Der aber alles errichtete und einrichtete, ist Gott von Art.

Denn jedes Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet hat, ist Gott
Elberfelder 1871 – Hebräer 3,4

Denn jedes Haus wird von jemand hergestellt; der aber alles hergestellt hat (= der Baumeister des Alls), das ist Gott.
Menge – Hebräer 3:4

denn jedes Haus wird von jemandem bereitet. Aber der, der alles bereitete, ist Gott.
Jantzen & Jettel 2017 – Hebr 3,4

Denn jedes Haus wird errichtet und eingerichtet von jemand; Der aber alles errichtete und einrichtete, ist Gott von Art.
Pfleiderer – Hebr 3:4

Natürlich wird jedes Haus von jemandem errichtet, doch der, der alle Dinge errichtet hat, ist Gott.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Hebräer 3:4

Es gibt kein Haus, das nicht von irgendjemandem gebaut worden ist. Und der, der das All aufgebaut hat, ist Gott.
Das Buch – 2009 – Hebräer 3,4

Jesus als Erbauer ist jedoch größerer Ehre wert als Mose, denn Mose war nur ein Knecht, der Anweisungen ausführte. Jesus dagegen hat im Grunde alles erbaut, denn Gott ist der Erbauer aller Dinge. Damit wird implizit wieder die Rolle des Sohnes bei der Schöpfung (vgl. Hebräer 1,2.10) und seine Gottheit (vgl. Hebräer 1,8) angesprochen.
Dieser Implikation vorgelagert ist jedoch der Gedanke, daß Gottes Haus, in dem Mose sich treu erwies, eine Art Miniaturbild von „allem“, d. h. von dem größeren Haus, dem der Sohn zur Rechten Gottes Himmel vorsteht, war (vgl. Hebräer 1,3 mit Hebräer 4,14). Das „Allerheiligste“ in seinem irdischen Haus war nur ein Schatten des Himmels, in den Christus nun entrückt worden ist, „um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen“ (Hebräer 9,24). Moses Treue bestand darin, jenes Schattenhaus, die Stiftshütte, zu errichten, als Abglanz der künftigen priesterlichen Ordnung, die sich nun auf das ganze Universum erstreckt. Das ist das Reich, in dem der erhöhte Christus von Ewigkeit her und nun wieder sitzt und dem ganzen als Sohn über Gottes Haus vorsteht ( Hebräer 3,6 a).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Der aber alles bereitet hat, das ist Gott. Diese Worte könnten von der gesamten Weltschöpfung verstanden werden. Ich schränke sie indes auf den in Rede stehenden Gegenstand ein, sodass sie besagen, in der Kirche sei kein Leben und kein Fortschritt, den man nicht der Kraft Gottes verdankte. Denn der Höchste allein ist es, der sie baut (Ps. 87, 5). Und von Christus sagt Paulus (Eph. 4, 15 f.), er sei das Haupt, von welchem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und wächst, indem ein Glied dem anderen Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße. Darum bezeichnet Paulus den Erfolg seines Aposteldienstes häufig als ein Werk des Herrn. Gott braucht ja freilich Menschen zur Erbauung der Kirche: dennoch ist er der allein Wirkende, so gewiss wie das Werkzeug nichts vermag ohne den, der es führt.

Calvins Auslegung der Heiligen Schrift

Dabei wird Haus wahrscheinlich kosmisch verstanden: πάντα. Nach dem alttestamentlichen Text gehört das Haus-Motiv zum Dienersein des Mose; eine ausdrückliche Identifikation des Volkes als Haus Gottes liegt zwar nicht darin, aber in der Sache ist doch an dieses Volk am ehesten zu denken. Die kosmologischen Interessen unseres Autors führen ihn zu einem anderen Verständnis dieses Begriffes. Der Schöpfer dieses Hauses, welches das All ist, ist Gott, und der Sohn hat an diesem Schöpfersein Gottes als Schöpfungsmittler teil. Demgemäß stehen Mose als Diener und der Sohn als Herr über das Haus einander hier gegenüber.

Hegermann – Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament

Der Autor bedient sich eines Präsens κατασκευάζεται („es wird erbaut“), um eine allgemeine Aussage zu treffen. Mittels des Artikels τὰ wird πάντα („alle (Dinge)“) substantiviert.

P. Streitenberger

Der aber alles erbaut hat, ist Gott. Manche Ausleger sehen darin einen Hinweis, daß Jesu Ursprung in Gott selbst liege, der der Schöpfer des Alls ist. Fassen wir aber die Verse 3 und 4 genauer ins Auge, so sehen wir, daß Mose und die Stiftshütte bzw. Israel miteinander einem Bau verglichen werden, dem Christus als der Baumeister gegenübersteht. Jesus ist es, der das „Haus herrichtet“, sowohl im AT wie im NT122. Er steht hinter den Aufträgen der Propheten (vgl. 1 Pt 1, 11) und Engel ebenso, wie er sich im Leben seiner Gemeinde offenbart.

Laubach – Wuppertaler Studienbibel

Mit diesem Vers macht der Verfasser gerechterweise einen Rückschluss auf den letzten Urheber. Als solcher steht Gott da. Christus aber wirkt mit ihm zusammen, so wie Johannes 5,17 betont: »Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch.«

Gerhard Maier – Edition C

Jedes Haus muß einen Baumeister haben. Das mit „bereitet“ übersetzte Wort in V.3.4 ist nicht der gewöhnlich für „bauen“ gebrauchte Begriff. Hier steht kataskeuazo, was mehr als „erbauen“ bedeutet. Das Wort kommt noch dreimal im Brief vor und wird jedesmal anders übersetzt. Vielleicht ergeben die verschiedenen Übersetzungen zusammengenommen die vollständige Bedeutung. Hier wird es mit „bereitet“ wiedergegeben, in 9,2 mit „zugerichtet“, in 9,6 mit „eingerichtet“ und in 11,7 mit „bereitet“. Nun trifft es zwar zu, daß jedes Haus einen bestimmten Baumeister, Planer bzw. Architekten haben muß, doch Derjenige, der alles so bereitet, ist Gott. Und da die Erschaffung aller Dinge Christus in diesem Brief schon zugeschrieben worden ist (1,2.10), folgt daraus, daß uns hier in diesen Versen fast beiläufig eine weitere Bestätigung der Göttlichkeit Christi gegeben wird. Er ist der Architekt, der Planer und Schöpfer, der alle Dinge angeordnet hat und darüber verfügt. Er ist daher Gott.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

In Vers 2 legt der Verfasser dar, dass Mose das höchste Beispiel menschlicher Treue ist, und er beruft sich auf 4 Mose 12,7, wonach Mose treu war in seinem ganzen Hause. Das Haus ist das Haus Israel. Mose war treu in seinem Werk im Hause Israel. Jesus hatte größere Treue als Mose, denn sogar Mose beging gelegentlich Fehltritte, aber Jesus versagte niemals. Jesus war Gott, dem Vater, treu, der ihn für dieses Amt ernannt hatte.

Um seine Aussage von der Überlegenheit Jesu über Mose bezüglich der Treue zu beweisen, sagt der Schreiber in Vers 3.4a, dass der, der das Haus gebaut hat, größer ist, als das Haus, das er gebaut hat. Mose war Teil des Hauses Israel, aber der Messias hat dieses Haus erbaut.

Denn [dieser Eine] ist größerer Herrlichkeit gewürdigt worden als Mose. Der Grund ist, dass dem, der das Haus erbaut hat, größere Ehre zukommt als dem Haus selbst. Außerdem wird der Messias in Vers 4b als Erbauer von allem angesehen. Jedes Haus wird von jemandem gebaut, der aber alles erbaut hat, ist Gott. Daraus ist zu schließen, dass Jesus in seiner Person und in seinem Werk höher steht als Mose.

Arnold Fruchtenbaum – Der Hebräerbrief