Kategorie: Zeitgeschehen

Cyrus ?

Foto aus Telegrammkanal von A.T. – heute um 6.08 – „Die Kampagne wird vom Friends of Zion Museum gesponsert“ ….

Der von Kores (Cyrus) spricht: Mein Hirt, und der all mein Wohlgefallen (O. meinen Willen) vollführt, indem er (Eig und zwar indem er) von Jerusalem sprechen wird: Es werde aufgebaut! und vom Tempel: Er werde gegründet!
So spricht Jehova zu seinem Gesalbten, zu Kores, dessen Rechte ich ergriffen habe, um Nationen vor ihm niederzuwerfen, und damit ich die Lenden der Könige entgürte, um Pforten vor ihm aufzutun, und damit Tore nicht verschlossen bleiben.
Elberfelder 1871 – Jesaja 44,28–45,1

bins, der nun von Cyrus spricht:
Mein Hirt,
all meinen Willen wird er vollbringen,
von Jerusalem sprechend:
Es werde aufgebaut
und die Tempelhalle gegründet!
So hat ER gesprochen
zu Cyrus, zu seinem Gesalbten:
Den ich faßte an seiner Rechten,
Stämme vor ihm niederzustrecken,
öffnend der Könige Hüftgurt,
Türen vor ihm zu öffnen,
Pforten, daß sie sich nicht mehr schließen,
Buber & Rosenzweig – Jesaja 44:28–45,1

der zu Koresch spricht: Mein Hirt! – all mein Verlangen führt er aus, indem er spricht von Jeruschalajim: Es werde aufgebaut und der Tempel gegründet.
So spricht der Ewige von seinem Gesalbten, von Koresch, den ich gefasst bei seiner Rechten, Völker vor ihm zu stürzen – der Könige Hüften entgürt’ ich –, zu öffnen Pforten vor ihm und Tore, dass sie unverschlossen
Die Philippson-Bibel Jes 44,28–45,1

So spricht Jehovah; der König Israels und sein Auslöser, Jehovah der Heerscharen: Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte und außer Mir ist kein Bundesgott.
So spricht Jehovah von und zu Seinem Gesalbten, von und zu Kores, den Ich ergriff und festhielt bei Seiner Rechten, niederzutreten vor ihm Heidennationen, und Hüften von Königen werde Ich öffnen, öffnend vor ihm Türen, und Tore werden nicht geschlossen werden.
Pfarrer Beck – Jes 44:6–45:1


Kores, ein Typus (Symbol) des Messias
Der Herr sagt Kores als einem Typus des Messias uneingeschränkten Sieg zu, 1–6. Gott nennt ihn „meinen Gesalbten“ – es ist das einzige Mal, daß Gott diese Bezeichnung einem Heiden zuerkennt. Diese Benennung, zusammen mit der anderen, „mein Hirte“ (Jes. 44,28), die auch eine messianische Bezeichnung ist (also auf Christus angewendet wird), macht Kores zu einer außergewöhnlichen Ausnahme unter den Menschen – nämlich zu einem heidnischen Typus des Messias. Beide bauen Jerusalem wieder auf (Jes. 44,28; Sach. 14,1–11). Beide sind unüberwindliche Sieger über Israels Feinde (Jes. 45,1; Off. 19,19–21; Ps. 2,9). Beide werden von Gott zu dem einen Ziel benutzt: den Namen des einen wahren Gottes zu verherrlichen (Jes. 45,6; 1. Kor. 15,28).
Die höchste Macht Gottes vor menschlichen Kritikern gerechtfertigt, 7–25. Gottes Herr-Sein wird herausgestellt durch seine Taten, 7–12 dadurch, daß er Kores zu seinem Knecht machte, 13; durch seine Zusage, daß Heiden ebenso wie Israel sich zu ihm bekennen werden, 14–19, und durch seine „an die Enden der Erde“ gerichtete Einladung, zu ihrer Errettung an ihn zu glauben, 20–25.

Ungers Großes Bibelhandbuch

Kyrus II. (559–530 v. Chr.), genannt der Große, ist bereits persischer König in der Region von Anschan östlich des persischen Golfes und damit → Vasall des Mederreiches. Ab 550 v. Chr. verschieben sich die Machtverhältnisse im Großraum, als Kyrus II. den Mederkönig Astyages, seinen Großvater, 547/46 v. Chr. besiegt und die Reichsgrenzen am Tigris entlang über Elam bis nach Kleinasien (Einnahme von Sardes und Sieg über den Lyder Krösus 546 v. Chr.) ausdehnt. 539 v. Chr. greift er Nabonid (556–539 v. Chr.), den letzten babylonischen König, an: Babylon fällt kampflos, weil die politisch einflussreichen Marduk-Priester mit Kyrus kooperieren. Hintergrund der schließlich reichszersetzenden Kollaboration der Marduk-Priester mit dem Perserkönig sind die Bestrebungen Nabonids, dem Mondgott Sin im babylonischen Reich größeres Gewicht zu geben und durch ihn das Reich zu einen. Das führt zu Aufständen der Traditionalisten und Marduk-Parteigänger, die schließlich in Kyrus einen Verbündeten gegen Nabonid suchen und ihn bei der Übernahme der Stadt als Befreier feiern.
Propagandistisch wird das u. a. im Kyrus-Zylinder Z. 15–23 gespiegelt: »Er befahl ihm, nach seiner Stadt Babel zu gehen, und er ließ ihn den Weg nach Babel einschlagen. Gleich einem Freunde und Genossen ging er an seiner Seite. Seine umfangreichen Truppen, deren Zahl gleich dem Wasser eines Flusses unermesslich war, marschierten waffengerüstet an seiner Seite. Ohne Kampf und Schlacht ließ er ihn in seine Stadt Babel einziehen. Babel rettete er aus der Bedrängnis. Nabonid, den König, der ihn nicht verehrte, überantwortete er ihm. Die Einwohner von Babel insgesamt, das ganze Land Sumer und Akkad, Fürsten und Statthalter knieten vor ihm nieder, küssten seine Füße, freuten sich über seine Königsherrschaft, es leuchtete ihr Antlitz. ›Der Herr, der durch seine Hilfe die Toten lebendig gemacht hat, der in Not und Unheil allen wohlgetan hat‹ – so huldigten sie ihm freudig, sie verehrten seinen Namen. Ich, Kyrus, der König des Weltreichs, der große König, der mächtige König, der König von Babel, der König von Sumer und Akkad, der König der vier Weltsektoren, … dessen Regierung Bel und Nebo lieb gewannen und dessen Königsherrschaft sie zur Erfreuung ihres Herzens wünschten – als ich friedlich in Babel eingezogen war, schlug ich unter Jubel und Freude im Palaste des Herrschers den Herrschaftssitz auf« (TUAT I 408–409, Übersetzung Rykle Borger, in etwas anderer Übersetzung HTAT Nr. 273, vgl. Jes 44,28; 45,1.4).

Christian Frevel – Kohlhammer Studienbücher Theologie – Geschichte Israels

König Kyrus der Große (559–530 v.Chr.), der Gründer des Perserreiches, wird mehrfach in der Bibel erwähnt (2Chr 36,22f; Esr 1,1; 3,7; 4,3; 5,13f.17; 6,3; Jes 44,28; 45,1; Dan 1,21; 6,29; 10,1). Im Pers. lautet der Name Kurasch, im Hebr. Koräsch, im Griech. Kyros. Der Herr hatte ihn schon in der Weissagung des Jesaja als seinen Hirten angekündigt (Jes 44,28; 45,1), der seinen Willen vollführen, Jerusalem wieder aufbauen und den Grund zum neuen Tempel legen werde: ein Gesalbter Gottes, der Israels wegen in einem großen Siegeszug Völker und Könige unterwerfen solle. »Gesalbter« ist hier ein bemerkenswerter Ehrentitel, mit dem im AT sonst nur von Gott Berufene aus Israel benannt werden (→ Salbe III,1).
Nachdem K. 539 v.Chr. Babylon erobert hatte, gab er im nächsten Jahr den verbannten Juden den Auftrag zur Rückkehr nach Jerusalem und zum Neubau des Tempels. Die kostbaren Tempelschätze wurden dem Volk Gottes ausgehändigt (Esr 1,7ff). Dieser Erlass (2 Chr 36, 22f; Esr 1,2–4; 6,3–5) entspricht ganz seiner auch sonst geübten Politik besiegten Gegnern und unterworfenen Völkern gegenüber (s.u.). Da K. zum Krieg gegen Ägypten rüstete, lag ihm zudem daran, in Palästina eine Bevölkerung zu haben, auf die er sich verlassen konnte. Wie K. in seinem Erlass an die Juden als ganz selbstverständlich von dem hier zuständigen Gott Israels spricht (Esr 1,2f), ebenso selbstverständlich schreibt er dem babylon. Gott Marduk seinen Sieg über Babylon zu.
Ein für die bibl. Geschichte bedeutsames Dokument ist der sog. Kyruszylinder, ein knapp 23 cm langer leicht konvexer Tonzylinder, der akkadische Keilschriftaufzeichnungen trägt. Er stammt aus dem Zeitraum 539–530 v.Chr. und wurde 1879 in Babylon gefunden. Der beschädigte Text berichtet aus der Sicht von K. über seinen Feldzug gegen den babylonischen Herrscher Nabonid, die kampflose Einnahme Babylons durch einen Überraschungsangriff und dass er Deportierte wieder in ihre Länder zurückehren ließ: »Die Gesamtheit ihrer Menschen brachte ich zusammen und stellte ihre Wohnstätten wieder her.« Die Juden sind im Text des Kyruszylinders nicht genannt; vielmehr sind bestimmte Gegenden, aus denen Menschen verschleppt worden waren, eigens genannt. Der Text erwähnt ferner, dass K. die von den Babyloniern geraubten Schätze an die verschiedenen Städte zurückgab. Von einer generellen Rückführung spricht der Kyruszylinder nicht. Er ist daher kein direkter Beweis für die biblische Geschichtsschreibung, zeigt aber, dass die Entlassung der Juden in ihr Heimatland ein Vorgang war, der der Toleranzpolitik von K. entsprach.
Als Grab Kyrus’ II. gilt das Grabmal in Pasargadae (Iran).

Lexikon zur Bibel: Personen, Geschichte, Archäologie, Geografie und Theologie der Bibel

Der HERR beruft Kyrus, seinen »Gesalbten« (im Hebräischen dasselbe Wort wie »Messias«), weil der persische Herrscher ein Vorläufer des Messias ist, der einmal seinem Volk die endgültige Befreiung schenken wird. Der HERR verheißt, ihm Sieg zu geben über die Nationen, vor allem über Babylon, alle Hindernisse wegzuräumen, die seinen Eroberungen im Weg stehen, und ihm ungeheure verborgene Schätze und versteckte Vorräte auszuhändigen. Immer noch an Kyrus gerichtet, spricht der HERR von sich als dem einzig wahren Gott, der Kyrus beim Namen ruft, der ihm die Ehrennamen »Gesalbter« und »Hirte« gibt (44,28) und der ihn für seine Sendung ausrüstet. Gott tut das alles um seines Volkes willen, damit die ganze Welt erkenne, dass er allein der HERR ist.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Gott hat keine Angst vor den Völkern, denn er ist größer als die Völker (40:12-17); er steuert ihren Aufstieg und Fall. Er kündigte an, dass er einen Herrscher namens Kyrus erwecken würde, der sein gerechtes Werk auf Erden tun würde, indem er andere Nationen um seines Volkes Israel willen besiegen würde. Kyrus würde ein Hirte sein (44:28), von Gott gesalbt (45:1), ein gefräßiger Vogel, der sich nicht aufhalten lässt (46:11). „Er zertritt die Herrscher, als wären sie Mörtel, als wäre er ein Töpfer, der den Ton zertritt“ (41,25, NIV).

Jesaja nannte Kyrus über ein Jahrhundert vor seiner Geburt (590?-529) beim Namen; und obwohl Jesaja Kyrus nirgends als „Gottes Diener“ bezeichnet, diente Kyrus dem Herrn, indem er Gottes Absichten auf Erden erfüllte. Gott übergab Kyrus die Völker und half ihm, große Könige zu besiegen (45,1-4). Der Feind wurde weggeblasen wie Spreu und Staub, weil der ewige Gott die Armee anführte.
Als Kyrus über das Gebiet östlich und nördlich des heiligen Landes zog (41:25), hatten die Völker Angst und wandten sich an ihre Götzen. Mit scharfer Satire beschreibt Jesaja, wie verschiedene Handwerker sich gegenseitig helfen, einen Gott herzustellen, der ihnen nicht helfen kann! Denn wenn der Gott des Himmels für die Eroberung zuständig ist, wie können sich dann Menschen oder Götter ihm widersetzen?

Cyrus mag gedacht haben, dass er seine eigenen Pläne durchführte, aber in Wirklichkeit tat er das Wohlgefallen des Herrn (44,28). Indem er Babylon besiegte, ermöglichte Cyrus die Freilassung der jüdischen Gefangenen, die in ihr Land zurückkehren konnten, um Jerusalem und den Tempel wieder aufzubauen (Esra 1,1-4). „Ich habe ihn in Gerechtigkeit aufgerichtet und will alle seine Wege lenken; er soll meine Stadt bauen und meine Gefangenen freilassen“ (Jes 45,13).

Manchmal vergessen wir, dass Gott sogar unbekehrte Führer in der Welt zum Wohl seines Volkes und zum Fortschritt seines Werkes gebrauchen kann. Er ließ den Pharao in Ägypten auferstehen, um seine Macht zu demonstrieren (Röm 9,17), und er benutzte sogar den bösen Herodes und den feigen Pontius Pilatus, um seinen Plan der Kreuzigung Christi zu verwirklichen (Apg 4,24-28). „Das Herz des Königs ist in der Hand des Herrn wie die Wasserströme; er wendet es, wohin er will“ (Spr 21:1, NKJV).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

In Jesaja 44,24-45,25 geht es um den Mann, der die Juden aus Babylon befreien würde. Man darf nicht vergessen, dass Jesaja 150 Jahre vor dem Auftauchen von Kyros lebte. Bisher wurde in den Kapiteln 40-44 erwähnt, dass ein bestimmter Mann aus dem Osten und aus dem Norden kommen würde. Es wurde auch angedeutet, dass er die Juden aus Babylon befreien und ihnen die Rückkehr in ihr Land ermöglichen würde. In diesem Abschnitt unterschied Gott sich von den Götzen und den falschen Propheten, um zu zeigen, dass der Götzendienst, insbesondere der babylonische Götzendienst, nicht in der Lage war, etwas vorherzusagen. Im Gegensatz dazu prophezeite der Gott Israels genaue Details, in diesem Abschnitt sogar den Namen des kommenden Königs. Während also in den Kapiteln 40-44 Gottes Vorhersagen eher allgemeiner Natur waren, werden sie in diesem Abschnitt nun immer konkreter.

Im hebräischen Text sind die Verse 24-28 ein einziger Satz. Es ist einer der längsten Sätze in der hebräischen Bibel. Der Abschnitt beginnt in Vers 24a mit einer Erinnerung daran, wer Gott ist: So spricht Jehova, dein Erlöser, der dich vom Mutterleib an geformt hat. Indem Jesaja Gott als Israels Erlöser bezeichnet, weist er auf die besondere Beziehung hin, die dieser Gott zum Volk Israel hat. JHWH hat Israel vom Mutterleib an geformt.

Auf diese Einleitung folgt in den Versen 24b-28 eine Liste von neun Werken Gottes. Jedes Werk wird mit dem Begriff „das“ eingeleitet:
24b Ich bin Jehova, der alles macht, der den Himmel ausbreitet, der die Erde ausbreitet (wer ist mit mir?)25 der die Zeichen der Lügner vereitelt und die Wahrsager verrückt macht; der die Weisen umkehrt und ihre Erkenntnis töricht macht; 26 der das Wort seines Knechtes bestätigt und den Rat seiner Boten ausführt; der von Jerusalem sagt: Sie soll bewohnt werden; und von den Städten Judas: Sie sollen gebaut werden, und ich will ihre wüsten Stätten aufrichten; 27 der zur Tiefe sagt: Sei trocken, und ich will deine Ströme austrocknen; 28 der von Kyrus sagt: Er ist mein Hirte und wird alles tun, was mir gefällt, und der von Jerusalem sagt: Sie soll gebaut werden, und vom Tempel: Dein Grundstein soll gelegt werden.

Erstens ist JHWH derjenige, der alles geschaffen hat, das heißt, er ist der Gott der gesamten Schöpfung (V. 24b). Zweitens hat er allein die Ausdehnung des Universums geschaffen (V. 24c). Drittens hat er auch die Erde erschaffen (V. 24d). An dieser Stelle wird die Aufzählung der Werke durch eine Frage unterbrochen: Wer ist mit mir? (V. 24e). Die Antwort lautet: niemand. Nur Israels Gott kann all diese Dinge tun, und kein Götze könnte sich jemals mit ihm vergleichen. Viertens: Israels Gott ist der Verderber des Okkulten (V. 25a). Das hebräische Wort für „Lügner“, baddim, bedeutet „Schwätzer“. Solche Schwätzer machen Prophezeiungen, die auf irgendeiner Art von Beziehung zur dämonischen Welt basieren. Die Wahrsager sind diejenigen, die versuchen, die Zukunft zu erraten, indem sie ihre Götter befragen. In beiden Fällen ist Gott der Verderber des Okkulten. Wahrsagerinnen und Wahrsager werden verrückt, weil ihre Vorhersagen einfach nicht eintreffen. Fünftens: Gott ist auch der Verderber der Weisen und ihrer Ratschläge (V. 25b). Die Berater des Königs von Babylon würden durch das Wirken Gottes vereitelt werden. Sechstens: Gott ist der Bestätiger der wahren Propheten (V. 26a). Als solcher bestätigt er das Wort seines Knechtes (Einzahl), was sich auf den Propheten Jesaja bezieht. Außerdem führt er den Rat seiner Boten (Plural) aus, womit die anderen Propheten JHWHs gemeint sind. Während also die Propheten der babylonischen Gottheiten frustriert waren, weil ihre Vorhersagen nicht eintrafen, ist Gott im Fall der Propheten JHWHs ihr Bestätiger, weil das, was er durch sie sprach, tatsächlich eintrat. Siebtens: Gott ist derjenige, der die Rückkehr aus Babylon prophezeit hat (V. 26b). Jerusalem würde wieder bewohnt und die Städte Judas würden wieder aufgebaut werden. Achtens: Der Gott Israels ist derjenige, der alle Hindernisse aus dem Weg räumt (V. 27). Die Anspielung bezieht sich auf das Rote Meer. Als dieses Gewässer für die Israeliten während des Exodus zum Hindernis wurde, machte Gott einen Weg frei. Auf die gleiche Weise werden alle Hindernisse für das jüdische Volk bei der Rückkehr aus Babylon beseitigt. Neuntens: Gott ist derjenige, der den kommenden Befreier benannt hat, und sein Name ist Kyros (V. 28). Eineinhalb Jahrhunderte vor seinem tatsächlichen Erscheinen war Gott in seinen Vorhersagen so genau, dass er den Namen des persischen Herrschers nannte, der das babylonische Reich beenden und den Juden die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen würde. Indem Gott den König „mein Hirte“ nannte, deutete er an, dass Kyros die Aufgaben eines Hirten für Israel übernehmen würde. Der König würde den Israeliten nicht nur das Recht geben, zurückzukehren, sondern er würde auch dafür sorgen, dass sie dies tun konnten. Cyrus‘ Berufung war es, Gottes Wohlgefallen zu erfüllen. Das, was Gott angeordnet und beschlossen hatte, würde Kyrus ausführen. Was Jerusalem betrifft, so würde die Stadt wieder aufgebaut werden. Für den Tempel sollten die Fundamente gelegt werden.

Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus, der zwischen 75 und 94 n. Chr. schrieb, berichtete, dass der Prophet Daniel genau diese Passage Cyrus dem Großen zeigte, nachdem der persische König Babylon erobert hatte. Als Kyros diese Prophezeiung las und sah, dass sein Name 150 Jahre zuvor vorausgesagt worden war, bewegte ihn das dazu, das Dekret zu erlassen und auszuführen, das den Juden die Rückkehr nach Jerusalem erlaubte:

Im ersten Jahr der Herrschaft von Kyrus, dem siebzigsten Jahr seit dem Tag, an dem unser Volk aus seinem Land nach Babel geführt wurde, tröstete Gott die Gefangenschaft und das Unglück dieses armen Volkes: Er hatte ihnen vor der Zerstörung der Stadt durch den Propheten Jeremia vorausgesagt, dass er sie, nachdem sie Nebukadnezar und seinen Nachfolgern gedient und siebzig Jahre lang gedient hatten, wieder in das Land ihrer Väter zurückbringen würde, damit sie ihren Tempel bauen und ihren alten Wohlstand genießen könnten. Und das hat Gott ihnen auch gewährt. Denn er erregte den Geist von Kyros und ließ ihn in ganz Asien schreiben: „So spricht der König Kyrus: Da Gott, der Allmächtige, mich zum König der bewohnten Erde ernannt hat, glaube ich, dass er der Gott ist, den das Volk Israel anbetet. Denn er hat meinen Namen durch die Propheten vorausgesagt, und dass ich ihm ein Haus in Jerusalem, im Land Judäa, bauen soll.“

Dies erfuhr Cyrus, als er das Buch mit den Prophezeiungen Jesajas las, das dieser ihm hinterlassen hatte. Denn dieser Prophet sagte, dass Gott in einer geheimen Vision so zu ihm gesprochen hatte: „Mein Wille ist, dass Kyrus, den ich zum König über viele und große Völker ernannt habe, mein Volk in sein eigenes Land zurückkehren lässt und meinen Tempel baut.“ Das hatte Jesaja schon hundertvierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels vorausgesagt. Als Kyros dies las und die göttliche Macht bewunderte, überkam ihn der ernste Wunsch und der Ehrgeiz, das Geschriebene zu erfüllen. So rief er die bedeutendsten Juden, die sich in Babylon befanden, zu sich und sagte ihnen, dass er ihnen erlaube, in ihr eigenes Land zurückzukehren und ihre Stadt Jerusalem und den Tempel Gottes wieder aufzubauen, und dass er ihnen dabei helfen werde; außerdem wolle er an die Herrscher und Statthalter in der Umgebung ihres Landes Judäa schreiben, dass sie ihnen Gold und Silber für den Bau des Tempels und außerdem Tiere für ihre Opfer spenden sollten.“


In Jesaja 45,1a wendet sich JHWH direkt an Kyrus: So spricht Jehova zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, dessen rechte Hand ich ergriffen habe, um die Völker vor ihm zu unterwerfen. Der hebräische Begriff für „Gesalbter“ ist Mashiach. Gott nannte Kyrus „meinen Messias“. Der wahre Messias würde Israel sowohl körperliche als auch geistliche Befreiung bringen. Cyrus war ein Typus dieses wahren Messias, da er die physische Befreiung aus dem Land Babylon herbeiführen würde.

Im Folgenden findest du einige der rabbinischen Antworten auf die Bezeichnung von Cyrus als „Messias“:

zu seinem Gesalbten – Jeder Titel der Größe wird Salbung genannt. Vgl. Num 18,8: „Dir habe ich sie zur Größe gegeben… [mischcha, d.h. gesalbt].“ Unsere Weisen sagten jedoch: Zum König Messias sagt der Heilige, gepriesen sei Er, „Ich beschwere mich bei dir über Cyrus“, wie es im Traktat Megilla 12a heißt.

In Megilla 12a heißt es: „Was bedeutet das, was geschrieben steht? „So spricht der Herr zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, dessen rechte Hand ich gehalten habe“ (Jesaja 45,1), das sich anscheinend auf Kyrus als Gottes Gesalbten bezieht? War Kyrus nun Gottes Gesalbter, d. h. der Messias, so dass der Vers ihn auf diese Weise bezeichnet? Vielmehr ist der Vers so zu verstehen, dass Gott in Bezug auf Kyrus zum Messias spricht: Der Heilige, gepriesen sei Er, sprach zum Messias: Ich beschwere mich bei dir über Cyrus, der nicht so handelt, wie es ihm zugedacht ist. Ich hatte gesagt: „Er soll Mein Haus bauen und Meine Verbannten sammeln“ (siehe Jesaja 45,13), aber er hat das nicht ausgeführt. Stattdessen sagte er: „Wer unter euch von seinem Volk ist, der soll nach Jerusalem hinaufziehen“ (Esra 1,3). Er gab die Erlaubnis, nach Israel zurückzukehren, aber mehr tat er nicht.

Nahman b. Hisdas Derascha wird hierher gebracht, weil sie sich mit Kyrus und dem Wiederaufbau des Tempels beschäftigt. Jesaja nennt Kyrus den Messias, was seltsam ist, weil sich Messias normalerweise auf einen gesalbten König oder, in der rabbinischen Literatur, auf den späteren Erlöser Israels bezieht. R. Nahman deutet den Vers daher so um, als ob es sich um eine Beschwerde gegen Kyrus handelt, die Gott an den Messias (den späteren Erlöser) richtet. Cyrus hatte Gott versprochen, dass er selbst den Tempel wieder aufbauen und die jüdischen Exilanten zurück nach Zion führen würde. In Esra jedoch sagt Cyrus den Juden, dass sie zurückgehen und den Tempel selbst wieder aufbauen sollen.

Sein Gesalbter. Manche meinen den Propheten, andere denken, dass Cyrus gemeint ist; beide Erklärungen sind zulässig. Der Herr hat mich gesalbt (61,1), und Hazael zum König gesalbt (1 Könige 19,15).

Arnold Fruchtenbaum – Bibelkomentar Jesaja

    Dann werden meine Feinde zurückweichen an dem Tage, da ich rufe; das weiß ich ja, dass Gott bei mir ist.

    Dann werden meine Feinde umkehren an dem Tage, da ich rufe; dieses weiß ich, daß Gott für mich ist. (O. denn Gott ist für mich)
    Elberfelder 1871 – Psalm 56,10

    Dann werden meine Feinde zurückweichen an dem Tage, da ich rufe; das weiß ich ja, dass Gott bei mir ist.
    Die Philippson-Bibel – Psalm 56:10

    Dann müssen rückwärts meine Feinde sich kehren
    am Tag, da ich rufe, –
    dies erkannte ich, daß Gott für mich ist.
    Buber & Rosenzweig 1976 – Ps 56,10

    Es kommt der Tag, an dem meine Feinde weichen müssen –
    auch dies wird ein Tag sein, an dem ich zu dir rufe.
    Eines weiß ich jetzt schon: Gott ist auf meiner Seite!
    Neue Genfer Übersetzung 2013 – Ps 56:10

    So werden denn meine Feinde weichen, sobald (zu Gott) ich rufe;
    dessen bin ich gewiß, daß Gott mir beisteht.
    Menge 1967 – Psalter 56,10

    Wenn wir die aktuellen Nachrichten uns anschauen, dann merken wir schnell, dass sich Gottes Volk Israel von fast der gesamten Welt gehasst wird. Leider werden diese aber momentan immer wieder dazu manipuliert, auf die restlichen wenigen Länder und Völker zu vertrauen, die ihnen momentan noch vor der UNO „den Rücken freihalten“. Aber die Bibel zeigt deutlich: Gottes Volk Israel muss zu IHM schreien, damit ER rettend eingreift, ja das ER wirklich wieder kommt! David hatte dies damals verstanden: der einzige der wirklich helfen kann: Jehovah – denn ER ist treu und allmächtig!
    Wer also heute versucht, Gottes Volk dazu zu bewegen, auf menschliche Führer zu vertrauen, ist in Wirklichkeit ein Werkzeug des Widersachers, der unbedingt Gottes Volk völlig zerstören will, bevor dieses nach „seinem Gott“ rufen kann!

    David war voller Vertrauen, weil Gott ihn ganz genau kannte und sogar seine Tränen zählte. Das Bild, daß Gott Davids Tränen in einem Weinschlauch sammelte, bedeutet, daß Gott sein Leiden nicht vergessen hatte. Aufgrund dieser Tatsache konnte David voller Vertrauen sagen: Gott ist für mich.

    Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

    Der Autor ist zuversichtlich, dass seine Feinde besiegt werden, wenn er Gott um Hilfe anruft (Vers 9). Diese Zuversicht beruht auf seiner Gewissheit, dass Gott auf seiner Seite steht (Vers 9c). Das Verb in Zeile a wird von RSV und TEV als Passiv übersetzt (will be turned back); es ist jedoch besser, es als Aktiv zu verstehen, wie es die meisten Übersetzungen tun: „will turn back“. In Zeile c, wie auch anderswo, kann die hebräische Konjunktion ki als „dass“ (Dies weiß ich, dass Gott …) oder als „weil“ („Ich weiß dies, weil Gott …“) verstanden werden; siehe Text und Rand von TEV und RSV.
    Vers 10 ist im Hebräischen in Form und Bedeutung ähnlich wie Vers 4a; die Aussage wird wiederholt, zuerst mit Gott und dann mit dem Herrn (siehe RSV); TEV hat die beiden Zeilen verkürzt und zu einer zusammengefasst. Wenn der Ausdruck, dessen Wort ich preise, zweimal wiederholt wird, erscheint er in vielen Sprachen als unnötige Wiederholung und kann daher wie in TEV auf eine Zeile reduziert werden. Wenn der Übersetzer dem TEV folgt und das Wort mit „Versprechen“ übersetzt, wird es in einigen Sprachen notwendig sein, z. B. zu sagen: „Ich spreche gut von dem, was er verspricht.“

    Bratcher – Ein Übersetzerhandbuch zum Buch der Psalmen

    In den Versen 8-9 erinnerte David den Herrn an die Leiden, die er im Exil ertragen hatte, und meinte dann, dass diese Leiden ihn dazu qualifizierten, dass seine Gebete erhört und seine Feinde besiegt würden. Das würde David die Gewissheit geben, dass Gott hinter seiner Sache steht (Röm 8,31-39). Gott wusste um Davids Wanderungen und zählte sie (121,8), und er hatte auch seine Tränen bewahrt (siehe 2. Könige 20,1-6). Gott listete seine Tränen auf seiner Schriftrolle auf (v. 8, NIV), oder legte sie in seine Flasche oder seinen Weinschlauch (KJV, NASB). Archäologen haben kleine „Tränenflaschen“ ausgegraben, in denen Trauernde ihre Tränen auffingen und die Flasche dann an der Grabstätte deponierten. Es geht einfach darum, dass Gott weiß, was wir fühlen und wie wir leiden, und dass seine Aufzeichnungen genau sind (69:28; 87:6; 130:3; 139:16; Ex. 32:32; Neh. 13:14; Hes. 13:9; Dan. 7:10; Mal. 3:16; Offb. 20:12; 21:27). David wiederholte den Refrain in den Versen 10-11, aber er benutzte diesmal den Bundesnamen „Jehova“.

    Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

    Der nächste Doppelpunkt enthält eine rhetorische Frage und einen impliziten Vergleich: „Stehen sie nicht in deinem Buch?“ Der Sinn der Frage besteht darin, zu bestätigen, dass sie es sind. Aber das Buch ist auch bildlich gemeint, denn Gottes Wissen muss nicht auf einer schriftlichen Aufzeichnung beruhen (der Ausdruck ist wie das Buch des Gedächtnisses; siehe Mal 3,16; Dan 7,10). Die Schmerzen und Ängste des Psalmisten, die ihn zum Umherirren veranlassten, waren Gott voll und ganz bekannt, so wie ein Mensch schriftliche Aufzeichnungen führt, um sie nicht zu vergessen. Während dieser Abschnitt also anschaulich sein Vertrauen in Gottes Fürsorge für ihn schildert, verwandelt er ihn in ein Gebet, dass Gott sein Leiden besonders zur Kenntnis nimmt. Durch die Verwendung von Zahlen ist es ein Appell an Gott, dies mit Barmherzigkeit zu tun.

    Wenn Gott das tut, dann werden die Feinde zurückgedrängt. Wenn Gott durch die ungerechte Behandlung seines Volkes zum Mitleid bewegt wird, wird er sozusagen eingreifen und sie ändern. In dieser Zeile behauptet er, dass die Feinde umkehren werden (יָשׁוּבוּ; s.v. Ps. 126:1) (das Substantiv אָחוֹר, „Hinterteil, Hindernis“, wird hier adverbial verwendet). Das Verb und dieses Wort zusammen ergeben den Begriff „zurückschlagen“. Die Feinde werden von Gott zurückgeschlagen. Der Psalmist will, dass die Unterdrückung durch die Feinde aufhört und die Feinde selbst für immer gestürzt werden. Dies wird geschehen, sagt er, „wenn ich rufe“ (בְּיוֹם אֶקְרָא). Diese Konstruktion ähnelt der von Vers 3; „an dem Tag, an dem“ deutet auf eine Zeitklausel hin, und das Imperfekt betont die Möglichkeit – wann immer ich rufen mag. Wenn er seinen Gott um Hilfe anruft, wird das Ergebnis sein, dass die Feinde zurückgedrängt (d. h. besiegt) werden.

    Der nächste Doppelpunkt sagt, warum das so ist: „Das weiß ich (d.h. „ich weiß das“), dass Gott für mich ist. Das Verb „ich weiß“ (יָדַעְתִּי) weist auf die Art von Wissen hin, das durch persönliche Erfahrung gewonnen wird (s.v. Ps. 67:2; und Ps. 139:1). Und er weiß, dass Gott für ihn ist, auf seiner Seite. Diese Erkenntnis gründet sich auf Gottes Wort an ihn, für das er Gott lobt; aber sie wird in der Weise verwirklicht, dass Gott sein Wort gehalten hat. Und wenn Gott für ihn ist, wer kann dann gegen ihn bestehen? Oder, wie er sagt: „Was kann Fleisch gegen ihn tun?“

    Allen P. Ross – Ein Kommentar zu den Psalmen

    »Am Tag, da ich rufe« ist gleich konstruiert wie »am Tag, da ich mich ängste« (V. 4). Das wollen wir von David lernen: Er macht den Tag der Angst zu einem Tag des Rufens (wie in 20,2; und wie Asaph: 77,2). Und was geschah? Da mussten seine »Feinde weichen«. Wenn wir rufen, werden sie weichen, aber nicht eher. Wann werden wir’s endlich glauben?
    »Das weiß ich«: Wir dürfen wissen, dass Gott für uns ist. Wir müssen es sogar wissen; sonst wird die Drangsal uns überwältigen und der Schmerz uns verschlingen. Gott war die ganze Zeit für Hiob, aber so lange er meinte, Gott sei gegen ihn, war ihm sein Leiden unerträglich. Erst als er sich vertrauensvoll an Gott wandte und sich ihm ergab, legte sich der Friede Gottes wie kühlender Balsam auf seine brennende Seele. Jetzt wusste er, dass Gott sein Freund war; jetzt konnte er bekennen: »Mein Auge hat dich gesehen« (Hi 42,5).
    »Gott ist für mich«: Das ist der Siegesruf des Glaubenden, das ist das Rühmen des Erwählten, Berufenen, Gerechtfertigten und Verherrlichten: »Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?« (Röm 8,30). Die Feinde – die anders als bei David nicht Menschen aus Fleisch und Blut, sondern geistliche Mächte der Bosheit sind (Eph 6,12) – mögen schnauben, aber sie vermögen nichts. Wenn ich in diesem Vertrauen zu Gott rufe, »müssen meine Feinde weichen«. Was bewegt sie plötzlich zur Umkehr? Gottes Hand hält sie zurück, Gottes Hand wendet sie; denn auch sie sind in seiner Hand.

    Benedikt Peters – Kommentar zu den Psalmen

    vertraue mir? oder vertraue Jehovah?

    Und sie machten sich des Morgens früh auf und zogen aus nach der Wüste Tekoa Und bei ihrem Auszuge trat Josaphat hin und sprach: Höret mich, Juda, und ihr Bewohner von Jerusalem! Glaubet an Jehova, euren Gott, und ihr werdet befestigt werden; glaubet seinen Propheten, und es wird euch gelingen!
    Elberfelder 1871 – 2.Chronik 20,20

    Und des Morgens frühe machten sie sich auf, und zogen hinaus in die Wüste Thekoa, und als sie auszogen, stellte sich Josaphat hin, und sprach: Höret mich, Juda, und ihr Bewohner Jerusalems! vertrauet auf Jehova, euren Gott, und ihr werdet Bestand haben; vertrauet auf seine Propheten, und ihr werdet Glück haben.
    van Ess 1858 – 2.Chronik 20:20

    Dann machten sie sich früh am Morgen auf und zogen aus zur Wüste Tekoa; und als sie auszogen, trat Jehoschafat hin und sprach: «Hört mich, Jehuda und Bewohner Jeruschalaims! Glaubt sicher an den Ewigen, euren Gott, und ihr bleibt sicher; glaubt an seine Begeisteten, und ihr habt Erfolg!»
    Neftali-Herz-Tur-Sinai – 2.Chronika 20,20

    Und sie standen früh am Morgen auf und zogen zur Wüste Tekoa, und als sie auszogen, trat Jehoschafat vor und sprach: Hört auf mich, Jehudah und ihr Bewohner Jeruschalajims! Vertraut auf den Ewigen, euren Gott, und ihr werdet bestehen, vertraut auf seine Propheten, und ihr werdet Erfolg haben!
    Die Philippson-Bibel – 2.Chronika 20:20

    Am Morgen machten sie sich früh auf und zogen nach der Wüste Tekoa.
    Als sie auszogen, trat Jehoschafat vor und sprach:
    Hört mich, Jehuda und Insassen Jerusalems!
    vertraut IHM, eurem Gott, und ihr bleibt betreut,
    vertraut seinen Kündern, und ihr habt Gelingen!
    Buber & Rosenzweig – 2 Chronika 20,20

    Es gibt Zeiten, wo Jehovah mit Seinem Volk durch Propheten handelt – ob es ein „echter Prophet“ ist, erkennst du ja schnell, denn falls der Prophet sagt: „so spricht Jehovah“ und es trifft nicht ein, dann sollte dieser Prophet zu Tode gebracht werden. (Siehe dazu 5.Mose 18,20-22).

    Am nächsten Tag führten Joschafat und die Sänger das Volk zum Ort der Auseinandersetzung in der Wüste Tekoa . (Tekoa, die Heimatstadt des Propheten Amos [ Am 1,1 ], lag etwa 20 km südlich von Jerusalem.) Die Sänger inspirierten das Volk mit ihren Worten der Ermutigung, dem Herrn zu vertrauen. Im Moment der Begegnung verursachte Gott ein solches Durcheinander unter den feindlichen Truppen, daß sie sich gegeneinander wendeten. Die Ammoniter und die Moabiter kämpften gegen die Mëuniter („die vom Berg Ser“), bis die letzteren ganz ausgelöscht waren, und dann kämpften die Ammoniter gegen die Moabiter. Das Schlachten war so groß, daß die Männer von Juda nicht alle geplünderte Beute wegtragen konnte. Mit Danksagung an Gott versammelten sie sich im Tal Beracha (Luther: „Lobetal“) und opferten Gott Dank für seine anhaltende Liebe ( 2Chr 20,21; HeseD , „Bundesliebe“; vgl. 2Chr 5,13;6,14;7,3.6 ).

    Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

    Die kurze Ansprache Joschafats beim Auszug ist ein Wortspiel mit dem Verbum, das soviel bedeutet wie »sich fest, zuverlässig, wahr erweisen« (hebr.: ’āman). Als Adjektiv in der Form von Amen ist es als bekanntestes hebr. Wort ins NT und von dort in den Sprachgebrauch der christl. Kirchen übergegangen. Mit Amen wird das göttliche Wort als wirkende Macht anerkannt.860
    Versucht man, das von Joschafat gewählte Wortspiel wörtlich zu übersetzen, so lautet es: »Wenn ihr die Zusicherung Gottes für fest und zuverlässig haltet, werdet ihr gefestigt sein.« In verneinender Weise greift diese Aussage Jesaja auf, wenn er sagt: »Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht« (Jes 7,9).

    Wuppertaler Studienbibel

    Joschafat befolgt die prophetischen Richtlinien ganz genau: Jahasiël hatte geboten »morgen zieht hinab gegen sie«, und anderntags heißt es »sie zogen aus«. Der König läßt den erhaltenen Befehl sogar eifrig ausführen: »sie standen früh auf am Morgen«; das ist nicht nur ein taktisch sinnvoller Schritt im Hinblick auf ein zu durchquerendes Wüstengelände (vgl. Gen 19,2; Jos 6,15; Ri 7,1; 1 Sam 29,10 u. ö.), sondern auch ein Anzeichen für hohe Bereitwilligkeit (vgl. Gen 22,3). Auch Joschafats Ansprache an die ausziehenden Truppen geht über das vom Propheten Gebotene hinaus; hier äußert er seine unerschütterliche Zuversicht. Es ist eindrucksvoll zu beobachten, wie sich Joschafat unter dem Einfluß der göttlichen Rede gewandelt hat. Aus einem rat- und hilflosen Opfer widriger Umstände ist ein entschlossener Heerführer geworden.
    Wie schon längst beobachtet, beruht die Äußerung des Königs auf den Worten Jesajas an Ahas (Jes 7,9): »Wenn ihr nicht vertraut, so werdet ihr nicht bestehen«. Allerdings sind auch die Unterschiede unverkennbar: Bei Jes handelt es sich um eine Warnung »wenn ihr nicht …, dann …«, hier dagegen um eine positive Ermahnung. Die knappe Aussage von Jes ist hier zu einem zweiteiligen parallelen Kolon ausgebaut, in dem das Wortspiel um die Verbalwurzel אמן »glauben, vertrauen« ausgeweitet ist auf die Propheten und in der Verheißung von Erfolg gipfelt. Bedeutsam ist hier der Glaube an die Propheten zusätzlich zum Glauben an Gott; dieses Element ist hier zwar stark kontextgebunden, spiegelt aber doch die Grundeinstellung des Chronisten zur Prophetie wider: die Propheten selbst, nicht nur ihre Botschaft, sind Gegenstände des Glaubens.
    Diese kurze Texteinheit trägt unverkennbare chr Züge: der anthologische Stil, die charakteristische Rede-Eröffnung »höret mich!«, die Erwähnung des Erfolgs, die dreimalige Verwendung der Wurzel אמן und die kontextbezogene Bezeichnung des Volkes als »Juda und Einwohner Jerusalems«.

    Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament

    Auf der anderen Seite, sehe ich momentan in der „Weltpolitik“ dass die Menschen wieder einem „neuen Messias“ hinterher laufen – und diesen verherrlichen, anstatt auf Jehovah zu vertrauen. Besonders traurig, wenn Christen und messianische Juden dieser Fehlentscheidung folgen, und anstatt auf die Wiederkunft Jesu zu warten, den „menschlichen König“ verherrlichen.

    Wie sich die Zeiten ändern

    Nach Judäa wurde von Tiberius als Landpfleger Pilatus geschickt. Dieser ließ des Nachts und noch dazu verhüllt die Bilder des Kaisers, die sich auf den sogenannten Feldzeichen befinden, heimlich nach Jerusalem bringen. Das rief nun am folgenden Tage eine ungeheure Bestürzung unter den Juden hervor, zunächst natürlich unter den Einwohnern der Stadt selbst, die beim Anblick der Standarten ganz außer Rand und Band geriethen, da man damit ihre Gesetze mit Füßen getreten hatte, nach denen es unstatthaft war, welches Bild immer in der Stadt anzubringen. Die Gährung unter den Stadtbewohnern ergriff aber auch das Volk in der Provinz, dass es massenhaft nach Jerusalem strömte. Man brach nun gemeinsam nach Cäsarea auf, um Pilatus zu bestürmen, dass er die Feldzeichen aus Jerusalem fortbringen lassen und die Gesetze ihrer Väter respectieren möge. Pilatus weigerte sich indes, ihre flehentliche Bitte zu erfüllen, worauf sich die Juden mit dem Angesicht zur Erde warfen und fünf Tage, wie auch ebensoviele Nächte unbeweglich in dieser Lage verharrten.

    Flavius Josephus – Der jüdische Krieg
    Mauer der Altstadt Jerusaelm am 22.Juni 2025 aus „Dankbarkeit an die USA“

    wie steht es mit meinem Blick auf Israel?

    Einen interessanten Absatz aus einem Buch möchte ich mit euch teilen:

    Wir haben jetzt wie selbstverständlich vorausgesetzt, daß die Kirche im Horizont des Reiches als erstes ihr Hoffnungsverhältnis zu Israel zu klären habe und daß ihre anderen Hoffnungsverhältnisse zu den Religionen, zu den Gesellschaftssystemen und den natürlichen Systemen daran anzuschließen seien und daraus folgen. Das ist in der christlichen Tradition keineswegs selbstverständlich, sondern neu. Wir drücken damit die noch zu belegende Überzeugung aus, daß die Aufgabe der Mission und damit das Verhältnis zu den Religionen aus der Beziehung der Kirche zu Israel sachlich und zeitlich begründet ist; daß ferner das Verhältnis der Kirche zum Staat und das politische Engagement der Christen von ihrem Verständnis des Alten Testaments und ihrem Verhältnis zum jüdischen Messianismus bestimmt wird; und daß endlich auch das Naturverhältnis und die Hoffnung für dieses Verhältnis von der Aufnahme oder Verdrängung israelitischen Denkens abhängt. Israel ist der ursprüngliche, bleibende und letzte Partner der Christenheit in der Geschichte. Verliert die Kirche die Orientierung an Israel aus den Augen, dann verkehren sich auch ihre religiösen, politischen und irdischen Verhältnisse ins Heidnische, ja ins Nachchristliche und Antichristliche. Die Kirche Christi kann ihr geschichtliches Selbstbewußtsein und ihre Beziehungen in der Welt, zu Staat, Gesellschaft, Technik und der natürlichen Umwelt nur dann dem Reich entsprechend und messianisch, d. h. konkret-befreiend verstehen, wenn sie ihr Verhältnis zu Israel, zum Alten Testament und zur Zukunft Gottes begreift. Das aber hat sie jahrhundertelang notorisch nicht getan. Ihr Antijudaismus hat sie paganisiert, hat zur Korruption heidnischer Religion geführt und die Kirche um die Kraft ihrer Hoffnung gebracht. Die Krisen, in die solche paganisierten und korrumpierten Formen des Christentums die Welt ökonomisch, politisch, kulturell und ökologisch gebracht haben, verlangen heute nach einer Rückwendung der Kirche zu ihrem israelitischen Ursprung: eine Rückwendung zum Alten Testament, die zugleich eine Umkehr zur messianischen Hoffnung für die Welt bedeutet. Denn die Rückwendung zum israelitischen Ursprung kann für die Christenheit nichts anderes bedeuten als die christliche Freisetzung des israelitischen Messianismus, damit Christen und Juden sich mit dem »Elan der Hoffnung« gemeinsam der Welt zuwenden.

    Jürgen Moltmann – Kirche in der Kraft des Geistes: Ein Beitrag zur messianischen Ekklesiologie – Seite 155

    Eine sanfte Antwort wendet Wut ab, doch ein hartes Wort lässt Zorn aufkommen

    Eine sanfte Antwort wendet Zorn ab, ein kränkendes Wort aber steigert den Zorn.
    Die Philippson-Bibel – Sprüche 15,1

    Eine gelinde Antwort wendet den Grimm ab, aber ein kränkendes Wort erregt den Zorn
    Elberfelder 1871 – Sprüche 15:1

    Eine linde Antwort kehrt die Grimmglut ab, aber eine schnöde Rede macht den Zorn steigen.
    Buber & Rosenzweig – Spr 15,1

    Wenn du stark genug bist, einen Kreislauf des Bösen zu durchbrechen, indem du Gutes tust, dann kannst du einen Kreislauf des Guten in Gang bringen. „Eine gelinde Antwort wendet den Grimm ab.“ Diese gelinde Antwort entspringt nicht etwa der Schwachheit, sondern entspringt der Stärke, und der Zornige fühlt dies. Da so viele Menschen Gleiches mit Gleichem vergelten, wirst du, wenn du das Böse mit Gutem durchbrichst, den Kreislauf des Bösen auf einen Kreislauf des Guten umschalten. „Die segnende Seele wird reichlich gesättigt, und der Tränkende wird auch selbst getränkt.“ „Wirf dein Brot hin auf die Fläche der Wasser, denn nach vielen Tagen wirst du es finden.“ Es mag etwas Zeit erfordern, bis dein gutes Handeln dir von anderen her eine gute Ernte einträgt. Du kannst nicht heute Samen säen und morgen schon Weizen ernten. Aber nichtsdestoweniger: „Was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten; so laßt uns nicht nachlassen, das Rechte zu tun, denn zur bestimmten Zeit werden wir ernten, wenn wir es nicht aufgeben.

    Wachtturm 15-September 1956

    Lass den Streit – ehe er heftig wird
    „Eine milde Antwort wendet den Grimm ab, aber ein kränkendes Wort erregt den Zorn.“
    Sprüche 15,1

