Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, auf daß wir die Werke Gottes wirken?
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubet, den er gesandt hat.
Elberfelder 1871 -. Johannes 6,28–29
Da fragten sie ihn: „Was müssen wir denn tun, um Gottes Willen zu erfüllen?“ 29 Jesus antwortete ihnen: „Gottes Wille wird dadurch erfüllt, dass ihr dem vertraut, den er gesandt hat.“
NeÜ bibel.heute Stand 2015 – Johannes 6:28–29
Nun sagten sie ihm: „Was sollen wir unternehmen, um für die Aufgaben von Gott tätig zu sein?“
Jesus antwortete und erklärte ihnen: „Dies stellt das Werk für Gott dar, dass ihr Vertrauen habt zu dem, den Jener einmal ausgesandt hat.
Gottes Agenda – Joh 6,28–29
Sie fragten ihn: »Was müssen wir denn tun, um diese Werke zu tun, die Gott entsprechen?« Jesus antwortete ihnen: »Das eine Werk, das Gottes Willen ganz und gar entspricht, ist: dem zu vertrauen, den er, Gott, in die Welt gesandt hat.«
Das Buch – 2009 – Joh 6:28–29

Wem vertraue ich wirklich? Sind es wirklich Jesus Christus und dem himmlischen Vater? Oder sind es doch eher menschliche Organisationen und Lehrer?
βρῶσις8 (das) Essen (als Tätigkeit); Speise, Mahlzeit. ἀπ-ολλυμένην Ptz. Med. -όλλυμαι, attr. vergänglich, die verdirbt. μένουσαν Ptz. Fem. μένω, attr. die bestehen bleibt/vorhält εἰς ζωὴν αἰώνιον zum/für das ewige(n) Leben. δώσει Fut. δίδωμι. ἐ-σφράγισεν Aor. σφραγίζω (vgl. A3391) versiegeln, mit einem Siegel versehen; hier wohl bestätigen, beglaubigen (vgl. B 2c). ὁ θεός App. (A70). Jh 6,28 ποιῶμεν Konj. ποιέω; deliberativer Konj. (A255); τί ποιῶμεν; was sollen wir tun? ἐργαζώμεθα Konj. Med. τὰ ἔργα τοῦ θεοῦ gen. subi. (A158) die Werke Gottes = die Werke, die Gott gebietet/verlangt (B ἔργον 1cβ).
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Jh 6,29 τὸ ἔργον τοῦ θεοῦ Präd.-Nom. m. Art. (A80). ἵνα hier epexegetisch (für Inf.; vgl. H-S § 272a) (nämlich) dass; τοῦτό ἐστιν τὸ ἔργον τοῦ θεοῦ, ἵνα dies ist das Werk Gottes, (nämlich) dass = das verlangt Gott (von euch), dass (vgl. GNB). πιστεύητε Konj. πιστεύω. εἰς ὅν = εἰς τοῦτον ὅν (H-S § 142d; A359). ἀπ-έ-στειλεν Aor. ἀπο-στέλλω.
Die Leute fragten nun den Herrn, was sie tun müssten, um »die Werke Gottes« zu wirken. Der Mensch versucht immer, sich seinen Weg in den Himmel zu verdienen. Er liebt das Gefühl, etwas tun zu können, um die Erlösung verdientermaßen zu bekommen. Wenn er irgendetwas beitragen kann, um seine Seele zu erretten, dann hat er einen Grund zum Prahlen, und das ist ihm sehr angenehm.
MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament
Jesus aber durchschaute ihre Heuchelei. Sie gaben vor, für Gott arbeiten zu wollen, und doch wollten sie nichts mit dem Sohn Gottes zu tun haben. Jesus sagte ihnen deshalb, dass sie als Erstes denjenigen annehmen müssten, den Gott gesandt hatte. So ist es auch noch heute. Viele versuchen, sich den Himmel mit guten Werken zu verdienen. Doch ehe sie gute Werke für Gott tun können, müssen sie zuerst an den Herrn Jesus Christus glauben. Gute Werke gehen dem Glauben nicht voraus, sie folgen ihm vielmehr. Das einzige gute Werk, das ein Sünder tun kann, ist das Bekenntnis seiner Sünden und die Annahme Jesu als Herr und Heiland.
Die Menschen erkannten, daß Jesus hier von einer Forderung sprach, die Gott an sie stellte, und sie waren bereit, dieser Forderung nachzukommen, wenn er ihnen sagte, was sie tun sollten. Sie selbst glaubten, daß sie mit einem gottgefälligen Leben und guten Werken das ewige Leben erwerben könnten (vgl. Röm 10,2-4).
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Was Jesus von ihnen verlangte, war jedoch ganz genau das Gegenteil. Mit guten Werken konnten sie Gott nicht gefallen. Es gibt nur ein Werk Gottes, d. h. nur eines, was Gott von den Menschen fordert: Sie sollten an den glauben, den Gott gesandt hat. Weil sie immer Sünder bleiben, können die Menschen Gott nie gefallen und sich auch nicht mit guten Werken retten (Eph 2,8-9; Tit 3,5). Statt dessen verlangt Gott, daß sie ihre Unfähigkeit, sich selbst zu retten, einsehen und seine Gabe annehmen (Röm 6,23).
Jesus braucht das nur zu nennen, womit sie sich das ewige Leben verschaffen können; an ihrer Willigkeit und Fähigkeit, die Werke zu vollbringen, die Gott getan haben will, soll es nicht fehlen.
Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament
Jesus nennt ihnen den Dienst, den Gott ihnen aufträgt, damit sie ihn zu seiner Ehre vollbringen, in der klarsten Deutlichkeit.
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
Nicht vielerlei will Gott von den Galiläern getan haben; ein einziges Werk ist es, womit sie seinen Willen tun und ihm geben, was er sucht. Dieses Werk Gottes ist, dass sie Jesus ihr Vertrauen geben. An die selbstbewussten Galiläer, die von der Sorge um das Brot und von dem Begehren nach dem, was dem Leibe dient, erfüllt sind und doch meinen, sie seien zu jedem göttlichen Werk geschickt, stellt Jesus den Anspruch: Glaubt mir! Das führte zum Bruch. Die Galiläer traten zwar nicht wie die Lehrer Jerusalems Jesus mit Vorwürfen entgegen; denn sie hingen nicht in derselben Weise wie jene an der Satzung; sie hießen Jesus nicht einen Sünder, der den Sabbat entweiht habe; sie waren ihm eifrig nachgeeilt, tief ergriffen von dem, was sie erlebt hatten. Allein so ihm verbunden, dass sie ihm trauen und vollen Glauben schenkten, waren sie nicht und wollten es auch nicht sein. Jesus kann jedoch davon nicht lassen: „Glaubt mir! Haltet euch an mich; lasst mich wirken und mich euch leiten; ich bin es, der euch das ewige Leben gibt. Das ist das eine, was not tut, euer Gottesdienst, euer Werk zu Gottes Preis, dass ihr mit eurem Denken und Trachten an mir hängt.“ Dieser Anspruch Jesu kehrte jedoch die ganze Gedanken- und Willensrichtung der Galiläer um. Wenn Jesus ihnen in der Macht Gottes Brot und andere nützliche Dinge gab, wollten sie diese gern genießen, auch selbst als Preis dafür die Werke Gottes tun; dass sie aber an Jesus glauben sollten, das war eine Zumutung, die sie ablehnten. So hoch schätzten sie ihn noch lange nicht, dass sie sich auf ihn verlassen mochten. Das Zeichen fehlte noch, das sie ihm unterworfen hätte; jedenfalls hatten die Väter noch viel Größeres erlebt.
