die Sache mit dem Schlichtkleid

Gelesen hatte ich es ja schon öfters mal, dass die Erpel auch ins Schlichtkleid wechseln, nur gesehen hatte ich es noch nie. Besonders bei den Stockenten war ich ganz erstaunt, als ich beim Erstellen der Info-Seite in einem Artikel darauf gestoßen bin, dass auch die Stockenten ins Schlichtkleid wechseln:

Am gelben Schnabel kann man die Erpel auch im Schlichtkleid erkennen, wenn sie sich sonst kaum noch vom Weibchen unterscheiden.

Das ist mir in all den Jahren noch nie aufgefallen, da wir hier am See auch im härtesten Winter zahlreiche Erpel bei den Stockenten am See haben, die das normale Gefieder tragen. Aber dann ist mir vor einiger Zeit ein Erpel aufgefallen, der anders ist. Erst war es nur die Schnabelform, er sah aus, als habe er sich den Schnabel vorne gestoßen und irgendwie war das Gefieder anders.

zehn Tage später sieht der gleiche Erpel schon so aus:

er hat das Schlichtkleid schon fast komplett angenommen.

Gleichzeitig sehe ich immer mehr Erpel an der Futterstelle, die ebenfalls ins Schlichtkleid zu wechseln scheinen. Warum ist mir dies all die Jahre nicht aufgefallen? Und warum waren über den Winter trotzdem noch zahlreiche Erpel im normalen Kleid?

Außerdem haben wir vor einigen Tagen einen Erpel der Mandarinenten gesehen, der ebenfalls ins Schlichtkleid wechselt – nun sieht er so aus:

hintenrum sieht er nun fast so aus, wie ein ganz normaler Erpel der Stockenten.

Erst dachte ich, er habe hinten das Gefieder schon so weitreichend gewechselt, aber wenn man sich ein Bild von einer Mandarinente im Hochzeitskleid ansieht, fällt auf, dass es nur das leuchtend orange Segel ist, was er scheinbar eingeklappt hat und auch um den Kopf rum sieht er nun etwas anders aus.

Interessant, was man so alles sieht, wenn man mit offenen Augen durch die Natur geht.

Jule 1. Juni 2011 Weißensee 3 Kommentare Trackback URI Kommentare RSS

3 Kommentare zu “die Sache mit dem Schlichtkleid”

  1. Juleam 1. Juni 2011 um 21:05 Link zum Kommentar

    heute sieht der Erpel komplett aus wie eine weibliche Ente – nur der gelbe Schnabel lässt erkennen, dass er ein Mann ist und wenn man genau hinsieht, schimmert es an der Wange etwas grünlich:

  2. Juleam 1. Juni 2011 um 21:20 Link zum Kommentar

    wenn ich mir den Erpel von der Mandarinente so ansehe, fällt noch ein weiterer Unterschied auf:

    Auf dem Foto von Mitte März trägt er voller Stolz sein prächtiges Hochzeitskleid und heute sieht er eher wie eine traurige Jammergestalt aus – sein Gesichtsausdruck zeugt von seiner inneren Einstellung (?)

  3. Juleam 8. Juni 2011 um 15:40 Link zum Kommentar

    Gelesen hatte ich es ja schon öfters mal, dass die Erpel auch ins Schlichtkleid wechseln, nur gesehen hatte ich es noch nie

    … dies ist so nicht ganz richtig – nur bewußt mitbekommen hatte ich es noch nie!

    In den letzten Tagen haben wir bei immer mehr Erpeln die Veränderung beobachten können und dabei ist mir eingefallen, dass ich ein ähnliches Phänomen im letzten Jahr auch beobachtet – aber falsch interpretiert – hatte:

    damals dachte ich irrtümlich, dass es die jungen Enten vom laufenden Jahr wären (damals waren wir nicht ganz so häufig unten am See und konnten daher die Entwicklung nicht so genau beobachten wie in diesem Jahr), die sich nun langsam in die Richtung des Geschlechtes umwandeln würden. Denn als Küken sehen ja alle Stockenten gleich aus, erst sind sie alle flauschig durch das Flaumgefieder und spater haben alle das selbe Gefieder wie die Mutter.

    Daher dachte ich, sie würden nun so langsam erwachsen werden und nun würden sie die Federn bekommen, wie sie dann ein geschlechtsreifer Erpel hätte.

    Wie man sieht, ist es oftmals nicht so, wie es auf dem ersten Blick scheint!

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