Familie Thomas Pape

209 Replies to “Jesaja”

  1. Jesaja 34 – 36

    Warum wir darauf achten sollten, was wir uns anhören

    11 Die Abgesandten Hiskias sind darum besorgt, wie die Argumente des Rabschake auf die Männer wirken, die ihn auf der Mauer hören können. Deshalb äußern diese jüdischen Beamten die Bitte: „Rede bitte zu deinen Knechten in der syrischen Sprache, denn wir hören zu; und rede zu uns nicht in der Sprache der Juden vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer ist“ (Jesaja 36:11). Aber der Rabschake hat keineswegs die Absicht, Syrisch zu reden. Er möchte bei den Juden Zweifel säen und ihnen Furcht einjagen, damit sie sich ergeben und Jerusalem kampflos eingenommen werden kann (Jesaja 36:12). Daher redet der Assyrer wieder „in der Sprache der Juden“. Er fordert die Einwohner Jerusalems auf: „Lasst euch von Hiskia nicht täuschen, denn er kann euch nicht befreien.“ Anschließend versucht er seine Zuhörer zu locken, indem er ihnen schildert, wie die Juden unter assyrischer Herrschaft leben könnten: „Ergebt euch mir, und kommt zu mir heraus, und jeder esse von seinem eigenen Weinstock und jeder von seinem eigenen Feigenbaum, und jeder trinke das Wasser aus seiner eigenen Zisterne, bis ich komme und euch tatsächlich in ein Land mitnehme gleich eurem eigenen Land, ein Land von Korn und neuem Wein, ein Land von Brot und Weingärten“ (Jesaja 36:13-17).

    12 Für die Juden wird dieses Jahr die Ernte ausbleiben, denn sie konnten wegen der assyrischen Invasion nichts aussäen. Saftige Trauben essen und kühles Wasser trinken zu können muss für die Zuhörer auf der Mauer sehr verlockend geklungen haben. Aber der Rabschake ist mit seinem Versuch, die Juden zu schwächen, immer noch nicht zu Ende.

    13 Aus seinem Arsenal von Argumenten holt er noch eine weitere verbale Waffe. Er warnt die Juden davor, Hiskia zu glauben, falls er sage: „Jehova selbst wird uns befreien.“ Der Rabschake erinnert die Juden daran, dass die Götter Samarias die Assyrer nicht daran hindern konnten, die zehn Stämme zu bezwingen. Und wie steht es mit den Göttern der anderen Nationen, die Assyrien besiegt hat? „Wo sind die Götter von Hamath und Arpad?“, fragt er. „Wo sind die Götter von Sepharwajim? Und haben sie Samaria aus meiner Hand befreit?“ (Jesaja 36:18-20).

    14 Selbstverständlich begreift der Rabschake als Anbeter falscher Götter nicht, dass das abtrünnige Samaria ganz und gar nicht mit Jerusalem unter Hiskia zu vergleichen ist. Samarias falsche Götter hatten nicht die Macht, das Zehnstämmereich zu retten (2. Könige 17:7, 17, 18 ). Jerusalem dagegen hat sich unter Hiskia von falschen Göttern abgewandt und dient wieder Jehova. Die drei hebräischen Abgesandten versuchen aber nicht, dies dem Rabschake zu erklären. „Sie bewahrten Stillschweigen und antworteten ihm kein Wort, denn das war das Gebot des Königs, das besagte: ‚Ihr sollt ihm nicht antworten‘ “ (Jesaja 36:21). Eljakim, Schebna und Joach kehren zu Hiskia zurück und erstatten offiziell Bericht über die Worte des Rabschake (Jesaja 36:22).

    Quelle: Jesaja Band I – Kapitel 29

  2. Jesaja 1 – 3

    Jesaja 1:4

    Wehe der sündigen Nation, dem mit Vergehung schwerbeladenen Volk, einer Saat von Übeltätern, verderblich handelnden Söhnen! Sie haben Jehova verlassen, sie haben den Heiligen Israels respektlos behandelt, sie haben sich rückwärts gewandt.

    eigentlich immer das gleiche Lied

    Jesaja 1:11-17

    „Von welchem Nutzen ist mir die Menge eurer Schlachtopfer?“ spricht Jehova. „Ich habe genug gehabt der Ganzbrandopfer von Widdern und des Fettes wohlgenährter Tiere; und am Blut von jungen Stieren und männlichen Lämmern und Ziegenböcken habe ich kein Gefallen gehabt. 12 Wenn ihr dauernd hereinkommt, um mein Angesicht zu sehen, wer ist es, der dies von eurer Hand gefordert hat, meine Vorhöfe zu zertreten? 13 Hört auf, noch weitere wertlose Getreideopfer hereinzubringen. Räucherwerk – es ist mir etwas Verabscheuungswürdiges. Neumond und Sabbat, das Einberufen einer Zusammenkunft – ich kann die [Benutzung] unheimlicher Macht zugleich mit der feierlichen Versammlung nicht ertragen. 14 Eure Neumonde und eure Festzeiten hat meine Seele gehaßt. Mir sind sie zur Bürde geworden; ich bin müde geworden [, sie] zu tragen. 15 Und wenn ihr eure Handflächen ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr viele Gebete vorbringt, höre ich nicht zu; mit Blutvergießen sind ja eure Hände gefüllt worden. 16 Wascht euch; reinigt euch; schafft mir die Schlechtigkeit eurer Handlungen aus den Augen; hört auf, Böses zu tun. 17 Lernt Gutes tun; forscht nach dem Recht; weist den Bedrücker zurecht; fällt [einen] Rechtsspruch für den vaterlosen Knaben; führt die Rechtssache der Witwe.“

    Jesaja 1:18-19

    18 „Kommt nun, und laßt uns die Dinge zwischen uns richtigstellen“, spricht Jehova. „Wenn sich eure Sünden auch wie Scharlach erweisen sollten, werden sie so weiß werden wie Schnee; wenn sie auch rot sein sollten wie Karmesintuch, werden sie sogar wie Wolle werden. 19 Wenn ihr Willigkeit zeigt und tatsächlich zuhört, so werdet ihr das Gute des Landes essen.

  3. Jesaja 2:3

    Und viele Völker werden bestimmt hingehen und sagen: „Kommt, und laßt uns zum Berg Jehovas hinaufziehen, zum Haus des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.“ Denn von Zion wird [das] Gesetz ausgehen und das Wort Jehovas von Jerusalem.

    Dies ist es, was einen wahren Anbeter Jehovas ausmacht: sich von Gott belehren lassen und in seinen Wegen wandeln. Alles andere ist nur wertloser Tand!

    Jesaja 2:5

    O ihr vom Hause Jakob, kommt, und laßt uns im Licht Jehovas wandeln!

    geht uns bei diesen Worten nicht das Herz auf? Fühlen wir uns nicht motiviert, aufzustehen und mitzugehen?

  4. Jesaja 3:10-11

    Sagt, daß es dem Gerechten gut[gehen] wird, denn den Fruchtertrag ihrer Handlungen werden sie essen. 11 Wehe dem Bösen! – Unglück; denn die mit seinen eigenen Händen [erstattete] Behandlung wird ihm erstattet werden!

    Endlich!

  5. Nachlese

    Ich hatte bereits 2005 die Bibel in einem Jahr durchgelesen – hier einige Gedanken, die ich als Notizen am Rand meiner Studienbibel zu den ersten drei Kapiteln gefunden habe:

    Jesaja 1:11-16

    „Von welchem Nutzen ist mir die Menge eurer Schlachtopfer?“ spricht Jehova. „Ich habe genug gehabt der Ganzbrandopfer von Widdern und des Fettes wohlgenährter Tiere; und am Blut von jungen Stieren und männlichen Lämmern und Ziegenböcken habe ich kein Gefallen gehabt. 12 Wenn ihr dauernd hereinkommt, um mein Angesicht zu sehen, wer ist es, der dies von eurer Hand gefordert hat, meine Vorhöfe zu zertreten? 13 Hört auf, noch weitere wertlose Getreideopfer hereinzubringen. Räucherwerk – es ist mir etwas Verabscheuungswürdiges. Neumond und Sabbat, das Einberufen einer Zusammenkunft – ich kann die [Benutzung] unheimlicher Macht zugleich mit der feierlichen Versammlung nicht ertragen. 14 Eure Neumonde und eure Festzeiten hat meine Seele gehaßt. Mir sind sie zur Bürde geworden; ich bin müde geworden [, sie] zu tragen. 15 Und wenn ihr eure Handflächen ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr viele Gebete vorbringt, höre ich nicht zu; mit Blutvergießen sind ja eure Hände gefüllt worden. 16 Wascht euch; reinigt euch; schafft mir die Schlechtigkeit eurer Handlungen aus den Augen; hört auf, Böses zu tun.

    Es kommt nicht so sehr darauf an, was und wieviel wir für Jehova tun – sondern dass wir es aus einem reinen, aufrichtigen Herz voller Liebe (zu Jehova) tun.

    Jesaja 2:2-4

    Und es soll geschehen im Schlußteil der Tage, [daß] der Berg des Hauses Jehovas fest gegründet werden wird über dem Gipfel der Berge, und er wird gewiß erhaben sein über die Hügel; und zu ihm sollen alle Nationen strömen. 3 Und viele Völker werden bestimmt hingehen und sagen: „Kommt, und laßt uns zum Berg Jehovas hinaufziehen, zum Haus des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.“ Denn von Zion wird [das] Gesetz ausgehen und das Wort Jehovas von Jerusalem. 4 Und er wird gewiß Recht sprechen unter den Nationen und die Dinge richtigstellen hinsichtlich vieler Völker. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation [das] Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen.

    Wir müssen aktiv werden und Schritte unternemen
    1.) zu Jehova gehen
    2.) uns unterweisen lassen
    3.) und entsprechend handeln

    Jesaja 3:8-9

    Denn Jerusalem ist gestrauchelt, und Juda selbst ist gefallen, weil ihre Zunge und ihre Handlungen gegen Jehova [gerichtet] sind, indem sie sich in den Augen seiner Herrlichkeit rebellisch benehmen. 9 Schon der Ausdruck ihrer Gesichter zeugt tatsächlich gegen sie, und ihre Sünde gleich derjenigen Sodoms tun sie ja kund. Sie haben [sie] nicht verborgen. Wehe ihrer Seele! Denn sie haben sich selbst Unglück zugefügt.

    Wir schaden nur uns selbst, wenn wir gegen Jehoa aufbegehren

    Jesaja 3:16

    Und Jehova spricht: „Darum, daß die Töchter Zions hochmütig geworden sind und sie mit hochgerecktem Hals einhergehen und liebäugelnde Blicke werfen, mit trippelnden Schritten einhergehen und mit ihren Füßen klirren,

    „liebäugelnde Blicke“ – das bedeutet, dass wir nicht flirten sollten oder auf andere Weise mit den Gefühlen anderer spielen.

  6. Jesaja 4 – 6

    Jesaja 4:7

    Denn der Weingarten Jehovas der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer von Juda sind die Pflanzung, die ihm lieb war. Und er hoffte fortwährend auf Rechtsspruch, doch siehe, Gesetzesbruch, auf Gerechtigkeit, doch siehe, Geschrei!“

    Jesaja 5:24a-25

    Daher wird so, wie des Feuers Zunge die Stoppeln verzehrt und dürres Gras in Flammen versinkt, selbst ihr Wurzelstock so wie Modergeruch werden, und ihre Blüte, sie wird so wie feiner Staub aufsteigen, weil sie das Gesetz Jehovas der Heerscharen verworfen und das von dem Heiligen Israels Gesagte mißachtet haben. 25 Darum ist der Zorn Jehovas gegen sein Volk entbrannt, und er wird seine Hand gegen sie ausstrecken und sie schlagen. Und die Berge werden erbeben, und ihre Leichname werden dem Unrat inmitten der Straßen gleich werden.

    Bei all diesem hat sich sein Zorn nicht abgewandt, sondern seine Hand ist noch ausgestreckt.

    Trotz allem, was wir Jehova antun, möchte er unser Freund sein und bittet uns darum „komm doch zurùck“. Wie gross doch seine Liebe zu uns sein muss und was seine Barmherzigkeit doch bedeutet!

    Jesaja 6:8-13

    Und ich hörte nun die Stimme Jehovas sagen: „Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“ Und ich sprach dann: „Hier bin ich! Sende mich.“ 9 Und er sagte weiter: „Geh, und du sollst zu diesem Volk sprechen: ‚Hört immer wieder, aber versteht nicht; und seht immer wieder, aber erlangt keine Erkenntnis.‘ 10 Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache selbst ihre Ohren schwerhörig, und verklebe sogar ihre Augen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören und damit ihr eigenes Herz nicht verstehe und damit sie nicht wirklich umkehren und Heilung für sich erlangen.“

    11 Da sagte ich: „Wie lange, o Jehova?“ Darauf sprach er: „Bis die Städte tatsächlich krachend in Trümmer zusammenstürzen, [so daß sie] ohne Bewohner sind, und die Häuser ohne Erdenmenschen sind und der Erdboden zu einer Einöde verwüstet worden ist; 12 und Jehova schafft die Erdenmenschen in der Tat weit fort, und der verödete Zustand inmitten des Landes wird sich bestimmt sehr weit erstrecken. 13 Und es wird darin noch ein Zehntel sein, und es muß wiederum etwas zum Verbrennen werden gleich einem großen Baum und gleich einem stattlichen Baum, an welchen, wenn [sie] umgehauen werden, ein Stumpf ist; ein heiliger Same wird der Stumpf davon sein.“

    Wenn wir uns willigen Herzens Jehova zur Verfügung stellen, muss es uns egal sein „wie lange“. Wir werden bis zum Schluss eifrig sein Wort verkünden.

  7. Jesaja 7 – 9

    Jesaja 8:11-13

    Denn dies ist, was Jehova mit [der] Stärke der Hand zu mir gesagt hat, um mich zu veranlassen, mich vom Wandeln auf dem Weg dieses Volkes abzuwenden, indem [er] sprach: 12 „Ihr sollt nicht sagen: ‚Verschwörung!‘ im Hinblick auf all das, wovon dieses Volk fortwährend spricht: ‚Verschwörung!‘, und den Gegenstand ihrer Furcht sollt ihr nicht fürchten, noch sollt ihr davor zittern. 13 Jehova der Heerscharen – er ist es, den ihr heilighalten solltet, und er sollte der Gegenstand eurer Furcht sein, und er sollte es sein, der euch zittern macht.“

    Jesaja 8:19

    Und falls sie zu euch sagen sollten: „Wendet euch an die spiritistischen Medien oder an diejenigen, die einen Geist der Voraussage haben, die flüstern und [Äußerungen] murmeln“, sollte sich nicht jedes Volk an seinen Gott wenden? [Sollte man sich] an Tote zugunsten Lebender [wenden]?

    und immer wieder der Satz „bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt. Sein Hand ist noch ausgestreckt“

  8. Nachlese

    (Jesaja 7:9) Und das Haupt Ephraims ist Samaria, und das Haupt Samarias ist der Sohn Remaljas. Wenn ihr nicht Glauben habt, werdet ihr nicht lange Bestand haben.“ ‚ “

    (Jesaja 7:13) Und er sprach dann: „Hört bitte, o Haus Davids. Ist es euch eine solch kleine Sache, Menschen zu ermüden, daß ihr auch meinen Gott ermüden solltet?

    (Jesaja 8:13) Jehova der Heerscharen – er ist es, den ihr heilighalten solltet, und er sollte der Gegenstand eurer Furcht sein, und er sollte es sein, der euch zittern macht.“

    (Jesaja 8:19) Und falls sie zu euch sagen sollten: „Wendet euch an die spiritistischen Medien oder an diejenigen, die einen Geist der Voraussage haben, die flüstern und [Äußerungen] murmeln“, sollte sich nicht jedes Volk an seinen Gott wenden? [Sollte man sich] an Tote zugunsten Lebender [wenden]?

    (Jesaja 9:3-4) Du hast die Nation volkreich gemacht; für sie hast du die Freude groß gemacht. Sie haben sich vor dir gefreut, wie man sich freut in der Erntezeit, wie die, welche frohlocken, wenn sie die Beute verteilen. 4 Denn das Joch ihrer Last und den Stock auf ihren Schultern, den Stab dessen, der sie zur Arbeit antreibt, hast du zerschlagen wie am Tag Midians.

    (Jesaja 9:9) Und das Volk wird [es] bestimmt wissen, ja sie alle, Ephraim und der Bewohner von Samaria, wegen [ihres] Hochmuts und wegen [ihrer] Unverschämtheit des Herzens, indem [sie] sprechen:

    (Jesaja 9:12) Syrien aus dem Osten und die Philister von hinten, und sie werden Israel mit offenem Maul auffressen. Bei alldem hat sich sein Zorn nicht abgewandt, sondern seine Hand ist noch ausgestreckt.

    (Jesaja 9:17) Darum wird Jehova sich nicht einmal über ihre jungen Männer freuen, und ihrer vaterlosen Knaben und ihrer Witwen wird er sich nicht erbarmen; denn sie alle sind Abtrünnige und Übeltäter, und jeder Mund redet Unverstand. Bei alldem hat sich sein Zorn nicht abgewandt, sondern seine Hand ist noch ausgestreckt.

    (Jesaja 9:21) Manasse den Ephraim und Ephraim den Manasse. Zusammen werden sie gegen Juda sein. Bei alldem hat sich sein Zorn nicht abgewandt, sondern seine Hand ist noch ausgestreckt.

    dreimal der Satz „Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt, sondern seine Hand ist noch ausgestreckt.“

  9. Jesaja 10 – 12

    Jesaja 10:1-4

    Wehe denen, die unheilvolle Bestimmungen festsetzen und die, beständig schreibend, lauter Ungemach niedergeschrieben haben, 2 um die Geringen von einem Rechtsfall zu verdrängen und den Niedergedrückten meines Volkes das Recht zu rauben, damit ihnen die Witwen zur Beute werden und damit sie sogar die vaterlosen Knaben plündern können! 3 Und was werdet ihr tun an dem Tag, an dem die Aufmerksamkeit [auf euch] gerichtet wird, und beim Verderben, wenn es von fern her kommt? Zu wem werdet ihr hilfesuchend fliehen, und wo werdet ihr eure Herrlichkeit lassen, 4 es sei denn, daß einer sich niederbeugen muß unter die Gefangenen und daß man fortwährend unter die Getöteten fällt? Bei all diesem hat sich sein Zorn nicht abgewandt, sondern seine Hand ist noch ausgestreckt.

    Hier finden wir den Ausspruch „Bei all diesem hat sich sein Zorn nicht abgewandt, sondern seine Hand ist noch ausgestreckt“ ein 4. Mal.

    Jesaja 10:12-15

    Und es soll geschehen, wenn Jehova sein ganzes Werk auf dem Berg Zion und in Jerusalem beendigt, daß ich Abrechnung halten werde wegen der Frucht der Unverschämtheit des Herzens des Königs von Assyrien und wegen des Eigendünkels seiner überheblichen Augen. 13 Denn er hat gesagt: ‚Mit der Kraft meiner Hand werde ich bestimmt handeln und mit meiner Weisheit, denn ich habe doch Verstand; und ich werde die Grenzen der Völker beseitigen, und ihre aufbewahrten Dinge werde ich gewiß plündern, und ich werde die Bewohner herunterbringen so wie ein Mächtiger. 14 Und so, als wäre es ein Nest, wird meine Hand das Vermögen der Völker erreichen; und so, wie wenn man verlassene Eier einsammelt, will ich selbst gar die ganze Erde einsammeln, und es wird gewiß keinen geben, der mit [seinen] Flügeln schlägt oder [seinen] Schnabel auftut oder zwitschert.‘ “

    15 Wird die Axt sich rühmen gegen den, der damit haut, oder die Säge großtun gegenüber dem, der sie hin und her bewegt, als ob der Stock diejenigen hin und her bewegte, die ihn hochheben, als ob der Stab den hochheben würde, der nicht Holz ist?

    Wir sollten immer daran denken, dass wir – bei allem was wir tun – Nichts sind, ohne Jehova! Wir sollten mit ganzem Herzen auf Jehova vertrauen und IHM die Ehre geben.

    Jesaja 10:22-23

    Denn wenn auch dein Volk, o Israel, sich gleich den Sandkörnern des Meeres erwiese, wird nur ein Überrest unter ihnen zurückkehren. Eine Ausrottung, die beschlossen ist, wird in Gerechtigkeit hindurchfluten, 23 denn der Souveräne Herr, Jehova der Heerscharen, wird eine Ausrottung und eine feste Entscheidung inmitten des ganzen Landes vollstrecken.

    Wir werden es nicht ändern, was sich Jehova vorgenommen hat. Auch nicht dadurch, dass wir ihn und seine Gebote ignorieren.

    Jesaja 11:16

    Und es soll eine Landstraße geben aus Assyrien für den Überrest seines Volkes, der übrigbleiben wird, so wie es [eine] gab für Israel an dem Tag, an dem es aus dem Land Ägypten heraufkam.

    Wir sollten uns immer wieder an unsere eigenen Erfahrungen mit Jehova erinnern. Das stärkt unser Vertrauen in ihn und unsere Zuversicht.

    Meine Englischlehrerin in der Hauptschule hatte mir damals ins Poesiealbm geschrieben „It is human to err, but it is divine to forgive“. Ich musste damals nachfragen, weil ich den Sinn nicht verstanden hatte. Hier ist er:

    Jesaja 12:1

    Und an jenem Tag wirst du sicherlich sprechen: „Ich werde dir danken, o Jehova, denn [obwohl] du über mich in Zorn gerietest, hat sich dein Zorn allmählich abgewandt, und du hast mich dann getröstet.

    Darin zeigt sich wieder die Liebe und Barmherzigeit Jehovas. Kann ein Mensch so völlig vergeben wir er?

    Jesaja 12:2

    Siehe! Gott ist meine Rettung. Ich werde Vertrauen haben und nicht erschrecken; denn Jah, Jehova, ist meine Stärke und [meine] Macht, und er wurde mir zur Rettung.“

    Jesaja 12:6

    Jauchze und juble, o du Bewohnerin Zions, denn groß ist in deiner Mitte der Heilige Israels.“

    Wenn wir Jehova dienen haben wir eigentlich keinen Grund zur Traurigkeit.

    Das Kapitel 12 zeigt uns, wie wir auf Jehovas Liebe und Barmherigkeit reagieren sollten:

    Und an jenem Tag wirst du sicherlich sprechen: „Ich werde dir danken, o Jehova, denn [obwohl] du über mich in Zorn gerietest, hat sich dein Zorn allmählich abgewandt, und du hast mich dann getröstet. 2 Siehe! Gott ist meine Rettung. Ich werde Vertrauen haben und nicht erschrecken; denn Jah, Jehova, ist meine Stärke und [meine] Macht, und er wurde mir zur Rettung.“

    3 Mit Frohlocken werdet ihr gewiß Wasser schöpfen aus den Quellen der Rettung. 4 Und an jenem Tag werdet ihr sicherlich sagen: „Dankt Jehova! Ruft seinen Namen an. Macht unter den Völkern seine Handlungen bekannt. Erwähnt, daß sein Name hoch erhoben werden soll. 5 Spielt Jehova Melodien, denn er hat hervorragend gehandelt. Dies werde bekanntgemacht auf der ganzen Erde.

    6 Jauchze und juble, o du Bewohnerin Zions, denn groß ist in deiner Mitte der Heilige Israels.“

    Gibt es einen besseren Ausdruck unserer Dankbarkeit, als Jehova zu preisen und seine liebende Güte bekannt zu machen?

  10. Jesaja 13 – 15

    Jesaja 14:3

    Und es soll geschehen an dem Tag, an dem Jehova dir Ruhe gibt von deiner Mühsal und von deiner Erregung und von dem harten Sklavendienst, in dem du zum Sklaven gemacht wurdest,

    Jesaja 14:7

    Die ganze Erde ist zur Ruhe gekommen, ist frei geworden von Ruhestörung. Die Menschen sind fröhlich geworden mit Jubelrufen.

    Ach ja, wie schön wird dies sein! Ich kann es kaum noch erwarten.

  11. Jesaja 14:12-20

    O wie bist du vom Himmel gefallen, du Glänzender, Sohn der Morgenröte! Wie bist du niedergehauen worden zur Erde, du, der die Nationen entkräftete! 13 Was dich betrifft, du hast in deinem Herzen gesagt: ‚Zu den Himmeln werde ich aufsteigen. Über die Sterne Gottes werde ich meinen Thron erheben, und ich werde mich niedersetzen auf den Berg der Zusammenkunft in den entlegensten Teilen des Nordens. 14 Ich werde über die Wolkenhöhen aufsteigen; ich werde mich dem Höchsten ähnlich machen.‘

    15 Aber zum Scheol hinab wirst du gebracht werden, zu den entlegensten Teilen der Grube. 16 Diejenigen, die dich sehen, werden dich ja betrachten; sie werden dich sogar genau ansehen [und sprechen]: ‚Ist das der Mann, der die Erde erbeben machte, der Königreiche erschütterte, 17 der das ertragfähige Land der Wildnis gleichmachte und der sogar dessen Städte niederriß, der auch für seine Gefangenen den Heimweg nicht öffnete?‘ 18 Alle anderen Könige der Nationen, ja sie alle haben sich in Ehren niedergelegt, jeder in seinem eigenen Haus. 19 Aber was dich betrifft, du bist weggeworfen worden ohne Grabstätte für dich wie ein verabscheuter Sproß, bekleidet mit Getöteten, vom Schwert Durchstochenen, die zu den Steinen einer Grube hinabsinken, wie ein zertretener Leichnam. 20 Du wirst mit ihnen nicht vereint werden in einem Grab, denn du hast dein eigenes Land ins Verderben gebracht, du hast dein eigenes Volk getötet. Auf unabsehbare Zeit wird die Nachkommenschaft von Übeltätern nicht genannt werden.

    „Hochmut kommt vor dem Fall“
    „Wer ganz oben ist, kann ganz tief fallen“

    Hochmut fängt in unserem Herzen an. Daher ist es so wichtig, unser Herz zu behüten. Hochmut lohnt eh nicht, denn Jehova sieht alles und er verachtet so ein Verhalten.

    Daher wird er uns tief fallen lassen, wenn wir nicht bereuen.

  12. Jesaja 14:24, 27

    Jehova der Heerscharen hat geschworen, indem [er] sprach: „Gewiß, so, wie ich es erdacht habe, so soll es geschehen; und wie ich beschlossen habe, so wird es eintreffen,

    Denn Jehova der Heerscharen selbst hat [es] beschlossen, und wer kann [es] aufheben? Und seine Hand ist es, die ausgestreckt ist, und wer kann sie abwenden?

    Jehova wird das ausführen, was er sich vorgenommen hat. Auch, wenn er das Böse immer noch duldet, so bedeutet das nicht, dass die Bösen straffrei ausgehen werden. Zu seiner Zeit werden sie die Strafe erhalten.

  13. Jesaja 16 – 18

    Jesaja 17:7-11

    An jenem Tag wird der Erdenmensch zu dem, der ihn gemacht hat, aufschauen, und seine Augen, sie werden den Blick auf den Heiligen Israels selbst richten. 8 Und er wird nicht zu den Altären, dem Werk seiner Hände, hinschauen; und auf das, was seine Finger gemacht haben, wird er den Blick nicht richten, weder auf die heiligen Pfähle noch auf die Räucherwerkständer. 9 An jenem Tag werden seine Festungsstädte gleich einem gänzlich im Waldland verlassenen Ort werden, auch der Zweig, den sie wegen der Söhne Israels gänzlich verlassen haben; und es soll eine wüste Einöde werden. 10 Denn du hast den Gott deiner Rettung vergessen; und des FELSENS deiner Festung hast du nicht gedacht. Darum pflanzt du liebliche Pflanzungen, und mit dem Schößling eines Fremden besetzt du sie. 11 Am Tag magst du deine Pflanzung sorgfältig umzäunen, und am Morgen magst du deine Saat sprossen lassen, [aber] die Ernte wird gewiß fliehen am Tag der Krankheit und [des] unheilbaren Schmerzes.

  14. Jesaja 19 – 21

    Jesaja 21:2-4

    Da ist eine harte Vision, die mir mitgeteilt worden ist: Der treulos Handelnde handelt treulos, und der Verheerer verheert. Steig hinauf, o Elam! Belagere, o Medien! Alles Seufzen ihretwegen habe ich aufhören lassen. 3 Darum sind meine Hüften voll heftiger Schmerzen geworden. Krämpfe haben mich befallen gleich den Krämpfen einer Gebärenden. Ich bin aus der Fassung gebracht, so daß ich nicht höre; ich bin in Bestürzung geraten, so daß ich nicht sehe. 4 Mein Herz ist umhergeirrt; Schauder hat mich erschreckt. Die Dämmerung, zu der es mich hingezogen hatte, ist mir zum Beben gemacht worden.

    Jesaja 21:6

    Denn dies hat Jehova zu mir gesprochen:

    „Geh, stell jemand auf, der Ausschau hält, damit er genau das mitteilt, was er sieht.“

    Genau dies tut der treue und verständige Sklave: er teilt uns genau mit, was er sieht.

    Der Wächter steht auf dem Turm und sieht in weiter Ferne eine Staubwolke. Also gibt er Bescheid, denn es könnten Angreifer sein und man muss die Zeit bis zu seiner Ankunft gut nutzen, damit man vorbereitet ist. Die Soldaten sollten bereit sein, wenn die Angreifer kommen.

    Fehlalarm.

    Wie reagieren die Leute innerhalb der Stadtmauern? Beschimpfen sie den Wächter, weil er unnötig „die Pferde scheu gemacht hat“?

    Wie ist es mit uns, wenn wir in der ganzen Wohnung Feuermelder angebracht haben, weil wir viel Holz verarbeitet haben. Vielleicht ist vor den Fenstern sogar ein Sicherheitsgitter fest installiert, so dass wir rechtzeitig vor einem Feuer gewarnt werden müssen, damit wir noch rechtzeitig aus der Wohnung kommen. Was, wenn nun in dem einen Zimmer ein Brandmelder ist, der immer wieder ohne ersichtlichen Grund losgeht.

    Werfen wir dann alle Brandmelder raus, damit wir nicht laufend gestört werden?

    Regen wir uns auf, wenn der treue und verständige Sklave die Zeichen falsch interpretiert? „Die haben ja schon gesagt, dass Harmagedon 1975 kommt. Nun ist 2009 und immer noch nichts“.

    Der treue und verständige Sklave ist der Wächter auf dem Turm. Er meldet, was er sieht. Da in der Ferne ist eine Staubwolke die immer näher kommt. Fühlen wir uns durch seinen Ruf gestört, weil er sich schon einige Male zuvor geirrt hat und der Ankömmling kurz vor der Stadt beigedreht hat?

    Was, wenn wir seinen Ruf einfach ignorieren und dann unvorbereitet sind, wenn wirklich ein Angriff kommt?

    Was, wenn wir den Alarm unseres Brandmelders ignorieren, weil der ja schon öfters ohne Grund losgegangen ist – und diesmal ist wirklich ein Feuer ausgebrochen?

    Sind wir wirklich so schlau, wie wir denken, wenn wir den Ruf, den Alarm, die Ankündigung und Warnung ignorieren? „Der hat sich ja schon so oft geirrt…“

    Jesaja 21:11-12

    Der prophetische Spruch gegen Duma: Da ist einer, der mir aus Seir zuruft: „Wächter, wie steht es mit der Nacht? Wächter, wie steht es mit der Nacht?“ 12 Der Wächter sagte: „Der Morgen muß kommen und auch die Nacht. Wenn ihr euch erkundigen wollt, erkundigt euch. Kommt wieder!“

  15. Jesaja 22 – 24

    Jesaja 22:13

    Doch siehe, Frohlocken und Freude, Rindertöten und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken. ‚Man esse und trinke, denn morgen werden wir sterben.‘ “

    verkennen wir auch die Bedeutung der Zeit, in der wir heute leben? Wie hatten wir noch in Prediger gelesen: „es gibt fùr alles eine Zeit…“

    Jesaja 24:5-6

    Und das Land selbst ist entweiht worden unter seinen Bewohnern, denn sie haben die Gesetze umgangen, die Bestimmung geändert, den Bund von unabsehbarer Dauer gebrochen. 6 Darum hat der Fluch selbst das Land verzehrt, und die es bewohnen, werden für schuldig gehalten. Darum haben sich die Bewohner des Landes an Zahl vermindert, und sehr wenige sterbliche Menschen sind übriggeblieben.

    Was bedeutet dieser Text für uns heute?

    Was wird zu den Gründen gesagt, warum Jehova das Land verflucht hatte?
    * sie haben seine Gesetze umgangen
    * sie haben seine Bestimmungen geändert und
    * sie haben seinen Bund gebrochen.

    Darum hat Jehova sie verflucht.

    Könnte einer dieser drei Punkte auch auf mich zutreffen?

    Wie reagiere ich auf diese Erkenntnis?

    Jesaja 24:16

    Aber ich spreche: „Für mich gibt es Magerkeit, für mich gibt es Magerkeit! Wehe mir! Die treulos Handelnden haben treulos gehandelt. Ja mit Treulosigkeit haben die treulos Handelnden treulos gehandelt.“

  16. Jesaja 25 – 27

    Jesaja 25:4

    Denn du bist eine Feste geworden dem Geringen, eine Feste dem Armen in der Bedrängnis, in der er sich befindet, eine Zuflucht vor dem Regensturm, ein Schatten vor der Hitze, wenn das Schnauben der Tyrannischen gleich einem Regensturm gegen eine Mauer ist. ein

    Was müssen wir tun, damit Jehova auch für uns eine Feste ist?

    Jesaja 25:6-8

    Und Jehova der Heerscharen wird bestimmt für alle Völker auf diesem Berg ein Festmahl von Gerichten, reich an Öl, machen, ein Festmahl von [Wein, der auf den] Hefen [stehengelassen wurde], von Gerichten, reich an Öl, mit Mark gefüllt, von gefiltertem [Wein, der auf den] Hefen [stehengelassen wurde]. 7 Und auf diesem Berg wird er sicherlich die Oberfläche der Umhüllung verschlingen, die alle Völker umhüllt, und das Gewebe, das über alle Nationen gewoben ist. 8 Er wird tatsächlich den Tod für immer verschlingen, und der Souveräne Herr Jehova wird gewiß die Tränen von allen Gesichtern abwischen. Und die Schmach seines Volkes wird er von der ganzen Erde hinwegnehmen, denn Jehova selbst hat [es] geredet.

    Was für Segnungen, die uns erwarten, wenn wir auch weiterhin treu bleiben und vertrauensvoll auf Jehova warten!

    Jesaja 25:9

    Und an jenem Tag wird man bestimmt sprechen: „Siehe! Das ist unser Gott. Wir haben auf ihn gehofft, und er wird uns retten. Das ist Jehova. Wir haben auf ihn gehofft. Laßt uns frohlocken und uns freuen in der von ihm [bewirkten] Rettung.“

    Werden wir dann dabei sein und in das Loblied mit einstimmen?

    Erweisen wir uns bereits heute als dankbar für all das, was Jehova bereits heute schon für uns tut?

    Jesaja 26:3-4

    Die gut gestützte Neigung wirst du in dauerndem Frieden bewahren, weil man veranlaßt wird, auf dich zu vertrauen. 4 Vertraut auf Jehova für alle Zeiten, denn in Jah, Jehova, ist der FELS unabsehbarer Zeiten.

  17. Jesaja 26:7-9

    7 Der Pfad des Gerechten ist Geradheit. Da du gerade bist, wirst du ja die Bahn eines Gerechten ebnen. 8 Ja, für den Pfad deiner Gerichte, o Jehova, haben wir auf dich gehofft. Nach deinem Namen und nach deinem Gedenk[namen] ist das Begehren der Seele gewesen. 9 Mit meiner Seele habe ich dich in der Nacht begehrt; ja mit meinem Geist in mir suche ich dich unablässig; denn wenn es für die Erde Gerichte von dir gibt, werden die Bewohner des ertragfähigen Landes bestimmt Gerechtigkeit lernen.

    Wow! Hier sind ja eine ganze Menge an Gedanken drin

    Ja, Jehova liebt die Gerechten. Er sieht ihnen sicherlich gern zu, freut sich, wenn sie trotz Schwierigkeiten auf dem richtigen Weg bleiben und auch weiterhin seine Gebote halten und alles tun um sein Herz zu erfreuen (Vers 7).

    Was könnten wir tun, wenn wir Nachts nicht schlafen können?

    Vor der Glotze abhängen und wahllos irgendwelche Filme gucken, bis die nötige Bettschwere wieder da ist? Im Internet unsere Zeit vertreiben? Einen Schmöker lesen?

    Wie wäre es denn damit: einfach einige Verse oder Kapitel in der Bibel lesen, bis wir wieder müde genug zum Schlafen sind (Vers 9)?

    „Also mit dem Bibelleseprogramm bin ich nicht auf dem Laufen, ich habe so viel zu tun“, „Ich schaffe es leider nicht, jeden Tag etwas in der Bibel zu lesen, ich habe zu wenig Zeit“.

    Wie mag Jehova wohl empfinden, wenn er uns diese Worte sagen hört – aber gleichzeitig sieht, dass wir stundenlang vor der Glotze abhängen? Naja, aber was soll ich tun? Ich kann halt nicht schlafen!“
    Wie wäre es dann mal damit, IHN in der Nacht zu suchen, die Zeit zum Lesen einigerZeilen in der Bibel zu nutzen?

    Ja, ok. Das ist wirklich jedem seine eigene Sache.

    Aber vergessen wir nicht, dass Jehova uns beobachtet und dass alles, was wir tun, auch Auswirkungen darauf hat, ob sich Jehova über uns freut oder ob er enttäuscht ist!

  18. Jesaja 26:10

    Auch wenn dem Bösen Gunst erwiesen werden sollte, wird er einfach nicht Gerechtigkeit lernen. Im Land der Geradheit wird er ungerecht handeln und wird nicht die Hoheit Jehovas sehen.

    Hier ist ein Gedanke, der mich aufhorchen lässt:

    Es gibt Menschen, denen scheinbar überhaupt nicht mehr zu helfen ist.

    Die immer schlecht handeln werden, egal, ob man ihnen Gutes tut, oder nicht.

    Die selbst im Paradies Schaden stiften würden, falls Jehova bei ihnen ein Auge zudrücken würde und ihnen Zutritt gewähren würde.

    Hoffentlich sieht Jehova mich persönlich nicht als einen solchen Menschen an!

    Jesaja 26:10

    Auch wenn dem Bösen Gunst erwiesen werden sollte, wird er einfach nicht Gerechtigkeit lernen. Im Land der Geradheit wird er ungerecht handeln und wird nicht die Hoheit Jehovas sehen.

    Jesaja 27:11

    Wenn ihre Schosse verdorrt sind, werden hereinkommende Frauen [sie] abbrechen, sie anzünden. Denn es ist kein Volk von scharfem Verständnis. Darum wird ihm sein Erschaffer keine Barmherzigkeit erweisen, und sein eigener Bildner wird ihm keine Gunst erweisen.

  19. Jesaja 28 – 30

    Jesaja 29:18-24

    Und an jenem Tag werden die Tauben bestimmt die Worte des Buches hören, und aus dem Dunkel und aus der Finsternis werden sogar die Augen der Blinden sehen. 19 Und die Sanftmütigen werden sicherlich ihre Freude in Jehova selbst mehren, und auch die Armen der Menschen werden in dem Heiligen Israels selbst frohlocken, 20 denn der Tyrann soll sein Ende finden, und der Prahler soll schließlich enden, und alle, die beständig auf der Wacht sind, Schaden zu tun, sollen weggetilgt werden, 21 die, die einen Menschen durch [sein] Wort zur Sünde hinführen, und die, die sogar den im Tor Zurechtweisenden ködern, und die, die den Gerechten mit leeren Argumenten beiseite stoßen.

    22 Darum hat Jehova zum Hause Jakob gesprochen, er, der Abraham erlöste: „Jakob wird nun nicht beschämt werden, noch wird nun sein eigenes Gesicht erblassen; 23 denn wenn er seine Kinder sieht, das Werk meiner Hände, in seiner Mitte, werden sie meinen Namen heiligen, und sie werden den Heiligen Jakobs gewiß heiligen, und vor dem Gott Israels werden sie Ehrfurcht haben. 24 Und die, die in [ihrem] Geist irren, werden tatsächlich Verständnis kennenlernen, und sogar die Murrenden werden Unterweisung lernen.“

    Nachlese dazu von 2005:

    Jesaja 29:13

    13 Und Jehova spricht: „Darum, daß dieses Volk sich mit dem Mund genaht hat und sie mich bloß mit ihren Lippen verherrlicht haben und sie ihr Herz von mir weit entfernt haben und ihre Furcht mir gegenüber Menschengebot wird, das man sie lehrt,

    Wieder mal ein Hinweis darauf, wie wichtig unser Herz und unser Herzenszustand bei der wahren Anbetung ist. Wir müssen unser Herz behüten und darauf achten, dass wir Jehova mit ganzem Herzen dienen. Nur dann sind wir ihm annehmbar.

    Jesaja 29:19

    Und die Sanftmütigen werden sicherlich ihre Freude in Jehova selbst mehren, und auch die Armen der Menschen werden in dem Heiligen Israels selbst frohlocken,

    Was ist wirkliche Ursache zur echten Freude und Frohlocken? Nur mein Verhältnis zu Jehova! Alles andere ist in Wirklichkeit wertlos!

    Jesaja 30:1, 5

    „Wehe den störrischen Söhnen“, ist der Ausspruch Jehovas, „[denen, die geneigt sind,] Rat auszuführen, doch nicht den von mir [kommenden], und ein Trankopfer auszugießen, doch nicht mit meinem Geist, um Sünde an Sünde zu fügen;
    Jeder wird sich bestimmt eines Volkes schämen, das einem keinen Nutzen bringt, das keine Hilfe ist und keinen Nutzen bringt, sondern ein Grund zur Schande und auch eine Ursache zur Schmach ist.“

    Mich immer wieder selbst prüfen:
    * erfreue ich noch Jehovas Herz?
    * bin ich noch für ihn Ursache um Frohlocken?
    * oder bin ich hier und jetzt eine Ursache zur Schmach?

    Eine ehrliche Selbstpüfung ist immer wieder gut.

    Jesaja 30:9-11

    Denn es ist ein rebellisches Volk, lügnerische Söhne, Söhne, die nicht gewillt gewesen sind, das Gesetz Jehovas zu hören; 10 die zu den Sehern gesagt haben: ‚Ihr sollt nicht sehen‘ und zu denen, die Visionen haben: ‚Ihr sollt nicht irgendwelche geraden Dinge in Visionen für uns schauen. Redet glatte Dinge zu uns, schaut in Visionen trügerische Dinge. 11 Weicht ab vom Weg; biegt ab vom Pfad. Veranlaßt, daß der Heilige Israels unsertwegen aufhört.‘ “

    Auch wenn wir uns selbst vielleicht etwas vormachen, so ändert das aber nichts an Jehovas Einstellung und wie er uns sieht. Seine Maßstäbe bleiben immer die gleichen – egal, was wir uns einreden!

    Jesaja 30:12-13

    Darum hat der Heilige Israels dies gesprochen: „Im Hinblick darauf, daß ihr dieses Wort verwerft, und [da] ihr auf Übervorteilung vertraut und auf das, was abwegig ist, und ihr euch darauf stützt, 13 darum wird euch dieses Vergehen gleich einem gebrochenen Stück werden, das nahe daran ist niederzustürzen, einer Ausbuchtung an einer hochragenden Mauer, deren Zusammenbruch plötzlich, in einem Augenblick, kommen kann.

    Dieser Zusammenbruch ist seit einigen Wochen für uns plastischer geworden: denn da ist einfach ein Haus weggebrochen und in ein tiefes Loch gestürzt. Heute habe ich gelesen, dass dieser Riss so weit geht, dass mit weiteren einbrechenden Häusern zu rechnen ist. Dieser Zusammenbruch kam auch plötzlich und unerwartet für die Bewohner, man hatte nicht mit sowas gerechnet.

    Jesaja 30:15

    Denn dies hat der Souveräne Herr Jehova, der Heilige Israels, gesprochen: „Durch Umkehr und Ruhe werdet ihr gerettet werden. Eure Macht wird sich einfach im Ruhigbleiben und im Vertrauen zeigen.“ Aber ihr wolltet nicht.

    Wenn ich in Panik gerate, habe ich damit garnichts gewonnen. Damit ändere ich die Situation nicht – ich kann sie nur noch schwerer ertragen, wenn ich in Panik bin. Wir sollten besser vertrauensvoll ruhig bleiben, dann bekommen wir die Kraft von Jehova und seinen Geist.

  20. Jesaja 30:20-21

    Und Jehova wird euch gewiß Brot in Form von Bedrängnis und Wasser in Form von Bedrückung geben; doch dein Großer Unterweiser wird sich nicht mehr verbergen, und deine Augen sollen [Augen] werden, die deinen Großen Unterweiser sehen. 21 Und deine Ohren, sie werden ein Wort hinter dir sagen hören: „Dies ist der Weg. Wandelt darauf“, falls ihr zur Rechten gehen solltet oder falls ihr zur Linken gehen solltet.

    lassen wir persönlich uns von Jehova unterweisen? Wandeln wir bereitwillig auf dem Weg, den er uns zeigt?

    Lassen wir uns von ihm und seinem Wort korrigieren, wenn er sagt, dass „wir zur Rechten gehen sollten“?

  21. Jesaja 31 – 33

    Jesaja 32:4

    Und das Herz selbst der Übereiligen wird auf Erkenntnis achten, und auch die Zunge der Stammelnden wird schnell sein, Klares zu reden.

    Wieder mal das Herz! Erkenntnis nur vom Verstand her nützt uns nicht viel. Erst wenn sie in unserem Herzen ist, werden wir auch gedrängt sein, entsprechend zu handeln.

    Jesaja 32:5-7

    Der Unverständige wird nicht mehr freigebig genannt werden; und was den Grundsatzlosen betrifft, er wird nicht edel geheißen werden; 6 denn der Unverständige, er wird bloß Unverständiges reden, und sein eigenes Herz wird an Schädlichem arbeiten, um Abfall zu bewirken und gegen Jehova Irriges zu reden, um die Seele des Hungrigen leer ausgehen zu lassen, und er läßt sogar den Durstigen ohne Getränk ausgehen. 7 Was den Grundsatzlosen betrifft, seine Werkzeuge sind schlecht; er selbst hat Rat erteilt für Taten der Zügellosigkeit, um die Niedergedrückten mit falschen Reden zugrunde zu richten, auch wenn ein Armer redet, was recht ist.

    Jesaja 32:16-18

    Und in der Wildnis wird gewiß das Recht weilen, und Gerechtigkeit wird im Obstgarten wohnen. 17 Und das Werk der [wahren] Gerechtigkeit soll Frieden werden und der Dienst der [wahren] Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit bis auf unabsehbare Zeit. 18 Und mein Volk soll an einem friedlichen Aufenthaltsort wohnen und an Wohnsitzen völliger Zuversicht und an ungestörten Ruheorten.

    Jesaja 33:1

    Wehe dir, der du verheerst, ohne daß du selbst verheert wirst, und dir, der du treulos handelst, ohne daß [andere] treulos an dir gehandelt haben! Sobald du mit Verheeren fertig bist, wirst du verheert werden. Sobald du mit treulosem Handeln zu Ende bist, wird man treulos an dir handeln.

  22. Jesaja 33:2

    O Jehova, erweise uns Gunst. Auf dich haben wir gehofft. Werde unser Arm jeden Morgen, ja unsere Rettung in der Zeit der Bedrängnis.

    Täglich auf Jehova vertrauen, täglich in seinem Wort lesen und täglich seine Nähe suchen.

    Jesaja 33:9

    9 Das Land hat zu trauern begonnen, ist dahingewelkt. Der Lịbanon ist beschämt worden; er ist vermodert. Schạron ist der Wüstenebene gleich geworden; und Bạschan und Kạrmel schütteln [ihre Blätter] ab.

    Ohne Jehovas Wort und seine Nähe werden auch wir dahinwelken – wie eine Blume, die nicht gehegt und gepflegt wird.

    Jesaja 33:10

    Jetzt will ich aufstehen“, spricht Jehova, „jetzt will ich mich erheben; jetzt will ich mich aufrichten.

    Jehova lässt sich von uns nicht zu etwas drängen! Er hat für sich eine Zeit festgelegt und die hält er auch ein. Ich persönlich reagiere ja auch allergisch darauf, wenn mir jemand etwas aufzwingen will.

    Wollen wir persönlich Jehova etwas aufzwingen, z.B. wann er das Böse beseitigt?

    Jesaja 33:15-16

    15 Da ist einer, der in beständiger Gerechtigkeit wandelt und redet, was gerade ist, der den durch Betrügereien [erlangten] ungerechten Gewinn verwirft, der seine Hände davon losschüttelt, nach Bestechung zu greifen, der sein Ohr davor verstopft, auf Blutvergießen zu hören, und der seine Augen verschließt, um Schlechtes nicht zu sehen. 16 Er ist es, der auf den Höhen selbst weilen wird; seine sichere Höhe werden schwer zugängliche Orte zerklüfteter Felsen sein. Sein eigenes Brot wird [ihm] sicherlich gegeben werden; sein Wasservorrat wird nicht versiegen.“

  23. Jesaja 34 – 36

    Kapitel 35 ist wunderschön:

    Jesaja 35:1-2

    Die Wildnis und die wasserlose Gegend werden frohlocken, und die Wüstenebene wird voller Freude sein und blühen wie der Safran. 2 Sie wird ganz bestimmt blühen, und sie wird tatsächlich mit Fröhlichkeit und mit Jubelrufen frohlocken. Die Herrlichkeit des Lịbanon selbst soll ihr gegeben werden, die Pracht des Kạrmels und Schạrons. Dort werden die sein, die die Herrlichkeit Jehovas, die Pracht unseres Gottes, sehen werden.

    Wenn ich diese Worte lese muss ich immer an den Naturfilm „Die Wüste lebt“ denken. Da geschieht ein kleines Wunder, wenn dann endich der Regen fällt. Irgendwie erinnert mich das auch an Harmagedon und das, was danach kommt:

    Erst ist es unerträglich. Alles Wasser ist versiegt und viele Tiere sterben, weil sie verdursten und keine Narung mehr finden. Dann kommt ein heftiger Regen und wer nun nicht auf der Hut ist, kommt um. Denn plötzlich verwandelt sich ein ausgetrocknetes Flussbett in einen reissenden Strom, das Wasser tritt über die Ufer und wer nicht aufpasst, wird mit den Fluten mitgerissen und ertrinkt.

    Aber dann, als der Regen aufhört, passiert ein Wunder, welches man kaum glauben kann. Denn auf einmal fängt alles an zu blühen, fast wie in Zeitraffer. Nicht so langsam wie in dem Frühling, den wir kennen, sondern unglaublich schnell verwandelt sich die Wüste in ein wundervolles Blumenmeer. Plötzlich gibt es für alle genùgend zu Essen und zu Trinken und alle Tiere sind in einem Glückstraumel.

    Wer den Film noch nicht kennt, sollte ihn sich unbedingt besorgen. Oft lächen die Menschen ja darüber, wenn wir ihnen obige Verse aus der Bibel vorlesen, denn schön wärs“ und „sowas ist doch reines Wunschdenken“. Wer den Film gesehen hat, der WEISS, dass sich diese Bibeltexte erfüllen werden!

    Nun kommen die Verse, auf deren Erfüllung sich sicherlich jeder heute freut:

    Jesaa 35:3-4

    Stärkt die schwachen Hände, und festigt die Knie, die wanken. 4 Sagt zu denen, die ängstlichen Herzens sind: „Seid stark. Fürchtet euch nicht. Seht, euer eigener Gott, mit Rache wird er kommen, ja Gott mit Vergeltung. Er selbst wird kommen und euch retten.“

    wird es nicht wundervoll sein, wenn wir endlich von denen befreit werden, die uns heute mit ihrem Egoismus, ihrem Hochmut und ihrer Habgier das Leben schwer machen?

    Aber es kommt noch viele viel besser:

    Jesaja 35:5-6

    Zu jener Zeit werden die Augen der Blinden geöffnet, und die Ohren der Tauben, sie werden aufgetan. 6 Zu jener Zeit wird der Lahme klettern wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird jubeln. Denn in der Wildnis werden Wasser hervorgebrochen sein und Wildbäche in der Wüstenebene.

    Haben wir bei den ersten beiden Versen gedacht, dass dies ja nur ein frommer Wunsch sei?

    Aber wir haben durch den Film gesehen, dass dieses Wunder sogar heute schon eine kleine Erfüllung hat, dass dies möglich ist. Ebenso werden sich diese Verse auch erfüllen. Ganz betimmt!

    Jesaja 35:7

    Und der von der Hitze ausgetrocknete Boden wird wie ein Schilfteich geworden sein und der durstige Boden wie Wasserquellen. An dem Aufenthaltsort von Schakalen, einem Ruheort für [sie], wird es grünes Gras mit Schilfrohr und Papyruspflanzen geben.

    Ja – und das wunderbarste daran ist: diese Verse, die wir gerade gelesen haben – sie werden sich ganz bald erfüllen!

    Wir haben wirklich allen Grund, unserem himmlischen Vater dafür dankbar zu sein und allen Menschen davon zu erzählen!

  24. Haben wir gerade die wundervolle Hoffnung gesehen, das worauf wir uns wirklich freuen, so lesen wir nun davon, was denn mit denen ist, die uns heute so bedrücken:

    Jesaja 35:8-9

    Und dort wird es bestimmt eine Landstraße geben, ja einen Weg; und er wird der „Weg der Heiligkeit“ genannt werden. Der Unreine wird nicht darüberziehen. Und er wird für den auf dem Weg Wandelnden sein, und keine Törichten werden [darauf] umherirren. 9 Dort wird sich kein Löwe befinden, und raubtierartige wilde Tiere werden nicht darauf hinaufsteigen. Keines wird dort zu finden sein; und die Zurückgekauften sollen [dort] wandeln.

    In diesen Versen ist von all denen die Rede, die heute ihre Mitmenschen bedrücken. Ihnen wird nicht gestattet werden, die Segnungen zu geniessen.

    Ebenso wie die Tiere in dem Film, die von den Wassermassen weggespült werden und ertrinken – so werden auch all diejenigen umkommen, die nicht nach Jehovas Maßstäben wandeln. Es wird sie nicht mehr geben.

    Dabei hätten sie nicht „ertrinken“ müssen, wenn sie rechtzeitig „aus dem Weg gegangen wären“. Jehova ist ein liebevoller Gott und er lässt schon seit Jahren die Warnung erschallen. er sagt „geht aus dem Weg gleich kommen die Wassermassen. Ich will doch nicht, dass jemand stirbt“.

    Oder anders ausgedrückt sagt er ihnen, sie sollen doch bitte von ihrem verkehrten Weg umkehren. Wenn sie nicht darauf hören, sind sie selbst schuld an dem Schicksal, das sie zwangsläufig ereilen wird.

    Setzen wir doch alles daran, dass wir zu denen gehören, die auch die Segnungen geniessen werden. Es liegt doch in unserer eigenen Hand!

    Kehren wir rechtzeitig um – oder wenn wir auf dem richtigen Weg wandeln: bleiben wir darauf!

    Jesaja 35:10

    Und die von Jehova Erlösten, sie werden zurückkehren und gewiß mit Jubelruf nach Zion kommen; und auf unabsehbare Zeit wird Freude über ihrem Haupt sein. Frohlocken und Freude werden sie erlangen, und Kummer und Seufzen sollen entfliehen.

  25. Jesaja 37 – 39

    Zu der Geschichte, wie Rabschake mit Lügen und Intrigen Gottes Volk einschüchtern und ihren Glauben untergraben wollte, hatte ich ja bereits an anderer Stelle einen sehr schönen und aufschlußreichen Artikel aus unseren Publiationen gepostet.

    Diese Kapitel hier ab Kapitel 36 sind ja eigentlich eine Wiederholung von 2. Könige 18-19. Aber ich habe trotzdem noch einige interessante Gedanken gefunden:

    Jesaja 37:4

    Vielleicht wird Jehova, dein Gott, die Worte Rạbschakes hören, den der König von Assyrien, sein Herr, gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen, und er wird ihn tatsächlich zur Rechenschaft ziehen für die Worte, die Jehova, dein Gott, gehört hat. Und du sollst für den Überrest, der sich vorfindet, ein Gebet erheben.‘ “

    „vielleicht kann dein Gott…“ – ist ja interessant, dass sie nun in der Not zugeben, dass sie einen anderen Gott anbeten, als Jesaja. Immerhin gehören sie ja alle zu Gottes Volk. Nun zeigen sie, dass sie es nur formal tun und ihr Glaube an Jehova nicht echt und ohne Kraft ist.

    Das erinnert mich an 2. Tmotheus 3:5

    Jesaja 37:23

    23 Wen hast du verhöhnt und über wen lästerlich geredet?

    Und gegen wen hast du [deine] Stimme erhoben
    Und erhebst du deine Augen zur Höhe?
    Es ist gegen den Heiligen Israels!

    mahnende Worte auch für uns heute. Mögen wir niemals als solche empfunden sein, die in Wirklichkeit Jehova verhöhnen.

    Jesaja 37:28-29

    Und dein Stillsitzen und dein Hinausgehen und dein Hineingehen ist mir ja bekannt
    Und deine Erregung gegen mich,
    29 Denn deine Erregung gegen mich und dein Brüllen ist zu meinen Ohren emporgestiegen.
    Und ich werde bestimmt meinen Haken in deine Nase legen und meinen Zaum zwischen deine Lippen,
    Und ich werde dich tatsächlich auf dem Weg zurückführen, auf dem du gekommen bist.“

    Ja, Jehova lässt sich nicht verspotten. Zu seiner Zeit wird er uns für all unser Tun vergelten. Sorgen wir also dafür, dass er bei uns nur gute Taten und ein reines Herz sieht – dann haben wir nichts zu befürchten.

  26. Jesaja 38:1-8

    In jenen Tagen wurde Hiskịa sterbenskrank. Daher kam Jesaja, der Sohn des Ạmoz, der Prophet, zu ihm herein und sprach zu ihm: „Dies ist, was Jehova gesagt hat: ‚Erteile deiner Hausgemeinschaft Befehle, denn du selbst wirst bestimmt sterben und wirst nicht leben.‘ “ 2 Darauf kehrte Hiskịa sein Gesicht zur Wand und begann zu Jehova zu beten 3 und zu sagen: „Ich bitte dich, o Jehova, denk doch daran, wie ich vor dir in Wahrhaftigkeit und mit ungeteiltem Herzen gewandelt bin; und was gut war in deinen Augen, habe ich getan.“ Und Hiskịa brach in heftiges Weinen aus.

    4 Und das Wort Jehovas erging nun an Jesaja und lautete: 5 „Geh, und du sollst zu Hiskịa sprechen: ‚Dies ist, was Jehova, der Gott Davids, deines Vorvaters, gesagt hat: „Ich habe dein Gebet gehört. Ich habe deine Tränen gesehen. Siehe, ich füge deinen Tagen fünfzehn Jahre hinzu; 6 und aus der Faust des Königs von Assyrien werde ich dich und diese Stadt befreien, und ich will diese Stadt verteidigen. 7 Und dies ist für dich das Zeichen von Jehova, daß Jehova dieses Wort ausführen wird, das er geredet hat: 8 Siehe, ich lasse den Schatten der Stufen, der an den Stufen [der Treppe] des Ạhas durch die Sonne abwärts gegangen war, wieder zehn Stufen rückwärts gehen.“ ‘ “ Und die Sonne ging allmählich zehn Stufen an den Stufen [der Treppe] zurück, die sie abwärts gegangen war.

    Diese Verse hatte damals der Pastor in der Beerdigungsansprache fùr meinen Onkel angeführt. Auch dieser hatte noch ein paar Jahre von seinem Gott bekommen. Denn 1994 wurde bei ihm Krebs festgestelt und sein Leben hing an einem seidenen Faden. Aber er „sprang dem Tod von der Schippe“ und erholte sich wieder und hat die ihm noch verbleibenden 8 Jahre genutzt, um all die Dinge zu tun, die er noch getan haben wollte.

    Ich fand es damals sehr beeindruckend, dass ein evangelischer Pastor eine biblische Geschichte mit in eine Beerdigungsansprache mit einbaut und den Gedankengang fand ich sehr passend.

  27. Jesaja 40 – 42

    Jesaja 40:9-11

    Auf einen hohen Berg steige hinauf, du Überbringerin guter Botschaft für Zion. Erhebe deine Stimme auch mit Macht, du Überbringerin guter Botschaft für Jerusalem. Erhebe [sie]. Fürchte dich nicht. Sprich zu den Städten Judas: „Hier ist euer Gott.“ 10 Siehe! Der Souveräne Herr Jehova selbst wird ja als ein Starker kommen, und sein Arm wird für ihn herrschen. Siehe! Seine Belohnung ist bei ihm, und der Lohn, den er zahlt, ist vor ihm. 11 Wie ein Hirt wird er seine eigene Herde hüten. Mit seinem Arm wird er die Lämmer zusammenbringen; und in seinem Busen wird er [sie] tragen. Die Säugenden wird er [fürsorglich] geleiten.

    Jesaja 40:13-14

    Wer hat den Geist Jehovas bemessen, und wer kann ihn als sein Mann des Rates irgend etwas erkennen lassen? 14 Mit wem hat er sich beraten, daß einer ihm Verständnis gäbe, oder wer belehrt ihn über den Pfad des Rechts oder lehrt ihn Erkenntnis oder läßt ihn gar den Weg wirklichen Verstandes erkennen?

    Jesaja 40:18-19

    Und mit wem könnt ihr Gott vergleichen, und welches Gleichnis könnt ihr ihm an die Seite stellen? 19 Der Kunsthandwerker hat nur ein gegossenes Bild gegossen, und mit Gold überzieht es der Metallbearbeiter, und Silberketten schmiedet er.

    Wer ist wie Jehova?

    Jesaja 40:25-26

    Mit wem aber könnt ihr mich vergleichen, so daß ich zu seinesgleichen gemacht würde?“ sagt der Heilige. 26 „Hebt eure Augen in die Höhe und seht. Wer hat diese Dinge erschaffen? Er ist es, der ihr Heer selbst der Zahl nach herausführt, der sie alle sogar mit Namen ruft. Wegen der Fülle dynamischer Kraft, da er an Macht auch kraftvoll ist, fehlt nicht eines [davon].

    Jesaja 40:27-28

    Aus welchem Grund sprichst du, o Jakob, und redest du laut, o Israel: ‚Mein Weg ist vor Jehova verborgen, und vor meinem Gott geht mein Recht vorüber.‘? 28 Hast du nicht erkannt, oder hast du nicht gehört? Jehova, der Schöpfer der äußersten Enden der Erde, ist ein Gott auf unabsehbare Zeit. Er wird nicht müde noch matt. Sein Verstand ist unerforschlich.

    Jesaja 40:29-31

    Er gibt dem Müden Kraft; und dem, der ohne dynamische Kraft ist, verleiht er Stärke in Fülle. 30 Knaben werden sowohl müde als auch matt, und selbst junge Männer werden ganz bestimmt straucheln, 31 doch die auf Jehova hoffen, werden neue Kraft gewinnen. Sie werden sich emporschwingen mit Flügeln wie Adler. Sie werden laufen und nicht ermatten; sie werden wandeln und nicht ermüden.“

    wirklich ein wunderschönes Kapitel.

    Jeder, der Jehova kennengelernt hat, weiss, dass Jehova unvergleichlich ist. Umso erschütternder, dass sein Volk sich immer wieder von ihm abgewandt hat, um irgendwelchen anderen Göttern oder gar Götzen nachzulaufen.

    Auch heute gibt es leider scheinbar Menschen, die Jehova durch ein Bibelstudim kennen gelernt und ihm eine Weile gedient haben – dann aber umgekehrt sind, um anderen Göttern nachlaufen.

    Für mich schwer verständlich!

    Auch, wenn ich manchmal enttäuscht bin, dass Jehova die Bedrückung nocht nicht beendet und die Verfolgung oft bis zum Äußersten zulässt – so würde ich niemals einem anderen Gott dienen wollen. Auch nicht, wenn der Druck dann wenigstens für eine kleine Weile nachlassen würde.

    Denn: wer ist wie Jehova unser Gott?

  28. Jesaja 41:8-13

    „Du aber, o Israel, bist mein Knecht, du, o Jakob, den ich erwählt habe, du Same Abrahams, meines Freundes; 9 du, den ich ergriffen habe von den äußersten Enden der Erde, und du, den ich sogar von ihren entlegenen Teilen hergerufen habe. Und so sprach ich zu dir: ‚Du bist mein Knecht; ich habe dich erwählt, und ich habe dich nicht verworfen. 10 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit.‘

    11 Siehe! Alle, die gegen dich entbrannt sind, werden beschämt und gedemütigt werden. Die Männer, [die] mit dir streiten, werden wie nichts werden und werden umkommen. 12 Du wirst sie suchen, aber du wirst sie nicht finden, die Männer, [die] mit dir in Streit liegen. Sie werden wie etwas Nichtseiendes und wie nichts werden, die Männer, die dich bekriegen. 13 Denn ich, Jehova, dein Gott, ergreife deine Rechte, der zu dir spricht: ‚Fürchte dich nicht. Ich selbst will dir helfen.‘

    Ist das nicht wunderschön? Dass Jehova so sehr an uns und unserem Wohlergehen interessiert ist, dass er uns sogar die Hand reicht und uns helfen will?

    Wer ist ein Gott wie er?

    Hier muss ich wieder an die Geschichte „gute Freunde – schlechte Freunde“ denken. Jehova ist wirklich ein guter Freund.

    Erweisen wir uns als dankbar für seine Freundschaft – oder stossen wir seine Hand zurück, die uns helfen will?

  29. Jesaja 42:14

    14 „Ich habe mich lange Zeit still verhalten. Ich bewahrte Schweigen. Ich übte fortwährend Selbstbeherrschung. Wie eine Gebärende werde ich stöhnen, lechzen und tief Atem holen zur selben Zeit.

    Jesaja 42:17

    Sie sollen zur Umkehr veranlaßt werden, sie werden tief beschämt sein, diejenigen, die ihr Vertrauen auf das geschnitzte Bild setzen, diejenigen, die zu einem gegossenen Bild sagen: „Ihr seid unsere Götter.“

    Jesaja 42:20

    Es gab viele Dinge zu sehen, aber ständig gabst du nicht acht. Da war Anlaß, die Ohren zu öffnen, aber fortwährend hörtest du nicht zu.

  30. Jesaja 43 – 45

    Jesaja 43:1,4,

    Und nun, dies ist, was Jehova, dein Schöpfer, gesprochen hat, o Jakob, und dein Bildner, o Israel: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich zurückgekauft. Ich habe [dich] bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.
    Der Tatsache zufolge, daß du kostbar gewesen bist in meinen Augen, bist du als ehrenwert betrachtet worden, und ich selbst habe dich geliebt. Und ich werde Menschen statt deiner geben und Völkerschaften statt deiner Seele.

    Dies sagt Jehova zu uns. Erwärmt dies nicht unser Herz? Fliesst es nicht voller Liebe zu Jehova über?

  31. Kapitel 44 handelt vom Götzendienst, wie dumm er ist und wie entehrend für einen Anbeter Jehovas, der doch den echten Gott kennt und auch anbeten sollte – eigentlich!

    Jesaja 44:6-8

    Dies ist, was Jehova gesprochen hat, der König von Israel und sein Rückkäufer, Jehova der Heerscharen: ‚Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. 7 Und wer ist da wie ich? Er rufe aus, damit er es mitteile und es mir darlege. Seitdem ich das Volk vor alters eingesetzt habe, mögen sie sowohl die kommenden Dinge als auch die Dinge, die eintreten werden, ihrerseits ansagen. 8 Erschreckt nicht, und werdet nicht bestürzt. Habe ich [es] dich nicht seit jener Zeit persönlich hören lassen und [es] mitgeteilt? Und ihr seid meine Zeugen. Existiert ein Gott außer mir? Nein, da ist kein FELS. Ich habe keinen anerkannt.‘ “

    Wir kennen doch Jehova – warum sollten wir uns anderen Göttern oder leblosen Götzen zuwenden?

    Jesaja 44:9-11

    Die Bildner des geschnitzten Bildes, sie alle sind eine Unwirklichkeit, und ihre Lieblinge selbst werden von keinem Nutzen sein; und als ihre Zeugen sehen sie nichts und wissen nichts, so daß sie beschämt werden. 10 Wer hat einen Gott gebildet oder ein nur gegossenes Bild gemacht? Von überhaupt keinem Nutzen ist es gewesen. 11 Siehe! All seine Mitgenossen selbst werden beschämt werden, und die Kunsthandwerker sind von den Erdenmenschen her. Sie alle werden sich zusammentun. Sie werden dastehen. Sie werden in Schrecken sein. Sie werden gleichzeitig beschämt werden.

    Ja, wenn wir unseren wundervollen Gott, der immer an unserer Seite war und uns geholfen und gestützt hat, gegen einen leblosen Götzen eintauschen, dann werden wir wirklich beschämt.

    Wie dumm dies ist, wird im Folgenden ganz klar gesagt:

    Jesaja 44:12-13

    Was den Eisen-Kunsthandwerker mit dem Schneidewerkzeug betrifft, er ist [daran] beschäftigt gewesen bei Kohlenglut; und mit den Hämmern bildet er es dann, und er bleibt daran beschäftigt mit seinem kräftigen Arm. Auch ist er hungrig geworden und daher kraftlos. Er hat kein Wasser getrunken, so wird er müde.

    13 Was den Holz-Kunsthandwerker betrifft, er hat die Meßschnur ausgespannt; er zeichnet es mit roter Kreide vor; er bearbeitet es mit einem Holzschaber; und er fährt fort, es mit einem Zirkel vorzuzeichnen, und allmählich macht er es gleich der Darstellung eines Mannes, gleich der Schönheit eines Menschen, damit es in einem Haus sitze.

    noch nicht kapiert? Dann wird Jehova halt noch deutlicher, damit es auch der letzte versteht:

    Jesaja 44:14-20

    Da ist einer, dessen Geschäft es ist, Zedern umzuhauen; und er nimmt eine gewisse Baumart, ja einen stattlichen Baum, und er läßt ihn für sich unter den Bäumen des Waldes stark werden. Er pflanzte den Lorbeerbaum, und der strömende Regen selbst läßt ihn groß werden. 15 Und er ist [etwas] geworden, was dem Menschen [dazu dient,] ein Feuer in Brand zu halten. So nimmt er davon, um sich zu wärmen. In der Tat, er legt ein Feuer an und bäckt tatsächlich Brot. Er arbeitet auch an einem Gott, vor dem er sich niederbeugen kann. Er hat es zu einem geschnitzten Bild gemacht, und er wirft sich davor nieder. 16 Die Hälfte davon verbrennt er tatsächlich im Feuer. Auf der Hälfte davon brät er das Fleisch gar, das er ißt, und er wird satt. Er wärmt sich auch und sagt: „Ha! Ich habe mich gewärmt. Ich habe den Feuerschein gesehen.“ 17 Aber den Rest davon macht er tatsächlich zu einem Gott selbst, zu seinem geschnitzten Bild. Er wirft sich davor nieder und verbeugt sich und betet zu ihm und spricht: „Befreie mich, denn du bist mein Gott.“

    18 Sie haben nicht erkannt, noch verstehen sie, weil ihre Augen verklebt worden sind, damit sie nicht sehen, ihr Herz, damit sie keine Einsicht haben. 19 Und keiner ruft sich ins Herz zurück oder hat Erkenntnis oder Verständnis, indem [er] sagt: „Die Hälfte davon habe ich im Feuer verbrannt, und auf seinen Kohlen habe ich auch Brot gebacken; ich brate Fleisch und esse. Werde ich aber den Rest davon zu etwas bloß Verabscheuungswürdigem machen? Werde ich mich vor dem ausgedörrten Holz eines Baumes niederwerfen?“ 20 Er ernährt sich von Asche. Sein eigenes Herz, mit dem Spiel getrieben worden ist, hat ihn irregeführt. Und er befreit seine Seele nicht, noch spricht er: „Ist da nicht Falschheit in meiner Rechten?“

    Eigentlich müsste jetzt jeder verstanden haben, dass er sich selbst zum Deppen macht, wenn er etwas von Menschen Geschaffenes anbetet. Die Worte waren ja nun wirklich klar und deutlich!

    Haben wir selbst schon mal über diese Argumentation nachgedacht?

  32. Jesaja 44:21-22

    21 „Gedenke dieser Dinge, o Jakob, und du, o Israel, denn du bist mein Knecht. Ich habe dich gebildet. Du bist ein Knecht, der mir gehört. O Israel, du wirst von mir nicht vergessen werden. 22 Ich will wie mit einer Wolke deine Übertretungen auslöschen und wie mit Gewölk deine Sünden. Kehr doch um zu mir, denn ich will dich zurückkaufen.

    wie denkt Jehova über uns, wenn wir so handeln?

    Ich bin immer wieder begeistert, wie liebevoll und barmherig Jehova ist. Statt gleich zu strafen bittet er sein Volk immer wieder, doch Einsicht zu bekunden und umzukehren.

    Wer darauf nicht reagiert und sich hartnäckig weigert – der hat wirklich die Strafe verdient, die Jehova solchen Menschen angedacht hat.

  33. Jesaja 46 – 48

    Jesaja 46:12-13

    Hört auf mich, ihr Starkherzigen, ihr, die von Gerechtigkeit weit Entfernten. 13 Ich habe meine Gerechtigkeit nahe gebracht. Sie ist nicht fern, und meine Rettung, sie wird sich nicht verspäten. Und ich will in Zion Rettung geben, Israel meine Schönheit.“

    Ja, Jehova wird genau das tun, was er sich vorgenommen hat!

    Jesaja 47:7

    Und du sprachst fortwährend: „Auf unabsehbare Zeit werde ich mich als Herrin erweisen, immerdar.“ Du nahmst dir diese Dinge nicht zu Herzen; du gedachtest nicht des Ausgangs der Sache.

    Denken wir bei allem was wir tun an die Konsequenzen, die es für uns haben wird?

    Jesaja 47:8-15

    Und nun höre dies, du dem Vergnügen Ergebene, die in Sicherheit sitzt, die in ihrem Herzen spricht: „Ich bin’s, und da ist niemand sonst. Ich werde nicht als Witwe sitzen, und den Verlust von Kindern werde ich nicht kennen.“ 9 Aber über dich werden diese beiden Dinge plötzlich kommen, an e i n e m Tag: der Verlust von Kindern und Witwenschaft. In ihrem vollständigen Maß sollen sie über dich kommen wegen der Menge deiner Zaubereien, wegen der Fülle der Macht deiner Bannsprüche — im Übermaß. 10 Und du vertrautest ständig auf deine Schlechtigkeit. Du hast gesagt: „Da ist keiner, der mich sieht.“ Deine Weisheit und deine Erkenntnis — dies hat dich irregeleitet; und du sprichst ständig in deinem Herzen: „Ich bin’s, und da ist niemand sonst.“ 11 Und Unglück soll über dich kommen; du wirst keine Beschwörung dagegen kennen. Und Widerwärtigkeit wird dich überfallen; du wirst sie nicht abwenden können. Und Verderben wird plötzlich über dich kommen, das zu kennen du nicht gewohnt bist.

    12 Stell dich nun hin mit deinen Bannsprüchen und mit der Menge deiner Zaubereien, mit denen du dich seit deiner Jugend abgemüht hast; damit du vielleicht Nutzen hättest, damit du vielleicht Menschen mit Ehrfurcht erfüllen könntest. 13 Du bist müde geworden durch die Menge deiner Ratgeber. Laß sie nun aufstehen und dich retten, die Anbeter der Himmel, die Sternebeschauer, diejenigen, die an den Neumonden Kenntnis vermitteln von den Dingen, die über dich kommen werden. 14 Siehe! Sie sind wie Stoppeln geworden. Ein Feuer selbst wird sie bestimmt verbrennen. Sie werden ihre Seele nicht von der Macht der Flamme befreien. Es wird keine Holzkohlenglut geben, an der man sich wärmt, keinen Feuerschein, um sich davor zu setzen. 15 So werden dir gewiß diejenigen werden, mit denen als deinen Beschwörern du dich von deiner Jugend an abgemüht hast. Sie werden wirklich umherirren, jeder zu seiner eigenen Gegend. Es wird keinen geben, der dich rettet.

    Klare, aber auch harte Worte!

  34. Jesaja 48:1-2

    Hört dies, o Haus Jakob, die ihr euch nach dem Namen Israels nennt und die ihr aus den Wassern Judas hervorgegangen seid, die ihr beim Namen Jehovas schwört und die ihr sogar den Gott Israels erwähnt, nicht in Wahrheit und nicht in Gerechtigkeit. 2 Denn sie haben sich als solche benannt, die aus der heiligen Stadt sind, und auf den Gott Israels haben sie sich gestützt, Jehova der Heerscharen ist sein Name.

    Uns nur nach Jehovas Namen zu benennen nützt uns nichts, wenn wir nicht in Wahrheit und Gerechtigkeit wandeln.

    Jesaja 48:4-5

    Da ich wußte, daß du hart bist und daß dein Nacken eine eiserne Sehne und deine Stirn Kupfer ist, 5 teilte ich [es] dir seit jener Zeit auch ständig mit. Ehe es eintreten konnte, ließ ich [es] dich hören, damit du nicht sagen würdest: ‚Mein eigener Götze hat sie getan, und mein eigenes geschnitztes Bild und mein eigenes gegossenes Bild haben sie geboten.‘

    schon öfters in diesem Blog hier erwähnt…

    Jesaja 48:17-18

    Dies ist, was Jehova, dein Rückkäufer, der Heilige Israels, gesprochen hat: „Ich, Jehova, bin dein Gott, der [dir] zum Nutzen dich lehrt, der dich auf den Weg treten läßt, auf dem du wandeln solltest. 18 O wenn du doch nur meinen Geboten Aufmerksamkeit schenktest! Dann würde dein Frieden so werden wie ein Strom und deine Gerechtigkeit wie die Meereswellen.

    lassen wir uns von Jehova zurechtweisen?

    Jesaja 48:22

    „Es gibt keinen Frieden“, hat Jehova gesprochen, „für die Bösen.“

  35. Jesaja 49 – 51

    Jesaja 49:6

    Und er sagte dann: „Es ist für dich mehr als eine geringfügige Sache gewesen, mein Knecht zu werden, um die Stämme Jakobs aufzurichten und sogar die Bewahrten Israels zurückzubringen; ich habe dich auch zu einem Licht der Nationen gegeben, damit meine Rettung bis zum äußersten Ende der Erde gelange.“

    Jesaja 49:13

    Jauchzt, ihr Himmel, und frohlocke, du Erde. Mögen die Berge fröhlich werden mit Jubelruf. Denn Jehova hat sein Volk getröstet, und seinen Niedergedrückten erweist er Erbarmen.

    Ach – wenn es doch nur schon soweit wäre!

    Jesaja 50:4-9

    4 Der Souveräne Herr Jehova selbst hat mir die Zunge der Belehrten gegeben, damit ich dem Müden mit einem Wort zu antworten weiß. Er weckt Morgen für Morgen, er weckt mir das Ohr, damit ich höre wie die Belehrten. 5 Der Souveräne Herr Jehova selbst hat mein Ohr geöffnet, und ich meinerseits war nicht rebellisch. Ich wandte mich nicht in die entgegengesetzte Richtung. 6 Meinen Rücken bot ich den Schlagenden und meine Wangen denen, die [das Haar] ausraufen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Demütigungen und Speichel.

    7 Der Souveräne Herr Jehova aber wird mir helfen. Darum werde ich mich nicht gedemütigt zu fühlen brauchen. Darum habe ich mein Gesicht wie einen Kiesel gemacht, und ich weiß, daß ich nicht beschämt werde. 8 Er, der mich gerechtspricht, ist nahe. Wer kann mit mir streiten? Laßt uns zusammen aufstehen. Wer ist mein Rechtsgegner? Möge er sich mir nahen. 9 Siehe! Der Souveräne Herr Jehova selbst wird mir helfen. Wer ist es, der mich für böse erklären kann? Siehe! Sie alle werden sich abnutzen wie ein Kleid. Schon eine Motte wird sie fressen.

  36. Jesaja 51:12-13

    12 „Ich — ich selbst bin es, der euch tröstet.

    Wer bist du, daß du dich vor einem sterblichen Menschen fürchten solltest, der sterben wird, und vor einem Menschensohn, der wie bloßes grünes Gras dahingegeben wird? 13 Und daß du Jehova, der dich gemacht hat, vergessen solltest, den, der die Himmel ausgespannt und die Grundlage der Erde gelegt hat, so daß du den ganzen Tag beständig in Schrecken warst vor dem Grimm dessen, der [dich] einengte, als wäre er ganz entschlossen, [dich] ins Verderben zu bringen? Und wo ist der Grimm dessen, der [dich] einengte?

    Lassen wir uns von Menschen einschüchtern, die uns vernichten wollen?

    Oder vertrauen wir auf unseren Gott? Darauf, dass er uns helfen kann und helfen will?

  37. Jesaja 52 – 54

    Jesaja 53:1

    Wer hat an das geglaubt, was wir gehört haben? Und der Arm Jehovas, wem ist er geoffenbart worden?

    Wie steht es mit unserem Glauben und mit unseren Erfahrungen mit Jehova?

    Jesaja 54:4

    Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht zuschanden werden; und fühl dich nicht gedemütigt, denn du wirst nicht enttäuscht werden. Denn die Schande deiner Jugendzeit wirst du vergessen, und der Schmach deiner fortgesetzten Witwenschaft wirst du nicht mehr gedenken.“

    Jesaja 54:9-10

    „Dies ist für mich so wie die Tage Noahs. So, wie ich geschworen habe, daß die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollen, so habe ich geschworen, daß ich dir gegenüber nicht zornig werden noch dich schelten will. 10 Denn selbst die Berge mögen weichen, und die Hügel, sie mögen wanken, aber meine liebende Güte, sie wird nicht von dir weichen, noch wird mein Friedensbund wanken“, hat Jehova gesagt, der sich deiner erbarmt.

    Heisst das jetzt, dass wir leben können wie wir wollen – denn Jehova hat ja versprochen, „uns nicht mehr zu schelten“?

    Mißbrauchen wir die liebende Güte unseres Gottes?

    Oder die unserer Mitmenschen?

    Jesaja 54:13-15

    Und alle deine Söhne werden von Jehova Belehrte sein, und der Frieden deiner Söhne wird überströmend sein. 14 In Gerechtigkeit wirst du dich als fest gegründet erweisen. Du wirst von Bedrückung weit entfernt sein — denn du wirst niemand fürchten — und von irgend etwas Erschreckendem, denn es wird sich dir nicht nahen. 15 Sollte irgend jemand gar einen Angriff machen, so wird es nicht auf meinen Befehl hin sein. Wer immer einen Angriff auf dich macht, wird ja deinetwegen fallen.“

    was sagt Jehova hier zu denen, die uns angreifen und bedrücken?

    Jesaja 54:17

    17 Welche Waffe es auch immer sei, die gegen dich gebildet sein wird, sie wird keinen Erfolg haben, und welche Zunge es auch immer sei, die sich im Gericht gegen dich erheben wird, du wirst [sie] verurteilen. Das ist der Erbbesitz der Knechte Jehovas, und ihre Gerechtigkeit ist von mir aus“ ist der Ausspruch Jehovas.

  38. Jesaja 55 – 57

    Jesaja 55:6-7

    Sucht Jehova, während er sich finden läßt. Ruft ihn an, während er sich als nahe erweist. 7 Der Böse verlasse seinen Weg und der schadenstiftende Mann seine Gedanken; und er kehre um zu Jehova, der sich seiner erbarmen wird, und zu unserem Gott, denn er wird in großem Maße vergeben.

    das ist es, was Jehova will – dass wir ihm von ganzem Herzen dienen. Wenn wir es noch nicht tun sollten – JETZT ist die Zeit, es noch zu ändern!

    Jesaja 57:3-5

    3 „Was euch betrifft, kommt herzu, hierher, ihr Söhne einer Wahrsagerin, du Same eines Ehebrechers und einer Frau, die Prostitution begeht: 4 Über wen macht ihr euch lustig? Gegen wen tut ihr ständig den Mund weit auf, streckt ihr ständig die Zunge heraus? Seid ihr nicht die Kinder der Übertretung, der Same der Falschheit, 5 solche, die die Leidenschaft aufpeitschen unter großen Bäumen, unter jedem üppigen Baum, [die] in den Wildbachtälern unter den Felsenklüften die Kinder schlachten?

    Jesaja 57:11-14

    Vor wem bangte dir und begannst du dich zu fürchten, so daß du zur Lüge griffst? Meiner aber gedachtest du nicht. Du nahmst dir nichts zu Herzen. Schwieg ich nicht und verbarg die Dinge fortwährend? So warst du nicht einmal vor mir in Furcht. 12 Ich selbst werde deine Gerechtigkeit und deine Werke verkünden, so daß sie dir nichts nützen werden. 13 Wenn du um Hilfe schreist, werden deine angesammelten Dinge dich nicht befreien, sondern ein Wind wird sie sogar alle wegtragen. Ein Hauch wird sie wegnehmen, wer aber zu mir Zuflucht nimmt, wird das Land erben und wird meinen heiligen Berg in Besitz nehmen. 14 Und man wird gewiß sagen: ‚Schüttet auf, schüttet auf! Bahnt den Weg. Räumt jedes Hindernis aus dem Weg meines Volkes.‘ “

    Warum immer wieder dieses Thema?

    Weil Jehova will, dass die Bösen bereuen und von ihren schlechten Wegen umkehren – damit er ihnen Barmherzigkeit erweisen kann und sie nicht vernichten muss.

    Noch ist die Zeit!

    Denken wir daran, dass es irgendwann zu spät sein könnte, weil wir den Bogen überspannt haben.

  39. Jesaja 58 – 60

    Jesaja 58:2

    Doch Tag für Tag war ich es, den sie ständig suchten, und an der Erkenntnis meiner Wege haben sie stets Gefallen bekundet wie eine Nation, die ja Gerechtigkeit übte und die das wahre Recht ihres Gottes nicht verlassen hatte, indem sie mich ständig um gerechte Gerichte baten, wobei sie sich Gott nahten, an dem sie Gefallen hatten:

    treffen diese Worte auf mich zu?

    Wenn nicht: werde ich was an mir und meinem Verhalten ändern?

    Jesaja 58:4

    Ja, zu Zank und Streit habt ihr gewöhnlich gefastet und zum Schlagen mit der Faust der Bosheit. Habt ihr nicht dauernd gefastet wie an dem Tag, an dem ihr eure Stimme in der Höhe hören ließet?

    oder sind es diese Worte, die auf mich zutreffen?

    Will ich das ändern?

    Tue ich das?

    Jesaja 58:6-7

    Ist nicht dies das Fasten, das ich erwähle? Die Fesseln der Bosheit zu lösen, die Bande der Jochstange loszumachen und die Zerschlagenen frei wegzusenden und daß ihr jede Jochstange entzweibrechen solltet? 7 Ist es nicht, dem Hungrigen dein Brot auszuteilen und daß du die Niedergedrückten, Heimatlosen in [dein] Haus bringen solltest? Daß du, falls du jemand nackt sehen solltest, ihn bedecken sollst und daß du dich vor deinem eigenen Fleisch nicht verbergen solltest?

    Dies ist es, was Jehova von uns will und warum er uns immer wieder in seinem Wort sagen lässt, dass wir auf dem verkehrten Weg sind…

    Jesaja 58:8-10

    In diesem Fall würde dein Licht hervorbrechen so wie die Morgenröte; und eilends würde deine Genesung sprossen. Und deine Gerechtigkeit würde gewiß vor dir hergehen, ja die Herrlichkeit Jehovas wäre deine Nachhut. 9 In diesem Fall würdest du rufen, und Jehova selbst würde antworten; du würdest um Hilfe schreien, und er würde sagen: ‚Hier bin ich!‘

    Wenn du aus deiner Mitte die Jochstange, das Fingerausstrecken und das Reden dessen, was schädlich ist, entfernen wirst 10 und du dem Hungrigen dein eigenes Seelen[begehren] gewähren wirst und du die [in Betrübnis] gebeugte Seele sättigen wirst, dann wird dein Licht gewiß aufstrahlen, ja in der Finsternis, und dein Dunkel wird wie der Mittag sein.

  40. Jesaja 58:13-14

    Wenn du in Anbetracht des Sabbats deinen Fuß an meinem heiligen Tag vom Tun deiner eigenen Gelüste zurückhalten und du den Sabbat wirklich eine Wonne nennen wirst, einen heiligen [Tag] Jehovas, einen, der verherrlicht wird, und ihn wirklich verherrlichen wirst, statt deinen eigenen Wegen zu folgen, statt das zu finden, was dir gefällt, und ein Wort zu reden, 14 dann wirst du deine Wonne an Jehova finden, und ich will dich einherfahren lassen auf den Höhen der Erde; und ich will dich essen lassen von dem Erbbesitz Jakobs, deines Vorvaters, denn der Mund Jehovas selbst hat [es] geredet.“

    Scheinheiligkeit gefällt Jehova nicht. Wenn wir ihn schon anbeten, dann aber bitte richtig – und nicht so tun, als wären wir seine Anbeter und in Wirklichkeit unsere eigenen selbstsüchtigen Wege gehen!

    Jesaja 59:1-4

    Siehe! Die Hand Jehovas ist nicht zu kurz geworden, daß sie nicht retten kann, noch ist sein Ohr zu schwer geworden, daß es nicht hören kann. 2 Nein, sondern gerade eure Vergehungen sind das geworden, was zwischen euch und eurem Gott eine Scheidung verursacht, und eure eigenen Sünden haben verursacht, daß sich [sein] Angesicht vor euch verbirgt, um nicht zu hören. 3 Denn eure eigenen Handflächen sind mit Blut befleckt worden und eure Finger mit Vergehung. Eure eigenen Lippen haben Falschheit geredet. Eure eigene Zunge murmelte fortwährend lauter Ungerechtigkeit. 4 Da ist keiner, der in Gerechtigkeit ausruft, und überhaupt keiner ist zu Gericht gegangen in Treue. Man hat auf Unwirkliches vertraut und Nichtswürdiges geredet. Man hat Ungemach empfangen und Schädliches geboren.

    So denkt Jehova über Personen, die in aller Scheinheiligkeit ein Doppelleben führen.

    „Ist mir doch egal, ich tue, was ich will“, „Ich lass mir nichts sagen. Ich will so bleiben, wie ich bin!“

    Ok, ok, es steht jedem frei, wie er auf das reagiert, was uns Gott zu sagen hat. Aber jeder muss auch die Konseqenzen für sein eigenes Handeln tragen und darf dann nicht rumjammern „mein Gott hat mich verlassen“ oder „warum hift er mir denn nicht?“.

    Jesaja 59:6-7

    Ihr bloßes Spinngewebe wird nicht als Kleid dienen, noch werden sie sich mit ihren Werken bedecken. Ihre Werke sind schädliche Werke, und Gewalttätigkeit ist in ihren Handflächen. 7 Ihre eigenen Füße laufen ständig zu lauter Schlechtigkeit hin, und sie haben es eilig, unschuldiges Blut zu vergießen. Ihre Gedanken sind schädliche Gedanken; Verheerung und Zusammenbruch sind auf ihren Landstraßen.

    aber wir wollen uns ja in Gottes Liebe bewahren.

    Setzen wir alles daran?

  41. Jesaja 59:11-13

    Wir brummen anhaltend, wir alle, so wie Bären; und wie Tauben gurren wir ständig trauervoll. Wir hofften auf Rechtsprechung, aber es gab keine; auf Rettung, [doch] sie ist fern von uns geblieben. 12 Denn unserer Auflehnungen sind viele geworden vor dir; und was unsere Sünden betrifft, eine jede hat gegen uns gezeugt. Denn unsere Auflehnungen sind bei uns; und was unsere Vergehungen betrifft, wir kennen sie wohl. 13 Da ist Übertretung und Verleugnung Jehovas gewesen; und es gab ein Zurückweichen von unserem Gott, ein Reden von Bedrückung und Auflehnung, ein Empfangen und Murmeln von Worten der Falschheit direkt aus dem Herzen.

    Jesaja 59:14-15

    Und das Recht wurde zum Zurückweichen gezwungen, und die Gerechtigkeit selbst blieb einfach in der Ferne stehen. Denn die Wahrheit ist sogar auf dem öffentlichen Platz gestrauchelt, und die Geradheit vermag nicht einzutreten. 15 Und die Wahrheit wird vermißt, und irgendeiner, der sich von Schlechtem abwendet, wird ausgeplündert.

    Dies ist das, was wir heute sehen und in jeder Zeitung lesen können. Vielleicht erleben wir es sogar am eigenen Leib?

    Wie denkt wohl Jehova darüber?

    Jesaja 59:16

    Und Jehova sah [es] schließlich, und es war böse in seinen Augen, daß es keine Rechtsprechung gab. 16 Und als er sah, daß kein Mann da war, begann er sich erstaunt zu zeigen, daß keiner da war, der dazwischentrat. Und sein Arm rettete dann für ihn, und seine eigene Gerechtigkeit war das, was ihn stützte.

    geben uns diese Worte zu denken?

    Wie betreffen sie mich?

    Was erwartet Jehova von mir?

    Bin ich bereit, es auch zu tun?

  42. Jesaja 61 – 63

    Jesaja 61:1-3

    Der Geist des Souveränen Herrn Jehova ist auf mir, darum, daß Jehova mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen gute Botschaft kundzutun. Er hat mich gesandt, um die zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangengenommenen und das weite Öffnen [der Augen] selbst den Gefangenen; 2 um auszurufen das Jahr des Wohlwollens seitens Jehovas und den Tag der Rache seitens unseres Gottes; um zu trösten alle Trauernden; 3 um zuzuweisen den um Zion Trauernden, ihnen zu geben Kopfschmuck statt Asche, das Öl des Frohlockens statt Trauer, den Mantel des Lobpreises statt des verzagten Geistes; und sie sollen genannt werden große Bäume der Gerechtigkeit, die Pflanzung Jehovas, zu [seiner] schönen Auszeichnung.

    Darauf dürfen wir uns freuen – die Erfüllung ist ganz nahe!

    Jesaja 63:7-9

    Die liebenden Gütigkeiten Jehovas werde ich erwähnen, die Lobpreisungen Jehovas, gemäß allem, was Jehova uns erwiesen hat, ja das überströmend Gute gegenüber dem Hause Israel, das er ihnen erwiesen hat gemäß seinen Erbarmungen und gemäß der Fülle seiner liebenden Gütigkeiten. 8 Und er sprach weiter: „Gewiß sind sie mein Volk, Söhne, die sich nicht als falsch erweisen werden.“ So wurde er ihnen ein RETTER. 9 Während all ihrer Bedrängnis war es für ihn bedrängend. Und sein persönlicher Bote, er rettete sie. In seiner Liebe und in seinem Mitleid kaufte er selbst sie zurück, und er hob sie dann empor und trug sie all die Tage von alters her.

    Jesaja 63:10

    Sie aber rebellierten und verletzten seinen heiligen Geist. Da verwandelte er sich ihnen in einen Feind; er selbst führte Krieg gegen sie.

    Rebellieren wir gegen unseren Gott?

    Machen wir uns Jehova durch unsere Handlungen zum Feind?

  43. Jesaja 64 – 66

    Jesaja 64:4-5

    Und von alter Zeit her hat keiner gehört, noch hat irgendwer Gehör geschenkt, noch hat ein Auge selbst einen Gott gesehen außer dir, der für den handelt, der auf ihn harrt. 5 Du bist dem entgegengekommen, der frohlockt und Gerechtigkeit übt, denen, die auf deinen eigenen Wegen ständig deiner gedenken.

    Schenken wir Jehova Gehör? Wandeln wir in Jehovas Wegen? Gedenken wir seiner ständig?

    Womit beschäftigen wir uns? Worüber denken wir nach? Worüber reden wir?

    Jesaja 64:7

    Und da ist keiner, der deinen Namen anruft, keiner, der sich aufrafft, an dir festzuhalten; denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen, und du läßt uns hinschmelzen durch die Macht unserer Vergehung.

    wirklich keiner?

    Auch wir nicht?

  44. Jesaja 65:2-3

    Ich habe meine Hände den ganzen Tag lang zu einem störrischen Volk ausgebreitet, zu denen, die einen Weg gehen, der nicht gut ist, ihren Gedanken nach; 3 dem Volk, [gebildet aus] denen, die mich beständig direkt ins Angesicht kränken, die in den Gärten opfern und auf den Ziegelsteinen räuchern,

    meint der mich?

    Jesaja 65:13-14

    Darum hat der Souveräne Herr Jehova dies gesprochen: „Siehe! Meine eigenen Knechte werden essen, ihr selbst aber werdet hungern. Siehe! Meine eigenen Knechte werden trinken, ihr selbst aber werdet dürsten. Siehe! Meine eigenen Knechte werden sich freuen, ihr selbst aber werdet Schande erleiden. 14 Siehe! Meine eigenen Knechte werden jubeln zufolge des guten Herzenszustandes, ihr selbst aber werdet schreien vor Herzensschmerz, und ihr werdet heulen wegen des völligen Zusammenbruchs des Geistes.

    Jesaja 65:17

    Denn siehe, ich schaffe neue Himmel und eine neue Erde; und die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen.

    ein tröstlicher Gedanke, dass all das Leid und Unrecht, was uns heute widerfährt, uns im Paradies nicht mehr in den Sinn kommen wird.

    Ich denke da z.B. an die Kinder, die heute mißbraucht werden, Frauen die vergewaltigt werden, Menschen, die Gewalttaten zum Opfer fallen oder gar gefoltert werden. All diese schrecklichen Dinge werden ihnen nicht mehr in den Sinn kommen.

    Ist Jehova nicht ein wundervoller Gott?

    Jesaja 65:24

    Und es wird tatsächlich geschehen, bevor sie rufen, daß ich selbst antworten werde; während sie noch reden, werde ich selbst hören.

  45. Jesaja 66:3-5

    Sie sind es auch, die ihre eigenen Wege gewählt haben, und an ihren abscheulichen Dingen hat ihre eigene Seele Gefallen gehabt. 4 Ich selbst dagegen werde Wege wählen, sie übel zu behandeln; und ihre Schrecknisse werde ich über sie bringen; darum, daß ich rief, aber niemand antwortete; ich redete, aber keiner hörte zu; und sie taten fortgesetzt, was böse war in meinen Augen, und das, woran ich kein Gefallen hatte, erwählten sie.“

    5 Hört das Wort Jehovas, die ihr vor seinem Wort zittert: „Eure Brüder, die euch hassen, die euch meines Namens wegen ausschließen, sagten: ‚Möge Jehova verherrlicht werden!‘ Er soll auch mit Freude eurerseits erscheinen, und sie sind es, die zuschanden werden.“

    uuups

  46. Jesaja 1 – 3

    Jesaja 1:12

    Wieso das denn jetzt? War das nicht ein gôttliches Gebot? Wieso war es nun auf einmal verkehrt?

    Interessant, was im Jesaja-Buch in Kapitel 2 Abs 4-5 dazu gesagt wird:

    Weiter sagt Jehova: „Wenn ihr dauernd hereinkommt, um mein Angesicht zu sehen, wer ist es, der dies von eurer Hand gefordert hat, meine Vorhöfe zu zertreten?“ (Jesaja 1:12). Verlangt nicht selbst das Gesetz Jehovas vom Volk, ‘hereinzukommen, um sein Angesicht zu sehen’, das heißt, sich in seinem Tempel in Jerusalem einzufinden? (2. Mose 34:23, 24). Ja, das schon. Doch ihr Erscheinen ist purer Formalismus, sie üben die reine Anbetung nur der Form nach aus, nicht aus lauteren Beweggründen. Ihre zahllosen Besuche in den Vorhöfen Jehovas sind für ihn nur ein ‘Zertreten’ und bewirken nicht mehr als ein Abtreten des Pflasters.

    5 Kein Wunder, dass Jehova jetzt in einem noch strengeren Ton spricht! „Hört auf, noch weitere wertlose Getreideopfer hereinzubringen. Räucherwerk — es ist mir etwas Verabscheuungswürdiges. Neumond und Sabbat, das Einberufen einer Zusammenkunft — ich kann die Benutzung unheimlicher Macht zugleich mit der feierlichen Versammlung nicht ertragen. Eure Neumonde und eure Festzeiten hat meine Seele gehasst. Mir sind sie zur Bürde geworden; ich bin müde geworden, sie zu tragen“ (Jesaja 1:13, 14). Getreideopfer, Räucherwerk, Sabbate und feierliche Versammlungen sind in dem Gesetz festgelegt, das Gott den Israeliten gab. Was die „Neumonde“ betrifft, so weist das Gesetz lediglich an, diese zu beobachten, doch sind nach und nach nützliche Überlieferungen in Verbindung damit entstanden (4. Mose 10:10; 28:11). Der Neumond gilt als ein monatlicher Sabbat, an dem das Volk von Arbeit absteht und sich sogar versammelt, um von den Propheten und den Priestern unterwiesen zu werden (2. Könige 4:23; Hesekiel 46:3; Amos 8:5). Ihn zu beobachten ist an sich nicht verkehrt. Verkehrt ist, dass man nur den Schein wahren möchte. Außerdem bedienen sich die Juden „unheimlicher Macht“, das heißt, sie pflegen spiritistische Bräuche, beobachten dabei aber gleichzeitig formell Gottes Gesetz. Deshalb ist ihre Anbetung für Jehova „zur Bürde“ geworden.

    Wie steht es mit unserer Anbetung?

    Kommt sie aus einem reinen Herzen der Liebe – oder betrachten wir die Versammlung ebenso als „Glúcksbringer“ wie die Juden damals?

    Zitat aus dem Jeremia-Buch (Kap. 2 Abs 12):

    Zu Beginn der Regierung Jojakims sollte Jeremia zum Tempel gehen, um dort die Schlechtigkeit der Judäer anzuprangern. Sie hielten den Tempel Jehovas für einen Glücksbringer, der sie beschützte. Doch falls sie weiter „stehlen, morden und Ehebruch begehen und falsch schwören und dem Baal räuchern und anderen Göttern nachgehen“ sollten, würde Jehova seinen Tempel verlassen, genauso wie er das mit der Stiftshütte in Silo zur Zeit des Hohen Priesters Eli getan hatte. Auch von den Heuchlern, die darin beteten, würde er sich zurückziehen. Juda würde „zu nichts als zu einer verwüsteten Stätte werden“ (Jer. 7:1-15, 34; 26:1-6).

  47. denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt

    „damit wir nicht vom Satan überlistet werden, denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt“
    (2. Korinther 2:11)

    Der Rabschake hat nur eins im Sinn: Jerusalem so weit zu bringen, dass es sich kampflos ergibt. Auf Hebräisch ruft er zunächst aus: „Was ist das für eine Zuversicht, auf die du vertraut hast? . . . Auf wen nun hast du dein Vertrauen gesetzt, dass du gegen mich rebelliert hast?“ (Jesaja 36:4, 5). Dann verspottet der Rabschake die verängstigten Juden und weist sie darauf hin, dass sie völlig isoliert sind. Von wem könnten sie also Unterstützung erbitten? Etwa von Ägypten, dem ‚geknickten Rohrstab‘? (Jesaja 36:6). Tatsächlich gleicht Ägypten zu dieser Zeit einem geknickten Rohrstab; denn jene ehemalige Weltmacht ist mittlerweile von Äthiopien besiegt worden, und Ägyptens gegenwärtiger König, Tirhaka, ist kein Ägypter, sondern ein Äthiopier. Zudem wird er schon bald von Assyrien bezwungen werden (2. Könige 19:8, 9). Wenn sich Ägypten nicht einmal selbst zu retten vermag, wie viel weniger kann es dann Juda zu Hilfe kommen.

    9 Der Rabschake argumentiert jetzt, Jehova werde nicht für sein Volk kämpfen, weil es sein Missfallen erregt habe. Er erklärt: „Falls du zu mir sprechen solltest: ‚Jehova, unser Gott, ist es, auf den wir vertraut haben‘, ist er es nicht, dessen Höhen und dessen Altäre Hiskia entfernt hat?“ (Jesaja 36:7). Natürlich haben die Juden alles andere getan als Jehova verworfen, als sie die Höhen und die Altäre im Land niederrissen; in Wirklichkeit sind sie zu ihm zurückgekehrt.

    10 Anschließend weist der Rabschake die Juden darauf hin, dass ihre Lage militärisch aussichtslos ist. Er äußert die arrogante Herausforderung: „Ich will dir zweitausend Pferde geben, um zu sehen, ob du deinerseits Reiter darauf zu setzen vermagst“ (Jesaja 36:8). Spielt es tatsächlich eine Rolle, ob Judas ausgebildete Kavallerie groß oder klein ist? Nein, denn Judas Rettung hängt nicht von militärischer Überlegenheit ab. In Sprüche 21:31 heißt es diesbezüglich: „Das Ross ist etwas, was für den Tag der Schlacht gerüstet wird, aber Rettung gehört Jehova.“ Der Rabschake behauptet nun, Jehovas Segen sei nicht bei den Juden, sondern bei den Assyrern; sonst hätten diese nicht so weit in judäisches Gebiet eindringen können (Jesaja 36:9, 10).

    Quelle: Jesaja Band I – Kapitel 29

  48. Jesaja 1 – 3

    Jesaja 1:2

    Hört, o Himmel, und schenke Gehör, o Erde, denn Jehova selbst hat geredet: „Söhne habe ich großgezogen und emporgebracht, sie aber haben sich gegen mich aufgelehnt.

    Wahrscheinlich kann man sich den Schmerz und die Gedanken Jehovas erst dann vorstellen, wenn man dies selbst erlebt hat. Wie schmerzvoll es ist, wenn man seine ganze Zeit, Kraft, Energie, finanziellen Mittel und vor allen Dingen seine ganzen Emotionen in die Erziehung seiner Kinder gesteckt hat – und dann wenden diese sich von uns ab. Das tut sehr weh und ist sicherlich eine Erfahrung, die wir nie wieder vergessen werden. Selbst dann nicht, wenn die Kinder sich besinnen und wieder versöhnlich auf die Eltern zugehen.

    Ein Gedanken, den wir bereits aus den Vorkommnissen zwischen David und seinem Sohn Absalom kennen. Auch für David war diese Entwicklung sehr schmerzhaft. Er hat so sehr darunter gelitten, dass er später sogar heftig um diesen Sohn getrauert hat, obwohl dieser dabei umgekommen ist, als er wieder mal seinen eigenen Vater befeindete.

    Aber für Jehova ist dies auch nicht sonderlich neu, denn zum einen kennen wir ja die Geschichte um Adam und Eva, die ja auch Kinder Gottes waren (im Geschlechtsregister Jesu wird Adam als „Sohn Gottes“ aufgeführt) und die sich durch ihre Rebellion von ihm abgewandt hatten. Warum? Weil sie selbst entscheiden wollten. In dem entsprechenden Programmpunkt der Vortragsreihe auf unserem BZK dieses Jahr „Nimm dich in Acht vor den Feinden des Königreichs!“ – Satan und die Dämonen“ wird gesagt, dass es der Geist Satans und seiner Dämonen ist, wenn uns unsere eigenen Gefühle wichtiger sind, als alles andere. Hier war Eva von Satan verführt worden. Er hatte mit seinen „guten und gezielten Fragen“ bewirkt, dass sie die Gebote Jehovas in Frage gestellt hatte (Siehe WT 15.05.2011 „Wer ist die wichtigste Person in deinem Leben?“). „Die Frucht war begehrenswert in ihren Augen und sie aß“ – obwohl Jehova ausdrücklich gesagt hatte, sie „sollten die Finger davon lassen“. Auch ihr Mann schloß sich ihrem egoistischen Verhalten an, denn es war ihm wichtiger, die Frau zu behalten, als seinem Gott gehorsam zu sein.

    Die beiden ersten Kinder Gottes wandten sich also von ihrem liebevollen himmlischen Vater ab, obwohl er alles für sie getan hatte. IHM verdankten sie nicht nur ihr Leben, sondern all den Komfort, den er ihnen bot. Stellen wir uns nur einmal vor, wir hätten in diesem wundervollen Paradies gelebt.

    Aber nicht nur die menschlichen Kinder Jehovas wandten sich von ihm ab, sondern zuvor noch ein himmlischer Sohn, einer, dem er eine bevorzugte Stellung gegeben hatte. Er war nicht nur ein ganz einfacher Engel, ein normaler Bote. Trotzdem reichte es ihm nicht, was Jehova ihm gab – er rebellierte, denn er meinte, ihm stünde noch viel mehr zu.

    Wie mag sich Jehova wohl gefühlt haben, als diese Kinder Gottes sich von ihm abwandten?

    Aber die Geschichte zeigt, dass es immer wieder und zu allen Zeiten Personen unter Gottes Volk gegeben hatte, die nicht zu schätzen wußten, was er ihnen gab und gegen ihn rebellierten. Entweder ganz offen – oder halt durch ein Doppelleben.

    Bereiten wir durch unseren Lebenswandel Freude – oder tragen auch wir zu diesem Schmerz bei?

  49. Jesaja 1:18-20

    „Kommt nun, und laßt uns die Dinge zwischen uns richtigstellen“, spricht Jehova. „Wenn sich eure Sünden auch wie Scharlach erweisen sollten, werden sie so weiß werden wie Schnee; wenn sie auch rot sein sollten wie Karmesintuch, werden sie sogar wie Wolle werden. 19 Wenn ihr Willigkeit zeigt und tatsächlich zuhört, so werdet ihr das Gute des Landes essen. 20 Wenn ihr euch aber weigert und tatsächlich rebellisch seid, so werdet ihr von einem Schwert verzehrt werden; denn Jehovas Mund selbst hat [es] geredet.“

    Ist es nicht wundervoll, dass wir so einen barmherzigen Gott haben? Egal, was wir auch angestellt haben mögen in der Vergangenheit – immer läßt er uns den Weg zu ihm zurück offen. Es liegt nur an uns ganz persönlich, ob wir zurück kommen wollen, oder nicht. Denken wir dabei nicht an die Bibelstelle aus Römer 8:35-39?

    Wer wird uns von der Liebe des Christus trennen? Etwa Drangsal oder Bedrängnis oder Verfolgung oder Hunger oder Nacktheit oder Gefahr oder das Schwert? 36 So wie geschrieben steht: „Um deinetwillen werden wir den ganzen Tag zu Tode gebracht, wie Schlachtschafe sind wir geachtet worden.“ 37 Im Gegenteil, aus allen diesen Dingen gehen wir vollständig siegreich hervor durch ihn, der uns geliebt hat. 38 Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, noch Engel, noch Regierungen, noch Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, noch Mächte, 39 noch Höhe, noch Tiefe, noch irgendeine andere Schöpfung imstande sein wird, uns von Gottes Liebe zu trennen, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

    Wissen wir diese Barmherzigkeit zu schätzen?

    zu diesem Thema hier auch noch ein sehr schöner WT-Artikel vom 01.10.1998 dazu:

    „Jehova, ein Gott, barmherzig und gnädig“

    „Jehova, Jehova, ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. MOSE 34:6).

    „MEINE Tochter sagte mir, sie wolle nicht mehr zur Christenversammlung gehören“, erzählte ein christlicher Vater. „Tage, Wochen, sogar Monate später spürte ich noch einen nagenden Schmerz in mir. Es war schlimmer als der Tod.“ Wie betrüblich ist es doch, mit ansehen zu müssen, wie ein uns nahestehender Mensch vom Weg der reinen Anbetung abirrt! Haben wir schon einmal eine solche Erfahrung gemacht? Wenn ja, dann wird uns das Bewußtsein trösten, daß Jehova Mitgefühl für uns hat (2. Mose 3:7; Jesaja 63:9). Wie betrachtet er jedoch Personen, die sich eine Verfehlung zuschulden kommen ließen? Die Bibel zeigt, daß Jehova sie barmherzigerweise einlädt, wieder in seine Gunst zu gelangen. Inständig bat er die rebellischen Juden in Maleachis Tagen: „Kehrt um zu mir, so will ich zu euch umkehren“ (Maleachi 3:7).

    2 Gottes Barmherzigkeit wurde Moses auf dem Berg Sinai vor Augen geführt. Dort offenbarte sich Jehova als „ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. Mose 34:6). Diese Erklärung weist nachdrücklich darauf hin, wie untrennbar die Barmherzigkeit mit Jehovas Persönlichkeit verbunden ist. Er „will, daß alle zur Reue gelangen“, schrieb der christliche Apostel Petrus (2. Petrus 3:9). Natürlich ist Gottes Barmherzigkeit nicht grenzenlos. „Keinesfalls wird er Straffreiheit gewähren“, erfuhr Moses (2. Mose 34:7; 2. Petrus 2:9). Dennoch „[ist] Gott Liebe“, und die Barmherzigkeit ist ein prägnantes Merkmal dieser Eigenschaft (1. Johannes 4:8; Jakobus 3:17). Jehova wird „nicht für immer an seinem Zorn festhalten“, und er hat „Gefallen an liebender Güte“ (Micha 7:18, 19).

    3 Jesus war das vollkommene Abbild seines himmlischen Vaters (Johannes 5:19). Die Tatsache, daß Jesus Missetätern gegenüber barmherzig war, bedeutete nicht, daß er ihre Sünden entschuldigte. Es war statt dessen ein Ausdruck derselben innigen Gefühle, die er gegenüber den physisch Kranken offenbarte. (Vergleiche Markus 1:40, 41.) Jesus zählte Barmherzigkeit sogar zu den ‘gewichtigeren Dingen’ des Gesetzes Gottes (Matthäus 23:23). Nehmen wir im Gegensatz dazu die Schriftgelehrten und die Pharisäer, deren legalistische Auffassung von Gerechtigkeit normalerweise überhaupt keinen Raum für Barmherzigkeit ließ. Als sie beobachteten, daß Jesus Umgang mit Sündern hatte, klagten sie ihn an und sagten: „Dieser Mann heißt Sünder willkommen und ißt mit ihnen“ (Lukas 15:1, 2). Jesus antwortete seinen Anklägern mit drei Veranschaulichungen, in denen jeweils Gottes Barmherzigkeit hervorgehoben wurde.

    4 Zunächst erzählte Jesus von einem Mann, der neunundneunzig Schafe sich selbst überließ, um nach einem verlorengegangenen Schaf zu suchen. Der Kernpunkt? „Im Himmel [wird] mehr Freude über einen einzigen Sünder sein . . ., der bereut, als über neunundneunzig Gerechte, die der Reue nicht bedürfen.“ Als nächstes sprach Jesus von einer Frau, die eine verlorene Drachme suchte und sich freute, als sie sie fand. Die Anwendung? „Es [gibt] bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der bereut.“ Jesus erzählte seine dritte Veranschaulichung in Form eines Gleichnisses. Dieses ist für viele die beste Kurzgeschichte, die je erzählt wurde. Eine Betrachtung des Gleichnisses wird uns helfen, Gottes Barmherzigkeit zu schätzen und nachzuahmen (Lukas 15:3-10).

    Ein rebellischer Sohn verläßt das Elternhaus

    5 „Ein gewisser Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: ‚Vater, gib mir den Anteil des Eigentums, der mir zukommt.‘ Darauf teilte er seine Mittel zum Lebensunterhalt unter sie. Später, nicht viele Tage danach, packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste fort in ein fernes Land und verschwendete dort sein Eigentum, indem er ein ausschweifendes Leben führte“ (Lukas 15:11-13).

    6 Der jüngere Sohn zeigte hier einen schockierenden Mangel an Wertschätzung. Er verlangte sein Erbe, das er dann verschwendete, „indem er ein ausschweifendes Leben führte“. Der Ausdruck „ausschweifendes Leben“ ist die Übersetzung eines griechischen Wortes, das „wildes Leben“ bedeutet. Wie ein Gelehrter sagt, wird durch das Wort „die äußerste Preisgabe des Charakters aus[ge]drückt“. Aus gutem Grund bezeichnen einige den jungen Mann in Jesu Gleichnis als Verschwender; sie gebrauchen also ein Wort, das jemand beschreibt, der leichtsinnig und überspannt ist und ausschweifend lebt.

    7 Gibt es heute Menschen, die dem verlorenen Sohn gleichen? Durchaus. Eine relativ kleine Zahl von Personen hat leider das sichere „Haus“ Jehovas, unseres himmlischen Vaters, verlassen (1. Timotheus 3:15). Einige von ihnen empfinden das Umfeld der Hausgemeinschaft Gottes als zu einschränkend und meinen, Jehovas wachsames Auge sei eher ein Hindernis als ein Schutz. (Vergleiche Psalm 32:8.) Nehmen wir eine christliche Frau, die als Kind zwar nach biblischen Grundsätzen erzogen wurde, sich aber später auf Alkohol- und Drogenmißbrauch einließ. Im Rückblick auf die dunkle Zeit in ihrem Leben sagte sie: „Ich wollte beweisen, daß es mir besserginge, wenn ich mein Leben selbst in die Hand nehmen würde. Ich wollte tun und lassen, was mir paßte, ohne daß mir jemand hineinredete.“ Wie der verlorene Sohn war diese junge Frau auf Unabhängigkeit bedacht. Tragischerweise mußte sie wegen ihrer unbiblischen Gewohnheiten aus der Christenversammlung ausgeschlossen werden (1. Korinther 5:11-13).

    8 Es ist wirklich herzzerreißend, wenn ein Mitchrist das Verlangen offenbart, im Widerspruch zu Gottes Maßstäben zu leben (Philipper 3:18). Wenn dies geschieht, bemühen sich Älteste und andere geistig Befähigte, den Missetäter wieder zurechtzubringen (Galater 6:1). Allerdings wird niemand gezwungen, das Joch der christlichen Jüngerschaft auf sich zu nehmen (Matthäus 11:28-30; 16:24). Wenn Jugendliche mündig werden, müssen auch sie in bezug auf die Anbetung eine persönliche Entscheidung treffen. Schließlich haben wir alle einen freien Willen und werden für uns selbst Gott Rechenschaft ablegen müssen (Römer 14:12). Natürlich werden wir auch ‘ernten, was wir säen’ — eine Lektion, die der verlorene Sohn in Jesu Gleichnis bald lernen sollte (Galater 6:7, 8).

    Verzweiflung in einem fernen Land

    9 „Als er alles verbraucht hatte, entstand eine schwere Hungersnot in jenem ganzen Land; und er fing an, Not zu leiden. Er ging sogar hin und schloß sich einem der Bürger jenes Landes an, und er sandte ihn auf seine Felder, damit er Schweine hüte. Und er begehrte jeweils, sich mit den Johannisbrotschoten zu sättigen, die die Schweine fraßen, und niemand gab ihm welche“ (Lukas 15:14-16).

    10 Obwohl der verlorene Sohn völlig verarmt war, zog er noch nicht in Betracht, nach Hause zurückzukehren. Statt dessen lernte er einen Bürger kennen, der ihm eine Arbeit als Schweinehirt gab. Da Schweine gemäß dem mosaischen Gesetz als unreine Tiere galten, war solch eine Beschäftigung für einen Juden eigentlich unannehmbar (3. Mose 11:7, 8). Sollte der verlorene Sohn irgendwelche Gewissensbisse empfunden haben, mußte er sie unterdrücken. Schließlich konnte er nicht erwarten, daß sein Arbeitgeber, ein einheimischer Bürger, Rücksicht auf die Empfindungen eines völlig heruntergekommenen Ausländers nahm. Die mißliche Lage des verlorenen Sohnes gleicht der Erfahrung, die heute viele von denen machen, die den geraden Weg der reinen Anbetung verlassen haben. Häufig lassen sich solche Personen auf Tätigkeiten ein, die sie früher als entwürdigend betrachtet hätten. Ein Beispiel: Im Alter von 17 Jahren rebellierte ein junger Mann gegen seine christliche Erziehung. „Unsittlichkeit und Drogenmißbrauch löschten die jahrelange biblische Belehrung aus“, räumte er ein. Bald befand sich der junge Mann wegen bewaffneten Raubüberfalls und Mord im Gefängnis. Er konnte später zwar geistig wiederhergestellt werden, doch welch einen Preis mußte er für den „zeitweiligen Genuß der Sünde“ zahlen! (Vergleiche Hebräer 11:24-26.)

    11 Das Dilemma des verlorenen Sohnes wurde noch durch die Tatsache vergrößert, daß ‘niemand ihm etwas gab’. Wo waren seine neuen Freunde? Als Mittelloser war er jetzt gleichsam „ein Gegenstand des Hasses“ für sie (Sprüche 14:20). In ähnlicher Weise erkennen heute viele, die vom Glauben abgeirrt sind, daß die Verlockungen und Ansichten der heutigen Welt nichts als ‘leerer Trug’ sind (Kolosser 2:8). „Ohne Jehovas Führung litt ich viel Schmerz und Kummer“, sagte eine junge Frau, die für einige Zeit Gottes Organisation verlassen hatte. „Ich versuchte, mich in die Welt einzufügen, aber da ich nicht wirklich so war wie die anderen, zeigten sie mir die kalte Schulter. Ich empfand wie ein verlorengegangenes Kind, das die Anleitung seines Vaters brauchte. Mir wurde so richtig bewußt, daß ich Jehova benötigte. Ich möchte niemals wieder unabhängig von ihm leben.“ Der verlorene Sohn in Jesu Gleichnis kam zu einer ähnlichen Erkenntnis.

    Der verlorene Sohn kommt zur Besinnung

    12 „Als er zur Besinnung kam, sagte er: ‚Wie viele Lohnarbeiter meines Vaters haben Brot in Fülle, während ich hier vor Hunger zugrunde gehe! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater ziehen und zu ihm sagen: „Vater, ich habe gegen den Himmel und gegen dich gesündigt. Ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn genannt zu werden. Halte mich wie einen deiner Lohnarbeiter.“ ‘ Er machte sich also auf und ging zu seinem Vater“ (Lukas 15:17-20).

    13 Der verlorene Sohn ‘kam zur Besinnung’. Eine Zeitlang hatte er sich dem Vergnügen hingegeben; er lebte sozusagen in einer Traumwelt. Doch jetzt wurde ihm sein wahrer geistiger Zustand völlig bewußt. Ja, obwohl er gefallen war, gab es immer noch Hoffnung für diesen jungen Mann. Etwas Gutes war in ihm zu finden (Sprüche 24:16; vergleiche 2. Chronika 19:2, 3). Wie verhält es sich mit denjenigen, die heute Gottes Herde verlassen haben? Wäre die Schlußfolgerung vernünftig, daß es für sie alle keine Hoffnung mehr gibt, da ihr rebellischer Lauf in jedem Fall beweist, daß sie gegen Gottes heiligen Geist gesündigt haben? (Matthäus 12:31, 32). Nicht unbedingt. Manche von ihnen leiden sehr unter ihrem eigensinnigen Lauf, und viele von diesen besinnen sich irgendwann wieder. „Ich vergaß Jehova nie, nicht für einen Tag“, sagte eine Schwester im Rückblick auf die Zeit, die sie fern von Gottes Organisation verbrachte. „Ich betete immer, daß er mir eines Tages irgendwie gestatten möge, zur Wahrheit zurückzukehren“ (Psalm 119:176).

    14 Aber was können diejenigen, die abgeirrt sind, an ihrer Situation ändern? In Jesu Gleichnis entschloß sich der verlorene Sohn, nach Hause zurückzukehren und seinen Vater um Vergebung zu bitten. „Halte mich wie einen deiner Lohnarbeiter“, wollte der verlorene Sohn zu ihm sagen. Ein Lohnarbeiter war ein Tagelöhner, der binnen eines Tages entlassen werden konnte. Er hatte eine noch niedrigere Stellung inne als ein Sklave, der gewissermaßen als Mitglied der Familie galt. Somit hatte der verlorene Sohn nicht im Sinn, darum zu bitten, seinen früheren Status als Sohn zurückzuerhalten. Er war durchaus bereit, sich mit der niedrigsten Stellung zufriedenzugeben, um seinem Vater Tag für Tag seine erneuerte Loyalität zu beweisen. Doch der verlorene Sohn sollte eine Überraschung erleben.

    Ein zu Herzen gehender Empfang

    15 „Als er noch weit weg war, erblickte ihn sein Vater und wurde von Mitleid bewegt, und er lief und fiel ihm um den Hals und küßte ihn zärtlich. Da sagte der Sohn zu ihm: ‚Vater, ich habe gegen den Himmel und gegen dich gesündigt. Ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn genannt zu werden. Halte mich wie einen deiner Lohnarbeiter.‘ Der Vater aber sagte zu seinen Sklaven: ‚Schnell! Bringt ein langes Gewand heraus, das beste, und kleidet ihn damit, und tut einen Ring an seine Hand und Sandalen an seine Füße. Und bringt den gemästeten jungen Stier her, schlachtet ihn, und laßt uns essen und fröhlich sein, denn dieser mein Sohn war tot und kam wieder zum Leben; er war verloren und wurde gefunden.‘ Und sie fingen an, fröhlich zu sein“ (Lukas 15:20-24).

    16 Liebevolle Eltern würden sich in jedem Fall nach der geistigen Wiederherstellung eines Kindes sehnen. Daher können wir uns durchaus vorstellen, daß der Vater des verlorenen Sohnes jeden Tag den Weg entlangsah, der zu seinem Haus führte, in der sehnlichen Hoffnung, daß sein Sohn zurückkehrt. Doch nun erblickte er ihn tatsächlich, als dieser den Weg heraufkam! Das Aussehen des jungen Mannes war zweifellos verändert. Trotzdem erkannte ihn der Vater, als er „noch weit weg“ war. Der Vater sah mehr als nur die abgerissene Kleidung und den entmutigten Geist; er sah seinen Sohn, und er lief ihm entgegen!

    17 Als der Vater seinen Sohn erreichte, fiel er ihm um den Hals und küßte ihn zärtlich. Dann gebot er seinen Sklaven, seinem Sohn ein Gewand, einen Ring und Sandalen zu bringen. Bei dem Gewand handelte es sich nicht nur um ein einfaches Kleidungsstück, sondern um „das beste“ — vielleicht ein reich besticktes Gewand von der Art, wie es einem geehrten Gast angeboten wurde. Da es für Sklaven nicht üblich war, einen Ring und Sandalen zu tragen, machte der Vater deutlich, daß sein Sohn wieder als vollwertiges Familienmitglied willkommen geheißen wurde. Der Vater tat jedoch noch mehr. Er ließ Vorbereitungen für ein Festmahl treffen, um die Rückkehr seines Sohnes zu feiern. Dieser Mann vergab seinem Sohn ganz bestimmt nicht widerwillig oder einfach deshalb, weil er sich durch die Rückkehr seines Sohnes dazu verpflichtet fühlte; er wollte Vergebung gewähren. Es bereitete ihm Freude.

    18 Was haben wir bis jetzt aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn über den Gott gelernt, den wir anbeten dürfen? Zum einen, daß Jehova „barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ ist (2. Mose 34:6). Tatsächlich ist Barmherzigkeit eine hervorragende Eigenschaft Gottes. Es ist ganz normal für ihn, denjenigen Barmherzigkeit zu erweisen, die ihrer bedürfen. Zum anderen lehrt uns Jesu Gleichnis, daß Jehova „zum Vergeben bereit“ ist (Psalm 86:5). Er hält sozusagen Ausschau nach irgendeinem Sinneswandel auf seiten sündiger Menschen, der ihm die Grundlage bieten würde, barmherzig zu sein (2. Chronika 12:12; 16:9).

    19 Denken wir zum Beispiel an Gottes Handlungsweise mit Israel. Der Prophet Jesaja wurde von Jehova inspiriert, Juda und Jerusalem als ‘krank von Kopf bis Fuß’ zu beschreiben. Doch er sagte auch: „Jehova [wird] darauf harren, euch Gunst zu erweisen, und deshalb wird er sich erheben, um euch Barmherzigkeit zu erweisen“ (Jesaja 1:5, 6; 30:18; 55:7; Hesekiel 33:11). Wie der Vater in Jesu Gleichnis sieht Jehova sozusagen den Weg entlang. Er erwartet sehnlich die Rückkehr eines jeden, der sein Haus verlassen hat. Würden wir das nicht von einem liebevollen Vater erwarten? (Psalm 103:13).

    20 Jehovas Barmherzigkeit veranlaßt jedes Jahr viele, sich zu besinnen und zur wahren Anbetung zurückzukehren. Welch eine Freude dies für die ihnen nahestehenden Menschen mit sich bringt! Nehmen wir beispielsweise den christlichen Vater, der zu Beginn erwähnt wurde. Erfreulicherweise wurde seine Tochter geistig wiederhergestellt, und sie steht jetzt im Vollzeitdienst. „Ich bin so glücklich, wie man es im gegenwärtigen alten System der Dinge überhaupt sein kann“, sagte er. „Aus meinen Tränen des Kummers wurden Freudentränen.“ Jehova freut sich gewiß genauso (Sprüche 27:11).

    21 Aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn geht allerdings noch mehr hervor. Jesus setzte seine Erzählung fort, um die Barmherzigkeit Jehovas der starren, nörglerischen Haltung gegenüberzustellen, die unter den Schriftgelehrten und den Pharisäern üblich war. Wie er das tat und was das für uns bedeutet, wird im nächsten Artikel besprochen.

    [Kasten auf Seite 11]

    SIE BESANNEN SICH

    Was hat einigen, die einmal aus der Christenversammlung ausgeschlossen wurden, geholfen, sich zu besinnen? Folgende Kommentare werfen Licht auf die Angelegenheit.

    „In meinem Herzen wußte ich immer noch, wo die Wahrheit zu finden ist. Das jahrelange Bibelstudium und der Besuch der christlichen Zusammenkünfte hatten eine nachhaltige Wirkung auf mich gehabt. Wie konnte ich Jehova noch länger den Rücken kehren? Er hatte mich nicht verlassen; ich hatte ihn verlassen. Schließlich gestand ich mir ein, wie sehr ich mich geirrt hatte und wie eigensinnig ich gewesen war und daß Jehovas Wort doch recht hat — ‘man erntet, was man sät’ “ (C. W.).

    „Meine kleine Tochter begann zu sprechen, und das berührte mein Herz, denn ich wollte sie zum Beispiel lehren, wer Jehova ist und wie man zu ihm betet. Als ich einmal nicht schlafen konnte, fuhr ich spätabends in einen Park und ließ meinen Tränen einfach freien Lauf. Ich weinte, und ich betete zum erstenmal seit langer Zeit zu Jehova. Mir war voll und ganz bewußt, daß ich Jehova wieder in meinem Leben brauchte, und ich hoffte, er würde mir vergeben“ (G. H.).

    „Wann immer das Thema Religion zur Sprache kam, sagte ich, wenn ich die Religion wählen müßte, die die Wahrheit lehrt, müßte ich ein Zeuge Jehovas sein. Dann erklärte ich, daß ich früher ein Zeuge Jehovas war, aber nicht entsprechend leben konnte, weshalb ich mich von ihnen trennte. Auf Grund dieses Bewußtseins fühlte ich mich häufig schuldig und unglücklich. Schließlich gestand ich mir ein: ‚Ich bin nicht glücklich. Ich muß einige drastische Änderungen vornehmen‘ “ (C. N.).

    „Vor fünfundreißig Jahren wurden wir, mein Mann und ich, ausgeschlossen. Dann, im Jahr 1991, erlebten wir eine angenehme Überraschung, als uns zwei Älteste besuchten, die uns über die Möglichkeit informierten, zu Jehova zurückzukehren. Sechs Monate später wurden wir wiederaufgenommen; wir waren überglücklich. Mein Mann ist 79 Jahre alt, und ich bin 63 Jahre“ (C. A.).

    Hier sind wir gefragt – wir ganz persönlich. Wir selbst haben es in der Hand, die Dinge zwischen uns und Jehova wieder richtig zu stellen. Es liegt an uns, zu IHM und seiner Organisation zurück zu kehren. Das ist etwas, was nur jeder einzelne für sich selbst tun kann. Niemand kann uns wieder zurück tragen – wir müssen selbst laufen.

    Aber als erstes muss der Wunsch da sein!

    Hier noch auszugsweise einige Gedanken dazu aus dem Buch „Komme Jehova doch näher“ – aus dem Kapitel: „Ein Gott, der zum Vergeben bereit ist“. Hier heißt es auszugsweise:

    Wie vollständig vergibt Jehova?

    8 Der reumütige David sagte: „Meine Sünde habe ich dir schließlich bekannt, und mein Vergehen habe ich nicht zugedeckt. . . . Und du selbst hast das durch meine Sünden verursachte Vergehen verziehen“ (Psalm 32:5). Das mit „verzeihen“ übersetzte hebräische Wort hat die Grundbedeutung von „heben“ oder „tragen“. An dieser Stelle bezieht es sich darauf, dass „Schuld, Sünde, Übertretung“ weggenommen werden. Jehova hob Davids Sünden sozusagen hoch und trug sie weg. Dadurch wurde die Last seiner Schuldgefühle zweifellos leichter (Psalm 32:3). Auch wir können fest auf den Gott vertrauen, der unsere Sünden wegträgt, wenn wir auf der Grundlage unseres Glaubens an Jesu Loskaufsopfer seine Vergebung suchen (Matthäus 20:28).

    9 David gebrauchte noch andere anschauliche Worte für Jehovas Vergebung: „So fern der Osten von dem Westen liegt, so weit entfernt er unsere Schuld von uns“ (Psalm 103:12, Die Gute Nachricht; Kursivschrift von uns). Wie weit ist der Osten vom Westen entfernt? In gewissem Sinne ist es die äußerste entgegengesetzte Entfernung, die man sich vom Westen aus vorstellen kann; die beiden Punkte treffen nie zusammen. Nach Ansicht eines Gelehrten ist mit dieser Aussage gemeint: „so weit entfernt wie nur möglich; so weit entfernt, wie man sich nur vorstellen kann“. Die inspirierten Worte Davids wollen uns also sagen, dass Jehova, wenn er vergibt, unsere Sünden so weit von uns wegträgt, wie wir uns nur denken können.

    10 Hast du schon einmal versucht, einen hartnäckigen Fleck von einem hellen Kleidungsstück zu entfernen? Du hast vielleicht alles Mögliche ausprobiert, und trotzdem ist er nicht ganz weggegangen. Achte einmal darauf, wie weitreichend Jehovas Vergebung ist: „Wenn sich eure Sünden auch wie Scharlach erweisen sollten, werden sie so weiß werden wie Schnee; wenn sie auch rot sein sollten wie Karmesintuch, werden sie sogar wie Wolle werden“ (Jesaja 1:18). „Scharlach“ ist ein leuchtendes, helles Rot. Und der Ausdruck „Karmesintuch“ bezeichnet einen intensiv gefärbten Stoff (Nahum 2:3). Durch eigene Anstrengungen könnten wir niemals die Flecken der Sünde beseitigen. Doch Jehova kann Sünden, die so auffällig sind wie Scharlach oder Karmesin, entfernen und weiß machen wie Schnee oder ungefärbte Wolle. Wenn Jehova uns unsere Sünden vergibt, brauchen wir uns nicht ein Leben lang damit behaftet zu fühlen.

    11 In einem bewegenden Dankeslied, das Hiskia nach seiner Genesung von einer tödlichen Krankheit komponierte, richtete er an Jehova die Worte: „Du hast alle meine Sünden hinter deinen Rücken geworfen“ (Jesaja 38:17). Hier wird bildlich dargestellt, wie Jehova die Sünden eines reumütigen Menschen nimmt und hinter sich wirft, wo er sie nicht mehr sieht und auch nicht mehr beachtet. Dieser Gedanke wird in einem Nachschlagewerk so ausgedrückt, als hätte Gott die Sünden „ungeschehen gemacht“. Ist das nicht beruhigend?

    12 In einer Wiederherstellungsverheißung brachte der Prophet Micha die Überzeugung zum Ausdruck, dass Jehova seinem reumütigen Volk vergeben würde: „Wer ist ein Gott wie du, einer, der . . . an der Übertretung des Überrestes seines Erbteils vorübergeht? . . . Und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen“ (Micha 7:18, 19). Versuchen wir uns vorzustellen, was diese Worte für die Menschen in biblischer Zeit bedeuteten. Wie hätte man damals etwas, was „in die Tiefen des Meeres“ gesunken war, zurückholen können? Micha machte damit deutlich, dass Jehova, wenn er vergibt, unsere Sünden für immer verschwinden lässt.

    13 Jesus wies auf das Verhältnis zwischen einem Gläubiger und seinem Schuldner hin, um Jehovas Vergebung zu veranschaulichen. Er forderte uns auf zu beten: „Vergib uns unsere Schulden“ (Matthäus 6:12). Jesus verglich Sünden also mit Schulden (Lukas 11:4). Wenn wir sündigen, „verschulden“ wir uns bei Jehova. Das griechische Verb für „vergeben“ hat laut einem Nachschlagewerk die Bedeutung von „eine Schuld erlassen, auf Rückzahlung verzichten, sie nicht einfordern“. Vergibt Jehova, dann streicht er praktisch die Schuld, mit der unser Konto sonst belastet wäre. Das ist für reumütige Sünder ein großer Trost. Jehova wird uns niemals eine Schuld anrechnen, die er getilgt hat (Psalm 32:1, 2).

    14 Auch in Apostelgeschichte 3:19 wird gezeigt, wie Jehova vergibt: „Bereut daher und kehrt um, damit eure Sünden ausgelöscht werden.“ Der letzte Begriff kommt von einem griechischen Verb, das sich auch mit „abwischen“, „ausstreichen“ oder „beseitigen“ wiedergeben lässt. Nach Ansicht verschiedener Gelehrter sieht man hier etwas Geschriebenes vor sich, das weggewischt wird. Ging das denn so einfach? In alter Zeit war die Tinte meistens eine Mischung aus Ruß, Klebstoff und Wasser. Etwas frisch Geschriebenes konnte man mit einem nassen Schwamm ohne weiteres auslöschen. Das ist ein schönes Bild von der Barmherzigkeit Jehovas. Wenn er uns unsere Sünden vergibt, ist das so, als würde er einen Schwamm nehmen und sie wegwischen.

    15 Erkennt Jehova bei uns echte Reue, so ist er wirklich bereit, uns unsere Sünden zu vergeben. Das möchte er uns durch diese verschiedenen Wortbilder vor Augen führen. Wir brauchen keine Angst zu haben, dass er uns diese Sünden irgendwann in der Zukunft vorhält. Das wird noch durch etwas anderes deutlich, was wir aus der Bibel über Jehovas große Barmherzigkeit erfahren: Wenn er vergibt, vergisst er auch.

    „Ihrer Sünde werde ich nicht mehr gedenken“

    16 Allen, die in den neuen Bund aufgenommen werden, sichert Jehova zu: „Ich werde ihre Vergehung vergeben, und ihrer Sünde werde ich nicht mehr gedenken“ (Jeremia 31:34). Ist damit gemeint, dass Jehova nicht imstande ist, sich an Sünden zu erinnern, die er vergeben hat? Das kann kaum der Fall sein. In der Bibel lesen wir ja von den Sünden Davids und vieler anderer, denen Jehova vergab (2. Samuel 11:1-17; 12:13). Offensichtlich weiß Jehova nach wie vor von ihren Fehlern. Ihre Sünden sowie ihre Reue und die Vergebung Gottes sind in unserem Interesse aufgezeichnet worden (Römer 15:4). Was ist dann aber damit gemeint, dass Jehova der Sünden derer, denen er vergeben hat, nicht mehr „gedenkt“?

    17 Das hebräische Verb, das mit „ich werde gedenken“ wiedergegeben wird, bedeutet nicht nur, sich an Vergangenes zu erinnern. Es enthält „den zusätzlichen tieferen Sinn, angemessen vorzugehen“ (Theological Wordbook of the Old Testament). Der Sünden zu „gedenken“ hieße somit, gegen den Sünder vorzugehen (Hosea 9:9). Wenn Gott nun sagt: „Ihrer Sünde werde ich nicht mehr gedenken“, versichert er uns, dass er gegen einen reumütigen Sünder, dem er vergeben hat, nicht doch noch irgendwann wegen derselben Sünden einschreiten wird (Hesekiel 18:21, 22). Er vergisst also in dem Sinne, dass er uns nicht immer wieder von neuem wegen unserer Sünden anklagt oder bestraft. Ist es nicht ein Trost, dass unser Gott vergibt und vergisst?

  50. auch in unserem Jesaja-Buch (Band 1) finden wir dazu ermunternde und tröstliche Gedanken

    Eine mitfühlende, gerechte Bitte

    15 Jehovas Stimme wird jetzt noch herzlicher und mitfühlender. „ ‚Kommt nun, und lasst uns die Dinge zwischen uns richtig stellen‘, spricht Jehova. ‚Wenn sich eure Sünden auch wie Scharlach erweisen sollten, werden sie so weiß werden wie Schnee; wenn sie auch rot sein sollten wie Karmesintuch, werden sie sogar wie Wolle werden‘ “ (Jesaja 1:18). Die Einladung, mit der dieser schöne Vers beginnt, wird häufig missverstanden. Sie ist beispielsweise schon wie folgt übersetzt worden: „Wohlan doch, wir wollen uns miteinander ausgleichen!“ — als ob beide Seiten Zugeständnisse machen müssten (Das Buch Jesaja, eingeleitet, übersetzt und erklärt von Eduard König). So verhält es sich aber keineswegs! Jehova trifft keine Schuld, schon gar nicht in seinem Umgang mit diesem rebellischen, heuchlerischen Volk (5. Mose 32:4, 5). In diesem Vers geht es nicht darum, dass Gleichgestellte einen Kompromiss aushandeln, sondern um Rechtspflege. Jehova fordert Israel gleichsam auf, vor Gericht zu erscheinen.

    16 Das kann ein beängstigender Gedanke sein, doch Jehova ist der barmherzigste und mitfühlendste Richter. Seine Fähigkeit, zu vergeben, ist ohnegleichen (Psalm 86:5). Nur er allein kann Israel von seinen Sünden, die „wie Scharlach“ sind, reinigen, damit sie „weiß werden wie Schnee“. Weder menschliches Bemühen noch ein Schema von Werken, Opfern oder Gebeten vermag den Makel der Sünde zu beseitigen. Allein Jehovas Vergebung kann Sünden wegwaschen. Gott gewährt diese Vergebung unter den von ihm festgesetzten Bedingungen, die unter anderem echte, von Herzen kommende Reue einschließen.

    17 Diese Wahrheit ist so wichtig, dass Jehova sie in einer poetischen Variation wiederholt: „Scharlachfarbene“ Sünden werden wie neue, ungefärbte weiße Wolle. Jehova möchte uns wissen lassen, dass er Sünden wirklich vergibt, sogar sehr schwer wiegende, sofern er bei uns aufrichtige Reue feststellt. Wer im eigenen Fall nur schwer daran glauben kann, sollte Beispiele wie Manasse betrachten. Dieser sündigte in erschreckendem Ausmaß, und das jahrelang. Aber er bereute, und es wurde ihm vergeben (2. Chronika 33:9-16). Jehova möchte, dass wir alle — auch diejenigen, die schwerwiegende Sünden begangen haben — uns bewusst sind, dass es nicht zu spät ist, ihm gegenüber ‘die Dinge richtig zu stellen’.

    18 Jehova erinnert sein Volk daran, dass es eine Wahl treffen muss. „Wenn ihr Willigkeit zeigt und tatsächlich zuhört, so werdet ihr das Gute des Landes essen. Wenn ihr euch aber weigert und tatsächlich rebellisch seid, so werdet ihr von einem Schwert verzehrt werden; denn Jehovas Mund selbst hat es geredet“ (Jesaja 1:19, 20). Hier legt Jehova Nachdruck auf die Einstellung und verwendet eine weitere Veranschaulichung, um seinem Volk den Gedanken klarzumachen. Juda hat die Wahl, zu essen oder gegessen zu werden. Wenn sie willig sind, auf Jehova hören und ihm gehorchen, werden sie den guten Ertrag des Landes essen. Wenn sie aber in ihrer rebellischen Einstellung verharren, werden sie verzehrt werden — vom Schwert ihrer Feinde! Dass ein Volk lieber das Schwert seiner Feinde wählt als die Barmherzigkeit und die überströmende Bereitschaft seines Gottes, zu vergeben, ist schier unvorstellbar. Aber genau das trifft auf Jerusalem zu, wie die folgenden Verse aus dem Buch Jesaja zeigen.

    Auch hier wieder der Gedanke: es liegt an uns selbst, ob Jehova uns vergibt!

    Zwar stellt Jehova Bedingungen an seine Vergebung:
    * von Herzen kommende Reue über das was wir getan haben
    * Umkehr zu IHM und seinen Wegen

    Aber liegt es nicht an uns ganz persönlich, ob wir diese Reue hervorbringen?

    Wir haben die Wahl – Bitten wir Jehova, die Dinge zwischen ihm und uns wieder richtig zu stellen? Nehmen wir sein Angebot an, unsere Sünden ganz auszumerzen, so als hätten sie nicht existiert?

  51. Jesaja 3:5

    Und die Leute werden tatsächlich einer den anderen tyrannisieren, ja jeder seinen Mitmenschen. Sie werden Sturm laufen, der Knabe gegen den alten Mann und der Geringgeachtete gegen den, der zu ehren ist.

    Dies erinnert mich in erster Linie an 2. Timotheus 3:1-5, aber hier sind auch noch andere, sehr aussagekräftige Querverweise zu dem Vers:

    (Jesaja 9:19)
    Im Zornausbruch Jehovas der Heerscharen ist das Land in Brand gesetzt worden, und das Volk wird gleichsam Speise für das Feuer werden. Keiner wird selbst seinem Bruder Mitleid erweisen.

    (Jeremia 9:5)
    und sie treiben ein jeder ständig sein Spiel mit seinem Gefährten; und sie reden überhaupt keine Wahrheit. Sie haben ihre Zunge gelehrt, Falsches zu reden. Sie haben sich lediglich im Unrechttun müde gemacht.

    (Micha 3:3)
    ihr, die ihr auch den Organismus meines Volkes gegessen habt und ihnen direkt die Haut abgestreift und sogar ihre Knochen zerschlagen und [sie] in Stücke zermalmt habt wie das, was in einem Topf mit weiter Öffnung ist, und wie Fleisch mitten in einem Kochtopf.

    (Maleachi 3:5)
    Und ich will mich euch nahen zum Gericht, und ich will ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer und gegen die Ehebrecher und gegen die falsch Schwörenden und gegen diejenigen, die mit dem Lohn eines Lohnarbeiters, mit [der] Witwe und mit [dem] vaterlosen Knaben betrügerisch handeln, und diejenigen, die den ansässigen Fremdling wegweisen, wobei sie mich nicht gefürchtet haben“, hat Jehova der Heerscharen gesprochen.

    (Hiob 30:1)
    Und jetzt haben sie über mich gelacht, Diese an Tagen Jüngeren als ich, Deren Väter den Hunden meiner Kleinviehherde Beizugesellen ich abgelehnt hätte.

    (3. Mose 19:32)
    vor grauem Haar solltest du aufstehen, und du sollst Rücksicht nehmen auf die Person eines alten Mannes, und du sollst Furcht haben vor deinem Gott. Ich bin Jehova.

    (2. Samuel 16:5)
    Und König David kam bis nach Bahurim, und siehe, von dort kam ein Mann von der Familie des Hauses Sauls heraus, und sein Name war Schimeï, der Sohn Geras, er kam heraus, und während er herauskam, rief er Übles [auf ihn] herab.

    (Sprüche 16:31)
    Eine Krone der Schönheit ist graues Haar, wenn sie auf dem Weg der Gerechtigkeit gefunden wird.

    sehen wir hier Parallelen zu 2. Timotheus 3:1-5?

    Dieses aber erkenne, daß in den letzten Tagen kritische Zeiten dasein werden, mit denen man schwer fertig wird. 2 Denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, nicht loyal, 3 ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, 4 Verräter, unbesonnen, aufgeblasen [vor Stolz], die Vergnügungen mehr lieben als Gott, 5 die eine Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft als falsch erweisen; und von diesen wende dich weg.

  52. Jesaja 4 – 6

    Jesaja 5:12

    Und Harfe und Saiteninstrument, Tamburin und Flöte und Wein müssen sich bei ihren Festmählern vorfinden; aber auf das Tun Jehovas schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände haben sie nicht gesehen.

    Könnte dieser Vers auch auf uns zutreffen, ohne dass wir es bemerken?

    Warum sind wir in die Wahrheit gekommen? Warum besuchen wir die Zusammenkünfte?

    Geht es uns um Jehova? IHN näher kennen zu lernen, darum, uns von ihm belehren zu lassen?

    Oder geht es uns darum, dass es schön ist, mit unseren Brüdern zusammen zu sein – weil diese so angenehme, freundliche, liebevolle und hilfsbereite Menschen sind?

    Es ist nicht verkehrt, sich in der Geborgenheit der Versammlung und unter unseren Brüdern wohl zu fühlen. Aber ist dies unser eigentlicher Beweggrund um die Zusammenkünfte und die Kongresse zu besuchen?

    Hier im letzten Teil von Vers 12 sagt uns Jehova, was er sich wünscht: wir sollen auf das Tun Jehovas schauen! Dies soll unser Beweggrund, unser Motiv sein.

    Das andere ist ein angenehmer Nebeneffekt – aber es sollte nicht im Vordergrund stehen

  53. Jesaja 5:18-19

    Wehe denen, die die Vergehung mit Stricken der Unwahrheit herbeiziehen und wie mit Wagenseilen die Sünde, 19 denen, die sprechen: „Sein Werk beeile sich; möge es doch schnell kommen, damit wir [es] sehen können; und möge der Beschluß des Heiligen Israels herannahen und kommen, damit wir [ihn] kennenlernen können!“

    Was ist daran verkehrt?

    Was ist daran verkehr, wenn wir der Tag Gottes herbei sehnen – weil wir die Ungerechtigkeit nicht mehr aushalten und nicht dabei zusehen wollen, wie alles noch mehr den Bach heruntergeht? Wenn es uns stört, dass sich die Menschen immer mehr von Gott abwenden? Wenn es uns anwidert, zu sehen, wie Personen vorgeben, Gott zu dienen – aber in Wirklichkeit tun was sie selbst wollen und andere mitreissen, die eigentlich Jehova dienen wollen?

    Was ist daran verkehrt, wenn es uns weh tut zu sehen, wie die Menschen immer herzloser werden und die Natur immer mehr zerstören?

    Ist hier ein ähnlicher Gedanke wie in Zephanja?

    Im Jesaja-Buch Band I wird dazu auszugsweise gesagt:

    Hören wir jetzt Jesajas drittes und viertes „Wehe“: „Wehe denen, die die Vergehung mit Stricken der Unwahrheit herbeiziehen und wie mit Wagenseilen die Sünde, denen, die sprechen: ‚Sein Werk beeile sich; möge es doch schnell kommen, damit wir es sehen können; und möge der Beschluss des Heiligen Israels herannahen und kommen, damit wir ihn kennen lernen können!‘ Wehe denen, die sagen, dass Gutes böse sei und Böses gut sei, denen, die Finsternis als Licht hinstellen und Licht als Finsternis, denen, die Bitteres als Süßes hinstellen und Süßes als Bitteres!“ (Jesaja 5:18-20).

    26 Welch ein anschauliches Bild derer, die Sünde treiben! Sie sind mit der Sünde verbunden wie Zugtiere mit einem Wagen. Sie fürchten nicht etwa den bevorstehenden Tag des Strafgerichts. Spöttisch sagen diese Sünder: ‘Möge Gottes Werk doch schnell kommen!’ Statt sich dem Gesetz Gottes zu unterwerfen, verdrehen sie die Dinge und erklären, dass „Gutes böse sei und Böses gut“. (Vergleiche Jeremia 6:15; 2. Petrus 3:3-7.)

    27 Christen müssen sich heute unbedingt vor einer solchen Einstellung hüten

    Es ist also nichts dagegen einzuwenden, sich danach zu sehnen, dass Jehova bald die Erde von allem Übel reinigt

  54. Jesaja 6:9-10

    Und er sagte weiter: „Geh, und du sollst zu diesem Volk sprechen: ‚Hört immer wieder, aber versteht nicht; und seht immer wieder, aber erlangt keine Erkenntnis.‘ 10 Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache selbst ihre Ohren schwerhörig, und verklebe sogar ihre Augen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören und damit ihr eigenes Herz nicht verstehe und damit sie nicht wirklich umkehren und Heilung für sich erlangen.“

    Wie sind diese Verse zu verstehen?

    Ist es nicht Jehovas Wunsch, dass der Böse bereut und der Schadenstifter seinen Lauf verläßt? Wieso sagt ER dann hier, dass er sie blind und taub machen will – damit sie nicht umkehren?

    Im Jesajabuch wird dazu folgendes gesagt:

    Jesajas Auftrag

    15 Jetzt erläutert Jehova, was Jesaja sagen soll und mit welcher Reaktion er zu rechnen hat: „Geh, und du sollst zu diesem Volk sprechen: ‚Hört immer wieder, aber versteht nicht; und seht immer wieder, aber erlangt keine Erkenntnis.‘ Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache selbst ihre Ohren schwerhörig, und verklebe sogar ihre Augen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören und damit ihr eigenes Herz nicht verstehe und damit sie nicht wirklich umkehren und Heilung für sich erlangen“ (Jesaja 6:9, 10). Heißt das, Jesaja solle den Juden barsch, taktlos und abweisend gegenübertreten, damit sie mit Jehova nicht ins Reine kommen? Auf gar keinen Fall! Schließlich sind es Jesajas Landsleute, mit denen er sich verbunden fühlt. Jehova deutet vielmehr mit seinen Worten an, wie das Volk auf seine Botschaft reagieren wird, ungeachtet dessen, wie treu Jesaja seine Aufgabe erfüllt.

    16 Die Schuld liegt beim Volk selbst. Jesaja wird „immer wieder“ zu ihnen reden, doch sie werden weder die Botschaft annehmen noch Verständnis erlangen. Die Mehrheit wird eigensinnig und unempfänglich sein, als seien sie völlig blind und taub. Dadurch, dass Jesaja wiederholt zu „diesem Volk“ geht, lässt er es selbst den Nachweis erbringen, dass es nicht verstehen will. Es wird sich zeigen, dass Jesajas Landsleute gegenüber der an sie gerichteten Botschaft — der Botschaft Gottes — Sinn und Herz verschließen. Wie genau dies doch auch auf die Menschen in der heutigen Zeit zutrifft! Viele lehnen es ab, Jehovas Zeugen Gehör zu schenken, wenn diese die gute Botschaft von Gottes Königreich predigen.

  55. Jesaja 7 – 9

    Jesaja 7 – wie ist es um unseren Glauben und unser Vertrauen auf Jehova bestellt?

    Ein sehr interessantes Kapitel, das uns zeigt, wie Jehova empfindet, wenn wir nicht auf IHN vertrauen, sondern voller Angst zittern.

    Aber dies ist kein Kapitel, das man lesen sollte, wenn wir in so einer Situation sind. In so einer bedrängten Lage würde es uns nur entmutigen. In solchen Fällen sind die Psalmen um einiges troestlicher. Lesen wir es „in ruhigen Zeiten“, um uns auf die Prüfung vorzubereiten. Bereits auf dem Kongress wurde gesagt, dass wir uns emotional darauf vorbereiten sollten, dass Schwierigkeiten kommen. Uns erst dann mit sowas zu befassen wäre sinnlos. Dies weiss ich aus Erfahrung. Wir müssen im Vorfeld unseren Glauben stärken.

    Worum geht es in Jesaja 7?

    Zwei Könige ziehen gegen Jerusalem in den Krieg und die Bewohner zittern buchstäblich vor Angst. Jehova sagt in Vers 4:

    Und du sollst zu ihm sagen: ‚Nimm dich in acht, und bleib ruhig. Fürchte dich nicht, und dein Herz möge nicht verzagen wegen der beiden Stummel dieser rauchenden Holzscheite, wegen des glühenden Zorns Rezins und Syriens und des Sohnes Remaljas

    Warum sollten sie keine Angst haben? In Vers 8 sichert Jehova ihnen zu, dass sie ja nicht allein sind, sondern ER immer an ihrer Seite ist!

    Mal ganz ehrlich: vor was oder vor wem müssen wir Angst haben, wenn Jehova ganz nah neben uns ist und unsere Hand hält? Wer kann uns da überwältigen?

    Sicherlich wird Jehova nicht allen Schaden von uns fern halten, das haben wir auch gerade erst auf dem BZK gehört. Aber er wird nur so viel zulassen, wie wir auch ertragen können.

    Eine Erfahrung, die wir hier in den letzten Jahren ganz persönlich mit Jehova gemacht haben: Immer, wenn ich dachte „ich halte es nicht mehr aus, am liebsten würde ich sterben“ hat Jehova einen Lichtblick gegeben. In den ersten Jahren waren das „nur Kleinigkeiten“, aber wir wußten, dass Jehova uns damit sagt:

    „ihr seid nicht allein. Ich sehe, was passiert und ich passe auf euch auf. Auch, wenn ich euch jetzt noch kein Recht verschaffe, so bin ich doch da und nehme es zur Kenntnis. Wenn meine Zeit gekommen ist, dann werde ich die Übeltäter und Schadenstifter zur Rechenschaft ziehen. Verzagt nicht, denn ich bin mit euch. Vertraut auf mich – ich regel das schon“.

    Bei diesen „kleinen Lichtblicken“ hätten ungünstig Gesinnte noch sagen können „das bildet ihr euch nur ein. Das ist Zufall, denn schon die Bibel sagt, dass Jehova heute keine Wunder mehr wirkt.“ Aber gerade in den vergangenen Monaten sind gerade in den Momenten völliger Verzweiflung Dinge passiert, die nach menschlichem Ermessen nicht möglich waren. Ich rede hier nicht davon, dass Jehova die Naturgesetze für uns außer Kraft gesetzt hätte – aber er hat Menschen in einer Weise mit uns handeln lassen, die nicht „logisch“ war, keine normalen Reaktionen. Zumal wir mit diesen Menschen keinerlei Kontakt hatten und somit deren Handeln überhaupt nicht heraus gefordert hatten.

    Ja denken wir immer daran: wir sind nicht allein. Und stärken wir unseren Glauben bereits jetzt – und nicht erst dann, wenn wir in einer Prüfung sind und in irgendeiner Weise verfolgt und angefeindet werden!

    In Vers 9 sagt Jehova: „wenn ihr nicht Glauben habt, werdet ihr nicht lange Bestand haben“. Dies ist kein Vorwurf, sondern nur der liebevolle Rat:

    „Stärke deinen Glauben und dein Vertrauen in mich bereits jetzt. Nutze deine Zeit weise und kaufe sie aus. Lese jeden Tag in der Bibel – nicht nur den Tagestext mit dem passenden Kommentar, sondern richtig.

    Lies die Geschichten, z.b. wie ich David geholfen habe oder Josef. Wähle nicht einfach nur aus, picke dir nicht die Rosinen raus, sondern lerne mich richtig kennen, indem du mein ganzes Lebenswerk liest. Beschäftige dich damit, wie ich seit Anfang an mit den Menschen und auch mit meinen himmlischen Söhnen gehandelt habe. Siehst du, wie liebevoll ich bin, wie ich immer für mein Volk gesorgt habe? Dass meine wahren Anbeter niemals wirklich allein waren? Lies wie sie es schafften, treu zu bleiben und nicht aufzugeben, wenn sie geprüft wurden. Lies und erkenne, wie ich oftmals im Hintergrund schon an ihrer Befreiung gebastelt habe – wenn sie noch hart geprüft wurden und vielleicht sogar das Gefühl hatten, ich habe sie allein gelassen.

    Lies dies alles jetzt, denn jetzt ist noch „die gelegene Zeit“. Nur dann kann ich dir all diese Dinge in den Sinn rufen, wenn es dir schlecht geht und du geprüft oder verfolgt wirst. Das ist so wichtig, denn in so einer Situation wirst du nicht mehr dazu in der Lage sein und sogar oftmals Worte, die ich zu deiner Ermunterung geschrieben habe, als Angriff und entmutigend empfinden.

    Und verlasse dich dabei bitte nicht so sehr auf deine Brüder, denn es könnte dir ebenso wie David passieren, dass du dann völlig allein dastehst und aus welchen Gründen auch immer keinen Kontakt zur Versammlung und anderen Brüdern hast.

    Also höre auf mich und stärke jetzt deinen Glauben!“

  56. Jesaja 7:13

    Und er sprach dann: „Hört bitte, o Haus Davids. Ist es euch eine solch kleine Sache, Menschen zu ermüden, daß ihr auch meinen Gott ermüden solltet?

    Wir können Jehova ermüden?

    Wie könnte das passieren?

    Im Jesaja-Buch heißt es zu diesem Vers auszugsweise:

    Jesaja hat den Unglauben des Königs im Sinn, wenn er sagt: „Hört bitte, o Haus Davids. Ist es euch eine solch kleine Sache, Menschen zu ermüden, dass ihr auch meinen Gott ermüden solltet?“ (Jesaja 7:13). Tatsächlich kann Jehova des ständigen Trotzes müde werden. Beachten wir auch, dass der Prophet jetzt nicht „euren Gott“ sagt, sondern „meinen Gott“. Ein Unheil kündender Wechsel! Als Ahas Jehova zurückweist und sich an Assyrien wendet, verscherzt er sich eine vorzügliche Gelegenheit, sein Verhältnis zu Gott wiederherzustellen. Opfern wir nie um zeitweiliger Vorteile willen unser Verhältnis zu Gott, indem wir in Bezug auf unsere biblischen Glaubensansichten Zugeständnisse machen.

    ermüden wir Jehova?

  57. noch etwas zu dem Thema „den Tag Jehovas herbei sehnen“. Im WT vom 15.11.1998 heißt es hierzu auszugsweise:

    Auch wenn wir Gott im Hinblick auf die Ewigkeit dienen, behalten wir trotzdem Jehovas Tag fest im Sinn. Die Erfüllung biblischer Prophezeiungen bezeugt deutlich die Nähe dieses Tages. Unser Jahrhundert ist durch Kriege, Seuchen, Erdbeben und Nahrungsmittelknappheit sowie durch die Verfolgung wahrer Christen und das umfassende Predigen der guten Botschaft von Gottes Königreich gekennzeichnet. All das sind Merkmale der Zeit des Endes für das gegenwärtige böse System der Dinge (Matthäus 24:7-14; Lukas 21:11). Die Welt ist voller Menschen, die „eigenliebig . . . [sind], geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, nicht loyal, ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen vor Stolz, die Vergnügungen mehr lieben als Gott“ (2. Timotheus 3:1-5).

    In den gegenwärtigen kritischen letzten Tagen ist das Leben für uns als Diener Jehovas nicht leicht. Wie sehr wir doch den Tag herbeisehnen, an dem Jehovas Königreich alle Bosheit hinwegfegen wird! Bis es soweit ist, wollen wir entschlossen sein, im Hinblick auf die Ewigkeit mit Gott zu wandeln.

    und in dem Buch „Lebe mit dem Tag Jehovas vor Augen“ heißt es unter dem Kapitel „Der Tag Jehovas – ein überaus wichtiges Thema“ auszugsweise:

    SEI BEREIT
    17 Da sich die Gerichtsbotschaften vor allem auf die falsche Religion beziehen, könnten einige Christen meinen, die Erfüllung dieser Prophezeiungen würde sie nicht betreffen. Doch was Amos den Israeliten sagte, geht uns alle an: „Wehe denen, die den Tag Jehovas herbeisehnen!“

    Einige Israeliten zur Zeit des Amos dachten, der Tag Jehovas bedeute für sie nur Segnungen. Sie glaubten, das sei der Tag, an dem Gott zugunsten seines Volkes handle. Sie sehnten diesen Tag sogar herbei! Für ichbezogene Menschen sollte der Tag Jehovas aber „Finsternis sein und nicht Licht“, wie Amos weiter sagte. Jene Israeliten konnten dem Zorn Jehovas nicht entgehen! (Amos 5:18).

    18 Amos beschrieb dann, was mit denen geschehen würde, die den Tag Jehovas herbeisehnten. Stellen wir uns einen Mann vor, der vor einem Löwen flieht und dabei einem Bären begegnet. Auf der Flucht vor dem Bären rettet er sich in ein Haus. Völlig außer Atem, schließt er die Tür hinter sich und lehnt sich an die Wand. Da wird er von einer Schlange gebissen. So in etwa wird es denen ergehen, die für den Tag Jehovas nicht wirklich bereit sind (Amos 5:19).

    19 Erkennst du, welchen praktischen Wert dieser Bericht für dich haben könnte?

    Bedenke, dass Amos seine Worte an eine Zuhörerschaft richtete, die sich in einem Hingabeverhältnis zu Gott befand.

    Dennoch gab es einiges, was die Einzelnen an ihrem Verhalten und ihrer Einstellung ändern mussten.

    Lohnt es sich da nicht, sein Leben einmal zu überprüfen, um festzustellen, ob man für diesen wichtigen Tag bereit ist oder ob noch Änderungen nötig sind?

    Woran ist zu erkennen, dass man wirklich bereit ist?

    Offensichtlich geht es nicht darum, einen Unterschlupf zu bauen, Grundnahrungsmittel vorrätig zu halten und zu lernen, wie man Wasser reinigt, oder darum, Goldmünzen aufzuhäufen, wie das einige tun oder getan haben. „Weder ihr Silber noch ihr Gold wird sie am Tag des Zornausbruchs Jehovas befreien können“, sagt Zephanja. Bereit zu sein bedeutet also nicht, einen Vorrat an materiellen Dingen zu haben (Zephanja 1:18; Sprüche 11:4; Hesekiel 7:19).

    Stattdessen kommt es darauf an, geistig auf der Hut zu sein und jeden Tag demgemäß zu leben. Wir müssen richtig eingestellt sein und entsprechend handeln. Micha sagte: „Was aber mich betrifft, nach Jehova werde ich ständig Ausschau halten. Ich will eine wartende Haltung gegenüber dem Gott meiner Rettung bekunden“ (Micha 7:7).

    20 Diese wartende Haltung verrät, dass wir bereit sind und nach dem Tag Jehovas Ausschau halten. Für uns ist dann nicht ausschlaggebend, wann dieser Tag kommt, ganz gleich, wie lange wir schon darauf warten. Alle Prophezeiungen, die von diesem Tag handeln, werden sich zu der von Jehova bestimmten Zeit erfüllen und ihre Erfüllung wird sich nicht verspäten. Jehova sagte zu Habakuk: „Die Vision ist noch für die bestimmte Zeit, und sie geht keuchend dem Ende zu, und sie wird keine Lüge mitteilen. Selbst wenn sie [aus menschlicher Sicht] säumen sollte, so harre ihrer; denn sie wird sich ganz bestimmt bewahrheiten. Sie wird sich [aus Jehovas Sicht] nicht verspäten“ (Habakuk 2:3).

    wie wir sehen, könnte es auch für uns ein „Wehe“ bedeuten, wenn wir den Tag Jehovas herbeisehnen.

    Es geht hier nicht darum, dass wir endlich von all unseren Problmen befreit werden – sondern dass Jehova endlich wirklich aufräumt und alle beseitigen wird, die sich nicht nach seinem Wort ausrichten.

    Wenn wir uns also nun darauf ausruhen, dass ja bald der Tag Gottes kommt und wir sind ja in der Wahrheit, sind getaufte Zeugen Jehovas, besuchen die Zusammenkünfte und gehen predigen – dann könnte es uns trotzdem passieren, dass es für uns zu einem Wehe wird.

    In dieser Hinsicht denke ich immer wieder an den Vortrag „Wie nennst du den Stein“, wo uns gezeigt wird, dass Probleme nicht nur schlecht sind, sondern in uns die schwachen Seiten zum Vorschein kommen lassen. Eine gute Gelegenheit, zu sehen, wo wir uns noch verbessern müssen und hart an uns zu arbeiten – damit wir noch mehr dem Willen Jehovas entsprechen

  58. Das Wort Jehovas ist lebendig

    Höhepunkte aus dem Buch Jesaja (1. Teil)

    „WEN soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“ Jesaja, der Sohn des Amoz, erwiderte auf diesen Aufruf Jehovas: „Hier bin ich! Sende mich“ (Jesaja 1:1; 6:8). Daraufhin wurde Jesaja zum Propheten ernannt. Das gleichnamige Bibelbuch enthält den Bericht über seine Tätigkeit.

    Der Schreiber des Bibelbuchs war Jesaja selbst. Es behandelt 46 Jahre — von circa 778 v. u. Z. bis etwas nach 732 v. u. Z. Das Buch enthält zwar prophetische Sprüche gegen Juda, Israel und umliegende Nationen, das Grundthema ist aber nicht das göttliche Gericht, sondern die ‘von Jehova Gott bewirkte Rettung’ (Jesaja 25:9). Schon allein der Name Jesaja bedeutet „Rettung von Jehova“. Der vorliegende Artikel behandelt Höhepunkte aus Jesaja 1:1 bis 35:10.

    „NUR EIN ÜBERREST WIRD ZURÜCKKEHREN“
    (Jesaja 1:1 bis 12:6)

    Ob die prophetische Botschaft in den ersten fünf Kapiteln vor Jesajas Ernennung zum Propheten überbracht wurde oder danach, sagt die Bibel nicht (Jesaja 6:6-9). Doch es ist offensichtlich, dass Juda und Jerusalem „von der Fußsohle selbst bis zum Haupt“ geistig krank sind (Jesaja 1:6). Der Götzendienst ist weit verbreitet. Die Führer des Volkes sind korrupt. Die Frauen sind hochmütig geworden. Das Volk dient dem wahren Gott auf unannehmbare Weise. Jesaja wird damit beauftragt, „immer wieder“ zu denen zu gehen und zu sprechen, die weder verstehen noch Verständnis erlangen.

    Juda drohen Einfälle der verbündeten Streitkräfte von Israel und Syrien. Jehova gebraucht Jesaja und seine Kinder „wie Zeichen und wie Wunder“ und versichert, das syrisch-israelitische Bündnis werde kein Gelingen haben (Jesaja 8:18). Dauerhafter Frieden wird allerdings nur durch die Herrschaft des ‘Fürsten des Friedens’ kommen (Jesaja 9:6, 7). Jehova wird auch Assyrien zur Rechenschaft ziehen, das er als ‘Rute für seinen Zorn’ gebraucht. Juda wird schließlich in die Gefangenschaft gehen und „nur ein Überrest wird zurückkehren“ (Jesaja 10:5, 21, 22). Wahre Gerechtigkeit wird erst unter der Herrschaft des ‘Reises aus dem Stumpf Isais’ Wirklichkeit werden (Jesaja 11:1).

    Antworten auf biblische Fragen:

    1:8, 9 — Inwiefern soll ‘die Tochter Zions übrig gelassen werden wie eine Hütte in einem Weingarten, wie eine Ausguckhütte in einem Gurkenfeld’?
    Insofern, als Jerusalem beim Einfall der Assyrer ausgesprochen hilflos aussehen wird, nur wie eine Hütte in einem Weingarten oder eine Ausguckhütte in einem Gurkenfeld, die jederzeit einstürzen kann. Aber Jehova kommt Jerusalem zu Hilfe und lässt nicht zu, dass es Sodom und Gomorra gleich wird.

    1:18 — Was bedeuten die Worte: „Kommt nun, und lasst uns die Dinge zwischen uns richtig stellen“?
    Hier wird nicht dazu aufgefordert, etwas zu besprechen und einen Kompromiss auszuhandeln, um zu einem gegenseitigen Einverständnis zu kommen. Vielmehr soll das Bild vermittelt werden, dass Israel vor dem Richterstuhl steht und Jehova, der gerechte Richter, Israel Gelegenheit gibt, sich zu ändern und zu reinigen.

    6:8a — Warum werden hier die Fürwörter „ich“ und „uns“ gebraucht?
    „Ich“ steht hier für Jehova Gott, und „uns“ zeigt an, dass noch jemand anders bei ihm ist. Dabei handelt es sich natürlich um seinen „einziggezeugten Sohn“ (Johannes 1:14; 3:16).

    6:11 — Was bezweckte Jesaja mit der Frage: „Wie lange, o Jehova?“?
    Jesaja fragte nicht danach, wie lange er dem unempfänglichen Volk die Botschaft Jehovas ausrichten sollte. Vielmehr wollte er wissen, wie lange das Volk durch seinen geistig kranken Zustand noch Schande auf Gottes Namen bringen würde.

    7:3, 4 — Warum rettete Jehova auch den bösen König Ahas?
    Die Könige von Syrien und Israel planten, König Ahas von Juda abzusetzen und statt dessen den Sohn Tabeels, der kein Nachkomme Davids war, als ihre Marionette auf den Thron zu setzen. Dieser teuflische Plan hätte die Fortdauer des Königreichsbundes mit David durchkreuzt. Jehova rettete Ahas auch, um die Linie zu schützen, aus der der verheißene „Fürst des Friedens“ kommen sollte (Jesaja 9:6).

    7:8 — Wie wurde Ephraim innerhalb von 65 Jahren „zerschmettert“?
    „In den Tagen Pekachs, des Königs von Israel“, kurz nachdem Jesaja dies prophezeit hatte, wurde damit begonnen, die Bevölkerung des Zehnstämmereiches wegzuführen und das Land mit Ausländern neu zu besiedeln (2. Könige 15:29). Das setzte sich noch lange fort, bis in die Tage des Assyrerkönigs Esar-Haddon, eines Sohnes und Nachfolgers von Sanherib (2. Könige 17:6; Esra 4:1, 2; Jesaja 37:37, 38). Die in Jesaja 7:8 erwähnten 65 Jahre ergeben sich somit daraus, dass Assyrien die Bewohner Samarias nach und nach umsiedelte und andere ansiedelte.

    11:1, 10 — Wie kann Jesus Christus sowohl „ein Reis aus dem Stumpf Isais“ als auch „die Wurzel Isais“ sein? (Römer 15:12).
    Jesus kam „aus dem Stumpf Isais“, denn er war über David, einen Sohn Isais, ein Nachkomme von Isai (Matthäus 1:1-6; Lukas 3:23-32). Jesus erhielt jedoch Königsmacht und das wirkt sich auf sein Verhältnis zu seinen Vorfahren aus. Er hat die Macht und die Gewalt bekommen, gehorsamen Menschen ewiges Leben auf der Erde zu schenken, und wird so ihr „Ewigvater“ (Jesaja 9:6). Folglich ist er auch „die Wurzel“ seiner Vorfahren — Isai eingeschlossen.

    Lehren für uns:

    1:3. Wer nicht so leben will, wie unser Schöpfer es von uns erwartet, ist unverständiger als ein Stier oder ein Esel. Wenn wir dagegen unsere Dankbarkeit für all das vertiefen, was Jehova für uns getan hat, wird uns das davon abhalten, uns wie Unverständige zu benehmen und Jehova zu verlassen.

    1:11-13. Heuchlerische religiöse Zeremonien und formale Gebete sind Jehova ein Dorn im Auge. Unsere Gebete und alles, was wir tun, sollten aus dem richtigen Beweggrund heraus erfolgen.

    1:25-27; 2:2; 4:2, 3. Mit der Rückkehr eines reumütigen Überrests der Juden nach Jerusalem und der Wiederherstellung der wahren Anbetung sollte ihre Sklaverei und die Verwüstung Judas enden. Jehova ist mit reumütigen Missetätern barmherzig.

    2:2-4. Durch unsere eifrige Beteiligung am Predigen des Königreichs und am Jüngermachen helfen wir Einzelnen aus vielen Nationen, den Weg des Friedens zu erkennen und auf Frieden bedacht zu sein.

    4:4. Jehova entfernt sittliche Unreinheit und Blutschuld oder wäscht sie weg.

    5:11-13. Man handelt wider besseres Wissen, wenn man bei der Wahl der Entspannung keine Zurückhaltung übt oder sich keine Grenzen setzt (Römer 13:13).

    5:21-23. Älteste oder Aufseher dürfen nicht „in ihren eigenen Augen weise“ sein. Auch müssen sie sich beim „Weintrinken“ beherrschen und dürfen niemand bevorzugen.

    11:3a. An Jesu Beispiel und seinem Lehren kann man erkennen, dass es Freude macht, Jehova zu fürchten.

    „JEHOVA WIRD JAKOB BARMHERZIGKEIT ERWEISEN“
    (Jesaja 13:1 bis 35:10)

    Die Kapitel 13 bis 23 sind Aussprüche gegen die Nationen. Doch „Jehova wird Jakob Barmherzigkeit erweisen“ und allen Stämmen Israels erlauben, nach Hause zurückzukehren (Jesaja 14:1). Neben der Botschaft über die Verwüstung Judas enthalten die Kapitel 24 bis 27 auch eine Wiederherstellungsverheißung. Jehova äußert sich unwillig über die „Trunkenbolde Ephraims“, weil sie sich mit Syrien verbündet haben, und über die ‘Priester und Propheten’ Judas, weil sie einen Bund mit Assyrien anstreben (Jesaja 28:1, 7). Den Bewohnern von „Ariel [Jerusalem]“ wird Unheil angekündigt, weil sie sich zu ihrem Schutz „aufmachen, um nach Ägypten hinabzugehen“ (Jesaja 29:1, Fußnote; 30:1, 2). Dennoch wird Einzelnen, die Glauben an Jehova ausüben, Rettung vorausgesagt.

    Jehova wird über „den Berg Zion“ wachen wie ein ‘mähniger junger Löwe’, der ‘über seinem Raub knurrt’ (Jesaja 31:4). Außerdem wird verheißen: „Siehe! Für Gerechtigkeit wird ein König regieren“ (Jesaja 32:1). Die Bedrohung Judas durch Assyrien veranlasst zwar selbst „die Friedensboten“ dazu, bitterlich zu weinen, doch Jehova verheißt seinem Volk Heilung — „sein Vergehen [wird] verziehen“ (Jesaja 33:7, 22-24). „Jehova hat heftigen Zorn gegen alle Nationen und Grimm gegen all ihr Heer“ (Jesaja 34:2). Juda wird nicht verwüstet bleiben. „Die Wildnis und die wasserlose Gegend werden frohlocken, und die Wüstenebene wird voller Freude sein und blühen wie der Safran“ (Jesaja 35:1).

    Antworten auf biblische Fragen:

    13:17 — Wieso achteten die Meder Silber wie nichts, und warum hatten sie an Gold kein Gefallen?
    Bei den Medern und Persern galt der Ruhm, den ein Sieg einbrachte, mehr als die Kriegsbeute. Das konnte man bei Cyrus sehen, der den heimkehrenden Exilanten die Gold- und Silbergegenstände mitgab, die Nebukadnezar aus Jehovas Tempel geraubt hatte.

    14:1, 2 — Wie erfüllte sich die Prophezeiung an Jehovas Volk: „Sie sollen die gefangen nehmen, die sie gefangen hielten, und sie sollen sich die untertan halten, die sie zur Arbeit trieben“?
    Das erfüllte sich an Einzelpersonen wie zum Beispiel an Daniel, der unter den Medern und Persern in Babylon ein hohes Amt innehatte; an Esther, die eine persische Königin wurde; und an Mordechai, den man im Persischen Reich zum ersten Minister ernannte.

    20:2-5 — Ging Jesaja wirklich drei Jahre lang völlig nackt umher?
    Jesaja legte vielleicht nur sein äußeres Kleid ab und ging „leicht (notdürftig) bekleidet“ umher (1. Samuel 19:24, Fußnote).

    21:1 — Welches Gebiet wird als „die Meereswildnis“ bezeichnet?
    Damit ist Babylon gemeint, auch wenn es nirgendwo ans Meer grenzte. Das Wasser des Euphrat und des Tigris trat in dem Gebiet nämlich jährlich über die Ufer, wodurch sich ein sumpfiges „Meer“ bildete.

    24:13-16 — Wie würden die Juden ‘mitten unter den Völkern gleich dem Abklopfen des Olivenbaumes werden, gleich der Nachlese, wenn die Weinlese zu Ende gegangen ist’?
    Genau wie an einem Baum oder Weinstock nach der Ernte nur noch ein paar Früchte hängen, würden nur ein paar Juden die Zerstörung Jerusalems und Judas überleben. Wo sich die Überlebenden nach ihrer Verschleppung auch immer befänden — ob „in der Gegend des Lichts [Babylon im Osten]“ oder „auf den Inseln des [Mittelländischen] Meeres“ —, sie würden Jehova verherrlichen.

    24:21 — Wer ist mit „dem Heer der Höhe“ und „den Königen des Erdbodens“ gemeint?
    ‘Das Heer der Höhe’ könnte sich gut auf die bösen Geistermächte beziehen. ‘Die Könige des Erdbodens’ sind dann die irdischen Herrscher, die von den Dämonen stark beeinflusst werden (1. Johannes 5:19).

    25:7 — Worum handelt es sich bei ‘der Umhüllung, die alle Völker umhüllt, und dem Gewebe, das über alle Nationen gewoben ist’?
    Dieser Vergleich weist auf zwei große Feinde der Menschheit hin: Sünde und Tod.

    Lehren für uns:

    13:20-22; 14:22, 23; 21:1-9. Jehovas prophetisches Wort erfüllt sich immer, wie im Fall Babylons.

    17:7, 8. Die meisten Israeliten hörten zwar nicht auf Jehova, doch einzelne achteten auf ihn. Genauso gibt es in der Christenheit einige, die auf die Königreichsbotschaft reagieren.

    28:1-6. Israel wird an Assyrien fallen, aber Gott wird dafür sorgen, dass treue Einzelpersonen überleben. Wenn Jehova Gericht übt, besteht immer Hoffnung für Gerechte.

    28:23-29. Aufrichtige Menschen bringt Jehova entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen und Umständen zurecht.

    30:15. Damit Jehova uns rettet, müssen wir unseren Glauben durch „Ruhe“ beweisen, das heißt unsere Rettung nicht bei Menschen und ihren Lösungen und Konzepten suchen. Wenn wir ‘ruhig bleiben’, also uns nicht fürchten, beweisen wir außerdem unser Vertrauen darauf, dass Jehova uns beschützen kann.

    30:20, 21. Wir „sehen“ Jehova und „hören“ die Stimme unseres Retters, wenn wir beachten, was er uns durch sein inspiriertes Wort, die Bibel, und den „treuen und verständigen Sklaven“ sagt (Matthäus 24:45).

    Jesajas Prophezeiung stärkt das Vertrauen in Gottes Wort
    Wir können für Gottes Botschaft aus dem Buch Jesaja wirklich dankbar sein! Die bereits erfüllten Prophezeiungen stärken uns in dem Vertrauen, dass ‘Jehovas Wort, das aus seinem Mund hervorgeht, nicht ergebnislos zu ihm zurückkehren wird’ (Jesaja 55:11).

    Wie steht es mit den Prophezeiungen über den Messias, wie die in Jesaja 9:7 und 11:1-5, 10? Bestimmt stärken sie unser Vertrauen in alles, was Jehova zu unserer Rettung vorgesehen hat. In dem Bibelbuch sind auch Prophezeiungen enthalten, die sich im Großen in unserer Zeit erfüllen oder sich in der Zukunft erfüllen werden (Jesaja 2:2-4; 11:6-9; 25:6-8; 32:1, 2). Das Buch Jesaja beweist einmal mehr, dass ‘Gottes Wort lebendig ist’ (Hebräer 4:12).

    Quelle: WT 01.12.2006

  59. WT 15.01.2007

    Das Wort Jehovas ist lebendig

    Höhepunkte aus dem Buch Jesaja (2. Teil)

    JESAJA führt seinen Auftrag als Prophet treu aus. Was er gegen das Zehnstämmekönigreich Israel prophezeit hat, ist bereits eingetroffen. Jetzt hat er noch etwas zur Zukunft Jerusalems zu sagen.

    Die Stadt soll zerstört werden und ihre Einwohner wird man als Gefangene wegführen. Sie soll aber nicht für immer verwüstet bleiben. Nach einiger Zeit würde dann die wahre Anbetung wiederhergestellt werden. Das ist in groben Zügen das, was in Jesaja 36:1 bis 66:24 steht. Wenn wir uns diese Kapitel einmal vornehmen, können wir viel daraus lernen, denn viele der Prophezeiungen erfüllen sich hauptsächlich oder endgültig in unserer Zeit oder aber in naher Zukunft. Dieser Teil des Buches Jesaja enthält auch fesselnde Prophezeiungen über den Messias.

    „SIEHE! TAGE KOMMEN“
    (Jesaja 36:1 bis 39:8)

    Im vierzehnten Jahr der Herrschaft König Hiskias (732 v. u. Z.) fallen die Assyrer in Juda ein. Jehova verspricht, Jerusalem zu verteidigen. Die drohende Invasion wird abgewendet, als ein Engel ganz allein 185 000 Soldaten der Assyrer tötet.

    Hiskia wird krank. Jehova erhört sein Gebet, heilt ihn und fügt seinem Leben 15 Jahre hinzu. Als der König von Babylon Gesandte schickt, um Hiskia zu gratulieren, ist Hiskia so unbedacht und zeigt ihnen alle seine Schätze. Jesaja überbringt Hiskia das Wort Jehovas, indem er sagt: „Siehe! Tage kommen, und alles, was in deinem eigenen Haus ist und was deine Vorväter aufgehäuft haben bis auf diesen Tag, wird tatsächlich nach Babylon weggeführt werden“ (Jesaja 39:5, 6). Etwas mehr als 100 Jahre später wird diese Prophezeiung wahr.

    Antworten auf biblische Fragen:

    38:8 — Was waren die „Stufen“, auf denen Jehova den Schatten rückwärts gehen ließ?
    Da man Sonnenuhren im achten Jahrhundert v. u. Z. sowohl in Ägypten als auch in Babylon benutzte, könnte es sich bei den Stufen um die Grade des Zifferblatts einer Sonnenuhr gehandelt haben, die Hiskias Vater Ahas womöglich erworben hatte. Vielleicht gab es aber auch im Innern des Palasts eine Treppe, neben der eine Säule stand, deren Schatten im Tagesverlauf auf die Stufen fiel und so als Zeitmesser diente.

    Lehren für uns:

    36:2, 3, 22. Obwohl Schebna als Verwalter entlassen worden war, durfte er immer noch im königlichen Dienst stehen, und zwar als Sekretär des neuen Verwalters (Jesaja 22:15, 19). Wenn wir aus irgendeinem Grund eine verantwortliche Aufgabe innerhalb der Organisation Jehovas verlieren, sollten wir dann nicht einfach Jehova weiterhin dienen, ganz gleich wo er uns hinstellt?

    37:1, 14, 15; 38:1, 2. Sich in schwierigen Zeiten im Gebet an Jehova zu wenden und voll auf ihn zu vertrauen ist eine weise Entscheidung.

    37:15-20; 38:2, 3. Als Jerusalem von den Assyrern bedroht wurde, war Hiskia in erster Linie in Sorge darüber, wie viel Schmach eine solche Eroberung auf den Namen Jehovas bringen würde. Und als Hiskia von seiner unheilbaren Krankheit erfuhr, war er nicht nur um sich selbst besorgt. Ihn belastete viel mehr, wie sich sein Tod auf die davidische Königslinie auswirken würde, zumal er keinen Erben hinterließ. Außerdem machte er sich Gedanken darüber, wer im Kampf gegen die Assyrer die Führung übernehmen sollte. Wie Hiskia sollte es uns nicht so sehr auf unsere eigene Rettung ankommen, sondern darauf, dass Jehovas Name geheiligt und sein Vorsatz ausgeführt wird.

    38:9-20. Dieses Lied Hiskias lehrt uns, dass in unserem Leben nichts wichtiger ist, als Jehova preisen zu können.

    „ES WIRD WIEDER ERBAUT WERDEN“
    (Jesaja 40:1 bis 59:21)

    Jesaja hat gerade die Zerstörung Jerusalems und die daraus resultierende Gefangenschaft in Babylon vorhergesagt, als er auch schon eine Wiederherstellung ankündigt (Jesaja 40:1, 2). In Jesaja 44:28 heißt es: „Es [Jerusalem] wird wieder erbaut werden.“ Die Götzenbilder babylonischer Götter werden wie „Gepäckstücke“ weggetragen (Jesaja 46:1). Babylon wird vernichtet. Das alles erfüllt sich 200 Jahre später.

    Jehova wird seinen Knecht als „Licht der Nationen“ geben (Jesaja 49:6). Die babylonischen „Himmel“, das heißt die herrschende Klasse, wird „zerstieben so wie Rauch“ und ihre Untertanen „werden sterben wie eine bloße Stechmücke“; aber die ‘gefangene Tochter Zion wird sich die Fesseln an ihrem Hals lösen’ (Jesaja 51:6; 52:2). Jehova sagt zu denen, die zu ihm kommen und auf ihn hören: „Ich will einen auf unabsehbare Zeit dauernden Bund mit euch schließen in Bezug auf die liebenden Gütigkeiten gegenüber David“ (Jesaja 55:3). Wer so lebt, wie Gott es zu Recht erwartet, wird seine „Wonne an Jehova finden“ (Jesaja 58:14). Diejenigen jedoch, die gegen Gottes Gesetze verstoßen, ‘verursachen eine Scheidung zwischen sich und ihrem Gott’ (Jesaja 59:2).

    Antworten auf biblische Fragen:

    40:27, 28 — Warum sagte Israel: „Mein Weg ist vor Jehova verborgen, und vor meinem Gott geht mein Recht vorüber“?
    Einige Juden in Babylon hatten vielleicht das Gefühl, Jehova habe es nicht gemerkt oder es sei ihm verborgen geblieben, dass sie Unrecht zu erleiden hatten. Sie wurden daran erinnert, dass sich Babylon nicht außer Reichweite des Schöpfers der Erde befand und er weder müde noch matt wird.

    43:18-21 — Warum wurde den aus dem Exil Zurückkehrenden gesagt, ‘nicht der früheren Dinge zu gedenken’?
    Damit war nicht gemeint, dass sie Jehovas frühere Taten der Befreiung vergessen sollten. Vielmehr sollten sie Jehova wegen ‘etwas Neuem’ rühmen, etwas, was sie selbst erleben würden, wie zum Beispiel den Schutz auf dem Weg nach Jerusalem, der womöglich durch die Wüste führte und deshalb kürzer war. „Eine große Volksmenge“, die aus „der großen Drangsal“ kommt, wird ebenfalls viel Neues erleben und deshalb Jehova aus ganz persönlichen Gründen verherrlichen (Offenbarung 7:9, 14).

    49:6 — Wieso ist der Messias ein „Licht der Nationen“, wenn sich doch sein irdischer Dienst nur auf die Söhne Israels beschränkte?
    Das begründet sich in dem, was nach Jesu Tod geschah. In der Bibel wird Jesaja 49:6 auf Jesu Jünger angewandt (Apostelgeschichte 13:46, 47). In der heutigen Zeit dienen gesalbte Christen mit der Unterstützung einer großen Volksmenge als „Licht der Nationen“, indem sie Menschen „bis zum äußersten Ende der Erde“ von der Botschaft unterrichten (Matthäus 24:14; 28:19, 20).

    53:10 — In welchem Sinne gefiel es Jehova, seinen Sohn zu zerschlagen?
    Als barmherzigen und mitfühlenden Gott muss es Jehova geschmerzt haben, seinen lieben Sohn leiden zu sehen. Allerdings gefiel es Gott, wie bereitwillig Jesus gehorchte, und er fand Gefallen an all dem, was Jesu Leiden und Tod bewirken würde (Sprüche 27:11; Jesaja 63:9).

    53:11 — Was ist die Erkenntnis, durch die der Messias „viele in einen gerechten Stand bringen“ wird?
    Dabei handelt es sich um die Erkenntnis, die Jesus dadurch erwarb, dass er auf die Erde kam, Mensch wurde und ungerechterweise bis zum Tod litt (Hebräer 4:15). So erbrachte er ein Lösegeld, durch das sowohl die gesalbten Christen als auch die Glieder der großen Volksmenge vor Gott in einen gerechten Stand kommen können (Römer 5:19; Jakobus 2:23, 25).

    56:6 — Wer sind „die Ausländer“, und in welcher Hinsicht ‘halten sie am Bund Jehovas fest’?
    „Die Ausländer“ sind Jesu „andere Schafe“ (Johannes 10:16). Sie halten an dem neuen Bund fest, indem sie den damit verbundenen Gesetzen gehorchen und völlig das unterstützen, was durch diesen Bund ins Dasein gebracht wurde. Außerdem ernähren sie sich von derselben geistigen Speise wie die gesalbten Christen und unterstützen sie im Predigen des Königreichs und im Jüngermachen.

    Lehren für uns:

    40:10-14, 26, 28. Jehova ist ein starker und liebevoller Gott, allmächtig und allwissend. Sein Verständnis übersteigt unser Begriffsvermögen.

    40:17, 23; 41:29; 44:9; 59:4. Politische Bündnisse und Götzen sind etwas „Unwirkliches“, etwas Illusorisches. Darauf zu vertrauen bringt gar nichts.

    42:18, 19; 43:8. Gottes geschriebenes Wort und den Rat des „treuen und verständigen Sklaven“ zu missachten läuft darauf hinaus, dass man geistig blind und taub wird (Matthäus 24:45).

    43:25. Jehova beseitigt unsere Übertretungen um seines eigenen Namens willen. Die Heiligung seines Namens ist nämlich wichtiger, als dass wir von Sünde und Tod befreit werden und Leben erlangen.

    44:8. Jehova, der so beständig und standhaft wie ein Fels ist, wird uns stets zur Seite stehen. Wir sollten uns nie davor fürchten, für ihn als unseren Gott einzutreten (2. Samuel 22:31, 32).

    44:18-20. Götzendienst lässt auf ein böses Herz schließen. Nichts sollte in unserem Herzen den Platz einnehmen, der Jehova zusteht.

    46:10, 11. Jehova ist in der Lage, ‘seinen eigenen Beschluss bestehen’ zu lassen, nämlich seinen Vorsatz auszuführen, was ein klarer Beweis für seine Göttlichkeit ist.

    48:17, 18; 57:19-21. Wenn wir von Jehova Rettung erwarten, uns ihm nahen und seine Gebote beachten, dann werden wir so reich mit Frieden gesegnet, wie ein Strom Wasser führt, und unsere gerechten Taten werden so zahlreich sein wie die Meereswellen. Wer Gottes Wort nicht beachtet, ist wie „das Meer, das aufgewühlt wird“, und hat keinen Frieden.

    52:5, 6. Die Babylonier nahmen irrigerweise an, der wahre Gott sei schwach. Ihnen entging, dass das Volk Israel deshalb in Gefangenschaft geraten war, weil es das Missfallen Jehovas erregt hatte. Wenn anderen Unglück widerfährt, sollten wir nicht voreilige Schlüsse ziehen.

    52:7-9; 55:12, 13. Wir haben mindestens drei Gründe, uns freudig am Predigen des Königreichs und am Jüngermachen zu beteiligen. Unsere Füße sind für demütige Menschen, die geistig Hunger leiden, lieblich. Wir sehen Jehova „Auge in Auge“, was bedeutet, dass wir ein enges Verhältnis zu ihm haben. Außerdem werden wir sehr gut versorgt, so dass unser Glaube stark bleibt.

    52:11, 12. Wir müssen in geistiger und moralischer Hinsicht rein sein, wenn wir berechtigt sein wollen, „die Geräte Jehovas“ zu tragen — die Möglichkeit, heiligen Dienst zu tun.

    58:1-14. Zur Schau gestellte Gottergebenheit und Gerechtigkeit bringen gar nichts. Wahre Anbeter sollten ihre Ergebenheit gegenüber Gott und ihre Liebe zu ihren Mitchristen aufrichtig und auf vielfältige Weise zum Ausdruck bringen (Johannes 13:35; 2. Petrus 3:11).

    59:15b-19. Jehova entgeht nichts, was die Menschen tun; er greift zu der von ihm bestimmten Zeit ein.

    ES SOLL „EINE KRONE DER SCHÖNHEIT WERDEN“
    (Jesaja 60:1 bis 66:24)

    In Jesaja 60:1, wo auf die Wiederherstellung der wahren Anbetung in alter Zeit und in unseren Tagen hingewiesen wird, heißt es: „Steh auf, o Frau, leuchte, denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas selbst ist über dir aufgeleuchtet.“ Zion soll „eine Krone der Schönheit werden in der Hand Jehovas“ (Jesaja 62:3).

    Jesaja betet zu Jehova für seine Landsleute, die im Exil in Babylon zur Reue kommen werden (Jesaja 63:15 bis 64:12). Dann stellt der Prophet die wahren Anbeter den falschen gegenüber und zeigt, wie Jehova die segnen wird, die ihm dienen (Jesaja 65:1 bis 66:24).

    Antworten auf biblische Fragen:

    61:8, 9 — Was ist der „Bund von unabsehbarer Dauer“, und wer ist die „Nachkommenschaft“?
    Es ist der neue Bund, den Jehova mit den gesalbten Christen geschlossen hat. Die „Nachkommenschaft“ sind die „anderen Schafe“ — Millionen Menschen, die auf die Botschaft der Gesalbten reagieren (Johannes 10:16).

    63:5 — Wie wird Gott durch seinen Grimm gestützt?
    Gottes Grimm ist eine beherrschte Gefühlsregung; er ist zu Recht entrüstet. Sein Grimm stützt und motiviert ihn, sein gerechtes Urteil zu vollstrecken.

    Lehren für uns:

    64:6. Menschen können sich in ihrer Unvollkommenheit nicht selbst retten. Was die Sühnung von Sünden angeht, sind ihre guten Taten nicht besser als schmutzige Kleider (Römer 3:23, 24).

    65:13, 14. Jehova segnet seine treuen Diener, indem er ihre geistigen Bedürfnisse großzügig befriedigt.

    66:3-5. Jehova hasst Heuchelei.

    „Frohlockt“

    Wie tröstend doch die Wiederherstellungsprophezeiungen für die treuen Juden, die im Exil in Babylon lebten, gewesen sein müssen! Jehova sagte: „Frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich schaffe Jerusalem als Ursache zur Freudigkeit und ihr Volk als Ursache zum Frohlocken“ (Jesaja 65:18).

    Auch wir leben in einer Zeit, in der die Erde in Finsternis ist und die Völker im Dunkeln umhertappen (Jesaja 60:2). Wir haben „kritische Zeiten . . ., mit denen man schwer fertig wird“ (2. Timotheus 3:1). Deshalb ist Jehovas Botschaft der Rettung, wie wir sie im Bibelbuch Jesaja finden, für uns eine große Ermunterung (Hebräer 4:12).

  60. Jesaja 10 – 12

    Jesaja 11:3-5

    Und er wird nicht nach dem bloßen Augenschein richten noch einfach gemäß dem zurechtweisen, was seine Ohren hören. 4 Und mit Gerechtigkeit wird er die Geringen richten, und mit Geradheit wird er Zurechtweisung erteilen müssen zugunsten der Sanftmütigen der Erde. Und er muß die Erde schlagen mit der Rute seines Mundes; und mit dem Geist seiner Lippen wird er den Bösen zu Tode bringen. 5 Und Gerechtigkeit wird sich als der Gurt seiner Hüften erweisen und Treue als der Gurt seiner Lenden.

    Ist es nicht tröstlich, dass es einen Richter gibt, der völlig gerecht richtet?

    Bei dem es keine Bestechung gibt, der nicht durch persönliche Empfindungen fehl geleitet wird, der nicht hart und unbarmherzig ist, sondern alle Faktoren mit in Betracht zieht.

    Dies wünschen wir uns eigentlich in jeder Situation unseres Lebens. Besonders dann, wenn wir unserer Meinung nach zu hart bestraft werden oder zu Unrecht verurteilt werden.

    In solchen Momenten bin ich immer froh, dass es Jehova sein wird, der die Menschen letztendlich beurteilt. Denn ich selbst habe nicht diesen Weitblick. Kein Mensch kann alle Fakten kennen, wir können den anderen nur vor den Kopf gucken, aber nicht hinein – schon gar nicht in sein Herz.

    Wie oft sind wir geneigt, unsere persönlichen Enttäuschungen mit hinein fließen zu lassen, wie wir andere beurteilen. Für uns mag eine Person hart, herzlos oder selbstgerecht sein – in Wirklichkeit ist unser Gegenüber vielleicht ein ganz armer Mensch, der nicht anders kann, weil ihn das, was er erlebt hat, vielleicht hart werden oder gar nur erscheinen lässt. Wenn ich so eine Person hart verurteile, dann bin ja vielleicht sogar ich der hartherzige und selbstgerechte Person?

    Jehova sagt „mein ist die Rache, ich will vergelten“ – und das ist auch gut so. Denn ER ist immer gerecht!

    Genau diesen Aspekt finde ich sehr beruhigend

  61. Jesaja 13 – 15

    Jesaja 14:24, 27

    Jehova der Heerscharen hat geschworen, indem [er] sprach: „Gewiß, so, wie ich es erdacht habe, so soll es geschehen; und wie ich beschlossen habe, so wird es eintreffen, 25 um den Assyrer in meinem Land zu zerbrechen und daß ich ihn auf meinen eigenen Bergen zertrete und daß sein Joch tatsächlich von ihnen weiche und daß seine Last von ihrer Schulter weiche.“

    Denn Jehova der Heerscharen selbst hat [es] beschlossen, und wer kann [es] aufheben? Und seine Hand ist es, die ausgestreckt ist, und wer kann sie abwenden?

    Wer kann Jehova aufhalten, wenn ER sich etwas vorgenommen hat?

  62. Jesaja 16 – 18

    Jesaja 17 – in der Not kehrt der Mensch um zu Jehova

    Als es dem Volk gut ging, da hatten sie Jehova vergessen, da hatten sie sich eigene Götter gemacht und so gelebt, wie es ihnen passte.

    Nun aber geht es ihnen schlecht und auf einmal erinnern sie sich an den wahren Gott:

    Jesaja 17:7-8

    An jenem Tag wird der Erdenmensch zu dem, der ihn gemacht hat, aufschauen, und seine Augen, sie werden den Blick auf den Heiligen Israels selbst richten. 8 Und er wird nicht zu den Altären, dem Werk seiner Hände, hinschauen; und auf das, was seine Finger gemacht haben, wird er den Blick nicht richten, weder auf die heiligen Pfähle noch auf die Räucherwerkständer.

    Warum nur?

    Warum müssen sie vorher allen möglichen Göttern dienen?

    Wenn sie es damals taten, weil sie sich versichern wollten, dass ihre Ernte auch wirklich gesegnet Sie, oder weil sie im Krieg ganz sicher sein wollten – warum wenden sie sich jetzt (in der größten Not) von diesen anderen Göttern ab? Warum wissen sie nun auf einmal, dass nur Jehova der wahre Gott ist?

    In der Welt sagt man auch „in der Not lernt man beten“. Warum nur und gerade dann?

    Warum erinnern wir uns dann an unseren Gott, wenn es uns ganz schlecht geht – wo wir doch ansonsten nicht an ihm interessiert sind?

    Interessant hierzu auch die Interviews auf unserem diesjährigen BZK unter dem Programmpunkt „Wir müssen durch viele Drangsalen in das Königreich eingehen“. Auf die Frage, wie sie auf die Probleme reagiert hatten kam jeweils, dass sie noch mehr studiert, noch mehr in der Bibel gelesen und noch mehr gebetet hatten. Dass sich in dieser schweren Zeit ihr Verhältnis zu Jehova gefestigt hatte.

    Interessant, denn genau diese Erfahrung haben wir hier auch ganz persönlich gemacht: die Verfolgung und Bedrängnis hat nur bewirkt, dass wir uns noch viel enger an unseren Gott gewandt haben. In der Zeit der höchsten Not, als wir alles verloren hatten was uns wichtig war, reifte bei uns der Entschluß: „wir lesen die Bibel in einem Jahr“ – und nicht nur das: wir bloggen auch darüber. Das Ergebnis seht ihr hier. Wir sind nun bereits im dritten Jahr in Folge – und es hat unseren Glauben sehr gestärkt.

    Das bringt mich zu der Veranschaulichung mit der Muschel, den Bruder Wagemann auf einem Kreiskongress vor einigen Jahren anführte;

    Die Muschel reagiert auf einen schmerzenden Fremdkörper, indem sie ihn mit einer Perlmuttschicht überzieht, um den Schmerz abzuschalten. Ohne diesen Fremdkörper würde es die kostbaren Perlen gar nicht geben. Die Muschel braucht den Schmerz um die Perle hervorzubringen.

    In diesem Zusammenhang fällt mir dann auch Jesu Aussage bei den Glücklichpreisungen ein: „Glücklich seid ihr, wenn ihr um der Gerechtigkeit willen verfolgt werdet…“

    Brauchen wir tatsächlich Not und Verfolgung, um ein echtes, ein enges und inniges Verhältnis zu Jehova zu entwickeln?

    Warum ist besonders in Ländern, wo das Werk verboten ist und die Brüder verfolgt werden, der Anteil am Predigtwerk, die Zahl der Vollzeitverkündiger, so hoch?

  63. Jesaja 1 – 3

    Jesaja 1:1

    Während der Regierungszeit der judäischen Könige Usija, Jotam, Ahas und Hiskia ließ Gott ihn sehen, was mit Juda und seiner Hauptstadt Jerusalem geschehen würde.

    Interessant, dass einige Propheten über eine lange Zeit von Jehova gebraucht wurden. Wir hatten einen ähnlichen Gedanken bei Hosea, der auch unter mehreren Königen lebte und für Jehova redete.

    Hosea diente als Prophet Jehovas während der Herrschaft Usijas, Jothams, Ahas’ und Hiskias, der Könige von Juda, und Jerobeams II. (des Sohnes des Joas), des Königs von Israel, Ende des 9. und Anfang des 8. Jahrhunderts v. u. Z. (Hos 1:1).
    Ungefähr zur gleichen Zeit übten Amos, Jesaja und Micha ihre Tätigkeit als Propheten aus (Am 1:1; Jes 1:1; Mi 1:1).
    Quelle: Einsichtenbuch

    Es ist wichtig, dies beim Lesen im Sinn zu behalten, denn sonst verstehen wir den Zusammenhang nicht.

    Dies ist mir bereits beim Lesen von Hosea aufgefallen, denn wenn die Worte Jehovas kurz aufeinander erfolgt wären, würde die Sache mit der Ankündigung, der Bitte und letztendlich dem Verwerfen der Nation keinen Sinn machen. Wenn wir aber nach gewissen Passagen innehalten – weil denn auch eine längere zeitliche Pause dazwischen ist – dann gewinnen die Worte noch mehr an Bedeutung für uns

  64. Jesaja 1

    3 »Die Kinder, die ich großgezogen und ernährt habe, wollen nichts mehr von mir wissen. 3 Jeder Ochse kennt seinen Besitzer, und jeder Esel weiß, wo die Futterkrippe seines Herrn steht. Was aber macht mein Volk Israel? Sie haben vergessen, wem sie gehören, und sie wollen es auch gar nicht mehr wissen!
    4 Ihr habt euren Herrn verlassen. Voller Verachtung habt ihr dem heiligen Gott Israels den Rücken gekehrt

    11 Der Herr fragt: »Was soll ich mit euren vielen Opfern anfangen? Ich habe genug von euren Schafböcken und dem Fett eurer Mastkälber; das Blut eurer Opfertiere ist mir zuwider, sei es von Stieren, Ziegenböcken oder Lämmern. 12 Ihr kommt zum Tempel und denkt: ›Hier ist Gott gegenwärtig.‹ Doch in Wirklichkeit zertrampelt ihr nur meinen Vorhof. Wer hat euch das befohlen? 13 Hört endlich mit diesen nutzlosen Opfern auf! Ich kann euren Weihrauch nicht mehr riechen. Ihr feiert bei Neumond und am Sabbat, ihr kommt zu den Festen zusammen, aber ich verabscheue sie, weil ihr an euren Sünden festhaltet. 14 Darum hasse ich alle diese Festversammlungen! Sie sind mir eine Last, ja, sie sind unerträglich für mich! 15 Streckt nur eure Hände zum Himmel, wenn ihr betet! Ich halte mir die Augen zu. Betet, soviel ihr wollt! Ich werde nicht zuhören, denn an euren Händen klebt Blut.

    16 Wascht euch, reinigt euch von aller Bosheit! Lasst eure Gräueltaten, hört auf mit dem Unrecht! 17 Lernt wieder, Gutes zu tun! Sorgt für Recht und Gerechtigkeit, tretet den Gewalttätern entgegen, und schafft den Waisen und Witwen Recht!«

    19 Wenn ihr mir von Herzen gehorcht, dann könnt ihr wieder die herrlichen Früchte eures Landes genießen. 20 Wenn ihr euch aber weigert und euch weiter gegen mich stellt, dann werdet ihr von euren Feinden umgebracht. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!«

    21 Ach, Jerusalem, früher warst du dem Herrn treu. Jetzt aber bist du zur Hure geworden, weil du anderen Göttern nachläufst. Damals ging es in der Stadt gerecht und redlich zu. Und heute? Heute herrschen dort Mord und Totschlag!
    23 Deine führenden Männer sind Aufrührer und machen mit Betrügern gemeinsame Sache. Sie lieben Geschenke und Bestechungsgelder. Um das Recht von hilflosen Waisen kümmern sie sich nicht, und Hilfe suchende Witwen lassen sie gleich an der Tür abweisen.

    24 Deshalb spricht der Herr, der allmächtige und starke Gott Israels: »Ich lasse meinem Zorn freien Lauf und räche mich an euch; ihr seid meine Feinde.
    27 Ja, der Herr wird Jerusalem erlösen und dort das Recht wiederherstellen. Und er wird allen die Schuld vergeben, die zu ihm zurückkehren. 28 Doch wer sich vom Herrn lossagt und sein Gesetz ständig missachtet, der kommt um. Jeder, der dem Herrn den Rücken kehrt, läuft ins Verderben.

    Finden wir das gemein, unfair und brutal?

    Hat Jehova nicht wirklich allen Grund, „mit der Faust auf den Tisch zu hauen“?

  65. Jesaja 2:2-5

    Am Ende der Zeit wird der Berg, auf dem der Tempel des Herrn steht, alle anderen Berge und Hügel weit überragen. Menschen aller Nationen strömen dann herbei.

    3 Viele Völker ziehen los und rufen einander zu: »Kommt, wir wollen auf den Berg des Herrn steigen, zum Tempel des Gottes Israels! Dort wird er uns seinen Weg zeigen, und wir werden lernen, so zu leben, wie er es will.«
    Denn vom Berg Zion aus wird der Herr seine Weisungen geben, dort in Jerusalem wird er der ganzen Welt seinen Willen verkünden. 4 Gott selbst schlichtet den Streit zwischen den Völkern, und unter den Nationen spricht er Recht. Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen um und ihre Speere zu Winzermessern. Kein Volk wird mehr das andere angreifen; niemand lernt mehr, Krieg zu führen.

    5 Kommt, ihr Nachkommen Jakobs, wir wollen schon jetzt mit dem Herrn leben. Er ist unser Licht!

    Sehen wir das auch so? Wollen auch wir bereits jetzt mit unserem Gott leben und uns von ihm unterweisen lassen? Wollen wir ihn zum Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens machen?

    Wo ist unser Herz dabei? Lieben wir Jehova von Herzen und wollen deshalb das tun, was ER für richtig hält – weil wir wissen, dass er es wirklich gut mit uns meint?

    In unserem heutigen Vortrag „unter der Führung Christi“ ging es ja auch darum, Jesus in 2 Bereichen nachzuahmen: in seinem Wandel – und seine Motivation.

    Warum hatte Jesus das denn alles getan? War es etwa reines Pflichtbewusstsein? Nein, er tat alles aus einem Herz voller Liebe. Weil er Jehova innig liebte und auch, weil er uns Menschen liebt. Könnten wir ihn in dieser Hinsicht nachahmen?

    Wenn wir Jehova wirklich mit ganzem Herzen lieben, dann werden wir seine Gebote nicht nur aus reinem Pflichtbewusstsein halten – sondern wir werden uns gerne und freudig von IHM unterweisen lassen. Und dies hier und jetzt – und auch in der Zukunft!

    Wir werden gerne zum Berg Jehovas gehen, dorthin, wo wir über IHN belehrt werden. Wo ist dies? Wo werden wir heute über Jehova belehrt? Wen hat sein Sohn auf der Erde eingesetzt, um sein Volk zu belehren und ihm zu helfen, sein Wort und seinen Willen zu verstehen?

    Haben wir Wertschätzung dafür? Auf dem BZK gibt es in der Vortragsreihe „Unser Herz bereit machen…“ den Punkt „bei der Vorbereitung auf die Zusammenkünfte“ und es wurde uns gezeigt, dass wir viel mehr davon haben, wenn wir bereits mit dem Stoff, der betrachtet wird, vertraut sind. Da wir ja das Programm der Predigtdienstschule, des Versammlungsbibelstudiums und des WT-Studiums kennen, haben wir diese Möglichkeit. Nutzen wir sie?

    Oder haben wir so viel zu tun, dass wir menen, wir hätten nicht die Zeit dazu? Wir hatten vor einigen Wochen mehrfach über den Gedanken mit der Prioritäten gesprochen. Was zeigen wir denn, wenn wir für alles Mögliche Zeit haben – nur dafür nicht?

    Könnten wir uns dann wirklich zu denen zählen, die sagen „kommt“ und sagen, dass wir uns belehren lassen wollen? Wäre dies dann wirklich glaubhaft?

    Denken wir noch mal über die Sache mit dem geliebten Menschen nach. Nehmen wir uns nicht die Zeit? Machen wir nicht überall sonst in unserem Alltagsleben Abstriche, nur um „jede Minute“ mit dem geliebten Menschen zu verbringen?

    Wenn wir Jehova wirklich von Herzen lieben und gern mit ihm Zeit verbringen und uns wirklich gern mit seinem Wort beschäftigen, weil wir es lieben und seinen Wert erkannt haben – müssen wir dann wirklich erst durch solche Programmpunkte „mit der Nase drauf gestoßen werden“?

    Wie reagieren wir auf solche Vorträge? Sagen wir entrüstet: „du hast gut reden, ich habe schon kaum Zeit, zu den Zusammenkünften zu gehen“? Suchen wir nach Ausreden – oder suchen wir nach Dingen, die wir getrost von unserer „to do Liste“ streichen können, um Zeit und Raum für das Bibellesen, das Studium und die Vorbereitung für die Zusammenkünfte zu finden?

  66. Jesaja 2:6

    Herr, du hast dich von deinem Volk Israel abgewandt, weil sie die heidnischen Bräuche aus dem Osten übernommen haben. Sie treiben Zauberei wie ihre Nachbarn im Westen, die Philister. Bedenkenlos haben sie sich anderen Völkern angepasst.

    Eine Warnung: auch, wenn wir vielleicht nicht in der Form Götzendienst begehen, wie Gottes Volk damals, so könnten auch wir uns der Welt um uns herum anpassen.

    Dies könnte sich darin zeigen, dass Homosexualität, ständig wechselnde Partner, Ehebruch, Teenagerschwangerschaften und Scheidung für uns „normal“ geworden sind und kaum noch Abwehr in uns auslösen.

    Aber wir haben auf dem BZK auch viele mahnende Erinnerungen mit auf den Weg bekommen: da ist die Schwester, die sich zuerst geneigt fühlt, mit ihrem charmanten Arbeitskollegen die Pause zu verbringen; oder die Jugendliche, die zuerst geschmeichelt auf die Firtversuche per sms eingeht oder auch die jungen Brüder, die im Predigtdienst voller Begeisterung über ein Fussballspiel reden und darüber vergessen, wer überhaupt „dran ist“. Natürlich haben die Erwähnten sich dann doch besonnen und darauf geachtet, dass sie Jehova weiter im Auge behielten. Aber es ist ja auch unglaublich „leicht“, sich ablenken zu lassen.

    Eigentlich sind wir ja auch anders, als die „Nationen“ um uns herum. Der Zonenaufseher hatte ja in der Ansprache, die uns auf den Kongress eingestimmt hat, auch die 7 Flechten erwähnt und aufgezählt. Aber trotzdem könnten wir nicht ganz richtig laufen.

    Sehr schön kam das in der anderen Vortragsreihe hervor, als es um die Versuchungen ging. Der Bruder sieht ein Bild mit einem Link zu einem zweifelhaften Film. Loebenswerterweise ist er dort nur durch Zufall gelandet und er klickt den Link auch nicht an. In beiden Demonstrationen nicht. Auch seine Gründe dafür sind in der ersten Einstellung nicht verkehrt: er überlegt, dass es seine Frau verletzen würde, wenn sie zufällig sehen würde, wie er einen Film ansieht, in dem sich kaum bekleidete Frauen tummeln und dass es zu Konsequenzen innerhalb der Versammlung führen würde. Daran ist nichts schlechtes. Aber wie würde er handeln, wenn er jetzt dabei nicht „erwischt werden könnte“? Dann würde es weder seine Frau kränken noch Konsequenzen haben. Also: was genau ist falsch?

    Es ist die Motivation. Besser ist es, Jehova nicht nur an seiner Seite zu haben, sondern auch zu sehen und zu spüren! Wenn uns Jehova wichtig ist und wie ER denkt und fühlt – dann werden wir so etwas nicht in Betracht ziehen und es ist eine stärkere Kraft, um gegen Versuchungen anzukämpfen.

    Wenn unsere Motivation – unsere innere Triebkraft – tiefe Liebe zu Jehova ist, dann werden wir uns ganz bestimmt immer von der umliegenden Welt abheben. Und dann ist uns dies auch nicht peinlich, sondern wir werden stolz darauf sein.

    Die Schwester, die zuerst überlegt, mit dem netten Kollegen die Mittagspause zu verbringen, betrügt sich selbst – indem sie sich sagt, sie könne ihm so zeigen, dass Jehovas Zeugen auch ganz normale Menschen sind. Ist das wirklich so erstrebenswert?

    Ja, wir sind auch Menschen aus Fleisch und Blut und auch wir haben Probleme und Gefühle, die verletzt werden können. Aber wir gehen anders damit um. Zumindestens sollten wir das! Man sollte uns nicht nur an unserem Namen „Zeugen Jehovas“ erkennen, sondern in allererster Linie an unserem Verhalten.

    Ein Redner hat mal den Vergleich mit einer Schere gebracht. Wenn „die Welt“ in ihrem Denken und Handeln immer schlimmer wird – dann müßten wir uns eigentlich immer mehr von ihr unterscheiden.

    Wir wollen sicherlich alle nicht, dass Jehova von uns sagt, dass wir uns nicht von den Nationen unterscheiden würden – oder?

  67. Jesaja 4 – 6

    Jesaja 4:6

    Es wird sein, als liege ein Schutzdach über diesem herrlichen Ort,

    6 das Schatten bietet vor der Sonnenglut und Zuflucht vor Regen und Sturm.

    Hierzu finden wir sehr schöne Gedanken in dem „Jesaja-Buch“, Kapitel 6 ab Absatz 21:

    Zum Schluss dieser Beschreibung des göttlichen Schutzes kommt Jesaja auf das tägliche Leben zu sprechen. Er schreibt: „Eine Hütte wird dann dienen zum Schatten am Tag vor der trockenen Hitze und zur Zuflucht und zum Bergungsort vor dem Regensturm und vor dem Niederschlag“ (Jesaja 4:6). Eine Hütte baute man häufig in einem Weingarten oder auf einem Feld, um für dringend benötigten Schutz zu sorgen — in der Trockenzeit vor der sengenden Sonne und in der Regenzeit vor Kälte und Stürmen. (Vergleiche Jona 4:5.)

    22 Haben die gereinigten Überrestglieder sengende Verfolgungshitze und die Unwetter der Gegnerschaft zu erdulden, so wird es sich zeigen, dass sie bei Jehova Schutz, Sicherheit und Zuflucht finden (Psalm 91:1, 2; 121:5). Sie haben also eine wundervolle Aussicht: Wenn sie die unreinen Glaubensansichten und Bräuche Babylons aufgeben, sich dem reinigenden Gericht Jehovas unterziehen und sich bemühen, heilig zu bleiben, werden sie in Sicherheit sein wie in „einer Hütte“, nämlich unter göttlichem Schutz.

    23 Beachten wir, dass die Segnungen erst nach der Reinigung zu verspüren sind. Genauso ist es in unserer Zeit gewesen. 1919 hat sich der gesalbte Überrest demütig einer Reinigung unterzogen, und Jehova hat seine Unreinheit „weggewaschen“. Danach hat sich auch eine „große Volksmenge“ anderer Schafe von Jehova reinigen lassen (Offenbarung 7:9). Der Überrest und seine Gefährten sind gereinigt worden; dann hat Jehova sie seiner schützenden Fürsorge unterstellt. Er wirkt kein Wunder, um zu verhindern, dass die Hitze der Verfolgung oder die Unwetter der Gegnerschaft auf sie zukommen. Aber er schützt sie, indem er gleichsam eine ‘Hütte zum Schatten und zum Bergungsort vor dem Regensturm’ über ihnen errichtet. Wie?

    24 Beachten wir Folgendes: Einige der mächtigsten Regierungen, die es je gegeben hat, haben das Predigtwerk der Zeugen Jehovas verboten oder versucht, sie vollständig auszuschalten. Aber die Zeugen sind standhaft geblieben und haben ohne Unterlass weitergepredigt. Warum scheiterten mächtige Nationen bei dem Versuch, die Tätigkeit dieser relativ kleinen und vermeintlich wehrlosen Gruppe aufzuhalten? Weil Jehova seine reinen Diener in eine schützende „Hütte“ aufgenommen hat, die kein Mensch einzureißen vermag.

    25 Wie verhält es sich mit uns als Einzelnen?

    Von Jehova beschützt zu werden bedeutet nicht, im gegenwärtigen System der Dinge ein problemfreies Leben zu führen. Viele treue Christen befinden sich infolge von Armut, Naturkatastrophen, Krieg, Krankheit oder aufgrund eines Todesfalls in einer schwierigen Situation. Denken wir in einer solch misslichen Lage stets daran, dass unser Gott mit uns ist. Er beschützt uns in geistiger Hinsicht und sorgt für das, was wir benötigen — auch für die „Kraft, die über das Normale hinausgeht“ —, damit wir in Prüfungen treu ausharren können (2. Korinther 4:7). Da wir in seiner Gegenwart geborgen sind, brauchen wir uns nicht zu fürchten. Schließlich wird uns nichts „von Gottes Liebe zu trennen“ vermögen, solange wir unser Bestes tun, uns in seinen Augen heilig zu bewahren (Römer 8:38, 39).

  68. Jesaja 5 – Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg

    1 Hört! Ich will ein Lied singen, ein Lied von meinem besten Freund und seinem Weinberg:
    »Auf einem Hügel, sonnig und fruchtbar, lag das Grundstück meines Freundes. Dort wollte er einen Weinberg anlegen.

    2 Er grub den Boden um und räumte alle großen Steine fort. Die beste Rebensorte pflanzte er hinein. Er baute einen Wachturm mittendrin und meißelte einen Keltertrog aus dem Felsen. Wie freute er sich auf die erste Ernte, auf saftige und süße Trauben! Doch die Trauben waren klein und sauer!

    3 Urteilt selbst, ihr Leute von Jerusalem und Juda:

    4 Habe ich für meinen Weinberg nicht alles getan? Konnte ich nicht mit Recht eine reiche Ernte erwarten? Warum brachte er nur kleine, saure Trauben?

    5 Wisst ihr, was ich jetzt mit meinem Weinberg mache? Zaun und Schutzmauer reiße ich weg! Tiere sollen kommen und ihn kahl fressen, Ziegen und Schafe, sie sollen ihn zertrampeln!

    6 Nie mehr werde ich die Reben beschneiden, nie mehr den harten Boden mit der Hacke lockern; Dornen und Disteln sollen ungehindert wuchern. Ich verbiete den Wolken, ihm Regen zu bringen. Soll der Weinberg doch vertrocknen!«

    7 Dies ist eure Geschichte, ihr Israeliten. Ihr seid der Weinberg, und euer Besitzer ist der Herr, der allmächtige Gott. Ihr aus Israel und Juda, ihr seid die Pflanzung, auf deren Erträge er sich freute. Er wollte von euch gute Taten sehen, doch er sah nur Bluttaten; ihr habt nicht Recht gesprochen, sondern es gebrochen!

    In dem Jesaja-Buch wird auf die schöne Poesie dieses „Liedes“ hingewiesen. Ob es dem Volk zu Herzen ging? Ob sie verstanden, was Jehova von ihnen wollte?

    Sind vielleicht auch wir so ein „fruchtloser Weingarten“? Erinnern wir uns noch, dass Jesus sagte, man würde seine wahren Nachfolger an ihren Früchten erkennen?

    In dem Gleichnis von Weizen und Unkraut sagt er, man würde zur Zeit der Ernte deutlich erkennen können, wer zum Weizen und wer zum Unkraut gehört. Nun sagt ja der treue und verständige Sklave, dass sich dies bereits erfüllt habe, als er aus der Christenheit wahre Anbeter „heraus gesammelt“ hat, die sich aufrichtig mit dem Erforschen der Bibel beschäftigt hatten und sich ernsthaft bemühten, das Gelernte anzuwenden und es an andere weiterzugeben. Damit wurden sie laut dem Gleichnis aus der Christenheit herausgelesen, so dass die Schnitter den Rest ausreißen und vernichten könnten.

    Wir finden viele Prophezeiungen in der Bibel, die dem damaligen Volk Jehovas gegeben wurden und sich später noch an Babylon der Großen erfüllen sollten. Ich denke da auch an das, was ich in dem „Hesekiel-Buch“ gelesen habe. Aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen, dass all diese Dinge Babylon die Große betreffen und wir nun als Zeugen Jehovas nicht mehr dazu gehören.

    Erinnern wir uns nur an einen Programmpunkt auf einem der vergangenen BZK’s, der zeigte, wie schnell wir in die Falle rutschen könnten, uns selbst zu einem Teil davon zu machen. Oftmals geschieht so etwas, ohne dass wir uns dessen bewußt sind. Daher ist auch der diesjährige BZK so passend.

    Es ist gar nicht so einfach, die Gefahrenquellen sofort als solche zu erkennen. Ist ja auch logisch: der Widersacher will uns von der Anbetung Jehovas abbringen und er ist ja nicht dumm. Er hat tausende von Jahren Erfahrung darin, uns zu überlisten. Wie Paulus sagte, „nimmt er immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts an“, so dass wir denken, wir handeln richtig – in Wirklichkeit entfernen wir uns aber von Jehova. Schon Salomo sagte, dass es ‚einen Weg gäbe‘, „der vor den Augen eines Mannes gerecht erscheint, in Wahrheit ist er aber ein Weg des Todes“. Jeremia sagte, dass „das Herz verräterisch ist“. Daher ist es ja so wichtig, es zu behüten! Wie wir das tun können, haben wir ja auf dem BZK in diesem Jahr erfahren.

    Falls du diesen Kongress erst noch besuchen wirst, dann darfst du dich wirklich darauf freuen. Es lohnt sich wirklich, alle drei Tage anwesend zu sein und jedem einzelnen Programmpunkt große Aufmerksamkeit zu schenken. Notizen zu machen hilft uns, mit den Gedanken beim Thema zu bleiben und nicht abzuschweifen. Besonders hilfreich finden wir persönlich, Aufnahmen vom Programm zu machen und sie uns in einer ruhigen Stunde noch mal anzuhören. Dies hat den Vorteil, dass wir nicht so abgelenkt sind durch die Leute um uns herum und dass die bereits gehörten Gedanken vertieft werden. Mit jedem neuen Anhören entdecken wir gute und wichtige Gedanken, die uns davor noch nicht aufgefallen sind. Es hilft uns, noch wochen- und monatelang von der Belehrung zu zehren. Aufnahmen von anderen Kongressen sind auch immer wieder gern willkommen, da sich dadurch noch andere Gedanken ergeben.

    Diese Gedanken sind wirklich sehr wichtig, denn wenn unser Herz nicht mitspielt, gleichen wir vielleicht bald den Israeliten (Juden) hier. Auch sie hätten ihr Herz behüten müssen. In einem älteren Studienartikel hatten wir mal den Gedanken, dass Unkraut von allein wächst. Damit aber die gewünschte Pflanze wächst und gedeiht, ist viel Pflege nötig.

    Der beste „Dünger“ ist Gottes Wort. Wenn wir in der Bibel lesen, dann wird unser Blick justiert und wir bemerken eher, wenn wir abdriften. Ein Bruder auf dem BZK verglich es mit dem Steuer eines Autos. Wir würden es auf einer unwegsamen Strecke niemals loslassen, sonst würden wir in einem Graben (oder noch schlimmer) landen. Ebenso dürfen wir das Steuer unseres Herzens nicht loslassen, denn unsere Strecke ist ebenfalls sehr unwegsam. Wir leben in den kritischen Zeiten, mit denen auch wir als Gottes Volk schwer fertig werden. Denn Jehova bewahrt uns ja nicht vor den Problemen, sonst würde ja der Widersacher zu ihm sagen: „sie dienen dir nur, weil du die Probleme von ihnen fern hältst“. Das wollen wir ja auch nicht.

    Wenn wir regemmaessig in Gottes Wort lesen und damit die Ansichten unseres Herzens offen legen und erkennen, können wir gegen persönliche Schwächen angehen. Wir wissen ja: der Satan weiss, wo unsere Schwächen liegen – und genau dort setzt er an.

    Wenn wir jeden Tag in der Bibel lesen, dann erkennen wir, was Jehova gefällt. Das Lesen verstärkt unsere Liebe zu ihm und aus ihr heraus entsteht der ernsthafte Wunsch, IHM zu gefallen. Dies können wir, indem wir das Gelernte in unserem Leben anwenden. Wenn Jehova sieht, dass dies unser innigster Wunsch ist, dann wird er uns den Helfer – seinen Geist – schicken. Mit ihm können wir die richtigen, die guten Früchte hervorbringen.

    Dies hätte sich Jehova von seinem Volk gewünscht. Leider fanden sie selbst dies nicht so wichtig. Das Ergebnis kennen wir.

    Erkennen wir den Schmerz in SEINER Stimme? Wie traurig und deprimiert ihn das macht! Stellen wir uns vor, wir hätten uns Monate oder Jahre lang so abgemüht, in der Hitze den Boden bearbeitet. Wieviel Kraft und Schweiß es gekostet hatte, danach die körperlichen Schmerzen. Und das alles für nix!

    Verstehen wir Jehovas Gefühle? Wollen wir wirklich solche Gefühle in unserem Gott Jehova auslösen?

  69. Jesaja 5:24

    Denn sie haben das Gesetz des Herrn, des allmächtigen Gottes, abgelehnt und sich nicht zu Herzen genommen, was der heilige Gott seinem Volk Israel gesagt hat.

    Und wieder der Gedanke, warum es so wichtig ist, unser Herz zu behüten:

    Auf dem BZK wurde der Gedanke hervorgehoben, dass sie sich die Worte Jehovas „auf die Tafeln ihres Herzens“ schreiben sollten. Die Israeliten werden bei dem Begriff an die beiden Gesetzestafeln gedacht haben, mit denen Moses von Jehova vom Berg herunter kam. Da die Tinte der damaligen Zeit so beschaffen war, dass man sie leicht wieder auswischen konnte – stellten die Tafeln etwas dauerhaftes dar. Hier konnte nichts ausgewischt werden. Es war tief eingemeisselt, wie eine Gravur.

    Dies erwartet Jehova von seinem Volk: sie sollten ihn, sein Wort uns sein Gesetz tief in ihrem Herzen haben. Dauerhaft und nicht auslöschbar.

    Hier wird dieser Gedanke anders ausgedrückt – aber gemeint ist das selbe: sie sollten sich das, was Jehova sagt „zu Herzen nehmen“

    Was verstehen wir heute darunter, wenn von jemand gesagt wird, „er habe sich etwas zu Herzen genommen“? Sicherlich kommen uns zuerst tiefste Gefühle in den Sinn. Etwas, was einen Menschen zutiefst berührt. Was so großen Einfluß auf sein Denken und Fühlen – und auch auf sein Handeln hat. Nehmen wir als Beispiel eine Frau, die gerade erfahren hat, dass ihr Mann eine andere hat. Wenn sie ihn liebt, dann nimmt sie sich dies sehr zu Herzen. Was bedeutet das nun für sie?

    Sie ist zutiefst betroffen. Ein großer Schmerz ist in ihrem Herzen, sie ist enttäuscht. Alle ihre Gedanken kommen immer wieder da an, dass ihr Mann sie nicht mehr liebt. Egal, was sie hört, sieht oder liest. Immer kommt sie an dem Punkt an, dass sie an den Verrat ihres Mannes denkt. Vielleicht überlegt sie, warum es soweit gekommen ist. Was hat sie falsch gemacht, was hat die andere, was sie nicht hat? Hätte es irgend etwas geändert, wenn sie etwas anders gemacht hätte? Es beherrscht ihre ganze Gedanken und auch die Gefühle, die sie empfindet, sind sehr heftig. Dies äußert sich auch in dem, was sie tut und worüber sie redet. Sie nimmt sich den Treuebruch wirklich zu Herzen.

    Ebenso will Jehova in unserem Herzen sein. Natürlich nicht mit negativen Gedanken oder Gefühlen. Aber er möchte eine ähnliche Reaktion auf sein Wort. Es muss tief in unserem Innern sein und uns ganz erfüllen. Wir sollen bei allem, was wir sehen, hören und lesen immer bei ihm und seinem Wort kommen. Es soll intensive Gefühle bei uns auslösen, die sich auch in unseren Taten zeigen und darin, worüber wir reden.

    Ja, Jehova will, dass wir uns seine Worte „zu Herzen nehmen“ und dann „unser Herz behüten“.

    Wollen wir das auch?

  70. Jesaja 5:25

    Darum ist der Herr voller Zorn über sein Volk. Schon hat er seine Hand erhoben und schlägt zu, dass die Berge erbeben. Die Leichen liegen überall auf den Straßen herum wie Unrat. Aber noch hat sich der Zorn des Herrn nicht gelegt, noch ist seine strafende Hand erhoben.

    Einige sind entsetzt, wenn sie solche Verse in der Bibel lesen. Sie fühlen sich von so einem Gott abgestoßen, der so brutal und gewalttätig ist. Und sie haben Recht: wenn wir nur diesen Vers allein für sich lesen, dann könnte dieser Eindruck entstehen.

    Allerdings müssen wir auch das Ganze im Zusammenhang lesen. Hier geht es ja nicht darum, dass Jehova ein strafender Gott wäre, der nur auf die Fehler seiner Anbeter achtet, um sie bestrafen zu können. Dies wäre dann wirklich abstoßend. Aber er richtet seine Worte an sein Bundesvolk, die für ihn wie eine geliebte Ehefrau sind – die ihn immer und immer wieder mit anderen Männern betrügt und über seine verletzten Gefühle spottet. Dies hatten wir ja gerade erst in Hosea betrachtet. Niemand würde einen Mann verachten, der eine solche untreue und herzlose Ehefrau „vor die Tür setzt“ und sie ihrem Schicksal überlässt. Sie hat es ja nicht anders gewollt!

    Berücksichtigen wir bitte dabei auch, dass es nicht um einen einzelnen Fehltritt geht, sondern dass sich dies ganze über die Jahrhunderte hingezogen hat und dass er sie immer voller Liebe gebeten hat, doch endlich zur Besinnung zu kommen.

    Wenn Jehova hier nicht endlich handeln würde, dann wäre dies sehr ungerecht denjenigen gegenüber, die die ganze Zeit treu bemüht sind, seinen Willen zu tun – und deshalb von dem untreuen Volk hart verfolgt und bedrängt werden. Diese sehnen sich danach, endlich wieder in Ruhe gelassen zu werden und das untreue Volk hat es ja auch selbst in der Hand, dass ihnen dieses Geschick nicht widerfährt. Sie könnten ja immer noch auf Jehovas Bitte reagieren und umkehren. Aber das wollen sie nicht!

    Vielleicht ähnlich wie die Geschichte mit einem sehr gewalttätigen, egoistischen und herzlosen Verbrecher. Er terrorisiert die ganze Stadt. Alle haben Angst vor ihm. Er bestiehlt seine Nachbarn, verprügelt jeden, der ihm zufällig über den Weg läuft und bedroht die Kinder. Es gibt Gesetze und er wird vor ein Gericht gestellt. Er kommt ins Gefängnis für seine Taten, aber er kann ausbrechen. Nun wird er noch brutaler. Er ermordet jeden, dessen er habhaft werden kann, die Bewohner der Stadt sind in Panik. Irgendwann wird er verhaftet und kommt wieder vor Gericht. In dem Staat kann in besonders schweren Fällen die Todesstrafe verhängt werden.

    Der Richter weist ihn darauf hin. Aber der brutale Mensch sieht das alles nicht ein. Er hat keinen Funken Reue, findet sich selbst toll und bedroht die Anwesenden im Gerichtssaal. Der Richter sagt noch einmal: „bitte kommen Sie doch zur Besinnung, sonst werden Sie die Todesstrafe erhalten. Wenn ich nur ein winziges Anzeichen von Reue erkennen könnte…“ Aber der Angeklagte lässt den Richter nicht ausreden, sondern verspottet und beschimpft ihn und prahlt damit, was er alles anstellen werde, wenn ihm die erneute Flucht aus dem Gefängnis gelingt. Aus diesem Grund wird die Todesstrafe noch am selben Tag vollstreckt.

    Ist dieser Richter wirklich hart und unbarmherzig, dass er zu so einem gemeinen Urteil fähig ist und dies noch sofort vollstreckt?

    Mußte er dies nicht tun – um all der Menschen Willen, die sich treu an die Gesetze hielten?

    Ebenso ist es mit Gottes Volk hier. Sie haben sich ebenso hart, gemein, unbarmherzig und respektlos wie der Verbrecher verhalten. Auf Jehovas liebevolles Bitten haben sie nur mit Spott reagiert. Er hat sie immer und immer wieder gewarnt. Aber sie wollen nicht. Was soll Jehova da tun?

    Jesaja 5:19

    Sie spotten: »Er soll sich beeilen, der ›heilige Gott Israels‹, wir möchten endlich sehen, wie er straft! Ständig spricht er von seinem Gericht. Also los, er soll zeigen, was er kann!«

    Im Interesse der ehrlichen, aufrichtigen, loyalen und sanftmütigen Menschen muss er handeln. Nicht nur hier, sondern bald auch in Harmagedon – jeder hat es ja selbst in der Hand. Jeder kann auf das liebevolle Zureden Jehovas reagieren und für IHN Stellung beziehen.

    Ich finde das mehr als fair!

  71. Jesaja 6:2-3

    1 Es war in dem Jahr, als König Usija starb. Da sah ich den Herrn auf einem hohen, gewaltigen Thron sitzen. Der Saum seines Gewandes füllte den ganzen Tempel aus. 2 Er war umgeben von mächtigen Engeln, jeder von ihnen hatte sechs Flügel. Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zweien ihren Leib, und zwei brauchten sie zum Fliegen.

    3 Sie riefen einander zu:
    »Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott! Seine Herrlichkeit erfüllt die ganze Welt.«

    Hier gibt es große Ähnlichkeiten mit der Vision Hesekiels: auch er sah diese fliegenden Geschöpfe mit den drei Flügelpaaren:

    Kap. 3 S. 37-38 Gottes Wagen ist in Bewegung!

    5 „Und ich begann zu sehen, und siehe! da war ein stürmischer Wind, der vom Norden kam, eine große Wolkenmasse und zuckendes Feuer, und ein Glanz war daran ringsum, und mitten aus ihm hervor, da war etwas wie der Anblick von Goldsilber, mitten aus dem Feuer. Und mitten aus ihm hervor war etwas, was vier lebenden Geschöpfen glich, und so sahen sie aus: Sie waren das Gleichnis des Erdenmenschen. Und ein jedes hatte vier Angesichter und ein jedes von ihnen vier Flügel. Und ihre Füße waren gerade Füße, und die Sohle ihrer Füße war wie die Sohle des Fußes eines Kalbes; und sie funkelten wie mit der Glut von geglättetem Kupfer. Und Menschenhände waren unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten, und alle vier hatten ihre Angesichter und ihre Flügel. Ihre Flügel waren aneinandergefügt. Sie pflegten sich nicht umzuwenden, wenn sie gingen; sie pflegten ein jedes geradeaus zu gehen.“ — Hesekiel 1:4-9.

    6 Später beschreibt Hesekiel seine zweite Vision des Wagens Gottes an einem neuen Ort, und er benennt jene „vier lebenden Geschöpfe“ in Hesekiel 10:1-20, 11:22 mit dem Namen „Cherube“.

    7 Cherube erschienen dem Menschen zum erstenmal im Osten des Gartens Eden, wo sie den Eingang zu jenem Paradies der Wonne zu bewahren hatten, nachdem die Sünder Adam und Eva auf den mit Dornen und Disteln bewachsenen Erdboden hinausgetrieben worden waren. (1. Mose 3:17-24) Als Priester mag sich Hesekiel hier daran erinnert haben, daß die in getriebener Arbeit gemachten goldenen Cherube, die einen Teil des Deckels der heiligen Bundeslade im Allerheiligsten des Tempels in Jerusalem bildeten, nur zwei Flügel hatten, die sie nach oben und nach vorn ausbreiteten, um den goldenen Deckel der Lade zu überschatten. (2. Mose 25:18-22; 37:7-9) Da jener goldene Deckel, überragt von diesen Cheruben, den Thron Gottes darstellte, waren die in Psalm 80:1 an Gott gerichteten Worte passend: „O Hirte Israels, schenke doch Gehör, . . . o der du auf den Cheruben sitzt, strahle doch hervor.“ Es war daher in genauer Übereinstimmung mit ihrer Stellung und ihrem Amt, daß die vier lebenden Geschöpfe oder Cherube als Bediener des Wagens Gottes handeln sollten.

    interessanterweise wird in dem Jesaja-Buch gesagt, dass hier durchaus ein gravierender Unterschied zu Hesekiel und Offenbarung besteht: hier ist als einzige Stelle in der Bibel von den Seraphen die Rede:

    Die Seraphe

    5 Hören wir Jesajas weitere Worte: „Seraphe standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel. Mit zweien hielt er sein Gesicht bedeckt, und mit zweien hielt er seine Füße bedeckt, und mit zweien flog er jeweils umher“ (Jesaja 6:2). In der Bibel ist nur in Jesaja, Kapitel 6 von Seraphen die Rede. Offensichtlich handelt es sich um Engelgeschöpfe, die im Dienst Jehovas stehen und eine sehr hohe Stellung einnehmen, was Vorrechte und Ehre angeht, denn sie stehen um den Thron Jehovas herum. Im Unterschied zu dem stolzen König Usija füllen sie ihre Stellung in aller Demut und Bescheidenheit aus. Da sie sich in der Gegenwart des himmlischen Souveräns befinden, bedecken sie mit einem Paar Flügel ihr Gesicht, und aus Ehrerbietung vor dem heiligen Ort bedecken sie mit einem weiteren Paar ihre Füße. Dem Souverän des Universums so nahe, halten sich die Seraphe umso mehr zurück, damit sie nicht von Gottes eigener Herrlichkeit ablenken. Der Begriff „Seraph“ bedeutet „Feuriger“ oder „Brennender“ und lässt darauf schließen, dass sie hell strahlen, doch sie verbergen ihr Gesicht vor dem stärkeren Glanz und der größeren Herrlichkeit Jehovas.

    6 Das dritte Flügelpaar gebrauchen die Seraphe zum Fliegen, zweifellos um an ihrem Platz zu schweben oder zu ‘stehen’. (Vergleiche 5. Mose 31:15.) Was ihre Stellung betrifft, schreibt Professor Franz Delitzsch: „Die Seraphim . . . werden zwar nicht das Haupt des Thronenden überragt haben, . . . sie schwebten aber oberhalb seines die Halle füllenden Gewandes“ (Biblischer Commentar über das Alte Testament). Das erscheint vernünftig. Sie „standen über ihm“ nicht als Jehova übergeordnet, sondern sie bedienen ihn in absoluter Dienstbereitschaft.

    7 Hören wir jetzt jenen bevorrechtigten Seraphen zu. „Dieser rief jenem zu und sprach: ‚Heilig, heilig, heilig ist Jehova der Heerscharen. Die Fülle der ganzen Erde ist seine Herrlichkeit‘ “ (Jesaja 6:3). Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass Jehovas Heiligkeit verkündet wird und dass seine Herrlichkeit im ganzen Universum, einschließlich der Erde, anerkannt wird. Alles, was er erschaffen hat, spiegelt seine Herrlichkeit wider, und sie wird bald von allen Bewohnern der Erde wahrgenommen werden (4. Mose 14:21; Psalm 19:1-3; Habakuk 2:14). Der dreimalige Ausruf „Heilig, heilig, heilig“ ist kein Beweis für eine Dreieinigkeit, sondern eine dreifache Betonung der Heiligkeit Gottes. (Vergleiche Offenbarung 4:8.) Jehova ist im höchsten Grade heilig.

    8 Die Zahl der Seraphe wird zwar nicht genannt, doch möglicherweise gibt es in der Nähe des Thrones mehrere Gruppen von Seraphen. Sie wiederholen — eine Gruppe nach der anderen — in wohlklingendem Gesang die Erklärung über Gottes Heiligkeit und Herrlichkeit. Was ist die Folge? Hören wir wieder zu, während Jesaja weiter sagt: „Die Zapfen der Schwellen erbebten bei der Stimme des Rufenden, und das Haus selbst füllte sich allmählich mit Rauch“ (Jesaja 6:4). In der Bibel ist Rauch oder eine Wolke häufig das sichtbare Zeichen der Gegenwart Gottes (2. Mose 19:18; 40:34, 35; 1. Könige 8:10, 11; Offenbarung 15:5-8). Dadurch wird eine Herrlichkeit angezeigt, der sich menschliche Geschöpfe nicht nahen dürfen.
    Jesaja-Buch Kapitel 8, S. 88-90

    dadurch, dass in der Hoffnung für Alle lediglich von Engeln die Rede ist, ist das überhaupt nicht so aufgefallen – sorry

  72. Jesaja 7 – 9

    Jesaja 7:1-9 – Der Herr wendet die drohende Gefahr von Jerusalem ab

    1 Als Ahas, der Sohn Jotams und Enkel Usijas, König von Juda war, versuchten König Rezin von Syrien und König Pekach von Israel, der Sohn Remaljas, Jerusalem zu erobern. Doch sie konnten die Stadt nicht einnehmen. 2 Dem Königshaus wurde gemeldet: »Syrische Truppen sind in Israel angekommen.« Der judäische König und das Volk zitterten vor Angst wie Bäume im Sturm.

    3 Da gab der Herr dem Propheten Jesaja den Auftrag: »Geh mit deinem Sohn Schear-Jaschub dem König entgegen. Du wirst ihn am Ende der Wasserleitung antreffen, die vom oberen Teich herkommt, an der Straße zu dem Feld, auf dem die Tuchmacher ihre Stoffe bleichen. 4 Sag ihm, er soll nichts Unüberlegtes tun, sondern Ruhe bewahren. Ermutige ihn mit dieser Botschaft: Hab keine Angst, und lass dich nicht einschüchtern! Rezin und der Sohn Remaljas stürmen zwar wutschnaubend mit ihren Heeren gegen dich heran, doch sie sind nichts als verkohlte, qualmende Holzstummel. 5 Der syrische und der israelitische König haben sich einen bösen Plan ausgedacht. 6 Die beiden sagen: ›Wir wollen nach Juda hinaufziehen. Erst schüchtern wir die Leute ein, dann erobern wir Jerusalem, und zuletzt machen wir den Sohn Tabeals zu ihrem neuen König.‹ 7 Aber ich, der allmächtige Gott, sage: Daraus wird nichts! Es wird ihnen nicht gelingen! 8 Damaskus bleibt auch weiterhin nur die Hauptstadt Syriens, Rezin muss seine Eroberungspläne aufgeben. Und das Königreich Israel wird nur noch fünfundsechzig Jahre bestehen; das Volk wird getötet oder verschleppt.

    9 Bis dahin bleibt Samaria Hauptstadt, und der Sohn Remaljas muss sich mit der Herrschaft über Israel begnügen.
    Vertraut jetzt mir, dem Herrn! Wenn euch der Glaube an mich nicht hält, dann hält euch gar nichts mehr!«

    Ja, wir sind niemals allein. Unser Gott Jehova ist immer mit uns und er ist mächtiger, als jeder andere Mensch und auch mächtiger als jedes andere göttliche Wesen. ER sichert uns seine Hilfe zu!

    Denn überlegen wir doch mal, von wem die Taktik ‚den Gegner zu entmutigen‘ stammt und was er eigentlich damit bezwecken will: es ist Satan, der Widersacher Gottes, dessen Ziel es ist, uns von unserem Gott Jehova abwendig zu machen. Und dazu ist ihm jedes Mittel Recht.

    Dabei geht es ihm – sehr im Gegensatz zu Jehova – aber nicht um uns als Person, so als ob er uns so sehr lieben würde. Nein! Es geht ihm nur darum, Jehova zu beweisen, wie toll er selbst ist und dass er jeden Menschen dazu bringen kann, sich von ihm – Jehova – abzuwenden. Wir sind für Satan also nur „als Mittel zum Zweck“ interessant. Ebenso, wie die Menschen, die er vielleicht dazu benutzen mag, uns zu entmutigen. Auch diese Menschen sind nicht wirklich als eigene Person für Satan interessant, so als ob er sie besonders lieb hätte. Nein! Sie sind ihm nur nützlich in dieser Hinsicht. Wenn man es genau nimmt, dann benutzt er diese auch nur – um Jehova zu schaden.

    Wenn uns andere Personen oder bestimmte Situationen also entmutigen, dann geht es in Wirklichkeit um den Krieg, den der Satan mit Jehova führt. Und weil dies so ist, können wir uns auch ganz sicher sein, dass uns unser liebevoller Gott Jehova nicht allein lässt.

    Denn – im Gegensatz zu Satan – ist Jehova sehr wohl an uns als Person, an jedem Einzelnen von seinen Anbetern, interessiert. Es tut ihm weh, wenn wir leiden. Es schmerzt ihn, dass er dies zur Zeit noch „zulassen muss“. Wie gern würde er dem Satan schon jetzt auf die Finger klopfen. Er könnte dies auch, denn nichts ist für unseren Gott Jehova unmöglich. Aber ER muss an das Große Ganze denken und darum muss er vieles zulassen. Jehova sagt uns dies ja selbst in seinem Wort. Wir müssen nur immer wieder im Bibelbuch Hiob nachlesen, worum es geht. Auch die Broschüre von der Gesellschaft „Warum lässt Gott Leid zu?“ Ist uns hier eine große Hilfe.

    Da wir also eigentlich leiden und den entmutigenden Angriffen Satans und seiner Helfer ausgesetzt sind, weil wir treu zu unserem Gott halten – darum wird auch ER treu zu uns halten!

    Auch wenn er den Widersacher zur Zeit noch gewähren lässt, so lässt er uns dennoch niemals allein. So, wie liebevolle Eltern bei einer schmerzhaften und beängstigenden medizinischen Behandlung ihr Kind nicht allein lassen, sondern ganz nah bei ihm sitzen und tröstend seine Hand halten – so ist Jehova auch uns in so einer Situation besonders nahe und auch er hält unsere Hand und nimmt uns tröstend in seine Arme.

    Ist das nicht wunderbar?

  73. Jesaja 7:14-16

    Jetzt gibt euch der Herr von sich aus ein Zeichen: Eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn bekommen. Immanuel wird sie ihn nennen. 15 Nur von Butter und Honig ernährt er sich, bis er alt genug ist, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. 16 Doch ehe der Junge dieses Alter erreicht, werden die Länder der beiden Könige, vor denen du so schreckliche Angst hast, verwüstet sein.«

    Wer ist dieser Immanuel, der von einer Jungfrau geboren werden sollte?

    Der erste Gedanke fällt auf Jesus, der von der Jungfrau Maria geboren wird und dessen Name Immanuel „mit uns ist Gott“ sein sollte.

    Aber waren die beiden Könige denn erst nach seiner Geburt verwüstet? Und wie sollte Ahas und sein Volk dann dies sehen – wenn sie zum Zeitpunkt der Geburt Jesu nicht mehr am Leben waren? Was sagt denn das Jesaja-Buch dazu?

    Jehova bleibt seinem Bund mit David treu. Er hat ein Zeichen angeboten und wird ein Zeichen geben! Jesaja erklärt weiter: „Jehova selbst wird euch ein Zeichen geben: Siehe! Die Herangereifte, sie wird wirklich schwanger werden, und sie gebiert einen Sohn, und sie wird ihm gewiss den Namen Immanuel geben. Butter und Honig wird er essen um die Zeit, da er das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen weiß. Denn ehe der Knabe das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen wissen wird, wird der Erdboden, vor dessen beiden Königen du Grauen empfindest, gänzlich verlassen sein“ (Jesaja 7:14-16).

    15 Das ist eine gute Nachricht für jeden, der befürchtet, die Invasoren würden der davidischen Königslinie ein Ende setzen. „Immanuel“ bedeutet „Mit uns ist Gott“. Gott ist mit Juda und wird nicht zulassen, dass sein Bund mit David zunichte gemacht wird. Ahas und seinem Volk wird zudem nicht nur gesagt, was Jehova tun wird, sondern auch, wann er es tun wird. Bevor der Knabe Immanuel alt genug ist, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, werden die feindlichen Nationen vernichtet sein. Und genauso kommt es!

    16 Aus der Bibel geht nicht hervor, wessen Kind Immanuel ist. Da dieser Junge als ein Zeichen dienen soll und Jesaja später erklärt, er und seine Kinder seien „wie Zeichen“, kann es sich bei Immanuel um einen Sohn des Propheten handeln (Jesaja 8:18). Vielleicht lässt Jehova die Identität Immanuels zur Zeit des Ahas deshalb im Ungewissen, damit spätere Generationen nicht von dem größeren Immanuel abgelenkt werden. Um wen handelt es sich dabei?

    17 Außer im Buch Jesaja erscheint der Name Immanuel nur noch einmal in der Bibel, und zwar in Matthäus 1:23. Jehova inspirierte Matthäus dazu, die Prophezeiung über Immanuel auf die Geburt Jesu, des rechtmäßigen Thronerben Davids, zu beziehen (Matthäus 1:18-23). Die Geburt des ersten Immanuel war ein Zeichen dafür, dass Gott das Haus Davids nicht verlassen hatte. Ebenso war die Geburt Jesu, des größeren Immanuel, ein Zeichen dafür, dass Gott die Menschheit nicht im Stich gelassen hatte, sondern treu zu seinem Königreichsbund mit dem Hause Davids stand (Lukas 1:31-33). Da sich Jehovas Hauptrepräsentant jetzt unter den Menschen befand, konnte Matthäus zu Recht sagen: „Mit uns ist Gott.“ Heute herrscht Jesus als himmlischer König und er ist bei seiner Versammlung, die sich auf der Erde befindet (Matthäus 28:20). Bestimmt hat Gottes Volk noch mehr Grund, freimütig auszurufen: „Mit uns ist Gott!“
    Kap. 9 S. 107-108

  74. Jesaja 8:9-23 Wer Gott verachtet, muss die Folgen tragen

    9 Erhebt nur das Kriegsgeschrei, ihr Völker – es wird euch angst und bange werden! Hört genau zu, ihr fernen Nationen: Rüstet euch ruhig zum Krieg – wenn es so weit ist, werdet ihr weiche Knie bekommen! 10 Schmiedet Pläne und fasst Beschlüsse, soviel ihr wollt – sie werden scheitern, nichts wird euch gelingen! Denn Gott ist mit uns.

    11 Der Herr hat mich mit seiner starken Hand gepackt. Er warnte mich davor, den Irrweg dieses Volkes mitzugehen. 12 Er sagte zu mir: »Du und alle, die auf deiner Seite stehen, lasst euch nicht beirren, wenn dieses Volk euch als Verschwörer beschimpft. Habt keine Angst vor dem, was sie fürchten! 13 Ich bin der Herr, der allmächtige und heilige Gott. Wenn jemand zu fürchten ist, dann ich! 14 Für die einen bin ich ein sicherer Zufluchtsort, für andere bin ich der Stein, über den sie stolpern. Ich bin ein Fels, über den Israel und Juda stürzen, eine versteckte Falle, in die die Einwohner Jerusalems hineinlaufen. 15 Viele werden stolpern und sich beim Sturz die Knochen brechen, viele werden in die Falle laufen und sich darin verfangen. 16 Vertrau meine Botschaft und meine Weisung denen an, die mir die Treue halten; sie sollen meine Botschaft hüten und bewahren.«

    17 Der Herr hat sich von seinem Volk Israel abgewandt. Aber ich warte auf seine Hilfe; ich hoffe darauf, dass er sich uns wieder zuwendet. 18 Ich und meine Kinder, die der Herr mir gegeben hat, wir sind lebende Botschaften. Durch uns spricht der Herr, der allmächtige Gott, der auf dem Berg Zion wohnt, zu seinem Volk.

    19 Doch die Leute lehnen das Wort des Herrn ab. Sie suchen lieber Rat bei Menschen, die mit den Geistern der Verstorbenen Verbindung aufnehmen, oder sie befragen Wahrsager, die geheimnisvoll flüstern und murmeln. Wenn sie auch euch dazu verführen wollen, dann entgegnet: »Warum wendet ihr euch nicht eurem Gott zu? Wissen die Toten etwa mehr über die Lebenden als der Herr?« 20 Richtet euch nach Gottes Weisungen, und glaubt dem, was er euch sagt! Wer sich daran nicht hält, dessen Nacht nimmt kein Ende! 21 Verdrossen und hungrig muss er durch das Land streifen. Der Hunger quält ihn, er wird rasend vor Wut und verflucht seinen König und seinen Gott. Wohin er auch blickt, zum Himmel 22 oder zur Erde, er sieht nur erdrückende Finsternis, Elend und Unglück. Er ist im dunklen Tal der Hoffnungslosigkeit gefangen.

    Wieder eine Stelle in der Bibel, die aus dem Zusammenhang gerissen ein völlig falsches Bild von unserem liebevollen Gott Jehova vermittelt.

    Wir erinnern uns noch an die Geschichte von dem brutalen, egoistischen und respektlosen Mann? Auch hier zeigt Jehova wieder auf, dass es ja an jedem selbst liegt, wie Jehova ihn dann beurteilt. Es ist doch logisch, dass er „die ungehorsamen Kinder“ nicht genauso belohnen kann, wie diejenigen, die „artig waren“

    Stellen wir uns eine kinderreiche Familie vor. Damit alles reibungslos läuft, müssen alle im Haushalt mit anpacken. An einem Wochenende wollen sie gern etwas schönes unternehmen, aber es ist noch so viel zu tun. So teilen die Eltern die anfallenden Arbeiten unter den Kindern auf. Jeder hat etwas anderes zu tun. Der eine muss abwaschen, der nächste den Müll runter bringen, ein anderer die Schuhe putzen, einer aufräumen, einer saugen usw. Die Eltern haben noch Einkäufe zu machen und so sagen sie beim Losgehen: „Wenn ihr euch alle eifrig an die Arbeit macht, dann seid ihr fertig, wenn wir zurück kommen. Als Belohnung gehen wir dann alle gemeinsam ein Eis essen“.

    So gehen die Eltern aus dem Haus und die Kinder beginnen eifrig mit der Arbeit, die ihnen jeweils von den Eltern zugeteilt worden war. Jeder hatte ja seine eigene Aufgabe. Aber einer ist zu faul. Er hat keine Lust und sieht lieber fern – und ist dabei seiner Schwester im Weg, die das Zimmer saugen will. Der andere will seine Geschwister ärgern und ist ihnen ständig im Weg und behindert sie bei der Arbeit. Ein weiterer Bruder ist besonders vorwitzig und bringt dem Müll nicht raus, sondern kippt ihn der Schwester auf den frisch gesaugten Teppich.

    So sehr die anderen sich auch anstrengen: sie sind nicht fertig, als die Eltern nach Hause kommen. Was nun? Was werden die Eltern sagen und was wird aus dem Besuch der Eisdiele, auf die sich alle gefreut haben – auch die faulen und vorwitzigen Kinder? Würde der Vater allen das Vergnügen vorenthalten?

    Da der Vater sehr weise, liebevoll und gerecht ist, entscheidet er, dass sie alle ein Eis essen gehen. Alle?

    Nein! Die ungehorsamen Kinder werden zu Hause bleiben müssen und den Schaden beheben, den sie angerichtet haben. Die anderen lädt er wie versprochen auf ein Eis ein. Auch wenn sie nicht – wie von den Eltern erwartet – fertig geworden sind, bis die Eltern wieder da waren, so haben sie doch ihr bestes gegeben.

    Ist der Vater hier nun hart, grausam uns ungerecht?

    Hatten sich die zurückbleibenden Kinder es nicht selbst zuzuschreiben, dass sie nicht mit durften? Wäre es von dem Vater wirklich gerecht gewesen, wenn sie auch mit gedurft hätten?

    Ja, sie hatten ihren freien Willen benutzt und getan, was ihnen gerade gefiel. Und es war ja auch ganz lustig gewesen, die Geschwister zu ärgern. Aber eine Belohnung wäre hier wirklich sehr unangebracht gewesen – oder?

  75. Jesaja 9:15-18

    Denn die Führer dieses Volkes sind Verführer. Wer sich ihnen anvertraut, wird in die Irre geleitet. 16 Darum verschont der Herr die jungen Männer nicht und hat kein Mitleid mit den Witwen und Waisen. Denn sie sind alle ohne Ausnahme gewissenlose und bösartige Lästermäuler. Ihr ganzes Leben ist eine ständige Auflehnung gegen Gott. Aber noch hat sich der Zorn des Herrn nicht gelegt; noch ist seine strafende Hand erhoben.

    17 Durch ihre Gottlosigkeit sprechen sie sich selbst das Urteil. Ihre Bosheit gleicht einer lodernden Flamme, die Unkraut und Dornensträucher verzehrt und das dichte Unterholz im Wald in Brand steckt, bis schwarze Rauchsäulen aufsteigen. 18 In seinem glühenden Zorn denkt der Herr, der allmächtige Gott, gar nicht daran, dieses Feuer einzudämmen. Zurück bleibt ein zerstörtes Land

    Kann man dies Jehova wirklich verdenken, dass er hier „so hart“ mit seinem Volk ist?

    Wie würden wir uns wohl als liebende Eltern fühlen, wenn wir uns alle Mühe gegeben haben, unsere Kinder in den rechten Wegen erziehen – und trotzdem sind sie gewissenlose und gesetzlose herzlose Menschen geworden?

    Würden wir dann noch wollen, dass sie bei uns zu Hause wohnen, obwohl sie eigentlich längst erwachsen genug sind, um auf ihren eigenen Füßen zu stehen? Wollten wir ihre schlimmen Taten wirklich unterstützen, indem wir weiterhin für sie sorgen? Ob sie nicht vielleicht eher zur Besinnung kämen, wenn sie den Ernst des Lebens zu spüren bekämen? Wenn sie erst mal arbeiten müßten, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, wenn sie eine Wohnung suchen und sauber halten müßten, ob sie dann auch weiterhin so viel negative und kriminelle Energie hätten?

    Versetzen wir uns doch beim Lesen solcher Stellen, an denen wir Jehova zuerst als hart empfinden, in seine Lage. Verschaffen wir uns erst mal einen Überblick über die gesamte Lage: warum handelt er so? Was ist los? Was hat das Volk denn getan, dass er so mit ihnen handelt?

    Dann erklärt sich alles eigentlich von selbst. Wenn wir in Jehovas Lage wären, dann hätten wir auch nicht anders gehandelt. Obwohl: so viel Geduld hätte ich sicherlich nicht mit ihnen gehabt. Geduld ist leider nicht meine Stärke, aber ich arbeite daran

  76. Jesaja 10 – 12

    Jesaja 10:5-19 Assyrien missbraucht seine Macht

    5 »Wehe den Assyrern!« ruft der Herr. »Noch gebrauche ich sie als Stock, mit dem ich mein Volk bestrafe. Mein grimmiger Zorn gegen Israel treibt die Assyrer an. 6 Ich schicke sie in den Kampf gegen dieses gottlose Volk, das immer und immer wieder meinen Zorn erregt. Ich lasse das assyrische Heer das Land ausplündern und reiche Beute machen. Sollen sie es doch zertrampeln wie Dreck auf der Straße!«

    7 Doch der König von Assyrien will nicht wahrhaben, dass er vom Herrn diese Macht bekommen hat. Er verfolgt seine eigenen Pläne. Vernichten will er, Völker auslöschen – je mehr, desto besser! 8 »Jeder Befehlshaber über meine Truppen ist so mächtig wie ein König!«, prahlt er. 9 »Habe ich nicht eine Stadt nach der anderen eingenommen? Kalne war ebenso unfähig zum Widerstand wie Karkemisch, Hamat genauso schwach wie Arpad, und Samaria besiegte ich so leicht wie Damaskus. 10 Ich habe Königreiche erobert, deren Götterstatuen die von Samaria und Jerusalem weit übertrafen an Anzahl, Macht und Prunk. 11 Samaria und seine Götter habe ich bereits zerstört, sollte ich Jerusalem und seine Götter davonkommen lassen?«

    12 Doch der Herr entgegnet: »Sobald ich die Assyrer nicht mehr brauche, weil ich mein Ziel mit Jerusalem erreicht habe, gehe ich mit dem König von Assyrien ins Gericht. Selbstherrlich ist er und hochnäsig, voller Stolz blickt er auf andere herab. 13 Er brüstet sich und behauptet: ›Aus eigener Kraft habe ich das alles geschafft! Meiner Klugheit ist es zu verdanken! Ich bestimme, wo die Grenzen zwischen den Völkern verlaufen, ich plündere ihre Schätze und stürze die Könige von ihren Thronen. So groß ist meine Macht! 14 Wie man Vogelnester ausnimmt, so habe ich den Reichtum der Völker zusammengerafft. Alle Länder habe ich eingesammelt wie Eier aus einem verlassenen Nest. Keiner hat es gewagt, auch nur mit den Flügeln zu schlagen, sie haben den Schnabel gehalten und keinen Piepser von sich gegeben.‹

    15 Aber ich, der Herr, sage: Behauptet etwa eine Axt, sie sei stärker als der Holzarbeiter? Ist die Säge mehr als der, der sie gebraucht? Das wäre ja so, als ob ein Stock den schwingt, der ihn in der Hand hält, oder als ob ein Stab den Menschen hochhebt.«

    16 Weil sie so prahlen und lästern, wird der Herr, der allmächtige Gott, die feisten Assyrer spindeldürr werden lassen. Unter ihren Reichtümern lässt er ein Feuer aufflammen, das alles verzehrt. 17 Der heilige Gott, Israels Licht – er ist dieses Feuer! An einem einzigen Tag verbrennt es Assyrien mitsamt Dornen und Disteln. 18 Der Herr rodet die prächtigen Wälder und zerstört die fruchtbaren Gärten so gründlich, dass keine Pflanze übrig bleibt. Assyrien wird es ergehen wie einem Todkranken, der langsam dahinsiecht. 19 Es wird nur noch so wenig Bäume geben, dass sogar ein Kind sie zählen kann.

    Wir hatten vor einiger Zeit einen ähnlichen Gedanken: wieso bestraft Jehova diejenigen, die er benutzt hatte, um seinen Willen auszuführen?

    Ist dies nicht ungerecht? Wieso können wir den Satan dafür verurteilen, dass er die Menschen nur benutzt oder missbraucht für seine eigenen Zwecke – aber wenn Jehova es tut, dann ist es richtig?

    Wo genau ist hier zwischen Satan und Jehova der Unterschied? Geht es darum, dass Jehova gerechte Ziele verfolgt – und der Satan nur egoistisch ist?

    Jehova sagt hier, er würde „dem Assyrer“ verurteilen, weil er hochmütig ist und den Sieg sich selbst zuschreibt, den ihm Jehova gegeben hatte. Er schmückte sich hier also mit fremden Federn. Aber war nicht genau diese Einstellung die Voraussetzung, ihn für seine Pläne einzuspannen?

    Ist Jehovas Verhalten richtig, weil ich ihn mag – und den Satan nicht? Ist dies dann nicht parteiisches Denken?

    Edit 30.07.2012
    eine spätere Antwort darauf

  77. Jesaja 11:1-13 Das Friedensreich des Messias

    1 Was von Davids Königshaus noch übrig bleibt, gleicht einem alten Baumstumpf. Doch er wird zu neuem Leben erwachen:
    Ein junger Trieb sprießt aus seinen Wurzeln hervor. 2 Der Geist des Herrn wird auf ihm ruhen, ein Geist der Weisheit und der Einsicht, ein Geist des Rates und der Kraft, ein Geist der Erkenntnis und der Ehrfurcht vor dem Herrn. 3 Dieser Mann wird den Herrn von ganzem Herzen achten und ehren. Er richtet nicht nach dem Augenschein und fällt seine Urteile nicht nach dem Hörensagen. 4 Unbestechlich verhilft er den Armen zu ihrem Recht und setzt sich für die Rechtlosen im Land ein. Sein Urteilsspruch wird die Erde treffen; ein Wort von ihm genügt, um die Gottlosen zu töten. 5 Gerechtigkeit und Treue werden sein ganzes Handeln bestimmen.

    6 Dann werden Wolf und Lamm friedlich beieinander wohnen, der Leopard wird beim Ziegenböckchen liegen. Kälber, Rinder und junge Löwen weiden zusammen, ein kleiner Junge kann sie hüten. 7 Kuh und Bärin teilen die gleiche Weide, und ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Heu wie ein Rind. 8 Ein Säugling spielt beim Schlupfloch der Viper, ein Kind greift in die Höhle der Otter.

    9 Auf dem ganzen heiligen Berg wird niemand etwas Böses tun und Schaden anrichten. Alle Menschen kennen den Herrn, das Wissen um ihn erfüllt das Land wie Wasser das Meer. 10 In dieser Zeit ist der Trieb, der aus der Wurzel Davids hervorsprießt, als Zeichen für alle Völker sichtbar. Sie werden nach ihm fragen, und der Ort, an dem er wohnt, wird herrlich sein.

    Der Herr wird sein Volk zurückholen

    11 Wenn diese Zeit da ist, streckt der Herr noch einmal seine Hand aus, um den Rest seines Volkes zu befreien. Von überall holt er die übrig gebliebenen Israeliten zurück: aus Assyrien, aus Unter- und Oberägypten, aus Äthiopien, aus Elam in Persien, aus Babylonien, aus Hamat in Syrien und von den fernen Inseln und Küsten. 12 In allen Ländern richtet er ein Zeichen auf, das seinem Volk den Weg weist. So sammelt er die Menschen, die aus Israel und Juda vertrieben und in die ganze Welt zerstreut wurden. Aus allen Himmelsrichtungen holt er sie zurück. 13 Dann verschwindet die alte Eifersucht zwischen Israel und Juda, nie mehr bekämpfen sie sich gegenseitig.

    Tröstliche Worte. Wenn es doch nur schon sie friedlich und harmonisch wäre.

    Wir wissen, dass sich das Kapitel in erster Linie erfüllt, wenn SEIN Volk aus dem Exil zurück kehrt.

    Die Juden glauben, dass sich dies für sie in der heutigen Zeit erfüllen wird. Sind sie doch unter der babylonischen Gefangenschaft in alle Richtungen zerstreut worden und kämpfen nach wie vor, um ihr eigenes Land wieder zurück zu erhalten.

    Wir als Anbeter Jehovas können es auch auf uns heute beziehen, wo Jehova „die begehrenswerten Dinge aller Nationen einsammelt“ und „die große Volksmenge aus allen Nationen“ zusammenbringt, die sich eines friedlichen und harmonischen Miteinanders erfreuen und in übertragenem Sinne bereits in einem geistigen Paradies befinden.

    Die Stelle mit dem Wolf und Lamm wird sich dann erfüllen, wenn die Zeit des Gerichts Gottes vorbei ist und nur noch gerechte, sanftmütige und friedliebende Menschen auf der Erde leben.

    Wir dürfen uns also noch auf die Erfüllung im Großen freuen!

  78. Jesaja 12 – Danklied der Befreiten

    1 Am Tag deiner Rettung wirst du, Israel, singen:
    »Dich will ich loben, o Herr! Du warst zornig auf mich, doch dein Zorn hat sich gelegt, und du hast mich wieder getröstet.

    2 Ja, so ist mein Gott: Er hat mich errettet und mir geholfen, ich vertraue ihm und habe keine Angst. Der Herr allein gibt mir Kraft. Denke ich an ihn, dann beginne ich zu singen, denn er hat mich gerettet.«

    3 Seine Hilfe gleicht einer sprudelnden Quelle. Voller Freude werdet ihr Wasser daraus schöpfen.

    4 An jenem Tag werdet ihr sagen: »Lobt den Herrn, ruft in die Welt hinaus, wer euer Gott ist! Sagt den Völkern, was er getan hat! Rühmt ihn, und erzählt, wie groß und erhaben er ist!

    5 Singt zur Ehre des Herrn, denn er hat wunderbare Taten vollbracht. Das soll auf der ganzen Erde bekannt werden.

    6 Ihr Einwohner von Jerusalem, jubelt und singt, denn groß und mächtig ist der heilige Gott Israels, der mitten unter euch wohnt.«

    stimmen wir hier mit ein?!

  79. Jesaja 13 – 15

    Jesaja 14:9-11

    Die Welt der Toten ist in Aufregung: Gespannt erwartet man dort unten deine Ankunft. Frühere Herrscher, die nun dort als Schatten leben, sind aufgeschreckt, Könige, die längst im Reich der Toten sind, erheben sich von ihren Thronen.

    10 Sie begrüßen dich mit einem Spottlied: ›Nun hat auch dich die Kraft verlassen, jetzt geht es dir wie uns!

    11 Dahin ist deine Pracht, du nahmst sie mit ins Grab. Die Musik deiner Harfenspieler ist verstummt. Nun liegst du auf einem Bett von Maden, und Würmer decken dich zu.‹

    Vielleicht ein Grund, warum die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele und der Hölle Fuß fassen konnte?

    Wir wissen zwar, dass ‚die Reise nach Unten‘ nicht in eine Hölle, sondern in den Scheol, das allgemeine Grab der Menschheit geht. Aber die Tatsache, dass die bereits verstorbenen Könige mit den Neuankömmling reden, könnte man auch so interpretieren, dass nach dem Tod eine Seele den Körper Verlässt und diese in die Hölle kommt, weil sie Böse war.

    Warum wird dies dann hier so missverständlich ausgedrückt, wenn die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele doch unbiblisch ist und etwas, was Jehova verabscheut?

    Der Sturz Babylons ist so erstaunlich, dass sogar das Grab darauf reagiert: „Selbst der Scheol unten ist vor dir erbebt, dir entgegen bei deiner Ankunft. Vor dir hat er die im Tode Kraftlosen aufgeweckt, alle bockgleichen Führer der Erde. Er hat alle Könige der Nationen von ihren Thronen aufstehen lassen. Sie alle heben an und sagen zu dir: ‚Bist auch du selbst schwach gemacht worden wie wir? Bist du uns gleichgemacht worden? Hinunter zum Scheol ist dein Stolz gebracht worden, das Getön deiner Saiteninstrumente. Unter dir sind Maden als Lager ausgebreitet; und Würmer sind deine Decke‘ “ (Jesaja 14:9-11).

    Welch ein eindrucksvolles poetisches Bild! Es ist, als solle das allgemeine Grab der Menschheit alle Könige aufwecken, die der babylonischen Dynastie in den Tod vorausgegangen sind, damit sie den Neuankömmling begrüßen können. Sie verspotten die babylonische Herrschermacht, die jetzt hilflos in einem Madenbett liegt statt auf einem kostbaren Diwan und mit Würmern bedeckt ist statt mit teurem Leinen.
    Jesaja-Buch Kap. 14 S. 183-184

    eine etwas nähere Erklärung finden wir in einem weiteren, aber viel älteren Buch:

    Der Scheol wartet auf das plötzliche Absterben der babylonischen Dynastie König Nebukadnezars ist für den Scheoul, die Hölle oder das Grab, eine Sensation. Der Scheol gerät in Erwartung des Königs von Babel in Bewegung. Es ist so, als ob alle toten Könige und politischen Führer anlässlich dieses außergewöhnlichen Ereignisses erwachen und ihrer Verwunderung Ausdruck verleihen würden.
    „Babylon die Große ist gefallen – Gottes Königreich herrscht“ S. 304

  80. Jesaja 16 – 18

    Jesaja 17:1-11Syrien und Israel werden in Trümmern liegen

    1 Dies sagt Gott über Damaskus:»Die Stadt Damaskus gibt es bald nicht mehr. Von ihr bleibt nur ein Trümmerhaufen übrig. 2 Auch Aroër und die Städte in der Nähe liegen dann verlassen da. Friedlich weiden Schafe und Ziegen zwischen den Ruinen, niemand jagt sie weg. 3 Auch das Nordreich Israel wird seine starken Befestigungen verlieren, und das Königreich von Damaskus wird verschwinden. Die überlebenden Syrer trifft das gleiche Schicksal wie die Israeliten: Von ihrem früheren Glanz bleibt nicht viel. Darauf gebe ich, der Herr, der allmächtige Gott, mein Wort.

    4 Es kommt der Tag, da wird die Pracht der Nachkommen Jakobs gänzlich verblassen. Ihr fetter Leib magert bis auf die Knochen ab. 5 Dann gleicht Israel den Weizenfeldern in der Refaªmebene: In der Erntezeit fasst man die Ähren mit der Hand, mäht sie ab und sammelt zuletzt noch ein, was am Boden liegt. 6 Doch ein kleiner Rest des Volkes wird übrig bleiben, so wie die wenigen Oliven, die nach der Ernte noch am Baum hängen. Zwei oder drei bleiben oben im Wipfel zurück und vielleicht noch einige unter den Blättern. Das verspreche ich, der Herr, Israels Gott.

    7 Dann endlich werden die Menschen wieder an mich, ihren Schöpfer, denken und ihren Blick wieder auf den heiligen Gott Israels richten. 8 Ihre Altäre und selbst gemachten Götterfiguren würdigen sie keines Blickes. Sie verehren keine heiligen Pfähle mehr und verbrennen auf den Altären keinen Weihrauch.

    9 Es kommt eine Zeit, in der die befestigten Städte der Israeliten verlassen daliegen. Sie gleichen den ausgestorbenen Dörfern in den Wäldern und auf den Bergen, die von den Bewohnern des Landes einst aus Angst vor den Israeliten verlassen wurden. Das Land wird zur Einöde, 10 weil du, Volk Israel, mich, deinen Gott, vergessen hast, der dich rettet. Du hast keinen Gedanken mehr übrig für deinen Gott, der dich schützt wie ein mächtiger Fels. Nein, du legst lieber schöne Gärten an für andere Götter und bepflanzt sie mit exotischen Reben. 11 Du zäunst sie sorgfältig ein und bringst sie noch am selben Morgen zum Blühen. Doch das alles hilft dir nichts! Wenn du glaubst, die Früchte deiner Mühen einsammeln zu können, wirst du nur tiefe Wunden und unsägliches Leid ernten.«

    „Dann endlich“ werden sie zu Jehova umkehren. Aber ist dies wirklich so erstrebenswert?

    Wenn ich mir vorstelle, mein Mann würde mich jahrelang mit anderen Frauen betrügen und sogar die Kinder und mich wegen einer anderen sitzen lassen um ein wildes auschweifendes Leben zu führen, ohne sich irgendwie um uns zu kümmern. Aber dann hat er keine Chancen mehr bei den Frauen und kommt zu mir zurück – nur weil ihn keine andere will und er nicht allein sein mag. Würde mich dies wirklich glücklich machen?

    Ist diese Entwicklung wirklich etwas, was Freude bereitet? Zu wissen: es geht nicht um mich, sondern nur um seine eigene Bequemlichkeit – und wenn wieder eine kommt und ihm schöne Augen macht – dann ist er bestimmt gleich wieder weg. Will man so etwas? Ich würde es nicht wollen.

    Aber genau so fühlt sich wohl Jehova bei dem Verhalten der Israeliten.

    Könnte es sein, dass auch ich und mein Verhalten solche Gefühle bei Jehova auslöse? Woran merke ich das und wie könnte ich das ändern?

  81. Jesaja 19 – 21

    Jesaja 19:20-22

    Wenn das Volk ihn dann zu Hilfe ruft gegen die Unterdrücker, sendet er ihnen einen Retter, der sie befreit. 21 So wird der Herr sich den Ägyptern zu erkennen geben. Ja, in jener Zeit werden sie ihn kennen und ihm Tiere und andere Gaben opfern. Sie halten sich an das, was sie dem Herrn in ihren Gelübden feierlich versprochen haben. 22 Zwar muss er sie erst hart bestrafen, doch gerade durch die Schläge bringt er sie auf den richtigen Weg: Sie werden sich ihm zuwenden, und er wird ihre Gebete erhören und sie heilen.

    Aber warum?

    Warum bewirkt die harte Strafe, dass sie sich wieder Jehova zuwenden? Warum ging es nicht mit liebevollem Zureden? Wäre dies nicht viel effektiver gewesen?

    Wenn sie sich ihm nach der Strafe wieder zuwenden – ist dies dann wirklich aus einem Herzen voller Liebe?

  82. Jesaja 20:2-3

    Drei Jahre vorher hatte der Herr dem Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz, befohlen: »Zieh dein Obergewand und deine Sandalen aus!« Jesaja gehorchte und lief von da an nur noch im Hemd und barfuß herum. 3 Als Aschdod dann eingenommen wurde, sagte der Herr: »Mein Diener Jesaja ist drei Jahre lang nur im Hemd und barfuß umhergelaufen. Er hat damit gezeigt, was für ein Schicksal Ägypten und Äthiopien treffen wird:

    Da gehörte wohl jede Menge Demut zu, ein Prophet Jehovas zu sein:

    Hosea mußte eine ehebrecherische Frau lieben und „Kuckuckskinder“ großziehen, Hesekiel mußte sein Brot auf Menschenexkrementen backen und ewig lange auf einer Seite liegen bleiben – und Jesaja mehr oder weniger in Unterwäsche herum laufen. Dies war sicherlich sehr schmerzhaft für Hosea, ekelhaft und unbequem für Hesekiel und peinlich für Jesaja.

    Wir können von ihnen allen lernen, uns selbst nicht so wichtig zu nehmen und uns voll und ganz in Jehovas Hand zu begeben.

  83. Jesaja 21:3-4

    Wegen dieser schrecklichen Vision werde ich von heftigen Krämpfen geschüttelt. Rasende Schmerzen haben mich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau. Ich krümme mich vor Angst, so erschreckt mich, was ich hören und sehen muss. 4 Mein Puls rast, ein Schauer des Entsetzens läuft mir den Rücken hinunter. Mir graut vor der kühlen Abenddämmerung, die ich sonst so liebe.

    Wir sehen schon, dass es kein leichter Job war, Jehova als Prophet zu dienen.

    Oft denken wir ja, dass es toll sein müsse, wenn uns Jehova in so einer besonderen Art und Weise gebraucht. Aber es hat weder mit Achtung und Anerkennung unserer Umgebung zu tun, oder damit, besondere Vorzüge zu genießen.

    Es ist aber in Wirklichkeit harte Arbeit. Man muss bereit sein, Jehova zu dienen – bis zur Selbstverleugnung. Außerdem wurden die Propheten verfolgt und mussten sich tief demütigen. Und dies alles für ein undankbares und ungehorsames Volk.

    Im Gegensatz zum Volk dienten die Propheten Jehova in herausragender Weise. Sie bemühten sich, alles so zu tun, wie es Jehova wollte. Daher hatten sie ein gutes inniges Verhältnis mit Jehova. Aber dies konnten sie nicht wirklich geniessen:

    Denn auch wenn das Volk ungehorsam war und die Strafe verdient hatten – so schmerzte sie das, was sie auf „ihre Brüder“ zukommen sahen. Wie gern hätten sie ein hörendes Ohr gefunden oder so bereite Herzen getroffen – wie Jona, wo die Niniviten sofort reagierten und von ihren schlechten Wegen umkehrten. Wie oft mögen sie bittere Tränen vergossen haben, wenn sie daran dachten. Jesaja schildert es hier sehr schön.

    Bloß, weil wir vielleicht im Gegensatz zu vielen anderen Brüdern um uns herum Jehovas Willen tun und daher sein Geist und sein Wohlwollen verspüren, bedeutet das ja nicht, dass wir auch selbstgerecht wären und unseren Brüdern alles Schlechte wünschen. Im Gegenteil:

    ihr Verhalten macht uns traurig, weil wir zum einen wissen, welchen Schmerz sie damit Jehova bereiten – und auch weil wir ihren Ausgang vor Augen haben. Und dieser ist ganz bestimmt keinerlei Grund zur Freude. Auch dann nicht, wenn er doch unsere Befreiung bedeutet.

    Oftmals wünschen wir uns vielleicht sogar, dass Jehova noch etwas Geduld hat, damit Menschen, die wir lieben – und die vom rechten Weg abgekommen sind, ohne es zu bemerken – noch rechtzeitig umkehren. Denn wir können wir von ganzem Herzen um das Kommen des Königreich Gottes beten, wenn dies dann aber „das Aus“ für unsere Lieben bedeutet?

    So sind wir dann hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, dass Gottes Name endlich geheiligt wird und die Bedrückung der Gerechten und Sanftmütigen endlich aufhört – und dem Wunsch, dass noch genügend Zeit für die Umkehr unserer Lieben verbleibt.

    Ob Jesaja hier ähnliche Gedanken und Gefühle hat?

  84. Jesaja 22 – 24

    Jesaja 22 – warum dies alles?

    4 Ach, lasst mich allein! In meinem großen Schmerz muss ich den Tränen freien Lauf lassen. Redet doch nicht länger auf mich ein, versucht mich nicht mehr zu trösten über den Zusammenbruch meiner geliebten Stadt! 5 Der Herr, der allmächtige Gott, ließ einen Tag voller Schrecken über Jerusalem hereinbrechen: Verwirrung herrscht in der Stadt, Angst und Entsetzen hat alle gepackt.

    Doch was nützt euch dieses fieberhafte Treiben, solange ihr für Gott blind seid? Ihr seht nicht, dass er euch in diese verzweifelte Lage kommen ließ. Ihr wollt ja nichts wissen von ihm, der schon seit langem dieses Unheil über euch beschlossen hat.

    12 Der Herr, der allmächtige Gott, hat euch damals aufgefordert, eure Sünden zu bereuen. Er wollte sehen, wie ihr weint und eure Schuld beklagt, wie ihr euch als Zeichen der Trauer den Kopf kahl schert und in Trauergewändern aus Sacktuch herumlauft. 13 Doch stattdessen habt ihr ausgelassen gefeiert. Bei euren Festgelagen wurden Berge von Fleisch verzehrt, ihr habt euch mit Wein voll laufen lassen und gerufen: »Heute wollen wir essen und trinken, denn morgen sind wir tot!« 14 Es klingt mir noch in den Ohren, was der Herr, der allmächtige Gott, dazu gesagt hat: »Diese Sünde wird euch nie vergeben, solange ihr lebt!« Ja, das hat der Herr, der allmächtige Gott, geschworen.

    Sie erkennen den Zusammenhang nicht! Haben sie vielleicht hier sogar auf den Schutz Jehovas gehofft?

    Das erinnert mich an einen Satz aus dem Studienartikel, den wir letzte Woche zum Thema Ehe behandelt hatten. Da ging es darum, dass wir nicht erwarten könnten, dass Jehova unsere Ehe segnet, die wir absichtlich mit jemanden eingegangen sind, der Jehova nicht liebt.

    Falls ein getaufter Diener Jehovas einen Ungläubigen, also keinen Zeugen Jehovas, heiraten würde, wäre er Gott ungehorsam. Die Israeliten in den Tagen Esras wurden als treulos bezeichnet, weil sie „fremdländische Frauen“ bei sich wohnen ließen, und es wäre falsch, die klaren Aussagen der Bibel abzuschwächen (Esra 10:10; 2. Korinther 6:14,15). Ein Christ, der einen Ungläubigen heiratet, gibt kein gutes Beispiel und schätzt Gottes Gabe, die Ehe, nicht richtig. Wer getauft ist und eine solche Verbindung eingeht, tut dies auf Kosten von Vorrechten innerhalb des Volkes Gottes. Wäre es nicht widersinnig, wenn er dennoch Gottes Segen erwartete? Würde sich sein Gebet nicht wie folgt anhören: „Jehova, ich war zwar absichtlich ungehorsam, segne mich aber bitte trotzdem“?

    Aber dazu passt auch das Drama von diesem Kongress. Eigentlich hatte ich gedacht, dass dies sich in den Kommentaren zum heutigen Studienartikel wiederfindet, wo es um eine schwierige Ehe geht:

    Alex, eine geistig unreife Schwester, will unbedingt den süßen Mick für sich gewinnen, der mit seiner Familie neu in die Versammlung gekommen ist. Zwar sind alle 4 Jugendlichen, um die es hier geht, im heiratsfähigen Alter – was ja auch schon mal was ist – aber Mick ist halt noch nicht getauft.

    Zuerst interessiert sich dieser ja für die geistig reife Lena, die irgendwie in eine Art Beziehung mit ihm rein rutscht: Angefangen mit lustigen sms hin und her und zahlreichen Mails, bis sich dann unvorhergesehen Gefühle entwickelt haben, die sie eigentlich nicht wollte. Denn Lena erkennt das Problem, dass sie sich auf keinen Jungen einlassen sollte, der nicht getauft ist. Rechtzeitig zieht sie noch die Notbremse und als sie sieht, dass Alex nun die Chance ergreift und mit Mick „geht“, warnt sie sie davor. Aber Alex will nicht hören, sie denkt, sie weiß schon, was sie tut und das Mick noch nicht getauft ist, was macht das schon? „Den kann ich ja noch ändern“. Und so schlittert sie in die Ehe mit Mick, was sie natürlich zuerst als großen Segen ansieht.

