Autor: Thomas

Wenn Gott nicht da wäre, dann wäre ich längst tot.

Wäre nicht Jehova mir eine Hülfe gewesen, wenig fehlte, so hätte im Schweigen gewohnt meine Seele.
Elberfelder 1871 – Psalm 94,17

Wäre ER mir nicht Hilfe,
um ein kleines wohnte in der Tiefstille meine Seele.
Buber & Rosenzweig – Psalm 94:17

Wäre nicht der Ewige mir Hilfe, wäre mein Leben schon am Ort des Schweigens.
Die Philippson-Bibel – Ps 94,17

Wenn man als Gläubiger auf sein eigenes Leben zurück blickt, kann wohl fast jeder der Aussage des Psalmisten zustimmen. Auch wenn wir an viele Figuren in der Bibel denken, da fallen wohl jedem Bibelleser sofort mehr als eine Handvoll Beispiele ein.

Schon zu Salomos Zeiten hatten Menschen, die missbraucht und ausgebeutet wurden, keinen Rechtsbehelf und fanden niemanden, der in ihrem Namen Recht sprach (Prediger 4:1), also muss es in den Tagen Manasses, kurz vor dem Fall Jerusalems, noch viel schlimmer gewesen sein. Die Frage in Vers 16 ist rhetorisch und der Schreiber beantwortet sie selbst in Vers 17- „der HERR“. Der Psalmist erlebte die hinterhältigen Intrigen der bösen Führer und schrie zu Gott um Hilfe. Er wusste, dass die Richter das Gesetz verdrehten, um die Armen auszubeuten (V. 20), und er war dabei, in eine tiefe und gefährliche Situation zu geraten. Sein Herz war innerlich unruhig, aber der Herr hielt ihn aufrecht, zog ihn heraus und gab ihm inneren Frieden. Er war dankbar für andere Gläubige, die ihm beistanden und mit ihm beteten, denn aus „mein Gott“ in Vers 22 wurde zu „unser Gott“ in Vers 23. Er vertraute darauf, dass der Herr das Gericht herbeiführen würde, das die bösen Führer verdienten. Wie Asaph in Psalm 73 war er in seinem Glauben und seinem Lebenswandel ins Schleudern geraten, aber Gott zeigte ihm, dass die Gottlosen auf schlüpfrigen Wegen waren und schnell auf das Gericht zusteuerten (73:2-3, 18, 27-28).
In bösen Tagen danken wir, dass wir den Herrn als unsere Zuflucht und Festung haben. Aber wir verstecken uns in ihm, nicht um der Verantwortung zu entgehen, sondern um gerüstet zu sein, hinauszugehen und den Feind zu bekämpfen. Als Salz der Erde und Licht der Welt (Mt 5,13-16) sollte das Volk Gottes alles tun, was es kann, um die Gerechtigkeit in dieser Welt zu fördern. Wie Edmund Burke sagte: „Es ist nur notwendig, dass der gute Mensch nichts tut, damit das Böse triumphiert“. Letztlich ist es aber der Herr, der die Herzen der Menschen kennt und der gerecht richten wird.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Wer steht bei mir? usw. Hier führt uns der Prophet sehr anschaulich vor Augen, in welchem Maße er sich von Menschenhilfe verlassen sah. Wie in der äußersten Gefahr ruft er aus: Wer wird sich meinen Feinden entgegenstellen? Und sofort antwortet er sich selbst (V. 17), dass es um ihn geschehen sein würde, hätte Gott ihm nicht Hilfe gebracht. Zu ganz besonderem Lobe der Gnade Gottes muss es dienen, dass er rühmen kann, durch ein Wunder dem Tode entrissen zu sein: denn von der ganzen Welt war er verlassen. Allerdings sind auch Menschen, die uns die Hand reichen, Werkzeuge der göttlichen Gnade: aber wir werden doch nicht leicht Gottes Hand erkennen, wenn uns nur eine solche weniger wunderbare Hilfe begegnet. Dass die Seele in der Stille liegt, dient sonst etwa zur Beschreibung eines Toten, der empfindungslos im Grabe liegt. Darum bekennt der Prophet mit diesen Worten, dass sein Leben überhaupt nicht mehr zu retten gewesen wäre, hätte nicht Gott seine Hand geradeswegs vom Himmel her ausgestreckt.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Der einzige Trost des Psalmisten war der Herr. Als er gefragt hatte, wer für ihn gegen die Sünder aufstünde, erkannte er, daß sein Schutz vom Herrn kam. Als er schon fast völlig verzweifelt war ( als sein Fuß ausglitt ; vgl. Ps 73,2 ), machte die Gnade Gottes sein verängstigtes Herz ruhig und gab ihm Freude.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

»Wäre der HERR nicht meine Hilfe« klingt wie das Bekenntnis, das David an anderer Stelle gibt: »Wenn der HERR nicht für uns gewesen wäre, … dann hätten sie uns lebendig verschlungen« (Ps 124,1.3). Die Drangsal hatte ihn gelehrt, dass in ihm keine Kraft ist und dass er alles Gute seinem Retter verdankte.
»im Schweigen« heißt so viel wie »im Totenreich«, wie wir aus Stellen wie Psalm 115,17 verstehen. Sollte Gott sich schweigend von David abwenden, müsste er wie die Gottlosen in die Grube hinabfahren (Ps 28,1; siehe auch 31,18).

Benedikt Peters – Die Psalmen

dem Heilsplan der Ewigkeit gemäß, den er ausführte in Christus Jesus, unserem Herrn

nach dem Vorsatz der Zeitalter, (O. nach dem ewigen Vorsatz) den er gefaßt hat in Christo Jesu, unserem Herrn;
Elberfelder 1871 – Epheser 3,11

nach der von Ewigkeit her zuvor getroffenen Entscheidung, die er ausgeführt hat in Christus Jesus, unsrem Herrn, (a) Eph 1:4-9.11
Zürcher 1931 – Epheser 3:11

Genauso hatte Gott es sich vor aller Zeit vorgenommen, und dieses Vorhaben hat er nun durch Jesus Christus, unseren Herrn, in die Tat umgesetzt. ( – Od vor aller Zeit im Hinblick auf Jesus Christus (W in/durch Christus Jesus), unseren Herrn, vorgenommen. – )
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Eph 3,11

dem Heilsplan der Ewigkeit gemäß, den er ausführte in Christus Jesus, unserem Herrn.
Pattloch – Eph 3:11

So entspricht es seinem Vorsatz, der aus den Ewigkeiten herstammt, und den hat er im Messias Jesus, unserem Herrn, verwirklicht.
das Buch – Epheser 3:11

Hatte Jehovah den Sündenfall, das Opfer Jesu und dich und mich schon „vor Ewigkeit“ – also vor 1.Mose 1:1, im Sinn? War es „Sein eigener Plan“? Oder war es ein „Unfall“? Und wollte Jehovah schon vor 1.Mose 1:1 das Menschen aus allen Sprachen und Nationen IHM dienen sollten und deshalb durch IHN von der Sünde freigekauft werden sollten?

ewiger Plan. Gottes Erlösung in Christus hat ihren Ursprung in der unermesslichen Tiefe der Ewigkeit mit Gottes „vielfältiger Weisheit” (V. 10). Schau dir die Betonung von Gottes Plan und Absicht in 1:3–14 an. verwirklicht in Christus Jesus. Gottes Plan der Erlösung bis an die Enden der Erde musste in der Menschheitsgeschichte umgesetzt werden, was Gott durch das irdische Wirken seines menschgewordenen Sohnes tat.

The ESV Study Bible

Die mit der Präposition »nach« angeschlossene Näherbestimmung dieses Vorgangs knüpft an bereits Bekanntes an: »Nach dem ewigen Vorsatz, den er in Christus Jesus, unserem Herrn, durchgeführt hat« In 1,11 ist der Inhalt von Gottes Vorsatz unsere Einsetzung als Erben gewesen; auch dort ist von der Durchführung dieses Vorsatzes die Rede. Hier betont Paulus nochmals, daß die Offenbarung des Geheimnisses auf Gottes »ewigen Vorsatz« zurückgeht (vgl. die zeitliche Dimension auch in 1,4: »Vor Grundlegung der Welt«). Damit aber steht dieser Entschluß auch unerschütterlich fest.
Bei Gott sind Vorsatz, Vorherwissen und Tun untrennbar miteinander verbunden. Darum hat er seinen Willen in Jesus Christus auch »durchgeführt« (vgl. 1,9, wo vom »Beschluß« – gleicher Begriff wie in 3,11 – die Rede ist, den er in Jesus Christus zusammengefaßt hat). Das in der Sendung Jesu Christi bestehende Heil wurde in ihm auch so zur Ausführung gebracht.
Daß dies alles kein kosmisches Ereignis meint, an dem die Gemeinde der Glaubenden unbeteiligt bleiben könnte, verdeutlicht die Apposition »unserem Herrn« zu Jesus Christus. Gottes ewiger Wille vollzieht sich in dem, was sich in der Kirche Jesu Christi ereignet und woran die Briefempfänger als Glieder am Leib Christi vollen Anteil haben. Durch das Bekenntnis zu Jesus als dem Herrn gehören sie, eben auch als Heidenchristen, zu den Empfängern der in Christus erworbenen Versöhnung.

Wuppertaler Studienbibel

Das Geheimnis selbst und die Tatsache, dass es bisher verborgen war, sowie seine endgültige Enthüllung und die Art, in der es die Weisheit Gottes zeigt, entsprechen ausnahmslos »dem ewigen Vorsatz, den er verwirklicht hat in Christus Jesus, unserem Herrn«. Ehe die Welt erschaffen wurde, wusste Gott, dass Satan fallen und der Mensch ihm in die Sünde folgen würde. Und er hatte schon eine Gegenstrategie ausgearbeitet, einen alle Zeitalter umfassenden Heilsplan. Dieser Plan wurde in der Menschwerdung, dem Tod, der Auferstehung, Himmelfahrt und Verherrlichung Christi ausgeführt. Der gesamte Heilsplan gipfelte in Christus und ist nun in ihm verwirklicht. Jetzt kann Gott gottlose Juden und Heiden erlösen, sie zu Gliedern des Leibes Christi machen, sie in das Bild seines Sohnes verwandeln und sie in einzigartiger Weise als Braut des Lammes in der Ewigkeit ehren.

MacDonald . Kommentar zum Neuen Testament

Warum es Gott so gemacht hat, daß zuerst Israel entstand und Gottes Bund und Verheißung ihm allein zugeteilt war und jetzt erst die Heiden berufen werden, auf diese Frage antwortet Paulus durch die Erinnerung an Gottes Vorbestimmung. Weil der Wille Gottes der Grund ist, der die menschliche Geschichte hervorbringt, darum zeigt sie auch den himmlischen Geistern eine Weisheit, die sie nicht vorher berechnen oder aus sich selbst erfinden können, sondern erst dann erfassen, wenn sie sich offenbart. Noch viel mehr gewinnt Paulus für sich selbst und die Gemeinde am Blick auf Gottes regierenden Willen das Vermögen, alle Fragen zu stillen, die von Gott Rechenschaft fordern wollten, und daran seine Freude zu haben, daß er Gottes Willen so weit erkennt, als er in der Lenkung der Geschichte offenbar geworden ist. Dazu kommt weiter die Gewißheit, daß Gottes Verfügung über das Geschick der Menschheit und den Ablauf der Zeiten in Gemeinschaft mit dem Christus zur Herstellung seiner gnädigen Herrschaft geschehen ist. Darum ist jetzt auch den Heiden das gegeben, was ihnen den freien Verkehr mit Gott gewährt. Im Christus empfangen auch sie die Freudigkeit, die sich Gottes rühmen kann, die Einführung in Gottes Gnade, nicht Ausstoßung und Entfernung von ihm, so daß sich der Blick der Heiden auf Gott mit Zuversicht vereint, nicht mit Angst und Scham, sondern mit dem freien, frohen Mut, der auf Gewißheit begründet ist. Zu dem allem verhilft ihnen der Glaube an Jesus. Daß sie ihr Vertrauen auf ihn richten, macht, daß sie den klaren, frohen Blick auf Gott haben und von der Angst und Ungewißheit erlöst sind. Durch den auf Christus gerichteten Glauben gehören auch die Heiden ihm so, daß er für sie lebt und sie durch ihn in das Leben versetzt sind. Darum wird im Glaubensstand, den Jesus den Heiden gewährt, der große Umschwung der Zeiten sichtbar, daß die, die bisher fern waren, nun zu Gott den Zugang haben und die, die in der Feindschaft gegen ihn standen, nun mit Freudigkeit vor ihm stehen.
Weil der Gemeinde so Großes durch Paulus zuteil geworden ist, ist er selbst zum Leiden willig und hat er auch das Recht, von der Gemeinde zu erwarten, daß sie es mit ihm trägt.

Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament

Das Ziel (hina) von Paulus‘ Amt war es, daß kund werde die mannigfaltige Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel. Im klassischen Griechisch bezieht sich das Adjektiv „mannigfaltig“ (polypoikilos) auf die Schönheit eines Stickmusters oder auf die Farbvielfalt von Blumen (vgl. poikilEs, „mancherlei Gnade“, in 1 Petrus 4,10). Die „mannigfaltige Weisheit Gottes“ spricht nicht von der Erlösung, sondern von der neuen Beziehung zwischen gläubigen Juden und Heiden in einem Leib. Das Medium zur Verbreitung dieser Weisheit ist die Gemeinde. Ihre Botschaft richtet sich an die „Mächte und Gewalten im Himmel“ (vgl. Eph 1,3). Mit diesen „Mächten und Gewalten“ sind, wie aus Eph 6,12 hervorgeht (vgl. Eph 1,21), sowohl gute als auch böse Engel gemeint. Der Anblick der Einheit von Juden- und Heidenchristen in dem einen Leib der Gemeinde zwingt sie dazu, die Weisheit Gottes anzuerkennen.
Dieses Geheimnis – daß Juden- und Heidenchristen eins sind (Eph 3,6) – wurde den Aposteln und Propheten offenbart (V. 5) und von Paulus verbreitet (V. 7-9). Das Ziel dieser Einheit ist es, daß die Engelsmächte die vielfältige Weisheit Gottes erkennen. Das stimmt überein mit dem ewigen Vorsatz Gottes, den er ausgeführt hat in Christus Jesus, unserem Herrn (V. 11). Das bedeutet entweder, daß Gott seinen ewigen Plan nun ausführt oder daß er ihn vor 2000 Jahren in Christus vollendet hat. Die letztere Deutung ist vorzuziehen, weil (a) die Verbform „ausgeführt hat“ im Griechischen Imperfekt, nicht Präsens oder Perfekt ist, und (b) die Einheit der Juden- und Heidenchristen in einem Leib tatsächlich durch den Tod Christi erreicht wurde.
Durch den Glauben an Christus haben die Christen das Recht, sich in aller Zuversicht an Gott zu wenden (Freimut, parrEsian, wörtlich „Mut, Kühnheit“; vgl. Hebräer 3,6;4,16;10,19.35 ) und sich ihm zu nähern (Zugang, prosagOgEn; vgl. Eph 2,18; Röm 5,2). Das gilt genauso heute, fast zwei Jahrtausende nachdem Gott in Christus seinen ewigen Heilsplan vollendet hat.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Gott plante das Kreuz schon in den fernen Äonen der Ewigkeit, weil er an unsere Erlösung schon gedacht hatte, ehe er uns schuf. »[Gott] hat uns errettet und berufen mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach sei- nem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten
… gegeben worden ist« (2Tim 1,9-10, Hervorhebung vom Autor). Wörtlich heißt es hier im griechischen Text, dass uns die Gnade »vor den Zeitaltern der Ewigkeit« gewährt worden ist!
Der Text, der vielleicht am deutlichsten beweist, dass Gott von jeher geplant hatte, die Welt zu erlösen, findet sich im Epheserbrief: »vor den Zeitaltern her in Gott, der alle Dinge geschaffen hat, verborgen war; damit jetzt den Gewal- ten und Mächten in der Himmelswelt durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes kundgetan werde, nach dem ewigen Vorsatz der Zeitalter, den er verwirklicht hat in Christus Jesus, unserem Herrn« (Eph 3,8-11, Hervorhebung vom Autor).
Sehen Sie hier den Zusammenhang: Der Gott, der alles schuf, plante die Gemeinde, um seine Weisheit zu zeigen, und das war sein »ewiger Vorsatz!« Kein Wunder, dass wir Erlösung und Schöpfung nicht trennen können. Gottes eigentliches Ziel war Erlösung, und die Schöpfung war ein notwendiger Schritt auf dem Weg dorthin. Ohne die Schöpfung hätte es keine Geschöpfe gegeben, die seine Herrlichkeit zeigen. Ohne Gemeinde hätte sich die vielfältige Weis- heit der Erlösung nicht darstellen lassen. Die Welt wurde »durch ihn und für ihn geschaffen«.
Auch wenn wir Mühe haben mit der Tatsache, dass Gott ohne Anfang ist, können wir uns doch daran freuen, dass er die Erlösten schon so lange kennt, wie er existiert. Seit unendlichen Zeiten wusste er, dass er uns Gnade gewähren würde. Um es anders auszudrücken: Wenn Sie zu den Erlösten gehören, dann gab es keine Zeit, zu der Gott Sie nicht geliebt hätte, oder zu der Sie nicht Gegenstand seiner besonderen Pläne gewesen wären. Darum konnte Johannes sagen, dass unsere Namen »von Grundlegung der Welt an« im Buch des Lebens geschrieben stehen (Offb 13,8).
Natürlich ist es für unseren Verstand schwierig zu begreifen, dass Gott von aller Ewigkeit her erwählte, bestimmte und plante. Wichtig ist für uns zu erkennen, dass das Kreuz Christi schon zu Gottes Plan gehörte, ehe es tatsächlich auf Golgatha aufgerichtet wurde. Gott überließ in seinem Universum nichts dem Zufall, er ließ sich nicht auf ein leichtfertiges Spiel ein.
Wenn Sie, lieber Leser, der Meinung sein sollten, dass Sie in Gottes Plan nicht berücksichtigt wurden, wenn Sie sich Gedanken machen, ob Sie zu den Erwählten gehören, von denen Gott schon von aller Ewigkeit her wusste, dann lassen Sie mich Ihnen Mut zusprechen. Sie können herausfinden, ob Gott Ihnen von aller Ewigkeit her Gnade gewährte. Kommen Sie einfach zu Jesus und nehmen Sie ihn im Glauben auf. Setzen Sie ihr gesamtes Vertrauen auf ihn, glauben Sie, dass er Sie auf ewig erretten kann. Er hat versprochen, Sie anzunehmen. Ihr Wunsch, zu ihm zu gehören, ist ausreichend Grund für die Annahme, dass er Sie zu sich gezogen hat (Joh 1,12).
Obwohl die Schöpfung der Erlösung zeitlich vorangeht, war das Wichtigste für Gott immer die Erlösung. Die Schöpfung ist nur die Bühne der Erlösung, sie war das notwendige Bindeglied, um den ewigen Plan durchführen zu können. Und nun werden wir das dritte Glied in der Kette von Gottes Plänen noch deutlicher werden lassen.

Erwin Lutzer – 10 Lügen über Gott

SEIN Geistbraus geriet über ihn

Als er nach Lechi kam, da jauchzten ihm die Philister entgegen; aber der Geist Jehovas geriet über ihn, und die Stricke, welche an seinen Armen waren, wurden wie Flachsfäden, die vom Feuer versengt sind, und seine Bande schmolzen weg von seinen Händen.
Elberfelder 1871 – Richter 15,14

Bis Lechi war er gekommen,
die Philister lärmten ihm entgegen.
SEIN Geistbraus geriet über ihn,
und die Stricke, die um seine Arme waren,
wurden wie Flachsfäden, die man im Feuer entzündet,
seine Bande schmolzen ihm um die Hände hinab.
Buber & Rosenzweig – Richter 15:14

Als er in Lechi angekommen war und die Pelischtim ihm entgegenjauchzten, da überkam ihn der Geist des Ewigen und es wurden die Stricke, welche an seinen Armen, wie Flachsfäden, die im Feuer entzündet werden, und es schmolzen seine Fesseln an seinen Händen.
Die Philippson-Bibel – Ri 15,14

Er seinerseits kam bis nach Lehi, und die Philister ihrerseits jauchzten ihm triumphierend entgegen. Und Jehovas Geist wurde über ihm wirksam, und die Stricke, die an seinen Armen waren, wurden wie Leinenfäden, die vom Feuer versengt sind, so daß seine Fesseln von seinen Händen wegschmolzen.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Ri 15:14

Lehi: Am selben Ort, der später von dieser Geschichte den Namen empfangen, wie bald folgt.
Jauchzten: Weil sie ihren Feind gefangen und gebunden sahen.
Geriet: Das ist: Der Heilige Geist hat den Simson mit einer besonderen und wunderbaren Stärke angetan und begabt, beide am Leibe und am Gemüte.
Versengt: Darum er aus Kraft des Heiligen Geistes dieselben Stricke ebenso leicht als einen Faden zerreißen könne.

Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

Die Männer von Juda beugen sich den Philistern und liefern Simson aus, obwohl sie eine Streitmacht von 3000 Mann aufbieten können. Eigentümlich betont ist die Absicht, Simson zu binden (vgl. 16:5–12). Aber der →Geist des HERRN verleiht ihm die Kraft, sich zu befreien. Simson beschämt die Leute von Juda, die sich der Fremdherrschaft unterwerfen. – Lehi bedeutet Kinnbacken, Ramat-Lehi Kinnbacken-Höhe. Der Name würde verständlicher, falls der uns unbekannte Höhenzug die Form eines Kinnbackens gehabt haben sollte. Man hätte dann erzählt: Dies ist der Kinnbacken, den der »Riese« Simson weggeschleudert hat, nachdem er damit tausend Philister erschlug.

Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel

Simson gewinnt, nachdem er als Gefangener an die Feinde ausgeliefert wurde, und zeigt damit schon den Sieg Christi, nachdem er seinen Feinden ausgeliefert wurde.

The ESV Study Bible

Die Philister schrien vor Begeisterung, als sie ihren Feind gefesselt, also besiegt vor sich sahen.
Obwohl sie Simson nicht nur mit einem Strick an der Hand gefesselt hatten, sondern mit einem zweiten sogar noch den Arm, nützte alles nichts. Das Zerreißen der Fesseln wird nicht auf Simsons Kraft, sondern auf die Wirkung des Geistes Jahwes zurückgeführt. Der macht Stricke zu Fäden, die, vom Feuer zerstört, einfach abfallen. Nicht Simson ist als der Starke der Handelnde, sondern Gott.

