dessen Herrschaft keinem anderen Volke überlassen werden wird

Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, welches ewiglich nicht zerstört, und dessen Herrschaft keinem anderen Volke überlassen werden wird; es wird alle jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber ewiglich bestehen:
Elberfelder 1871 – Daniel 2,44

Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen;
Schlachter – Daniel 2:44

Aber in den Tagen der Herrschaft dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich errichten, das für alle Ewigkeit Bestand hat. Kein anderes Volk wird je die Gewalt über dieses Reich an sich reißen können. Es wird alle jene Königreiche zerschmettern und vernichten, selbst aber für immer bestehen bleiben,
Neues Leben 2006 – Daniel 2,44

Nach diesen Erläuterungen kam Daniel auf die Zerstörung dieser Königreiche zu sprechen. Die Zeit dieser Könige kann sich auf die vier Reiche beziehen, oder, was wahrscheinlicher ist, auf die zehn Zehen (V. 42 ), da die ersten vier Reiche offensichtlich nicht mehr existierten, als die „Zehen“ auftraten (vgl. die Anmerkungen zu den zehn Hörnern des vierten Tieres; Dan 7,24 ). Nebukadnezar hatte einen Felsen gesehen, der das Standbild traf und zerschmetterte ( Dan 2,34 ). Das Standbild wurde nicht von menschlichen Händen zerstört, sondern durch den Felsen. Der Fels bezieht sich in der Bibel oft auf Jesus Christus, den Messias Israels (z. B. Ps 118,22; Jes 8,14; 28,16; 1Pet 2,6-8 ). Gott, der Nebukadnezar auf den Thron gesetzt hatte und die Macht von Babylon zunächst auf Medo-Persien, dann auf Griechenland und schließlich auf Rom übertragen hatte, wird eines Tages die politische Macht auf einen König übertragen, der über die Erde herrschen und so die ursprüngliche Bestimmung des Menschen in seiner Person zusammenfassen wird ( 1Mo 1,27 ).
In Nebukadnezars Traum wurde aus dem Felsen schließlich ein Berg , der die ganze Erde erfüllte ( Dan 2,35 ). Der Berg ist in der Bibel häufig ein Bild für ein Königreich. Daniel erklärte, daß die vier Königreiche, die über die Welt und das Volk Israel herrschten, nicht durch menschliche Mittel zerstört werden, sondern durch das Kommen des Herrn Jesus, des Felsen. Wenn er kommt, wird er das messianische Königreich aufrichten, das Israel durch David verheißen wurde ( 1Sam 7,16 ). Bei seiner Wiederkunft wird er sich alle Reiche unterwerfen und sie zerstören (vgl. Offb 11,15; 19,11-20 ). Dann wird er für immer im Tausendjährigen Reich und in der Ewigkeit herrschen.
Menschen, die ein Tausendjähriges Reich leugnen (Amilleniaristen) behaupten, daß dieses Königreich von Christus bei seinem ersten Kommen aufgerichtet worden sei und daß heute die Gemeinde dieses Königreich ist. Sie argumentieren, daß: (a) die Christenheit, wie ein wachsender Berg, immer größer geworden ist und sich immer weiter ausgedehnt hat und noch tut; (b) Christus ja in den Tagen des römischen Reiches gekommen ist; (c) das römische Reich in die Hände von zehn Königreichen gefallen sei (die zehn Zehen) und (d) Christus der Eckstein ist ( Eph 2,20 ).
Die Vertreter des sogenannten Prämilleniarismus (das Tausendjährige Reich ist noch Zukunft) halten dem entgegen, daß Christus noch nicht auf dieser Erde regiert. Mindestens sechs Dinge sprechen für diese Sicht: (1) Der Stein wird plötzlich, nicht nach und nach, zu einem großen Berg werden. Die Christenheit aber hat nach dem ersten Kommen Jesu „die ganze Welt“ nicht in kurzer Zeit erfüllt ( Dan 2,35 ). (2) Obwohl Christus in den Tagen des römischen Reiches kam, zerstörte er es nicht. (3) Das römische Reich hatte in der Zeit, als Jesus auf dieser Erde war, keine zehn Könige gleichzeitig. Die Statue Nebukadnezars aber weist darauf hin, daß, wenn Jesus kommt, um sein Reich aufzurichten, zehn Herrscher regieren und von ihm zerstört werden. (4) Zwar ist Christus heute der Eckstein der Gemeinde ( Eph 2,20 ) und „ein Stein, der [die Ungläubigen] zum Stolpern bringt“ ( 1Pet 2,8 ), aber er ist noch nicht der Fels, der alles zerschmettert. Dies wird erst geschehen, wenn er wiederkommt. (5) Der Stein (Messias) wird alle Königreiche dieser Welt zerschmettern. Die Gemeinde aber hat die weltlichen Reiche nicht erobert und wird es auch nicht. (6) Die Gemeinde ist kein Königreich mit einem politischen Herrschaftsgebiet, das zukünftige Tausendjährige Reich aber wird es sein. Der Traum Nebukadnezars lehrt also eindeutig den Prämilleniarismus. Wenn Christus auf diese Erde kommen wird und seine Herrschaft auf ihr errichtet, wird er sich alle Nationen unterwerfen. Die Gemeinde ist nicht dieses Königreich

Walvoord Bibelkommentar

Das Ziel der Weltgeschichte kommt in Sicht: das Reich Gottes. »In den Tagen dieser Könige« ist wohl so zu verstehen: zur Zeit der letztgenannten Könige. Das sind die Herrscher während der fünften Epoche, also zur Zeit der Nachfolgestaaten des vierten Reiches (vgl. V.41–43). Der Ausgangspunkt des dann kommenden »Reiches« ist kein irdischer König mehr. Sein Ausgangspunkt ist vielmehr Gott selbst. Er, »der Gott des Himmels« (vgl. die Erklärung bei V. 28!), wird dieses letzte »Reich aufrichten«. Hier gibt es keine fortlaufende Linie ins Gottesreich hinein. Hier gibt es nur eine Neuschöpfung, das »aufrichten«. Außerdem wird eine zweite Eigenart sichtbar: dieses neue Reich »geht in Ewigkeit nicht zugrunde«. Wörtlich heißt es: »auf Ewigkeiten« (griech. eis tous aiōnas, LXX). Es hat also keinen Nachfolger. Die Geschichte als ein Werden und Vergehen hört auf. Damit ist auch die Zeit überflüssig geworden, überboten durch die Ewigkeita. Es gibt keine Gegner mehr, die zu fürchten wären. Die Deutung, die in den beiden Schlußversen 44 und 45 merkwürdigerweise dem Traumbezug vorausgeht, sagt klar: »die Herrschaft (dasselbe Wort wie Königreich) wird keinem anderen Volk mehr überlassen werden«. Daraus geht hervor, daß Gottes Reich allerdings ein »Volk« haben wird – ein Menschen-»volk«! An dieser Stelle zeigt sich noch einmal, daß der Wechsel der Königreiche zugleich ein Wechsel von Völkern war. Damit bestätigt sich unsere Deutung, wonach die Abfolge von Königreichen in V.38–41 keine Abfolge von Herrschern, sondern tatsächlich eine Abfolge von Weltreichen darstellt. Doch welches »Volk« ist nun gemeint? Vom Neuen Testament her gibt es nur eine Antwort: das Volk der Gläubigen, das sowohl Gläubige aus Israel als auch Gläubige aus den Völkern umfaßt. In der Formulierung »überlassen werden« (Luthertext: »kommen«, was weniger präzise ist) klingt an, daß es um einen endgültigen Richterspruch Gottes geht. Das Endreich Gottes »wird alle diese Königreiche zermalmen und ein Ende mit ihnen machen«. »Alle diese Königreiche« sind wieder die am Schluß der irdischen Geschichte noch bestehenden, d.h. konkret mindestens diejenigen der 5. Epoche (V.41 und 43). »Zermalmen« besagt in Verbindung mit dem Bild vom Stein, daß seitens »dieser Königreiche« kein großer Widerstand mehr geleistet werden kann. »Ein Ende mit ihnen machen« drückt aus, daß ihre gottgegebene Frist abläuft. Noch einmal betont Daniel: »Aber es selbst wird ewig bleiben«. Wir denken daran, daß die biblische Prophetie auch in 2Sam 7,13; Jes 9,6; 1Ko 15,28 von dem ewigen Gottesreich spricht.

Wuppertaler Studienbibel

Das Bild vermittelt uns eine vierte Wahrheit: Jesus Christus wird wiederkommen, seine Feinde vernichten und sein Reich aufrichten. Der Stein ist in der Heiligen Schrift ein häufiges Bild für Gott und insbesondere für den Messias, Jesus Christus, den Sohn Gottes (Ps. 118,22; Jes. 8,14; 28,16; Mt. 21,44; Apg. 4,11; 1 Kor. 10,4; 1 Petr. 2,4-8). Der Ausdruck „ohne Hände“ wird in der Schrift verwendet, um „nicht durch menschliche Kraft“ zu bedeuten und bezieht sich auf etwas, das nur Gott tun kann (Kol. 2:11; Heb. 9:11, 24). Es scheint, dass das Römische Reich in gewisser Weise bis zum Ende des Zeitalters fortbestehen und in der Herrschaft von zehn Königen gipfeln wird (Dan. 2:44; 7:24-27; Offb. 17:3, 12-18). Die Welt wird vom Bösen befreit werden, nicht durch einen Prozess, sondern durch eine Krise, die verheißene Wiederkunft Jesu Christi. Was auch immer von den vier heidnischen Königreichen übrig bleibt, die von einem Reich zum nächsten übergegangen sind, wird zerstört und in Spreu verwandelt werden. Dann wird Christus sein Reich errichten, das die ganze Erde erfüllen wird.

Wenn wir diese Wahrheiten bedenken, sollten wir mit freudiger Zuversicht reagieren, weil wir wissen, dass der Herr alles unter Kontrolle hat und eines Tages auf dieser Erde herrschen wird. Das Volk Gottes sollte zwar alles tun, was es kann, um das Leid zu lindern und diese Welt sicherer und glücklicher zu machen, aber unsere Hoffnung liegt nicht in Gesetzen, politischen Bündnissen oder moralischen Kreuzzügen. Unsere Hoffnung ruht auf dem Herrn. Die Herzen der Menschen müssen durch die Gnade Gottes verändert werden, und das bedeutet, dass Gottes Volk bis an die Enden der Erde Zeugnis ablegen muss. Das einzige Reich, das für immer bestehen wird, ist das Reich Christi (Dan 2,44), und die einzigen Menschen, die Bürger dieses Reiches sein werden, sind diejenigen, die ihm vertraut haben und durch den Geist Gottes wiedergeboren wurden (Johannes 3,1-18).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Wenn die ersten vier heidnischen Reiche ihren Lauf genommen haben, wird ein fünftes Reich errichtet werden. Wie die Verse 44-45a zeigen, wird dieses Reich ganz anders sein als alle anderen Reiche, die ihm vorausgegangen sind.
Vers 44 zeigt, dass Gott selbst dieses Reich aufrichten wird: Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das niemals zerstört wird und dessen Herrschaft keinem anderen Volk überlassen wird, sondern das alle diese Königreiche zerbricht und verzehrt und ewig bestehen wird. Der Vers beginnt mit der Formulierung „in den Tagen jener Könige“. Um diese Könige zu identifizieren, muss man die Vorgeschichte der vorherigen Verse betrachten: die zehn Zehen. In den Tagen der zehn Könige, deren Herrschaft durch Uneinigkeit und Schwäche gekennzeichnet sein wird, wird der Gott des Himmels sein eigenes Reich errichten.
Die Chronologie ist hier wichtig. Wie bereits erwähnt, befindet sich die Welt derzeit in der zweiten Stufe des vierten Reiches . Die Stufe der zehn Teilungen ist noch in der Zukunft. Daher liegt auch dieses von Gott aufgerichtete Reich in der Zukunft. Der amerikanische Theologe Merrill Unger (1909-1980) machte die folgende bemerkenswerte Beobachtung bezüglich des Zeitpunkts dieses Ereignisses:
Das eiserne Königreich mit seinen Füßen aus Eisen und Ton … wird nach der Zeit der Kirche existieren, wenn Gott wieder mit der Nation Israel handeln wird. Wie sinnlos ist es für konservative Gelehrte, diese Tatsache zu ignorieren und zu versuchen, eine buchstäbliche Erfüllung dieser Prophezeiungen in der Geschichte oder in der Kirche zu finden, wenn sich diese Vorhersagen auf Ereignisse beziehen, die noch in der Zukunft liegen und keinerlei Anwendung auf die Kirche haben.
Obwohl Unger in dem obigen Zitat nicht zwischen den verschiedenen Stufen des vierten Reiches unterscheidet, macht er einen sehr wichtigen Punkt: So wie die Zehn-Teilungs-Stufe noch in der Zukunft liegt, so liegt auch das Reich, das von Gott selbst aufgerichtet werden wird, in der Zukunft.
Woods bringt eine weitere wichtige Überlegung zur Sprache, wenn er erklärt, dass
Es ist bezeichnend, dass alle Reiche, die die verschiedenen Körperteile der bisher untersuchten Statue umfassen, buchstäbliche Reiche sind, die für eine buchstäbliche Zeit existierten, bestimmte Länder mit identifizierbaren Grenzen besetzten und eine Hauptstadt hatten. Dies wirft die Frage auf, warum das letzte Königreich, das durch den von Menschenhand gehauenen Stein dargestellt wird, nicht auch ein buchstäbliches Königreich sein sollte, das für eine buchstäbliche Zeit herrschen wird ( 20:1-10 ), das ein bestimmtes Land mit identifizierbaren Grenzen einnehmen wird (Gen 15:18-21 ) und eine Hauptstadt haben wird (Jes 2:2-3 )? Eine solche Darstellung stellt eine vormillenniale Sicht der Geschichte dar. Der Ausdruck „Millennium “ bedeutet einfach tausend Jahre. Prämillennialis m ist der Glaube, dass das tausendjährige Reich erst dann entstehen wird, wenn Jesus zuerst (oder „vorher“) wiederkommt und dann sein irdisches Reich aufrichtet (vgl. Offb 20,4-6 ).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gott selbst das fünfte Königreich während der Zehn-Teilungs-Phase des vierten Königreichs von Daniel aufrichten wird. Da er der Herrscher sein wird, wird das fünfte Reich eine Theokratie sein. Daniel erklärte, dass dieses Reich niemals zerstört werden wird. Gottes Herrschaft wird über alle menschlichen Reiche hinaus bestehen. Außerdem wird die Souveränität dieses Reiches nicht einem anderen Volk überlassen. Diese Aussage ist wichtig. Sie bedeutet, dass das fünfte Reich nicht den Heiden, sondern Israel gehören wird. Mit anderen Worten, mit diesem Reich werden die Zeiten der Heiden zu Ende gehen.
Daniel schloss den Vers mit der Aussage, dass das fünfte Königreich für immer bestehen würde. Der aramäische Begriff für „ewig“, alam, bedeutet „Ewigkeit“ und „Altertum“. Er entspricht dem hebräischen Begriff olam. Während sich olam auf die unbestimmte Zukunft beziehen kann, kann es sich auch auf die Dauer eines Zeitalters beziehen. Diese Bedeutung ist in Vers 44 zutreffend. Das fünfte Reich wird für die Dauer eines Zeitalters bestehen.
In Vers 45a bringt Daniel das fünfte Reich mit dem Stein aus dem Traum von Nebukadnezar in Verbindung: Denn du hast gesehen, dass ein Stein ohne Hände aus dem Berg gehauen wurde und dass er das Eisen , das Messing , den Ton , das Silber und das Gold zerbrach. Die Bibel verwendet viele Symbole, aber sie ist konsequent in ihrer Verwendung. In 95 % der Fälle bedeutet ein bestimmtes Symbol in beiden Testamenten das Gleiche. Wenn das Wort „Stein“ symbolisch verwendet wird, bezieht es sich immer auf den Messias. Diese Verwendung findet sich in Passagen wie Psalm 118:22 ; Jesaja 8:14 ; 28:16 ; Sacharja 3:9 ; Matthäus 21:44 ; Apostelgeschichte 4:11 ; 1. Korinther 10:4 ; und 1. Petrus 2:4-8 . Wenn der Begriff „Berg“ symbolisch verwendet wird, bezieht er sich immer auf einen König, ein Königreich oder einen Thron. Ein Beispiel für diese Verwendung ist Jeremia 51:25 .
Laut Daniel wurde der Stein ohne Hände aus dem Berg gehauen. Diese Beschreibung zeigt den göttlichen Ursprung des Steins. Der Stein ist der Messias. In Vers 34 erwähnt Daniel nur, dass dieser Stein ohne Hände gehauen wurde. Hier fügt er hinzu, dass er aus dem Berg herausgehauen wurde. Zu dieser Formulierung sind mehrere Vorschläge gemacht worden. Walvoord stellt zum Beispiel fest: „Die Beschreibung des Steins, der ‚ohne Hände aus dem Berg gehauen‘ wurde, ist manchmal speziell auf den Berg Zion bezogen worden, aber es ist besser, dies als ein symbolisches Bild der politischen Souveränität zu betrachten.“ Der bekannte Bibelexeget Carl Friedrich Keil (1807-1888) erklärte in seinem Daniel-Kommentar, warum er glaubte, dass sich der Berg auf den Berg Zion bezieht:
Da ein Stein, damit er ohne die Bewegung der menschlichen Hand rollen kann, von einem Berg gelöst werden muß, kann in der ausdrücklichen Erwähnung des Berges nur ein Hinweis auf den Berg Zion liegen, wo der Gott des Himmels sein Reich gegründet hat, das sich von dort aus über die Erde ausbreiten und alle Weltreiche vernichten wird.
Von Bedeutung ist nicht unbedingt die Tatsache, dass der Stein als Teil dieses Berges beschrieben wird, sondern dass er ohne Hände herausgeschnitten wurde. Der Schwerpunkt liegt auf dem göttlichen Ursprung. In Vers 35 erklärte Daniel, dass der Stein selbst zu einem großen Berg werden und die ganze Erde ausfüllen würde. Da sich das Wort „Berg“, wenn es symbolisch verwendet wird, immer auf einen König, ein Reich oder einen Thron bezieht, bedeutet dies, dass das fünfte Reich das messianische Reich sein wird. Die Tatsache, dass es das Eisen , das Erz , den Ton , das Silber und das Gold zerbrechen wird, weist darauf hin, dass dieses Reich die Zeiten der Heiden zu Ende bringen wird.
Es gibt eine Reihe von Unterschieden zwischen dem messianischen Königreich und den vier heidnischen Königreichen :

Was den Ursprung betrifft, so sind die vier heidnischen Reiche menschlich, aber das Reich Gottes ist göttlich.

Was die Dauer betrifft, so sind die heidnischen Reiche vorübergehend, aber Gottes Reich ist ewig.

Was die Macht betrifft, so werden die heidnischen Reiche jeweils von nachfolgenden Reichen überwunden, aber Gottes Reich kann nicht erobert werden.
Die rabbinische Theologie stimmt mit dieser Auslegung weitgehend überein. Raschi bemerkte: „Das Reich des Heiligen, gepriesen sei Er, das niemals zerstört werden wird, ist das Reich des Messias.“ Rabbi Bahya ben Asher (1255-1340), bekannt als Rabbeinu Bahya, erklärte: „Die ganze Botschaft ist, dass, sobald der Messias kommt, das Königtum nicht mehr für immer von Jehuda weichen wird.“ Der kabbalistische Zohar stellt fest:
Einige haben sich in dieser Welt durchgesetzt, und alle werden sich bei der Ankunft des Königs Messias durchsetzen, wenn Jisrael „ein Volk im Lande“ sein wird (Hesekiel 37:22 ), ein Volk vor dem Heiligen, gepriesen sei Er. Das ist die Bedeutung des Verses „und ich will sie zu einem Volk im Lande machen“, und sie werden oben und unten herrschen, wie es geschrieben steht: „Und siehe, einer kam wie ein Menschensohn mit den Wolken des Himmels“ (Daniel 7:13 ). Dies ist der König Messias, wie geschrieben steht: „Und in den Tagen dieser Könige wird der Elohim des Himmels ein Königreich aufrichten…“ (Daniel 2:44 ).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das fünfte Reich nicht heidnisch, sondern jüdisch sein wird. In den Versen 44-45a werden zwei markante Symbole verwendet, die mit ihrer Verwendung an anderen Stellen übereinstimmen. Wenn das Wort „Stein“ symbolisch verwendet wird, steht es immer für die zweite Person der Dreifaltigkeit: Gott der Sohn, der Herr Jeschua , der Messias Israels. Wenn das Wort „Berg“ symbolisch verwendet wird, bezieht es sich immer auf einen König, ein Königreich oder einen Thron. So wird Gott nach dem vierten heidnischen Reich sein eigenes Reich errichten. Das Reich wird „augenblicklich, auf wundersame Weise und kataklysmisch“ errichtet während der Zehn-Teilungs-Phase (V. 44a), und seine Errichtung beendet die Herrschaft der anderen Reiche (V. 44b). Bei seinem zweiten Kommen wird der Messias, der Stein, der ohne Hände gehauen wurde , das Bild der heidnischen Herrschaft zerstören, bevor er das Reich Gottes aufrichtet .

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariels Bibel Kommentar – Das Buch Daniel


Gott nahm jetzt den Menschen an die Hand und brachte ihn in den Garten Eden

Und Jehova Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren.
Elberfelder 1871 – Genesis 2,15

Da nahm der Ewige, Gott, den Menschen und versetzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu wahren..
Die Philippson-Bibel – 1.Mose 2:15

Und Jehovah Gott nahm den Menschen und setzte ihn nieder in dem Garten Eden, ihn zu bebauen (H. bedienen) und ihn zu hüten.
Tafelbibel – 1.Mose 2,15

Arbeit ist kein Fluch! – denn der Mensch wurde in den Garten gestellt um dort zu arbeiten!

Und Jahwe Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und zu bewahren. Allein um den Daseinszweck des Menschen zu beschreiben, wird noch einmal erwähnt, daß Gott seinen Menschen, den er irgendwo aus Staub heraus geschaffen hatte, im Garten Eden zur Ruhe kommen läßt. Das Verb »hineinsetzen« kann auch bedeuten »zur Ruhe bringen«, »beruhigen«.
Gott, der im Rhythmus von Arbeit und Ruhe die Welt erschaffen hat, schenkt seinem Menschen Ruhe und erklärt gleichzeitig die Arbeit als etwas, das zum Dasein des Menschen gehört.
Die Verben »bebauen« und »bewahren« umfassen jegliche Art menschlicher Arbeit. Arbeit gehört zum Menschsein, da der Lebensraum, den der Schöpfer seinem Geschöpf zugewiesen hat, diese Arbeit fordert. »Ein Leben ohne Arbeit wäre kein menschenwürdiges Dasein.« Der Garten Eden ist deshalb nicht zu vergleichen oder zu verwechseln mit den Paradiesvorstellungen anderer Religionen. Er ist kein Ort seligen Genießens, wie er etwa im Koran beschrieben wird. Arbeit gehört zur Bestimmung des Menschen von Anfang an.

Wuppertaler Studienbibel

Einige Alttestamentler haben behauptet, dass dieser Abschnitt von Genesis 2 ein zweiter Schöpfungsbericht ist, der von einem anderen Autor geschrieben wurde und dessen Botschaft im Widerspruch zu dem steht, was in Kapitel 1. Diese Theorie ist heute nicht mehr weit verbreitet; denn in diesen Versen erzählt Mose dieselbe Schöpfungsgeschichte, fügt aber Details hinzu, die wir kennen müssen, um die späteren Ereignisse zu verstehen. Mose 2,4 ist die erste von elf „Generations“-Aussagen, die den Fortgang der Geschichte markieren, die Mose im Buch Genesis geschrieben hat. (Siehe Kapitel 1, Abschnitt 1, Seite 13.)

Adam, der Arbeiter. Am dritten Tag (1,9-13) erzählte Mose, wie Gott die Vegetation hervorgebracht und einen „Nebel“ zum Bewässern der Pflanzen bereitgestellt hatte. Regen gibt es in der Genesis erst wieder zur Zeit der Sintflut. Es ist interessant, dass Gott jemanden brauchte, der die Erde bearbeitete und half, die benötigten Nahrungsmittel zu produzieren. Die Menschen sind Verwalter von Gottes Schöpfungssegen und sollten seine Gaben so nutzen, wie er es befiehlt. Gott und der Mensch arbeiten zusammen, denn Gott setzte Adam in den Garten, um seine Arbeit zu tun, den Boden zu bebauen und ihn zu pflegen (V. 15).

Ein Rentner, der in einer Stadt lebte, war es leid, bei seinem täglichen Spaziergang eine hässliche Brachfläche zu sehen, und bat den Eigentümer um die Erlaubnis, dort einen Garten anzulegen. Es dauerte Tage, den angesammelten Müll wegzuschaffen und noch mehr Zeit, den Boden vorzubereiten, aber der Mann arbeitete hart. Im nächsten Jahr erstrahlte das Grundstück in neuem Glanz, und jeder nahm Notiz davon.
„Gott hat Ihnen wirklich ein wunderschönes Stück Land geschenkt“, sagte ein Besucher, als er die Blumen und die Landschaftsgestaltung bewunderte.
„Ja, das hat er“, antwortete der fleißige Gärtner, „aber du hättest dieses Grundstück sehen sollen, als Gott es noch ganz allein hatte!“
Die Antwort war weise und keineswegs pietätlos. Derselbe Gott, der das Ziel – einen schönen Garten – bestimmt, bestimmt auch die Mittel zum Ziel – jemanden, der die Arbeit macht. Denn „Glaube ohne Werke ist tot“ (Jakobus 2,26), und kein noch so großes Gebet oder Bibelstudium kann einen Gärtner ersetzen, der den Boden umpflügt, den Samen sät, die Pflanzen gießt und das Unkraut zupft. „Denn wir sind Arbeiter mit Gott“ (1. Korinther 3,9).
Arbeit ist kein Fluch, sondern eine Gelegenheit, unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten zu nutzen, um mit Gott zusammenzuarbeiten und treue Verwalter seiner Schöpfung zu sein. Nachdem der Mensch gesündigt hatte, wurde die Arbeit zur Mühsal (Gen 3,17-19); aber das war nicht Gottes ursprüngliche Absicht. Wir alle haben unterschiedliche Fähigkeiten und Möglichkeiten, und wir müssen herausfinden, was wir nach Gottes Willen mit unserem Leben in dieser Welt tun sollen, zum Wohle anderer und zur Ehre Gottes. Eines Tages wollen wir in der Lage sein, vor Gott zu stehen und mit Jesus zu sagen: „Ich habe dich auf Erden verherrlicht. Ich habe das Werk vollendet, das du mir aufgetragen hast“ (Johannes 17,4, NKJV).
Adam, der Pächter. Gott pflanzte seinen Garten „im Osten von Eden“ (Gen 2,8). „Eden“ bedeutet entweder „Wonne“ oder „Ort mit viel Wasser“ und deutet darauf hin, dass dieser Garten ein Paradies aus Gottes Hand war. Die biblische Geschichte beginnt mit einem wunderschönen Garten, in dem der Mensch sündigte, aber sie endet mit einer herrlichen „Gartenstadt“ (Offb. 21-22), in der es keine Sünde mehr geben wird. Wie kam es zu dieser Veränderung? Ein dritter Garten, Gethsemane, in dem Jesus sich dem Willen des Vaters unterwarf und dann hinausging, um am Kreuz für die Sünden der Welt zu sterben.

Wir haben keine Informationen über den Fluss Pishon oder den Gihon; und obwohl uns der Tigris (Hiddekel) und der Euphrat vertraut sind, haben wir immer noch nicht genug Daten, um den genauen Ort des Gartens Eden zu bestimmen. Die Lage des Landes Havila ist ebenfalls ungewiss; einige verorten es in Armenien, andere in Mesopotamien. In der King James Version wird das Land Kusch als Äthiopien bezeichnet, aber diese Interpretation wird heute nicht allgemein akzeptiert. Glücklicherweise ist es nicht notwendig, die alte Geografie zu beherrschen, um die geistlichen Lektionen dieser frühen Kapitel der Genesis zu verstehen.
In diesem wunderschönen Garten sorgte Gott für Fülle und Schönheit; Adam und Eva hatten zu essen und konnten sich an Gottes schönem Werk erfreuen. Noch war die Sünde nicht in den Garten eingedrungen, so dass ihr Glück nicht getrübt war.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Mose 2,15 sagt uns: »Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.« Um es mit anderen Worten zu sagen: Adam war nicht einfach nur der Gärtner des Gartens, er sollte auch sein Beschützer sein. Als die böse Schlange sich dem Baum des Gerichts näherte, hätte Adam den Garten bewachen und der Schlange den Kopf zertreten sollen. Er hätte die Rebellion im Keim ersticken, nicht sich ihr anschließen sollen. Die Schlange war listig, aber nicht weise. Wäre sie weise gewesen, so hätte sie sich von dem Baum, der zeigt, dass Böses böse ist, ferngehalten. Stattdessen lenkte sie Evas Aufmerksamkeit, nachdem sie zu ihr gekrochen war, umgehend auf diesen Baum des Gerichts. Anstatt sich vom verbotenen Baum fernzuhalten, kam Eva ihm nahe, um ihn zu untersuchen. Sie konnte nichts am Baum ausmachen, was ihr gefährlich oder unappetitlich erschien. Seine Früchte sahen köstlich aus. Das Verbot ergab für sie keinen Sinn. So ist es vielen von uns schon ergangen. Es macht uns nichts aus, Gott zu gehorchen, solange seine Gebote für uns Sinn ergeben. Sobald wir aber den Schaden, das Problem mit dem, was Gott verboten hat, nicht sehen können und es uns stattdessen als erstrebenswert erscheint, fällt es uns leicht, zu tun, was wir wollen, und nach dem zu greifen, von dem wir glauben, dass wir es brauchen. Gott hatte den Baum als Prüfung in den Garten gepflanzt, die es Adam und Eva ermöglichen sollte, echten Glauben und Gehorsam zu beweisen. Als aber die Schlange kam, hegte sie ihre eigenen Absichten für den Baum. Sie machte ihn zu einer Falle und einer Versuchung und sich selbst zum Richter über Gottes Güte, Großzügigkeit und Integrität, indem sie zur Frau sprach: »Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?« (1 Mose 3,1).

Guthrie_- Besser als Eden: Wie die Geschichte der Bibel deine eigene verändert

Das ist der zweite Teil des Bundesschlusses von Eden. Der erste Teil in Kapitel 1 waren die ersten vier Auflagen; der zweite Teil des Bundes beinhaltet die übrigen drei Bestimmungen, woraus sich insgesamt sieben ergeben. Die fünfte Auflage ist in Vers 15 ihre Arbeit: sie sollten den Garten von Eden bebauen und bewahren. Der Hintergrund ist, dass Gott, der HERR, den Menschen nahm. Gott nahm ihn also von der Stelle (im Westen von Eden) weg, wo die Schöpfung stattgefunden hatte, und setzte ihn in den Garten von Eden. Die Wurzel für das hebräische Wort setzte lässt die Bedeutung »ruhen« mitschwingen. Das heißt: Der Garten war für Adam ein Ruheort – ganz, wie laut Psalm 95,11 das Verheißene Land für Israel ein Ruheort war. Für Adam war der Garten von Eden ein Land der Ruhe. Aus derselben Wurzel wird auch der Name »Noah« gebildet. Die Absicht war, ihn zu bebauen. Das hebräische Wort heißt »arbeiten« oder »dienen«; somit betont es die körperliche Aktivität. Das Wort wird auch für Arbeit im Dienste Gottes gebraucht. Die leibliche Arbeit war der geistliche Dienst für Gott; der Mensch war nicht da, um sich dienen zu lassen, sondern um ein Diener Gottes zu sein. Außerdem sollte der Mensch den Garten bewahren. Das hebräische Wort bedeutet »bewachen«. Dasselbe Wort wird in 1 Mose 3,24 gebraucht, wo die Cherubim den Auftrag erhalten, den Eingang zum Garten zu bewachen. Das Wort bedeutet auch »halten« im Sinne von »Gehorsam«: Den Garten durchs Bewachen zu erhalten, war ein Akt des Gehorsams. Die Betonung liegt hier darauf, dass der Mensch den Garten von Eden bewachen soll – nicht im Blick auf Feinde von außen, sondern vielmehr im Sinne des Einhaltens von Gottes Gebot. Die Bewahrung des Gartens war eine Gehorsamshandlung Gott gegenüber. Zu beachten ist, dass Arbeit ein Teil des vollkommenen Zustands war. Trotzdem war die Arbeit zu dieser Zeit leicht; das Land brachte ohne Schwierigkeiten Ertrag. Es war keine mühsame, schweißtreibende Arbeit

Arnold Fruchtenbaum – Das 1. Buch Mose


dass Gott alle Menschen vom Tod auferwecken wird

und die Hoffnung zu Gott habe, welche auch selbst diese annehmen, (O. erwarten) daß eine Auferstehung sein wird, sowohl der Gerechten als der Ungerechten
Elberfelder 1 – Apostelgeschichte 24,15

Weil ich auf Gott vertraue, habe ich auch die feste Hoffnung – eine Hoffnung, die ich mit meinen Anklägern teile –, dass alle Menschen vom Tod auferstehen werden, sowohl die, die sich nach Gottes Willen richten, als auch die, die sich gegen Gott auflehnen.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Apostelgeschichte 24:15

Wie meine Ankläger hier habe ich die Hoffnung, dass Gott alle Menschen vom Tod auferwecken wird – sowohl die Menschen, die nach seinem Willen gelebt haben, als auch die anderen, die nichts von ihm wissen wollten.
Hoffnung für Alle – Apostegeschichte 24,15

Und ich setze die gleiche Hoffnung auf Gott
wie diese Leute hier:
die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten.
Gott wird sowohl die Menschen auferwecken,
die seinen Willen tun,
als auch diejenigen,
die ihn ablehnen.
BasisBibel – Apostelgeschichte 24:15

Wie bei „Hans Jürgen“ und meiner Mutter jeweils geschrieben: auch ich glaube, wie Paulus dass ALLE Menschen auferweckt werden können! Aber für diejenigen die genau lesen – schaut! Paulus glaubt dass es ZWEI unterschiedliche Formen der Auferstehung gebe! Und zwar die „Gerechten“ und die „Ungerechten“! Paulus glaubt nicht an eine dritte Gruppe! Paulus glaubt nicht, dass es tausende Menschen geben würde, die in den Himmel kommen würden! Welch eine Enttäuschung werden die erleben, die wirklich daran glauben, dass „sie etwas besonders sind“, und deshalb im Himmel „mit Christus regieren werden“ – wenn sie „einfach nur“ auf der Erde, wie alle anderen, auferweckt werden!


Es wird eine Auferstehung der Toten geben, aller Menschen vom Beginn bis zum Ende der Zeit. Wir haben nicht nur ein anderes Leben zu leben, wenn unser jetziges Leben zu Ende geht, es wird auch eine andere Welt geben.
Es wird eine Auferstehung „sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten“ sein. Es wird eine Auferstehung derer sein, die Gutes getan haben, und unser Heiland hat uns gesagt, dass es für sie eine „Auferstehung des Lebens“ sein wird; es wird eine Auferstehung derer geben, die Böses getan haben, und er hat uns gesagt, dass es für sie eine Auferstehung zum Gericht sein wird (Joh 5,29; Dan 12,2). Dies beinhaltet, dass es eine Auferstehung zum letzten Gericht ist. Die Gerechten werden wegen ihrer Einheit mit Christus als ihrem Haupt auferstehen; die Ungerechten werden wegen der Herrschaft Christi über sie als ihrem Richter auferstehen.
Für die Auferstehung der Toten muss man sich auf Gott verlassen: „ ‚Ich habe die Hoffnung zu Gott‘, dass es eine Auferstehung geben wird.“ Sie wird durch die allmächtige Kraft Gottes bewirkt werden.
Die Auferstehung der Toten ist ein grundlegender Artikel unseres Glaubensbekenntnisses, wie es das auch in dem der jüdischen Gemeinde war. Sie war das, „auf die auch sie selbst warten“ (sie auch akzeptieren), doch sie wurde deutlicher durch das Evangelium offenbart.
Wir sollten Gott in jedem Aspekt unserer Religion mit dem Vertrauen dienen, dass es in ihm eine „Auferstehung der Toten geben wird“, und wir sollten darin unseren Lohn erwarten.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

In der Frage nach der Auferstehung der bösen Menschen waren die Pharisäer und auch die übrigen Juden, die an die Auferstehung der Gerechten glaubten, geteilter Meinung. Manche waren der Ansicht, die Bösen würden nur noch einmal zum Gericht auferweckt werden (entweder für eine zeitliche Folterstrafe, der dann die endgültige Vernichtung folgte, oder für die ewige Qual); andere glaubten nicht, dass sie überhaupt auferweckt würden. Die frühen Christen, die sich zu dieser Frage äußerten, gingen von der Auferstehung der Bösen zum Gericht aus ( Joh 5,29; Offb 20,5 ) – was denn auch die naheliegendste Deutung von Dan 12,2 ist.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

In Vers 15 wendet sich der Apostel dem eigentlichen Thema zu, indem er sagt, er habe die Hoffnung auf Gott, die auch diese selbst erwarten, dass es eine Auferstehung der Gerechten und Ungerechten geben wird. Die „Hoffnung“ ist hier die Hoffnung auf die Auferstehung, an die auch einige der bei der Anhörung Anwesenden glaubten. Paulus spricht offensichtlich von den Pharisäern, die unter ihnen waren. Die „Auferstehung der Gerechten“ ist die erste Auferstehung (Dan 12,2; Lk 14,14; Joh 5,29; Offb 20,4-6), und die „Auferstehung der Ungerechten“ wird die zweite Auferstehung sein (Joh 5,29; Offb 20,12-13).

Ariel’s Bibelkommentar: Apostelgeschichte

Sanftmut der Gerechtigkeit

Gürte dein Schwert um die Hüfte, du Held, deine Pracht und deine Majestät! Und in deiner Majestät ziehe (Eig fahre (d. h. auf dem Streitwagen)) glücklich hin um der Wahrheit willen (And : wegen des Wortes der Wahrheit) und der Sanftmut und der Gerechtigkeit; und Furchtbares wird dich lehren deine Rechte.
Elberfelder 1871 – Psalm 45,4–5

Gürte Dein Schwert auf Deine Hüfte, Du Held, in Deiner Majestät und Deiner Ehre.
Und in Deiner Ehre steig auf, fahre daher auf dem Wort der Wahrheit und der Sanftmut der Gerechtigkeit, und furchtbare Dinge wird Dir Deine Rechte weisen. Ps 72,4; Offb 6,2; 19,11.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Ps 45,4–5

Gürte dir dein Schwert auf deinen Schenkel, Mächtiger,
in deiner Lieblichkeit und deiner Schönheit,
und spanne (den Bogen) und sei erfolgreich (- sei erfolgreich: im Griech. Imp. Pass. Das unakzentuierte griech. Verb könnte auch als Imp. Akt. gedeutet werden, dann wäre zu übersetzen verleihe Glück; vgl. Ps 67,20. Man hätte hier also eine ähnliche Doppeldeutigkeit wie in V.3b; s. d. vorige Fn. Wegen des fehlenden Obj. ist diese Deutung jedoch weniger wahrscheinlich. -) und herrsche (als König)
um der Wahrheit und der Sanftmut und der Gerechtigkeit willen,
und deine Rechte wird dich (- dich: ORTH. L. mich; dies hat jedoch keinen Anhalt in der Textüberlieferung; eventuell handelt es sich um ein Versehen der Herausgeber des liturgischen Psalters. -) wunderbar führen.
Septuaginta Deutsch – Psalm 44,4–5

Gürte dein Schwert an [deine] Hüfte, o Mächtiger,
[Mit] deiner Würde und deiner Pracht.
Und in deiner Pracht zieh hin zum Erfolg;
Fahre einher in der Sache der Wahrheit und Demut [und] Gerechtigkeit,
Und deine Rechte wird dich in furchteinflößenden Dingen unterweisen.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Psalm 45:3–4

Das Wort der königlichen Huld, die mit einer salbungsvollen Rede nichts zu tun hat, wirkt also Krafttaten. Darum fordert der prophetische Dichter den König – den kommenden! – auf: Gürte dein Schwert. Er soll nicht blindlings dreinschlagen, weil er sich mit Majestät und Pracht der Sache der Wahrheit annehmen soll. Die Gerechtigkeit, die Gott meint, ist mit Sanftmut gepaart, denn das Ziel des Herrschers soll sein, daß »der König als Helfer aller Entrechteten und als Schützer des gemeinschaftstreuen Wesens« (Kraus) erscheint – ganz so, wie es etwa in Jes 11,2ff verheißen wird. So befremdlich es für modernes Empfinden sein mag: Die Herrschaft, die zum Frieden führt, kann nur mit Macht durchgesetzt werden. Die geschärften Pfeile auf der Bogensehne des Königs sprechen hier eine eindeutige Sprache. Darum müssen die Feinde des Königs fallen, wenn Gerechtigkeit im Sinne Gottes wirken soll. Nicht weil der Krieg als Institution abgeschafft wäre (Carl Friedrich von Weizsäcker), sondern weil besiegte Feinde keine Gewalttat mehr ausüben können, wird Friede sein. Daß wir hier eine die Gegenwart grundsätzlich überschreitende Prophetie vor uns haben, erkennt man auch an der Tatsache, daß kein israelitischer König zu seinen Regierungszeiten niemals den völligen Sieg über alle seine Feinde erlangt hat.

Wuppertaler Studienbibel

Wir leben in einer Zeit, in der die kämpferische Seite des christlichen Glaubens kritisiert und sogar eliminiert wird – eine Haltung, die sowohl unbiblisch als auch gefährlich ist. Seit 1. Mose 3,15 befindet sich Gott im Krieg mit Satan und der Sünde, denn das Lamm Gottes ist auch „der Löwe aus dem Stamm Juda“ (Offb. 5,5). Jesus litt und starb am Kreuz, nicht nur um Sünder zu retten, sondern auch um Satan zu besiegen (Kol 2,13-15), und eines Tages wird er als Krieger zurückkehren, seine Feinde besiegen und sein gerechtes Reich aufrichten (Offb 19,11ff). In der Tat wird seine rechte Hand „ungeheure Dinge“ vollbringen. Die Gemeinde Jesu Christi benutzt keine menschlichen Waffen, um seinen Willen zu erfüllen (Johannes 18:10-11, 36-37), sondern das Schwert des Geistes, das Wort Gottes (Hebr 4:12; Eph 6:17; siehe Offb 1:16 und 19:15). Jesus kämpft für die „Wahrheit und Sanftmut und Gerechtigkeit“ (V. 4NASB), und es ist schwer vorstellbar, dass sich jemand dieser Art von Krieg widersetzen will. Wenn Gottes Volk seine Liebe weitergibt, anderen dient und das Wort Gottes verkündet, führt es einen „Krieg des Friedens“ und versucht, Männer und Frauen mit Gott zu versöhnen (2. Korinther 5,14-21). Der Vater hat versprochen, seinem Sohn die Völker der Erde zum Erbe zu geben (2,8-9), und er wird dieses Versprechen halten.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Der König ist auch ein »Held«, gibbôr. Mit diesem Wort wird »der König der Herrlichkeit, Jahwe, ein Held im Kampf« auch in Psalm 24 angesprochen. Auf diese Anrede des Messias greift Jesaja in seiner großartigen Weissagung vom kommenden König zurück; denn dieser wird heißen ᵓêl gibbôr, »starker Gott« (Jes 9,5; siehe auch Jes 42,13), oder »Gott-Held« (Luther). Der König unseres Liedes ist der HERR und Gott Israels, den bereits Mose als einen Kriegsmann besingt (2Mo 15,4). Er soll sein Schwert und seine Pracht als Krieger um seine Hüften gürten. Und das zeigt eine weitere wunderbare Wahrheit über Gott: Er ist nicht ein passiver Gott; er ist nicht der deus otiosus (der untätige Gott) der Philosophen; er ist nicht ein statisches Prinzip; er ist auch nicht ein herzloser Tyrann, wie der Beduinengott Allah. Nein, er ist der Gott der Liebe, er ist der Gott der Gnade, er ist der lebendige Gott, der Rettung wirkende und in die Geschicke unserer armen Erde eingreifende Gott. Von ihm sagt deshalb David, dass er »den Himmel neigt und herabfährt« (Ps 18,10), dass er »einherfährt durch die Steppen« (Ps 68,5), dass er seinen Arm ausstreckt und den Versinkenden aus dem Wasser reißt (Ps 18,17; vgl. Mt 14,31) Und weil die Söhne Korahs ihren Gott kennen, rufen sie zu ihm: »Sei siegreich, zieh aus!«
Das deutsche »sei siegreich« steht für den hebräischen Imperativ ṣəlaḥ, eigentlich: »sei erfolgreich«, »setze dich durch«, wie in Psalm 1,3; oder noch etwas dramatischer: »dringe durch« (Buber). Gemeint ist wohl, dass der Held den Elenden Recht schaffen und der König die Armen in Gerechtigkeit richten wird (Ps 72,2; Jes 11,4).
»zieh aus!«: rəkab. Das bedeutet eigentlich »fahre aus auf dem Kriegswagen« (wie in 2Kö 9,16).
Nachdem der Dichter zuerst von der Schönheit des Königs gesprochen hat (V. 3), spricht er als Zweites in seinen knapp und klar gezeichneten Versen über die unwiderstehliche Macht des Königs. Wir können seine Reihenfolge die historische und die logische nennen; historisch in zweierlei Weise. Der Herr kam zuerst in Niedrigkeit; er kam um zu retten, nicht um zu richten. Damals konnten die Menschen an ihm die Lieblichkeit seiner Worte und Taten hören und sehen. Er kommt aber auch zu uns persönlich so. Wir sind von unserer Sünde überführt worden und zittern vor Gott; da führt uns der Heilige Geist zur Erkenntnis des Menschen Jesus, der für uns zum Knecht und zum Lamm wurde. Die Lieblichkeit seiner Worte haben uns ganz überwältigt und gefesselt. Später erkennen wir in ihm auch den Richter. Das ist auch die logische Reihenfolge; denn wäre er sofort als Herrscher und Richter gekommen, wäre kein Mensch am Leben geblieben und wären keine von Dank und Bewunderung übergehenden Herzen da, aus denen Worte des Dankes und der Bewunderung fließen könnten.
Wenn er als »Held« gegen alle Feinde in den Krieg zieht, dann ist er nicht nur mit dem »Schwert«, sondern auch mit »Pracht und Hoheit« angetan. Dann werden die Menschen erkennen, dass der sanftmütige Jesus »ein Kriegsmann« ist, »Jahwe ist ein Name« (2Mo 15,3). Seine »Wahrheit« und sein »Recht« fordern es; Gottes Wahrheit und Gerechtigkeit müssen Genüge geschehen. Wenn er kommt, um für die Sanftmütigen zu streiten, wird er der »Sanftmut«, ᶜanwâh, zum Recht verhelfen. Dann werden die Menschen verstehen, dass seine eigene Sanftmut (Mt 11,28–29) der tiefste Grund für seinen gerechten Zorn ist. Er wurde zum Lamm wegen der Sünde der Menschen, und die Sünder haben ihn genau deshalb für nichts geachtet. Ebenso haben sie nachher alle Sanftmütigen, alle, die in dieser Welt den Fußstapfen ihres Meisters folgten, für nichts geachtet (siehe Ps 10,2; 35,20; 37,14). Furchtbar wird es sein, wenn sie sich »vor dem Zorn des Lammes« ducken und zu verkriechen suchen (Offb 6,16–17). Sein Schwert ist sein Wort (Hebr 4,12). Seine Worte waren einst in Gnade gewesen; diese Worte werden nun alle richten, die sie verworfen haben (Joh 12,48).
»Furchtbares« wird offenbar, wenn der Sohn des Menschen auszieht, um Gericht zu halten. »Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen« (Hebr 10,31). Johannes, der dem Herrn während dessen Erdenleben besonders nahegestanden war, sah den Sohn des Menschen in seiner Macht und Heiligkeit. So furchtbar war der Anblick, dass der Jünger, den Jesus liebte, zu Boden fiel wie tot (Offb 1).

Benedikt Peters – Kommentar zu den Psalmen

Wer gibt die Richtung vor?

Ich ermahne (O. bitte) euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle dasselbe redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern daß ihr in demselben Sinne und in derselben Meinung völlig zusammengefügt (Eig vollbereitet) seiet.
Elberfelder 1871 – 1.Korinther 1,10

Ich rufe euch aber auf, Brüder, durch den Namen (- kraft des Namens; o.: bei dem Namen -) unseres Herrn, Jesu Christi, dass (- damit; mit dem Ziel, dass – ) ihr alle dasselbe sagt und nicht Spaltungen unter euch seien, ihr aber zurechtgebracht sein mögt in demselben Sinn [des Denkens] und in derselben Auffassung,
Jantzen & Jettel 2017 – Das Neue Testament – 1.Korinther 1:10

Geschwister, im Namen von Jesus Christus, unserem Herrn, fordere ich euch alle auf, eins zu sein. Redet so, dass eure Worte euch nicht gegeneinander aufbringen (- wörtlich: fordere ich euch auf, alle dasselbe zu sagen -), und lasst es nicht zu Spaltungen unter euch kommen (- Od und duldet keine Spaltungen unter euch -). Seid vielmehr ganz auf dasselbe Ziel ausgerichtet und haltet in völliger Übereinstimmung zusammen. (- Seid vielmehr in derselben Gesinnung und in derselben Überzeugung völlig verbunden (aü Lasst euch vielmehr durch dieselbe Gesinnung und durch dieselbe Überzeugung zurechtbringen/vollenden). -)
Neue Genfer Übersetzung – 2013 – 1.Korinther 1,10

Wenn Christen hinter sich Anhänger scharen wollen, und das „selber studieren der ibe“ verhindern wollen, wird oft dieser Vers genommen. Einen weiteren Vers hatte ich ja schon besprochen: „Drängt anderen nicht persönliche Meinungen oder willkürliche Regeln auf“

Doch was wollte Paulus den Korinthern wirklich sagen? Wollte Paulus, dass die Korinther nur noch das sagten, was die Jerusalemer Apostel beschlossen hätten? Wie kommt es dann, dass der reisende Paulus einfach so viele Briefe schrieb, und zwar OHNE das mit Jerusalem abgesprochen zu haben?

1,10–12 Von Streit unter euch (vgl. 3,3) hat Paulus durch die Leute der Chloë erfahren. Das sind vmtl. christl. Sklaven, die im Dienste ihrer aus Korinth oder Ephe sus stammenden Herrin namens Chloë standen. Ob diese Frau selbst auch Christin war, ist unbekannt. Die Leute berichteten Paulus über rivalisierende Gruppen (Spaltungen), die sich versch. Autoritäten verbunden fühlten. Diese sind außer Paulus selbst der gebildete alexandrinische Judenchrist Apollos, der neben Paulus in Korinth missionierte (vgl. 3,5–9; 16,12; Apg 18,24–28), und Kephas (also → Petrus), von dem aber nicht sicher ist, ob er selbst auch in Korinth gewirkt hat (in 3,4–9 fehlt die Erwähnung des Petrus). Die vierte, die »Christus partei«, ist entweder eine eigenständige, neben den anderen wirkende Gruppe, die Christus als ihren Lehrer verehrt hat; oder Paulus ergänzt ironisierend die Parole ich gehöre zu Christus, um die richtige Alternative ggü. den anderen Positionen aufzuzeigen (vgl. 3,22–23).

Stuttgarter Erklärungsbibel

In Korinth haben sich in der Gemeinde Gruppen gebildet, die sich auf wichtige Persönlichkeiten berufen. Neben Paulus sind dies Apollos, ein Judenchrist aus Alexandria, der in Korinth gewirkt hat (vgl. 3:6; Apg 18:27), und Kephas, d.h. →Petrus, von dem wir aber nicht sicher wissen, ob er selbst in Korinth war. Die entsprechenden Schlagworte scheinen ohne Zutun dieser Männer aufgekommen zu sein. Schwierig einzuordnen ist die vierte Parole: »Ich gehöre zu Christus«. Sollte sie tatsächlich von einer Gruppe für sich beansprucht worden sein, so wäre sie für Paulus aufgrund ihres exklusiven, ausgrenzenden Charakters problematisch. Vielleicht hat auch der Apostel selbst die Parole eingeführt, um damit die Absurdität jeder Gruppenbildung, die sich auf menschliche Autoritäten beruft, vor Augen zu führen. – Die Leute der Chloë sind Angehörige des Haushalts (d.h. wohl Sklaven) einer wohlhabenden Frau aus Korinth (oder Ephesus). Ob sie selbst Christin war, wissen wir nicht.

Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel

Jesus hatte vor seiner Verhaftung und Kreuzigung für die Einheit seiner Anhänger gebetet, und auch Paulus appellierte häufig an das Volk Gottes, dass sie „eins seien“ (Johannes 17:11, 22).

Die Charles F. Stanley Lebensprinzipien Bibel

Paulus verwendet drei Wörter mit einem politischen Beigeschmack – einverstanden, geteilt und vereint (10). Einverstanden bedeutet „dasselbe sagen“ und findet sich auf dem Grabstein eines Ehepaars aus dem ersten Jahrhundert, was auf eine harmonische Zusammenarbeit hinweist. Paulus war sehr an Harmonie interessiert – nicht an Einigkeit.

.NIV Bible Speaks Today

liebe Brüder und Schwestern (wörtlich Brüder; auch in 1:11, 26): Paulus verwendet diesen allgemeinen, traditionellen Begriff der Zuneigung, um alle Gläubigen anzusprechen, nicht nur die Männer. – Ich appelliere an euch: Paulus motiviert sie durch die Autorität unseres Herrn Jesus Christus, nicht durch seine eigene Autorität. – Autorität (wörtlich: Name): Im jüdischen Denken war der Name einer Person gleichbedeutend mit ihrer Autorität und ihrem Ansehen. – Es soll keine Spaltungen geben: Sein Wunsch war nicht nur, dass sie Spaltungen vermeiden, sondern dass sie so mit dem Geist Christi erfüllt werden, dass sie einmütig sind, vereint in Gedanken und Zielen (vgl. Phil 2,2).

Neue Lebendige Übersetzung Studienbibel

Ab Vers 10 beginnt Paulus mit der Zurechtbringung der Korinther. Die neue Einheit wird mit δὲ („nun“) gekennzeichnet. Der erste Punkt sind Spaltungen, die er bekämpfen muss. Παρακαλῶ (“ich ermahne“) ist in Anbetracht des nächsten Verses dazu gebraucht, einen negativen Umstand abzustellen und somit weniger im Charakter einer Ermunterung gedacht. Um den Übergang von der Einleitung zu diesem Abschnitt zu markieren gebraucht er δὲ („nun“), das keinen Gegensatz („aber“), sondern einen Übergang von einem Abschnitt zum nächsten kennzeichnet. Mit der Angabe διὰ τοῦ ὀνόματος τοῦ κυρίου ἡμῶν Ἰησοῦ χριστοῦ („durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus)“ unterstreicht er die Dringlichkeit unter Berufung auf die Autorität des Herrn Jesus, der die Einheit geschaffen hat, die es aufrechtzuerhalten gilt. Mit ἵνα (“dass“) wird das Angemahnte eingeleitet, d.h. das, was Paulus genau meint, wenn er sie korrigieren muss. Dabei gebraucht er einen antithetischen Parallelismus und stellt erst die positive Seite dar, indem er auffordert, dass die Brüder dasselbe reden und miteinander übereinstimmen, d.h. eines Sinnes sind, dann dieselbe Sache als Verbot des Gegenteils, indem er Spaltungen unter den Brüdern verbietet, d.h. es gilt, eine einzige auf der Grundlage der Schrift gegründete Auffassung zu haben. Dazu stellt er das vor, was wünschenswert ist, nämlich, das Zusammenstehen in Einheit. Mit ἦτε κατηρτισμένοι („ihr seid zusammengefügt“ i.S.v.: „ihr steht zusammen“) benutzt Paulus eine Umschreibung, um den resultativen Charakter des Perfekts deutlicher herauszustellen, d.h. wenn man zusammensteht in einer Gesinnung und Überzeugung, hat dies nachhaltige Konsequenzen, die es aufrechtzuerhalten

Peter Streitenberger

Paulus spricht hier zu Brüdern, nicht etwa zu Feinden, und er beruft sich dabei auf die höchste Autorität, auf den Namen des Herrn Jesus Christus. Dies ist das zehnte Mal in den ersten zehn Versen des Briefes, daß Paulus sich auf Christus bezieht; er läßt also keinen Zweifel daran, daß der, an den er, Paulus, glaubt, der Ursprung und Mittelpunkt der Einheit in Korinth sein soll. Der Apostel verlangt von den Korinthern nicht, daß sie ihre unterschiedlichen Ansichten aufgeben, sondern er fordert sie zur Eintracht auf. Es ist sein Wunsch, daß die verschiedenen Parteien sich zusammenfinden und – so wie eine Decke trotz unterschiedlicher Farben und Muster dennoch ein harmonisches Ganzes darstellt – eine Einheit bilden.

Walvoord Bibelkommentar

Gott ist Liebe – II

Ihr Lieben, lasst uns einander in Liebe begegnen, denn die Liebe hat ihren Ursprung in Gott. Und jeder, der in der Liebe lebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott wirklich. ° Wer aber nicht in der Liebe lebt, der kennt Gott nicht, denn Gott ist die Liebe.
Roland Werner – Das Buch – 1.Johannes 4,7–8

Meine Lieben! Wir wollen einander mit Liebe begegnen; denn die Liebe ist göttlichen Ursprungs, und jeder, der Gott hebt, ist ein Kind Gottes und besitzt den wahren Gottesbegriff. 8 Wem die Liebe fehlt, hat keine Ahnung von dem Wesen Gottes; denn Gott ist Liebe.
Johannes Greber – 1936 – 1.Johannes 4:7–8

Ergänzungen zu einem Beitrag von 2022

Dass Gott die Liebe ist (V. 8; vgl. V. 16), wird in V. 9–10 damit begründet, dass er seinen → eingeborenen Sohn zur → Versöhnung (andere Übers. »zur → Sühne«) für die Sünden in die Welt gesandt hat (→ 2,2). In dieser Sendung zeigt sich, was in Wahrheit Liebe ist. Deshalb kann die Aussage auch nicht umgedreht werden: Nicht, was die Menschen Liebe nennen, ist Gott.

Wort kennzeichnet der Pfeil wiederkehrende Begriffe und Sachverhalte (wie Bund, Kanaan, Wunder), die in den Sach- und Worterklärungen im Anhang erläutert werden.

Übers. Übersetzung

Stuttgarter Erklärungsbibel:

Lasst uns einander lieb haben, vgl. 1Joh 3,11. Die Liebe unter den Mitgliedern der Gemeinde partizipiert an der Liebe Gottes, die erschienen ist, als Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt […] zur Versöhnung (vgl. Anm. zu 2,2).

Das Neue Testament – jüdisch erklärt

Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.
In das Bild Christi verwandelt zu werden – Gottes höchstes Ziel für uns – bedeutet, dass wir seinen liebevollen Charakter in unserem Verhalten und unserer Einstellung immer mehr widerspiegeln. Wenn wir also nicht liebevoller werden, haben wir irgendwo eine falsche Richtung eingeschlagen.

Die Charles F. Stanley Lebensprinzipien Bibel

Gott ist Liebe (8) ist eine der tiefgründigsten Aussagen der ganzen Bibel. Gott liebt in seinem eigenen Wesen, weil es seine Natur ist, zu lieben. Er ist ebenso die Quelle der Liebe wie die Quelle allen wahren Lichts (1,5). Gottes Liebe zeigt sich im Kreuz Christi (9-10). Die Quelle der Liebe liegt in Gott; sie manifestiert sich in der Person und dem Werk des Herrn Jesus Christus; ihr Ziel ist der Segen einer Vielzahl von Leben, die durch den Tod seines Sohnes mit Gott in Einklang gebracht werden. Die Liebe findet die Mittel, mit denen der gerechte und gerechte Zorn befriedigt und so abgewandt werden kann, damit Vergebung angeboten und Versöhnung erreicht werden kann.
Aber das ist noch nicht alles, denn der kostbare, einzige Sohn wurde als Sühneopfer für unsere Sünden gesandt (10; vgl. 2,2). Die Liebe findet das Mittel, mit dem der gerechte und gerechte Zorn befriedigt und so abgewandt werden kann, damit Vergebung angeboten und Versöhnung erreicht werden kann. Der einzige Weg war für den, der liebt, mit unendlichen Kosten verbunden. Es hilft unserem Verständnis nicht weiter, wenn wir so tun, als ob ein liebender Gott kein Sühneopfer verlangen würde, weil er die Sünde nicht bestrafen würde. Das würde die Wahrheit, dass Gott Licht ist, zerstören und jede Grundlage der Moral beseitigen.

NIV Bible Speaks Today

4:7 wer liebt, ist aus Gott geboren und kennt Gott. Das schließt die Notwendigkeit eines treuen Bekenntnisses zu Christus (2,23; 4,2) und ethischer Integrität (3,16) nicht aus. Aber die Liebe vervollständigt das Bild eines Lebens in Gemeinschaft mit Gott. Die Liebe wird hier als Folge und nicht als Vorbedingung für die Geburt aus Gott dargestellt. Ungläubige können andere bis zu einem gewissen Grad lieben, aber nicht in der Weise, wie Gottes innewohnende Gegenwart Christen zur Liebe befähigt (vgl. 4,8-11).

4:8 kennt Gott nicht, denn Gott ist Liebe. Der Mensch, dem es an Liebe mangelt, zeigt sich durch die Botschaft des Evangeliums im Kern seines Wesens unverändert. Johannes sagt weder, dass Gott nur Liebe ist (er hat zahlreiche andere Eigenschaften), noch dass die Liebe Gott ist (eine Aussage, für die es keine biblische Unterstützung gibt). „Gott ist Liebe“ bedeutet, dass Gott sich ständig für andere einsetzt und ihr Wohlergehen anstrebt. Die ewige Liebe zwischen den Personen der Dreifaltigkeit bestand schon vor der Erschaffung der Welt (Johannes 17:24), und Gottes Liebe ist die ultimative Quelle jeder Liebe, die Christen zeigen können (1. Johannes 4:11, 12, 19).

Die ESV Studienbibel

Gott begleitet sein Geschöpf. Das bedeutet , daß er die selbständige Wirklichkeit und so auch das selbständige Wirken seines Geschöpfes als solches bejaht, gutheißt, anerkennt und respektiert. Er handelt nicht als Tyrann an ihm. Er will nicht allein wirken, wie er ja als Schöpfer nicht allein sein wollte, wie er es als Erhalter des Geschöpfes fort und fort bestätigt: er will nicht allein bleiben. Neben ihm ist Raum für sein Geschöpf. Und neben seinem Wirken ist Raum für das seines Geschöpfes. Wir wagen den gefährlichen Satz, wir müssen ihn wagen: er wirkt mit ihm zusammen. Will sagen: indem er selbst wirkt, erlaubt er es auch seinem Geschöpf, zu wirken. Indem er in seiner Freiheit tätig ist, darf es das Geschöpf auch in der seinigen sein. Gott kann es sich leisten, ihm das zu gewähren. Es ist ja sein Geschöpf. Und auch die Freiheit, in der es tätig ist, hat Er ihm ja gegeben. Und indem er als sein Herr es begleitet in dem Gebrauch, den es von seiner Freiheit macht, ist dafür gesorgt, daß Gottes Freiheit nicht nur nicht behindert werden, sondern triumphieren wird. Der Begriff «begleiten» ist darum besonders gut, weil er diese von Gott dem Geschöpf gegebene und gelassene Freiheit in sich schließt. Auch Gott ist nicht allein auf dem Wege. Aber auch hier muß die materiale Betrachtung entscheidend sein: Der Herr, der sein Geschöpf begleitet, ist der Herr des Gnadenbundes.

Karl Barth – Die Kirchliche Dogmatik: 17: III.3 § 48–49: Der Schöpfer und Sein Geschöpf

wo kein Holz …

Wo es an Holz fehlt, erlischt das Feuer; und wo kein Ohrenbläser ist, hört der Zank auf.
Kohle zur Glut und Holz zum Feuer, und ein zänkischer Mann zum Schüren des Streites.
Elberfelder 1871 – Sprüche 26,20–21

Wo das Holz zu Ende geht, erlischt das Feuer,
und ohne Verleumder verstummt der Zank.
Schwarzkohle zur Glut, und Hölzer zum Feuer –
und einen zänkischen Mann zum Schüren des Streits.
Jantzen & Jettel – Sprüche 26:20–21

Feuer erlischt, wenn es kein Holz mehr gibt, und Streit legt sich von selbst, wenn der Klatsch aufhört.
Ein streitsüchtiger Mensch fängt ebenso leicht Streit an, wie Kohle die Glut entfacht oder Holz das Feuer.
Neues Leben Bibel 2014 – Sprüche 26,20–21

Ach ja, mit dem erzählen von Geschichten – kann man die beste Familie auseinanderbringen. Eine furchtbare Angewohnheit von einigen Menschen! Aber schauen wir in die Bibel, so sehen wir, dass die erste Lüge im Garten Eden begann – und dass Lüge immer mit 95 % oder mehr Wahrheit „garniert“ wird.
Auf der anderen Seite denke ich an religiöse Bücher, in denen einfach behauptet wird, was andere glauben, um diese in ein schlechtes Licht zu bringen. So hat der Leser dieser „Wahrheitsliteratur“ den Eindruck, dass „alle Katholiken“ oder „alle Evangelikale“ usw dies oder jenes glauben würden – aber in Wirklichkeit wird nur die Meiung eines einzelnen Mitglieds zitiert. Hast du die Zeit und Mühe diese „Fakten“ nachzuprüfen? Oder glaubst du allem was man dir vorsetzt?

Die Begriffe Feuer und Zank verbinden diese beiden Verse miteinander. Ein Zank geht ohne Klatsch zu Ende (vgl. Sprüche 11,13;16,28;18,8;20,19;26,22 ), wie ein Feuer ausgeht, wenn es keine Nahrung mehr bekommt (V. 20 ). Umgekehrt trägt der Zank zum Streit (vgl. Sprüche 17,1;18,6;20,3;22,10;23,29;30,33 ) bei, wie Holzkohle und Holz ein Feuer entfachen.

Walvoord Bibelkommentar

Was »das Holz« zum Feuer ist, das ist der Verleumder zum Streit. Schiebt man kein Holz mehr nach, erlischt das Feuer; verstummt der »Ohrenbläser«, nirgân (wie in 16,28; 18,8; 26,22), »ruht«, šâtaq (nur noch in Ps 107,30; Jon 1,11.12), »der Zank«. Der Zuträger entspricht dem betrügenden Mann von Vers 19. Er macht vor den Leuten, denen er schaden will, ein freundliches Gesicht, er sei ein Mann des Friedens, während er unablässig dem Feuer des Unfriedens unter Brüdern neue Nahrung nachreicht und so den Krieg am Leben erhält.
»Kohle«, pæḥam (nur noch in Jes 44,12; 54,16 für Kohlenfeuer), und »Glut«, gæḥalîm, »glühende Kohlen« (wie u. a. in 6,28; 25,22; Ps 18,9; 120,4), nähren das Feuer. Fügt man noch schwarze Kohle zur glühenden Kohle hinzu, brennt das Feuer weiter, und so hält ein »zänkischer Mann« jeden Streit am Leben.

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

Zank und Feuer werden verglichen. Sie ähneln sich so sehr, daß die gleichen Tätigkeitswörter für beide Bereiche gebraucht werden. Auch der Streit wird entzündet oder entfacht (V. 21). Er wird geschürt oder angeheizt wie das Feuer, und er erlischt wie das Feuer. Vielleicht ist sogar die Bedeutung des Wassers für das Löschen im Spruch enthalten, denn das Wort für ruht bezeichnet in Ps 107,30 das Auslaufen der Wogen. Die Bedeutung, die das Brennholz für das Feuer hat, hat der Ohrenbläser (16,28) für den Streit. Wer den Zank beenden will, braucht nur den Ohrenbläser außer Reichweite zu schaffen. Wer den Frieden liebt, lasse sich gar nicht mit ihm ein. Vor allem achte der Weise darauf, daß nicht er selber durch das Kolportieren gefährlicher Äußerungen zum Streit beiträgt.

Wuppertaler Studienbibel

Jehovas Wort warnt wiederholt vor dem Schwatzen. Schwätzer mischen sich in fremde Angelegenheiten ein, und sie neigen dazu, sich um die Geschäfte anderer zu kümmern, während sie ihre eigenen vernachlässigen. Christen werden wie folgt ermahnt: „Gewisse unter euch wandeln unordentlich, indem sie überhaupt nicht arbeiten, sondern sich in das einmischen, was sie nichts angeht.“ Wenn wir leiden, so sollte es wegen der Bewahrung der christlichen Lauterkeit sein und nicht, weil wir uns in fremde Angelegenheiten einmischen: „Möge niemand von euch leiden als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als einer, der sich in Dinge anderer Leute einmischt. Doch wenn er als Christ leidet, so schäme er sich nicht.“ Statt sich lärmend in die Angelegenheiten anderer einzumischen, solltet ihr „danach trachten, ruhig zu leben, und euch um die eigenen Geschäfte zu kümmern“. „Jeder Narr wird sich in Dinge einmischen“, sagt uns die Bibel. Warum sich also als Narr ausweisen? — 2 Thessalonicher 3:11; 1 Petrus 4:15, 16; 1 Thessalonicher 4:11, NW; Sprüche 20:3, KJ.
Schwätzer, die sich in fremde Sachen einmischen, bereiten Schwierigkeiten. Sie schwatzen über die Angelegenheiten anderer, färben die Sache und übertreiben sie, stellen sie falsch dar, verdrehen sie und häufen ihre aufreizenden Ohrenbläsereien auf: „Wo es an Holz fehlt, erlischt das Feuer; und wo kein Ohrenbläser ist, hört der Zank auf. Kohle zur Glut und Holz zum Feuer, und ein zänkischer Mann zum Schüren des Streites. Die Worte des Ohrenbläsers sind wie Leckerbissen, und sie dringen hinab in das Innerste des Leibes.“ Statt die Worte der Person laut ins Gesicht zu sagen, werden sie hinter ihrem Rücken geflüstert, und die Verleumdung wird gierig verschlungen von Ohren, die es nach Geschwätz gelüstet. Dieses Geflüster hinterläßt nicht bloß einen oberflächlichen Eindruck, sondern sinkt tief ein und wird gründlich gekaut und verdaut. „Der Freund liebt zu aller Zeit, und als Bruder für die Drangsal wird er geboren“, aber der Flüsterer, der Ohrenbläser ist kein Freund. Gerade wenn jemand Freunde und Brüder am meisten braucht, wenn er sich in Schwierigkeiten befindet und gegen Widerwärtigkeiten zu kämpfen hat, schlägt der Flüsterer am empfindlichsten zu, um den Leidenden seiner Freunde zu berauben: „Ein Ohrenbläser entzweit Vertraute [vertraute Freunde, Me].“ „Wer aber eine Sache immer wieder anregt, entzweit Vertraute.“ — Sprüche 26:20-22; 17:17; 16:28; 17:9.
„Wer Verleumdung ausbringt, ist ein Tor.“ Meistens ist Geschwätz verleumderisch. Selbst das Wahre, das einst noch daran war, wird bald aufgebauscht, bis das meiste des Erzählten aus Lügen besteht. Freunde fangen an, den Verleumdeten zu meiden, und Jehovas Haß kommt über den Schwätzer, der „Zwietracht ausstreut zwischen Brüdern“ in der Versammlung. Verleumdung ist eine der Sünden, von denen vorausgesagt wurde, daß sie in den letzten Tagen überhandnehmen werden und wodurch diese alte Welt Zerstörung verdient. Deshalb sollten Christen besonders „Heuchelei und Neid und allerlei übles Nachreden“ meiden. (Sprüche 10:18; 6:19; 1 Petrus 2:1, NW; 2 Timotheus 3:3) Oft ist Schwatzen nicht böse gemeint, und es besteht nicht die Absicht, Schaden anzurichten, aber dessenungeachtet entsteht Schaden. Wenn ein Mensch auch zufällig getötet wird, so ist er genauso tot, wie wenn es absichtlich getan worden wäre. Wenn jemand Lügen verbreitet, in dem Gedanken, es seien Wahrheiten, sind es dennoch Lügen, und so macht er sich des Lügens schuldig. Der Betreffende mag versuchen, die Schuld von sich auf einen anderen abzuwälzen, indem er sagt, dieser habe ihm die Sache erzählt. Wohlan, er log. Aber wenn du die Geschichte wiederholt hast, hast du auch gelogen. Gemäß den Gesetzen über Verleumdung wird jemand schuldig, wenn er eine Lüge in gedruckter Form wiederholt, ungeachtet, wer sie erfunden oder wen er zitiert hat. Schließlich verhält es sich ja so: wenn nur der Urheber eines Gerüchts es äußerte, würde es nie sehr weit gelangen und nicht viel Schaden anrichten. Macht Jehova heute nicht jene verantwortlich, welche die religiösen Lügen wiederholen, die vor vielen Jahrhunderten erfunden worden sind? Er zieht auch die Schwätzer zur Rechenschaft, die entweder Lügen erfinden oder ausbreiten.
Wenn jemand unwissend Lügen verbreitet, ist er wohl nicht so tadelnswert wie der wissentliche Lügner, aber er ist auch nicht schuldlos. Wenn es ihm wirklich leid tut, wird er in der Zukunft bestimmt vorsichtig sein, was das Nachsagen von Dingen betrifft. Diese Vorsicht jedoch ist kein Merkmal derer, die das Schwatzen lieben. U

Wachtturm – 15.Oktober 1955

Ein Richter spricht ein paar Worte und ein schuldiger Gefangener wird in eine Zelle in der Todeszelle gebracht. Ein Klatschmaul tätigt einen Telefonanruf und ein Ruf wird beschädigt oder vielleicht ruiniert. Ein zynischer Professor macht eine abfällige Bemerkung in einer Vorlesung und der Glaube eines Studenten wird zerstört.

Unterschätzen Sie niemals die Macht der Worte. Für jedes Wort in Hitlers Buch Mein Kampf starben 125 Menschen im Zweiten Weltkrieg. Salomo hatte Recht: „Tod und Leben stehen in der Macht der Zunge“ (Spr 18,21). Kein Wunder, dass Jakobus die Zunge mit einem zerstörerischen Feuer, einem gefährlichen Tier und einem tödlichen Gift vergleicht (Jakobus 3,5-8). Beim Reden geht es um Leben und Tod.

Wenn man zusammenfasst, was die Sprüche über die menschliche Sprache lehren, kommt man zu vier wichtigen Aussagen: (1) Sprache ist ein großartiges Geschenk Gottes; (2) Sprache kann dazu benutzt werden, Gutes zu tun; (3) Sprache kann dazu benutzt werden, Böses zu tun; und (4) nur Gott kann uns helfen, Sprache zum Guten zu benutzen.

Sprache ist ein großartiges Geschenk von Gott

Der erste vollständige Satz unserer älteren Tochter war: „Wohin geht Daddy?“ Wenn man bedenkt, wie voll mein Terminkalender in jenen Tagen war, war das eine angemessene Frage, die sie stellen konnte. Aber wer hat Carolyn beigebracht, diese Worte zu verstehen und zu sprechen? Und wer hat ihr erklärt, wie man einen Satz zusammensetzt, der eine Frage stellt?
„Die Fähigkeit [zu sprechen] ist so selbstverständlich, dass wir zu vergessen scheinen, was für ein Wunder sie ist“, schreibt Professor Steven Pinker. „Sprache ist kein kulturelles Artefakt, das wir lernen, so wie wir lernen, die Zeit abzulesen oder wie die Bundesregierung funktioniert. Stattdessen ist sie ein unverwechselbarer Teil der biologischen Ausstattung unseres Gehirns. Christliche Gläubige würden sagen, dass Gott, als er unsere ersten Eltern schuf, ihnen die Fähigkeit gab, zu sprechen und Worte zu verstehen. Als Ebenbild eines kommunizierenden Gottes haben die Menschen die wunderbare Gabe der Sprache. „Die Antwort der Zunge kommt vom Herrn“ (16,1).
Gott sprach zu Adam und gab ihm Anweisungen über das Leben im Garten, die er später mit Eva teilte; beide verstanden, was Gott ihnen sagte (Gen 2,15-17; 3,2-3). Adam konnte die Tiere benennen (2,18-20) und seiner Braut einen beschreibenden Namen geben (V. 22-24). Satan benutzte Worte, um Adam und Eva zu täuschen (3,1-5), und Eva muss Worte benutzt haben, um ihren Mann zum Essen zu überreden (V. 6). Der Garten Eden war ein Ort der Kommunikation, weil Gott Adam und Eva die Fähigkeit gab, Worte zu verstehen und zu benutzen.
Die Bilder, die in den Sprüchen für die menschliche Rede verwendet werden, weisen auf den Wert dieser göttlichen Gabe hin, die wir nicht nur als selbstverständlich ansehen, sondern allzu oft verschwenden und missbrauchen. Kluge Worte werden mit Gold und Silber verglichen. „Die Zunge des Gerechten ist wie erlesenes Silber; das Herz des Gottlosen ist wenig wert“ (Spr 10,20). „Ein klug gesprochenes Wort ist wie ein goldener Apfel in einer silbernen Fassung. Wie ein goldener Ohrring oder ein Schmuck aus feinem Gold ist die Zurechtweisung eines klugen Mannes für ein hörendes Ohr“ (25:11-12, NIV). Unsere Worte sollten so ausgewogen, schön und wertvoll sein wie der kostbarste Schmuck; wir sollten so hart arbeiten wie der Handwerker, um sie so zu machen. (Siehe Prediger 12:9-11.)


Eines der Kennzeichen von Lügnern ist, dass sie sich gerne Lügen anhören. „Ein Bösewicht hört auf böse Lippen; ein Lügner hört auf eine bösartige Zunge“ (17:4, NIV). Es ist eine Grundregel des Lebens, dass die Ohren hören, was das Herz liebt, also hüte dich vor Menschen, die eine Vorliebe für Klatsch und Lügen haben.
„Eine ehrliche Antwort ist wie ein Kuss auf die Lippen“ (24:26, NIV; siehe 27:6). Ein Kuss ist ein Zeichen der Zuneigung und des Vertrauens, und Gott möchte, dass sein Volk „die Wahrheit in Liebe sagt“ (Eph. 4:15). Es ist wohl gesagt worden, dass Liebe ohne Wahrheit Heuchelei und Wahrheit ohne Liebe Brutalität ist, und wir wollen uns keiner der beiden Sünden schuldig machen. Die Welt behauptet: „Ehrlichkeit ist die beste Politik“, aber wie der britische Prälat Richard Whateley sagte: „Wer nach diesem Prinzip handelt, ist kein ehrlicher Mensch“. Wir sollten ehrlich sein, weil wir in unserem Herzen ehrliche Menschen sind, die in der Furcht des Herrn wandeln, und nicht, weil wir gewiefte Geschäftemacher sind, die eine erfolgreiche Politik verfolgen.

Wir verletzen andere durch Klatsch und Tratsch. „Du sollst nicht als Schwätzer unter deinem Volk umhergehen“ (Lev. 19:16, NKJV). „Schwätzer“ ist die Übersetzung eines hebräischen Wortes, das „umhergehen“ bedeutet und wahrscheinlich von einem Wort abgeleitet ist, das „Händler“ bedeutet. Der Schwätzer geht mit Klatsch und Tratsch hausieren! „Ein Schwätzer verrät Geheimnisse, aber wer treu ist, verbirgt etwas“ (Spr 11:13, NKJV). Klatschtanten schmeicheln den Menschen, indem sie ihnen Geheimnisse verraten, aber es ist gefährlich, einer ihrer „Kunden“ zu sein. „Wer als Schwätzer umhergeht, gibt Geheimnisse preis; darum sollst du nicht mit einem verkehren, der mit seinen Lippen schmeichelt“ (20:19, NKJV).
Der Schwätzer „isst“ und genießt seine Geheimnisse, wie Sie und ich essen und genießen. „Die Worte eines Klatschers sind wie köstliche Leckerbissen; sie dringen in das Innerste eines Menschen ein“ (18:8, NIV; siehe 26:22). Menschen, die sich von Klatsch und Tratsch ernähren, gieren nur nach mehr, und die einzige Abhilfe besteht darin, dass sie einen Appetit auf Gottes Wahrheit entwickeln (2:10). Wir müssen uns vor Schwätzern hüten, denn sie richten großen Schaden an. „Ein gottloser Mensch gräbt Böses aus, und es ist auf seinen Lippen wie ein brennendes Feuer. Ein verkehrter Mensch sät Zwietracht, und ein Flüsterer trennt die besten Freunde“ (16:27-28, NKJV; siehe 17:9). „Wo kein Holz ist, erlischt das Feuer, und wo es keinen Schwätzer gibt, hört der Streit auf“ (26:20, NKJV).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series