mit einem Thema konfrontiert werden, das an sich neutral ist; hier muss die göttliche Weisheit, die durch die Gnade bereitgestellt wird, angewendet werden.

Arnold Fruchtenbaum – Die Gnade Gottes

Von den einzelnen Ratschlägen, die besondere Fälle ordnen, geht Paulus zum Schluss nochmals zum letzten, höchsten Grundsatz hinauf, der unser ganzes Verhalten zu regeln hat. Immer soll es unser Ziel und Anliegen sein, dass die Größe und Herrlichkeit Gottes an uns sichtbar ist. Die Christen in Korinth essen zur Ehre Gottes, wenn sie alles, was sie vom Markt holen, mit Danksagung genießen; denn die Erde ist mit allem, was sie bietet, das Eigentum Gottes. Es dient der Ehre Gottes, wenn sie, falls andere auf sie achten, nicht vom Opferfleisch essen; sie sollen keinen bösen Schein auf sich laden. Denn es dient nicht zur Bezeugung der Herrlichkeit Gottes, wenn die Seinen als Sünder verlästert werden. Paulus zweifelt nicht, dass wir auch die natürlichen und alltäglichen Dinge so behandeln können, dass dadurch die Größe Gottes sichtbar wird. Mit der Liebesregel, die uns auf das bedacht sein heißt, was den anderen hilft, steht die neue Regel in keinem Streit. Wenn wir, statt zu bauen, niederreißen, machen wir die Größe Gottes nicht offenbar; dagegen werden durch das, was zu seiner Ehre geschieht, die anderen nie verletzt, sondern gebaut.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament