Was machst du morgen?

Wohlan denn, die ihr saget: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und daselbst ein Jahr zubringen und Handel treiben und Gewinn machen;
(die ihr nicht wisset, was der morgende Tag bringen wird; denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist es (O. nach and. Les : seid ihr) ja, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet;) statt daß ihr saget: Wenn der Herr will und wir leben, so werden wir auch dieses oder jenes tun.
Elberfelder 1871 – Jakobus 4,13–15

Nun zu euch, die ihr sagt: »Heute oder spätestens morgen werden wir in die und die Stadt reisen! Wir werden ein Jahr lang dort bleiben, werden Geschäfte machen und werden viel Geld verdienen!«  Dabei wisst ihr nicht einmal, was morgen sein wird! Was ist schon euer Leben? Ein Dampfwölkchen seid ihr, das für eine kleine Weile zu sehen ist und dann wieder verschwindet. Statt solche selbstsicheren Behauptungen aufzustellen, solltet ihr lieber sagen: »Wenn der Herr es will, werden wir dann noch am Leben sein und dieses oder jenes tun.«
Neue Genfer Übersetzung – Jak 4,13–15

Kommt jetzt, die ihr sagt: „Heute und morgen lasst uns in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr verbringen und Handel treiben und Gewinn machen“, die ihr nicht wisst, was [die Umstände] des morgigen [Tages] [sein werden]. Denn von welcher Art [ist] euer Leben? Es wird nämlich ein Dunst sein, der für kurze Zeit sichtbar ist, dann aber auch verschwindet. Stattdessen sollt ihr sagen: „Wenn der Herr will, dann werden wir leben und dieses oder jenes tun.“
Leonberger Bibel – byzantinischen Text von Robinson-Pierpont 05 – Jakobus 4,13–15

Aber dreht sich nicht die Welt um MICH? Muss ich mich nicht selber lieben? Und ist Gott nicht verpflichtet, all das was ich bis jetzt für IHN gemacht habe, zu vergelten?

Jakobus kommt sofort zur Sache: Die Wendung „und nun“ kehrt in Jak 5,1 nochmals wieder. Es ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, der im Neuen Testament nur von Jakobus gebraucht wird. Diese Interjektion sollte ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit der Leser sichern. Jakobus knöpft sich bei seinem Angriff den typischen Geschäftsmann vor, der die Rechnung ohne Gott macht. Mit größter Selbstverständlichkeit plant er Reisen: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen, teilt seine Zeit ein: und wollen ein Jahr dort zubringen, und verfolgt seine geschäftlichen Ziele: und Handel treiben und Gewinn machen. „Handel treiben“ kommt von dem zusammengesetzten Verb emporeusometha (von en, „in“, und poreuomia, „gehen“). Es ist verwandt mit dem Substantiv emporos, „Kaufmann, Händler, Vertreter oder Hausierer“. Ein anschauliches Beispiel für den jüdischen Kaufmann, den Jakobus hier zurechtweist, wäre ein rücksichtsloser Vertreter, der nur darauf aus ist, den Leuten etwas zu verkaufen, um seinem höchsten Ziel zu huldigen: Geld zu machen.
Diesen umtriebigen Geschäftemachern hält Jakobus vor: Ihr wißt nicht, was morgen sein wird. Die Pläne der Menschen sind immer nur vorläufig. Sie sind nicht Herr über das, was kommen wird, und über die Zeit, ja, ihr ganzes Leben gehört nicht eigentlich ihnen. Jakobus stößt mit einer weiteren Frage nach: Was ist euer Leben? Die Antwort ist: Ein Rauch (Dunst, Dampf). Es ist nötig, daß sich die Gläubigen diesen göttlichen Blickwinkel auf ihrer irdischen Reise zu eigen machen. Eine solche Perspektive erstickt jede Prahlerei noch in dem Keim des Hochmuts, aus dem sie entspringt.
Entscheidend zur Vermeidung aller Selbstüberhebung ist es, die Dinge von Gottes Standpunkt aus zu betrachten. Statt große Pläne auf menschlicher Ebene zu machen, sollte man seinen Blickwinkel so weit erweitern, daß auch Gott ins Bild kommt. Statt hohler Großtuerei sollte man sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. Das ist nicht eine Art Zauberformel, sondern eine realistische Einstellung, die sich auf das ganze Wesen und Verhalten auswirkt.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Jakobus wendet sich offenbar an reisende Geschäftsleute. Sie ziehen von Stadt zu Stadt, treiben hier und dort Handel und erzielen Gewinne. Reisen Händler waren in der Antike wenig geachtet. Deshalb war dieses Geschäft oft eine Domäne von aufstrebenden Schichten oder Ausländern. Sie waren bereit, etwas zu riskieren, um Profit zu machen und dadurch sozial aufzusteigen.
Jakobus gibt hier offenbar eine für sie typische Redeweise wieder. Darin prahlen sie mit ihren geschäftlichen Plänen und bringen dabei ihre Überzeugung zum Ausdruck, alles im Griff zu haben.
Diese selbstverständliche Existenzsicherheit will Jakobus erschüttern und weißt sie darauf hin, dass sie gar nicht wissen, was morgen sein wird. Gerade Leute ihres Berufs sollte doch eigentlich klar sein, mit welchen Risiken sie es zu tun haben (zu denken ist z. B. an die Risiken des Seehandels, der durch Piraten oder hereinbrechende Unwetter alles andere als sicher war). Außerdem erinnert er daran, dass das menschliche Leben kurz ist und am Ende nichts bleibt.
Daher empfiehlt Jakobus eine Lebensphilosophie, die ernst nimmt, dass unsere Existenz und all unsere Pläne unter „göttlichem Vorbehalt“ stehen. Dieser Vers ist nicht ohne Grund zu einer unter Christen weit verbreiteten Redewendung geworden: „So Gott will und wir leben …“

Mainka – Jakobus

WAS VERWALTEN WIR?
Schon das Leben an sich ist eine heilige Gabe. Gott gab uns das Leben. Alle Seelen gehören Ihm (Hes 18,4). Er ist der Gott alles Fleisches (Jer 32,27). Wir sind wie Dunst, der nach dem Willen Gottes auf der Erde erscheint und wieder verschwindet (Jak 4,14-15). Deshalb wollen wir nach dem Willen Gottes und nicht nach unserem eigenen Dafürhalten leben. Diese einfache Feststellung sollte uns unsere Verantwortung vor Gott deutlich machen. Der wahre Jünger Jesu wird deshalb seinen Leib dem Herrn hingeben (Röm 12,1). Er wird alle seine Glieder dem Dienst Gottes weihen (Röm 6,13). Diese Verwaltung der Gaben Gottes kann unter verschiedenen Aspekten beleuchtet werden.

Zeit.
„In deiner Hand sind meine Zeiten“ (Ps 31,16). Der Herr gewährt uns vielleicht eine durchschnittliche Anzahl von Lebensjahren (Ps 90,10). Er kann die Zahl unserer Jahre auch verkürzen (Ps 102,24-25). Er kann sie aber auch verlängern (Spr 10,27; Jes 38,5). Gott rät uns, unsere Tage zu zählen, damit wir ein weises Herz erlangen (Ps 90,12). Wir sollten deshalb die Zeit „auskaufen“ (Eph 5,16), d.h. die Zeit als „strategische Gelegenheit“ gebrauchen. Die Heilige Schrift betont immer wieder, wie kurz das menschliche Leben ist (wie Gras oder wie Blumen, die verwelken). Deshalb wollen wir es nicht vergeuden, sondern für Gott gebrauchen!

Gaben.
In der Heiligen Schrift ist von „Talenten“ die Rede, die Gott uns gegeben hat. Mit „Talenten“ ist eine Geldsumme gemeint; sie beziehen sich aber auf die verschiedenen Gaben, die Gott uns gegeben hat (vgl. Mt 25,14-30). Gott hat uns unseren Verstand, besondere Fähigkeiten, körperliche Begabungen sowie unser Aussehen gegeben, auch wenn die Menschen sich solche Dinge als eigenen Verdienst anrechnen. Die Glaubenden haben außerdem geistliche Gaben bekommen, die sie befähigen, anderen Glaubenden in der Gemeinde zu helfen (1Kor 12,4-7). Wir sollen alle Gaben, die wir empfangen haben, für das Wohl der anderen einsetzen (1Petr 4,10). Eigensüchtige Interessen bei der Entwicklung und Ausübung unserer Gaben widersprechen den Absichten Gottes.

Wahrheit.
Wir sind „Verwalter der Geheimnisse Gottes“ (1Kor 4,1). Alle geistliche Erkenntnis ist ein heiliges, anvertrautes Gut in einer dunklen und unwissenden Welt. Wenn wir das Wort Gottes kennen, sind wir mit einem Hausbesitzer zu vergleichen, der einen Schatz besitzt (Mt 13,52). Dieser Schatz soll mit den anderen geteilt und nicht zu unserem eigenen Vergnügen gehortet werden.

Reichtum.
Die Gefahr, materielle Werte höher zu bewerten als geistliche Werte, ist selbst bei Glaubenden sehr groß. Wir werden entweder von Besitztümern oder von Gott beherrscht. Wir können nicht beiden „Herren“ dienen, wie Jesus selbst gesagt hat (Lk 16,13). Geld wird zu einem Freund, wenn wir es für die Ewigkeit einsetzen (Lk 16,9). Es kann zu einem Feind werden, wenn wir es missbrauchen; dann wird es als Zeugnis gegen uns gebraucht (Jak 5,1-3). Der reiche Mann, der schließlich in der Hölle landete, hatte vergessen, dass seine Besitztümer ihm nur für eine bestimmte Zeit zur Verwaltung anvertraut waren (Lk 16,19-26). Gold und Silber gehören Gott, nicht den „Finanzkönigen“ dieser Erde (Hag 2,8). Gott gehört das Vieh auf tausend Bergen, nicht den reichen Bauern (Ps 50,10). Es kann sich fatal auswirken, wenn wir dies vergessen.

Jean Gibson – Training im Christentum

Deshalb nutze den heutigen Tag, und wenn möglich den morgigen Tag, um Jehovah zu loben und zu preisen, IHM zu danken, und IHM deine Liebe zu zeigen.

Sind Freunde Freunde?

Heutzutage bekommt man schnell „Freunde“ – einfach bei FB anmelden – und ein schönes Bild einstellen, und schon melden sich „Freundschaftsanfragen“ – und schnell hat man „ganz viele Freunde“. Aber sind Freunde Freunde?

In den letzten Tagen „las“ ich ein Buch, dass eigentlich für Frauen geschrieben ist: „The Fruit of Her Hands: Respect and the Christian Woman“ – wirklich interessante Aussagen. Man könnte denken, dass das Buch schon sehr sehr alt ist, denn die Autorin wendet tatsächlich biblische Maßstäbe für die heutige Zeit an!

Aber zurück zum Thema Freunde. Im Kapitel 6 dieses Buches geht die Autorin auf Freundschaften ein.

Gute Nachricht Bibel

Der Gerechte muss nicht nur seine Freunde wählen, sondern dies mit Sorgfalt tun. Dies erfordert Weisheit. Häufig „schließen“ christliche Frauen Freundschaften aufgrund von Nähe und Kompatibilität. Jemand zieht nebenan ein, Sie verstehen sich und als nächstes wissen Sie, dass Sie schnelle Freunde sind.
Aber Sprichwörter sagen, Freundschaften sollten das Ergebnis sorgfältiger Entscheidungen sein, nicht wahlloser Zufälle. Nur weil Sie viel gemeinsam haben (Ihre Ehemänner arbeiten im selben Büro, Sie besuchen dieselbe Kirche, Sie lesen dieselben Bücher) oder nur, weil Sie sich oft sehen (bei den Fußballspielen der Kinder auf der Tribüne sitzen). bedeutet nicht, dass Sie klug sind, eine Freundschaft aufzubauen. Dies können „fleischliche“ Gründe für Freundschaft sein, keine spirituellen Gründe. „Der Gerechte sollte seine Freunde sorgfältig auswählen.“ Dies bedeutet, dass Sie Ihren Kopf benutzen, um über die Art der Freundschaft und die Eigenschaften nachzudenken, die für einen Freund geeignet sind.
Oft suchen Frauen Freundschaften, die das Fleisch befriedigen, aber die Spiritualität nicht fördern. Vielleicht schätzen Sie Ihre Freundin zum Beispiel, weil sie Sie ungehindert sprechen lässt (Spr 10,19). Vielleicht genießen Sie jemanden, weil ihre Kinder genauso undiszipliniert sind wie Ihre, und Sie keinen Druck verspüren, die Dinge zu straffen. Hilft sie Ihnen, Zeit zu verschwenden, Sie von Ihren Pflichten abzuhalten, Ihnen aber eine plausible Entschuldigung zu geben (1. Tim. 5,13)? Freut sie Sie mit Klatsch und Tratsch (Spr. 18: 8), die Sie vielleicht nicht woanders bekommen? Vielleicht hat sie auch einen Ehemann, der ihre Bedürfnisse nicht erfüllt, damit Sie sich gemeinsam über Ihre Ehemänner beschweren können. Ist sie beliebt oder wohlhabend oder sehr begabt, und Sie arbeiten einfach gerne mit ihr zusammen, weil Sie ihren Namen gerne anderen mitteilen und sie mit Ihrer Freundschaft beeindrucken möchten? All dies ist abscheulich. Dies sind Beispiele für unkluge, schlecht gewählte Freundschaften. Sie müssen entweder überarbeitet oder beendet werden, aber in jedem Fall ist Reue angebracht.
Mit Freundschaft sind andere Gefahren verbunden. „Sei nicht zu gerecht und nicht zu weise. Warum solltest du dich selbst zerstören?“ (Eccl. 7:16). Dies ist das Problem der Frau, die eine „super spirituelle“ Freundschaft sucht. Dies kann eine Deckung für eine sehr einsame und bedürftige Frau sein. Sie liest vielleicht christliche Bücher, studiert die Bibel, ist sehr an Bibelstudien beteiligt oder leitet sie sogar. Aber sie ist keine Frau, die zutiefst mit Christus zufrieden ist. Sie sucht nach einer tiefen, spirituellen Beziehung zu einer anderen Frau und erwartet, dass ihre Bedürfnisse, die von ihrem Ehemann nicht erfüllt oder nicht in Christus gefunden werden, in einer „Beziehung“ erfüllt werden. Sie möchte teilen, sie möchte beten, sie möchte eine tiefe, bedeutungsvolle Beziehung auf tiefe und bedeutungsvolle Weise entwickeln. In acht nehmen! Wenn es gefälscht ist, Diese Art von Spiritualität ist genauso gefährlich wie die zuvor beschriebenen klatschhaften Beziehungen. Göttliche christliche Frauen sollten Freundschaften genießen, die ihren Ehemann nicht ersetzen. Wenn Sie einen Ehemann haben, kann und sollte er Ihr „bester Freund“ sein. Wenn dies nicht der Fall ist, kann keine Frau die Lücke füllen, die er hinterlassen hat. Suchen Sie also nicht nach einem solchen Freund.
Was ist also die Alternative zu diesen Misserfolgen in der Freundschaft? Eine wichtige Tatsache ist, dass eine Frau nicht mit jedem eng befreundet sein kann. Jesus hatte seine zwölf (Joh. 15:15). Von diesen hatte er seine besonderen drei, Petrus, Jakobus und Johannes (Mt 9,28). Und von diesen dreien hatte er den, den er liebte, Johannes (vgl. Joh 21,20). Christus hatte eine engere Beziehung zu einigen, nicht zu allen. Sicherlich können wir Ihn dabei nachahmen. Da wir endlich sind, können wir keine enge Freundschaft mit einer unendlichen Anzahl von Menschen haben. Außerdem haben wir alle viele von Gott gegebene Pflichten, und wenn wir vor allem Freundschaft anstreben würden, würden unsere Pflichten notwendigerweise vernachlässigt werden.
Innerhalb einer christlichen Gemeinschaft kann eine Frau viele göttliche Freundschaften auf verschiedenen Ebenen genießen. Es kann Freundschaften geben, die ältere Frauen mit den jüngeren Frauen haben; Diese zeichnen sich durch Lehre und Ermutigung aus. In einigen Beziehungen geben Sie bewusst (dh lehren und ermutigen – siehe Tit. 2: 4), und in anderen empfangen oder werden Sie absichtlich unterrichtet. Solche Freundschaften sind biblisch. Sie können sich zu engen Freundschaften entwickeln oder auch nicht. Andere Freundschaften sind mit „Gleichaltrigen“ möglich; Diese zeichnen sich durch Kameradschaft und gegenseitige Erbauung aus. Alle diese Freunde müssen sorgfältig ausgewählt werden.
Aber wie? Offensichtlich kann die Wahl nicht einseitig sein, denn wenn die von Ihnen ausgewählte Person nicht an einer Freundschaft interessiert ist, können Sie wirklich nichts tun. Lassen Sie sich nicht entmutigen und ärgern Sie sich nicht über die andere Person. Sie muss genauso vorsichtig sein wie Sie. Motive nicht zuordnen! Wenn Sie viele Male initiiert haben und sie nicht antwortet, gehen Sie nicht davon aus, dass Sie wissen warum.
Stellen Sie sich auch nicht auf eine große Enttäuschung ein. Vertraue darauf, dass Gott dich in deinen Freundschaften führt. Wenn einer nicht klappt, muss er andere Pläne haben. Bitten Sie niemanden, Ihr Freund zu sein. Suchen Sie stattdessen nach Möglichkeiten, sich auf natürliche Weise zu entwickeln. Erzwinge es nicht. Wieder wird Gott die Freundschaft lenken, wenn es so sein soll. Die Art von Frau, die Sie für einen Freund wollen, sollte eine liebenswürdige Christin sein. Offensichtlich müssen Sie selbst dieselbe Art von Frau sein.
Eine göttliche Freundschaft sollte rechtschaffene Früchte tragen – sie sollte produktiv, erfrischend und entzückend sein. Wenn nicht, ist es Zeitverschwendung. Es gibt viele süße christliche Frauen, deren Freundschaft reich und kostbar wäre. Suche solche Frauen aus. Wählen Sie Ihre Freunde sorgfältig aus, wie es in den Sprichwörtern angegeben ist. Unterschätzen Sie nicht die Auswirkungen Ihrer Freundschaften auf Ihr christliches Leben.

Wenn Frauen mit anderen Frauen, und Männer mit anderen christlichen Männern wirkliche Freundschaft pflegen, dann ist das wirklich etwas anderes als auf FB oder so „befreundet“ zu sein. Die Frage ist nur, wo finden wir solch biblischen Freundschaften? Und wollen wir diese wirklich? Leider beobachte ich oft, dass die Menschen Freund suchen, die halt nicht wahre Freunde sind – da wird nur ein Ohr gesucht, wo man sich ausheulen kann, oder ein Ohr, wo man seine Ideen (politisch oder kulturell) hinterlassen kann. Aber wirklich um Gott und ein christliches Leben drehen sich leider viel zu wenige Menschen.
Was für Freunde suche ich also? Und was für ein Freund bin ich selbst?

Wohin blickst du?

Jehovah segne ich, Der mich beraten hat, ja, in den Nächten züchtigen mich meine Nieren. Ps 7,10; 17,3; 26,2; Jer 11,20; Offb 2,23. Jehovah habe ich beständig vor mich gestellt. Weil Er mir zur Rechten ist, wanke ich nicht. Ps 109,31; Apg 2,25f.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Psalm 16,7–8

Ich preise Jehova, der mich beraten; auch Nachts mahnen mich meine Nieren. Ich stelle Jehova mir vor allezeit; denn (er steht) mir zur Rechten, ich wanke nicht.
de Wette Bibel – Ps 16,7–8

Ich preise Jehova, der für mich gesorgt; ja, in der Nacht mahnen mich meine Nieren.
Ich stelle Jehova beständig mir vor; denn er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.
van Ess_1858 – Psalm 16,7–8

Jehova werde ich preisen, der mich beraten hat, selbst des Nachts unterweisen mich meine Nieren. Ich habe Jehova stets vor mich gestellt; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken.
Elberfelder 1871 – Ps 16,7–8

de.logos.com

Es gibt zwei grundlegende Ansätze für ′′ spirituelle Kriegsführung.“ Der erste ist, nach der Gegenwart des Bösen zu suchen und dann für Gottes Eingriff, Erlösung, Schutz usw. zu beten. Das zweite ist, das gute Auge zu benutzen (d.h. ha ‚ayin ha‘ tovah: hʻyn htwbh) und stattdessen auf die Wahrheit und die Realität Gottes zu konzentrieren – um ′′ deine Gedanken über die Dinge oben zu setzen ′′ (Phil. 4:8). Während der erste Ansatz manchmal notwendig erscheinen mag, um die eingreifende Dunkelheit abzulehnen, um innere Ruhe zu finden, hat letztere Ansatz den Vorteil, auf die göttliche Gegenwart zu vertrauen, die alle Dinge durchdringt und überwältigt (Psalm 16:8). Als David war umgeben von dem Feind, konzentrierte er sich auf die Herrlichkeit des HERRN. David wusste, dass Gott ihn schützen und ihn über die Mächte der Dunkelheit erheben würde (Psalm 27:1-6). Die höchste Form der spirituellen Kriegführung besteht darin, sich bewusst von der Angst abzuwenden, indem er sich entscheidet, den HERRN Gott zu preisen, seinen Namen zu vergrößern und seinen Namen zu vergrößern und Gehe vor Ihm in Ehrfurcht…

Hebräisch für Christen

Wir sollen ′′ jeden Gedanken gefangen ′′ in die Wahrheit des Messias nehmen (2 Kor. 10:5). Praktisch gesehen bedeutet dies, dass du, wenn du dich ′′ ertappst ′′ einen negativen Gedanken denkst, ihn sofort ablehnen und deine Aufmerksamkeit der Gegenwart Gottes zuwenden. Wie König David sagte: ′′ Ich habe den Herrn immer vor mir gestellt ′′ (Psalm 16:8). Dies ist der erste Akt des Willens, der den ′′ Weg des Lebens ′′ öffnet (ʼraẖ ʼraẖ) und den Ort entdeckt (hamá̇qwòm) der Fülle der Freude (Psalm 16:11). Triff die Entscheidung zu glauben, Freund. Das ist nicht allzu schwer für dich, und es ist auch nicht weit entfernt, ′′ denn die Angelegenheit ist sehr nahe bei dir; es liegt in deinem Mund und in deinem Herzen, so dass du es schaffst ′′ (Deut. 30:14).

Die Strategie des Teufels ist so banal wie langweilig, nämlich uns zu verführen, die Wahrheit Gottes zu vergessen und in einem Zustand des virtuellen Exils und des Schmerzes zu leben… Deshalb Shema! – zuhören und sich erinnern – ist das Grundgebot. Da der HERR das Zentrum von allem ist, was real ist, bedeutet es, ′′ die Abwesenheit ′′ von Gottes Gegenwart zu üben, anstatt Seine Gegenwart zu praktizieren. Wir müssen uns an die Zukunft erinnern, sowie an die Gegenwart und Vergangenheit…. Beobachten Sie, die Stunde naht…

Hebräisch für Christen

Durch das Zitat von Psalm 16: 8–11 – Apostelgeschichte 2: 25–28

Denn David sprach über ihn: Ich sah den Herrn immer vor meinem Angesicht; Denn er ist zu meiner Rechten, damit ich nicht bewegt werde. Darum freute sich mein Herz, und meine Zunge freute sich; Außerdem wird auch mein Fleisch in Hoffnung wohnen: Weil du meine Seele nicht dem Hades überlassen wirst, wirst du auch deinen Heiligen nicht geben, um Verderbnis zu sehen. Du hast mir die Lebensweisen kundgetan; Du sollst mich mit deinem Antlitz voller Freude machen.

Dieses Zitat fällt in die Kategorie der Interpretation, die als „wörtliche Prophezeiung plus buchstäbliche Erfüllung“ bekannt ist, da der Psalmist im Zusammenhang mit Psalm 16 eindeutig von der Auferstehung des Messias sprach. Sogar einige Rabbiner verstanden diese Passage als messianisch. Zum Beispiel schrieb ein Rabbiner in einem Kommentar zu diesem Vers: „Meine Herrlichkeit freut sich über König Messias.“

Petrus erklärte, dass der Autor dieses Psalms David war, aber David sprach nicht von sich selbst; Er sprach über den Messias. Der Punkt von Vers 25 ist, dass das Vertrauen des Sprechers in den Herrn ist und aus diesem Grund der Sprecher sich in Vers 26 freut und in der Hoffnung wohnt. Er kann in der Hoffnung wohnen, weil die Auferstehung nach dem Tod gemäß Vers 27 kommen wird. Und Wegen der Auferstehung wird der Sprecher in Vers 28 auf dem Weg des Lebens gehen.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

Wie zeigt sich, dass wir Jehovah vor uns gestellt haben? Worauf schauen wir? Was sind unsere Ziele? Was wünsche ich mir von Herzen? Worauf arbeite ich hin?

„Alle Angestellten und Arbeiter sollten ihren Chefs die nötige Achtung entgegenbringen und tun, was sie sagen.“

Denn dies ist wohlgefällig, wenn jemand um des Gewissens vor Gott (O. Gott gegenüber) willen Beschwerden erträgt, indem er ungerecht leidet. Denn was für ein Ruhm ist es, wenn ihr ausharret, indem ihr sündiget und geschlagen werdet? Wenn ihr aber ausharret, indem ihr Gutes tut und leidet, das ist wohlgefällig bei Gott. Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel (O. Vorbild) hinterlassend, auf daß ihr seinen Fußstapfen nachfolget; welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden, (Vergl Jes 53,9)

Elberfelder 1871 – 1 Petr 2,19–22

Ihr Sklaven, ordnet euch euren Herren unter und erweist ihnen uneingeschränkten Respekt – nicht nur den guten und freundlichen, sondern auch denen, die sich niederträchtige verhalten. Es verdient nämlich Anerkennung, wenn jemand, der zu Unrecht leidet, sein Leiden geduldig erträgt, weil er entschlossen ist, Gott treu zu bleiben. Oder hättet ihr irgendeinen Grund, stolz zu sein, wenn ihr wegen einer Verfehlung bestraft werdet und die Schläge standhaft ertragt? Aber wenn ihr leiden müsst, obwohl ihr Gutes tut, und dann standhaft bleibt – das findet Gottes Anerkennung, denn dazu hat er euch berufen.
Auch Christus hat ja für euch gelitten und hat euch damit ein Beispiel hinterlassen. Tretet in seine Fußstapfen und folgt ihm auf dem Weg, den er euch vorangegangen ist –
er, der keine Sünde beging
und über dessen Lippen nie ein unwahres Wort kami;
er, der nicht mit Beschimpfungen reagierte, als er beschimpft wurde,
und nicht ´mit Vergeltungdrohte, als er leiden musste, sondern seine Sache dem übergab, der ein gerechter Richter ist;
er, der unsere Sünden an seinem eigenen Leib ans Kreuzj hinaufgetragen hatk, sodass wir jetzt den Sünden gegenüber gestorben sind und für das leben können, was vor Gott richtig istm. Ja, durch seine Wunden seid ihr geheilt. Ihr wart umhergeirrt wie Schafe, ´die sich verlaufen haben doch jetzt seid ihr zu dem zurückgekehrt, der als euer Hirte und Beschützer über eucho wacht.

Neue Genfer Übersetzung – 1 Petr 2,18–25

Alle Angestellten und Arbeiter sollten ihren Chefs die nötige Achtung entgegenbringen und tun, was sie sagen. Das betrifft jetzt nicht nur die netten Chefs, sondern auch die Sorte, die etwas seltsam unterwegs sind.
Es ist ein besonderes Geschenk, wenn jemand es schafft, trotz schlechter Behandlung einfach still zu bleiben, und den schlechten Umgang einfach erträgt. Und das nur, weil man sich Gott gegenüber verantwortlich fühlt.
Also ehrlich, was ist daran so toll, wenn ihr Probleme bekommt, weil ihr Mist gebaut habt, und das dann einfach aussitzt? Aber wenn ihr Probleme bekommt, weil ihr was Gutes gemacht habt, dann ist das ein echtes Geschenk von Gott.
Gott will das von euch, Jesus hat ja auch schlimme Sachen durchgemacht und es trotzdem gepackt. Macht es wie er!
Er hat nie Mist gebaut und kein einziges Mal gesündigt! Er hat auch nie gelogen oder so.
Als er getreten und verarscht wurde, hat er nicht zurückgetreten oder sich verteidigt. Er wusste einfach ganz sicher, dass Gott einmal ein gerechtes Urteil fällen wird.
Jesus Christus hat unseren Dreck mit hochgenommen an dieses Kreuz, und zwar alles, was uns von Gott trennt. Die Sünden sind jetzt im Müll, sie sind tot und vorbei. Wir können wieder frei sein und so leben, wie Gott es will. Diese Heilung kam durch seine tödlichen Verletzungen am Kreuz.
Ihr hattet die Richtung verloren und auch so keinen Schnall mehr vom Leben. Völlig ziellos seid ihr rumgelaufen, wie Schafe, die keinen Hirten mehr haben. Aber jetzt habt ihr ihn wiedergefunden: Jesus passt auf euer Innerstes auf, er beschützt eure Seelen.

Martin Deyer – 1 Petr 2,18–25

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εἰς τοῦτο dazu. ἐ-κλήθητε Aor. Pass. καλέω. ἔ-παθεν Aor. πάσχω [Var. ἀπ-έ-θανεν Aor. ἀπο-θνῄσκω]. ὑπο-λιμπάνων Ptz. -λιμπάνω hinterlassen, zurücklassen; mod. ὑπο-γραμμός Beispiel, Vorbild. ἐπακολουθήσητε Aor. Konj. -ακολουθέω folgen, nachfolgen. ἴχνος7 Fußspur, Spur. 1Pt 2,22 ὅς (A364a) er/dieser; ebenso in den flgd. Versen. ἐ-ποίησεν Aor. ποιέω. εὑρέθη Aor. Pass. εὑρίσκω. δόλος V. 1.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Unrecht zu leiden ist aus der Sicht des Apostels Petrus „Gnade“ (1Petr 2,19). Diese Aussage wird nun präzisiert. Zunächst stellt Petrus eine rhetorische Frage: „Denn was für ein Ruhm ist es, wenn ihr als solche ausharrt, die sündigen und dafür geschlagen werden?“ Böses zu tun und dafür bestraft zu werden, ist keine Ruhmestat. Aber Gutes zu tun und trotzdem leiden zu müssen, „ist Gnade bei Gott“.

(21) Inwiefern ist es Gnade, Unrecht zu leiden? Weil das ihrer Berufung entspricht! Warum? Weil Christus für uns gelitten und uns damit „ein Beispiel hinterlassen“ hat, damit wir „seinen Fußspuren“ folgen (zur Leidensnachfolge vgl. 1Petr 4,13ff. und Mk 8,34; Heb 13,13).

(22-23) Die Verse 22 und 23 erinnern an Christi Leiden für uns:
• Er war unschuldig (Vers 22 erinnert an Jes 53,9: „… weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist.“).
• Er hat sich nicht gewehrt oder versucht, mit gleicher Münze heimzuzahlen (Vers 23a erinnert an Jes 53,7: „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf.“)
• Stattdessen „übergab“ er „sich dem …, der gerecht richtet“ – er überließ Gott das Gericht (vgl. Röm 12,19: „Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn! Denn es steht geschrieben: ‚Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.‘“).

(24-25) Darauf aufbauend sprechen die Verse 24 und 25 von der Heilsbedeutung der Leiden Jesu Christi. Er hat „unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen“ (vgl. Jes 53,12: „… Er aber hat die Sünde vieler getragen …“). Dadurch sind wir „den Sünden abgestorben“ und leben für „Gerechtigkeit“. Oder anders ausgedrückt: Durch seine „Striemen“ sind wir „geheilt worden“ (vgl. Jes 53,5: „… Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.“).

„Wie in der Ethik des Paulus (Röm 6,15-23) wird aus der Erlösungstat Gottes der sittliche Anruf abgeleitet. In Christi Tod für die Sünde sind wir der Sünde mitgestorben, um künftig ein Leben für die Gerechtigkeit zu leben (vgl. Röm 6,2.11).“ (Schelkle, 85)

Warum musste Jesus für uns leiden und unsere Sünde auf sich nehmen? Petrus sagt: Weil ihr wie Schafe umhergeirrt seid (vgl. Jes 53,6: „Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg …“). Aber das ist nun vorbei, denn „ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen“, d.h. zu Jesus Christus (vgl. Joh 10,14: „Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.“)

Inwiefern ist es also „Gnade“, wenn Christen Unrecht leiden? „Wer … unrechte Bedrängnis durch die Menschen in der Weise trägt wie … Christus, hat Teil an seinem Weg (4,13), am Weg des Heils (3,17-22), d.h. er ist umschlossen und getragen von der ‚Gnade‘, der ihn in Liebe annehmenden Zuwendung Gottes (5,12).“ (Goppelt, 197)

Mainka, 1. Petrus

Der Apostel untermauert seine Mahnung an die Sklaven durch den Hinweis darauf, daß auch Christus seine ungerechten Leiden geduldig ertragen hat. Die Lutherübersetzung gibt die einleitende Wendung dieses Verses mit „denn dazu seid ihr berufen“ wieder und bezieht sie damit zurück auf das Leiden für das rechte Verhalten. Die Christen sind dazu berufen (eklEthEte; vgl. 1 Petrus 1,15;2,9 ), Christus nachzufolgen und sein Wesen und sein Verhalten nachzuahmen, weil er für sie gelitten hat. Der Begriff „ein Vorbild“ (hypogrammon), der nur an dieser Stelle im Neuen Testament auftaucht, bezeichnet einen Text oder eine Skizze, die ein Schüler kopiert. Der Apostel macht das beispielhafte Verhalten Christi in Vers 22 an einem Zitat aus Jes 53,9 fest. Jesus (hat) keine Sünde getan, weder vor noch nach seinen Leiden (vgl. 2Kor 5,21; 1Joh 3,5; Hebräer 4,15). Er war vollkommen unschuldig, in Worten und Werken, kein Betrug (dolos, vgl. 1 Petrus 2,1) fand sich in seinem Mund.

Christus war das vollkommene Vorbild geduldiger Unterwerfung unter ungerechtes Leiden, weil er nicht widerschmähte und nicht drohte (vgl. Röm 12,19-20 ). Aus menschlicher Sicht war die Versuchung bei der Verhaftung, der Verhandlung und der Kreuzigung Christi zurückzuschlagen, riesengroß. Trotzdem litt Jesus schweigend und befahl sich in Gottes Hände. In Vers 24 erläutert Petrus, warum der, der seine Feinde mit einem Wort hätte vernichten können, geduldig den Schmerz und die Erniedrigung des Kreuzes ertrug. Dieses Schicksal war die gerechte Strafe für unsere Sünde, die der Sohn Gottes zum Kreuz hinaufgetragen hat (vgl. 2Kor 5,21). Im Griechischen stehen die Worte „unsere Sünde“ am Anfang des Satzes und damit an betonter Stelle, während das Wörtchen „selbst“ Christi persönliche Hingabe verdeutlicht. Sein Tod ermöglicht es den Gläubigen, der Strafe und Macht der Sünde zu entgehen und für Christus zu leben, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben (vgl. Röm 6,2.13). Christus hat gelitten, damit die Christen seinem Vorbild im Leiden und im rechtschaffenen Lebenswandel nachfolgen können. Petrus zitiert an dieser Stelle eine allgemeine Aussage zur Erlösung: „Durch seine Wunden seid ihr heil geworden“ (Jes 53,5). Diese Feststellung bezieht sich nicht auf die physische Wiederherstellung, denn die Vergangenheitsform des Verbs weist auf eine bereits abgeschlossene Handlung hin, die „Heilung“ ist also eine vollendete Tatsache. Sie zielt vielmehr eindeutig auf die Erlösung. Christi Leiden (wörtlich „Wunden“, mOlOpi, „Striemen“, das bezieht sich auf Jesu Geißelung) und Tod haben die „Heilung“, die Erlösung jedes Menschen, der Christus als seinen Heiland annimmt, vollendet.
Christus ist nicht nur das Vorbild und der Retter, er führt und beschützt auch die Verirrten (wie die irrenden Schafe), die von ihm fortgelaufen sind, dann aber zu dem Hirten und Bischof (episkopon) ihrer Seelen umkehrten, d. h. bekehrt wurden. Die Titel „Hirte“ und „Bischof“ versinnbildlichen die unvergleichliche Führung und Fürsorge, die Christus denen angedeihen läßt, die sich ihm anvertrauen (vgl. Hes 34,11-16 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Diese Stellen genügen, obwohl es ein Leichtes wäre, noch viele andere anzuführen, um zu zeigen, dass Christus – und nicht das Gesetz – unsere Lebensregel ist. Und wenn wir dieses feststellen, so erkennt jeder, dass dadurch vom Gläubigen weit mehr verlangt wird, als wenn er noch unter Gesetz wäre. Denn Christus hat das sittliche Gesetz bis auf den letzten Strich und i-Punkt des Buchstabens erfüllt – und ist in seinem Tod am Kreuz noch unendlich weit darüber hinausgegangen. Darum ist es uns unmöglich, auch nur eine sittliche Vorschrift geringzuachten, handle es sich dabei um die 10 Gebote oder um andere Satzungen. Denn wir sehen, dass jeder Ausdruck des Willens Gottes im Leben des Herrn Jesus völlig und vollkommen verkörpert worden ist. Aus diesem Grund wird das Gesetz in den Briefen so häufig angeführt, um irgendeine Seite der Verpflichtungen des Christen zu erhellen. Aber es geschieht immer in Verbindung mit Christus (siehe Röm 13,7-14).
Ich könnte mich noch lange darüber verbreiten, wie es für uns von überaus grossem Vorteil ist, Christus anstelle des Gesetzes als Lebensregel zu haben. In der Tat, auf diese Weise werden unsere Augen immer auf Ihn gerichtet, so dass wir in der Kraft des Heiligen Geistes seinem Beispiel nachfolgen können und zu wandeln vermögen, wie Er gewandelt ist. Unsere Seele hat dann nur einen Anziehungspunkt: Christus in der Herrlichkeit, dem wir jetzt in immer zunehmendem Mass moralisch (2 Korinther 3,18), und bald auch dem Leib nach und vollkommen gleichgestaltet werden sollen, wenn Er kommen wird, um uns zu sich zu nehmen (Phil 3,20.21; 1 Johannes 3,2). Weit entfernt davon, die Verpflichtungen des Gläubigen abschwächen zu wollen, erhöhen und verstärken wir sie, indem wir ihm zeigen, dass er sich unaufhörlich in der Gegenwart Christi aufhalten soll, um so fortwährend unter dem Einfluss und dem Drängen seiner Liebe zu stehen (2 Korinther 5,14.15).
Wer da sagt, das Gesetz sei unsere Lebensregel, begibt sich in sonderbare Schwierigkeiten. Beachten wir zum Beispiel den Sabbat? Finden wir im Neuen Testament eine bezügliche Vorschrift? In den Evangelien wird zwar wohl erwähnt, dass der Sabbat gehalten wurde; seit Pfingsten aber beachten die Gläubigen den ersten Tag der Woche. Wenn man aber das Gesetz zur Lebensregel machen will, mit welchem Recht darf man sich dann einer einzigen Verpflichtung entbinden, die Gott in diesem Gesetz auferlegte? Man könnte es nur mit schlechtem Gewissen tun und dabei würde die Gemeinschaft mit Gott und jede geistliche Kraft zerstört.
Die Seele des Gläubigen soll nur durch die Liebe Christi gedrängt werden, nicht durch den Zwang des Gesetzes. Und die Kraft dieser Liebe erfüllt uns gerade in dem Verhältnis, wie das Herz mit Christus beschäftigt ist. Lasst uns daher Gnade suchen, um mit dem Apostel sagen zu können: «Was ich aber jetzt lebe im Fleisch, lebe ich durch Glauben, durch den an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat» (Gal 2,20).