Wuppertaler Studienbibel

Verteidigte Simson sich dann selbst erfolgreich, als er mit neuen Stricken fest gebunden ausgeliefert wurde. Als die Philister ihn bei sich hatten, jauchzten sie ihm entgegen (Vers 14), rühmten sich über ihren Erfolg und waren über ihn schadenfroh. Als sie ihm als Gefangenen entgegen jauchzten, darauf vertrauten, dass sie nun alles in der Hand hatten, „kam der Geist des HERRN über ihn“ (Vers 14). Weil er auf diese Weise angestachelt wurde:
4.1 Entledigte er sich sofort der Seile, die ihn banden. Die zwei neuen Stricke sprangen bei der ersten Anstrengung auseinander. Sie rissen und schmolzen (Vers 14; Randspalte) von seinen Händen, zweifellos zum großen Schrecken und Entsetzen derer, die ihm entgegen gejauchzt hatten und deren Jauchzen jetzt zum schrillen Schrei wurde. Beachten Sie, „wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2.Kor 3,17), und wer auf diese Weise befreit wurde, der ist wirklich frei. Das war ein Typus für die Auferstehung Christi durch die Kraft des Geistes der Heiligkeit (Röm 1,4). Christus löste bei seiner Auferstehung die Banden des Todes und seine Stricke, die Grabkleider, fielen von seinen Händen, ohne dass sie gelöst wurden, wie es bei Lazarus war, denn es war unmöglich, dass der mächtige Heiland von ihnen gehalten werden konnte. Er triumphierte über die Mächte der Finsternis, obwohl sie ihm entgegen jauchzten, als hätten sie ihn sicher in ihrer Gewalt.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Vers 14 beschreibt die Umstände, unter denen Simson seine phil. Verfolger erschlug: Als er zu Lehi kam, schrien die Philister, als sie ihm begegneten. Sie hatten einen guten Grund zu schreien: erstens, weil er ohne ihr Zutun gefesselt wurde, und zweitens, weil Simsons eigene Leute ihn ihnen auslieferten. Die Philister rechneten nun damit, Simson töten zu können. Doch dann geschah die göttliche Fügung: Der Geist Jehovas kam mächtig über ihn, so dass die Stricke, die er an den Armen trug, wie Flachs wurden, der mit Feuer verbrannt wurde, und die Fesseln fielen ihm von den Händen.

Arnold Fruchtenbaum – Richter

„Fürsten werden nach Recht herrschen“

An deiner Väter Statt werden deine Söhne sein; zu Fürsten wirst du sie einsetzen im ganzen Lande (O. auf der ganzen Erde)
Elberfelder 1871 – Psalm 45,17

An deiner Väter Statt
werden dir Söhne sein,
zu Fürsten wirst du sie setzen
in allem Land. –
Buber & Rosenzweig – Psalm 45:17

An die Stelle deiner Väter werden deine Söhne treten, du wirst sie zu Fürsten machen im ganzen Land.
Die Philippson-Bibel – Ps 45,17

Anstelle deiner Väter sind dir Söhne ( dir Söhne: Einige Hss. (darunter Luk) haben – entsprechend dem MT – deine Söhne. Aufgrund des Kontextes sind die »Söhne« wohl wörtlich zu verstehen; möglich wäre sonst auch die freiere Übs. Kinder. ) geboren worden;
du wirst sie einsetzen als Herrscher über die ganze Erde ( über die ganze Erde: oder über das ganze Land. ) .
Septuaginta Deutsch – Ps 44,17

Ein Vers mit einer „langen Geschichte der Auslegung“:

Jene, die ihren Glauben und ihre Lauterkeit vollends offenbaren, werden Kinder des Königs Jesus Christus, des Ewigvaters, werden, geradesogut wie die treuen Menschen der alten Zeit, die Christus vorausgingen. Da sie einen ähnlichen Glauben offenbaren, spricht laut der Schrift nichts dagegen, dass er so viele von diesen „andern Schafen“ nimmt, als er brauchen mag, um sie zu „Fürsten auf der ganzen Erde“ zu machen. Wenn wir Psalm 45:16 prüfen, sehen wir, dass es dort nicht heisst, dass nur jene, welche die irdischen „Väter“ des gesalbten Königs Jehovas waren, die Kinder sein werden, die er zu sichtbaren irdischen Fürsten macht, damit sie das himmlische Königreich vertreten. Um denn Sinn wiederzugeben, übersetzt Moffatt den Text in Psalm 45:16 wie folgt: „Deine Söhne werden an die Stelle deiner Väter treten und als Fürsten über das Land aufstehen.“ Die römisch-katholische französische Übersetzung von Crampon gibt ihn wie folgt wieder: „Deine Kinder werden den Platz deiner Väter einnehmen; du wirst sie zu Fürsten über die ganze Erde machen.“ Die römisch-katholische spanische Übersetzung von Nácar-Colunga gibt ihn ähnlich wieder.
14 Wenn wir nun diesen Ausdruck Fürst betrachten, der das hebräische Wort Săr (weiblich Sarah) wiedergibt, sehen wir, dass es nicht immer oder nicht notwendigerweise auf den Sohn eines Königs angewandt wird, auf einen Prinzen von königlicher Geburt, der zu einer staatlichen Amtsperson oder zu einem Regierungsbeamten gemacht wird. Er bezeichnet den Ersten, Vordersten oder Obersten in irgendeiner Klasse, das Haupt irgendeiner Schar oder Gruppe. So wird denn in der Bibel dieser hebräische Ausdruck Săr, bisweilen mit Fürst übersetzt, sogar auf Jesus selbst angewandt, auf den Erzengel Michael, auf Fürsten der Stämme Israels, auf Fürsten der Landschaften, auf Oberste der Städte und Oberste oder Anführer der Wache, auf Oberste über tausend, über hundert, über fünfzig, über zehn. In der Neuen-Welt-Gesellschaft auf der „neuen Erde“ zu einem Fürsten im hebräischen Sinn des Wortes Săr gemacht zu werden, bietet somit eine Verschiedenheit von Dienstgelegenheiten mit Verantwortlichkeiten verschiedenen Grades; und es wird viele solche Vorrechte geben. Auf der neuen Erde werden die Menschen nicht angeredet mit einem Titel vor ihrem Namen, wie „Prinz Charles“, „Fürst Abraham“, „Prinz Albert“ usw. Nein, wir werden dann unter einer CHRISTLICHEN Regierung leben. Wir leben jetzt schon unter dieser göttlichen Herrschaft, und wir haben jetzt keine derartigen Titel in der theokratischen Organisation. So wäre es denn ungereimt, zu denken, dass wir dann irgendwelche Titel in Anreden benutzen. Sondern gerade wie wir jetzt Beamte als Diener oder Direktoren der Gesellschaft bezeichnen mögen, können wir sie dann als sarím (Fürsten) im hebräischen Sinne des Wortes bezeichnen. Alles, was wir jetzt zu sagen haben, ist, dass diese „andern Schafe“, denen heute in der sichtbaren theokratischen Organisation verantwortliche Stellungen gegeben worden sind — selbst wenn es über eine Gruppe von zehn wäre, die zum Bibelstudium und zum gemeinsamen Dienst in der Nachbarschaft zusammenkommen —, gut darauf achten sollten, wie sie sich jetzt ihrer Verantwortlichkeiten entledigen. Denkt an die von Jesus dargelegte Regel: „Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu.“ (Lukas 16:10, NW) Nur wenn du dich treu erweisest in dem, was dir jetzt in dieser vergehenden alten Welt anvertraut wird, besteht für dich irgendwelche Wahrscheinlichkeit, zusammen mit den auferstandenen treuen Zeugen aus den alten Zeiten vor Christus zu einem Fürsten auf der neuen Erde gemacht zu werden.

Wachtturm – Januar 1951

Dieser Text „und Fürsten werden nach Recht herrschen“ ist lange Zeit mit dem Text von Psalm 45:16 verbunden worden, welcher lautet: „An deiner Väter Statt werden deine Söhne [Kinder, KJ] sein; zu Fürsten wirst du sie einsetzen auf der ganzen Erde.“ (Fussn.) Man hat lange Zeit verstanden, dass jene, die gemäss diesem Text zu Fürsten gemacht werden sollen, die treuen Zeugen des Altertums vor Christus seien, welche die Kinder Christi, des Königs, werden sollen, indem sie aus den Toten auferstehen. Dann sollten sie als Fürsten über die übrige Menschheit eingesetzt werden und als sichtbare Vertreter des himmlischen Königreiches Christi Jesu amten. (Die Harfe Gottes [1922], Abschn. 556) Weil in Jesaja 32:1 Fürsten erwähnt und mit dem König der neuen Welt in Zusammenhang gebracht werden, wurde angenommen, dass diese Fürsten die gleichen seien wie die in Psalm 45:16 erwähnten. Somit wurde der Vers, Jesaja 32:1, auf die Tausendjahrherrschaft Christi Jesu angewandt, die der Schlacht von Harmagedon folgt. Indes ist seit dem Jahre 1947 in den Spalten des Wachtturms der Text von Jesaja 32:1 nicht zitiert und auf diese Weise angewandt worden.
4 Beachtet bitte, dass Jesaja nicht sagt, diese Fürsten unter dem König der Gerechtigkeit seien seine Kinder oder beschränkten sich auf seine Kinder, wie dies der Text in Psalm 45:16 tut. Demzufolge braucht die Prophezeiung Jesajas nicht notwendigerweise auf jene beschränkt zu sein, welche Kinder Christi Jesu, des „Ewigvaters“, werden und welche als Kinder dieses königlichen Vaters, kraft ihrer Abstammung von einem königlichen Herrscher, berechtigt sind, Fürsten zu werden. Auch braucht die Erfüllung der Prophezeiung nicht bis in die Zeit nach der Schlacht von Harmagedon hinausgeschoben zu werden, wenn die Organisation des Teufels und deren Herrscher und Fürsten von der Erde vertilgt sind, noch bis zur Auferstehung der treuen Zeugen der alten Zeit wie Abel, Abraham, Mose und David.
5 Beachtet ferner, was Jesaja über die Fürsten im nächsten Verse sagt. Nach der Elberfelder Übersetzung heisst es in Jesaja 32:2: „Und ein Mann wird sein wie ein Bergungsort vor dem Winde und ein Schutz vor dem Regensturm, wie Wasserbäche [Ströme, AS] in dürrer Gegend, wie der Schatten eines gewaltigen Felsens in lechzendem Lande.“ Wer der hier erwähnte Mann sei, ist lange eine Frage der Auslegung gewesen. Jetzt aber wird verstanden, dass es der hebräische Ausdruck ist für „ein jeder“ oder „ein jeglicher“, und deshalb geben ihn moderne Übersetzer so wieder. Gemäss der Zürcher Bibel lautet er: „Und Fürsten werden nach dem Rechte regieren. Und ein jeder wird sein wie ein Zufluchtsort vor dem Sturm und wie ein Obdach vor dem Wetter, wie Wasserbäche an dürrem Ort und wie Schatten eines mächtigen Felsens in lechzendem Lande.“ (Jesaja 32:1, 2, ZB; ebenso Crampon und Bover-Cantera) Ähnlich lautet Moffatt (engl.): „Mit Fürsten, die redlich regieren, jeder gleich einem Obdach vor einem Sturm“ usw. Und nach Rotherhams Emphasised Bible: „Ja, auch Fürsten werden die Herrschaft in Unparteilichkeit ausüben. So soll ein jeder wie ein Bergungsort werden vor dem Winde und ein Obdach vor dem Sturm, wie Wasserkanäle an dürrem Orte, wie der Schatten eines massiven Kliffs in schmachtendem Lande.“ — Auch Luther.
6 Im messianischen Millennium, wann Satan und alle seine Dämonen gebunden und im Abgrund sein werden, und wann seine sichtbare Organisation in Asche liegen wird, wird die Menschheit nicht des Schutzes vor solchen Dingen bedürfen, wie sie Jesaja hier bildlich beschreibt. Jetzt, in dieser gefahrvollen „Zeit des Endes“ der bösen Welt Satans, bedürfen wir dringend solchen Schutzes, weil wir ihn nicht von den offiziellen Kreisen der Organisation Satans erhalten. Jetzt ist die Zeit, da heftige Winde falscher Lehren und verdrehter Propaganda wehen, die nicht nur Unmündige wie in einer Wiege zu schaukeln vermögen, sondern mächtig genug sind, vollerwachsene Männer oder Frauen umzuwerfen. Jetzt ist die Zeit, da die grossen Stürme heisser und kalter Kriege der weltlichen Nationen und auch die Angriffe der sichtbaren Heere des Teufels wider das treue Volk Gottes Jehovas toben. Jetzt ist die Zeit, da wir uns in einem weltlichen Lande vorfinden, das ausgetrocknet ist durch geistige Dürre, und da wir dringend der Wasserströme der lauteren theokratischen Wahrheit bedürfen, um unsern Durst nach Gottes offenbartem Wort zu stillen. Jetzt ist die Zeit, da die herrschenden Elemente, die politischen, kommerziellen und religiösen, zu leuchten suchen wie die Sonne, um dieser dunkler werdenden Welt Licht zu spenden; aber mit drückender Hitze brennen sie auf die Menschheit nieder und mit dem Feuer der Verfolgung besonders auf Jehovas Zeugen. So bedürfen wir denn des grossen Felsens des Königreiches Gottes, damit er dazwischentrete und uns in schmachtendem Lande beschatte. Und da wir den ersehnten Schirm und Bergungsort, da wir Erfrischung und Schatten nicht vom herrschenden Element der Organisation des Teufels erhalten, müssen wir uns den offiziellen Dienern in Jehovas Organisation zuwenden. Er verheisst, dass sein König und jeder seiner Fürsten in dieser Zeit, da wir es brauchen, dieses so Begehrenswerte für uns sein werden. Sie werden dafür sorgen, dass wir das erlangen, was gerecht und recht ist.