    Wenn wir das doch lernen würden: „Gelinde“ zu reagieren, wenn wir uns über die Worte eines anderen ärgern! Unerwartet können wir in eine Situation kommen, wo durchaus eine „milde Antwort den Grimm abwenden“ könnte. Aber – wir reagieren gereizt und ein Wort ergibt das andere …
    Das kann im Umgang mit Glaubensgeschwistern vorkommen, aber vor allem im Miteinander als Eheleute. Denken wir daran: Der Feind der Seelen lauert nur darauf, uns unglücklich zu machen, indem wir durch ein kränkendes Wort den Zorn des anderen erregen. Deshalb wollen wir die Ermahnung des weisen Salomo beachten.
    Hanna – eine milde Antwort trotz großer Not
    Hanna, die Frau Elkanas, ist uns ein Vorbild hinsichtlich einer wirklich „milden“ Reaktion. Mit ihrem Ehemann war sie nach Silo zum Zelt der Zusammenkunft gekommen um das jährliche Opfer zu bringen (s. 1 Samuel 1).
    Wie niedergeschlagen war sie doch in ihrer Seele: Wie sehr hatte sie sich ein Kind gewünscht, aber der Herr hatte ihren Mutterleib verschlossen (V. 6). In der Seele verbittert, weinte sie und aß nicht (V. 7). Vor dem Herrn betete sie in ihrem Herzen und bat inständig um einen Nachkommen – nicht laut, „nur ihre Lippen bewegten sich“ (V. 13). Dabei beobachtete sie der für die Ordnung im Haus verantwortliche alte Priester Eli – und der hielt sie für eine Betrunkene! In sehr verletzender Weise machte er Hanna den Vorwurf:
    „Bis wann willst du dich wie eine Betrunkene gebärden? Tu deinen Wein von dir!“ (V. 14).
    Arme Hanna: Für sie war das ein Stich in eine offene Wunde! Ob sie sich nun mit einem verachtenden Blick von Eli abwendet oder gar gekränkt mit heftigen Worten reagiert?
    Im Gegenteil! Sie reagiert sehr milde und antwortet: „Nein, mein Herr, eine Frau beschwerten Geistes bin ich; weder Wein noch starkes Getränk habe ich getrunken, sondern ich habe meine Seele vor dem Herrn ausgeschüttet. Halte deine Magd nicht für eine Tochter Belials; denn aus der Fülle meines Kummers und meiner Kränkung habe ich bisher geredet“ (V. 15.16).
    Eli beruhigt sich bei solch einer Ansprache sofort und muss erkennen, wie unweise er geredet hat. Er spricht nunmehr Worte des Trostes: „Geh hin in Frieden; und der Gott Israels gewähre deine Bitte, die du von ihm erbeten hast“ (V. 17)!
    Petrus – eine milde Antwort trotz ungerechter Vorwürfe
    Der Apostel Petrus war auf Geheiß Gottes in Cäsaräa bei dem Hauptmann Kornelius gewesen und hatte ihm die gute Botschaft des Evangeliums überbracht, und zwar, dass „jeder, der an ihn (den Herrn Jesus) glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen“ (Apg 10,43). Das war Balsam für das suchende Herz des Kornelius gewesen: Nicht nur den Juden gilt das Evangelium, sondern auch ihm, einem Mann aus den Nationen. Von Herzen hatte er dem Wort der Wahrheit, dem Evangelium des Heils geglaubt und den Heiligen Geist empfangen.
    Welche Freude kehrte in dieses Haus ein und wie groß war auch die Freude für den Apostel, als ein Werkzeug in der Hand seines Meisters benutzt worden zu sein. Davon will er gern den Brüdern in Jerusalem berichten. Aber welch eine Enttäuschung: Seine Brüder „aus der Beschneidung“ sind über sein Tun vielmehr aufgebracht. Sie „stritten … mit ihm“ mit recht „grimmigen“ Worten. Sie hielten ihm vor: „Du bist bei Männern eingekehrt, die Vorhaut haben, und hast mit ihnen gegessen“ (Apg 11,2).
    Geben wir diesem Vorwurf noch eine besondere Betonung, dann merken wir, dass jetzt nur noch eine „milde Antwort“ einen aufkommenden Streit unter Brüdern abwenden kann. (Besser hätten die Brüder gefragt: „Lieber Petrus – entschuldige bitte, aber wir verstehen nicht so ganz, warum du zu Menschen eingekehrt bist, die Vorhaut haben. Kannst du uns das bitte erklären?“)
    Petrus reagiert weise – der Herr schenkt ihm die rechten Worte als eine „milde Antwort“: Der Reihe nach berichtet er all das, was sich unter der offenbaren Führung des Geistes Gottes im Haus des Kornelius zugetragen hatte. Demütig schließt er seine Ansprache mit den Worten: „Wer war ich, dass ich vermocht hätte, Gott zu wehren“ (V. 17)?
    Wie schön als Ergebnis der Besprechung zu lesen: „Als sie (die Brüder) aber dies gehört hatten, beruhigten sie sich und verherrlichten Gott und sagten: Also hat Gott auch den Nationen die Buße gegeben zum Leben“ (V. 18). So war dem Feind durch eine milde Antwort gewehrt und der Herr vielmehr verherrlicht worden.
    Nun blenden wir in unsere Tage:
    Jens hat einen langen und anstrengenden Arbeitstag hinter sich. Er fährt seinen Wagen in die Garage und betritt die Wohnung. Sein Kopf ist noch nicht frei: Da war die ergebnislose Besprechung, die scharfe Reaktion eines Kunden, die Arbeit ging heute einfach nicht gut „von der Hand“. Da kommt seine Frau Birte aus der Küche. Jens ist immer noch ganz in Gedanken und grüßt nicht so freundlich, wie sie es sonst gewohnt ist.
    Nun kommt es auf ihre Reaktion an! Kann sie sich einfühlsam in die Situation ihres Mannes versetzen oder nicht?
    Wenn nicht, wird Birte denken: Was hat er denn heute? Ich habe ihm doch nichts getan! Ich plage mich den ganzen Tag für ihn – und was macht er für ein Gesicht? Und dann schmollt sie und macht ihm Vorhaltungen.
    Wie schnell gibt dann ein Wort das andere! Sie sagt: „Das hätte ich nicht gedacht, dass du so zu mir sein könntest!“ Und er antwortet: „Du bist doch auch kein Engel!“
    Hätte eine „milde Antwort“ die Situation nicht sofort beruhigt? Er: „Liebling – verzeih mir, aber ich hatte solch einen Ärger“. Oder Sie: „Schatz – jetzt wollen wir uns mal nicht mehr ärgern, sondern erst einmal gemütlich zu Abend essen. Und wenn wir nachher zusammen beten, sagen wir alles dem Herrn: Er kann helfen!“
    Eine lohnende Übung
    Wir merken, wie wichtig es ist, den Rat aus Sprüche 15,1 zu beachten! Wollen wir uns darin nicht mehr und mehr üben? Wenn es nicht immer gelungen ist – und wer müsste das nicht bekennen –, was hindert uns, es ab heute mit Gottes Hilfe besser zu machen?
    Friedhelm Müller

    Bleib in mir 04-2016

    WESSEN Spiel?

    In den letzten Tagen lese ich „hier und da“ Berichte über die Feier zur Einweihung der Olympischen Spiele dieses Jahr. Und viele Christen regen sich über das, was sie im Fernsehen gesehen haben, auf.

    Hier zwei Beispiele:

    Jetzt eine ehrliche Frage: Woher kommen den die „Olympisch Spiele“? Und zu wessen Ehre werden diese abgehalten?

    Ihren Ursprung haben die Olympischen Spiele in Griechenland, im Ort Olympia auf der Halbinsel Peloponnes. Der Mythos besagt, dass der Halbgott Herakles die Spiele zu Ehren seines Vaters Zeus begründete, dem höchsten Gott der griechischen Götterwelt.
    Historische Aufzeichnungen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus datieren die ersten Spiele auf 776 vor Christus. Zumindest gibt es Siegerlisten, die bis auf diesen Zeitpunkt zurückgehen.
    Bis in das Jahr 724 vor Christus bestanden die Spiele nur aus einem Stadionlauf. Ein „Stadion“ ist eine altgriechische Maßeinheit, die etwa 192,28 Metern entspricht. Mit den Jahren kamen mehr und mehr Sportarten hinzu.
    Zunächst weitere Laufwettbewerbe, dann diverse Faust- und Ringkämpfe sowie der Pentathlon. Dieser antike Fünfkampf bestand aus Diskuswurf, Weitsprung, Speerwerfen, Laufen und Ringen. Ab 680 vor Christus wurden dann nach und nach verschiedene Pferdesportwettbewerbe eingeführt.

    https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sport/geschichte_der_olympischen_spiele/index.html

    Glaubst du, dass Paulus oder Petrus zu den Olypischen Spielen gefahren wären? Wenn ja – was werden wohl Paulus oder Petrus über das, was sie dort gesehen hätten, gesagt?
    Meine persönliche Meinung: Was für einen „anderen Gott“ gefeiert wird, geht mich als Christ doch garnichts an! – oder?

    Und wie sahen die „Anbeter von Zeus“ und anderer Götter im ersten Jahrhundert Menschen die an Christus glaubten?

    Denn Christus hat mich nicht ausgesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen; nicht in Redeweisheit, auf daß nicht das Kreuz Christi zunichte gemacht werde.
    Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.

    Elberfelder 1871 – 1. Kor 1,17–18

    wir aber predigen Christum als gekreuzigt, den Juden ein Ärgernis, und den Nationen eine Torheit;

    Elberfelder 1871 – 1. Kor 1,23

    Muß ich mich also wundern, wenn „die Nationen“ den Christus als „eine Torheit“ darstellen? Geht es mich überhaupt etwas an, was „die Nationen“ zu Ehren „ihrer Götter“ feiern??