Kategorie: JS

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kein eigenes tägliches Bibellesen daran Schuld?

In „einem Vortrag, auf einem öffentlichen Kongress“ wurde die Behauptung aufgestellt, dass alle die die Gemeinschaft verlassen haben, vorher das tägliche Bibellesen aufgegeben hätten.
Eine sehr „interessante“ Aussage, denn so weit ich mich erinnern kann, sind die Bibellesungen auf drei oder vier Kapitel pro Woche eingeteilt. Oder meinte der Autor dieser Behauptung vielleicht „das Lesen des täglichen kleinen Bibeltextes“ also des einen Bibelverses, der mit Kommentar versehen als „tägliche Bibellesung“ „vorgeschlagen wird“?

Hier meine Antwort auf diese „Behauptung“: es gibt wohl viele, die nie die Bibel gelesen haben, und deshalb weiterhin in diesem Club sind. Aber wer anfängt die Bibel täglich richtig zu lesen, um die Bibel mindestens einmal im Jahr komplett so richtig als Buch zu lesen, der wird wohl sehr sehr bald merken, wie „merkwürdig die vorgegebenen Erklärungen“ der Tagestexterklärungen sind, und wird wohl auf kurz oder lang, nicht mehr zufrieden damit sein.
Wir laden schon seit Jahren alle Menschen in unserer Umgebung dazu ein, die Bibel in einem chronologischen Bibelleseplan mitzulesen. Und es ist immer wieder faszinierend, dass scheinbar jedes Jahr „neue Dinge“ in der Bibel stehen, die man in den Jahren davor „überlesen“ oder „überhört“ hat.
Und es ist viel spannender, wenn man dann verschiedene Meinungen zu einer theologischen Frage lesen darf, und sich über das Für und Wider der Aussagen von verschiedenen Theologen austauschen kann.
Zum Beispiel: Ab wann wusste Jesus von seiner vermenschlichen Existenz? Erst seit seiner Taufe? Oder schon als Kind?
Da kann schon die KI eine interessante Antwort drauf geben:

Das ist eine interessante Frage! Die Bibel gibt uns keine direkte Antwort darauf, aber wir können einige Hinweise und Interpretationen betrachten.

Im Neuen Testament gibt es einige Passagen, die darauf hindeuten, dass Jesus von seiner göttlichen Natur und seiner Mission wusste, aber es ist nicht klar, wann genau er diese Erkenntnis erlangte.

Einige Theologen argumentieren, dass Jesus als Kind bereits eine besondere Erkenntnis von seiner göttlichen Natur und seiner Mission hatte. Zum Beispiel:
Im Lukasevangelium (Lk 2,40-52) wird berichtet, dass Jesus als Zwölfjähriger im Tempel in Jerusalem war und mit den Schriftgelehrten diskutierte. Hier zeigt Jesus bereits eine tiefe Erkenntnis von der Schrift und seiner eigenen Identität.
Im Matthäusevangelium (Mt 2,1-12) wird berichtet, dass die Weisen aus dem Osten Jesus als den „König der Juden“ anerkennen und ihm Geschenke bringen. Hier wird Jesus bereits als der Messias und der Sohn Gottes anerkannt.

Andere Theologen argumentieren, dass Jesus erst durch seine Taufe und die Offenbarung des Heiligen Geistes seine volle Erkenntnis von seiner göttlichen Natur und seiner Mission erlangte. Zum Beispiel:
Im Matthäusevangelium (Mt 3,13-17) und im Markusevangelium (Mk 1,9-11) wird berichtet, dass Jesus getauft wurde und der Heilige Geist auf ihn herabkam. Hier wird Jesus als der Sohn Gottes anerkannt und seine Mission beginnt.
Im Lukasevangelium (Lk 3,21-22) wird berichtet, dass Jesus getauft wurde und der Heilige Geist auf ihn herabkam. Hier wird Jesus als der Sohn Gottes anerkannt und seine Mission beginnt.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Bibel nicht explizit sagt, wann genau Jesus von seiner vormenschlichen Existenz wusste. Es ist auch möglich, dass Jesus während seines Lebens auf der Erde durch Erfahrungen und Offenbarungen Gottes seine Erkenntnis von seiner göttlichen Natur und seiner Mission vertiefte.


Greta Generalist – KI von 1&1

oder die Frage, wie viele Menschen sahen Jesu Taufe zu?

Was man aber sagen kann ist, dass Lukas etwas erwähnt, was die anderen Evangelisten nicht haben. Und das ist jetzt wieder auch eine coole Sache. Denn Lukas schreibt, als Jesus getauft war betete er und dann öffnete sich der Himmel. Also, dass sich der Himmel öffnet, das berichten auch die anderen. Aber dass Jesus betete nach seiner Taufe, das erwähnt nur Lukas. Und das finde ich doch sehr interessant. Jesus betete und das bedeutet, das war für ihn wirklich ein ganz wichtiger Moment. Denn die Taufe von Jesus, das ist sein Dienstbeginn. Da findet seine Berufung statt. Da geht es dann wirklich los. Da öffnet sich der Himmel, da bekommt Jesus auch die Bestätigung des Vaters, und zwar öffentlich. Ein ganz wichtiger Schritt. Ein ganz wichtiger Punkt in seinem Leben. Wir machen das jetzt mal und gehen kurz ins Matthäusevangelium, Matthäus 3, dort wird auch von Johannes dem Täufer geschrieben.
Matthäus berichtet da und dann, etwas ausführlicher, diese Begebenheit. Die Taufe von Jesus. Auch Jesus, heißt es da ab Matthäus 3, 13, kam aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Und man kann sich das so vorstellen: Da war ja eine riesige Volksmenge. Und Johannes stand am Jordan, im Jordan wahrscheinlich, oder am Ufer des Jordans und hat getauft. Und dann kam einer nach dem anderen. Also eine riesige Menschenmenge, eine Riesenschlange wahrscheinlich. Und einer nach dem anderen kam zu ihm dann ins Wasser und hat vielleicht seine Sünden bekannt oder gesagt: “Herr, ich möchte jetzt umkehren zu Gott.” Und dann hat Johannes getauft.
Und irgendwann hat er sicherlich in dieser langen Reihe ein bekanntes Gesicht gesehen. Jesus. Er war ja verwandt mit ihm. Die kannten sich von Familientreffen, Geburtstagen, die haben quasi im Sandkasten zusammen gespielt. Und jetzt sieht er ihn da hinten stehen und denkt: “Was macht er da? Der wird doch wohl nicht…” Und jetzt kommt Jesus immer näher, immer näher, immer näher. Und irgendwann steht er vor ihm. Und Johannes wehrte sich nun entschieden dagegen, berichtet Matthäus und sagt zu ihm: “Ich hätte es nötig, mich von dir taufen zu lassen, und du kommst zu mir.” Was meint Johannes damit? Warum will er Jesus nicht taufen? Nun, ich hätte nötig, von dir getauft zu werden. Schau, die Taufe von Johannes war ja eine vorbereitende Taufe auf die Begegnung mit Gott. Eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Eine Taufe der Umkehr. Ja, aber Jesus muss ja nicht umkehren. Was hat denn Jesus getan? Muss Jesus seine Sünden bekennen? Muss er sich vorbereiten auf Gott? Nein. Andersrum? Ja. Jetzt findet der Wechsel statt.
“Aha”, sagt Johannes, “komm, du stellst dich jetzt hier in den Jordan und übernimmst jetzt. Ich war ja nur der Wegbereiter. Ich war ja nur der Vorläufer. Jetzt bist du dran. Super. Komm, ich steig aus. Du steigst ein und dann taufst du mich. So ist es richtig.” Und jetzt kommt’s. Matthäus 3, 15, da berichtet Matthäus: “Aber Jesus gab ihm zur Antwort: ‘Lass es für diesmal geschehen. Es ist richtig so, denn wir sollen alles erfüllen, was Gottes Gerechtigkeit fordert.’ Da willigte Johannes ein.” Und dann tauft er Jesus. Was passiert hier? Was ist hier passiert? Etwas ganz Entscheidendes. Der Dienstbeginn von Jesus. Und was ist das für ein Dienst? Er ist das Lamm Gottes, was die Sünden der Welt trägt. Und vielleicht hast du diesen Gedanken noch nie gehört. Aber in dem Moment, wo Jesus im Jordan steht, und Johannes tauft, macht er ja symbolisch genau das. Das von Sünden verschmutzte Jordanwasser, wo die Volksmenge sich hat taufen lassen und ihre Sünden abgewaschen hat, das schüttet er über Jesus. Damit bedeckt er Jesus.

Jesus nimmt die Sünde des Volkes auf sich. Ganz bewusst. Und deswegen sagt er auch: “Lass es so geschehen. Alle Gerechtigkeit muss erfüllt werden. Du musst mich mit diesem Wasser taufen. Denn ich bin das Lamm Gottes. Was die Sünden der Welt auf sich nimmt.” Das ist die Taufe von Jesus. Ist das krass? Ja, das ist krass. Und jetzt verstehen wir auch, dass Jesus aus dem Wasser steigt und betet in dem Moment. Und wahrscheinlich hat er gebetet: “Vater im Himmel, hilf mir. Hilf mir, das, was jetzt da auf mich zukommt, zu tragen. Ich kann es nicht allein.” Und dann öffnet sich der Himmel, und der Vater im Himmel hält es kaum aus vor lauter Liebe, vor lauter Stolz und Wohlgefallen. Vor lauter Freude ruft er: “Das ist mein lieber Sohn! Ja, mein Sohn, der diesen Weg geht für die ganze Welt. Ich habe Wohlgefallen an ihm. Er ist ein Wohlgeruch. Ich bin stolz auf ihn.” So würde ich doch modern sagen, oder? Mein Junge! Er macht das! Deswegen ist diese Taufe von Jesus ganz zentral, ein ganz wichtiges Startereignis für den Dienst von Jesus in seinem Leben. Und die Evangelisten berichten darüber.
Und nun noch einmal. An welcher Stelle des Jordans findet das Ganze statt? Das ist kein Zufall. Du kannst diese Stelle von Johannes heute besuchen. Sie liegt auf jordanischer Seite. Du kannst von israelischer Seite aus rüber schauen. Da ist der Jordan relativ schmal. Heutzutage hat er ja nur noch 10% des Wassergehalts, den er früher einmal hatte, wirklich ein kleines Flüsschen. Früher war der viel breiter. Und dort wurde Jesus getauft. Das weiß man. Und das ist die Stelle, die berühmt und bekannt ist in der Geschichte Israels. Was hat denn da stattgefunden? Genau an der Stelle ist Josua mit dem Volk Israel über den Jordan, durch den Jordan gegangen. Denn Gott hatte die Wassermassen aufgehalten und dann haben sie Jericho erobert. Das ist die erste Stadt, die man da antrifft, sobald man den Jordan verlassen hat. Liegt gerade direkt gegenüber dieser Stelle. Aha. Also kein Zufall, dass da, wo die Geschichte Israels im Land Kanaan, im heutigen Land Israel begonnen hat, die Landeroberung, die Erfüllung der Verheißung, die ganze Heilsgeschichte hat da begonnen an der Stelle. Und da wird Jesus getauft.
Das ist kein Zufall, das ist kein Zufall. An der gleichen Stelle auch wurde Elia entrückt. Elia und Elisa sind auch trockenen Fußes durch den Jordan gegangen. Und dann wurde Elia entrückt, quasi in der Nähe der Stelle von Johannes, und Johannes ist ja sozusagen der prophetische Nachfolger von Elia. Das haben wir schon besprochen. Maleachi 3: “In den letzten Tagen wird Elia noch mal kommen.” Auch alles an dieser Stelle. Kapierst du das? Das tummelt sich alles da. Ist kein Zufall. Ist der Plan Gottes, dass hier der Hotspot ist, den du heute noch besuchen kannst. Und ich war neulich erst dort. Und es ist so unfassbar. Josua war da. Elia war da. Elisa war da. Johannes war da. Jesus war da. Alles ist da. Gott ist da. Gott öffnet den Himmel über diese Stelle und ruft: “Das ist mein lieber Sohn!” Darum geht es. Gott schreibt Geschichte. Gott regiert im Himmel. Gott überlässt nichts dem Zufall. Und er ist unser Vater. Und er sorgt dafür, dass unsere Geschichte weitergeht und dass diese Welt gerettet wird. Weil er uns nicht dem Zufall überlässt, sondern weil er alles in seinen Händen hält. Und mit Jesus und durch Jesus seinen Sohn diese Geschichte der Rettung schreibt – bis heute.

Detlef Kühlein – Die Bibel für Kopf und Herz

selbst hier ist die KI „interessanter“

Gottes Gesetz versus menschliche Gesetze

In letzter Zeit höre ich öfter, dass durch „helleres Licht“ sich Änderungen in der christlichen Gemeinde auftuen würde. Doch schauen wir uns Gottes Handeln in der Bibel an:
zuerst gibt Er dem Menschen im Garten klare Regeln – und gelten bis heute.
die nächsten großen Regeln kommen nach der Sintflut – und gelten bis heute.
Dann nimmt sich Jehovah das Volk Israel und befreit diese aus Äqypten – und ein „paar Wochen später“ erhalten sie das gesamte Gesetz – mit den „10 Geboten“ – und diese gelten bis zur Zeit Jesu – ohne dass irgendeins der Gebote oder Gesetze von Jehovah geändert werden! Jesus verschärft die Auslegung sogar, indem er sagt, wie die einzelnen Gebote eigentlich gemeint waren.
Daraus folgt, ich müßte annehmen, dass Jehovah seinem Volk einmal etwas sagt, dass dann bis auf lange Zeit genau so gültig bleibt.

Und dann schauen wir uns im Gegensatz mal eine der menschlichen Erfindungen an: die Straßenverkehrsordnung – weil es eine der Gesetze ist, das jeden von uns trifft – (und nein – auch bei allen anderen Gesetzen sieht es nicht besser aus):
die Straßenverkehrsordung wird ständig „durch helleres Licht“ „verbessert“. Du und ich müssen also ständig schauen, was sich so ändert.
Schau dir einmal die Wikipedia-Seite an – und du wirst erstaunt sein, was sich ständig ändert!

Was lernen wir daraus?
Menschliche Gesetze sind unvollkommen – menschliche Organisationen haben immer „Verbesserungen“ und „neue Personen“ in Planung! Jehovah dagegen hat einen vollkommenen Plan und gibt Seinen Nachfolgern „vollkommene Gesetze“. Wer einmal von Jehovah mit heiligen Geist gesalbt wurde, bleibt ein Gesalter (siehe Saul) bis Jehovah für dessen Tod sorgt. In menschlichen Organisationen dagegen werden menschliche Führungskräfte ausgetauscht.

Zu spät den wahren Mensch erkannt?

Danach erschien er Jakobus, dann den Aposteln allen; am letzten aber von allen, gleichsam der unzeitigen Geburt, erschien er auch mir.
Elberfelder 1871 – 1 Kor 15,7–8

 Dann wurde er von Jakobus gesehen und später von allen Aposteln. Als Letzter von allen habe auch ich ihn gesehen, so als wäre ich zur falschen Zeit geboren worden.
Neues Leben Bibel 2014 -1.Kor 15,7–8

Als Letztem von allen hat er sich auch mir gezeigt; ich war wie einer, für den es keine Hoffnung mehr gibt, so wenig wie für eine Fehlgeburt – Oder gezeigt; ich war wie eine unzeitige Geburt. Aü gezeigt, dieser Missgeburt von einem Apostel, wie manche mich nennen. W gezeigt, gleichsam der Fehlgeburt/Missgeburt.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Korinther 15:8

Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch

Warum empfindet Paulus sich als „zu spät geboren“??

Der Ausdruck »unzeitige Geburt« (Euther, Elberfelder, Schlachter) bzw. »Fehlgeburt« (Zürcher, Menge) oder »Missgeburt« (Einheitsübersetzung) bezog sich normalerweise auf einen toten Fötus, nach einer Fehlgeburt oder einer Abtreibung. Vielleicht bezeichnet Paulus sich selbst im Vergleich mit den anderen Aposteln als Missbildung ( 15,9 ); sicher ist, dass er sich hier in irgendeiner Weise herabwürdigt. Er könnte meinen, dass er zur falschen Zeit geboren ist (in diesem Fall jedoch wohl eher zu spät als zu früh), und zwar nach den ersten Epiphanien Jesu. Nach Ansicht anderer Kommentatoren wurde Paulus im Mutterleib auserwählt, machte diese Berufung jedoch durch seine Verfolgung der Kirche zunichte und sich selbst auf diese Weise bis zu seiner Bekehrung gleichsam zu einem abgetriebenen Fötus.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Paulus bezeichnet seine eigene Bekehrung als eine unzeitige Geburt, denn ihm fehlt die Zeit, die die anderen mit Christus auf Erden verbracht haben (vgl. Apg 1,21-22).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Mit seiner eigenen Person schliesst die Kette der Zeugen ab – auch zeitlich. Die Erscheinung des Auferstandenen vor Paulus bei Damaskus war ebenso wirklich wie die vor den anderen Zeugen. Es steht dasselbe griechische Wort (»ist er auch von mir gesehen worden«). Der auferstandene Christus ist Paulus begegnet (vgl. Apg 9,3ff.; Apg 22,6ff.; Apg 26,12ff.; besonders Apg 26,13: »sah«). Der Apostel nennt sich selbst in aller Demut eine »unzeitige Geburt« (wörtlich: »Fehlgeburt«), also ein eigentlich nicht lebensfähiges Wesen. Autorität, Vollmachtsanspruch und Demut gehören hier zusammen. Die Autorität als Apostel leitet sich von dem Auferstandenen ab, die Demut von dem ehrlichen Blick auf die eigene Person. Paulus versteht sein Apostelamt als unverdiente, geschenkte Gnade und Würde.

Gerhard Maier – Edition C

Warum sieht er sich als „unzeitige Geburt“? Weil er „die Gemeinde Gottes verfolgt“ hat. Der Begriff bezieht sich also auf seine „Geburt“ als Apostel. Diese „Fehlgeburt“ hängt ihm nach, so dass er „der geringste unter den Aposteln“ ist und eigentlich „nicht wert“ ist, Apostel genannt zu werden.
Dass er trotzdem ein Apostel ist, verdankt er nicht sich selbst, sondern allein der Gnade Gottes. Gleichzeitig stellt er fest, dass Gottes Gnade in seinem Leben „nicht vergeblich gewesen“ ist, sondern bewirkt hat, dass er „viel mehr gearbeitet“ hat als alle anderen Apostel. Damit nicht der Eindruck entsteht, dass er seine Arbeit als ein Werk versteht, durch das er sich bei Gott etwas verdient, oder seine Aussage auf andere Weise missverstanden wird, betont er noch einmal, dass sein Engagement die Wirkung der Gnade Gottes ist, die mit ihm ist.

Mainka – 1. Korintherbrief

Nun nennt Paulus zum Schluß auch sich selbst als „Zeugen der Auferstehung“ (Apg 1, 22). „Am letzten aber von allen, wie von der Fehlgeburt, wurde er gesehen auch von mir. Denn ich bin der geringste der Apostel, der ich nicht tauglich bin, ein Apostel genannt zu werden, weil ich verfolgt habe die Gemeinde Gottes.“ Er muß mit in der Zeugenreihe stehen, wenn er überhaupt ein wirklicher „Apostel“ ist. Aber er ist darin nur so etwas wie „die Fehlgeburt“18 oder „die Mißgeburt“ eines Apostels. Denn die Aufgabe eines Apostels ist der grundlegende Aufbau der „Gemeinde Gottes“. Paulus aber hat vielmehr „die Gemeinde Gottes verfolgt“ und sie zu vernichten gesucht (Gal 1, 13). So war er — völlig anders als alle anderen „Apostel“ bei all ihrem Versagen — in sich selbst das genaue Gegenteil eines Apostels. Er ist „nicht tauglich, ein Apostel genannt zu werden“, und so „der geringste der Apostel“.

Wuppertaler Studienbibel

Das Wort ἔσχατος („der Letzte“) erscheint hier nicht als Adverb („zuletzt“), da danach πάντων („von allen“) folgt, d.h. Paulus war der Letzte von allen Genannten Personen, denen der Herr erschien. Daher gebraucht er auch das Wort ἔκτρωμα („unzeitige Geburt, Fehlgeburt, Früh-/Spätgeburt), das an einigen weiteren Stellen vorkommt: Numeri 12.12: „μὴ γένηται ὡσεὶ ἴσον θανάτῳ ὡσεὶ ἔκτρωμα ἐκπορευόμενον ἐκ μήτρας μητρὸς καὶ κατεσθίει τὸ ἥμισυ τῶν σαρκῶν αὐτῆς“. „Sie möge nicht werden wie etwas, das dem Tod gleich ist, wie eine Fehlgeburt, die aus dem Mutterschoß herauskommt und (so) die Hälfte ihres Fleisches verzehrt. Prediger 6.3: „ἐὰν γεννήσῃ ἀνὴρ ἑκατὸν καὶ ἔτη πολλὰ ζήσεται καὶ πλῆθος ὅ τι ἔσονται ἡμέραι ἐτῶν αὐτοῦ καὶ ψυχὴ αὐτοῦ οὐκ ἐμπλησθήσεται ἀπὸ τῆς ἀγαθωσύνης καί γε ταφὴ οὐκ ἐγένετο αὐτῷ εἶπα ἀγαθὸν ὑπὲρ αὐτὸν τὸ ἔκτρωμα“. „Wenn jemand 100 (Kinder) zeugt und viele Jahre leben wird und es eine Menge ist, was er an Lebensjahren haben wird, aber seine Seele nicht satt werden wird vom Guten und ihm auch kein Grab zuteil ist, ich sagte: Besser als er hat es die Fehlgeburt“. Den Vergleich mit einer Fehlgeburt macht auch Hiob 3.16: „ἢ ὥσπερ ἔκτρωμα ἐκπορευόμενον ἐκ μήτρας μητρὸς ἢ ὥσπερ νήπιοι οἳ οὐκ εἶδον φῶς“. „Oder wie eine Fehlgeburt aus dem Schoß der Mutter herauskommt oder wie Säuglinge die das Licht nicht sahen (wäre ich nicht da)“. In Abgrenzung zur Fehlgeburt beschreibt Philo in Legum allegorianum das Wort als „unzeitige Geburt“: ἀμβλωθρίδια εὑρίσκεται καὶ ἐκτρώματα („Man hält es für eine Fehlgeburt und unzeitige Geburt“). Da Paulus ja doch in geistlicher Hinsicht auf die Welt kam, spricht der Zusammenhang eher für eine „unzeitige Geburt“, da Paulus wohl meinte, er kam zu spät zu Christus, andererseits für eine Fehlgeburt. da er sich für tot in Sünden und Übertretungen hielt und erst durch das Eingreifen und die Erscheinung des Herrn zum Leben kam. Da der Artikel τῷ („der“) gebraucht wird, scheint Paulus dies wie eine Apposition für sich zu gebrauchen, d.h. „mir, als der unzeitigen Geburt“.

Peter Streitenberger – 1. Korinther

Paulus ist also weder deprimiert noch überheblich. Er versucht nicht, sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken, wie das heute einige „christliche Hirten“ tun. Ihm war bewußt, dass er zu einer Zeit gelebt hatte, wo er Jesus Christus persönlich hätte begleiten können – doch aus Gnade später für IHN eintreten durfte.
Lass dich, lieber Leser, also bei Fragen zu Bibelstellen nicht von nur wenigen Zeilen abspeisen – sondern lerne, selbst aktiv nachzuforschen, was andere über diesen Vers herausgefunden haben.

Passah 2020

Da die Besuchseinschränkungen durch Corona ja über Ostern noch immer gelten, haben wir dieses Jahr nicht wie üblich die Wohnung „voll“ einladen können. Aber der Vorteil war, dass ich dieses Jahr „jemand anders“ leiten lassen konnte – denn die jüdisch-messianische Gemeinde in Berlin übertrug eine Feier live ins www. So waren wir hier nur zu viert und doch irgendwie „ganz viele“ 😉

Dank an meine liebe Frau die das Festessen auf den Tisch brachte!
Mazza und Wein, und der gedeckte Teller
warten darauf, dass die Übertragung beginnt

Jedes Jahr immer wieder interessant, wie Jesus und seine Apostel das Fest wirklich gefeiert haben – den Zusammenhang und die verschiedenen Abläufe besser zu verstehen. Und dabei im Hinterkopf… irgendwann feiern wir ein großes Freudenfest mit IHM hier, weil ER uns befreit hat!

Vorbereitungen zum Pessach 2020

Dieses Jahr werden wir wohl alle das Pessach etwas anders feiern, als „gewohnt“, den die Möglichkeiten sich in großen Gruppen zu treffen sind ja nun eingeschränkt.
Deshalb gebe ich heute die Daten weiter, wo wir die letzten Jahre unser „Traditionspaket“ bestellt haben – hier bei doronia findest du alles, was du für die unterschiedlichsten jüdischen Feiertage benötigen würdest. Im ersten Jahr hatten wir den Sedertepper und den Mazzateller sowie Mazzatasche bestellt ….Diese Dinge benötigst du nur, wenn du das Pessach so feiern möchtest, wie Jeschua es damals gefeiert hat. Doch viele Christen kennen ja nur den kleinen Teil, der in den Evangelien benannt werden. Die üblichen Abläufe und Bräuche wurden natürlich nicht in der Bibel niedergeschrieben, weil diese ja nicht den Kern der Botschaft ausmachen.
Wenn du also nur den Wein und das Brot = die Mazza dort bestellen möchtest, dann tue dies bitte in den nächsten Tagen, damit die ganzen Dinge noch rechtzeitig bei dir zu Hause eintreffen können.
Hier noch der link zu dem Pessach-Katalog.

Warum eine gute Studienbibel?

Heute möchte ich ein Einleitungsvideo mit euch teilen, das sehr gut erklärt, was die von mir so beliebte Software „Logos“ kann. Es ist viel mehr als nur eine Suchdatenbank, wie das, was wir im Internet finden oder als *lib auf unserem Rechner haben! Bitte schaue es dir in Ruhe an:

Warum ist das für mich so interessant? Mitte 1986 kam eine echte Studienbibel in deutsch heraus, aber ich mußte ein paar Monate warten bis ich diese in meinen Händen halten konnte. Der Grund: diese Bibel gab es nur im „Westteil“ der Stadt und das große Format machte es schwierig, diese über die Grenze zu schmuggeln. Hiermit möchte ich mich noch einmal ganz lieb bei der Frau meines Vaters bedanken, die damals die Chance hatte, wegen eines Trauerfalls in ihrer Familie, in den Westen zu fahren und mir tatsächlich mein persönliches Exemplar mitbrachte!
Endlich eine Bibel, wo es nicht nur die bekannten Querverweise zu anderen Bibelstellen gab, sondern bei ganz vielen Versen auch richtige Fußnoten, wo auf den hebräischen/griechischen Hintergrund des übersetzenden Wortes eingegangen wurde! Noch heute nutze ich diese Bibel gern – und da ich diese Bibel bei logos vermisse, sitze ich gerade daran, daraus ein „persönliches Buch“ zu basteln.
Doch was nun? Online wurde diese Studienbibel vor einigen Tagen (und vermutlich wird das auch in den nächsten Monaten auf der *lib so passieren) entfernt und durch eine wirkliche „Sparversion“ ersetzt. „Ganz neu“ eine Studienbibel, wo die wichtigsten Hintergründe nun rausradiert sind: nur noch kurz und knapp in viel viel weniger Fußnoten nur noch ein paar Anmerkungen wie man es auch übersetzen könnte … (ich könnte heulen wenn ich das neue Exemplar online sehe!) ……

Schade, keine Bibelforscher mehr! Deshalb nutzt de.logos.de – ein Werkzeug für jeden der die Bibel erforschen möchte!

Halloween…

und zum heutigen Abend: aus hebräisch für Chisten:

In Bezug auf den heidnischen Feiertag von “ Halloween,“ denken sie daran, dass es keinen “ Zauber “ oder böse Beschwörung (i. e., nachash: naẖaş̌) effektiv gegen Jacob gibt, es gibt keine Hexerei (i. e., kesem: qesem) gegen Israel. Zu dieser Zeit muss man von Jakob und von Israel sagen: „Schau dir an, was Gott getan hat ( mah-pá̇ʻal erweiterte )“ [Num. 23:23]. Keine Waffe, die gegen Gottes Volk gebildet wird, wird gedeihen (Isa. 54:17), und der Fluch der Gottlosen ist machtlos gegen die tzadikim (Prov. 26:2). Ein od milvado (ʼéyn ʻwòd milĕbaḋw) – Gott ist die einzige wahre Kraft (Deut. 4:35; 1 chron. 29:11; Rev. 4:11). Satan ist ein Hochstapler und ein vereitelt Usurpator. Wie Yeshua seinen Anhängern sagte: „Siehe, ich gebe dir die Autorität ( exousía ), um auf Schlangen und Skorpione und über die ganze Kraft des Feindes zu treten ( und epí pâsan tēn dýnamin tou echthroû ), und nichts soll dir schaden“ ( Lukas 10:19). Wie Bileam und Haman, alle, die Gottes Menschen verfluchen oder versuchen, seine Pläne zu folieren, wird,… Halleluja und Amen!