Wachtturm – 1.März 1952

Der 45. Psalm wendet sich an diesen „Fürsten des Friedens“, den König, und da er der „Ewigvater“ der Menschheit sein soll, heißt es in diesem Psalm: „An Stelle deiner Vorväter werden deine Söhne sein, die du zu Fürsten einsetzen wirst auf der ganzen Erde“ (Psalm 45:16). Doch schon vor der Auferstehung jener treuen „Vorväter“ werden männliche Glieder der „großen Volksmenge“, die Harmagedon überlebt, in solche fürstlichen Stellungen eingesetzt worden sein. Tausende dieser voraussichtlichen Überlebenden dienen bereits als Älteste in den über 49 000 Versammlungen der Zeugen Jehovas und führen in geistiger Hinsicht die Aufsicht über die jeweilige Versammlung.
Die Überlebenden des Krieges von Harmagedon werden unter fürstlicher Aufsicht mit Eifer zusammenarbeiten. Welche Anweisungen die „Fürsten . . . auf der ganzen Erde“ von dem himmlischen „Fürsten des Friedens“ erhalten werden, bleibt abzuwarten. Es wird für alle, die mit ihnen Harmagedon überleben, ein begeisterndes Erlebnis sein. Man denke an all die Vorbereitungen, die zu treffen sind, um die aus dem Tod Zurückkehrenden mit passender Kleidung zu versorgen. Und man stelle sich vor, welche Nahrungsmittelvorräte angelegt werden müssen! Auch Unterkünfte werden bereitzustellen sein. Es wird für alle, die an diesen Vorbereitungen beteiligt sind, eine aufregende Zeit sein. Wer wird zuerst zurückkommen? Werden die Verstorbenen in der umgekehrten Reihenfolge von der wiederkommen, in der sie in die Gedächtnisgrüfte kamen? Werden zum Beispiel der Märtyrer Abel und Henoch, der von Gott hinweggenommen wurde, sowie Noah, Abraham, Isaak, Jakob und all die treuen Propheten auf besondere Weise belohnt werden, indem sie zuerst auferweckt werden?

Weltweite Sicherheit unter dem „Fürsten des Friedens“ 1985

Kennst du auch Älteste aus den 1950iger Jahre, die an die zitierten Worte glaubten? Und Menschen, die 1985 das Buch lasen, und glaubten, das die Worte wahr werden? Mir fallen nicht nur meine Großväter ein, sondern auch Berthold H. , Karl-Heinz K. und andere ein.


Aber schauen wir uns andere Ansichten zu dem Vers an:

Zum Schluss wendet sich der Dichter an den König und verspricht ihm, dass er viele Söhne haben wird, die wie seine Vorfahren „Könige“ sein und über die ganze Erde herrschen werden (oder „über das ganze Land Israel“ – siehe SPCL, NEB). Die rsv-Übersetzung des Verses 16a ist unverständlich. Der hebräische Ausdruck Anstatt eurer Väter sollen eure Söhne sein bedeutet, dass die männlichen Nachkommen des Königs, seine Söhne, Könige sein werden und sozusagen die männlichen Vorfahren des Königs (eure Väter) ersetzen, die ebenfalls Könige gewesen waren. Prinzen waren eine Art „Herrscher“. Der Titel war nicht auf die Söhne eines Königs beschränkt.
In Vers 17 verspricht der Dichter, dass er den Namen des Königs, d. h. seinen „Ruhm“, für immer am Leben erhalten wird (siehe Kommentare zum „Namen“ in 5:11). Für alle Zeiten wird man sich an den König erinnern und ihn preisen. Offensichtlich meint der Dichter mit diesem Lied, das er soeben komponiert hat, die Art und Weise, wie das Andenken an den König für immer lebendig gehalten werden soll, nicht nur in Israel, sondern in der ganzen Welt. In einigen Sprachen ist es nicht möglich, den Ruhm einer Person als lebendig zu bezeichnen. Deshalb muss man oft sagen, zum Beispiel: „Ich werde dafür sorgen, dass man sich immer daran erinnert, was du Großes getan hast.

Bratcher – Ein Übersetzerhandbuch zum Buch der Psalmen

An deiner Väter Statt werden deine Söhne sein. Auch das ist ein Ruhm für den König, dass seine Nachkommen alle auf dem Thron sitzen sollen und das königliche Blut auch in den Adern seiner Nachfolger fließen wird. Denn seine Söhne sollen sich durch ebensolche Tugenden auszeichnen wie ihr Ahnherr. Dann folgt: die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt. Sein Reich wird sich soweit ausdehnen, dass es die meisten Königreiche umfasst. Das ist eine Weissagung auf Christus. Denn weit entfernt, dass Salomos Söhne das Reich unter sich geteilt hätten, erhielt nur einer, der erste Erbe, ein ganz kleines Stück. So gelangte keiner von seinen rechtmäßigen Nachfolgern zu der Macht des Ahnherrn. Sie waren vielmehr alle nur Herren von einem und einem halben Stamme und somit gleichsam in die Ecke gedrängt. Als aber Christus kam, der Mittler zwischen der alten und neuen Gemeinde, zeugte er wahre Söhne, die an Zahl und Rang den Vätern nicht nachstanden, denen er die ganze Welt untertan machte. Denn wenn auch die Schmach des Kreuzes den Ruhm der Gemeinde vor der Welt verdunkelt, so müssen wir doch in Erwägung des wunderbaren Wachstums und der reichen Fülle von Geistesgaben innerhalb der Gemeinde bekennen, dass ihr Ruhm mit Fug und Recht gepriesen wird. Die Herrschaft aber, von der hier die Rede ist, eignet im strengen Sinne nicht menschlichen Personen, sondern allein dem Haupt. Doch überträgt sie Christus auch seinen Gliedern, woraus sich dann freilich ergibt, dass die Vorsteher und Regierer der Gemeinde in Christi Namen weniger zu herrschen als zu dienen haben. Immerhin: weil ihnen Christus sein Evangelium, das seines Reiches Zepter ist, anvertraut hat, so üben sie in gewisser Weise seine Macht aus. Durch seine Diener – das ist gewiss – hat sich Christus den Erdkreis untertan gemacht und so viele Fürstentümer errichtet, als es in den verschiedensten Weltteilen Gemeinden gibt.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Diese prophetische Poesie gipfelt in einem bemerkenswerten Höhepunkt. An Stelle deiner Väter werden deine Söhne sein. Wer wird hier angeredet? Obwohl im Blick auf V. 11 die »Braut« gemeint sein wird, zeigt die Fortsetzung: du setzt sie als Fürsten ein auf der ganzen Erde, daß hier nur ein gesalbter Davidide gemeint sein kann; denn nur er kann Fürsten oder Verwalter einsetzen. » (Der Dichter) sagt nicht, daß (die Söhne) einst den König beerben sollen; denn es wäre nach höfischem Geschmack sehr unzart, an solchem Festtage an Tod und Erbschaft zu denken. Sondern mit seinem Ausdruck wünscht er, seine Söhne möchten einst an seiner Väter Stelle treten und ›alle Welt‹ mit ihm regieren!« (Gunkel). Auf typisch alttestamentliche Weise wird also die ewige Dauer des Messiasseins durch die ununterbrochene Nachfolge der Davidssöhne angesagt, ganz im Sinne von 2Sam 7. Damit liegt der Akzent nicht auf den Söhnen, sondern auf ihm, dem von Gott Gesalbten. So heißt es im letzten Satz: Ich will deinen Namen ins Gedächtnis rufen von Geschlecht zu Geschlecht. Der König der Herrlichkeit, dem alle Herrlichkeit der Welt durch die »Braut« zugeführt wird, wird einmal der Zielpunkt der Anbetung durch die Völker sein, denn es heißt: darum werden die Völker dich preisen für immer und ewig.

Wuppertaler Studienbibel

Die letzten beiden Verse bringen einen Segen für die Ehe zum Ausdruck. Vers 16 sieht voraus, dass Kinder gezeugt werden, die die Zukunft des Königreichs sein werden. Anstatt ständig auf die Vorfahren zurückzublicken, werden sie in ihren königlichen Prinzen in die Zukunft blicken.
Und in Vers 17 wird der Name des Königs gepriesen: „Ich will, dass man deines Namens gedenkt in allen Geschlechtern; darum wird man dich anerkennen in Ewigkeit.“ Das Wort „Name“ bezieht sich natürlich mehr auf das Wesen der Person als auf einen gegebenen Namen (s.v. Ps. 20:1). Aber wie können die Menschen diesen König preisen, wenn sie nicht wissen, wer er war? Ich nehme an, man kann sich die Beschreibungen dieses Königs ins Gedächtnis rufen und die Tatsache preisen, dass es eine so edle Person als König gab. Es kann aber auch sein, wie manche meinen, dass die prophetische Seite des Schreibers am Ende zum Vorschein kommt und der Name, d.h. die wahre Natur des Königs derjenige sein wird, in dem all diese Beschreibungen ihre vollste Bedeutung finden – Jesus, der Messias.

Allen P. Ross – Ein Kommentar zu den Psalmen

»Deine Väter« und »deine Söhne« beziehen sich, wie das Hebräische deutlich macht, nicht auf die Braut, sondern auf den König. Es ist von den Vätern und von den Söhnen des Messias die Rede. Die Väter des Messias sind seine Vorfahren »dem Fleisch nach« (Röm 1,3; 9,5), und seine Söhne sind »die Kinder, die Gott ihm gegeben« (Hebr 2,13), die vielen »Söhne«, die er »zur Herrlichkeit« gebracht hat (Hebr 2,10), die Brüder, unter denen er der Erstgeborene ist (Röm 8,29). Die Söhne Abrahams nach dem Fleisch werden durch geistliche Söhne Abrahams ersetzt (Röm 9,6–8; Mt 3,9). Und sie, die Väter Israels und der Gläubigen, werden selbst zu Söhnen.
Er setzt sie »zu Fürsten im ganzen Land«, wobei man »Land«, ᵓæræṣ, wie immer im Hebräischen auch als »Erde« verstehen kann. Wie wir wissen, wurde nur ein Sohn Salomos König, und unter diesem zerfiel sogar das Reich in zwei Teile. Also kann sich diese Aussage wiederum nur auf den Messias beziehen. Die durch und in Christus gezeugten Söhne Gottes sollen mit ihm über die ganze Schöpfung herrschen. Wir lesen davon in Stellen wie Matthäus 19,28; Lukas 19,17; 1. Korinther 6,2.3; in Offenbarung 5,10; 20,6; 22,5.

Benedikt Peters – Kommentar zu den Psalmen

Von dieser Herrschaft ist in prophetischer Weise in den Versen 17–18 von Psalm 45 die Rede: «An die Stelle deiner Väter werden deine Söhne treten, du wirst sie als Fürsten einsetzen im ganzen Land. Ich will deinen Namen verkünden in allen Geschlechtern; darum werden dich die Völker preisen immer und ewiglich.» Wenn der Herr Jesus Christus mit Seiner himmlischen Braut, der Gemeinde, wiederkommt, um Israel in Sein irdisches Königreich zu rufen, dann wird es zu einer völlig neuen Generation kommen. «An Stelle deiner Väter werden deine Söhne treten.» Seit 1948 haben wir in Israel eine neue Generation; die alte ist 70 n.Chr. untergegangen. Doch nicht jeder Jude oder Israeli wird automatisch an der Herrschaft des königlichen Bräutigams teilhaben, sondern nur diejenigen, die sich rufen liessen. Das macht auch das Gleichnis von den zehn Jungfrauen deutlich: Diese neue Generation wird im Millennium, dem Tausendjährigen Reich, mitherrschen, und sie wird ausziehen, um den Namen des Herrn unter allen Nationen zu verkündigen. Und die Völker werden den Herrn Jesus Christus, den königlichen Bräutigam, immer und ewiglich preisen.

Norbert Lieth – Messianische Psalmen

Der Psalmist betont Gottes Treue, indem er versichert, dass die königliche Linie Davids weiterbestehen wird.

The Complete Jewish Study Bible: Notes

Der gerechte Charakter der Monarchie ist ein grundlegendes Merkmal. Darauf wurde schon in den vorherigen Absätzen hingewiesen. Der König sitzt auf dem heiligen Berg Zion und regiert mit Gerechtigkeit und Barmherzigkeit über alle seine Untertanen (Ps. 45,4.6.7; 72,2.4). In dieser Gerechtigkeit erscheint er als barmherziger Befreier für alle, die Befreiung brauchen, und um ihn versammeln sich die Gebete und Lobpreisungen derer, die er auf diese Weise gesegnet hat (Ps. 72,12–15). Der König soll einen priesterlichen Charakter haben (Ps. 110). Seine Armee besteht aus einer Gruppe von Kriegern, die heilige Gewänder tragen. Er selbst ist ein Priester nach der Ordnung Melchisedeks. Der Verweis auf Melchisedek steht natürlich in Verbindung mit dem vierzehnten Kapitel der Genesis, wo er sowohl als König als auch als Priester dargestellt wird. Der israelitische König soll in derselben Thronfolge in derselben königlichen Stadt weitermachen. Er soll die Ämter des Königs und des Priesters vereinen, im Namen Jehovas segnen und den Zehnten empfangen. Der Krieg, den er mit seinen Anhängern führt, ist ein heiliger Krieg. Er sitzt auf dem „heiligen Berg Zion” (Ps. 2,6).
Es werden eindrucksvolle Begriffe verwendet, um die Dauer der Monarchie zu beschreiben. Sie soll für immer bestehen (Ps. 110,4); so lange wie die Sonne (Ps. 72,17); für alle Generationen, für immer und ewig (Ps. 45,16-17).

Israel’s Messianic Hope to the Time of Jesus

Es ist besser, sich selbst unter Kontrolle zu haben, als eine Stadt zu kontrollieren.

Besser ein Langmütiger als ein Held, und wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert.
Elberfelder 1871 – Sprüche 16,32

Besser ist ein Langmütiger als ein Held,
wer seines Aufbrausens waltet, als wer eine Stadt bezwingt.
Buber & Rosenzweig – Sprüche 16:32

Wer nicht schnell zornig wird, ist besser als ein Starker,
und wer sein Temperament beherrscht, ist besser als einer, der eine Stadt einnimmt.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Spr 16,32

Wer seinen Zorn im Zaum halten kann, ist besser als ein Kriegsheld,
wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte erobert.
das Buch – Spr 16:32

Im Gegensatz zu vielen, die meinen, es sei gut, seinen Ärger rauszulassen, sagt das Buch der Sprüche, man soll nicht so schnell wütend werden. Nur jemand, der echt stark ist, wie jemand, der eine Stadt einnehmen kann, kann seinen Ärger im Griff haben (seinen Geist beherrschen). (Zu den schädlichen Auswirkungen von Wut siehe 14:29; 15:1, 18; 19:11; 22:24; 27:4; 29:22; 30:33; siehe auch Gal 5:20; Eph 4:31; Kol 3:8.)

The ESV Study Bible

»Welche aber Christus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Lüsten und Begierden« (Gal 5,24). Das klingt, als wäre die Selbstbeherrschung für Christen kein Problem mehr. Dieser Eindruck schwindet schnell, wenn man den Vers im Zusammenhang liest. Auch uns gelten die vergleichenden Einschätzungen unseres Spruches. Ein Held hat sein Schwert stets bei der Hand und schlägt bei jeder Gelegenheit sofort zu – um sein Heldentum zu beweisen, oder weil sein Jähzorn mit ihm durchgeht, er gar keine friedliche Lösung erstrebt? Wieviel Leid ist auf diese Weise schon zugefügt worden, wieviel Benzin ins Feuer gegossen. Ein Langmütiger (wörtl.: »lange Nase«, d.h. langer Atem) zu sein ist viel besser. Er löst die Spannung ohne Heldentum, aber auch ohne Blut und Tod. Er braucht keinen Friedensvertrag, weil er den Frieden erhalten und den Krieg verhindert hat.
Mit »Leidenschaft« ist das hebr. Wort für »Geist« wiedergegeben. Es ist schwieriger und deshalb erstrebenswerter, besser, ein Herrscher über seine Leidenschaft zu sein als Eroberer einer Stadt.

Wuppertaler Studienbibel

»langmütig«, ᵓæræk ᵓappajim (wie in 14,29; 15,18), oder »langsam zum Zorn«. Langmut ist eine Eigenschaft Gottes selbst (2Mo 34,6; Ps 103,8), also etwas, was dem Sünder nicht innewohnt. Selbstbeherrschung ist eine Frucht des Heiligen Geistes (Gal 5,22–23), und das bedeutet, dass niemand sie aus eigener Kraft lernt; einzig die Kraft Gottes vermag, die uns angeborene Ungeduld und Unduldsamkeit zu bezwingen. Das erfuhr David, als er in seinem Zorn sich an Nabal rächen wollte (1Sam 25,13). Da redete Gott zu ihm durch eine kluge Frau, und dieses Reden bezwang Davids Zorn, wie er selbst bekennt: »Gepriesen sei Jahwe, der Gott Israels, der dich mir an diesem Tag entgegengesandt hat … der Gott Israels, der mich verhindert hat, dir Böses zu tun« (1Sam 25,32–34). Gottes Kraft an uns kann nur wirksam werden, wenn wir lernen, auf ihn zu hören; und wer das tut, wird mit der Zeit »langsam zum Zorn« (Jak 1,19).
Darum gilt: »Besser ein Langmütiger als ein Held.« Wen Gott gelehrt hat, sich selbst zu beherrschen, der hat einen größeren Sieg errungen, »als wer eine Stadt bezwingt« (als Gegensatz siehe 14,17.29b; 25,28; 29,11). Gideon konnte seinen Zorn bezwingen und antwortete auf ungerechte Vorwürfe mit klugen Worten, und das war mehr als sein Sieg über die Midianiter (Ri 8,1–3), denn das rettete den Frieden in Israel.
Wir neigen dazu, den schnell und entschlossen Handelnden zu bewundern; oft aber ist der Mann, der warten kann und nicht dem Drang zum Losschießen nachgibt, sondern geduldig auf Gottes Stunde harrt, der wirklich Weise. Saul konnte die bestimmte Stunde nicht abwarten und sündigte in seiner Ungeduld (1Sam 13,8–9); und entsprechend sündigte er in seinem lange brütenden (1Sam 18,29) und immer wieder jäh aufflammenden Zorn (1Sam 18,11; als Gegensatz dazu Spr 17,27).

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

Geduld zu haben ist in dieser Welt ein Erfordernis für jeden Gläubigen, ob in alt- oder in neutestamentlicher Zeit. Ja, wir können sagen: Geduld ist ein herausragender Charakterzug Gottes selbst. Um in der Heiligen Schrift den Gedanken der Geduld wiederzugeben, benutzt der Geist Gottes in der Hauptsache zwei Ausdrücke, die sich in der Bedeutung zwar nahe kommen, sich aber doch deutlich voneinander unterscheiden. Der eine wird gewöhnlich mit „Ausharren“, der andere mit „Langmut“ übersetzt. Es gibt Stellen im Neuen Testament, wo beide Wörter mehr oder weniger eng nebeneinander stehen,
zum Beispiel in Kolosser 1:
„… gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu allem Ausharren und aller Langmut mit Freuden“ (V. 11);
oder in 2 Korinther 4:
„… sondern uns selbst in allem als Gottes Diener erweisend, in vielem Ausharren, in Bedrängnissen … in Langmut, in Güte …“ (V. 4-6).
Die umgekehrte Reihenfolge in der Beschreibung des Lebens und Dienstes des Apostels Paulus finden wir in 2 Timotheus 3,10: „Du aber hast genau erkannt… meine Langmut, meine Liebe, mein Ausharren.“ Und wenn Jakobus in seinem Brief die glückselig preist, die ausgeharrt haben, und dann das Ausharren Hiobs als Beispiel anführt (Kap. 5,11), so wird einen Vers vorher auch auf das Beispiel der Geduld oder Langmut (nicht: des Ausharrens) der Propheten des Alten Testaments verwiesen.
Das griechische Wort für „Ausharren“, „hypomone“, leitet sich von einem Tätigkeitswort ab, das wörtlich „darunter bleiben“ bedeutet. Es bezeichnet Geduld im Blick auf Dinge oder Umstände – ein geduldiges Aushalten, das bei Versuchung und Leiden nicht zusammenbricht. Das erwähnte „Ausharren Hiobs“ ist ein sprechendes Beispiel für diese Bedeutung. Als weiteres Beispiel kann 2 Korinther 1,6 angeführt werden: „Sei es, dass wir getröstet werden, so ist es eures Trostes wegen, der im Ausharren in denselben Leiden wirksam ist, die auch wir erleiden.“ Wenn der Herr Jesus von den Leiden spricht, die Seine Jünger um ihres Glaubens willen würden erleiden müssen, sagt Er abschließend: „Gewinnt eure Seelen durch euer Ausharren“ (Lk 21,19). Es heißt eben für den Gläubigen, „bis ans Ende“ auszuharren (Mt 10,22; 24,12). Das Ausharren soll ein „vollkommenes Werk“ haben (Jak 1,4), und wir haben „Ausharren nötig“, müssen den vor uns liegenden Wettlauf „mit Ausharren laufen“ (Heb 10,36; 12,1).
David spricht vom Leben des Menschen als einem Schattenbild (Ps 39,6). Und wenn er anschließend fragt: „Und nun, auf was harre ich, Herr?“, so heißt es in der Septuaginta, der Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische, wörtlich: „Und nun, was (oder: wer) ist mein Ausharren?“ Die Antwort kann für ihn und für uns nur lauten: „Meine Hoffnung ist auf dich!“ (V. 7).
In Römer 15 werden Gott verschiedene Titel beigelegt, und der erste lautet: der „Gott des Ausharrens“ (V. 5). Wieder lernen wir, dass unsere Hilfsquellen zum Ausharren in Gott selbst liegen. Dem allmächtigen Gott selbst wird jedoch nie direkt „Ausharren“ zugeschrieben, was nach der gebotenen Erklärung des Wortes leicht zu verstehen ist: Gott, der über allem ist, unterliegt niemals einem Druck, einer Versuchung; nie kann je ein Umstand auf Ihm lasten.
Das verhält sich im Blick auf den Herrn Jesus anders. Obwohl Er absolut Gott ist, hat Er als Mensch für die vor Ihm liegende Freude das Kreuz „erduldet“, hat so großen Widerspruch von den Sündern gegen Sich „erduldet“ (Heb 12,2.3). Hier wird beide Male das Verb „hypomeno“ benutzt: Er hat unter diesen so unvergleichlich schweren Umständen ausgeharrt.
Das zweite griechische Wort für „Geduld“ ist „makro-thymi’a“. Es setzt sich aus den beiden Wörtern „makrös“ = „lang“ und „thymös“ – „Gemüt(sart)“ zusammen und bedeutet „Langmut“. Im Gegensatz zu „Ausharren“ bezeichnet „Langmut“ Geduld mit Personen. Darin liegt der Schlüssel zum Verständnis im Gebrauch der beiden Wörter.
Während „Ausharren“, wie wir gesehen haben, im Blick auf Gott nicht angewandt wird, so ist hingegen „Langmut“ ein Wesenszug der Gnade Gottes. Gott hat „mit vieler Langmut ertragen die Gefäße des Zorns“ (Röm 9,22). Paulus erfuhr die Langmut Gottes in besonderer Weise: zum Vorbild für die, die an den Herrn Jesus glauben würden (1 Timotheus 1,16). Schon in den Tagen Noahs „harrte die Langmut Gottes“ (1 Petrus 3,20), und in 2 Petrus 3,15 werden wir ermahnt, „die Langmut unseres Herrn für Errettung“ zu erachten.
Dass Jehova, Gott, „langsam zum Zorn“, das heißt langmütig ist (die Septuaginta hat makröthymos = langmütig), sagt uns schon das Alte Testament (2 Mose 34,6). Die Langmut, die Beherrschung des Geistes, steht oft mit dem Zurückhalten des Zorns in Verbindung, sie ist aber in der Schrift nicht darauf beschränkt.
Doch auch Menschen werden zur Langmut ermahnt. „Besser ein Langmütiger als ein Held, und wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert“ (Spr 16,32). „Ein zorniger Mann erregt Zank, aber ein Langmütiger beschwichtigt den Streit“ (Kap. 15,18).
Heiligen steht diese Tugend, miteinander Geduld oder Nachsicht zu haben, besonders gut an. So zeigt es der Herr schon in einem Gleichnis: „Habe Geduld (Langmut) mit mir“ (Mt 18,26.29). Und wie die Liebe gütig ist, so ist sie auch langmütig (1 Korinther 13,4); ja, wir sollen „langmütig zu allen“ sein (1 Thessalonicher 5,14). In Jakobus 5 wird das Geduld-Haben (V. 7) in Gegensatz gesetzt zu einem Seufzen der Brüder gegeneinander (V. 9). Wenn wir gegen Brüder seufzen, fehlt es uns an der notwendigen Langmut ihnen gegenüber. Sowohl in Epheser 4,2 als auch in Kolosser 3,12.13, folgt nach der angemahnten Langmut direkt der Zusatz „einander ertragend“.
So finden wir bestätigt, dass Langmut sich als Geduld gegenüber Personen offenbart. Ausharren dagegen ist Geduld in prüfenden Umständen. Nur der Herr kann uns beides schenken. ChB

Ermunterung und Ermahnung 2002 – Seite 116

Geduldiger: Wer langmütig ist und sich von dem Zorn nicht so schnell einnehmen lässt, macht es besser und es ist auch mehr von ihm zu halten, als von einem Starken der in der Schlacht viele Feinde zu Boden geschlagen hat. Und wer sich selber mäßigen kann, dass er seinen bösen Begierden widersteht, der tut ein größeres Werk als der, der eine feste Stadt erobert. Denn das sind vor Gott die rechten Helden, welche durch den Heiligen Geist über die Lüste des Fleisches und der Begierden herrschen. Darum sollen wir viel mehr nach solchem Lob streben, als dass wir uns rühmen können, wir haben wer weiß wie viele Feinde in die Flucht geschlagen.

Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

Hört auf mich, und ihr werdet Gutes essen

Warum wäget ihr Geld dar für das, was nicht Brot ist, und euren Erwerb für das, was nicht sättigt? Höret doch auf mich und esset das Gute, und eure Seele labe sich an Fettem!
Elberfelder 1871 – Jesaja 55,2

Wozu schätzt ihr (Dinge) nach dem Geldwert ein und (warum verwendet ihr) eure Mühe nicht zum Sattwerden? Hört auf mich, und ihr werdet Gutes essen, und eure Seele wird in Gutem schwelgen!
Septuaginta Deutsch – Jesaja 55:2

Warum wiegt ihr Silber ab für Nicht-Brot und eure Mühsal für etwas, das nicht zur Sättigung dient? Höret auf mich und ihr werdet Gutes genießen und ihr werdet euch laben am Fett.
Die Philippson-Bibel – Jes 55,2

Warum wägt ihr Silber hin
für Nichtbrot,
eure Arbeit
für Nichtsättigendes?!
hört nur, höret auf mich,
daß ihr Gutes zu essen habet,
eure Seele am Mark sich erquicke!
Buber & Rosenzweig – Jes 55;2

Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder: Warum kaufen Christen „Lebensbeschreibungen“ und „Romane“ anstatt direkt Gottes Wort zu studieren? Warum schaut man auf den sozialen Medien sich „Bestsellerautoren“ und „junge Prediger“ an, die viel weniger von der Bibel wissen, als man selbst – anstelle sich vertiefend mit Gottes Wort auseinander zu setzen? Warum besucht man die „Versammlung“, wo man an der Oberfläche bleibt, und dabei wie der Zuhörer bestimmte Bibelverse besser anwenden kann, anstatt sich vertiefend mit IHM auseinander zu setzen??

Der Gottesknecht starb nicht nur für die Sünden Israels (53,8), sondern auch für die Sünden der ganzen Welt (Johannes 1,29; 1 Johannes 4,14). Jesaja macht in seinem ganzen Buch deutlich, dass die Heiden in Gottes Plan einbezogen sind. Was Jesaja und die anderen Propheten nicht wussten, war, dass gläubige Juden und Heiden eines Tages in Jesus Christus in der Kirche vereint sein würden (Eph 3,1-12).
Gott spricht eine dreifache Einladung an die Heiden aus: Kommt (Jes 55,1-5), sucht (V. 6-13) und betet an (56,1-8).
Kommt (Jes. 55,1-5). Die Einladung richtet sich an „alle“ und nicht nur an die Juden. Jeder, den es nach dem dürstet, was wirklich satt macht (Johannes 4,10-14), ist willkommen, zu kommen. Wie in Jesaja 25,6 stellt sich der Prophet Gottes Segnungen als ein großes Fest vor, bei dem Gott der Gastgeber ist.
Im Osten ist Wasser eine kostbare Zutat, und ein Überfluss an Wasser ist ein besonderer Segen (41:17; 44:3). Wein, Milch und Brot waren die Grundnahrungsmittel des Volkes. Die Menschen lebten von Ersatzprodukten, die sie nicht ernähren konnten. Sie brauchten „das Echte“, das nur der Herr geben konnte. In der Heiligen Schrift sind sowohl Wasser als auch Wein Bilder für den Heiligen Geist (Johannes 7,37-39; Eph 5,18). Jesus ist das „Brot des Lebens“ (Johannes 6,32-35), und sein lebendiges Wort ist wie Milch (1 Petrus 2,2). Unser Herr hatte wahrscheinlich Jesaja 55:2 im Sinn, als er sagte: „Bemüht euch nicht um die Speise, die vergeht, sondern um die Speise, die zum ewigen Leben reicht“ (Johannes 6:27, NKJV).
Die Menschen müssen hart arbeiten, um Brunnen zu graben, Schafe und Rinder zu hüten, Samen zu säen und Weinberge zu pflegen. Aber der Herr bot ihnen alles, wofür sie sich abmühten, umsonst an. Wenn sie auf sein Wort hören, werden sie geneigt sein zu kommen; denn Gott zieht die Sünder durch das Wort zu sich (Johannes 5,24). Beachten Sie die Betonung des Hörens in Jesaja 55,2-3.
Die „sicheren Erbarmungen Davids“ beziehen sich auf den Bund Gottes mit David (2 Sam. 7), in dem er versprach, dass ein Nachkomme für immer auf Davids Thron regieren würde. Dies ist natürlich Jesus Christus (Lk 1,30-33); und der Beweis, dass er Gottes König ist, wird in seiner Auferstehung von den Toten gesehen (Apg 13,34-39). Jesus Christus ist Gottes Bund mit den Heiden („Völkern“), und seine Verheißungen haben Bestand, solange sein Sohn lebt, und das ist für immer.

Warren W. Wiersbe — Sei Commentary Serie

Was die Rettung betrifft, haben bis dahin nicht viele Juden ihr volles Vertrauen auf Jehova gesetzt. Bevor die Stadt Jerusalem fiel, hofften zum Beispiel viele ihrer Herrscher, von mächtigen Nationen unterstützt zu werden, und prostituierten sich gewissermaßen sowohl Ägypten als auch Babylon (Hesekiel 16:26-29; 23:14). Aus gutem Grund sagte ihnen Jeremia warnend: „Verflucht ist der kräftige Mann, der sein Vertrauen auf den Erdenmenschen setzt und tatsächlich Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz sich von Jehova selbst abwendet“ (Jeremia 17:5). Aber genau das tat Gottes Volk.
9 Jetzt sind die Juden einer der Nationen versklavt, auf die sie vertraut hatten. Haben sie daraus etwas gelernt? Viele möglicherweise nicht, denn Jehova fragt sie: „Warum bezahlt ihr ständig Geld für das, was nicht Brot ist, und warum gilt eure Mühe dem, was nicht zur Sättigung gereicht?“ (Jesaja 55:2a). Vertrauen die gefangenen Juden auf jemand anders als Jehova, dann ‘bezahlen sie Geld für das, was nicht Brot ist’. Sie werden bestimmt nicht aus Babylon freigelassen werden, das grundsätzlich keine Gefangenen in ihre Heimat zurückkehren lässt. Den exilierten Juden hat Babylon mit seinem Imperialismus, seinem Kommerz und der falschen Anbetung wirklich nichts zu bieten.
10 Jehova bittet sein Volk inständig: „Hört mir aufmerksam zu, und esst, was gut ist, und an Fettigkeit finde eure Seele ihre Wonne. Neigt euer Ohr, und kommt zu mir. Hört, und eure Seele wird am Leben bleiben, und ich will einen auf unabsehbare Zeit dauernden Bund mit euch schließen in Bezug auf die liebenden Gütigkeiten gegenüber David, die zuverlässig sind“ (Jesaja 55:2b, 3). Die einzige Hoffnung für diese geistig schlecht ernährten Menschen liegt bei Jehova, der jetzt in der Prophezeiung durch Jesaja zu ihnen spricht. Ihr Leben hängt davon ab, dass sie auf Gottes Botschaft hören, denn dann wird, wie er sagt, ‘ihre Seele am Leben bleiben’. Worum handelt es sich indes bei dem „auf unabsehbare Zeit dauernden Bund“, den Jehova mit denen schließen wird, die auf ihn hören? Es ist ein Bund „in Bezug auf die liebenden Gütigkeiten gegenüber David“. Jahrhunderte zuvor verhieß Jehova David, sein Thron werde „bis auf unabsehbare Zeit gefestigt werden“ ( 2 Samuel 7:16). Bei dem „auf unabsehbare Zeit dauernden Bund“ geht es somit um Herrschaft.

Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen

In Vers 2 wird eine Aufforderung ausgesprochen: Warum gebt ihr Geld aus für das, was kein Brot ist, und eure Arbeit für das, was nicht satt macht? Hört auf mich und esst, was gut ist, und lasst eure Seele sich an der Fülle erfreuen. Das, was die Seele befriedigt, kann nicht mit Geld gekauft werden. Die Herausforderung lautet also: „Warum Geld für Dinge ausgeben, die keine dauerhafte Befriedigung bringen?“ Die Lösung liegt im zweiten Teil dieses Verses. Im Hebräischen kommt das Wort für „hören“, schama, zweimal in zwei verschiedenen Verbformen vor: schimu schamoa. Statt „höre fleißig“ heißt es im Text: „Höre, höre!“ oder „Höre, höre!“ Es folgt die Empfehlung, das zu essen, was gut ist, und die Seele an Fett zu erfreuen.

Arnold Fruchtenbaum – Bibelkomentar Jesaja

Euer Innerstes soll Sanftmut und friedvolle Ruhe ausstrahlen

deren Schmuck sei nicht der auswendige durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unverweslichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, welcher vor Gott sehr köstlich ist.
Elberfelder 1871 – 1.Petrus 3,3–4

Putzt euch nicht äußerlich heraus mit aufwendigen Frisuren, kostbarem Schmuck oder prächtigen Kleidern. Eure Schönheit soll von innen kommen! Freundlichkeit und ein ausgeglichenes Wesen sind der unvergängliche Schmuck, der in Gottes Augen Wert hat.
Gute Nachricht Bibel 2018 – 1.Petrus 3:3–4

Eure Schönheit soll nicht darin bestehen, dass ihr euer Haar aufwändig frisiert, Goldschmuck anlegt und kostspielige Kleider tragt. Das sind alles nur äußere Dinge. Sie soll vielmehr von innen kommen und ein Ausdruck eures Lebens mit Christus sein, das den Blicken der Menschen verborgen ist. Ein freundliches und ausgeglichenes Wesen ist etwas Unvergängliches und ist die Art von Schmuck, die in Gottes Augen einen unvergleichlichen Wert hat. (wörtlich Sie soll vielmehr der verborgene Mensch des Herzens sein mit dem unvergänglichen ´Wesen/Schmuck` des freundlichen und ruhigen Geistes, der….)
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Petr 3,3–4

Euer Schmuck bestehe nicht in Äusserlichkeiten, nicht darin, dass ihr euch die Haare kunstvoll flechtet, Goldschmuck tragt und prächtige Kleider anzieht; euer Schmuck sei vielmehr der verborgene Mensch des Herzens, der sich im unvergänglichen Wirken des sanftmütigen und stillen Geistes zeigt. Das ist kostbar vor Gott.
Zürcher Bibel 2007 – 1.Petr 3:3–4

Dabei soll euer Schmuck nicht vor allem in äußerlichen Dingen bestehen, wie zum Beispiel aufwendige Frisuren oder Goldgehänge oder besonders teure Kleider. Sondern ihr sollt euch auszeichnen durch eure inneren Werte, die eure gesamte Persönlichkeit prägen. Euer Innerstes soll Sanftmut und friedvolle Ruhe ausstrahlen. Das ist sehr wertvoll vor Gott.
Das Buch – neues Testament und Psalmen – 2009 – 1.Pet 3,3–4

Das Erste, was Menschen von uns mitbekommen, ist unsere äußere Erscheinung. Als der Prophet Samuel zu Isai, dem Vater von König David sagte: „Der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz“ (1Sam 16,7), machte er eine wahre Feststellung. Deshalb ist es nicht falsch oder eitel, auf sein Äußeres zu achten. Eine Frau, die ungepflegt durch die Gegend läuft, ist kein Zeugnis für ihren Herrn. Jede Frau möchte hübsch aussehen, und darf es auch! In manchen biblischen Erzählungen wird ausdrücklich auf die Schönheit einer Frau hingewiesen: Sara (1Mo 12,11), Rebekka (1Mo 24,16), Rahel (1Mo 29,17), Ester (Est 2,7). An keiner Stelle wird das als verwerflich bewertet, im Gegenteil.
Diese Stellen bekommen allerdings im Zusammenhang mit der Lehre des Neuen Testaments eine neue Tiefe.
Lies 1. Petrus 3,3–4. Was macht eine Frau wirklich schön?

Petrus geht es wohl weniger darum, Schmuck und schöne Kleider zu verbieten, sondern Frauen darauf hinzuweisen, dass ihre wahre Schönheit nicht in Farben, Stoffen und Juwelen liegt. Sara, die Petrus zwei Verse später erwähnt (V. 6), war nicht ohne Grund bis in ihr hohes Alter attraktiv (vgl. 1Mo 12,11.14; 20,2; bei diesen Begebenheiten war sie ca. 65 bzw. 90 Jahre alt) – vermutlich wegen ihrer inneren Ruhe und Ausstrahlung. Rebekka weckte die Aufmerksamkeit von Abrahams Diener nicht nur wegen ihrer äußeren Schönheit, sondern weil sie alle zehn Kamele tränkte! Sie hatte das Herz einer Dienerin.
Auch Ester muss aus irgendeinem Grund unter all den Schönheiten, die das Reich des Königs Ahasveros zu bieten hatte, aufgefallen sein. Der Hüter der Frauen mochte und begünstigte sie (vgl. Est 2,9). Etwas hatte sie, was die heidnischen Mädchen nicht hatten: Die Furcht des Herrn, die Gelassenheit eines tiefen Gottesvertrauens, die sie befähigte, auch in der haarsträubenden Situation, in der sie sich befand, gefasst zu bleiben. Eine Frau, die nicht auf sich selbst fixiert ist, ist immer schön.
König Salomo, der für die Reize schöner Frauen mehr als zugänglich war, teilt uns seine Erkenntnisse in seiner Sammlung weiser Sprüche mit.

Vollkommer – Von Frau zu Frau: Ein Bibelkurs

Viele Frauen trugen höchst kunstvolle Frisuren, und die Reichen versuchten natürlich, stets mit der neuesten Mode Schritt zu halten. Der auffällige Schmuck dieser reichen Frauen, mit dem sie die Aufmerksamkeit der Männer auf sich ziehen wollten, wurde in der Literatur und den Reden der Antike wiederholt verurteilt, und so wurde der Apostel hier sicherlich verstanden. (Siehe die Ausführungen zu 1.Tim 2,9-10 .)
1 Petr 3:4 : In der Gesellschaft der Antike galt ein »sanfter und stiller Geist« als eine der herausragendsten weiblichen Tugenden, und viele Moralisten empfahlen den Frauen, sich lieber in dieser Haltung zu üben, statt sich in die neueste Mode zu kleiden, um die Aufmerksamkeit der Männer auf sich zu ziehen – eine Untugend, die vor allem den adligen Frauen zur Last gelegt wurde, aber natürlich bei allen, die es sich leisten konnten, Nachahmerinnen fand.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Ein heißes Eisen
Es ist nicht so ganz einfach, etwas über den „Schmuck der Frau“ zu schreiben. Dennoch greift des Neue Testament dieses Thema auf und deshalb möchte ich versuchen, anhand zweier Verse aus dem ersten Petrusbrief dazu etwas zu schreiben und besonders meinen Glaubensschwestern (aber nicht nur) zum Überdenken vorzulegen.
Petrus schreibt:
„… deren Schmuck nicht der äußere sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Goldschmuck oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist.“(1 Petrus 3,3.4)

Nicht der äußere Schmuck
Beim Lesen des Verses wird unmittelbar klar, dass es um allgemeine Hinweise geht, die für jede gläubige Frau gültig sind. Sie soll durch ihr Verhalten ein Zeugnis sein und dazu gehört, dass sie nicht durch den äußeren Schmuck glänzt, sondern dass der innere Schmuck des Herzens an ihr gesehen wird. Petrus zeigt zuerst, worin der Schmuck der Frauen nicht bestehen soll. Danach zeigt er die positive Seite, nämlich womit sie sich schmücken sollen.
Es liegt in der Natur der meisten Frauen, dass sie sich gerne schmücken. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange es der richtige Schmuck ist. Die Gefahr besteht allerdings, dass Frauen sich in ihrem Äußeren (ihrem „Outfit“) davon leiten lassen, was in der Welt gerade „in“ ist. Davor werden wir sowohl in unserem Vers als auch in 1 Timotheus 2,9-15 gewarnt. Der entscheidende Punkt ist, dass der Schmuck der Frau nicht durch die äußere Optik bestimmt wird, sondern dass er durch das Innere sichtbar wird. Der geschätzte Ausleger H.L. Heijkoop schreibt: „Wahrer Schmuck ist sittlicher Natur. Äußerlicher Schmuck macht niemanden anziehend vor Gott und ebenso wenig vor Menschen, die nicht bei der Oberfläche stehen bleiben, sondern gewöhnt sind, die Dinge in ihrem sittlichen Charakter zu sehen“. Wie Gott schon im Alten Testament über den nur äußerlich zur Schau gestellten Schmuck und die Kleidung der Frauen denkt, zeigt Jesaja 3,16-25 sehr deutlich.

Keine gesetzlichen Anordnungen
Allerdings dient unser Vers nicht dazu, in einer gesetzlichen Form vorzuschreiben, was Frauen anziehen sollen oder was nicht. Es fällt ohnehin auf, dass das Neue Testament mit „Kleidungsvorschriften“ sehr zurückhaltend ist. Petrus schreibt nicht, dass es generell per Dekret „verboten“ ist, Schmuck zu tragen oder die Haare zu flechten. Wenn man das in diesen Vers hineinlegen möchte, müsste man konsequenterweise ebenfalls dafür plädieren, dass Frauen keine Kleider tragen.
Es geht vielmehr um den Missbrauch des Schmucks und des äußeren Erscheinungsbildes einer Frau, wodurch die Aufmerksamkeit auf die Person gelenkt und so eine Möglichkeit verloren geht, Menschen für Christus zu gewinnen. Eine gläubige Frau, die in erster Linie durch ihr Äußeres auffallen will, unterscheidet sich nicht von den ungläubigen Frauen dieser Welt. Sie pflegt das, was wie „Gras“ ist und bald vergehen wird (s. 1 Petrus 1,24).

Drei konkrete Punkte
Petrus nennt drei Dinge, die den äußeren Schmuck ausmachen und die miteinander verbunden sind. Erstens das Flechten der Haare, zweitens das Umhängen von Goldschmuck und drittens das Anziehen von Kleidern. Jedes Mal benutzt er ein Wort das nur hier im NT vorkommt.
Viele Frauen verbrachten damals sehr viel Zeit damit, sich auf diese Weise zu schmücken. Die Warnung für uns liegt auf der Hand: Eine gläubige Frau soll sich nicht übermäßig mit ihrem Äußeren beschäftigen, um damit die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
• Das Flechten der Haare: Dieses Wort meint nicht das einfache und schlichte Flechten der Haare, sondern die Arbeit eines Haarkünstlers, der für seine Kunst sehr viel Aufwand betrieb und ganze Berge von Flechten zu einem regelrechten „Kunstwerk“ aufhäufte. Es geht ganz sicher nicht um eine schlichte Frisur oder eine normale Haarflechte.
• Das Umhängen von Goldschmuck: Hier wird Bezug auf den damals üblichen Goldschmuck genommen, der an Hals, Knöcheln, Armen oder Fingern getragen wurde. Erneut ist die Warnung klar: Der deutlich sichtbare Goldschmuck lenkt die Blicke auf die Frau und passt nicht zu einem Wandel in Gottesfurcht und Reinheit. Es versteht sich von selbst, dass es nicht nur um Gold, sondern ebenso um andere Materialien geht, aus denen Schmuck hergestellt wird.
• Das Anziehen von Kleidern: Petrus meint natürlich nicht, dass eine Frau keine Kleider (Kleidungsstücke) anziehen soll, sondern dass sie die Kleidung nicht benutzen soll, um damit aufzufallen und zu glänzen. Es geht um die Vielfalt und/oder Kostbarkeit der Kleidungsstücke, die aus Eitelkeit getragen werden.
Alle drei Dinge stehen in Übereinstimmung mit dem, was Paulus schreibt: „Ebenso auch, dass die Frauen sich in bescheidenem Äußeren mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung“ (1 Timotheus 2,9).

Gott sieht auf das Herz
Die Sache ist eigentlich einfach. Unserem Gott kommt es auf das Herz an. Er „sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das Äußere, aber der Herr sieht auf das Herz“ (1 Samuel 16,7). Ihm ist ein reines Herz wichtig (s. Mt 5,8).
Es wäre allerdings fatal, daraus den Rückschluss zu ziehen, das Äußere sei unwichtig. Wenn das Äußere ein Spiegel des Inneren ist, so wird ein Christ für ein ordentliches und anständiges „Outfit“ sorgen und weder durch äußeren Schmuck noch durch nachlässige Kleidung auffallen.
Mit Recht ist das Beispiel einer Uhr benutzt worden. Zwei Dinge sind wichtig, damit eine Uhr ihren eigentlichen Zweck erfüllt und die Zeit anzeigt: Erstens muss das Uhrwerk intakt sein (das Innere) und zweitens müssen die Zeiger da sein (das Äußere). Wenn eins von beidem fehlt, geht die Uhr an ihrer „Bestimmung“ vorbei und zeigt die Uhrzeit nicht an.
Der amerikanische Bibelausleger S. Ridout schrieb schon vor vielen Jahrzehnten: „Die Kleidung einer Christin sollte wie alles andere nicht im Widerspruch zu ihrem himmlischen und abgesonderten Charakter stehen. Gerade die Tatsache, dass wir nicht unter Gesetz sind, sollte uns umso mehr zu einfachem Gehorsam leiten. Andererseits kann man mit Schäbigkeit oder Nachlässigkeit der Kleidung wohl kaum Reklame für die Wahrheit machen“.
„Die Kleidung einer Christin sollte wie alles andere nicht im Widerspruch zu ihrem himmlischen und abgesonderten Charakter stehen.“

Bleib in mir 2019

Das Partizip, das im Deutschen mit „sollt ihr (euch) unterordnen“ (hypotassomenai, wörtlich „sich unterwerfen“) übersetzt ist, hat das Gepräge eines Befehls (vgl. 1 Petrus 2,18). Dieses Gebot schreibt den Frauen vor, ihren Männern unbedingt gehorsam zu sein (vgl. Eph 5,22; Kol 3,18). Es beschränkt die Subordination der Frauen allerdings auf den Bereich des Hauses, da es nur den Ehemännern gegenübergilt. Gott hat sie als „Häupter“ der Familie eingesetzt, deren Autorität die Frauen akzeptieren sollen. Von der Frau wird erwartet, daß sie ihren Platz in der Familienhierarchie ausfüllt. Die Frauen sollen sich ihren Ehemännern auch dann unterwerfen, wenn diese Ungläubige sind, damit sie durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte für den Glauben gewonnen werden. Die überzeugende Reinheit einer gottesfürchtigen Frau wird selbst einen völlig uneinsichtigen Mann mit der Zeit beeindrucken (vgl. Tit 2,5).
Eine Frau, die einen solchen Sieg erringt, hat eine herzbezwingende Liebenswürdigkeit, die nicht von äußerem Schmuck, sondern aus dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes (vgl. 1Tim 2,9-11 ) kommt. Dieser Schmuck des Geistes ist köstlich vor Gott. Während die Welt kostbare Gewänder und Juwelen liebt, ist in Gottes Augen eine Frau von sanftem und stillem Gemüt „köstlich“. Petrus wollte damit nicht sagen, daß Frauen keinen Schmuck oder schöne Kleider tragen sollen, sondern daß eine Christin nicht in äußeren Dingen die Quelle wahrer Schönheit suchen soll.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Als Nächstes spricht Petrus in den Versen 3-4 die Ausgewogenheit zwischen äußerem und innerem Schmuck an. In Vers 3 weist er die Frauen bezüglich des äußerlichen Schmuckes an. Das hier gebrauchte griechische Wort für Schmuck ist Kosmos; davon stammt auch das Wort Kosmetik ab. Das griechische Wort bezieht sich normalerweise auf das geordnete Weltsystem unter Satans Herrschaft. In diesem Fall jedoch spricht Petrus das geordnete System an, von dem eine Frau Gebrauch macht, um äußerlich schön zu wirken. Er zählt drei Formen des äußeren Schmucks auf: (1) Flechten der Haare; im Neuen Testament finden wir das griechische Wort für flechten nur in diesem Vers. In der griechischen Welt wurde es jedoch für die komplette Arbeit eines Haarkünstlers gebraucht. (2) Umhängen von Gold; das bezieht sich auf den Goldschmuck, der um den Hals, an Fußknöcheln, Armen oder Fingern getragen wird. (3) Anziehen von Kleidern; das griechische Wort für anziehen wird nur in diesem Vers gebraucht; es bezieht sich auf die Vielfalt von Kleidern, die gelegentlich aus Eitelkeit getragen wurden. Dieser Vers wird manchmal als Grundlage für die Lehre gebraucht, weibliche Gläubige sollten weder ihr Haar flechten noch Schmuck tragen. Wäre das Petrus’ Absicht, müsste man folgern, dass diese Frauen sich auch überhaupt nicht kleiden sollen; schließlich nennt Petrus auch das Anziehen von Kleidern. Aber alle drei Aussagen müssen in ihrem eigenen Umfeld betrachtet werden. Petrus verurteilt keineswegs äußeren Schmuck. Es geht ihm darum, dass äußerlicher Schmuck nicht im Zentrum stehen sollte; er sollte nicht aus Eitelkeit getragen werden. In Vers 4 weist Petrus vielmehr darauf hin, dass äußerer Schmuck mit dem inneren vereint werden soll, da äußerlicher Schmuck immer vergänglich ist. Irgendwann verblasst die Schönheit aufgrund des Alters. Gold und Silber beschlägt. Kleidung trägt sich langsam ab. Die vorrangige Entwicklung für die gläubigen Frauen sollte der verborgene Mensch des Herzens sein. Als Gegensatz zu äußerlichem Schmuck sollten Ehefrauen den inneren Schmuck entwickeln. Der verborgene Mensch des Herzens bezeichnet »das wiedergeborene Wesen«. Es ist der unvergängliche Schmuck des sanften und stillen Geistes. Das Wort unvergänglich bedeutet, dass etwas »unzerstörbar« ist; und hier bezieht sich Petrus auf die unzerstörbare Qualität des inneren Lebens. Das Wort sanft betont die Art und Weise der Unterordnung. Ehefrauen sollten sich in Sanftheit unterordnen und dabei stets rücksichtsvoll sein. Das Wort still betont die Haltung gegenüber den Ehemännern und dem Leben im Allgemeinen. Es bezieht sich auf eine ruhige Haltung im Gegensatz zu einem lärmenden, lauten Betragen. Das Wort Geist bezieht sich nicht auf den Heiligen Geist, sondern auf den neu geborenen menschlichen Geist. Es ist der Geist, den gläubige Ehefrauen entwickeln sollen. An äußerem Schmuck ist nichts Falsches; aber der Hauptschwerpunkt soll die Entwicklung des inneren Schmuckes sein, der vor Gott von hohem Preis ist. Der sanfte und stille Geist in diesem Vers ist vor Gott von unschätzbarem Wert. Das Wort von hohem Preis bedeutet, dass etwas teuer ist. Die Entwicklung des inneren Menschen zu einem stillen und sanften Betragen ist der teuerste Edelstein, den Frauen erwerben können. Dieser sanfte und stille Geist soll ihr Zentrum sein.

Arnold Fruchtenbaum – Die Petrusbriefe

Die Frau sollte jedoch nicht die Anziehungskraft ihres natürlichen Charmes mit der innerlichen Schönheit ihres Herzens vertauschen, um damit ihren Ehemann für den Herrn zu gewinnen. Einige der Leser dieses Briefes waren offensichtlich nicht arm; sie besaßen Schmuck und Gold. Hier stehen drei Verben von ziemlicher Bedeutung: „flechten“, „umhängen“, „anziehen“. Diese „sollen die Vorstellung arbeits- und zeit- intensiver Prozesse vermitteln, bei denen viel Zeit verschwendet wird“ (Bengel). Es ist eben diese übermäßige Beschäftigung mit den Äußeren, verbunden mit extravagantem Schmuck als Mittel, um die Aufmerksamkeit zu erregen, gegen die sich diese Ermahnung wendet.
Einige Sekten haben diesen Vers mißbraucht, um den Stil der Kleidung der Frau in gesetzlicher Weise vorzuschreiben. Petrus verbietet hier nicht „irgendeinen oder jeden Schmuck“, sondern stellt einen Vergleich hinsichtlich der Werte eines äußerlichen Schmucks und des inneren Schmucks dar, nämlich den eines sanften und stillen Geistes als eines Mittels, um andere für Christus zu gewinnen. Je mehr von diesem inneren Schmuck hervorleuchtet, desto weniger Zeit, Mühe und Kosten werden auf äußeren Schmuck verwendet. Die höchst wirksame und am längsten währende Kosmetik wird in Ps 149,4 beschrieben: „Er schmückt die Demütigen mit Heil“.
„Die Kleidung einer Christin sollte wie alles andere nicht im Widerspruch mit ihrem himmlischen und abgesonderten Charakter stehen. Gerade die Tatsache, daß wir nicht unter dem Gesetz sind, sollte uns um so mehr zu einfachem Gehorsam leiten. Andererseits kann man mit Schäbigkeit oder Nachlässigkeit in der Kleidung wohl kaum Reklame für die Wahrheit machen“ (S.Ridout).
Jugend und das zarte Rot der natürlichen Schönheit verblassen mit zunehmenden Jahren. Die Schönheit des Charakters wird lieblicher und anziehender. Sie ist „nicht verweslich“. In der Sicht Gottes ist der innere Wert ein „sehr köstlicher Schmuck“. Das hier verwendete Wort ist dasselbe wie in Mk 14,3 ,nämlich „kostbar“. Petrus wird dieses Ereignis und die damit verbundene Lektion wohl nicht vergessen haben, daß nämlich der Herr andere Wertvorstellungen hat als der Mensch (Vgl. die 21 Schmuckstücke in Jes 3,18-23 mit den dreien in 1Mo 24,22).

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt