Da nun Christus für uns im Fleische gelitten hat, so waffnet auch ihr euch mit demselben Sinne; denn wer (O…. Sinne: daß wer usw.) im Fleische gelitten hat, ruht von der Sünde (O. hat abgeschlossen, ist fertig mit der Sünde,)
Elberfelder 1871 – 1.Petrus 4,1
Christus hat also am eigenen Leib erfahren, was Leiden heißt. Macht euch daher seine Einstellung zu eigen, damit ihr für alle Herausforderungen gewappnet seid. Denn wer seinetwegen körperliche Schmerzen auf sich nimmt, der hat mit der Sünde gebrochen
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Petrus 4:1
Nachdem also Christus °für uns° am Fleisch litt, wappnet auch ihr euch mit der selben Denkweise (weil der, der im Fleisch litt, mit Sünde abgeschlossen hat),
Jantzen & Jettel 2017 – 1.Petr 4,1
Weil der Messias gelitten hat, als er auf der Erde lebte, sollt ihr euch auch auf dieselbe Auseinandersetzung vorbereiten. Denn es ist ja so: Wer in seinem Leben gelitten hat, der gibt der Sünde in sich keinen Raum mehr.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – 1.Petr 4:1

παθόντος Aor. Ptz. Pass. πάσχω, gen. abs. (A288), kaus. σαρκί dat. resp. (A178) am Fleisch, am Leib, körperlich. ἔν-νοια Gedanke, Einsicht, Erkenntnis. ὁπλίσασθε Aor. Imp. Med. ὁπλίζω (vgl. A3391) bewaffnen, wappnen τι mit etwas. παθών Aor. Ptz. Pass. πάσχω, subst. πέ-παυται Pf. Pass. od. Med. παύω aufhören lassen, beruhigen; Med. aufhören; Pass. frei sein, m. gen. separationis (A167); πέπαυται ἁμαρτίας er ist frei von der Sünde od. er hat von der Sünde abgelassen.
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Der Abschnitt greift durch die Stichworte »Leiden« und »Fleisch« auf die Ausführungen 3,18 zurück. War dort die Heilsbedeutung des Leidens Christi herausgestellt worden, so geht es jetzt, noch unterstützt durch ein resümierendes οὖν, um eine diesem Christus entsprechende Gesinnung (ἔννοια). Das durch Christi Leiden zugeteilte Heil kann nicht einfach konsumiert werden, sondern drängt auf Gestaltwerdung im Lebensvollzug der Glaubenden (vgl. Gal 5,6b). In 1Petr 2,21 wurde dies mit der Vorstellung der Nachahmung, der imitatio Christi, zur Sprache gebracht, jetzt geschieht es mit gesteigerter sprachlicher Emphase durch die Aufforderung, sich mit derselben Gesinnung zu »bewaffnen« (ὁπλίσασθε). Kampfes- und Kriegsmetaphorik wird im Neuen Testament häufiger zur Kennzeichnung christlicher Existenz verwendet (vgl. Röm 13,12; Eph 6,11–17). Bemerkenswerterweise wird sie jedoch nicht gegen die als feindlich erlebte Mitwelt benutzt, was zumindest sprachlich den Vergeltungszusammenhang perpetuieren würde: Der miles Christianus kämpft, bewaffnet mit der Gesinnung dessen, der als Gerechter für die Ungerechten gelitten hat (1Petr 3,18), gegen das Böse (vgl. 1Petr 5,8f.), aber nicht gegen die Bösen. Hier dient die Bewaffnung, wie die folgenden Verse 4,3f. zeigen, dem Kampf gegen die Begierden (vgl. 2,11).
