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Saul & Samuel – 2

Und es soll geschehen, wenn dir diese Zeichen eintreffen, so tue, was deine Hand finden wird; denn Gott ist mit dir.
1.Samuel 10,7 – Elberfelder 1871

Diese Zeichen sollen dir eine Bestätigung sein. Wenn sie eintreffen, dann besinn dich nicht lange. Pack die Aufgaben an, die sich dir stellen! Gott wird dir beistehen.«
1.Samuel 10,7 – Gute Nachricht Bibel 2018

 Wenn nun diese Zeichen bei dir eingetroffen sind, so tu, wozu du dich gerade getrieben fühlst, denn Gott ist mit dir! Gehe vor mir nach Gilgal hinab; ich werde alsdann zu dir dorthin kommen, um Brandopfer darzubringen und Heilsopfer zu schlachten. Sieben Tage sollst du dort warten, bis ich zu dir komme und dir mitteile, was du zu tun hast.
1.Samuel 10,7-8 – Menge 1967

Wenn nun diese Zeichen bei dir eintreffen, dann tue, wozu du dich gerade getrieben fühlst, denn Gott ist mit dir.
1.Samuel 10,7 – Bruns 2013

Wenn diese Zeichen bei dir eintreffen, so tue, was deine Kraft zu leisten vermag; denn Gott ist mit dir.
1.Samuel 10:7 – Henne & Rönsch

let it be. Heb. it shall come to pass that, etc. signs. Ex 4:8. Lk 2:12. Jn 16:4. that thou do as occasion, etc. Heb. do for thee as thine hand shall find. 1 S 18:14. Jg +9:33. God. Ge 21:20. Dt 20:1. Jg 6:12. Is 7:14. 45:1, 2. Mt 1:23. 28:20. Ac 18:10.

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Als Saul nun seinen Knecht vorausgeschickt hatte, zog der Prophet ein Gefäss hervor, goss Öl auf das Haupt des Jünglings, küsste ihn und sprach: „Sei König nach dem Willen Gottes, bekämpfe die Palaestiner und räche die Hebräer. Was ich dir jetzt ankündige, soll dir ein Wahrzeichen davon sein.

Josephus – Jüdische Altertümer

Der Vers 7 scheint ein wichtiger Schlüssel zu sein, dennSaul soll etwas tun! Aber was? Einfach abwarten?
Die Ausleger sind da unterschiedlicher Meinung:

Die Erfahrung soll Saul zeigen, dass Gott mit ihm ist, und nicht nur, damit er für eine schöne Erfahrung dankbar sein kann. Es geht darum, dass es Dinge gibt, die er tun wird oder zu denen er herausgefordert wird, und er könnte versucht sein zu denken: „Das könnte ich nicht tun.“ Tatsächlich hatte er zu Samuel gesagt: „Ich bin nur ein Mitglied der kleinsten der zwölf Sippen“ (das war sicher wahr), „und ich bin ein Mitglied der kleinsten Sippengruppe innerhalb Benjamins“ (wir können nicht überprüfen, ob das falsche Bescheidenheit war). Dass Gott ihm diese Erfahrung schenkt, soll solches Gerede verhindern. „Gott wird mit dir sein“ oder „Gott ist mit dir“ ist das klassische alttestamentarische Versprechen, das Gott den Menschen gibt, wenn sie eine unmögliche Aussicht oder Aufgabe vor sich haben. Was du bist, ist dabei unerheblich. Was zählt, ist die Tatsache, dass Gott mit dir ist (wovon diese Erfahrung zeugt).

John Goldingay

Samuel sagte Saul, dass er nach der Erfüllung der drei Zeichen tun solle, was ihm einfalle (für eine überzeugende Verteidigung von „was“ anstelle von „was auch immer“ in V. 7 siehe V. Philips Long, „How Did Saul Become King“, 275-80), ein guter Ratschlag, der auch vom Lehrer (Qoheleth) empfohlen wird (Prediger 9:10). Samuel versicherte Saul, dass Gott mit ihm sei und dass er deshalb nicht versagen könne (vgl. Jos 1,5).
Dann kam eine nüchterne Warnung: Zu einem späteren Zeitpunkt würde Samuel Saul in Gilgal (etwa elf Meilen ost-nordöstlich von Gibea Gottes) im Jordantal treffen (und damit „unten“ in Bezug auf Gibea; V. 8). Dort sollte zunächst ein erstes Treffen stattfinden, um Sauls Königtum zu bekräftigen (11,14-15), mit den entsprechenden Gemeinschaftsopfern und einer begleitenden Feier. Bei einer späteren Gelegenheit würde Samuel Saul erneut in Gilgal treffen, diesmal um Brandopfer (vgl. Lev 1,3-17; 6,8-13) und Gemeinschaftsopfer (vgl. Lev 3,1-17; 7,11-21) zu opfern. Bei dieser letzten Gelegenheit sollte Saul sieben Tage warten, bis Samuel kam und ihm sagte, was er tun sollte. Saul erfüllte die erste Verpflichtung treu (13:8), aber die Ungeduld überkam ihn. Er versäumte es, Samuels Ankunft mit weiteren Anweisungen abzuwarten, und sein Ungehorsam war der Anfang vom Ende seines Königreichs (13:9-14).

Tremper Longman III & David E. Garland – Der Bibelkommentar des Auslegers – Samuel und Könige

Wieso später??? Warum sagt Samuel nicht später – sondern es klingt doch so, als müßte Saul sort loslegen?