Das Gespräch scheint ernsthaft und fruchtbar zu werden. Das Verlangen nach echtem und bleibendem Leben in aller Vergänglichkeit lebt in jedem Menschen. Und hier standen Israeliten, die von klein auf an Gott zu denken gewohnt waren. So kann es eine echte Frage sein, die sie jetzt Jesus stellen. „Sie sprachen nun zu ihm: Was sollen wir tun, damit wir wirken die Werke Gottes?“ Hier klingt die Unterweisung nach, die sie von den Schriftgelehrten empfangen hatten. „Wirke Werke“, darum ging es in den Synagogen. Eine Fülle von „Werken des Gesetzes“ wurden ständig von den Menschen gefordert. Aber auch Jesus hatte vom „Wirken“ gesprochen. Vielleicht kann er noch besser und klarer als die Rabbinen sagen, was man für Gott tun soll. So etwas wie die Frage nach dem „größten Gebot“, die unter den Schriftgelehrten selbst aufbrechen konnte (Mt 22, 34–36) klingt in der Frage der Galiläer.
de Boor – Wuppertaler Studienbibel
Es kann aber auch hier wieder der „Zelotismus“ der Galiläer zum Ausdruck kommen. Der Zelot wollte nicht mit dem Pharisäer „warten“, bis Gott selber sein Reich aufrichtete. Nur im eigenen gewaltsamen und opferwilligen Einsatz seines Volkes kann Gott Israel befreien und zu seiner Weltherrschaft gelangen lassen. So war es in der Makkabäerzeit gewesen. So mußte Israel auch jetzt wieder „die Werke Gottes wirken“. Sie hatten sofort nach der Speisung gezeigt, wie aktiv sie zum entschlossenen Handeln bereit waren (V. 15). Sie stehen auch jetzt Jesus zur Verfügung, wenn er ihnen nur sagt, was sie „tun“ sollen.
Und nun kommt Jesu einfache und eindeutige Antwort, die dem ganzen unsicheren Mühen der frommen Menschen und der Leidenschaft der Zeloten das Evangelium entgegenstellt. „Es antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, daß ihr glaubt an den, den er gesandt hat.“ Nicht ein vielerlei von Bemühungen, Leistungen und Werken will Gott von uns, sondern nur ein einziges „Werk“, das doch kein Werk mehr ist, sondern „Glaube“, also das gehorchende Vertrauen, das unser gesamtes Leben diesem Einen ausliefert, den Gott gesandt hat. Jesus selbst sagt hier das gleiche, was dann später sein Bote Paulus lehrhaft formulierte und was die Reformatoren aufs neue als das Zentrum des Evangeliums ergriffen: „So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ Aber gerade weil wir hier im Zentrum des Evangeliums stehen, müssen wir sehr sorgfältig auf Jesu Wort hören. Das „Werk“, das Gott an uns sehen will, ist der „Glaube“. Aber dieser Glaube seinerseits ist „Gottes Werk“, nicht das unsere. Nur, weil Glaube etwas anderes ist als menschliche Leistung, die wir nach unserm Willen hervorbringen, und aus Gottes Wirken an uns hervorgeht, hat er die rettende Kraft und eint uns mit Gott. In dem Satz Jesu ist also der Ausdruck „Gottes Werk“ wesenhaft doppeldeutig.
»Da sagten sie zu ihm:
Gerhard Maier – Edition C
Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?«
Formal ist zu bemerken, dass wir dasselbe griechische Wort, das wir in Vers 27 mit »schaffen« übersetzen, hier mit »wirken« übersetzen, um das Wortspiel des griechischen Textes wiederzugeben.
Inhaltlich hängt alles am Verständnis der Wendung »die Werke Gottes«. Es kann sich offensichtlich nicht um solche »Werke« handeln, die die Menschen an Stelle Gottes vollbringen, sondern um solche Werke, die sie nach Gottes Willen und Wohlgefallen vollbringen (vgl. Joh 3,21). In typisch jüdischer Weise denken die Hörer daran, dass sie durch Gott wohlgefällige Werke die unvergängliche »Speise«, das ewige Leben im Gottesreich, gewinnen. Doch ist auch der positive Gehalt der Frage »Was sollen wir tun?« festzuhalten. Diese Menschen sind bereit, etwas für ihr Seelenheil zu »tun«also nicht nur zu hören oder zu überlegen. Die Frage »Was sollen wir tun?« kam nach der Pfingstpredigt aus tief erschütterten Herzen (Apg 2,37; vgl. Mt 19,16; Apg 16,30).
»Jesus gab ihnen zur Antwort:
Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.«
»Jesus« gebraucht das Stichwort »Werk« im Gegensatz zu seinen Gesprächspartnern in der Einzahl. Er kennt nur ein »Werk«, das »Gott« will, das also im Sinne der Frage »Gottes Werk« ist:
»dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.« Dieser aber ist Jesus! (Vgl. Joh 4,34; 5,24.30.36.37.38.) In ungeheurer Einfachheit und Kürze wird an dieser Stelle des NT gesagt, worauf es ankommt, wenn wir gerettet werden wollen:
auf den Glauben an Jesus! Er allein – nicht »die Werke des Gesetzes« – rettet! Johannes 6,28ff. entspricht also sachlich ganz und gar den Aussagen von Apostelgeschichte 16,30ff.; Römer 1-3; Galater 2,16ff. und 1Johannes 3,23ff.
In der Formulierung Jesu ist eingeschlossen, dass Gott jedem Menschen die Möglichkeit eröffnet, zu glauben. Jeder kann glauben! Wenn wir also Jesus als Heil der Welt verkündigen, können wir guten Gewissens jeden Menschen einladen, an ihn zu glauben.
Als sie fragten: „Was sollen wir tun, auf daß wir die Werke Gottes wirken?“ dachten sie mehr an Tun als an Glauben. Sie stellten sich auf den Boden des Gesetzes und nicht des Glaubens; sie wollten Hilfe, damit sie das Gesetz des Alten Testaments recht zu halten vermöchten. Das war auch die Haltung des reichen Jünglings (Mt 19,16), und auch des Kerkermeisters in Philippi (Apg 16,30). Es ist die Haltung, welche die Evangeliums-Wahrheit übersieht, daß „ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden“ ist (Röm 3,21). Die Leute verwendeten die Mehrzahl „Werke“, als ob jedes einzelne Gebot je seine Aufmerksamkeit als eine lebenslange Last beanspruchte. Aber der Herr antwortete mit der Einzahl „Werk“.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Der Herr spricht. Er wußte, daß Seine Antwort die Leute verwirren könnte, aber das ist stets die Wirkung geistlicher Wahrheit auf die Uneingeweihten. Nur ein Werk ist notwendig, nämlich an den zu glauben, den Gott gesandt hat. Diese Wahrheit ist natürlich ein Charakteristikum des Johannesevangeliums, welches ja geschrieben wurde, um diese Grundtatsache zu bezeugen (20,31). Der Herr bezog sich auf den anfänglich betätigten Glauben und auf die fortgesetzte Erfahrung desselben (der TR hat einen Konjunktiv Aroist pisteusäte, was auf das einmalige Gläubigwerden hinwiese; aber andere Handschriften haben den Konjunktiv Präsens pisteuäte, was auf das beständige Glauben verwiese). Der Herr bezog sich nicht auf Werke, die dem Glauben folgen, was für die Gläubigen heute von großem Gewicht ist. So schrieb Paulus von „Glauben, der […] wirkt“ (Gal 5,6); „euer Werk des Glaubens“ (1Thes1,3); „auf daß die, welche Gott geglaubt haben, Sorge tragen, gute Werke zu betreiben“ (Tit 3,8).