    Dann gibt es einen Zeitsprung von 10 Jahren und wir sehen Alex, wie sie sich hilfesuchend an Lena wendet, die in der Zwischenzeit den „unscheinbaren“ Sven geheiratet hat, der ihre theokratischen Ziele von Anfang an teilte. Sie sind sehr glücklich verheiratet und stehen gemeinsam im Sonderpionierdienst. Alex „hatte nicht so ein Glück“. Wie zu erwarten, ist ihre Ehe scharf auf der Kippe, denn – wir ahnen es schon – Mick hatte sich nicht geändert. Er war immer noch nicht getauft und weiterhin „der Junge“ geblieben, der sich nur für Sport und Arbeit interessiert – aber nicht für Jehova und seine Familie. Nun erntet Alex also das, was sie im Ungehorsam gegen Jehova gesät hat. Am liebsten will sie sich trennen, ja, sogar die Scheidung einreichen.

    Gut, dass sie Hilfe bei den richtigen Personen sucht und sich nun nicht an andere enttäuschte junge Frauen wendet, die sie noch darin bestärken. Denn dies kann sie von Lena nicht erwarten und Lena tut dies auch nicht. Sie hilft ihr erkennen, was für ein schlimmer Fehler dies wäre, denn Jehova hasst Scheidung und einen biblischen Scheidungsgrund hat sie nicht. Für die ganzen anderen kleinen Fehler von Mick hat sie kein Ohr. Es gibt keinen Grund, der eine Scheidung vor Jehova rechtfertigt und damit bremst sie Alex aus und hilft ihr, die Dinge von Jehovas Seite aus zu sehen. Sie muss an ihrer Ehe arbeiten und alles tun, um die Beiehung zu retten. Scheidung ist absolut keine Option.

    Lena ist nicht nur geistig sehr reif, sondern auch sehr einfühlsam und taktvoll – ohne die Maßstäbe Jehovas abzuschwächen. So zeigt sie Alex, was sie tun kann. Dass sie ihren Teil tun solle, um eine Ehe so zu führen, dass sie ihrem Gott Jehova gefällt, „gib Jehova damit eine Chance, dass er etwas bei dir zu segnen hat“.

    Gut, dass Alex zwar vielleicht geistig schwach ist, aber dennoch Jehova gefallen möchte und daher den Rat von Lena anwendet. So tut sie ihrerseits ihren Teil, zieht die Scheidung zurück und bemüht sich, ruhig und freundlich mit ihrem Mann die Probleme zu besprechen. So wird dann eine Ehe gerettet, die bereits als Akte auf dem Tisch des Scheidungsrichters lag.

    Ein wundervolles Drama!

    Ja, Alex hatte sich ihre Probleme selbst zuzuschreiben. Und zuerst reagiert sie so, wie die Israeliten hier: sie versucht irgendetwas, um die Situation erträglicher zu machen, ohne dass ihr bewusst ist, woran das Problem liegt. So sucht sie zuerst Rat bei den falschen Leuten, indem sie sich Ratgeber im Buchladen kauft, Shows ansieht, die damit zu tun haben und Experten um Rat fragt. Aber sie versäumt es zu Anfang, Jehova zu befragen. Vielleicht auch deshalb, weil sie weiß, dass sie sich das selbst eingebrockt hat?

    Lena zeigt Alex, wo das Problem liegt: wenn wir Jehova außen vor lassen, dann kann er uns auch nicht segnen. Gut gewählt der Satz: „Gib Jehova etwas, das er dann auch segnen kann!“. Ja, wir müssen zuerst unseren Teil tun, damit Jehova einen Grund hat, uns zu segnen, obwohl wir zuvor ungehorsam waren. Wie sonst könnten wir von ihm erwarten, dass er uns hilft, „die Suppe wieder auszulöffeln, die wir uns selbst eingebrockt haben“, wenn wir ihm nicht die Chance geben und Rat und Hilfe bei IHM suchen?

    Auch das Volk hier sucht an der falschen Stelle. Sie wollen alle möglichen Taktiken ausprobieren, damit sie noch möglichst ungeschoren davon kommen. Dabei lassen sie wieder Jehova außen vor. Sie beziehen ihn nicht mit ein, befragen ihn nicht. So muss Jehova Jesaja schicken, dass er ihnen „die Augen öffnet“, damit sie erkennen, wo das Problem liegt und dann entsprechend handeln können.

    In der Welt gibt es ein Sprichwort: „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“

    Wie reagieren wir auf Probleme? Suchen wir Hilfe bei Jehova, oder denken wir, wir müssten alles allein machen? Ich denke da auch an die Schwester, die im heutigen Studienartikel zitiert wurde:

    Eine Christin namens Marilyn ist froh, dass sie auf Gott vertraut und sich sehr bemüht hat, ihre Ehe zu retten. „Ich war drauf und dran, mich von meinem Mann zu trennen, weil er seiner Unterhaltspflicht nicht nachkam und weil mein Verhältnis zu Jehova in Gefahr war“, sagt sie. „Mein Mann war Ältester, als er sich in unkluge Geschäftsverbindungen verwickeln ließ. Er versäumte Zusammenkünfte und wir redeten einfach nicht mehr miteinander. Ein terroristischer Anschlag in unserer Stadt erschütterte mich so sehr, dass ich mich völlig zurückzog. Dann wurde mir klar, dass auch ich Fehler gemacht hatte. Wir redeten wieder miteinander, studierten zusammen und gingen regelmäßig in die Zusammenkünfte. Die Ältesten standen uns liebevoll bei und unsere Ehe war wieder glücklich. Mit der Zeit erhielt mein Mann erneut Aufgaben in der Versammlung. Das ganze war zwar schmerzlich, aber es ging gut aus.“

    der WT-Studienleiter hat es gut auf den Punkt gebracht, wenn er sagte, dass sie gebleiben sei, obwohl sie zwei „legale“ Trennungsgründe hatte. Ja, er sagte, dass das Wort legal in Anführungsstrichen zu sehen sei. Diese Schwester dachte zuerst, sie könne sich einfach aus der Ehe herausschleichen, indem sie guckt, ob sie irgendwelche Gründe „an den Haaren herbeiziehen“ könne, sich praktisch einen Trennungsgrund basteln. Aber dann kam sie an einem Punkt, wo sie wohl doch Jehova wieder mit einbezogen hat und kam dann auf den Gedanken, dass sie selbst auch nicht ganz schuldlos war.

    In dem Drama vom Kongress geht Lena mit Alex vor den Spiegel. Da Alex ihr Aussehen immer sehr wichtig war und auch heute noch so wichtig, dass sie beim Besuch im Cafe den Spiegel aus Versehen liegen ließ, wählte Lena den Bibeltext mit Bedacht sehr passend aus. So, wie Alex jeden Tag in den Spiegel sieht und viel Zeit darauf verwendet, dass alles chic ist, so sollte sie auch ihr geistiges Gesicht jeden Tag im Spiegel ansehen. Wir wissen ja alle, dass dies Gottes Wort ist, wir kennen den Text in Jakobus. Ebenso müssen wir unser geistiges Gesicht im Spiegel der Bibel ansehen, denn dann sehen wir uns so, wie Jehova uns sieht. Und ebenso, wie wir die Fehler in unserem buchstäblichen Gesicht beheben, so müssen wir dann auch die Fehler in unserem geistigen Gesicht beheben, damit wir Jehova gefallen können.

    Eben dies hat in dem Artikel im WT vom 15.05.2012 auch Marilyn getan und gemerkt, dass sie selbst es ja auch versäumt hatte, die Versammlungen zu besuchen usw. Wie konnte sie da ihrem Mann vorwerfen, dass er ihr Verhältnis zu Jehova gefährdet? Hätte sie dann wirklich einen Grund, sich von ihrem Mann zu trennen – und weiterhin Jehovas Wohlgefallen zu besitzten?

    Wie wir sehen, hatte sie sich vorher von ihrem verräterischen Herzen in die Irre führen lassen. Sie hat nur das gesehen, was sie sehen wollte und versucht, für sich selbst das Beste daraus zu machen, ohne dabei zu berücksichtigen wie Jehova darüber denkt. Glücklicherweise kam auch Marilyn rechtzeitig zur Besinnung und so konnte sie nicht nur ihre Ehe retten, sondern war später mit ihrem Mann glücklich. Sie konnten wieder beide gemeinsam Jehova dienen und gerade in diesem Punkt entsteht ja das Glück, was eine Ehe wirklich zusammen hält.

    Ob auch Marilyn von jemanden darauf angesprochen wurde, wie in dem Drama Alex von Lena und das Volk Gottes hier von Jesaja?

    Wie könnten wir verhindern, dass wir selbst in so eine Falle tappen?

    Wie das Motto von unserem diesjährigen BZK zeigt, müssen wir unbedingt unser Herz behüten. Die drei Gründe dafür werden uns ja in der Anfangsansprache detailliert aufgeführt. Sind wir bereit, unseren Teil zu tun?

  85. Jesaja 22:20-25

    Dann berufe ich meinen Diener Eljakim, den Sohn Hilkijas, zu deinem Nachfolger. 21 Ich ziehe ihm deine Amtstracht an und binde ihm deinen Gürtel um. Alle Vollmachten, die du bisher innehattest, übertrage ich ihm. Er wird wie ein Vater sein für die Einwohner Jerusalems und für das ganze Volk von Juda. 22 Ihm vertraue ich den Schlüssel des Königshauses David an. Was er öffnet, wird kein anderer verschließen, und was er zuschließt, wird niemand öffnen. 23 Ich festige seine Macht, und er gleicht einem Pflock, der tief in eine Mauer eingeschlagen ist. Seine ganze Verwandtschaft wird durch ihn zu Ansehen kommen.

    24 Doch dann hängen sie sich an ihn, mit Kind und Kegel. So gleicht er einem Pflock, an dem man das ganze Geschirr eines Haushalts aufhängt – Schüsseln, Becken und Krüge.

    25 Eines Tages kann der starke Pflock die Last nicht mehr tragen, obwohl er tief eingeschlagen ist. Er bricht ab und fällt zu Boden. Und mit ihm zerbricht alles, was sich an ihn gehängt hat. Ich, der Herr, der allmächtige Gott, habe es angekündigt!«

    Ist dies nicht entmutigend – besonders auch für Eljakim?

    Da bekommt er auf der einen Seite eine tolle Stellung, seine Familie wird mit ihm gesegnet – und dann wird gleichzeitig sein Fall voraus gesagt.

    Warum sollte er eigentlich fallen? Aufgrund eigenen Verschuldens – oder nur, weil ihm alles zuviel wird? Was zeigt die Geschichte? Was passierte dann mit diesem Mann? Was war das überhaupt für ein Job: Palastvorsteher? War er so eine Art Verwalter vom Palast?

    (Eljakim) [Mein Gott richtet auf (erweckt)].

    1. Sohn Hilkijas; oberster Verwalter der Angelegenheiten des Hauses Hiskias, des Königs von Juda, zu der Zeit, als der assyrische König Sanherib im Jahre 732 v. u. Z. in Juda einfiel.

    Während Schebna noch „über das Haus gesetzt“ war, sagte der Prophet Jesaja voraus, daß Schebna von diesem Posten vertrieben und durch Eljakim, den Jehova „meinen Knecht“ nannte, ersetzt werden würde. Der Wechsel sollte vorgenommen werden, indem man Eljakim mit Schebnas Amtsgewand und Schärpe bekleiden würde. Auch würde man den „Schlüssel des Hauses Davids“ auf Eljakims Schulter legen. Dadurch wurde angedeutet, daß er mit der Aufsicht über die Kammern des Königs betraut werden würde und daß er die Befugnis erhalten sollte, zu entscheiden, wer in den Dienst des Königs aufgenommen werden durfte und wer nicht (Jes 22:15-24).

    In dieser offiziellen Eigenschaft ging Eljakim mit Schebna, dem Sekretär, und Joach, dem Geschichtsschreiber, hinaus, um mit Rabschake zu reden, der mit einer schweren Streitmacht nach Jerusalem gekommen war, um die Übergabe der Stadt zu fordern. Mit zerrissenen Kleidern teilten die drei Männer dann König Hiskia die Worte von Sanheribs Wortführern mit. Hiskia wiederum sandte darauf Eljakim, Schebna und die älteren Männer der Priester zu Jesaja, um Jehova befragen zu lassen (Jes 36:11, 22; 37:1, 2; 2Kö 18:17, 18, 26, 36, 37; 19:1, 2).

  86. Jesaja 23 – Tyrus und Sidon liegen in Schutt und Asche

    1 Das ist Gottes Botschaft an Tyrus:Heult, ihr Leute auf den großen Handelsschiffen, denn eure Stadt liegt in Schutt und Asche! In euren Hafen könnt ihr nicht mehr einfahren. Die Gerüchte, die ihr auf Zypern gehört habt – sie sind alle wahr! 2 Es soll euch die Sprache verschlagen, ihr Bewohner der phönizischen Küste! Vorbei ist die Zeit, in der zahlreiche Händler aus Sidon eure Gegend bevölkerten. Mit ihren Handelsschiffen segelten sie in ferne Länder 3 und unternahmen mühevolle Reisen über das weite Meer. Was in Ägypten am Nil gesät und geerntet wurde, das verkauften die Phönizier in alle Welt. Ja, Sidon war zum Handelsplatz der Völker geworden.

    4 Beschämt stehst du da, Sidon, und du, Tyrus, die Festung am Meer! Denn das Meer klagt: »Ach, es ist, als hätte ich nie Kinder geboren, nie Söhne und Töchter großgezogen!« 5 Wenn die Ägypter diese Nachricht über Tyrus hören, werden sie sich winden vor Entsetzen. 6 Weint und klagt, ihr Küstenbewohner! Rettet euch und segelt hinüber nach Tarsis in Spanien! 7 Soll das Tyrus sein, die Stadt, die früher so fröhlich und berühmt war? Sie, die in grauer Vorzeit schon gegründet wurde? Ihre Abgesandten reisten doch immer bis in die fernsten Länder, gründeten überall Kolonien 8 und setzten Könige als Herrscher über diese Gebiete ein. Die phönizischen Händler waren Fürsten und gehörten zu den angesehensten Männern der Erde. Wer hat dieses Unheil über Tyrus beschlossen? 9 Der Herr, der allmächtige Gott, hat es getan! Er wollte dem Hochmut der Phönizier ein Ende bereiten; die angesehensten Männer der Erde hat er gedemütigt.

    10 Ihr Bewohner von Tarsis, breitet euch in eurem Land aus wie der Nil, wenn er die Felder überschwemmt! Jetzt hält euch keine Fessel mehr zurück! 11 Der Herr hat seine Hand über das Meer ausgestreckt und ganze Königreiche zum Zittern gebracht. Er hat befohlen, die starken Festungen der Phönizier zu zerstören. 12 So spricht der Herr: »Nie mehr werdet ihr feiern und jubeln, ihr Einwohner von Sidon. Eure Stadt gleicht nun einem Mädchen, das vergewaltigt wurde. Auf, flieht nur nach Zypern hinüber! Auch dort werdet ihr keine Ruhe finden. 13 Denkt daran, wie es Babylonien ergangen ist! Das Volk der Chaldäer ist heute bedeutungslos. Die Assyrer haben das Land zu einer Einöde gemacht, in der die Wüstentiere hausen. Sie stellten Belagerungstürme auf und zerstörten die Paläste Babylons bis auf die Grundmauern. Sie haben die Stadt in einen Trümmerhaufen verwandelt.

    14 Heult, ihr Leute auf den großen Handelsschiffen, denn eure starke Festung ist verwüstet! 15 Für siebzig Jahre – so lange, wie ein König lebt – soll Tyrus in Vergessenheit geraten. Nach diesen Jahren gleicht die Stadt jener alten Hure, von der es in dem Lied heißt:

    16 ›Du Hure, die man fast vergessen hat, nimm deine Harfe, und versuch dein Glück! Sing deine Lieder in der ganzen Stadt, vielleicht kommt mancher Kunde dann zurück.‹«

    17 Danach wird der Herr die Stadt Tyrus wieder aufblühen lassen. Wie früher geht sie ihren Geschäften nach und lässt sich gut bezahlen. Sie verkauft sich an alle Königreiche weit und breit für teures Geld.

    18 Doch was die Stadt bei ihren Geschäften und Handelsreisen verdient, ist dann dem Herrn geweiht. Die Tyrer häufen ihr Geld nicht mehr auf, um es für sich zu behalten. Es wird den Priestern des Herrn zugute kommen, damit sie reichlich zu essen haben und prächtige Kleider tragen können.

    Beim Lesen dieses Kapitels mußte ich an das denken, was ich vor einiger Zeit in dem Buch „Die Bibel – Gottes oder Menschenwort?“ Dazu gelesen hatte. Dort wird in einem Kapitel auf die Erfüllung dieser Prophezeiung eingegangen. Da dieses Buch, im Gegensatz zu den beiden Jesaja-Büchern nicht auf der Watchtower ONLINE LIBRARY zu finden sein wird, hier ein Auszug:

    Kapitel 9 – Prophezeiungen, die sich erfüllt haben

    Menschen können die Zukunft nicht mit Sicherheit vorhersagen. Ihre diesbezüglichen Versuche sind immer wieder kläglich gescheitert. Ein Buch mit Prophezeiungen, die sich erfüllt haben, lenkt daher unwillkürlich die Aufmerksamkeit auf sich. Die Bibel ist ein solches Buch.

    VIELE Prophezeiungen der Bibel haben sich in ihren Einzelheiten derart genau erfüllt, daß Kritiker behaupten, sie seien erst nach ihrer Erfüllung aufgezeichnet worden. Doch solche Behauptungen sind falsch. Da Gott allmächtig ist, verfügt er über die uneingeschränkte Fähigkeit zu prophezeien (Jesaja 41:21-26; 42:8, 9; 46:8-10). Biblische Prophezeiungen, die sich erfüllt haben, zeugen nicht von einer späteren Autorschaft, sondern von göttlicher Inspiration. Einige herausragende dieser Prophezeiungen sollen nun besprochen werden. Sie sind ein weiterer Beweis dafür, daß es sich bei der Bibel um Gottes Wort handelt und nicht lediglich um Menschenwort.

    Das Schicksal von Tyrus

    8 Ein weiterer Schreiber, der in alter Zeit von Gott inspirierte Prophezeiungen aufzeichnete, war Hesekiel. Er prophezeite gegen Ende des siebten bis hinein in das sechste Jahrhundert v. u. Z., d. h. in den Jahren vor der Zerstörung Jerusalems und anschließend in den ersten Jahrzehnten des Exils der Juden in Babylon. Selbst einige neuzeitliche Kritiker sagen, daß das Buch ungefähr um jene Zeit geschrieben wurde.

    9 Hesekiel zeichnete eine eindrucksvolle Prophezeiung über die Zerstörung von Tyrus auf, einer Stadt, die unweit der Nordgrenze Israels lag und freundschaftliche Beziehungen zu Gottes Volk unterhielt, sich aber dann zu dessen Feind entwickelte (1. Könige 5:1-9; Psalm 83:2-8). Er schrieb: „Dies ist . . ., was der Souveräne Herr Jehova gesprochen hat: ‚Siehe, ich bin gegen dich, o Tyrus, und ich will viele Nationen gegen dich heraufführen, so wie das Meer seine Wellen heraufführt. Und sie werden bestimmt die Mauern von Tyrus zerstören und seine Türme niederreißen, und ich will seinen Staub von ihm abkratzen und es zu einer glänzenden kahlen Oberfläche eines zerklüfteten Felsens machen. . . . Und deine Steine und dein Holzwerk und deinen Staub werden sie direkt mitten ins Wasser legen‘ “ (Hesekiel 26:3, 4, 12).

    10 Ist das wirklich geschehen? Nun, einige Jahre nachdem Hesekiel diese Prophezeiung geäußert hatte, wurde Tyrus von Nebukadnezar, dem König von Babylon, belagert (Hesekiel 29:17, 18). Die Belagerung war jedoch keine einfache Sache. Tyrus lag zum Teil auf dem Festland (das sogenannte Alttyrus) und zum Teil auf einer 800 Meter von der Küste entfernten Insel. Nebukadnezar belagerte die Inselstadt 13 Jahre lang. Erst dann kapitulierte sie unter Bedingungen.

    11 Aber 332 v. u. Z. erfüllte sich die Prophezeiung schließlich in allen Einzelheiten. Damals fiel Alexander der Große, der mazedonische Eroberer, in Asien ein. Aufgrund ihrer sicheren Lage behauptete sich die Inselstadt Tyrus gegen ihn. Alexander gefiel es aber nicht, einen potentiellen Feind im Rücken zu haben, doch wollte er auch nicht wie Nebukadnezar Tyrus jahrelang belagern.

    12 Wie löste er dieses militärische Problem? Er baute eine Mole oder Landbrücke zur Insel, so daß seine Soldaten auf dem Landweg die Stadt angreifen konnten. Man beachte, welches Baumaterial er für die Mole verwandte! In dem Werk The Encyclopedia Americana wird berichtet: „Mit dem Schutt des Festlandteils der Stadt, den er zerstört hatte, baute er 332 eine riesige Mole, um die Insel mit dem Festland zu verbinden.“ Nach einer verhältnismäßig kurzen Belagerung wurde die Inselstadt zerstört. Damit hatte sich übrigens Hesekiels Prophezeiung in allen Einzelheiten erfüllt. Selbst ‘die Steine, das Holzwerk und der Staub’ von Alttyrus waren ‘mitten ins Wasser gelegt’ worden.

    13 Ein Reisender berichtete im 19. Jahrhundert, was zu seiner Zeit vom alten Tyrus übrig war: „Von dem ursprünglichen Tyrus, das Salomo und die Propheten Israels kannten, ist außer den in Felsen gehauenen Grabstätten in den Bergen und einigen Grundmauern keine Spur mehr verblieben . . . Selbst die Insel, die Alexander der Große bei der Belagerung der Stadt zu einer Halbinsel machte, indem er vom Festland aus einen Damm zu ihr aufschüttete, enthält keine bestimmbaren Relikte aus einer früheren Periode als der Zeit der Kreuzzüge. Die neuzeitliche Stadt, die in ihrer Gesamtheit verhältnismäßig neu ist, nimmt die nördliche Hälfte der einstigen Insel ein, während nahezu das gesamte übrige Gebiet von unbestimmbaren Ruinen bedeckt ist.“3

    Als Babylon an der Reihe war

    14 Im achten Jahrhundert v. u. Z. sagte Jesaja, der Prophet, der die Juden warnend auf ihre bevorstehende Unterwerfung durch Babylon hinwies, erstaunlicherweise auch noch etwas anderes voraus: die völlige Vernichtung Babylons. In anschaulichen Worten nannte er dabei folgende Einzelheiten: „Siehe, ich errege gegen sie die Meder . . . Und Babylon, die Zierde der Königreiche, die Schönheit des Stolzes der Chaldäer, soll werden wie Sodom und Gomorra, als Gott sie umkehrte. Sie wird niemals bewohnt werden, noch wird sie Generation um Generation verweilen“ (Jesaja 13:17-20).

    15 Auch der Prophet Jeremia sagte den Fall der Stadt Babylon voraus, der sich viele Jahre später ereignete. Und Jeremia erwähnte eine interessante Einzelheit: „Verheerung ist über ihren Wassern, und sie sollen ausgetrocknet werden. . . . Die starken Männer Babylons haben aufgehört zu kämpfen. Sie sind an den festen Orten sitzen geblieben. Ihre Kraft ist ausgetrocknet“ (Jeremia 50:38; 51:30).

    16 Im Jahre 539 v. u. Z. ging für Babylon die Zeit der Vorherrschaft als Weltmacht zu Ende, als der tatkräftige persische Herrscher Cyrus mit Unterstützung des Heeres der Meder gegen die Stadt vorrückte. Aber Cyrus stand vor einer eindrucksvollen Aufgabe. Babylon war von riesigen und schier unüberwindbaren Mauern umgeben. Auch floß der breite Euphrat durch die Stadt und bildete einen wichtigen Teil ihrer Verteidigungsanlagen.

    17 Der griechische Historiker Herodot beschreibt, wie Cyrus das Problem löste: „Den Hauptteil seines Heeres stellte er dort auf, wo der Fluß in die Stadt strömt, den andern hinter der Stadt dort, wo er aus der Stadt heraustritt. Dann gab er den Befehl, auf diesem Wege in die Stadt einzudringen, sobald sie sahen, daß man den Fluß durchschreiten könne. . . . Er leitete den Fluß mit Hilfe eines Durchstiches in den See [der von einer früheren Königin Babylons künstlich angelegt worden war], der ja eigentlich ein Sumpf war. Dadurch erreichte er dann, daß das alte Flußbett zu durchwaten war; der Wasserspiegel im Fluß sank. Durch dieses Flußbett drangen nun die Perser in Babylon ein, die Kyros zu diesem Zwecke am Strom aufgestellt hatte; denn das Wasser des Euphrat reichte dem Mann höchstens bis zum halben Schenkel.“4

    18 Auf diese Weise fiel die Stadt, wie Jeremia und Jesaja prophezeit hatten. Man beachte aber, wie genau sich diese Prophezeiungen selbst in Einzelheiten erfüllten. Es war buchstäblich ‘Verheerung über ihren Wassern, und sie wurden ausgetrocknet’. Durch das Senken des Wasserspiegels im Euphrat gelang es Cyrus, in die Stadt einzudringen. ‘Hörten die starken Männer Babylons auf zu kämpfen’, wie Jeremia vorausgesagt hatte? Die Bibel berichtet — ebenso wie die griechischen Historiker Herodot und Xenophon —, daß die Babylonier gerade ein Festmahl veranstalteten, als die Perser angriffen.5 In der Nabonid-Chronik, einem offiziellen Keilschriftdokument, heißt es, die Truppen des Cyrus seien „ohne Kampf“ in Babylon eingezogen, d. h. wahrscheinlich ohne eine regelrechte Schlacht.6 Die starken Männer Babylons taten offensichtlich nicht viel, um die Stadt zu schützen.

    19 Wie verhält es sich mit der Vorhersage, Babylon werde „niemals [wieder] bewohnt werden“? Sie ging nicht sogleich im Jahre 539 v. u. Z. in Erfüllung. Aber auch diese Prophezeiung bewahrheitete sich unfehlbar. Die Stadt war nach ihrem Fall Ausgangspunkt etlicher Aufstände, bis sie schließlich 478 v. u. Z. von Xerxes verwüstet wurde. Ende des vierten Jahrhunderts nahm sich Alexander der Große vor, Babylon neu aufzubauen, doch er starb, bevor sein Werk allzuweit vorangeschritten war. Von da an verfiel die Stadt. Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung war sie zwar immer noch bewohnt, doch heute ist vom alten Babylon nichts weiter übrig als ein Ruinenhügel im Irak. Selbst wenn die Ruinen teilweise restauriert werden sollten, würde Babylon nur ein Schaustück für Touristen sein, keine lebensprühende Stadt. Das verwüstete Gebiet bezeugt die endgültige Erfüllung der inspirierten Prophezeiung über Babylon
    ….

    36 Tatsächlich sind die biblischen Prophezeiungen immer zu ihrer bestimmten Zeit eingetroffen. Die Ereignisse sind genauso abgelaufen, wie es gemäß der Bibel der Fall sein sollte. Das beweist eindeutig, daß die Bibel das Wort Gottes ist. Hinter den prophetischen Äußerungen mußte mehr als menschliche Weisheit stehen, damit sie sich so genau erfüllen konnten.

  87. Jesaja 24:21-22

    In jener Zeit wird der Herr ins Gericht gehen mit den Mächten des Himmels oben und mit den Königen unten auf der Erde. 22 Sie werden als Gefangene zusammengetrieben und in ein unterirdisches Verlies gestoßen. In diesem finsteren Kerker müssen sie lange Zeit sitzen und auf ihre spätere Verurteilung warten.

    Von wem ist hier die Rede?

    Warum erinnern mich die Worte stark an das, was dem Satan und seinen Dämonen widerfaehrt? Diese warten ja bereits im Tartarus, aber Satan wird ja später in Offenbarung 12 erwähnt, wie er von Jesus aus dem Himmel auf die Erde geworfen wird – und später, dass er für 1000 Jahre gebunden wird.

    Ist hier wirklich davon die Rede? Warum versteckt es sich dann in den Gerichtsankündigungen für die Gegenwart Jesajas?

    ip-1 Kap. 20 S. 268-270 Jehova wird in Herrlichkeit herrschen

    18 Der Rahmen der Prophezeiung Jesajas wird jetzt weiter gesteckt und schließt die endgültige Verwirklichung des Vorsatzes Jehovas ein: „Es soll geschehen an jenem Tag, dass Jehova seine Aufmerksamkeit dem Heer der Höhe in der Höhe zuwenden wird und den Königen des Erdbodens auf dem Erdboden. Und sie werden bestimmt gesammelt werden, wie man Gefangene in die Grube sammelt, und werden in den Kerker eingeschlossen; und nach einer Fülle von Tagen wird die Aufmerksamkeit auf sie gerichtet werden. Und der Vollmond ist mit Scham bedeckt worden, und die glühende Sonne ist beschämt worden, denn Jehova der Heerscharen ist König geworden auf dem Berg Zion und in Jerusalem und vor seinen älteren Männern mit Herrlichkeit“ (Jesaja 24:21-23).

    19 Mit dem „Heer der Höhe“ sind möglicherweise „die Weltbeherrscher dieser Finsternis . . ., die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“ gemeint (Epheser 6:12). Diese Weltbeherrscher haben einen starken Einfluss auf die Weltmächte ausgeübt (Daniel 10:13, 20; 1. Johannes 5:19). Sie beabsichtigen, Menschen von Jehova und seiner wahren Anbetung abzubringen. Wie gut sie es doch verstanden haben, Israel so weit zu bringen, dass es sich in die verdorbenen Handlungen der Nachbarnationen verstrickt hat und folglich Gottes Strafgericht verdient! Aber Satan und seine Dämonen werden von Gott zur Rechenschaft gezogen, wenn er seine Aufmerksamkeit schließlich ihnen und den Herrschern auf der Erde zuwendet, „den Königen des Erdbodens auf dem Erdboden“, die durch diese Geistermächte dazu gebracht worden sind, sich gegen Gott zu wenden und seine Gesetze zu übertreten (Offenbarung 16:13, 14). In sinnbildlichen Worten spricht Jesaja davon, dass sie gesammelt und „in den Kerker eingeschlossen“ werden. „Nach einer Fülle von Tagen“ — vielleicht dann, wenn Satan und seine Dämonen (nicht aber die „Könige des Erdbodens auf dem Erdboden“) am Ende der Tausendjahrherrschaft Jesu Christi vorübergehend freigelassen werden — wird Gott die endgültige Strafe über sie bringen, die sie verdienen (Offenbarung 20:3, 7-10).

    20 In diesem Teil der Prophezeiung Jesajas wurde den Juden etwas Wunderbares zugesichert. Jehova würde zu der von ihm bestimmten Zeit den Sturz Babylons herbeiführen und die Juden in ihr Heimatland zurückbringen. Als er im Jahre 537 v. u. Z. auf diese Weise seine Macht und Souveränität im Interesse seines Volkes bewies, konnte zu Israel tatsächlich gesagt werden: „Dein Gott ist König geworden!“ (Jesaja 52:7). In der Neuzeit, im Jahre 1914, ‘wurde Jehova König’, als er in seinem himmlischen Königreich Jesus Christus als König einsetzte (Psalm 96:10). Auch im Jahre 1919 ‘wurde er König’, als er die Macht seines Königtums unter Beweis stellte, indem er das geistige Israel aus der Gefangenschaft in Groß-Babylon befreite.

    21 Jehova wird erneut ‘König werden’, wenn er Groß-Babylon und dem übrigen gegenwärtigen gottlosen System der Dinge ein Ende macht (Sacharja 14:9; Offenbarung 19:1, 2, 19-21). Jehovas Königreichsherrschaft wird danach in solcher Pracht erstrahlen, dass sich weder der leuchtende Vollmond bei Nacht noch die glühende Sonne am Mittag an Herrlichkeit damit messen können. (Vergleiche Offenbarung 22:5.) Sie werden sich sozusagen schämen, sich mit der Herrlichkeit Jehovas der Heerscharen zu vergleichen. Jehova wird der alles überragende Herrscher sein. Seine Allmacht und Herrlichkeit werden allen kund (Offenbarung 4:8-11; 5:13, 14). Welch wunderbare Aussicht! Dann wird sich Psalm 97:1 auf großartigste Weise erfüllen, und auf der ganzen Erde wird der Ruf widerhallen: „Jehova selbst ist König geworden! Es frohlocke die Erde. Mögen die vielen Inseln sich freuen.“

  88. Jesaja 25 – 27

    Jesaja 25 – Dankgebet für Gottes Hilfe

    1 Herr, du bist mein Gott! Ich lobe und preise dich, denn du vollbringst wunderbare Taten. Was du vor langer Zeit beschlossen hast, das hast du in großer Treue ausgeführt.

    2 Die mächtige Stadt – in einen Schutthaufen hast du sie verwandelt! Ihre Befestigungen hast du in Trümmer gelegt und die Paläste der Fremden zerstört, die dich nicht kennen. Die Stadt ist dem Erdboden gleichgemacht, und sie wird nie wieder aufgebaut.

    3 Darum ehren dich nun mächtige Völker; in den Hauptstädten der Welteroberer wirst du gefürchtet.

    4 Die Armen und Schwachen fliehen zu dir; bei dir sind sie sicher in Zeiten der Not. Du gibst ihnen Schutz wie ein Dach im Wolkenbruch, wie kühler Schatten in der Mittagshitze. Das Wüten der Gewalttäter gleicht dem Gewitterregen, der an die Mauern prasselt.

    5 Ihre Mordlust brennt wie die Sonne in der Wüste. Doch du bringst ihren Lärm zum Schweigen. Du dämpfst ihr Siegesgeschrei wie eine Wolke die Sonnenhitze.

    Ein Festmahl für alle Völker

    6 Hier auf dem Berg Zion wird der Herr, der allmächtige Gott, alle Völker zu einem Festmahl mit köstlichen Speisen und herrlichem Wein einladen, einem Festmahl mit bestem Fleisch und gut gelagertem Wein.

    7 Dann zerreißt er den Trauerschleier, der über allen Menschen liegt, und zieht das Leichentuch weg, das alle Völker bedeckt. Hier auf diesem Berg wird es geschehen! 8 Er wird den Tod für immer und ewig vernichten. Der Herr, der allmächtige Gott, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen. Er befreit sein Volk von der Schande, die es auf der ganzen Erde erlitten hat. Das alles trifft ein, denn der Herr hat es vorausgesagt. 9 In jenen Tagen wird man bekennen: »Der Herr allein ist unser Gott! Auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, und er hat uns gerettet. Ja, so ist der Herr! Nun wollen wir Danklieder singen und uns über seine Hilfe freuen!«

    Der Herr reißt Moabs Festungen nieder

    10 Der Herr hält seine Hand schützend über Jerusalem. Das Land Moab dagegen wird zertreten wie Stroh in der Jauche. 11 Verzweifelt schlägt Moab um sich wie ein Ertrinkender. Doch alle Schwimmversuche nützen nichts mehr: Der Herr zerbricht seinen Stolz und seinen Hochmut.

    12 Alle eure hohen und starken Befestigungen, ihr Moabiter, wird der Herr niederreißen und dem Erdboden gleichmachen!

    sind wir Jehova dankbar für alles, was er heute schon für uns tut und noch in Zukunft herbeiführen wird?

  89. Jesaja 26:1-19 Unser Gott ist ein starker Fels

    1 In jener Zeit wird man im Land Juda dieses Lied singen:
    »Unsere Stadt ist eine sichere Festung; der Herr hat Mauern und Wall zu unserem Schutz errichtet.

    2 Öffnet die Tore, damit das Volk einzieht, das Gott gehorcht und ihm treu ist!

    3 Herr, du gibst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut!

    4 Ja, vertraut dem Herrn für immer, denn er, unser Gott, ist ein starker Fels für alle Zeiten.

    5 Alle, die in stolzer Höhe wohnten, stieß der Herr tief hinab. Die Stadt, sie ragte hoch empor, doch er hat sie zerstört, hinunter in den Staub geworfen.

    6 Wer früher arm war und gering, tritt nun die Trümmer nieder.«

    Ein Gebet

    7 Herr, wer dir gehorcht, den führst du auf geradem Weg, du machst seinen Lebensweg eben.

    8 Wir hoffen auf dich, auch wenn du uns strafst. Wir sehnen uns nach dir – wie könnten wir dich je vergessen?

    9 Bei Nacht sind meine Gedanken bei dir,
    voller Sehnsucht suche ich dich.
    Wenn du die Erde richtest, lernen die Menschen, was Gerechtigkeit bedeutet.

    10 Doch wenn du die Gottlosen begnadigst, begreifen sie nicht, was Recht ist. Auch in diesem Land, in dem dein Recht gilt, würden sie weiter Unrecht tun und dich nicht als den höchsten Gott erkennen.

    11 Herr, deine Hand ist drohend erhoben – sie merken es nicht. Beschämt werden sie dastehen, wenn sie sehen, wie leidenschaftlich du dein Volk verteidigst. Dein glühender Zorn soll sie verzehren!

    12 Aber uns, Herr, wirst du Frieden schaffen, denn dir verdanken wir alles, was wir erreicht haben.

    13 Zwar haben außer dir, unser Gott, auch andere Herren über uns geherrscht. Doch nur deinen Namen nennen wir voller Ehrfurcht.

    14 Sie alle sind tot und werden nicht wieder lebendig; sie sind Schatten, die nie wieder aufstehen. Du hast sie bestraft und ausgerottet. Längst sind ihre Namen vergessen.

    15 Unser Volk aber machst du, Herr, sehr groß. Du weitest unsere Grenzen nach allen Seiten aus und beweist deine herrliche Macht.

    16 In äußerster Not suchen wir dich. Wenn uns deine Schläge treffen, schreien wir zu dir.

    17 Wir liegen vor dir am Boden wie eine Schwangere, die sich in Wehen windet und schreit.

    18 Ja, wir winden uns in Geburtswehen, doch wir gebären nichts als Luft. Unsere Mühe ist umsonst: Wir können das Land nicht befreien und keinem Menschen das Leben schenken.

    19 Herr, die Toten deines Volkes werden wieder leben, ihre Leichen werden auferstehen! Wacht auf und singt vor Freude, alle, die ihr unter der Erde ruht! Du, Herr, bist wie erfrischender Tau am Morgen. Durch deine belebende Kraft gibt die Erde die Leiber der Verstorbenen zurück.

    fühlen wir ebenso – oder sind dies für uns nur Worte, die wir lesen, aber die für uns persönlich keinerlei Inhalt haben?

  90. Jesaja 26:20 Der Herr rechnet mit Israels Feinden ab

    20 Ihr aus meinem Volk, geht in eure Häuser, und verschließt die Türen hinter euch! Haltet euch solange dort verborgen, bringt euch dort in Sicherheit, bis der Zorn des Herrn vergangen ist. Es dauert nur noch kurze Zeit.

    21 Schon verlässt er seine Stätte im Himmel, um die Menschen auf der Erde wegen ihrer Vergehen zur Rechenschaft zu ziehen. Alles unschuldig vergossene Blut wird die Erde wieder herausgeben, keinen Ermordeten verbirgt sie weiterhin.

    1 In dieser Zeit wird der Herr mit dem Leviatan abrechnen, diesem schnellen Ungeheuer, das sich windet wie eine Schlange. Gottes mächtiges und scharfes Schwert wird ihn treffen, diesen Meeresdrachen. Der Herr wird ihn töten.

    Das neue Weinberglied

    2 An jenem Tag wird der Herr sagen:
    »Einen prächtigen Weinberg habe ich. Kommt, singt ein Lied zu seiner Ehre!

    3 Ich selbst, der Herr, bin sein Wächter. Ich bewässere ihn immer wieder. Tag und Nacht behüte ich ihn, damit nichts und niemand ihm schaden kann.

    4 Mein Zorn ist längst vergangen! Wenn Dornengestrüpp und Disteln meinen Weinberg überwuchern wollen, erkläre ich ihnen den Krieg! Ausreißen und verbrennen werde ich sie!

    5 So geht es allen, die nicht Schutz bei mir suchen und nicht Frieden mit mir schließen. Ja, Frieden schließen müssen sie mit mir!«

    Bestrafung und Begnadigung Israels

    6 Es kommt die Zeit, da werden die Nachkommen Jakobs wieder in ihrem Land Wurzeln schlagen. Israel wird grünen und blühen und mit seinen Früchten die ganze Erde bedecken. 7 Gab der Herr seinem Volk genauso harte Schläge wie ihren Gegnern? Ließ er sie auf dieselbe Weise umkommen wie ihre Feinde, die niedergemetzelt wurden? 8 Nein, Herr, du hast den Israeliten eine erträgliche Strafe auferlegt: Du hast sie aus ihrer Heimat vertrieben, sie weggeblasen wie ein stürmischer Ostwind.

    9 Gott wird die Schuld der Israeliten vergeben. Weil er sie von ihren Sünden befreit, sagen sie sich vom Götzendienst los: Sie werden die heidnischen Altäre zerstören und sie in tausend Stücke schlagen. Die Statuen der Göttin Aschera und die Räucheropferaltäre bauen sie nie wieder auf. 10 Aber noch liegt die befestigte Stadt entvölkert da, stehen ihre Häuser leer, gleicht alles einer trostlosen Wüste. Nur einige Kälber weiden noch dort, ungestört fressen sie die Büsche kahl und ruhen sich aus.

    11 Wenn die Zweige dürr geworden sind, kommen Frauen, die sie abbrechen und als Brennholz verwenden.
    Diesem Volk fehlt jede Einsicht! Darum hat sein Schöpfer auch kein Erbarmen mit ihnen. Er, der sie doch zum Volk gemacht hat, wird ihnen nicht einfach vergeben.

    12 Doch es kommt eine Zeit, da wird der Herr die Israeliten wieder sammeln. Vom Euphrat bis zum Grenzfluss nach Ägypten liest er einen nach dem anderen auf, wie ein Bauer, der sorgfältig seine Ähren ausklopft und die Körner zusammenliest.

    13 An diesem Tag wird laut das Horn geblasen als Signal für die vielen Verschleppten und Vertriebenen. Aus Assyrien und Ägypten kommen sie nach Jerusalem und beten auf dem heiligen Berg den Herrn an.

    so ist unser Gott: mit der Strafankündigung kommt zeitgleich die Hoffnung und die Bitte, wieder zu ihm umzukehren.

    Kann man so einen Gott wirklich für unbarmherzig, hart und brutal halten? Sind wir nicht selbst für unser Schicksal verantwortlich? Haben nicht wir selbst es in der Hand, ob wir vernichtet werden oder nicht?

    Und wenn wir mit den Weltmenschen, den Ungläubigen oder ungehorsamen Mitleid haben – warum gehen wir dann nicht hin und warnen sie und bitten sie, noch rechtzeitig von ihrem Weg umzukehren?

    Niemand muss umkommen. Jehova hat keinen Gefallen am Tode des Bösen, sondern er will, dass sie von ihren Wegen umkehren. Dass sich dies lohnt, haben wir ja gerade erst einige Tage zuvor in Jona gelesen. Denn was hat Jehova getan, als die Niniviten spontan bereuten?

    Dies kann auch auf alle die zutreffen, die heute noch nicht so leben, wie Jehova das von ihnen erwartet. Sie haben es in der Hand und auch wir haben es in der Hand, dass niemand vernichtet werden muss: gehen wir hin und warnen wir sie!

    Wenn wir dies nicht tun, sondern nur Jehova aufgrund solcher Strafankündigungen hart und brutal finden, dann stimmt wohl eher mit uns etwas nicht?!

  91. Jesaja 28 – 30

    Jesaja 28:9-13

    »Für wen hält dieser Jesaja uns eigentlich, dass er uns belehren will?«, lallen sie. »Uns braucht niemand mehr zu erzählen, was Gott gesagt hat. Sind wir denn kleine Kinder, die eben erst von der Mutterbrust entwöhnt wurden? 10 Was soll dieses Blabla: ›Tut dies, tut das; dies ist verboten, das ist verboten; macht hier etwas, macht dort etwas!‹?«

    11 Darum wird Gott Ausländer mit einer fremden Sprache zu diesem Volk schicken und nur noch in unverständlichen Lauten zu ihm reden. 12 Er hatte ihnen zwar gesagt: »Dieses Land soll für euch ein Ort der Ruhe werden. Gönnt den Erschöpften eine Pause! Hier könnt ihr in Frieden wohnen!« Doch sie wollten nicht auf ihn hören. 13 Darum wird der Herr von nun an nur noch das zu ihnen sagen, was sie als Blabla verspotteten: »Tut dies, tut das; dies ist verboten, das ist verboten; macht hier etwas, macht dort etwas!« Sie werden nach hinten stürzen und sich das Genick brechen. Sie werden den Feinden ins Netz gehen, und man wird sie gefangen fortschaffen!

    Ist das Vorgehen Jehovas hier unfair, ungerecht, unbarmherzig? Wie oft soll er noch seine Propheten schicken, wenn sie doch eh nicht hören wollen?

    Obwohl er eigentlich weiß, dass sie ihr Herz und ihren Nacken verhärtet haben, gibt er ihnen dennoch eine letzte Chance! Ich finde das sehr liebevoll und geduldig von ihm.

    Ist es denn SEINE Schuld, wenn sie dann doch umkommen? Kann er dafür?

    Da ist jemand, der weiß alles besser. Er denkt wohl, er könne fliegen, denn er rast „in einem Affenzahn“ auf einen steilen und sehr tiefen Abgrund zu. Am Rande stehen einige Leute, die dies mit Entsetzen sehen, und ihm mit lautester Stimme zuschreien: „geh nicht! Das ist gefährlich!“ Aber er lacht nur und verspottet die Leute wegen ihrer Ängstlichkeit. Einer ist ganz mutig, rennt hinter ihm her und ergreift ihn gerade so eben noch. Er will ihn abhalten, aber dieser Sturkopf stößt ihn grob zurück. „Ich weiss selbst, was für mich gut ist, ich mache, was ich will. Lass mich in Ruhe!“

    Im nächsten Moment stürzt er in den Abgrund. Die anderen bleiben alle betroffen und geschockt zurück.

    Wer ist nun Schuld daran? Der, der ihm nachgelaufen war, die, die ihm warnend zugerufen hatten – oder gar der Abgrund?

    War er nicht selbst an seinem Unglück Schuld?

    Wieso empfinden wir dann manchmal Jehova als hart, wenn er die Bösen vernichten will? Ist es SEINE Schuld, wenn der Unvernünftige nicht hören will und weiter auf den Abgrund zu läuft?

    Denken wir wirklich, Jehova müsse nun die Schwerkraft außer Kraft setzen, damit dem Sturkopf nichts passiert?

    Erkennen wir, wie liebevoll, barmherzig und geduldig Jehova ist? Er schickt ihnen sogar noch jemanden hinterher, der sie (die Bösen) ergreifen will, um sie zurück zu halten. Wessen Schuld ist es denn, dass der Böse sie zurück stößt und weiter rennt? Ist das Jehovas Verantwortung?

    Wir alle kennen die Naturgesetze. Wir wissen, was passiert, wenn wir in einen Abgrund springen. Was kann Jehova dafür, wenn wir uns einbilden, wir könnten fliegen?

    Denken wir, er müsse dann verhindern, dass es Abgründe gäbe? Dass es besser sei, wenn der Mensch keine Willensfreiheit hätte, die er missbrauchen kann? Wollten wir lieber Marionetten oder Roboter sein?

    Der gleiche Mensch, der so auf den Abgrund zurennt, würde sich bei Jehova beschweren, dass er ihm dienen müsse und als Roboter gar nicht anders kann.

    Jehova hat die Naturgesetze geschaffen und wir lernen bereits als kleine Kinder, davor großen Respekt zu haben. Wenn wir dann trotzdem Dinge tun, wie von einem Hochhaus ohne Fallschirm zu springen – war das dann nicht unsere eigene ganz bewußte Entscheidung? Könnten die Hinterbliebenen des „Springers“ wirklich Jehova einen Vorwurf machen, dass dieser nun tot ist?

    Solche Dinge sollten wir immer im Hinterkopf behalten, wenn eine – aus dem Zusammenhang gerissene – Bibelstelle in uns den Eindruck erweckt, dass Jehova ein brutaler harter Gott sei.

    Lassen wir uns so einen Unsinn bitte von niemanden einreden – denn dies sind die Gedanken des Satans und seiner Dämonen. Und diesen wollen wir doch ganz sicherlich nicht Gehör schenken, oder?

  92. Jesaja 29:9-16 Der Schein trügt

    9 Starrt einander nur an, bis ihr vor Entsetzen erstarrt! Verschließt nur weiter eure Augen, bis ihr wirklich blind seid! Ihr wankt, doch nicht weil ihr vom Wein berauscht seid; ihr torkelt, aber nicht weil ihr zu viel getrunken habt. 10 Der Herr hat einen Geist über euch kommen lassen, der euch in tiefen Schlaf versetzt hat. Ja, eure Augen, die Propheten, hat er verschlossen und eure Köpfe, die Seher, verhüllt.

    11 Darum ist nun jede Botschaft Gottes an euch wie eine versiegelte Buchrolle. Zeigt man sie einem, der lesen kann, und bittet ihn vorzulesen, so sagt er: »Das darf ich nicht, es ist versiegelt!« 12 Drückt man die Buchrolle einem, der nicht lesen kann, in die Hand, erwidert er: »Es tut mir leid, aber ich kann nicht lesen.«

    13 So spricht der Herr: »Dieses Volk gibt vor, mich zu ehren – doch sie tun es nur mit den Lippen, mit dem Herzen sind sie nicht dabei. Ihre Frömmigkeit beruht nur auf Vorschriften, die Menschen aufgestellt haben. 14 Deshalb handle ich auch weiterhin unverständlich für dieses Volk. Ja, sie werden nicht begreifen, wie ich mit ihnen umgehe: Die Weisen sollen ihre Weisheit verlieren, und die Ratgeber werden guten Rat suchen.«

    15 Passt nur auf, die ihr eure Pläne vor dem Herrn verbergen wollt. Ihr wickelt eure Geschäfte im Schutze der Dunkelheit ab und denkt: »Uns sieht niemand; keiner merkt, was wir treiben!« 16 Was für ein Trugschluss!

    Und hier kommen wir auch wieder bei unserem diesjährigen BZK an: wir müssen unser Herz behüten!

    Denn was sagt Jehova hier, was ihr Problem ist? „Ihr Herz ist weit entfernt von mir“. Sicherlich ist auch dies ein schleichender Prozess gewesen.

    Das erinnert mich wieder an die Vortragsfolge vom Kongress „Unser Herz bereit machen…“. Die Brüder und Schwestern haben in der jeweils ersten Demonstration auch gute Absichten gehabt: der Bruder wollte regelmäßig zu Jehova beten, aber irgendwie war er mit seinen Gedanken irgendwo anders. Jesus sagte: „wo unser Schatz ist, da wird auch unser Herz sein“ und wenn wir bemerken, dass wir abschweifen, dann müssen wir uns innerlich zur Ordnung rufen und noch mal beginnen.

    Auch die Schwester hatte einen lobenswerten Vorsatz: sie wollte sich auf die Zusammenkunft vorbereiten und ihre Mittagspause dazu nutzen. Leider sind auch bei ihr scheinbar die Gedanken abgeschweift, denn nachher wußte sie nicht einmal, was sie nun bereits gelesen hatte. Auch sie mußte sich zur Ordnung rufen.

    Dies kann auch uns passieren. Die Tatsache an sich ist nicht so sehr das Problem. Wir müssen es nur bemerken und dem entgegenwirken. Als ich noch berufstätig war, ist es mir nach einem langen Arbeitstag auch ab und an passiert, dass ich in der Versammlung abgeschweift bin. Immer wenn ich es bemerkte, habe ich mich zur Ordnung gerufen und zu Jehova gebetet, er möge mir helfen, mit Herz und Sinn bei der Sache zu bleiben. Auch heute passiert es mir noch ab und an, dass ich etwas lese und doch nichts gelesen habe. Wenn ich es merke, denn gehe ich wieder bis dahin zurück, wo ich „noch was mitgekriegt“ habe und lese so lange immer wieder, bis etwas ankommt.

    Aber dazu benötigt man Zeit. Also muss ich mir genügend Zeit dafür einräumen. Wir hatten mal in einem Vortrag den Vergleich mit dem Einmachglas und den großen Steinen und dem Sand. Wenn wir zuerst den Sand einfüllen, dann passen die Steine nicht mehr. Wenn wir es aber umgekehrt machen, dann rieselt der Sand in die Zwischenräume und alles passt in das Glas. So muss ich auch meine Zeit einplanen. Alles, was mit Jehova zu tun hat, muss absoluten Vorrang haben.

    Vielleicht sind wir einfach am Abend so überfüllt mit allen Eindrücken des vergangenen Tages, dass nichts anderes mehr „rein passt“. Dann könnten wir unseren Tagesablauf etwas abändern. So könnte man am Abend schon mal alles für den Morgen vorbereiten – wie z.B. die Pausenbrote vorbereiten, Tasche packen, Kleidung herauslegen usw. Alles Sachen, wo mein Sinn nicht unbedingt gefragt ist. Und das Bibellesen oder Vorbereiten auf die halbe Stunde (oder mehr, die wir gewonnen haben) morgends verschieben, wo wir ausgeruht sind und den Kopf frei haben. Das hat dann den Vorteil, dass sich unser Sinn den ganzen Tag über damit beschäftigen kann. Wir könnten den Weg zur Schule oder Arbeit nutzen, um die Publikationen anzuhören, die Hausfrau kann sie bei der Hausarbeit anhören – denn da ist unser Sinn in der Regel nicht unbedingt gefordert. Ich persönlich habe damit gute Erfahrungen gemacht.

    Wir müssen einfach „die gelegene Zeit für uns gut auskaufen“, indem wir Zeit und Raum für geistige Dinge schaffen. Wenn unser Herz Jehova nahe ist, dann werden wir auch den brennenden Wunsch dazu verspüren.

    Ja, behüten wir unser Herz – damit Jehova niemals von uns sagen muss: „ihr Herz ist weit entfernt von mir“ und „ihr Dienst ist ja leider nur eine Formsache, ohne jegliches Herz und Gefühl“. Denn dies wäre sehr traurig. Für Jehova und auch für uns!

  93. Jesaja 29:17-24 Die große Wandlung

    17 Bald schon wird das wilde Bergland des Libanon in einen üppigen Obstgarten verwandelt, dicht bewachsen wie ein Wald. 18 Dann werden sogar Taube hören, was aus der Buchrolle vorgelesen wird, und die Blinden kommen aus ihrer Dunkelheit hervor und können sehen. 19 Wer niedergeschlagen war, freut sich wieder, weil der Herr selbst der Grund seiner Freude ist. Und die ärmsten Menschen brechen in Jubel aus über den heiligen Gott Israels. 20 Dann ist es aus mit den Tyrannen, und die frechen Lästermäuler gehen zugrunde. Ausgerottet werden alle, die nur darauf aus sind, das Recht zu verdrehen, 21 die andere auf die bloße Anklage hin verurteilen, die dem Richter Fallen stellen, der ein gerechtes Urteil sprechen will, und die Unschuldige um ihr Recht bringen.

    22 Darum sagt der Herr, der schon Abraham erlöst hat, zu den Nachkommen Jakobs: »Die Israeliten sollen nicht länger bloßgestellt werden; nie mehr müssen sie sich schämen! 23 Denn wenn alle Nachkommen Jakobs meine Taten sehen, die ich unter ihnen vollbringe, dann werden sie meinen heiligen Namen ehren. Ja, in Ehrfurcht werden sie mir begegnen, dem Gott Israels, der schon der heilige Gott Jakobs war.

    24 Alle, die verwirrt waren, kommen wieder zur Einsicht, und Widerspenstige lassen sich belehren

    Der erste Teil weckt in uns allerlei Hoffnung. Denn wer von uns, der alt, krank oder sonstwie belastet ist, sehnt sich nicht nach Befreiung?

    Der zweite Teil ist das, wonach sich Jehova sehnt. Er mag nicht bestrafen müssen. Er sehnt sich danach, dass die Menschen umkehren und so leben, dass ein friedliche Miteinander möglich ist. Unter den Menschen und mit Gott.

    Ist dies auch unser Wunsch? Oder sehnen wir uns nur nach unserer persönlichen Befreiung?

  94. Jesaja 30:8-26

    Der Herr befahl mir: »Geh nun, und schreib meine Worte vor den Augen dieser Leute auf eine Tafel! Ritz die Buchstaben tief ein, damit sie nicht verwittern, sondern für alle Zeiten erhalten bleiben. 9 Denn mein Volk ist ein widerspenstiges Volk. Wie missratene, verlogene Kinder sind sie, die sämtliche Weisungen von mir in den Wind schlagen. 10 Sie verbieten den Propheten zu weissagen. ›Wir wollen die Wahrheit gar nicht hören‹, wehren sie ab. ›Prophezeit uns lieber, was uns gefällt. Lasst uns in schönen Trugbildern leben, täuscht uns ruhig. 11 Biegt doch die Wahrheit ein wenig zurecht! Nur lasst uns endlich in Ruhe, verschont uns mit diesem heiligen Gott Israels.‹

    12 Doch ich, der heilige Gott Israels, antworte ihnen: Ihr haltet es nicht für nötig, auf meine Warnungen und Befehle zu hören. Lieber verlasst ihr euch auf Gewalt und Intrigen. 13 Doch das wird euch zum Verhängnis werden. Dann gleicht ihr einer hohen Mauer, die einen Riss bekommen hat. Er wird immer größer und tiefer, bis die Mauer plötzlich zusammenbricht. 14 Ihr werdet wie ein Tonkrug sein, der schonungslos in tausend Stücke zerschmettert wird. Keine der Scherben ist noch groß genug, um damit Glut aus der Feuerstelle zu holen oder Wasser aus dem Teich zu schöpfen.«

    Vertraut mir, habt Geduld!

    15 So spricht der Herr, der heilige Gott Israels: »Kehrt doch um zu mir, und werdet ruhig, dann werdet ihr gerettet! Vertraut mir, und habt Geduld, dann seid ihr stark! Doch das wollt ihr nicht.

    16 Ihr prahlt: ›Wir haben gute und schnelle Pferde, wir bringen uns rechtzeitig in Sicherheit.‹ Jawohl – ihr werdet fliehen, aber eure Verfolger bleiben euch auf den Fersen! 17 Ein einziger von ihnen schlägt tausend von euch in die Flucht; und wenn nur fünf euch angreifen, dann lauft ihr alle schon davon. Zuletzt bleibt nur ein kleines Häufchen von euch übrig, einsam und verlassen wie eine Fahnenstange auf der Bergspitze.«

    18 Doch sehnt sich der Herr danach, euch gnädig zu sein. Bald wird er zu euch kommen und sich wieder über euch erbarmen, denn er ist ein gerechter Gott. Wie glücklich sind alle, die auf seine Hilfe warten!

    19 Ihr Einwohner Jerusalems, ihr Menschen aus Zion, ihr werdet nicht mehr weinen! Der Herr wird euer Rufen erhören und euch in Liebe antworten. 20 Und schickt er euch auch Zeiten der Not, in denen Brot und Wasser knapp werden, so lässt er euch doch nicht umkommen. Er wird sich nicht länger vor euch verborgen halten, sondern euch unterweisen. Mit eigenen Augen werdet ihr ihn als euren Lehrer sehen. 21 Und kommt ihr vom richtigen Weg ab, so hört ihr hinter euch eine Stimme: »Halt, dies ist der Weg, den ihr einschlagen sollt!« 22 Dann sind eure geschnitzten und gegossenen, mit Gold und Silber überzogenen Götzenfiguren für euch auf einmal nur noch Abfall. Verächtlich ruft ihr: »Bloß weg mit diesem Dreck!«

    23 Eure bestellten Felder wird der Herr mit Regen tränken. Üppig steht euer Getreide da, ihr bringt eine reiche Ernte ein. Eure Herden weiden auf weiten, saftigen Wiesen. 24 Die Rinder und Esel, mit denen ihr die Felder bearbeitet, bekommen Kraftfutter zu fressen, das man sorgfältig für sie mischt und zubereitet. 25 An dem Tag, an dem eure Feinde in einer großen Schlacht fallen und ihre Festungen einstürzen, da werden wasserreiche Bäche von den Bergen und Hügeln herunterfließen. 26 Der Mond leuchtet so hell wie die Sonne, und die Sonne scheint siebenmal heller als sonst, als würde sie das Licht einer ganzen Woche verbreiten. An diesem Tag wird der Herr die Wunden, die er seinem Volk zugefügt hat, verbinden und ihre Brüche heilen.

    Das geht runter wie Öl!

    Ja – Jehova sehnt sich danach, uns liebende Güte zu erweisen – wenn wir ihm nur Gelegenheit dazu geben!

    Ist uns aufgefallen, was die Voraussetzung für seine Barmherzigkeit und Güte ist? Nicht nur Reue und Umkehr – sondern auch „eine Operation“ an unserem Herzen. Wie war noch gleich der Vers 8?

    Geh nun, und schreib meine Worte vor den Augen dieser Leute auf eine Tafel! Ritz die Buchstaben tief ein, damit sie nicht verwittern, sondern für alle Zeiten erhalten bleiben.

    Diesen Gedanken hatten wir ja auch auf dem BZK: warum dies so wichtig ist!

  95. Jesaja 31 – 33

    Jesaja 32:1-8 Ein gerechter Herrscher

    1 Eines Tages wird ein gerechter König regieren. Auch seine obersten Beamten werden sich an das Recht halten. 2 Jeder von ihnen wird für das Volk sein wie ein windgeschützter Ort im Sturm, wie ein Schutzdach beim Wolkenbruch, wie ein sprudelnder Bach in der Steppe, wie der kühle Schatten eines hohen Felsens in glühend heißer Wüste.

    3 Dann wird keiner mehr verblendet sein; alle sehen wieder klar und hören aufmerksam hin. 4 Hitzköpfe lernen, überlegt und einsichtsvoll zu handeln, und selbst Menschen, denen das Reden schwer fiel, können dann fließend und deutlich sprechen. 5 Ein unverbesserlicher Dummkopf wird dann nicht mehr vornehm genannt, kein Betrüger wird mehr als ehrlich hingestellt.

    6 Denn ein gottloser Mensch wird immer Schlechtes reden. Er will nur Unheil anrichten und schreckt vor keiner Grausamkeit zurück. Was er über den Herrn sagt, ist verkehrt und führt andere in die Irre. Den Hungrigen gibt er nichts zu essen, und Durstige lässt er nicht trinken.

    7 Auch der Betrüger hat nichts als üble Machenschaften im Sinn: Er schmiedet hinterlistige Pläne, um die Armen mit falschen Aussagen zugrunde zu richten, selbst wenn diese im Recht sind.

    8 Ein ehrlicher Mensch dagegen ist auf das Gute bedacht und setzt sich dafür ein, dass die Wahrheit siegt.

    leider sind die Zustände heute noch, wie im letzten Teil vom Bibelvers beschrieben. Aber wir dürfen uns ja schon mal auf das freuen, was nun bald kommt

  96. Jesaja 32:15-18 Gottes Geist schenkt Glück und Frieden

    15 So wird es bleiben, bis der Geist Gottes aus der Höhe über uns kommt. Dann wird die Wüste in einen Obstgarten verwandelt, dicht wie im Wald stehen die Bäume beieinander. 16 Im ganzen Land beachtet man das Recht. Überall herrscht Gerechtigkeit, in der Wüste wie im fruchtbaren Land. 17 Und wo es gerecht zugeht, da herrschen auch Friede, Ruhe und Sicherheit – für immer.

    18 So spricht der Herr: »Mein Volk lebt dann in einem Land, wo Frieden ist. Ruhig und ohne Sorgen wohnen sie dort. Ihre Häuser sind vor jeder Gefahr sicher.

    Warum würde es Sicherheit, Ruhe und Frieden geben? Weil sich nur noch Anbeter Jehovas in dem Land befinden.

    Denn wer Jehova dient, der jagt dem Frieden nach, der nimmt sich selbst und seine eigenen Befindlichkeiten nicht zu wichtig und ist auch bereit, die Bedürfnisse der anderen über seine eigenen zu stellen!

    Jüngstes Beispiel: die Alex aus dem Drama von diesem BZK. Sie hatte ganz massive Eheprobleme. Aber wenn wir genau aufgepasst haben, ist uns sicherlich aufgefallen, dass sie die ganze Zeit nur an ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle gedacht hatte: „ich habe doch auch ein Recht darauf, glücklich zu sein!“ Dafür war sie sogar bereit, Jehovas Maßstäbe über Bord zu werfen, sie hatte bereits die Scheidung eingereicht. Als ihr Lena, die geistig reife Freundin die Augen öffnet, brubbelt sie zwar erst mal rum, aber dann wendet sie das an, was sie in Gottes Wort liest und ihre Ehe wird besser.

    Es klappt halt nicht, wenn jeder von den beiden darauf wartet, dass der andere den ersten Schritt tut. Jehova erwartet von jedem Einzelnen von uns, dass er die biblischen Maßstäbe anwendet, ganz egal, wie mies sich der andere benimmt.

    Auch im letzten Studienartikel hatten wir einen ähnlichen Gedanken: wenn die Ehe von zwei Zeugen Jehovas scheitert, bedeutet dies, dass zumindest einer von den beiden kein enges Verhältnis zu Jehova hat. Sonst wären sie in der Lage, mit Hilfe von dem Rat aus der Bibel ihre Probleme beizulegen. Oftmals resultieren die Probleme lediglich aus dem Stolz einer Person, die auf ihrem Recht beharrt und von dem anderen fordert, klein beizugeben, „denn: wenn du mich lieben würdest…“. Achtung: dies enthebt uns nicht der gottgefälligen Unterordnung!

    Wenn also in einem Haushalt nur Anbeter Jehovas leben, darf es nicht zu Unfrieden kommen. Jeder sollte sich selbst an die biblischen Maßstäbe halten und bemüht sein, den Streit beizulegen und nicht „die Sonne über der gereizten Stimmung untergehen zu lassen“. Darauf zu warten, dass der andere das tut, ist sehr lieblos und gefällt Jehova ganz bestimmt nicht. Denken wir bitte dabei auch immer daran, dass Jesus sagte, seine Jünger seien daran zu erkennen, „dass sie Liebe untereinander haben“.

    Wir wollen ja Jesu Nachfolger sein und daher nehmen wir uns auch ein Beispiel an seiner Selbstlosigkeit und Demut. Wir sollen ja bereit sein, füreinander zu sterben. Würden wir das wirklich, wenn wir uns dauernd mit unserem Ehepartner oder den Eltern streiten?

    Jesus sprach davon, wie wichtig die Liebe und die Einheit in der Versammlung wäre. Warum nicht bereits im Kleinen üben – bei uns zu Hause? Lieben wir denn unseren Ehepartner oder unsere Eltern nicht?

    Warum alles wegen diesem dummen Stolz kaputt machen und uns „so nebenbei“ unser gutes Verhältnis zu Jehova zerstören?

  97. Jesaja 33:1

    Nimm dich in acht, du Zerstörer! Du verwüstest ganze Länder, doch dein eigenes Land ist bisher verschont geblieben. Du betrügst, doch dich selbst konnte noch niemand in die Irre führen. Nun ist die Reihe an dir: Wenn du alle Länder verwüstet hast, dann wird auch dein Land zerstört. Hast du endlich alle hinters Licht geführt, wirst du selbst überlistet.

    … Ohne Worte …

  98. Jesaja 33:14-16

    14 Die gottlosen Menschen in Jerusalem fahren erschrocken zusammen. Die Angst packt alle, die von Gott nichts wissen wollen. Sie fragen: »Wer hält es neben diesem Feuer aus? Wer von uns kann bei dieser Glut wohnen, die nie erlischt?«

    15 Wer gerecht ist und die Wahrheit sagt; wer Ausbeutung und Erpressung verabscheut; wer Bestechungsgelder ablehnt; wer sich nicht in Mordpläne einweihen und verstricken lässt; wer nicht zuschaut, wo Böses geschieht. 16 Wer richtig handelt, der wird ruhig und sicher leben wie auf einer hohen Burg, die von schützenden Mauern umgeben ist. Er hat immer genug zu essen, und auch an Wasser fehlt es ihm nie.

    Wie wir sehen: wir haben es selbst in der Hand! Wir müssen keine Angst vor Jehova und seinem Gericht haben:

    Entweder weiss ich, dass ich verkehrt handle – dann steht es mir frei, ich kann und sollte umkehren. Wenn ich aber überzeugt davon bin, dass mein schlechter Lauf gut und richtig ist – dann laufe ich doch ruhig so weiter. Aber dann muss ich auch die Konsequenzen dafür tragen!

    Wenn ich auf der Suche nach einer Wohnung bin, dann entscheidet letztlich der Vermieter, ob er mich nimmt. Wenn ich darauf bestehe, dass ich in dem geraäumigen Wohnzimmer ein Lagerfeuer machen will – dann kann ich das tun. Allerdings muss ich mir dann einen Vermieter suchen, der das toll findet. Wenn ich in einer Wohnung, wo ich bereits wohne, ein Feuer mache – dann muss ich auch damit rechnen, dass der Vermieter mich rauswirft. Immerhin ist es seine Wohnung und darüber bestimmt er.

    Ich muss mich also entscheiden, was mir wichtiger ist: meine eigene persönliche Entfaltung – indem ich offene Feuer in der Wohnung legen will – oder die Wohnung behalten.

    Wir wissen doch: alles, was wir tun, hat Konsequenzen. Es liegt also an uns!

  99. Jesaja 34 – 36

    Jesaja 34:10-17

    Nie mehr wird ein Mensch diese öde Gegend durchstreifen. 11 Eulen und Igel hausen dort, Käuzchen und Raben lassen sich nieder. Der Herr zieht mit der Messschnur eine Grenze um das ganze Land und macht es zu einer wilden, menschenleeren Gegend. 12 Keine Fürsten rufen je wieder ein Königtum aus, von den vornehmen Herren bleibt niemand übrig. 13 An den Mauern der Paläste ranken Dornen empor, Nesseln und Disteln überwuchern die alten Festungen. Schakale wohnen in den Ruinen, und Strauße siedeln sich an. 14 Hyänen und andere Wüstentiere hausen dort, Dämonen begegnen einander, und Gespenster lassen sich nieder. 15 Schlangen nisten dort, legen Eier und brüten sie aus, bis die Jungen schlüpfen. Auch Aasgeier zieht es in großer Zahl dorthin.

    16 Forscht im Buch des Herrn, und lest nach: Nicht eines dieser Tiere fehlt, alle finden sich in Edom. Denn der Herr selbst hat es befohlen, und sein Geist bringt sie dort zusammen.

    17 Eigenhändig wird er das Land vermessen und jedem Tier durch das Los sein Gebiet zuweisen. Dann besitzen sie es für alle Zeiten, eine Generation nach der anderen wird darin wohnen.

    Wenn wir den Vers mit den Dämonen und Geistern weg lassen, dann liest es sich wie ein großes Naturschutzgebiet, das unter Jehovas Schutz steht.

    Tatsächlich erobert die Natur sich ihr Terrain wieder zurück, wenn man sie nur in Ruhe lässt. Ein Beispiel ist ein stillgelegter Rangierbahnhof hier in Berlin.

    Bereits Anfang 2007 hatte die Natur sich wieder mächtig ausgebreitet, Bäume wuchsen zwischen den Gleisen und an den Häusern. Ich fand es damals faszinierend, wie dies alles wie durch Zauberhand geschah – einzig und allein deshalb, weil wir Menschen uns nicht mehr eingemischt haben. Dies ist für mich auch wieder ein ganz klarer Beweis gegen die Evolutionstheorie!

  100. Jesaja 35 – Der Herr befreit sein Volk aus der Gefangenschaft

    1 Freuen wird sich die Wüste, jubeln das dürre Land, die Steppe wird singen vor Freude: Sie ist aufgeblüht, ein Meer von Lilien.

    2 In voller Blüte steht sie da und singt und jubelt vor Freude. Schön wie der Wald im Libanon soll sie werden, prächtig wie der Berg Karmel und fruchtbar wie die Scharonebene. Dann wird jeder die Herrlichkeit und Pracht des Herrn, unseres Gottes, sehen.

    3 Stärkt die kraftlosen Hände! Lasst die zitternden Knie wieder fest werden!

    4 Sagt denen, die sich fürchten: »Fasst neuen Mut! Habt keine Angst mehr, denn euer Gott ist bei euch! Jetzt wird er euren Feinden alles Unrecht vergelten, das sie euch angetan haben. Gott selbst kommt, um euch zu helfen und euch zu befreien.«

    5 Dann bekommen die Blinden ihr Augenlicht wieder, und die Tauben können hören.

    6 Gelähmte springen wie ein Hirsch, und Stumme singen aus voller Kehle. In der Wüste brechen Quellen hervor, Bäche fließen durch die öde Steppe.

    7 Teiche entstehen, wo vorher heißer Wüstensand war. In der dürren Landschaft sprudelt Wasser aus dem Boden. Wo heute noch Schakale lagern, wachsen dann Gras, Binsen und Schilf.

    8 Eine Straße wird es dort geben, die man »Heilige Straße« nennt. Kein unreiner Mensch wird sie betreten, sie ist nur für das Volk des Herrn bestimmt. Wer auf dieser Straße reist, kann sich nicht verirren, auch wenn er sich nicht auskennt.

    9 Kein Löwe liegt auf der Lauer, auch andere Raubtiere gibt es dort nicht. Nur die erlösten Menschen betreten diese Straße.

    10 Alle, die der Herr befreit hat, kehren jubelnd aus der Gefangenschaft zum Berg Zion zurück. Von Freude ergriffen, jubelnd vor Glück, kommen sie heim. Trauer und Sorge sind für immer vorbei.

    Entsteht hier nicht gerade ein ganz wundervolles Bild vor unserem inneren Auge?

  101. Jesaja 36 – Die Assyrer belagern Jerusalem

    1 (2.Könige 18, 13-37;2.Chronik 32, 1-19)
    Im 14.Regierungsjahr König Hiskias marschierte der assyrische König Sanherib mit seinen Truppen in Juda ein und eroberte alle befestigten Städte des Landes. 2 Von der Stadt Lachisch aus schickte er einen seiner höchsten Würdenträger – er trug den Titel Rabschake – mit einem starken Heer nach Jerusalem. Dort stellte sich das Heer bei der Wasserleitung des oberen Teiches auf. Sie liegt an der Straße zu dem Feld, auf dem die Tuchmacher ihre Stoffe bleichen. 3 Hiskia schickte drei seiner Hofbeamten zu ihnen hinaus: den Palastverwalter Eljakim, einen Sohn Hilkijas, den Hofsekretär Schebna und den Berater Joach, einen Sohn Asafs.

    4 Der Rabschake gab ihnen eine Botschaft an König Hiskia mit:
    »Der mächtige König von Assyrien lässt dir sagen: Worauf vertraust du eigentlich, dass du dich so sicher fühlst? 5 Schöne Worte allein erringen keinen Sieg. Was du brauchst, sind gute Berater und lange Kriegserfahrung. Von wem erhoffst du dir Rückendeckung, dass du es wagst, dich gegen mich aufzulehnen? 6 Ausgerechnet von Ägypten erwartest du Hilfe? Auf diesen zerbrochenen Stab willst du dich stützen? Er hat noch jedem die Hand durchbohrt, der sich auf ihn stützte. So ist nämlich der Pharao: Er lässt alle im Stich, die sich auf ihn verlassen! 7 Vielleicht sagt ihr jetzt: ›Wir vertrauen auf den Herrn, unseren Gott!‹ Aber hast du, Hiskia, nicht alle Altäre und Opferstätten dieses Gottes niedergerissen? Hast du nicht dem Volk in ganz Juda und Jerusalem befohlen, sich nur noch vor dem einen Altar in Jerusalem niederzuwerfen? Und da sollte dieser Gott euch nun noch helfen wollen?

    8 Der König von Assyrien bietet dir folgende Wette an: Er schenkt dir zweitausend Pferde, wenn du die Reiter dafür aufbringen kannst. Wetten, dass es dir nicht gelingt? 9 Ihr könnt doch nicht einmal irgendeinem unbedeutenden Truppenführer meines Herrn die Stirn bieten. Ihr setzt ja eure ganze Hoffnung auf die Ägypter, weil sie viele Streitwagen besitzen. 10 Und noch etwas lässt dir der König sagen: Du denkst wohl, wir seien gegen den Willen des Herrn hier einmarschiert, um alles zu verwüsten? Dann irrst du dich aber! Der Herr selbst hat mir befohlen, dieses Land zu erobern und zu zerstören.«

    11 Hier unterbrachen Eljakim, Schebna und Joach den Rabschake. »Bitte, rede aramäisch mit uns, Herr«, baten sie. »Sprich nicht hebräisch! Die Leute aus dem Volk oben auf der Mauer verstehen sonst jedes Wort.« 12 Doch der Rabschake erwiderte: »Meint ihr, mein Herr habe mich mit dieser Botschaft nur zu euch und eurem Herrn geschickt? Nein, gerade die Männer dort oben auf der Stadtmauer sollen es hören! Bald schon werden sie so wie ihr den eigenen Kot fressen und Harn saufen.«

    13 Dann wandte er sich zur Stadtmauer hin und rief laut auf Hebräisch: 14 »Hört, was der mächtige König von Assyrien euch zu sagen hat: Lasst euch von Hiskia nicht täuschen! Der kann euch ja doch nicht helfen. 15 Er vertröstet euch auf den Herrn und behauptet: ›Ganz sicher wird der Herr uns retten und verhindern, dass der König von Assyrien die Stadt erobert.‹ Fallt nicht darauf herein! 16 Hört nicht auf Hiskia, sondern hört auf den König von Assyrien! Er will Frieden mit euch schließen und lässt euch sagen: Ihr könnt euch mir getrost ergeben! Dann werdet ihr wieder die Früchte eurer Weinstöcke und Feigenbäume essen und das Wasser eurer Brunnen trinken, 17 bis ich euch in ein Land hole, das so fruchtbar ist wie eures. Dort gibt es Getreidefelder und Weinberge, Brot und Most in Hülle und Fülle. 18 Lasst euch von Hiskia nicht an der Nase herumführen, wenn er behauptet: ›Der Herr wird uns helfen!‹ Haben etwa die Götter anderer Völker sie vor mir retten können? 19 Was ist mit den Göttern von Hamat und Arpad und mit den Göttern von Sefarwajim? Konnten sie ihre Städte vor meinen Angriffen schützen? Und wie war es mit Samaria? Haben sie uns etwa dort zum Abzug gezwungen? 20 Nein, nicht ein einziger Gott konnte sein Land vor meinen Eroberungen schützen. Und da sollte ausgerechnet euer Gott, den ihr ›Herr‹ nennt, Jerusalem vor mir bewahren?«

    21 Die Leute auf der Mauer blieben ruhig und antworteten ihm nichts. Hiskia hatte ihnen nämlich befohlen, kein Wort zu sagen.

    22 Entsetzt zerrissen Eljakim, Schebna und Joach ihre Gewänder. Sie eilten zu Hiskia und wiederholten ihm die ganze Rede des Rabschake.

    Ja, der Rabschake hatte einen Denkfehler: Jehova hatte ihn zwar benutzt, um SEIN Urteil an Samaria zu vollstrecken – aber er war mit seinem Volk Israel, weil sie zu ihm umgekehrt waren.

    Die Altäre, auf deren Zerstörung er sich hier bezieht, waren nämlich keine, die für die Anbetung Jehovas benutzt wurden, sondern zum Götzendienst! Und gerade die Tatsache, dass das Volk sie unter Hiskia nieder gerissen hatte, war ein Ausdruck der aufrichtigen und kompletten Umkehr zu Jehova. Sie duldeten keinerlei Rivalität mehr gegen Jehova. Dies war sicherlich ein sehr guter Grund für Jehova, seinem Volk hier und jetzt beizustehen.

    Die Botschaft vom Strafgericht Jehovas, die Jesaja zuvor verkündet hatte, bezog sich ja nicht auf diese Zeit, sondern kam erst viele Jahre später

  102. Jesaja 37 – 39

    Jesaja 37:1-7 Der Herr ermutigt Hiskia

    1 (2.Könige 19, 1-7)
    Als König Hiskia das hörte, zerriss auch er sein Gewand und hüllte sich in ein Trauergewand aus Sacktuch. Dann ging er in den Tempel. 2 Den Palastverwalter Eljakim, den Hofsekretär Schebna und einige führende Priester schickte er in Trauergewändern zum Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz. 3 »Wir haben dir etwas von Hiskia auszurichten«, begannen sie. »Er lässt dir sagen: Heute ist ein schrecklicher Tag, die Assyrer haben uns schwer beleidigt. Das ist die Strafe für unsere Sünden. Die Lage ist so ernst wie bei einer Geburt, wenn die Mutter keine Kraft mehr hat, ihr Kind zu gebären. 4 Doch vielleicht hat der Herr, dein Gott, alle Lästerungen des Rabschake gehört. Der Gesandte des assyrischen Königs hat den lebendigen Gott verhöhnt! Sicher hat der Herr seine Worte gehört und bestraft ihn dafür. O Jesaja, bete für uns, bete für die Überlebenden!«

    5 Als sie die Botschaft Hiskias ausgerichtet hatten, 6 gab Jesaja ihnen gleich eine Antwort für den König mit: »So spricht der Herr: ›Hab keine Angst vor den Drohungen, die du gehört hast. Lass dich nicht einschüchtern, wenn die Boten des assyrischen Königs über mich lästern! 7 Ich will ihn dazu bringen, dass er seine Truppen von hier abzieht. Er wird ein Gerücht hören und darüber so beunruhigt sein, dass er umgehend in sein Land zurückkehrt. Dort lasse ich ihn durch das Schwert umkommen.‹«

    Und genau so ist es dann auch eingetroffen: er hörte, dass sein Land angegriffen würde (V. 9) und eilte nach Hause zurück. Ganz genau so, wie Jehova sagte: er „wurde durch ein Gerücht beunruhigt“

  103. Jesaja 37:9-11

    Da schickte er noch einmal eine Gesandtschaft zu König Hiskia 10 und ließ ihm einen Brief überbringen. »Überschätze deinen Gott nicht«, hieß es darin, »lass dich nicht von ihm täuschen, wenn er dir sagt: ›Jerusalem wird nicht fallen, der assyrische König kann die Stadt nicht einnehmen!‹ 11 Du weißt doch, wie die assyrischen Könige gegen ihre Feinde vorgehen: Ihre Länder verwüsten sie, und die Bewohner metzeln sie nieder. Und da solltest gerade du verschont bleiben?

    Was für ein frecher Mensch!

    Gerade war er noch von Jehova benutzt worden, um die Israeliten für ihre Untreue zu bestrafen – und nun steht er gar über Jehova? Oder wußte er nicht, dass er von Jehova als Werkzeug benutzt worden war?

    Ihm ist wohl sein Erfolg zu Kopfe gestiegen, dass er sich nun mit dem Höchsten im Universum anlegen will. Aber wahrscheinlich „ist er hier auf dem gleichen Trip“, wie damals der Pharao, als dieser zu Moses sagte: „wer ist Jehova? Ich kenne Jehova überhaupt nicht“.

  104. Jesaja 37:21-29 Gottes Antwort auf den Spott des assyrischen Königs

    21 (2.Könige 19, 20-37;2.Chronik 32, 20-21)
    Da schickte Jesaja, der Sohn des Amoz, einen Boten zu König Hiskia, der ihm sagen sollte: »So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dein Gebet wegen Sanherib gehört.

    22 Hör nun, was ich zum König von Assyrien sage:
    Die Stadt Zion verachtet und verspottet dich! Ganz Jerusalem lacht über dich. 23 Weißt du überhaupt, wen du verhöhnt und gelästert hast? Weißt du, mit wem du dich angelegt hast? Mit dem heiligen Gott Israels!

    24 Durch deine Boten hast du mich, den Herrn, verspottet. Du prahlst:
    ›Mit meinen vielen Streitwagen habe ich die Berge bezwungen, bis zum höchsten Gipfel des Libanon bin ich vorgestoßen. Seine mächtigen Zedern habe ich gefällt und die schönsten Zypressen abgeholzt. Ich erreichte seine entlegensten Höhen und drang in jedes Dickicht seiner Wälder vor. 25 In fremden Ländern habe ich mir Brunnen gegraben. Die Nilarme in Ägypten waren kein Hindernis für mich: Unter meinen Schritten trockneten sie aus.‹

    26 Höre, König von Assyrien: Womit du jetzt prahlst, das habe ich schon in grauer Vorzeit geplant, seit langem ist es vorbereitet! Nur darum habe ich zugelassen, dass du befestigte Städte einreißt und sie in Trümmerhaufen verwandelst. 27 Ihre Einwohner waren machtlos gegen dich, du hast Schrecken und Schande über sie gebracht. Sie waren wie junges Grün auf dem Feld, wie zartes Gras auf Lehmdächern, das im heißen Ostwind verdorrt. 28 Ich kenne dich ganz genau. Ich weiß, ob du sitzt oder stehst. Ich sehe, wann du kommst und wann du gehst. Ich weiß auch, wie du gegen mich wütest. 29 Dein Prahlen habe ich gehört. Weil du so gegen mich tobst, will ich dir einen Ring durch die Nase ziehen und meinen Zaum ins Maul legen. Dann treibe ich dich den Weg wieder zurück, den du gekommen bist.

    Wie wir sehen, empfindet Jehova bei den frechen Worten des Königs ebenso wie wir – denn er antwortet Sanherib in etwa das Gleiche, was er damals Pharao geantwortet hatte

  105. Jesaja 38:9-20 Hiskia dankt Gott für seine Heilung

    9 Dieses Gedicht schrieb König Hiskia von Juda, nachdem er wieder gesund geworden war:

    10 »Ich dachte:
    In den besten Jahren meines Lebens muss ich an der Schwelle des Todes stehen, mitten aus dem Leben werde ich herausgerissen.

    11 Nie wieder darf ich dem Herrn begegnen hier unter den Lebenden, nie mehr Menschen auf dieser Erde sehen.

    12 Mein Leben gleicht einem Nomadenzelt, das abgebrochen und weggetragen wird. Es ist wie ein Tuch, das zu Ende gewebt wurde. Du schneidest seine Fäden ab, mit denen es am Webstuhl hing. Tag und Nacht spüre ich, dass du meinem Leben ein Ende machst.

    13 Bis zum Morgen versuche ich ruhig zu bleiben, aber du überfällst mich wie ein Löwe, der alle meine Knochen zermalmt. Tag und Nacht spüre ich, dass du meinem Leben ein Ende machst.

    14 Meine Stimme ist dünn und schwach wie das Zwitschern einer Schwalbe, ich krächze wie ein Kranich, und mein Klagen klingt wie das Gurren einer Taube. Mit fiebrigen Augen starre ich nach oben; ich bin am Ende, Herr, komm mir doch zu Hilfe!

    15 Was soll ich nun im Nachhinein noch sagen? Nur das: Er hat mir versprochen, mich zu heilen, und er hat es auch getan. Nun kann ich den Rest meines Lebens gelassen verbringen. Doch nie will ich vergessen, welch bitteres Leid ich erlitten habe.

    16 O Herr, von deinen Worten und Taten lebe ich, sie geben mir alles, was ich brauche. Du hast mich wieder gesund gemacht und mir von neuem das Leben geschenkt.

    17 Ja, mein bitteres Leid musste der Freude weichen. In deiner Liebe hast du mich vor Tod und Grab bewahrt. Du hast alle meine Sünden weit hinter dich geworfen.

    18 In der Unterwelt dankt dir niemand, kein Toter preist dich mit Liedern. Die Leichen in den Gräbern hoffen nicht mehr auf deine Treue.

    19 Aber die Lebenden, sie danken dir, so wie ich dich heute lobe und dir danke. Die Väter erzählen ihren Kindern, dass du treu bist und deine Versprechen hältst.

    20 Herr, du hast mich gerettet, darum wollen wir dich preisen unser Leben lang, dich loben in deinem Tempel mit Musik und Liedern.«

    Interessant, was Hiskia als erstes einfiel, als er erkannte, das er sterben wird: dass er nicht mehr mit seinem Gott wandeln, ihm nicht mehr dienen und ihn nicht mehr preisen könnte.

    Er liebte Jehova ganz bestimmt mit seinem ganzen Herzen, er war mit Begeisterung und Eifer bei der wahren Anbetung! Denn sonst hätte er sicherlich anderen Dingen „nachgeweint“!

  106. Jesaja 39 – Hiskia begeht einen großen Fehler

    1 (2.Könige 20, 12-19;2.Chronik 32, 31)
    Kurze Zeit später kam eine Gesandtschaft des babylonischen Königs Merodach-Baladan zu Hiskia. Merodach-Baladan war ein Sohn Baladans. Er hatte gehört, dass Hiskia nach schwerer Krankheit wieder gesund war, und ließ ihm einen Brief und Geschenke überbringen. 2 Hiskia empfing die Gesandten freundlich und zeigte ihnen sein ganzes Schatzhaus. In alle Kammern ließ er sie schauen. Sie sahen das Silber und das Gold, die kostbaren Öle und Gewürze. Sogar das Waffenlager und die Vorratshäuser zeigte er ihnen. Im ganzen Palast und im ganzen Reich gab es nichts Bedeutendes, was diese Männer nicht gesehen hätten.

    3 Da ging der Prophet Jesaja zu König Hiskia. »Woher kamen diese Männer, und was wollten sie von dir?«, fragte er, und Hiskia antwortete: »Aus einem fernen Land sind sie gekommen, aus Babylonien.« 4 »Was haben sie im Palast gesehen?«, wollte Jesaja wissen. Hiskia erwiderte: »Sie haben alles gesehen, was ich besitze. In jede einzelne Schatzkammer ließ ich sie schauen.«

    5 Da sagte Jesaja: »Hör, was der Herr, der allmächtige Gott, dazu sagt: 6 ›Eines Tages wird der ganze Reichtum in deinem Palast – alle Schätze, die du und deine Vorfahren angehäuft haben – nach Babylon fortgebracht werden. Nichts wird übrig bleiben. 7 Auch einige deiner Söhne, die dir noch geboren werden, wird man verschleppen. Sie müssen als Eunuchen im Palast des babylonischen Königs dienen.‹«

    8 Hiskia sagte nur: »Der Herr weiß, was er tut; ich beuge mich seinem Urteil. Wenn nur zu meinen Lebzeiten noch Friede und Ruhe herrschen!«

    Schon so oft gelesen, aber ich kann es immer noch nicht wirklich nachvollziehen: warum zeigt er ihnen seine Schatzkammern? Was will er damit bezwecken?

    Wenn ich dann das harte Urteil Jehovas darüber lese, vermute ich mal, dass es etwas mit Stolz zu tun hatte. Aber warum so kurz nach der wundersamen Heilung?

    Könnte es sein, dass er sich durch diese Heilung sehr von Jehova gesegnet fühlte und darüber so begeistert und dankbar war, dass er es nicht nur mit einem Danklied mitteilen wollte? Jesus sagte ja „aus der Fülle des Herzens redet der Mund“ und so ist dies ja verständlich. Aber vielleicht ist er ja dabei über das Ziel hinaus geschossen?

    Vielleicht wolte er das mit dem Segen noch unterstreichen und hat deswegen all die Schätze gezeigt, die er durch den Segen Jehovas angehäuft hatte. Aber dies allein kann nicht den Zorn Jehovas herauf beschworen haben. Vielleicht hatte er es aber dabei versäumt, Jehova die Ehre dafür zu geben?

    Wer weiss das schon? Aber nach der Auferstehung können wir ihn ja selbst fragen

  107. Jesaja 40 – 42

    Jesaja 40:1-2

    So spricht euer Gott: »Tröstet, ja, tröstet mein Volk! 2 Ermutigt die Einwohner Jerusalems! Ruft ihnen zu: Nun habt ihr genug gelitten! Die schreckliche Zeit ist vorbei! Der Herr hat euch ohne Mitleid für eure Sünden bestraft. Eure Schuld ist beglichen.«

    Jetzt könnte jemand daher kommen und sagen: „das war aber hart. Warum musste er sie denn erst strafen? Wäre das nicht auch anders, für das Volk einfacher, gegangen““

    Ja! Sie hätten nur bereuen und umkehren müssen. Aber sie wollten es nicht anders. Nun mussten sie für ihre Sünden zahlen, „ihre Schuld begleichen“. Auch dies ist nur zu gerecht. Warum?

    Jehova hatte ganz klare Bedingungen für den Bund aufgestellt, denen sie ja damals am Berg Sinai zugestimmt hatten. Um der Gerechtigkeit Willen muss sich Jehova jetzt hier daran halten und was auf ihre Sünden steht, das wußten sie ja bereits vorher. Logischerweise ist das jetzt und hier nicht besonders angenehm für sie, sondern sehr schmerzhaft. Aber Jehova hatte ja sich selbst auch nicht geschont: Er wollte die Menschen von Sünde und Tod befreien und dazu brauchte es ein besonderes Opfer, ein entsprechendes Lösegeld. Genau dies hat Jehova beschafft und es hat ihn sehr viel gekostet.

    Er schickte seinen innig geliebten Sohn auf die Erde, damit er einen schmachvollen Tod stirbt – nur um dieses halsstarrige und ungehorsame Volk aus den Fesseln der Sünde zu befreien. Er wählte ganz bewußt Jesus und keinen anderen der Engel – weil er wußte, er könne sich auf ihn voll und ganz verlassen. Es durfte ja nichts schief gehen, das Wohl der ganzen Menschheit stand auf dem Spiel.

    Und so zahlte Jehova den höchsten Preis, den jemand überhaupt zahlen kann: er „opferte“ sein Kind. Was das für Jehova bedeutet hat, können wir bestimmt besser nachempfinden, wenn wir uns noch einmal mit der Situation beschäftigen, als Abraham seinen geliebten Sohn Isaak opfern sollte – und mit den Gefühlen, die dies in uns auslöst. Haben wir Wertschätzung dafür?

    Jehova mußte ihn „opfern“, um der Gerechtigkeit Genüge zu tun und das selbe kann er zu Recht auch von seinen Anbetern erwarten.

    Nun haben wir die Tatsache, dass Jehova Jesus „geopfert hat“ in Anführungszeichen gesetzt, weil er ihn ja später durch die Auferstehung zurück erhielt, ebenso wie Abraham seinen Sohn ja „nur“ „so gut wie“ geopfert hatte. Aber dem Volk Gottes widerfuhr ja auch kein Schaden auf Dauer, den Jehova nicht wieder würde gut machen können.

    Ob sie sich später dessen bewußt waren?

  108. Jesaja 40:9-15

    Ruf laut, und scheue dich nicht! Sag den Städten im Land Juda: »Seht, da kommt euer Gott!«

    10 Ja, der Herr kommt als ein mächtiger Gott. Er herrscht mit großer Kraft. Den Lohn für seine Mühe bringt er mit: sein Volk, das er sich erworben hat. Es geht vor ihm her. 11 Er sorgt für sein Volk wie ein guter Hirte. Die Lämmer nimmt er auf den Arm und hüllt sie schützend in seinen Umhang. Die Mutterschafe führt er behutsam ihren Weg.

    Die unvergleichliche Größe Gottes

    12 Kann jemand die Wassermassen der Meere mit der hohlen Hand messen oder die Weite des Himmels mit der Handspanne bestimmen? Und kann jemand die Erdmassen in Eimer abfüllen, die Berge wiegen und alle Hügel auf die Waagschale legen? 13 Wer kann den Geist des Herrn fassen? Wer war sein Lehrer, wer hat ihn beraten? 14 Braucht der Herr jemanden, bei dem er sich Rat holt, einen, der ihn unterrichtet und ihm zeigt, was richtig ist? Musste ihm je einer neue Erkenntnisse vermitteln und ihm die Augen öffnen für das, was er zu tun hat? 15 Nein, niemals!

    unser Gott Jehova ist wirklich unvergleichlich – ihm kann niemand das Wasser reichen!

    Jesaja 40:18-22

    18 Mit wem wollt ihr Gott vergleichen? Gibt es für ihn überhaupt ein passendes Bild? 19 Da gießt der Künstler eine Figur aus Bronze, und der Goldschmied überzieht sie mit Gold und schmückt sie mit silbernen Kettchen. 20 Wem eine solche Götterstatue zu teuer ist, der nimmt Holz, das nicht fault. Er lässt sich von einem geschickten Künstler eine Figur daraus schnitzen, die fest steht und nicht wankt.

    21 Ihr aber – wisst ihr es nicht besser? Oder wollt ihr es nicht hören? Hat man es euch nicht von Anfang an erzählt? Ist euch wirklich nicht bekannt, wer die Erde gemacht hat? 22 Es ist der Herr! Hoch thront er über der Welt;

  109. Jesaja 40:27-31

    Ihr Nachkommen Jakobs, ihr Israeliten, warum behauptet ihr: »Der Herr weiß nicht, wie es uns geht! Es macht unserem Gott nichts aus, wenn wir Unrecht leiden müssen.«?

    28 Begreift ihr denn nicht? Oder habt ihr es nie gehört? Der Herr ist der ewige Gott. Er ist der Schöpfer der Erde – auch die entferntesten Länder hat er gemacht. Er wird weder müde noch kraftlos. Seine Weisheit ist unendlich tief. 29 Den Erschöpften gibt er neue Kraft, und die Schwachen macht er stark. 30 Selbst junge Menschen ermüden und werden kraftlos, starke Männer stolpern und brechen zusammen.

    31 Aber alle, die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.

    haben wir vielleicht auch manchmal das Gefühl, dass es unseren Gott nicht sonderlich interessiert, wie es uns geht – weil er die Dinge länger zulässt, als wir glauben ertragen zu können?

    Dann rufen wir uns diesen Bibeltext hier in den Sinn!

  110. Jesaja 41:8-14 Hab keine Angst,denn ich bin dein Gott

    8 Der Herr sagt: »Israel, du bist das Volk, das mir dient. Dich habe ich erwählt. Du stammst von meinem Freund Abraham ab, 9 dich allein habe ich vom Ende der Erde herbeigeholt. Von weither habe ich dich gerufen und zu dir gesagt: ›Du sollst mir dienen!‹ Dich habe ich erwählt und nicht verstoßen.

    10 Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich!

    11 Alle, die voller Wut gegen dich toben, werden am Ende in Schimpf und Schande dastehen. Die Männer, die dich bekämpfen, werden zugrunde gehen. Niemand redet dann mehr von ihnen. 12 Vergeblich wirst du dich umsehen nach denen, die Krieg mit dir führten – du wirst sie nicht mehr finden. Wo sind sie geblieben, deine Feinde? Sie sind verschwunden, als ob es sie nie gegeben hätte. 13 Denn ich bin der Herr, dein Gott. Ich nehme dich an deiner rechten Hand und sage: Hab keine Angst! Ich helfe dir.

    14 Israel, du kleines Volk, das von Jakob abstammt, hab keine Angst, auch wenn du schwach bist und völlig hilflos. Ich helfe dir; ich, der Herr, der heilige Gott Israels, bin dein Befreier.

    Warum werden die Feinde des Volkes nicht mehr da sein? Weil sie auch Gottes Feinde sind und Israel bedrücken, weil sie Jehova dienen!

    Wir dürfen diesen Text also bitte nicht mißverstehen: nur weil wir dem Namen nach zu Jehovas Volk gehören, wird er noch lange nicht all diejenigen vernichten, die uns gerade nicht in den Kram passen, weil sie vielleicht Dinge tun, die uns heute sehr schmerzen!

    Erinnern wir uns bitte daran: Jehova erwartet von seinen wahren Anbetern, dass sie Frieden und Einheit untereinander haben und dass sie ihre Problem im Geist der Liebe und im Licht der Bibel beilegen. Wenn wir uns ganz eng an Jehova und sein Wort halten, dann sollte es uns doch wirklich gelingen, wieder Frieden zu schließen. Es dürfte sich also niemand unter den wahren Anbetern Jehovas befinden, die wir als unsere Feinde ansehen, die Jehova hier verspricht zu beseitigen!

    Hier ist nur von den Feinden die Rede, die sein Volk angreifen und bedrücken, weil sie nicht gemäß dem Geist der Welt leben und dem Satan dadurch die Felle wegschwimmen im Wettstreit mit Jehova. Jeder, der nicht so lebt, wie Jehova sich das wünscht und ganz bewußt dagegen handelt und diejenigen bedrückt, die sich aufrichtig bemühen, Gottes Willen zu tun – all diejenigen betrachtet Jehova als SEINE Feinde. Und genau diese wird er zu seiner Zeit vernichten, so dass wir sie nicht mehr finden werden, egal wie lange und sorgfältig wir uns auch umsehen mögen

  111. Jesaja 42:1-4 Der Bote Gottes und sein Auftrag

    1 Der Herr spricht: »Seht, hier ist mein Bote, zu dem ich stehe. Ihn habe ich auserwählt, und ich freue mich über ihn. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, und er wird den Völkern mein Recht verkünden. 2 Aber er schreit es nicht hinaus; er ruft nicht laut und lässt seine Stimme nicht durch die Straßen der Stadt hallen. 3 Das geknickte Schilfrohr wird er nicht abbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Unbeirrbar sagt er allen, was wahr und richtig ist. 4 Er selbst wird nicht müde, nie verliert er den Mut, bis er auf der ganzen Erde für Recht gesorgt hat. Schon lange warten die Bewohner der Inseln und der fernen Küsten auf seine Weisung.«

    Wir wissen, dass es Jesus war, der hier so mutig Gottes Wahrheit bekannt gemacht hatte, denn er sagte zum Schluß zu Pilatus, dass er aus eben diesem Grund auf die Erde gekommen war.

    Wir sind Jesu Nachfolger und wir sollten sein Beispiel nachahmen. Sagen auch wir immer mutig die Wahrheit über Jehova, seinen Willen und sein Vorhaben? Oder neigen wir doch ab und an dazu, anderen die Ohren zu kitzeln, um unseren Stand nicht zu gefährden?

    Und nun sagt er zu seinem Boten:

    6 »Ich, der Herr, habe dich berufen, meine gerechten Pläne auszuführen. Ich fasse dich an der Hand und helfe dir, ich beschütze dich. Du wirst den Völkern zeigen, was ich von ihnen will, ja, für alle Völker mache ich dich zu einem Licht, das ihnen den Weg zu mir zeigt

    Wie wir sehen, wird uns Jehova beistehen und die nötige Kraft und den nötigen Mut geben, damit wir genau das tun. Daran können wir dann erkennen, dass wir den Geist Jehovas haben, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass wir zu den Gesalbten gehören (siehe WT vom 15.12.2011 „Geleitet von Gottes Geist – damals und heute“ Absatz 14)

  112. Jesaja 42:18-25 Israel verschließt die Augen vor dem Herrn

    18 »Ach, wie seid ihr taub und blind!«, sagt der Herr. »Warum wollt ihr nicht hören, warum nicht sehen? 19 Wenn je ein Volk blind war, dann mein Volk Israel. Gibt es überhaupt einen, der so taub ist wie mein Volk, das ich als meinen Boten senden will? Gibt es ein Volk, das so blind ist wie Israel, mein Vertrauter, den ich in meinen Dienst gestellt habe? 20 Was habt ihr nicht alles an Gutem gesehen, aber es lässt euch kalt! Was habt ihr nicht alles gehört, aber es war vergeblich!« 21 Der Herr wollte euch stets in seiner Nähe behalten, darum hat er sein Gesetz klar und unübertrefflich gemacht. Was aber ist aus euch geworden? 22 Ihr seid ein beraubtes und ausgeplündertes Volk. Gefesselt hockt ihr in Erdlöchern; man hat euch in Kerker gesteckt. Man hat euch ausgeplündert und verschleppt. Niemand hilft euch, niemand fordert eure Freilassung.

    23 Ach, wenn euch das doch zum Nachdenken brächte! Wenn ihr doch für euer weiteres Leben eine Lehre daraus ziehen wolltet! 24 Wer hat denn zugelassen, dass Israel ausgeplündert wurde? Wer hat die Nachkommen Jakobs an die Räuber ausgeliefert? Ist es nicht der Herr, dem wir ungehorsam waren? Er hat es getan, weil Israel nicht auf ihn hören wollte, weil es seinen Geboten keine Beachtung schenkte.

    25 Darum bekamen sie seinen glühenden Zorn zu spüren: Er ließ Krieg ausbrechen; sie waren eingeschlossen von loderndem Feuer. Das ganze Land brannte – aber sie wollten nicht einsehen, dass der Herr sie straft. Sie ließen sich nicht belehren.

    Könnten wir ihnen heute in irgendeiner Form gleichen?

  113. Jesaja 43 – 45

    Jesaja 43:1-4

    1 Aber jetzt sagt der Herr, der euch geschaffen hat, ihr Nachkommen Jakobs, der euch zu seinem Volk gemacht hat: »Hab keine Angst, Israel, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir. 2 Wenn du durch tiefes Wasser oder reißende Ströme gehen musst – ich bin bei dir, du wirst nicht ertrinken. Und wenn du ins Feuer gerätst, bleibst du unversehrt. Keine Flamme wird dich verbrennen. 3 Denn ich, der Herr, bin dein Gott, der heilige Gott Israels. Ich bin dein Retter. Ich bezahle ein hohes Lösegeld für deine Befreiung: Ägypten, Äthiopien und Seba. 4 So viel bist du mir wert, dass ich Menschen und ganze Völker aufgebe, um dich am Leben zu erhalten. Diesen hohen Preis bezahle ich, weil ich dich liebe.

    Leider hinterlassen solche Verse oftmals einen völlig falschen Eindruck, ganz besonders, wenn wir sie aus dem Zusammenhang reißen:

    Denn hier könnte nun der Eindruck entstehen, dass uns überhaupt nichts passieren kann, wenn wir nur Jehova auf die richtige Weise anbeten.

    Wir denken hier vielleicht an die drei jungen Hebräer, die sich geweigert hatten, das goldene Standbild anzubeten. Sie wurden in denm Feuerofen geworden und doch wurde ihnen kein einziges Haar gekrümmt.

    Oder wir denken an Daniel, der sich weigerte, nicht mehr zu Jehova zu beten. Er wurde in eine Löwengrube geworfen. Dennoch ist ihm nichts passiert, obwohl er die ganze Nacht darin mit den hungrigen Löwen verbringen mußte.

    Weil sie Jehova liebten und sich weigerten, Abstriche bei der wahren Anbetung zu machen, kamen sie in Lebensgefahr. Aber Jehova errettete sie, weil er sie liebte und weil sie ihm treu waren.

    Denken wir an das Volk Israel, das er trockenen Fußes durch das Rote Meer führte oder denken wir an Jona, der im Bauch eines großen Fisches überlebte. Jehova beschützte sie, weil sie zu seinem Volk gehörten und er beschützte sogar den ungehorsamen Jona, der sich geweigert hatte, das zu tun, was Jehova ihm aufgetragen hatte.

    Auf diese Personen passt das hier im Text gesagte, selbst wenn es aus dem Zusammenhang gerissen ist.

    Aber was ist z.B. mit Naboth, der sich weigerte seinen Garten an Ahab zu verkaufen, weil er sich daran hielt, dass der Erbbesitz nicht verkauft werden sollte? Er wurde durch eine Böse Intrige falsch angeklagt und zu Tode gesteinigt.

    Oder was ist mit Jakobus, der trotz Verbot eifrig Gottes Königreich verkündigte? Er wurde zu Tode gesteinigt.

    Oder Jesus Christus, der wohl sicherlich treueste und loyalste Mensch, der jemals gelebt hatte. Er starb einen schmachvollen Tod am Marterpfahl!

    Wir sehen, dass die eben gelesenen Worte aus dem Buch Jesaja nicht unbedingt bedeuten, dass uns Jehova vor jedem Schaden bewahrt – nur weil wir ihm treu ergeben sind. Wir denken da auch an all die treuen Brüder, die in der NS-Zeit hingerichtet wurden, weil sie sich weigertern, in den Krieg zu ziehen, oder an die Verbotszeit in der damaligen DDR oder an all die Treuen, die heute unter Verbot ausharren.

    Manchmal hat Jehova einen guten Grund, warum er zuläßt, dass uns schwerer Schaden zugefügt wird, bis hin zum Tod. Denken wir da an den Tod Jesu, der damit die Prophezeiungen erfüllte und auch erfüllen mußte, um das Lösegeld für die ganze Menschheit zu erbringen.

    Wir wissen ja auch um die Streitfrage: wenn Jehova jeden einzelnen seiner Diener immer und überall vor jedem Schaden bewahrt, dann gibt er damit ja Satan Recht: dann würden ihm ganz viele aus selbstsüchtigen Gründen dienen – und nicht einfach, weil sie IHN lieben!

    Wie wir sehen, ist es ganz wichtig, die Bibel auch immer wieder als Ganzes zu lesen – damit wir nicht irregeführt und entmutigt werden, wenn es uns mal schlecht geht und irgendwelchen „netten“ Menschen – wie seinerzeit Rabschake – uns weismachen, unser Gott habe uns verlassen oder keinen Gefallen mehr an uns.

    Denn wir wissen ja, dass dies die Masche des Widersachers Gottes ist, der will, dass wir aufhören, Jehova zu dienen. Denn dann kann er zu Jehova sagen: „Siehst du?!“

    Wollen wir das? Sicherlich nicht!

  114. Was bedeutet es eigentlich für mich ganz persönlich, dass ich den Namen „Zeuge Jehovas“ tragen darf?

    Jesaja 43:8-13

    Mein Volk soll vortreten! Sie haben Augen, und doch sind sie blind, sie haben Ohren, und doch sind sie taub. 9 Alle Völker sind zu einer Gerichtsverhandlung versammelt. Welcher ihrer Götter hat etwas im Voraus angekündigt? Wer von ihnen hat früher etwas vorausgesagt, das inzwischen eingetroffen ist? Wir wollen es hören! Die Völker sollen Zeugen aufstellen, die die Aussagen ihrer Götter bestätigen! 10 Meine Zeugen seid ihr Israeliten! Ich, der Herr, habe euch erwählt, damit ihr mir dient. Ich möchte, dass ihr mich kennt und mir vertraut. Ihr sollt begreifen: Ich bin der einzige Gott. Es gibt keinen Gott, der vor mir da war, und es wird auch in Zukunft nie einen anderen geben. 11 Ich, der Herr, bin der einzige Gott. Nur ich kann euch retten. 12 Ich habe es euch wissen lassen und euch immer geholfen. Durch die Propheten habt ihr von mir gehört. Habt ihr je einen anderen Gott mit solcher Macht gekannt? Ihr seid Zeugen, dass ich allein Gott bin, 13 und ich werde auch in Zukunft immer derselbe sein. Niemand kann meiner Hand entfliehen.

    Wir alle kennen Jesaja 43:10, denn wir zitieren ihn immer wieder gern zu der Frage, warum wir seinerzeit den Namen Zeugen Jehovas angenommen haben und auch heute noch tragen. Allerdings war der Text noch im Zusammenhang, als die Resolution damals verkündet worden ist und auch begeistert angenommen wurde. Wenn wir die Verse 8 bis 13 lesen, begreifen wir hoffentlich wirklich, warum wir diesen Namen heute tragen und erweisen uns dessen auch als würdig!

    Leider scheinen einige den Sinn davon heute nicht mehr zu verstehen. Oftmals scheint es so, als sei es eine Art Vereinszugehörigkeit, oder irgendein Name, nach dem wir genannt werden. Aber Jehova sagt hier, dass nicht der Name das Wichtige ist und alles andere läuft so nebenher – sondern dass wir das erfüllen, was er in Jesaja sagt – und den Namen gibt es sozusagen als eine Art Gütesiegel obendrauf.

    Es geht doch darum, dass man auch heute oftmals den Glauben an Gott mit allen möglichen Dingen vermischt. Da passen „Christ sein“ und Esotherik oder Spiritismus zusammen, die Hoffnung wird ‚auf die Edlen‘ der Erdenmenschen gesetzt, alles mögliche hat einen hohen Stellenwert bei uns, aber Jehova kommt ganz hinten an.

    Nun stellen wir uns bildlich vor, wie Jehova alle Menschen zusammenruft um ihren Glauben und ihren Gott vorzustellen. Wer kann da gegen Jehova bestehen? Wer ist wie er?

    Nun kommen wir als sein Volk ins Spiel. Allerdings nicht so sehr als sein Namensvolk – denn das, was im Kontext erwähnt wird, macht ja leider auch nicht vor den eigenen Reihen Halt.

    Jehova will, dass diejenigen vortreten, dessen alleiniger Gott Jehova ist. Menschen, denen ER das Wichtigste im Leben ist. Menschen, die sich viel mit Jehova beschäftigt haben und es auch weiterhin noch tun. Die sich auskennen. Menschen, die wissen, wie ER ist und wie er in der Vergangenheit mit seinem Volk gehandelt hat und die auch die Prophezeiungen kennen und wissen, wo und wann sie sich wie erfüllt haben.

    Denn alle diese Dinge sollen sie bezeugen.

    Aber ich kann nur das bezeugen, was ich auch selbst gesehen habe. Informationen aus zweiter Hand kann ich nicht bezeugen. Wenn mich der Richter nach einem Unfallhergang befragt, was ich gesehen habe – dann will er nicht von mir hören, was ein anderer gesagt hat. Er will hören, was ich selbst – ich ganz persönlich – beobachtet habe.

    Also was könnte ich über meinen Gott bezeugen? Gut, ich war nicht dabei, als er die Erde erschuf oder als er mit Moses oder Abraham gesprochen oder mit seinem Volk in der Wildnis gehandelt hat. Aber dafür hat Jehova in weiser Voraussicht Männer inspiriert, die sein Wort für uns aufgeschrieben haben. Und hier bin ich dann schon bei dem ersten Punkt: glaube ich wirklich, dass die Bibel Gottes Wort ist? Lasse ich das dadurch erkennen, dass ich eifrig darin lese?

    Wenn ich dies tue, dann lerne ich Jehova richtig gut kennen. Mit jedem Mal etwas besser. Dann kann ich auch bezeugen, wie er ist und gehandelt hat, denn durch das Lesen war ich hautnah dabei. Immerhin lasse ich sein Wort ja in mir lebendig werden.

    Und dann gibt es ja auch noch meine eigenen Erfahrungen, die ich mit ihm gemacht habe. Diese kann ich bezeugen. Andere daran teilhaben lassen, wie wunderbar Jehova mit mir gehandelt hat. Wie oft er geholfen hatte, wenn ich dachte „ich kann nicht mehr“.

    Ja, wenn ich Jehova durch intensives Lesen in der Bibel gut kennen gelernt habe und auch selbst viele Erfahrungen damit gemacht habe, wie machtvoll, gerecht und liebevoll er mit mir gehandelt hat – dann kann ich in der Menge aufstehen und bezeugen, dass Jehova der allein wahre Gott ist. Und dadurch erweise ich mich als sein Zeuge!

    Und genau dies waren auch die Anfänge der Zeugen Jehovas:

    Damals forschte Bruder Rutherford intensiv in der Bibel, weil er Jehova unmd seinen Willen noch besser kennen lernen wollte. Er redete mit anderen darüber, schrieb sogar Zeitungsartikel und Bücher darüber. So kann er mit anderen Menschen in Kontakt, die ebenso ernsthaft nach Jehova suchten. So lernten sie IHN immer besser kennen, erkannten wie sich die Prophezeiungen erfüllten und schrieben darüber, um andere mit daran teilhaben zu lassen. Schon allein dadurch „legten sie Zeugnis dafür ab“, dass Jehova allmächtig ist und „ein Vorhersager von Ereignissen“.

    Irgendwann im Laufe der Zeit begriff er, dass eigentich er und seine Brüder, die wie er ernsthaft die Bibel studierten, genau diese Zeugen sind, die in Jesaja 43 erwähnt wurden. Daher war die logische Schlußfolgerung, diesen Namen anzunehmen, um sich von den anderen Menschen abzugrenzen, die vorgeben, Jehova zu dienen. So war der Name eigentlich „nur“ das Prüfsiegel, was ihnen verliehen wurde, „weil auch Zeugen Jehovas drin sind“ 😉 (Siehe jv Kap. 7 S. 79-82)

    „Ihr seid meine Zeugen“
    „‚Ihr seid meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚und ich bin Gott‘ “ (Jes. 43:12). Beginnend mit den 20er Jahren, wurden sich die Bibelforscher zunehmend der tiefen Bedeutung dieser Worte des Propheten Jesaja bewußt. Durch den Wacht-Turm wurde wiederholt die Aufmerksamkeit auf die Verantwortung gelenkt, für Jehovas Namen und sein Königreich Zeugnis abzulegen. Ein Meilenstein war jedoch ein Kongreß, der 1931 in Columbus (Ohio) abgehalten wurde.

    Am Sonntag, den 26. Juli hielt Bruder Rutherford mittags den öffentlichen Vortrag „Das Königreich — die Hoffnung der Welt“, der in einer riesigen Gemeinschaftssendung des Rundfunks ausgestrahlt und von mehr als 300 weiteren Stationen zu einem späteren Zeitpunkt gesendet wurde. Am Ende des Vortrags richtete Bruder Rutherford ernste Worte an die Christenheit, indem er eine scharfe Resolution mit dem Thema „Warnung von Jehova“ verlas, die sich „an die Herrscher und an das Volk“ wandte. Als er dazu aufforderte, die Resolution anzunehmen, erhoben sich alle Besucher und riefen: „Ja!“ Telegramme, die später eingingen, zeigten, daß viele Rundfunkhörer ebenfalls laut zugestimmt hatten.

    Von 13 Uhr, als der öffentliche Vortrag zu Ende war, bis 16 Uhr, als Bruder Rutherford erneut vor das Publikum trat, war die Atmosphäre spannungsgeladen. Bruder Rutherford hatte ausdrücklich darum gebeten, daß jeder, der die mittags gegebene Warnung an die Christenheit mit echtem Interesse verfolgt habe, um 16 Uhr auf seinem Platz sein möge.

    Pünktlich um 16 Uhr sagte Bruder Rutherford einleitend, er sei davon überzeugt, daß seine Ausführungen für jeden, der seine Stimme hören könne, außerordentlich wichtig seien. Seine Zuhörer saßen wie auf glühenden Kohlen. Während seines Vortrags brachte er eine weitere Resolution ein mit dem Thema „Ein neuer Name“, die in der Erklärung gipfelte: Wir „wünschen, unter folgendem Namen bekannt zu sein und also genannt zu werden: Jehovas Zeugen“. Wieder sprangen die Anwesenden begeistert auf und riefen laut: „Ja!“ Von nun an würden sie als Zeugen Jehovas bekannt sein!

    Dies müssen wir unbedingt begreifen, denn wir leben in den letzten Tagen und es ist heute noch wichtiger denn je, dass die Menschen erkennen, wer der wahre Gott ist. Immerhin ist mit dem Namen Jehovas ja ein Vorhaben verbunden und er hat angekündigt, dass er diejenigen vernichten wird, die sich weigern, seinen Willen zu tun. In Hesekiel wird immer wieder der Satz angeführt: „dann werden sie erkennen, dass ich Jehova bin!“

    Gerade in der heutigen Zeit benötigt Jehova solche „Zeugen“, die den Menschen bezeugen, dass er der allein wahre Gott ist, dass er allmächtig und allweise ist, dass er die Dinge voraussagt und eintreffen lässt usw.

    Daher sollten wir uns der höchst wichtigen Verantwortung bewusst sein, was es eigentlich bedeutet, wenn wir diesen Namen „Zeugen Jehovas“ tragen. Es gab mal einen Werbeslogan: „P…, da weiß man, was man hat“. Dieser sollte auch auf uns als Zeugen Jehovas zutreffen:

    „Zeugen Jehovas, da weiß man, was man hat!
    Das sind diejenigen, von denen Jehova in Jesaja 43:8-13 spricht, Menschen, die vortreten weil sie Jehova kennen und aufrichtig und ehrlich bezeugen können, dass ER allein der wahre Gott ist“.

    Es ist also nicht nur irgendsoein Name, den wir erhalten haben, den wir tragen, weil es alle „in unserem Verein“ so tun, sondern ein Name mit Bedeutung.

    Viellicht ist es hier auch wieder an der Zeit, unsere Notizen vom diesjährigen Kreiskongress „Gottes Name werde geheiligt“ herauszukramen und uns an all die Gedanken zu erinnern, die wir dort gehört haben und die Dinge auch in die Tat umzusetzen…

  115. Jesaja 43:15-19

    15 Ich bin der Herr, euer heiliger Gott, ich habe euch, Volk Israel, geschaffen, und ich bin euer König.

    16 Ich habe für eure Vorfahren einen Weg durch das Meer gebahnt und sie sicher durch die Fluten geführt. 17 Das Heer der Feinde mit seinen Streitwagen und Pferden ließ ich ins Verderben laufen. Da lagen sie nun, die Helden, und standen nie wieder auf! Ihr Leben erlosch wie ein verglimmender Docht. 18 Doch hängt nicht wehmütig diesen Wundern nach! Bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen! 19 Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt?

    Das hört sich fast so an, als würde Jehova zu uns heute sprechen:

    Er erinnert an all die guten Dinge, die er in der Vergangenheit für sein Volk getan hat. Aber wir sollten heute nicht mehr auf Wunder hoffen, sondern frohen Mutes unseren Weg gehen, uns auf die Dinge vor uns konzentrieren.

    Wenn wir genau hinsehen, dann bemerken wir, dass Jehova bereits fleißig im Hintergrund arbeitet. Bald ist es soweit! Befinden wir uns vielleicht sogar schon in der großen Drangsal? Vielleicht bemerken wir es nicht, weil sie sich anders gestaltet, als wir das vermutet hätten…

  116. Jesaja 46 – 48

    Jesaja 47:6-15

    Ich war sehr zornig auf mein Volk und verstieß es – sie gehörten nicht mehr zu mir, und darum gab ich sie in deine Hand. Doch du zeigtest kein Erbarmen: Selbst die alten Menschen hast du erbarmungslos zu schwerer Arbeit gezwungen. 7 ›Für immer und ewig werde ich regieren!‹, hast du stolz geprahlt und keinen Gedanken daran verschwendet, dass auch du zu Boden stürzen könntest. An ein solches Ende hast du nie gedacht.

    8 Du genusssüchtiges Weib! Noch lebst du sorglos in den Tag hinein. Eingebildet wie du bist, siehst du nur dich, und außer dir zählt nichts. Du sagst: ›Ich werde niemals Witwe sein! Einsam leben, ohne Kinder? Nein, das gibt es nicht!‹ Doch nun hör, was ich, der Herr, dir sage: 9 Beides wird dich am selben Tag treffen: Auf einen Schlag wirst du Mann und Kinder verlieren. In voller Härte bricht dieses Unglück über dich herein, obwohl du dich mit vielen Zauberformeln und Bannsprüchen davor schützen wolltest.

    10 Auf deine Bosheit hast du dich verlassen und gedacht: ›Es sieht ja niemand, was ich treibe!‹
    Deine Weisheit und dein Wissen haben dich so stolz gemacht. Du siehst wirklich nur dich selbst. Alles andere nimmst du nicht wahr! 11 Du ahnst nicht, dass du in dein Unglück rennst. Doch plötzlich ist es da; unversehens bricht es über dich herein! Kein Zauberspruch kann dich davor bewahren, und auch durch Opfer wendest du es nicht mehr ab. 12 Versuch es nur mit der Beschwörungskunst! Los, wende deine Zaubersprüche an, die du von Jugend an mühsam gelernt hast! Wer weiß, ob das nicht hilft! Vielleicht fällt dir ein Zauberspruch ein, der selbst dieses drohende Unglück verscheucht.

    13 Du hast dich schon immer bemüht, guten Rat zu erhalten. So lass auch jetzt die Sterndeuter kommen, sollen sie dir doch helfen, die dir jeden Monat die Zukunft vorhersagen! 14 Doch wie Stroh werden sie ein Raub der Flammen. Nichts können sie retten vor dem fressenden Feuer, nicht einmal das eigene Leben. Es wird kein Feuer sein, um das man in der Runde sitzt und an dessen Glut man sich die Hände wärmt!

    15 So werden sie enden, deine Wahrsager, um die du dich von Jugend an bemüht hast. Sie machen sich aus dem Staub und schleppen sich nach Hause. Alle lassen dich hilflos zurück.«

    Hier haben wir nun den Grund, warum Jehova Babylon richtet – obwohl er sie doch benutzt hat, sein Volk zu richten. Es geht nicht darum, dass sie es in seinem Auftrag gerichtet haben, sondern dass sie die gegebene Macht mißbraucht haben und grausam waren.

    Babylon sollte Gottes Volk ins Exil führen, damit es zur Besinnung kommt. Vielleicht ähnlich, wie wir unserem ungehorsamen Kind Stubenarrest oder Fernsehverbot erteilen, damit es darüber nachdenkt, was es falsch gemacht hat. Schliesslich lieben wir unsere Kinder und müssen sie ab und an „in Zucht nehmen“ damit sie rechtschaffene Menschen werden und später im Leben zurecht kommen. Dies ist auch die Aufgabe, die uns Jehova Gott als Eltern zugeteilt hat. Wenn wir aber unsere Stellung mißbrauchen und grausam sind, können wir nicht Jehovas Wohlgefallen haben.

    Bleiben wir jetzt mal bei dem Beispiel: unser Kind war ungehorsam und zur Strafe hat es Hausarrest. Es soll merken, dass es so nicht geht und es soll dadurch darüber nachdenken und zur Besinnung kommen. Bis hierher läuft alles richtig. Wenn wir aber nun daher gehen und sie in der Zeit wie im Gefängnis behandeln, indem wir ihnen nur Wasser und Brot zu essen geben oder sie einschließen und nur drei mal am Tag kurz aufs Klo gehen lassen, sie die ganze Zeit massiv beschimpfen oder sogar verprügeln – dann sind wir genauso hart und unbarmherzig, wie hier Babylon.

    Nun geht es ja hier nicht nur um Babylon die Große und dann in unserer Zeit um die Christenheit, sondern auch um Namenschristen. Wir sollten nicht denken, dass wir heute „in Sicherheit sind“, weil wir Babylon die Große verlassen haben und das Gericht war ja bereits am Hause Gottes, dort hatte er ja angefangen. Wir könnten auch heute als getaufte Zeugen Jehovas nur ein Namenschrist sein, ein Plagiat!

    Sehen wir uns nur an, was Jehova nach dem Teil mit der unbarmherzigen Behandlung Israels zu ihnen sagt. Trifft vielleicht einiges davon auf uns ganz persönlich zu? Dann sollten wir aufrichtig in uns gehen und an uns arbeiten. Denn wir wollen doch unserem Gott gefallen – oder?

  117. Jesaja 48 – Der Herr verteidigt seine Ehre

    1 Hört, ihr Nachkommen Jakobs aus dem Stamm Juda! Ihr tragt den Ehrennamen »Israel«. Wenn ihr einen Eid ablegt, dann schwört ihr beim Namen des Herrn. Ihr bekennt euch zu Israels Gott, aber ihr liebt ihn nicht und seid ihm nicht treu. 2 Ihr seid stolz auf eure heilige Stadt Jerusalem, und ihr beruft euch auf den Gott Israels, der »allmächtiger Gott« heißt. Hört, was er euch sagt:

    3 »Was früher geschah, hatte ich schon längst im Voraus verkündet; ich selbst hatte es gesagt, für alle hörbar, und genauso traf es ein. 4 Ich kenne euch doch und weiß, wie starrköpfig ihr seid! Unbeugsam seid ihr, als wäre euer Nacken aus Eisen; euer Schädel ist hart wie Stein! 5 Darum habe ich euch lange im Voraus wissen lassen, was ich tun werde; ihr habt davon gehört, bevor es geschah, damit ihr nicht behauptet: ›Das war unser Götze! Die goldene Statue unseres Gottes hat es so gefügt.‹

    6 Ihr habt also davon gehört, und es ist eingetroffen. Schaut euch nur um! Warum wollt ihr es nicht zugeben?
    Doch von heute an will ich etwas Neues ankündigen, etwas, das ihr noch nicht wisst, weil ich es bisher geheim gehalten habe. 7 Ich habe es nicht schon vor vielen Jahren geschehen lassen, sondern gerade jetzt. Ihr habt noch nie davon gehört! Darum könnt ihr auch nicht behaupten: ›Das haben wir schon lange gewusst!‹ 8 Nein, davon ist euch bisher noch nichts zu Ohren gekommen, ihr könnt es nicht wissen. Ich habe absichtlich geschwiegen, denn ich wusste, wie treulos ihr seid. Nicht umsonst nennt man euch ›das Volk, das sich von Anfang an gegen seinen Gott aufgelehnt hat‹. 9 Damit mein Name weiter gepriesen wird, halte ich meinen Zorn zurück. Ich beherrsche mich und vernichte euch nicht, denn meine Ehre steht auf dem Spiel. 10 Doch bestrafen musste ich euch. Wie ein Silberschmied bin ich mit euch umgegangen: Er schmilzt das Silber, um es von allen Schlacken zu reinigen. So habe ich euch in den Schmelzofen des Elends geworfen. 11 Um meinetwillen will ich euch jetzt retten, nur um meinetwillen! Mein Name soll nicht in den Schmutz gezogen werden. Nein, die Ehre, die mir zusteht, teile ich mit keinem anderen!«

    Der Herr ist Israels Befreier

    12 »Hört mir zu, ihr Nachkommen Jakobs, die ich als mein Volk auserwählt habe: Ich bin Gott. Ich bin der Erste und der Letzte. 13 Ich habe mit eigener Hand die Fundamente der Erde gelegt und den Himmel ausgespannt. Nur ein Wort von mir – und alles stand an seinem Platz. 14 Versammelt euch und hört mir zu! Der Mann, den ich liebe, wird mein Urteil an Babylonien vollstrecken. Mit meiner Hilfe wird er das Heer der Chaldäer besiegen. Hat etwa einer der Götter dies schon angekündigt? 15 Nein, nur ich habe es gesagt. Ich habe diesen Mann gerufen und ihn auf den Weg geschickt. Sein Plan wird gelingen.

    16 Kommt her und hört zu: Von Anfang an habe ich kein Geheimnis aus meinem Vorhaben gemacht. Jetzt führe ich es aus und halte die Fäden in der Hand.«
    Und nun hat Gott, der Herr, mich gesandt und mir seinen Geist gegeben.

    17 So spricht der Herr, euer Erlöser, der heilige Gott Israels:
    »Ich bin der Herr, euer Gott. Ich lehre euch, was gut für euch ist, und zeige euch den Weg, den ihr gehen sollt. 18 Ach, hättet ihr doch meine Gebote befolgt! Dann wäre euer Friede wie ein Strom, der nie versiegt. Euer Glück würde sich ausbreiten wie die Meereswellen. 19 Unzählbar wären eure Nachkommen, so wie der Sand am Meer. Nie würde ich sie verstoßen oder vernichten.

    20 Schnell, verlasst Babylonien, ihr Israeliten, flieht aus dem Land der Chaldäer! Singt und jubelt vor Freude! Die ganze Welt soll hören, was geschehen ist. Erzählt es überall: ›Der Herr hat Israel, das Volk, das ihm dient, befreit! 21 Als der Herr sie durch die Wüste führte, mussten sie keinen Durst leiden, denn er sorgte für Wasser: Er spaltete den Felsen, und ein Bach sprudelte hervor.‹

    22 Doch alle, die sich gegen mich auflehnen, werden keinen Frieden finden. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!«

    Ein Wechselbad der Gefühle: Jehova wird sie befreien, aber nicht um ihretwillen.

    Wie würde ich mich fühlen, wenn das jemand zu mir sagt? Ist das nicht demütigend? Was mag bei diesen Worten in ihnen vorgegangen sein?

    • Scham – weil sie die Befreiung eigentlich nicht verdienten? Oder
    • Wut – weil er so mit ihnen sprach?
    • Groll – weil sie das nun wirklich nicht verdient hatten; wie redete er denn mit ihnen?

    Wenn ich nun bösartig und ichbezogen wäre, käme mir dann der Vergleich mit den „gute Freunden – schlechte Freunde“ in den Sinn und Jehova würde demnach für mich ein schlechter Freund sein, weil er mich nur benutzt?

    Vielleicht mögen sie jetzt und hier, als ihnen Jesaja dies sagt, so negativ gedacht haben. Aber vielleicht sind sie ja im Exil zur Besinnung gekommen und empfinden bei ihrer Rückkehr in ihr Land eher Scham. Denn wir wissen ja auch, dass nicht alle wieder zurück gegangen sind. Vielleicht waren unter denen, die in Babylon blieben, einige dabei, die immer noch so negativ dachten und sich sagten: „jetzt will ich auch nicht mehr und so schon garnicht.

    Manchmal denke ich, dass es nicht immer ein Segen ist, wenn man den anderen ins Herz sehen könnte. Ich stelle mir immer wieder Jehova vor, wie er von oben zusieht, was die Menschen so tun. Bei aufrichtigen Menschen macht es bestimmt Freude zu sehen, wie sie sich anstrengen um sich zu verbessern. Bestimmt ist es auch ok, wenn er die sieht, die aus einer Schwäche heraus sündigen. Es war keine Absicht und hinterher würden sie es am liebsten wieder ungeschehen machen.

    Aber zuzusehen, wie diejenigen immer wieder schlecht handeln, die vorgeben seine Diener zu sein? Und dabei „in die Mördergrube ihres Herzens“ sehen? Ihre Gedanken zu lesen und zurück zucken, weil sie am liebsten noch schlimmer mit den Sanftmütigen umgehen würden? Dass sie noch viel mehr Unheil stiften würden, wenn sie nur könnten? Das ist bestimmt ganz furchtbar.

    Dann denke ich immer wieder daran, dass Jehova so etwas hoffentlich niemals sehen wird, wenn er „sich herabbeugt“ und mir zusieht. Das hatte David bestimmt gemeint, als er Jehova bat, sein Herz und seine Nieren zu prüfen. Sicherlich hoffte auch er, dass Jehova niemals so etwas bei ihm entdecken müsse

  118. Jesaja 49 – 51

    Jesaja 50:4-11 Gott, der Herr, verteidigt mich!

    4 Gott, der Herr, gibt mir die richtigen Worte, damit ich erschöpfte Menschen zur rechten Zeit ermutigen kann.

    Morgen für Morgen weckt er mich, und dann höre ich zu: Der Herr lehrt mich wie ein Lehrer seinen Schüler. 5 Ja, Gott, der Herr, hat mich bereit gemacht, auf ihn zu hören. Ich habe mich nicht gesträubt und bin meiner Aufgabe nicht ausgewichen.

    6 Meinen Rücken habe ich hingehalten, als man mich schlug; ich habe mich nicht gewehrt, als sie mir den Bart ausrissen. Ich hielt ihren Beschimpfungen stand und verdeckte mein Gesicht nicht, als sie mich anspuckten.

    7 Und doch werde ich mich ihnen nicht beugen, denn Gott, der Herr, verteidigt mich. Darum habe ich auch die Kraft, ihnen die Stirn zu bieten. Ich weiß, ich werde nicht in Schimpf und Schande dastehen. 8 Der Richter, der mich freisprechen wird, ist schon unterwegs. Wer will mir da noch den Prozess machen? Lasst uns nur vor Gericht gehen! Wer will mich anklagen? Soll er doch herkommen! 9 Ja, Gott, der Herr, verteidigt mich! Wer kann mich da noch schuldig sprechen? Alle meine Ankläger werden umkommen, sie vergehen wie ein Kleid, das die Motten zerfressen.

    10 Erschreckt nicht, ihr Menschen, die ihr an den Herrn glaubt und auf die Worte seines Boten hört! Erschreckt nicht in dunklen Tagen! Verlasst euch auf den Herrn, auch wenn ihr nirgends einen Hoffnungsschimmer seht, denn er hält euch fest!

    11 Ihr anderen aber, die ihr ein Feuer schürt und euch mit Brandpfeilen rüstet – lauft hinein in euer eigenes Feuer, eure glühenden Pfeile sollen euch selbst treffen! Der Herr spricht: »Ich stürze euch ins Unglück. Ihr werdet auf dem Boden liegen und euch vor Qual winden.«

    was ist der Sinn unseres Lebens? Woran denken wir, wenn wir einschlafen und wenn wir aufstehen?

    Lassen auch wir uns bereitwillig von unserem Gott belehren – oder wissen wir selbst, was für uns gut ist?

  119. Jesaja 51 – Der Herr schenkt Rettung – für immer

    1 »Hört alle her, die ihr mir, dem Herrn, gefallen wollt und die ihr nach mir fragt! Erinnert euch an den Felsen, aus dem ihr herausgemeißelt worden seid, und an den Steinbruch, aus dem ihr gebrochen wurdet! 2 Ja, denkt an euren Vater Abraham und an Sara, eure Mutter. Als ich Abraham rief, war er kinderlos. Doch dann habe ich ihn gesegnet und ihm viele Nachkommen geschenkt.

    3 Und nun will ich Jerusalem trösten. Noch liegt die Stadt in Trümmern, doch ich werde mich über sie erbarmen und das ganze Land wieder aufblühen lassen. Ich werde diese Wildnis in einen blühenden Garten verwandeln, schön und prächtig wie der Garten Eden. Freudenschreie und lauten Jubel wird man dort hören und Lieder, mit denen die Menschen mir danken.

    4 Ihr Israeliten, beachtet meine Worte! Hört mir zu! Ich werde jetzt auch den anderen Völkern meine Gebote geben, mein Recht soll unter ihnen aufleuchten wie ein helles Licht! 5 Bald erfülle ich mein Versprechen, euch zu helfen. Die Rettung lässt nicht mehr lange auf sich warten! Mit starker Hand werde ich Gericht halten über die Völker. Die Bewohner der Inseln und der fernen Küsten setzen ihre Hoffnung auf mich. Sie warten darauf, dass ich auch vor ihnen meine Macht erweise. 6 Schaut hinauf zum Himmel: Er wird sich auflösen wie Rauch. Blickt zur Erde: Sie wird zerfallen wie ein altes Kleid, und ihre Bewohner sterben wie die Fliegen. Doch euch rette ich für alle Zeiten, meine gerechte Herrschaft hat kein Ende.

    7 Ihr Menschen meines Volkes, hört mir zu: Ihr wisst doch, was es heißt, so zu leben, wie es mir gefällt; meine Gebote sind in euer Herz geschrieben. Habt keine Angst, wenn Menschen euch verhöhnen. Lasst euch durch ihr Gespött nicht aus der Fassung bringen! 8 Denn sie werden vergehen wie ein Kleid und wie ein Wolltuch, das die Motten fressen. Doch meine gerechte Herrschaft besteht für alle Zeiten und die Rettung, die ich schenke, von einer Generation zur anderen.«

    Der Herr tröstet und befreit sein Volk

    9 Greif ein, Herr, greif doch ein! Zeig deine Macht, Herr! Greif ein wie damals vor langer Zeit! Du warst es doch, der das Heer der Ägypter schlug, der dem Drachen im Meer den Todesstoß gab! 10 Du hast das tiefe Meer ausgetrocknet und mitten hindurch einen Weg gebahnt, damit das befreite Volk hindurchziehen konnte.

    11 Ja, alle, die der Herr befreit hat, werden jubelnd aus der Gefangenschaft zum Berg Zion heimkehren. Dann sind Trauer und Sorge für immer vorbei, Glück und Frieden halten Einzug, und die Freude hört niemals auf.

    12 Der Herr spricht: »Ich bin es, der euch tröstet, ich allein. Und da fürchtet ihr euch noch vor der Macht eines Menschen? Was ist schon ein Mensch? Sterben muss er, verdorren wie das Gras! 13 Habt ihr vergessen, wer ich bin? Euer Schöpfer! Ich habe den Himmel wie ein Zelt aufgespannt, ich habe die Fundamente der Erde gelegt. Warum zittert ihr den ganzen Tag vor eurem Unterdrücker? Ihr erwartet jeden Moment, dass er euch in seiner Wut vernichtet. Was ist nun aus all seinen Drohungen geworden? 14 Bald schon werdet ihr alle befreit, die ihr jetzt noch im Gefängnis sitzt! Keiner wird im Kerker verhungern, für alle ist genug zu essen da. 15 Denn ich bin der Herr, euer Gott, der die Wellen des Meeres tosen lässt. Ich, der allmächtige Gott, 16 sage euch, was ihr in meinem Auftrag reden sollt. Schützend halte ich meine Hand über euch. Ich habe den Himmel ausgespannt und den Grundstein der Erde gelegt. Und zu Jerusalem sage ich: ›Du gehörst zu mir!‹«

    Steh auf, Jerusalem!

    17 Steh auf, Jerusalem, steh auf! Erheb dich! Du hast den Kelch, den der Herr in seiner Hand hielt, leer getrunken. Er war gefüllt mit seinem Zorn. Bis zum letzten Tropfen musstest du ihn schlucken, diesen Trank, der jeden zum Taumeln bringt. 18 Niemand nahm dich dann bei der Hand und führte dich. Keines deiner vielen Kinder, die du geboren und großgezogen hattest, kam dir zu Hilfe. 19 In doppelter Weise traf dich das Unglück, aber niemand empfand Mitleid mit dir: Du wurdest verwüstet, und du hast deine Einwohner verloren; Hunger und Schwert haben sie umgebracht. Ach, ich weiß nicht, wie ich dich trösten soll, Jerusalem! 20 Deine Kinder brachen ohnmächtig zusammen; an allen Straßenecken lagen sie, hilflos wie Rehe im Fangnetz. Der Zorn des Herrn hat sie getroffen, das Drohen deines Gottes ließ sie stürzen.

    21 Tief steckst du im Elend, Jerusalem; du wankst – doch nicht, weil du vom Wein betrunken bist!
    Höre nun, was der Herr dir sagt; 22 er ist dein Herr und dein Gott, dein Anwalt, der für dich eintritt: »Ich nehme euch den Becher mit dem starken Trank meines Zornes wieder aus der Hand. Ihr braucht nicht länger daraus zu trinken.

    23 Ich gebe ihn denen, die euch so grausam unterdrückt und euch zugerufen haben: ›Werft euch nieder, damit wir über euch schreiten!‹ Dann musstet ihr euch auf den Boden legen, und sie sind über euren Rücken hinweggeschritten wie über eine Straße.«

    hier ist wieder ein Hinweis darauf, dass auch andere Völker Jehova preisen würde. Wer zu Jehova gehört, der weiß, wie er angebetet werden möchte. Warum?

    Weil er sich dafür interessiert. Er hat Jehova kennen und damit auch lieben gelernt. Daher ist ihm wichtig, wie Jehova denkt und fühlt. Darum achtet er sorgfältig darauf, dass er nichts tut, was seinen Gott kränken oder schmerzen würde. Dies findet er in seinem Wort.

    Wer Jehvoa liebt, der wird regelmäßig in seinem Wort lesen, um ihm nahe zu sein und um sich ganz sicher zu sein, dass er so lebt, dass nicht er selbst es ist, der seinem Gott Anlaß zu Kummer gibt. Er weiß, wie Jehova angebetet werden möchte, SEIN Wort ist in ihr Herz gegraben!

  120. Jesaja 52 – 54

    Jesaja 52:1-12 Reiß die Fesseln ab!

    1 Wach auf, du Stadt auf dem Berg Zion, wach auf! Sei wieder stark! Zieh dein Festkleid an, Jerusalem, du heilige Stadt! Denn von nun an darf kein Mensch mehr durch deine Tore gehen, der nicht zu Gottes Volk gehört.2 Steh auf, und schüttle den Staub ab! Setz dich wieder auf deinen Thron, Jerusalem! Wirf die Halsfesseln ab, du Gefangene! 3 Denn so spricht der Herr: »Ich habe euch zwar als Sklaven verkauft, doch ich habe von euren Herren kein Geld verlangt. Und so sollt ihr nun auch befreit werden, ohne dass ich ein Lösegeld für euch bezahle.

    4 Am Anfang kam mein Volk nach Ägypten. Es wollte friedlich dort wohnen, aber es wurde zu harter Arbeit gezwungen. Später wurde Israel dann von den Assyrern unterdrückt. 5 Und was muss ich jetzt sehen? Wieder ist mein Volk versklavt, und seine Herren haben nichts dafür bezahlt. Sie lachen hämisch über ihren guten Fang und ziehen ständig, den ganzen Tag lang, meine Ehre in den Schmutz. 6 Doch ich werde eingreifen, und mein Volk wird erkennen, wer ich bin. Sie werden merken, dass ich es war, der Herr, der zu ihnen gesprochen hat!«

    7 Was für ein herrlicher Augenblick, wenn ein Bote über die Berge kommt, der eine gute Nachricht bringt! Er eilt herbei und ruft der Stadt auf dem Berg Zion zu: »Jetzt ist Friede, die Rettung ist da! Jerusalem, dein Gott herrscht als König!« 8 Schon brechen die Wächter auf der Mauer in Freudengeschrei aus; alle miteinander jubeln, denn mit eigenen Augen sehen sie, wie der Herr zum Berg Zion zurückkehrt.

    9 Noch ist Jerusalem ein einziger Trümmerhaufen. Doch ihr Ruinen, singt und jubelt vor Freude! Denn der Herr tröstet sein Volk. Er befreit Jerusalem. 10 Vor den Augen aller Völker greift Gott, der Heilige, nun machtvoll ein. Die ganze Welt ist Zeuge, wie er sein Volk errettet.

    11 Verlasst Babylonien, geht los! Nehmt nichts aus den heidnischen Tempeln mit! Und wer die heiligen Gefäße für den Tempel des Herrn trägt, der soll sich reinigen, damit er sie nicht entweiht. 12 Ihr müsst nicht in aller Hast verschwinden! Ihr braucht Babylonien nicht als Flüchtlinge zu verlassen. Der Herr, der Gott Israels, geht euch voran, und er beschützt euch von allen Seiten.

    In gewisser Weise haben auch wir den Bericht des Boten gehört und sehen schon unsere Befreiung.

    Bald wird es mit dem Bösen auf der Erde ein Ende haben, es wird keinerlei Ungerechtigkeit mehr geben und wir werden endlich zur Ruhe kommen. Wir werden gewissermaßen „in Gottes Ruhe eingehen“ und Jehova endlich ohne Störungen dienen können. Wird das nicht wunderbar sein?

    Ob es dann noch Menschen geben wird, die Jehova sehr lieben, aber einfach nicht ausreichend Zeit finden, sich mit ihm und seinem Wort zu beschäftigen? Wird es dann wohl auch so viele Ablenkungen wie heute geben, denn „ich muss unbedingt noch nach Afrika, die Löwen live sehen“?

    Ob dieser „Zeitmangel“ der heute vorherrscht wirklich damit zu tun hat, dass unser Leben zu kurz ist – und wir so in die Zeit, die wir haben, möglichst viel hinein packen wollen? Oder ist es eine Sache von den richtigen Prioritäten? Würden wir dann nicht dasselbe Problem auch im Paradies haben?

    Wie dem auch sei: unsere Rettung steht nahe bevor, unser Gott geht schon voran. Daher ist die verbleibende Zeit auch verkürzt, kaufen wir sie weise aus und setzen für uns die richtigen Prioritäten?

  121. Jesaja 52:13-33:12 Er trug unsere Sünde

    13 So spricht der Herr: »Mein Bote wird seine Aufgabe erfüllen. Er wird eine überragende Stellung erlangen und hoch geehrt sein. 14 Viele waren entsetzt, als sie ihn sahen. Denn in der Tat: Er war völlig entstellt und kaum mehr als Mensch zu erkennen.

    15 Dann aber werden viele Völker über ihn staunen, sprachlos werden die Könige dastehen. Gerade die sollen ihn sehen, denen er nicht angekündigt war, und die noch nichts von ihm gehört haben, werden ihn begreifen!«

    1 Doch wer glaubt schon unserer Botschaft? Wer erkennt, dass Gott es ist, der diese mächtigen Taten vollbringt? 2 Der Herr ließ seinen Boten emporwachsen wie einen jungen Trieb aus trockenem Boden. Er war weder stattlich noch schön. Nein, wir fanden ihn unansehnlich, er gefiel uns nicht! 3 Er wurde verachtet, von allen gemieden. Von Krankheit und Schmerzen war er gezeichnet. Man konnte seinen Anblick kaum ertragen. Wir wollten nichts von ihm wissen, ja, wir haben ihn sogar verachtet.

    4 Dabei war es unsere Krankheit, die er auf sich nahm; er erlitt die Schmerzen, die wir hätten ertragen müssen. Wir aber dachten, diese Leiden seien Gottes gerechte Strafe für ihn. Wir glaubten, dass Gott ihn schlug und leiden ließ, weil er es verdient hatte. 5 Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Er wurde für uns bestraft – und wir? Wir haben nun Frieden mit Gott! Durch seine Wunden sind wir geheilt. 6 Wir alle irrten umher wie Schafe, die sich verlaufen haben; jeder ging seinen eigenen Weg. Der Herr aber lud alle unsere Schuld auf ihn.

    7 Er wurde misshandelt, aber er duldete es ohne ein Wort. Er war stumm wie ein Lamm, das man zur Schlachtung führt. Und wie ein Schaf, das sich nicht wehrt, wenn es geschoren wird, hat er alles widerspruchslos ertragen. Man hörte von ihm keine Klage. 8 Er wurde verhaftet, zum Tode verurteilt und grausam hingerichtet. Niemand glaubte, dass er noch eine Zukunft haben würde. Man hat sein Leben auf dieser Erde ausgelöscht. Wegen der Sünden meines Volkes wurde er zu Tode gequält! 9 Man begrub ihn bei Gottlosen, im Grab eines reichen Mannes, obwohl er sein Leben lang kein Unrecht getan hatte. Nie kam ein betrügerisches Wort über seine Lippen.

    10 Doch es war der Wille des Herrn: Er musste leiden und blutig geschlagen werden. Wenn er mit seinem Leben für die Schuld der anderen bezahlt hat, wird er Nachkommen haben. Er wird weiterleben und den Plan des Herrn ausführen.

    11 Wenn er dieses schwere Leid durchgestanden hat, sieht er wieder das Licht und wird für sein Leiden belohnt. Der Herr sagt:
    »Mein Bote kennt meinen Willen, er ist schuldlos und gerecht. Aber er lässt sich für die Sünden vieler bestrafen, um sie von ihrer Schuld zu befreien.

    12 Deshalb gebe ich ihm die Ehre, die sonst nur mächtige Herrscher erhalten. Mit großen Königen wird er sich die Beute teilen. So wird er belohnt, weil er den Tod auf sich nahm und zu den Verbrechern gezählt wurde. Doch er hat viele von ihren Sünden erlöst, denn er ließ sich für ihre Verbrechen bestrafen.«

    Hier ist unverkennbar von Jesus die Rede, von seinem Leben und seinem Schicksal.

    Erinnern wir uns noch an das Hörspiel auf diesem BZK? Ein Teil handelte von den Jüngern, die enttäuscht wieder ihrer Wege gingen. Sie hatten gedacht, dass Jesus jetzt und hier mächtig sein, das Königreich in Israel wieder aufrichten würde. Statt dessen war er einen schmachvollen Tod – ja, einen Tod als Gotteslästerer – gestorben. Alles schien aus und völlig hoffnungslos zu sein.

    Dann gesellt sich ein Fremder zu ihnen und spricht sie auf ihre Enttäuschung an. Sie erklären ihm, warum sie so deprimiert sind und er „erschloss ihnen die Schriften völlig“, indem er sie auf all die Punkte hinwies, die sich auf Jesus bezogen und wie sie sich erfüllt hatten.

    Dabei hat er bestimmt auch diese Worte hier aus Jesaja zitiert. Kein Wunder, dass „ihr Herz zu brennen begann“. Denn wenn man sie im Nachhinein betrachtet, mit dem Leben Jesu vor Augen, dann ist alles auf einmal so klar!

    Und so verstehen und begreifen sie. Warum war ihnen das nicht früher aufgefallen? Lag es wohl daran, dass sie von einer völlig falschen Vorstellung ausgegangen waren und daher für solche Texte in gewisser Hinsicht blind gewesen waren?

    Ein Psychologe hatte mich mal vor sehr vielen Jahren für meine falsche Vorstellung gerügt und dies mit einer Schablone verglichen: er meinte, dass ich die Schablone (meine Vorstellung von bestimmten Menschen) auf die Menschen lege und nur das sehe, was meine Schablone frei lässt. Die Realität darunter, wie dieser Mensch wirklich ist, kann ich nicht sehen, well die Schablone den Blick verstellt. Ob den Jüngern genau dies mit den Prophezeiungen über den Messias so gegangen ist? Alles, was nicht zu der Vorstellung eines mächtigen und prachtvollen Königs passt wurde von der Schablone ihrer Vorstellung verdeckt. Dieser Fremde nun, von dem wir heute wissen, dass es Jesus war, hat während des Weges, den sie gemeinsam gingen, die Schablone weggerissen und ihnen auch die anderen Prophezeiungen gezeigt.

    Vielleicht hatten sie den Text hier aus Jesaja ja gut gekannt. Aber sie haben sie vielleicht nicht auf den Messias bezogen. Nun, wo sie genau hinsehen, wird alles auf einmal sonnenklar.

    Haben wir vielleicht auch manchmal bei Lesen in der Bibel so eine Schablone vor Augen, die uns den Blick für andere – sehr wichtige – Stellen und Zusammenhänge verstellt?

    Da sind wir dann bei einem weiteren Programmpunkt vom Kongress, denn in einer Vortragsfolge war das Thema „Uns im Herzen auf das Studium vorbereiten“. Hier wurde uns gezeigt, wie wichtig es ist, Jehova zuvor zu bitten, unseren Herz und Sinn für das Gelesene zu öffnen und alles Störende von uns fernzuhalten, damit wir uns ganz darauf konzentrieren können.

    Wie wir sehen, sorgt „der treue und verständige Sklave“ wirklich gut für uns. Sind wir dafür dankbar?

  122. Jesaja 54:1-8 Die schwere Zeit ist vorbei!

    1 Sei fröhlich, du Unfruchtbare, auch wenn du nie ein Kind geboren hast! Juble und singe, du Kinderlose! Denn du, die du allein bist, wirst mehr Kinder haben als eine Frau, die einen Mann hat. 2 Vergrößere dein Zelt! Spann die Zeltdecken weiter aus! Spare nicht! Verlängere die Seile, und schlag die Pflöcke fest ein! 3 Denn du wirst dich nach allen Seiten hin ausbreiten: Deine Kinder werden das Land anderer Völker in Besitz nehmen und die zerfallenen Städte neu besiedeln.

    4 Hab keine Angst, du wirst nicht mehr erniedrigt werden! Niemand darf dich je wieder beschämen. Du wirst vergessen, wie man dich in deiner Jugend gedemütigt hat, und nicht mehr an die schwere Zeit zurückdenken, in der du als Witwe allein dastandst. 5 Denn der Herr, der dich erschaffen hat, ist dein Ehemann. Er heißt »der Herr, der allmächtige Gott«. Er ist der heilige Gott Israels, dein Erlöser, und der Gott der ganzen Welt.

    6 Jerusalem, du bist wie eine verstoßene Frau, die tief enttäuscht ist, weil ihr Mann, der sie als junge Frau liebte, sie verlassen hat.
    Doch der Herr ruft dich zu sich zurück 7 und sagt zu dir: »Nur für kurze Zeit habe ich dich verlassen. Ich will dich wieder zu mir holen, denn ich liebe dich immer noch. 8 Im Zorn habe ich mich für einen Augenblick von dir zurückgezogen. Doch ich habe Erbarmen mit dir, und meine Liebe wird nie mehr aufhören. Das verspreche ich, der Herr, dein Erlöser.

    Erinnert uns dies nicht an Hosae?

    Kein Wunder, die beiden haben zur selben Zeit als Prophet Jehovas gedient

  123. Jesaja 54:9-10

    Damals nach der großen Flut schwor ich Noah: Nie mehr wird die ganze Erde überschwemmt werden! Und heute schwöre ich: Ich bin nicht mehr zornig auf dich, Jerusalem! Nie mehr werde ich dir drohen! 10 Berge mögen einstürzen und Hügel wanken, aber meine Liebe zu dir wird nie erschüttert, und mein Friedensbund mit dir wird niemals wanken. Das verspreche ich, der Herr, der dich liebt!«

    Wie passt dies mit dem Rest der Bibel, ganz besonders mit den griechischen Schriften zusammen?

    Hatte Jehova das Volk Israel nicht verworfen, weil sie seinen Sohn, den von IHM gesandten Messias verwarfen und zu Tode brachten? Was war mit der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 u.Z.?

    Ist das vielleicht der Grund, warum die Juden nicht auf Jesu Warnung reagierten und immer noch denken, sie seien – auch heute noch – Jehovas Volk?

  124. Jesaja 54:11-15

    So spricht der Herr: »Jerusalem, du leidgeprüfte Stadt, vom Sturm gepeitscht, von keinem getröstet – ich will dich wieder aufbauen. Dein Fundament lege ich aus Saphiren, fest gemauert mit bestem Mörtel. 12 Für die Brüstung deiner Mauern verwende ich Rubine und für die Tore Kristalle; auch die Mauer soll aus Edelsteinen sein. 13 Deine Kinder werden meine Schüler sein, und ich schenke ihnen Frieden und Glück. 14 Dann ist die Gerechtigkeit dein festes Fundament. Du brauchst keine Angst mehr zu haben, denn Kummer und Not dürfen dich nicht mehr bedrücken; nichts wird dich mehr in Schrecken versetzen. 15 Und sollte dich doch ein feindliches Volk angreifen, dann ist es nicht von mir gesandt! Ja, wer es dann noch wagt, gegen dich zu kämpfen, der wird dabei zu Fall kommen.

    Wenn vorhin noch die Frage aufkam, wie die vorherigen Verse zu der späteren Vernichtung passen – dann kommt hier in gewissem Sinne die Antwort:

    Spricht Jehova hier nicht von dem geistigen Jerusalem? Oder wurde die Stadt wirklich so kostspielig wieder hergestellt und war so, wie hier beschrieben, als Jesus auf der Erde war?

    Konnten sie aus diesen Worten hier irgendwie erkennen, dass er nicht von ihnen als sein Volk Israel spricht und von der buchstäblichen Stadt – sondern von einer späteren geistigen Nation?

  125. Jesaja 55 – 57

    Jesaja 55:1-5 Kommt, es kostet nichts!

    1 Der Herr ruft: »Ihr habt Durst? Kommt her, hier gibt es Wasser! Auch wer kein Geld hat, kann kommen. Nehmt euch Brot und esst! Hierher! Hier gibt es Wein und Milch. Bedient euch, es kostet nichts! 2 Warum gebt ihr euer sauer verdientes Geld aus für Brot, das nicht sättigt? Hört doch auf mich, und tut, was ich sage, dann bekommt ihr genug! Ihr dürft köstliche Speisen genießen und euch satt essen.

    3 Hört mir zu, und kommt her! Ja, nehmt meine Weisungen an, damit ihr am Leben bleibt!
    Ich will einen Bund für alle Zeiten mit euch schließen. Was ich schon David versprochen habe, das werde ich erfüllen. 4 Ich habe ihm den Auftrag gegeben, vielen Völkern meine Wahrheit zu bezeugen, und ich habe ihn als Herrscher über sie eingesetzt. 5 Auch ihr sollt Menschen aus anderen Völkern zu euch rufen, die ihr nicht kennt und die euch nicht kennen. Sie werden zu euch eilen, weil ich, der Herr, euer Gott bin. Ja, sie kommen, um mich kennen zu lernen, den heiligen Gott Israels. Denn ich bin es, der euch Israeliten zu Ehren bringt.«

    Wieder ein Hinweis darauf, dass es eine Zeit geben würde, da auch Leute von den Nationen zu Jehova finden und von ihm anerkannt werden.

    Interessant, wie blind wir sein können, wenn wir die Dinge durch eine Schablone betrachten. Denn es tauchen immer wieder Hinweise darauf auf, dass Jehova auch Menschen von den Nationen zu sich ziehen würde. Dennoch wehrt Petrus später ab, „das Unreine anzurühren“ und Jehova muss ihn zwei mal auffordern, bis er es begreift. Später rechtfertigt er sich vor der leitenden Körperschaft und führt passende Bibelstellen dazu auf.

    So waren sie alle blind, bis Jehova ihnen – zu seiner Zeit – die Augen geöffnet hat. Schon damals galt: „das Licht wird immer heller“. Die Dinge sind bereits da, aber werden erst erkannt, wenn Jehova sein Licht darauf fallen lässt!

  126. Jesaja 55:6-7 Mein Wort bleibt nicht ohne Wirkung

    6 Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt! Betet zu ihm, solange er euch nahe ist!

    7 Hast du dich gegen Gott aufgelehnt? Bist du eigene Wege gegangen und eigenen Plänen gefolgt? Dann hör auf damit! Kehr deinem alten Leben den Rücken, und komm zum Herrn! Er wird sich über dich erbarmen. Unser Gott vergibt uns, was auch immer wir getan haben.

    Wer ist wie Jehova – unser liebevoller Gott – so barmherzig und liebevoll?

  127. Jesaja 56:1-8 Jeder darf zu Gottes Volk gehören

    1 So spricht der Herr: »Haltet euch an meine Ordnungen, und sorgt für Gerechtigkeit! Es dauert nicht mehr lange, dann werdet ihr erleben, wie ich euch befreie und euch zum Recht verhelfe.« 2 Glücklich ist, wer den Sabbat nicht durch Arbeit entweiht, sondern ihn als Ruhetag achtet. Glücklich ist, wer kein Unrecht begeht.

    3 Ein Ausländer, der sich dem Herrn zugewandt hat, soll nicht sagen: »Bestimmt wird der Herr mich wieder ausschließen aus der Gemeinschaft seines Volkes.« Und wer entmannt wurde, soll nicht klagen: »Ach, ich bin nicht mehr wert als ein dürrer Baum.«

    4 Denn der Herr sagt: »Auch Entmannte zähle ich zu meiner Gemeinde, wenn sie die Sabbate als Ruhetage achten, wenn sie gerne tun, was mir gefällt, und sich an meine Ordnungen halten. 5 Für sie ist Platz in meinem Tempel, und ich werde sie in alle Ewigkeit nicht in Vergessenheit geraten lassen. Das ist besser, als wenn sie viele Söhne und Töchter hätten, die ihren Namen weitertragen.

    6 Ich, der Herr, verspreche: Die Ausländer, die sich mir zugewandt haben, die mir dienen und mich allein lieben, die den Sabbat achten und ihn nicht durch Arbeit entweihen, die sich an meine Weisungen halten, 7 sie werde ich zu meinem heiligen Berg führen. Sie dürfen meinen Tempel betreten und sich an diesem Ort des Gebets von Herzen freuen. Sie dürfen auch auf meinem Altar Brand- und Schlachtopfer darbringen, und ich werde ihre Opfer annehmen. Denn in meinem Tempel sollen alle Völker zu mir beten.

    8 Ich, der Herr, der die vertriebenen Israeliten wieder sammelt, sage: Euch habe ich nun aus der ganzen Welt zurückgeholt. Doch ich werde noch andere zu euch bringen!«

    Scheinbar ist das Buch Jesaja voll mit Hinweisen darauf, dass später auch Nichtisraeliten mit seinem Volk verbunden sein werden – und seine volle Anerkennung haben

  128. Jesaja 56:9-12 Die Führer des Volkes – faule, gefräßige Hunde

    9 »Ihr wilden Tiere aus Wald und Feld, kommt und fresst mein Volk! 10 Denn seine Führer taugen nichts. Sie sind blinde Wächter, die nicht merken, wenn dem Volk Gefahr droht. Stumme Hunde sind sie, die nicht bellen können. Sie liegen faul herum und träumen, Schlafen ist ihre liebste Beschäftigung. 11 Gefräßig sind sie, diese Hunde, sie bekommen nie genug. Und so etwas will Hirte sein! Sie haben ja keine Ahnung, was es heißt, die Herde – mein Volk – zu hüten. Stattdessen gehen sie alle ihren eigenen Geschäften nach. Jeder will nur möglichst viel Gewinn machen.

    12 ›Kommt‹, rufen sie, ›lasst uns feiern! Einer soll Wein holen, und dann betrinken wir uns! Und was machen wir morgen? Morgen feiern wir weiter. Je mehr, desto besser!‹«

    Alles also hinreichend bekannt!

    Die Schriftgelehrten und Pharisaer fühlten sich von Jesus mit den Schriften fertig gemacht – warum?

    Erkannten sie bei seinen Worten, dass dies hier – durch Jesaja von Jehova Prophezeite auf sie zutraf?

  129. Jesaja 57:1-13 Der Herr richtet die Gottlosen

    1 Menschen, die dem Herrn die Treue halten, kommen um, aber niemanden kümmert das. Sie werden aus dem Leben gerissen, aber keiner schert sich darum. Der Herr will diese Menschen vor noch schlimmeren Zeiten bewahren. 2 Sie haben ein aufrichtiges Leben geführt, nun ruhen sie in Frieden.

    3 »Ihr aber, ihr Hexensöhne«, ruft der Herr, »tretet vor, um euer Urteil zu hören, ihr Brut von Ehebrechern und Huren! 4 Über mich macht ihr euch lustig. Gegen mich reißt ihr frech das Maul auf und streckt mir die Zunge heraus. Wisst ihr überhaupt, was ihr da tut, bösartiges und verlogenes Pack?

    5 Ihr seid nur noch hinter euren Götzen her! Unter jeder Terebinthe und unter allen dicht belaubten Bäumen hurt ihr zu Ehren eurer Götzen. Ihnen opfert ihr sogar Kinder! In den Felshöhlen unten im Tal schlachtet ihr sie! 6 Ihr verehrt die abgeschliffenen Kieselsteine im Bachbett. Sie allein bestimmen euer Schicksal – denkt ihr. Und darum opfert ihr ihnen Wein und gute Speisen. Und da sollte ich ruhig zusehen? 7 Ihr steigt hinauf zur Spitze eines hohen Berges, um eure Opfer darzubringen. Dort schlagt ihr euer Lager auf. 8 Ihr bringt magische Zeichen an der Innenseite der Tür und den Torpfosten an. Von mir aber habt ihr euch abgewandt. Wie eine Hure bezieht ihr euer Bett für einen anderen und richtet es schön für ihn her. Ihr handelt den Lohn aus, und schließlich geht ihr mit ihm ins Bett. Ihr habt sogar noch Spaß an dem, was ihr da seht und tut! 9 Zum Götzen Moloch pilgert ihr und bringt ihm kostbares Öl mit, dazu eine Menge wohlriechender Salben. Ihr schickt Boten auf eine lange Reise: Bis zur Totenwelt sollen sie vordringen. 10 Für die Götzen ist euch keine Anstrengung zu groß, nie gebt ihr zu: ›Ach, das nützt doch alles nichts!‹ Nein – ihr kommt immer wieder zu Kräften, und darum gebt ihr nicht auf.

    11 Wer sind sie denn, diese Götzen, vor denen ihr solche Ehrfurcht habt? Warum fürchtet ihr euch vor ihnen mehr als vor mir und betrügt mich? Warum habt ihr keinen Gedanken mehr für mich übrig, warum vergesst ihr mich? Doch nur, weil ich eurem Treiben so lange schweigend zugesehen habe. Deshalb denkt ihr wohl, ihr hättet von mir nichts zu befürchten.

    12 Doch ich werde euch nun zeigen, was eure Anstrengungen wirklich wert sind: Alle eure Mühe nützt euch gar nichts!

    13 Schreit nur um Hilfe – sollen sie euch doch helfen, eure vielen Götzen! Ein kleiner Windstoß reicht, um sie wegzublasen. Nur ein Hauch – und fort sind sie!
    Doch wer bei mir Zuflucht sucht, der wird das Land erben und darf auf meinem heiligen Berg wohnen.«

    die Bösen haben sich ihr Strafgericht wirklich redlich verdient!

  130. Jesaja 58 – 60

    Jesaja 58 – Ein Fasten, das dem Herrn gefällt

    1 »Ruf, so laut du kannst! Lass deine Stimme erklingen, mächtig wie eine Posaune! Halte meinem Volk seine Vergehen vor, zähl den Nachkommen Jakobs ihre Sünden auf! 2 Sie rufen Tag für Tag nach mir und fragen nach meinem Willen. Sie gehen gern zum Tempel, in meine Nähe. Weil sie sich für ein frommes Volk halten, das nach den Geboten seines Gottes lebt, darum fordern sie von mir auch ihre wohlverdienten Rechte.

    3 ›Warum siehst du es nicht, wenn wir fasten?‹, werfen sie mir vor. ›Wir plagen uns, aber du scheinst es nicht einmal zu merken!‹
    Darauf antworte ich: Wie verbringt ihr denn eure Fastentage? Ihr geht wie gewöhnlich euren Geschäften nach und treibt eure Arbeiter noch mehr an als sonst. 4 Ihr fastet zwar, aber gleichzeitig zankt und streitet ihr und schlagt mit roher Faust zu. Wenn das ein Fasten sein soll, dann höre ich eure Gebete nicht! 5 Denkt ihr, mir einen Gefallen zu tun, wenn ihr euch selbst quält und nichts esst und trinkt, wenn ihr den Kopf hängen lasst und euch in Trauerkleidern in die Asche setzt? Nennt ihr so etwas ›Fasten‹? Ist das ein Tag, an dem ich, der Herr, Freude habe?

    6 Nein – ein Fasten, das mir gefällt, sieht anders aus: Löst die Fesseln der Menschen, die ihr zu Unrecht gefangen haltet, befreit sie vom drückenden Joch der Sklaverei, und gebt ihnen ihre Freiheit wieder! Schafft jede Art von Unterdrückung ab! 7 Gebt den Hungrigen zu essen, nehmt Obdachlose bei euch auf, und wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider! Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen! 8 Dann wird mein Licht eure Dunkelheit vertreiben wie die Morgensonne, und in kurzer Zeit sind eure Wunden geheilt. Eure barmherzigen Taten gehen vor euch her, meine Macht und Herrlichkeit beschließt euren Zug.

    9 Wenn ihr dann zu mir ruft, werde ich euch antworten. Wenn ihr um Hilfe schreit, werde ich sagen: ›Ja, hier bin ich.‹
    Beseitigt jede Art von Unterdrückung! Hört auf, verächtlich mit dem Finger auf andere zu zeigen, macht Schluss mit aller Verleumdung! 10 Nehmt euch der Hungernden an, und gebt ihnen zu essen, versorgt die Notleidenden mit allem Nötigen! Dann wird mein Licht eure Finsternis durchbrechen. Die Nacht um euch her wird zum hellen Tag. 11 Immer werde ich euch führen. Auch in der Wüste werde ich euch versorgen, ich gebe euch Gesundheit und Kraft. Ihr gleicht einem gut bewässerten Garten und einer Quelle, die nie versiegt. 12 Euer Volk wird wieder aufbauen, was seit langem in Trümmern liegt, und wird die alten Mauern wieder errichten. Man nennt euch dann ›das Volk, das die Lücken der Stadtmauer schließt‹ und ›Volk, das die Ruinen bewohnbar macht‹.

    13 Achtet den Sabbat als einen Tag, der mir geweiht ist und an dem ihr keine Geschäfte abschließt! Er soll ein Feiertag für euch sein, auf den ihr euch freut. Entweiht ihn nicht durch eure Arbeit, durch Geschäfte oder leeres Geschwätz! Achtet ihn vielmehr als einen Tag, an dem ihr Zeit habt für mich, den Herrn.

    14 Wenn ihr das tut, werde ich die Quelle eurer Freude sein. Ich werde euch über Berge und Schluchten tragen und euch das ganze Land mit seinem reichen Ertrag schenken, das ich eurem Stammvater Jakob zum Erbe gegeben habe. Mein Wort gilt!«

    Dieses Kapitel und die folgenden nun ungekürzt, um den Zusammenhang zu erhalten:

    Jehova hat also eine klare Vorstellung davon, was für Menschen er zuhört und welchen nicht. Es reicht also nicht, zu meinen, man sei ein Anbeter Jehovas, sondern wir müssen uns vergewissern, dass wir wirklich das tun, was JEHVOA möchte.

    Wie können wir dies tun? Erinnern wir uns noch an den Programmpunkt auf dem BZK mit der ausgeglichenen Selbsteinschätzung?

    Wenn wir wissen wollen, ob wir wirklich so leben, so denken und fühlen, dass es unserem Gott annehmbar ist, dann müssen wir in seinem Wort lesen. Auch hierzu hatten wir einen Programmpunkt auf dem BZK.

    Wir müssen uns also die Frage stellen: warum diene ich Jehova, was will ich damit bezwecken? Will ich vielleicht auch nur den Lohn, wie die Israeliten hier zu Anfang des Verses, die ihren Lohn einfordern?

    Oder geht es mir wirklich um Jehova? Diene ich ihm, weil ich so begeistert von ihm bin, weil ich durch das Studium seines Wortes erkannt habe, was für ein toller Gott er ist?

    Wenn ich ihn liebe – lassen es dann meine Werke erkennen?

    Wenn wir so vorgehen, dann muss Jehova sicherlich nicht zu uns so sprechen, wie er es hier zu seinem Volk tut. Seine Worte sind ja wohl eindeutig: wenn ich weiterhin solche Taten an den Tag lege, wie die, die er verurteilt – dann muss ich mir auch darüber im Klaren sein, dass er mich verurteilt.

    Wenn ich hingegen jemand sein will, der SEINEM Herz angenehm ist, dann kann ich im letzten Teil ja lesen, was Jehova von mir erwartet. Setzen wir es in die Tat um!

  131. Jesaja 59 – Eure Schuld trennt euch von eurem Gott

    1 Ihr meint wohl, der Herr sei zu schwach, um euch zu helfen, und dazu noch taub, so dass er eure Hilferufe gar nicht hört. O nein! 2 Eure Schuld – sie steht wie eine Mauer zwischen euch und eurem Gott! Eure Sünden verdecken ihn, darum hört er euch nicht. 3 An euren Händen klebt Blut, sie sind besudelt von all dem Unrecht, das ihr tut. Ihr lügt und betrügt bei jeder Gelegenheit.

    4 Ihr geht vor Gericht, aber es geht euch nicht um Gerechtigkeit; in der Verhandlung sagt keiner die Wahrheit. Lieber erhebt ihr falsche Anschuldigungen, um andere zu täuschen. Ihr brütet immer neues Unheil aus! 5-6 Was immer ihr ausheckt – es ist als ob ihr Schlangeneier ausbrütet: Wer davon isst, stirbt, und wenn jemand darauf tritt, schießt eine Viper hervor. Ihr gleicht Spinnen, die ihr Netz weben. Bekleiden kann man sich damit nicht, und man kann auch keine warme Decke daraus machen. Die Fäden, die ihr spinnt, sind Fäden des Unrechts. Gewaltsam wickelt ihr eure Opfer darin ein.

    7 Ihr seid sofort zur Stelle, wenn es darum geht, einen Unschuldigen umzubringen oder andere Verbrechen zu begehen. Ihr denkt nur an Unrecht, und wo ihr geht, hinterlasst ihr eine Spur der Verwüstung. 8 Den Weg zum Frieden kennt ihr nicht, und Aufrichtigkeit ist euch fremd! Lieber schlagt ihr krumme Wege ein. Keiner, der so lebt, weiß, was Friede ist.

    9 Darum verhilft Gott uns nicht zu unserem Recht, darum erreicht uns seine Hilfe nicht. Wir hoffen auf den Tagesanbruch, doch es bleibt finster. Wir sehnen uns nach einem Lichtstrahl, doch wir müssen im Dunkeln bleiben. 10 Wir tasten uns wie Blinde an der Wand entlang; wir tappen umher, als sähen wir nichts mehr. Am hellen Mittag stolpern wir, als wäre es schon dunkel, als gehörten wir mitten im Leben schon zu den Toten. 11 Wir brummen wie hungrige Bären, unser Klagen klingt wie das Gurren von Tauben. Wir warten darauf, dass Gott uns Recht verschafft, aber nichts geschieht. Wir sehnen uns nach seiner Hilfe, doch weit und breit ist keine Rettung in Sicht.

    12 Denn wir haben dir, o Gott, den Rücken gekehrt. Unsere Schuld ist groß, und unsere Sünden klagen uns an. Wir sehen ein, dass wir dir untreu waren, unsere Vergehen stehen uns vor Augen. 13 Herr, wir wollten nichts mehr mit dir zu tun haben; wir haben dich verleugnet und uns von dir, unserem Gott, abgewandt.

    Mit harten Worten haben wir unsere Mitmenschen unterdrückt und uns von dir losgesagt. Unsere Lügen haben wir uns gut überlegt, um sie dann im passenden Moment auszusprechen. 14 So wurde das Recht mit Füßen getreten und die Gerechtigkeit verdrängt. Die Wahrheit hat im Alltag nichts mehr zu suchen, Ehrlichkeit ist unerwünscht.

    15 Und Treue – die gibt es nicht mehr! Und wer mit all dem Unrecht nichts zu tun haben will, wird angegriffen und ausgeplündert.Der Herr hat gesehen, was sein Volk treibt, und die Rechtlosigkeit missfällt ihm.

    16 Er wundert sich, dass kein Mensch einschreitet und etwas dagegen unternimmt. Nun greift er selbst ein, machtvoll und gerecht. 17 Er zieht die Gerechtigkeit an wie einen Brustpanzer, die rettende Macht ist sein Helm. Mit Rache kleidet er sich, Entschlossenheit umgibt ihn wie ein Mantel. 18 Seine Feinde werden seinen Zorn zu spüren bekommen, er wird ihnen alles Unrecht heimzahlen. Jeder erhält seinen gerechten Lohn, selbst die fernen Küstenländer müssen mit seiner Vergeltung rechnen. 19 Alle Völker werden dann große Ehrfurcht vor dem Herrn haben, vom Osten bis zum Westen wird man sich seiner Macht beugen. Denn er kommt wie ein reißender Strom, den der Atem des Herrn antreibt. 20 Für Jerusalem aber kommt er als Erlöser, als ein Befreier für alle in Israel, die sich von ihrem gottlosen Leben lossagen.

    21 So spricht der Herr: »Ich will einen Bund mit euch schließen: Mein Heiliger Geist, der auf euch ruht, wird bei euch bleiben, und die Worte, die ihr von mir empfangen habt, werden von Mund zu Mund gehen. Auch eure Kinder, Enkel und Urenkel werden sie noch kennen. Das bleibt für alle Zeiten so, denn mein Wort gilt!«

    Ursache und Wirkung:

    wenn wir uns von Jehova abwenden, dann wendet auch er sich von uns ab. Dann können wir keinen Lohn und keine Hilfe mehr von ihm erwarten.

    Denn der gerechte Lohn, den jeder erhält, ist ja gemäß seinen Taten und er hat ja wohl klar und deutlich im GESETZ gesagt, was er erwartet und worauf der Segen und worauf der Fluch steht.

    Wenn ich Taten begehe, die nach Gottes Wort seinen Fluch nach sich ziehen – wie kann ich dann Segen von Jehova erwarten, oder dass er mir hilft?

  132. Jesaja 60 – Jerusalem – eine Stadt voller Licht

    1 Steh auf, Jerusalem, und leuchte! Denn das Licht ist gekommen, das deine Finsternis erleuchtet. Die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir wie die Sonne. 2 Noch bedecken dunkle Wolken die Erde, alle Völker leben in finsterer Nacht. Doch über dir leuchtet das Licht des Herrn auf, und seine Herrlichkeit überstrahlt dich. 3 Andere Völker werden von diesem Licht angezogen, ihre Könige eilen herbei, um den strahlenden Glanz zu sehen, der über dir aufgegangen ist.

    4 Schau dich um! Aus allen Richtungen strömen sie zu dir: Von weither kommen deine Söhne, und deine Töchter werden auf den Armen herbeigetragen. 5 Was du da siehst, lässt dein Herz höher schlagen, du wirst vor Freude strahlen. Denn die Händler, die über das Meer reisen, werden ihre Schätze zu dir bringen; den Reichtum der Völker wird man bei dir aufhäufen. 6 Unaufhörlich treffen Handelskarawanen aus Midian und Efa bei dir ein. Mit ihren Kamelen kommen sie aus Saba und bringen Gold und Weihrauch mit sich. Laut loben die Händler den Herrn und erzählen von seinen großen Taten. 7 Der Herr sagt: »Die Nomaden aus Kedar in Arabien treiben ihre Schafherden nach Jerusalem, und die Bewohner von Nebajot schenken dir ihre Schafböcke. Du sollst sie mir als Opfer darbringen, an dem ich meine Freude habe. So werde ich meinen Tempel noch herrlicher schmücken.«

    8 Wer jagt wie Wolken über das Meer? Wer kehrt zurück wie Tauben zu ihren Schlägen? 9 Schnelle Segelschiffe sind es. Denn die Bewohner der fernen Inseln haben nur noch auf einen Wink des Herrn gewartet. Handelsschiffe bringen deine Kinder von weit her nach Hause, zusammen mit goldenen und silbernen Schätzen als Ehrengeschenke für den Herrn, deinen Gott. So ehrt der heilige Gott Israels sein Volk vor den Augen der ganzen Welt.

    10 Ausländer werden deine Mauern wieder aufbauen, und ihre Könige werden dir dienen. Der Herr sagt: »Ich war zwar zornig über dich und habe dich bestraft. Doch nun will ich dir wieder meine ganze Liebe schenken und dir helfen. 11 Deine Stadttore werden Tag und Nacht offen stehen, damit die Völker der Erde jederzeit ihren Reichtum hineinbringen können. Sogar ihre Könige werden sie als Gefangene zu dir bringen. 12 Wenn aber ein Volk oder Königreich sich weigert, dir zu dienen, wird es nicht mehr lange bestehen bleiben, sondern bald zugrunde gehen.

    13 Die prächtigen Bäume des Libanon – Wacholder, Platanen und Zypressen – wird man in die Stadt bringen, um mein Heiligtum zu schmücken. Es ist der Ort, auf dem meine Füße ruhen, darum soll er herrlich sein. 14 Die Nachkommen deiner Unterdrücker werden kommen und sich vor dir verneigen. Alle, die damals nur Spott für dich übrig hatten, werden sich dir zu Füßen werfen. ›Stadt des Herrn‹ werden sie dich nennen und ›Berg Zion, auf dem der heilige Gott Israels wohnt‹. 15 Du sollst nicht mehr die verachtete und verhasste Stadt von früher sein, die niemand betreten wollte. Nein, in Zukunft ist jeder stolz, der dich gesehen hat, weil du so prächtig bist. Eine Generation nach der anderen wird sich über deine Schönheit freuen.

    16 Die Völker und ihre Könige werden für dich sorgen wie eine Mutter, die ihren Säugling stillt. Dann wirst du erkennen, dass ich, der Herr, dein Retter bin, der dich befreit, der starke Gott Israels.

    17 Ich werde dir das beste Baumaterial bringen: Gold statt Bronze, Silber statt Eisen, Bronze statt Holz und Eisen statt Steine. Im ganzen Land werden Friede und Gerechtigkeit regieren. 18 Dann gibt es kein Verbrechen mehr, keine Verwüstung und keine Vernichtung. Du wirst sicher in deinen Mauern leben, und deine Tore werden weltberühmt sein.

    19 Das Licht der Sonne wirst du nicht mehr brauchen und auch nicht das Leuchten des Mondes. Denn ich, der Herr, werde dein ewiges Licht sein, dein Gott, die Sonne, die dir scheint. 20 Es wird nie wieder dunkel um dich werden. Denn anders als Sonne und Mond werde ich nie aufhören, dein Licht zu sein. Dann ist deine Trauerzeit vorbei.

    21 Alle deine Bewohner leben nach meinen Geboten. Sie werden das Land für immer besitzen. Ich habe sie dort eingepflanzt, und ich lasse sie zu meiner Ehre wachsen.

    22 Die kleinste Familie ist bald eine Sippe von tausend Menschen, und ein kleiner Stamm wird rasch zum großen Volk. Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich dies alles ganz schnell tun. Darauf gebe ich mein Wort!«

    wieder Ursache und Wirkung: wenn wir uns Gott nahen, dann wird er sich uns nahen (Jakobus 4:8)!

  133. Jesaja 61 – 63

    Jesaja 61:1-2 Die Trauerzeit ist vorbei

    1 Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich berufen hat. Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen und die Verzweifelten zu trösten. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, ihre Fesseln werden nun gelöst und die Kerkertüren geöffnet. 2 Ich rufe ihnen zu: »Jetzt erlässt Gott eure Schuld!« Doch nun ist auch die Zeit gekommen, dass der Herr mit seinen Feinden abrechnet. Er hat mich gesandt, alle Trauernden zu trösten.

    Ist dies nicht auch im Prinzip die Gute Botschaft, die wir heute verkündigen?

  134. Jesaja 62:10

    10 Zieht ein durch die Tore der Stadt, zieht ein! Ebnet einen Weg für das Volk, das unterwegs ist zur Stadt. Baut eine Straße, räumt die Steine aus dem Weg! Stellt ein Feldzeichen auf, das alle Völker sehen können!«

    Merkwürdig – aber hier muss ich an ein Advendslied aus meiner Kindheit denken:

    „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit. Es kommt der Herr der Herrlichkeit“ Ob das Lied wohl auf diesem Vers basiert?

  135. Jesaja 63:7-19 Wie wunderbar hat der Herr sein Volk geführt!

    7 Ich will bekennen, wie der Herr uns seine Gnade erwiesen hat; immer wieder denke ich an seine ruhmvollen Taten – wie er mit Liebe und Güte das Volk Israel umsorgte und es mit Wohltaten überschüttete.

    8 Er dachte: »Sie sind mein Volk, meine Kinder, sicher werden sie mich nicht enttäuschen!« Und so half er ihnen aus ihrer Not. 9 Denn wenn sie in Bedrängnis waren, litt auch er. Immer wieder ist sein Engel zu ihnen gekommen und hat sie gerettet. Er befreite sie damals vor langer Zeit, weil er sie liebte und Mitleid mit ihnen hatte. Er nahm sie auf die Arme und trug sie Tag für Tag.

    10 Sie aber lehnten sich auf und beleidigten immer wieder seinen heiligen Geist. Darum wurde er ihr Feind und kämpfte gegen sie.

    11 Da erst dachten sie wieder an die früheren Zeiten, an Mose und sein Volk: »Wo ist der Gott, der damals Israel durch das Meer führte mit Mose an der Spitze? Wo ist er, der sie mit seinem heiligen Geist beschenkte?

    12-13 Wo ist der mächtige Gott, der Mose beistand?
    Damals teilte er das Wasser des Roten Meeres und ließ sein Volk hindurchziehen. Keiner glitt aus; alle liefen so sicher wie Wildpferde in der Steppe. Tat Gott diese Wunder nicht, damit sein Name für alle Zeiten berühmt würde?

    14 Der Geist Gottes führte das Volk und brachte sie schließlich ins Land Kanaan. Hier durften sie sich niederlassen wie eine Herde, die von den Berghängen hinunter in ein grünes Tal kommt.«
    So hast du, o Gott, dein Volk damals geführt, damit dein herrlicher Name geehrt wird.

    Herr, wende dich uns wieder zu!

    15 Herr, schau doch herab vom Himmel, von deinem heiligen und majestätischen Thron! Warum setzt du dich nicht mehr mit ganzer Kraft für uns ein? Wo sind deine großen Taten? Warum hältst du dich zurück? Schlägt dein Herz nicht mehr für uns? Ist deine Liebe erloschen? 16 Du bist doch unser Vater! Abraham weiß nichts von uns, und auch Jakob kennt uns nicht. Du, Herr, du bist unser Vater. »Unser Erlöser« – so hast du von jeher geheißen. 17 Warum lässt du uns vom richtigen Weg abirren? Warum hast du uns so eigensinnig werden lassen, dass wir keine Ehrfurcht mehr vor dir haben? Bitte, wende dich uns wieder zu! Wir sind doch immer noch deine Diener, das Volk, das dir gehört. 18 Für kurze Zeit haben die Feinde dein heiliges Volk vertrieben und dein Heiligtum zertreten.

    19 Es geht uns so, als hättest du nie über uns geherrscht, als wären wir nie das »Volk des Herrn« gewesen!
    Ach Herr, reiß doch den Himmel auf, und komm zu uns herab! Lass vor deiner Erscheinung die Berge ins Wanken geraten!

    eigentlich haben sie es ja schon erkannt: Warum? Weil sie ihn verlassen hatten.

    Leider ziehen sie hier die falsche Schlussfolgerung: sie wollen, dass ER sich ihnen wieder zuwendet – dabei müsste es umgekehrt sein: Jakobus 4:7-10

    Unterwerft euch daher Gott; doch widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen. 8 Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und läutert euer Herz, ihr Unentschlossenen. 9 Gebt dem Elend Raum und trauert und weint. Euer Lachen wandle sich in Trauer und [eure] Freude in Niedergeschlagenheit. 10 Erniedrigt euch in den Augen Jehovas, und er wird euch erhöhen.

    Wenn wir uns von unserem Gott entfernt haben sollten und nun gern wieder „die kuschelige Nähe“ zu ihm wollen, dann sind wir es, die den ersten Schritt tun müssen!

    Wir müssen auf Jehova zugehen, dann kann er uns voller Liebe entgegen laufen und uns wieder in die Arme schließen. Aber erst dann!

    Wir müssen den ersten Schritt tun

  136. Jesaja 64 – 66

    Jesaja 64:3-11

    Seit die Erde steht, hat noch niemand einen Gott wie dich gehört oder gesehen. Nur du kannst den Menschen, die auf dich vertrauen, wirklich helfen.

    4 Du stehst dem bei, der mit Freude das Rechte tut, der sich nach deinen Geboten richtet und mit dir lebt. Aber auf uns, Herr, bist du zornig, und das mit Recht: Wir haben gesündigt und uns völlig in unsere Irrwege verrannt. 5 In deinen Augen sind wir unrein geworden, selbst unsere guten Werke sind bloß ein schmutziges Kleid. Wegen unserer Sünden sind wir wie verdorrtes Laub, das zu Boden fällt und vom Wind weggeblasen wird.

    6 Doch niemand sucht bei dir Hilfe, Herr. Keiner will an dir festhalten. Denn du selbst hast dich von uns abgewandt. Du lässt uns die Folgen unserer Sünden tragen, auch wenn wir dabei fast zusammenbrechen.

    7 Dennoch bist du, Herr, unser Vater! Wir sind der Ton, und du bist der Töpfer! Wir alle sind Gefäße aus deiner Hand. 8 Ach, Herr, sei nicht für immer zornig auf uns! Trag es uns nicht ewig nach, dass wir gegen dich gesündigt haben! Sieh uns an, wir sind doch immer noch dein Volk. 9 Die Städte deines heiligen Landes liegen verwüstet da. Jerusalem ist zerstört; von der einst prächtigen Stadt auf dem Berg Zion stehen nur noch Ruinen. 10 Und unser heiliger Tempel, dieser wunderbare Bau, in dem schon unsere Vorfahren dich angebetet haben – er ist ein Raub der Flammen geworden. Die vielen Stätten, an denen unser Herz hing, liegen unter den Trümmern begraben.

    11 Herr, wie lange willst du noch warten? Wie lange schaust du noch schweigend zu? Willst du uns ganz im Elend versinken lassen?

    Ist das jetzt logisch?

    Sie erkennen an, dass Jehova sie zu Recht straft – weil sie sich anhaltend weigern, zu IHM umzukehren. Aber dann fragen sie, wie lange er ihr Leid noch zuläßt?

    Oder müßte hier eine längere Pause gemacht werden weil hier ein Zeitsprung gemacht wird? Aber wo würde die Pause dann genau sein?

    Wahrscheinlich hat diese Übersetzung mich einfach verwöhnt und ich erwarte eine Überschrift, wenn das Thema gewechselt wird?

    Sie erkennen an, dass die Strafe zu Recht „verhängt wurde“ (Vers 4-5)

    Sie erkennen an, dass sie nicht bei Jehova Hilfe suchen und sich weigern, umzukehren (Vers 6).

    Wo sollte dann die Grundlage für die Vergebung sein, wenn die Werke der Reue, die Umkehr noch fehlt? Wie können sie dann von Jehova erwarten, dass er ihnen zur Hilfe kommt – und das „aber bitte schnell“?

  137. Jesaja 65:1-7 Mein Zorn wird euch treffen!

    1 Der Herr spricht: »Von denen, die mich gar nicht gesucht haben, ließ ich mich finden, und denen, die nie nach mir fragten, habe ich mich gezeigt. Zu Menschen, die nicht aus meinem Volk waren, habe ich gesagt: ›Seht her, hier bin ich!‹

    2 Auch nach meinem eigenen Volk, das sich nichts sagen lässt, habe ich meine Hände ausgestreckt. Immer wieder wollte ich sie einladen. Doch sie weisen mich ständig ab, sie machen, was sie wollen, und gehen falsche Wege. 3 Dauernd fordern sie mich heraus. Sie opfern in den Gärten, die sie für ihre Götzen angelegt haben, auf Ziegelsteinen verbrennen sie Weihrauch für ihre Götter. 4 Sie sitzen in Grabhöhlen und übernachten an geheimen Orten, um mit Geistern Verbindung aufzunehmen. Schweinefleisch essen sie und trinken Brühe vom Fleisch, das heidnischen Götzen geweiht ist.

    5 Begegnet man ihnen, dann rufen sie schon von weitem: ›Halt! Keinen Schritt näher! Rühr mich nicht an, denn ich bin zu heilig für dich!‹
    Diese Leute sind wie beißender Rauch in meiner Nase, wie ein ständig schwelendes Feuer. 6 Ich habe ihre Gräueltaten aufschreiben lassen und komme erst zur Ruhe, wenn ich ihnen alles heimgezahlt habe. 7 Die Folgen ihrer eigenen Sünden und die ihrer Vorfahren müssen sie dann tragen. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort. Denn schon ihre Väter haben auf den Bergen Weihrauch für die Götzen verbrannt. Auf ihren heiligen Hügeln haben sie mich verhöhnt. Doch nun will ich abrechnen! Alle früheren Untaten zahle ich ihnen voll zurück.«

    Nur, weil meine Eltern das so gemacht haben, muss es nicht richtig sein. Nur, weil die Priester ihnen nicht sagen, dass ihr Tun falsch ist und ihr Handeln unterstützen oder dulden – muss es nicht richtig sein.

    Paulus lobte die Beröer, weil sie „täglich sorgfältig forschten, ob sich die Dinge so verhielten“. Und das, obwohl er ein Apostel Jesu war und von Jesus selbst mit seinem Amt beauftragt wurde. Trotzdem fand er ihr Verhalten lobenswert. So sehr, dass er sie anderen Versammlungen als gutes Beispiel hinstellte.

    Sollten wir dann wirklich damit zufrieden sein, dass wir ja jeden Tag den Tagestext lesen, vielleicht auch mit den Publikationen auf dem Laufenden sind – aber für das regelmäßige richtige Lesen in der Bibel haben wir keine Zeit?

    Nutzen wir die Hilfsmittel, die uns die Gesellschaft dazu – zum täglichen Lesen in der Bibel – an die Hand gibt?:

    Seit Jahren gibt es auf der offiziellen Website der Zeugen Jehovas die Bibel online zu lesen. Es steht sogar ein Leseplan zur Verfügung. Nutzen wir sie?

    Ebenfalls auf einer weitern Seite der Gesellschaft können wir uns die Bibel als mp3 herunterladen und das in vielen verschiedenen Sprachen. Nutzen wir sie, um z.B die Fahrzeit im Auto oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln gut auszukaufen?

    Seit gut einer Woche gibt es nun auch die Wtlib online – auf der Seite der Gesellschaft – auch in Deutsch. Hier können wir die Bibel lesen, ganz gezielt nach
    Querverweisen und Fußnoten suchen und in ergänzendem Stoff Fragen nachschlagen, die uns beim Lesen aufkommen. So ist uns ein persönliches Studium an jedem Ort möglich.

    Erweisen wir uns für all diese Hilfen als dankbar und nutzen wir sie gut?

    Aus den zuvor zitierten Versen aus dem Buch Jesaja erfahren wir, wie wichtig es Jehova ist, dass wir uns regelmäßig mit ihm und seinem Wort beschäftigen. Es ist zwar gut und schön, wenn wir wissen, wo wir was in den Publikationen finden und mit deren Inhalt vertraut sind. Aber noch wichtiger ist Ihm, dass wir gut mit IHM und SEINEM Wort vertraut sind.

    Erinnern wir uns an die vielen Gelegenheiten, wo Jesus sagte „ihr habt gelesen“ – damit könnten unsere Publikationen auch gemeint sein – aber dann darauf hinwies, was Gottes Wort sagt?

    Erinnern wir uns daran, wie Jesus dem Widersacher antwortete? Er nahm nicht Bezug auf das, was die Schriftgelehrten sagten, sondern er zitierte Gottes Wort! Sind wir so gut mit der Bibel vertraut, dass wir dies ebenso könnten?

    Sind wir so gut mit der Bibel vertraut, dass es uns auffallen würde, dass wir etwas Verkehrtes tun – wenn alle anderen ebenso handeln?

    Würde Paulus uns ebenso wie die Beröer loben?

  138. Jesaja 65:8-15 Wähle zwischen Tod und Leben!

    8 So spricht der Herr: »Solange in Trauben auch nur ein bisschen Saft ist, sagt man: ›Wirf sie nicht weg, da ist noch etwas Gutes drin.‹ Genauso gehe ich mit dem Volk Israel um: Ich will nicht das ganze Volk vernichten, denn es gibt darin noch Menschen, die mir dienen. 9 Darum werde ich einige Nachkommen Jakobs am Leben erhalten, und einige aus dem Stamm Juda werden meine Berge als Erbe erhalten. Mein auserwähltes Volk wird das Land besitzen; alle, die mir dienen, dürfen dort wohnen. 10 Diese Menschen, die nach mir gefragt haben, weiden dann in der Scharonebene ihre Schafe und Ziegen und im Achortal ihre Rinderherden.

    11 Ganz anders aber wird es euch übrigen Israeliten gehen! Denn ihr kehrt mir den Rücken und vergesst meinen heiligen Berg Zion. Ihr richtet reich beladene Opfertische her und füllt ganze Krüge mit gewürztem Wein. Euren Glücks- und Schicksalsgöttern Gad und Meni bringt ihr diese Opfer dar. 12 Hört, welches Schicksal ich für euch bestimme: Das Schwert wird euch treffen! Man wird euch in die Knie zwingen und wie Opfertiere abschlachten. Denn als ich euch rief, bekam ich keine Anwort; ich habe mit euch geredet, doch ihr habt mir nicht zugehört. Lieber habt ihr getan, was ich hasse, und das vorgezogen, was ich verabscheue.

    13 Darum kündige ich, der Herr, euch an: Meine Diener, die treu zu mir stehen, bekommen zu essen und zu trinken, ihr aber werdet Hunger und Durst leiden. Sie werden fröhlich sein, ihr aber müsst euch schämen. 14 Ja, singen und jubeln werden sie vor Lebenslust, während ihr vor Leid und Verzweiflung schreit. 15 Euer Name wird zum Fluchwort. ›Gott soll dich töten wie jene Götzenverehrer!‹, werden meine erwählten Diener sagen, wenn sie einen Fluch aussprechen. Denn ich, der Herr, werde euch töten. Doch denen, die treu zu mir stehen, gebe ich einen Ehrennamen. 16 Wer dann in Israel jemandem etwas Gutes wünschen will, wird sagen: ›Der Gott, der seine Zusagen erfüllt, segne dich!‹ Und wer einen Eid leistet, wird schwören bei ›dem Gott, der zu seinem Wort steht‹. Sie werden das frühere Elend vergessen, und auch ich denke nicht mehr daran. Das verspreche ich, der Herr!«

    Was haben wir gewählt – den Segen oder den Fluch?

  139. Jesaja 65:17-25 Eine neue Zeit bricht an

    17 So spricht der Herr:
    »Ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. An den alten Himmel und die alte Erde wird niemand mehr denken, sie werden vergessen sein.

    18 Freut euch und jubelt über das, was ich tue: Jerusalem wird von fröhlichem Gesang erfüllt sein, und die Menschen sind voller Freude.

    19 Auch ich werde jubeln über Jerusalem und über mein Volk glücklich sein.
    Weinen und Klagen werden verstummen. 20 Dann wird kein Säugling mehr nur wenige Tage leben, und alte Menschen sterben erst nach einem erfüllten Leben. Wer mit hundert Jahren stirbt, wird als junger Mensch betrauert, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als von Gott verflucht.

    21-22 Dann wird man sich Häuser bauen und sie auch selbst bewohnen, kein Fremder lässt sich darin nieder. Man wird Weinberge anpflanzen und ihren Ertrag selbst genießen. Kein Fremder isst von ihren Früchten. Denn in meinem geliebten Volk werden die Menschen so alt wie Bäume und genießen die Frucht ihrer Mühe. 23 Keine Arbeit ist dann mehr vergeblich. Die Kinder, die sie zur Welt bringen, werden nicht mehr früh sterben. Denn sie sind das Volk, das ich, der Herr, segne. Zusammen mit ihren Kindern und Enkeln werden sie im Land leben. 24 Ehe sie zu mir um Hilfe rufen, stehe ich ihnen bei, noch während sie beten, habe ich sie schon erhört.

    25 Wolf und Lamm werden friedlich zusammen weiden, der Löwe wird Heu fressen wie ein Rind, und die Schlange wird sich von Erde ernähren. Sie werden nichts Böses mehr tun und niemandem schaden auf meinem ganzen heiligen Berg. Mein Wort gilt!«

  140. Jesaja 66 – Niemand kann zwei Herren dienen!

    1 So spricht der Herr: »Der Himmel ist mein Thron und die Erde mein Fußschemel. Und da wollt ihr mir ein Haus bauen? An welchem Ort soll ich mich denn niederlassen? 2 Ich habe das alles doch geschaffen, Himmel und Erde kommen aus meiner Hand! Dennoch achte ich auf die Menschen, die in Not sind. Ja, ich kümmere mich um die Verzweifelten und um alle, die voll Ehrfurcht auf meine Worte hören.

    3 Aber die Opfer von Menschen, die eigene Wege gehen, verabscheue ich. Sie schlachten ein Rind für mich, aber zugleich opfern sie ihren Göttern auch Menschen. Sie bringen mir ein Schaf dar, aber heimlich opfern sie auch Hunde. Mir setzen sie ein Speiseopfer vor, und zugleich gießen sie Schweineblut als Trankopfer aus. Sie verbrennen Weihrauch für mich und preisen auch ihre Götzen. Sie haben ihre Wahl getroffen: Ihnen gefällt alles, was ich hasse. 4 So habe auch ich für sie gewählt: Ich lasse Unheil über sie hereinbrechen. All das, wovor ihnen graut, soll sie nun treffen. Denn als ich sie rief, hat mir keiner geantwortet. Ich habe mit ihnen geredet, doch niemand hat mir zugehört. Lieber haben sie getan, was ich hasse, und sich für das entschieden, was ich verabscheue.«

    Freut euch mit Jerusalem!

    5 Hört nun, was der Herr euch sagt, die ihr voll Ehrfurcht auf seine Worte achtet:
    »Die Menschen eures eigenen Volkes hassen euch und stoßen euch aus, weil ihr zu mir haltet. Ständig spotten sie: ›Soll der Herr doch seine Macht zeigen und euch helfen, damit wir euch endlich einmal fröhlich sehen!‹ Doch es kommt die Zeit, da werden diese Spötter in Schimpf und Schande dastehen.

    6 Hört ihr den Lärm in der Stadt? Er kommt vom Tempel her. Ich, der Herr, halte Gericht! Mein Vergeltungsschlag trifft alle meine Feinde.

    7-8 Kann eine Frau ein Kind gebären, noch ehe die Wehen über sie kommen? Wer hat so etwas schon gesehen oder davon gehört? Kann ein ganzes Land an einem einzigen Tag zur Welt kommen? Wird ein Volk in einem Augenblick geboren? Ja, Zion wird es so ergehen! Kaum spürt sie die ersten Wehen – schon sind ihre Kinder da. 9 Warum sollte ich diese Geburt erst einleiten und dann im letzten Moment noch verhindern? Meint ihr, ich verschließe den Mutterleib, damit das Kind nicht zur Welt kommt – ich, euer Gott?

    10 Freut euch mit Jerusalem! Jubelt über diese Stadt, alle, die ihr sie liebt! Früher habt ihr um sie getrauert, doch jetzt dürft ihr singen und jubeln vor Freude. 11 Lasst euch von ihr trösten wie ein Kind an der Mutterbrust. Trinkt euch satt! Genießt die Pracht dieser Stadt! 12 Denn ich, der Herr, sage euch: Frieden und Wohlstand werden Jerusalem überfluten wie ein großer Strom. Ich lasse den Reichtum der Völker hereinfließen wie einen nie versiegenden Bach. Und an dieser Fülle dürft ihr euch satt trinken.

    In dieser Stadt werdet ihr euch wie Kinder fühlen, die ihre Mutter auf den Armen trägt, auf den Schoß nimmt und liebkost. 13 Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind. Die neue Pracht Jerusalems lässt euch den Kummer vergessen.

    14 Wenn ihr das alles seht, werdet ihr wieder von Herzen fröhlich sein, und neue Lebenskraft wird euch durchströmen.«

    Dann zeigt der Herr seinen treuen Dienern, wie mächtig er ist; seine Feinde aber werden seinen Zorn spüren. 15 Denn der Herr kommt, umgeben von loderndem Feuer, seine Kriegswagen brausen daher wie ein Sturm. Er kommt in glühendem Zorn, um Vergeltung zu üben. Sein Drohen ist wie ein schreckliches Feuer! 16 Ja, mit Feuer und Schwert hält der Herr Gericht über alle Menschen, und viele sterben, wenn er zuschlägt.

    17 Er bestraft alle, die sich anderen Göttern weihen. Sie nehmen Reinigungszeremonien auf sich, um Zugang zu den »heiligen Gärten« zu haben. Dort sitzen sie um ihren Meister herum, essen Schweinefleisch, Mäuse und andere unreine Speisen. Darum sagt der Herr: »Auf sie alle wartet ein schreckliches Ende.

    Nicht nur Israeliten werden den Herrn anbeten

    18 Ich weiß, was sie treiben, und kenne ihre Gedanken!«»Ich komme, um Menschen aller Völker und Sprachen zu versammeln. Von überall strömen sie herbei und sehen meine Größe und Macht. 19 Ich werde den Völkern ein deutliches Zeichen meiner Macht geben: Einige aus meinem Volk, die dem Gericht entronnen sind, sende ich in solche Länder, wo man noch nichts von mir gehört und meine Herrlichkeit noch nicht gesehen hat. Sie werden nach Tarsis in Spanien reisen, zu den Libyern und Lydern, den berühmten Bogenschützen; sie werden vordringen bis zum Stamm der Tibarener am Schwarzen Meer und auch nach Griechenland. Allen diesen Völkern sollen sie von meiner Größe und Macht erzählen.

    20 Dann werden sie die Menschen eures Volkes, die noch über die ganze Welt zerstreut sind, zurückbringen nach Jerusalem. Auf Pferden und in Wagen reisen sie, in Sänften werden sie getragen; auf Maultieren und Kamelen wird man sie nach Jerusalem führen. Wie ihr Israeliten eure Opfergaben in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt, so bringen diese Völker die Menschen eures Volkes aus der ganzen Welt zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem, um sie mir als Gabe zu weihen. 21 Auch aus diesen fremden Völkern wähle ich mir einige als Priester und Leviten aus.

    22 So wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich schaffe, nie mehr vergehen, genauso wenig werden eure Nachkommen untergehen. Euer Volk wird für immer bestehen. Dafür bürge ich, der Herr. 23 Jeden Monat am Neumondfest und auch an jedem Sabbat werden alle Menschen nach Jerusalem kommen, um mich dort im Tempel anzubeten.

    24 Sie werden vor die Stadt hinausgehen und die Leichen jener Menschen sehen, die sich zu Lebzeiten gegen mich aufgelehnt haben. Ihr Anblick wird bei allen Abscheu und Entsetzen hervorrufen. Denn für diese Verdammten wird die Qual nie enden, sie brennen in ewigem Feuer.«

    abschließende Worte, die dem Volk den Ernst der Lage vor Augen führen: sie haben es in der Hand – entscheiden müssen sie selbst sich – die Konsequenzen müssen sie dafür aber auch tragen.

    In den abschließenden Versen wird das vorhergesagt, was die Apostel später auf ihren Missionsreisen erleben

  141. vor einiger Zeit kam die Frage auf, ob es richtig und gerecht ist, wenn Jehova die Assyrer „benutzt“ um sein Volk zu strafen und sie dann später dafür verurteilt. Gestern beim Abtippen von dem Studienartikel für diese Woche haben wir dann die Antwort erhalten:

    8 Der zweite Kopf stellt Assyrien dar. Auch dieses mächtige Reich wollte Gottes Volk ausradieren. Zwar gebrauchte Jehova Assyrien zunächst als Werkzeug, um das Zehnstämmereich zu bestrafen, weil es gegen Jehova rebelliert und Götzen angebetet hatte. Doch dann griff Assyrien Jerusalem an. Womöglich zielte Satan darauf ab, die königliche Linie auszulöschen, die schließlich zu Jesus führen sollte. Dieser Anschlag lief dem zuwider, was Jehova vorhatte, und so befreite er seine treuen Diener durch ein Wunder, indem er die Angreifer vernichtete (2. Könige 19:32-35; Jesaja 10:5,6; 12-15).

    9 Der dritte Kopf des von Johannes beobachteten wilden Tieres steht für das Königreich, dessen Hauptstadt Babylon war. Jehova ließ zu, dass die Babylonier Jerusalem zerstörten und sein Volk in die Gefangenschaft wegführten. Bevor die rebellischen Israeliten diese Demütigung hinnehmen mussten, hatte Jehova sie allerdings davor gewarnt (2. Könige 20:16-18). Er sagte voraus, die Linie der Könige, die in Jerusalem auf dem „Thron Jehovas“ saßen, werde enden (1. Chronika 29:23). Gleichzeitig aber versprach er, ein Nachkomme König Davids – einer, „der das gesetzliche Recht hat“ – werde kommen und diesen Herrschaftsanspruch wieder geltend machen (Hesekiel 21:25-27).

    10 Aus einer weiteren Prophezeiung ging hervor, dass das Anbetungszentrum der Juden bei Ankunft des versprochenen Messias oder Gesalbten nach wie vor der Tempel in Jerusalem sein würde (Daniel 9:24-27). Und noch bevor die Israeliten nach Babylon ins Exil weggeführt wurden, war in einer Prophezeiung vorausgesagt worden, der Messias werde in Bethlehem geboren (Micha 5:2). Sollten sich diese Vorhersagen bewahrheiten, mussten die Juden aus der Gefangenschaft freikommen, in ihre Heimat zurückkehren und den Tempel wieder aufbauen. Nur: Babylon war dafür bekannt, Gefangene nie wieder freizulassen. Wie würde dieses Hindernis überwunden werden? Die Antwort offenbarte Jehova seinen Propheten (Amos 3:7).

    wie wir sehen, war es also kein Mißbrauch der Mächte Assyrien und Babylon durch Jehova – sondern sie haben sich nicht richtig verhalten. Sie sollten und durften sein Volk zur „zur Raison bringen“, aber es war ihnen scheinbar nicht genug und so wollten sie das Volk ganz ausrotten. Dies war nicht im Sinne Jehovas, es sollte sogar SEINEN Plan, sein Vorhaben vereiteln, damit der Satan sich ins Fäustchen lauchen konnte. Dies konnte und durfte Jehova nicht zulassen

  142. gestern in einer Kirchenzeitung gefunden:

    Von Gott tragen lassen
    Die „falschen Götter“ können schnell zu einer Last werden
    AUF der Suche nach einer bestimmten Bibelstelle stieß ich vor kurzem auf einen Text im Buch Jesaja, der mich faszinierte. Nachdem Gott in Vers 3 und 4 von Kapitel 46 versichert hat, dass er weiterhin entschlossen ist, sein Volk zu tragen, ja zu schleppen und zu retten, stellt er ihm vor Augen, dass es mit den Göttern Babylons genau umgekehrt ist.

    Sie tragen nicht, sondern sie müssen getragen werden, obwohl sie so schwer sind, dass selbst die Tiere unter ihrer Last zusammenbrechen. Der Prophet hat vermutlich bei einer der Prozessionen der Babylonier, die zu seiner Zeit als Besatzungsmacht Jerusalem beherrschten, zugeschaut und konnte sehen, wie die Götterstatuen, für deren Herstellung die Leute viel Geld ausgegeben haben, auf den Schultern der Priester durch die Stadt getragen werden. Die Faszination dieser prächtigen Aufzüge war für den Glauben der Juden, die sich zu dem einen, unsichtbaren, namenlosen „Ich bin, der ich bin“ bekannten, eine ständige Herausforderung. Durch seinen Vergleich wollte Jesaja den Glauben an JAHWE stärken, der sich seit Abrahams Zeit seinem Volk als rettend und erlösend gezeigt hatte.

    Er machte ihnen bewusst, wie groß der Unterschied zwischen den Göttern der Babylonier und dem Gott Israels ist und wie sehr die Leute zu bedauern sind, die sich vor etwas, was sie viel gekostet hat, anbetend niederknien und Hilfe erwarten. Anstatt den Lohn ihrer Arbeit selbst genießen zu können, geben sie ihn weg und haben dann noch Plage und Last damit.

    Als ich das las, habe ich mich gefragt, ob wir nicht manchmal in einer ähnlichen Situation sind. Für manche Heilbringer, von denen wir Glück und Sicherheit erwarten, müssen wir viel investieren. Wir tragen sie zwar nicht mehr als goldene Figuren auf der Schulter, aber kann nicht die Sorge um den Besitz in all seinen Formen, um Ansehen oder Karriere zu einer wirklichen Last werden? Das gilt auch für die Sorge um die Gesundheit. Wenn Gesundheit zum höchsten Wert wird, dann ist es nur folgerichtig, dass wir alle Zeit und Kraft und viel Geld einsetzen, um gesund zu werden oder zu bleiben.

    Der heilige Augustinus hat im Jahre 411 an ein befreundetes Ehepaar geschrieben: „Um zu leben, wirft man fort, wovon man sein Leben fristet, nur damit ein mühseliges Leben nicht so schnell ende. Viele gewisse Peinen nimmt man auf sich, um sich wenige ungewisse Tage noch zu erwerben. Wie groß sind die Schmerzen derer, die sich von den Ärzten behandeln und operieren lassen; geschieht das etwa, damit sie nicht sterben? Nein, sondern damit sie ein wenig später sterben“.

    Augustinus macht diese Bemerkung nicht wegen einer morbiden Todessehnsucht oder weil er nichts von der Kunst der Ärzte hält. In einem anderen Brief schreibt er, dass die körperliche Gesundheit das einzige irdische Gut ist, um das man zu Recht beten darf. Augustinus will aber das Missverhältnis zwischen der Sorge um das irdische Leben und der Sorge um das rechte Verhältnis zu Gott aufzeigen, das die Voraussetzung für das ewige Leben ist. Er hat also das gleiche Anliegen, wie der Prophet Jesaja. „Aus dem Glauben leben“ bedeutet, Gott in allen Lebensbezügen unseres Alltags in den Mittelpunkt zu stellen. Dazu eine kleine Begebenheit, die mir berichtet wurde:

    „Ein junger Mann saß im Bahnabteil einer älteren Dame gegenüber, die stark gehbehindert war. Man kam ins Gespräch über „Gott und die Welt“. Beim Aussteigen bemerkt der junge Mann, wie schwer dies der älteren Dame fiel und sagte: ‚Die Gesundheit ist eben doch das Wichtigste!’ Worauf er die Antwort erhielt: ‚Nein, nicht die Gesundheit, sondern der Frieden mit Gott’.“

    Frieden mit Gott können wir nur haben, wenn wir die Last der falschen Götter abwerfen und das Angebot Gottes annehmen, uns von ihm tragen zu lassen.

    (von Schwester M. Domenika, frühere Leiterin der einzigen katholischen Schule für Kinderkrankenpflege in der DDR, ist seit 2003 deutsche Provinzoberin der Kongretation von der heiligen Elisabeth. Die „grauen Schwestern“ setzen sich weltweit für Arme und Kranke ein)

    kurz danach habe ich rein zufällig im Jesaja-Buch genau an dieser Stelle weitergelesen. Ihr findet es ab hier auf der Wtlib-online „Uns vor neuzeitlichen Götzen hüten“

  143. Jesaja 1 – 3

    Jesaja 1 – Jehova ist nicht an irgendwelche Formen oder Traditionen gebunden, sondern er will ein persönliches Verhältnis mit uns

    1 Dies ist die Offenbarung , die Jesaja , der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem geschaut hat in den Tagen Ussijas , Jotams, Ahas‘ und Hiskias, der Könige von Juda: 2 Hört, ihr Himmel , und horche auf, o Erde; denn der Herr hat gesprochen :

    Ich habe Kinder großgezogen und emporgebracht , sie aber sind von mir abgefallen . 3 Ein Ochse kennt seinen Besitzer, und ein Esel die Krippe seines Herrn, [aber] Israel hat keine Erkenntnis; mein Volk hat keine Einsicht. 4 Wehe der sündigen Nation , dem schuldbeladenen Volk! Same der Übeltäter, verderbte Kinder! Sie haben den Herrn verlassen , haben den Heiligen Israels gelästert , haben sich abgewandt .

    5 Wohin soll man euch noch schlagen, da ihr doch den Abfall nur noch weiter treibt? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist kraftlos. 6 Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Unversehrtes an ihm, sondern klaffende Wunden und Striemen und frische Verletzungen, die nicht ausgedrückt, noch verbunden, noch mit Öl gelindert sind. 7 Euer Land ist verwüstet, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; Fremde fressen euer Land vor euren Augen, und es ist verwüstet, wie von Fremden verheert. 8 Und die Tochter Zion ist übrig geblieben wie eine Hütte im Weinberg, wie ein Wachthäuschen im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt. 9 Hätte uns der Herr der Heerscharen nicht einen geringen Überrest übrig gelassen, so wären wir wie Sodom , gleich wie Gomorra geworden!

    10 Hört das Wort des Herrn , ihr Fürsten von Sodom! Nimm zu Ohren das Gesetz unseres Gottes, du Volk von Gomorra!

    11 Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer?, spricht der Herr . Ich bin der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastkälber überdrüssig, und am Blut der Jungstiere, Lämmer und Böcke habe ich kein Gefallen! 12 Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer verlangt dies von euch, dass ihr meine Vorhöfe zertretet?

    13 Bringt nicht mehr vergebliches Speisopfer! Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumond und Sabbat, Versammlungen halten: Frevel verbunden mit Festgedränge ertrage ich nicht! 14 Eure Neumonde und Festzeiten hasst meine Seele; sie sind mir zur Last geworden; ich bin es müde, sie zu ertragen.

    15 Und wenn ihr eure Hände ausbreitet , verhülle ich meine Augen vor euch, und wenn ihr auch noch so viel betet, höre ich doch nicht , denn eure Hände sind voll Blut ! 16 Wascht, reinigt euch! Tut das Böse , das ihr getan habt, von meinen Augen hinweg; hört auf, Böses zu tun! 17 Lernt Gutes tun, trachtet nach dem Recht , helft dem Bedrückten, schafft der Waise Recht, führt den Rechtsstreit für die Witwe!

    18 Kommt doch, wir wollen miteinander rechten !, spricht der Herr . Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee; wenn sie rot sind wie Karmesin , sollen sie [weiß] wie Wolle werden.

    19 Seid ihr willig und gehorsam, so sollt ihr das Gute des Landes essen; 20 wenn ihr euch aber weigert und widerspenstig seid, so sollt ihr vom Schwert gefressen werden! Ja, der Mund des Herrn hat es gesprochen .

    21 Wie ist die treue Stadt zur Hure geworden! Sie war voll Recht; Gerechtigkeit wohnte in ihr, nun aber Mörder ! 22 Dein Silber ist zu Schlacken geworden; dein edler Wein ist mit Wasser verfälscht. 23 Deine Fürsten sind Widerspenstige und Diebsgesellen ; sie alle lieben Bestechung und jagen nach Geschenken ; der Waise schaffen sie nicht Recht, und die Sache der Witwen kommt nicht vor sie.

    24 Darum spricht der Herrscher, der Herr der Heerscharen, der Mächtige Israels: Wehe, ich will mir Genugtuung verschaffen von meinen Feinden und mich rächen an meinen Widersachern; 25 und ich will meine Hand gegen dich wenden und deine Schlacken ausschmelzen wie mit Laugensalz und all dein Blei wegschaffen; 26 und ich werde deine Richter wieder machen, wie sie ursprünglich waren, und deine Ratsherren wie am Anfang; danach wird man dich nennen: »Die Stadt der Gerechtigkeit, die treue Stadt«.

    27 Zion wird durch Recht erlöst werden und seine Bekehrten durch Gerechtigkeit; 28 aber der Zusammenbruch trifft die Übertreter und Sünder alle miteinander, und die den Herrn verlassen, kommen um. 29 Denn sie werden zuschanden wegen der Terebinthen, an denen ihr Lust hattet, und ihr sollt schamrot werden wegen der Gärten, die ihr erwählt habt; 30 denn ihr werdet sein wie eine Terebinthe, deren Laub verwelkt ist, und wie ein Garten, der ohne Wasser ist; 31 und der Starke wird zum Werg und sein Tun zum Funken, und beide werden miteinander brennen, sodass niemand löschen kann.

    Interessant immer wieder für mich ist der Teil mit der Anbetung:

    Egal, was sie alles an formellen Dingen und Ritualen tun, die den Anschein von Gläubigkeit erwecken sollen – es ist alles vergeblich. Egal, welche Opfer sie bringen, egal, welche tollen Gebete sie haben – Jehova will sie nicht!

    Warum nicht?

    Hier sagt Jehova, dass sie Dinge tun, die ER verabscheut: sie lügen, betrügen und übervorteilen Schwächere, sie sind voller Gewalt und Götzendienst. Jehova aber ist heilig und rein und er hasst es zutiefst, wenn wir seine Anbetung mit solchen Dingen beschmutzen. Da sind ihm diejenigen lieber, die offen und ehrlich sagen, dass sie nicht glauben! (Psalm 15)

    Hat sich Jehova in dieser Hinsicht geändert, da ja im Neuen Testament – den griechischen Schriften – immer wieder von „der unverdienten Güte Gottes“ die Rede ist? (Maleachi 3:6)

    Dabei fällt mir das ein, was Jesus dazu sagte, wie wir mit Konflikten mit Brüdern umgehen sollten: bevor wir kommen und unsere Gabe am Altar darbringen, sollten wir den Streit zuerst mit unserem Bruder bereinigen – erst dann sollten wir wiederkommen und das tun, was die Anbetung Jehovas ausmacht (Matthäus 5:23-24). Trotz unverdienter Güte!

    Jehova hasst bestimmte Dinge und daran wird sich niemals etwas ändern. Natürlich können wir trotzdem zu ihm kommen, ihn anbeten, zu ihm beten und unsere Rituale ableisten – aber sie haben für ihn keinen Wert. Wenn es uns bei unserer Anbetung nur darum geht, dass wir das Bedürfnis verspüren, irgend Jemand oder irgend Etwas anzubeten und dass wir selbst uns gut fühlen, ist dies ja kein Problem. Dann machen wir ruhig so weiter!

    Wenn es uns aber um IHN und seinen Sohn Jesus Christus geht, wenn wir ihn lieben und ihm Freude bereiten wollen – dann sollten wir hier aufmerken und entsprechend umdenken.

    Dies widerspricht nicht der unverdienten Güte. Denn wir bekommen ja die Gelegenheit zur Umkehr und für diesen Fall verspricht uns Jehova, all unser schlechtes Tun zu vergessen und hier und jetzt mit uns bei Null anzufangen. Was vorher war, existiert nicht mehr für ihn. Und diese Güte und Barmherzigkeit haben wir wirklich nicht verdient, schon gar nicht, wenn wir uns so hartnäckig geweigert haben, zu hören und anderen geschadet haben.

    Es ist wichtig, dies zu wissen, damit das Bild, das wir von unserem Gott haben, auch abgerundet ist und wir uns nicht nur an dem einen Teil festkammern, der uns gefällt. Wie gesagt: wir wollen ja IHM gefallen – oder?

    weitere Gedanken aus den Vorjahren dazu finden wir hier:

  144. Jesaja 2 – wer sind Heute diejenigen, die zum Berg Jehovas ziehen, um sich belehren zu lassen?

    Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem schaute : Ja, es wird geschehen am Ende der Tage , da wird der Berg des Hauses des Herrn fest gegründet stehen an der Spitze der Berge, und er wird erhaben sein über alle Höhen, und alle Heiden werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: »Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des Herrn , zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns belehre über seine Wege und wir auf seinen Pfaden wandeln!« Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem . Und er wird Recht sprechen zwischen den Heiden und viele Völker zurechtweisen, sodass sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden werden und ihre Speere zu Rebmessern; kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr erlernen.

    – Komm, o Haus Jakobs, und lasst uns wandeln im Licht des Herrn ! –

    Denn du hast dein Volk verstoßen , das Haus Jakobs; denn voll morgenländischer [Zauberei] sind sie und Zeichendeuter wie die Philister , und sie haben sich mit fremdem Gesindel verbündet . Ihr Land ist voll Silber und Gold, und ihrer Schätze ist kein Ende; ihr Land ist voll von Rossen, und ihrer Wagen ist kein Ende; auch ist ihr Land voll Götzen; das Werk ihrer Hände beten sie an, und das, was ihre Finger gemacht haben. Da beugt sich der Mensch [vor den Götzen], da erniedrigt sich der Mann; deshalb vergib es ihnen nicht!

    Verkrieche dich in den Felsen und verbirg dich im Staub aus Furcht vor dem Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät! Die stolzen Augen der Menschen werden erniedrigt , und der Hochmut der Männer wird gebeugt werden; der Herr aber wird allein erhaben sein an jenem Tag.

    Denn es kommt ein Tag [des Gerichts] von dem Herrn der Heerscharen über alles Stolze und Hohe und über alles Erhabene, und es wird erniedrigt werden; über alle hohen und erhabenen Zedern Libanons und über alle Eichen Baschans; über alle hohen Berge und über alle erhabenen Höhen; über jeden hohen Turm und über jede feste Mauer; über alle Tarsisschiffe und über alle köstlichen Kleinodien.

    Und der Hochmut des Menschen wird gebeugt und der Stolz des Mannes gedemütigt werden; der Herr aber wird allein erhaben sein an jenem Tag. Und die nichtigen Götzen werden gänzlich verschwinden. Und man wird sich in Felshöhlen und Erdlöcher verkriechen aus Furcht vor dem Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen wird, um die Erde zu schrecken .

    An jenem Tag wird der Mensch seine silbernen Götzen und seine goldenen Götzen, die jeder sich gemacht hat, um sie anzubeten, den Maulwürfen und Fledermäusen hinwerfen, um sich zu verkriechen in die Felsspalten und Steinklüfte aus Furcht vor dem Herrn und der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich aufmachen wird, um die Erde in Schrecken zu versetzen

    So lasst nun ab von dem Menschen , der nur Hauch in seiner Nase hat; denn wofür ist er zu achten?

    Die ersten Verse, wo es heißt, dass Menschen aus allen Richtungen zum Berg Jehovas strömen werden, um sich von IHM belehren zu lassen – könnten sie auch noch eine andere, eine weitere, Erfüllung haben als die, die wir als Zeugen Jehovas kennen?

    Könnte es nicht auch sein, dass sie aus allen religiösen Richtungen und christlichen Absplitterungen kommen, weil sie erkannt haben, wie wichtig und beglückend ein eigenes enges Verhältnis zum Schöpfer ist, wie wichtig es ist, sein Wort zu lesen und danach zu handeln und darüber zu reden?

    Ich weiss, dass die Bibel im Zusammenhang mit der falschen Religion von Babylon der Großen spricht und dass wir aus ihr hinausgehen sollten. Aber auch in der Christenheit sind ganz massive Veränderungen vor sich gegangen. So, wie es in ihren Reihen immer mehr aufrichtige Menschen gibt, die Jehova wirklich suchen und ihn ernstlich zu gefallen suchen, so gibt es unter Zeugen Jehovas immer mehr, die die Maßstäbe nicht mehr einhalten und ein Doppelleben führen – trotz Gemeinschaftentzug. Selbst ein Glied der leitenden Körperschaft sagte vor einigen Jahren: „noch vor wenigen Jahren konnte ich voller Überzeugung sagen, dass es Ehebruch, Scheidung, uneheliche Kinder und Pädophilie nicht unter Zeugen Jehovas gibt. Heute muss ich beschämt zugeben, dass diese Dinge auch in unseren Reihen vorkommen“.

    Besonders im vergangenen Jahr hat uns Jehova gezeigt, dass es in fast allen christlichen Gruppierungen aufrichtige Menschen gibt, die Jehova ebenso lieben, wie wir. Die ein eigenes persönliches und oftmals sehr inniges Verhältnis zum Schöpfer haben, die intensiv in der Bibel lesen und diese studieren, sogar in kleineren Gruppen – ähnlich wie unser Versammlungsbibelstudium. Nur dass diese meist nur die Bibel an sich studieren, ohne irgendwelche Publikationen. In den Gottesdiensten basieren die Ansprachen auf der Bibel, alle lesen mit, es werden Notizen gemacht und sich mit Kommentaren am Programm beteiligt – wie unsere Zusammenkünfte am Sonntag. Man ermuntert sich gegenseitig, am Glauben festzuhalten und das Wort Gottes noch mehr im Leben umzusetzen. Du kannst mit diesen Menschen tiefe geistige Gespräche führen und sie sind bemüht, auch mit anderen über Gottes Wort zu sprechen. Es gibt sogar Besuchswochen die unseren Dienstwochen gleichen und sogar so eine Art Kongresse und Schulungen. Auch diese unterscheiden sich kaum von dem, was wir als Zeugen Jehovas gewohnt sind.

    Wie gesagt, ist dies nicht nur eine bestimmte konfessionelle Richtung, sondern dies passiert in allen christlichen Konfessionen. Sei es bei den Katoliken, den Protestanten, Baptisten, Neuapostolen, Pfingstlern, charismatischen Bewegungen usw.

    Alle verbindet ein Gedanke und das selbe Ziel: tiefe Liebe zu Jehova und seinem Sohn Jesus Christus und zu seinem Wort und den Menschen.

    Vor dieser sehr persönlichen Erfahrung, die sich besonders in den letzten Monaten sehr vertieft hat, frage ich mich, ob Jehova nicht auch dies, was hier gerade passiert, dabei im Sinn gehabt hat!

    Wenn du sie fragst, was sie sind, dann kommt in erster Linie die Antwort: „ich bin Christ“. Du musst schon nachfragen, „aus welchem Lager“ sie kommen und wenn du fragst, wie es dort gehandhabt wird, dann bekommst du überall die gleiche Antwort. Du könntest jedesmal auch einen Zeugen Jehovas vor dir haben (guckst du auch hier).

    Wir persönlich finden das sehr begeisternd und ermunternd und wir haben in den vergangenen Monaten sehr viele intensive und tief gehende Gespräche mit diesen Brüdern und Schwestern geführt. Dies hat uns sehr gestärkt. Der einzige greifbare Unterschied ist, dass sie nicht den Namen Jehovas benutzen – aber was nicht ist, kann ja noch kommen ;-).

    Wenn du dir die Ansprachen von Bayless Conley oder Joyce Meyer anhörst und dabei auf das achtest, was die beiden im Urtext, im Englischen sagen, dann reden sie von Jehova und nicht von dem Herrn. Inzwischen ist sogar die deutsche Übersetzung von Bayless Conley angepasst, seit er im April diesen Jahres in Deutschland war. Manchmal benutzen auch andere Redner wie Johannes Hartl oder sogar Dieter Schade den Namen Gottes. So ist der Name Jehovas nicht mehr nur ein Privileg von Zeugen Jehovas – sondern wir hören ihn immer mehr auch von anderen aufrichtigen Christen!

    Ich bin davon überzeugt, dass diese Entwicklung nicht nur uns begeistert, sondern dass auch im Himmel große Freude darüber herrscht.

    Weitere Gedanken zu diesem Kapitel aus den vergangenen Jahren finden wir hier:

  145. Jesaja 3 – übernehmen wir die Eigenverantwortung für unser persönliches Verhältnis zu Jehova?

    1 Denn siehe, der Herrscher, der Herr der Heerscharen, nimmt von Jerusalem und Juda Stab und Stütze weg, jede Stütze an Brot und jede Stütze an Wasser, 2 den Helden und den Kriegsmann, den Richter und den Propheten, den Wahrsager und den Ältesten, 3 den Obersten über Fünfzig und den Hochangesehenen, den Ratgeber samt dem Meister in Künsten und den Zauberkundigen. 4 Und ich werde ihnen Knaben als Fürsten geben, und Mutwillige sollen über sie herrschen.

    5 Und die Leute werden sich gegenseitig bedrängen, einer den anderen, jeder seinen Nächsten; der Junge wird frech auftreten gegen den Alten und der Verachtete gegen den Vornehmen. 6 Wenn einer dann seinen Bruder im Haus seines Vaters festhalten wird und sagt: »Du hast einen Mantel; sei unser Oberhaupt, und dieser Trümmerhaufen sei unter deiner Hand!«, 7 so wird er an jenem Tag schwören und sagen: »Ich kann nicht Wundarzt sein, und in meinem Haus ist weder Brot noch Mantel: Macht mich nicht zum Oberhaupt des Volkes!«

    8 Denn Jerusalem ist gestürzt und Juda gefallen, weil ihre Zungen und ihre Taten gegen den Herrn gerichtet sind, um den Augen seiner Majestät zu trotzen. 9 Der Ausdruck ihres Angesichts zeugt gegen sie, und von ihren Sünden sprechen sie offen wie die Sodomiter und verbergen sie nicht. Wehe ihrer Seele, denn sie fügen sich selbst Schaden zu!

    10 Sagt den Gerechten, dass es ihnen gut gehen wird; denn sie werden die Frucht ihrer Taten genießen. 11 Wehe dem Gottlosen! Ihm geht es schlecht; denn was er mit seinen Händen getan hat, das wird ihm angetan werden!

    12 Mein Volk wird von Mutwilligen bedrückt, und Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine Führer verführen [dich] und haben den Weg verwüstet , den du wandeln sollst. 13 Der Herr tritt auf, um zu rechten, und er steht da, um die Völker zu richten. 14 Der Herr geht ins Gericht mit den Ältesten seines Volkes und mit dessen Führern :

    Ihr habt den Weinberg kahl gefressen; was ihr dem Elenden geraubt habt, ist in euren Häusern! 15 Warum zertretet ihr mein Volk und unterdrückt die Person der Elenden?, spricht der Herrscher, der Herr der Heerscharen.

    16 Und der Herr sprach: Weil die Töchter Zions stolz geworden sind und mit emporgerecktem Hals einhergehen und herausfordernde Blicke werfen; weil sie trippelnd einherstolzieren und mit ihren Fußspangen klirren, 17 deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und der Herr wird ihre Scham entblößen. 18 An jenem Tag wird der Herr die Zierde der Fußspangen, der Stirnbänder und Halbmonde wegnehmen, 19 die Ohrgehänge, die Armspangen, die Schleier, 20 die Kopfbünde, die Schrittfesseln und die Gürtel, die Riechfläschchen und die Amulette , 21 die Fingerringe und die Nasenringe, 22 die Festkleider und die Mäntel, die Überwürfe und die Täschchen; 23 die Handspiegel und die Hemden, die Hüte und die Schleier.

    24 Und es wird geschehen: Statt des Wohlgeruchs gibt es Moder, statt des Gürtels einen Strick, statt der gekräuselten Haare eine Glatze , statt des Prunkgewandes einen Kittel aus Sacktuch und ein Brandmal statt der Schönheit.

    25 Deine Männer werden durch das Schwert fallen und deine Helden im Krieg. 26 Ja, [Zions] Tore werden klagen und trauern, und sie wird ausgeplündert auf der Erde sitzen.

    Besonders interessant an dem, was Jehova hier sagt, ist die Mahnung, dass wir auch unseren Führern und Leitern nicht blindlings nachlaufen sollten.

    Machen wir es uns nicht zu bequem, indem wir nicht mehr selbst in der Bibel lesen und nicht mehr selbst nachforschen, sondern uns darauf verlassen, dass es schon richtig sein wird, wenn es von den Ältesten oder der Gesellschaft kommt. Dies hat nicht unbedingt mit unangebrachtem Misstrauen zu tun. Bedenken wir, warum Paulus die Beröer gelobt hatte: weil sie „täglich sorgfätig in den Schriften forschten, ob sich die Dinge (das, was Paulus ihnen predigte oder in seinen Briefen an die Versammlungen schrieb) auch so verhielten“ (Apostelgeschichte 17:10-11).

    15 Zur ihrer eigenen Sicherheit wurden Paulus und Silas nach Beröa geschickt, das etwa 65 Kilometer weit weg lag. Paulus ging gleich in die Synagoge und fing an zu predigen. Er muss sich unbändig gefreut haben, als er dort auf offene Ohren stieß! Wie Lukas schreibt, waren die Juden in Beröa „edler gesinnt als die in Thessalonich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese Dinge so verhielten“ (Apg. 17:10, 11). Wurden damit die, die in Thessalonich die Wahrheit angenommen hatten, abgewertet? Absolut nicht. Paulus schrieb ihnen später: „Darum danken wir Gott auch unablässig, denn als ihr Gottes Wort, das ihr von uns hörtet, empfingt, habt ihr es nicht als Menschenwort angenommen, sondern als das, was es wahrhaftig ist, als das Wort Gottes, das auch in euch, den Gläubigen, wirksam ist“ (1. Thes. 2:13). Doch was war an den Beröern so besonders, dass Lukas ihnen eine so edle Gesinnung bescheinigt?

    16 Obwohl die Beröer von Paulus allerhand Neues erfuhren, waren sie weder argwöhnisch oder überkritisch noch leichtgläubig.

    Sie hörten Paulus erst einmal gut zu. Dann überzeugten sie sich, dass das, was er ihnen erklärte, auch tatsächlich in den Schriften stand.

    Außerdem vertieften sie sich nicht nur am Sabbat, sondern jeden Tag in Gottes Wort — und das „mit der größten Bereitwilligkeit“, sie knieten sich also richtig hinein, um herauszufinden, was die Schrift zu dieser neuen Lehre sagt.

    Sie waren dann auch nicht zu stolz, sich zu ändern, und „viele von ihnen [wurden] gläubig“ (Apg. 17:12). Da leuchtet es doch ein, warum Lukas sie als „edel gesinnt“ beschreibt!

    17 Die Beröer konnten nicht ahnen, dass ihr edles Beispiel in Gottes Wort für die Nachwelt festgehalten würde. Sie reagierten genau so, wie Paulus es gehofft hatte und Jehova Gott es sich wünschte.

    Dazu möchten auch wir die Menschen animieren: dass sie alles genau in der Bibel nachprüfen, damit sich ihr Glaube auf Gottes Wort aufbauen und somit auf festen Füßen stehen kann.

    Ist so eine Gesinnung aber auch noch gefragt, wenn man erst einmal getauft ist? Auf alle Fälle! Dann ist es sogar noch wichtiger, dass wir alles aufsaugen, was Jehova uns sagen möchte, und es dann auch prompt anwenden. Auf die Art kann uns Jehova in seinem Sinn formen und veredeln (Jes. 64:8). Und wir können unserem Vater im Himmel rundum Freude machen und Werkzeuge in seiner Hand bleiben.

    Denken wir auch, was mit denen geschah, die dem Aufruf des Königs Jehu folgten und in den Tempel kamen, um dem Baal zu opfern („Aber der König hat doch gesagt…“)

    Jeder von uns ist für sich selbst verantwortlich vor Jehova. Jeder von uns sollte sich aus einer tiefen Liebe und Dankbarkeit Jehova gegenüber gedrängt fühlen, Zeit mit IHM zu verbringen, indem wir in seinem Wort lesen und dies auf uns und unser Leben anwenden.

    Das Volk Israel und auch Juda verließen sich auf ihre Priester. Schließlich hatte Jehova diese dazu eingesetzt, um sein Volk zu belehren und zu leiten. Zwar zieht Jehova hier auch die Priester zur Rechenschaft dafür, dass sie dieser Aufgabe nicht richtig nachgekommen sind, aber auch das Volk wird bestraft und zur Rechenschaft gezogen, weil sie diesen blind gefolgt sind.

    Denken wir auch an das Drama mit Esther von diesem Kongress („Bist du auf schwierige Zeiten vorbereitet?“). Hier war der neuzeitliche Rahmen, dass das Volk Jehovas in unserer heutigen Zeit plötzlich verfolgt wird. Wie werden wir reagieren, wenn es bei uns soweit ist? Wie werden wir Jehova anbeten und tun, was ER von uns will, wenn das Volk auf einmal zerstreut wird und wir keine Ältesten mehr haben, die uns sagen, wo es lang geht und was wir tun sollen? Fangen wir erst dann an, Eigenverantwortung für unser persönliches Verhältnis zu Jehova zu übernehmen?

    Oder würde Paulus das selbe über uns sagen, wofür er die Beröer so gelobt hatte?

    weitere Gedanken aus den Vorjahren zu diesem Kapitel finden wir hier:

  146. Jesaja 4 – 6

    Jesaja 4 – Jehova muss das Volk zuerst läutern, damit er es segnen kann

    1 An jenem Tag werden sieben Frauen einen Mann ergreifen und sagen: Wir wollen selbst für unser Brot und für unsere Kleider sorgen; lass uns nur deinen Namen tragen, nimm unsere Schmach hinweg!

    2 An jenem Tag wird der Spross des Herrn schön und herrlich sein, und die Frucht des Landes wird der Stolz und der Schmuck für die Entkommenen Israels sein. 3 Und es wird geschehen: Jeder Übriggebliebene in Zion und jeder Übriggelassene in Jerusalem wird heilig genannt werden, jeder, der zum Leben eingeschrieben ist in Jerusalem.

    4 Ja, wenn der Herr den Schmutz der Töchter Zions abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems aus seiner Mitte hinweggetan hat durch den Geist des Gerichts und den Geist der Vertilgung, 5 dann wird der Herr über der ganzen Wohnung des Berges Zion und über seinen Versammlungen bei Tag eine Wolke und Rauch schaffen und den Glanz einer Feuerflamme bei Nacht, denn über der ganzen Herrlichkeit wird ein Schutzdach sein; 6 und eine Laubhütte wird zum Schatten vor der Hitze bei Tag sein, und zur Zuflucht und zum Schirm vor Unwetter und Regen.

    Jehova will sie nicht strafen, eigentlich will er sein Volk am liebsten segnen, weil er es liebt. Aber sie lassen ihm keine Wahl, sie sind bereits so weit fortgeschritten in ihrem schlechten Tun, dass ihnen jegliches Unrechtbewusstsein abhanden gekommen ist. Wie kann er sie da segnen?

    Er macht es, wie es ein Goldschmied tut. Um aus dem Nugget, dem Rohstoff des Goldes das Edelmetall herauszuziehen, das zur Herstellung von Schmuck und kostbaren Gegenständen verwendet wird, muss das Gold geläutert werden, damit jeglicher Schmuck und alle Schlacke abgewaschen wird. Nur so entsteht dieser kostbare Rohstoff!

    Ebenso muss er sein Volk läutern. Er muss ihre Schlechtigkeit und ihre Sünde abwaschen. Aber dies geht nur dadurch, dass er sie zuerst dafür zur Rechenschaft zieht. Denn erst dann erkennen sie den Ernst der Lage und sehen ein, dass sie schlecht gehandelt haben und der Vergebung bedürfen. Erst dann bereuen sie, was sie getan haben und kehren zu ihm um.

    Damit geben sie IHM die Möglichkeit, sie versöhnlich in seine Arme zu schließen und zu sgenen. Aber den ersten Schritt dahin müssen schon sie machen. Die Motivation dafür liefert das Gericht!

    weitere Gedanken aus den vergangenen Jahren dazu finden wir hier:

  147. Jesaja 5 – hätte Jehova wirklich eine andere Wahl gehabt?

    1 Ich will doch singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Freundes von seinem Weinberg ! Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel. 2 Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit edlen Reben. Mitten darin baute er einen Turm und hieb auch eine Kelter darin aus; und er hoffte, dass er [gute] Trauben brächte; aber er trug schlechte . 3 Nun, ihr Bürger von Jerusalem und ihr Männer von Juda, sprecht Recht zwischen mir und meinem Weinberg! 4 Was konnte man an meinem Weinberg noch weiter tun, das ich nicht getan habe? Warum hoffte ich, dass er [gute] Trauben brächte, aber er trug nur schlechte?

    5 Nun will ich euch aber verkünden, was ich mit meinem Weinberg tun will: Ich will seinen Zaun wegschaffen, damit er abgeweidet wird, und die Mauer einreißen, damit er zertreten wird! 6 Ich will ihn öde liegen lassen; er soll weder beschnitten noch gehackt werden, und Dornen und Disteln sollen ihn überwuchern. Ich will auch den Wolken gebieten, dass sie keinen Regen auf ihn fallen lassen! 7 Denn das Haus Israel ist der Weinberg des Herrn der Heerscharen, und die Männer von Juda sind seine Lieblingspflanzung. Und er hoffte auf Rechtsspruch, und siehe da – blutiger Rechtsbruch; auf Gerechtigkeit, und siehe da – Geschrei [über Schlechtigkeit]. 8 Wehe denen, die ein Haus ans andere reihen, ein Feld zum anderen fügen, bis kein Platz mehr bleibt und ihr allein mitten im Land wohnt!

    9 Vor meinen Ohren spricht der Herr der Heerscharen: Fürwahr, viele Häuser sollen öde werden, große und schöne unbewohnt! 10 Denn zehn Joch Weinberge werden [nur] ein Bat geben und ein Homer Samen [nur] ein Epha erzielen. 11 Wehe denen, die sich früh am Morgen aufmachen, um berauschenden Getränken nachzujagen, und die am Abend lange aufbleiben, bis sie der Wein erhitzt! 12 Zither und Harfe, Pauke, Flöte und Wein gehören zu ihrem Gelage – aber auf das Tun des Herrn schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht!

    13 Darum wandert mein Volk in die Gefangenschaft aus Mangel an Erkenntnis; seine Edlen leiden Hunger, und seine Volksmenge verschmachtet vor Durst. 14 Darum sperrt das Totenreich seinen Schlund weit auf und hat seinen Rachen über die Maßen weit aufgerissen. Und ihre Pracht fährt hinunter und ihre Menge samt all ihrem Getümmel und wer in ihr frohlockt.

    15 So wird der Mensch gebeugt und der Mann gedemütigt, und die Augen der Hochmütigen sollen erniedrigt werden; 16 aber der Herr der Heerscharen wird erhaben sein im Gericht, und Gott, der Heilige, wird sich als heilig erweisen in Gerechtigkeit.17 Und Lämmer werden weiden auf ihrem Weideplatz und Fremde sich nähren in den verwüsteten Fluren der Fetten.

    18 Wehe denen, die ihre Schuld an Lügenstricken hinter sich herschleppen und die Sünde wie an Wagenseilen, 19 die sagen: »Er soll doch eilen und sein Werk beschleunigen, damit wir es sehen; der Ratschluss des Heiligen Israels soll doch kommen und eintreten, damit wir ihn kennenlernen!« 20 Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis erklären, die Bitteres süß und Süßes bitter nennen! 21 Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und die sich selbst für verständig halten! 22 Wehe denen, die Helden sind im Weintrinken und tapfer im Mischen von berauschendem Getränk; 23 die dem Gottlosen recht geben um eines Bestechungsgeschenkes willen, aber dem Gerechten seine Gerechtigkeit absprechen!

    24 Darum, wie die Feuerzunge Stoppeln frisst und dürres Gras in der Flamme zusammensinkt, so wird ihre Wurzel wie Moder werden und ihre Blüte wie Staub auffliegen; denn sie haben das Gesetz des Herrn der Heerscharen verworfen und das Wort des Heiligen Israels verachtet.

    25 Darum ist auch der Zorn des Herrn gegen sein Volk entbrannt, und er hat seine Hand gegen sie ausgestreckt und hat sie geschlagen, dass die Berge erbebten und ihre Leichname wie Kot auf den Straßen lagen. – Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt.

    26 Und er wird für die Heiden in der Ferne ein Kriegsbanner aufrichten und [ein Volk] vom Ende der Erde herbeipfeifen; und siehe, es wird schnell und eilends kommen. 27 Unter ihnen ist kein Müder und kein Strauchelnder, keiner schlummert und keiner schläft; keinem geht der Gurt seiner Lenden auf, keinem zerreißt ein Riemen seiner Schuhe. 28 Seine Pfeile sind geschärft und alle seine Bogen gespannt. Die Hufe seiner Rosse sind wie Kieselsteine anzusehen und seine Wagenräder wie ein Sturmwind. 29 Es gibt ein Gebrüll von sich wie eine Löwin, es brüllt wie die Junglöwen; es knurrt und packt die Beute und bringt sie in Sicherheit, und kein Retter ist da. 30 Und es wird über ihm brausen an jenem Tag wie Meeresbrausen ; schaut man aber zur Erde, siehe, so ist da dichte Finsternis ; auch das Licht wird durch ihr Gewölk verdunkelt.

    hier finden wir einige interessante Gedanken aus den Vorjahren dazu:

    Außerdem finden wir ja noch in den beiden Jesaja-Büchern (Jesaja Band I und Jesaja Band II) jede Menge Stoff. Es wird uns also niemals langweilig werden *freu*

  148. Jesaja 6 – warum ausgerechnet jetzt?

    1 Im Todesjahr des Königs Ussija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron , und seine Säume erfüllten den Tempel. 2 Seraphim standen über ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel : mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. 3 Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig , heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen ; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit !

    4 Da erbebten die Pfosten der Schwellen von der Stimme des Rufenden, und das Haus wurde mit Rauch erfüllt.

    5 Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe ! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk , das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den Herrn der Heerscharen, gesehen ! 6 Da flog einer der Seraphim zu mir, und er hielt eine glühende Kohle in seiner Hand, die er mit der Zange vom Altar genommen hatte; 7 und er berührte meinen Mund [damit] und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt; deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde gesühnt!

    8 Und ich hörte die Stimme des Herrn fragen : Wen soll ich senden , und wer wird für uns gehen?

    Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich!

    9 Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht! 10 Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört, und damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und es sich nicht bekehrt und für sich Heilung findet!

    11 Und ich fragte: Wie lange, Herr?

    Er antwortete: Bis die Städte verwüstet liegen, sodass niemand mehr darin wohnt, und die Häuser menschenleer sein werden und das Land in eine Einöde verwandelt ist. 12 Denn der Herr wird die Menschen weit wegführen, und die Verödung inmitten des Landes wird groß sein. 13 Und bleibt noch ein Zehntel darin, so fällt auch dieses wiederum der Vertilgung anheim. Aber wie die Terebinthe und die Eiche beim Fällen doch noch ihren Wurzelstock behalten, so bleibt ein heiliger Same als Wurzelstock!

    Warum wird Jesaja ausgerechnet zu der Zeit zum Volk geschickt, als Asarja/Usija stirbt?

    Was ist in diesem Jahr besonderes? Wird nicht Hiskia nach ihm König und war dieser nicht für seine aufrichtige Treue bekannt?

    Liegt das daran, dass das Exil von Israel bereits beschlossene Sache ist? Laut Zeitstrahl ist zu diesem Zeitpunkt Hosea bereits 5 Jahre König von Juda und nur 1 Jahr später werden Israe und Juda von Salmanassar angegriffen und Samaria wird belagert. Nach 3 Jahren Belagerung wird die Stadt schließlich eingenommen und sie werden ins Exil nach Assyrien geführt (2. Könige 18 und 19).

    Der erste Teil von Gottes Volk hat also nicht mehr viel Zeit. Nur noch 4 Jahre, die das Zehnstämmereich Israel nutzen kann, um sich zu besinnen, um zu seinem Gott umzukehren. Vor diesem Hintergrund erkennen wir sehr gut, dass unser Gott Jehova keinesfalls hart und unfair ist, wenn er sie später straft!

    Wahrscheinlich liegt genau hierin der Grund, warum es nun eilt, warum Jehova nun dringend einen weiteren Propheten zu ihnen schicken muss. Zwar waren schon einige vor Jesaja da – Joel, Jona, Amos und Hosea – aber sie scheinen bisher nicht den Ernst der Lage erkannt zu haben.

    Bisher war noch nichts passiert, wer sagt ihnen denn, dass sich dies nun ändern würde? Waren denn nicht zwischen den Worten der bereits aufgetretenen Propheten und ihrer Zeit viele viele Jahre vergangen – ohne dass Jehova gehandelt hatte?

    Ja, wer würde ihnen noch einmal den Ernst der Lage vor Augen führen? Ist dies nicht genau die Frage Jehovas – „wen soll ich senden?“. Ihr Glück, dass sich Jesaja bereitwillig zur Verfügung stellt, obwohl er durch das Geschick der vorherigen Propheten erkannt und gelernt hatte, dass dies ihn persönlich eine ganze Menge abverlangen würde. Aber er liebt Jehova von ganzem Herzen und er will einfach nicht die Hoffnung aufgeben, dass sich das Volk doch noch ändert.

    Wie traurig ihn das macht, was er heute unter seinen Brüdern beobachten kann! Wenn sie doch nur umkehren würden!

    Daher macht er sich voller Eifer ans Werk. Dafür, dass sie dann doch nicht hören, kanner schließlich nichts…

  149. Jesaja 7 – 9

    Jesaja 7 – was hat es mit den 65 Jahren auf sich?

    1 Und es geschah zur Zeit des Ahas, des Sohnes Jotams, des Sohnes Ussijas, des Königs von Juda, da zog Rezin, der König von Aram , mit Pekach, dem Sohn Remaljas, dem König von Israel, hinauf zum Krieg gegen Jerusalem; er konnte es aber nicht erobern. 2 Als nun dem Haus Davids berichtet wurde: »Der Aramäer hat sich in Ephraim niedergelassen!«, da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes vor dem Wind beben.

    3 Der Herr aber sprach zu Jesaja: Geh doch hinaus, dem Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub , an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, zur Straße des Walkerfeldes, 4 und sprich zu ihm: Hüte dich und sei ruhig; fürchte dich nicht, und dein Herz verzage nicht vor diesen zwei rauchenden Feuerbrandstummeln, vor der Zornglut Rezins und der Aramäer und des Sohnes Remaljas! 5 Weil der Aramäer Böses gegen dich geplant hat [samt] Ephraim und dem Sohn Remaljas, die sagen: 6 »Wir wollen nach Juda hinaufziehen und es in Schrecken versetzen und es für uns erobern und dort den Sohn Tabeels zum König einsetzen!«, 7 [deshalb] spricht Gott , der Herr :

    Es soll nicht zustande kommen und nicht geschehen! 8 Denn Damaskus ist das Haupt von Aram, und Rezin ist das Haupt von Damaskus; und binnen 65 Jahren wird Ephraim zertrümmert sein, sodass es kein Volk mehr ist. 9 Und das Haupt Ephraims ist Samaria , und das Haupt Samarias ist der Sohn Remaljas. – Wenn ihr nicht glaubt , so werdet ihr gewiss keinen Bestand haben!

    10 Weiter redete der Herr zu Ahas und sprach: 11 Erbitte ein Zeichen von dem Herrn , deinem Gott; erbitte es in der Tiefe oder droben in der Höhe! 12 Da antwortete Ahas: Ich will nichts erbitten, damit ich den Herrn nicht versuche! 13 Darauf sprach [Jesaja]: Höre doch, Haus David! Ist es euch nicht genug, dass ihr Menschen ermüdet, müsst ihr auch meinen Gott ermüden?

    14 Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben. 15 Dickmilch und Wildhonig wird er essen, bis er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen. 16 Denn ehe der Knabe versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen, wird das Land, vor dessen beiden Königen dir graut, verlassen sein. 17 Der Herr aber wird über dich, über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage bringen, wie sie niemals gekommen sind, seitdem Ephraim von Juda abgefallen ist – nämlich den König von Assyrien .

    18 Denn es wird geschehen an jenem Tag, da wird der Herr die Fliege, die an der Mündung der Ströme Ägyptens ist, und die Biene im Land Assyrien herbeipfeifen ; 19 und sie werden herbeikommen und sich alle niederlassen in den Schluchten und in den Felsspalten und auf allen Dornhecken und allen Weideplätzen. 20 Zu jener Zeit wird der Herr durch das gemietete Schermesser von jenseits des [Euphrat-]Stromes, nämlich durch den König von Assyrien, das Haupt und das Haar an den Beinen abrasieren; ja, auch den Bart wird er wegnehmen.

    21 An jenem Tag wird es geschehen, dass ein Mann nur eine Kuh und zwei Schafe am Leben erhalten kann, 22 und es wird geschehen, sie werden so viel Milch geben, dass er Dickmilch essen kann; denn Dickmilch und Wildhonig wird dann jeder Übriggebliebene im Land essen. 23 Und es wird geschehen an jenem Tag, dass jeder Ort, wo 1 000 Weinstöcke im Wert von 1 000 [Schekel] Silber standen, zu Dornen und Disteln werden wird; 24 man wird [nur] mit Pfeil und Bogen dahin gehen; denn das ganze Land wird zu Dornen und Disteln werden; 25 und keinen der Berge, die man jetzt mit der Hacke behackt, wirst du mehr betreten aus Furcht vor den Dornen und Disteln; man wird das Rindvieh dorthin treiben und sie von Schafen zertreten lassen.

    Wieso ist hier von 65 Jahren die Rede?

    Ahas hatte 16 Jahre unter seinem Vater Asarja regiert. 4 Jahre, nachdem sein Sohn Hiskia auf den Thron stieg, wurde Israel bereits in die Gefangenschaft nach Assyrien geführt. Auch das Exil Judas selbst war 70 Jahre. Also woher kommt diese Zahl?

    In den Höhepunkten von 2006 finden wir dazu eine Antwort:

    7:8 — Wie wurde Ephraim innerhalb von 65 Jahren „zerschmettert“?

    „In den Tagen Pekachs, des Königs von Israel“, kurz nachdem Jesaja dies prophezeit hatte, wurde damit begonnen, die Bevölkerung des Zehnstämmereiches wegzuführen und das Land mit Ausländern neu zu besiedeln (2. Könige 15:29). Das setzte sich noch lange fort, bis in die Tage des Assyrerkönigs Esar-Haddon, eines Sohnes und Nachfolgers von Sanherib (2. Könige 17:6; Esra 4:1, 2; Jesaja 37:37, 38).

    Die in Jesaja 7:8 erwähnten 65 Jahre ergeben sich somit daraus, dass Assyrien die Bewohner Samarias nach und nach umsiedelte und andere ansiedelte.

    weitere Gedanken aus den Vorjahren finden wir hier:

  150. Jesaja 8 – wo befinden wir uns hier im Strahl der Zeit?

    1 Und der Herr sprach zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreibe darauf mit deutlicher Schrift : »Bald kommt Plünderung , rasch Raub!« 2 Und ich will mir glaubwürdige Zeugen bestellen, Urija , den Priester, und Sacharja, den Sohn Jeberechjas! –

    3 Und ich nahte mich der Prophetin , und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach der Herr zu mir: Nenne ihn: »Bald kommt Plünderung, rasch Raub«! 4 Denn ehe der Knabe wird sagen können: »Mein Vater« und »Meine Mutter«, wird der Reichtum von Damaskus und die Beute Samarias vor dem König von Assyrien hergetragen werden.

    5 Und der Herr fuhr fort zu mir zu reden und sprach: 6 Weil dieses Volk das still fließende Wasser Siloahs verachtet, dagegen Freude hat an Rezin und an dem Sohn Remaljas, 7 siehe, so wird der Herr die starken und großen Wasser des Stromes über sie bringen, den König von Assyrien mit seiner ganzen Herrlichkeit. Der wird sich über all seine Flussbetten ergießen und über alle seine Ufer treten; 8 und er wird daherfahren über Juda, es überschwemmen und überfluten, bis an den Hals wird er reichen; und die Spanne seiner [Heeres]flügel wird die Breite deines Landes füllen, Immanuel !

    9 Schließt euch zusammen , ihr Völker – ihr werdet doch zerschmettert! Horcht auf, ihr alle in fernen Ländern; rüstet euch – ihr werdet doch zerschmettert; ja, rüstet euch – ihr werdet doch zerschmettert! 10 Schmiedet einen Plan – es wird doch nichts daraus! Verabredet etwas – es wird doch nicht ausgeführt; denn Gott ist mit uns !

    11 Denn so hat der Herr zu mir gesprochen, indem er mich fest bei der Hand fasste und mich davor warnte, auf dem Weg dieses Volkes zu gehen : 12 Nennt nicht alles Verschwörung, was dieses Volk Verschwörung nennt, und vor dem, was es fürchtet , fürchtet euch nicht und erschreckt nicht davor!

    13 Den Herrn der Heerscharen, den sollt ihr heiligen ; er sei eure Furcht und euer Schrecken! 14 So wird er [euch] zum Heiligtum werden; aber zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Strauchelns für die beiden Häuser Israels, zum Fallstrick und zur Schlinge für die Bewohner von Jerusalem, 15 sodass viele unter ihnen straucheln und fallen und zerbrochen, verstrickt und gefangen werden.

    16 Binde das Zeugnis zusammen, versiegle das Gesetz in meinen Jüngern! 17 Und ich will warten auf den Herrn , der sein Angesicht verbirgt vor dem Haus Jakobs, und will auf ihn hoffen . 18 Siehe, ich und die Kinder , die mir der Herr gegeben hat, wir sind Zeichen und Wunder für Israel von dem Herrn der Heerscharen, der auf dem Berg Zion wohnt.

    19 Wenn sie euch aber sagen werden: Befragt die Totenbeschwörer und Wahrsager, die flüstern und murmeln! – [so antwortet ihnen]: Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen, oder soll man die Toten für die Lebendigen befragen? 20 »Zum Gesetz und zum Zeugnis!« – wenn sie nicht so sprechen, gibt es für sie kein Morgenrot .

    21 Und sie werden bedrückt und hungrig [im Land] umherschleichen, und wenn sie dann Hunger leiden, werden sie in Zorn geraten und werden ihren König und ihren Gott verfluchen. Wenn sie sich dann nach oben wenden 22 oder wenn sie auf die Erde sehen, siehe, so ist da Drangsal und Finsternis , beängstigendes Dunkel, und in dichte Finsternis wird es verstoßen .

    23 Doch bleibt nicht im Dunkel [das Land], das bedrängt ist. Wie er in der ersten Zeit das Land Sebulon und das Land Naphtali gering machte, so wird er in der letzten Zeit den Weg am See zu Ehren bringen, jenseits des Jordan, das Gebiet der Heiden[vv].

    Hier redet Jesaja zu beiden: dem Zehnstämmereich Israel und zum Zweistämmereich Juda.

    Wann hält er diese Ansprache? Ist das Buch Jesaja eigentlich chronologisch geordnet?

    einen weiteren Gedanken aus dem vergangenen Jahr finden wir hier:

  151. Jesaja 9 – der Anfang des Kapitels weist auf den Messias hin

    1 Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen; über den Bewohnern des Landes der Todesschatten ist ein Licht aufgeleuchtet. 2 Du hast das Volk vermehrt , hast seine Freude groß gemacht; sie werden sich vor dir freuen, wie man sich in der Ernte freut, wie [die Sieger] jubeln, wenn sie Beute verteilen.

    3 Denn du hast das Joch zerbrochen, das auf ihm lastete, und den Stab auf seiner Schulter, und den Stecken seines Treibers, wie am Tag Midians.

    4 Denn jeder Stiefel derer, die gestiefelt einherstapfen im Schlachtgetümmel, und jeder Mantel, der durchs Blut geschleift wurde, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.

    5 Denn ein Kind ist uns geboren , ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer , Ratgeber , starker Gott , Ewig-Vater , Friedefürst . 6 Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des Herrn der Heerscharen wird dies tun!

    * bis hierher geht es um den Messias*

    7 Ein Wort hat der Herr gegen Jakob gesandt, und es soll in Israel niederfallen.

    8 Das ganze Volk soll es erkennen, Ephraim und die Bewohner von Samaria, die im Stolz und Übermut des Herzens sagen: 9 Die Ziegelsteine sind eingestürzt, wir aber wollen mit Quadern aufbauen; die Maulbeerbäume wurden abgehauen, wir aber wollen Zedern an ihre Stelle setzen! 10 Doch der Herr hat die Feinde Rezins ihm überlegen gemacht und seine Gegner aufgestachelt, 11 die Aramäer von vorn und die Philister von hinten, und sie sollen Israel mit vollem Maul fressen. – Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt. 12 Aber das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt, und sie suchen den Herrn der Heerscharen nicht.

    13 Darum wird der Herr von Israel Haupt und Schwanz abhauen, Palmzweig und Binse an einem Tag. 14 Der Älteste und Angesehene ist das Haupt, und der Prophet , der Lügen lehrt, ist der Schwanz. 15 Die Führer dieses Volkes sind Verführer geworden, und die von ihnen Geführten sind verloren.

    16 Darum freut sich auch der Herr nicht über seine auserwählten [Krieger] und hat kein Erbarmen mit seinen Waisen und Witwen; denn sie sind alle Frevler und Bösewichte , und jeder Mund redet Torheit!

    Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt. 17 Denn die Gottlosigkeit brennt wie ein Feuer: Dornen und Disteln frisst sie, und die dichten Wälder zündet sie an, sodass Rauchsäulen emporwirbeln. 18 Durch den Zorn des Herrn ist das Land wie ausgebrannt und das Volk wie vom Feuer verzehrt; keiner hat Mitleid mit dem anderen.

    19 Man verschlingt zur Rechten und bleibt hungrig, man frisst zur Linken und wird nicht satt; jeder frisst das Fleisch seines eigenen Arms, 20 Manasse den Ephraim und Ephraim den Manasse, und diese beiden fallen über Juda her!

    Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt.

    Die letzten Worte klingen sehr ernst. Aber vergessen wir darüber nicht das, was den Anfang dieses Kapitels bildet:

    Die meisten Verse zu Beginn weisen auf den Messias hin. Um nicht alle einzeln aufzuführen, hier nur der Link zu dem entsprechenden Kapitel in dem erklärenden Buch: „Die Prophezeiung Jesajas – Licht für alle Menschen, Teil 1“

    Ein Land ‘mit Verachtung behandelt’

    13 Jesaja weist jetzt auf eines der schlimmsten umwälzenden Ereignisse hin, die über die Nachkommen Abrahams kommen: „Die Düsterheit wird nicht so sein wie zu der Zeit, da das Land in Bedrängnis war, wie zu der früheren Zeit, als man das Land Sebulon und das Land Naphtali mit Verachtung behandelte und als man es zur späteren Zeit zu Ehren bringen ließ — den Weg am Meer, in der Gegend des Jordan, Galiläa der Nationen“ (Jesaja 9:1). Galiläa ist ein Gebiet im Nordreich Israel. In Jesajas Prophezeiung schließt es „das Land Sebulon und das Land Naphtali“ ein und auch „den Weg am Meer“, eine alte Straße, die am Galiläischen Meer entlang bis zum Mittelmeer verlief. Zur Zeit Jesajas nennt man die Gegend „Galiläa der Nationen“, weil wahrscheinlich viele der Städte von Nichtisraeliten bewohnt sind.* Inwiefern wird das Land ‘mit Verachtung behandelt’? Die heidnischen Assyrer erobern es, führen die Israeliten ins Exil und besiedeln die gesamte Region mit Heiden, die keine Nachkommen Abrahams sind. Damit verschwindet das Zehnstämmereich im Norden als eigenständige Nation aus der Geschichte (2. Könige 17:5, 6, 18, 23, 24).

    14 Auch Juda wird von den Assyrern unter Druck gesetzt. Wird es in ständige „Düsterheit“ versinken wie das Zehnstämmereich, vertreten durch Sebulon und Naphtali? Nein. Zur „späteren Zeit“ wird Jehova Segnungen über das Gebiet des Südreiches Juda ausgießen und sogar über das früher vom Nordreich beherrschte Land. Wie?

    15 Diese Frage beantwortet der Apostel Matthäus in seinem inspirierten Bericht über Jesu irdischen Dienst. Er beschreibt die frühen Tage dieses Dienstes und sagt: „Nachdem er [Jesus] Nazareth verlassen hatte, kam er und nahm Wohnsitz in Kapernaum, das am Meer in dem Gebiet von Sebulon und Naphtali liegt, damit erfüllt werde, was durch Jesaja, den Propheten, geredet worden war, welcher sagt: ‚O Land Sebulon und Land Naphtali an der Straße des Meeres, jenseits des Jordan, Galiläa der Nationen! Das Volk, das in Finsternis saß, sah ein großes Licht, und denen, die in einer Gegend des Todesschattens saßen: Licht ging ihnen auf‘ “ (Matthäus 4:13-16).

    16 Ja, die von Jesaja vorausgesagte „spätere Zeit“ ist die Zeit des irdischen Dienstes Christi. Die meiste Zeit seines Lebens auf der Erde verbrachte Jesus in Galiläa. Im Bezirk Galiläa begann er seinen Dienst und dort verkündete er: „Das Königreich der Himmel hat sich genaht“ (Matthäus 4:17). In Galiläa hielt er die berühmte Bergpredigt, wählte seine Apostel aus, wirkte sein erstes Wunder und erschien nach seiner Auferstehung etwa 500 Nachfolgern (Matthäus 5:1 bis 7:27; 28:16-20; Markus 3:13, 14; Johannes 2:8-11; 1. Korinther 15:6). So erfüllte sich an Jesus die Prophezeiung Jesajas, als er ‘dem Land Sebulon und dem Land Naphtali’ eine besondere Ehre erwies. Natürlich beschränkte Jesus seinen Dienst nicht auf die Bevölkerung Galiläas. Er predigte die gute Botschaft im ganzen Land und „ließ“ die ganze Nation Israel „zu Ehren bringen“, Juda eingeschlossen.

    Das „große Licht“

    17 Wie verhält es sich jedoch damit, dass Matthäus von einem „großen Licht“ in Galiläa spricht? Auch das war ein Zitat aus der Prophezeiung Jesajas. Jesaja schrieb: „Das Volk, das in der Finsternis wandelte, hat ein großes Licht gesehen. Was die im Land tiefen Schattens Wohnenden betrifft, Licht ist über ihnen aufgeleuchtet“ (Jesaja 9:2). Im 1. Jahrhundert u. Z. war das Licht der Wahrheit durch heidnische Lügen verborgen. Dazu trugen die geistlichen Führer der Juden bei, die an ihren religiösen Überlieferungen festhielten und dadurch ‘Gottes Wort ungültig machten’ (Matthäus 15:6). Demütige Menschen wurden unterdrückt und waren verwirrt, da sie „blinden Leitern“ folgten (Matthäus 23:2-4, 16). Als Jesus, der Messias, erschien, wurden die Augen vieler Demütiger auf wunderbare Weise geöffnet (Johannes 1:9, 12). Jesu Wirken auf der Erde und die aus seinem Opfer resultierenden Segnungen werden in Jesajas Prophezeiung treffend als „ein großes Licht“ bezeichnet (Johannes 8:12).

    18 Alle, die auf das Licht günstig reagierten, hatten guten Grund, sich zu freuen. Jesaja fuhr fort: „Du hast die Nation volkreich gemacht; für sie hast du die Freude groß gemacht. Sie haben sich vor dir gefreut, wie man sich freut in der Erntezeit, wie die, welche frohlocken, wenn sie die Beute verteilen“ (Jesaja 9:3). Aufrichtig gesinnte Personen reagierten auf die Predigttätigkeit Jesu und seiner Jünger und ließen erkennen, dass sie Jehova mit Geist und Wahrheit anbeten wollten (Johannes 4:24). In weniger als vier Jahren nahmen große Menschenmengen das Christentum an. Am Pfingsttag 33 u. Z. ließen sich dreitausend taufen. Kurz darauf ‘belief sich die Zahl der Männer auf etwa fünftausend’ (Apostelgeschichte 2:41; 4:4). Da die Jünger das Licht eifrig widerstrahlten, „[mehrte sich] die Zahl der Jünger . . . in Jerusalem fortgesetzt sehr; und eine große Menge Priester begann dem Glauben gehorsam zu sein“ (Apostelgeschichte 6:7).

    19 Wie man sich über eine reiche Ernte freut oder über die Verteilung wertvoller Beute nach einem großen militärischen Sieg, so freuten sich Jesu Nachfolger über die Mehrung (Apostelgeschichte 2:46, 47). Nach einiger Zeit ließ Jehova das Licht unter den Nationen erstrahlen (Apostelgeschichte 14:27). Menschen aller Rassen freuten sich nun darüber, dass ihnen der Weg erschlossen wurde, auf dem man sich Jehova nahen kann (Apostelgeschichte 13:48).

    „Wie am Tag Midians“

    20 Die Tätigkeit des Messias hat dauerhafte Auswirkungen, was aus den folgenden Worten Jesajas zu erkennen ist: „Das Joch ihrer Last und den Stock auf ihren Schultern, den Stab dessen, der sie zur Arbeit antreibt, hast du zerschlagen wie am Tag Midians“ (Jesaja 9:4). Jahrhunderte vor den Tagen Jesajas hatten sich die Midianiter mit den Moabitern verschworen, das Volk Israel zum Sündigen zu verleiten (4. Mose 25:1-9, 14-18; 31:15, 16). In späterer Zeit terrorisierten die Midianiter die Israeliten, indem sie sieben Jahre lang ihre Dörfer und Bauernhöfe überfielen und plünderten (Richter 6:1-6). Aber dann trieb Jehova durch seinen Diener Gideon die Heere Midians in die Flucht. Seit diesem „Tag Midians“ deutet nichts mehr darauf hin, dass Jehovas Volk jemals wieder unter den Midianitern zu leiden hatte (Richter 6:7-16; 8:28). In naher Zukunft wird Jesus Christus, der größere Gideon, den neuzeitlichen Feinden des Volkes Gottes den Todesstoß versetzen (Offenbarung 17:14; 19:11-21). Nicht durch menschlichen Heldenmut, sondern durch Jehovas Macht wird dann „wie am Tag Midians“ ein vollständiger und dauerhafter Sieg errungen (Richter 7:2-22). Nie wieder wird Gottes Volk unter dem Joch der Unterdrückung zu leiden haben!

    21 Zurschaustellungen göttlicher Macht sind keine Glorifizierung des Krieges. Als Fürst des Friedens wird der auferweckte Jesus seine Feinde vernichten und ewigen Frieden herbeiführen. Jesaja spricht nun von der vollständigen Vernichtung militärischer Ausrüstung durch Feuer: „Jeder Stiefel dessen, der dröhnend einherstampft, und der in Blut gewälzte Überwurf sind ja zur Verbrennung dem Feuer zur Speise geworden“ (Jesaja 9:5). Nie mehr werden dröhnende Stiefeltritte marschierender Soldaten wahrgenommen werden. Nie mehr wird man blutbefleckte Uniformen kampferprobter Krieger sehen. Krieg wird es nicht mehr geben (Psalm 46:9).

    „Wunderbarer Ratgeber“

    22 Bei seiner durch ein Wunder bewirkten Geburt erhielt der als Messias Ausersehene den Namen Jesus, der „Jehova ist Rettung“ bedeutet. Er hat aber noch andere Namen, prophetische Namen, die auf seine Schlüsselrolle hindeuten sowie auf seine erhabene Stellung. Einer dieser Namen ist Immanuel, was „Mit uns ist Gott“ bedeutet (Jesaja 7:14, Fußnote). Jesaja führt jetzt einen weiteren prophetischen Namen an: „Ein Kind ist uns geboren worden, ein Sohn ist uns gegeben worden; und die fürstliche Herrschaft wird auf seiner Schulter sein. Und sein Name wird genannt werden: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewigvater, Fürst des Friedens“ (Jesaja 9:6). Beachten wir die umfangreiche Bedeutung dieses mehrteiligen prophetischen Namens.

    23 Ein Ratgeber ist jemand, der andere berät. Als Jesus Christus auf der Erde war, gab er wunderbaren Rat. Wie wir in der Bibel lesen, „waren die Volksmengen über seine Art zu lehren höchst erstaunt“ (Matthäus 7:28). Er ist ein weiser und einfühlsamer Ratgeber mit einem außergewöhnlichen Verständnis der menschlichen Natur. Sein Rat erschöpft sich nicht in Verweisen und Züchtigung. Häufiger erfolgt er in Form von Unterweisung und liebevollen Empfehlungen. Jesu Rat ist wunderbar, weil er stets weise, vollkommen und unfehlbar ist. Wenn befolgt, führt er zu ewigem Leben (Johannes 6:68).

    24 Jesu Rat ist nicht einfach das Produkt seines brillanten Geistes. Er sagt vielmehr: „Was ich lehre, ist nicht mein, sondern gehört dem, der mich gesandt hat“ (Johannes 7:16). Der Quell der Weisheit Jesu ist wie bei Salomo Jehova Gott (1. Könige 3:7-14; Matthäus 12:42). Jesu Beispiel sollte Lehrer und Ratgeber in der Christenversammlung motivieren, ihre Unterweisung stets auf Gottes Wort zu stützen (Sprüche 21:30).

    „Starker Gott“ und „Ewigvater“

    25 Jesus wird auch als „Starker Gott“ und „Ewigvater“ bezeichnet. Das heißt nicht, dass er sich die Stellung und Gewalt Jehovas anmaßt, der „Gott, unser Vater“, ist (2. Korinther 1:2). „[Jesus zog] keine gewaltsame Besitzergreifung in Betracht . . ., nämlich um Gott gleich zu sein“ (Philipper 2:6). Er wird „Starker Gott“ genannt, nicht allmächtiger Gott. Niemals sah er sich als Gott, der Allmächtige, denn er bezeichnete seinen Vater als den „allein wahren Gott“, das heißt den einzigen Gott, den man anbeten sollte (Johannes 17:3; Offenbarung 4:11). In der Bibel kann das Wort „Gott“ entweder „Mächtiger“ oder „Starker“ bedeuten (2. Mose 12:12; Psalm 8:5; 2. Korinther 4:4). Bevor Jesus auf die Erde kam, war er „ein Gott“, ‘er existierte in Gottesgestalt’. Nach seiner Auferstehung kehrte er in den Himmel zurück und nahm sogar eine noch höhere Stellung ein als zuvor (Johannes 1:1; Philipper 2:6-11). Außerdem wird durch die Bezeichnung „Gott“ noch etwas anderes angedeutet. Richter in Israel wurden als „Götter“ bezeichnet — einmal auch von Jesus (Psalm 82:6; Johannes 10:35). Jesus ist der von Jehova ernannte Richter, „der dazu bestimmt ist, die Lebenden und die Toten zu richten“ (2. Timotheus 4:1; Johannes 5:30). Zweifellos erhält er zu Recht den Namen Starker Gott.

    26 Der Titel „Ewigvater“ bezieht sich auf die Macht und Gewalt des messianischen Königs, Menschen ewiges Leben auf der Erde in Aussicht zu stellen (Johannes 11:25, 26). Das Vermächtnis unseres Urvaters Adam war der Tod. Jesus, der letzte Adam, „wurde ein lebengebender Geist“ (1. Korinther 15:22, 45; Römer 5:12, 18). Jesus lebt als Ewigvater für immer; deshalb werden sich gehorsame Menschen ewig des Nutzens seiner Vaterschaft erfreuen können (Römer 6:9).

    „Fürst des Friedens“

    27 Außer ewigem Leben benötigt der Mensch auch Frieden, sowohl mit Gott als auch mit seinen Mitmenschen. Diejenigen, die sich heute der Herrschaft des „Fürsten des Friedens“ unterwerfen, haben ‘ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Winzermessern geschmiedet’ (Jesaja 2:2-4). Sie lassen keine Hassgefühle aufkommen wegen politischer, territorialer, rassischer oder wirtschaftlicher Differenzen. Sie sind in der Anbetung des einen wahren Gottes, Jehova, vereint und bemühen sich, friedliche Beziehungen zum Nächsten aufrechtzuerhalten, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Versammlung (Galater 6:10; Epheser 4:2, 3; 2. Timotheus 2:24).

    28 Zu der von Gott bestimmten Zeit wird Christus auf der Erde einen Frieden schaffen, der weltumspannend, fest gegründet und dauerhaft sein wird (Apostelgeschichte 1:7). „Für die Fülle der fürstlichen Herrschaft und den Frieden wird es kein Ende geben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, um es fest aufzurichten und es zu stützen durch Recht und durch Gerechtigkeit von nun an und bis auf unabsehbare Zeit“ (Jesaja 9:7a). Wenn Jesus als Fürst des Friedens Macht ausübt, wird er nicht zu tyrannischen Mitteln greifen. Seine Untertanen werden nicht der Willensfreiheit beraubt und gewaltsam unterjocht. All seine Leistungen kommen vielmehr „durch Recht und durch Gerechtigkeit“ zustande. Welch eine wohltuende Veränderung!

    29 Angesichts der wunderbaren Dinge, auf die Jesu prophetischer Name hindeutet, ist der Schluss dieses Teils der Prophezeiung Jesajas wirklich begeisternd. Jesaja schreibt: „Der Eifer Jehovas der Heerscharen wird dieses tun“ (Jesaja 9:7b). Jehova handelt tatsächlich mit Eifer. Er tut nichts halbherzig. Wir dürfen davon überzeugt sein, dass er alles, was er verheißen hat, vollständig ausführen wird. Jeder, der sich nach ewigem Frieden sehnt, diene daher Jehova mit ungeteiltem Herzen! Wie Jehova Gott und Jesus, der Fürst des Friedens, sollten alle Diener Gottes voller Eifer sein, „eifrig für vortreffliche Werke“ (Titus 2:14).

    hier finden wir einen weiteren Gedanken aus dem vergangenen Jahr:

  152. Als kleine Veranschaulichung für das, was ich zu Jesaja 2 geschrieben habe, wer auch heute mit denen gemeint sein könnte, die „zum Berg Jehovas ziehen, um sich von ihm unterweisen zu lassen“, möchte ich euch an einem Artikel teilhaben lassen, der soeben als news-feed von bibeltv kam.

    Wenn wir uns nur mit uns selbst und unserer eigenen Religionsorganisation beschäftigen, dann kann es leicht passieren, dass wir die wunderbaren Veränderungen verpassen, die in den anderen Gruppierungen vor sich gehen. Wir hatten ja auf dem BZK einen Programmpunkt, der sich mit den Veränderungen innerhalb der Organisation der Zeugen Jehovas befasst und dass wir diese Veränderungen mit tragen sollten, damit wir uns auch selbst als eine Stüzte der Versammlung erweisen könnten.

    Dies ist sehr wichtig, denn jeder sollte sich aktiv in seiner Gemeinde einbinden. Glauben und Anbetung ist nichts für Passive, die sich einfach nur zurücklehnen und gucken, was andere machen und von deren Arbeit zu profitieren.

    Jeder von uns sollte sich als Segen für andere erweisen in dem Sinne, wie es uns in Hebräer 10:23-25 gezeigt wird: wir sollten einander ermuntern, an Jehova und der wahren Anbetung festzuhalten und dabei berücksichtigen, wie nötig wir alle Ermunterung haben in diesen schweren Zeiten.

    Umso erfreulicher, wenn dies auch in allen anderen Gruppierungen passiert. Exclusivrechte in Zusammenhang mit Anbetung können nicht richtig sein. Jehova liebt alle Menschen, die sich bemühen, so zu leben, dass sie sein Herz erfreuen. Nicht nur „in allen Sprachen und Zungen und Nationen“, sondern auch in jeder Gruppierung, die sich um IHN und sein Wort dreht. Denken wir auch an Jesu Aussage „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da werde ich unter ihnen sein!“

    Bis vor einigen Monaten war uns persönlich auch nicht bekannt, welche große Entwicklung auch bei den anderen christlichen Gruppierungen stattgefunden hat. Auch das Thema „Lobpreisbewegung“ war uns fremd. Seit einiger Zeit hören wir auch Musik aus dieser Kategroie und viele Lieder sind bereits zum Ohrwurm geworden und werden immer wieder laut und von Herzen gesungen. Dazu gehört auch die Musik von Hillsong, Chris Tomlin und Brian Doerksen

    Aber auch von der Outbreakband haben wir einige Alben gehört und auch schon ein Interview auf YouTube angesehen, das uns sehr verwundert hat. Dort war nicht nur der eine interviewt worden, der hier zu Wort kommt, sondern die ganze Band. Jeder Einzelne erzählte, was der Lobpreis für ihn bedeutet und welches Verhältnis er zum Schöpfer und zur Anbetung hat. Man hätte meinen können, hier erzählen Brüder und Schwestern. Sie unterscheiden sich kaum von Zeugen Jehovas und nach dem, was wir in den vergangenen Monaten so gesehen, gehört und erlebt haben, sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass wir eh alles Brüder sind, egal welcher Begriff darüber steht: ob wir Katoliken, Protestanten, Baptisten, Pfingstler oder Zeugen Jehovas sind oder einer charismatischen Gruppierung angehören – uns alle vereint die tiefe Liebe zu Jehova und der brennende Wunsch, so zu leben, dass er seine helle Freude an uns hat.

    Hier das Interview mit Juri Friesen von der Outbreakband. Bitte versuche beim Lesen mal nicht so sehr auf das zu achten, was dich und deine Religionsgemeinschaft von ihnen unterscheidet, der du angehörst, sondern achte mal bitte auf die Gemeinsamkeiten – es ist faszinierend!:

    „Majestät du thronst in Herrlichkeit deine Güte währet ewig…“. Dieses ist nur eines der vielen Lieder mit der die Outbreakband aus dem Glaubenszentrum in Band Gandersheim unterwegs ist. Nach ihrem fünften Album »Gott und König « sind die David Award Gewinner (»Künstler des Jahres 2012«“) aus der christliche Musikszene nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr waren sie, unter dem Motto » Prophetic Worship «, wieder auf Deutschlandtour. Priscilla Dei aus dem Bibel TV Team hat mit Bandleiter Juri Friesen nach einem Konzert in Hamburg über die Band, Lobpreis und seiner Beziehung zu Jesu gesprochen.

    Man kennt euch eigentlich als die Outbreakband, aber seit eurem Live-Album »Die Liebe des Retters « auch als Glaubenszentrum Live. Für diejenigen, die euch noch gar nicht kennen: Wer ist die Outbreakband? Und welche Bedeutung hat Glaubenszentrum Live?
    Der Name Outbreakband entspringt aus unserer Jugendveranstaltung dem »Outbreak«, das in unserer Bibelschule, dem Glaubenszentrum in Bad Gandersheim, jährlich stattfindet. Mit dieser Band touren wir durch ganz Deutschland und machen Lobpreiskonzerte, wie zum Beispiel die »Prophetic Worship Tour« in diesem Jahr. Glaubenszentrum Live wiederum ist eine Lobpreisarbeit, bei der wir alle zwei Jahre einen Lobpreisabend aufnehmen. Das Ergebnis ist dann eine CD, die wir im selben Jahr rausbringen. Ein wesentlicher Unterschied ist auch, dass die Outbreakband eine feste Bandzusammenstelllung hat, Glaubenszentrum Live wiederum ist ein Musikprojekt, das offen ist für andere Musiker. Bei der ersten CD hatten wir zum Beispiel Anja Lehmann dabei und bei der zweiten Thomas Enns.

    Was ist euer Herzensanliegen bei einem Lobpreisabend mit der Outbreakband?
    Unser Herzensanliegen bei einem Lobpreisabend ist es, eine Begegnung zwischen Gott und seinen Kindern zu schaffen. Es kommen so viele Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen, Nöten und Problemen, dass wir uns nichts sehnlicheres Wünschen, als dass Menschen Gott begegnen, ihn erleben und eine lebensprägende Veränderung machen. Derjenige, der traurig kommt, soll mit Freude gehen und derjenige der krank ist, soll geheilt werden. Wir als Band sehnen uns danach zu sehen, wie Gott im Lobpreis Wunder tut. Letztendlich ist das, was für uns übernatürlich ist, für Gott natürlich.

    Heutzutage gibt es in vielen Gemeinden eine Jugendband. Was sollte eine Lobpreisband wissen, bevor sie in den Vollzeitdienst geht?
    Ich glaube, dass es als erstes wichtig ist zu wissen, dass wir alle berufen wurden sind Anbeter zu sein, das heißt in einer intimen Gemeinschaft mit Gott zu leben, Gott von ganzem Herzen zu lieben und ihm diese Liebe mit unserem Leben, das heißt mit unseren Worten und Taten zu zeigen. Ein Weg, um das zu tun, ist zum Beispiel Lobpreis und damit meine ich jetzt nicht den Lebensstil, sondern Gott mit Gesang anzubeten. Eine Band, die sich dazu entscheidet anderen Menschen innerhalb der Gemeinde zu dienen, sollte in erster Linie wissen, dass es nicht darum geht, sich selbst zu verherrlichen, sondern darum geht, Gott zu verherrlichen und Menschen zu dienen. Ich denke deshalb, dass eine besondere Liebe zu Menschen und eine Sehnsucht, dass diese Menschen Gott begegnen, eine Lobpreisband kennzeichnet.

    Wie kann man deiner Meinung nach eine lebendige Beziehung zu Jesus haben?
    Liebe bedeutet Zeit. Und wenn man keine Zeit für Jesus hat, kann man auch nicht erwarten eine tiefe Beziehung zu Jesus zu haben. Ich denke, wir alle können uns daran zurückerinnern als wir verliebt waren. Und wie wir bereit waren, alles für die Person hinzugeben, doch dann kommt die Gewohnheit und es ist auf einmal nicht mehr so leicht selbstlos zu sein. Das ist der Punkt, wo Liebe ein Opfer wird. Man opfert, das, was man tun möchte, um Zeit mit der Peron zu verbringen, die man liebt. Und wenn man das tut, Jesus den Ehrenplatz in seinem Leben gibt und ihn zum Zentrum selbst macht, wird man merken, dass eine Beziehung zu Jesus lebendig sein kann!

    Was würdest du Leuten raten, die sich noch nicht sicher sind, was sie in ihrem Leben tun sollen?
    Gott hat einen Plan mit jedem von uns. Das sagt er uns in Jeremiah 29,11. Aber er leitet uns alle auf unterschiedliche Wege. Es gibt da nicht einen Weg, der für alle richtig ist. Deshalb ist es wichtig, dass wir das tun, was Gott zu uns spricht und wir uns durch sein Wort und seinen Geist leiten lassen. Wir sollten bei allem was wir tun immer prüfen, ob wir versuchen unsere Sicherheit und unsere Identität darin zu finden. Denn nur Gott ist unsere Sicherheit und unser Wert ist allein in dem, was Jesus für uns getan hat. Ich würde deshalb raten: Tue das, was Gott zu dir gesagt hat, dass du es tun sollst und dann wirst du Frieden und Freude haben.

    Wenn man betrachtet, was Gott durch Bands, wie Jesus Culture, Bethel Live oder Hillsong United in der heutigen Jugend tut, ist das echt beeindruckend. Hat diese Leidenschaft für Lobpreis, denn auch schon Deutschland erreicht?
    Auf jeden Fall! Gott bewegt sich auch in Deutschland und gebraucht hierfür vor allem die Jugend! Man denke nur an die Holy Spirit Night in Stuttgart, die im September wieder stattfinden wird, dieses Mal in der Schleyer Halle, die eine Kapazität von fast 15.00 Leuten hat. Oder der B.A.S.E in Köln, Social Worship in Wuppertal, Live Worship in Düsseldorf und unserem jährlichen Outbreak. Das Feuer hat Deutschland schon längst erreicht!

    Wann gibt es wieder ein neues Outbreak – oder Glaubenszentrum Live Album?
    Alle zwei Jahre soll eine Glaubenszentrum Live Album rauskommen, das heißt nächstes Jahr ist es wieder so weit. Das Datum für den Lobpreisabend steht auch schon fest. Das wird der 24.1 sein und in unserem Glaubenszentrum in Bad Gandersheim stattfinden. Ein neues Outbreakalbum ist auch in Planung.

    Wenn du die Qual der Wahl hättest, für was würdest du dich entscheiden?

    1. Hillsong United oder Jesus Culture? – Im Moment Hillsong United, wegen ihrer tollen CD „Zion“ aber ich könnte mich da gar nicht wirklich entscheiden. Die Bands haben sich über die Jahre beide inspiriert.
    2. Elberfelderübersetzung oder Schlachter?- Schlachter
    3. Joyce Meyer Bücher oder Max Lucado?- Max Lucado
    4. Joel Osteen oder Bayless Conley– Bayless Conley
    5. New York oder Malediven?- New York
    6. Mc Donalds oder Burger King?- Burger King
    7. Kinderriegel oder Duplo?- Duplo
    8. Dienst der Hilfeleistung oder der Ermutigung?- Hilfeleistung
  153. Jesaja 10 – 12

    Jesaja 10 – welches Bild haben wir von Gott und leben wir selbst?

    1 Wehe denen, die ungerechte Gesetze erlassen, und den Schreibern, die bedrückende Vorschriften schreiben, 2 womit sie die Armen vom Rechtsweg verdrängen und den Unterdrückten meines Volkes ihr Recht rauben, damit die Witwen ihre Beute werden und sie die Waisen plündern können. 3 Was wollt ihr tun am Tag der Rechenschaft und wenn der Sturm hereinbricht, der von ferne kommt? Zu wem wollt ihr um Hilfe fliehen, und wo wollt ihr euren Reichtum lassen? 4 Wer sich nicht mit den Gefangenen beugen will, der muss mit den Erschlagenen fallen !

    – Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt.

    5 Wehe Assyrien, der Rute meines Zorns, der in seiner Hand den Stock meines Grimms trägt! 6 Gegen eine gottlose Nation werde ich ihn senden, und gegen das Volk , dem ich zürne, will ich ihn aufbieten, damit er Beute macht und Raub holt und es zertritt wie Kot auf der Gasse! 7 Aber er meint es nicht so, und sein Herz denkt nicht so, sondern er nimmt sich vor, Völker umzubringen und auszurotten, und zwar nicht wenige. 8 Denn er spricht: Sind nicht alle meine Fürsten Könige? 9 Ist nicht Kalne wie Karkemisch , Hamat wie Arpad, Samaria wie Damaskus ?

    10 Wie meine Hand sich der Königreiche der Götzen bemächtigt hat, deren Götterbilder doch mächtiger waren als die von Jerusalem und Samaria, 11 und wie ich es mit Samaria und ihren Götzen gemacht habe, sollte ich es nicht auch mit Jerusalem und ihren Götzenbildern so machen?

    12 Und es wird geschehen: Wenn einst der Herr sein ganzes Werk am Berg Zion und an Jerusalem vollendet hat, so will ich Vergeltung üben an der Frucht des überheblichen Herzens des Königs von Assyrien und an dem Trotz seiner hochfahrenden Augen! 13 Denn er sprach: »Durch die Kraft meiner Hand habe ich es vollbracht und durch meine Weisheit ; denn ich bin klug; ich verrücke die Grenzen der Völker, und ihre Vorräte plündere ich und stürze wie ein Starker die Thronenden hinab. 14 Meine Hand hat nach dem Reichtum der Völker gegriffen wie nach einem Vogelnest, und wie man verlassene Eier zusammenrafft, so habe ich die ganze Erde zusammengerafft, und keiner war da, der mit den Flügeln schlug, den Schnabel aufsperrte und piepte!«

    15 Rühmt sich auch die Axt gegen den, der damit haut? Oder brüstet sich die Säge gegen den, der sie führt? Als ob der Stock den schwänge, der ihn aufhebt, als ob die Rute den erhöbe, der kein Holz ist!

    16 Darum wird der Herrscher, der Herr der Heerscharen, unter die Fetten [Assyriens] die Schwindsucht senden und unter seinen Edlen einen Brand anzünden wie Feuersglut . 17 Und das Licht Israels wird zum Feuer werden und sein Heiliger zur Flamme; die wird seine Dornen und Disteln an einem einzigen Tag verbrennen und verzehren. 18 Und er wird die Herrlichkeit seines Waldes und seines Fruchtgartens mit Stumpf und Stiel ausrotten , dass es sein wird, wie wenn ein Kranker dahinsiecht; 19 und der Überrest der Bäume seines Waldes wird zu zählen sein, sodass ein Knabe sie aufschreiben kann. 20 Und es wird geschehen: An jenem Tag wird der Überrest Israels und das, was vom Haus Jakobs entkommen ist, sich nicht mehr auf den stützen , der ihn schlägt, sondern er wird sich in Wahrheit auf den Herrn verlassen , auf den Heiligen Israels.

    21 Ein Überrest wird sich bekehren, der Überrest Jakobs zu dem starken Gott. 22 Denn wenn dein Volk, o Israel, wäre wie der Sand am Meer, so wird doch nur ein Überrest von ihm sich bekehren; denn Vertilgung ist beschlossen, die einherflutet in Gerechtigkeit. 23 Denn ein Vertilgen , und zwar ein fest beschlossenes, wird der Herrscher, der Herr der Heerscharen, inmitten der ganzen Erde ausführen.

    24 Deshalb spricht der Herrscher, der Herr der Heerscharen: Du mein Volk, das in Zion wohnt, fürchte dich nicht vor Assyrien, das dich mit der Rute schlägt und seinen Stock gegen dich erhebt nach der Weise Ägyptens ! 25 Denn nur noch eine ganz kleine Weile, so ist der Grimm vorüber, und mein Zorn [wendet sich] zu ihrer Vernichtung. 26 Und der Herr der Heerscharen wird eine Geißel über ihn schwingen, wie er Midian schlug am Felsen Oreb; und sein Stab wird über dem Meer sein, und zwar wie er ihn einst gegen Ägypten erhob.

    27 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird seine Last von deinen Schultern weichen und sein Joch von deinem Hals; ja, das Joch wird zersprengt werden wegen der Salbung.

    28 Er kommt über Ajat , zieht durch Migron , bei Michmas legt er sein Gerät nieder; 29 sie ziehen durch den Engpass : Geba sei unser Nachtquartier! Rama erzittert, das Gibea Sauls flieht. 30 Schreie laut, du Tochter Gallim ! Horche auf, Laischa! Elendes Anatot ! 31 Madmena flieht, die Bewohner Gebims suchen Zuflucht. 32 Noch heute wird er sich in Nob aufstellen; er wird seine Hand gegen den Berg der Tochter Zion schwingen, gegen die Höhe von Jerusalem ! 33 Siehe, da haut der Herrscher, der Herr der Heerscharen, die Äste herunter mit furchtbarer Gewalt; die Hochgewachsenen werden abgehauen und die Erhabenen erniedrigt! 34 Und er schlägt den dichten Wald mit dem Eisen nieder , und der Libanon fällt durch einen Mächtigen .

    Was Jehova überhaupt nicht leiden kann, ist wenn wir anderen das Leben schwer machen.

    Interessant, dass nicht nur von Krieg und Gewalttat und körperlicher Unterdrückung die Rede ist, wie hier zum Schluß, sondern am Anfang davon, andere emotional unter Druck zu setzen.

    Er richtet sich hier an die Führer seines Volkes, die von IHM den Auftrag haben, das Volk in seinem Wort zu lehren und zu leiten. Jesus tadelt später die Schriftgelehrten und Pharisäer wegen eben dieser Sache: ’sie legen dem Volk Lasten auf, die sie selbst nicht tragen wollen‘ und machen ihnen damit nicht nur das Leben schwer, sondern vermitteln ihnen auch ein falsches Bild von dem Gott, mit dem sie in einem Bundesverhältnis stehen! (Matthäus 23, siehe auch den WT-Artikel „Das Volk Gottes muss Güte lieben“ und was im Einsichtenbuch zu den Gelehrten gesagt wird).

    Hier wird ganz deutlich gezeigt, wie Jesus diese Gruppe von Menschen sieht, die anderen gegenüber das Bild eines harten und fordernden und unbarmherzigen Gottes vermitteln. Wir wissen, dass Jesus seinen Vater ganz genau widerspiegelt und dass ER ebenso denkt.

    Denken wir auch an das Video, das jetzt auf dem BZK freigegeben wurde: „Der verlorene Sohn kehrt zurück“. Haben wir es schon gesehen? Haben wir es auf uns wirken lassen und uns überlegt, in wiefern es uns ganz persönlich betrifft?

    Haben wir noch die Reaktion des „großen Bruders“ vor Augen, der ziemlich ungehalten mit dem „Ausreißer“ ist, bereits zu dem Zeitpunkt, als er bemerkt, dass dieser sich in die falsche Richtung bewegt? Manchmal können wir ihn sogar verstehen, denn immerhin verhält sich der kleine Bruder falsch. Aber wir sehen auch, wie Jehova denkt und wie die Eltern reagieren. Der Bruder will die Umkehr seines wiederkehrenden Bruders nicht wahrhaben, nicht wirklich annehmen. Zu schwer sind die Wunden, die das Ganze auch ihm und den Eltern zugefügt hat. Es geht ihm zu schnell mit der Vergebung, er meint, es würde ihm zu leicht gemacht.

    Erinnern wir uns auch an das, was Jesus in dem entsprechenden Gleichnis zu der Reaktion dieses Bruders sagt:

    Das Gleichnis von den zwei Söhnen
    11 “Ein Mann hatte zwei Söhne”, erzählte Jesus. 12 “Eines Tages sagte der jüngere zu ihm: ‘Vater, ich will jetzt schon meinen Anteil am Erbe ausbezahlt haben.’ Da teilte der Vater sein Vermögen unter ihnen auf. 13 Nur wenige Tage später packte der jüngere Sohn alles zusammen, verließ seinen Vater und reiste ins Ausland. Dort leistete er sich, was immer er wollte. Er verschleuderte sein Geld, 14 bis er schließlich nichts mehr besaß. In dieser Zeit brach eine große Hungersnot aus. Es ging ihm sehr schlecht. 15 In seiner Verzweiflung bettelte er so lange bei einem Bauern, bis der ihn zum Schweinehüten auf die Felder schickte. 16 Oft quälte ihn der Hunger so, dass er sogar über das Schweinefutter froh gewesen wäre. Aber nicht einmal davon erhielt er etwas.

    17 Da kam er zur Besinnung: ‘Bei meinem Vater hat jeder Arbeiter mehr als genug zu essen, und ich sterbe hier vor Hunger. 18 Ich will zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich bin schuldig geworden an Gott und an dir. 19 Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert. Aber kann ich nicht als Arbeiter bei dir bleiben?’
    20 Er machte sich auf den Weg und ging zurück zu seinem Vater.

    Der erkannte ihn schon von weitem. Voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Doch der Sohn sagte: ‘Vater, ich bin schuldig geworden an Gott und an dir. Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert.’ 22 Sein Vater aber befahl den Knechten: ‘Beeilt euch! Holt das schönste Gewand im Haus, und gebt es meinem Sohn. Bringt auch einen Ring und Sandalen für ihn! 23 Schlachtet das Mastkalb! Wir wollen essen und feiern! 24 Mein Sohn war tot, jetzt lebt er wieder. Er war verloren, jetzt ist er wiedergefunden.’ Und sie begannen ein fröhliches Fest.

    25 Inzwischen kam der ältere Sohn nach Hause. Er hatte auf dem Feld gearbeitet und hörte schon von weitem die Tanzmusik. 26 Erstaunt fragte er einen Knecht: ‘Was wird denn hier gefeiert?’ 27 ‘Dein Bruder ist wieder da’, antwortete er ihm. ‘Dein Vater hat sich darüber so gefreut, dass er das Mastkalb schlachten ließ. Jetzt feiern sie ein großes Fest.’

    28 Der ältere Bruder wurde wütend und wollte nicht ins Haus gehen. Da kam sein Vater zu ihm heraus und bat: ‘Komm und freu dich mit uns!’ 29 Doch er entgegnete ihm bitter: ‘All diese Jahre habe ich mich für dich geschunden. Alles habe ich getan, was du von mir verlangt hast. Aber nie hast du mir auch nur eine junge Ziege gegeben, damit ich mit meinen Freunden einmal richtig hätte feiern können. 30 Und jetzt, wo dein Sohn zurückkommt, der dein Geld mit Huren durchgebracht hat, jetzt lässt du sogar das Mastkalb schlachten!’

    31 Sein Vater redete ihm zu: ‘Mein Sohn, du bist immer bei mir gewesen. Was ich habe, gehört auch dir. 32 Darum komm, wir haben allen Grund zu feiern. Denn dein Bruder war tot, jetzt hat er ein neues Leben begonnen. Er war verloren, jetzt ist er wieder gefunden!’”

    Lukas 15:11-35 Hoffnung für Alle

    An einer anderen Stelle sagt Jesus zum Abschluß an das Gleichnis, dass die Freude im Himmel über einen Sünder, der zurückkehrt, tausendmal größer ist, als über tausend Gerechte (Lukas 15:7).

    Dadurch, dass sich der Bruder, der all die Jahre treu war, in die verletzten Gefühle und seine Bitterkeit hineinsteigert, baut er selbst eine Mauer zwischen sich und Jehova auf und verhindert, dass Jehova ihn segnen und seine Gebete erhören kann. Denn wir sollten anderen vergeben. (Siehe auch die folgenden Ansprachen zum Thema „Vergebung“)

    Im Vaterunser beten wir darum, dass uns unser Gott so vergeben möge, wie wir anderen vergaben haben (Matthäus 6:9-15). Solange wir selbst anderen gegenüber unversöhnlich sind, entziehen wir Jehova die Grundlage, uns zu vergeben und uns mit unseren Fehlern anzunehmen – denn wir tun es ja auch bei einem andern nicht (Matthäus 6:14,15, siehe auch Matthäus 18:35, Epheser 4:32; Kolosser 3:13; Jakobus 2:13).

    Außerdem könnten wir mit unserer Hartherzigkeit denjenigen entmutigen, der sich gerade demütig auf den Weg zurück macht. Er ist voller guter Vorsätze, will so gern alles wieder gut machen und strengt sich wirklich von Herzen an – aber wir zeigen ihm die kalte Schulter. Wir können ihm nicht vergeben. Aber wer sind denn wir, dass wir ihm nicht vergeben können, wenn es Jehova bereits getan hat?

    Jesus spricht an anderer Stelle von der Gefahr, dass wir andere zum Straucheln bringen könnten. Er hat für solche Personen, die dies tun, sehr harte Worte, es wäre besser für sie, wenn man ihnen einen Mühlstein umhängen und sie ins Meer werfen würde (Markus 9:42). Wir kennen das mit dem Mühlstein nicht mehr so, aber vielleicht haben wir mal einen Film gesehen, in dem die Praktiken der Maffia vorkommen, wo sie einem Menschen, den sie loswerden wollen, die Füße in Beton gießen und ihn dann auf offener See über Bord werfen. Wie mag es diesem Unglücksvogel wohl ergehen? Er wird jämmerlich versinken, ohne jegliche Hoffnung auf Rettung hat er den nahenden Tod vor Augen, bereits in dem Moment, wo sie seine Füße einbetonieren. Können wir uns die Angst vorstellen, die ihm den Atem verschlägt? Und trotzdem sagt Jesus, dass diese Art von Strafe noch besser wäre, als sich vor Jehova dafür zu verantworten.

    Haben wir schon einmal ganz persönlich darüber nachgedacht? Ich meine nicht so sehr im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf eine Aufgabe in der Versammlung oder auf das WT-Studium, sondern ganz persönlich. Jeder von uns ist schon einmal persönlich verletzt und enttäuscht worden. Leider neigen wir aufgrund unserer Unvollkommenheit dazu, uns in einem solchen Fall in Groll und Bitterkeit hineinzusteigern. Aber dies ist das Gegenteil von Vergebung.

    Was, wenn derjenige auf uns zukommt und sich mit uns vertragen möchte? Hören wir ihm zu? Nehmen wir dann seine Entschuldigung Ernst? Oder haben wir Zweifel und lassen den anderen endlos zappeln?

    Wie gesagt, diese Worte zu Anfang von Jesaja 10 sind an die führenden Männer des Volkes Israel gerichtet. Sie legen dem Volk schwere Lasten auf, wie wir in Matthäus lesen konnten. Sie lehren das Volk nicht das reine Gesetz Gottes, das ein reines und abgerundetes Bild von Jehova vermittelt, sondern sie machen tausend Vorschriften drum herum, so dass Schwächere leicht entmutigt werden können. Jehova sagt hier, dass er sie dafür zur Rechenschaft ziehen wird!

    Wie Jesus uns zeigte, sieht Jehova dies Heute noch ganz genauso.

    Wie ist unser Bild von unserm Schöpfer? Welches Bild vermitteln wir andere durch unsere Worte und Taten?

    Wie wird Jehova wohl über uns denken?

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  154. Jesaja 11 – ist das mit dem Wolf buchstäblich zu verstehen?

    1 Und es wird ein Zweig hervorgehen aus dem Stumpf Isais und ein Schössling hervorbrechen aus seinen Wurzeln. 2 Und auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn , der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Kraft , der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn .

    3 Und er wird sein Wohlgefallen haben an der Furcht des Herrn . Er wird nicht nach dem Augenschein richten, noch nach dem Hörensagen Recht sprechen, 4 sondern er wird die Armen mit Gerechtigkeit richten und den Elenden im Land ein unparteiisches Urteil sprechen. Er wird die Erde mit dem Stab seines Mundes schlagen und den Gesetzlosen mit dem Hauch seiner Lippen töten. 5 Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und Wahrheit der Gurt seiner Hüften.

    6 Da wird der Wolf bei dem Lämmlein wohnen und der Leopard sich bei dem Böcklein niederlegen. Das Kalb, der junge Löwe und das Mastvieh werden beieinander sein, und ein kleiner Knabe wird sie treiben. 7 Die Kuh und die Bärin werden miteinander weiden und ihre Jungen zusammen lagern, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. 8 Der Säugling wird spielen am Schlupfloch der Natter und der Entwöhnte seine Hand nach der Höhle der Otter ausstrecken.

    9 Sie werden nichts Böses tun, noch verderbt handeln auf dem ganzen Berg meines Heiligtums; denn die Erde wird erfüllt sein von der Erkenntnis des Herrn , wie die Wasser den Meeresgrund bedecken. 10 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden die Heidenvölker fragen nach dem Wurzelspross Isais, der als Banner für die Völker dasteht; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.

    11 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der Herr zum zweiten Mal seine Hand ausstrecken , um den Überrest seines Volkes, der übrig geblieben ist, loszukaufen aus Assyrien und aus Ägypten, aus Patros und Kusch und Elam und Sinear, aus Hamat und von den Inseln des Meeres . 12 Und er wird für die Heidenvölker ein Banner aufrichten und die Verjagten Israels sammeln und die Zerstreuten Judas zusammenbringen von den vier Enden der Erde.

    13 Und die Eifersucht Ephraims soll weichen, und die Widersacher Judas sollen ausgerottet werden; Ephraim wird Juda nicht mehr beneiden, und Juda wird Ephraim nicht mehr bedrängen; 14 sondern sie werden den Philistern auf die Schulter fliegen nach Westen und gemeinsam die Söhne des Ostens plündern. Nach Edom und Moab greift ihre Hand, und die Ammoniter gehorchen ihnen.

    15 Auch wird der Herr die ägyptische Meereszunge zerteilen und mit der Glut seines Hauches seine Hand über den Strom schwingen und ihn zu sieben Bächen zerschlagen, sodass man mit Schuhen hindurchgehen kann. 16 Und es wird eine Straße vorhanden sein für den Überrest seines Volkes, der übrig geblieben ist, von Assyrien her, wie es für Israel eine gab an dem Tag, als es aus dem Land Ägypten hinaufzog.

    Hier sind so viele verschiedene Prophezeiungen enthalten, dass ich überhaupt nicht weiss, wo ich anfangen soll.

    Der erste Teil dreht sich um den Messias, wo er herkommen wird und wie er sein würde. Hierzu finden wir jede Menge ergänzenden Stoff im Jesajs-Buch. Ihr könnt es auf der onlinelib nachlesen.

    Zum Schluß geht es darum, dass Jehova sein Volk aus dem Exil zurückholen wird. Dies tut er nach den 70 Jahren aus Babylon und bringt sie in Jerusalem wieder zusammen, es hat aber auch noch eine weitere Erfüllung in der Neuzeit (siehe Jesaja-Buch)

    Der Teil mit dem Wolf und dem Lamm weist auf das Paradies auf der Erde hin und oftnals besteht Uneinigkeit unter den Brüdern, ob dies buchstäblich gemeint sein könne, dass der Wolf Stroh frisst, denn er ist ein Raubtier, dessen Ernährung von der Erschaffung an Fleisch ist.

    Wird sich Jesajas Prophezeiung im wiederhergestellten Paradies noch ein weiteres Mal erfüllen, vielleicht noch buchstäblicher? Diese Annahme scheint vernünftig zu sein. Die Prophezeiung sichert allen, die unter der Herrschaft des Messias leben, dasselbe zu wie den zurückkehrenden Israeliten; sie und ihre Kinder werden sich von nirgendwoher bedroht fühlen, weder von Menschen noch von Tieren. Unter der Königreichsherrschaft des Messias werden alle Bewohner der Erde wie Adam und Eva in Eden unter friedlichen Verhältnissen leben. Natürlich schildert die Bibel nicht jede Einzelheit des Lebens in Eden, ebenso wenig wie sie es mit dem Leben im künftigen Paradies tut. Dennoch dürfen wir davon ausgehen, dass unter der weisen und liebevollen Herrschaft des Königs Jesus Christus alles genauso sein wird, wie es vorgesehen war.

    Was sagen andere Quellen dazu?

    Wie steht es mit der Tierwelt im Tausendjährigen Reich?
    Bibelstelle(n): Jesaja 11,6–9; 65,25

    Auch die Tiere werden an den Segnungen des Tausendjährigen Reiches teilhaben. Alle Wildheit, alle Gefährlichkeit der Tierwelt wird aufgehört haben. Der Wolf wird bei dem Lamm weilen. Der Löwe wird wie das Rind Gras fressen. Ein einziges Geschöpf steht noch unter dem Fluche: die Schlange; sie wird Staub fressen. Sie wird während der ganzen Dauer des Milleniums ein ernster Mahner sein: Gott ist Richter! (Jes 11,6–9; 65,25).

    aus der Abhandlung „die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus“ sagt Hermanus Cornelis Voorhoeve:

    Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf den Zustand der Schöpfung in jenen glückseligen Tagen. In dem gegenwärtigen Zeitalter seufzt die ganze Schöpfung und liegt gleichsam in Geburtswehen, dann aber wird sie freigemacht werden von der Knechtschaft des Verderbnisses zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Die Wildheit der Tiere und ihre Feindschaft untereinander, der schreckliche Kampf ums Dasein, wird aufhören, und auch die Furcht der Tiere vor dem Menschen wird verschwinden. Es wird wieder sein wie einst im Paradies. „Und der Wolf wird sich beim Lamm aufhalten, und der Leopard beim Böckchen lagern; und das Kalb und der junge Löwe und das Mastvieh werden zusammen sein, und ein kleiner Knabe wird sie treiben. Und Kuh und Bärin werden miteinander weiden, ihre Jungen zusammen lagern; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Und der Säugling wird spielen am Loch der Otter, und das entwöhnte Kind seine Hand ausstrecken nach der Höhle der Viper.“ (Jes 11, 6-8; 65, 25). „Und ich werde an jenem Tag einen Bund für sie schließen mit den Tieren des Feldes; … und ich werde Bogen und Schwert und den Krieg aus dem Land zerbrechen und werde sie in Sicherheit wohnen lassen.“ (Hos 2, 20).

    Doch nicht die Tiere allein, sondern auch die ganze Erde mit allem, was auf ihr ist, wird sich freuen: „Die Berge und die Hügel werden vor euch in Jubel ausbrechen, und alle Bäume des Feldes werden in die Hände klatschen.“ (Jes 55, 12). Der Fluch und die schrecklichen Folgen der Sünde werden von der Erde weggenommen sein: „Statt der Dornsträucher werden Zypressen aufschießen, und statt der Brennnesseln werden Myrten aufschießen“ (Jes 55, 13); und: „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden; dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und jubeln wird die Zunge des Stummen“. (Jes 35, 5.6). Die Wüsten werden fruchtbar werden: „Die Wüste und das dürre Land werden sich freuen, und die Steppe wird frohlocken und aufblühen wie eine Narzisse“. (Jes 35, 1). „Ja, ich mache durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde. Die Tiere des Feldes werden mich preisen, Schakale und Strauße, denn ich werde Wasser geben in der Wüste, Ströme in der Einöde, um mein Volk zu tränken, mein auserwähltes.“ (Jes 43, 19.20).

    William Wooldridge Fereday sagt in seiner Abhandlung „Elia, der Tisbiter“:

    Elia stellte die Wahrheit von Jesaja 65,24 unter Beweis: „Und es wird geschehen: ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich hören“. Auf diese segensreichen Erfahrungen wird Israel bis zu der Herrlichen Zeit warten müssen, wo „Wolf und Lamm beisammen wohnen werden“. Elia konnte dies schon angesichts eines ganzen Rudels von Wölfen mit gefletschten Zähnen erfahren!

    Es ist gut, wenn wir es mit Gott zu tun haben. Er antwortete auf das Gebet des einsamen Mannes unverzüglich und bestimmt: „Da fiel Feuer Jehovas herab und verzehrte das Brandopfer und das Holz und die Steine und die Erde; und das Wasser, das im Graben war, leckte es auf“.

    weitere Gedanken aus den Vorjahren findet ihr hier:

  155. Jesaja 12 – ein Lobpreis auf den Herrn Jehova!

    1 Und an jenem Tag wirst du sagen: Ich preise dich, Herr ; denn du warst gegen mich erzürnt; [doch] dein Zorn hat sich gewendet, und du hast mich getröstet ! 2 Siehe, Gott ist mein Heil ; ich will vertrauen und lasse mir nicht grauen; denn Jah, der Herr , ist meine Kraft und mein Lied, und er wurde mir zur Rettung!

    3 Und ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils, 4 und werdet sagen zu jener Zeit: Dankt dem Herrn , ruft seinen Namen an, verkündigt unter den Völkern seine Taten, erinnert daran, dass sein Name hoch erhaben ist!

    5 Singt dem Herrn , denn er hat Herrliches getan; das soll bekannt werden auf der ganzen Erde! 6 Jauchze und rühme, die du in Zion wohnst; denn der Heilige Israels ist groß in deiner Mitte!

    hier finden wir einige Gedanken dazu:

  156. Jesaja 13 – 15

    Jesaja 13 – der Tag des Herrn kommt unbarmherzig, aber verdient

    1 Die Last über Babel, die Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat: 2 Richtet ein Kriegsbanner auf einem kahlen Berg auf, ruft ihnen laut zu, winkt mit der Hand, dass sie einziehen durch die Tore der Fürsten! 3 Ich habe meinen Geheiligten Befehl erteilt, auch meine Helden berufen zu meinem Zorngericht, meine stolz Frohlockenden.

    4 Horch! Lärm auf den Bergen wie von einem großen Volk! Horch! Getöse von Königreichen, von versammelten Heidenvölkern! Der Herr der Heerscharen mustert ein Kriegsheer! 5 Sie kommen aus einem fernen Land, vom Ende des Himmels, der Herr und die Werkzeuge seines Zorns , um das ganze Land zu verderben.

    6 Heult! Denn der Tag des Herrn ist nahe; er kommt wie eine Verwüstung von dem Allmächtigen! 7 Deshalb werden alle Hände schlaff, und das Herz jedes Sterblichen zerschmilzt. 8 Sie sind bestürzt; Krämpfe und Wehen ergreifen sie, sie winden sich wie eine Gebärende; einer starrt den andern an, ihre Angesichter glühen.

    9 Siehe, der Tag des Herrn kommt, unbarmherzig, mit Grimm und Zornglut, um die Erde zur Wüste zu machen und die Sünder daraus zu vertilgen. 10 Ja, die Sterne des Himmels und seine Sternbilder werden nicht mehr glänzen; die Sonne wird sich bei ihrem Aufgang verfinstern und der Mond sein Licht nicht leuchten lassen. 11 Und ich werde an dem Erdkreis die Bosheit heimsuchen und an den Gottlosen ihre Schuld; und ich will die Prahlerei der Übermütigen zum Schweigen bringen und den Hochmut der Gewalttätigen erniedrigen. 12 Ich will den Sterblichen seltener machen als gediegenes Gold und den Menschen [seltener] als Gold von Ophir. 13 Darum will ich die Himmel erschüttern , und die Erde soll von ihrer Stelle aufschrecken, vor dem Zorn des Herrn der Heerscharen, und zwar am Tag der Glut seines Zorns.

    14 Und sie werden sein wie verscheuchte Gazellen und wie Schafe, die niemand sammelt; jeder wird sich zu seinem Volk wenden und jeder wird in sein Land fliehen. 15 Wen man aber erwischt, der wird durchbohrt, und wer ergriffen wird, der fällt durchs Schwert. 16 Ihre Kinder werden vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden. 17 Siehe, ich erwecke die Meder gegen sie, die das Silber nicht achten und am Gold kein Gefallen haben. 18 Und ihre Bogen werden junge Männer zu Boden strecken; sie werden sich über die Leibesfrucht nicht erbarmen und kein Mitleid mit den Kindern haben.

    19 So wird Babel , die Zierde der Königreiche, der Ruhm, der Stolz der Chaldäer, umgekehrt von Gott wie Sodom und Gomorra. 20 Sie wird nie mehr bewohnt werden und unbesiedelt bleiben von Geschlecht zu Geschlecht. Kein Araber wird dort zelten, und keine Hirten werden [ihre Herden] dort lagern lassen; 21 sondern Steppentiere werden dort liegen, und ihre Häuser werden voller Eulen sein, und Strauße werden dort hausen und Ziegenböcke herumhüpfen. 22 Und wilde Hunde werden heulen in ihren verödeten Palästen und Schakale in den Lustschlössern. Ihre Zeit ist nahe herbeigekommen, und ihre Tage sollen nicht verlängert werden!

    Leider hatte ich es die ersten Kapitel versäumt, euch zu „zeigen“, wo ihr die entsprechenden Erklärungen im Jesaja-Buch findet:

  157. Jesaja 14 – der größte Teil weist auf den Widersacher Gottes hin

    1 Denn der Herr wird sich über Jakob erbarmen und Israel wieder erwählen und sie zur Ruhe bringen in ihrem Land. Und der Fremdling wird sich ihnen anschließen, und sie werden dem Haus Jakobs anhängen. 2 Und die Völker werden sich ihrer annehmen und sie an ihren Ort bringen ; und das Haus Israel wird sie im Land des Herrn als Knechte und Mägde zum Erbbesitz erhalten; so werden sie die gefangen nehmen, deren Gefangene sie gewesen sind, und diejenigen beherrschen , die einst sie bedrängten. 3 Und es wird geschehen, an dem Tag, an dem der Herr dir Ruhe verschafft von deiner Qual und Unruhe und von dem harten Dienst, der dir auferlegt war, 4 da wirst du dieses Spottlied auf den König von Babel anstimmen und sagen:

    »Wie hat der Treiber ein Ende genommen, wie hat die Erpressung aufgehört! 5 Der Herr hat den Stab der Gesetzlosen zerbrochen, Den Herrscherstab der Tyrannen, 6 der die Völker im Grimm schlug mit unaufhörlichen Schlägen, der im Zorn Nationen niedertrat mit schonungsloser Verfolgung . 7 Jetzt ruht die ganze Erde und ist still; man bricht in Jubel aus. 8 Selbst die Zypressen freuen sich über dich, und die Zedern des Libanon, [sie sagen]: Seitdem du darniederliegst, kommt kein Holzfäller mehr zu uns herauf! 9 Das Totenreich drunten gerät in Aufregung wegen dir, in Erwartung deines Kommens; er stört deinetwegen die Schatten auf, alle Anführer der Erde; er lässt von ihren Thronen aufstehen alle Könige der Heidenvölker. 10 Sie alle ergreifen das Wort und sprechen zu dir: Auch du bist kraftlos geworden wie wir, bist uns gleich geworden! 11 Ins Totenreich hinabgestürzt ist deine Pracht , das Rauschen deiner Harfen; Maden werden dein Lager sein und Würmer deine Decke.

    12 Wie bist du vom Himmel herabgefallen , du Glanzstern , Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen! 13 Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: „Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden; 14 ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleichmachen!“

    15 Doch ins Totenreich bist du hinabgestürzt, in die tiefste Grube! 16 Die dich sehen, schauen dich verwundert an, sie betrachten dich [und sagen]: „st das der Mann, der die Erde erzittern ließ, der Königreiche erschütterte; 17 der den Erdkreis zur Wüste machte und seine Städte niederriss; der seine Gefangenen nicht nach Hause entließ? 18 Alle Könige der Völker, sie ruhen in Ehren, jeder in seinem Haus ; 19 du aber bist hingeworfen fern von deiner Grabstätte, wie ein verabscheuter Schössling, bedeckt mit Erschlagenen, vom Schwert Durchbohrten, die in eine mit Steinen bedeckte Grube hinabfahren, wie ein zertretenes Aas. 20 Du wirst nicht mit jenen vereint werden im Grab, denn du hast dein Land zugrunde gerichtet, hast dein Volk erwürgt. Der Same der Übeltäter wird in Ewigkeit nicht mehr erwähnt werden!“

    21 Richtet eine Schlachtbank her für seine Söhne, um der Missetat ihrer Väter willen, damit sie nicht wieder aufkommen und die Erde in Besitz nehmen und den Erdkreis voller Städte machen!«

    22 Ich will gegen sie aufstehen , spricht der Herr der Heerscharen, und von Babel ausrotten Namen und Überrest, Spross und Schössling !, spricht der Herr . 23 Und ich will es zum Besitztum der Igel machen und zu Wassersümpfen und will es wegfegen mit dem Besen des Verderbens!, spricht der Herr der Heerscharen.

    24 Der Herr der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, es soll geschehen, wie ich es mir vorgenommen habe, und es soll zustande kommen, wie ich es beschlossen habe: 25 Ich will den Assyrer zerschmettern in meinem Land, und ich will ihn zertreten auf meinen Bergen; so wird sein Joch von ihnen genommen werden und seine Last von ihren Schultern fallen. 26 Das ist der Ratschluss, der beschlossen ist über die ganze Erde, und dies ist die Hand, die ausgestreckt ist über alle Völker! 27 Denn der Herr der Heerscharen hat es beschlossen – wer will es vereiteln? Seine Hand ist ausgestreckt – wer will sie abwenden?

    28 Im Todesjahr des Königs Ahas ist dieser Ausspruch ergangen:

    29 Freue dich nicht, ganz Philisterland , dass der Stock zerbrochen ist, der dich schlug ! Denn aus der Wurzel der Schlange wird eine Natter hervorkommen, und deren Frucht wird ein fliegender, feuriger Drache sein. 30 Und die Erstgeborenen der Armen werden weiden und die Geringen sicher wohnen; aber deine Wurzel will ich durch Hunger töten , und deinen Überrest wird er umbringen. 31 Jammere , o Tor! Schreie, o Stadt! Verzage, ganz Philisterland! Denn von Norden kommt Rauch und eine lückenlose Schar!

    32 Was wird man den Boten des Heidenvolkes antworten? Dass der Herr Zions Grundmauern gelegt hat, und dort werden die Elenden seines Volkes Zuflucht finden.

    Interessant: eigentlich hatte ich bisher nur den einen Teil mit Satan in Verbindung gebracht, wo davon die Rede ist, wie strahlend und mächtig er war und wie er sich über alle anderen erhob und über Gott stehen wollte (Verse 12 – 15), aber es geht ja noch einige Verse weiter.

    Nicht nur, dass die anderen ungläubig über diesen Fall spotten, sondern in Vers 20 wird gesagt, dass er sein eigenes Reich zugrunde gerichtet und sein eigenes Volk grausam ungebracht hat. Auch dies trifft auf den Satan zu:

    Johannes schrieb, dass ‚die ganze Welt in der Macht dessen liegt, der Böse ist‘ und Satan selbst sagte zu Jesus, ihm seien „die Reiche der Welt gegeben worden“ (1. Johannes 5:19; Lukas 4:5-6).

    In seinem Bemühen, die Menschen von Gott abzubringen und „zu beweisen“, dass es auch ohne IHN geht, hat er sein Reich – die ganze Welt – zugrunde gerichtet! Und wieviele Menschen sind durch Kriege und Gewalttat grausam umgekommen?

    Aber nicht nur das: er hatte nach seiner Rebellion auch eine große Anzahl von Engeln hinter sich hergezogen. Er war der erste Abtrünnige und der erste Sektierer. Er hat mit ihnen sein eigenes Ding durchgezogen und wir lesen in 1. Mose 6 erstmals von ihm und „seinem Volk“: die Engelssöhne, die ihm nachfolgten, bekamen mit, dass die Frauen auf der Erde toll aussahen und nahmen sie sich zur Frau. Mit ihnen bekamen sie Kinder, die Nephilim (oder die Riesen). Diese waren ausgesprochen brutal und bald platzte Jehova die Geduld und er ließ eine Flut über die Erde kommen. In dieser Flut kamen nicht nur die verderbten Menschen um, sondern auch diese Bastarde, die halb Mensch und halb Gott waren. Sie kamen elendig um und ihre Väter konnten ihnen nicht helfen, sondern nur noch sich selbst retten.

    In diesem Sinne brachte er sogar sein eigenes Volk grausam umgebracht.

    Natürlich spricht Jehova hier in erster Linie vom König von Babylon, aber es bestehen auch viele Ähnlichkeiten mit Satan!

    Alle Gedanken aus den Vorjahren findet ihr hier:

  158. Jesaja 15 – wer weint hier über Moab?

    1 Die Last über Moab: Über Nacht wird Ar-Moab verwüstet, es ist vertilgt! Über Nacht wird Kir-Moab verwüstet, es ist vertilgt!

    2 Man steigt zum [Götzen-]Haus hinauf und nach Dibon zu den Höhen, um zu weinen; Moab jammert auf dem Nebo und in Medeba; auf allen seinen Häuptern sind Glatzen , und alle Bärte sind abgeschnitten. 3 Auf ihren Gassen sind sie mit Sacktuch umgürtet; auf ihren Dächern und Plätzen jammert alles und zerfließt in Tränen.

    4 Hesbon und Eleale schreien, bis Jahaz hört man ihre Stimme. Darum werden Moabs Bewaffnete laut aufschreien, der Mut wird ihnen entsinken. 5 Von Herzen jammere ich um Moab ; sie fliehen bis nach Zoar , nach Eglath-Schelischija; sie steigen weinend die Anhöhe nach Luchit hinauf, auf dem Weg nach Horonaim erheben sie ein erschütterndes Geschrei .

    6 Denn die Wasser von Nimrim sollen zu Wüsten werden; ja, das Gras ist verdorrt , alles Kraut abgefressen, kein grünes Hälmchen ist mehr da! 7 Darum tragen sie den Rest ihrer Habe, was sie noch retten konnten, über den Weidenbach.

    8 Ja, das Geschrei geht im ganzen Land Moab um; ihr Wehklagen reicht bis nach Eglaim, bis nach Beer-Elim ihr Geheul. 9 Denn die Wasser Dimons sind voll Blut; ja, ich verhänge noch mehr über Dimon: über die entkommenen Moabiter kommt ein Löwe , auch über den Überrest , der noch im Land ist.

    In Vers 5 sagt jemand, dass er über das Elend Moabs tief erschüttert ist. Von wem ist hier die Rede? Spricht hier Jesaja von sich selbst, oder sogar Jehova? Aber warum sollten diese erschüttert sein?

    Im Jesaja-Buch wird gesagt, dass es der Ort selbst ist, der tief erschüttert sei. Hm, hört sich nicht unbedingt logisch für mich an. Was sagen andere?

    Der Querverweis führt uns zu Jeremia 48:31, wo gesagt wird: „daher kommt es, dass ich über Moab heulen werde.“ Wer spricht hier von sich als „ich“ – ist es Jeremia?

  159. Jesaja 16 – 18

    Jesaja 16 – wieder treffen wir auf das „Zelt Davids“

    1 Schickt ein Lamm dem Beherrscher des Landes, von Sela aus durch die Wüste zu dem Berg der Tochter Zion! 2 Denn es wird geschehen: Wie umherflatternde Vögel, wie ein aufgescheuchtes Nest werden die Töchter Moabs an den Furten des Arnon sein.

    3 Gib Rat, triff eine Entscheidung! Mach deinen Schatten am hellen Mittag gleich der dunklen Nacht, verbirg die Verjagten, verrate die Flüchtlinge nicht! 4 Lass meine Flüchtlinge bei dir einkehren, Moab; sei ihnen ein Schirm vor dem Verderber! Wenn der Bedrücker nicht mehr da ist, das Zerstören aufgehört hat, die Gewalttätigen von der Erde weggefegt sind, 5 dann wird ein Thron in Gnade errichtet werden; und auf ihm wird sitzen in Wahrheit , im Zelt Davids, ein Richter, der nach dem Recht trachtet und die Gerechtigkeit fördert.

    6 Wir haben gehört von dem Hochmut Moabs, das sehr anmaßend ist, von seinem Übermut, seinem Stolz und seiner Überheblichkeit, seinem leeren Geschwätz. 7 Darum werden die Moabiter um Moab heulen, alles wird heulen; um die Traubenkuchen von Kir-Hareset werdet ihr seufzen: Ach, sie sind dahin! 8 Denn die Pflanzungen von Hesbon sind verwelkt, der Weinstock von Sibma; die Herren der Heidenvölker schlugen seine Edelreben nieder; sie reichten bis Jaeser, wucherten bis in die Wüste, breiteten ihre Ranken aus, gingen [bis] übers Meer.

    9 Darum weine ich mit den Weinenden von Jaeser um den Weinstock von Sibma, ich benetze dich, Hesbon und Eleale, mit meinen Tränen; denn über deine Obst-ernte, über deine ganze Erntezeit, ist das Jauchzen [der Feinde] gefallen. 10 Freude und Frohlocken sind aus den Obstgärten verschwunden, und in den Weinbergen jubelt und jauchzt man nicht; der Kelterer tritt keinen Wein in den Kufen, das Kelterlied habe ich zum Schweigen gebracht. 11 Darum klagt mein Innerstes um Moab wie eine Laute und mein Herz um Kir-Heres.

    12 Und es wird geschehen, wenn Moab erscheint, wenn es sich auf die Höhe bemüht und in sein Heiligtum geht, um zu beten, so wird es nichts ausrichten ! 13 Das ist das Wort, das der Herr ehemals über Moab gesprochen hat; 14 jetzt aber redet der Herr und spricht :

    In drei Jahren, wie sie der Tagelöhner zählt, wird die große Menge, deren Moab sich rühmt , gering werden, und der Überrest wird winzig klein, ohne Ehre sein.

    Wieder weint jemand um Moab und aus dem Kontext schließe ich, dass es Jehova ist, der um die jeweiligen Städte weint!

    Empfindet er Bedauern, dass er sie vernichten muss? Zeigt er mit diesem Weinen, dass es ihm viel lieber gewesen wäre, wenn sie doch noch zu ihm ungekehrt wären?

    Ein anderer Punkt ist der Thron der Gnade, der im Zelt Davids aufgerichtet wird und auf dem ein gerechter Richter sitzen wird.

    Nachdem ich vor einigen Tagen die Ansprache von Johannes Hartl zu dem Thema „Das Zelt Davids“ gehört habe, drängt sich ja nun hier der Gedanke auf, dass dies auf den Messias hinweist. Wie war das noch mal?

    Das Zelt Davids war nicht die Stiftshütte. Dies Zelt hat David über der Bundeslade errichtet, nachdem er diese in mehreren Etappen von den Philistern zurück nach Jerusalem geholt hatte. Hier gab es kein Allerheiligstes, und in die Hütte durfte nicht nur der Hohepriester kommen, sondern alle Leviten und sogar der König. Es gab nur ein einziges Opfer und zwar bei der Einsetzung der Hütte und Tag und Nacht wurde dort Lobpreis dargebracht.

    Jakobus bezieht diesen Begriff später darauf, dass auch die Nationen zu Jehova kommen und ganz mormal anbeten dürfen. Damit verteidigt er Petrus, der auch Menschen von den Nationen getauft hatte und stützt den Gedanken, dass keine Beschneidung mehr nötig ist.

    Da im Buch Jesaja viele Prophezeiungen auf den Messias enthalten sind, wird sich dieser Vers wohl auch auf Jesus beziehen.

    Es ist schon erstaunlich, wie lebendig sogar solche Bibelbücher wie die Propheten werden, wenn wir all die Ansprachen und Artikel in Publikationen oder anderer Kommentatoren mit beim Bibellesen einbeziehen 🙂

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  160. Jesaja 17 – du kriegst, was du willst

    1 Die Last über Damaskus: Siehe, Damaskus hört auf, eine Stadt zu sein, und wird zu einer verfallenen Ruine. 2 Verlassen sind die Städte von Aroer , den Herden werden sie zuteil; die lagern sich dort, und niemand scheucht sie auf. 3 Aus ist“s mit der Festung in Ephraim und mit dem Königtum in Damaskus; und der Überrest von Aram wird der Herrlichkeit der Kinder Israels gleich sein!, spricht der Herr der Heerscharen.

    4 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird die Herrlichkeit Jakobs armselig sein und das Fett seines Fleisches hinschwinden. 5 Es wird gehen, wie wenn der Schnitter Halme zusammenrafft und sein Arm Ähren abmäht, ja, wie wenn einer Ähren liest im Tal der Rephaiter . 6 Es wird nur eine Nachlese von ihnen übrig bleiben, wie beim Abschlagen der Oliven: zwei oder drei reife Oliven oben im Wipfel des Baumes, vier oder fünf in den Zweigen des Fruchtbaums!, spricht der Herr , der Gott Israels.

    7 An jenem Tag wird der Mensch auf den schauen, der ihn gemacht hat, und seine Augen werden auf den Heiligen Israels blicken. 8 Und er wird nicht auf die Altäre schauen, das Werk seiner Hände, und wird nicht mehr nach dem blicken, was seine Finger gemacht haben, nach den Aschera-Standbildern und Sonnensäulen . 9 An jenem Tag werden ihre Festungsstädte wie die verlassenen Waldeshöhen und Berggipfel sein, die man [einst] vor den Kindern Israels verließ; und es wird eine Wüste sein.

    10 Denn du hast den Gott deines Heils vergessen und nicht gedacht an den Felsen deiner Stärke; darum pflanzt du liebliche Pflanzungen und besäst sie mit fremden Weinranken! 11 An dem Tag, da du sie pflanzt , ziehst du sie groß, und am Morgen, wenn du gesät hast, bringst du sie zum Blühen; die Ernte aber wird dahin sein am Tag der Krankheit und des unheilbaren Schmerzes .

    12 Wehe, ein Toben vieler Völker, die toben wie das Meer, und ein Rauschen von Völkern, die wie mächtige Wasser rauschen! 13 Die Völker rauschen gleich den großen Wassern; wenn Er sie aber schilt , so fliehen sie weit davon und werden dahingejagt wie Spreu auf den Bergen vor dem Wind und wie wirbelnder Staub vor dem Sturm. 14 Siehe, zur Abendzeit ist Schrecken da; ehe es aber Morgen wird, sind sie nicht mehr vorhanden! Das ist das Teil derer, die uns berauben , und das Los derer, die uns plündern .

    Ist das nun unfair?

    Sie haben all die Jahre gesagt: „wir wollen ohne unseren Gott leben. Es ist uns egal, wie er denkt, wir sind besser dran, wenn wir unser eigenes Ding durchziehen.“

    Jehova hat diese ihre Entscheidung respektiert und sie machen lassen und er lässt sie noch. Ganz so, wie sie es gewünscht haben. Alles, was wir tun, hat eben auch Konsequenzen. „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ – das geht halt nicht!

    weitere Gedanken dazu finden wir hier

  161. Jesaja 18 – achten wir auf den Ruf des Horns?

    1 Wehe dir, du Land des Flügelgeschwirrs, das jenseits der Ströme von Kusch liegt, 2 das seine Boten aufs Meer entsendet und in Rohrschiffen über die Wasserfläche: Geht hin, ihr schnellen Boten, zu der Nation, die verschleppt und gerupft ist, zu dem Volk , vor dem man sich scheut, seit es besteht, zu der Nation, die immer wieder mit der Messschnur gemessen und von Zertretung heimgesucht wurde, deren Land die Ströme überschwemmt haben.

    3 Ihr Bewohner des Erdkreises alle und die ihr auf der Erde wohnt: Wenn das Kriegsbanner auf den Bergen aufgerichtet wird, so schaut hin, und wenn man ins Horn stößt, so horcht auf!

    4 Denn so hat der Herr zu mir gesprochen : Ich werde ruhig warten und von meiner Wohnstätte aus zuschauen, wie heitere Wärme bei Sonnenschein, wie Taugewölk in der Ernteglut. 5 Denn vor der Ernte, wenn die Blüte abfällt und der Blütenstand zur reifenden Traube wird, dann schneidet Er die Ranken mit Rebmessern ab, er wird auch die Reben wegnehmen und abhauen. 6 Und sie werden allesamt den Raubvögeln der Berge und den Tieren des Feldes überlassen, dass die Raubvögel darauf den Sommer verbringen und alle Tiere des Feldes darauf überwintern.

    7 In jener Zeit wird dem Herrn der Heerscharen ein Geschenk dargebracht werden: ein Volk, das verschleppt und gerupft ist, [Leute] aus einem Volk, vor dem man sich scheut, seit es besteht, einer Nation, die immer wieder mit der Messschnur gemessen und von Zertretung heimgesucht wurde, deren Land die Ströme überschwemmt haben – hin zu der Wohnstätte des Namens des Herrn , zum Berg Zion.

    hier finden wir einige Gedanken im Jesaja-Buch dazu:

  162. Jesaja 19 – 21

    Jesaja 19 – gab es diese Dreierunion wirklich einmal?

    1 Die Last über Ägypten: Siehe, der Herr fährt auf einer schnellen Wolke einher und kommt nach Ägypten! Da werden die Götzen Ägyptens vor ihm beben, und das Herz wird den Ägyptern im Leibe vergehen. 2 Und ich will die Ägypter gegeneinander aufstacheln, dass sie kämpfen werden, ein Bruder gegen den anderen, ein Freund gegen den anderen, Stadt gegen Stadt, Königreich gegen Königreich. 3 Und der Geist der Ägypter wird irrewerden in ihrem Inneren, und ich will ihren Plan zunichte machen; dann werden sie die Götzen, die Zauberer, die Totenbeschwörer und die Wahrsager befragen .

    4 Und ich will die Ägypter in die Hände eines strengen Herrn ausliefern, und ein harter König soll über sie herrschen, spricht der Herrscher, der Herr der Heerscharen. 5 Und die Wasser werden sich aus dem Nil verlaufen, und der Strom wird versiegen und vertrocknen. 6 Und stinkend werden die Ströme, seicht und trocken die Kanäle Mazors; Rohr und Schilf werden hinwelken. 7 Die Auen am Nil, an der Mündung des Nils, und alle Saatfelder am Nil werden verdorren, verwehen und nicht mehr sein. 8 Die Fischer werden klagen, und trauern werden alle, die die Angel in den Nil werfen; und die das Netz auf dem Wasserspiegel ausbreiten, werden trostlos sein. 9 Es werden zuschanden die Leinenweber und die Weißzeugweber; 10 ja, ihre Grundpfeiler sind zerschlagen, und alle Lohnarbeiter sind in der Seele bekümmert.

    11 Nichts als Toren sind die Fürsten von Zoan , die weisen Ratgeber des Pharao; ihr Ratschlag hat sich als töricht erwiesen. Wie könnt ihr denn zum Pharao sagen: Ich bin ein Sohn der Weisen, ein Sohn der uralten Könige? 12 Wo sind denn deine Weisen ? Sie sollen dir doch verkünden und erkennen, was der Herr der Heerscharen über Ägypten beschlossen hat! 13 Die Fürsten von Zoan sind zu Narren geworden, getäuscht sind die Fürsten von Noph ; die Anführer seiner Stämme haben Ägypten irregeführt.

    14 Der Herr hat einen Taumelgeist unter sie ausgegossen, sodass sie Ägypten in all seinem Tun irreführen, wie ein Trunkener herumtaumelt in seinem Erbrochenen. 15 Und für Ägypten wird keine [rettende] Tat mehr übrig bleiben, die Haupt oder Schwanz, Palmzweig oder Binse ausrichten könnten. 16 An jenem Tag werden die Ägypter wie Weiber sein; sie werden zittern und erschrecken vor dem Erheben der Hand des Herrn der Heerscharen, die er gegen sie erheben wird.

    17 Und das Land Juda wird für die Ägypter ein Schrecken sein; sooft es jemand bei den Ägyptern erwähnt, werden sie erschrecken vor dem Ratschluss des Herrn der Heerscharen, den er über sie beschlossen hat. 18 Zu jener Zeit werden fünf ägyptische Städte die Sprache Kanaans reden und bei dem Herrn der Heerscharen schwören ; eine wird Ir-Heres heißen.

    19 An jenem Tag wird mitten im Land Ägypten ein Altar für den Herrn stehen, und ein Gedenkstein für den Herrn nahe an seiner Grenze; 20 und das wird ein Zeichen und ein Zeugnis sein für den Herrn der Heerscharen im Land Ägypten; denn sie werden zum Herrn schreien wegen ihrer Bedrücker, und er wird ihnen einen Retter senden, der wird kämpfen und sie erretten.

    21 Und der Herr wird sich den Ägyptern zu erkennen geben, und die Ägypter werden an jenem Tag den Herrn erkennen; sie werden [ihm] mit Schlachtopfern und Speisopfern dienen , sie werden dem Herrn Gelübde ablegen und sie auch erfüllen. 22 So wird der Herr die Ägypter schlagen, wird sie schlagen und [dann] heilen , und sie werden sich zum Herrn wenden, und er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen.

    23 An jenem Tag wird von Ägypten eine gebahnte Straße nach Assyrien gehen; der Assyrer wird nach Ägypten und der Ägypter nach Assyrien kommen, und die Ägypter werden mit den Assyrern [dem Herrn ] dienen. 24 An jenem Tag wird sich Israel als Drittes zu Ägypten und Assyrien gesellen und inmitten der Erde ein Segen sein, 25 denn der Herr der Heerscharen segnet es, indem er sagen wird: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assyrien, das Werk meiner Hände, und du, Israel, mein Erbteil!

    Hat sich dies irgendwann buchstäblich erfüllt? Waren Ägypten, Assyrien und Israel wirklich mal buchstäblich eins?

    hier finden wir einge weitere Gedanken dazu:

  163. Jesaja 20 – setzen wir unser Vertrauen bitte nicht auf den Erdenmenschen

    1 In dem Jahr, als der Tartan nach Asdod kam, als ihn Sargon, der König von Assyrien, sandte und er gegen Asdod kämpfte und es einnahm, 2 zu jener Zeit hatte der Herr durch Jesaja, den Sohn des Amoz, so gesprochen:

    Geh, lege das Sacktuch ab von deinen Hüften und zieh die Sandalen aus von deinen Füßen! Und er machte es so, ging entblößt und barfuß. 3 Da sprach der Herr : Gleichwie mein Knecht Jesaja drei Jahre lang entblößt und barfuß einhergegangen ist, als Zeichen und Warnung für Ägypten und Kusch, 4 so wird der König von Assyrien die gefangenen Ägypter und die zur Verbannung bestimmten Kuschiter, Knaben und Greise entblößt und barfuß und mit entblößtem Gesäß wegführen, zur Schande Ägyptens.

    5 Da werden dann diejenigen verzagen und zuschanden werden, die sich auf Kusch verließen und sich mit Ägypten brüsteten. 6 Und die Bewohner dieses Küstenlandes werden an jenem Tag sagen:

    Siehe, so steht es mit unserer Zuflucht , zu der wir geflohen sind um Hilfe und Rettung vor dem König von Assyrien! Wie wollen wir nun entkommen ?

    hier finden wir einige Gedanken dazu:

  164. Jesaja 21 – es ist nicht schön, wenn wir sehen, dass andere in ihr Unglück laufen

    1 Die Last über die Wüste des Meeres : Wie Stürme im Negev daherbrausen, so kommt es daher aus der Wüste, aus dem schrecklichen Land! 2 Ein hartes Gesicht wurde mir gezeigt: Der Räuber raubt, der Zerstörer zerstört. Zieht heran, ihr Elamiter ! Belagert sie, ihr Meder ! Denn alles von ihr verursachte Seufzen will ich stillen .

    3 Darum sind meine Lenden voll Schmerz ; Wehen haben mich ergriffen, gleich den Wehen einer Gebärenden ; ich krümme mich vor dem, was ich hören muss, bin erschrocken von dem, was ich sehen muss. 4 Mein Herz schlägt wild; Schauder hat mich überfallen; die Dämmerung, die mir lieb ist, hat er mir in Schrecken verwandelt. 5 Man deckt den Tisch, man breitet die Polster aus, man isst und trinkt – »Auf, ihr Fürsten, salbt den Schild!«

    6 Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: Geh, stelle den Späher auf; er soll berichten, was er sieht, 7 und sieht er Reiter, Pferdegespanne, Reiter auf Eseln und Reiter auf Kamelen, so beobachte er scharf, mit größter Aufmerksamkeit! 8 Und er schrie [wie] ein Löwe : »Herr, ich stehe unablässig auf der Warte bei Tag und auf meinem Posten alle Nächte ! 9 Und sieh, da kommt ein Zug Männer, ein Pferdegespann -« Und er begann und sprach: »Gefallen, gefallen ist Babel , und alle Bilder ihrer Götter hat er zu Boden geschmettert!«

    10 O mein zerdroschenes [Volk], du Sohn meiner Tenne ! Was ich von dem Herrn der Heerscharen, dem Gott Israels, gehört habe, das verkündige ich euch!

    11 Die Last über Duma : Aus Seir ruft man mir zu: Wächter , ist die Nacht bald vorbei? Wächter, ist die Nacht bald vorbei? 12 Der Wächter spricht: Der Morgen ist angebrochen, und doch ist es noch Nacht ! Wenn ihr fragen wollt, so fragt; kommt bald wieder!

    13 Die Last über Arabien : In der Wildnis von Arabien müsst ihr übernachten, ihr Karawanen der Dedaniter ! 14 Bringt dem Durstigen Wasser entgegen, ihr Bewohner des Landes Tema ! Geht dem Flüchtling entgegen mit Brot für ihn! 15 Denn vor den Schwertern sind sie geflohen, vor dem gezückten Schwert, vor dem gespannten Bogen und vor der Gewalt des Krieges.

    16 Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: Noch ein Jahr, wie die Jahre eines Tagelöhners , so ist alle Herrlichkeit Kedars dahin; 17 und von den tapferen Bogenschützen Kedars wird nur eine geringe Zahl übrig bleiben ! Ja, der Herr , der Gott Israels, hat geredet .

    hier finden wir einige Gedanken dazu:

  165. Jesaja 22 – 24

    Jesaja 22 – mit verbrannten Steinen bauen!

    1 Die Last über das Tal der Offenbarung : Was ist denn mit dir, dass alle deine Leute auf die Dächer steigen, 2 du vom Getümmel erfüllte, lärmende Stadt, du jauchzende Stadt? Deine Erschlagenen sind weder vom Schwert durchbohrt noch im Kampf gefallen! 3 Alle deine Anführer sind miteinander geflohen, wurden gefesselt, ohne einen Bogenschuss abzugeben; dein ganzes Aufgebot ist miteinander in Gefangenschaft geraten; schon von ferne sind sie geflohen!

    4 Deshalb sage ich: Schaut weg von mir, denn ich muss bitterlich weinen ; gebt euch keine Mühe, mich zu trösten über den Untergang der Tochter meines Volkes! 5 Denn es [kommt] ein Tag der Bestürzung, der Zertretung und Verwirrung von dem Herrscher, dem Herrn der Heerscharen, im Tal der Offenbarung ; man reißt die Mauer ein, und Geschrei hallt gegen den Berg. 6 Die Elamiter tragen den Köcher, neben bemannten Streitwagen kommen Reiter daher, Kir entblößt den Schild.

    7 Und es wird geschehen: Deine schönen Täler werden voller Streitwagen sein, und die Reiter nehmen Stellung ein gegen das Tor. 8 Und er nimmt den Schutz Judas weg. Aber du schaust an jenem Tag auf die Waffen des Zeughauses .

    9 Und ihr seht nach den Rissen [in der Mauer] der Stadt Davids – denn es sind viele -, und die Wasser des unteren Teiches sammelt ihr. 10 Ihr zählt auch die Häuser Jerusalems und brecht Häuser ab, um die Mauer zu befestigen. 11 Und ihr legt ein Sammelbecken an zwischen den beiden Mauern für die Wasser des alten Teiches – aber ihr schaut nicht auf den, der dies getan hat, und seht nicht nach dem, der es seit Langem bereitet hat!

    12 Und an jenem Tag ermahnt der Herrscher, der Herr der Heerscharen, zum Weinen und Wehklagen, zum Kahlscheren des Hauptes und zum Umgürten des Sacktuches – 13 doch siehe, da ist Jubel und Vergnügen , Ochsenschlachten und Schafeschächten, Fleischessen und Weintrinken : »Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!«

    14 Doch der Herr der Heerscharen hat sich meinem Ohr geoffenbart : Wahrlich, diese Missetat soll euch nicht vergeben werden, bis ihr sterbt!, spricht der Herrscher, der Herr der Heerscharen. 15 So hat der Herrscher, der Herr der Heerscharen, gesprochen: Geh hinein zu diesem Verwalter, zu Schebna , der über den Palast gesetzt ist [und sprich]:

    16 Was hast du hier, und wen hast du hier, dass du dir hier ein Grab aushaust? Du, der sich hoch oben sein Grab aushaut, sich eine Wohnung in den Felsen hineimeißelt? 17 Siehe, der Herr wird dich weit wegschleudern, Mann! Und er wird dich fest packen, 18 dich fest zusammenwickeln wie einen Knäuel und dich wie einen Ball in ein weites und breites Land schleudern! Dort wirst du sterben, und dorthin kommen deine prächtigen Wagen, du Schande für das Haus deines Herrn! 19 Ich will dich aus deinem Amt stoßen, und man wird dich von deiner Stellung herabstürzen.

    20 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich meinen Knecht Eljakim , den Sohn Hilkijas, berufen, 21 und ich werde ihn mit deinem Gewand bekleiden und mit deinem Gürtel fest umgürten und deine Vollmacht in seine Hand legen. Er wird den Bürgern von Jerusalem und dem Haus Juda ein Vater sein. 22 Ich will ihm auch den Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter legen, sodass, wenn er öffnet, niemand zuschließen kann, und wenn er zuschließt, niemand öffnen kann.

    23 Und ich will ihn als Pflock einschlagen an einem festen Ort , und er soll ein Ehrenthron für das Haus seines Vaters werden, 24 sodass die ganze Herrlichkeit seines Vaterhauses sich an ihn hängen wird, die Sprösslinge und die Abkömmlinge, alle kleinen Gefäße, von den Tonschalen bis zu allen Krügen.

    25 An jenem Tag, spricht der Herr der Heerscharen, wird der Pflock, der an dem festen Ort eingeschlagen war, weichen; ja, er wird abgehauen werden und fallen, und die Last, die daran hängt, wird zugrunde gehen; denn der Herr hat [es] geredet .

    Wow! Ganz schön viel!

    Was genau ist „das Tal der Offenbarung“, an das die ersten Worte gerichtet sind? Ist dies ein bestimmter Ort oder geht es um das, was dort passiert? Ist hier vielleicht von Harmagedon die Rede – dem Krieg des großen Tages Gottes, der „im Tal von Megiddo“ stattfinden soll?

    In der Hoffnung für Alle ist dieser erste Teil überschrieben mit „Jerusalems Schicksal“ und beginnt so: „Das ist Gottes Wort für den Ort, wo er sich immer wieder offenbart hat“. Das passt auf Jerusalem, denn es war ja seine Stadt – die Hauptstadt des Volkes Israel bis zur Trennung und hier stand ja auch der Tempel.

    Dann ist die Rede davon, dass die Stadtmauer eingerissen wird und sie später Häuser einreissen werden, um Steine für die Wiederaufbau zu haben.

    Dies erinnert mich an die Zerstörung Jerusalems, bevor auch Juda ins Exil nach Babylon geht, wo alles, auch Stadtmauer und Tempel eingerissen werden. Später berichtet Nehemia davon, dass sie die Stadtmauer wieder aufrichten mit „verbrannten Steinen“, solchen, die aus dem Bauschutt genommen werden.

    Dies ist auch deshalb wieder so präsent, weil ich vor einigen Wochen eine Ansprache von John Angelina gehört habe, die auch so hiess: „Baue mit verbrannten Steinen“. Hier geht es um den Wiederaufbau unter Nehemia und was es für uns heute, in unserem Leben und uns selbst bedeutet. Z.B. sind wir oftmals selbst wie verbrannte Steine, weil in unserem Leben viel passiert ist. Trotzdem kann Jehova uns benutzen und mit und durch uns Besonderes bewirken. Hör dir die Ansprache doch selbst an, sie ist sehr interessant und auferbauend.

    Außerdem erinnert mich dies an einen Konzertmitschnitt, den wir kürzlich auf BibelTV gesehen haben: es war ein Konzert von Brian Doerksen und er fängt damit an, dass er die Geschichte von Nehemia mit dem Wiederaufbau aus der Bibel vorliest. Im Laufe des Konzerts werden immer weitere Steine zu der Mauer hinzugefügt und ganz zum Schluß setzt sein Enkel den letzten Stein ein. Während des ganzen Konzerts geht es immer wieder um Nehmia und den Aufbau der Mauer.

    Das Konzert hiess „Today“ und beginnt und endet mit dem gleichnamigen Song, der schon seit einer Weile bei Thom und mir ein Ohrwurn ist:

    Today

    Chorus 1
    Today I choose to follow you
    Today I choose to give my yes to you
    Today I choose to hear your voice and live
    Today I choose to follow you

    As for me and my house
    We will serve you
    As for me and my house
    We will spend our lives on you

    Wonderful counsellor
    Everlasting Father
    Eternal King Lord of Hosts
    Willingly we follow

    weitere Gedanken finden wir hier:

  166. Jesaja 23 – Jehova entweiht den Stolz von Tyrus

    1 Die Last über Tyrus: Jammert, ihr Tarsisschiffe ! Denn [Tyrus] ist zerstört, ohne Häuser und ohne Einfahrt [für Schiffe]. Aus dem Land der Kittäer ist es ihnen bekannt geworden. 2 Schweigt , ihr Bewohner der Küste! Die zidonischen Kaufleute , die das Meer befahren, haben dich erfüllt, 3 und auf großen Wassern war die Saat des Sihor, die Ernte des Niltales, ihr Einkommen, und sie war der Markt der Nationen. 4 Schäme dich, Zidon ; denn das Meer, die Meeresfeste spricht: »Ich habe keine Wehen gehabt, noch geboren, noch junge Männer großgezogen, noch Jungfrauen auferzogen!«

    5 Wie bei der Nachricht über Ägypten, so werden sie sich auch [vor Schrecken] winden bei der Nachricht über Tyrus. 6 Fahrt hinüber nach Tarsis , jammert , ihr Bewohner der Küste! 7 Ist das nicht eure freudenreiche Stadt, deren Ursprung in uralter Vorzeit liegt, deren Füße sie in ferne [Länder] trugen, damit sie sich dort ansiedelten? 8 Wer hat dieses über Tyrus beschlossen, die Kronenspenderin, deren Kaufleute Fürsten und deren Händler die Vornehmen der Erde waren?

    9 Der Herr der Heerscharen hat es beschlossen, um den Stolz all ihrer Pracht zu entweihen und alle Vornehmen der Erde verächtlich zu machen. 10 Überflute dein Land, wie es beim Nil geschieht, du Tochter Tarsis ; es ist keine Werft mehr da!

    11 Er hat seine Hand über das Meer ausgestreckt, er hat Königreiche erschüttert; der Herr hat über Kanaan Befehl gegeben, dass seine Festungen zerstört werden sollen. 12 Und er hat gesagt: Du sollst dich künftig nicht mehr freuen, du geschändete Jungfrau, Tochter Zidon! Nach Kittim mache dich auf, fahre hinüber! Auch dort wird man dir keine Ruhe lassen! 13 Siehe, das Land der Chaldäer, dieses Volk, das nicht war – Assyrien hat es den Wüstenbewohnern zugewiesen -, sie haben ihre Belagerungstürme errichtet, seine Paläste bloßgelegt, es zu Trümmerhaufen gemacht. 14 Jammert, ihr Tarsisschiffe, denn eure Zuflucht ist zerstört!

    15 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird Tyrus für 70 Jahre in Vergessenheit geraten, solange ein König regieren kann. Am Ende von 70 Jahren aber wird es Tyrus ergehen, wie es in dem Lied von der Hure heißt: 16 »Nimm die Laute, ziehe in der Stadt herum, du vergessene Hure! Spiele gut, singe Lied auf Lied, dass man wieder an dich denkt!«

    17 Denn es wird geschehen am Ende der 70 Jahre , da wird der Herr Tyrus heimsuchen, und sie wird wieder zu ihrem Hurenlohn kommen und wird mit allen Königreichen der Erde, die auf der Erde [ansässig] sind, Hurerei treiben. 18 Aber ihr Erwerb und Hurenlohn wird dem Herrn geweiht werden; er wird nicht angesammelt noch aufgespeichert, sondern ihr Erwerb wird für die sein, die vor dem Angesicht des Herrn wohnen, damit sie essen bis zur Sättigung und stattlich bekleidet sind.

    hier findet ihr einige Gedanken dazu:

  167. Jesaja 24 – Jehova ist König!

    1 Siehe, der Herr wird das Land entvölkern und verwüsten, er wird sein Angesicht entstellen und seine Bewohner zerstreuen. 2 Dann wird der Priester sein wie das Volk, der Herr wie sein Knecht, die Frau wie ihre Magd, der Verkäufer wie der Käufer, der Verleiher wie der, der borgt, der Gläubiger wie der Schuldner. 3 Das Land wird gänzlich entvölkert und ausgeplündert werden; ja, der Herr hat dieses Wort gesprochen! 4 Es trauert und welkt das Land ; der Erdkreis verschmachtet und verwelkt; es verschmachten die Hohen des Volkes im Land.

    5 Denn das Land liegt entweiht unter ihren Bewohnern; denn sie haben die Gesetze übertreten, die Satzungen abgeändert, den ewigen Bund gebrochen! 6 Darum hat der Fluch das Land verzehrt, und die darin wohnen, müssen es büßen; darum sind die Bewohner des Landes von der Glut verzehrt, und nur wenige Menschen sind übrig geblieben .

    7 Der Most trauert, der Weinstock verschmachtet; es seufzen alle, die sich von Herzen gefreut hatten. 8 Der Jubel der Paukenschläger ist vorbei; das Geschrei der Frohlockenden ist verstummt, und die Freude des Lautenspiels hat ein Ende. 9 Man singt nicht mehr beim Weintrinken; wer noch Rauschtrank zu sich nimmt, dem schmeckt es bitter. 10 Die verödete Stadt ist zerstört; jedes Haus ist verschlossen, sodass niemand hineinkommt. 11 Man klagt um den Wein auf den Gassen; alle Freude ist untergegangen, alle Wonne des Landes dahin. 12 Nur Verwüstung bleibt in der Stadt zurück, und das Tor wurde in Trümmer geschlagen.

    13 Ja, so wird es geschehen im Land und unter den Leuten, wie wenn man Oliven abklopft oder wie bei der Nachlese, wenn die Weinernte zu Ende ist. 14 Jene [Übriggebliebenen] aber werden ihre Stimme erheben und frohlocken; sie jubeln auf dem Meer über die Majestät des Herrn .

    15 Darum rühmt den Herrn in den Ländern des Sonnenaufgangs , [preist] den Namen des Herrn , des Gottes Israels, auf den Inseln des Meeres! 16 Wir hören Lobgesänge vom Ende der Erde: Herrlichkeit dem Gerechten ! –

    Ich aber sprach: Ich vergehe, ich vergehe! Wehe mir ! Räuber rauben, ja, räuberisch rauben die Räuber! 17 Grauen, Grube und Garn kommen über dich, du Bewohner der Erde!

    18 Und es wird geschehen, wer vor der grauenerregenden Stimme flieht, der wird in die Grube fallen, wer aber aus der Grube heraufsteigt, wird im Garn gefangen werden; denn die Fenster der Höhe werden sich öffnen und die Grundfesten der Erde erbeben. 19 Die Erde wird krachend zerbersten, die Erde wird reißen und bersten, die Erde wird hin- und herschwanken. 20 Die Erde wird hin- und hertaumeln wie ein Betrunkener und schaukeln wie eine Hängematte; ihre Missetat lastet schwer auf ihr; sie fällt und steht nicht wieder auf.

    21 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der Herr das Heer der Höhe in der Höhe heimsuchen und die Könige der Erde auf Erden; 22 und sie werden eingesperrt, wie man Gefangene in die Grube einsperrt, und im Kerker werden sie eingeschlossen; aber nach vielen Jahren werden sie heimgesucht werden. 23 Da wird der Mond erröten und die Sonne schamrot werden; denn der Herr der Heerscharen herrscht dann als König auf dem Berg Zion und in Jerusalem, und vor seinen Ältesten ist Herrlichkeit .

    hier findet ihr einige Gedanken dazu:

  168. Jesaja 25 – 27

    Jesaja 25 – eine wunderbare Zukunft verheißen

    1 O Herr , du bist mein Gott ; dich will ich erheben ! Ich lobe deinen Namen, denn du hast Wunder getan; deine Ratschlüsse von alters her sind zuverlässig und wahrhaftig! 2 Denn du hast die Stadt zum Steinhaufen gemacht, die feste Burg zum Trümmerhaufen, den Palast der Fremden zu einer untergegangenen Stadt; ewiglich wird sie nicht mehr aufgebaut werden.

    3 Darum ehrt dich auch ein mächtiges Volk, die Städte gewalttätiger Nationen fürchten dich; 4 denn du bist dem Schwachen eine Zuflucht geworden, eine Zuflucht dem Armen in seiner Not, ein Schirm vor dem Wolkenbruch, ein Schatten vor der Hitze, als der Zornhauch der Tyrannen wie ein Unwetter gegen eine Wand [daherkam]. 5 Wie die Sonnenglut in einer dürren Gegend, so dämpfst du das Toben der Fremden; wie die Sonnenglut durch den Schatten einer Wolke, so legt sich der Triumphgesang der Tyrannen. 6 Und der Herr der Heerscharen wird auf diesem Berg allen Völkern ein Mahl von fetten Speisen bereiten, ein Mahl von alten Weinen, von fetten, markigen Speisen, von alten, geläuterten Weinen.

    7 Und er wird auf diesem Berg die Schleierhülle wegnehmen , die alle Völker verhüllt, und die Decke , womit alle Nationen bedeckt sind.

    8 Er wird den Tod auf ewig verschlingen. Und Gott , der Herr, wird die Tränen abwischen von jedem Angesicht und die Schmach seines Volkes hinwegnehmen von der ganzen Erde. Ja, der Herr hat [es] gesprochen .

    9 Und an jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf den wir gehofft haben, dass er uns rette; das ist der Herr , auf den wir hofften; nun lasst uns frohlocken und fröhlich sein in seiner Rettung! 10 Denn die Hand des Herrn wird auf diesem Berg ruhen;

    Moab aber wird unter ihm zertreten werden, wie Stroh in der Mistlache zertreten wird. 11 Und sollte es auch seine Hände ausbreiten, wie ein Schwimmer sie ausbreitet, um zu schwimmen, so wird Er seinen Hochmut erniedrigen trotz der Kunstgriffe seiner Hände. 12 Deine festen, hochragenden Mauern wird er niederwerfen, abreißen und zu Boden stoßen, in den Staub.

    Hier erinnert uns vieles an Offenbarung 21:3-5

    3 Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. 4 Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“

    5 Und der, der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe! Ich mache alle Dinge neu.“ Auch sagt er: „Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.“

    hier finden wir einige Gedanken zu diesem Kapitel:

  169. Jesaja 26 – Ein Lied der Rettung

    1 An jenem Tag wird dieses Lied im Land Juda gesungen werden: »Wir haben eine feste Stadt ; Errettung setzt er als Mauern und als Schutzwehr. 2 Öffnet die Tore, damit ein gerechtes Volk einzieht, das Treue bewahrt!

    3 Einem festen Herzen bewahrst du den Frieden , den Frieden, weil es auf dich vertraut . 4 Vertraut auf den Herrn allezeit, denn Jah, der Herr , ist ein Fels der Ewigkeiten!

    5 Denn er hat erniedrigt die Bewohner der Höhe, die hochragende Stadt; er hat sie niedergeworfen, er hat sie zu Boden gestürzt, hat sie herabgestoßen bis in den Staub, 6 dass sie der Fuß zertrete, die Füße der Elenden, die Tritte der Armen.«

    7 Der Pfad des Gerechten ist gerade; geradeaus bahnst du den Weg des Gerechten.

    8 Auch auf dem Weg deiner Gerichte , Herr , harrten wir auf dich; auf deinen Namen und dein Gedenken war das Verlangen der Seele gerichtet. 9 Meine Seele verlangte nach dir in der Nacht, ja, mein Geist in mir suchte dich; denn sobald deine Gerichte die Erde treffen, lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.

    10 Wird dem Gottlosen Gnade erwiesen, so lernt er nicht Gerechtigkeit; in dem Land, wo Ordnung herrscht, handelt er verkehrt und sieht nicht die Majestät des Herrn . 11 Herr , deine Hand ist erhoben; sie wollen es nicht sehen! Sie werden es aber sehen und sich schämen müssen. Der Eifer für das Volk, das Zornesfeuer wird deine Feinde verzehren.

    12 Uns aber, Herr , wirst du Frieden schaffen; denn auch alle unsere Werke hast du für uns vollbracht . 13 O Herr , unser Gott, andere Herren als du herrschten über uns; aber [künftig] gedenken wir allein an dich, an deinen Namen! 14 Tote werden nicht wieder lebendig ; Schatten stehen nicht wieder auf; darum hast du sie heimgesucht und ausgerottet und jede Erinnerung an sie ausgetilgt.

    15 Du hast, o Herr , zum Volk hinzugetan , du hast das Volk vermehrt; du hast dich herrlich erwiesen, du hast alle Grenzen des Landes erweitert. 16 Herr , in der Drangsal suchten sie dich; sie flehten leise in der Bedrängnis, als deine Züchtigung sie traf. 17 Wie eine Schwangere, die dem Gebären nahe ist, sich windet und vor Schmerzen schreit in ihren Wehen, so waren auch wir, Herr , vor deinem Angesicht : 18 Wir waren schwanger, wanden uns [in Schmerzen] und gebaren gleichsam Wind; wir konnten dem Land nicht Rettung verschaffen, und es wurden keine Erdenbewohner geboren.

    19 Aber deine Toten werden leben, [auch] mein Leichnam; sie werden auferstehen!

    Wacht auf und jubelt, ihr Bewohner des Staubes! Denn dein Tau ist ein Morgentau, und die Erde wird die Toten wiedergeben. 20 So geh nun, mein Volk, in deine Kammern und schließe die Tür hinter dir zu! Verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergegangen ist! 21 Denn siehe, der Herr wird von seinem Ort ausgehen , um die Bosheit der Erdenbewohner an ihnen heimzusuchen ; und die Erde wird das auf ihr vergossene Blut offenbaren und die auf ihr Erschlagenen nicht länger verbergen.

  170. Jesaja 27 – Ausgeglichenheit bei Erziehung und Zucht

    1 An jenem Tag wird der Herr mit seinem harten, großen und starken Schwert den Leviathan heimsuchen, die flüchtige Schlange, ja, den Leviathan, die gewundene Schlange, und er wird das Ungeheuer töten, das im Meer ist. 2 An jenem Tag [wird man sagen]:

    Ein Weinberg von feurigen Weinen! Besingt ihn! 3 Ich, der Herr , behüte ihn und bewässere ihn zu jeder Zeit; ich bewache ihn Tag und Nacht, damit sich niemand an ihm vergreift. 4 Zorn habe ich keinen. Wenn ich aber Dornen und Disteln darin fände, so würde ich im Kampf darauf losgehen und sie allesamt verbrennen! 5 Es sei denn, dass man Schutz bei mir suchte , dass man Frieden mit mir machte, ja, Frieden machte mit mir.

    6 In zukünftigen Zeiten wird Jakob Wurzel schlagen, Israel wird blühen und grünen, und sie werden den ganzen Erdkreis mit Früchten füllen. 7 Hat Er es auch geschlagen, wie er die schlug, welche ihm Schläge versetzten? Oder wurde es hingemordet, wie seine Mörder ermordet worden sind?

    8 Mit Maßen, durch Verbannung, hast du es gestraft; Er hat es durch seinen heftigen Sturm fortgetrieben am Tag des Ostwinds.

    9 Darum wird Jakobs Schuld dadurch gesühnt . Und das wird die volle Frucht der Hinwegnahme seiner Sünde sein, dass er alle Altarsteine gleich zerschlagenen Kalksteinen macht und keine Aschera-Standbilder und Sonnensäulen mehr aufrichtet. 10 Denn die feste Stadt ist einsam geworden, eine verworfene und verlassene Wohnung, wie die Steppe. Kälber weiden und lagern sich dort und fressen ihre Büsche ab. 11 Wenn deren Zweige verdorren, werden sie abgebrochen. Frauen kommen und zünden sie an. Denn es ist ein unverständiges Volk; darum erbarmt sich der nicht über sie, welcher sie gemacht hat, und der sie gebildet hat, wird sie nicht begnadigen.

    12 Und es wird geschehen an jenem Tag, dass der Herr ein Dreschen veranstalten wird von den Fluten des [ Euphrat -]Stromes an bis zum Bach Ägyptens, und ihr sollt gesammelt werden, ihr Kinder Israels, eins ums andere. 13 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird das große Schopharhorn geblasen werden; da werden heimkommen die Verlorenen aus dem Land Assyrien und die Vertriebenen aus dem Land Ägypten; und sie werden den Herrn anbeten auf dem heiligen Berg in Jerusalem.

    Hier ist ein wunderschönes Beispiel, wie ausgeglichen Jehova ist, was Zucht angeht und wie er es auch von uns als Eltern erwartet:

    In Vers 8 wird gesagt, dass er sie mit Maßen bestraft hat, nicht hart und unbarmherzig, aber er würde auch konsequent sein und sie jetzt nicht „begnadigen“ (Vers 11).

    Er hatte ihnen immer wieder angekündigt, was die Strafe für ihr Verhalten ist und nun, wo er diese verhängt, kann er sie nicht einfach abmildern, weil er sie liebt und sie ihm leid tun. Sonst würde er sich unglaubwürdig machen. Sie wollten nicht hören, also müssen sie auch durch die Strafe hindurch. Aber während er sie die Frucht ihrer Taten schmecken lässt, tröstet er sie und sich mit dem Gedanken, dass er sie danach auch wieder segnen kann.

    Ebenso verhält es sich mit einer vernünftigen und liebevollen Erziehung, die unserem Gott gefällt: unsere Kinder müssen wissen, welche Auswirkungen ihr Handeln haben wird (Galater 6:7) und dass wir sie nur deshalb strafen, weil wir sie lieben und in dem rechten Weg erziehen wollen (Sprüche 22:6; Hebräer 12:11), aber wir dürfen auch nicht hart und unbarmherzig dabei sein (Epheser 6:4)

    hier findet ihr den Stoff im Jesaja-Buch dazu:

  171. Jesaja 28 – 30

    Jesaja 28 – Jehovas „befremdende“ Tat

    1 Wehe der stolzen Krone der Trunkenen Ephraims, der welken Blume seines herrlichen Schmucks auf dem Gipfel über dem fetten Tal der vom Wein Überwältigten! 2 Siehe, der Herr hat einen Starken und Gewaltigen [bereit]; wie ein Hagelwetter, wie ein Verderben bringender Sturm, wie ein Wolkenbruch mit mächtiger Wasserflut; er wirft sie zu Boden mit Macht. 3 Mit Füßen wird zertreten die stolze Krone der Trunkenen Ephraims; 4 und der welken Blume seines herrlichen Schmucks auf dem Gipfel über dem fetten Tal wird es ergehen wie einer Frühfeige vor der Obsternte: Wer sie erblickt, der verschlingt sie, sobald er sie in der Hand hält.

    5 An jenem Tag wird der Herr der Heerscharen für den Überrest seines Volkes eine herrliche Krone und ein prächtiger Kranz sein, 6 und für den, der zu Gericht sitzt, ein Geist des Rechts, und eine Stärke denen, die den Angriff vom Tor abwehren. 7 Aber auch diese taumeln vom Wein und schwanken vom Rauschtrank: Priester und Prophet sind vom Rauschtrank berauscht, vom Wein benebelt, sie taumeln vom Rauschtrank; sie sehen nicht mehr klar, urteilen unsicher. 8 Ja, alle Tische sind besudelt mit Erbrochenem und Kot bis auf den letzten Platz.

    9 Wem soll er Erkenntnis beibringen, wem die Botschaft erläutern? Denen, die von der Milch entwöhnt, von den Brüsten abgesetzt sind? 10 Weil sie sagen: »Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift; Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung , hier ein wenig, da ein wenig«, 11 so wird auch Er zu diesem Volk durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache reden, 12 Er, der zu ihnen gesagt hatte: »Das ist die Ruhe ! Erquickt den Müden ! Und das ist die Erquickung«, aber sie wollten nicht hören. 13 Und so soll auch ihnen das Wort des Herrn werden: »Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift; Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig« – damit sie hingehen und rückwärts hinstürzen, zerbrochen und verstrickt und gefangen werden.

    14 Darum hört das Wort des Herrn , ihr Spötter , die ihr über dieses Volk herrscht , das in Jerusalem ist! 15 Weil ihr sprecht: »Wir haben einen Bund mit dem Tod geschlossen und einen Vertrag mit dem Totenreich gemacht; wenn die überschwemmende Flut daherkommt, wird sie nicht zu uns gelangen; denn wir haben Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und in Betrug uns geborgen!« – 16 darum, so spricht Gott , der Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Stein, einen bewährten Stein , einen kostbaren Eckstein, der aufs Festeste gegründet ist: Wer glaubt, der flieht nicht! 17 Und ich will das Recht zur Richtschnur machen und die Gerechtigkeit zur Waage; der Hagel wird eure Lügenzuflucht wegreißen , und die Wasser sollen euer Versteck wegschwemmen. 18 Und euer Bund mit dem Tod wird außer Kraft gesetzt, und euer Vertrag mit dem Totenreich hat keinen Bestand. Wenn die überschwemmende Flut daherfährt, so werdet ihr von ihr zermalmt werden; 19 sooft sie daherfährt, wird sie euch erfassen; ja, sie wird jeden Morgen daherkommen, bei Tag und bei Nacht; und es wird schon lauter Schrecken sein, die Botschaft zu hören!

    20 Denn das Bett wird so kurz sein, dass man sich nicht darauf ausstrecken kann, und die Decke so schmal, dass man sich nicht in sie einwickeln kann. 21 Denn der Herr wird aufstehen wie auf dem Berg Perazim und wird beben vor Zorn wie im Tal von Gibeon , um sein Werk , ja, sein fremdartiges Werk auszuführen, und seine Arbeit, ja, seine unerhörte Arbeit zu vollbringen.

    22 Und nun treibt keinen Spott , dass eure Fesseln nicht fester gemacht werden; denn ich habe von dem Herrscher, dem Herrn der Heerscharen, gehört , dass Vertilgung und Strafgericht über das ganze Land beschlossen ist.

    23 Horcht auf und hört meine Stimme! Gebt acht und hört meine Rede! 24 Pflügt der Ackersmann den ganzen Tag, um zu säen? Zieht er Furchen und eggt er auf seinem Acker [den ganzen Tag]? 25 Ist“s nicht so: Wenn er ihn geebnet hat, so streut er Dill aus und sät Kümmel, wirft Weizen in Reihen und Gerste auf das abgesteckte Feld und Spelt an seinen Rand? 26 Und dieses Vorgehen lehrte ihn sein Gott; er unterwies ihn, 27 dass er den Dill nicht mit dem Dreschwagen drischt und das Wagenrad nicht über den Kümmel führt; sondern Dill wird mit dem Stab ausgeklopft und Kümmel mit dem Stock. 28 Wird Brotkorn etwa zermalmt ? Nein, er drischt es nicht unaufhörlich aus; selbst wenn er sein Wagenrad und seine Pferde darüberjagt, so zermalmt er es nicht.

    29 Auch dies geht aus von dem Herrn der Heerscharen; denn sein Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.

    hier finden wir einige Gedanken dazu:

  172. Jesaja 29 – Wer ist Ariel?

    1 Wehe dir, Ariel , Ariel, du Stadt , wo David lagerte! Zählt noch ein Jahr zu diesem hinzu, die Feste mögen ihren Kreislauf vollenden! 2 Dann will ich Ariel bedrängen, dass Traurigkeit und Klage entstehen; und er wird mir zum rechten Gottesaltar werden. 3 Denn ich will dich ringsum belagern und dich mit einem Belagerungswall einschließen und Bollwerke gegen dich aufrichten. 4 Dann wirst du erniedrigt, von der Erde aus reden, und aus dem Staub werden deine Worte gedämpft ertönen. Deine Stimme wird wie die eines Totengeistes aus der Erde kommen und deine Rede aus dem Staub heraus flüstern.

    5 Aber wie feiner Staub wird die Menge deiner Feinde sein und wie zerstiebende Spreu die Menge der Tyrannen, und das plötzlich, in einem Augenblick. 6 Vom Herrn der Heerscharen wirst du heimgesucht werden mit Donner und Erdbeben und mit großem Krachen, Sturmwind und Ungewitter und mit verzehrenden Feuerflammen . 7 Und wie ein Traum, wie ein Nachtgesicht wird die Menge aller Völker sein, die gegen Ariel zu Felde ziehen, und alle, die gegen ihn und seine Festung Krieg führen und ihn bedrängen . 8 Und es wird geschehen: Wie der Hungrige träumt, er esse, und wenn er erwacht, ist sein Verlangen ungestillt; oder wie der Durstige träumt, er trinke, und wenn er erwacht, so ist er matt und seine Seele lechzt – so wird es der Menge der Heidenvölker ergehen, die Krieg führen gegen den Berg Zion!

    9 Stutzt und staunt , lasst euch verblenden und erblindet ! Sie sind trunken , aber nicht vom Wein; sie schwanken, aber nicht vom Rauschtrank. 10 Denn der Herr hat über euch einen Geist tiefen Schlafes ausgegossen, und er hat eure Augen, die Propheten, verschlossen und eure Häupter, die Seher, verhüllt.

    11 Darum ist alle Offenbarung für euch geworden wie die Worte eines versiegelten Buches. Wenn man dieses einem gibt, der lesen kann, und zu ihm sagt: Lies das! , so antwortet er: Ich kann nicht, weil es versiegelt ist! 12 Wenn man aber das Buch einem gibt, der nicht lesen kann, und zu ihm sagt: Lies das!, so spricht er: Ich kann nicht lesen! 13 Weiter spricht der Herr:

    Weil sich dieses Volk mit seinem Mund mir naht und mich mit seinen Lippen ehrt, während es doch sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir nur angelerntes Menschengebot ist, 14 siehe, so will auch ich künftig mit diesem Volk wundersam, ja überaus wundersam und verwunderlich umgehen; und die Weisheit seiner Weisen soll zunichtewerden und der Verstand seiner Verständigen unauffindbar sein.

    15 Wehe denen, die [ihren] Plan vor dem Herrn tief verbergen, damit ihre Werke im Finstern geschehen, die sprechen: Wer sieht uns, oder wer kennt uns? 16 O eure Verkehrtheit! Soll denn der Töpfer dem Ton gleichgeachtet werden oder das Werk von seinem Meister sagen: »Er hat mich nicht gemacht«? Oder soll das Geschöpf von seinem Schöpfer sagen: »Er versteht es nicht«? 17 Geht es doch nur noch eine kleine Weile, so wird der Libanon in einen Baumgarten verwandelt und der Karmel für einen Wald gehalten werden.

    18 An jenem Tag werden die Tauben die Worte des Buches hören, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis heraus sehen. 19 Und die Elenden werden wieder Freude am Herrn haben, und die Armen unter den Menschen werden frohlocken über den Heiligen Israels.

    20 Denn der Tyrann hat ein Ende, und der Spötter verschwindet, und alle sollen ausgerottet werden, die auf Unrecht lauern, 21 die einen Menschen auf bloße Anklage hin schuldig sprechen und demjenigen Schlingen legen, der im Tor Recht spricht, und den Gerechten aus nichtigen Gründen verdrängen.

    22 Darum, so spricht der Herr zum Haus Jakobs, er, der Abraham erlöst hat: Nun soll Jakob nicht mehr zuschanden werden, und nun soll sein Angesicht nicht mehr erbleichen. 23 Denn wenn er, wenn seine Kinder das Werk meiner Hände in ihrer Mitte sehen, so werden sie meinen Namen heiligen ; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten; 24 und die, welche in ihrem Geist irren, werden Einsicht bekommen, und die Murrenden werden Belehrung annehmen.

    Wer ist Ariel?

    Laut Fußnote:

    Bedeutet möglicherweise „Altarherd Gottes“; od. „Löwe Gottes“, bezieht sich auf Jerusalem.

    hier finden wir einige Gedanken aus den Vorjahren dazu:

  173. Jesaja 30 – Jehova hasst nicht die Person, sondern nur ihr Tun

    1 Wehe den widerspenstigen Kindern , spricht der Herr , welche Pläne ausführen, die nicht von mir stammen, und Bündnisse abschließen ohne meinen Geist, und so Sünde auf Sünde häufen, 2 die sich aufmachen, um nach Ägypten zu ziehen – aber mich fragen sie nicht um Rat -, um sich unter den Schutz des Pharao zu flüchten und Zuflucht zu suchen im Schatten Ägyptens!

    3 Aber der Schutz des Pharao wird euch zur Schande werden und die Zuflucht unter dem Schatten Ägyptens zur Schmach. 4 Denn ihre Fürsten sind in Zoan gewesen und ihre Boten bis nach Hanes gekommen. 5 Aber sie müssen doch alle zuschanden werden wegen eines Volkes, das ihnen nichts nützt, das ihnen weder Hilfe noch Vorteil bringt, sondern Schande und Spott! 6 Die Last über die Tiere des Südens: Durch ein bedrängtes und geängstigtes Land, woher die Löwin kommt und der Löwe, die Otter und der fliegende Drache , schleppen sie auf dem Rücken der Esel ihren Reichtum und auf dem Höcker der Kamele ihre Schätze zu einem Volk, das nichts nützt! 7 Denn Ägypten ist nichtig und hilft gar nichts . Darum habe ich es genannt: das still sitzende Ungetüm .

    8 Geh du nun hin und schreibe ihnen das auf eine Tafel und verzeichne es in ein Buch; und es soll bleiben für einen zukünftigen Tag, für immer , bis in Ewigkeit, 9 nämlich: Es ist ein widerspenstiges Volk, lügenhafte Söhne, Söhne, die das Gesetz des Herrn nicht hören wollen; 10 die zu den Sehern sagen: »Ihr sollt nicht sehen!«, und zu den Schauenden: »Schaut uns nicht das Richtige, sondern sagt uns angenehme Dinge und schaut uns Täuschungen ! 11 Verlasst den Weg, biegt ab von dem Pfad, lasst uns mit dem Heiligen Israels in Ruhe!«

    12 Darum, so spricht der Heilige Israels: Weil ihr dieses Wort verwerft und euch auf Gewalttätigkeit und Verdrehung verlasst und euch darauf stützt, 13 darum wird euch diese Sünde sein wie ein Bruchstück, das herunterfallen will, das heraustritt aus einer hohen Mauer, die plötzlich, unversehens einstürzt. 14 Und er wird sie zerbrechen , wie man ein Töpfergeschirr zerbricht, das schonungslos in Stücke geschlagen wird, sodass man unter seinen Stücken nicht eine Scherbe findet, mit der man Glut vom Herd holen oder Wasser aus einem Tümpel schöpfen könnte.

    15 Denn so spricht Gott , der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden, im Stillesein und im Vertrauen läge eure Stärke. Aber ihr habt nicht gewollt , 16 sondern ihr sagt: »Nein, wir wollen auf Rossen dahinfliegen!« – darum werdet ihr auch dahinfliehen; »Wir wollen schnell davonreiten!« – darum werden eure Verfolger noch schneller sein! 17 Tausend [von euch] werden fliehen vor dem Drohen eines Einzigen; ja, wenn euch fünf bedrohen, so werdet ihr alle fliehen, bis euer Überrest geworden ist wie ein Mastbaum auf dem Gipfel eines Berges und wie ein Banner auf einem Hügel.

    18 Darum wartet der Herr , damit er euch begnadigen kann, und darum ist er hoch erhaben, damit er sich über euch erbarmen kann, denn der Herr ist ein Gott des Rechts ; wohl allen, die auf ihn harren ! 19 Denn du Volk, das in Zion wohnen wird, in Jerusalem, du sollst nicht mehr weinen ; er wird dir gewiss Gnade erweisen, wenn du [um Hilfe] rufst; sobald er es hört, antwortet er dir!

    20 Der Herr hat euch zwar Brot der Drangsal zu essen und Wasser der Trübsal zu trinken gegeben; aber dein Lehrer wird sich nicht länger verborgen halten, sondern deine Augen werden deinen Lehrer sehen ; 21 und deine Ohren werden das Wort hören, das hinter dir her so spricht: »Dies ist der Weg, den geht!«, wenn ihr zur Rechten oder zur Linken abbiegen wollt. 22 Und ihr werdet den Überzug eurer silbernen Götzen und die goldene Bekleidung eurer gegossenen Bilder entweihen; du wirst sie wegwerfen wie etwas Unreines und zu ihnen sagen: Hinaus!

    23 Und Er wird Regen spenden für deine Saat, mit der du den Acker besäst, sodass das Brotgetreide, der Ertrag des Ackers, saftig und nahrhaft wird; dein Vieh wird zu jener Zeit auf weiter Aue weiden. 24 Die Rinder und Esel, die das Feld bearbeiten, werden gesalzenes Mengfutter fressen, das mit der Worfschaufel und mit der Gabel geworfelt ist. 25 Auf allen hohen Bergen und auf allen erhabenen Hügeln wird es Bäche geben, Wasserströme am Tag der großen Schlacht , wenn die Türme fallen werden. 26 Und das Licht des Mondes wird dem Licht der Sonne gleichen, das Licht der Sonne aber wird siebenmal stärker sein, wie das Licht von sieben Tagen, an dem Tag, da der Herr den Bruch seines Volkes verbinden und die ihm geschlagene Wunde heilen wird.

    27 Siehe, der Name des Herrn kommt von ferne! Sein Zorn brennt, mächtiger Rauch steigt auf; seine Lippen sind voll Grimm und seine Zunge wie ein verzehrendes Feuer , 28 und sein Atem ist wie ein überschwemmender Wasserstrom, der bis an den Hals reicht, dass er die Nichtigkeit der Heiden durch das Sieb erweise und an die Kinnbacken der Völker den irreführenden Zaum lege.

    29 Ihr aber werdet singen wie in der Nacht, da man sich für ein Fest heiligt, und ihr werdet von Herzen fröhlich sein wie die, welche unter Flötenspiel hinaufziehen , um auf den Berg des Herrn zu kommen, zu dem Fels Israels.

    30 Der Herr wird seine majestätische Stimme hören lassen und seinen niederfahrenden Arm sehen lassen, mit Zornesbrausen und verzehrenden Feuerflammen, Wolkenbruch, Platzregen und Hagelsteinen . 31 Da wird der Assyrer von der Stimme des Herrn zerschmettert werden, wenn er ihn mit der Rute schlägt. 32 Und jeder Hieb des [für ihn] bestimmten Stockes, den der Herr auf ihn herabsausen lässt, wird unter Pauken- und Harfenspiel erfolgen, und in Kämpfen mit geschwungenem Arm wird er gegen ihn angehen. 33 Denn die Feuerstelle ist längst bereit, auch für den König ist sie hergerichtet; man hat ihren Scheiterhaufen tief und weit gemacht; Feuer und Holz ist genug vorhanden; wie ein Schwefelstrom wird der Atem des Herrn ihn anzünden.

    Was für ein Gott, der bereits in dem Moment, wo er die Strafe verkündet, von Wiederherstellung und Segen spricht.

    Dies stützt den Gedanken, dass Jehova nicht den Menschen, die Person hasst, sondern nur das Schlechte, das sie tut

    hier finden wir einige Gedanken dazu:

  174. Jesaja 31 – 33

    Jesaja 31 – Keine Hilfe von der Welt

    1 Wehe denen, die nach Ägypten hinabziehen, um Hilfe [zu suchen], und sich auf Pferde verlassen und auf Streitwagen vertrauen, weil es so viele sind, und auf Reiter, weil sie sehr stark sind, aber auf den Heiligen Israels nicht schauen und den Herrn nicht suchen ! 2 Aber auch er ist weise und führt Unheil herbei, und er nimmt seine Worte nicht zurück; sondern er steht auf gegen das Haus der Bösen und gegen die Hilfe der Übeltäter. 3 Denn die Ägypter sind Menschen und nicht Gott, und ihre Pferde sind Fleisch und nicht Geist; der Herr braucht nur seine Hand auszustrecken, so wird der Helfer straucheln, und der, dem geholfen werden sollte, wird fallen , sodass sie alle miteinander umkommen .

    4 Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: Wie der Löwe und der junge Löwe über seiner Beute knurrt, wenn man gegen ihn die ganze Menge der Hirten zusammenruft, und vor ihrem Geschrei nicht erschrickt, noch vor ihrer Menge sich duckt, so wird auch der Herr der Heerscharen herabkommen, um auf dem Berg Zion und auf dessen Höhe zu kämpfen .

    5 Wie flatternde Vögel [ihre Jungen ], so wird der Herr der Heerscharen Jerusalem beschirmen, ja, beschirmen und erretten , verschonen und befreien .

    6 Kehrt um, ihr Kinder Israels, zu Ihm, von dem ihr so weit abgewichen seid! 7 Denn an jenem Tag wird jedermann seine silbernen und goldenen Götzen wegwerfen, die eure Hände gemacht haben, sodass es euch zur Sünde wurde. 8 Und der Assyrer wird fallen durchs Schwert , doch nicht das eines Mannes; ein Schwert wird ihn fressen, aber nicht das eines Menschen; und er wird vor dem Schwert fliehen , und seine jungen Krieger sollen zu Zwangsarbeitern werden. 9 Sein Fels wird vor Furcht vergehen, und seine Fürsten werden vor dem Kriegsbanner erschrecken , spricht der Herr , der in Zion sein Feuer hat und in Jerusalem seinen Feuerherd .

    hier finden wir Gedanken und Erklärungen dazu im Jesaja-Buch:

  175. Jesaja 32 – es ist eine ernste Sache, wenn wir anderen ein falsches Bild von unserem Gott vermitteln

    1 Siehe, ein König wird in Gerechtigkeit regieren, und Fürsten werden gemäß dem Recht herrschen; 2 und ein Mann wird sein wie ein Bergungsort vor dem Wind und wie ein Schutz vor dem Unwetter, wie Wasserbäche in einer dürren Gegend, wie der Schatten eines mächtigen Felsens in einem erschöpften Land.

    3 Und die Augen der Sehenden werden nicht mehr zugeklebt sein, und die Ohren der Hörenden werden aufhorchen; 4 und das Herz der Unbesonnenen wird Einsicht gewinnen, und die Zunge der Stammelnden wird geläufig und verständlich reden. 5 Der gemeine Mensch wird dann nicht mehr ein Edler heißen, und der Betrüger wird nicht mehr vornehm genannt werden. 6 Denn der gemeine Mensch redet Gemeinheit, und sein Herz bereitet Böses vor, indem er ruchlos handelt und Irreführendes ausspricht über den Herrn , indem er die hungrige Seele leer lässt und dem Durstigen das Trinken verwehrt.

    7 Und der Betrüger wendet schlimme Mittel an; er hat böse Anschläge im Sinn, um die Elenden durch erlogene Reden zugrunde zu richten, auch wenn der Arme sein Recht beweist. 8 Aber der Edle hat Edles im Sinn, und er steht auch zu dem, was edel ist.

    9 Kommt, ihr unbekümmerten Frauen, hört auf meine Stimme! Ihr sorglosen Töchter, vernehmt meine Rede! 10 Über Jahr und Tag werdet ihr zittern, ihr Sorglosen! Denn aus ist“s mit der Weinlese , und die Obsternte wird nicht kommen. 11 Erschreckt , ihr Unbekümmerten, und erzittert, ihr Sorglosen! Entblößt euch, zieht euch aus, und legt [ Sacktuch ] um die Lenden! 12 Sie werden sich an die Brust schlagen wegen der lieblichen Felder, wegen des fruchtbaren Weinstocks , 13 wegen der Äcker meines Volkes, die in Dornen und Disteln aufgehen, ja, wegen all der Häuser voll Freuden in der fröhlichen Stadt !

    14 Denn der Palast ist aufgegeben und die lärmende Stadt verlassen, Ophel und Wachturm sollen zu Höhlen werden für immer, eine Wonne für den Wildesel, eine Weide für die Herden – 15 so lange, bis der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird.

    Dann wird die Wüste zum Fruchtgarten , und der Fruchtgarten wird wie Wald geachtet werden. 16 Und das Recht wird sich in der Wüste niederlassen und die Gerechtigkeit im Fruchtgarten wohnen; 17 und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit auf ewig.

    18 Und mein Volk wird in Wohnorten des Friedens wohnen, in sicheren Wohnungen und an sorglosen Ruheorten.

    19 Aber hageln muss es [zuvor], dass der Wald zusammenbricht und die Stadt tief erniedrigt wird. 20 Wohl euch, die ihr an allen Wassern sät und eure Rinder und Esel frei umherschweifen lasst!

    Wieder etwas, was Jehova hasst: es ist eine ernste Sache, wenn wir anderen ein falsches Bild von unserem Gott vermitteln – sei es durch unsere Worte oder unsere Taten.

    Ganz besonders diejenigen, die Jehova über sein Volk gesetzt hat, haben große Verantwortung: sie sollen sein Volk belehren und leiten.

    Wer Jehova wirklich liebt, der hungert nach ihm und seinem Wort. Die Aufgabe der Hirten ist es, das Volk in dieser Hinsicht zu ernähren und zu ermuntern. Wenn sie dieser Verantwortung nicht nachkommen, dann muss er sie zur Rechenschaft ziehen.

    Aber jeder von uns, der Jehova und seinen Sohn kennen- und lieben gelernt hat, hat die Aufgabe und das Vorrecht, wiederum andere in Glauben zu stärken.

    Tun wir das?

    Dieter sagte gestern, dass wir einem Menschen nur vor den Kopf gucken können, nicht ins Herz. Woran werden sie dann erkennen, dass wir Christen sind, die ihren Glauben ernst nehmen? An den Früchten, die wir hervorbringen.

    Was für ein Leben führen wir? Was sehen die anderen, wenn sie uns beobachten? Heben wir uns von den anderen ab, die keinen Glauben haben?

    Weitere Gedanken aus den Vorjahren findet ihr hier:

  176. Jesaja 33 – Ähnlichkeiten mit anderen Büchern der Bibel sind nicht rein zufällig 😉

    1 Wehe dir, du Verwüster, der doch selbst nicht verwüstet worden ist, du Räuber, den man doch nicht beraubt hat! Wenn du dein Verwüsten vollendet hast, sollst auch du verwüstet werden; wenn du deinen Raub erlangt hast, wird man dich berauben!

    2 Herr , sei uns gnädig; wir hoffen auf dich! Sei du jeden Morgen unser Arm , ja, sei du unsere Rettung zur Zeit der Drangsal!

    3 Die Völker werden fliehen vor dem donnernden Tosen, und die Heiden werden sich zerstreuen, wenn du dich erhebst. 4 Da wird man eure Beute wegraffen, wie die Heuschrecken wegraffen; wie die Käfer rennen, so rennt man darauflos.

    5 Der Herr ist erhaben ; ja, er wohnt in der Höhe; er hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt. 6 Und du wirst sichere Zeiten haben, eine Fülle von Heil, Weisheit und Erkenntnis; die Furcht des Herrn , die wird [Zions] Schatz sein.

    7 Siehe, ihre Helden schreien draußen, die Friedensboten weinen bitterlich. 8 Die Straßen sind verödet , der Wanderer zieht nicht hindurch. Man hat den Bund gebrochen, die Städte misshandelt, den Sterblichen verachtet! 9 Das Land trauert, es schwindet dahin; der Libanon schämt sich, er welkt dahin; Saron ist einer Wüste gleich, Baschan und Karmel schütteln ihr Laub ab.

    10 Nun will ich mich aufmachen, spricht der Herr , jetzt will ich mich erheben, jetzt will ich mich aufrichten! 11 Ihr geht schwanger mit Heu, ihr werdet Stroh gebären; ihr blast ein Feuer an, das euch selbst verzehren wird! 12 Die Völker sollen zu Kalk verbrannt werden; wie abgehauene Dornen sollen sie im Feuer verbrennen.

    13 Hört, ihr Fernen , was ich tue, und ihr Nahen , erkennt meine Stärke! 14 Die Sünder in Zion sind erschrocken, Zittern hat die Heuchler ergriffen: »Wer von uns kann bei einem verzehrenden Feuer wohnen? Wer von uns kann bei der ewigen Glut bleiben?«

    15 Wer in Gerechtigkeit wandelt und aufrichtig redet; wer es verschmäht, durch Bedrückung Gewinn zu machen; wer sich mit seinen Händen wehrt, ein -Bestechungsgeschenk anzunehmen; wer seine Ohren verstopft, um nicht von Blutvergießen zu hören; wer seine Augen verschließt, um Böses nicht mit anzusehen – 16 der wird auf Höhen wohnen, Felsen-festen sind seine Burg ; sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser versiegt nie.

    17 Deine Augen werden den König in seiner Schönheit schauen; du wirst das Land erweitert sehen. 18 Dein Herz wird an die Schreckenszeit zurückdenken: »Wo ist nun, der [den Tribut] zählte? wo, der [das Gold] abwog? wo, der die Türme zählte?«

    19 Da wirst du das freche Volk nicht mehr sehen, das Volk mit der dunklen Rede, die man nicht verstehen kann, mit der stammelnden Sprache ohne Sinn. 20 Schaue Zion an, die Stadt unserer Festversammlungen! Deine Augen werden Jerusalem sehen als eine sichere Wohnstätte , als ein Zelt, das nicht mehr wandert, dessen Pflöcke nie mehr herausgezogen werden und von dessen Seilen keines je losgerissen wird.

    21 Denn dort wird der Herr in seiner Majestät bei uns sein, an einem Ort der Flüsse, der breiten Ströme; gegen ihn wird keine Ruderflotte kommen und kein mächtiges Schiff sich herüberwagen. 22 Denn der Herr ist unser Richter , der Herr ist unser Gesetzgeber , der Herr ist unser König ; er wird uns retten !

    23 Deine Taue sind locker geworden, dass sie weder ihren Mastbaum festhalten noch das Segel ausbreiten können! Dann wird Raub in Menge ausgeteilt werden, sodass auch die Lahmen Beute machen.

    24 Und kein Einwohner wird sagen: »Ich bin schwach !« Dem Volk, das darin wohnt, wird die Sünde vergeben sein.

    Hier kommen andere Stellen der Bibel in uns auf: Psalm 15 – wer darf Gast sein in Gottes Zelt? – und auf der anderen Seite Offenbarung 21:3-5, wo wir das Zelt Gottes bei den Menschen sehen und die Auswirkungen, die dies auf uns haben wird.

    Widerspricht dies dem Gedanken der unverdienten Güte?

    Dies werden wir am Sonntag „erfahren“, wenn Toby mit Jakobus weiter macht: Jakobus 2 – Teil 2 – Glaube ohne Werke ist tot. Wer schon mal „vorkosten“ will, der kann sich ja die Kommentare der Vorjahre zu diesem Aspekt ansehen 😉

    Weitere Gedanken zu diesem Kapitel in Jesaja finden wir hier:

  177. Jesaja 34 – 36

    Jesaja 34 – wer ist die Lilith?

    1 Kommt herzu, ihr Heiden, um zu hören, und ihr Völker, horcht auf! Es höre die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und alles, was ihm entsprosst! 2 Denn der Herr ist zornig über alle Heidenvölker und ergrimmt über ihr ganzes Heer. Er hat über ihnen den Bann verhängt und sie zur Schlachtung dahingegeben. 3 Ihre Erschlagenen sollen hingeworfen werden und der Gestank ihrer Leichname aufsteigen, und die Berge werden von ihrem Blut triefen. 4 Das gesamte Heer des Himmels wird vergehen, und die Himmel werden zusammengerollt wie eine Buchrolle, und all ihr Heer wird herabfallen, wie das Laub am Weinstock herabfällt und wie die verdorrte [Frucht] des Feigenbaums.

    5 Denn mein Schwert ist trunken geworden im Himmel; siehe, es wird herabfahren auf Edom , zum Gericht über das Volk, das ich mit dem Bann belegt habe. 6 Das Schwert des Herrn ist voll Blut; es trieft von Fett, vom Blut der Lämmer und Böcke, vom Nierenfett der Widder; denn der Herr hält ein Schlachtopfer in Bozra und ein großes Schlachten im Land Edom. 7 Da werden die Büffel mit ihnen fallen und die Jungstiere mit den starken Stieren; ihr Land wird mit Blut getränkt und ihr Boden mit Fett gedüngt.

    8 Denn es ist ein Tag der Rache des Herrn , ein Jahr der Vergeltung für die Sache Zions.

    9 Da sollen [Edoms] Bäche in Pech verwandelt werden und ihr Staub in Schwefel; ja, ihr Land wird zu brennendem Pech. 10 Tag und Nacht erlischt es nicht, ewig wird sein Rauch aufsteigen; es wird öde liegen von Geschlecht zu Geschlecht, und niemand wird mehr hindurchziehen ewiglich.

    11 Und der Pelikan und der Igel werden es einnehmen, und die Eule und der Rabe werden darin wohnen; die Messschnur der Verwüstung wird Er darüber spannen und das Richtblei der Verödung. 12 Von ihrem alten Adel wird keiner mehr da sein, um das Königtum auszurufen, und alle ihre Fürsten sind dahin. 13 In ihren Palästen werden Dornen wachsen, Nesseln und Disteln in ihren befestigten Städten; sie werden den Schakalen zur Wohnung dienen, zum Gehege den Straußen. 14 Wüstentiere und Schakale werden einander begegnen und ein Ziegenbock dem anderen zurufen; ja, dort wird die Lilith sich niederlassen und eine Ruhestätte für sich finden.

    15 Dort wird die Pfeilschlange nisten und Eier legen, sie ausbrüten und [ihre Jungen] sammeln unter ihrem Schatten, dort werden auch die Geier zusammenkommen, jeder zu seinem Gesellen.

    16 Forscht nach im Buch des Herrn und lest es! Nicht eines von alledem wird fehlen; zu keinem Wort wird man die Erfüllung vermissen; denn mein Mund ist“s, der es befohlen, und sein Geist ist“s, der sie gesammelt hat. 17 Und Er selbst hat ihnen das Los geworfen, und seine Hand hat es ihnen mit der Messschnur zugeteilt. Sie werden es ewig besitzen und darin wohnen von Geschlecht zu Geschlecht.

    Wer ist die Lilith, von der hier die Rede ist?

    Im Übersetzungshinweis heißt es, dass hier vermutlich von einem „Nachtvogel oder einer Fledermausart“ die Rede ist.

    Aber wie kommt dann der Naturliebhaber am See darauf, dass dies die erste Frau von Adam gewesen sei, die Jehova später gegen Eva austauschte, weil sie so emanzipiert war?

    Hierzu habe ich einiges im Einsichtenbuch gefunden:

    Einige Gelehrte denken, die in Jesaja 34:14 vorkommende Bezeichnung lilíth in der Aufzählung der Tiere, die sich in den Ruinen Edoms aufhielten, beziehe sich auf eine Eulenart. Die Bezeichnung soll heute auf „Strix, den Waldkauz“, angewandt werden (The Interpreter’s Dictionary of the Bible, herausgegeben von G. A. Buttrick, 1962, Bd. 2, S. 252; vgl. L. Koehler, W. Baumgartner, Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament, S. 502).

    Siehe aber NACHTSCHWALBE

    [hebr.: lilíth].

    Ein Geschöpf, das in der Beschreibung Edoms, das völlig verödet werden sollte, und der Lebewesen, die sich in seinen Ruinen aufhalten würden, erscheint (Jes 34:14). Das hebräische Wort ist verschieden übersetzt worden, z. B. „Nachteulen“ (Br), „Nachtgespenst“ (Lu), „Nachtschwalbe“ (NW) und „Kobold“ (Al), doch in der Herder-Bibel wird das Wort einfach transliteriert und mit „Lilit“ wiedergegeben.

    Viele Gelehrte versuchen zu beweisen, daß der hebräische Begriff ein Lehnwort aus dem Sumerischen und Akkadischen ist und daß er sich von dem Namen eines mythologischen weiblichen Luftdämons (Lilitu) herleitet. Professor G. R. Driver vertritt allerdings die Auffassung, daß das hebräische Wort (lilíth) von einem Wurzelwort abstammt, das „jede Art eines Sichwindens oder etwas Gewundenes“ bezeichnet, genauso wie der hebräische Ausdruck lájil (oder lájlah), der „Nacht“ bedeutet, den Gedanken vermittelt, daß „sich etwas um die Erde wickelt“. Leitet man lilíth von diesem Wurzelwort ab, so wird man nach der Meinung des Professors wahrscheinlich auf die „Nachtschwalbe“ gebracht, denn sie sucht nachts ihre Beute, und auf der Jagd nach Nachtfaltern, Käfern und anderen Nachtinsekten macht sie im Fluge Drehungen und Wendungen. Tristram, ein Naturforscher, den Professor Driver zitiert, sagt von der Nachtschwalbe, daß sie „zur Abenddämmerung sehr aktiv wird, denn dann jagt sie mit großer Geschwindigkeit und komplizierten Wendungen ihrer Beute nach“ (Palestine Exploration Quarterly, London 1959, S. 55, 56).

    Die Nachtschwalbe ist fast 30 cm lang und hat eine Spannweite von 50 cm oder mehr. Das Gefieder ähnelt dem der Eulen; es ist weich und grau und braun gesprenkelt. Die weichen Flügelfedern ermöglichen einen geräuschlosen Flug. Der verbreiterte Schnabel der Nachtschwalbe gab offensichtlich Anlaß zu der Bezeichnung Ziegenmelker; gemäß einer alten Sage saugt sie den Ziegen die Milch aus.

    Es ist durchaus möglich, daß solch ein Vogel in dem trockenen Gebiet Edoms zu finden war, da gewisse Arten bekanntermaßen in öden Gegenden vorkommen. Der Pharaonenziegenmelker (Caprimulgus aegyptius) ist fast nur in der Wüste heimisch, wo er sich in Akazienhainen und Tamariskenbüschen aufhält und in der Dämmerung auf Nahrungssuche geht. Eine weitere Art (Caprimulgus nubicus) lebt am Wüstenrand zwischen Jericho und dem Roten Meer, also in einer Gegend, die der Edoms ähnelt.

    das beantwortet aber noch nicht die Frage, wie der Spaziergänger auf seine abenteuerliche Theorie kommt, dass sie die erste Frau Adams gewesen wäre…

    weitere Gedanken finden wir hier:

  178. Jesaja 35 – Stärke von unserem Gott und Mut

    1 Die Wüste und Einöde wird sich freuen, und die Steppe wird frohlocken und blühen wie ein Narzissenfeld. 2 Sie wird lieblich blühen und frohlocken, ja, es wird Frohlocken und Jubel geben; denn die Herrlichkeit des Libanon wird ihr gegeben, die Pracht des Karmel und der Saron[-Ebene]. Sie werden die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes.

    3 Stärkt die schlaff gewordenen Hände und macht fest die strauchelnden Knie; 4 sagt zu denen, die ein verzagtes Herz haben: Seid tapfer und fürchtet euch nicht! Seht , da ist euer Gott! Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes; er selbst kommt und wird euch retten !

    5 Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden; 6 dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen lobsingen; denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme in der Einöde.

    7 Der glutheiße Boden wird zum Teich und das dürre Land zu Wasserquellen. Wo zuvor die Schakale wohnten und lagerten, wird ein Gehege für Rohr und Schilf sein. 8 Und eine Straße wird dort sein und ein Weg ; man wird ihn den heiligen Weg nennen; kein Unreiner wird auf ihm gehen, sondern er ist für sie; die auf dem Weg wandeln, selbst Einfältige , werden nicht irregehen.

    9 Dort wird es keinen Löwen geben, und kein Raubtier wird zu ihm herankommen oder dort angetroffen werden, sondern die Losgekauften werden darauf gehen. 10 Und die Erlösten des Herrn werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen. Ewige Freude wird über ihrem Haupt sein; Wonne und Freude werden sie erlangen, aber Kummer und Seufzen werden entfliehen!

    Was für eine wundervolle Verheißung, auch für uns heute noch: Stärke von unserem Gott und Mut können wir heute alle gebrauchen. Wie gut, dass wir IHN darum bitten dürfen!

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  179. Jesaja 36 – haben wir wirklich begriffen, dass uns unser Gott von Herzen liebt?

    1 Und es geschah im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia, da zog Sanherib, der König von Assyrien, gegen alle festen Städte Judas herauf und nahm sie ein. 2 Und der König von Assyrien sandte den Rabschake mit einer großen Heeresmacht von Lachis nach Jerusalem gegen den König Hiskia; und der [Rabschake] stellte sich bei der Wasserleitung des oberen Teiches an der Straße des Walkerfeldes auf. 3 Da gingen zu ihm hinaus Eljakim , der Sohn Hilkijas, der über den Palast gesetzt war, und Schebna , der Schreiber, und Joach, der Sohn Asaphs, der Kanzleischreiber.

    4 Und der Rabschake sprach zu ihnen: Sagt doch dem Hiskia: So spricht der große König, der König von Assyrien: Was ist das für eine Stütze, auf die du vertraust? 5 Ich erkläre es für leeres Geschwätz, wenn du sagst, du hättest Rat und Macht zum Krieg! Auf wen vertraust du denn, dass du dich gegen mich aufgelehnt hast? 6 Siehe, du vertraust auf jenen geknickten Rohrstab, auf Ägypten, der jedem, der sich darauf stützt, in die Hand fährt und sie durchbohrt! So ist der Pharao, der König von Ägypten, für alle, die auf ihn vertrauen.

    7 Wenn du aber zu mir sagen wolltest: »Wir vertrauen auf den Herrn , unseren Gott« – ist das nicht der, dessen Höhen und Altäre Hiskia beseitigt hat, indem er zu Juda und Jerusalem sagte: [Nur] vor diesem Altar sollt ihr anbeten?

    8 Lass dich doch jetzt einmal ein mit meinem Herrn, dem König von Assyrien: Ich will dir 2 000 Pferde geben, wenn du die Reiter dazu stellen kannst! 9 Wie wolltest du denn einem der geringsten Statthalter von den Knechten meines Herrn widerstehen? Doch du vertraust ja auf Ägypten, wegen der Streitwagen und Reiter !

    10 Nun aber – bin ich etwa ohne den Befehl des Herrn gegen dieses Land heraufgezogen, um es zu verderben? Der Herr selbst hat zu mir gesprochen: Ziehe hinauf in dieses Land und verderbe es!

    11 Da sprachen Eljakim, Schebna und Joach zu dem Rabschake: Rede doch mit deinen Knechten aramäisch , denn wir verstehen es, und rede nicht judäisch mit uns vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer ist! 12 Da antwortete der Rabschake: Hat mich denn mein Herr zu deinem Herrn oder zu dir gesandt, damit ich diese Worte rede, und nicht vielmehr zu den Männern, die auf der Mauer sitzen, um mit euch ihren Kot zu essen und ihren Harn zu trinken?

    13 Und der Rabschake trat vor und rief mit lauter Stimme auf Judäisch und sprach: Hört die Worte des großen Königs, des Königs von Assyrien! 14 So spricht der König: Lasst euch von Hiskia nicht verführen , denn er kann euch nicht erretten! 15 Lasst euch von Hiskia auch nicht auf den Herrn vertrösten, wenn er sagt: »Der Herr wird uns gewiss erretten, und diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden«! 16 Hört nicht auf Hiskia! Denn so spricht der König von Assyrien: Macht Frieden mit mir und kommt zu mir heraus, so soll jedermann von seinem Weinstock und von seinem Feigenbaum essen und das Wasser seines Brunnens trinken, 17 bis ich komme und euch in ein Land führe , das eurem Land gleich ist, ein Land voll Korn und Most, ein Land voll Brot und Weinbergen.

    18 Lasst euch von Hiskia nicht verführen , wenn er spricht: »Der Herr wird uns erretten!« Hat etwa irgendeiner von den Göttern der Heidenvölker sein Land aus der Hand des Königs von Assyrien erretten können? 19 Wo sind die Götter von Hamat und Arpad? Wo sind die Götter von Sepharwajim? Haben sie etwa Samaria aus meiner Hand errettet? 20 Wen gibt es unter allen Göttern dieser Länder, der sein Land aus meiner Hand errettet hätte, dass der Herr Jerusalem aus meiner Hand erretten sollte?

    21 Sie schwiegen aber still und antworteten ihm nicht ein Wort; denn der König hatte das Gebot erlassen und gesagt: Antwortet ihm nichts!

    22 Darauf kamen Eljakim, der Sohn Hilkias, der über den Palast gesetzt war, und Schebna, der Schreiber, und Joach, der Sohn Asaphs, der Kanzleischreiber, mit zerrissenen Kleidern zu Hiskia und berichteten ihm die Worte des Rabschake.

    „Ist das nicht der, dessen Höhen und Altäre Hiskia beseitigt hat“ – nein, das isr ER nicht! Denn die Ältere, die Hiskia zerstört hatte, waren alle den falschen Göttern gewidmet und er hat somit das Land vom Götzendienst befreit!

    Auch ganz schön gerissen, dem Volk einzureden, dass es ihr eigener Gott sei, der gegen sie ins Feld zieht – denn: wenn unser eigener Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, gegen uns ist, wie wollen wir da noch gewinnen?

    Dies erinnert mich an eine Ansprache, die ich heute von Joyce Meyer gehört habe: „Lass los und lerne dein Leben zu genießen!“. Hier erzählt sie davon, dass ihr Jehova ein bestimmtes Thema zum Predigen gesagt hatte, von dem sie dachte, es sei nur für die Sonntagsschule. Sie wollte tiefer gehende Wahrheiten lehren, aber Gott sagte zu ihr: „sag ihnen, dass ich sie liebe“. Sie fragte mehrfach nach, aber es blieb dabei. Gott sagte zu ihr: „sie wissen nicht, dass ich sie liebe“.

    Sie brauchte ein ganzes Jahr Bibelstudium, um zu begreifen. In diesem Jahr studierte sie in der Bibel alles dazu, dass Jehova uns liebt. Dabei wurde ihr klar, dass das Wissen darum zwar in ihrem Kopf gewesen war, aber noch nicht ihr Herz erreicht hatte!

    Wenn wir wirklich begreifen, dass uns unser Gott von Herzen liebt – was kann uns da noch passieren? Würde ein liebender Gott uns angreifen, um uns zu schaden?

    In diesem Zusammenhang ist auch ein Traktat sehr interessant, das ich am Wochenende auf der Seite „Verbreitung der Heiligen Schrift“ gefunden habe. Da hier ein Copyright drauf ist, das ich nicht verletzen will, hier der Link zu der PDF-Datei: „Von mir aus ist diese Sache geschehen (1. Könige 12:24)“. Auf dieser Seite kann übrigens jeder völlig kostenfrei Traktate zur Verbreitung der Guten Botschaft bestellen und das seit fast 30 Jahren! Es gibt noch sehr viele andere sehr schöne und interessante Schriften dort, auch als PDF.

    Aber wenn wir das in dem Traktat so lesen, widerspricht das dann meinem Gedanken, dass uns nichts passieren kann, wenn uns unser Gott liebt und dass er nichts Schlimmes gegen uns tut?

    Sicherlich sollten wir über das, was wir dort lesen, gut nachdenken. Denn ganz sicher bedeutet der Satz „Von mir aus ist diese Sache geschehen“ nicht, dass Jehova uns das Leid oder Böse geschickt hat, sondern dass er so eine Situation immer gut nutzen kann, um uns in unserer Persönlichkeit und unseren Fähigkeiten zu schulen. Denken wir dabei auch an die Ansprache von Bayless Conley von Anfang des Jahres „Gott aber…“, wo uns genau dies anhand der Geschichte mit Joseph und dem, was er alles erdulden mußte, erklärt wird.

    weitere Gedanken finden wir hier:

  180. Jesaja 37 – 39

    Jesaja 37 – Hiskia trifft eine gute Entscheidung

    1 Und es geschah, als der König Hiskia dies hörte, da zerriss er seine Kleider, hüllte sich in Sacktuch und ging in das Haus des Herrn . 2 Und er sandte Eljakim, der über den Palast gesetzt war, und Schebna, den Schreiber, samt den Ältesten der Priester in Sacktuch gehüllt zu dem Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz. 3 Und sie sprachen zu ihm: So spricht Hiskia:

    Das ist ein Tag der Not und der Züchtigung und ein Tag der Schmach; denn die Kinder sind bis zum Durchbruch gekommen, aber da ist keine Kraft zum Gebären ! 4 Vielleicht wird der Herr , dein Gott, die Worte des Rabschake hören, den sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen , und wird die Worte bestrafen, die der Herr , dein Gott, gehört hat. So lege doch Fürbitte ein für den Überrest , der noch vorhanden ist!

    5 Als nun die Knechte des Königs Hiskia zu Jesaja kamen, 6 da sprach Jesaja zu ihnen: So sollt ihr zu eurem Herrn sprechen: So spricht der Herr : »Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen die Knechte des Königs von Assyrien mich gelästert haben! 7 Siehe, ich will ihm einen Geist eingeben, dass er ein Gerücht hören und wieder in sein Land ziehen wird; und ich will ihn in seinem Land durch das Schwert fällen!«

    8 Als nun der Rabschake zurückkehrte, fand er den König von Assyrien im Kampf gegen Libna; denn er hatte gehört, dass er von Lachis abgezogen war. 9 Da hörte [Sanherib] von Tirhaka, dem König von Kusch, sagen: Er ist ausgezogen, um gegen dich zu kämpfen! Als er das hörte, sandte er Boten zu Hiskia und sprach:

    10 So sollt ihr zu Hiskia, dem König von Juda, sprechen: Lass dich von deinem Gott, auf den du vertraust, nicht verführen, indem du sprichst: »Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden!« 11 Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern angetan haben, wie sie den Bann an ihnen vollstreckt haben; und du solltest errettet werden? 12 Haben die Götter der Heidenvölker etwa die errettet, welche meine Väter vernichtet haben, nämlich Gosan, Haran, Rezeph und die Söhne Edens, die in Telassar waren? 13 Wo ist der König von Hamat und der König von Arpad und der König der Stadt Sepharwajim, von Hena und Iwa?

    14 Als nun Hiskia den Brief aus der Hand der Boten empfangen und gelesen hatte, ging er hinauf in das Haus des Herrn ; und Hiskia breitete ihn aus vor dem Herrn .

    15 Und Hiskia betete vor dem Herrn und sprach: 16 O Herr der Heerscharen, du Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du allein bist Gott über alle Königreiche der Erde! Du hast den Himmel und die Erde gemacht. 17 Herr , neige dein Ohr und höre ! Tue deine Augen auf, o Herr , und sieh! Ja, höre alle Worte Sanheribs, der hierher gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen!

    18 Es ist wahr, Herr , die Könige von Assyrien haben alle Länder [der Heidenvölker] und ihr Gebiet verwüstet, 19 und sie haben ihre Götter ins Feuer geworfen; denn sie waren keine Götter, sondern Werke von Menschenhand, Holz und Stein, und so konnten sie sie vernichten. 20 Nun aber, Herr , unser Gott, errette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen , dass du der Herr bist, du allein!

    21 Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und ließ ihm sagen: So spricht der Herr , der Gott Israels: Was du wegen Sanheribs, des Königs von Assyrien, zu mir gebetet hast – 22 nun, dies ist das Wort , das der Herr gegen ihn geredet hat:

    »Es verachtet dich, es spottet über dich die Jungfrau, die Tochter Zion; die Tochter Jerusalem schüttelt das Haupt über dich . 23 Wen hast du verhöhnt und gelästert? Und gegen wen hast du deine Stimme erhoben und deine Augen [stolz] emporgerichtet? Gegen den Heiligen Israels! 24 Du hast durch deine Knechte den Herrn verhöhnt und gesagt: „Mit der Menge meiner Streitwagen bin ich auf die Gipfel der Berge gestiegen, auf das äußerste Ende des Libanon . Und ich will seine hohen Zedernbäume abhauen und seine auserlesenen Zypressen, und will auf seine äußerste Höhe kommen, in den Wald seines Lustgartens. 25 Ich habe Wasser gegraben und ausgetrunken und trockne mit meinen Fußsohlen alle Ströme Ägyptens aus!

    26 Hast du aber nicht gehört, dass ich dies längst vorbereitet und seit den Tagen der Vorzeit beschlossen habe? Nun aber habe ich es kommen lassen, dass du feste Städte zu öden Steinhaufen verwüstet hast. 27 Und ihre Einwohner waren machtlos; sie erschraken und wurden zuschanden; sie wurden wie das Gras auf dem Feld und wie grünes Kraut, wie Gras auf den Dächern und wie Korn, das versengt wurde, ehe es aufgeschossen ist.

    28 Ich weiß um deinen Wohnsitz und um dein Aus- und Einziehen, und dass du gegen mich tobst. 29 Weil du denn gegen mich tobst und dein Übermut mir zu Ohren gekommen ist, so will ich dir meinen Ring in die Nase legen und meinen Zaum in dein Maul, und ich will dich auf dem Weg wieder zurückführen, auf dem du gekommen bist!“

    30 Und das soll dir zum Zeichen sein: In diesem Jahr werdet ihr Brachwuchs essen und im zweiten Jahr, was von selbst wachsen wird; im dritten Jahr aber sollt ihr säen und ernten und Weinberge pflanzen und deren Früchte essen! 31 Und was vom Haus Juda entkommen und übrig geblieben ist, wird wieder nach unten Wurzeln schlagen und nach oben Frucht tragen; 32 denn von Jerusalem wird ein Überrest ausgehen und Entkommene vom Berg Zion. Der Eifer des Herrn der Heerscharen wird dies tun!

    33 Darum, so spricht der Herr über den König von Assyrien: Er soll nicht in diese Stadt hineinkommen und keinen Pfeil hineinschießen und mit keinem Schild gegen sie anrücken und keinen Wall gegen sie aufwerfen. 34 Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, soll er wieder zurückkehren; aber in diese Stadt soll er nicht eindringen; der Herr sagt es! 35 Denn ich will diese Stadt beschirmen, um sie zu erretten um meinetwillen und um meines Knechtes David willen!

    36 Und der Engel des Herrn ging aus und erschlug im Lager der Assyrer 185 000 Mann. Und als man am Morgen früh aufstand, siehe, da waren diese alle tot, lauter Leichen. 37 Da brach Sanherib , der König von Assyrien, auf und zog fort, und er kehrte heim und blieb in Ninive.

    38 Und es geschah, als er im Haus seines Gottes Nisroch anbetete, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert; und sie entkamen in das Land Ararat. Und sein Sohn Esarhaddon wurde König an seiner Stelle.

    hier finden wir einige Gedanken dazu:

  181. Jesaja 38 – bitte achten wir hier beim Lesen auf das Zeichen

    1 In jenen Tagen wurde Hiskia todkrank . Da kam der Prophet Jesaja , der Sohn des Amoz, zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der Herr : Bestelle dein Haus; denn du sollst sterben und nicht am Leben bleiben! 2 Da wandte Hiskia sein Angesicht gegen die Wand und betete zum Herrn ; 3 und er sprach: Ach, Herr , gedenke doch daran, dass ich in Wahrheit und mit ganzem Herzen vor dir gewandelt bin und getan habe, was gut ist in deinen Augen! Und Hiskia weinte sehr.

    4 Da erging das Wort des Herrn folgendermaßen an Jesaja: 5 Geh hin und sage zu Hiskia: So spricht der Herr , der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet erhört und deine Tränen angesehen. Siehe, ich will zu deinen Lebenstagen noch 15 Jahre hinzufügen; 6 und ich will dich und diese Stadt aus der Hand des Königs von Assyrien erretten; und ich will diese Stadt beschirmen. 7 Und das sei dir das Zeichen von dem Herrn , dass der Herr das Wort erfüllen wird, das er gesprochen hat:

    8 Siehe, ich lasse den Schatten an der Sonnenuhr des Ahas um zehn Stufen zurückkehren, [nämlich um so viel], wie die Sonne ihn bereits an der Sonnenuhr hatte abwärtsgehen lassen! So ging die Sonne an der Sonnenuhr um zehn Stufen zurück, die sie abwärtsgegangen war.

    9 Eine Aufzeichnung Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen und von seiner Krankheit wieder genesen war: 10 Ich sprach: In meinen besten Jahren muss ich zu den Toren des Totenreichs eingehen! Ich bin des Rests meiner Jahre beraubt. 11 Ich sprach: Ich werde den Herrn nicht mehr sehen, den Herrn im Land der Lebendigen; bei den Abgeschiedenen werde ich keinen Menschen mehr erblicken. 12 Meine Wohnung wird abgebrochen und wie ein Hirtenzelt von mir weggeführt. Ich habe mein Leben ausgewoben wie ein Weber; er wird mich vom Kettgarn abschneiden. Ehe der Tag zur Nacht wird, machst du ein Ende mit mir!

    13 Ich lag da bis zum Morgen [und dachte]: Einem Löwen gleich, so wird er mir alle meine Gebeine zermalmen. Ehe der Tag zur Nacht wird, machst du ein Ende mit mir! 14 Ich zwitscherte wie eine Schwalbe, wie eine Drossel, und gurrte wie eine Taube . Meine Augen blickten schmachtend zur Höhe: Ach, Herr, ich bin bedrängt; tritt als Bürge für mich ein! 15 Was [anderes] sollte ich sagen?

    Er aber redete zu mir und führte es auch aus! Ich will nun mein Leben lang vorsichtig wandeln wegen dieser Bekümmernis meiner Seele.

    16 O Herr, dadurch lebt man, und in all diesem besteht das Leben meines Geistes! So wirst du mich gesund machen und aufleben lassen. 17 Siehe, zum Frieden diente mir bitteres Leid ; du hast ja meine Seele liebevoll umfangen und sie aus der Grube des Verderbens herausgezogen; denn du hast alle meine Sünden hinter deinen Rücken geworfen! 18 Denn das Totenreich kann dich nicht loben, noch der Tod dich preisen; und die in die Grube fahren, können nicht auf deine Treue hoffen; 19 sondern der Lebendige, ja, der Lebendige lobt dich, wie ich es heute tue. Der Vater erzählt den Kindern von deiner Treue.

    20 Herr ! Dafür, dass du mich gerettet hast, wollen wir alle Tage unseres Lebens unser Saitenspiel erklingen lassen im Haus des Herrn !

    21 Denn Jesaja hatte gesagt: Man bringe eine Feigenmasse und streiche sie ihm als Salbe auf das Geschwür, so wird er gesund werden! 22 Da hatte Hiskia gefragt: Welches ist das Zeichen, dass ich in das Haus des Herrn hinaufgehen werde?

    Wir müssen hier beim Lesen auf das Zeichen achten, das Jehova ihm für seine Genesung geben wollte: die Sonne sollte wieder rückwärts gehen – anders als normal.

    Dies hatte Auswirkungen auf der ganzen Erde und dieses Zeichen konnte überall auf der Erde gesehen werden und sorgte für Aufregung und Interesse.

    Wenn wir dies im Sinn behalten, werden wir nachher besser verstehen, warum Jehova „so sauer“ darauf reagiert, dass und wie Hiskia dem König von Babylon seine Schatzkammern zeigt.

    weitere Gedanken finden wir hier:

  182. Jesaja 39 – die Antwort, warum es verkehrt ist, dass Hiskia dem König von Babylon die Schätze des Reiches zeigt

    1 Zu jener Zeit sandte Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, der König von Babel, einen Brief und Geschenke an Hiskia, denn er hatte gehört, dass er krank gewesen und wieder zu Kräften gekommen war. 2 Und Hiskia freute sich über sie und zeigte ihnen sein Schatzhaus, das Silber und das Gold und die Spezereien und das kostbare Öl und sein ganzes Zeughaus, samt allem, was sich in seinen Schatzkammern vorfand. Es gab nichts in seinem Haus und im ganzen Bereich seiner Herrschaft, das Hiskia ihnen nicht gezeigt hätte.

    3 Da kam der Prophet Jesaja zum König Hiskia und fragte ihn: Was haben diese Männer gesagt? Und woher sind sie zu dir gekommen? Und Hiskia antwortete: Sie sind aus einem fernen Land zu mir gekommen, aus Babel!

    4 Er aber fragte: Was haben sie in deinem Haus gesehen? Und Hiskia antwortete: Sie haben alles gesehen, was in meinem Haus ist; es gibt nichts in meinen Schatzkammern, was ich ihnen nicht gezeigt hätte!

    5 Da sprach Jesaja zu Hiskia: Höre das Wort des Herrn der Heerscharen: 6 Siehe, es kommt die Zeit, da alles, was in deinem Haus ist und was deine Väter bis zu diesem Tag gesammelt haben, nach Babel weggebracht werden wird; es wird nichts übrig bleiben! spricht der Herr . 7 Und von deinen Söhnen, die von dir abstammen werden, die du zeugen wirst, wird man welche nehmen, und sie werden Kämmerer sein im Palast des Königs von Babel!

    8 Da sprach Hiskia zu Jesaja: Das Wort des Herrn , das du geredet hast, ist gut! Denn, sprach er, es wird ja doch Friede und Sicherheit sein zu meinen Lebzeiten!

    Was hat das mit dem Zeichen nun damit zu tun, dass Jehova Hiskia rügt?

    Noch vor einigen Jahren hatten wir uns gefragt, warum Jehova so erzürnt über Hiskia ist. Ende letzten Jahres habe ich eine Ansprache von Bayless Conley gelesen – „Prüfungen, die unsere Reife fördern“, wo er auf diesen Punkt eingeht:

    Heute spreche ich über die Prüfung des Bezeugens … In Jesaja 38:1 heißt es: „In jenen Tagen wurde Hiskia todkrank. Und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, kam zu ihm und sagte zu ihm: So spricht der Herr: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben!”

    Im Verlauf der Geschichte wandte Hiskia sein Gesicht zur Wand: „Ich wende mich von allem ab, was Menschen sagen und wende mich allein Gott zu.” Manchmal müssen Sie das tun, liebe Freunde. Er fing an zu beten. Bevor Jesaja den Hof verlassen hatte, sprach Gott zu ihm und sagte Folgendes: „Geh hin und sage Hiskia, dem Leiter meines Volkes, dass ich sein Gebet gehört und seine Tränen gesehen habe. Ich werde seinem Leben 15 Jahre hinzufügen und als Bestätigung werde ich ihm ein Zeichen geben. Frage ihn, ob er möchte, dass der Schatten der Sonnenuhr sich um zehn Grad vorwärts oder rückwärts bewegt.” Als Hiskia diese Nachricht hörte, sagte er: „Vorwärts ist genial, aber rückwärts ist noch besser. Der Schatten soll sich rückwärts bewegen.” Gott drückte quasi die Pausentaste des Universums, spulte etwas zurück, und der Schatten bewegte sich um zehn Grad zurück, und Hiskia wurde geheilt. Die Tatsache, dass der Schatten um zehn Grad nach hinten ging, betraf das ganze Universum. Dieses Wunder geschah nicht nur in Israel, sondern auf der ganzen Welt. Wir lesen in Kapitel 39 weiter. Bitte schauen Sie sich mit mir die ersten Verse an.

    Jesaja 39:1-2 „In jener Zeit sandte Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, der König von Babel, Brief und Geschenk an Hiskia, denn er hatte gehört, dass er krank gewesen und wieder zu Kräften gekommen war. Und Hiskia freute sich über sie und zeigte ihnen sein Schatzhaus: das Silber und Gold, Balsamöle und das köstliche Öl, sein ganzes Vorratshaus und alles, was sich in seinen Schatzkammern vorfand. Es gab nichts in seinem Haus und in seiner ganzen Herrschaft, das Hiskia ihnen nicht gezeigt hätte.”

    Bitte schlagen Sie schnell 2. Chronik 32 auf. Diese Geschichte wird auch dort berichtet und obwohl die Eckdaten überwiegend gleich sind, werden hier in 2. Chronik einige Dinge erwähnt, die Jesaja nicht nennt, die aber für unser heutiges Thema sehr bedeutend sind. In 2. Chronik 32:23-24 steht:

    „Und viele brachten Gaben für den Herrn nach Jerusalem und Kostbarkeiten für Hiskia, den König von Juda; und er war seitdem hoch angesehen in den Augen aller Nationen. In jenen Tagen wurde Hiskia todkrank; und er betete zu dem Herrn. Und der Herr redete zu ihm und gab ihm ein Wunderzeichen.”

    Vers 27-29:

    „Und Hiskia hatte sehr viel Reichtum und Ehre. Und er machte sich Schatzkammern für Silber und Gold und Edelsteine und für Balsamöle und für Schilde und für allerlei kostbare Geräte und Vorratshäuser für den Ertrag an Getreide und Most und Öl und Ställe für allerlei Vieh und Ställe für die Herden. Und er legte sich Städte an und Besitz von Schafen und Rindern in Menge; denn Gott gab ihm ein sehr großes Vermögen.”

    Schauen Sie sich Vers 31 an:

    „So war es auch bei den Gesandten der Obersten von Babel, die zu ihm gesandt hatten, um nach dem Wunderzeichen zu fragen, das im Land geschehen war. Da ließ Gott ihn allein, um ihn zu prüfen, damit er alles erkannte, was in seinem Herzen war.”

    Gott ließ ihn allein, um ihn zu prüfen, damit er alles erkannte, was in seinem Herzen war. Gott ließ ihn nicht in dem Sinne allein, dass Er nicht mehr da gewesen wäre, weil Er ja allgegenwärtig ist; aber Hiskia konnte in diesem Moment die Gegenwart Gottes nicht spüren. …

    Der König von Babel schickte Gesandte, weil sie hörten, dass der todkranke Hiskia wieder gesund geworden war, lesen wir in Jesaja. Aber hier lesen wir, dass sie kamen, um etwas über das Wunder zu erfahren, dass dabei geschah. Wie gesagt, es betraf die ganze Welt. Die Babylonier waren die weltweit führenden Astronomen. Sie erkannten, dass seltsame Dinge im Universum geschehen waren. In der ganzen Welt bewegten sich die Schatten rückwärts! Sie hörten, dass es mit der Heilung des Königs des kleinen Landes Juda zu tun hatte, dass dieser Gott, der das Universum bewegte, an einem gewöhnlichen Menschen Interesse hatte. Natürlich wollten sie mehr über dieses Zeichen und Wunder erfahren. Wissen Sie, Gott ließ Hiskia allein, um herauszufinden, was in seinem Herzen ist, und Hiskia bestand die Prüfung nicht. Er erzählte den Gesandten nichts von Gott. Er redete nicht über seine Heilung und das anschließende Wunder. Er zeigte ihnen nur seinen Besitz. Er sagt: „Kommt, Männer, schaut euch diese Ställe an. Seht mal, was für Ställe ich für mein Vieh gebaut habe. Schaut mal, was wir für Gewürze haben! Habe ich euch schon meinen Weinkeller gezeigt? Schaut euch mal meinen Wein an und dann natürlich mein Silber und mein Gold! Schaut euch das alles an.”

    Ihm stieg sein Einfluss und seine Macht zu Kopf. Gott hatte ihm doch diesen Einfluss gegeben! Gott hatte ihm den Besitz gegeben. Gott hatte ihm den Reichtum gegeben. Gott hatte ihm all das gegeben, aber er erwähnte Gott nie. Hätte er es getan, hätte das vielleicht den Gang der Geschichte verändert. Der König von Babel suchte nach der Wahrheit. Deswegen schickte er Gesandte. Hiskia verlor darüber kein Wort. Daraufhin wurde Babel Juda später zum Verhängnis….

    Vielleicht können Sie sich nicht mit König Hiskia, einem Fernsehstar, Schauspieler oder berühmten Entertainer identifizieren. „Zu dieser Kategorie gehöre ich bestimmt nicht.” Aber auch Sie haben ein bestimmtes Umfeld. Gott gibt jedem von uns einen gewissen Einfluss und ein bestimmtes Maß an Segen und vergewissert sich, wie wir damit umgehen. Sie mögen für einen neuen Job gebetet haben. Gott gab Ihnen einen Job. Haben Sie jemandem erzählt, dass Gott das für Sie getan hat? Die Sache ist die: Manche Menschen erleben zunehmend Segen und erfahren mehr und mehr Anerkennung und verschweigen dann völlig ihre Erfahrungen mit Gott. Hören Sie, ich sage nicht, dass wir überdrehte seltsame Christen sein sollen, die überall mit einer 20 Kilo Bibel aufkreuzen und alle Welt in Angst und Schrecken versetzen. Nein, wir sollen normal sein, aber von Gott reden und erzählen, was Christus getan hat. Gott wird uns in dieser Hinsicht prüfen. Viele, die mehr und mehr Segen, Einfluss, Erfolg und Anerkennung erleben, reden nicht mehr offen über den Herrn und erkennen nicht, dass Er derjenige ist, der Türen öffnet, dass die Begabungen von Ihm stammen. Obwohl wir mitwirken und diese Gaben vervollkommnen, stammen sie letztlich von Ihm. Lassen Sie uns diese Prüfung des Bezeugens bestehen, egal, wo wir im Leben stehen, wieviel Einfluss wir haben und wieviel Wohlstand Gott uns gegeben hat. Lassen Sie uns Ihm treu die Ehre geben und erzählen, was er getan hat.

    weitere Gedanken finden wir hier:

  183. Jesaja 40 – 42

    Jesaja 40 – „nimm die Verheißungen Jehovas für dich in Anspruch!“

    1 Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. 2 Redet zum Herzen Jerusalems und ruft ihr zu, dass ihr Frondienst vollendet, dass ihre Schuld abgetragen ist; denn sie hat von der Hand des Herrn Zweifaches empfangen für alle ihre Sünden.

    3 Die Stimme eines Rufenden [ertönt]: In der Wüste bereitet den Weg des Herrn , ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott! 4 Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden; was uneben ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, zur Ebene! 5 Und die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen ; denn der Mund des Herrn hat es geredet.

    6 Es spricht eine Stimme: Verkündige ! Und er sprach: Was soll ich verkündigen? »Alles Fleisch ist Gras und alle seine Anmut wie die Blume des Feldes! 7 Das Gras wird dürr, die Blume fällt ab; denn der Hauch des Herrn hat sie angeweht. Wahrhaftig, das Volk ist Gras! 8 Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen; aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit!«

    9 Steige auf einen hohen Berg, o Zion, die du frohe Botschaft verkündigst! Erhebe deine Stimme mit Macht, o Jerusalem, die du frohe Botschaft verkündigst; erhebe sie, fürchte dich nicht; sage den Städten Judas: Seht, da ist euer Gott ! 10 Siehe, Gott , der Herr, kommt mit Macht , und sein Arm wird herrschen für ihn; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und was er sich erworben hat, geht vor ihm her. 11 Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und im Bausch seines Gewandes tragen; die Mutterschafe wird er sorgsam führen.

    12 Wer hat die Wasser mit der hohlen Hand gemessen? Wer hat den Himmel mit der Spanne abgegrenzt und den Staub der Erde in ein Maß gefasst? Wer hat die Berge mit der Waage gewogen und die Hügel mit Waagschalen? 13 Wer hat den Geist des Herrn ergründet, und wer hat ihn als Ratgeber unterwiesen? 14 Wen hat Er um Rat gefragt, dass der Ihn verständig machte und Ihm den Weg des Rechts wiese, dass er Ihn Erkenntnis lehrte und Ihm den Weg der Einsicht zeigte?

    15 Siehe, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer; wie ein Stäubchen in den Waagschalen sind sie geachtet; siehe, er hebt die Inseln auf wie ein Staubkörnchen! 16 Der Libanon reicht nicht hin zum Brennholz, und sein Wild genügt nicht zum Brandopfer. 17 Alle Völker sind wie nichts vor ihm; sie gelten ihm weniger als nichts, ja, als Nichtigkeit gelten sie ihm!

    18 Wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Ebenbild wollt ihr ihm an die Seite stellen? 19 Das Götzenbild? Das hat der Künstler gegossen, und der Goldschmied überzieht es mit Gold und lötet silberne Kettchen daran. 20 Wer aber zu arm ist, wählt als Weihegeschenk ein Holz, das nicht fault, und sucht sich einen Schnitzer, der ein Götzenbild herstellen kann, das nicht -wackelt.

    21 Wisst ihr es nicht? Hört ihr es nicht? Ist es euch nicht von Anfang an verkündigt worden? Habt ihr nicht Einsicht erlangt in die Grundlegung der Erde?

    22 Er ist es, der über dem Kreis der Erde thront und vor dem ihre Bewohner wie Heuschrecken sind; der den Himmel ausbreitet wie einen Schleier und ihn ausspannt wie ein Zelt zum Wohnen; 23 der die Fürsten zunichtemacht, die Richter der Erde in Nichtigkeit verwandelt – 24 kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stamm in der Erde Wurzeln getrieben, da haucht er sie an, und sie verdorren, und ein Sturmwind trägt sie wie Stoppeln hinweg.

    25 Mit wem wollt ihr mich denn vergleichen, dem ich gleich sein soll?, spricht der Heilige. 26 Hebt eure Augen auf zur Höhe und seht: Wer hat diese erschaffen? Er, der ihr Heer abgezählt herausführt, er ruft sie alle mit Namen . So groß ist seine Macht und so stark ist er, dass nicht eines vermisst wird.

    27 Warum sprichst du denn, Jakob, und sagst du, Israel: Mein Weg ist verborgen vor dem Herrn , und mein Recht entgeht meinem Gott?

    28 Weißt du es denn nicht, hast du es denn nicht gehört? Der ewige Gott, der Herr , der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unerschöpflich ! 29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Knaben werden müde und matt, und junge Männer straucheln und fallen; 31 aber die auf den Herrn harren , kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

    Ja, genau das kann ich jetzt gut gebrauchen: Kraft, um nicht zu ermatten und nicht dauernd müde zu werden!

    Eine Aussage, die ich in dem vergangenen Jahr immer wieder von Bayless Conley gehört habe, ist: „nimm die Verheißungen Jehovas für dich in Anspruch!“ Wir sollen uns eine passende heraussuchen und zu Jehova sagen: „dies hast du mir versprochen. Bitte gib es mir nun“.

    Wenn wir dann daran denken, wie wir beten sollen und wie es Paulus im ersten Kapitel von Jakobus formulierte, dann können wir nur ermuntert sein: wir sollten gemäß Gottes Willen bitten und zwar voller Zuversicht – als hätten wir es bereits empfangen!

    Also darf ich Jehova voller Zuversicht um diese Kraft bitten. Denn er sagt sie uns hier in seinem Wort zu – also ist die Bitte in Übereinstimmung mit seinem Willen – und ich habe sie praktisch schon erhalten!

    Ein anderer Punkt sind die Verse, die hier auf Johannes hinweisen. Wir sind ja beim Bibelstudium gerade bei Lukas und hatten uns mit dem Gespräch zwischen Zacharias und Gabriel beschäftigt. Hier sagt der Engel, dass es Johannes sein wird, auf den diese Prophezeiung zutrifft.

    weitere Gedanken finden wir hier:

  184. Jesaja 41 – sind wir bereits falsche Propheten, wenn wir in unserem Eifer die Zeichen deuten und dabei falsch liegen?

    1 Hört mir schweigend zu, ihr Inseln, und die Völker mögen neue Kraft gewinnen! Sie sollen herzukommen, dann mögen sie reden; wir wollen zusammenkommen, um miteinander zu rechten ! 2 Wer hat vom Aufgang her den erweckt , dem Gerechtigkeit begegnet auf Schritt und Tritt? Wer gibt Völker vor ihm hin und unterwirft ihm Könige? Er macht sie wie Staub vor seinem Schwert, wie verwehte Stoppeln vor seinem Bogen . 3 Er verfolgt sie, zieht wohlbehalten einen Weg, den er mit seinen Füßen nie zuvor betrat.

    4 Wer hat es bewirkt und ausgeführt? Er, der die Geschlechter gerufen hat von Anbeginn: Ich, der Herr , der ich der Erste bin und auch bei den Letzten noch derselbe!

    5 Die Inseln schauen und schaudern, die Enden der Erde erschrecken; sie nähern sich und kommen herzu. 6 Da hilft einer dem anderen und spricht zu seinem Bruder: Sei getrost ! 7 Der Künstler ermutigt den Goldschmied; der, welcher mit dem Hammer glättet, [ermutigt] den, der auf den Amboss schlägt, indem er von der Lötung sagt: Sie ist gut! Und er befestigt es mit Nägeln, damit es nicht wackelt.

    8 Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, mein Auserwählter , du Same Abrahams, meines Freundes, 9 den ich von den Enden der Erde ergriffen und aus ihren entferntesten Winkeln berufen habe und zu dem ich gesprochen habe: Du bist mein Knecht , ich habe dich auserwählt und nicht verworfen – 10 fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott ; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!

    11 Siehe, beschämt und zuschanden werden alle, die gegen dich erzürnt sind; es werden zunichte und kommen um die Männer, die gegen dich kämpfen. 12 Du wirst sie suchen, aber nicht finden, die Leute, die mit dir streiten; wie nichts und gar nichts werden die Männer, die gegen dich Krieg führen.

    13 Denn ich, der Herr , dein Gott, ergreife deine rechte Hand und sage dir: Fürchte dich nicht; ich helfe dir! 14 So fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du Häuflein Israel; denn ich helfe dir, spricht der Herr , und dein Erlöser ist der Heilige Israels. 15 Siehe, ich mache dich zu einem neuen, scharf schneidenden Dreschwagen, mit Doppelschneiden versehen: Du wirst Berge zerdreschen und zermalmen und Hügel der Spreu gleichmachen; 16 du wirst sie worfeln , und der Wind wird sie davontragen, und der Sturmwind wird sie zerstreuen; du aber wirst fröhlich sein in dem Herrn und dich des Heiligen Israels rühmen .

    17 Die Elenden und Armen suchen Wasser und finden keines; ihre Zunge verdorrt vor Durst. Ich, der Herr , will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen . 18 Ich lasse Ströme hervorbrechen auf kahlen Höhen und Quellen inmitten der Täler; ich mache die Wüste zum Wasserteich und dürres Erdreich zu Wasserquellen. 19 Ich setze Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume in der Wüste; ich pflanze Wacholderbäume, Platanen und Zypressen miteinander in der Steppe; 20 damit alle miteinander es sehen und erkennen und es sich zu Herzen nehmen und ermessen, dass die Hand des Herrn dies gemacht, dass der Heilige Israels es geschaffen hat.

    21 Bringt eure Rechtssache vor, spricht der Herr ; schafft eure stärksten Beweisgründe herbei!, spricht der König Jakobs. 22 Sie mögen sie herbeischaffen und uns verkünden, was sich ereignen wird! Das Frühere, was ist es? Verkündet es, so wollen wir es bedenken und dessen Ausgang erkennen! Oder lasst uns hören, was kommen wird, 23 verkündet, was künftig geschehen wird, so werden wir erkennen, dass ihr Götter seid! Ja, tut doch etwas Gutes oder Böses, so werden wir uns verwundert anschauen und es miteinander betrachten!

    24 Siehe, ihr seid gar nichts , und euer Tun ist nichtig; ein Gräuel , wer euch erwählt! 25 Ich habe einen von Norden her erweckt, und er ist von Sonnenaufgang her gekommen – einer, der meinen Namen anruft. Er wird über Fürsten kommen wie über Lehm und wird sie zertreten wie ein Töpfer den Ton. 26 Wer hat das von Anbeginn verkündigt, dass wir es wüssten, und wer im Voraus, dass wir sagen könnten: Er hat recht? Aber da ist ja keiner, der es verkündete, ja, keiner, der es hören ließe, ja, niemand, der Worte von euch vernähme!

    27 Ich habe als Erster zu Zion gesagt: »Seht, seht, da sind sie!«, und Jerusalem gebe ich einen Freudenboten. 28 Denn ich sehe mich um, aber da ist niemand, und unter diesen ist kein Ratgeber, den ich fragen könnte und der mir Antwort gäbe. 29 Siehe, sie alle sind trügerisch; ihre Werke sind nichtig; ihre gegossenen Bilder sind ein leerer Wahn!

    Wahre Propheten erkennt man daran, dass die Dinge, die sie voraussagen, auch so eintreffen. Ansonsten sind es „falsche Propheten“.

    Was, wenn wir in unserem Eifer die Zeichen der Zeit voreilig und falsch deuten? Sind wir dann Propheten und dazu noch falsche, weil es nicht eingetroffen ist?

    Ist jeder, der sich mit der Zeit des Endes beschäftigt und darüber redet und schreibt, wie es sich seiner Meinung nach erfüllen wird, ein Prophet?

    Was unterscheidet mich dann von dem „falschen Prophet“? Dass er gesagt hat, er sei ein Prophet und ich nur meine persönliche Meinung kund getan habe?

    Wenn eine Redligionorganisation dies tut, ist es dann nicht mehr die persönliche Meinung, sondern hat es dann den Anschein, als würde sie sich zum Propheten aufschwingen?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  185. Jesaja 42 – Ein neues Lied

    1 Siehe, das ist mein Knecht , den ich erhalte, mein Auserwählter , an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen. 2 Er wird nicht schreien und kein Aufhebens machen, noch seine Stimme auf der Gasse hören lassen. 3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen; wahrheitsgetreu wird er das Recht hervorbringen. 4 Er wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat, und die Inseln werden auf seine Lehre warten.

    5 So spricht Gott, der Herr , der die Himmel schuf und ausspannte und die Erde ausbreitete samt ihrem Gewächs, der dem Volk auf ihr Odem gibt und Geist denen, die darauf wandeln:

    6 Ich, der Herr , habe dich berufen in Gerechtigkeit und ergreife dich bei deiner Hand; und ich will dich behüten und dich zum Bund für das Volk setzen, zum Licht für die Heiden ; 7 dass du die Augen der Blinden öffnest, die Gebundenen aus dem Gefängnis führst und aus dem Kerker die, welche in der Finsternis sitzen. 8 Ich bin der Herr , das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen!

    9 Siehe, das Frühere ist eingetroffen, und Neues verkündige ich; ehe es hervorsprosst, lasse ich es euch hören.

    10 Singt dem Herrn ein neues Lied, [besingt] seinen Ruhm vom Ende der Erde, die ihr das Meer befahrt und alles, was es erfüllt, ihr Inseln und ihre Bewohner! 11 Die Steppe mit ihren Städten soll ihre Stimme erheben, die Dörfer, in denen Kedar wohnt; die Bewohner von Sela sollen frohlocken und von den hohen Bergen herab jauchzen! 12 Sie sollen dem Herrn die Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkündigen!

    13 Der Herr wird ausziehen wie ein Held, wie ein Kriegsmann den Eifer anfachen; er wird einen Schlachtruf, ja, ein Kriegsgeschrei erheben; er wird sich gegen seine Feinde als Held erweisen. 14 Sehr lange habe ich geschwiegen , bin still gewesen und habe mich zurückgehalten; aber jetzt will ich schreien wie eine Gebärende und schnauben und schnaufen zugleich.

    15 Ich will Berge und Hügel öde machen und all ihr Gras verdorren lassen; ich will Wasserflüsse in Inseln verwandeln und Seen austrocknen. 16 Ich will die Blinden auf einem Weg führen, den sie nicht kennen, und auf Pfaden leiten, die ihnen unbekannt sind; ich werde die Finsternis vor ihnen zum Licht machen und das Hügelige zur Ebene. Diese Worte werde ich erfüllen und nicht davon lassen . 17 Es sollen zurückweichen und tief beschämt werden, die auf Götzen vertrauen und zu gegossenen Bildern sagen: Ihr seid unsere Götter!

    18 Hört, ihr Tauben, und ihr Blinden, schaut her, um zu sehen! 19 Wer ist blind, wenn nicht mein Knecht, oder so taub wie mein Bote, den ich sende? Wer ist so blind wie der Vertraute und so blind wie der Knecht des Herrn ?

    20 Du hast viel gesehen und es doch nicht beachtet; die Ohren hat er aufgetan und doch nicht gehört.

    21 Es gefiel dem Herrn um seiner Gerechtigkeit willen, das Gesetz groß und herrlich zu machen. 22 Und doch ist es ein beraubtes und ausgeplündertes Volk; sie sind alle in Löchern gefangen und in Gefängnissen versteckt; sie wurden zum Raub, und niemand rettet; sie wurden zur Beute, und niemand sagt: Gib [sie] wieder heraus!

    23 Wer ist aber unter euch, der auf dieses hört, der achtgibt und es künftig beachtet? 24 Wer übergab Jakob zum Raub und Israel den Plünderern? Ist“s nicht der Herr , gegen den wir gesündigt haben?

    Und sie wollten nicht auf seinen Wegen wandeln, und seinem Gesetz waren sie nicht gehorsam . 25 Darum hat Er über ihn die Glut seines Zorns ausgegossen und die Gewalt des Krieges; und [seine Zornglut] hat ihn überall angezündet, aber er ist nicht zur Erkenntnis gekommen, und sie hat ihn in Brand gesteckt, aber er nimmt es nicht zu Herzen .

    hier finden wir einige Gedanken dazu:

  186. Jesaja 43 – 45

    Jesaja 43 – Gottes Ruhm verkünden

    1 Und nun, so spricht der Herr , der dich geschaffen hat, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst ! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein . 2 Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein, und wenn durch Ströme, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht versengt werden, und die Flamme soll dich nicht verbrennen.

    3 Denn ich bin der Herr , dein Gott, der Heilige Israels, dein Erretter ! Ich habe Ägypten hingegeben als Lösegeld für dich, Kusch und Saba an deiner Stelle. 4 Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen [und] wertgeachtet und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen für dich hin und Völker für dein Leben. 5 Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Ich will deinen Samen vom Osten herführen und dich vom Westen her sammeln . 6 Ich will zum Norden sagen: Gib heraus!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bringe meine Söhne aus der Ferne herbei und meine Töchter vom Ende der Welt, 7 einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen habe, den ich gebildet und gemacht habe. 8 Bringe hervor das blinde Volk, das doch Augen hat, und die Tauben, die doch Ohren haben! 9 Alle Heidenvölker mögen zusammenkommen und die Nationen sich vereinigen !

    Wer unter ihnen kann dies verkündigen und uns Früheres hören lassen? Lass sie ihre Zeugen stellen und sich rechtfertigen; dann wird man es hören und sagen: Es ist wahr! 10 Ihr seid meine Zeugen , spricht der Herr , und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt und einseht, dass ich es bin; vor mir ist kein Gott gebildet worden, und nach mir wird es keinen geben. 11 Ich, ich bin der Herr , und außer mir gibt es keinen Retter. 12 Ich habe verkündigt, gerettet und von mir hören lassen und bin nicht fremd unter euch; und ihr seid meine Zeugen , spricht der Herr , dass ich Gott bin.

    13 Ja, von jeher bin ich derselbe, und niemand kann aus meiner Hand erretten. Ich wirke – wer will es abwenden? 14 So spricht der Herr , euer Erlöser , der Heilige Israels: Um euretwillen habe ich nach Babel geschickt und habe sie alle als Flüchtlinge hinuntergejagt, auch die Chaldäer in den Schiffen ihrer Jubelrufe . 15 Ich, der Herr , bin euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König.

    16 So spricht der Herr , der einen Weg im Meer bahnt und einen Pfad in mächtigen Wassern, 17 der Streitwagen und Rosse ausziehen lässt, Heer und Macht – da liegen sie miteinander, stehen nicht mehr auf; sie sind erloschen, wie ein Docht verglommen:

    18 Gedenkt nicht mehr an das Frühere und achtet nicht auf das Vergangene! 19 Siehe, ich wirke Neues , jetzt sprosst es hervor; solltet ihr es nicht wissen? Ich will einen Weg in der Wüste bereiten und Ströme in der Einöde. 20 Die Tiere des Feldes werden mich preisen, die Schakale und Strauße, weil ich Wasser gegeben habe in der Wüste und Ströme in der Einöde, um mein Volk zu tränken , mein auserwähltes, 21 das Volk, das ich mir gebildet habe, damit sie meinen Ruhm verkündigen.

    22 Und doch hast du, Jakob, nicht mich angerufen , noch hast du dich um mich bemüht, Israel!

    23 Du hast mir deine Brandopferschafe nicht dargebracht und mich nicht mit deinen Schlachtopfern geehrt. Ich habe dir nicht zu schaffen gemacht mit Speisopfern, ich habe dich mit Weihrauchspenden nicht ermüdet. 24 Du hast mir nicht Gewürzrohr um Geld gekauft und mit dem Fett deiner Schlachtopfer mich nicht getränkt; aber du hast mir zu schaffen gemacht mit deinen Sünden und mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten!

    25 Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen , und an deine Sünden will ich nie mehr gedenken! 26 Erinnere mich, wir wollen miteinander rechten ; zähle [doch] auf, womit du dich rechtfertigen willst! 27 Dein erster Vater hat gesündigt, und deine Lehrer haben mir die Treue gebrochen; 28 darum habe ich die Vorsteher des Heiligtums entweiht und Jakob dem Bann preisgegeben und Israel den Schmähungen .

    Eine weitere interessante Ergänzung zu den Gedanken vom vergangenen Jahr, was es bedeutet, ein Zeuge für Jehova zu sein:

    Im Vers 21 spricht er von seinem Volk, das er sich auserwählt hat, „das Volk, das ich mir gebildet habe, damit sie meinen Ruhm verkündigen“! Tun wir dies?

    Worum drehen sich unsere Gespräche und was verkündigen wir, wenn wir von Haus zu Haus gehen, oder wenn wir informell Zeugnis geben?

    Erschöpft sich unser formeller Dienst darin, dass wir Publikationen an den Mann bringen und der informelle darin, dass wir begründen, dass und warum wir als Zeugen Jehovas keinen Geburtstag oder andere Feste feiern und Bluttransfusionen ablehnen? Oder verkünden wir seinen Ruhm?

    Worüber sprechen wir mit anderen, wenn wir keine Zeugen Jehovas, aber aktive Christen sind?

    Drängt uns unser Herz, die Gute Botschaft an andere weiterzugeben, dass Jehova uns liebt und ein enger Freund von uns sein will?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  187. Psalm 44 – der wahre Gott sagt die Befreiung voraus

    1 So höre nun, mein Knecht Jakob, und du, Israel, den ich erwählt habe! 2 So spricht der Herr , der dich gemacht und von Mutterleib an gebildet hat, der dir hilft : Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und du, Jeschurun , den ich erwählt habe! 3 Denn ich werde Wasser auf das Durstige gießen und Ströme auf das Dürre; ich werde meinen Geist auf deinen Samen ausgießen und meinen Segen auf deine Sprösslinge, 4 und sie sollen hervorsprossen zwischen dem Gras wie Weiden an den Wasserbächen.

    5 Dieser wird sagen: »Ich gehöre dem Herrn !«, und jener wird [sich] nach dem Namen Jakobs nennen; ein anderer wird sich mit seiner Hand dem Herrn verschreiben und [sich] den Ehrennamen »Israel« geben.

    6 So spricht der Herr , der König Israels, und sein Erlöser , der Herr der Heerscharen: Ich bin der Erste , und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott . 7 Und wer ruft wie ich und verkündigt und tut es mir gleich, seit der Zeit, da ich ein ewiges Volk eingesetzt habe? Ja, was bevorsteht und was kommen wird, das sollen sie doch ankündigen! 8 Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich es dir nicht schon längst verkündet und dir angekündigt? Ihr seid meine Zeugen!

    Gibt es einen Gott außer mir? Nein, es gibt sonst keinen Fels , ich weiß keinen! 9 Alle Götzenmacher sind nichtig , und ihre Lieblinge nützen nichts; ihre eigenen Zeugen sehen nichts und erkennen nichts, sodass sie zuschanden werden. 10 Wer hat je einen Gott gemacht und ein Götzenbild gegossen, ohne einen Nutzen davon zu erwarten? 11 Siehe, alle, die mit ihm Gemeinschaft haben, werden zuschanden , und seine Werkmeister sind auch nur Menschen. Mögen sie alle sich vereinigen und zusammenstehen – sie müssen doch erschrecken und miteinander zuschanden werden!

    12 Der Kunstschmied hat einen Meißel und arbeitet in der Glut und bildet es mit Hämmern und fertigt es mit der Kraft seines Armes; dabei leidet er Hunger, bis er kraftlos wird, und trinkt kein Wasser, bis er ermattet ist. 13 Der Holzschnitzer spannt die Messschnur aus, er zeichnet es ab mit dem Stift, bearbeitet es mit Schnitzmessern und umreißt es mit dem Zirkel; und er macht es nach dem Bildnis eines Mannes, nach der Schönheit des Menschen, damit es in einem Haus wohne.

    14 Man fällt sich Zedern und nimmt eine Steineiche oder eine Eiche und wählt sie sich aus unter den Bäumen des Waldes. Man pflanzt eine Pinie, und der Regen macht sie groß. 15 Das dient dann dem Menschen als Brennstoff; und er nimmt davon und wärmt sich damit; er heizt ein, um damit Brot zu backen; davon macht er auch einen Gott und betet ihn an; er verfertigt sich ein Götzenbild und fällt davor nieder! 16 Den einen Teil verbrennt er im Feuer, bei dem anderen isst er Fleisch; er brät einen Braten und sättigt sich; er wärmt sich auch daran und spricht: »Ah, ich habe mich erwärmt, ich spüre das Feuer!« 17 Aus dem Rest aber macht er einen Gott, sein Götzenbild. Er kniet davor nieder, verehrt es und fleht zu ihm und spricht: »Errette mich, denn du bist mein Gott!«

    18 Sie erkennen und verstehen es nicht, denn er hat ihre Augen verklebt , dass sie nicht sehen, und ihre Herzen, dass sie nichts verstehen. 19 Keiner nimmt es sich zu Herzen ; da ist weder Einsicht noch Verstand, dass man bei sich sagte: Ich habe den einen Teil mit Feuer verbrannt und über seiner Glut Brot gebacken, Fleisch gebraten und gegessen – und aus dem Übrigen sollte ich nun einen Gräuel machen? Sollte ich vor einem Holzklotz niederfallen? 20 Wer der Asche nachgeht, den hat ein betrogenes Herz verführt; er rettet seine Seele nicht und denkt nicht: Es ist ja Betrug in meiner Rechten!

    21 Bedenke dies, Jakob, und du, Israel; denn du bist mein Knecht ! Ich habe dich gebildet, du bist mein Knecht; o Israel, du wirst nicht von mir vergessen werden!

    22 Ich tilge deine Übertretungen wie einen Nebel und deine Sünden wie eine Wolke. Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst ! 23 Frohlockt , ihr Himmel; denn der Herr hat es vollbracht! Jauchzt, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge und Wälder samt allen Bäumen, die darin sind! Denn der Herr hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich.

    24 So spricht der Herr , dein Erlöser , der dich von Mutterleib an gebildet hat: Ich bin der Herr , der alles vollbringt – ich habe die Himmel ausgespannt, ich allein , und die Erde ausgebreitet durch mich selbst -, 25 der die Zeichen der Schwätzer vereitelt und die Wahrsager zu Narren macht; der die Weisen zum Widerruf zwingt und ihr Wissen zur Torheit macht; 26 der aber das Wort seines Knechtes bestätigt und den Ratschluss ausführt, den seine Boten verkündeten; der zu Jerusalem spricht: » Werde [wieder] bewohnt!«, und zu den Städten Judas: »Werdet [wieder] gebaut! Und ihre Trümmer richte ich wieder auf«, 27 der zur Meerestiefe spricht: »Versiege! Und deine Ströme werde ich trockenlegen!«, 28 der von Kyrus spricht: »Er ist mein Hirte, und er wird all meinen Willen ausführen und zu Jerusalem sagen: Werde gebaut!, und zum Tempel: Werde gegründet!«

    weitere Gedanken finden wir hier:

  188. Jesaja 45 – Mit Gott hadern

    1 So spricht der Herr zu Kyrus , seinem Gesalbten, dessen rechte Hand ich ergriffen habe, um Völker vor ihm niederzuwerfen und die Lenden der Könige zu entgürten, um Türen vor ihm zu öffnen und Tore, damit sie nicht geschlossen bleiben: 2 Ich selbst will vor dir herziehen und das Hügelige eben machen; ich will eherne Türen zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen; 3 und ich will dir verborgene Schätze geben und versteckte Reichtümer, damit du erkennst, dass ich, der Herr , es bin, der dich bei deinem Namen gerufen hat, der Gott Israels. 4 Um Jakobs, meines Knechtes, und Israels , meines Auserwählten willen habe ich dich bei deinem Namen gerufen; und ich habe dir einen Ehrennamen gegeben, ohne dass du mich kanntest .

    5 Ich bin der Herr und sonst ist keiner; denn außer mir gibt es keinen Gott . Ich habe dich gegürtet , ohne dass du mich kanntest, 6 damit vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang erkannt werde, dass gar keiner ist außer mir. Ich bin der Herr , und sonst ist keiner, 7 der ich das Licht mache und die Finsternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der Herr , vollbringe dies alles. 8 Träufelt, ihr Himmel, von oben herab, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit ! Die Erde tue sich auf, und es sprosse Heil hervor, und Gerechtigkeit wachse zugleich! Ich, der Herr , habe es geschaffen .

    9 Wehe dem, der mit seinem Schöpfer hadert , eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht wohl der Ton zu seinem Töpfer: »Was machst du?« – oder dein Werk: »Er hat keine Hände«? 10 Wehe dem, der zum Vater spricht: »Warum zeugst du?«, und zur Frau: »Wa-rum gebierst du?« 11 So spricht der Herr , der Heilige Israels und sein Schöpfer : Wegen der Zukunft befragt mich; meine Kinder und das Werk meiner Hände lasst mir anbefohlen sein!

    12 Ich habe die Erde gemacht und den Menschen darauf erschaffen; ich habe mit meinen Händen die Himmel ausgespannt und gebiete all ihrem Heer. 13 Ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit und will alle seine Wege ebnen. Er wird meine Stadt bauen und meine Weggeführten loslassen, und zwar weder um Geld noch um Gaben, spricht der Herr der Heerscharen.

    14 So hat der Herr gesprochen: Der Erwerb Ägyptens und der Gewinn Kuschs und die Sabäer, Leute von hohem Wuchs, werden zu dir hinüberkommen und dir gehören; dir werden sie nachfolgen und in Fesseln gehen; vor dir werden sie niederfallen und zu dir flehen: »Nur bei dir ist Gott , und sonst gibt es gar keinen anderen Gott!«

    15 Fürwahr, du bist ein Gott, der sich verborgen hält, du Gott Israels, du Erretter ! 16 Es sollen beschämt und zuschanden werden, es sollen sich allesamt mit Schande davonmachen, die Götzen anfertigen! 17 Israel aber wird durch den Herrn errettet mit einer ewigen Errettung. Ihr sollt nicht beschämt noch zuschanden werden in alle Ewigkeiten!

    18 Denn so spricht der Herr , der Schöpfer der Himmel – Er ist Gott -, der die Erde gebildet und bereitet hat – Er hat sie gegründet; nicht als Einöde hat er sie geschaffen, sondern um bewohnt zu sein hat er sie gebildet -: Ich bin der Herr , und sonst ist keiner! 19 Ich habe nicht im Verborgenen geredet, in einem dunklen Winkel der Erde; ich habe zu dem Samen Jakobs nicht gesagt: Sucht mich vergeblich ! Ich, der Herr , rede, was recht ist, und verkündige, was richtig ist.

    20 Versammelt euch, kommt, tretet miteinander herzu, ihr Entkommenen unter den Heiden! Sie haben keine Erkenntnis, die das Holz ihres Götzen tragen und zu einem Gott beten, der nicht retten kann. 21 Verkündet’s , bringt es vor; ja, sie mögen sich miteinander beraten! Wer hat dies vorzeiten verlauten lassen? Oder wer hat es von Anfang her angekündigt ? War ich es nicht, der Herr ? Und sonst gibt es keinen anderen Gott , einen gerechten Gott und Erretter; außer mir gibt es keinen!

    22 Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Erde; denn ich bin Gott und keiner sonst! 23 Ich habe bei mir selbst geschworen , aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort , das nicht zurückgenommen wird: Ja, mir soll sich jedes Knie beugen und jede Zunge schwören!

    24 Nur in dem Herrn , wird man von mir sagen, habe ich Gerechtigkeit und Stärke! Zu ihm wird man kommen; aber beschämt werden alle, die sich gegen ihn auflehnten. 25 In dem Herrn wird gerechtfertigt werden und sich rühmen der ganze Same Israels.

    Da spricht Jehova ein wichtiges Thema an: wir Menschen neigen dazu, auch mit unserem Gott zu hadern, wenn es nicht so läuft, wie wir es uns gedacht haben oder wünschen!

    In Vers 9 sagt er von uns: “Wehe dem, der mit deinem Schöpfer hadert und ihn fragt, ‘was tust du?’”. Davor erzählt er, was er alles für sein Volk tun wird, und wir lesen in der Bibel ständig davon, dass er diejenigen beschützt, die treu zu ihm halten. Wir haben ja bereits im vergangenen Jahr länger darüber nachgedacht, dass wir nicht immer “auf der sicheren Seite” mit unserem Gott sind und auch Beispiele aufgeführt, die das Gegenteil bezeugen.

    Aber nun kommen wir zu einem Problem, das ich persönlich schon seit einer geraumen Weile habe: ich weiss um all die Verheißungen, die uns Jehova in seinem Wort gibt und ich weiss und bin überzeugt davon, dass er dies auch kann und tut. Aber aufgrund der vielen schlimmen Dinge, die in den vergangenen Jahren bei uns passiert sind, habe ich die Zuversicht verloren, dass er dies auch bei uns tun will. Da ich aber nicht mit meinem Gott hadern will, schlucke ich dies herunter und dies macht sich dann darin Luft, dass ich nicht über meine Angst hinausgehe.

    Erst Anfang der Woche fragte mich eine “alte” Freundin, wie es bei mir zu so einem Rückfall in die Phobie kommen konnte, hatte ich doch Ende 2000 meine Angst so toll besiegt, dass ich sogar nach Holland oder an die Ostsee gefahren bin und mit einem Wochenendticket ganz allein vom Harz nach Iserlohn. Selbst die ersten Jahre hier in Berlin waren super toll, wir waren laufend unterwegs, sogar bis nach Potsdam, Belitz oder zum Wildtierpark bei Zoosen. Und nun komme ich nicht mal um den See oder wenn, dann unter sehr großen Schwierigkeiten. Die Schwester, mit der ich gestern unten am See war, fragte, wie das seinerzeit bei mir angefangen hatte mit der Phobie und warum es jetzt nicht mehr klappt. Sie hat sogar mit mir auf der Bank gebetet – dennoch hat es fast die ganzen zwei Stunden gebraucht, bis der unwiderstehliche Drang zum Weglaufen nachliess.

    Ich versuchte, ihr zu erklären, dass ich sehr wohl überzeugt bin, dass Jehova helfen kann und es auch tut, aber nicht mehr glaube, dass er das bei mir will. Das war etwas kompliziert, da Lucy nicht so gut Deutsch spricht und ich nicht so gut Englisch, dass ich solche Dinge in ihrer Sprache formulieren könnte.

    Heute habe ich mir zwei Ansprachen von Joyce Meyer angehört und die Quintesenz war:

    Der einzige Weg die Angst zu überwinden – ist, es mit Angst zu tun

    Erlaube deiner Angst nicht, dein Leben zu manipulieren und einzuschränken. Lass dich durch die Angst nicht davon abhalten, Dinge zu tun, die du tun willst oder die richtig sind.

    (Die Schmerzen der Gefühle überwinden und “Beherrsche deine Gefühle”)

    Langsam stehe ich wieder unter Zeitdruck, denn bereits in der Besuchswoche im Mai konnten wir nicht so mitmachen, wie wir wollten – wegen der doofen Phobie – und der nächste Besuch kommt bereits Anfang August und dann noch mal Mitte bis Ende August. Diesmal wollen wir nicht wieder hier allein am See die Leute ansprechen, sondern mit dem Team in den Mauerpark gehen. Denn die opfern alle ihren Urlaub und kommen von weit her, um unsere Gruppe zu unterstützen. Und ich kann nicht einmal die kleine Distanz bis zum Mauerpark überwinden.

    Aber ich merke auch, dass ich mich selbst immer mehr unter Druck setze und dieser Druck mir Kraft raubt und mir das Gefühl gibt, ich würde es nie schaffen ;-(

    Warum kann ich nur nicht weiterhin so freudig und offenherzig auf meinen Gott vertrauen, wie ich es noch bis vor gut 2 Jahren getan habe? Liegt es wirklich an dem, was er zugelassen hat und dass ich dies eine niemals von IHM gedacht hätte? Mache ich mit meiner “Weigerung”, über die Angst hinauszugehen – also es trotzdem zu tun, trotz und mit der Angst – Jehova Vorwürfe darüber, was er getan (oder hier in meinem Fall “nicht getan”) hat?

    Versuche ich den Vorwurf zu umgehen, indem ich ihn nicht ausspreche und mich weigere, darüber nachzudenken – und macht es sich dann wirlich in dieser Form Luft?

    Als ich am Wochenende auf der Suche nach einigen Traktaten und Broschüren war, die wir in den Besuchswochen im August verwenden könnten, bin ich auch über eine ganz besondere gestolpert, sie hieß: “Von mir aus ist diese Sache geschehen” und geht auf das Gute ein, das ja auch durch solche Erfahrungen bewirkt wird.

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    in dem Buch “Lege deine Nerven in Gottes Hand” geht der christliche Nervenarzt darauf ein, dass oftmals Egoismus die Wurzel für unsere Probleme ist: So ist ein Mensch, der sich selbst ständig beobachtet, ob nicht Schlimmes mit ihm und seinem Körper passiert, ständig mit sich selbst beschäftigt und sieht daher nicht das, was um ihn herum passiert und viel wichtiger ist. Denn solche Personen – ich zähle mich schamvoll dazu – sind in der Regel pumperlgesund und das bin ich auch, wenn man von der Arthrose absieht, die meine ganzen Gelenke befallen hat. Aber nicht sie plagt mich so sehr, sondern die meisten Schmerzen sind Verspannungsschmerzen – aufgrund anhaltender Spannung und Besorgnis. Auch Personen, die ständig wütend und gereizt sind, haben das Problem, dass sie sich selbst und ihr eigenes Befinden viel zu wichtig nehmen.

    In der einen Ansprache von Joyce Meyer vorhin sagte sie etwas Ähnliches, wie Thom: wir denken viel zu viel darüber nach, was wir tun, anstatt es zu tun. Es steht uns nicht zu, morgens beim Aufwachen zu sagen “ich bin noch müde, ich bleibe liegen” – wenn wir einem Beruf nachgehen. Und es kann auch nicht angehen, dass ich ständig sage “wir können da nicht mitmachen, weil es mir nicht gut geht und ich Angst habe”, denn ich entscheide dann für meinen Mann mit und im Mai auch für die ganze Gruppe, die sich dann zum Nachteil aller anderen genötigt sah, den Ansprechdienst hier an den See zu verlegen. Das ist sehr egoistisch und ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber so richtig nachgedacht.

    Auch gestern mit Lucy – sie wäre gern mit mir um den See geschlendert, mal hier und mal dort eine kurze Rast. Und was hat sie bekommen? Auf der ersten Bank war Schluß. Gut, sie war es, die die Bank vorgeschlagen hatte und es hätte vielleicht eher ganz rum geklappt, wenn wir durchgegangen wären – so wie ich es dann mit Thom mache. Aber eigentlich ist es Blödsinn, ich hätte nur einfach gehen müssen. Ich wäre ganz bestimmt nicht tot umgekippt und wenn ich mich dabei unwohl gefühlt hätte, dann wäre es mein Problem gewesen. So habe ich es aber zu ihrem Problem gemacht und das war nicht fair.

    Ein Punkt, den mir meine Tochter heute vorwirft – sie hatte wegen mir und meiner blöden Panik wirklich auf vieles verzichten müssen und am Anfang hier in Berlin habe ich mich geschämt, dass ich all die Dinge mit meinem Mann und der Stieftochter unternommen habe, auf die sie seinerzeit verzichten musste, weil es nicht ging. Ich hatte Angst!

    In mehreren Ansprachen von Joyce Meyer habe ich die Geschichte einer Frau gehört, die Zeit ihres Lebens ihre Wohnung nicht verließ und sich bei einer Freundin darüber ausheulte, wie arm dran sie doch sei, so zu bedauern. Die Freundin hörte sich das an und fragte dann: “Warum tust du es denn nicht?”, “weil ich Angst habe”. “Wenn das so ist”, überlegte die Freundin, “warum tust du es dann nicht mit der Angst?”

    Ja, warum tue ich es nicht? Weil ich das Gefühl der Angst nicht haben will. Es ist zu schmerzhaft für mich und fühlt sich für mich zu bedrohlich an. Aber es ist weder gefährlich, noch bedrohlich und wenn ich meinen Verstand einschalten würde, dann müsste ich mich eigentlich selbst ohrfeigen – denn ich weiß es aus Erfahrung. Seit Ende 2000 ist es nicht mehr nur etwas, was mir Ärzte und Psychologen sagen, sondern ich habe es selbst erlebt: die Angst tut mir nichts und wenn ich mich darauf einlasse, dann geht sie von selbst wieder weg. Der beste Trick war schon immer: mutig der Angst entgegen zu gehen und sie herauszufordern. Denn das mag sie überhaupt nicht und verschwindet in der Regel. Aber weil ich in der letzten Zeit so viele schmerzhafte Erfahrungen damit gemacht habe, weigere ich mich wohl innerlich, den richtigen und so wichtigen Schritt zu tun. Auf Kosten meiner Umwelt.

    Statt dessen bin ich enttäuscht von meinem Gott, dass er mich so hängen lässt, wie es sich für mich anfühlt und dass er all die schlimmen Dinge zugelassen hat. Dabei liegt es jetzt ganz allein an mir. Niemand kann mir das abnehmen, ich muss es ganz allein tun. Jehova sichert mir in seinem Wort zu, dass er mich nicht allein lassen wird und dass er es nur soweit zulassen wird, wie ich es auch ertragen kann. Aber er fordert mich auf, den Schritt zu tun Wieder ein Gedanke, den ich aus den verschiedensten Ansprachen