Autor: Thomas

Gott kann durch diese powervolle Kraft, die in uns ist, sehr viel mehr tun als das, worum wir ihn bitten

Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder erdenken, nach der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Herrlichkeit in der Versammlung in Christo Jesu, auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin! Amen ) –
Elberfelder 1871 – Epheser 3,20–21

Gott kann durch diese powervolle Kraft, die in uns ist, sehr viel mehr tun als das, worum wir ihn bitten, ja sogar mehr, als wir uns überhaupt vorstellen können. Dafür können wir alle in der Jesus-Gemeinschaft Gott immer wieder und ohne Ende loben. So ist das richtig, so sollte es sein [Amen].
VolxBibel – Epheser 3:20–21

Dem, der in der Lage ist, weit über das hinaus zu bewirken, was wir im Gebet erbitten oder uns überhaupt vorstellen können, gemäß der Kraft, die ihre Wirkung in uns entfaltet, ° dem sei Ehre gebracht in der Gottesgemeinde und im Messias Jesus, in allen Generationen, von endloser Zeit bis in alle Ewigkeiten. Amen!
Das Buch – 2014 – Eph 3,20–21

Ihm, der mit seiner ´unerschöpflichen` Kraft in uns am Werk ist und unendlich viel mehr zu tun vermag, als wir erbitten oder begreifen können, ihm gebührt durch Jesus Christus die Ehre in der Gemeinde von Generation zu Generation und für immer und ewig. Amen.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Eph 3:20–21

Dem aber, der da vermag – Röm 16,25; Jud  24 – über alles überschwenglich zu tun, als daß wir uns erbitten – 1 Kor 2,9 – oder verstehen, nach der in uns wirkenden – V. 7; Kol 1,29. – Macht;
Ihm die Ehre – Röm 11,36; 16,27;Hebräer 13,21 – in der Gemeinde und in Christo Jesu bis auf alle Geschlechter der Ewigkeit der Ewigkeiten, Amen!
Abraham Meister – Epheser 3,20–21

3:20 Τῷ δὲ δυναμένῳ ὑπὲρ πάντα ποιῆσαι ὑπὲρ ἐκπερισσοῦ ὧν αἰτούμεθα ἢ νοοῦμεν, κατὰ τὴν δύναμιν τὴν ἐνεργουμένην ἐν ἡμῖν,
Dem nun, der über alles (hinaus) zu tun vermag, über das Maß hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der in uns wirkenden Macht,
Durch die Linksversetzung wird das Dativobjekt, das Gott mittels eines Relativsatzes referenziert wird hier begonnen und im nächsten Vers mit αὐτῷ („ihm“) implizit wiederaufgenommen.
3:21 αὐτῷ ἡ δόξα ἐν τῇ ἐκκλησίᾳ ἐν χριστῷ Ἰησοῦ, εἰς πάσας τὰς γενεὰς τοῦ αἰῶνος τῶν αἰώνων. Ἀμήν.
ihm (ist) die Ehre in der Versammlung in Christo Jesu über alle Generationen des Zeitalters der Zeitalter hinweg! Amen!
Die erneute Aufnahme ist offenbar der Länge des Dativobjekts geschuldet, das ja einen ganzen Vers ausmacht und dann mit einem Pronomen zusammenfassend referenziert wird. Das substantivierte Partizip τῷ δυναμένῳ („dem, der vermag“) wird mit αὐτῷ („ihm“) resumptiv und betont wiederaufgenommen. Da es in der Ewigkeit keine Generationenabfolge mehr geben wird, und die temporalen Angaben „bis in alle Ewigkeit“ üblicherweise mit einem doppelten Plural εἰς τοὺς αἰῶνας τῶν αἰώνων („von Ewigkeit zu Ewigkeit“) konstruiert werden, bespricht Paulus die Zeiten während die Welt existiert, d.h. während aller Zeiträume, d.h. über alle Generationen hinweg, sei Gott die Ehre, auch wenn dieses Lob in der Ewigkeit fortdauern wird. Somit ist der Begriff „Ewigkeit“ hier nicht plausibel.

Peter Streitenberger – Der Epheserbrief

Paulus schließt sein Gebet mit einer Doxologie. Er lobt Gott, der überschwenglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft (dynamin; vgl. V. 16; Eph 1,19), die in uns wirkt (energoumenEn; vgl. Eph 1,19). Kein Mensch und kein Engel (vgl. Eph 3,10) wäre jemals auf den Gedanken gekommen, daß Juden und Heiden in einem Leib zusammenleben könnten. Doch im Blick auf die Kraft der Liebe Gottes, die im Leben eines jeden Christen wirksam wird, ist Paulus zuversichtlich, daß dies gelingen wird, obwohl es nach menschlichem Ermessen unmöglich ist. Daher sagt er, daß Gott die Ehre in der Gemeinde, in der das Wunder der Liebe geschehen wird, und in Christus Jesus, der diese Einheit ermöglichte, gebührt.
Das Lob für dieses Werk sei von Ewigkeit zu Ewigkeit (vgl. Röm 11,36; 2Tim 4,18). In dieser Doxologie findet nicht nur das Gebet des Apostels einen angemessenen und eindrucksvollen Abschluß, sondern auch die ersten drei Kapitel seines Briefes an die Epheser.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

[20] Ein Lobpreis Gottes (»Doxologie«) ist eine kurze Proklamation der Größe Gottes und war im Judentum und Christentum geläufig. Er umfaßt drei Elemente:
a) Gott bzw. Christus, dem das Lob gilt (in der Regel im Kasus des Dativ);
b) das Wort, mit dem der Betreffende gepriesen wird; normalerweise ist dies »doxa«, »Herrlichkeit/Macht/Ehre«;
c) die »Ewigkeitsformel«, in der die fortdauernde Gültigkeit des Lobs ausgedrückt wird. Gewöhnlich bestätigt die Gemeinde das Lob mit ihrem »Amen«. Derartige Lobverse finden sich in den Briefen z.T. inmitten von längeren Darlegungen, z.T. auch als Abschluß eines Briefteils bzw. ganz am Ende des Briefes vor dem abschließenden Gruß.a
Mit Röm 11,33ff hat unser Abschnitt gemeinsam, daß er als Abschluß des stärker lehrhaften Teils vor dem Teil mit konkreten Anweisungen steht und aus dem zuvor Dargelegten erwächst.
Paulus lobt den Gott, »der über all das, was wir erbitten oder uns ausdenken, weit hinaus zu tun vermag«.
Vom »Begreifen« und »Erkennen« (des Geheimnisses Gottes bzw. der Liebe Christi) war in V. 18f die Rede gewesen. »Bitte« war der Charakter des vorangehenden Abschnitts 3,14–17. Gottes Gedanken reichen weit über unser menschliches Erfassen hinaus (Jes 40,13; 55,8f; Röm 11,33ff; Phil 4,7). Dabei sind seine Gedanken auch stets mit deren Ausführung verbunden (vgl. die Fortsetzung von Jes 55,8f in V. 9–10): Er ist derjenige, der »zu tun vermag«.
Um den Unterschied zwischen menschlichem Bitten und Denken einerseits und dem göttlichen Wirken andererseits in Worte zu fassen, bedient sich Paulus einer doppelten Steigerung. Einmal sagt er: Gott ist in der Lage, über alles, was wir bitten und verstehen zu handeln, zum andern fügt er zusätzlich ein Adverb ein, das wörtlich »ganz über alle Maßen«, »schlechtweg hinaus über« meint und die »denkbar höchste Steigerungsform« ausdrückt.
Daß Gott tatsächlich in dieser überragenden Weise zu handeln vermag, ist in der christlichen Gemeinde bereits manifest geworden. Der Reichtum und die Größe seiner in Jesu Auferweckung erwiesenen Macht hat sich in den Glaubenden wirksam gezeigt (1,19f). Entsprechend dieser Macht kann und wird er auch in Zukunft die Glaubenden stärken und in seiner Liebe verankern (vgl. 3,16f).
[21] Diesem Gott die Doxa! Der Ausruf kann als Aussage: »ihm gehört die Herrlichkeit« oder als Aufruf zur Ehrerweisung: »ihm möge die Herrlichkeit zukommen« verstanden werden. Das geschieht, indem Gott »in der Gemeinde und in Jesus Christus« über seinem Handeln geehrt wird. Denn in dem, was Gott tut, erweist er sich als der Beständige und Treue, als der Heilige und Gnädige, als der Machtvolle und Weise. Das Gewicht seiner Wirklichkeit prägt der Gemeinde seinen Stempel auf. Im Angesicht Jesu Christi, des Gekreuzigten, strahlt das Licht von Gottes Herrlichkeit auf (2Kor 4,6), der seinerseits der Vater der Herrlichkeit ist (Eph 1,17). In ihrer ganzen Existenz, im Glauben, Lieben, Hoffen, in Lob und Bitte besteht Aufgabe und Ziel der Gemeinde darin, Ausdruck des Lobs der Herrlichkeit Gottes zu sein (vgl. 1,6.12.14; 1Kor 6,20). In gleicher Weise steht Leben, Sterben und Erhöhung Jesu in der Perspektive des Johannesevangeliums durchgängig unter dem Oberbegriff der Verherrlichung Gottes (vgl. Joh 13,31; 17,1.4).
Die Herrlichkeit gebührt Gott »in alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit«. Gemeint sind damit die zukünftigen Generationen (vgl. 3,5), die insgesamt noch kommen werden. Eine ähnliche Ausdrucksweise begegnet in Ex 40,5 (wörtl. nach LXX): »in Ewigkeit in ihren Geschlechtern«; Tob 1,4: »in alle Geschlechter der Ewigkeit«; Ps 106,31: »von Geschlecht zu Geschlecht bis in Ewigkeit«; Dan 6,27: »für das Geschlecht der Geschlechter bis in Ewigkeit«. Der Blick in diese Zukunft, in der das bereits jetzt anvertraute Erbe auch umfassend angetreten wird, hatte sich bereits in 1,21 und 2,7 eröffnet.
Das »Amen« deutet auf das Verlesen des Briefes in den Gottesdiensten der jeweiligen Gemeinden und zeigt an, daß die Hörer an dieser Stelle das Gehörte mit ihrem Zuruf »So sei es!« bestätigen.

Hahn – Wuppertaler Studienbibel

Das Gebet des Apostels in den vorangehenden Versen war ja nicht gerade zurückhaltend. Die drei Bitten in den V. 16.17 hatte er mit dem Wunsch eingeleitet (V. 16 a), Gott möge diese Dinge »nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit« – und das heißt: in göttlicher Fülle! – gewähren. Die Bitte in den V. 18.19 a um volles Erfassen der Liebe Christi in all ihren Dimensionen war gleich mit dem Eingeständnis verbunden, dass es hier um eine Erkenntnis geht, die alles Erkenntnisvermögen übersteigt (V. 19 a). Und das Gebetsziel von V. 19 b, schließlich, von Gott so erfüllt zu werden, dass nichts als sein Wesen mehr da ist, kann ohnehin nicht übertroffen werden. Sind diese Anliegen zu groß für Gott? Nein. Er ist so allmächtig, dass er »noch weit mehr zu tun vermag« als Paulus hier gebetet hat – ja, darüber hinaus nun auch die Gemeinde und ihre Anliegen und gar ihr Vorstellungsvermögen mit einbeziehend: »als wir erbitten oder erdenken können«! Gott ist nie überfordert. Seine »Kraft, die in uns wirkt«, ist nach Eph 1,19ff. die göttliche Allmacht, die Jesus von den Toten auferweckte und ihn zum Herrn über alles Sichtbare und Unsichtbare erhöht hat. Wer diesen Gott kennt, der kann getrost beten. Gewiss, auch er weiß nicht, wie Gott antworten will; aber er weiß, dass Gott erhören kann.

Und so mündet das Gebet nicht in den Zweifel, sondern in die Anbetung. 1.) Zunächst wird der Adressat des Lobpreises genannt: »ihm«, Gott, kommt die Anbetung zu. 2.) Dann kommt das eigentliche Preiswort, das den Inhalt des anbetenden Zuspruchs nennt. Gepriesen wird seine »Ehre« oder »Herrlichkeit«. Man könnte nun übersetzen: »Ihm (sei) die Ehre« – was gut zu dem folgenden passen würde: »in der Gemeinde«. Wenn es dann aber gleich weitergeht: »und in Christus Jesus«, ergibt dies als Wunschform übersetzt keinen guten Sinn. Von daher übersetzt man besser in der Wirklichkeitsform: »ihm (gehört) die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Christus Jesus«. In der Anbetung wird immer preisend vor Gott anerkannt, wer und wie er ist. Hier nun geht es um die »Herrlichkeit« Gottes. »Herrlichkeit« (hebr. kabod = Wucht, Schwere, Gewicht, Würde, Glanz; griech. doxa = Ehre, Ruhm, Herrlichkeit) bezeichnet die ganze Wucht, Größe und Ausstrahlung des Gottseins Gottes. Diese Herrlichkeit Gottes, so rühmt der Apostel hier, wird sowohl in der Gemeinde sichtbar in den Auswirkungen seines Heilsplans und den Kraftwirkungen seines Segenshandelns als auch in Christus und seinem Heilswerk. Alle Herrlichkeit, die sich in der Gemeinde und in Christus zeigt, ist Gottes Herrlichkeit. 3.) Und sie bleibt Gottes Herrlichkeit, so wird als drittes Element des Lobpreises in der Ewigkeitsformel bezeugt, »für alle Geschlechter des Äons der Äonen«. Solange Menschen auf dieser Erde leben werden in dem jetzigen Zeitalter, das seinerseits eingebettet ist in die Zeitalter der Vergangenheit und aller Zukunft, wird die Herrlichkeit Gottes, die sich in Christus und seiner Gemeinde zeigt, anzubeten sein.

Mit diesem Lobpreis Gottes schließt nicht nur der Gebetsbericht des Apostels, sondern der ganze erste Hauptteil des Eph. So, wie die lehrmäßige Entfaltung des Heilsratschlusses Gottes zum Bau seiner Gemeinde mit Anbetung begonnen hat (eph 1,3-14), endet sie nach drei Kapiteln auch mit Anbetung. Es ist nicht trockene Dogmatik, die der Apostel in diesem ersten, lehrmäßigen Teil seines Briefes dargeboten hat. Vielmehr ist es in preisendes Staunen gehüllte Entfaltung dessen, was Gott zum Bau seiner Gemeinde von Ewigkeit her geplant hat, in Christus verwirklicht hat und vollenden wird.

Gerhard Maier – Edition C

»Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr (hyperekperissòs, über alles Maß hinaus überfließend – siehe auch 1.Thess 3,10; 5,13), als was wir erbitten oder erdenken (noèo, mit dem Verstand erfassen)«, sagt der Apostel. Hier ist kein Raum für eitle, fruchtlose Spekulation; der Apostel sagt nicht »mehr, als was wir erbitten oder erdenken können«. Er denkt an Bitten und Gedanken, die im Herzen aus einem gottgewirkten Verlangen erstehen, in die Gedanken und Absichten Gottes tiefer einzudringen. Innerhalb dieses Bereichs aufrichtigen Wünschens ist Gott fähig. Es ist beachtenswert, daß die Kraft, die höchste geistliche Wahrheit zu erkennen und zu genießen, in jedem Gläubigen wohnt »nach der Kraft, die in uns wirkt.«
Dem Vater sei Herrlichkeit in der Gemeinde in oder durch Christus Jesus »…auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin! Amen« (eis pàsas tas geneàs tou aiònos ton aiònon ) . Wenn das Zeitalter der Zeitalter das kommende Millennium ist, wie ich meine, dann wird die Gemeinde in ihrer einzigartigen Beziehung zu Christus von allen Geschlechtern zur Herrlichkeit des Vaters gesehen werden. Die Gemeinde auf Erden tut heute den Engelsmächten in den himmlischen Örtern die mannigfaltige Weisheit Gottes kund (V. 10). Im Zeitalter der Zeitalter wird sie aus ihrer Stellung in den himmlischen Örtern mit Christus Jesus dem Vater Herrlichkeit kundtun vor den Geschlechtern der Menschen auf der Erde. Amen.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Der Ehemann lobt sie sehr oft.

Ihre Söhne stehen auf und preisen sie glücklich, ihr Mann steht auf und rühmt sie:
Elberfelder 1871 – Sprüche 31,28

Ihre Söhne stehen auf und preisen ihr Glück,
ihr Gatte, und er rühmt sie:
Buber & Rosenzweig – Sprüche 31:28

Stehn ihre Söhne auf, so preist man sie ihr Gatte, rühmt man sie:
Tur-Sinai – Spr 31,28

Ihre Kinder begegnen ihr mit Achtung und segnen sie. Ihr Mann lobt sie:
Neues Leben – Bibel 2006 – Spr 31:28

Ihre Kinder reden voller Stolz von ihr, und ihr Mann lobt sie mit überschwänglichen Worten:
Hoffnung für Alle – Sprichwörter 31,28

Den Mund aber öffnet sie weise und dem Gesetz gemäß,
ihre Barmherzigkeit aber richtet ihre Kinder auf und sie werden reich,
und ihr Mann lobt sie.
Septuaginta Deutsch – Sprichwörter 31:28

Ihre Kinder schauen voll Stolz zu ihr auf,
und ihr Mann lobt sie öffentlich:
das Buch – Sprüche 31;28

Ich finde diesen Vers ziemlich lustig. Wenn man ihn liest, könnte man glatt meinen, dass wir erwarten können, dass unsere Kinder oder unsere Männer uns loben. Und tatsächlich ist das der Frust vieler Frauen. Niemand sieht scheinbar, was wir tun. Keiner steht auf und lobt uns oder bewundert unser Tun.
Mir gefällt daher auch die Übersetzung von Naftali Herz Tur- Sinai besser, weil sie realistischer ist:
„Stehen ihre Söhne auf, so preist man sie; ihr Gatte, so rühmt man sie: ‚Viel Töchter haben wacker sich erwiesen, du aber übertriffst sie alle!‘“
Das hebräische Wort für „Aufstehen“ ist „Quwm“ (H6965) und bedeutet „erreichen“, „bleiben“, „aufstellen“, „erfolgreich sein“. Meiner Meinung nach beschreibt diese Situation, dass ihre Söhne erwachsen werden und in Erscheinung treten, und dann bekommt sie – als Mutter – Lob zu hören wie „gut gemacht“, „sie sind ja auf einem guten Weg“, „du hast tolle Kinder“.
Und auch ihr Mann tritt in Erscheinung, und sie bekommt etwas davon ab, wenn die Menschen mit ihm zufrieden sind. Das ist doch eher das, was wir erleben, nicht wahr? Das ist die Realität: Wir bauen das Fundament für unseren Mann und unsere Kinder, und dann hören wir, wenn sie geschätzt werden.
Es ist viel besser für uns, wenn unsere Wertschätzung von Gott kommt. Ich war lange auf Anerkennung von außen angewiesen und sehnte mich so sehr danach. Aber so bleiben wir immer hungrig. Nur Gott kann uns füllen.
Ich dachte auch, dass mein Mann mich doch loben müsse und meine Arbeit anerkennen müsste. Versteh mich nicht falsch: Mein Mann ist wunderbar, aber ich kenne wenige Menschen, die so wortkarg sind wie er. Wenn er der Meinung war, dass etwas gesagt werden MUSS, dann war es selten ein Lob.
Vielen Frauen geht es so, dass sie sich nach Wertschätzung und Anerkennung sehnen, und auch die Männer brauchen und wünschen sich dringend Anerkennung und Wertschätzung von ihrer Partnerin. Sie wollen bewundert und geachtet werden. So haben wir dann in einer Ehe zwei Menschen, die sich gegenüberstehen und sich vom anderen Wertschätzung wünschen. Das KANN nicht unsere zuverlässigste Quelle sein. Dann gehen wir unter, wenn der Partner sauer auf uns ist oder uns kritisiert.
Rabbi Manis Friedman sagte einmal in einem Vortrag: „Gott ist allmächtig, Gott ist wunderbar. Nur in einem ist er nicht gut. Er ist nicht gut im Fluchen.“ Er sprach dann über den Sündenfall auf Erden und wie Gott der Frau auferlegt, dass sie Verlangen, ja sogar Hunger nach ihrem Mann haben wird. Frauen sehnen sich nach inniger Gemeinschaft mit ihren Männern und nach Lob und nach viel Zeit und all diesen Sachen. Das ist der Fluch.
„Aber Gott ist nicht gut im Fluchen, es steckt immer ein Segen darin“, so sagt es der Rabbiner. Die Frau wird immer die Verbindung suchen zu ihrem Mann. Das ist ein Segen, der der Beziehung und der Ehe entgegenkommt. Sei nicht stolz, wenn du denkst: „Immer muss ich“ oder: „Er sollte aber“. Unser Hunger wird nach unseren Männern sein, aber sie können uns das, wonach wir uns im Tiefsten sehnen, nicht geben! Deshalb müssen wir umso mehr nach Gott suchen. Und das ist vielleicht der größte Segen von allen.

Muller – Würde und Kraft sind dein Gewand: Wie du die Frau werden kannst, die Gott in dir sieht

Sie ist eine Frau, die des Lobes würdig ist (V. 28-29). Es ist eine wunderbare Sache, wenn Ehemann und Kinder die Frau und Mutter für ihren treuen Dienst im Haus loben können. Hier wird angedeutet, dass dieses Lob regelmäßig und spontan ausgesprochen wurde und nicht nur zu besonderen Anlässen. (In Israel gab es keinen Muttertag. Jeder Tag sollte Muttertag und Vatertag sein!) Es ist tragisch, wenn sich die Mitglieder einer Familie gegenseitig als selbstverständlich ansehen und es versäumen, aufrichtige Wertschätzung zu zeigen. Der Vater sollte den Kindern mit gutem Beispiel vorangehen und seiner Frau immer für das danken, was sie für die Familie tut. Er sollte in ihr die Frau sehen, die alle anderen übertrifft!

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

In den Versen 28-29 wird uns der Lohn gezeigt, den eine gute Ehefrau verdient. Sie verdient das Lob ihrer Kinder und ihres Mannes. Damit wird eine Haltung angesprochen, die unsere modernen Gesellschaften in die Irre führt. Die Rolle der Hausfrau wird heute in vielen Kreisen nicht gelobt. Die Rolle des Ernährers wird gepriesen und die der Hausfrau wird verunglimpft. Viele Frauen haben die Rolle der Hausfrau aufgegeben, manche aus notwendigen Gründen, manche aus egoistischen Gründen und manche aus reiner kultureller Trägheit. Einige sind der Lüge aufgesessen, dass die Rolle des Ernährers besser sei. Das Ergebnis ist, dass viele Haushalte heute gut versorgt und dennoch schlecht ausgestattet sind. Es gibt reichlich finanzielle Mittel, aber jeder im Haushalt kämpft für sich selbst, mit wenig Organisation und noch weniger Wärme. Diese Ode an die Weiblichkeit ist eine Ode an diejenigen, die das Haus schön und wohnlich machen.

Rabbi Derek Leman – Ein messinaischer Kommentar der Sprichwörter – Sprichwörtliche Weisheit und gesunder Menschenverstand

Was für ein Segen ist diese Frau ihrem Haus, wie dankbar sind »ihre Söhne« für eine solche Mutter, und welche Freude hat »ihr Mann« an ihr! Die Söhne »stehen auf und preisen sie glücklich«, wajᵓaššǝruhâ, vom Verb ᵓiššǝr, »glückselig preisen« (nur noch belegt in 3,18; 1Mo 30,13; Hi 29,11; Ps 41,3; 72,17; Hl 6,9; Mal 3,12). Und ihr Mann »[steht auf] und rühmt sie«, wajhallǝlâh (von hallêl, »rühmen, preisen« [wie V. 30]). Wie schön ist es, wenn ein Mann seiner Frau gegenüber ihre Vorzüge rühmt! Wie sehr beglückt sie das!

»und preisen sie glücklich«, wajᵓaššǝruhâ. Vom Stamm dieses Verbs ist das Hauptwort ᵓæšær gebildet, dessen Plural ᵓæšærîm im sog. Constructus ᵓæšrêj verwendet wird als der Ausruf »Wohl dem …!«, oder »Glückselig, wer …!«, wie etwa in Psalm 1,1: ᵓæšrêj hâᵓîš, »Wohl dem [Mann]« (Luther 1912), oder »Glückselig der Mann« (UELB und Elb 2003), oder ganz wörtlich: »Glückseligkeiten des Mannes« (in den Psalmen allein 25-mal belegt, in den Sprüchen in 3,13; 8,32.34; 14,21; 16,20; 20,7; 28,14; 29,18).

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

„hast du ’ne Idee, wo wir genug Brot herkriegen“

Als nun Jesus die Augen aufhob und sah, daß eine große Volksmenge zu ihm kommt, spricht er zu Philippus: Woher sollen wir Brote kaufen, auf daß diese essen?
Elberfelder 1871 – Johannes 6,5

Als Jesus (- wörtlich Als Jesus nun die Augen aufhob und -) die Menschenmenge sah, die zu ihm kam, fragte er Philippus: »Wo können wir so viel Brot kaufen, dass alle diese Leute zu essen bekommen?«
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Johannes 6:5

Jesus blickte auf und sah die Menschenmenge auf sich zukommen. Er wandte sich an Philippus: »Wo können wir Brot kaufen, damit alle diese Leute zu essen bekommen?«
Gute Nachricht Bibel 2018 – Joh 6,5

Mit der Frage an Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben?, bat Jesus nicht wirklich um eine Information; sie war vielmehr Teil seines „Erziehungsprogramms“ für die Jünger. Philippus stammte aus Betsaida (Joh 1,44), der ihnen im Moment nahegelegensten Stadt, und kannte die Gegend wohl am besten. Er erwiderte, daß es unmöglich sei, so spät am Tag noch für Tausende von Menschen in den kleinen umliegenden Dörfern etwas zu essen zu bekommen. Johannes hält in seiner Rückschau auf dieses Ereignis fest, daß Jesus Philippus mit seiner Frage nur prüfen wollte. Gott prüft die Menschen, um ihren Glauben zu stärken, nicht, um sie zum Bösen zu verführen (vgl. 1Mo 22,1-18; 1 Petrus 1,7; Jak 1,2.13-15).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Ἐπάρας{V-AAP-NSM} οὖν{CONJ} ὁ{T-NSM} Ἰησοῦς{N-NSM} τοὺς{T-APM} ὀϕθαλμούς,{N-APM} καὶ{CONJ} θεασάμενος{V-ADP-NSM} ὅτι{CONJ} πολὺς{A-NSM} ὄχλος{N-NSM} ἔρχεται{V-PNI-3S} πρὸς{PREP} αὐτόν,{P-ASM} λέγει{V-PAI-3S} πρὸς{PREP} τὸν{T-ASM} Φίλιππον,{N-ASM} Πόθεν{ADV-I} ἀγοράσομεν{V-FAI-1P} ἄρτους,{N-APM} ἵνα{CONJ} ϕάγωσιν{V-2AAS-3P} οὗτοι;{D-NPM}
Als Jesus darauf die Augen erhob und sah, dass eine große Menge zu ihm kommt, sagt er zu Philippus: Woher sollen wir Brote kaufen, damit diese essen?

Die Konjunktion ὅτι („dass“) leitet den Inhalt dessen ein, was Jesus sah, ἵνα („damit“) die Absicht des Brotkaufs. Mit λέγει („er sagt“) benutzt Johannes ein historisches Präsens, das die Unmittelbarkeit deutlich macht. Das Futur ἀγοράσομεν („wir sollen kaufen“) ist modal gebraucht und somit stünden im Deutschen auch andere sinnvolle Modalwörter dafür bereit (wollen, können, müssen, mögen). Der letzte Satz gibt die direkte Rede wörtlich wieder.

P. Streitenberger – Johannes

Diese große Volksmenge, die „zu ihm“ kam steht als Kontrast zum V.3 wo Er sich „mit seinen Jüngern“ setzte. Wie wir vorher sagten, führte der Herr bei den Jüngern das Neue ein, aber das Volk verharrte in der alten Weise. Die Augen des Herrn waren zuerst auf Seine Jünger um Ihn herum gerichtet; als der Herr „die Augen aufhob“, sah Er die Volksmenge, und schließlich hob Er „seine Augen auf gen Himmel“, als Er zum Vater sprach (17,1). Umgekehrt wies der Herr die Jünger an, die Augen aufzuheben, um die Ernte zu sehen (4,35), während Sein Volk es lernen sollte, unter allen Umständen unverwandt gen Himmel zu schauen (Apg 7,55; Ps 121,1).
 Der Herr spricht
. Der Herr zeigte all denen stets Erbarmen, die Ihn in ihren Herzen nicht verwarfen (das Gegenteil findet sich in Mt 11,20 ,wo wenige Machttaten geschahen, weil die Städte nicht Buße tun wollten). Er begegnete zuerst ihren leiblichen Bedürfnissen, dann den geistlichen. Sie begehrten ersteres, aber viele stießen sich an letzterem. In beiden Fällen baute der Herr auf einer Grundlage auf: Im ersten Fall baute Er auf dem Wissen des Volkes von 2Mo auf. Als Er Philippus fragte: „Woher sollen wir Brote kaufen, auf daß diese essen?“ prüfte der Herr die Geistlichkeit und den Glauben des Philippus, und dieser versagte. So konnte Er ihm seinen Mangel zeigen. Gewiß hatte er einen Vorteil vor andern Leuten. In Joh 1,43-46 ,wo Er vom Herrn gefunden und berufen wurde, folgte er Jesus als dem im Alten Testament Vorhergesagten. Er hatte das Zeichen der Wandlung des Wassers in Wein gesehen, wo Seine Jünger an Ihn glaubten. Er wußte doch wohl um die göttliche Kraft, wie sie im Alten Testament an Elisa gesehen wird, als auf dessen Wort hin aus einem Ölkrug die vielen gefüllt wurden (2Kö 4,1-7; siehe auch 1Kö 17,12-16). Philippus hatte wahrlich einen guten Start, aber er ließ nachher in Seinem Verständnis nach, so sehr, daß der Herr ihn schließlich fragen mußte: „So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus?“ (14,9).

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Jesus schaut auf und sieht die große Volksmenge und will sie sättigen. Matthäus sagt uns, dass er über sie »innerlich bewegt« war (Mt 14,14); Lukas sagt: »Er nahm sie auf …, und die, die Heilung nötig hatten, machte er gesund« (Lk 9,11). So ist Gott; er tut seinen Geschöpfen Tag für Tag unzählig viel Gutes.
»spricht er zu Philippus«: Der Meister will seine Jünger lehren. Sie sollen ihn und seine Absichten kennenlernen und zu den ihrigen machen; sie sollen lernen, die Menschen mit seinen Augen zu sehen.
»um ihn zu prüfen«: Es sollte ans Licht kommen, ob Philippus und die übrigen Jünger inzwischen gelernt hatten, dem Herrn zu vertrauen.
»denn er selbst wusste, was er tun wollte«: Er wollte die Brote mehren, ja, aber das war nur ein Zeichen von dem, was er wirklich tun wollte: Er wollte sich selbst, sein Fleisch und sein Blut opfern, um der Welt das Leben zu geben (V. 33.51).
Diese Information, dass Jesus wusste, ist typisch für das Johannesevangelium (siehe V. 61.64; 2,25; 13,1 und 18,4), denn in ihr wird der Vorhang des Fleisches, hinter dem der Herr seine Herrlichkeit verbarg (siehe Hebr 10,20), immer wieder auf die Seite gezogen. Johannes bezeugt ganz offen, dass Jesus Gott ist, indem er uns zeigt, dass er nie etwas fragen musste, weil er eine Information brauchte. Er wusste, was im Menschen war; er wusste immer, was er tun wollte; und er wusste alles, was geschehen würde. Und dies alles wusste er »selbst« (siehe auch 2,25), also aus sich heraus. Er musste also nicht warten, bis der Vater ihm das Verborgene enthüllte, war er doch eins mit dem Vater, weshalb er alles wusste, was der Vater wusste. Und zwar wusste er von Anfang an (siehe 1,1) alles. Er war ewig der Allwissende; sein Wissen konnte nie gemehrt werden, denn sonst wäre er davor nicht der Allwissende, sondern nur ein Vielwissender gewesen. Wäre sein Wissen durch Information gewachsen, wäre er auch nicht der ewig Unveränderliche, sondern veränderlich gewesen. Er aber ist derselbe seit aller Ewigkeit und in alle Ewigkeit (Hebr 13,8).

Benedikt Peters – Kommentar zum Johannes-Evangelium

Erst der Vergleich mit den Synoptikern macht klar, dass Jesus zwischen Johannes 6,3 und Joh 6,5 die Herankommenden freundlich aufgenommen, unterrichtet und Kranke geheilt hat und dass es inzwischen Abend geworden ist (vgl. Mt 14,14ff.; Mk 6,34ff.; Lk 9,11ff.). Dies ist eine der Stellen, an denen sich zeigt, dass ein sorgfältiger Vergleich der Evangelien notwendig ist.
»Seine Augen aufheben« ist eine hebräische Wendung, die unserem Wort »aufblicken« entspricht. Nach den Synoptikern beginnen die Jünger das Gespräch über die Versorgung der »Volksmenge«. An dem dünner besiedelten Ostufer (vgl. Mk 6,35; Lk 6,12) war dies ein Problem. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass an dem Ostufer viele Griechen wohnten und daher Speise, die den jüdischen Speisevorschriften entsprach, schwieriger zu erhalten war. Johannes beginnt mit seinem Bericht erst da, wo »Jesus zu Philippus sagt:
Wo sollen wir Brot (wörtlich: Brote) kaufen, damit diese essen können?« – Brot »kaufen« war schon in Joh 4,8.31 die Aufgabe der Jünger. Sie bezahlten offensichtlich mit den Almosen, die in den von Judas verwalteten Beutel eingelegt wurden (vgl. Joh 12,6; 13,29, sowie Lk 8,3). Aber warum fragt Jesus ausgerechnet den »Philippus«? Sicherlich ist es derselbe Philippus wie in Joh 1,43ff.; Joh 12,21ff. und Joh 14,8ff. (vgl. zu seiner Person die Erklärung zu Joh 1,43). Wir können den Grund nur vermuten. – Philippus sprach, wie sein griechischer Name verrät, griechisch und war außerdem aus Bethsaida (Joh 1,44), der nächstgelegenen überwiegend jüdischen Stadt. So kannte er die Gegend und war imstande, auch mit den Griechen jener Gegend zu verhandeln.
Die Frage hatte den bestimmten Zweck, Philippus und die anderen Jünger mit ihm »auf die Probe zu stellen«. Sie war sozusagen eine pädagogische Frage und schloss damit an die Unterrichtssituation an, die uns soeben in Vers 3 begegnete. Doch was sollte geprüft werden? Vermutlich die Zuversicht, die die Jünger auf Jesus setzten. Jedenfalls »wusste Jesus wohl, was er tun wollte«. Jesus plante also bereits jetzt das Wunder der Speisung. Wie ist das möglich? Einen Schlüssel zur Lösung dieser Frage bietet das kleine Wort »wollte«. Das entsprechende griechische Wort heißt nämlich nicht nur »wollen« (= beabsichtigen), sondern auch nach Gottes Willen tun »müssen«. Es ist also Gottes, des Vaters Wille, dass er jetzt das Wunder der Speisung vollzieht! Von da aus können wir noch einen Schritt weitergehen. In 2Mose 16,4 macht Gott die Zusage, sein Volk wunderbar zu speisen. Wenn Jesus jetzt ähnliches vollbringt, macht er klar:
Ich habe als Gottes Sohn die Vollmacht, ebenso zu handeln wie der Vater. Darüberhinaus sind durch Elia und Elisa ebenfalls wunderbare Speisungen geschehen (1Kön 17,8ff.; 2Kön 4,42ff.). Weil Elisa nach Maleachi 3 der Vorläufer des Messias war, erwartete man ähnliche Speisungswunder auch in der messianischen Zeit. Geschieht nun durch Jesus ein noch größeres Speisungswunder als durch Elia und Elisa, dann gibt er wiederum zu verstehen, dass er der erwartete Messias ist.
Formal halten wir noch fest, dass Vers 5 einen der typischen kleinen Kommentare darstellt, wie sie Johannes immer wieder in sein Evangelium einfügt (vgl. Joh 1,44; 2,17.22; 4,2.9 b).

Gerhard Maier – Edition C

Wieso ausgerechnet Philippus?
Ein weiteres Beispiel von vielen finden wir in der Geschichte um die Speisung der Fünftausend. In Johannes 6,5 fragt Jesus den Jünger Philippus, wo sie angesichts der Menschenmenge Brot kaufen können. Die Frage überrascht, weil die angesprochene Person bislang kaum im Vordergrund stand, eher eine untergeordnete Rolle spielt und weil nicht die prominenten Jünger wie Petrus oder Johannes zuerst gefragt werden. Warum wird also ausgerechnet Philippus gefragt? Lukas gibt in seinem Bericht den entscheidenden Hinweis, wo sich das Wunder ereignete, nämlich in der Nähe der Stadt Betsaida (Lukas 9,10). Und Johannes selbst wiederum erwähnt ein paar Kapitel zuvor wie beiläufig: „Philippus stammte aus Betsaida …“ (Johannes 1,44). Weil Philippus ortskundig war, wusste er wohl auch, wo man in der Gegend Brot besorgen konnte. Diesen Schluss kann man nur in Kombination der beiden Evangelien ziehen. Beide wussten mehr, als ihre Texte auf den ersten Blick erkennen lassen. Das vollständige Bild war beiden offenbar vorgegeben – zum Beispiel durch zuverlässige mündliche Überlieferung, die auf Augenzeugen zurückging.

Faszination Bibel 2/2021

Gegen Ende des Tages lehrte Jeschua die letzte Lektion (Markus 6,35). Der Kontext Seiner fortwährenden Unterhaltung mit den Aposteln zeigt Seine Absicht, sie speziell zu lehren. Die Jünger schlugen vor, dass Er die Massen wegschicken sollte, um für sich selbst Nahrung zu finden (Matthäus 14,15; Markus 6,35-36; Lukas 9,12). Sie beklagten sich, dass, da sie sich in einer Wüstengegend befanden, die Nahrung knapp sein würde. Jeschua antwortete, indem er sagte: Gebt ihr ihnen zu essen (Matthäus 14,16; Markus 6,37; Lukas 9,13). Während eines Teils des Gesprächs konzentrierte er sich jedoch auf einen bestimmten Apostel: Als nun Jeschua seine Augen aufhob und sah, dass eine große Schar zu ihm kam, sagte er zu Philippus: Woher sollen wir Brot kaufen, damit diese essen können? (Johannes 6:5). Jeschua wusste bereits, was Er tun würde, warum stellte Er also Philippus diese Frage? Jochanan gab an, dass Er es tat, um den Apostel zu beweisen (Johannes 6:6) oder zu prüfen. Dies war Philippus‘ Heimatgebiet (Joh 1,44), und er würde wissen, dass es in der Gegend nicht genug Essen für eine so große Menschenmenge gab, noch würden sie das Geld haben, es zu kaufen. Nicht einmal Brot im Wert von zweihundert Schilling würde ausreichen (Johannes 6:7a). Der griechische Begriff hier ist denarion, ein Lehnwort aus dem lateinischen denarius. Ein Denar entsprach einem Tageslohn (Matthäus 20:2). Selbst zweihundert Tageslöhne hätten nicht ausgereicht, damit jeder ein wenig nehmen kann (Johannes 6:7b). Im ersten Jahrhundert konnte man mit einem Denar zehn Zentner Weizen oder dreißig Zentner Gerste kaufen. Daher hätte man mit zweihundert Denaren zweitausend Zentner Weizen oder sechstausend Zentner Gerste kaufen können. Selbst das reichte nicht aus, um die vielen Menschen, die anwesend waren, zu ernähren.

Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive

Schlechte Sachen sollen keine Chance gegen dich haben, schlag das Böse mit dem Guten!

Laß dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten.
Elberfelder 1871 – Römer 12,21

 Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege Böses mit Gutem.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Römer 12:21

Nicht lasse dich besiegen (unterwerfen, bezwingen, überwinden) (- Imp. pass.; wörtlich „werde nicht … besiegt“. -) von dem Bösen (Schlechten), sondern besiege (unterwerfe, bezwinge, überwinde) (- Part. akt. -) in dem (durch das, mit dem) Guten das Böse (Schlechte).
offene Bibel – Röm 12,21

Lass dich nicht dauernd vom Üblen überwinden, sondern besiege das Übel immer wieder durch die Wohltat!
Gottes Agenda – Röm 12:21

Lass dich also nicht von der Bosheit besiegen, sondern besiege du selbst das Böse, indem du Gutes tust!
Roland Werner – Das Buch – 2009 – Röm 12:21

Röm 12,21 νικῶ Imp. Pass. νικάω (< νίκη Sieg) tr. siegen; besiegen, überwinden; Pass. sich überwinden/besiegen lassen (B 2b). νίκα Imp. νικάω. ἐν instr.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Die Verse 19–20 sind aus dem Tanach selbst. Außerdem ist die Grammatik der Verse 9–13, die nur Partizipien und keine finiten Verben hat, typisch für hebräische Texte, nicht für griechische; das deutet auf eine sehr alte hebräische Quelle hin.
Im Zusammenhang mit der Bergpredigt von Jeschua habe ich darauf hingewiesen, dass es keinen Grund gibt, zu erwarten, dass sich die Ethik des Neuen Testaments von der Ethik des Tanach unterscheidet, da Gott sich nicht ändert. Alle Ratschläge, die in diesen Versen zu finden sind, sind in der Thora und den Propheten implizit und häufig auch explizit enthalten. Da Nichtjuden nicht in gleicher Weise wie Juden an die Thora gebunden sind und da der Heilige Geist von innen heraus wirkt, leitet Sha’ul für die Gläubigen die Grundprinzipien richtigen Handelns her und ist zuversichtlich, dass Menschen mit verwandeltem Geist (V. 1) durch die Kraft des Ruach HaKodesh in der Lage sein werden, diese Prinzipien in bestimmten Situationen anzuwenden.
Der Großteil der Lehre ist selbsterklärend und offenbart seine Bedeutung jedem, der darüber nachdenkt. Beispiel: Vers 21: Lasst euch nicht vom Bösen überwinden – Vergeltung bedeutet, dass ihr sowohl von eurem Feind überwunden worden seid, dem ihr die Initiative überlassen und euch zu einer Gegenreaktion provozieren lassen habt, als auch von den bösen Impulsen eurer eigenen alten Natur, die ihr unterdrücken solltet (8:1–13).

Stern – Jüdischer Kommentar zum Neuen Testament: Begleitband zum Jüdischen Neuen Testament

Wenn du ein Seelsorger bist… Es ist einfach, jüdische Parallelen zu Sha’uls ethischen Lehren zu finden. Schau dir mal das Ende von Vers 8 an und vergleiche es mit dieser Stelle aus der Mischna: „Die Welt wird durch drei Dinge aufrechterhalten – die Tora, den Tempelkult und barmherzige Taten“ (Sacks 4–5; Pirqe Avot 1:2).

The Complete Jewish Study Bible: Notes

Nach Schluss dieser Lektion verallgemeinert Paulus und spitzt zugleich persönlich zu: Lass dich nicht besiegen durch das Böse, sondern besiege durch das Gute das Böse. Diese Welt ist ein Ort des Kampfes zwischen zweierlei Weisen, Mensch zu sein, Mensch unter dem »Gott dieser Welt« oder Mensch unter dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Sieger sind wir nicht erst durch irdische Erfolge unseres Tuns, sondern in verborgener Weise schon durch das Tun des Guten selbst.

Wuppertaler Studienbibel

Paulus faßt zusammen: „Laß dich nicht besiegen von dem Bösen, sondern besiege durch das Gute das Böse. Er gebraucht dabei die abstrakte philosophische Sprache. Der Satz des Paulus könnte so in mancher philosophischen Abhandlung stehen. Wird vor dieser einfachen und schönen Regel nicht die ganze schwierige Dogmatik mit „Christus“ und „Erlösung“ und „Rechtfertigung“ und „Heiliger Geist“ überflüssig? Könnten nicht Christen und Atheisten und Anhänger aller Religionen in diesem edlen Wettstreit miteinander darum ringen, „das Böse durch das Gute zu besiegen“? Aber so hat es Paulus nicht gemeint! Der Satz gehört ganz in die Lage der verfolgten Gemeinde hinein. Feindschaft, Haß, Beschimpfung und Verleumdung dringen auf sie ein: das ist „das Böse“ mit dem sie es konkret zu tun hat. Wenn sie „Böses mit Bösem und Scheltwort mit Scheltwort“ beantwortet (1 Pt 3,9), dann „läßt sie sich vom Bösen besiegen“. Wie naheliegend und gefährlich sind solche Niederlagen für eine bedrängte Gemeinde, zumal sie äußerlich wie lauter „Siege“ aussehen können! „Das Böse durch das Gute besiegen“ können wir nur, wenn wir in radikaler „Erneuerung unseres Sinnes“ uns von „Wesen dieser Welt“ trennen und den Haß mit Liebe, die Beschimpfung und Verleumdung mit herzlichem Gebet, brutales Unrecht mit Güte erwidern. Wieder stehen wir bei dem Wort Jesu, ohne daß es zitiert wird; Paulus hat es tief und selbständig aufgenommen. Aber „können“ wir es denn? Wie „kann“ man es überhaupt? Nur der ganze Römerbrief mit seiner ganzen „schwierigen Dogmatik“, mit „Christus“ und „Erlösung“ und „Rechtfertigung“ und „Heiligem Geist“ kann es uns lehren und uns tatsächlich zu diesem unerhörten Sieg führen!

W.de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Der urchristliche Missionar Paulus hat da so gesagt: Lass Dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Er meint damit: wenn wir Bosheit immer wieder mit Bosheit beantworten, dann werden wir selbst von der Bosheit angesteckt. Und der Kreislauf des Bösen hört nie auf. Eine schlimme Tat zieht immer die nächste nach sich, ein Teufelskreis! Und dann verlieren wir. Erst wenn wir den Mut haben, diesen Kreislauf zu durchbrechen, kann es anders werden. Wenn wir die böse Tat nicht mit einer bösen Tat beantworten. Wenn wir vergeben und nicht vergelten. Dann können wir siegen.

Michael Herbst Predigtarchiv

Der Mensch reagiert von Natur aus so, wie er behandelt wird. „Wie du mir, so ich dir“. „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Die Botschaft Jesu fordert jedoch genau das Gegenteil. Eine der größten Herausforderungen für Christen ist, nicht “genauso” zu reagieren, sondern “im Geist” zu reagieren. Vom Heiligen Geist geführt zu werden anstatt von äußeren Umständen widerspricht der Natur des Menschen. Wer sich jedoch zu Christus bekehrt und eine neue Natur empfängt, für den ist die Leitung des Heiligen Geistes etwas natürliches, weil dieser Mensch in seinem Denken und Handeln Christus immer ähnlicher wird. Die Vergeltung von Bösem mit Bösem ist zweifellos eine natürliche Reaktion; doch Böses mit Gutem zu vergelten ist eine Folge des übernatürlichen Werkes Christi in uns.
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten!“ (Römer 12,21)

Halte dir vor Augen, dass du andere genauso akzeptieren kannst, wie Christus dich akzeptiert.

June Hunt – Schlüssel zur biblischen Seelsorge

Aber wenn dein Feind hungert, speise ihn; wenn er dürstet, tränke ihn. Denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt häufen (Sprüche 25,21–22). Laß dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege durch das Gute das Böse. Mit besonderem Nachdruck verweilt der Apostel bei den ungerechten, gehässigen Eingriffen anderer in unser Leben. Da offenbart sich im Verzicht auf Rache und Gericht die königliche Freiheit und Vollkommenheit der Liebe, ihre Unabhängigkeit vom Verhalten der anderen, ihre Zuversicht, daß sie auch den Feind mit feuriger Kraft erfassen und mit dem Guten das Böse besiegen wird. Das Recht fällt deshalb nicht zu Boden, auch wenn wir auf Vergeltung und Strafe verzichten. Gottes Zorn hält über ihm Wache und nimmt die Vergeltung in seine Hand. Statt daß wir seinem Zorn durch eigene Rache den Raum wegnehmen, geben wir dem göttlichen Zorn den Raum frei und lassen ihn das Gericht vollstrecken, doch nicht so, als ob wir müßig auf Gottes Rechtsvollzug warteten, sondern so, daß wir mit Freude jede Gelegenheit ergreifen, bei der wir unseren Widersachern wohltun können, in der Gewißheit, daß die echte Liebe eine Macht besitzt, gegen die sich die Bosheit nicht leicht verhärten wird, weshalb sie Paulus mit der Wirkung einer glühenden Kohle vergleicht. Die göttliche Art der Liebe wird darin sichtbar, daß sie bei ihrem heilsamen, gütigen Werk verbleibt und gewiß ist, daß sie mit ihm auch über die Bosheit den Sieg gewinnt.