Doch bevor das geschieht, lassen die letzten Worte der Rede Samuels an Saul (V. 7-8) den Leser innehalten. Wenn wir alle Worte „Tu, was dir in die Hände fällt, denn die Gottheit ist mit dir“ (V. 7) als eine Einheit betrachten, dann werden sie durch das folgende „Geh vor mir hinab nach Gilgal … und warte, … und ich werde dir sagen, was du tun sollst“ (V. 8) zumindest eingeschränkt, wenn nicht sogar unterlaufen. Wird Saul wirklich die Freiheit geboten, das zu tun, was er für richtig hält, nachdem er vom göttlichen Geist ermächtigt wurde? Oder soll er trotz aller Erfahrungen, die er mit dem göttlichen Geist gemacht hat, Samuels Führung unterworfen bleiben? Vielleicht sollten wir einen Unterschied sehen zwischen dem, „was du auf dem Herzen hast“, und dem, „was deine Hand findet“: Ersteres erlaubt die Unabhängigkeit des Ziels, zweiteres aber nur die Wahl der Mittel. Der König wird eine gewisse Wahl haben, wie die Dinge getan werden, je nachdem, was seine Hand gerade findet; aber der Prophet wird im Allgemeinen in der Nähe sein, um den übergreifenden göttlichen Willen deutlich zu machen. Handelt es sich dabei um eine allgemeine Anleitung oder um spezifische Anweisungen für die Durchführung der verschiedenen Opfer?
Auch die Aussage Samuels ist zweideutig (V. 8). Eine alternative Zeichensetzung macht dies deutlich: „Und du wirst vor mir hinunter nach Gilgal gehen (und beachte, dass ich zu dir hinunter gehe), um zu opfern …“ Wenn man diese Lesart von Samuels Anweisung mit dem zusammenbringt, was die jungen Frauen ihm zuvor gesagt haben (9,13), könnte Saul annehmen, dass er für das Darbringen der Opfer verantwortlich sein wird und Samuel für den Segen, ohne den die Anwesenden nicht an dem damit verbundenen Festmahl teilnehmen würden (siehe weiter 13:11 unten).

William P. Brown – Bibliothek des Alten Testaments – Westminsterkommentar Samuel

JA , dass klingt genau so!

Ver. 7. die allgemeine Bedeutung des Auftretens dieser Zeichen. Wenn diese Zeichen zu dir kommen (lies תְּבֹאֶינָה, Psalm 45:16, „wenn all das zu dir kommt“), dann tue, was deine Hand findet – dieselbe Formel in 25:8 und Judg. 9:33, nicht das, was dir am besten gefällt, „was dir gut erscheint“ (Cler.), sondern das, was sich anbietet, „das, wozu diese Handlung führt“ (Ew. III., 41), tue, was die Umstände nahelegen; denn Gott ist mit dir, „du brauchst niemanden zu fragen, denn Gott wird deinen Rat befolgen“ (Cler.). Diese Zeichen sollen ihm signalisieren, dass er mit Gottes Hilfe seine Unternehmungen so sicher ausführen wird, wie sie ihm widerfahren. Diese Worte beziehen sich auf Sauls unmittelbare Aufgabe in seiner königlichen Berufung (die ihm diese gottgegebenen Zeichen zusichern sollten), nämlich die Befreiung des Volkes von der Unterdrückung durch die Philister.

Eugene H. Peterson – Erster und zweiter Samuel – Westminster Bible Companion

Nachdem Samuel Saul gesagt hatte, dass ihm diese drei Dinge auf seiner Heimreise widerfahren würden, wies er ihn an, (1) das zu tun, was in seiner Macht stand (10:7), und (2) nach Gilgal zu gehen und dort sieben Tage zu warten, bis Samuel kam, um ihm ein Opfer zu bringen und weitere Anweisungen zu geben (10:8). Obwohl die genaue Absicht der Anweisung in 10:7 eher angedeutet als explizit ist, scheint es im Kontext klar zu sein, dass Samuel Saul aufforderte, eine geeignete Maßnahme gegen die phil. Garnison oder den Statthalter (siehe Anmerkung zu 10:5), die sich in Gibea befand (vgl. 10,5; Long 1989:51-66). Mit anderen Worten: Samuel teilte Saul in verschleierter Sprache mit, dass er nun die Pflicht habe, die Initiative zu ergreifen, um die ihm neu übertragene Verantwortung als „Herrscher über Israel“ (10:1) wahrzunehmen und die Israeliten von der Unterdrückung durch die Philister zu befreien (vgl. 9:16). Auf diese Anweisung folgte der Befehl, nach Gilgal zu gehen und dort die Ankunft Samuels abzuwarten, der die Schlacht einweihen und Saul über sein weiteres Vorgehen unterrichten sollte. Die Erfüllung dieses doppelten Auftrags verzögerte sich jedoch bis zu den in 13:3-15 beschriebenen Ereignissen und wurde dann nur eingeschränkt erfüllt (Long 1989:64-65).

J. Robert Vannoy – Eckstein Bibelkommentar – Samuel

Sollte Jehovah tatsächlich gesagt haben, dass Saul sich aufmachen soll, und die in Vers 5 erwähnte „Aufstellung der Philister“ anzugreifen? Saul allein? Ist das nicht ein wenig viel verlangt? Was wäre passiert, wenn Saul die Worte Samuels SO verstanden hätte? Nun – einige Zeit später machen genau DAS Jonathan und sein Waffenträger – und die Ergebnisse zeigen: Jehovah war mit den beiden Kämpfern – und dann trifft auch der nächste Teil ein: die Philister würden sich nämlich „angegriffen fühlen“ und mit einer „größeren Armee stationieren“ – und dann würde Samuel kommen ……

Was liest du?

Für Sonntag höre ich gerade mehrere Kommentare zu Samuel. Ineinem der Bücher war eininteressanter Gedanke, den ich heute direkt teilen möchte:

Sie waren nicht „alt“ im Sinne von antiquiert oder veraltet; ich bezeichne sie manchmal gerne als das Erste Testament und nicht als das Alte Testament, um das zu verdeutlichen. Für Jesus und die Schreiber des Neuen Testaments waren sie eine lebendige Quelle für das Verständnis Gottes, seiner Wege in der Welt und seiner Wege mit uns. Sie waren „nützlich zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch, der Gott gehört, tüchtig sei und zu jedem guten Werk ausgerüstet“ (2 Timotheus 3,16-17). Sie waren eigentlich für alle da. Deshalb ist es verwunderlich, dass Christen sie nur selten lesen. Mit diesen Bänden möchte ich dir helfen, das zu tun.

Mein Zögern besteht darin, dass du mich statt der Heiligen Schrift lesen könntest. Das solltest du nicht tun. Ich finde es gut, dass diese Reihe einen großen Teil des biblischen Textes enthält. Überspringe ihn nicht. Letztendlich ist das der Teil, der zählt.

John Goldingay – Samuel für jeden

Interessanter Gedanke? Manchmal sind wir so sehr auf die Schreiber von Büchern oder die Redner eines Vortrages konzentriert, dass wir anfangen, den Worten des Redners/Schreibers zu folgen oder sogar in diesen „verliebt sind“. Dabei verlieren wir dann leider oft den Autor der Bibel – sprich Jehovah – aus den Augen. Sp entsteht auch Religion: wir folgen dann leider „Auslegern“ und „vergöttern“ deren Worte, anstatt uns selbst vom heiligen Geist die Bibel „aufschließen zu lassen“.

Neue Funktionen

Heute mal wieder Werbung, nachdem Logos heute früh online nicht wirklich zu erreichen war:

Nun sind neue Funktionen in der neuen Version von logos freigeschaltet worden – und machen das Bibelstudienprogramm noch besser!
Was mir bei logos so gut gefällt, habe ich ja schon mehrfach erklärt: unter anderem dass ich Notizen in jeder Bibel und jedem Buch ein- und ausblenden kann – und sogar in „meiner Gruppe“ teilen kann.
Dann die tolle Funktion „Bibeltexte vergleichen“ – wo ich alle in meiner Bibliothek befindlichen Bibeln vergleichen kann – und somit besser verstehen kann, was dort eigentlich in dem Vers steht.
Weitere tolle Funktionen hatte ich hier in dem Video von logos gezeigt.

Und nun, seit ein paar Minuten ist die „verbesserte Software“ nämlich logos 10 online:

und da ich seit einer Woche als „Partner“ akzeptiert bin – also für „geworbene Kunden“ eine Gutschrift für eigene Bücher erhalte, hier die neuesten Funktionen, die mir die Arbeit mit diesem hervorragenden Bibelstudienprogramm in Zukunft noch mehr erleichtern werden:

– ab dem Goldpaket ist es nun möglich, „fremdsprachige Bücher“ aufzuschlagen, wenn diese in „meiner Bibliothek“ ist – und mir einzelne Passagen direkt in Logos in meine Muttersprache zu übersetzen! Das wird mir bei der Suche nach Erklärungen viel Zeit sparen – denn bis dato mußte ich die Passage kopieren – und in ein Übersetzungsprogramm im web übersetzen lassen.

– die „Suchfunktion“ ist „vereinfacht“ worden – nun kann ich die Suche auch so benutzen, wie man dies von Internetsuchmaschinen gewohnt ist.

Also schau dir doch einmal die neuen Logosfunktionen an: https://partners.faithlife.com/click.track?CID=431490&AFID=529281


weitere links findest du in meinen Blog – rechter Rand – ziemlich weit unten.
Und noch etwas: du kaufst jedes Buch nur einmal – und wenn du deine Bibliothek erweiterst, werden nur „neue Bücher und neue Funktionen“ berechnet. Dass heißt, wenn du schon logos 9 oder füher hast, dann bekommst du die Pakete viel günstiger, weil alles, was schon einmal bezahlt worden war, vom „Neupreis abgezogen“ wird!

…die sich dem Hochhalten des Wortes Gottes widmet…

„Laßt euch von niemand durch leere Worte täuschen, denn wegen der vorerwähnten Dinge kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. Werdet daher nicht Teilhaber mit ihnen; denn einst waret ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht in Verbindung mit dem Herrn. Wandelt beständig als Kinder des Lichts, denn die Früchte des Lichts bestehen aus jeder Art von Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Fahret fort, euch zu vergewissern, was vor dem Herrn annehmbar ist, und lasset ab, euch mit ihnen zu beteiligen an den unfruchtbaren Werken, die zur Finsternis gehören, vielmehr aber rüget sie sogar.“ (Epheser 5:6-11, NW) Wenn du also eine Organisation, eine Gruppe, eine Vereinigung oder Gesellschaft auf der Erde siehst, die sich dem Hochhalten des Wortes Gottes widmet, so verbinde dich mit diesen Leuten und studiere dieses Wort. Du siehst, daß es eine solche Gruppe von Leuten gibt, die Jehovas Namen nicht beschimpfen oder lächerlich machen, sondern ihn voller Hingabe ehren und hochhalten. Verbinde dich mit dieser Organisation. Paulus erklärt hier, die Früchte beständen „aus jeder Art von Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit“. Trage solche Früchte. Sei gut, gerecht und wahrhaftig. Anerkenne Jehova als den Gott, der allein gut, gerecht und wahr ist.

Wachtturm -1.Juli 1953

und ein Absatz davor:

Ist die Watch Tower Bible and Tract Society [Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft] Gottes Weib oder seine universelle Organisation? Wir antworten: Nein. Besteht die Religion, für die wir eintreten, aus den Lehren der Zeugen Jehovas? Wir antworten wiederum: Nein. Die Watch Tower Bible and Tract Society ist nur ein Werkzeug, das von der Neuen-Welt-Gesellschaft benutzt wird, das wir lieben und das in der Belehrung des Volkes Gottes wunderbar gesegnet wird. Die Religion, die wir befürworten und predigen, ist die Anbetung Gottes Jehovas gemäß der Bibel! Nur dadurch kannst du ein Kind Gottes, ein Nachfolger und Freund der Gerechtigkeit und so von ihm gelehrt werden. Die Menschen haben jetzt gegen verschiedenes zu kämpfen, gegen angeborene Unvollkommenheit, schlechte menschliche Umgebung und irreführende, böse Geistgeschöpfe, die diese böse Welt beherrschen. Befreiung von der alten Welt ist etwas Wunderbares, doch kann sie uns persönlich zuteil werden, wenn wir die Bibel studieren, ihr glauben und demgemäß leben. Verbinde dich mit anderen, welche Gerechtigkeit lieben, und laß dich nicht von den Gewohnheiten und Maßstäben der alten Welt täuschen. Sie führen zum Tode, weil sie entschieden jeden Grundsatz des Anstandes und der Gerechtigkeit Gottes Jehovas verletzen. (Römer 1:32) Wende dich von ihnen ab. Wende dich Jehova und seinem Volke zu.

Wachtturm -1.Juli 1953

Genau! Jehovah nutzt die vielen kleinen Hauskreise, die vielen bibeltreuen Gemeinden, um SEIN VOLK zu stützen und geistig zu ernähren. Dies tut er durch den heiligen Geist, und nicht durch eine Organisation! Schön, dass „man“ dass schon 1953 erkannt hatte, aber traurig, dass „man“ dass dann aber in die andere Richtung verschoben hat!

„Komm!“

Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.
Elberfelder 1871 – Offb 22,17

Und der Geist und die Braut-Offb 21,2.9- sprechen: ,Komm!‘ Und wer da hört, er spreche: ,Komm!‘ Und wen da dürstet-Jes 55,1; Joh 7,37; Offb 21,6-, er komme; wer da will, er nehme Wasser des Lebens umsonst!
Abraham Meister – Offenbarung 22,17

Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme, und wer es will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! Offb 21,2.6.9; Jes 44,3; 48,20.21; 55,1; Ps 42,2; Mt 5,6; Joh 4,13f; 7,17.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Offb 22,17

Wenn der Herr Jesus so seine Stimme hat hören lassen und auf sich selbst als die Erfüllung aller Verheißungen hingewiesen hat, können der Geist und die Braut nicht schweigen. Der Geist ist zwar auf der Erde, doch sein Aufenthalt dort ist zeitlich begrenzt. Der Geist wohnt hier gerade so lange, wie die Gemeinde, die Braut, hier ist; doch Er fühlt sich hier nicht zu Hause. So fühlt sich auch die Braut in der Welt nicht zu Hause. Sie ist hier noch immer von ihrem Bräutigam getrennt. Doch wenn sie seine Stimme hört, ertönt auch ihre Stimme in vollkommener Harmonie mit der Stimme des Geistes, und sie sagt sie zu ihrem Bräutigam: „Komm!“
Die Braut ist die Gemeinde in ihrer Gesamtheit. Die Gesamtheit der Gemeinde sagt: „Komm!“, auch wenn nicht jeder, der zur Braut gehört, in derselben Weise gleich innig nach dem Herrn verlangt. Daher folgt auch die Aufforderung an jeden persönlich, zu sagen: „Komm!“ Das Verlangen des einen kann ansteckend auf das schwache Verlangen des anderen wirken.
Dann wird noch eine dritte Gruppe angesprochen. Diese Gruppe gehört noch nicht zur Braut, aber sie möchte dazugehören, denn sie hat Durst. Jeder, der Durst hat, wird noch eingeladen, das Wasser des Lebens zu nehmen, und zwar umsonst (Jes 55,1). Dieses Wasser spricht von der Erfrischung, die der Herr Jesus durch seinen Geist jedem geben will, der durch ein Leben in der Sünde müde geworden ist (Joh 4,10–15; 7,37).

M. G. de Konin – Das Buch der Offenbarung

Wer alles sich nach Jesu Kommen ausstreckt und ruft bzw. rufen soll.

a) »Der Geist spricht: Komm!« (V. 17):

Man hat diejenigen Christen, die anhaltend um die Wiederkunft Jesu bitten, schon oft gefragt, ob sie deren so gewiss seien und sein könnten, dass diese Bitte Gottes Willen gemäß sei (vgl. 1 Joh 5,14). Unsere Schriftstelle antwortet: Ja! »Der Geist spricht: Komm!«, der Geist, der uns im Gebet vertritt (Röm 8,26.27). Eben der Geist Gottes ist es auch, der uns lehrt, was das Sinnen, Denken und Wollen Gottes ist (1 Kor 2,10-12), und der unseren Willen in die Richtung des Willens Gottes lenkt (Röm 8,14).

Die Bitte um Jesu Wiederkunft entspricht also Gottes Willen. Auf sie wird jeder hingeführt, der für den Geist Gottes offen ist und mit Gott und seinem Heilsplan und -ziel denkt. Diese Bitte hat deshalb besondere Verheißung und kann in besonderer Gewissheit vor Gott gebracht werden (1 Joh 5,14).

b) »Die Braut spricht: Komm!«:

Das Verlangen nach der endgültigen Vereinigung mit dem Herrn schließt, wenn es recht ist, die Treue und den Eifer ein, sowohl in der eigenen Zubereitung als auch im Dienst an der Welt, insbesondere in dem der Einladung zu Jesus.

Die »Braut« ist nach unserem Verständnis der Schrift nicht etwa nur Israel (Hos 2,21.22), wie manche meinen. Aus der Gemeinde Gottes, gesammelt aus Israel und den Völkern, ist »eins« geworden (Eph 2,14; Gal 3,28; Röm 11,17-24; vgl. Mt 8,11 und das zu Offb 7,4-8 Gesagte). »Braut« und »Leib« sind deshalb zwei Bezeichnungen für dasselbe, nämlich die Gemeinde.

»Braut« heißt sie, sofern die Gemeinschaft der Liebe und Treue mit ihrem Herrn ins Auge gefasst ist. »Leib« heißt sie, sofern der Herr als das Haupt der Gemeinde nach seinem Willen und in seiner Kraft durch sie als seinem Werkzeug wirkt; die Menschen in der Zeit der Apostel haben entsprechend griechischem Denken den Leib als Instrument des Geistes verstanden. Wie die Worte »Braut« und »Leib« ineinander übergehen, zeigt unter anderem Eph 5,22-32, vor allem V. 30:Paulus redet zunächst von der Ehe. Dann aber gibt er – nachdem er vorher schon sagte, dass ein Mann seine Frau lieben und pflegen soll »gleichwie auch Christus die Gemeinde« (V. 28-29) – seinen Worten die Wendung: »Ich rede aber von Christus und der Gemeinde« (V. 32).

Und Vers 30 fügt er ein: »Denn wir sind Glieder seines Leibes«. Wir haben damit, dass wir sagen, die eine Gemeinde aus Israel und den Völkern sei die Braut«, Israel, nicht etwa seine Verheißung geraubt. Im Gegenteil: Es wird gerade so deutlich, dass wir nur gnädiger; ja »unnatürlicher« – weise eingepflanzt worden sind in den eigentlichen »Ölbaum« Israel (Röm 11,17-24). Außerdem gibt es noch die Verheißung für Israel als Ganzes (Röm 11,26; Sach 12,10-14); vgl. das zu Offb 22,7 Gesagte!

c) »Und wer es hört, der spreche: Komm!«:

Dieses »Komm« läuft durch alle Generationen von Christen nacheinander (Gott hat bis dahin immer noch gewartet, weil das Haus noch nicht voll war, Lk 14,22.23; vgl. Mt 24,14; 2 Petrus 3,15; Offb 6,11; 7,9 und das dazu Gesagte), und es läuft durch alle Völker »nebeneinander«, rund um den Erdball, überall da, wo Menschen sind, die Jesus lieben, ihm folgen und auf ihn warten. Und wenn wir den Geist so mahnen und die Gemeinde so rufen hören, dann wollen wir uns ebenfalls zu dieser Bitte erwecken und ermuntern lassen: »Komm!«

(2) Die Bitte um Jesu Kommen nicht ohne Bereitung auf sein Kommen.

»Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst«:

a) Wie schrecklich wäre es doch, wenn wir uns so lange mit dem Kommen unseres Herrn in Herrlichkeit beschäftigt, ja auch um dieses Kommen gebetet hätten, und dann doch einmal nicht bereit wären. Wir können uns nicht mit unserem »Komm« an Jesus im Blick auf sein herrliches Kommen in der Zukunft wenden, ohne uns zugleich auch im Blick auf sein Kommen im Heiligen Geist heute an ihn zu wenden (Offb 3,20; vgl. 1 Mose 18,3) und nicht ohne Jesu gnädigem »Komm«, an uns gerichtet, heute zu folgen (Mt 11,28). Unsere Bitte »Komm« wäre sonst unsinnig, ja gegen uns selbst gerichtet; denn wir würden uns selbst die uns noch gewährte Gnadenfrist, die wir noch nicht genützt haben, abschneiden wollen.

b) Noch einmal, wie in Offb 21,6 (vgl. das dazu Gesagte), wird auch hier deutlich, dass der Herr alles, sein Vergeben, seinen Geist, die Gotteskindschaft, das ewige Erbe, sich selbst »umsonst« oder, wie es wörtlich heißt, »geschenkweise« gibt. Abschließend wird hier in der Offenbarung noch einmal die »Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnaden«, wie es auch Paulus tat (Röm 3,24.28; 2 Kor 5,21; Gal 3,6 -14; Eph 2,8 u. a. m.), eindeutig und nachdrücklich unterstrichen. Vgl. auch das in der Einleitung Ziffer 4ff. Gesagte

Edition C

Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Der Geist erweckt sie zum Warten; das war in den Gemeindebotschaften seine Grundfunktion. Und darin, dass die Gemeinde auf den Herrn harrt, erweist sie sich als sein Besitz, eben als seine Braut. Das „große Geheimnis“ ihrer Zugehörigkeit zu ihm, von dem Eph 5 spricht, wird also notwendig in ihrem Warten offenbar. Unüberwindlich wird sie durchströmt und durchtönt von diesem „Komm!“ Der Heilige Geist vermittelte ihr eine derartige Kostprobe A von der zukünftigen Christusherrlichkeit, dass ihr keine Gegenwart mehr richtig „schmeckt“, keine sonstige Herrlichkeit sie mehr blendet und kein |569| Wohlleben sie einschläfert. Wenn aber die Hoffnung erlahmt und das Verhältnis zu Jesus sich in Erinnerungen an ihn erschöpft, setzen für die Gemeinde die großen Deformationen ein. Sie wird wieder ein Stück Welt.

A) In diesem Sinn spricht das NT vom „Unterpfand, Angeld“ oder von der „Erstlingsgabe“ des Heiligen Geistes; vgl. auch Heb 6,4-5.

Dieses vom Heiligen Geist gewirkte „Komm!“ ist nicht weniger mächtig als das ganz andere in 6,1.3.5.7 vom Thron ergehende „Komm!“, das zunächst den weißen Reiter und dann die anderen apokalyptischen Reiter in die Geschichte starten ließ. Auch dieser zweite Ruf gilt einem weißen Reiter, aber dem Gegenbild in 19,11. Gegen Ende der Zeit wird es übermächtig und gehört zu den wesentlichen Antrieben der Geschichte (s. z. 8,2-5).

Immer wird es diese vom Heiligen Geist erfüllte und auf den Herrn der Herren wartende Gemeinde geben. Die Pforten der Hölle mögen sie mit Übeltaten oder Wohltaten verfolgen, aber sie werden ihr Harren auf Jesus nicht niederdrücken können. Kerzengerade steht sie mitten im Schlafsaal der Welt, wacht und betet, bis der „Stern der Frühe“ aufgeht. Eine andere Frage aber ist die, ob nicht einzelne Glieder dieser Brautgemeinde den Heiligen Geist dämpfen. Darum spreche der Hörer dieser Botschaft in der Gemeindeversammlung: Komm! Der Hörer soll ganz Ohr werden für die Stimme des Geistes, die etwa in den Gemeindebotschaften laut wird (Exkurs 1e). So entsteht in ihm der Komm-Ruf. Er könnte sich auch verstocken und wie taub werden. Solch ein Dämpfen des Geistes zahlt sich aus in Hoffnungslosigkeit, bald auch in Glaubenslosigkeit und Lieblosigkeit.

Ein drittes Mal, und zwar im deutlichen Gleichklang mit den beiden ersten Malen in diesem Vers, ertönt das Verb „kommen“, jetzt aber eigentümlich gewendet. Auf dieses Kommen wartet nun Jesus. Und der Dürstende komme; wer will, empfange Lebenswasser umsonst. Jesus wartet auf das geistliche Kommen derer, die auf sein Kommen warten und nach seinem Reich und Angesicht dürsten.

Dürsten und Hungern gehören zur uralten biblischen Symbolsprache. Essen und Trinken vermitteln Schau Gottes und vollkommene Gemeinschaft mit ihm. Bei Gott und Jesus zu Tische sitzen ist darum Endziel des Volkes Gottes. Im Sinne eines Endzieles sagt auch 2,7, dass der Herr ein Essen gibt mit Lebensfrüchten, und 21,6, dass er aus den Lebensquellen tränkt.

Allerdings findet sich hier nicht der Sinn, dass der Dürstende auf späteres Trinken warten möge, sondern er soll gegenwärtig kommen und gegenwärtig trinken, wenn er nur will. Das alles ist gültig vor der Parusie und vor dem Herabkommen der Gottesstadt und des Gottesgartens, in dem der Lebensstrom fließt. Ohne Zweifel berührt sich der Spruch eng mit Joh 7,37.38 : „Jesus trat auf und sprach: Wen |570| dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Von seinem (Jesu A ) Leibe fließen schon die Ströme lebendigen Wassers. Nach dem folgenden erklärenden Vers ist Jesus selbst der Geistträger und Geistmittler, also Quellort der neuen Schöpfung. Er macht seine Jünger zu Geistträgern und vervielfältigt so die Ströme lebendigen Wassers.

A) Dieses Verständnis von Joh 7,37-38. nach welchem sich die Verse strikt auf Jesus als Lebensquell konzentrieren und nichts vom Weiterströmen durch die Leiber der Gläubigen sagen, setzt lediglich eine andere Zeichensetzung als die bei uns üblich gewordene voraus: „Wenn jemand dürstet, dann komme er zu mir, und es trinke der an mich Glaubende.“ Dann folgt ein Hinweis auf eine christologische Weissagung des AT: „Wie die Schrift gesagt hat: Ströme lebendigen Wassers werden aus seinem Leibe fließen.“ Dieser Textauffassung folgen schon die ältesten lateinischen Kirchenväter, eine koptische Übersetzung, bedeutende englische und französische Bibelausgaben und von den neueren Auslegern z. B. W. Bauer, C. H. Dodd, R. Bultmann, E. Schweizer, A. Wikenhauser, E. Schick, W. Trillhaas, W. Kreck und H. Bruns. Folgende Gründe sprechen dafür: a) So ist der Satzbruch vermieden, und es entsteht ein rhythmischer Doppelsatz (vgl. z. B. Joh 6,35 ), der die Reihenfolge im zweiten Glied umkehrt, wie wir es oft bei Johannes finden. b) Ein atst Wort über die Gläubigen-Leiber als Brunnen des Heiligen Geistes findet sich nur mit Not. Auch Joh 4,14 meint ja nicht ein Weiterströmen des Geistes von den Gläubigen zu den anderen, sondern dass der Glaubende vom Geist unaufhörlich belebt wird „bis ins ewige Leben“. c) Dass sich aber Stellen wie Hes 47,1-12; Sach 13,1; 14,8; Joe 4,18 im Messias erfüllen, passt sehr wohl hier in den Zusammenhang und überhaupt zur Botschaft des NT. d) Die Fortsetzung von Joh 7,37-38 weist als Bedingung für den Geistesstrom auf den Tod Jesu hin. Der Kreuzesleib Jesu als Lebensquell – das ist nicht nur bei Johannes (19,34), sondern überhaupt im NT ein fester Gedanke.

Demnach gibt es ein schon in die Gegenwart hineinragendes neues Jerusalem und Paradies. Gewiss ist in dieser Hinsicht noch nicht das Ganze da, wohl aber die Mitte. Die Lebensmitte des neuen Jerusalem ist schon die Lebensmitte der heutigen Gemeinde. An dieser gegenwärtigen Quelle des Lebenswassers werden alle erwartet, die nach dem Neuen dürsten.

Verwunderlich, wenn sie wegbleiben. Es gibt lebenslängliche Beschäftigung mit endgeschichtlichen Abschnitten der Bibel in vielen Nachtstunden, unter Verwendung vieler Übersetzungen, Wörterbücher, Tabellen und sonstiger Materialien, und das alles ohne dies geistliche Kommen zur gegenwärtigen Gnade und Fülle Jesu. Wer das so tut, weiß nicht, was er tut, und hat noch nicht begriffen, wen er erwartet. Wer kennt nicht von sich selbst diese Flucht vor dem Gegenwärtigen in die Wörter, Gedanken, Formulierungen und überhaupt in den Aktivismus? Immer wieder versteckt Adam sich schuldbewusst hinter den Büschen, fühlt sich hinweggetrieben von dem Angesicht des Lebendigen. Doch das Lamm ruft: „Komm!“ In seinem Tode ist das Paradies neu eröffnet und die Ausstoßung beendet. Wir werden erwartet. Er gibt aus reiner Gnade – umsonst – Gnade.|571|

Wuppertaler Studienbibel

„Wen da dürstet, der komme; wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Off 22,17). Als Dürstender wird jemand beschrieben, in dem der Heilige Geist bereits ein Verlangen nach geistlichen Dingen geweckt hat, sei es zuerst nach Sündenvergebung oder dann auch nach Gemeinschaft mit Gott und Freude an Gott. Das ist die Art und Weise, in der der Geist Gottes wirkt, und diesem Wirken Seines Geistes entspricht Gott stets. Er wird die hervorgerufenen Wünsche des Herzens vollkommen befriedigen; in Sich selbst wird Er sie stillen. Deswegen verheißt Gott hier nicht nur das Wasser des Lebens, sondern sagt: „Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst.“ Wie köstlich ist das! Das Herz wird seine volle Befriedigung in der Quelle der Segnung finden, nach der es verlangt – in Gott selbst. Gott bringt gleichsam die Quelle selbst an die Lippen des Durstigen. Der große Geber ist Gott, und Er gibt umsonst, ohne Geld und ohne Kaufpreis (Jes 55,1). Das ist Dessen würdig, der der Gott aller Gnade ist (1 Petrus 5,10).
Man könnte fragen: Haben auch wir heute als Gläubige geistlicherweise noch Durst? In einem gewissen Sinn ja. Denn wenn auch der Durst unserer Seele durch den Empfang des ewigen Lebens und des Heiligen Geistes grundsätzlich gestillt ist (Joh 4,14), so bleibt doch auch in uns eine tiefe Sehnsucht nach ungestörter Freude an Gott, nach der ewigen Ruhe mit Ihm, nach dem ungetrübten Genuß dessen, was uns der Herr Jesus am Kreuz erworben hat. Schon in der Bergpredigt nannte der Herr Jesus die glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten würden. Sie würden gesättigt werden (Mt 5,6). Auch sehnen wir uns danach, mit unserer Behausung, die aus dem Himmel ist, überkleidet zu werden (2 Korinther 5,2). Und nach all dem Fragmentarischen (Bruchstückartigen), das diese Erde und die Art unserer Erkenntnis heute kennzeichnet, begehren wir, daß das „Vollkommene“ komme (1 Korinther 13,10). Wir können sagen: Je inniger unser Umgang mit Gott ist, desto tiefer wird der Durst unserer Seele nach Ihm sein. Nun, dieses Sehnen, vom Heiligen Geist selbst in uns hervorgerufen, wird Gott vollkommen stillen. Er selbst wird die Quelle zu unserer ewigen Segnung sein.

Ermunterung und Ermahnung 1993

Beim suchen zu dieser Bibelstelle bin ich aber auch auf folgende Aussage gestoßen – damals, als es der Kanal keine org war:

So belehrt der Geist oder Einfluss Gottes (der heilige Geist oder Einfluss der Wahrheit) seine Kinder, indem er sie (direkt oder indirekt) zu einer Erkenntnis Gottes leitet. So ist er der „Kanal“, der Übermittler, durch welchen jetzt der Kirche die Versöhnung zu teil wird, und durch welchen dieselbe im kommenden Zeitalter auch der übrigen Menschheit zukommen wird – wenn „der Geist und die Braut (die verherrlichte Kirche) sagen werden, Komm!… wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ – Offenbarung 22:17

Charles Taze Russell im Jahr 1899 – Die Versöhnung des Menschen mit Gott

Was zerbricht hier?

Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Elberfelder 1871 Psalm 51,19

  Ein Opfer für Gott ist ein verwundeter Geist, 
  ein verwundetes und erniedrigtes Herz wird Gott nicht verachten.

Septuaginta Deutsch – Ps 50,19

Aber wenn ein Mensch dir Herz und Geist hingibt,
wenn er mit sich am Ende ist
und dir nicht mehr trotzt –
ein solches Opfer weist du nicht ab.
Gute Nachricht Bibel – Ps 51,19

Elohims Schlachtopfer (D.h. die Gott wahrhaft wohlgefälligen Schlachtopfer.) sind ein zerbrochener Geist. / Ein zerbrochen, zerschlagen Herz, Elohim, verschmähest du nicht! (In einem zerbrochenen Geist und einem zerschlagenen Herzen ist aller Hochmut des eigenen Ich ertötet; da wohnt Demut und aufrichtige Bußgesinnung, da offenbart sich die Armut im Geist (Jes 57:15; Matth 5:3).)
Ludwig Albrecht – Ps 51,19

Du willst lieber einen Menschen, der am Arsch ist und verletzt,wenn er gegen dich voll die Scheiße gebaut hat.Wenn er sich dann bemüht, dir zu gefallen, ist das ehrlich und vernünftiger.
VolxBibel Psalm 51,19

versprach David, daß er, wenn Gott seine Sünde vergäbe, Gott ein Opfer darbringen werde. Er wußte, daß Gott nicht einfach ein Tier opfer von ihm wollte (vgl. Ps 40,7 ). Er mußte Vergebung finden, bevor er Gott ein Friedensopfer bringen konnte. Das Opfer, das er bringen sollte, war ein geängstigtes und zerschlagenes Herz und ein demütiger Geist, der wegen seiner Sünde voller Reue war. Das ist es, was Gott möchte und was er auch bekommen wird.
Im AT mußte an jeden, der so wie David gesündigt hatte, von einem Priester oder Propheten ein Wort ergehen, um anzuzeigen, daß derjenigen Person vergeben war. Nur dann konnte der Reuige wieder am Gottesdienst teilnehmen und ein Friedensopfer darbringen. Im Neuen Testament ist das Wort der Vergebung für immer im Wort Gottes festgeschrieben – das Blut Jesu Christi reinigt von der Sünde ( 1Joh 1,7 ). Dennoch muß auch der Gläubige des NT einen gebrochenen Geist ohne Selbstsicherheit haben; er muß zugeben, daß er Gott nötig hat, um geistliche Erneuerung und Reinigung zu erlangen ( 1Joh 1,9 ).

DIe Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Im Menschen erfolgt zunächst die Reue, wenn die Herzen durch den Gedanken an den Zorn Gottes aufschrecken und wegen der Sünden von echtem Schmerz erfasst werden. Darauf geschieht die Tröstung, durch welchen Glauben die Vergebung empfangen wird und die Herzen anfangen, in Gott ruhiger zu werden wegen des Mittlers, und den Gehorsam und die Hoffnung auf das Ewige Leben wieder aufnehmen. Dass dies so geschieht, bezeugt deutlich die Erfahrung aller Frommen in der Kirche, deren Zeugnis nicht geringgeschätzt werden darf. So fährt David zunächst zusammen und spricht: „Ich habe am Herrn gesündigt“. Anschließend wird er aufgerichtet durch den Trost, indem er dem Wort der Lossprechung Glauben schenkt: „Du wirst nicht sterben, der Herr hat deine Sünde weggenommen.“29 Und in Jes 38 beschreibt der König Hiskia die Ängste: „Wie ein Löwe hat der Herr alle meine Gebeine zermalmt“30 usw. Später beschreibt er auch den Trost: „Du hast alle meine Sünden hinter dich zurückgeworfen.“31 Auch die Schriften von Frommen, wie Augustin oder Bernhard, stimmen damit überein. Lang ist die Predigt Bernhards, der lehrt, dass die Reue und der Glaube miteinander verbunden werden müssen. „Möchte einer in seiner Furcht sagen: ‚Ich will zu den Pforten der Hölle gehen‘, wenn wir nur in der göttlichen Barmherzigkeit wieder zu Atem kommen.“32 Dies ist das echte Vertrauen, das zu den Ängsten hinzutritt und dem die Barmherzigkeit nicht verweigert wird.

Melanchthon – Theologie und Kirchenpolitik

Wenn man dem Eigenleben gegenübertritt und es verwirft, führt der Weg dann zu völliger Unterwerfung unter Seinen Willen oder Zerbruch. Widerstand hindert das Wirken des Geistes Gottes. Wir erinnern uns, dass dem Herrn Jesus ein noch nicht gezähmtes Fohlen gebracht wurde, auf dem Er bei Seinem triumphalen Einzug in Jerusalem ritt (Lk 19,30). Es wurde für Seinen Gebrauch sofort “gebrochen”. Dieser Grundsatz wiederholt sich mehrmals in der Schrift. Zuerst zerbricht Gott, dann gebraucht Er. Der Krieger Gideon ließ seine Soldaten beim Klang der Posaune die Krüge in ihren Händen zerbrechen, als sie um das feindliche Lager her standen. Dann strahlte das Licht der Fackeln in den irdenen Gefäßen sichtbar (Richter 7,16-22). Gottes Licht strahlt am besten aus zerbrochenen Gefäßen hervor. Die Frau zerbrach die Flasche voll kostbarer Salbe, um den Herrn Jesus zu salben. Zerbrochenheit setzt die Wohlgerüche geistlicher Anbetung für Gott frei. Das größte je gebrachte Opfer zeigt dies ganz deutlich: “Dies ist mein Leib, der für euch gebrochen wird” (1Kor 11,24; Luther 1912). Wie sehr schätzt Gott Zerbrochenheit! “Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten” (Ps 51,19).
Was muss bei uns zerbrochen werden? Die Dinge, die unserer Gleichförmigkeit mit dem Bild des Sohnes Gottes im Weg stehen, müssen entfernt werden. Wir sehen, wie Gott dies im Leben des Patriarchen Jakob vollzieht. An einem entscheidenden Punkt begegnet er Gott bei Pniel, was “Angesicht Gottes” bedeutet (1Mo 32,24-32). Dort rang dieser Mann, so stark in seinem Eigenleben, mit dem himmlischen Wesen, bis er hilflos gemacht wurde. Er erwarb einen neuen Namen, eine neue Kraft und eine neue Vision; aber er ging seither “hinkend an seiner Hüfte”. Er war zerbrochen worden.

Jean Gibson – Training im Christentum

Psalm 51 zeigt uns, wie der große Glaubensmann David sich vor Gott wegen begangener Sünden aufrichtig und vollständig demütigt (V. 1-2). Gleichzeitig hat er großes Vertrauen Ermutigung Heilung für zerbrochene Herzen in die Erbarmungen Gottes. Und Er vertraut darauf, dass Er ihn vollständig von seiner Sünde reinigen wird (V. 3-4). Prophetisch werden diese Verse einmal das Gebet des jüdischen Überrests in der Zukunft sein.
Aber auch heute ist Psalm 51 sehr lehrreich, weil er uns die tief gehende Demütigung Davids als Beispiel vorstellt.
Das Ergebnis dieser Demütigung war ein zerbrochener Geist und ein zerbrochenes sowie zerschlagenes Herz (V. 19). Das Licht des Wortes Gottes hatte ihn getroffen (2 Samuel 12,7-13). Sein Eigenwille und Selbstvertrauen waren zerbrochen. In seinem Herzen herrschte Trauer über die begangene Sünde und seinen sündigen Zustand.
Doch in dieser Situation tiefer Trauer und Demütigung sieht David einen Lichtblick: Gott wird einen Menschen, der in einer solchen Haltung zu Ihm kommt, nicht abweisen: „Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.“
In den Augen der Menschen ist ein innerliches Zerbrochen-Sein ein verachtenswerter Zustand. Der Mensch will von Natur aus stark sein und keine Schwäche zeigen. Aber unser Herr ist anders. Wenn jemand mit einem zerbrochenen Herzen zum Ihm kommt, wird Er ihn nicht abweisen (Mt 11,28; Joh 6,37). Sowohl die große Sünderin in Lukas 7,36-38 als auch der bitterlich weinende Jünger Petrus haben dies erlebt (Mt 26,75; Lk 24,34; 1 Korinther 15,5; Joh 21,15-19). Auch wir können diese Erfahrung machen. Wenn unser Herz durch Demütigung vor Ihm zerbrochen ist, dürfen wir uns vertrauensvoll an Ihn klammern. Unser Heiland und Hirte weist uns nicht ab.

Im Glauben leben 2019