Feldmeier – Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament
Nicht ganz einfach zu verstehen ist die Aussage, dass die Leidenden »mit der Sünde Schluss gemacht haben«. Die für den 1Petr ungewöhnliche Rede von der Sünde im Singular macht es wahrscheinlich, dass es sich hier um die Reformulierung paulinischer Gedanken handelt, wie sie der Apostel etwa in Röm 6,1–11 entfaltet: Durch die Taufe partizipieren die Glaubenden am Tod Jesu und werden so als Gestorbene von der Sünde frei. Wie auch anderswo ersetzt der 1Petr die Rede vom Tod durch die vom Leiden, da der Gedanke der Partizipation an Christi Leiden als Ausdruck der Gemeinschaft mit Christus für ihn eine herausragende Rolle spielt (vgl. 2,19 ff.; 3.13 ff.; 4,13 ff.; 5,1). Der Satz besagt also: Wer in der Nachfolge Christi leidet und sich so mit derselben Gesinnung wie Christus bewaffnet, also mit Christus verbunden bleibt, der partizipiert auch an der durch Christi Leiden eröffneten Sphäre des Heils, wobei der übergeordnete Imperativ ὁπλίσασθε deutlich macht, dass diese Teilhabe zugleich höchsten Einsatz seitens der Glaubenden verlangt.
Über die Einfügung 3, 18–22 hinweg nimmt 4, 1 den Anfang von 3, 18 wieder auf und zieht Folgerungen aus dem dort Gesagten. Die Christen müssen dem Vorbild des leidenden Christus folgen und sich mit der gleichen Gesinnung wappnen. Sie müssen bereit sein, wie Christus zu leiden, auch wenn sie unschuldig sind und Gutes tun. Das Leiden aber macht frei von der Sünde. Ist die Mahnung so zu verstehen, so ist doch die Bedeutung von V 4, 1b nicht ebenso klar. Ist die Überlegung etwa folgende: Die Sünde stammt aus dem Fleisch, und das Fleisch ist der Sitz der Sünde (im Sinn der paulinischen Theologie); das Fleisch scheut von Natur das Leiden; im Leiden wird das Fleisch niedergezwungen und damit auch die Sünde besiegt; wer leidet, wird darum von der Sünde frei? „Er hat mit der Sünde aufgehört.“ Oder ist gesagt, daß die Strafe, die der Mensch an seinem Leib für ein Vergehen erleidet, sühnt und läutert (1 Kor 5, 5), so daß der Mensch von der Sünde dadurch frei wird und künftig anders leben kann? Oder ist der Sinn noch viel tiefer? 1 Petr 4, 1 erinnert formal an Röm 6, 2. Ist jene Stelle nach dieser zu erklären? Will 1 Petr mit paulinischer Theologie sagen: „Ihr seid mit Christus in der Taufe der Sünde gestorben und müsset jetzt der Gerechtigkeit leben“? Bei dem deutlichen Einfluß paulinischer Theologie auf 1 Petr, und da 1 Petr oft eben von der Taufe spricht, scheint es wohl nicht ganz unmöglich, daß der Brief diesen Gedanken paulinischer Tauftheologie benützte. Doch wäre es im Zusammenhang der moralischen Paränese ein fremder Gedanke. Und abgesehen davon, daß 1 Petr ja nicht vom Sterben, sondern vom Leiden spricht, ist die Taufe doch nicht ein Sterben dem Fleische nach, sondern ein geistig-mystischer Tod. Darum muß die letztere vorgeschlagene Deutung von 1 Petr 4, 1b doch wohl fraglich sein.
Schelkle – Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament
Der zum Leiden bereite Sinn, den uns jeder Blick auf Christus als den für uns richtigen Sinn erweist, ist unsere Waffe, mit der wir den Kampf mit uns selbst und mit der Welt siegreich führen. Denn die Bereitschaft zum Leiden und die Lust an der Sünde schließen sich aus; wo das eine Begehren ist, hat das andere nicht mehr Platz. Denn der sündliche Wille begehrt nach Vergnügen, nach Ehre, nach Größe, nach all dem, was uns erhebt; das Leiden dagegen durchkreuzt unser eigensüchtiges Begehren. Man kann also dem sündlichen Willen nur dann gehorchen, wenn man den Weg Jesu verläßt und anders gesinnt ist als er, der sein Kreuz auf sich nahm. Im vollsten Sinn wird der Satz, daß uns das Leiden vom Bösen befreit, an Jesus deutlich, der allen Ansturm der Versuchung dadurch überwand, daß er das Kreuz auf sich nahm, und aus allem Streit mit der Sünde dadurch herausgehoben ist, daß er litt. Nun ist er ihr Versöhner und ihr Richter, nicht mehr im Kampf mit ihr, über sie erhöht, ihr Überwinder, der uns vergeben, heilen und vollenden kann. Das findet aber auch auf uns in unserem kleinen Maß Anwendung, weil wir dann, wenn wir das Leiden um Gottes willen übernehmen, in uns eine feste Trennung vom Bösen aufrichten. Wir haben damit den inneren Sieg errungen, unseren selbstsüchtigen Willen verleugnet und uns mit Gottes Willen geeinigt. Nun gebrauchen wir die Zeit, die uns noch gegeben ist, nicht mehr dazu, um unsere eigenen Wünsche oder die anderer Menschen zu erfüllen und uns selbst oder anderen zu gefallen; sondern nun haben wir im Willen Gottes das, was uns leitet und uns das Ziel für unser Leben gibt. Das eben ist die Sünde, daß wir der menschlichen Begierde dienen, und das ist das gerechte und richtige Verhalten, daß wir den Willen Gottes tun, und weil uns das Leiden dazu hilft, darum ist es eine göttliche Gnade und Wohltat für uns.
Schlatters Erlӓuterungen zum Neuen Testament
Zu der einen Linie, die Petrus bis jetzt gezogen hat (christliches Leben, Gutes tun führt immer wieder ins Leiden) tritt jetzt die zweite: Das Leiden führt auch zum Recht-Tun, weil es das »Fleisch«, die »sündige Natur« abbaut und richtet. Selbst von Christus wird bezeugt: »Er hat an dem, was er litt, Gehorsam gelernt« (Hebr 5,8). Das ist nicht in dem Sinn zu verstehen, daß auch bei ihm die sündige Art abgetötet werden mußte (er war ja der Sündlose), sondern so, daß Jesus auf seinem Leidensweg auch äußerlich sichtbar immer enger in der völlig vertrauenden Gemeinschaft mit dem Vater aufging. Denken wir an seinen Gebetskampf in Gethsemane: »Dein Wille geschehe« (vgl. Mt 26,39), bis hin zu dem Ruf am Kreuz: »Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist« (Lk 23,46).
Edition C Bibelkommentar Neues Testament
»Wappnet euch auch mit demselben Sinn!« werden deshalb die Glaubenden aufgerufen. Die griechische Zeitform macht deutlich, daß das schon geschehen ist – eben bei der Bekehrung –, aber immer wieder geschehen soll. Das griechische Wort »wappnen« steht im NT nur hier und meint »die Waffen anlegen« (vgl. Eph 6,11). Es geht also um einen Kampf, nämlich wie aus dem Folgenden deutlich wird – um einen Kampf gegen das eigene »Fleisch«, also gegen die immer wieder aufkeimenden Begierden des »alten« Wesens. Dies geschieht freilich nicht aus eigener Kraft: »Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat«, hat er uns dadurch ja erlöst, zur neuen Kreatur gemacht.
Es ist ein geistlicher Kampf, weil der Geist Gottes mir die Waffen zur Verfügung stellt, weil ich nur aus seiner Kraft heraus gegen meine eigenen Begierden, gegen mein »Fleisch« kämpfen kann. Wir brauchen »denselben Sinn«, den Christus in seinem Leiden zeigte. »Sinn« meint hier nicht »Gesinnung«, sondern ist die »Einsicht, die mich bestimmt«, ist der entschlossen machende Durchblick, daß es nötig ist, die Sünde radikal zu bekämpfen, zuerst da, wo sie mir am nächsten versuchlich ist: in meinem eigenen Wesen. Das kann der »natürliche« Mensch nicht. Er wird nie gegen sich selbst antreten. Das kann aber der »neue« Mensch, denn er weiß: Soll der neue Mensch wachsen, muß ich des Fleisches Geschäfte töten (vgl. Röm 8,13). Und das geschieht im und durch Leiden. So »hört die Sünde auf«. Deutlicher: Wer das Leiden auch als einen Kampf gegen das eigene Fleisch annehmen kann, der erlebt, wie die Sünde aufhört. Weil Leiden, wie bei Christus, in die immer engere Hingabe an den Herrn führt, stirbt das »alte« Wesen, die Verlockung zur Sünde, ja die geübte Sünde, immer mehr ab. Das ist eine ganz wichtige Wirkung des Leidens, auch und gerade des Leidens, das auf mich kommt, weil ich ein Christ bin.
Da nun Christus … gelitten hat«: Nach 3,18 wird nun innerhalb dieses Abschnitts (3,13–4,6) bereits zum zweiten Mal von den Leiden Christi gesprochen. 3,18 sagt, dass wir durch das Leiden und Sterben Christi zu Gott gebracht worden sind; 4,1 sagt uns, dass wir durch das Leiden und Sterben Christi von der Sünde befreit worden sind.
Benedikt Peters – Kommentar zu 1. Petrus
Das Leiden Christi hat zwei verschiedene Bedeutungen. Es ist ein Heilswerk, das uns zugutekommt; es ist ein Vorbild, das wir nachahmen sollen. Das sühnende Leiden Christi kann niemand nachahmen; in seinem Leiden und Sterben zum Heil der Welt ist er allein. Aber in seinem Leidensweg, der dorthin führte, sollen wir ihm folgen. Bereits in 2,21 forderte Petrus uns auf, dem Herrn auf seinem Weg des Leidens zu folgen. Sein Leiden hilft uns, unser Leiden seinetwegen zu verstehen. Wurde er von den Menschen verworfen, so haben wir mit der gleichen Behandlung zu rechnen: »Es ist dem Jünger genug, dass er sei wie sein Lehrer und der Knecht wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn Beelzebub genannt haben, wie viel mehr seine Hausgenossen!« (Mt 10,25).
»Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihrige lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum hasst euch die Welt« (Joh 15,18–19).
»wappnet … euch«: οπλισασθε, hoplisasthe = »zieht die Rüstung an«. Wir wappnen uns »mit der gleichen Gesinnung«. Da wir verstanden haben, dass Christus gelitten hat, sind wir bereit, mit ihm zu leiden (siehe auch Phil 3,10). Die nüchterne Bereitschaft, das Los des Herrn zu teilen, ist eine Waffe. Es stärkt unsere Moral, wenn wir uns von allen Illusionen befreien und der Wirklichkeit in die Augen sehen: Wir sind wie Schafe unter Wölfe gesandt (Mt 10,16). Hat man unseren Meister »Beelzebub« genannt, wird man auch uns so nennen (Mt 10,25). Der Weg ins ewige Reich führt durch Drangsal, wie die Apostel von Anfang an gelehrt haben (Apg 14,22; 1Thes 3,1–4).