Schlatters Erlӓuterungen zum Neuen Testament

Sechstens: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem (V. 21). Der griechische Begriff für „böse“, kakos, bezeichnet das Böse im weitesten Sinne. Im übertragenen Sinn bezieht er sich auf die innere Bosheit, die von einem moralisch verdorbenen Charakter ausgeht. Paulus verwendet denselben Begriff in Vers 17a, wo er die Gläubigen ermahnt, niemandem etwas Böses zu tun. Wie bereits erwähnt, bezieht sich der griechische Begriff für „gut“, agathos, auf das, was von Natur aus gut ist. Entweder ist das Böse der Sieger oder das Böse wird überwunden. Wenn es überwunden wird, dann durch den korrigierenden Einfluss der Liebe. Die Gläubigen sollen ständig daran arbeiten, das Böse zu überwinden, indem sie Gutes tun.

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Römer

… Unsere Güte beschämt ihn, und seine eigene Bosheit beginnt, ihn zu plagen, und das lässt ihn zuweilen umdenken. So handelt Gott an uns Menschen; seine Güte leitet zur Buße (Röm 2,4). In der Weise, wie Gott böses Tun überwindet und zum Guten wendet (siehe 1Mo 50,20), lernt auch der Christ, »das Böse mit dem Guten« zu überwinden. Das tut er in zweierlei Hinsicht: Indem er dem Feind Gutes tut, überwindet er das Böse, das in ihm ist und zur Vergeltung drängt; und er überwindet dabei auch das Böse, das ein Feind ihm angetan hat, indem es für diesen zum Guten ausschlagen kann.

Benedikt Peters – Der Brief an die Römer

Das ist die Zusammenfassung christlicher Ethik dem Ziel nach. Sie ist Kampfethik zur Überwindung, zum Sieg über das Böse. Sie hat Teil an Christi Sieg über die Hauptmacht des Bösen, nämlich über den Tod (vgl. Offb 1,17.f.) und darf von dort her leben, handeln und siegen. Sieg Jesu Christi aber bedeutet für uns Menschen gerade nicht Niederlage und Vernichtung, sondern dort strahlt der Sieg Jesu Christi am hellsten, wo er „mich verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels“. So siegen Christen, indem sie andere mit Liebe überwinden. „Das Böse“, diese böse Zeit, wird mit „Gutem“ besiegt, und das Gute ist Gottes Liebeswille, der uns erretten will. An diesem Rettungswerk haben wir teil.

Gerhard Maier – Edition C

Am Ende seiner Argumentation kommt Paulus nun zu der Schlußfolgerung, daß das Böse nicht triumphieren darf. Wenn der Gläubige auf erwiesenes Böses mit Bösem reagiert, vermehrt er das Böse nur noch. So kann ein Funke zu einem Flächenbrand werden. Wenn man Böses heimzahlt, stellt man damit sicher, daß das Böse wächst und schließlich überhand nimmt. Paulus warnt hier vor der stets gegenwärtigen Gefahr, vom Bösen überwunden zu werden, wenn man einen Weg der Vergeltung einschlägt. Der Gläubige ist nicht berechtigt, sich bei einem Vorsatz der Rache zeitweise auf Distanz zu halten und dann zur angebrachten Zeit zuzuschlagen. Wenn der Prozeß, Böses mit Bösem zu vergelten, erst einmal in Gang ist, ist es offen, wer einen Vorteil hat. Der Rat an den Gläubigen ist klar und bedeutet auch: »Hör damit auf«, oder »Weigere dich weiterhin, solches zu tun.«
    Das Wort für »Böses« ist hier kakos (siehe Anm. zu V. 17); das Wort für »Gutes« ist agathos , was das praktisch Gute betont. Der Apostel läßt sich hier darüber nicht aus. Vielleicht wollte er das dem guten Urteil des Gläubigen überlassen. Wie in V. 17 gesagt, ist es jedoch besser, das Leben als Christ in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes zu führen und es dem Heiligen Geist zu überlassen, was unter den jeweiligen Umständen das Beste ist. Daher ist eine tiefe Kenntnis des Wortes Gottes äußerst nützlich. Aus dieser Position der Stärke kann man sich durch den Geist schnell an viele Beispiele für angemessene Reaktionen erinnern lassen. Jedenfalls wird Gott Seine Heiligen nicht der Verwundbarkeit überlassen. Selbst die Einfältigsten können sich auf Seine Hilfe und Führung verlassen, wenn es darum geht, Böses mit Gutem zu überwinden.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

BESIEGE DAS ÜBLE MIT GUTEM
Was aber, wenn sich jemand im Zorn an dich wendet? Befolge Römer 12:17 (NW): „Vergeltet niemand Übles mit Üblem.“ Für solche Fälle gibt die Bibel den Rat: „Eine gelinde Anwort wendet den Zorn ab, doch harte Worte erregen Ärger.“ (Sprüche 15:1, AÜ) Eine sanfte Antwort deinerseits wird den, der dich hart anfährt, besänftigen, während barsche Worte deinerseits den Betreffenden noch mehr verhärten. So vermeide es, Öl ins Feuer zu giessen, das ein anderer gegen dich anfacht; dann wird das Feuer bald von selbst ausgehen und sich abkühlen. In nüchternen Augenblicken, die folgen werden, wird der Hitzkopf sich über sein kindisches Verhalten beschämt fühlen, wenn er darüber nachdenkt, wie du Beherrschung und Reife an den Tag legtest, und du wirst die schändliche Torheit, Übles mit Üblem zu vergelten, vermieden haben.
Weshalb solltest du dich, wenn jemand böse gegen dich handelt, in sein übles Bild hineinarbeiten? Das ist der Weg der bösen alten Welt, der zu keinem praktischen Nutzen führt. Musst du jemand, der dir Schimpfnamen anhängt, deswegen auszanken? Musst du jemandem, wenn er lügt oder dich verleumdet oder über dich schwätzt, dann mit Gleichem zurückzahlen und selbst ein hassenswerter Lügner oder Verleumder oder Schwätzer werden, indem du dich auf sein Niveau hinablässest? Würde er sich nicht gerade dadurch als der Stärkere erweisen, indem er dich in sein Bild umformt, weil seine üblen Praktiken deine Praktiken würden? Musst du, wenn dein Widersacher böse ist, alle deine guten Grundsätze und Überzeugungen aufgeben, um „praktisch“ zu sein, oder um einer andern sinnlosen Ausflucht willen, und musst dich auf sein böses Niveau hinablassen, um schliesslich mit ihm teilzuhaben an Gottes Zorn? Wer Böses mit Bösem vergilt, setzt einen verwerflichen Kreis von Übeltaten in Gang. Lüge erzeugt Lüge, Hass erweckt noch mehr Hass, Heftigkeit ruft noch grösserer Heftigkeit, und der Kreislauf des Üblen nimmt an Schwung zu, da jeder in den bösen Fussstapfen des andern rennt und den andern im Übeltun zu übertreffen sucht, in dem Bestreben, dem andern mit noch mehr Bösem heimzuzahlen. In diesem betäubenden Wirbel sind Menschen und Nationen bald aus dem Gleichgewicht und stürzen in Satans Fallgruben. Die Christen werden solche Schlingen meiden, indem sie es ablehnen, den ersten Kreis zu schliessen oder ihn in Gang zu setzen durch eine Vergeltung des Üblen mit Üblem. Statt dessen werden sie mit Gutem zurückzahlen. „Lass dich nicht vom Üblen besiegen, sondern besiege das Üble stets mit dem Guten.“ — Matthäus 5:44; Römer 12:21, NW.
In Anbetracht all des Vorangegangenen nehmen wir entschieden den Standpunkt ein, dass es für die Menschen heute von äusserst praktischem Nutzen ist, den Grundsätzen der Bibel zu folgen, nicht nur gegenüber Mitchristen, sondern auch in ihrem Handeln mit allen Menschen. „Wenn ihr liebet, die euch lieben, zu welchem Verdienst gereicht euch dies? Denn auch die Sünder lieben die, welche sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, zu welchem Verdienst gereicht euch dies in Wirklichkeit? Auch die Sünder tun dasselbe.“ Statt dessen erweiset allen selbstlose Liebe, gleichwie Jehova „gütig ist gegen die Undankbaren und Bösen“. (Lukas 6:27-36, NW) Das Gute, das ihr auf die Meere der Menschheit aussät, wird zur bestimmten Zeit mannigfach zu euch zurückkommen, wenn nicht von den Empfängern, so doch von Jehova Gott.
Im Einklang mit Gottes Wort zu leben, ist von praktischem Nutzen. Einige mögen Einspruch erheben und sagen, dass es wunderbar wäre, wenn alle Menschen so handelten, aber weil die Mehrheit es nicht tue, sei es nutzlos, wenn nur die wenigen es täten. Doch dieselben Menschen kämpfen für ihre politische und soziale Überzeugung, auch wenn sie in der Minderheit sein mögen. Christen stehen in ihren Glaubensansichten fest. Andere Menschen, Weltlinge, mögen sagen, Christi Königreich werde zwar wunderbar sein, wenn es seine Tätigkeit entfalte, doch bis dahin müssten sie etwas tun, um die Verhältnisse zu bessern. Christen sitzen jedoch nicht müssig da und warten, bis das Königreich die volle Gewalt über die Erde ausübt. Es ist ihnen soviel Arbeit zu tun aufgetragen, dass es für sie gebieterische Pflicht ist, die Zeit auszukaufen, um ihr Werk des Predigens des Evangeliums zu vollenden. Ohne sich beeindrucken zu lassen, fahren die Weltlinge fort, sich in ihre eigenen politischen und sozialen Manöver zu vertiefen und fertigen die Bibel als von nicht praktischem Werte ab. In Wirklichkeit wollen sie durch ihr Abfertigen der Bibel als von etwas Unpraktischem nur ihr Nichteiniggehen damit rechtfertigen oder ihren Unwillen, auf den reinen und schmalen Wegen, die sie weist, zu wandeln. Sie wollen die Dinge nach ihrer Art tun und vertrauen auf ihre eigenen Pläne, ihre eigenen Bemühungen, ihr eigenes Recht. Das ist überaus unpraktisch gehandelt angesichts der Tatsache, dass Jehova Gott die weiseste und mächtigste Kraft im Universum ist. In Harmagedon wird Gott in sehr praktischer Weise alle, die ihm widerstehen, in die Vergessenheit hinabfegen und wird veranlassen, dass alle Übrigbleibenden gleichen Sinnes seien wie er. Dann werden die Menschen einsgemacht in den gerechten Grundsätzen seines Wortes. Ein jeder wird sie dann in die Tat umsetzen, und in jener gerechten neuen Welt werden alle Leiden dieser alten Welt verschwunden sein wie Rauch im Winde

Wachtturm August1951

nur Noah war übrig und alles, was mit ihm in dem Kasten war

Und vertilgt wurde (nach and. Lesart: Und er vertilgte) alles Bestehende, das auf der Fläche des Erdbodens war, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Gewürm und bis zum Gevögel des Himmels; und sie wurden vertilgt von der Erde. Und nur Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.
Elberfelder 1871 – Genesis 7,23

Er wischte alles Bestehende weg, das auf dem Antlitz des Ackers war,
vom Menschen bis zum Tier, bis zum Kriechgerege, und bis zum Vogel des Himmels,
weggewischt wurden sie von der Erde.
Noach allein blieb übrig und was mit ihm in dem Kasten war.
Buber & Rosenzweig – Genesis 7:23

Und es löste alles Selbständige auf, das auf der Fläche des Erdbodens war, vom Menschen bis Vieh, Gewürm und Vogel des Himmels; sie wurden von der Erde weggelöscht, und nur Noach und was bei ihm in der Arche war blieb übrig.
Rabbiner Samson Raphael Hirsch – 1.Mose 7,23

Und er löschte jedes Lebewesen aus, das auf der Oberfläche des Erdbodens war, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Kriechenden und bis zum Vogel des Himmels, und sie wurden von der Erde ausgelöscht. Und nur Noach blieb übrig und was mit ihm in dem Kasten war.
Streitenberger – 1.Mose 7:23

In einer „religiösen Zeitschrift“ wird zu diesem Vers geschrieben:

Die Frage, wen Jehova zu den Ungerechten zählt, wurde in unseren Publikationen schon wiederholt behandelt. In der Vergangenheit haben wir erklärt, dass Menschen, die von Jehova vernichtet wurden, keine Auferstehungs­hoffnung haben. Die Bibel beschreibt mehrere Urteils­vollstreckungen Jehovas. Bei der Sintflut zum Beispiel kamen alle Menschen außer Noah und seine Familie um. Später befahl Jehova den Israeliten, die sieben Völker zu vernichten, die im Land der Verheißung lebten. Und ein Engel tötete in einer einzigen Nacht 185 000 assyrische Soldaten (5. Mo. 7:1-3; Jes. 37:36, 37). Gibt uns die Bibel genug Anhaltspunkte für die Schlussfolgerung, dass Jehova alle diese Menschen zum ewigen Tod verurteilt hat – ohne die Aussicht, auferweckt zu werden? Nein. Wir wissen nicht, wie Jehova jeden Einzelnen beurteilte. Wir können auch nicht sagen, ob alle, die vernichtet wurden, die Möglichkeit hatten, ihn kennenzulernen und zu bereuen.

Der Wachtturm Mai 2024

Aber das ist eigentlich die falsche Frage! Die Frage wäre: Warum steht dieser Vers in der Bibel? Was will Jehovah uns damit sagen? Und warum wurden in diesem Vers „Mensch und Tier vernichtet“ und nicht, wie in der Aufzählung in dieser „rel. Zeitschrift“ nur die „sündigen Menschen“. Wenn du eine Antwort auf die letzte Frage gefunden hast (die Antwort finden wir im sogenannten NT) dann wirst du verstehen, dass die Sintflut nicht in erste Linie eine Vernichtung sondern in erster Linie „die Rettung der menschlichen Existenz auf der Erde“ war!


andere Kommentare zu diesem Bibelvers:

Alles… Lebendige auf der Erde (außerhalb der Arche) wurde zerstört. Nur das Leben im Wasser überlebte. Die Sünde vergiftete alle Lebensbereiche. So war nur ein völliger Neubeginn ausreichend. So wird es ebenfalls am Ende der Tage sein ( Mt 24,37-39 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Mose 7,21-23a beschreibt das Ausmaß der Zerstörung: Und es starb alles Fleisch, das sich auf der Erde regte, die Vögel und das Vieh, die Vögel und die Tiere und alles Gewürm, das auf Erden kriecht, und alle Menschen, in deren Nasenlöchern der Odem des lebendigen Geistes war. Alles, was auf dem trockenen Lande war, starb. Die Betonung liegt eindeutig auf der Vernichtung aller Lebewesen auf dem Festland durch den Lebensatem, was wiederum alle Fische ausschließt. Dann sagt er: Und es wurde vertilgt alles Lebendige, was auf der Erde war, der Mensch und das Vieh und das Gewürm und die Vögel des Himmels, und sie wurden alle von der Erde vertilgt. Das hebräische Wort bedeutet „ausgelöscht“. Sie wurden ausgelöscht.
Mose 7:23b listet diejenigen auf, die verschont wurden: Nur Noah und die, die mit ihm in der Arche waren, blieben übrig.

Arnold Fruchtenbaum – Genesis

So lesen wir in 1. Mose 7,23: „Er vertilgte alles Bestehende auf dem Erdboden, vom Menschen an bis auf das Vieh, bis auf das Kriechende und bis auf die Vögel des Himmels; es ward alles von der Erde vertilgt; nur Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.“ Das klingt universal. Zudem erscheinen hier im Hebräischen zwei verschiedene Wörter für Erdboden und Erde. Wohl können beide einen engeren Sinn haben, dass aber hier zwei verschiedene Wörter gebraucht werden, verleiht dem Argument der universalen Flut einiges Gewicht. Ebenso verbindet 1. Mose 7,23 alles Lebendige mit den Menschen, und 1. Mose 9,19 und 10,32 sagen auf das Bestimmteste, dass Noah und seine Familie die einzigen überlebenden Menschen waren. Dass die Flut in Bezug auf den Menschen universal war, geht aus der Schrift eindeutig hervor.

Schaeffer – Genesis in Raum und Zeit: Der Anfang der Biblischen Geschichte und Seine Bedeutung für Unser Welt- und Menschenbild

Die göttliche Absicht, die in Vers 4 verkündet wurde, hat sich vollständig erfüllt.

wurde verlassen Der hebräische Wortstamm sh-ʾ-r bedeutet, dass das Überleben gewollt und nicht zufällig ist.

Der JPS Tora-Kommentar – Genesis

Zerging, ist die Form des Kal und nicht die Form des Hiphil, von der Bildung wandte, baute. Bei jeder Wurzel, die zuletzt ein ה hat, wie קנה ,מחה ,בנה, und waw jud vorgesetzt bekommt, wird das jud mit chirek punktiert. — Nur Noach, Noach allein, das ist der einfache Sinn, der agadische Midrasch (Ber. rab.) sagt, er seufzte und hustete Blut durch die Mühe mit den zahmen und wilden Tieren; manche sagen, er brachte einmal dem Löwen das Essen zu spät, da schlug er ihn, und darauf heisst es (Spr. 11, 31) wird wohl dem Gerechten auf Erden vergolten!

Raschi – Kommentar zur Tora

In V. 1 wird uns gesagt, dass Noah ein rechtschaffener Mann war. Dann wird uns gesagt, dass der Rest der Welt böse war. Gott gibt uns einen moralischen Grund für die Rettung Noahs und für die Vernichtung aller anderen. Er lädt Noah nun ein, in die Arche zu gehen: „Komm, du und dein ganzes Haus“ (V. 1). Es wird uns auch gesagt: „Und Noah tat alles, wie ihm der HERR geboten hatte“ (V. 5). Es ist schlechte Theologie zu behaupten, dass Glaubensbekenntnisse moralischen Gehorsam ersetzen können. Wie der Bruder unseres Herrn, Jakobus, uns sagt: „Du glaubst, dass es einen Gott gibt; du tust wohl; auch die Teufel glauben und zittern“ (Jakobus 2,19).

Rousas John Rushdoony – Kommentare zum Pentateuch

o:
היקום: Three times: Gen 7:4; 7:23; Deut 11:6.—Com.: This note is positioned on the following folio (fol. 5r).

ב̇ פסוק דאית בהון עד עד ועד אמחה את האדם . וימח את כל היקום . וחלופיהון חד פסוק ועד ועד
ועכברי הזהב . ותלתה פסוק חלוף ועד ועד ועד ויחרימו את כל אשר . ויתפשט יהונתן . ולא נעדר להם מן הקטן :o:

<ועד1> (This is one of the) two verses having the sequence עד … עד … ועד: Gen 6:7; 7:23; and their variants ועד … ועד … עד are in one verse: 1 Sam 6:18; and three verses contain the variant ועד … ועד … ועד: Josh 6:21; 1 Sam 18:4; 30:19.

Biblia Hebraica Quinta – Genesis: Masorah Magna and Notes

וַיִּ֜מַח G V S T | וימיח (yimmī) Smr (facil-gram) ✣ ●
הָֽאֲדָמָ֗ה Smr V S T | prec πάσης G (harm-2:6) ●
23 וַיִּ֜מַח There is little justification for the emendation to the nifal וַיִּמַּח proposed by BHK and BHS following modern commentators (see account in Gunkel, Genesis, 63), albeit rejected by Skinner, Genesis, 155. The M apocopated imperfect qal fits the phrase well, being transitive and having God as subject with היקום as its object (see Qimḥi, ad loc.). For the milʿêl see GKC, §75o. As for the paṯaḥ, it is merely the auxiliary vowel used in final double closed syllables (in this case, resulting from the apocopation of וַיִּמְחֶה*; cf. וַיִּחַן, 26:17; 33:18; etc. (Joüon/Muraoka, Grammar2, §§17f; 79i). As far as the consonantal text of Smr is concerned, it does not differ from M. However, its reading yimmī attests the reflexive/passive hitpael (Ben-Ḥayyim, Literary and Oral Tradition, 4:161), which represents an effort to harmonize the verb with the following nifal וימחו. This morpho-syntactic arrangement places כל היקום in the position of the subject, uncommonly preceded by את (but see Blau, “Emphatisches ʾēṯ,” 211–12).

Biblia Hebraica Quinta – Genesis: Critical Apparatus and Notes

Die Sintflut war eine umfassende Weltkatastrophe. Alle Tiere, die auf dem Land lebten, und eine ganze Menschheit waren untergegangen. Die Schilderung der Menschheitskatastrophe ist deshalb so zurückhaltend, weil sie nicht Grauen, sondern Ehrfurcht wecken will. Dennoch ist sie eine Geschichte voll bitteren Schmerzes.
23 Übrig blieb nur Noah und alle, die mit ihm in der Arche waren. Wie später bei den großen Gottesgerichten, so blieb auch nach der Sintflut nur ein kümmerlicher Rest. Wie ein winziger Punkt schwamm die Arche auf den schreckenerregenden Wassern der Vernichtung. In den Zellen der Arche bewahrte Gott die Saat für das künftige Leben auf der Erde. Die Beschreibung der Flut ist eine schreckliche Gerichtsszene mit einem winzigen Funken Hoffnung.

Wuppertaler Studienbibel

A. Die Generation der Sintflut hat keinen Anteil an der kommenden Welt [M. San. 10:3a],
B. noch werden sie in der kommenden Welt leben,
C. wie es heißt: „Und er vertilgte alles Lebendige, das auf dem Erdboden war“ (Gen 7,23) – in dieser Welt;
D. und sie sind von der Erde verschwunden – in der kommenden Welt.
E. R. Juda b. Betera sagt: „Und der Herr sprach: Mein Geist soll nicht ewig mit dem Menschen streiten (Gen 6,3).
F. „Es wird nicht streiten, und mein Geist wird nicht ewig in ihnen sein.“
G. Eine andere Sache: Und der Herr sprach: „Mein Geist soll nicht streiten“, sagte der Allgegenwärtige, „ich werde ihnen ihren Geist als Geschenk zurückgeben.“
H. R. Menahem b. R. Yosé sagt: „Es wird nicht genügen-
I. „Der Allmächtige sprach: ‚Ich werde nicht mit ihnen streiten, wenn ich den guten Lohn zahle, der den Gerechten zuteil wird.‘
J. „Aber der Geist des Bösen ist für sie härter als für alle anderen,
K. „wie geschrieben steht: Ihr Geist ist ein Feuer, das sie verzehrt (Jes. 33:11).“



A. Genauso verhält es sich mit den Menschen in der Generation der Sintflut: Der Mensch begann zuerst zu sündigen, wie es heißt: Und der Herr sah, dass die Wüste des Menschen groß war auf der Erde (Gen 6:5).
B. Er wurde also zuerst geschlagen. Die anderen aber entkamen nicht, denn es heißt: „Er löschte alles aus, was auf der Erde lebt, Menschen und Tiere“ (Gen 7,23).

Jacob Neusner – Die Tosefta – Aus dem Hebräischen übersetzt

ein großer Unterschied zwischen Jehovah und Menschen

Der da heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und ihre Wunden verbindet;
Elberfelder 1871 – Psalm 147,3

er, der heilt die gebrochenen Herzens
und der ihre Wunden verbindet.
Buber & Rosenzweig – Psalm 147:3

Er heilt, die zerknirschten Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.
Arndt 1914 – Ps 146,3

der, der die heilt, die im Herzen verwundet sind,
und ihre Wunden verbindet,
Septuaginta Deutsch – Ps 146:3

Er heilt alle, deren Herz zerrissen ist,
und verbindet ihre Wunden.
Gute Nachricht Bibel – Ps 147,3

Er schenkt denen Heilung, die ein gebrochenes Herz haben
und verbindet ihre schmerzenden Wunden.
Neue Genfer Übersetzung – Ps 147:3

Wir Menschen neigen dazu, auf Geschwätz und Geschichten zu hören. So zeigen viele Kirchen und Organisationen dass sie nicht Gottes heiligen Geist haben, denn sie stehen leider oft nicht auf der Seite der Opfer!