Halte fest 1960

In den Versen 18–20 schreibt Petrus über die Pflichten der Diener. In Vers 18 sagt er, dass sie sich ihren Meistern mit Furcht unterwerfen sollen, ob die Meister ihrer Unterwerfung würdig sind oder nicht. Das griechische Wort, das hier für Diener verwendet wird, ist nicht dasselbe Wort, das früher für Diener verwendet wurde. Es ist vielmehr ein griechisches Wort, das „ein Haussklave“ oder „ein Hausangestellter“ bedeutet, und es findet sich auch in Lukas 16:13; Apostelgeschichte 10: 7; und Römer 14: 4. Die Verpflichtung des Haussklaven besteht darin, sich der Angst zu unterwerfen. Diese Angst bedeutet nicht, Angst vor dem Meister zu haben, sondern Angst vor Gott (Vers 17). Petrus wendet diese Wahrheit auf alle Klassen von Meistern an. Diener müssen sich den Meistern unterwerfen, die gut und sanft sind, sowie denen, die froward sind, was „diejenigen, die krumm sind“ bedeutet. Sie müssen sich sogar einem krummen Meister unterwerfen, weil ein solcher Gehorsam ein Akt der Gnade ist. Diese Vorlage ist nicht im Sinne einer verschlagenen Tätigkeit, sondern im Sinne der Einhaltung eines krummen Meisters, der legitime Handlungen fordert. Ein solcher Gehorsam ist der Beweis der Gnade im Leben eines Individuums. In Vers 19 weist Petrus an, dass es akzeptabel ist, um des Gewissens willen falsch zu leiden. Er beginnt mit dem Wort if, das auf Griechisch eine erstklassige Bedingung ist; eine Bedingung, die als wahr angenommen wird und vor Gott akzeptabel ist. Denn gemäß Vers 20a gibt es keine Herrlichkeit im Leiden für begangene Sünden, da man dieses Leiden verdient: Für welche Herrlichkeit ist es? Das griechische Wort für Ruhm bedeutet „Ruhm“ oder „Ruf“. Sein Aussehen ist einzigartig in diesem Vers und es bezieht sich auf die Meinung von Männern, wenn sich der Bericht über das eigene Verhalten verbreitet. Wenn Gläubige geduldig leiden, nachdem sie für begangene Sünden geschlagen wurden, gibt es keinen Verdienst. Ausdauer für verdiente Bestrafung ist nicht lobenswert. Wenn jedoch unrechtmäßiges Leiden auftritt (Vers 20b), müssen die Gläubigen geduldig ertragen; Die Ausdauer des Patienten ist für Gott akzeptabel, und dieses Wissen sollte eine noch größere Ausdauer des Patienten ermöglichen.
In den Versen 21–24 stellt Petrus als Ermutigung zur Ausdauer des Patienten im Zusammenhang mit unrechtmäßigem Leiden das beste Beispiel für diese Art von Leiden vor – den Messias. Nach Vers 21 wurden Sie dazu berufen: Diese Gläubigen wurden zum Leiden berufen (Mat. 10:38, 16:24; Lk. 14:27; Apostelgeschichte 14:22). Tatsache ist, dass Jesus für sie gelitten hat, und er ist ihre Motivation, Leiden bereitwillig anzunehmen, während er Gutes tut. Jesus lieferte ein erreichbares Beispiel: Seine Schritte. Das griechische Wort wird zum Beispiel nur in diesem Vers verwendet und bedeutet „Underwriting“. Es bezieht sich auf die Kopie, die vom Schüler reproduziert werden soll. Der Lehrer präsentierte das Original; Der Schüler muss nun eine Kopie des Originals vorlegen. Weil Jesus das Original ist, sollte der Gläubige ihn wiederholen. Jesus ist das Modell, das der Novize kopieren muss. Der Zweck ist es, seinen Schritten zu folgen; der Linie zu folgen, die Seine Fußabdrücke markiert haben; zu folgen, wohin Seine Spuren führen. Petrus schreibt dies vor dem Hintergrund von Jesaja 53. In Vers 22 lehrt er, dass sie nicht für begangene Sünden leiden sollten. Jesus hat nicht für irgendwelche Sünden gelitten, die er begangen hat. Er war unschuldig im Verhalten: Weder wurde Arglist in seinem Mund gefunden; Es gab keinen Missbrauch der Zunge. In Vers 23 erklärt Petrus, dass Jesus nicht gegen sein Leiden rebelliert hat und diese Gläubigen auch nicht. Als er beschimpft wurde, beschimpfte er nicht noch einmal; Er griff nicht auf Namensnennung zurück. Als er litt, drohte er nicht; Er litt körperlich, drohte aber nicht mit Vergeltungsmaßnahmen. Er verpflichtete sich zu dem, der gerecht urteilt; Er hat sich ganz Gott dem Vater verpflichtet. Vers 24 erinnert an den Zweck des Leidens Jesu: Wer selbst trägt unsere Sünden. Sein eigenes Selbst bedeutet „Er allein“. Er allein trug unsere Sünden. In der Septuaginta wurde dasselbe griechische Wort für Langeweile verwendet, um Opfer zu bringen (Gen. 8:20; Lev. 14:20; 17: 5). Die Prophezeiung des Messias, der die Sünden Israels trägt (Jes. 53: 11-12), bildet den Hintergrund für die Lehre des Petrus in diesen Versen. Dieses Wort wurde auch in Jakobus 2:21 verwendet, um von Abrahams Opfergabe Isaaks zu sprechen. Jesus bot sich für unsere Sünden an, und die Mittel waren in seinem Körper auf dem Baum. Der Körper zeigt auf seinen physischen Tod und der Baum ist Peters Begriff für das Kreuz (Apostelgeschichte 5:30, 10:39). Der Zweck seines Todes ist, dass nun auch die Gläubigen im Moment der Erlösung an der Sünde gestorben sind und somit die Kraft erhalten, gerecht zu leben. Das griechische Wort für gestorben wird hier und nirgendwo anders verwendet. Wörtlich heißt es: „Zur Gerechtigkeit könnten wir leben“ mit dem Wort Gerechtigkeit in der nachdrücklichen Position. Unter Verwendung des göttlichen Standards des geschriebenen Wortes Gottes als Referenz müssen die Gläubigen ein beständiges Leben führen. Petrus fügt hinzu, dass die Gläubigen durch seine Streifen geistlich geheilt werden, was auf Jesaja 53: 5 verweist. Das griechische Wort für Streifen, das hier verwendet wird, ist nirgendwo anders zu finden. Es ist ein griechisches Wort, das sich auf die blauen Flecken und die Körperwunden bezieht, die sich aus den scharfen Schlägen ergeben, die Jesus erlitten hat. Peters Anwendung hier ist auf geistige Heilung und nicht auf körperliche Heilung.
In Vers 25 spricht Petrus die Position der jüdischen Gläubigen an, die auf Jesaja 53: 6 basiert: Wie Schafe sind sie vom Weg abgekommen. Früher waren sie wie Schafe in die Irre gegangen, aber jetzt sind sie zu dem Hirten und Bischof ihrer Seelen zurückgekehrt. Hirte ist das griechische Wort für „führen“. Die Verwendung dieses Wortes zeigt den Messias als den Hirten, der in Sacharja 11: 4–14 vorhergesagt wurde, und die Erfüllung der Prophezeiung durch Jesus als den guten Hirten in Johannes 10: 1–18. Es ist ein Punkt, den Petrus in 5: 4 noch einmal ansprechen wird. Das Wort Bischof ist ein griechisches Wort, das „überwachen“ oder „schützen“ bedeutet. Während es häufig verwendet wird, wenn auf Kirchenführer Bezug genommen wird (Apostelgeschichte 20:28, 1 Tim. 3: 2, 1 Pet. 5: 2–4), ist dies das einzige Mal, dass das Wort in Bezug auf Jesus verwendet wird. Es ist das griechische Wort, von dem das englische Wort Episcopal abgeleitet ist. Die Schafe Jesajas 53 waren die Herde Israels, und diese Gläubigen sind Mitglieder der Herde Israels.

Fruchtenbaum – The Messianic Jewish Epistles

Wenn wir IHM folgen – was dann? In einer der Sozialen Medien wurde ich vor kurzem angeschrieben, von jemandem, der behauptete Christ zu sein, und eine Kämpfergruppe für politische Bestrebungen und „Aufklärung“ bewarb. Wenn aber zur Zeit des Paulus noch nicht einmal ein Sklave gegen die ungerechte Behandlung kämpfen sollte – warum sollten wir heute, die wir in deiner Demokratie leben – gegen diese kämpfen? Der einzigste Kampf den ich persönlich als Christ sehe, ist ein geistiger Kampf : 2.Korinther 10 und Epheser 6 .
Wenn man sich vor Augen führt, dass die gesamte Erde einmal unter die verschiedenen „Fürsten“ aufgeteilt wurde ( 5.Mose 32,8) – und Jehovah nur das kleine Stück am Mittelmeer für „sein Volk“ resavierte…- dann hat sich mit dem Tod und der Auferstehung Jesu so viel geändert: seit diesem Augenblick ist die gesamte Erde für diese Botschaft „zugänglich“ – die anderen „Fürsten“ müssen die „gute Botschaft“ akzeptieren. DAS ist unser Thema, unser Kampf: allen zu erzählen, WER Jehovah ist, was ER für uns getan hat, und IHM zu dienen. Da bleibt keine Zeit für „Verschwörungstheorien“ und „Aufwachen“. Unser Leben dreht sich um den großen Schöpfer – und alles was IHM nicht gefällt, hat ein Ablaufdatum. Den ER ist derjenige der von Ewigkeit zu Ewigkeit existiert, und IHM ist alle Macht im Himmel und auf Erden schon damals übertragen worden! Es lohnt sich also, sich SEINEM Willen unterzuordnen.

Angst vor was?

Gott ist uns Zuflucht und Stärke, eine Hilfe, reichlich gefunden in Drangsalen.
Darum werden wir uns nicht fürchten, wenngleich gewandelt würde die Erde, und wenn die Berge wankten im Herzen des Meeres,

Elberfelder Bibel 1905 – Ps 46,1–2

Gott ist für uns Zuflucht und Schutz,
in Zeiten der Not schenkt er uns seine Hilfe mehr als genugd.
Darum fürchten wir uns nicht,
wenn auch die Erde bebt und wankt
und die Berge mitten ins Meer sinken,

Neue Genfer Übersetzung – Ps 46,2–3

Gott ist unsere Zuflucht und Stärke,
eine Hilfe, die in der Not leicht zu finden ist.
Darum werden wir keine Angst haben,
auch wenn die Erde Veränderungen durchmacht,
auch wenn die Berge in die Tiefen des Meeres stürzen

neue Welt Übersetzung – 2018 – Ps 46,1–2

Bei unserm Gott kann man sich immer gut verstecken, denn er ist stark, und er beschützt uns vorm Verrecken.
Wir haben keinen Schiss, auch wenn es mal ein Beben gibt, selbst wenn die Zugspitze wegfliegt und sich ins Meer begibt.

Martin Deyer – Ps 46,2–3

Gott ist unsere Zuflucht und Stärke. Dieser Psalm drückt das Vertrauen des Psalmisten aus, dass ADONAI auch in Zeiten des Aufruhrs und des Umbruchs treu ist. Gott ist für Israel ein Zufluchtsort vor Naturphänomenen (Verse 2–4), vor den Nationen der Welt (Verse 5–7) und vor natürlichen und nationalen Mächten (Verse 8–12).

Die vollständige jüdische Studienbibel: Notizen

Der Prophet beginnt mit der umfassenden Erklärung: Gott ist unsre Zuversicht, ehe er auf die einzelnen Stufen, in denen sich die Befreiung vollzog, eingeht. Gott sei stark genug, so meint er, die Seinen zu erretten; ihre Hoffnungen seien wohlbegründet. Das liegt alles in dem Wort „Zuversicht“. Die zweite Vershälfte führt in die Vergangenheit. Der Prophet rühmt Gottes Macht und Güte gegen die Seinen und preist seine Hilfe, die stets zur rechten Stunde kommt, damit man nicht im Bann der Angst anderswohin schaue, sondern allein mit seinem Schutz zufrieden sei. Jedes Glied der Gemeinde soll wissen, dass Gott insonderheit sein Beschützer ist. Es herrscht kein Zweifel, dass das erwählte Volk damit von den heidnischen Völkern geschieden und die Bedeutung des Kindschaftsrechtes hervorgehoben wird, dessen Gott die Kinder Abrahams gewürdigt hatte. So gilt auch der aus unserem Vers zu entnehmende allgemeine Grundsatz nicht für alle Personen, wohl aber für alle Zeiten: es wird uns gezeigt, wie Gott sich all den Seinigen gegenüber zu verhalten pflegt. Der Prophet zieht daraus den Schluss: die Gläubigen hätten keinen Grund zur Furcht, da Gott immer bereit sei, sie zu erretten, und zwar mit unüberwindlicher Gewalt. Der Dichter stellt uns vor Augen, wie wahr und echt der Untergrund der Hoffnung sei, wenn man selbst unter so verzweifelten Verhältnissen, wo der Himmel einzustürzen, die Erde zu wanken und die Berge in ihren Grundfesten zu weichen scheinen, doch mit ruhiger, gefasster Seele dastehen könne. Es ist ja keine Kunst, großes Vertrauen zu zeigen, so lange keine Gefahr droht. Aber wenn uns die Erde durch ihr Wanken in Bestürzung versetzt und unserer Seele die Ruhe raubt, so leuchtet es wohl ein, dass Gottes Macht alle Ehrerbietung verdient.
Wenn es weiterhin heißt (V. 3): wir fürchten uns nicht, so ist damit nicht gesagt, fromme Menschen seien frei von jeder Furcht und Unruhe, sondern vielmehr: ihre Herzen würden, was auch kommen möge, nie von der Furcht übermannt, sondern sammelten ihre Kräfte, um die Furcht zu überwinden. Dass die Welt untergeht und die Berge ins Meer sinken, sind bildliche Ausdrücke für die völlige Umkehrung des Erdkreises.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Der Psalmist erklärte, daß Gott die Zuflucht ( maHseh , „Schutz vor Gefahr“; vgl. den Kommentar zu Ps 14,6 ) und Stärke (vgl. den Kommentar zu Ps 18,2 ) der Gläubigen ist. Mit anderen Worten, sie bekommen Sicherheit und Mut, wenn sie dem vertrauen, der zu jeder Zeit gegenwärtig ist, um ihnen in ihren Nöten beizustehen (vgl. den Kommentar zu Ps 30,11 ). Also brauchen sich die Heiligen nicht zu fürchten, auch wenn ihnen viele Gefahren drohen. Es werden hier sehr starke Ausdrücke benutzt, um die Gefahren in ihrer ganzen Größe darzustellen, die auf sie zukommen können. Was immer auch geschehen mag, wer auf ihn vertraut, ist in wirklicher Sicherheit.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Warum sollten Christen also Furcht haben? Jehovah läßt sich von allen Menschen finden, wenn WIR nach ihm suchen und seine Hilfe auch annehmen.
Und gerade nach den Feiertagen sollten wir doch alle daran denken: wer den Tod besiegt hat, hat doch über den größten Feind des Menschen gesiegt – wovor sollte man sich dann noch fürchten? Er hat alles in Seiner Hand! Nichts entgeht seinem Plan.

Warum das Bibellesen so wichtig ist

Warum wir nicht nur ein paar Bibelstellen aus dem Zusammenhang reißen dürfen, sondern so richtig die Bibel lesen sollten – und dabei mit unseren ganzen Ich dabei sein sollten, bringt Dietrich Bonhoeffer ganz gut auf den Punkt:

Wir bekommen teil an dem, was einst zu unserm Heil geschah, wir ziehen, uns selbst vergessend und verlierend, mit durch das Rote Meer, durch die Wüste, über den Jordan ins gelobte Land, wir fallen mit Israel in Zweifel und Unglauben und erfahren durch Strafe und Buße wieder Gottes Hilfe und Treue; und das alles ist nicht Träumerei, sondern heilige, göttliche Wirklichkeit. Wir werden aus unserer eigenen Existenz herausgerissen und mitten hineinversetzt in die heilige Geschichte Gottes auf Erden. Dort hat Gott an uns gehandelt, und dort handelt er noch heute an uns, an unsern Nöten und Sünden durch Zorn und Gnade. Nicht daß Gott der Zuschauer und Teilnehmer unsers heutigen Lebens ist, sondern daß wir die andächtigen Zuhörer und Teilnehmer an Gottes Handeln in der heiligen Geschichte, an der Geschichte des Christus auf Erden sind, ist wichtig, und nur sofern wir dort dabei sind, ist Gott auch heute bei uns. Eine völlige Umkehrung tritt hier ein. Nicht in unserm Leben muß sich Gottes Hilfe und Gegenwart erst noch erweisen, sondern im Leben Jesu Christi hat sich Gottes Gegenwart und Hilfe für uns erwiesen. Es ist in der Tat wichtiger für uns zu wissen, was Gott an Israel, was er an seinem Sohn Jesus Christus tat, als zu erforschen, was Gott heute mit mir vorhat. Daß Jesus Christus starb, ist wichtiger, als daß ich sterbe, und daß Jesus Christus von den Toten auferweckt wurde, ist der einzige Grund meiner Hoffnung, daß auch ich auferweckt werde am jüngsten Tag. Unser Heil ist „außerhalb unser selbst“ (extra nos)31, nicht in meiner Lebensgeschichte, sondern allein in der Geschichte Jesu Christi finde ich es. Nur wer sich in Jesus Christus finden läßt, in seiner Menschwerdung, seinem Kreuz und seiner Auferstehung, der ist bei Gott und Gott bei ihm.

Gemeinsames Leben; Das Gebetbuch der Bibel – Dietrich Bonhoeffer