Heute nur zwei Zitate aus „jüdischem Leben“


Glauben im Leben umgesetzt
Heute nur zwei Zitate aus „jüdischem Leben“
Und glückselig, die geglaubt hat, denn es wird zur Erfüllung kommen, was von dem Herrn zu ihr geredet ist!
Elberfelder 1871 – Lk 1,45
Du darfst dich freuen, denn du hast geglaubt, dass sich erfüllen wird, was der Herr dir ankündigen ließ.« (Genesis 15,6)
Gute Nachricht Bibel – Lukas 1,45
Wie glücklich bist du, dass du geglaubt hast! Denn was der Herr dir sagen ließ, wird sich erfüllen.
Neue evangelistische Übersetzung – Luk 1,45
Du kannst so froh sein, dass du Gott geglaubt hast! Alles, was Gott dir versprochen hat, wird auch passieren!
VolxBibel – Lukas 1:45
Ger de Koning – Das Evangelium nach Lukas
Schließlich drückt Elisabeth ihren vollen Glauben an das aus, was der Herr zu Maria gesagt hat. Sie preist Maria glückselig, nicht um dessentwillen, wer Maria in sich selbst ist, sondern weil Maria geglaubt hat. Dieser Glaube an das, was Gott gesagt hat, soll auch uns sein. Wir haben ja das, was Gott zu uns gesagt hat, in seinem Wort. Wenn wir das glauben, werden auch wir glückselig gepriesen werden.
Elisabeth war eine Frau, welcher der Heilige Geist das Zeugnis ausstellt, sie sei gerecht und untadelig gewesen. Sie war auch eine demütige, geistliche Person, die, wiewohl sie die Segnung anerkannte, die der Herr auch ihr gewährt hatte, sogleich zugestand, daß Maria mit weit Höherem gesegnet worden war. Es läßt sich auch nicht der geringste Anflug von Neid in ihren
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Worten ausmachen: „Glückselig, die geglaubt hat, denn es wird zur Erfüllung kommen, was von dem Herrn zu ihr geredet ist!“
„Und glücklich zu preisen bist du, die du geglaubt hast“, spricht Elisabeth weiter. Das ist die erste Seligpreisung des NT, Wurzel und Summe aller folgenden. Elisabeth denkt offenbar mit Wehmut an den Unglauben ihres Mannes, und wie der Herr ihn deshalb gestraft hat. Wie ganz anders trat Zacharias damals herein in sein Haus. Wie fröhlich grüßend dagegen jetzt ganz wie ein heiteres Kind kommt Maria zu ihr. Ja, selig, wer glaubt! Das ist die Regel, das Grundgesetz des Neuen Bundes: „Wer da glaubt, der wird selig werden.“
Wuppertaler Studienbibel
Diese Seligpreisung des Glaubens aus erfahrenem Munde – welch eine Glaubensstärkung ist darin beschlossen! Wie empfängt Marias Glaube hier Bestätigung und Förderung! Zuerst diese wunderbare Übereinstimmung in der Begrüßung der Elisabeth und des Engels; Redet Elisabeth nicht, wie wenn sie selbst bei der Begrüßung des Engels zugegen gewesen wäre?
Elisabeth schließt mit einer Seligpreisung der Maria: »Glücklich zu preisen bist du, dass du geglaubt hast, denn es wird sich erfüllen, was dir vom Herrn gesagt wurde« (V. 45). Der Grund dieser Seligpreisung ist klar: Es ist der Glaube. Genauer gesagt: Es ist der Glaube, mit dem Maria dem Wort des Herrn vertraut hatte. »Vom Herrn« heißt eigentlich: »von seiten des Herrn«, nämlich vermittelt durch Gabriel (V. 26ff.). Hier wird also eindeutig festgestellt, dass Maria eine Glaubende war. Darin ist sie zum Vorbild geworden. Wir können diese Seligpreisung in übertragenem Sinne auf alle anwenden, die Gottes Wort im Glauben hören. »Denn« was Gott sagt, erfüllt sich. Nicht die Bibelkritik, sondern der Glaube wird am Ende recht behalten.
Diese Begegnung mit Elisabeth ist also für Maria zu einer großen Glaubensstärkung geworden. Schlatter bemerkt dazu: »Zuerst hat sie die Freundlichkeit der göttlichen Fürsorge gekostet, die ihr Erquickung und Stärkung bereitete.« Die Krisen sollten bald folgen.
Gerhard Maier – Edition C
«Glückselig, die geglaubt hat, denn es wird zur Erfüllung kommen, was von dem Herrn zu ihr geredet ist!» (Lk 1,45).
Halte fest 2012
Diese Worte spricht Elisabeth, erfüllt mit Heiligem Geist, als Maria sie nach der Begegnung mit dem Engel Gabriel besucht. Damit bestätigt Gott, dass Maria den Worten des Engels geglaubt hat.
Als der Engel ihr die Geburt des Messias ankündigt, stellt sie zwar eine Frage, weil sie das Gesagte nicht verstehen kann. Aber diese Frage ist – im Gegensatz zur Frage von Zacharias in Lukas 1,18 – nicht ein Ausdruck des Zweifels oder Unglaubens. Sie will einfach mehr darüber erfahren.
Maria ist aufrichtig und bereit, das Wort Gottes anzunehmen. Ihr Herz gleicht dem vierten Ackerfeld im Gleichnis vom Sämann: «Diese sind es, die auf die gute Erde gesät sind, die das Wort hören und aufnehmen und Frucht bringen» (Mk 4,20). Sie nimmt das Wort mit Sanftmut und Bereitwilligkeit auf (Jak 1,21).
Wenn wir als junge Christen das Wort Gottes lesen oder hören, so hängt seine Wirkung zuerst einmal davon ab, ob wir die Botschaft ins Herz aufnehmen und glauben. Verschiedenes in unserem Leben kann diese Bereitschaft behindern:
• Wenn wir unser Ohr dem Teufel öffnen, anstatt ihm zu widerstehen, werden wir mit Zweifel und Unglauben das Wort infrage stellen.
• Wenn wir begangenes Unrecht nicht ordnen, werden diese Sünden einen inneren Widerstand gegen das Wort Gottes hervorrufen.
• Wenn die Welt mit ihren Vergnügen unsere Herzen erfüllt, werden wir den Geschmack am Wort Gottes verlieren.
Tun wir doch alles weg, was uns hindert, das Wort glaubensvoll und bereitwillig aufzunehmen!
Alles nun, was immer ihr wollt, daß euch die Menschen tun sollen, also tut auch ihr ihnen; denn dies ist das Gesetz und die Propheten.
Elberfelder 1871 – Mt 7,12
Also: Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um! Denn darin besteht das Gesetz und die Propheten.
Zürcher Bibel 2007 – Matth. 7,12
»Behandelt eure Mitmenschen in allem so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt. Das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.«
Neue Genfer Übersetzung – Matthäus 7,12
Alles nun, das ihr wollet, daß euch die Menschen tun sollen, das tuet auch ihr ihnen, denn das ist das Gesetz und die Propheten. Mt 22,40; Lk 6,31f; Röm 13,8-10.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Matthäus 7:12
Goldene Regel, Bezeichnung für die Weisung Jesu „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut ihnen auch!“ (Mt 7,12), in der er das „Gesetz und die Propheten“ zusammengefasst sieht; sinngemäß findet sich die Goldene Regel (meist in der negativ formulierten Version „Was du nicht willst …“) auch in jüd. und lat. Überlieferung.
Herders Neues Bibellexikon
Mt 7,12 ὅσα ἐάν = ὅσα ἄν (A132; 371) wie viele Dinge auch immer = alles, was; πάντα ὅσα ἐάν übers. alles, was (B πᾶς 1eγ). θέλητε Konj. θέλω. ἵνα hier dass (A328; bez. [statt eines AcI] das Erstrebte; B II1aα). ποιῶσιν Konj. ποιέω. ποιεῖτε Imp.; πάντα ὅσα ἐὰν θέλητε ἵνα ποιῶσιν ὑμῖν οἱ ἄνθρωποι, οὕτως καὶ ὑμεῖς ποιεῖτε αὐτοῖς alles, was ihr wollt, dass die Menschen (es) (Rel.-Pron. ὅσα ist m. dem ἵνα-NS verschränkt; A364b) euch (gegenüber)/für euch (B ποιέω I1dβ; dat. commodi, A173a) tun, (das) tut auch ihr ihnen (gegenüber)/für sie ebenso = alles, was ihr von den Menschen/von anderen erwartet, das erweist auch ihr ihnen ebenso (Menge) bzw. handelt den Menschen gegenüber in allem so, wie ihr es von ihnen euch gegenüber erwartet (NGÜ). οὗτος kongruiert (wie übl.) m. dem (hier m. dem ersten Teil des zweiteiligen, aber als Einheit zu verstehenden) Präd.-Nom. (BDR § 1321; A93); οὗτος γάρ ἐστιν ὁ νόμος καὶ οἱ προφῆται denn das ist/darin besteht das Gesetz und die Propheten (d. h. die Erfüllung des Gesetzes u. der Propheten). ὁ νόμος καὶ οἱ προφῆται übl. Bezeichnung für die (atl.) Heilige Schrift.
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
In der altjüdischen palästin. Literatur findet sich der Ausspruch nur in negativer Fassung;a desgleichen in der „Lehre der zwölf Apostel“.b Die positive Fassung in Jesu Mund geht über die negative Fassung ebensoweit hinaus, wie etwa „helfen u. fördern“ hinausgeht über „nicht schaden“. Die auf hellenistischem Boden erwachsene Form des Ausspruchs, die älteste, die wir überhaupt von dem Ausspruch besitzen, vereinigt die positive u. die negative Fassung miteinander.c
a. Tob 4, 15: καὶ ὃ μισεῖς μηδενὶ ποιήσῃς. — Test Napht (hebr. Text) 1: Keiner soll seinem Nächsten tun, was er nicht will, daß man ihm tue. — Schab 31a: Einmal kam ein Heide zu Schammai (um 30 v. Chr.); er sprach zu ihm: Nimm mich als Proselyten auf, unter der Bedingung, daß du mich die ganze Tora lehrest, während ich auf Einem Bein stehe. Er stieß ihn mit einem Baumaß, das er in seiner Hand hatte, fort. Er ging zu Hillel (um 20 v. Chr.); dieser nahm ihn als Proselyten auf. Er sprach zu ihm: Was dir unlieb ist, tue keinem andren; das ist die ganze Tora u. das andre (übrige) ist Erklärung; geh u. lerne! — Targ Jerusch I Lv 19, 18: Was dir selbst unlieb ist, tue ihm (deinem Nächsten) nicht. — Doch s. auch slav. Henoch 61, 1: Wie ein Mensch seiner eignen Seele von Gott erbittet, so soll er tun jeder lebenden Seele.
Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch
b. Διδαχή 1, 2: Πάντα δὲ ὅσα ἐὰν θελήσῃς μὴ γίνεσθαί σοι, καὶ σὺ ἄλλῳ μὴ ποίει.
c. Brief des Aristeas 207: Welches ist die Lehre der Weisheit? Er (der vom König Gefragte) erklärte: Wenn du, wie du nicht willst, daß dir das Üble widerfahre, sondern alles Gute erfahren willst, ebenso tust gegen deine Untertanen u. gegen die, welche sich verfehlen. Τί ἐστι σοφίας διδαχή; ὁ δὲ ἕτερος ἀπεφήνατο· καθὼς οὐ βούλει σεαυτῷ τὰ κακὰ παρεῖναι, μέτοχος δὲ τῶν ἀγαθῶν ὑπάρχειν ἁπάντων, εἰ πράσσεις τοῦτο πρὸς τοὺς ὑποτεταγμένους καὶ τοὺς ἁμαρτάνοντας. — Vgl. auch Philo, Hypothetica (bei Euseb. Praep. evang. 8, 7): Ἅ τις παθεῖν ἐχθαίρει, μὴ ποιεῖν αὐτόν.
Als Erläuterung des Grundsatzes von Mt 7, 12 durch einige aus dem Leben gegriffene Beispiele mag AbothRN 15 Anf. u. 16 Anf. dienen: R. Eliʿezer (um 90) sagte (s. Aboth 2, 10): Es sei dir die Ehre eines andren so lieb, wie deine eigene!… Das lehrt: Wie man an der eignen Ehre Gefallen hat, so soll man auch an der Ehre eines andren Gefallen haben: u. wie man nicht will, daß eine üble Nachrede über die eigne Ehre aufkomme, so soll man auch keine üble Nachrede über die Ehre eines andren ausbringen wollen. — Kap. 16 Anf.: R. Jehoschuaʿ (um 90) sagte (s. Aboth 2, 11): Ein mißgünstiges Auge … bringt den Menschen aus der Welt.… Das lehrt: Wie man am eignen Hause (= Familie) Gefallen hat, so soll man auch an dem Hause eines andren Gefallen haben; u. wie man will, daß keine üble Nachrede über das eigne Weib u. die eignen Kinder ausgebracht werde, so soll man auch wollen, daß keine üble Nachrede über das Weib u. über die Kinder eines andren ausgebracht werde.
Gesetz u. Propheten. Einteilung des Kanons s. bei 5, 17, S. 240.
Nach dem Heilandswort für unser Verhalten vor Gott (Bittet! Suchet! Klopfet an!) folgt die Liebesregel für unser Verhalten zu den Mitmenschen und damit die Zusammenfassung aller Hauptstücke der Bergpredigt. Auch hier wird die Weisung des AT nicht aufgelöst, sondern erfüllt. (Vgl. Kap. 5,17.) Im AT hieß es in freier Übersetzung: »Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu.« (Vgl. Tob 4,16.) Wir kennen dies Wort auch als deutsches Sprichwort. Jesus verlangt mehr. Er hat den negativen Satz des AT umgewendet und ihn positiv geprägt. Nun heißt es also nicht nur: Du sollst dem Nächsten nichts Böses tun; jetzt heißt es vielmehr: »Tu dem andern Gutes! Erfreue ihn! Liebe ihn!« Denn du willst ja auch von den andern Menschen freundlich und in guten und schlechten Tagen mit Liebe behandelt werden. So handle auch du dem andern gegenüber! Versetze dich also jeweils in Gedanken in die Lage des andern. Wie du in seiner Lage behandelt werden möchtest, so handle du jetzt selbst gegen ihn!
Das Wort »Alles nun, was immer ihr wollt, daß euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen«, ist auch die Lösung der sozialen Frage, die Grundregel des gemeinschaftlichen Lebens, das Geheimnis des persönlichen und gesellschaftlichen Wohlbefindens und Friedens überhaupt! – Wie unerhört weit sind Welt und Gemeinde Jesu noch von dem Befolgen des Wortes entfernt.
Wuppertaler Studienbibel
Diese Generalregel ist ein erster Abschluss der Lehre Jesu auf dem Berg. Sie fasst die Anweisungen zusammen, die Jesus für unser Handeln allen Menschen gegenüber geben will. Es wäre also falsch, zu sagen, damit wäre die ganze Frömmigkeit des Jüngers beschrieben. Denn selbstverständlich ist und bleibt nach Mt 22,38 das größte und vornehmste Gebot dieses: »Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte« (vgl. 5 Mose 6,5).
Die Anweisung Jesu ist ebenso schlicht wie tief: »Alles nun, von dem ihr wollt, dass es euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!«. Wir kennen ähnliche Worte der Rabbinen. Jedoch gehen Letztere von einer negativen Fassung aus, die an unser Sprichwort erinnert: »Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!« Diese Fassung zielt auf die Unterlassung schädlicher Handlungen. Jesus aber redet viel aktiver und weitgreifender: Die Jünger sollen den Menschen alle Dienste tun, die sie für sich selbst von den Menschen erwarten! Es handelt sich also um denselben Zielpunkt wie in der Erzählung vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25ff.). Im Grunde geht es um die Nächstenliebe für alle Menschen, den Feind eingeschlossen, ähnlich Mt 5,43ff.) Wir fragen also: Was würde ich an Stelle des anderen Menschen für mich erwarten? Dazu ist eine geheimnisvolle Freiheit nötig, die durch die Vergebung der Sünde und Wiedergeburt geschaffen wird. Der alte Mensch kann auch an diesem Gipfel der Bergpredigt nur scheitern.
»Denn das ist das Gesetz und die Propheten«, fügt Jesus hinzu. Von 5,17 her wissen wir, dass »Gesetz und Propheten« ein zusammenfassender Ausdruck für das ganze AT ist. Soweit es das Verhältnis der Jünger zu den Menschen betrifft, liegt also die Spitze des AT in der »Goldenen Regel«. Unter konkreter Nennung der Nächstenliebe hat Paulus sie weitergegeben (Röm 13,10; Gal 5,14).
Gerhard Maier – Edition C
Diese goldene Regel sollte, nein muß, unser gesamtes Leben durchziehen. Nicht nur unsere christliche Zeitschiene
Beim durchsuchen meiner Bibliothek zu dem Vers vielen mir auch diese „negativen“ Kommentare auf:
Alle Menschen haben das Recht auf Privatsphäre und können anderen – auch Verkündigern – verbieten, ihr Haus oder Grundstuck zu betreten. Besteht also jemand darauf, nicht mehr von Zeugen Jehovas besucht zu werden, wird dies respektiert (Matthäus 7:12; 10:13). Es wird lediglich eine datierte Notiz mit der Adresse in die Gebietskartenhülle gesteckt, damit Verkündiger dort künftig nicht mehr vorsprechen. Das
Hütet die Herde Gottes 2019
Die Ältesten können sich zudem fragen: „Welche Informationen wurden wir selbst benötigen, wenn der Betreffende in unsere Versammlung wechseln wurde?“ (Matthäus 7:12). Unterliegt der Betreffende noch Einschränkungen eines Rechtskomitees, sollten diese mitgeteilt werden. Wurde der Betreffende vor langer Zeit zurechtgewiesen oder wiederaufgenommen und unterliegt keinen Einschränkungen mehr, muss das zurückliegende Rechtskomiteeverfahren nicht erwähnt werden. Anders ist es, wenn der Verkündiger ehebrecherisch geheiratet hat oder sein Ruf wegen eines anderen Fehlverhaltens nachhaltig geschädigt ist.
Hütet die Herde Gottes 2021
Was solltest du tun, wenn deine Familie deine Ansichten zu bestimmten Feiertagen nicht teilt? Streite dich nicht mit ihnen. Denke daran, dass sie das Recht haben zu entscheiden, was sie feiern möchten. Respektiere das und bleib freundlich. Umgekehrt wünschst du dir ja das Gleiche. (Lies Matthäus 7:12.)
Was lehrt uns die Bibel?
Ich glaube kaum, dass Jesus DIES meinte, als er diese Worte sprach! Aber scheinbar wollen diese Menschen so behandelt werden? Ich persönlich würde unter „dem Gesetz und den Propheten“ – also dem AT – eine andere Sicht der Dinge erwarten!
Wisset ihr nicht, daß die, welche mit den heiligen Dingen beschäftigt sind, (O. welche die heiligen Dienste verrichten) aus dem Tempel (O. von dem Heiligen) essen? die, welche des Altars warten, mit dem Altar teilen?
Elberfelder 1871 – 1 Kor 9,13–18
Also hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkündigen, verordnet, vom Evangelium zu leben.
Ich aber habe von keinem dieser Dinge Gebrauch gemacht. Ich habe dies aber nicht geschrieben, auf daß es also mit mir geschehe; denn es wäre mir besser zu sterben, als daß jemand meinen Ruhm zunichte machen sollte. Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so habe ich keinen Ruhm, denn eine Notwendigkeit liegt mir auf; denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte! Denn wenn ich dies freiwillig tue, so habe ich Lohn, wenn aber unfreiwillig, so bin ich mit einer Verwaltung betraut.
Was ist nun mein Lohn? Daß ich, das Evangelium verkündigend, das Evangelium kostenfrei mache, so daß ich mein Recht am Evangelium nicht gebrauche. (O. als mir gehörend gebrauche; vergl. Kap 7,31)
Wisst ihr eigentlich nicht, dass alle, die im Tempel arbeiten, was von dem Geld bekommen, das der Tempel einnimmt? Und die Priester, die am Altar zu tun haben, dürfen sich lebensmitteltechnisch an den Opfersachen bedienen. Gott hat genauso die Order rausgegeben, dass die Leute, die für Gottes coole Nachricht arbeiten, auch anständig dafür bezahlt werden.
Martin Deyer – 1.Korinther 9,13–18
Ich hab aber von dieser Möglichkeit nie Gebrauch gemacht, nur um das noch mal klarzustellen. Ich schreib das jetzt auch nicht, weil ich euch jetzt irgendwie hintenrum dazu auffordern will. Lieber sterbe ich, als mir den Orden, dass ich mich gerade mache, ohne Kohle dafür zu verlangen, wieder klauen zu lassen!
Dass ich die coole Nachricht von Gott überall erzähle, ist kein Grund für mich, den Dicken raushängen zu lassen. Ich kann gar nicht anders, ich muss das tun, sonst geht es mir mies! Wenn ich das tun würde, weil ich mich aus freiem Willen dazu entschlossen habe, dann wäre es okay, Kohle dafür zu verlangen. Aber ich wurde von Gott extra dafür ausgesucht! Er wollte das von mir, ich konnte gar nicht anders.
Wie krieg ich denn jetzt meine Bezahlung? Die besteht dadrin, dass ich die Nachricht von Gott den Leuten weitererzähle, und zwar kostenlos. Und sie besteht auch dadrin, dass ich auf mein Recht verzichte.
Schauen wir uns die Argumentation des Paulus in Ruhe an, dann zeigt der Zusammenhang, dass Paulus nicht auf seinen „rechtmäßigen Lohn verzichtet“ weil er (Paulus) so großzügig wäre, sondern weil sein Lohn ein anderer ist, als ein paar Münzen in der Spendenbox!
Nur deshalb hat Paulus keinen Lohn von den Korinthern genommen, weil er auf ein sicheres, gutes Recht verzichtet hat. Das Opfer, das er sich damit auferlegte, war groß; es brachte ihm viel Mühseligkeit und harte Entbehrung. Aber das reut ihn nicht; er hält das alles aus, weil er damit Hindernisse wegschafft, die sonst dem Wort Jesu widerständen.
Immer denken wir, der menschliche Wille sei doch nur durch das bestimmt, was irdisch ist und ihm selbst Nutzen bringt. Paulus erlebte es oft, dass die Leute zunächst von ihm dachten, er sei aus selbstischen Gründen Apostel und predige, um sich sein Brot zu verschaffen; sein Apostelamt sei sein Geschäft, durch das er sich erhalte. Dieser Gedanke hatte deshalb große Verbreitung und Festigkeit, weil er durch eine tausendfache Erfahrung bestätigt schien. Es gab eine Menge heidnischer und jüdischer Priester, Wahrsager, Gelehrter, Religionsstifter von allen Sorten, die ihre religiösen Künste ausstellten, um sich so ihr Brot zu erwerben. Wie sollten die Hörer des Paulus an eine reine Liebe glauben, die Gottes und der Menschen wegen ihre Arbeit tut? Wir glauben alle schwer an sie. Jeden Verdacht dieser Art schnitt Paulus dadurch ab, dass er für seine Wirksamkeit von niemand einen Lohn verlangte, ja nicht einmal eine Gabe, die ihm angeboten wurde, annahm. So war es deutlich, dass er mit seinem Wirken nichts für sich selbst suchte; er richtete seinen Aposteldienst nicht des Geldes wegen aus, sondern Gottes wegen und begehrte nicht die Habe der Menschen, sondern sie selbst, {2 Korinther 12,14} damit sie für Gott gewonnen seien. So unterschied sich Paulus für jedes helle Auge deutlich von allen, die mit unreinem Sinn das Wort Gottes sagten und aus ihrer Frömmigkeit ein Gewerbe machten. Er führt gleich nachher das Wort an, in dem Jesus seinen Jüngern befohlen hat, die Botschaft vom Reich Gottes nicht mit Geldsachen zu vermengen, sondern durch die Art, wie sie zu den Menschen kommen und bei ihnen wohnen, allen deutlich zu machen, dass sie nichts für sich begehren und nicht dem Mammon dienen, sondern Gott. Diesem Wort Jesu hat sich Paulus dadurch gehorsam gezeigt, dass er nicht von seiner Apostelarbeit, sondern von seiner Handarbeit lebte.
1 Kor 9,13:…
Der alttestamentliche Priester musste seine Arbeit nicht umsonst tun. Gott ließ ihn bei seinem priesterlichen Amt nicht darben, sondern teilte ihm einen Teil der Gaben zu, die das Volk ihm darbrachte. Weil der Priester die Pflicht hatte, beim Altar zu bleiben und beständig zu seiner Besorgung bereit zu sein, wurde das Opfer zwischen dem Altar und ihm geteilt und nur ein Teil desselben dem Altar, der andere ihm gegeben. Auch Paulus treibt ein priesterliches Werk und verharrt unablässig bei dem Altar Gottes in noch viel höherem Sinn als der alttestamentliche Priester; denn er rüstet für Gott das lebendige Opfer, die Gemeinde, die sich Gott im Glauben und im Gehorsam ergibt.
1 Kor 9,14: So hat auch der Herr für die, die die gute Botschaft verkünden, angeordnet, dass sie von der Botschaft leben. {Matthäus 10,10; Lukas 10,7}
Das Wort des Herrn ist der beste, endgültige Beweis, durch den Paulus sein Recht sicherstellt. Über der Regel der natürlichen Billigkeit und über dem, was das Gesetz den Priestern zuweist, steht das, was der Herr für die Boten seines Worts angeordnet hat. Er hat ihnen zwar befohlen, dass sie Geld und Gott nicht vermengen; aber er hat sie auch nicht zu Bettlern gemacht und ihnen nicht Hunger und Entbehrung auferlegt, sondern ihnen das Recht gegeben, im Haus derer zu leben, denen sie sein Wort sagen. {Matthäus 10,10} Wenn Paulus sich also von der Gemeinde ernähren ließe, hätte er ein ausdrückliches Wort des Herrn für sich, gegen das sie sich nicht auflehnen könnte.1 Kor 9,15: Ich habe aber nichts von dem benützt. Ich schrieb dies nicht, damit es so bei mir geschehe. Denn es wäre mir besser, dass ich stürbe, als dass mir jemand zunichte machte, was mir zum Ruhm den Anlass gibt. {2 Korinther 11,10}
Man könnte denken, Paulus verfechte sein gutes Recht so eifrig, weil er es jetzt für sich beanspruche. Daran denkt er aber gar nicht, er will der Gemeinde nur deutlich machen, dass der Verzicht auf dies sein Recht seine freie Tat ist und nicht daher kommt, dass er an ihm zweifelte oder nicht wagte, es für sich geltend zu machen. Zu einer Änderung seines Verhaltens lässt er sich nicht herbei; denn er schämt sich deswegen nicht, sondern rühmt sich dessen. Wenn ihm der Grund zu diesem Ruhm genommen würde, so wäre ihm das bitterer als der Tod. Lieber würde er es sehen, dass ihm seine ganze Arbeit durch den Tod genommen würde als dies, dass er sie nicht mehr wie bisher ohne Lohn tun könnte.1 Kor 9,16-18: …
Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament
Paulus begehrt einen Grund zum Ruhm. Er will an seiner Arbeit seine Freude haben und aus ihr eine lebendige Hoffnung schöpfen. So ist es ja, wie er uns ausführlich gesagt hat, recht vor Gott, dass der, der den Pflug führt, es mit Hoffnung tut. Eine freud- und hoffnungslose Arbeit, die ihn nicht ehrte, deren er sich vielmehr schämen müsste, ist für Paulus ein schrecklicher Gedanke, so schrecklich, dass er lieber den Tod litte, als dass er so arbeitete. Er denkt dabei nicht nur an seine Stimmung, nicht nur daran, dass mit dem Ruhm seine Seele sich frei von Druck und Qual erhebt zu reiner, hoher Lust, sondern er erhebt seinen Blick höher zu dem empor, was Gott ihm geben wird. Hat er Anlass zum Ruhm, so hat er auch Aussicht auf den Lohn Gottes. Zerbricht ihm sein Ruhm, so verliert er den Lohn. Und wie soll ihm nicht alles daran liegen, dass Gott ihn belohne? Eine Arbeit ohne Gottes Lohn ist für Paulus wieder ein schrecklicher Gedanke, unvergleichlich furchtbarer als der an den Tod. Der Lohn Gottes bedeutet seine herrlichen Gaben, mit denen er uns die Vollkommenheit seiner Gnade sichtbar macht. Nun werden die Korinther Paulus sagen: Dein Ruhm besteht darin, dass du die Botschaft Jesu weithin durch die Welt getragen hast; das wird Gott dir lohnen. Dazu sagt Paulus: „Nein; dass ich das Evangelium verkündige, ist nicht mein Ruhm; denn das muss ich tun.“ Er hat im Blick auf sein Apostelamt das klare, ihn völlig beherrschende Bewusstsein, dass es nicht auf seiner Wahl und seinem Beschluss beruht. Nichts hat Paulus selbst dazu beigetragen, dass er der Bote Jesu ist. Jesus hat ihn auch nicht gefragt, ob er es sein will, sondern sein Befehl, dem Paulus gehorchen muss, hat ihm die Sendung übertragen. Weigerte er sich, so wäre das sein Tod; denn dafür träfe in Gottes Gericht. Freilich setzt er nun an den Befehl seines Herrn seinen ganzen Gehorsam und braucht für ihn alle seine Willenskraft, alle Treue. Aber sein ganzes Apostelwerk bleibt Gehorsam; er tut, was er muss. Hätte er nicht mehr, so erschiene ihm das Leben arm, nicht lebenswert. Was ist noch größer als der Gehorsam? Die Liebe, die frei, mit eigenem Willen Gott alles gibt, was sie kann und hat. Erst diese freie Liebe hat Ruhm, volle Zuversicht und Seligkeit, und sie krönt Gott mit seinem Lohn. Paulus hat sein Amt ohne seinen Willen empfangen und tut in ihm nichts als seine Pflicht, der er sich nicht entziehen kann, wenn er sich nicht selbst verderben will; darum gleicht seine Arbeit der eines Verwalters, den sein Herr in sein Amt nach seinem eigenen Ermessen eingesetzt hat. Versäumt dieser seine Pflicht, so missbrauchter das Vertrauen seines Herrn und bricht ihm die Treue. Aber sein Amt gibt ihm nicht Anlass zum Ruhm; denn er verdankt es nicht sich selbst, sondern dem Willen seines Herrn.
Dennoch fehlt es Paulus nicht an einem Mittel, um die Freiheit und Vollständigkeit seiner Liebe zu bewähren, die alles tut, was sie kann, und nicht nur, was sie muss. Der Herr hat den Aposteln, die er mit seiner Botschaft betraut hat, mehr Rechte gegeben, als Paulus notwendig braucht. Indem er auf diese Rechte mit freiem Entschluss und ungezwungen verzichtet, macht er offenbar, wie er sich zu seinem Herrn und der ihm aufgetragenen Arbeit stellt: er legt sein ganzes Herz in seinen Gehorsam und eint ihn mit der völligen Liebe. Dies zeigt er dadurch, dass er bei seiner Arbeit nichts für sich begehrt und das Wort Jesu so sagt, dass es niemand etwas kostet. Darum hört er nicht auf den Rat derer, die es würdiger fänden, wenn er sich besolden ließe. Vielmehr sieht er darin, dass er unbesoldet Jesus dient, seine höchste Würde und die besondere Süßigkeit seines Wirkens. Sagen sie ihm: „Du erniedrigst dich durch deine Handarbeit,“ so antwortet er: „Ich bin zu stolz, um euer Geld zu nehmen, und finde meinen Ruhm darin, dass ich es nicht begehre.“
Frage: 1 Korinther 9,4-14 und 1 Timotheus 5,17. 18 zeigen, daß Diener des Herrn, die den Dienst des Wortes versehen, sei es im Predigen oder Lehren oder in hirtendienstlicher Fürsorge, „vom Evangelium leben“ sollen. Inwieweit müssen dabei aber die Worte des Apostels Paulus in Apostelgeschichte 20,33-35 beachtet werden? Stellen letztere eine gewisse Einschränkung dar?
Ermunterung und Ermahnung 198
Antwort: Über den Grundsatz als solchen sollte kein Zweifel bestehen. Jene, die am Wort arbeiten, sei es außerhalb oder innerhalb der Gläubigen, sind berechtigt, von der Versammlung versorgt zu werden. Die Gläubigen sind verpflichtet, danach zu sehen, daß solche unterstützt werden. Dieser Grundsatz ist schon im Gesetz niedergelegt und betrifft, wie des Apostels zweifache Anführung von 5 Mose 25,4 zeigt, nicht nur die umhergehenden Evangelisten, sondern auch die am Ort bleibenden Ältesten, die in Wort und Lehre arbeiten. Es zu einer Frage von Armut und Mangel zu machen, ist verderblich. Die göttliche Liebe hat ihre Vorrechte, besonders in dem Ehren jener, die ihre Hauptzeugen und Arbeiter sind. Ohne Zweifel ist dies ein Appell an das liebevolle Erbarmen der Heiligen; aber kein Umstand sollte das Vorrecht beeinträchtigen, jene mit liebevoller Ehrerbietung und wohltuender Sorgfalt zu umgeben, die sich ganz dem Dienst des Wortes hingegeben haben. So sagt der Apostel in Galater 6,6: „Wer in dem Worte unterwiesen wird, teile aber von allerlei Gutem dem mit, der ihn unterweist.“ Es gibt also eine Tätigkeit der Liebe; es ist nicht nur eine Frage des Mangels, des Bedürfnisses. Es wäre für die Gläubigen tatsächlich ein Verlust und zur Beschämung, wäre für die Liebe auf seilen des Belehrten kein Raum mehr vorhanden, nur weil der Lehrer nicht wirklich arm ist. Würden solche Gedanken das klare Wort Gottes schwächen oder verdrängen, so würden die Gläubigen sittlich verdorben werden.
Auf der anderen Seite gibt die Schrift in Apostelgeschichte 20 ein gesegnetes Zeugnis davon, daß ein Mann wie der Apostel, der die beste Gabe besaß, der mit größter Selbstverleugnung arbeitete, sich nicht zu erhaben dünkte, mit seinen Händen zu arbeiten, um nicht nur seinen eigenen Bedürfnissen, sondern auch denen anderer zu dienen. Es ist zu beachten, daß Paulus nicht das Werk des Herrn beiseite legte, um einen ehrbaren und einträglichen Beruf zu erlangen, sondern er benutzte ein Handwerk, das er bereits kannte, um sich und andere redlich durchzubringen. Aber so kostbar wie dies ist – und das heute in Tagen des Klerikaiismus nicht minder als damals -, die Versammlung hat kein Recht, ihre eigene Selbstsucht und Nachlässigkeit mit solch einer Schriftstelle zu entschuldigen. Es ist ein gutes Wort von jemand, der so für seine Mitarbeiter, ob groß oder klein, arbeitete; aber es ist gänzlich fehl am Platze, wenn es Gläubige als Mittel benutzen, den Glauben eines geistlichen Arbeiters zu verdrängen oder ihre eigene Pflicht denen gegenüber zu vergessen, die sich ganz dem Werk des Herrn hingegeben haben. Möchten sie, daß Er und Sein Werk einen untergeordneten Platz erhalten, daß die Widmung und Hingabe der Heiligen ausgelöscht werden? Es ist äußerst ernst, wenn jemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat, ermahnt wird, für sich und seine Familie selbst zu sorgen; als hätte der Herr nicht genau das Gegenteil gesagt – und dies sowohl zur Erprobung seines eigenen Glaubens als auch der Liebe auf Seiten der Gläubigen.
W.K.
Warum und wozu arbeiten?
Halte fest 1983
Neben der schon erwähnten Tatsache, dass die Beschäftigung eine vom Schöpfer eingesetzte Sache ist, finden wir im Neuen Testament noch andere Stellen, die die Frage nach dem «Warum» und dem «Wozu» beantworten.
«Wir ermahnen euch Brüder, … mit euren eigenen Händen zu arbeiten, so wie wir euch geboten haben, damit ihr … niemand nötig habt» (1 Thessalonicher 4,10-12). Der Apostel Paulus, der in 1 Korinther 9,14 schrieb: «So hat auch der Herr für die, die das Evangelium verkündigen, angeordnet, vom Evangelium zu leben», machte von diesem Recht keinen Gebrauch, sondern gab allen ein Vorbild, wie man arbeiten soll, um niemand nötig zu haben. «Denn ihr selbst wisst, wie ihr uns nachahmen sollt … Wir haben mit Mühe und Beschwerde Nacht und Tag gearbeitet, um nicht jemand von euch beschwerlich zu fallen» (1 Thessalonicher 2,9; 2 Thessalonicher 3,7-9; Apg 20,34.35).
Weiter unterweist uns Gottes Wort, dass unsere Arbeit und der damit verbundene Verdienst nicht nur für uns sein soll. Wir finden Hinweise auf die Unterstützung der Ehegattin (Eph 5,29); der Eltern (1 Timotheus 5,4); der Hausgenossen im Allgemeinen (1 Timotheus 5,8).
Die tägliche Arbeit darf auch getan werden, um mit dem verdienten Lohn das Werk und die Diener des Herrn materiell zu unterstützen. Dabei gibt es zwei Bereiche:
1. Das Wohltun: «Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr, sondern arbeite vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen etwas zu geben habe» (Eph 4,28); und
2. das Mitteilen: «Wer in dem Wort unterwiesen wird, teile aber von allem Guten dem mit, der ihn unterweist» (Gal 6,6; siehe auch 1 Korither 9,14; Heb; 13,16).
Eine Möglichkeit, wie wir der Aufforderung zur Unterstützung des Werkes des Herrn nachkommen können, ist die Kollekte am Sonntagmorgen. «An jedem ersten Wochentag lege ein jeder von euch bei sich zurück und sammle auf, je nachdem er Gedeihen hat» (1 Korither 16,2). Was und wie viel wir Gott von unseren materiellen Mitteln geben, ist eine persönliche Sache zwischen uns und unserem Gott. Dabei ist es gut, hin und wieder das 9. Kapitel des 2. Korintherbriefes ganz für sich persönlich zu lesen und zu überdenken.
Zuletzt möchte ich das Zeugnis vor der Welt erwähnen, das mit unserer Berufstätigkeit verbunden ist. Ich meine dabei nicht das mündliche Zeugnis, das wir vielleicht dem einen oder anderen unserer Arbeitskollegen weitersagen können. Es geht um unser praktisches Verhalten bei der Arbeit. «Wir ermahnen euch aber, Brüder, reichlicher zuzunehmen und euch zu beeifern, still zu sein und eure eigenen Geschäfte zu tun und mit euren eigenen Händen zu arbeiten, so wie wir euch geboten haben, damit ihr ehrbar wandelt vor denen, die draussen sind» (1 Thessalonicher 4,10-12).
Unsere Einstellung zur Arbeit ist dem Herrn keineswegs gleichgültig. Wer unordentlich wandelt und nichts arbeitet, sondern «fremde Dinge treibt», kommt unter die Zucht der Versammlung. «Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie im Herrn Jesus Christus, dass sie, in der Stille arbeitend, ihr eigenes Brot essen … Wenn aber jemand unserem Wort durch den Brief nicht gehorcht, den bezeichnet und habt keinen Umgang mit ihm» (2 Thessalonicher 3,12-14).
Jeder Diener des Allmächtigen Gottes, wird heute nicht auf Kosten der Spenden von irgendwelchen anderen Dienern leben. Nein, er wird seine Hände Arbeit nutzen, um sich selbst zu ernähren! Die Beweisführung, die Paulus an die Korinther schrieb, zeigt deutlich, dass es keine „Vollzeitdiener“ gibt, die nur Videos fabrizieren, anstatt die Pflichten eines Christen in Treue auszuführen.
Vor einigen Tagen kam die Frage auf, warum es in den meisten Religionen geistige Führer gibt, die sich bezahlen lassen. Meist besteht deren „Arbeit“ darin, dass zu tun, wozu jeder Christ eh verpflichtet ist. Denn Seelsorge, das Lesen der Bibel, das Lehren der biblischen Wahrheiten, sind ja an alle Jünger Jesu Christi als fester Auftrag ausgegeben worden.
Nun hörte ich in den letzten Nächten ein Buch mit dem Titel „Die Transformation des Judentums – Von der Philosophie zur Religion“ von Jacob Neusner:
Es folgen einige Zitate aus diesem Buch, die deutlich machen: auch im Judentum wird das Leben von der Verkündigung des Wortes Gottes ABGELEHT! Jeder muß durch eigenständliche Arbeit sein Brot verdienen – und damit ist jeder „leitenden Körperschaft“ oder Papst jede Grundlage entzogen!
Was ist mit der Kenntnis der Tora als Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu verdienen? In der Liste der Berufe, mit denen Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen, finden wir mehrere Positionen. Die erste ist die von Meir und Simeon:
Mischna Qidduschin 4:14
E. R. Meir sagt: „Ein Mann soll seinen Sohn immer ein sauberes und leichtes Handwerk lehren. Und er soll zu dem beten, dem Reichtum und Besitz gehören.
G. „Denn es gibt keinen Handel, der nicht mit Armut oder Reichtum verbunden ist.
H. „Denn die Armut kommt nicht vom Handel, noch kommt der Reichtum vom Handel.
I. „Aber alles richtet sich nach dem Verdienst des Menschen.“
J. R. Simeon b. Eleazar sagt: „Hast du jemals ein wildes Tier oder einen Vogel gesehen, der ein Gewerbe hat? Und doch kommen sie ohne Schwierigkeiten zurecht. Und wurden sie nicht nur geschaffen, um mir zu dienen? Und ich wurde erschaffen, um meinem Herrn zu dienen. Ist es also nicht logisch, dass ich ohne Schwierigkeiten zurechtkomme? Aber ich habe Böses getan und mein Leben ruiniert.“
Das eigene Verdienst oder die eigene Sündhaftigkeit macht den Unterschied zwischen Armut und Reichtum aus. Eine praktischere Position ist die, die in der Fortsetzung der Passage folgt.
K. Abba Gurion von Sidon sagt im Namen von Abba Gurya: „Ein Mann sollte seinen Sohn nicht lehren, ein Eseltreiber, ein Kameltreiber, ein Barbier, ein Seemann, ein Hirte oder ein Ladenbesitzer zu sein. Denn ihr Handwerk ist das Handwerk von Dieben.“
L. R. Juda sagt in seinem Namen: „Die meisten Eseltreiber sind böse, die meisten Kameltreiber sind anständig, die meisten Seeleute sind heilig, der beste unter den Ärzten geht in die Gehenna, und der beste unter den Metzgern ist ein Partner von Amalek.“
Die dritte Ansicht ist die von Nehorai, der meint, dass die Tora als Mittel zum Lebensunterhalt ausreicht:
M. R. Nehorai sagt: „Ich sollte jeden Beruf in der Welt ablegen und meinen Sohn nur Tora lehren.
N. „Denn ein Mensch isst seine Früchte in dieser Welt, und das Haupt bleibt für die kommende Welt.
O. „Aber andere Gewerke sind nicht so.
P. „Wenn ein Mann krank oder alt wird oder Schmerzen hat und seine Arbeit nicht mehr machen kann, siehe, dann verhungert er.
Q. „Aber mit der Tora ist es nicht so.
R. „Aber es bewahrt ihn vor allem Bösen, wenn er jung ist, und es gibt ihm eine Zukunft und eine Hoffnung, wenn er alt ist.
S. „In Bezug auf seine Jugend, was sagt es? ‚Die auf den Herrn harren, werden ihre Kraft erneuern‘ (Jesaja 40:31). Und über sein Alter, was steht da? ‚Sie werden noch im Alter Frucht bringen‘ (Psalm 92,14).
T. „Und so heißt es in Bezug auf den Patriarchen Abraham, möge er in Frieden ruhen, ‚Und Abraham war alt und wohlbeleibt an Jahren, und der Herr segnete Abraham in allen Dingen‘ (Gen 24,1).
U. „Wir finden, dass der Patriarch Abraham die gesamte Tora bewahrte, noch bevor sie offenbart wurde, denn es heißt: ‚Da Abraham meiner Stimme gehorchte und meine Anweisung, meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze bewahrte‘ (Gen 26,5).“
Sagt uns Nehorai, dass wir, wenn wir die Tora studieren, alle unsere weltlichen Bedürfnisse erfüllt bekommen, so wie Aqiba zu Tarfon sagt, dass die Tora das Gegenstück zu Immobilien ist, aber eine sicherere Investition? Ich denke nicht. Ganz im Gegenteil: Warum die Tora so wirkt, wie sie wirkt, wird bei R. explizit gemacht: „Sie bewahrt ihn vor dem Bösen, wenn er jung ist.“ Das heißt, die Position von Meir und Simeon wird wiederholt, nur auf eine neue Art und Weise. Wenn ich die Tora kenne, werde ich nicht sündigen. Die Vorstellung, dass ich, wenn ich die Tora studiere, automatisch Nahrung und Unterkunft bekomme, steht hier nicht zur Debatte, wo es darum geht, in der Jugend vor Bösem bewahrt zu werden und im Alter Gottes Segen zu genießen, weil man die Tora hält – eine ganz andere Sache, wie ich gleich zeigen werde.
Die erste Apologetik der Mischna, Traktat Abot, vertritt die Ansicht, dass man seinen Lebensunterhalt nicht durch das Studium der Tora verdienen sollte. Das wird in den Tora-Sprüchen des Traktats Abot explizit gemacht, der die Theorie des Torastudiums als Mittel zur Umgehung der Verpflichtung, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ausdrücklich ablehnt. Das Torastudium ohne ein Handwerk wird abgelehnt und das Torastudium zusammen mit der Arbeit in einem Handwerk wird als die ideale Lebensweise definiert. Die folgenden Sprüche machen diesen Punkt ganz klar:
Jacob Neusner Die Transformation des Judentums – Von der Philosophie zur Religion
……
T. Qidduschin 1:11E-G
Es ist, ihn zu beschneiden, ihn zu erlösen [sollte er entführt werden], ihn Tora zu lehren, ihm einen Beruf beizubringen und ihn mit einem Mädchen zu verheiraten.
Es gibt hier eindeutig keine Vorstellung, dass jemand, der die Tora studiert, nicht für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss, und auch in der Ergänzung der Mischna in der Tosefta wird nicht angenommen, dass man sich Verdienste erwirbt, indem man diejenigen unterstützt, die die Tora studieren.
Yohanan ben Zakkai spricht einerseits vom Torastudium als Ziel eines menschlichen Lebens und andererseits von einer Belohnung, die für das Torastudium gezahlt wird, eindeutig in einem theologischen Sinn und Kontext. Dass der Kontext des Torastudiums ein religiöser und kein wirtschaftlicher ist, zeigt der Ausspruch Hananjas, der explizit sagt: Wenn die Menschen über die Tora sprechen, kommt die Gegenwart Gottes zu ihnen und sie nehmen teil:
M. Abot 2:8, 2:16, 3:2
2:8a. Rabban Yohanan ben Zakkai erhielt [die Tora] von Hillel und Schammai. Er würde sagen: Wenn ihr viel Tora gelernt habt, dann bläht euch deswegen nicht auf, denn dazu seid ihr geschaffen worden.
2:16a. Er würde sagen: Es ist nicht deine Aufgabe, die Arbeit zu beenden, aber du bist nicht frei, davon wegzugehen. Wenn du viel Tora gelernt hast, wird man dir einen guten Lohn geben. Und dein Arbeitgeber kann sich darauf verlassen, dass er dir den Lohn für deine Arbeit zahlt. Und wisse, welche Art von Belohnung den Gerechten in der kommenden Zeit zuteil werden wird.
3:2b. R. Hananja b. Teradion sagt: "Wenn zwei beieinander sitzen und zwischen ihnen gehen keine Lehren der Tora durch, siehe, das ist ein Sitz der Verächtlichen, wie es heißt: 'Noch sitzt man auf dem Sitz der Verächtlichen' (Psalm 1:1). Aber zwei, die sitzen, und Worte der Tora gehen zwischen ihnen hin und her - die Gegenwart ist bei ihnen, wie es heißt: 'Da redeten die, die den Herrn fürchteten, miteinander, und der Herr hörte und hörte, und ein Buch des Gedenkens wurde vor ihm geschrieben für die, die den Herrn fürchteten und seines Namens gedachten' (Mal 3,16)." Ich weiß, dass dies auf zwei zutrifft. Woher weiß ich, dass der Heilige, gepriesen sei Er, eine Belohnung für einen einzelnen Menschen vorsieht, auch wenn dieser sitzt und an der Tora arbeitet? Wie es heißt: "Er soll allein sitzen und schweigen, denn er hat es auf ihn gelegt" (Lam. 3:28).
Erzielen diejenigen, die die Tora studieren, weltliche Vorteile? Der Rabbiner, der in der folgenden Aussage zitiert wird, behauptet, dass es völlig unangebracht ist, das Lernen der Tora zu nutzen, um entweder soziales Ansehen oder wirtschaftlichen Nutzen zu erlangen:
M. Abot 4:5
B. R. Sadoq sagt: „Mache [die Tora-Lehre] nicht zu einer Krone, mit der du dich rühmst, oder zu einem Spaten, mit dem du gräbst.“ So hat Hillel gesagt: „Wer die Krone benutzt, geht zugrunde. So habt ihr gelernt: Wer aus den Lehren der Tora weltlichen Nutzen zieht, nimmt sein Leben aus dieser Welt.“
Ich kann mir keine Aussage vorstellen, die den Autor der Geschichte mit Aqiba und Tarfon mehr erschrecken würde als diese, denn Aqibas Position ist genau die, die hier abgelehnt wird. Der Großteil der Meinung in der Mischna und im Traktat Abot identifiziert das Tora-Lernen mit dem Status innerhalb eines Systems der hierarchischen Klassifizierung, nicht mit einem Mittel, um den Lebensunterhalt zu verdienen, obwohl das nicht die einzige Position ist, die präsentiert wird. Das Folgende scheint mir die Arbeit für den Lebensunterhalt dem Torastudium gegenüberzustellen und zu behaupten, dass letzteres den Lebensunterhalt ohne Rückgriff auf harte Arbeit sichert:
M. Abot 3:15
A. R. Nehunia b. Haqqaneh sagt: „Von dem, der das Joch der Tora auf sich nimmt, nehmen sie das Joch des Staates und das Joch der harten Arbeit ab. Und über denjenigen, der das Joch der Tora von sich abnimmt, legen sie das Joch des Staates und das Joch der schweren Arbeit.“
Die vorherrschende Ansicht jedoch, die durch den Großteil der Sprüche repräsentiert wird, behandelt das Torastudium als eine Aktivität, die mit wirtschaftlichen Unternehmungen konkurriert, und besteht darauf, dass es Vorrang hat, obwohl es nicht von wirtschaftlichem Wert im alltäglichen Sinne des Wortes ist. Dies wird im Folgenden ausdrücklich Meir und Jonathan unterstellt:
M. Abot 4:10
4:10a. R. Meir sagt: "Beschränke dein Geschäft auf ein Minimum und mache dein Geschäft zur Tora. Und sei demütig vor allen. Und wenn du die Tora als nichts behandelst, werden dich viele als nichts behandeln. Und wenn du dich in der Tora abgemüht hast, hat [die Tora] dir einen großen Lohn zu geben."
4:9a. R. Jonathan sagt: "Wer die Tora hält, wenn er arm ist, wird sie am Ende im Reichtum halten. Und wer die Tora als nichts behandelt, wenn er reich ist, wird sie am Ende als nichts behandeln, wenn er arm ist."
Das Torastudium konkurriert mit der wirtschaftlichen Tätigkeit, anstatt sie zu ersetzen. Das ist die einfache Position des Traktats Abot, der die in der Mischna explizit dargelegte Auffassung der Dinge erweitert. Wenn ich eine einfache Aussage über die um 250 vorherrschende Situation machen müsste, würde sie lauten, dass die Weisen ihren Reichtum, der spirituell und intellektuell ist, dem materiellen Reichtum gegenüberstellen, sie betrachten das eine nicht als das Gegenstück des anderen, sondern nur als das Gegenteil.
Ende der Zitate aus Jacob Neusner – Die Transformation des Judentums – Von der Philosophie zur Religion
Habt auch ihr Geduld, befestiget eure Herzen, denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen.
Elberfelder 1871 – Jak 5,8
Geduldet auch ihr euch, stärket eure Herzen; denn die Wiederkunft des Herrn ist nahe!
Schlachter 1951 – Jakobus 5,8
Genauso müsst ihr auch Geduld haben, ja? Ermutigt euch gegenseitig! Es dauert bestimmt nicht mehr lange, dann kommt Jesus wieder!
VolxBibel – Jakobus 5,8
Jakobus ermahnt zur Geduld und schließt damit an den vorhergehenden Vers an. Da sahen wir, dass der Herr Jesus Leiden geduldig ertrug. Geduld können wir von Ihm lernen. In den Versen 7–10 kommt das Wort Geduld viermal vor. Das zeigt, wie wichtig es ist, geduldig zu sein, denn wie leicht können doch Gefühle der Ungeduld aufkommen. Geduld hast du in Umständen nötig, wo man dir ungerecht begegnet und/oder wo du keine Aussicht hast, aus diesen Umständen herauszukommen. Wenn deine Geduld ein Warten auf den Herrn ist, wird sie immer belohnt.
Ger de Koning – Die Briefe von Jakobus und Petrus
Bis zur Ankunft des Herrn geduldig zu sein, bezieht sich in erster Linie auf sein Kommen auf die Erde, um zu richten, Recht zu üben, gerecht zu regieren und alles zu belohnen, was für Ihn getan wurde. Als Glied der Gemeinde Gottes darfst du auch nach dem Kommen des Herrn Jesus Ausschau halten, wenn Er kommt, um die Gläubigen zu sich zu nehmen (1Thes 4,14–18). Dieses Kommen geht dem Kommen des Herrn auf die Erde voraus.
Du darfst auch mit dem Kommen des Herrn rechnen in dem Sinn, dass Er die Umstände verändert, in denen du dich befindest (vgl. Phil 4,5). Darum geht es hier zwar nicht so sehr, aber du kannst doch Trost daraus schöpfen. Du kannst darauf rechnen, dass der Herr in deine Umstände kommen will, um dir darin beizustehen, wenn du dein Herz dafür öffnest. Das wird dich davor bewahren, bei all dem Unrecht stehenzubleiben, das dir angetan wurde und dem du dich ausgeliefert fühlst. Manchmal musst du dich damit abfinden, dass sich nichts ändert. Dann darfst du doch darauf vertrauen, dass der Herr zu dir kommt, um dich zu stärken. In dieser Bedeutung hat Paulus es auch erfahren, dass der Herr zu ihm kam und ihn ermutigte (Apg 18,9). Wenn der Gedanke an das Kommen des Herrn in dir lebendig ist, wirst du erfahren, dass Er bei dir ist.
Geduld haben muss man genauso wie ein Ackerbauer, der gesät hat. Das Einzige, was er danach tun kann, ist, geduldig auf die köstliche Frucht der Erde zu warten, und das tut er daher auch. Für das Aufgehen der Saat und dass sie schließlich Frucht trägt, ist er auf den Regen des Himmels angewiesen (5Mo 11,11.14). Den Regen erwartet er von Gott. Dein Leben ist ein Acker, auf den Gott den Samen seines Wortes gesät hat. Er will, dass Frucht für Ihn daraus hervorkommt. Er beschleunigt den Wachstumsprozess nicht, sondern bewässert den Boden mit seinem Wort. Sein Wort ist wie Regen (5Mo 32,2). Er will aus deinem Leben köstliche Frucht für sich haben. Das gilt auch für die Christenheit in ihrer Gesamtheit. Zu Beginn kam der Frühregen. Das geschah, als der Heilige Geist am Pfingsttag auf die Gläubigen ausgegossen wurde (Apg 2,1ff.). Dadurch ist die Gemeinde entstanden, die Gott dazu bestimmt hat, Frucht für Ihn zu bringen. Wenn die Gemeinde entrückt ist, wird der Heilige Geist noch einmal ausgegossen, und zwar auf den Überrest Israels (Joel 3,1.2). Das ist die Erklärung für den Spätregen. Wenn der Überrest den Spätregen empfangen hat, wird auch er köstliche Frucht für Gott hervorbringen.
Noch einmal erklingt die Aufforderung: »Habt auch ihr Geduld!« – wie jener Bauer (V. 8). Jakobus fügt hinzu: »Stärkt eure Herzen!« Von der Grammatik her könnte man auch übersetzen: »Fasst auch ihr euch in Geduld und macht eure Herzen stark.« D. h. Jakobus spürt, dass die Adressaten so etwas nötig haben. In der Tat ist der Christ von Natur aus ungeduldig, zaghaft, schwankend. Geduldfassen und Sich -innerlich -Stärken geht nur durch Gottes Wort und Gebet. Die vielen ähnlichen Parallelstellen (z. B. Lk 22,32; Apg 18,23; Röm 16,25; 1 Thess 3,2.13; 2 Thess 3,3; 1Petr5,10; Offb 3,2) zeigen, wie schwer es ist, Christen in Stetigkeit, Vertrauen und Gelassenheit zu bewahren. Unterdrückt sind sie oft – niedergedrückt sollen sie nicht sein. Sie wissen doch: »Das Kommen des Herrn ist nahe« (vgl. 1Petr4,7; 2 Petrus 3,9; Heb 10,37). Dieser kurze Satz gibt wie das gesamte NT kein Datum für die Wiederkunft. Aber er stellt in eine lebendige Erwartung der Wiederkunft Jesu hinein (vgl. Mt 24,33; Röm 13,11ff.; Offb 1,3). Genau das macht die Spannung der christlichen Zukunftshoffnung aus: Einerseits leben wir in den letzten Tagen der Geschichte (vgl. Jak 5,5), von daher betrachtet ist der Herr also »nahe»; andererseits wissen wir, dass es mit der Wiederkunft länger dauert, als menschlicher Eifer meint (vgl. 2 Thess 2,2 und Mt 24,8; 25,9.19; 2 Petrus 3,9). Die Konsequenz kann hier nur lauten: Lebe so, dass der Herr Jesus jeden Augenblick wiederkommen kann.
Gerhardt Maier – Edition C
Die Tatsache der Ankunft des Herrn steht nicht in Frage, sie ist nahe herbeigekommen. – Vgl. zur nahen Ankunft: Mt 24,33; R“m 13,11.12; 1Kor 15,23; Hebr 10,36.37; 1Petr 4,7; Offb 1,3 . – Fraglich ist nur, wodurch das Warten auf diese Ankunft bestimmt ist.
Wuppertaler Studienbibel
Die Zeit bis zur Wiederkunft ist wie der Wachstumsprozess. Die Zeit zwischen Saat und Ernte (V. 7) entspricht dem „endzeitlichen Maß“, in dem die Menschen dieses Zeitalters leben. Christen, die auf die Wiederkunft ihres Herrn gespannt, erwartungsvoll und geduldig warten, handeln zeitgemäß. Es zählt nicht die gegenwärtige Zeit, die Zeit der Moden, sondern die Zeit, die von der Wiederkunft bestimmt ist und mit ihr rechnet. – „Laßt uns nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein!“ (1Thess 5,5-8) .- Es ist eine Zeit, in der die Kraft zum Durchhalten nicht aus der Gegenwart kommt, sondern aus der Zukunft. „Geduld aber ist euch not … Denn noch eine kurze Zeit, dann wird der kommen, der kommen soll, und nicht ausbleiben“ (Hebr 10,36.37 ).
Jak sagt in einem Atemzug: „Harrt aus!“ und „Macht eure Herzen fest!“. Geduld und Stärke bzw. Festigkeit gehören für ihn zusammen. Geduld ist keine Schwäche, keine Haltung, in der passiv alles hingenommen wird, was kommt. Geduld ist eine innerliche Kraft, die zu einem aktiven Ausharren befähigt. – „Wir betrachten Geduld als eine Sache des Charakters. Hiob aber und die Propheten, die Jakobus hier anführt, waren ihrer Art entsprechend nicht gerade geduldig. Geduld ist keine Sache des Temperaments. Geduld ist Glaube, der auf die Probe gestellt wird. Sie bedeutet nicht: untätig zusehen, wie das Schlimme noch schlimmer wird, sie ist im Gegenteil: aktives Ausharren, und zwar auf Grund der Gewißheit, daß die Rettung nahe ist, oder, wie Jakobus sich konkret ausdrückt: die Ankunft des Herrn ist nahe“ (O. Jager: Biblisches Tagebuch, S. 369f). – Umgekehrt ist es wichtig, dass die Herzen befestigt und darin stark gemacht werden. Das ist nötig, damit die Kraft vorhanden ist, auch unter widrigen Umständen auf das erlösende Kommen des Herrn zu warten. Und gleichzeitig dient die Befestigung der Herzen dazu, Menschen vorzubereiten auf das bevorstehende Gericht.
Zwei Motive der nahen Ankunft des Herrn sind zu erkennen: a) das Kommen des Herrn bringt Frucht und Erlösung; wir dürfen auf ihn geduldig warten wie auf eine kostbare Frucht; das lohnende Ziel erleichtert das Warten (V. 7f); b) das Kommen des Herrn bringt das endgültige Gericht; das Wissen um das kommende Gericht richtet die Gedanken und Taten auf Gott aus; man soll entsprechend leben und handeln (V. 9). Der erste Aspekt macht Mut, nicht zu verzagen; der zweite Aspekt macht Mut, die Spannung nicht bei den Geschwistern abzuladen oder bei ihnen die Schuld zu suchen und sie anzuklagen.
Man kann die Formulierung „Macht eure Herzen fest!“ auch mit „Stärkt eure Herzen!“ übersetzen. Dieser Imperativ bildet den Kontrast zu dem Mästen der Herzen in V. 5 (das ja nach dem Wunsch dieser Leute auch ihrer Stärkung dienen sollte) -„Während die Reichen ihre Herzen „füttern“ …, sollen die armen Christen i h r e Herzen aus ihrem Glauben „stärken“„ (F. Mussner: Komm, S. 203). – und zur gegenseitigen Anklage der Brüder in V. 9. Stärken bzw. Festmachen (griech. stärixate) ist im NT geradezu terminus technicus für die gegenseitige Seelsorge. Die Brüder stärken einander und werden durch die Apostel gestärkt. -Vergl. Apg 14,22; 15,32.41; 18,23; Röm 1,11; 1Thess 3,2.13; Offb 3,2 . – Einer macht den andern stark, keiner kann sich selber stark machen.
Die Brüder sollen sich gegenseitig stark machen (V. 8) und sich nicht dadurch schwächen, dass sie sich gegenseitig Vorwürfe machen und aufeinander schimpfen (V. 9).
Die Zeit ist »nahe«, das heißt, das Kommen des Herrn ist jederzeit möglich. Es heißt nicht, die Ereignisse müssen sofort, ohne Verzug eintreten. Wäre das der Fall gewesen, wären sich die Heiligen betrogen vorgekommen, da der Herr nach Jahrzehnten und Jahrhunderten noch nicht gekommen war. Die Hoffnung, dass das Kommen des Herrn nahe ist, hat die Heiligen seit Pfingsten getragen; denn es ist uns nicht gesagt worden, dass irgend welche in der Schrift angekündigten Ereignisse eintreten müssten, bevor der Herr die Gemeinde zu sich holt. Gott, der alles in der Hand hat (Apg 1,7), hätte es so einrichten können, dass die Wiederkunft des Retters jederzeit hätte eintreten können. Das Perfekt, das Jakobus in Jak 5,8 verwendet (engiken) , läßt sich buchstäblich so übersetzen: »Das Kommen des Herrn ist nahe gekommen« (wie es in der Unrevidierten Elberfelder der Fall ist). Das zeigt, dass mit der Erfüllung von der Menschwerdung, Kreuzigung, Auferstehung und Erhöhung des Herrn das nächste Ereignis im prophetischen Fahrplan Sein Kommen sein muss. Es muss nicht sofort geschehen, aber es ist nahe, d. h., jederzeit möglich. Die Gläubigen aller Jahrhunderte haben sich auf Sein Kommen gefreut. Diese Überzeugung muss aber im Leben des Christen zu sittlicher Reinigung führen (1.Joh 3,3). Das war Gottes Absicht. Die falschen Deutungen der Bibel haben aber vielen Gläubigen die Freude und den Ansporn von der beständigen Naherwartung geraubt.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Jesus warnte seine Nachfolger, für seine Wiederkunft bereit zu sein; selbst er kannte weder den genauen Tag noch die genaue Stunde, zu der sie stattfinden würde (Mt 24,36). Deshalb würde er unerwartet wiederkommen (24,50). Andere Stellen, die nach Jesu Auferstehung geschrieben wurden, deuten darauf hin, dass seine Wiederkunft sehr bald sein könnte (1 Korinther 1,7; Titus 2,13), ja sogar „unmittelbar bevorsteht“ (Phil 4,5; Jak 5,8-9).
Michael S. Heiser – Ich fordere Sie auf, mich nicht mit der Bibel zu langweilen
Zweitausend Jahre sind vergangen, seit diese unverblümten Aussagen gemacht wurden, was viele zu der Annahme führt, dass sie missverstanden worden sind. Zusätzliche Hindernisse für die Vorstellung einer „baldigen“ Wiederkunft ergeben sich aus anderen Schriftstellen. Das Neue Testament legt nahe, dass bestimmte Zeichen oder Ereignisse der Wiederkunft Jesu vorausgehen würden. Zum Beispiel musste der Tempel zerstört werden (Mt 24,2), und es würde himmlische Zeichen geben, die seine Rückkehr ankündigen (Mt 24,30; Lk 21,11).
In drei seiner Gleichnisse deutete Jesus an, dass seine Wiederkunft nicht sofort, sondern mit Verzögerung erfolgen würde (Lk 19,11-27; Mt 25,5.19) – zumindest bis zum Tod des greisen Petrus (Joh 21,18). Paulus glaubte, offenbar auf der Grundlage von Matthäus 24,14, dass das Evangelium alle heidnischen Nationen erreichen müsse, bevor der Heilsplan Gottes erfüllt sei und Jesus wiederkommen würde (Röm 11,12.25).
Sogar in 1 Thessalonicher 5, dem Kapitel, in dem der Satz vom „Dieb in der Nacht“ vorkommt, wird angedeutet, dass Gläubige eine Art Vorahnung über den Zeitpunkt seiner Wiederkunft haben werden. Beachten Sie, wie Paulus Substantive und Pronomen verwendet, um Gläubige als fähig zu kennzeichnen, etwas zu erkennen, was Ungläubige nicht erkennen können:
Was nun die Zeiten und Jahreszeiten betrifft, Brüder, so habt ihr es nicht nötig, euch etwas schreiben zu lassen. Denn ihr wisst selbst, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Während die Menschen sagen: „Es ist Friede und Sicherheit“, dann wird plötzliches Verderben über sie kommen, wie Wehen über eine schwangere Frau kommen, und sie werden nicht entkommen. Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass dieser Tag euch überrasche wie ein Dieb. Denn ihr seid alle Kinder des Lichts, Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht und nicht von der Finsternis. So lasst uns nun nicht schlafen, wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein (1 Thess 5,1-6).
Wenn Gläubige ein gewisses Gespür dafür haben, wann der Herr wiederkommen wird, kann die Vorstellung, dass die Wiederkunft Jesu zu jedem beliebigen Zeitpunkt erfolgen könnte, falsch sein. Um dieses Problem zu lösen, argumentieren viele Christen, dass 1 Thessalonicher 5 sich auf die Wiederkunft Jesu in Harmagedon bezieht, dass es aber eine frühere Wiederkunft (eine Entrückung) geben wird, die vor jedem Zeichen oder Hinweis geschehen wird. 1 Vielleicht ist es am besten, wenn wir die Wiederkunft Jesu nicht als unmittelbar bevorstehend bezeichnen, sondern als unmittelbar bevorstehend denken. Diesem Gedanken kann man aus beiden Perspektiven zustimmen.
Und schliesslich wird uns in Jakobus 5,8 die «befestigende Hoffnung» vorgestellt: «Habt auch ihr Geduld, befestigt eure Herzen, denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen.» Es wird nicht gesagt: die Ankunft naht, als ob sie noch verzögert werden könnte. Nein, sie ist ganz nahe. Der Herr Jesus wartet geduldig zur Rechten des Vaters, und wir werden ermahnt: «auch ihr, habt Geduld.»
Halte fest 1959
Je mehr wir uns mit dem beschäftigen, was in den Schriften über das Kommen des Herrn gesagt wird, desto mehr werden wir in unserer Erwartung befestigt. Wir sagen manchmal: «Welch ein Glück! der Herr kann heute kommen», denken aber am folgenden Tage oder in der folgenden Woche nicht mehr daran. Die Hoffnung soll in unseren Herzen feststehen.
«Ich komme bald!» ruft der Herr uns zu. Beim Hören seiner Stimme werden wir die Erde verlassen und Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen in der Wohnung, die Er für uns bereitet hat! Möchten unsere Herzen doch mit der Freude und der Fülle unserer Hoffnung erfüllt bleiben!
In Vers 7 steht die Aufforderung, geduldig zu sein, bis der Herr wiederkommt. Das griechische Wort für geduldig bedeutet „langmütig sein“. In diesem Vers geht es um die Haltung der Selbstbeherrschung, die sich angesichts von Provokationen von übereilten Vergeltungsmaßnahmen fernhält. Dies ist nicht dasselbe Wort für geduldig in Kapitel 1:3-4, 13 oder Kapitel 5:11. Sie sollen geduldig sein bis zur Ankunft des Herrn, der Entrückung, die die Verfolgung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit beenden wird. Das Beispiel, das er für das geduldige Ausharren gibt, ist der Landmann oder Pächter. Er sät seine Saat und muss dann geduldig bis zur Ernte warten. Der Erfolg seiner Ernte hängt von Kräften ab, die außerhalb seiner Kontrolle liegen, dem frühen und dem späten Regen. Die Erwähnung des Frühregens und des Spätregens ist eine Anspielung auf das Wettergeschehen in Israel. In gleicher Weise ist die geistliche Ernte vom Eingreifen Gottes abhängig.
Arnold Fruchtenbaum – Das Buch Jakobus
In Vers 8 macht Jakobus die Anwendung mit zwei Befehlen. Erstens: Seid auch ihr geduldig; so wie der Bauer geduldig war, sollen auch die Gläubigen geduldig sein. Zweitens: Errichtet eure Herzen. Das Wort festigen bedeutet, „etwas so zu stärken, dass es fest und unbeweglich steht“. Sie sollen eine innere Stabilität entwickeln und nicht durch ihre Verfolgung erschüttert werden. Die Grundlage dafür ist: Denn die Ankunft des Herrn ist nahe. Der Ausdruck „zur Hand“ bedeutet „vor den Türen“, „unmittelbar bevorstehend“. In der Tat könnte die Entrückung in jedem Moment geschehen.
Bin ich mir auch so sicher, dass Jesus zeitnah wiederkommt?
Wer den Armen bedrückt, verhöhnt den, der ihn gemacht hat; wer aber des Dürftigen sich erbarmt, ehrt ihn.
Elberfelder 1871 – Sprüche 14,31
Wer den Bedürftigen bedrückt, erzürnt den, der ihn gemacht hat,
wer diesen aber ehrt, erbarmt sich des Armen.
Septuaginta Deutsch – Sprichwörter 14,31
Wer hilflose Menschen unterdrückt, beleidigt den, der sie mal gemacht hat. Gott zu respektieren, bedeutet auch, sich um Leute zu kümmern, die Hilfe brauchen.
VolxBibel – Spr. 14,31
„Wer der Elenden sich erbarmt, ist glückselig“ (Vers 21). Unter dem Vorwand, die guten Werke seien wertlos, um unser Heil zu bewirken, könnten wir geneigt sein, sie zu vernachlässigen. Aber gerade die Kinder Gottes werden aufgefordert „gute Werke zu betreiben“ (Titus 3,14), ohne jedoch aus dem Auge zu verlieren, dass der Zustand der Seelen den materiellen Bedürfnissen vorgeht.
Jean Koechlin – Ährenlese im Alten Testament
Einen Armen übervorteilen ist Sünde gegen Gott (vgl. Sprüche 17,5 ), denn Gott ist der Schöpfer aller Menschen (vgl. Hi 31,13.15 ), und Gott nimmt sich der Sache der Armen an ( Sprüche 22,22-23 ). Der Gerechte und Weise ist gütig gegen den Armen ( 14,21 ; Sprüche 19,17;28,27 ), denn damit ehrt er Gott.
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Wer einem Armen Unrecht tut, soll wissen, dass er damit ihren Schöpfer nicht achtet. Gott schuf auch ihn und gab ihm seine Existenz und genauso gab er dem Armen seine Existenz. Wir haben alle einen Vater, einen Schöpfer. Er sieht sich durch die Güte geehrt, die wir dem Armen erweisen. Er betrachtet Freundlichkeit, die wir Armen erweisen, als ihm selbst getan und wird deshalb zeigen, dass ihm solche Taten gefallen: „Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist“ (mir Essen gegeben) (Mt 25,35).
Der Neue Matthew Henry Kommentar
Was den zweiten Punkt betrifft, lehrt die Tora, dass diejenigen, die Gott fürchten, den Armen finanziell helfen, ohne Zinsen zu verlangen (siehe Lev. 25:36). Wie herrlich drückt Salomo diesen Gedanken aus, wenn er sagt: „Wer freundlich zu den Bedürftigen ist, ehrt [Gott]“ (siehe 14,31). Wenn wir den Verletzten Freundlichkeit erweisen, ehren wir Gott. „Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben“, sagte Jeschua (siehe Matthäus 25,35). Wer könnte einer Gelegenheit widerstehen, Gott die Ehre zu erweisen?
Ein messianischer Kommentar zu den Sprüchen: Sprichwörtliche Weisheit und gesunder Menschenverstand
Was den dritten Punkt betrifft, so befiehlt die Tora: „Du sollst deine Hand öffnen für deinen armen und bedürftigen Bruder in deinem Land“ (5. Mose 15,11). Uns wird befohlen, unsere Hände zu öffnen, nicht nur unseren Mund! Viele würden gerne über das Helfen reden, aber nichts tun. Schlimmer noch, manche geben den Verletzten eitle Versprechen oder leere Plattitüden (siehe Jakobus 2,16). Einige werden tatsächlich etwas Hilfe leisten, wenn auch auf sehr indirekte Weise und mit viel Prahlerei. Jeschua sprach von einigen, die tzedekah (Almosen geben) taten und es mit Trompeten verkündeten, um andere wissen zu lassen, was sie taten (siehe Mt. 6,2). Ich hoffe, er hat mit den Trompeten übertrieben! Unser Motiv sollte sein, zu helfen, und nicht, uns selbst gut aussehen zu lassen. Daher ist das Reden wertlos.
Was den vierten Punkt betrifft, so sagt die Tora, dass derjenige, der den Armen hilft, Gottes Segen erhalten wird „in all deinem Werk, in allem, was du unternimmst“ (5. Mose 15,10). Das heißt, Gottes allgemeiner Plan, zu dem es immer Ausnahmen gibt, ist es, für diejenigen zu sorgen, die anderen helfen. Zu den Segnungen gehört auch die Begrüßung durch den Menschensohn, wenn er mit all seinen heiligen Engeln kommt: „Komm, du, den mein Vater gesegnet hat, nimm dein Erbe an, das Reich, das dir bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben.“ (Mt 25,34-35).
Wir wollen aber nicht dabei stehen bleiben, einander Danke zu sagen. Immer wieder dürfen wir auch Gott für den Ehepartner danken, den Er uns geschenkt hat. Das wird uns davor bewahren, den gering zu achten, den der Herr ebenso geschaffen hat wie mich. Denn geringschätzig über meinen Ehepartner zu denken oder ihn gar geringschätzig zu behandeln, ist dasselbe, wie Gott selbst gering zu schätzen (s. Sprüche 14,31).
Bleib in mir 2018
Nicht zuletzt ist es auch sehr wichtig, Gott gemeinsam für alles zu danken, was er jedem von uns persönlich und uns als Eheleuten zusammen geschenkt hat.
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