Da diese Verse das Prinzip der Intensivierung gemeinsam haben, sollen sie als Gruppe betrachtet werden, anstatt jeden einzelnen zu wiederholen, wenn der Vers besprochen wird. In Vers 1 greift Zeile b „gut“ aus Zeile a auf und steigert es zu dem doppelten Ausdruck, der spezifischer ist: „angenehm und angemessen“. In Vers 2 wird „Jerusalem“ in Zeile b mit „die Ausgestoßenen Israels“ dramatisiert. Auch hier weicht die Wortfolge in b von der in Zeile a ab und bildet eine chiastische Struktur: „Baut Jerusalem auf; die Ausgestoßenen Israels zerstreuen sich.“ Das macht nicht nur auf die Wortfolge aufmerksam, sondern schmiedet den Vers auch zu einer engeren Einheit. In Vers 3a wird aus dem eher abstrakten „heilt die, die zerbrochenen Herzens sind“ das konkretere „verbindet ihre Wunden“. Auch in 4b wechselt der Psalmist die Wortfolge und schafft einen weiteren Chiasmus („bestimmt die Zahl der Sterne; alle ruft er mit Namen“). Der Wechsel von der Bestimmung der Anzahl der Sterne zur Benennung jedes einzelnen Sterns ist der Übergang von einer allgemeinen Handlung zu einer unendlichen Anzahl von Handlungen. Vers 5 zeigt eine Verschiebung von „dem Großen und Mächtigen“ in Zeile a zur dramatischen und grenzenlosen „Weisheit ohne Maß“. Vers 6 wechselt von „erhebt“ zu dem kraftvolleren „zerschmettert zu Boden“.

Die Verben in Vers 2 scheinen darauf hinzuweisen, dass der Psalm in der Zeit nach dem babylonischen Exil geschrieben wurde, als die Israeliten, zurück in ihrem Land, die Stadt Jerusalem wieder aufbauten. Für die Bedeutung „wieder aufbauen“ für das Verb in Vers 2a siehe 51,18b; 102,16a. In Vers 2b sind die Ausgestoßenen Israels die israelitischen Exilanten, die nach Jerusalem zurückgebracht wurden. In manchen Sprachen muss angegeben werden, wohin oder von wo aus die Verbannten zurückgebracht werden, z. B. „er bringt das Volk, das weggeführt wurde, nach Jerusalem zurück“ oder „er bringt das Volk zurück, das die babylonischen Soldaten gefangen genommen haben“.
In Vers 3 spricht der Psalmist von Jahwes Fürsorge für alle, die in Not und Bedrängnis sind. Der Ausdruck, der mit „die zerbrochenen Herzen“ übersetzt wird, kommt nur hier im Alten Testament vor; für ähnliche und synonyme Ausdrücke siehe 34,18; 51,17. Und zu Jahwe als Heiler siehe 30,2.

Ein Übersetzerhandbuch zum Buch der Psalmen

Als Nehemia und sein Volk den Wiederaufbau der Mauern Jerusalems, die Wiederherstellung der Tore und die Wiederansiedlung der Menschen abgeschlossen hatten, beriefen sie eine große Versammlung zur Feier und Einweihung ein, und es ist wahrscheinlich, dass dieser Psalm für diesen Anlass geschrieben wurde (Vv. 2, 12-14; Neh. 12:27-43). Das Verb „sich versammeln“ in Vers 2 wird in Hesekiel 39,28 für die Rückkehr der Gefangenen nach Juda verwendet, und das Wort „Ausgestoßene“ in Vers 2 wird für diese Exilanten verwendet (Neh. 1:9). Eines der besonderen Merkmale dieses Psalms ist die große Anzahl von Partizipien im Präsens – „bauen, heilen, binden, zählen, aufrichten“ usw. -, die alle von dem ständigen und dynamischen Wirken des Herrn für sein Volk sprechen. Der Psalm nennt drei Gründe, warum das Volk den Herrn loben sollte, und jeder Abschnitt wird durch die Aufforderung, Gott zu loben, eingeleitet (Vv. 1, 7 und 12).

Lobt den Herrn – sein Volk wurde wiederhergestellt (V. 1-6)
Die Meder und Perser eroberten Babylon im Jahr 539 V. CHR., und 537 V. CHR. erließ Kyros einen Erlass, der den Juden die Rückkehr in ihr Land erlaubte. Unter der Führung von Serubbabel kehrte ein Jahr später eine große Gruppe von Exilanten nach Juda zurück, und der Tempel wurde wiederaufgebaut. Nehemia kam 444 V. CHR. und ließ die Mauern und Tore Jerusalems wieder aufbauen. Sowohl Jesaja als auch Jeremia hatten die Gefangenschaft der Juden sowie ihre Freilassung und Rückkehr vorausgesagt, und Gottes prophetisches Wort bewahrheitete sich, wie es immer der Fall ist. Aber der Psalmist nahm nicht nur das Ereignis wahr, sondern auch die Art und Weise, wie der Herr sich zärtlich um sein Volk kümmerte. Viele hatten bei der Invasion und während der Zeit in Babylon geliebte Menschen verloren, und alle kehrten in ein verwüstetes Land und zerstörte Häuser zurück. Kein Wunder, dass sie zerbrochenen Herzens waren (34:18; Jes. 61:1). Die „Wunden“ (v. 3; „Schmerzen“) waren in ihren Herzen, nicht an ihren Körpern, denn viele hatten Buße getan und dem Herrn ihre Sünden gebeichtet, und der Herr gab ihnen durch das Wort den Trost, den sie brauchten (107,20; Jes 40). Unser Gott ist so groß, dass er jeden Menschen und jedes Bedürfnis kennt (Johannes 10,14; 27-28). Der Gott der Galaxien, der den Namen eines jeden Sterns kennt, ist auch der Gott, der die zerbrochenen Herzen seines Volkes heilt (Lukas 4,16-21). Er baut Jerusalem auf und erhebt sein Volk, denn nichts ist ihm zu schwer. (Siehe 20,8; 146,9; und Jes 40,26-29.)

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Wenn ein Mensch הדיוט ein zerbrochenes Gefäß benützt, so ist das eine Schande für ihn; aber der Heilige, gepriesen sei er! nicht also, vielmehr sind alle seine Gebrauchsgegenstände zerbrochene Gefäße: Jahve ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens Ps 34, 19; der da heilt, die zerbrochenen Herzens sind Ps 147, 3; ein zerbrochenes u. zerschlagenes Herz wirst du nicht verachten Ps 51, 19.

Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch

147:3 Ps 16,4; 34,19; 51,19; Hi 5,18; Jes 30,26; 61,1; Jer 8,23; Hes 9,11; Hos 7,6.2; Mal 3,20

Jantzen_Jettel – Parallelstellen

V 2–3. Im ersten Abschnitt der Gottesprädikationen (V 2–3) überlagern sich zwei Bilder: Zum einen ist es das Bild von JHWH als dem Erbauer Jerusalems (vgl. Ps 87) und zum anderen das Bild von JHWH als dem guten Hirten, der die versprengten Schafe seiner Herde wieder zusammenführt, die verletzten verbindet und wieder heilt (vgl. Ez 34). Der Psalm imaginiert damit die äußere und innere Wiederherstellung Jerusalems nach der Katastrophe von 587, also der Zerstörung von Tempel und Stadt sowie der Vertreibung und Verschleppung eines Großteils ihrer Bewohner. Sprachlich und theologisch nimmt der Psalm in V 2a eine Aussageebene des Psalters (vgl. Ps 51,20; 69,36; 102,17; 122,3; 127,1) auf, die den Aufbau bzw. Wiederaufbau Jerusalems als einer lebensförderlichen Stadt als Werk JHWHs darstellt (vgl. auch Jes 62,6f.). Zugleich klingt hier die altorientalische Tradition an, dass wichtige Städte (Residenzstädte des Königs oder Städte mit dem Hauptheiligtum des Reichsgottes) als Gründungen der Götter, als »Wohnsitze« der Götter bzw. als »Gottesstädte« galten und unter besonderem göttlichen Schutz standen. V 2a formuliert den (Wieder-)Aufbau Jerusalems durch JHWH mit einem Partizip, d. h. es ist ein Geschehen, das im Gange, aber noch nicht vollendet ist. Dass dieses Geschehen noch andauert, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass es hier auch um den inneren (Wieder-)Aufbau geht und vor allem um die Rolle, die Jerusalem im Dienst der Vollendung der Weltgeschichte und der Schöpfung spielen soll. Die tiefere Bedeutung des Aufbaus Jerusalems wird in V 2b–3 mit den Bildern von der Sammlung und Heilung Israels erläutert. Wenn Israel hier als versprengt (wörtliche Aufnahme von Jes 56,8), mut- bzw. kraftlos und verwundet (wörtliche Aufnahme von Jes 61,1 und Anspielung an Jes 30,26) charakterisiert wird, klingen zwei Aspekte des Unheils an, dem JHWH ein Ende setzen will: Israel ist wie eine Herde, die einerseits ihrem Hirten weggelaufen ist und andererseits zugleich von wilden Tieren bzw. Räubern weggetrieben und verletzt wurde. Dieser Situation setzt JHWH ein Ende: Er sammelt die Versprengten, heilt die Verwundeten – und lässt sie wohnen im Schutzbereich seiner Stadt Jerusalem, die für das geheilte Gottesvolk als »Pflanzung JHWHs« und als »Stadt der Gerechtigkeit« wieder neu aufgebaut wird (vgl. Ps 51,19–20; Jes 61,3f.)

Erich Zenger – Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament

Der HERR ist gekommen für die Kranken, nicht für die Gesunden. Er heilt, wer ein »zerbrochenes Herz« hat, wem wie David das Herz zerschlagen wurde, als er seine Sünden im Licht Gottes sah (Ps 51,5.6.19). Wer ein fettes Herz hat und mit sich selbst zufrieden ist, braucht den HERRN, den großen Arzt, nicht (vgl. 2Mo 15,26). Den wird Gott an seine Sünden binden, und am Ende wird er »schreien vor Herzeleid und heulen vor Kummer des Geistes« (Jes 65,14).

Benedikt Peters – Die Psalmen

Ein Wörterbuch definiert Herzschmerz als „Trauer und Kummer, die man empfindet, wenn man jemanden liebt, der die Liebe nicht erwidert“. In der heutigen Welt beschreibt der Begriff „gebrochenes Herz“ gewöhnlich jemanden, der eine gescheiterte Beziehung oder den Verlust eines geliebten Menschen erlitten hat. Eine Suche im Internet erweckt den Anschein, dass fast alle Fälle von Liebeskummer auf eine Scheidung oder das Verlassenwerden durch einen Liebhaber zurückzuführen sind. Aber ein gebrochenes Herz kann durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden, wie z. B. Enttäuschung über den Lebensstil eines Kindes, Verlust von Besitz, Verlust des Arbeitsplatzes usw. Was auch immer die Ursache ist, der Schmerz eines gebrochenen Herzens kann enorm sein.Weltliche Ratschläge zur Bewältigung des Schmerzes können darin bestehen, einen wütenden Brief zu schreiben und ihn zu zerreißen, einen Einkaufsbummel zu machen, sich verschönern zu lassen, Wein zu trinken, Schokolade zu essen, Medikamente zu nehmen usw. Andere plädieren für die Kraft des positiven Denkens. Das häufigste „Heilmittel“ ist Zeit. Die Welt konzentriert sich auf die Gefühle, aber Gott schaut auf das Herz (1. Samuel 16,7). Während Nichtchristen vielleicht ein Nachlassen der Intensität des Liebeskummers spüren, kann nur ein Christ vollständige Genesung erfahren, denn nur der Christ hat Zugang zur Kraft des Geistes Gottes, der allein „die Zerbrochenen heilt und ihre Wunden verbindet“ (Psalm 147,3).Die Ereignisse in Hiobs Leben sind vielleicht der früheste biblische Bericht über Herzschmerz. An einem Tag verlor Hiob seine Kinder, fast alle weltlichen Besitztümer, seine Gesundheit und seinen Lebensunterhalt. Wie reagierte Hiob darauf? „Da stand Hiob auf und zerriss sein Obergewand und schor sein Haupt; und er fiel auf die Erde und betete an. Und er sagte: Nackt bin ich aus meiner Mutter Leib gekommen, und nackt kehre ich dahin zurück. Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen! Bei alldem sündigte Hiob nicht und legte Gott nichts Anstößiges zur Last.“ (Hiob 1,20–21). Hiob trauerte. Dennoch betete er Gott an und blieb ihm treu. Obwohl er bei diesen schrecklichen Ereignissen Zweifel an Gottes Güte hatte, wuchs er durch die Prüfung näher zu Gott, weil Gott sich ihm offenbarte (Hiob 42,1–5). Hiob lernte, was alle Gläubigen durch ein zerbrochenes Herz lernen können: Gott ist treu, gut und vertrauenswürdig.David, ein Mann nach dem Herzen Gottes, litt unter vielen herzzerreißenden Umständen. Jedes Mal erholte er sich und wurde ein noch stärkerer Mann Gottes. Psalm 34 gibt ein Beispiel dafür, wie David Liebeskummer überwand, indem er den Herrn anrief. Beachten Sie den ersten Schritt: „Ich suchte den HERRN, und er antwortete mir; und aus allen meinen Ängsten rettete er mich.“ (Psalm 34,5). David wusste, dass „der Herr den Zerbrochenen nahe ist und die Zerschlagenen rettet“ (Psalm 34,19). Schließlich drückte er ein Vertrauen in die Liebe Gottes aus, das jeder Gläubige haben sollte: „Vielfältig sind die Nöte des Gerechten, aber aus dem allen rettet ihn der HERR.“ (Psalm 34,20).In einem Moment der Verzweiflung könnte man sich fragen: „Er mag David geholfen haben, aber kümmert sich Gott auch um mich?“ Die Antwort ist: Er tut es auf jeden Fall! „Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ (Römer 8,32).

GotQuestions.org: Fragen zur Bibel beantwortet

Und es waren all die Tage des Menschen, die er lebte

Und alle Tage Adams, die er lebte, waren 930 Jahre, und er starb.
Elberfelder 1871 – 1.Mose 5,5

Und es waren all die Tage des Menschen (H. Adam), die er lebte, neunhundert Jahre und dreißig Jahre und er starb.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – 1.Mose 5:5

Als alle Tage Adams, die er lebte, 930 Jahre waren, starb er.
Rabbiner Samson Raphael Hirsch – Genesis 5,5

ויהיו כל ימי אדם אשר חי תשע מאות שנה ושלשים שנה וימת׃
Der Hebräische Pentateuch der Samaritaner – Gen 5,5

והוון כל יומי חיוי דאדם תשע מאה ותלתין שנין ומית ואתכני׳ מן גוא עלמא׃
Targum Neofiti to the Pentateuch – Gen 5:5

וַהוֹו כֹל יֹומֵי אָדָם דַחיָא תְשַע מְאָה וּתלָתִין שְנִין וּמִית׃
Targum Onqelos to the Pentateuch – Genesis 5:5

Einige alte Kulturen im Nahen Osten hatten eine zyklische Sicht auf die Zeit, in der alles nur Teil eines endlosen Kreislaufs der Natur ist, ohne Anfang, ohne Ende, ohne Bedeutung – aber das Alte Testament sieht Geschichte und Zeit als etwas, das einen Anfang und ein Ende hat. In so einem Zeitrahmen haben die Handlungen einzelner Menschen einen Sinn, eine Richtung, eine Bedeutung. Was wir tun, ist wichtig und macht einen Unterschied in der Welt. Denn jeder Mensch ist ein unwiederholbares Ereignis, und jede Handlung ist einzigartig: Beides ist noch nie genau so passiert und wird auch nie wieder so passieren. Das ist einer der Gründe, warum die Bibel sich mit Genealogien beschäftigt: Wir sind Menschen, die zu einer bedeutenden Geschichte gehören. Hier gibt es keinen kosmischen Fatalismus. Unsere kreativen Handlungen zeigen den Segen Gottes. Unsere Verfehlungen – wie wir in Kapitel 6 genauer sehen werden – bringen uns unter das göttliche Gericht.

NIV Bible Speaks Today: Notes 2020

Adam und Eva werden gleichermaßen „Adam“ genannt, was „Mensch“ bedeutet. Adam ist also sowohl der Name des ersten Menschen als auch der Name seiner Art.

In V. 5 haben wir den Satz „Und er starb“, der in der Genealogie wiederholt verwendet wird, in V. 8, 11, 14, 17, 20, 27 und 31. Der Tod, der in der Geschichte des Menschen in Eden ein Außenseiter war, ist nun unvermeidlich und universell. Er ist nun dem gefallenen Zustand des Menschen inhärent. Wie Paulus uns in Römer 5,14-21 sagt, herrschte der Tod von Adam bis zu Mose und danach, oder „die Sünde hat bis zum Tod geherrscht“ (V. 21), und diese Herrschaft kann nur durch Jesus Christus gebrochen werden. Der „letzte Feind“, der von Christus bei seinem zweiten Kommen vernichtet wird, ist der Tod (1 Korinther 15,26).

Der Zustand der Erde vor der Sintflut war der Langlebigkeit zuträglicher als der Zustand der nachfolgenden Ära. Das Alter der Patriarchen nach der Sintflut nahm stetig ab, bis die Lebensspanne des Menschen die verkürzte wurde, die wir kennen. In Jesaja 65,20 wird uns gesagt, dass, wenn die Sünde zurückgedrängt und die Herrschaft des Messias verlängert wird, auch der Tod zurückgedrängt wird und die Langlebigkeit zurückkehrt.

Rousas John Rushdoony – Kommentare zum Pentateuch

Auf diese Weise erhielt das Menschengeschlecht durch Adam einen unglücklichen Anfang. Wegen seines Ungehorsams traten Sünde, Leid und Tod an die Stelle von Glück und ewigem Leben im Paradies. „Wie durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten . . .“ „Der Tod [regierte] als König von Adam“ an (Rö 5:12-14). Jehova sorgte aber in seiner Weisheit und Liebe für einen „zweiten Menschen“, für den „letzten Adam“, den Herrn Jesus Christus. Durch diesen gehorsamen „Sohn Gottes“ wurde Nachkommen des ungehorsamen „ersten Menschen, Adam“, der Weg zu ewigem Leben im wiederhergestellten Paradies erschlossen und der Kirche oder Versammlung Christi sogar der Weg zu himmlischem Leben. „Denn so, wie in Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden“ (Joh 3:16-18; Rö 6:23; 1Korinther 15:22-45, 47).
Nach seiner Vertreibung aus Eden erlebte der Sünder Adam die Ermordung seines eigenen Sohnes, die Verbannung seines Sohnes, der zum Mörder geworden war, den Mißbrauch der Ehevorkehrung und die Entweihung des heiligen Namens Jehovas. Er erlebte auch die Gründung einer Stadt, die Entwicklung von Musikinstrumenten und das Schmieden von Kupfer- und Eisenwerkzeugen. Er sah, wie Henoch, „der siebte in der Linie von Adam her“, ‘beständig mit dem wahren Gott wandelte’, und wurde durch dessen Beispiel verurteilt. Er war sogar noch ein Zeitgenosse Lamechs, der der neunten Generation angehörte und Noahs Vater war. Nach 930 Jahren (im Jahre 3096 v. u. Z.), wovon er die meiste Zeit einem allmählichen Sterbeprozeß unterworfen war, kehrte er schließlich, wie Jehova gesagt hatte, zum Staub zurück, von dem er genommen worden war (1Mo 4:8-26; 5:5-24; Jud 14).

Einsichten über die heilige Schrift

Erhebliche Fortschritte in der Biochemie des Alterns und damit verbundene Studien in der Physik und Astronomie sind aufregend zu beobachten. Dennoch bleibt noch viel mehr zu entdecken und zu verstehen über den komplexen Prozess des Älterwerdens. Jüngste Entdeckungen zeigen deutlich, dass das Altern auf subtile Veränderungen in der Zellchemie zurückzuführen ist. Diese Erkenntnisse geben Forschern Hoffnung und Zuversicht, dass sie in naher Zukunft in der Lage sein werden, den Alterungsprozess zumindest bis zu einem gewissen Grad zu unterbrechen. Direkte Eingriffe durch medikamentöse Behandlung und Genmanipulation könnten die Lebensspanne in naher Zukunft verändern.

Die Erfolge von Biochemikern bei der Verlängerung der Lebensspanne von Modellorganismen im Labor und die sich abzeichnende Möglichkeit, die menschliche Lebenserwartung durch biochemische Manipulation zu erhöhen, verleihen der in Genesis 5 und 11 beschriebenen langen Lebensspanne wissenschaftliche Plausibilität. Die Versuche des Menschen, die Lebensspanne zu verändern, könnten die Fähigkeit des Schöpfers widerspiegeln, dies zu tun.

Veränderungen in der kosmischen Strahlungsumgebung der Erde und die Isolation durch Eruptivgestein haben wahrscheinlich zusammen mit biochemischen Manipulationen die menschliche Lebenserwartung dramatisch beeinflusst. Niemand weiß genau, wie Gott die Lebensspanne der Menschen geregelt hat. Jüngste Entdeckungen in der Astronomie und der Biochemie des Alterns erfüllen jedoch eine wichtige Vorhersage des RTB-Ursprungsmodells für den Menschen und untermauern die Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift.

Fazale Rana & Hugh Ross – Wer war Adam?: ein Schöpfungsmodell-Ansatz zum Ursprung des Menschen

Dann hält 5,5 die Gesamtzahl an Jahren fest: Und alle Tage Adams, die er lebte, betrugen 930 Jahre. Der abschließende Aussage zeigt das Ergebnis von Adams Sünde: … dann starb er.

Arnold Fruchtenbaum – Das 1. Buch Mose

Gottes Bild in Adam wurde dann in Set, Adams Sohn, wiedererschaffen. Die Fähigkeiten und Eigenschaften eines Elternteils werden auf sein Kind durch natürliche Fortpflanzung weitergegeben.
Außer der Darstellung der Zeit zwischen Adam und Noah enthält dieses Kapitel ein Leitmotiv, das nicht ausgelassen werden kann, nämlich die Formel: dann starb er (V. 5.8.11.14.17.20.27.31 ). Wenn sich jemand im Zweifel befände, ob der Lohn der Sünde der Tod sei ( Röm 6,23 ), müßte er nur einen Blick in die menschliche Geschichte werfen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

In 1. Mose 5, wo mit der Erblinie von Seth begonnen wird, liegt die Betonung durchwegs auf dem Lebensende jedes einzelnen genannten Mannes. So endet Vers 5 in Bezug auf Adam mit „und er starb“. Ebenso enden die Verse 8, 11, 14, 17, 20, 27 und 31, wo Seth, Enosch, Kenan, Mahalaleel, Jared, Methusalah und Lamech aufgezählt werden, mit den Worten „und er starb“. Wenn wir diesen Stammbaum verfolgen, werden wir also ständig daran erinnert, dass wir in einer abnormen Welt leben; weil der Mensch sich aufgelehnt hat, sind die Dinge nicht so, wie Gott sie ursprünglich schuf. Doch gibt es erstaunlicherweise eine Ausnahme. Vers 24 berichtet: „Und Henoch wandelte mit Gott und war nicht mehr, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.“ Sowohl Vers 22 als auch Vers 24 enthalten den ersten Satzteil und Henoch wandelt mit Gott und bestätigen, dass Henoch in der Tat ein Gottesmann war. Derselbe Ausdruck erscheint auch in 1. Mose 6,9 in Bezug auf Noah. Über Henoch wird aber etwas besonderes angeführt: „Er war nicht mehr, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.“

Schaeffer – Genesis in Raum und Zeit: Der Anfang der Biblischen Geschichte und Seine Bedeutung für Unser Welt- und Menschenbild