Als Winston Churchill im Frühsommer 1940 Premierminister wurde, versprach er in einer seiner Radioansprachen dem britischen Volk nichts anderes als »blood, toil, tears and sweat« (»Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß«). Seine Rede war ein psychologisches Meisterstück, das seine Wirkung nicht verfehlte: Ganz Großbritannien rückte zusammen und stellte sich geschlossen hinter Churchill. Dabei konnte auch Churchill damals nicht wissen, wie die Abwehrschlacht um England ausgehen würde. Er konnte nur auf das Beste hoffen, aber ob dieses Beste auch kommen würde? In seiner Geschichte des Zweiten Weltkriegs leitet er das Kapitel, das die Lage Englands nach der Schlacht von Dünkirchen behandelt, mit den Worten ein: »Wer in späteren Jahren diese Zeilen liest, sollte bedenken, wie dicht und undurchdringlich der Schleier des Unbekannten ist.«
Wir kämpfen hingegen nicht wie aufs Ungewisse (1Kor 9,26). Wir wissen um den Ausgang des Kampfes, um »das Ende aller Dinge« (V. 7). Wie viel mehr Grund haben wir als die Briten des Jahres 1940, uns »mit der gleichen Gesinnung« zu wappnen! Lehnen wir uns gegen Leiden nicht auf, sondern nehmen es hin aus der Hand des Herrn, kehren wir den gegen uns gerichteten Spieß um: Die Welt hasst uns und verfolgt uns und will uns damit am Glauben irremachen. Gut so! Sie bestätigt damit die Wahrheit der Worte des Herrn (Mt 10,16.25; Joh 15,18–19) und bestärkt uns so auf dem Weg, den wir gehen. Wir wissen nun, dass wir mit ihm Gemeinschaft haben, dass wir auf seinem Weg sind, auf dem Weg dem Lamme nach. Und zudem befreit uns das Leiden nur noch gründlicher vom Sündigen. Alles, was uns gegen die Natur geht, entwöhnt uns von unserer selbstverliebten Art und bindet uns noch enger an den Herrn.
»wer im Fleisch gelitten hat, ruht von der Sünde«: Geben wir dem Drängen des Fleisches nach, sündigen wir; verleugnen wir das Drängen des Fleisches, sündigen wir nicht. Das ist immer so und bleibt so bis an unser Lebensende.
Wir werden von den Regungen des Fleisches dadurch befreit, dass wir mit Christus sterben (Röm 6,2; 7,5–6). Dass »leiden« bei Petrus so viel wie »sterben« bedeuten kann, zeigt gerade 3,18 – der Vers, an den der vorliegende Vers anknüpft. Es heißt dort, Christus habe »einmal … gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe«. Damit meint Petrus selbstverständlich das Leiden, das in den Tod führte; denn erst mit seinem Sterben wurde er unser Stellvertreter, der uns zu Gott führen konnte. Wer also dem Fleisch gestorben ist, ist zur Ruhe gekommen vom Sündigen.
Der Ruf zu den Waffen setzt einen Kampf voraus. Es gibt einen Angriff, der von außen kommt und zwar durch Opposition und falsche Anschuldigung. Ein feiner und viel gefährlicher ist jedoch der, der von innen kommt; das ist die üble List und Täuschung, die ein Wirkungsfeld im Fleisch des Gläubigen findet (Röm 7,23). Als einzigen Schutz dagegen gibt es nur dies: „gewappnet“ zu sein mit der Gesinnung Christi. Das hier verwandte Wort hoplon wird im Plural gebraucht und zwar für die wirklichen Waffen in Joh 18,3 .Der „Sinn“ ( ennoia) bedeutet, „zuallererst ein Denken…(und) bezeichnet den Zweck“ (W.E.Vine). Es wird in Hebräer 4,12 mit „Gesinnung“ wiedergegeben. Es ist der Gedanke, der mit Absicht oder Entschluß bekleidet ist. Im Zusammenhang heißt das hier, daß die Bewaffnung mit dem Sinn Christi in der Absicht geschieht, daß der Wille Gottes zur Ausführung gelangt. Dabei ist das Leiden um der Gerechtigkeit willen mit Geduld zu ertragen. Die Gesinnung Christi ist “ im Wesen geduldige Unterwerfung und unerschütterliches Vertrauen in die Weisheit und die Liebe des Vaters“ (E.H.Plumptre).
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
So hat der Herr Jesus „der Schande nicht achtend, für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldet und sich gesetzt (hat) zur Rechten des Thrones Gottes“ (Hebräer 12,2). Hiob litt; Joseph litt; Jona litt; groß ist die Anzahl derer, die heimgesucht wurden, doch hat niemand jemals so gelitten wie Christus. „Christus hat gelitten“ sind Worte, die das Denken des Auslegers übersteigen und den Kommentator in Verlegenheit bringen. Wir lesen sie im Glauben und bewundern sie still, weil wir erkennen, daß es „für uns“ war. Doch liegt die Betonung hier nicht auf dem wirksamen Wert Seines Leidens, um uns vor der Bestrafung wegen der Sünde zu retten, sondern sie liegt auf der bespielhaften Kraft jenes Leidens, das eine praktische Überwindung der Sünde im täglichen Leben bewirkt.
Der Sünde nachzugeben und mit der Welt zu gehen, ist das Gegenteil von dem was Leiden eigentlich meint. Es ist vielmehr der Widerstand gegen diesen Druck, der das Leiden mit sich bringt und das alles bringt die Freiheit von Sünde praktisch mit sich. Dies ist in unserer Zeit besonders wichtig, weil Lauheit und Gleichförmigkeit mit der Welt vorherrschen.“ (F.W.Grant). Christus litt für uns bis zum Tode, ja bis zum Tod am Kreuz. Durch Seinen Tod ging Er weit über die Reichweite und den Bereich der Herrschaft der Sünde hinaus (obwohl sie nie über Ihn herrschen konnte).
Wenn der Glaubende das einmal erfaßt hat, dann wendet er das Kreuz täglich und entschlossen an und wandelt in der Neuheit des Lebens. Dies ist die tägliche und praktische Anwendung der Taufe, auf die kurz vorher Bezug genommen wurde, und sie ist zugleich das Geheimnis des Sieges über die Sünde, ihren Anspruch und ihre Fänge. Es geht nicht um sündlose Vollkommenheit, sondern „um ein Fliehen aus dem Bereich und der Herrschaft der Sünde“ (P.Patterson). Das alles bedeutet nicht, daß wir niemals sündigen, sondern daß wir nicht zu sündigen brauchen. Eines Tages wird die Trennung (von der Sünde) buchstäblich sein und zwar auf ewig. Der Gläubige wird vom Leibe des Todes getrennt werden und in die Herrlichkeit geführt werden. In der gegenwärtigen Zeit geht es nicht um physischen Tod, sondern um einen von der rechtlichen Seite her praktischen Tod, nämlich den, als wir mit Christus nach Röm 6,6 gekreuzigt wurden. Wenn wir trotzdem sündigen, dann „ist es unser eigener Wille, der zur Unehre Gottes aktiv wird“ (W.Kelly).
Arnold Fruchtenbaum – Die Petrusbriefe
Die erste Verantwortung dieser Gläubigen (V. 1) ist es, zum Leiden bereit zu sein – genauso, wie der Messias für seine Leiden bereit war. Die Grundlage für diese Ermahnung ist Folgende: Da nun Christus im Fleisch gelitten hat; und diese Aussage ist die Zusammenfassung von Kapitel 3 Verse 18-22. Es wird ermahnt, sich mit derselben Gesinnung zu wappnen, die auch Jesus hatte. Petrus schreibt: wappnet euch; nur hier wird dieses griechische Wort als Verb gebraucht. Der Begriff bedeutet, »für die geistliche Kriegsführung bewaffnet zu sein«. Mit derselben Gesinnung – seid bereit, um der Gerechtigkeit willen zu leiden; denn wer im Fleisch leidet, hat mit der Sünde abgeschlossen. Das befasst sich mit dem geistlichen Zustand des siegreichen Leidenden. Das griechische Wort für abgeschlossen bedeutet, »inne zu halten«. Es steht in der Zeitform des Perfekt; und somit bezeichnet das Wort »abgeschlossen« einen definitiven Bruch mit der Sünde. Petrus sagt nicht, dass Gläubige durch Leiden generell aufhören, zu sündigen. Der Versuch, durch Verleugnung des Glaubens einer Verfolgung zu entgehen, wäre Sünde; doch wer im Fleisch leidet, hat mit der Sünde abgeschlossen. Leiden um des Glaubens willen bedeutet, dass sie im Bereich dieses Problems mit der Sünde gebrochen haben.
