5.Mose

Deuteronomium
“zweites Gesetz”

die Arbeit der Leviten

thematische Verlinkung aller Gedanken – nach den einzelnen Kapiteln sortiert

Thomas 1. Juni 2009 101 Kommentare Trackback URI Comments RSS

101 Kommentare zu “5.Mose”

  1. Thomasam 28. Februar 2009 um 07:51 Link zum Kommentar

    Scheinbar handelt es sich um eine Wiederholung der Dinge, die wir schon in den anderen Büchern des Mose gelesen haben. Aber dies scheint nur so. Mose gibt zwar Dinge wieder, die uns schon bekannt sind, aber er legt in seiner Rede an das Volk mehr Wert auf Gehorsam und Glauben und Gefühl zum Schöpfer. Er zeigt, welche schwere Zeit auf das Volk gekommen war, weil sie ungehorsam waren.

    5.Mose 1-3
    Wenn man sich den Vers 2 im 1.Kapitel durch den Kopf gehen läßt: für den Weg, den die Israeliten nun fast 40 Jahre gebraucht hatten, hätten sie normaler Weise 11 Tage benötigt!

    Wir lernen Mose auch als sanftmütigen Menschen kennen, der offen und ehrlich sagt, dass das Volk ihm zuviel geworden ist - und es eine praktische Lösung gab. Wichtig, welche Regeln er an die Richter im Volk weitergegeben hat. Nein, die Richter können nicht nach eigenem Gutdünken richten:”‚Bei einem Verhör zwischen euren Brüdern sollt ihr mit Gerechtigkeit zwischen einem Mann und seinem Bruder oder seinem ansässigen Fremdling richten. 17 Ihr sollt beim Rechtsprechen nicht parteiisch sein. Ihr solltet den Kleinen ebenso anhören wie den Großen. Ihr sollt nicht erschrecken wegen eines Mannes, denn das Gericht gehört Gott; und den Fall, der für euch zu schwer ist, solltet ihr vor mich bringen, und ich werde ihn bestimmt anhören.‘

    Was heißt das heute? Wer Aufgaben in seiner Gemeinde erhält muss dort den Auftrag des Höchsten umsetzen. Der Wachtturm schrieb dazu einmal (1. März 1979)

    Weise, verständige und erfahrene Männer sollen Gottes Volk leiten
    „Und ich will euch Hirten geben in Übereinstimmung mit meinem Herzen, und sie werden euch gewißlich mit Erkenntnis und Einsicht weiden“ (Jer. 3:15).

    DAS Volk Israel befand sich in den Ebenen Moabs und schickte sich an, den Jordan zu durchqueren und das Land Kanaan zu betreten. Moses erinnerte die Israeliten zu ihrem Nutzen daran, wie Gott während der vierzig Jahre, in denen sie in der Wüste Sinai gewesen waren, mit ihnen gehandelt hatte. Wegen der unter dem Volk vorherrschenden falschen Einstellung war es besonders für Moses anfangs eine stürmische Zeit gewesen. Nun erinnerte er die Israeliten daran, daß er, als er die Last der Streitsachen des Volkes nicht mehr allein hatte tragen können, aufgrund der Empfehlung Jethros zu ihnen gesagt hatte: „Holt euch weise und verständige und erfahrene Männer eurer Stämme, damit ich sie als Häupter über euch setze“ (5. Mose 1:3, 12, 13; 2. Mose 18:17-26).

    2 Bei der Auswahl dieser Männer hielt sich Moses an die anscheinend älteste Form der Leitung eines Gemeinwesens. Berichte zeigen, daß seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte unter Völkern Ältestenschaften oder Ältestenräte tätig waren. Als Nachkommen Jakobs hatten die Israeliten selbst schon zuvor Berührung mit Ältestenschaften von Ägypten, Moab und Midian gehabt (1. Mose 50:7; 4. Mose 22:4, 7). Die Scheiche arabischer Völker waren ebenfalls Stammesälteste, denn das arabische Wort sheikh bedeutet einfach „Ältester“ oder „älterer Mann“ (1. Mose 36:15). Bevor Moses mit der Führung des Volkes Israel beauftragt wurde, hatte die Nation bereits solche Älteste, und er wurde angewiesen, diese davon zu unterrichten, daß Gott ihn eingesetzt hatte (2. Mose 3:16, 18). Somit führte Moses keine bedeutende Neuerung ein, als er sich später in der Wüste Sinai der Unterstützung von Ältesten bediente, um die Behandlung von Problemen zu dezentralisieren.

    3 Zu Gottes bestimmter Zeit wurde die Christenversammlung gegründet, die in geistigem Sinne ein Volk ist — ein Volk, das auf der ganzen Erde vertreten ist. Gottes Sohn, der größere Moses, sorgte dafür, daß die Versammlungen durch Ältestenschaften geleitet wurden. Es ist interessant, auf welche Voraussetzungen Moses achtete, als er israelitische Älteste in eine verantwortungsvolle Aufgabe einsetzte. Wenn wir diese Voraussetzungen mit denen vergleichen, die christliche Älteste aufweisen müssen, erkennen wir eine große Ähnlichkeit, wie die umseitige Tabelle zeigt.

    4 Nachdem sich die Israeliten im Verheißenen Land niedergelassen hatten und in Städten und Dörfern wohnten, wurden die verschiedenen Gemeinwesen durch Ältestenschaften geleitet und unterstützt (Josua 20:4; Ri. 8:14, 16; 1. Sam. 16:4). Diese Ältestenschaften sollten weisen Rat erteilen, bei Problemen Hilfe leisten, das Volk vor dem Abfall bewahren und so zum Frieden, zur Ordnung und zur geistigen Gesundheit ihres Gemeinwesens beitragen. Mitunter wurde von ihnen verlangt, eine richterliche Funktion zu erfüllen, indem sie Streitigkeiten schlichteten oder Maßnahmen zum Schutze des Gemeinwesens ergriffen (5. Mose 16:18-20; 19:12; 31:9; Ruth 4:1-11). In Krisenzeiten sollten sie eine Quelle des Trostes und der Stärkung sein (Jes. 32:1, 2). Doch sollten sie weder ihre Mitbürger zur Arbeit antreiben, noch waren sie befugt oder verpflichtet, anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben hatten. Christliche Älteste verrichten bei der Erfüllung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe einen ähnlichen Dienst. (Vergleiche Apostelgeschichte 20:28-35; 1. Korinther 3:4, 5, 21-23; 2. Korinther 1:24.) Zusätzlich hat die Christenversammlung den Auftrag, allen Menschen die gute Botschaft von Gottes Königreich bekanntzumachen.

    Heute qualifizierte Männer aussuchen
    5 Wenn wir an die Ältestenvorkehrung in der Vergangenheit denken, so kann uns das eine Hilfe sein, heute bei der Auswahl von Ältesten gutes Urteilsvermögen anzuwenden. Wir könnten eine Versammlung als ein kleines Dorf im alten Israel betrachten und uns fragen: Welche Männer in der Versammlung wären imstande, als Dorfälteste zu dienen und vernünftige und gesunde Anleitung zu bieten? Welche Männer erweisen sich als verständig, sind ausgeglichen und verfügen über ein gutes Urteilsvermögen?

    6 In 1. Timotheus 3:15 ist von der weltweiten Versammlung der Diener Gottes als von dem „Hause Gottes“ („Familie Gottes“, The Jerusalem Bible) die Rede. Folglich könnten wir eine einzelne Versammlung auch als eine große Familie betrachten. In Abwesenheit des Oberhauptes einer Familie erwarten die einzelnen Glieder oft von den älteren Söhnen, daß sie die Maßstäbe und Anweisungen des Familienoberhauptes vertreten und unterstützen. Wir könnten uns daher fragen: Welche „Hausgenossen“ des Glaubens gleichen älteren Söhnen in einer Familie, an die sich die anderen Familienglieder normalerweise wenden würden, um gesunden Rat und vernünftige Hilfe zu erhalten? (Vergleiche 1. Timotheus 5:1, 2.)

    7 Eigentlich sollte es sich bei Männern, die empfohlen werden, als Versammlungsälteste zu dienen, meistens um Personen handeln, die von den Gliedern der Versammlung schon als „ältere Brüder“ betrachtet werden, insofern als sie aufgrund ihrer Einsicht, ihrer Ausgeglichenheit und ihres Urteilsvermögens schon den Respekt und das Vertrauen ihrer Glaubensbrüder erworben haben. Niemand kann aus einem anderen einen Ältesten „machen“, sondern der Betreffende muß selbst ein Ältester werden, indem er geistig wächst, Fortschritte macht und Erfahrungen sammelt (Spr. 1:2-5; 4:7-9; Jak. 3:1, 13). Wenn ein solcher ausgewählt wird, um in dieser Stellung zu dienen, werden durch seine Ernennung eigentlich die wünschenswerten Eigenschaften eines Ältesten, die er bereits offenbart, anerkannt und bestätigt. Im alten Israel war es offensichtlich so wie in anderen Ländern, daß ein Mann, der bei dem örtlichen Ältestenrat dafür bekannt war, daß er Weisheit, Urteilsvermögen und Verständnis offenbarte, eingeladen wurde, dem Rat anzugehören und bei seinen Besprechungen und Entscheidungen mitzuwirken (1. Tim. 5:22, 25).

    und dann im Juni 1977:

    Über Angelegenheiten zu richten, die das Leben und die Beziehungen eines Menschen beeinflussen, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Älteste in der Christenversammlung sollten daher besonders streng darauf achten, wie sie dieser Aufgabe nachkommen. Wenn sie einen Rat geben oder eine Entscheidung fällen, dürfen sie nicht ihre eigene Meinung äußern, sondern müssen gerecht urteilen oder richten. Um nach Gottes Maßstab zu richten, müssen sie das im Sinn behalten, was Moses den damaligen Richtern gebot, als er zu ihnen sagte: „Bei einem Verhör zwischen euren Brüdern sollt ihr mit Gerechtigkeit zwischen einem Mann und seinem Bruder oder seinem ansässigen Fremdling richten. Ihr sollt beim Rechtsprechen nicht parteiisch sein. Ihr solltet den Kleinen ebenso anhören wie den Großen. Ihr sollt nicht erschrecken wegen eines Mannes, denn das Gericht gehört Gott“ (5. Mose 1:16, 17). Ob es sich um einen Fall handelt, in den jemand verwickelt ist, der groß zu sein scheint, weil er begütert ist, eine gute Bildung genossen hat oder wegen seiner Leistungen geehrt wird, oder ob es um jemand geht, der in dieser Hinsicht „klein“ ist, so dürfen die Ältesten nicht parteiisch sein. Sie sollten bestrebt sein, nicht nach ihrem Ermessen zu handeln, sondern das zu tun, was in Gottes Augen richtig ist (Spr. 21:2, 3). Dann wird ‘das Gericht tatsächlich Jehova gehören’, wie es in seinem Wort und durch seinen irdischen Mitteilungskanal zum Ausdruck gebracht wird.

    2 Gestützt auf lückenhafte Kenntnisse, können Älteste eine Sache nicht richtig entscheiden. Sie müssen, wenn sie sich den Fall anhören, ein vollständiges Bild erhalten. Um Hauptpunkte herauszuschälen und um festzustellen, wie ein Problem entstanden ist oder warum etwas getan wurde, müssen sie passende, taktvolle Fragen stellen. Die an dem Fall Beteiligten sollten mit ihnen zusammenarbeiten, indem sie alles sagen, was sie wissen, nicht nur einen Teil davon. Das ermöglicht es den Ältesten, biblische Gesetze auf die erhobenen Behauptungen oder Anschuldigungen anzuwenden. Salomo betete um Weisheit, damit er seiner Verantwortung nachkommen konnte (1. Kö. 3:9, 12). Älteste benötigen ebenfalls himmlische Weisheit, um das, was Gottes Wort sagt, richtig auf die Situationen anzuwenden, mit denen sie sich befassen müssen. Das bewirkt, daß in der Versammlung die Frucht der Gerechtigkeit hervorgebracht wird (Jak. 3:17, 18).

    Interessant auch Moses Erzählung über die Kundschafter. Nur auf einige kleine Einzelheiten eingehend: sie hatten keinen Glauben, sondern ließen sich ablenken. Sie hätten einfach Glauben haben und zeigen sollen und dementsprechend sich in die Hand des Allmächtigen fallen lassen müssen. Aber leider konnte dies nur Josua und Kaleb. Ja, die beiden mussten erst Glauben beweisen um dann 40 Jahre später zu sehen, dass ihr Vertrauen in den Höchsten völlig gerechtfertigt war.

    Wir sehen aber auch, dass die Krokodilstränen des Volkes und dann das eigenmächtige Handeln, dem Volk keinen Segen einbrachte. Wir lernen, dass wir immer nur in Gemeinschaft mit Gott und im Vertrauen in den Höchsten, etwas erreichen können.

    Auch wenn es so aussieht, als ob Jehova seinen Plan vergessen hätte, so können wir aus Kapitel 2 erkennen, dass das versprochene von ihm eingehalten wird. So hatte er den Nachkommen Abrahams und Lots ein Teil des Landes versprochen – und nun durften die Israeliten deshalb dieses Land nicht einnehmen. Er wir also auch heute nicht zulassen, dass die Menschen, die er mit etwas segnen will, durch andere wirklichen und dauerhaften Schaden erleiden müssen.

    Das Mose flehte, doch ins Verheißene Land ziehen zu dürfen – und er dies offen und ehrlich dem Volk sagt, und auch, warum und welche Antwort er vom Allmächtigen erhalten hat, zeigt, dass Menschen die Macht oder Gewalt bekommen haben, unter Umständen, trotzdem demütig bleiben können. Und ist es nicht herzerwärmend zu lesen, wie Mose reagiert hat. Er war nicht wie das halsstarrige Volk, und hat einfach versucht auf eigene Faust ins Land zu ziehen.

    Wir lernen dass Gehorsam nötig ist, aber kein Gehorsam aus Zwang, kein Gehorsam, weil es nicht anders geht, sondern Gehorsam aus Liebe zum Allmächtigen. Ob er aus diesem Grunde heute so viel zu läßt? Ob er deshalb viele Gebote scheinbar aufhebt, und so viele Menschen bis an “die Grenzen des Machbaren” gehen läßt?

  2. Juleam 28. Februar 2009 um 09:23 Link zum Kommentar

    5. Mose 1 – 3

    5. Mose 1:22

    Indes tratet ihr alle zu mir und spracht: ‚Laß uns doch Männer vor uns hersenden, damit sie für uns das Land erforschen und uns Bericht erstatten über den Weg, auf dem wir hinaufziehen sollten, und über die Städte, zu denen wir kommen werden.‘

    hier wird deutlich, dass das Volk vorher schon zaghaft war und es ihnen an dem nötigen Gottvertrauen fehlte. Jehova sagte, sie sollten hinabziehen und das Land, dass er ihnen geben würde, in Besitz nehmen.

    Aber sie wollten erst einige vorschicken, die das Land auskundschaften sollten.

    Wozu???

  3. Juleam 28. Februar 2009 um 09:26 Link zum Kommentar

    5. Mose 2:7

    Denn Jehova, dein Gott, hat dich in allem Tun deiner Hand gesegnet. Er weiß wohl um deine Wanderung durch diese große Wildnis. Diese vierzig Jahre ist Jehova, dein Gott, mit dir gewesen. Es hat dir an nichts gefehlt.“ ‘

    Moses sagt dem Volk, dass Jehova immer für sie gesorgt hatte, “es hat dir an nichts gefehlt”.

    Wir wissen, dass es viele unter ihnen gab, die das anders sahen. Sicherlich gab es auch zu diesem Zeitpunkt einige, die das so sahen.

    Sind WIR immer mit dem zufrieden was Jehova uns gibt - oder sind wir enttäuscht, weil er unsere Gebete nicht SO erhört, wie wir das gerne hätten?

    Wenn Moses sagt, es habe ihnen an nichts gefehlt, dann meint er die lebensnotwendigen Dinge.

    Sind wir persönlich zufrieden, wenn wir ein Dach über dem Kopf haben, bekleidet sind und jeden Tag etwas zu Essen haben?

    Oder wollen wir mehr???

    Oder brauchen wir unbedingt dies und das um zufrieden zu sein???

  4. Thomasam 1. März 2009 um 07:51 Link zum Kommentar

    5.Mose 4-6

    Gleich in Vers 1 kommt ein Grundsatz zum tragen: wer hört und dann danach tut, der darf leben und auch besitzen ;-) Der Weg des Lebens bestand damals und besteht noch heute darin, den Geboten gehorsam zu sein. Dies ist nicht jedermanns Sache. Manche wollen einfach nur das Ergebnis, aber nicht den Gehorsam. Aber dies ist aus Gottes Sicht nicht möglich. In einem Nachschlagewerk wurde gesagt, dass dies ein ebenso großer Unterschied ist, wie es ein Kind und ein gehorsames Kind sind. Natürlich meint man hier ein Kind, das aus Liebe seinen Vater gehorcht, und nicht aus Angst!

    5. Mose 4: 3

    Eure eigenen Augen sind es, die sahen, was Jehova in dem Fall des Baal von Pẹor tat, daß Jehova, dein Gott, jeden Mann, der dem Baal von Pẹor nachging, aus deiner Mitte vertilgte.

    - Auch wenn wir uns innerhalb des Volkes befinden sollten, und uns unsere Mitbrüder als so toll ansehen sollten – am wachsamen Auge des Allmächtigen kommt keiner vorbei, der in seinem Herzen falsche Beweggründe haben sollte.

    5. Mose 4:29

    Wenn ihr wirklich Jehova, deinen Gott, von dort aus sucht, dann wirst du ihn bestimmt finden, denn du wirst mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele nach ihm fragen. 30 Wenn du in Bedrängnis bist und alle diese Worte am Ausgang der Tage bei dir eingetroffen sind, dann wirst du zu Jehova, deinem Gott, umkehren und auf seine Stimme hören müssen. 31 Denn Jehova, dein Gott, ist ein barmherziger Gott. Er wird dich nicht im Stich lassen noch dich ins Verderben bringen, noch den Bund deiner Vorväter vergessen, den er ihnen geschworen hat.

    Wer sich auf dem Holzweg befindet, hat die Chance sein Leben vor dem Allmächtigen in Ordnung zu bringen. Dies sollte man aber tun, bevor die Zeit der Bedrängnis einen drückt

    Im Kapitel 5 veruteilt der Gesetzesgeber noch einmal diejnigen, die Morden, Ehebrechen und Verräter… einen Punkt hier aus der Zeitschrift vom 22. 2. 1979

    Aus dem Kontext geht hervor, daß Moses gerade damit fertig war, „ganz Israel“ nochmals die Zehn Gebote vorzutragen (5. Mose 5:1-22). Im ersten dieser Gebote wurde von Israel verlangt, „niemals andere Götter wider mein Angesicht“ zu haben (5. Mose 5:7). Als Moses erklärte, daß der Gott Israels „e i n Jehova“ sei, wandte er sich offensichtlich gegen zwei Aspekte der von den heidnischen Völkern gepflegten falschen Anbetung. Gegen welche?

    Erstens waren diese Völker Polytheisten; sie beteten viele Götter an. Israel dagegen hatte nur einen Gott, Jehova. Der Apostel Paulus formulierte das vorzüglich, als er sagte: „Denn wenn es auch solche gibt, die ,Götter‘ genannt werden, ob im Himmel oder auf der Erde, so, wie es ja viele ,Götter‘ und viele ,Herren‘ gibt, so gibt es für uns tatsächlich e i n e n GOTT, den Vater“ (1. Kor. 8:5, 6).

    Zweitens wies eine bestimmte von den Heiden verehrte Gottheit oft mehrere Erscheinungsformen auf, die örtlich mehr oder weniger verschieden waren. Der Baal zum Beispiel war ein einziger Gott. Aber aus der Heiligen Schrift geht hervor, daß es viele lokale Ausprägungen dieses Gottes gab, zum Beispiel gab es den Baal von Peor in Moab, den Baal-Berith in Sichem und den Baal-Sebub in Ekron (4. Mose 25:3, 5; Ri. 8:33; 2. Kö. 1:2-6). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts schrieb der Orientalist E. F. C. Rosenmüller über die Folgen, die eine solche Verehrung hatte: „Die Heiden verehrten nicht nur viele Götter, sondern aufgrund einer törichten religiösen Praktik verehrten sie ein und denselben Gott unter vielen verschiedenen Namen, als handle es sich um viele andere ganz unterschiedliche Götter“. Wenn die Bevölkerung die für ihre Gegend charakteristische Erscheinungsform des „Baals“ verehrte, wurde der Eindruck erweckt, bei Baal handle es sich um viele Götter. In einem neueren Wörterbuch wird das wie folgt veranschaulicht:

    „Man könnte die vielen ,lokalen‘ Ausprägungen des Baaldienstes mit denen des katholischen Mariendienstes vergleichen: wie man von ,der Herr von Sapān, von Sidon, von Ugarit‘ sprechen konnte, so von ,Notre Dame de Paris, de Lourdes, du Nord‘, obwohl man immer nur Varianten einer einzigen Gestalt meinte“ (Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament, Bd. I, 1972, S. 712).

    In Ablehnung solch abergläubischer Vorstellungen erklärte Moses, daß der Gott Israels „e i n Jehova“ sei. Das bedeutete, daß Jehova der alleinige, der einzige Gott sei und daß er als e i n Gott zu verehren sei, nicht wie die ‘Baale’ in vielen lokalen Ausprägungen, so daß man mehrere ‘Jehovas’ hätte (Ri. 2:11; 3:7; 8:33).

    Aus der Heiligen Schrift geht hervor, daß sich der Tag mit Riesenschritten nähert, an dem die ganze Menschheit anerkennen muß, daß Jehova e i n e r ist. Darüber läßt Gott durch den Propheten Sacharja sagen: „Jehova wird König werden über die ganze Erde. An jenem Tage wird sich Jehova als e i n e r seiend erweisen und sein Name als e i n e r“ (Sach. 14:9). Das bedeutet, daß die ganze Menschheitsfamilie die Souveränität Jehovas anerkennen wird. Außer ihm wird kein anderer Gott verehrt werden. Und die Menschen werden Jehova heiligen Dienst darbringen. Sie werden ihn nicht in vielen lokalen mehr oder weniger verschiedenen Erscheinungsformen verehren, sondern als einzigen Gott, und die Form ihrer Verehrung wird weltweit dieselbe sein. (Siehe Epheser 4:4-6.) Dann werden alle Bewohner der Erde darin übereinstimmen, daß „Jehova, unser Gott, . . . e i n Jehova“ ist.

    Im Kapitel 6 weist er auf eine gute Kindererziehung hin, die beinhalten sollte, den Allmächtigen kennenzulernen und lieben zu lernen:(5. Mose 6:5-9)

    . . .Und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele und deiner ganzen Tatkraft. 6 Und es soll sich erweisen, daß diese Worte, die ich dir heute gebiete, auf deinem Herzen sind; 7 und du sollst sie deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. 8 Und du sollst sie als ein Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Stirnband zwischen deinen Augen dienen; 9 und du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.

    Das Herz, die Seele, die Hand und die Augen, also was wir in Gegenwart und Zukunft planen, alles sollte mit dem Worte Gottes in Verbindung stehen. Das Lesen des Wortes des Allmächtigen und das Halten der Gebote muss eine Herzenssache werden und bleiben. Hat Gottes Wort diesen Platz in unserem Herzen und Gewohnheiten? Merken Menschen, die mit uns in Kontakt treten, dass wir anders sind? Merken sie, dass das Wort des Allerhöchsten unsere Richtschur ist und uns anleitet? Und wenn wir eine Selbstprüfung an uns anlegen: lesen wir gern und täglich in Gottes Wort?
    Die Erziehung der Kinder bedeutet, auf Gott zu rechnen und die Kinder für und in Richtung Gott zu erziehen..

    Herrliche Gedanken dazu aus der Zeitschrift vom 15. 3.1985

    Es dürfte daher ziemlich einleuchtend sein, daß das Beispiel der Eltern beim erfolgreichen Lehren und Schulen von Kindern eine wichtige Rolle spielt. Als ein Zeitungskolumnist nach dem größten Hindernis gefragt wurde, vor dem Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder stünden, antwortete er einfach: „Sie selbst.“ Eltern, die selbst nicht tun, was sie sagen, arbeiten gegen ihre eigenen Interessen und die ihrer Kinder. (Vergleiche Römer 2:21-23.) Konsequenz ist in dieser Hinsicht unbedingt erforderlich. Daher müssen Eltern sich fragen: Was sind für mich die wichtigsten Dinge im Leben? Wie sehen meine persönlichen Ziele aus?

    In 5. Mose 6:7 werden Eltern aufgefordert: „Du sollst sie [die Worte Jehovas] deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Wege gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.“ Daher ist Gedankenaustausch erforderlich. Aber nicht jedes Gespräch ist notwendigerweise auch Gedankenaustausch. Ein 17jähriger berichtete, daß er zweimal versuchte, mit seiner Mutter über seine Probleme in Verbindung mit Drogen in der Schule zu sprechen. „Meine Mutter sagte mir, daß ich mich von den Süchtigen fernhalten solle“, erklärte er. Half ihm das? Offensichtlich nicht, denn der Junge fühlte sich weiterhin unter Druck gesetzt und wußte nicht, wie er davon loskommen sollte.

    Wenn Jugendliche Probleme haben, mit denen sie nicht fertig werden, sind ihre Eltern gewöhnlich die ersten, an die sie sich wenden, um Antworten zu erhalten, und das ist auch gut so. Solch ein Vertrauen kann allerdings leicht zerstört werden, wenn die Eltern es an Verständnis für die Situation ihrer Kinder mangeln lassen. Selbst wenn keine sofortige Lösung zu finden ist, bleibt doch, wenn Verständnis gezeigt wird, die Bereitschaft bestehen, miteinander über solche Probleme zu sprechen.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Kindererziehung ist die Zurechtweisung. Ein biblischer Spruch lautet: „Die Rute und Zurechtweisung sind das, was Weisheit gibt; aber ein Knabe, dem freier Lauf gelassen wird, wird seiner Mutter Schande bereiten“ (Sprüche 29:15).

    Vor einiger Zeit verbreitete die Polizei in Houston (Texas) ein Flugblatt mit dem Titel „Zwölf Regeln, um kriminelle Kinder aufzuziehen“. Der ironische Schreibstil reizt zwar zum Lachen, fast jede der klaren „Regeln“ hat aber mit Zurechtweisung bzw. dem Fehlen von Zurechtweisung zu tun. Hier einige Beispiele:

    □ „Geben Sie dem Kind vom Babyalter an alles, was es möchte. Sie werden es so glauben machen, daß die Welt ihm seinen Lebensunterhalt schuldet.“
    □ „Lachen Sie, wenn es unanständige Worte gebraucht. Dadurch wird es den Eindruck erhalten, daß es reizend sei.“
    □ „Vermitteln Sie ihm niemals irgendwelche Schulung auf geistigem Gebiet. Warten Sie, bis es 21 ist, und lassen Sie es dann ‚selbst entscheiden‘.“
    □ „Vermeiden Sie den Gebrauch des Wortes ,falsch‘. Es könnte bei ihm einen Schuldkomplex hervorrufen.“
    Christliche Eltern sind natürlich darauf bedacht, ihre Kinder „in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas“ aufzuziehen (Epheser 6:4). Dabei sind allerdings Anstrengungen erforderlich, sogar sehr große Anstrengungen. Aber keine Investition an Zeit und Mühe ist zu groß, wenn das Endergebnis Leben für die Eltern und für ihre Kinder ist (5. Mose 6:2).

  5. Juleam 1. März 2009 um 09:28 Link zum Kommentar

    5. Mose 4 – 6

    (5. Mose 5:1-3) . . .

    Und Moses rief dann ganz Israel herbei und sagte zu ihnen: „Höre, o Israel, die Bestimmungen und die richterlichen Entscheidungen, die ich heute vor euren Ohren rede, und ihr sollt sie lernen und darauf achten, sie zu tun. 2 Jehova, unser Gott, hat im Họreb einen Bund mit uns geschlossen. 3 Nicht mit unseren Vorvätern hat Jehova diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, mit uns allen, die heute hier am Leben sind.

    Wieso sagte Mose, Jehova hat den Bund “mit euch, nicht mit euren Vorvätern” geschlossen?

    Waren nicht alle, die aus Ägypten herauszogen, in der Wildnis gestorben? Alle, die alt genug gewesen sind zu verstehen, wie Jehova mit ihnen gehandelt hatte, mussten doch in der Wildnis sterben. Nun standen sie kurz vor dem Land der Verheissung, weil alle Vorväter tot waren.

    Warum DIESE Formulierung?

  6. Juleam 1. März 2009 um 09:31 Link zum Kommentar

    5. Mose 5:29

    Wenn doch nur dies ihr Herzenstrieb würde, mich zu fürchten und alle meine Gebote stets zu halten, damit es ihnen und ihren Söhnen auf unabsehbare Zeit gutginge!

    es kommt auf unsere Herzenseinstellung an. Jehova möchten, dass wir ihm von Herzen dienen – nicht aus Angst oder weil wir eine Belohnung erwarten.

    Dies kommt auch noch mal sehr schön in den Versen 32 und 33 zum Ausdruck:

    Und ihr sollt darauf achten, so zu tun, wie es Jehova, euer Gott, euch geboten hat. Ihr sollt weder nach rechts noch nach links abweichen. 33 Auf dem ganzen Weg, den Jehova, euer Gott, euch geboten hat, solltet ihr wandeln, damit ihr lebt und es euch gutgeht und ihr wirklich eure Tage verlängert in dem Land, das ihr in Besitz nehmen werdet.

    halten wir uns daran?

    Wie denkt Jehova wohl über uns und unsere Herzenseinstellung?

  7. Thomasam 2. März 2009 um 07:51 Link zum Kommentar

    5.Mose 7-9

    Im Kapitel 7 wird klar und deutlich gezeigt, dass das Volk nicht aus eigener Kraft etwas erreichen könnte. Nur mit dem Schöpfer an ihrer Seite würde ER die Nationen vertreiben, würde ER sie segnen und würde ER sie mehren!

    Aber warum sollte er Menschen aus dem Land vertreiben, warum sollte er die Menschen die dort momentan lebten, ermorden lassen?
    Hierzu ein Zitat aus dem Wachttum vom 1.Mai 1970

    11 Eines der Beispiele, aus denen wir lernen können, ist Jehovas richterliche Entscheidung über die Vernichtung der Kanaaniter. Was wir aus diesem Beispiel lernen, kann unseren Gesichtskreis erweitern, unseren Glauben stärken und uns helfen, unsere Verpflichtungen besser zu erkennen. Wir wollen darum den Bibelbericht darüber etwas näher betrachten.

    12 Jehova hatte die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten befreit, und nun lagerten sie an der Grenze des neuen Landes, in das sie unter seiner Leitung geführt werden sollten. Sein Prophet Moses sagte in einer Rede, die er dem Volk hielt, unter anderem: „Wenn Jehova, dein Gott, dich in das Land bringt, wohin du kommst, um es in Besitz zu nehmen, und viele Nationen vor dir hinaustreibt: . . . sieben Nationen, größer und stärker als du, und Jehova, dein Gott, sie vor dir dahingibt und du sie schlägst, so sollst du sie ganz und gar verbannen [der Vernichtung preisgeben, NW]; du sollst keinen Bund mit ihnen machen, noch Gnade gegen sie üben.“ (5. Mose 7:1, 2) Warum sollten sie aber so vorgehen?

    13 Moses führte weiter aus: „Um der Gesetzlosigkeit dieser Nationen willen treibt Jehova, dein Gott, sie vor dir aus, und damit er das Wort aufrecht halte, welches Jehova deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, geschworen hat.“ (5. Mose 9:5) Über vierhundert Jahre vorher hatte Jehova mit seinem treuen Diener Abraham offiziell einen Bund geschlossen und ihm und seinen Nachkommen dieses Land verheißen. Diese Verheißung hatte er Isaak und Jakob gegenüber erneuert. Nun war die Zeit für die Erfüllung der Verheißung gekommen. Jehova hatte sie nicht vergessen. Er änderte seine Meinung nicht, weil die Kanaaniter im Lande wohnten. Gott lügt nicht. Wenn er eine bestimmte Belohnung verheißen hat, gibt er nicht etwas anderes. Sein Wort ist zuverlässig, und dafür können wir dankbar sein.

    14 Kam durch dieses Vorgehen unverdientes Unglück über unschuldige Menschen, die Bewohner jenes Landes? Keineswegs! Es war so, wie Moses zu Israel gesagt hatte: „Um der Gesetzlosigkeit dieser Nationen willen treibt Jehova, dein Gott, sie vor dir aus.“ (5. Mose 9:5) Die Bibel und die Archäologie beweisen, daß die Kanaaniter durch und durch sittenlos waren. Ehebruch, Homosexualität und Sodomie waren unter ihnen üblich, und sie verehrten den Götzen Molech, dem sie Kinderopfer darbrachten. Professor Merrill Unger schreibt über sie: „Aus der kanaanitischen Mythologie geht hervor, daß die Götter der Kanaaniter weit grausamer, sinnlicher und lasterhafter waren als die Götter anderer Völker des Nahen Ostens zu jener Zeit. Den kanaanitischen Göttern ging jegliche Sittlichkeit ab; dieses erstaunliche Merkmal muß bei den Menschen, die diese Götter verehrten, die schlimmsten Seiten zur Entwicklung gebracht und viele der verworfensten Bräuche jener Zeit zur Folge gehabt haben wie sakrale Prostitution, Kinderopfer und Schlangenkult. . . . Das in der Literatur aus Ugarit gezeichnete Bild der kanaanitischen Religion liefert einen vorzüglichen Hintergrund für das, was . . . die Bibel über die furchtbare sittliche und religiöse Verworfenheit der Kanaaniter sagt, und bestätigt die Genauigkeit des Bibelberichts.“

    15 Was lernen wir daraus? Folgendes: Jehova liebt Gerechtigkeit und haßt Gesetzlosigkeit. Wir lernen daraus ferner, daß Jehova unvollkommene Menschen nicht gleich bei den ersten Anzeichen einer sündhaften Handlungsweise vernichtet. Wie aus 1. Mose 15:16 hervorgeht, hatte Gott schon über vierhundert Jahre zuvor die Ungerechtigkeit der Amoriter, die das Land Kanaan bewohnten, beobachtet, aber er vernichtete sie damals nicht. Er erwies sich ihnen gegenüber außerordentlich langmütig. Selbst als die Zeit für die Vollstreckung seines Urteils an den Kanaanitern gekommen war, ließ Jehova zu, daß Rahab aus Jericho und die Bewohner der Stadt Gibeon und ihre Nachbarstädte verschont wurden, weil sie bewiesen, daß sie an Jehova glaubten, und weil sie sich mit Israel verbündeten. Dies stärkt unser Vertrauen zu Gott. Es ist ein stichhaltiger Beweis dafür, daß Jehova das Böse nicht ewig dulden wird, daß er seinen Geschöpfen gegenüber aber trotzdem langmütig und barmherzig ist.

    Warum sollte ALLES zerstört werden? Warum keine Museen? Warum nicht, wie es die Christen später getan haben, einfach aus einem heidnischen Tempel einen Tempel für den wahren Gott machen? Das die völlige Zerstörung der falschen Anbetung das Vernünftigste war, zeigt der Artikel vom 1. November 1974

    Der hervorragendste der kanaanitischen Götter war Baal. Jeder Ort in Kanaan und in anderen Ländern, in denen der Baalskult vertreten war, hatte seinen eigenen Baal oder, gemäß der Bedeutung des Namens „Baal“, seinen eigenen „Herrn“ oder „Besitzer“. Dem betreffenden Baal wurde oft ein Name gegeben, der anzeigte, daß er zu einem bestimmten Ort gehörte. Ein Beispiel dafür ist der „Baal von Peor“. Der Name dieser Gottheit ist von dem Berg Peor abgeleitet. Es gab viele solche örtliche Baale, doch die Kanaaniter und die benachbarten Völker waren der Auffassung, daß alle örtlichen Baale lediglich Ausdrucksformen des einen Gottes Baal seien.

    Aus alten Aufzeichnungen, die man in Ras Schamra an der syrischen Küste entdeckt hat, geht hervor, daß der Baalskult ein Fruchtbarkeitskult war, der für die Landwirtschaft eine Rolle spielte. Die Anbeter des Baals führten die Veränderungen in der Jahreszeit auf sich bekriegende Gottheiten zurück. Sie glaubten, daß das Ende der Regenzeit und das Absterben der Vegetation den Triumph des Gottes Mot über Baal kennzeichne, wodurch Baal gezwungen werde, sich in die Tiefen der Erde zurückzuziehen. Doch der Beginn der Regenzeit bedeutete für die Baalsanbeter, daß Baal wieder lebendig war und daß seine Schwester Anath den Gott Mot besiegt hatte. Sie dachten, daß die Vermählung Baals mit Aschtoreth reiche Ernten und die Fruchtbarkeit der Kleinvieh- und Großviehherden im kommenden Jahr sicherstelle.

    Die Baalsanbeter glaubten, daß sie durch die vorgeschriebenen Riten, denen sie sich bei ihren religiösen Festen hingaben, die Götter dazu anregen würden, ihrem Beispiel zu folgen. Um daher Baals Rückkehr ins Leben und seine Vermählung mit Aschtoreth zu feiern, veranstalteten sie wilde Sexorgien. Es handelte sich dabei um eine Art Sympathiezauber, der in der Hoffnung durchgeführt wurde, die Götter würden ihre Anbeter nachahmen und ihnen ein fruchtbares, ertragreiches Jahr für die Landwirtschaft gewähren.

    In ganz Kanaan gab es dem Baal geweihte Tempel, in denen männliche und weibliche Prostituierte dienten und Priester amtierten. Neben den Altären außerhalb der Tempel waren steinerne Säulen und heilige Pfähle (die die Göttin Aschera darstellten) sowie Räucherwerkständer aufgerichtet. Sowohl die heiligen Säulen als auch die heiligen Pfähle waren Geschlechtssymbole.

    Hinweise in den Texten von Ras Schamra und archäologische Funde lassen erkennen, daß der Baalskult eine äußerst entartete Religion war. Die Göttinnen Aschtoreth, Anath und Aschera versinnbildlichten zugleich Sinnlichkeit, Grausamkeit und Krieg. Aschtoreth-Figürchen, die im Nahen Osten gefunden wurden, stellen diese Göttin nackt und mit stark betonten Geschlechtsmerkmalen dar. Nach einem in Ras Schamra gefundenen Text antwortet Anath ihrem Vater, der ihr eine Bitte verweigert: „Ich werde dir wahrhaftig den Schädel einschlagen und machen, daß dein graues Haar von Blut trieft, das graue Haar deines Bartes von geronnenem Blut.“ Über ihren Blutdurst lesen wir: „Sie kämpft viel und ergötzt sich an dem Anblick; über ihre Kämpfe denkt Anath nach: Ihre Leber schwillt vom Lachen, ihr Herz ist voller Freude; die Leber Anaths ist voll von Frohlocken; denn sie watet bis zu den Knien im Blute der Edlen, bis zu den Hüften im geronnenen Blut derselben.

    Wenn wir die Ermahnung und Anweisungen lesen, so erkennen wir, dass Mose hier nicht schön malte. Auch wir müssen unser Auge auf den Allmächtigen gerichtet halten. Es nützt nichts, wenn wir abstreiten würden, dass es Probleme und Schwierigkeiten auch bei uns in Hülle und Fülle gibt. Blosse Theorien, dass Gott nur zuläßt was wir ertragen können und die Vermutung, wir hätten nicht genug Glauben, oder ein schlechtes Verhältnis zum Allmächtigen – all das hilft nicht weiter, sondern entmutigt. Mose ist hier ganz anders herangegangen. Er sagt “Du sollst dich nicht vor ihnen entsetzen, denn Jehova, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein großer und furchteinflößender Gott.” – Gegen die Feide, die nun einmal da waren, half nur die Hilfe des großen und furchteinflößenden Gottes!

    Im Kapitel 8 wird das Volk aufgefordert, der guten Dinge zu gedenken, des ganzen Weges zu gedenken, der hinter ihnen liegt, und der beweist, dass der Allmächtig IMMER für sie gesorgt hat.
    Auch heute werden wir, wenn wir zurückschauen, erkennen, wie oft wir Zeiten nur mit Gottes Hilfe überstanden haben. Wenn ich persönlich an Zeiten mit “Ammanda” denke, oder an die sieben Jahre im Pio, wo der Kühlschrank immer mehr als gefüllt war, so gab es nie Zweifel, wer unseren Tisch reichlich gedeckt hat. Aber einige der Menschen, die mit mir diese Dinge erlebt haben, haben sich entschieden, einen eigenmächtigen Weg zu gehen – ebenso wie es dem Volk Israel immer wieder geschah. Wie schnell vergißt der fleischlich denkende Mensch, was der Allmächtige alles getan hat.

    Die Zeitschrift Wachtturm schrieb einmal (15.Juni 1985)

    In dem Bibelstudienhilfsmittel „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“ wird auf Seite 34 erklärt: „Das fünfte Buch Mose enthält eine dynamische Botschaft für Jehovas Volk. Nachdem die Söhne Israels vierzig Jahre lang in der Wildnis umhergewandert waren, standen sie nun an der Schwelle des Landes der Verheißung.“ Das war im Jahre 1473 v. u. Z. Wo? In den Ebenen Moabs. In seiner zweiten Rede an die versammelten Israeliten erklärte Moses: „Du sollst des ganzen Weges gedenken, den Jehova, dein Gott, dich diese vierzig Jahre in der Wildnis hat wandern lassen, um dich zu demütigen, um dich auf die Probe zu stellen, damit er erkenne, was in deinem Herzen ist, ob du nämlich seine Gebote halten würdest oder nicht. So demütigte er dich und ließ dich hungern und speiste dich mit dem Manna, das weder du gekannt hattest noch deine Väter gekannt hatten, um dich erkennen zu lassen, daß der Mensch nicht von Brot allein lebt, sondern von jeder Äußerung des Mundes Jehovas lebt der Mensch tatsächlich“ (5. Mose 8:2, 3).

    Man stelle sich das einmal vor! Mehrere Millionen Israeliten — Alt und Jung, Männer, Frauen und Kinder — wanderten vierzig Jahre lang „durch die große und furchteinflößende Wildnis . . . bei giftigen Schlangen und Skorpionen und dürrem Erdboden, wo kein Wasser ist“ (5. Mose 8:15). Sie brauchten Wasser zum Trinken und Nahrung zum Essen. Jehova ließ zeitweise zu, daß sie Hunger und Durst litten. Warum? Um ihnen klarzumachen, daß „der Mensch nicht von Brot allein lebt, sondern von jeder Äußerung des Mundes Jehovas“.

    Welcher Zusammenhang bestand zwischen den Bedürfnissen der Israeliten und den Äußerungen oder Aussprüchen, die aus dem Mund Jehovas hervorgingen? Nun, welche „greifbaren“ Dinge spielten sich im Lager der Israeliten als Ergebnis der Äußerungen Jehovas ab? Moses schrieb: „Dein Überwurf nutzte sich auf dir nicht ab, noch ist dein Fuß diese vierzig Jahre angeschwollen.“ ‘Jehova brachte dir Wasser aus dem Kieselfelsen hervor; er speiste dich in der Wildnis mit Manna’ (5. Mose 8:4, 15, 16). Der Zusammenhang war folgender: Die Israeliten hätten nichts von diesen Dingen erhalten, wenn Jehova nicht befohlen hätte, daß sie zustande kommen sollten. Demzufolge lebten die Israeliten buchstäblich „von jeder Äußerung [oder jedem Befehl] des Mundes Jehovas“.


    Durch Jehovas Äußerungen versorgt

    Wurden die Israeliten außer mit materiellen Gütern wie Nahrung, Wasser und Kleidung noch auf andere Weise durch Jehovas Äußerungen versorgt? Sie erhielten auch geistige Hilfe. Moses sagte den Israeliten, daß Jehova sie diese Erfahrungen in der Wildnis machen ließ, ‘um sie zu demütigen und um sie auf die Probe zu stellen, damit er erkenne, was in ihrem Herzen ist, ob sie nämlich seine Gebote halten würden oder nicht’. Er fügte hinzu: „Du weißt wohl in deinem eigenen Herzen, daß Jehova, dein Gott, dich zurechtgebracht hat, so, wie ein Mann seinen Sohn zurechtbringt . . ., um dir in der Folgezeit Gutes zu tun“ (5. Mose 8:2, 5, 16).

    Ja, wenn die Israeliten aus ihren Erfahrungen in der Wildnis vollen Nutzen gezogen hätten, hätten sie erfahren, wie man „von jeder Äußerung des Mundes Jehovas lebt“, nicht nur, indem sie gelernt hätten, seinen geschriebenen Geboten zu gehorchen, sondern indem sie als Nation und im persönlichen Leben wirklich die Ergebnisse der Äußerungen Jehovas erfahren hätten. Sie hatten genügend Gelegenheit, ‘zu schmecken und zu sehen, daß Jehova gut ist’ (Psalm 34:8). Diese bereichernden Erfahrungen in Verbindung mit Jehovas Worten — sowohl den geäußerten als auch den erfüllten Worten — hätten sie geistig am Leben erhalten.

    Im Kapitel 9 erinnert Mose an das goldene Kalb – und zeigt hier, dass der Zorn Gottes auch Aaron vernichtet hätte “Auch über Aaron geriet Jehova in heftigen Zorn bis zu dem Punkt, ihn zu vertilgen; aber ich legte zu jener besonderen Zeit auch Fürbitte für Aaron ein.”
    Haben wir diese Stärke und können für andere bei Gott eintreten? Wer wird für die Fehler eintreten die wir machen könnten?

    Was können wir tun, damit wir nicht vergessen, was der Allmächtige für uns tut? Ein Rat, der einmal gegeben wurde: Führe ein Buch – ein Buch, in das du persönlich alle guten Erfahrungen mit dem Schöpfer einträgst – dann kannst du es lesen, wenn es dir einmal schlecht geht, und du glaubst, ganz allein zu stehen.

  8. Juleam 2. März 2009 um 09:33 Link zum Kommentar

    5. Mose 7 – 9

    5. Mose 7:17-19

    Falls du in deinem Herzen sprichst: ‚Diese Nationen sind zu volkreich für mich. Wie werde ich sie vertreiben können?‘, 18 so sollst du dich nicht vor ihnen fürchten. Du solltest auf jeden Fall an das denken, was Jehova, dein Gott, an Pharao und an ganz Ägypten getan hat, 19 an die großen Erprobungen, die deine Augen sahen, und die Zeichen und die Wunder und die starke Hand und den ausgestreckten Arm, mit dem Jehova, dein Gott, dich herausgeführt hat. Auf diese Weise wird Jehova, dein Gott, allen Völkern tun, vor denen du dich fürchtest.

    Falls wir Angst haben und zaudern, sollten wir auf jeden Fall an das denken, was Jehova bisher für uns getan hat.

    Darum ist es so wichtig, dass wir sehen, wenn Jehova für uns handelt.

    Wie Thom schon sagte – denken wir an die Anregung von meinem ehemaligen Kreisaufseher Norbert Koch, ein eigenes Buch “Erfahrungen mit Jehova” für uns selbst zu schreiben

    Dann können wir in Krisenzeiten darin lesen und uns an allles erinnern, was Jehova für uns getan hat. Dann können wir der Aufforderung in diesen Versen hier nachkommen. Denn es wird uns ja zugesichert, dass Jehova uns auch diesmal “auf diese Weise befreien wird”.

  9. Juleam 2. März 2009 um 09:36 Link zum Kommentar

    5. Mose 8:2

    Und du sollst des ganzen Weges gedenken, den Jehova, dein Gott, dich diese vierzig Jahre in der Wildnis hat wandern lassen, um dich zu demütigen, um dich auf die Probe zu stellen, damit er erkenne, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht

    hier wird uns ein Grund gezeigt, warum Jehova zulässt, dass wir in schier ausweglose Situationen kommen: “damit er erkenne, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht”.

    Sicherlich ein Grund, warum wir hier seit Jahren in einer derartigen Lage sind. Denn wie kann man seinem Schöpfer mehr beweisen, dass man ihn von Herzen liebt – als wenn man völlig abgeschirmt von der Versammlung ist und niemand uns und was wir tun sieht und es keinerlei Strafen von Seiten der Versammlung geben kann?

    Wer dann immer noch in jedem Bereich seines Lebens die biblischen Maßstäbe umsetzt, der muss Jehova schon wirklich sehr lieben.

    Und das tun wir!

  10. Thomasam 3. März 2009 um 07:52 Link zum Kommentar

    5.Mose 10-12

    Wie hat sich die Welt verändert. Einmal vom Schöpfer mit der Aufgabe betraut, die Erde zu verwalten, ist der Mensch zum Herrscher geworden. Der eigentliche Besitzer wird ignoriert, und der Pächter erhebt sich gegen den Besitzer mit Spott und Hohn. Die Verpflichtung die wir als Verwalter haben, kommen wir meist nicht nach. Und trotzdem bittet der Besitzer uns freundlich, wie wir es in unserem heutigen Leseprogramm vorfinden:

    5. Mose 10:12-14

    Und nun, o Israel, was fordert Jehova, dein Gott, von dir, als Jehova, deinen Gott, zu fürchten, um auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben und Jehova, deinem Gott, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele zu dienen, die Gebote Jehovas und seine Satzungen zu halten, die ich dir heute gebiete, dir zum Guten? Siehe, Jehova, deinem Gott, gehören die Himmel, ja die Himmel der Himmel, die Erde und alles, was darauf ist.

    Wie werden wir uns entscheiden?
    Was meint der Lebengeber, wenn er davon spricht, dass wir unsere Herzen beschnitten haben sollten?
    Ausgabe vom 15. Januar 1970 schrieb dazu:

    6 Moses schrieb: „So beschneidet denn die Vorhaut eures Herzens und verhärtet euren Nacken nicht mehr!“ Diese Voraussetzung mußte erfüllt werden, nicht um den rituellen Forderungen, dem Buchstaben des Gesetzes, zu entsprechen, sondern um die auf echter Liebe beruhenden grundlegenden Forderungen zu erfüllen. Das geht aus der Aufforderung hervor: „Und nun, Israel, was fordert Jehova, dein Gott, von dir, als nur, Jehova, deinen Gott, zu fürchten, auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben, und Jehova, deinem Gott, zu dienen mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele.“ Später appellierte Moses erneut an die Israeliten und zeigte, daß es um beides geht, um Herz und Ohren. Er sagte: „Jehova, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden müssen, damit du Jehova, deinen Gott, liebest mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, um deines Lebens willen.“ Er legte ihnen die Wahl vor mit den Worten: „Wenn du auf die Gebote Jehovas deines Gottes, hören wirst“, ja wenn sie ihn lieben und ihm gehorchen würden, dann würde er sie reichlich segnen. „Wenn sich aber dein Herz wegwendet und du nicht hörst und du tatsächlich verführt wirst und dich vor anderen Göttern niederbeugst und ihnen dienst, . . . [werdet] ihr bestimmt umkommen.“ Mit anderen Worten, an Herz und Ohren beschnitten zu sein bedeutet, ein völlig aufrichtiges und demütiges Herz zu haben und freudig bereit zu sein, zu hören und zu gehorchen, um so auf dem Weg der reinen Anbetung zu bleiben. Wer aber ein Herz hat, das dazu neigt, sich abzuwenden, und wer zufolge von Stolz taube Ohren hat, was durch einen verhärteten, steifen Nacken angedeutet wird, der wird sich unweigerlich in die falsche Religion verstricken und wird umkommen. — 5. Mose 10:12, 16; 30:6, 15-18, NW; siehe ferner Josua 24:14, 15, 19.

    7 Jeremia sagte hierüber treffend: „Zu wem soll ich reden und wem Zeugnis ablegen, daß sie hören? Siehe, ihr Ohr ist unbeschnitten, und sie können nicht aufmerken; siehe, das Wort Jehovas ist ihnen zum Hohn geworden.“ In einer Zeit, in der Juda und Israel in besonderem Maße untreu geworden waren, richtete Jeremia Jehovas Botschaft aus, in der die Beschneidung am Fleische der geistigen Beschneidung gegenübergestellt wurde: „Ich [will] Abrechnung halten mit jedem [am Fleische] Beschnittenen, doch noch in Unbeschnittenheit, in Hinsicht auf Ägypten und auf Juda . . .; denn alle Nationen sind unbeschnitten, und das ganze Haus Israel ist unbeschnittenen Herzens.“ — Jer. 6:10; 9:25, 26, NW.

    8 Als der christliche Märtyrer Stephanus Jahrhunderte später vor dem Sanhedrin seine Verteidigungsrede hielt, sagte er von Abraham, Gott habe „ihm einen Bund der Beschneidung“ gegeben. Dann führte er Moses an und sagte: „Unsere Vorväter wollten ihm aber nicht gehorsam werden, sondern sie stießen ihn von sich und kehrten in ihren Herzen nach Ägypten zurück, indem sie zu Aaron sagten: ,Mache uns Götter, damit sie vor uns hergehen.‘ “ Schließlich brachte er jene Vorväter mit dem Sanhedrin (seinen Zuhörern) in Jerusalem in Verbindung und sagte: „Ihr Halsstarrigen und an Herzen und Ohren Unbeschnittenen, allezeit widersteht ihr dem heiligen Geist; wie eure Vorväter taten, so tut auch ihr.“ Stephanus sprach von dem „Gerechten [Jesus] . . ., dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid“. Wie reagierte der Sanhedrin? „Es [ging] ihnen wie ein Stich durchs Herz [„sie wurden durchgesägt an den Herzen“ (Königreichs-Interlinearübersetzung), also nicht beschnitten].“ An ihren Ohren hatten sie kein überschüssiges Fleisch, das eine buchstäbliche Beschneidung nötig gemacht hätte. Was taten sie deshalb? Sie „hielten sich mit den Händen die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los“ und steinigten ihn zu Tode. — Apg. 7:8, 39-43, 51-58.

    9 Welch furchtbare Anklage gegen jene geistlichen Führer! Ein unbeschnittenes Herz und unbeschnittene Ohren kennzeichnen Personen, die gefühllos, halsstarrig und hartnäckig sind und ein trotziges Gesicht, ein verhärtetes Herz und einen verhärteten Nacken haben. (Spr. 21:29; 28:14; 29:1) Die Hauptursache hierfür ist Stolz, und Stolz zieht immer schlimmere Folgen nach sich. Das bestätigen auch die Worte Daniels, der von Nebukadnezar sagte, daß „sein Herz hochmütig wurde und sein eigener Geist sich verhärtete, so daß er vermessen handelte“. Das gleiche trifft auf Pharao zu.

    Mose hat eine hervorragende Redekunst: dadurch das er im Geiste seiner Zuhörer die Beeindruckenden Zeiten wieder auferstehen läßt, und zeigt dass Gott ständig eingegriffen hat, kann er auch den Bogen spannen, um zu zeigen, dass Gehorsam nötig ist.
    Mose zeigt auch (Vers 16) das wir unser Herz behüten müssen, denn wenn unser Herz nicht mehr an den Worten des Allmächtigen anhangen, wir unseren Weg von ihm weg bewegen.

    Im Kapitel 12 ermahnt Moses einfach die Gebote zu halten, die er vom Herrn erhalten hat. Wir sollten das Recht des Schöpfers anerkennen, ja das unumschränkte Recht Gottes, uns Gebote zu geben und auch zu sagen wie wir diese umsetzen sollen. Zitat aus einem Nachschlagewerk:

    Satan flüstern dem Menschen zu: “Du bist mit Vernunft begabt, warum solltest du sie nicht gebrauchen? Sie ist dir ja dazu gegeben. Du darfst deine Zustimmung nie zu eteas geben, was deine Vernunft nicht begreifen kann. Es ist dein gutes Recht als Mensch, alles der Prüfung durch deine Vernunft zu unterziehen; nur Toren nehmen leichtläubig alles an, was ihnen vorgestellt wird.”

    Aber das Wort Gottes steht über der Vernungt und wenn Gott redet, muss alle Vernunft schweigen” Wenn es sich um menschliche Worte und Meinungen handelt, hat die Vernunft sicher ein Recht zum Urteil; Aber auch dort bleibt dann noch der Beurteilungsmaßstab, was das Wort Gottes, die einzige vollkommene Richtschnur, sagt!

    Also auch heute wieder die Frage, welchen Glauben habe ich? Wie sehr verlasse ich mich auf meinen Schöpfer? Wie beweist mein Leben, dass ich dem Schöpfer vertraue? Wie viel von meinem Leben nehm ich selbst in die Hand, um Entscheidungen für oder gegen seinen Willen auszuführen?

  11. Juleam 3. März 2009 um 09:38 Link zum Kommentar

    5. Mose 10 – 12

    5. Mose 11:26-28

    Seht, ich lege euch heute Segen und Fluch vor: 27 den Segen, sofern ihr den Geboten Jehovas, eures Gottes, die ich euch heute gebiete, gehorchen werdet; 28 und den Fluch, wenn ihr den Geboten Jehovas, eures Gottes, nicht gehorchen werdet und ihr tatsächlich von dem Weg abweicht, den ich euch heute gebiete, so daß ihr anderen Göttern nachgeht, die ihr nicht gekannt habt.

    Wir können wählen zwischen Segen und Fluch. Jehova sagt uns genau, was wir tun müssen um seinen Segen zu erlangen und welches Verhalten er hasst und seinen Fluch nach sich zieht.

    Auch heute lässt er uns nicht über seinen Willen im Ungewissen. Haben wir doch erst im letzten Sommer zwei wunderbare Bücher auf dem Kongress bekommen, die uns helfen, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Beide Bücher greifen ganz viele Gedanken auf, die in den Monaten davor in den Publikationen des “treuen und verständigen Sklaven”, aber auch in den Zusammenkünften und in Vorträgen erwähnt worden sind (die mich schon da begeistert haben) und sie ergänzen einander.

    Mein Lieblingsbuch ist natürlich “Bewahrt euch in Gottes Liebe”, was ich schon unzählige Male aufmerksam gelesen und in Gesprächen immer wieder zitiert habe, weil es mich so begeistert hat (und immer noch tut) und seit Anfang des Jahres studiere ich es für mich ganz persönlich.

    Naja, meine Familie bleibt dabei nicht so ganz unbehelligt, denn ihr wisst ja: “aus der Füle des Herzens redet der Mund” und so sprudel ich oft von den begeisternden Gedanken über. Aber das stört in diesem Haushalt weiter keinen, denn meine beiden hier sind ähnlich gestrickt.

    Ich kann mich noch an die Tage nach dem Kongress erinnern, als Fine bei jeder Gelegenheit sagte “hast du gelesen?” und dann immer wieder Punkte anführte, die sie im neuen Junge-Leute-Buch gelesen hatte. Also hab ich mich bemüht, dass auch sofort zu lesen (natürlich mein Lieblingsbuch zuerst *ganz rot werd*), damit ich wusste, worum es geht.

    Wirklich ganz toll, wie sehr die beiden Bücher sich ergänzen, so dass oft zu hören war: “ja, in meinem Buch wird das so und so erklärt”.

    Wer also die Publikationen immer wieder regelmässig, zeitnah und aufmerksam liest, der wird nicht über Jehovas Willen im Unklaren gelassen – und so haben wir es selbst in der Hand, ob wir Jehova Wohlgefallen und seinen Segen erlangen – oder halt nicht.

    Wie es schon in Römer heisst, gibt es nichts, was uns von Gottes Liebe trennen kann – ausser uns selbst.

  12. Juleam 3. März 2009 um 09:42 Link zum Kommentar

    Ganz wichtig ist dabei nur noch unsere Motivation: warum dienen wir Jehova? Warum halten wir seine Gebote?

    Bitte prüfen wir uns in dieser Hinsicht mal selbst, denn es ist wichtig und letztendlich auch ausschlaggebend:

    * Diene ich Jehova weil ich Angst vor Strafe habe? Halte ich seine Gebote (mehr oder weniger halbherzig) ein, weil ich Angst vor Konsequenzen innerhalb der Versammlung habe? Weil ich nicht ausgeschlossen werden will – und bewege mich dabei ganz hart an der Grenze des Erlaubten?

    oder

    * Diene ich Jehova als so eine Art Lebensversicherung? Weil ich den grossen furchteinflössenden Tag Gottes überleben will – “und dazu muss ich ja gehorsam sein”?, aber eigentlich würde ich lieber so leben, wie es mir passt und das hat nicht so sehr viel mit dem zu tun, was Jehova gefällt?

    oder

    * Diene ich Jehova, weil ich ihn liebe und weil ich gern so sein möchte wie er und weil ich seine Maßstäbe bewundere und ihm von Herzen her gefallen möchte?

    Eigentlich bekommen wir die Antwort schon im ersten Kapitel von dem Buch “Bewahrt euch in Gottes Liebe”, denn dort wird gesagt

    Jehova muss man einfach lieben! Unsere Liebe zu ihm ist genau genommen eine Antwort auf seine Liebe zu uns…”

    Jawohl! Genauso ist es!

    Wer Jehova einmal kennen gelernt hat, muss ihn einfach lieben, anders geht es einfach nicht. Es sei denn, wir sind von Grund auf bösartig, dann vielleicht nicht, denn dann ist an Jehova nichts, was mich anspricht.

    Aber jeder normale Mensch (immerhin sind wir ja im Bilde Gottes erschaffen) muss ihn einfach lieben. Und wenn wir jemanden lieben, dann wollen wir ihm gefallen und eignen uns vielleicht sogar sein Hobby an. Wer Jehova liebt, der will ihm gefallen, will sein wie er, will denken und fühlen wie er…

    “Ok ok, STOP! Was wird denn das Jetzt? Ist doch das Thema von dem neuen Buch.”

    Sorry!

    Aber ihr wist ja: “aus der Fülle des Herens redet der Mund” und mein Herz läuft immer noch über von all dem Guten Jehovas *rot werd*

  13. Thomasam 3. März 2009 um 20:52 Link zum Kommentar

    Nachtrag zu 5.Mose 12

    Wir sehen im Kapitel 12 eine kleine Änderung: während der Wanderung sollte nur bei der Anbetungsstätte geschlachtet und geopfert werden. Im verheißenen Land dürfte man nun auch zu Hause für Essenszwecke schlachten. Außerdem durfte, wer zu weit weg wohnte, die Tiere in Geld umwandeln, und dieses Geld zum Tempelgebiet mitnehmen. Diese neue Regel führte zu dem Handel und später zum Wucher, der in Jesu Tagen zu den zwei Tempelreinigungen von Jesus führte.

    Der Fall von Annanias und Saphira scheint auch hier seinen Hintergrund zu finden (Apostelgeschcihte) – schließlich sollte ja nicht ein Teil des Opfers sondern die gesamte Summe des Opfertieres im Tempel abgegeben werden. Aber dazu dann in Apg mehr.

  14. Thomasam 4. März 2009 um 07:54 Link zum Kommentar

    5.Mose 13-16

    Lebensbasis ist und bleibt die Gottesfurcht. Wer diese zu untergraben sucht, musste aus dem Volk entfernt werden. Anstatt sich mit dem Gesetz anzulegen, war es für betreffende Person leichter und sinnvoller, dass Land des Volkes Gottes zu verlassen und in den Nachbarnationen sein Leben in Ruhe weiter zu leben. Würden Heuchler und Lügner genauso konseqent aus der Christenversammlung ausgeschlossen, würden diese wohl auch besser das Weite suchen, anstatt herzensgute Mitmenschen zu zerstören. Da der Allmächtige sich nicht verspotten läßt, wird das Endergebnis aber das selbige sein, wie damals.

    Wie wäre es heute, wenn jemand durch Wissen oder durch Trick, durch Täuschung oder Magie große Zeichen/Wunder tun würde? Jesus warnte, dass es Leute geben würde, die solche Dinge tun würden, und warnte vor diesen. Was können wir persönlich tun? Jeder, der die Wahrheit von Herzen her liebt und sie in sich aufgenommen hat, wird vor solchen Irrtümern geschützt. Nicht große Gelehrsamkeit oder geistige Fähigkeiten, sondern die Liebe zur Wahrheit schützen uns.

    In Kapitel 14 haben wir wieder indirekt die Wahrnung vor den religiösen Riten, die vormals im Land herrschten: Trauerbräuche sollten nicht gepflegt werden, denn der Tote ist tot und nicht in irgendwelchen göttlichen Bereichen! Nein, unser Schicksal hängt nicht von Toten oder Geistern ab ;-)

    Wir können unser Leben auch nicht verlängern oder uns verjüngen indem wir Zauberbräuche durchführen, wie zB. hier erwähnt, ein Böcklein in der Milch seiner Mutter zu kochen usw… Unser Leben hängt einzig und allein vom Schöpfer ab. Wir sollten heute in allem was wir tun, darauf achten, dass der Allmächitge dadurch geehrt wird. Fragen wir uns: wird er geehrt, wenn wir unsere Eltern lügnerisch verklagen, wenn wir unsere Kinder nicht erziehen, so dass Nichtsnutze aus ihnen werden, wenn wir unseren Ehepartner verlassen, und in den meisten Situationen uns so verhalten, wie die Menschen um uns herum?

    In Kapitel 15 haben wir eine Anleitung des Mitgefühls. Wer sieht, dass sein Bruder verarmt, sollte ihm geben und damit rechnen, dass in jedem 7.Jahr durch das “Erlaßjahr” sein gebortes Eigentum “weg wäre”! Wie, ich soll meinem Bruder etwas borgen, was schon fast wie ein Geschenk anmutet, nur weil der nicht wirtschaften kann?? Wer wäre denn so “blöd, sich daran zu halten”? Wie wir später sehen werden, verarmten viele vom Volk, und wenige oder keiner half. Denken wir auch an Jesus, der oft sagte “geb es den Armen” und wie der “Kassenwart Jesu” darüber dachte.

    Hier wird aber unsere Gebefreudigkeit gekoppelt mit unserem Verhältnis zum Allmächtigen! Es heißt: “sonst wird er wider dich zum Allmächtigen rufen und dir wird es Sünde sein. Sondern du sollst ihm geben, und dein Herz soll sich nicht verdrießen lassen, denn dafür wird dich der Allmächtige, dein Gott, segnen in allen deinen Werken und in allem, was du unternimmst.”

    In Kapitel 16 werden verschiedene feste Feste geregelt, die einzuhalten waren. Ähnliche Feste – Kongresse – gibt es auch heute. Inwieweit wir an diesen “mit Freude teilnehmen” oder nur nutzen um “Schwatzrunden zu laufen” zeigt, welchen Wert wir dem Höchsten beimessen.

    Zum Abschluß werden die Richter und Amtsleute/Beamte erwähnt, die in jeder Stadt im Tor sitzen sollten und GERECHT richten sollten. Aber man beachte, dass bei wichtigen Fragen nicht diese sondern die Priester entscheiden sollten! Hier ist also Demut und Gottesfurcht der Richter und Beamte nötig, zu erkennen, wann welche Fragen an die Priester weitergereicht werden müsste.

    Das Kapitel 16 schließt mit dem Verbot ab, bestimmte Götzenbilder, Pfähle aufzurichten um so anderen Göttern zu dienen aber auch nicht die Sterne, den Mond oder die Sonne anzubeten. Meiden auch wir alle Bräuche, die andere Gottheiten ehren würden? Oder haben wir vielleicht Menschen zu unserem persönlichen Gótt gemacht, um göttliche Maßstäbe für ihn/sie aufzubeben?

  15. Juleam 4. März 2009 um 09:45 Link zum Kommentar

    5. Mose 13 – 16

    5. Mose 13:1-4

    Falls ein Prophet oder ein Träumer eines Traumes in deiner Mitte aufsteht und dir tatsächlich ein Zeichen oder ein Wunder gibt, 2 und das Zeichen oder das Wunder trifft ein, von dem er zu dir geredet hat, indem [er] sprach: ‘Laß uns anderen Göttern nachwandeln, die du nicht gekannt hast, und laß uns ihnen dienen’, 3 sollst du nicht auf die Worte jenes Propheten oder auf den Träumer jenes Traumes hören, denn Jehova, euer Gott, stellt euch auf die Probe, um zu erkennen, ob ihr Jehova, euren Gott, mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele liebt. 4 Jehova, eurem Gott, solltet ihr nachwandeln, und ihn solltet ihr fürchten, und seine Gebote solltet ihr halten, und auf seine Stimme solltet ihr hören, und ihm solltet ihr dienen, und ihm solltet ihr anhangen.

    Jehova stellt uns auf die Probe

    Hier wird das mit der ganz offenen Aussage “lasst uns anderen Göttern nachwandeln” gemacht. Heute ist es oft nicht ganz so offensichtlich.

    So ist in den letzten Jahren vieles zu einer Gewissensentscheidung geworden, wofür man früher ausgeschlossen worden ist – oder manche Sachen werden stillschweigend hingenommen, obwohl sie gegen den Rat Jehovas sind. zB. wenn Frauen ihre Männer verlassen, ohne einen trifftigen Grund dazu zu haben.

    Noch mal zur Erinnerung:
    Extremsituationen, die eine Trennung rechtfertigen, obwohl kein biblischer Scheidungsgrund (Hurerei) vorliegt:

    - vorsätzliche Verletzung der Unterhaltspflicht
    - schwere körperliche Mißhandlungen
    - tatsächliche Gefährdung der Glaubendausübung und des Verhältnisses zu Jehova

    Dann heißt es einige Absätze weiter:

    Natürlich würde eine Schwester weder Achtung vor vor Gott oder vor der Ehe zeigen, wenn sie ihre Situation dramatisert, nur um sich von ihrem Mann trennen zu können.

    (Quelle: “Bewahrt euch in Gottes Liebe”, Anhang auf S. 219 – 221)

    Es wird in einigen Versammlungen geduldet, zieht keine Konsequenzen nach sich. So kann es passieren, dass die Betreffenden meinen, ihr Verhalten sei in Ordnung, “denn sonst würde Jehova ja was tun…”

    In Vers 3 wird aber ganz deutlich gesagt: “denn Jehova, euer Gott, stellt euch auf die Probe, um zu erkennen, ob ihr Jehova, euren Gott, mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele liebt.”

    Daher: seien wir auf der Hut. Alles, was dem Rat Jehovas widerspricht – auch wenn es scheinbar von seinen Propheten kommt – ist nicht von Jehova.

    Und es könnte durchaus sein, dass er uns in diesem Moment prüft.

    Wenn wir Jehova wirklich von ganzem Herzen her lieben, werden wir ihm auch weiterhin ganzherzig dienen und auch weiterhin seine Maßstäbe einhalten, auch wenn es keine Strafe nach sich zieht!

  16. Juleam 4. März 2009 um 09:49 Link zum Kommentar

    In den Versen 6-8 wird gezeigt, dass dies Problem sogar innerhalb der eigenen Familie entstehen könnte, indem es die Kinder (vielleicht sogar die eigenen Eltern?) sind oder sogar die “inniggeliebte Frau” ist, die uns von den Maßstäben Jehovas wegzieht. Was dann? Was sollten wir dann tun?

    Im Vers 8 sagt Jehova, du “sollst nicht auf seinen Wunsch eingehen, noch auf ihn hören…, noch ihn schützend decken”.

    Sehr traurig, dass die Gefahr scheinbar oft aus der eigenen Familie kommt. Denn eigentlich sollte die Familie ein Ort des Friedens und der Harmonie sein; ein Ort, wo wir uns wohl, sicher und geborgen fühlen können. Schlimm, wenn wir in unserer eigenen Familie auf der Hut sein, einander vielleicht sogar mißtrauen müssen.

    Wer so lieblos ist, seine eigene Familie von der wahren Anbetung abwendig zu machen und sich dabei den Anschein gibt, ein Anbeter Jehovas zu sein. Schade um die Familienmitgieder, die vielleicht aus Unerfahrenheit mit auf den falschen Weg gehen und sich damit ebenfalls das Mißfallen Jehovas zuziehen.

    Gut zu wissen, dass Jehova mit solchen “falschen Propheten” – Personen, die ein Doppelleben führen und damit andere vom rechten Weg abbringen - hart ins Gericht gehen wird!

    Ich bin überzeugt davon, dass Jehova wirklich gerecht ist und diesen Umstand bei dem Gericht berücksichtigen wird, mit dem er die unerfahrenen Weggezogenen beurteilen wird.

    Aber machen wir uns bitte noch mal klar, welche Verantwortung auch wir selbst – vielleicht sogar als Aussenstehende – haben: falls wir von so etwas wissen, sollten wir ein solches “götzendienerisches Verhalten” nicht auch noch decken!

    Unternehmen wir etwas – schauen wir nicht zu, wie gewissenlose Personen Unschuldige mit sich ins Unglück stürzen!

  17. Thomasam 5. März 2009 um 07:55 Link zum Kommentar

    5.Mose 17-19

    In den heutigen Kapiteln werden Regeln für das Gericht festgelegt: dass die Beamten und Richter bei schwierigen Fällen die Priester anrufen sollten, dass es mehrer Zeugen geben muss usw. Außerdem soll jede Form von Falschanklage verfolgt werden – und dem Faschankläger soll so getan werden, wie er es seinem Opfer gewünscht hat. Außerdem soll alles was mit Okultem zu tun hat aus dem Land vernichtet werden – also auch keine Bücher über “Untote, Zauberer und Hexen” und ähnlicher Schmarrn. Da Gott sich nicht geändert hat, sollten auch wir uns mit solchen Schmarrn nicht im geringsten beschäftigen. Auch sollten wir daran denken, dass unsere Anklage vom Höchsten gehört werden und ER uns, falls wir willentlich oder versehntlich jemanden falsch anklagen, diese Anklagen auf unser Haupt zurück bringen wird!

    Und wie sieht es mit unserem Lebensweg aus? Wenn wir den ersten Vers lesen, stellen wir fest, was unser Lebensmittelpunkt sein sollte.

    Dazu Zitate aus einem Nachschlagewerk – als Mahnung an uns heute:

    Möchten wir doch daran denken, dass wir nicht uns selbst gehören, sondern um einen Preis erkauft worden sind. Wir schulden nicht nur das Beste, sondern alles, was wir sind und haben, dem, der sich selbst für uns hingegeben hat…..

    Wir sollten uns nie ein Urteil bilden und es noch viel weniger aussprechen, es sei denn auf die Aussage von zweier oder dreier Zeugen hin. So vertrauenswürdig und zuverlässig auch ein einzelner Zeuge sein mag, so bietet er doch KEINE genügende Grundlage für ein Urteil. Wir mögen innerlich von der Wahrheit einer Sache überzeugt sein, dass der einzelne Zeuge aufrichtig und wahrheitlsliebend sein mag, und um keinen Preis ein falsches Zeugnis gegen jemanden abgegeben haben möchte, dennoch müssen wir an der göttlichen Regel festhalten…

    Es wäre gut, wenn diese Regel in der Versammlung Gottes mehr Beachtung fände. Es würde hinsichtlich der Zucht sowie in allen Fällen, in den es sich um den Charakter oder den Ruf eines Menschen handelt, von unschätzbarem Wert sei. Eine Versammlung sollte immer auf der Erbringung genügender Beweise bestehen, ehe sie einen Beschluss fasst. Sind keine genügenden Beweise vorhanden, so sollten alle geduldig und vertrauensvoll auf den Herrn warten.

    Dieser wichtigeGrundsatz hat allgemeine Gültigkeit. Wir alle sind nur zu sehr geneigt, voreilige Schlüsse zu ziehen, gewissen Eindrücken Raum zu geben, uns auf Vermutungen zu stützen und durch Vorurteile einnehmen zu lassen. Wir brauchen Wachsamkeit, Ruhe, Ernst und eine gesonne Überlegung, wenn wir solche Dinge richtig beurteilen wollen. Dies gilt vor allem, wenn es sich um Personen handelt, da wir durch die Äußerung eines falschen Eindrucks oder einer unbegründeten Beschuldigung unserem Freund, Bruder oder Nachbarn leicht großes Unrecht zufügen können. Wir müssen sehr aufpassen, dass wir uns nicht zum Werkzeug einer grundlosen Anklage missbrauchen lassen und dadurch vielleicht den Ruf des anderen sehr schädigen. So etwas ist ÄUSSERST sündhaft in Gottes Augen, und wir sollten es entschieden verwerden, wo es sich auch zeigen mag. Wenn uns jemand eine Beschuldigung über einen anderen hinter dessen Rücken zuträgt, sollten wir entweder auf die Beweise oder auf die Zurücknahme seiner Aussage bestehen. Auf diese Weise würde viel übles Nachreden vermieden werden, dass nicht allein schädlich sondern auch äußerst schlecht ist.

    Anderseits liefert uns die Schrift auch mehr als ein Beispiel dafür, dass ein grechter Mensch unter dem Schein der Beobachtung des göttlichen Gebots verurteilt worden ist. So geschah es zum Beispiel bei Naboth, bei Stephanus und vor allem bei Jesus. Der Mensch versteht manchmal sehr gut, sich den Schein einer genauen Befolgung des Wortes Gottes zu geben, wenn dies seinen gottloden Zwecken entspricht. Er weiß die heiligen Aussprüche zur Verteidigung der schreiendsten Ungerechtigkeit und der gröbsten Unsittlichkeit anzuführen. Naboth, der treue Israelit , verlor seinen Erbteil und sein Leben auf das Zeugnis zweier Lügner hin, die von einer grausamen, gottlosen Frau gedungen waren und bezeugten, dass er Gott und König gelästert habe. ….

    …Eine Religion ohne Gewissen und Gottesfurcht ist das Schlechteste, was es unter dem Himmel geben kann. Nichts kann den Menschen mehr entwürdigen, verrohen lassen und verhärten, und es ist eine ihrer hässlichsten Eigenschaften, dass der Mensch unter ihrem Einfluss sich nicht schämt oder fürchtet, die Worte der heiligen Schrift als Deckmantel für die schrecklichste Bosheit zu gebrauchen. Gott sei Dank, dass sein Wort in seiner … Reinheit und …Kraft bestehen bleibt, und dass dies den Missbrauch, den der Feind mit ihm treibt, in dessen Angesicht zurückschleudert!

  18. Juleam 5. März 2009 um 09:50 Link zum Kommentar

    5. Mose 17 – 19

    5. Mose 17:13

    “und das ganze Volk wird es hören und sich fürchten, und sie werden nicht mehr vermessen handeln.”

    Im Gegenzug dazu: wenn das Böse nicht bestraft wird und keinerlei Konsequenzen hat, wird es Nachahmer geben und sie werden vom Schlechten zum Schlimmeren fortfahren.

    “Weil das Urteil über ein schlechtes Werk nicht eilends vollzogen worden ist, darum hat sich das Herz der Menschensöhne in ihnen völlig darauf gerichtet, Schlechtes zu tun”

    (Prediger 8:11).

  19. Juleam 5. März 2009 um 09:52 Link zum Kommentar

    5. Mose 17:18-20

    Und es soll geschehen, wenn er seinen Sitz auf dem Thron seines Königreiches einnimmt, daß er eine Abschrift dieses Gesetzes von dem, was sich in der Obhut der Priester, der Leviten, befindet, für sich in ein Buch schreiben soll.

    19 Und er soll es ständig bei sich haben, und er soll darin lesen alle Tage seines Lebens, damit er Jehova, seinen Gott, fürchten lernt, um alle Worte dieses Gesetzes und diese Bestimmungen zu halten, indem er sie tut, 20 damit sich sein Herz nicht über seine Brüder erhebt und damit er von dem Gebot weder nach rechts noch nach links abweicht, so daß er seine Tage über sein Königreich verlängert, er und seine Söhne in der Mitte Israels.

    er sollte es abschreiben, ständig bei sich haben und darin lesen alle Tage seines Lebens.

    Warum?

    “Damit sich sein Herz nicht über seine Brüder erhebe” und er nicht davon abweicht.

    Hier können wir sehen, wie wichtig es ist, täglich in der Bibel zu lesen – damit wir nicht vergessen, wie Jehova denkt. Damit wir hassen, was er hasst – und lieben, was er liebt.

    Wenn wir das tun, kann uns nichts von Jehova Liebe trennen und wir werden uns sein Wohlgefallen erhalten!

  20. Juleam 5. März 2009 um 09:53 Link zum Kommentar

    5. Mose 18:9-13

    Wenn du in das Land kommst, das Jehova, dein Gott, dir gibt, sollst du nicht lernen, gemäß den Abscheulichkeiten jener Nationen zu tun. 10 Es sollte sich in dir nicht jemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt, jemand, der sich mit Wahrsagerei beschäftigt, der Magie treibt, oder jemand, der nach Omen ausschaut, oder ein Zauberer 11 oder einer, der andere mit einem Bannspruch bindet, oder jemand, der ein Geistermedium befragt, oder ein berufsmäßiger Vorhersager von Ereignissen oder jemand, der die Toten befragt. 12 Denn jeder, der diese Dinge tut, ist für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges, und wegen dieser Abscheulichkeiten vertreibt Jehova, dein Gott, sie vor dir. 13 Du solltest dich gegenüber Jehova, deinem Gott, als untadelig erweisen.

    “denn jeder, der diese Dinge tut, ist für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges” – und auch jeder, der Gefallen daran hat, indem er vielleicht bei solchen Dingen zuschaut.

    Wie Thom schon ausgeführt hat, sind auch Bücher, Filme oder sogar Musik, die sich damit beschäftigen, nichts für einen wahren Anbeter Gottes. Halten wir uns davon fern!

  21. Juleam 5. März 2009 um 09:56 Link zum Kommentar

    5. Mose 19:16-20

    Falls ein Zeuge, der auf Gewalttat sinnt, sich gegen einen Mann erheben sollte, um gegen ihn eine Anklage auf Auflehnung vorzubringen, 17 dann sollen die beiden Männer, die den Streit haben, vor Jehova treten, vor die Priester und die Richter, die in jenen Tagen dienen werden. 18 Und die Richter sollen gründlich nachforschen, und wenn der Zeuge ein falscher Zeuge ist und eine Falschanklage gegen seinen Bruder vorgebracht hat, 19 dann sollt ihr ihm so tun, wie er seinem Bruder zu tun gedachte, und du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. 20 Und die übrigen werden [es] hören und sich fürchten, und sie werden in deiner Mitte nie wieder irgend etwas so Böses wie dieses tun.

    Wer andere falsch anklagt, den soll das Schicksal ereilen, das er seinem Mitmenschen zugedacht hat.

  22. Thomasam 6. März 2009 um 07:57 Link zum Kommentar

    5.Mose 20-22

    Wer führt die Kriege für das Volk Gottes? Die Anweisungen sind kriegerisch nicht zu verstehen – diese Anweisungen sind menschlich gut, und aus der Sicht des Schöpfers gut gedacht. Aber jeder Kriegsherr würde schreiend davon laufen.

    Aber etwas wird durch diese Anweisungen ganz klar: nicht Menschen führen für sich diese Kriege sondern der Allmächtige benutzt das Soldatenheer als sein Werkzeug. Heute führen seine Anbeter keinen buchstäblichen Krieg. Aber wenn wir an die geistige Kriegsführung denken, stellen wir fest, dass auch hier menschlich “unverständliche” Anweisungen kommen. Und ist es nicht herzerwärmend, das damals keiner der Neuverheiratet, der ein neues Haus hatte, und alle die keinen Mut hatten, nicht kämpfen brauchten? Stellen wir heute eigene Regeln auf? oder verlassen wir uns auf die Allmacht des Höchsten und seine gerechten Maßstäbe?

    “Ich habe was gefunden – also gehört es mir” – so ist es wohl heutige gängige Praxis. Aber auch “was geht mich das Leid meines Nachbarn an”.
    Im Gegensatz dazu die Regeln im Kapitel 22! Wenn ich etwas gefunden habe, habe ich es nur aufzubewahren, und dem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben. Ich habe auch grundsätzlich dem Nachbarn Hilfe zu leisten! Und aus Barmherzigkeit ist es nicht erlaubt, ein für meinen Nächsten wichtigen Gegenstand als Pfand bei mir zu behalten! Und wie schnell können wir “Blutschuld auf uns laden”, wenn wir die eigenen Interessen in den Vordergund setzen.

    Heute geht man ja sogar soweit, dass einige das ihnen anvertraute (oder geborgte) einfach für sich behalten. Denke zum Beispiel an die Personen, denen wir das Forum anvertraut haben, und die nicht gewillt sind, ehrlich mit den ihnen anvertrauten Daten umzugehen.

    Wieder ein paar Zitate aus dem Bibellexikon:

    Wir Menschen sind fähig, uns aus niedriger und hässlicher Selbstsucht den Ansprüchen zu entziehen, die unser Bruder auf unseren Beistand hat, fähig, uns der heiligen Verpflichtung zu entledigen, seine Interessen zu wahren, und zwar unter dem Vorwand, diese nicht gekannt zu haben. So ist der Mensch!

    Wie herrlich strahlt dagegen das Wesen Gottes aus der vorliegenden Stelle hervor!

    Der Herr wollte, dass sein Volk stets an das Wohl anderer dachte. Beim Bauen ihrer Häuser sollten sie daher nicht bloß sich und ihre Beqemlichkeit denken, sondern auch die Sicherheit anderer berücksichtigen.

  23. Juleam 6. März 2009 um 09:56 Link zum Kommentar

    5. Mose 20 – 22

    5. Mose 20:1-4

    Falls du zur Schlacht gegen deine Feinde ausziehst und du tatsächlich Pferde und Kriegswagen siehst, ein Volk, zahlreicher als du, sollst du dich nicht vor ihnen fürchten; denn Jehova, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, ist mit dir. 2 Und es soll geschehen, wenn ihr zur Schlacht angerückt seid, daß der Priester dann herzutreten und zu dem Volk reden soll. 3 Und er soll zu ihnen sagen: ‘Höre, o Israel, ihr rückt heute zur Schlacht gegen eure Feinde an. Euer Herz verzage nicht. Fürchtet euch nicht und rennt nicht in Panik davon, noch erschaudert vor ihnen, 4 denn Jehova, euer Gott, zieht mit euch, um für euch gegen eure Feinde zu kämpfen, damit er euch rette.’

    wir brauchen keine Angst haben, wie stark unser Gegner auch sein mag – denn Jehova ist mit uns und wird für uns kämpfen.

    5. Mose 20:8

    Und die Beamten sollen ferner zum Volk reden und sagen: ‘Wer ist der Mann, der furchtsam und zaghaften Herzens ist? Er gehe und kehre zu seinem Haus zurück, damit er nicht veranlaßt, daß das Herz seiner Brüder wie sein eigenes Herz schmilzt.’

    wer zaghaften Herzens ist“, sollte nicht mit in die Schlacht ziehen. Warum nicht? Er hätte die anderen mit seiner Panik anstecken können.

    Ebenso kann es passieren, dass ich persönlich meinen Partner oder meine Kinder mit runterziehe wenn ich nicht genügend auf Jehova vertraue und ängstlich durch die Gegend renne.

    Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass sich jeder über seine eigene Verantwortung im Klaren ist. Ich muss an mir und mein Vertrauen zu Jehova arbeiten, damit nicht ich es bin, die mit ihrem Verhalten den Rest der Familie mit runterzieht und damit dafür sorgt, dass auch die anderen zaghaften Herzens sind.

  24. Thomasam 7. März 2009 um 07:57 Link zum Kommentar

    5.Mose 23-25

    Im Kapitel 23 finden wir heute, dass das Kriegslager rein und sauber bleiben musste, denn der Allmächtige wäre ständig mit anwesend. Was lernen wir heute daraus? Reinheit in sittlicher und körperlicher Form sind für Gott wichtig und keine Etikette. Wir sehen auch, dass der Bibelbericht seiner Zeit weit vorraus war. Dazu ein Zitat aus dem Wachtturm vom 1.Juni 1975

    Selbst nachdem die Israeliten das Gesetz erhalten hatten, herrschten in den bedeutenden Kulturen auf medizinischem Gebiet keine allzu fortschrittlichen Vorstellungen. Der französische Arzt und Gelehrte Georges Roux schreibt: „Sowohl die Diagnose als auch die Prognose mesopotamischer Ärzte war eine Mischung aus Aberglauben und genauer Beobachtung.“ Von ägyptischen Ärzten und ihren Heilmitteln heißt es: „Aus den alten medizinischen Papyri, die erhalten geblieben sind und deren umfangreichster der Papyrus Ebers ist, wissen wir, daß das medizinische Wissen dieser Ärzte rein empirisch und völlig unwissenschaftlich war und größtenteils auf Magie beruhte. Obgleich sich ihnen genügend Gelegenheiten boten, die Anatomie des Menschen kennenzulernen, wußten sie so gut wie nichts darüber“ (The International Standard Bible Encyclopaedia, Bd. IV, S. 2393).

    Die meisten im Papyrus Ebers aufgeführten Rezepte waren nicht nur wertlos, sondern viele davon waren auch ziemlich gefährlich. Das traf besonders auf Heilmittel zu, für die menschliche oder tierische Exkremente verwendet wurden. Zur Behandlung von Wunden, von denen der Schorf abgefallen war, wurde ein Breiumschlag empfohlen, der aus den Exkrementen eines Menschen, eines Schriftgelehrten, bestand, die gründlich mit frischer Milch vermischt werden sollten. Zur Entfernung von Splittern sollte folgendes Mittel dienen: „Blut von Würmern kochen und in Öl zerdrücken; Maulwurf töten, kochen und in Öl ausdrücken; Eselsmist mit frischer Milch vermischen. Auf die offene Stelle auftragen.“ Statt Erleichterung zu schaffen, konnte diese Anwendung von Mist nur zu verschiedenen gefährlichen Infektionen wie Tetanus (Wundstarrkrampf) führen.

    Die Anweisungen des mosaischen Gesetzes waren nicht von irrigen Vorstellungen, wie sie im Papyrus Ebers zu finden sind, beeinflußt. Menschliche Exkremente wurden zum Beispiel im mosaischen Gesetz als etwas Unreines bezeichnet und sollten mit Erde bedeckt werden. In den für ein Heerlager bestimmten Vorschriften hieß es ausdrücklich: „Dir soll ein Platz außerhalb des Lagers sein! Dort tritt aus! In deinem Gürtel sollst du einen Spaten tragen! Grabe damit ein Loch, wenn du draußen niederkauern mußt, und bedecke wieder deinen Kot!“ (5. Mose 23:13, 14, Rießler, Storr).

    In Kapitel 24 werden von Gott Maßstäbe gesetzt, die heute unbequem erscheinen. Damit es nicht zu Mord und Totschlag kommt, erlaubte Gott den Israeliten damals, ihre Frau durch Scheidung zu entlassen. Eine Erklärung dazu aus der Zeitschrift vom 15-August 1978

    Das durch Moses übermittelte Gesetz Gottes gestattete einem Mann, seine Frau durch Scheidung zu entlassen, „wenn sie in seinen Augen keine Gunst finden sollte, weil er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat“ (5. Mose 24:1-4). Unter ‘etwas Anstößigem’ war offensichtlich nicht Ehebruch gemeint, denn unter dem mosaischen Gesetz stand auf dieses Vergehen, wie bereits erwähnt, die Todesstrafe. Da jedoch Gott ‘Ehescheidung haßt’, ist anzunehmen, daß nur etwas Schwerwiegendes als triftiger Grund galt, wie zum Beispiel, wenn eine Frau sich ihrem Mann gegenüber offensichtlich respektlos verhielt oder Schmach auf die Familie brachte (Mal. 2:16).

    Doch selbst bei solch schwerwiegenden Fällen wird in der Bibel die Scheidung weder geboten, noch wird dazu ermuntert. Zur Abschreckung vor einer voreiligen Auflösung der Ehe legte Gott fest, daß ein Mann, der seine Frau durch Scheidung entläßt, ihr ein „Scheidungszeugnis“ geben mußte. Dieses Schriftstück auszustellen und es rechtsgültig zu machen erforderte Zeit. Vielleicht mußte man entsprechend befugte Personen konsultieren, die zunächst versucht haben mögen, eine Versöhnung herbeizuführen.

    Aber im Laufe der Zeit handelten jüdische Ehemänner „treulos“ mit ihren Frauen, indem sie sie aus allerlei unbedeutenden Gründen durch Scheidung entließen (Mal. 2:13-16). In den Tagen Jesu konnte ein Mann nach einer vorherrschenden rabbinischen Auffassung seine Frau schon entlassen, „wenn sie seine Speise hat anbrennen lassen“. Wie im Kommentar zum Neuen Testament von Strack und Billerbeck zu lesen ist, zeigen mehrere Stellen in alten jüdischen Schriften, „daß es in der mischnischen Periode [die die Zeit Jesu einschloß] keine Ehe im jüdischen Volk gegeben hat, die nicht kurzerhand vom Manne in völlig legaler Weise durch Aushändigung eines Scheidebriefes hätte gelöst werden können“. Es sollte daher nicht überraschen, daß die Pharisäer Jesus fragten, ob eine Scheidung „aus jedem beliebigen Grund“ erlaubt sei (Matth. 19:3).

    Wie war Jesus zur Ehescheidung eingestellt? „Ich sage euch, daß jeder, der seine Frau durch Scheidung entläßt, ausgenommen wegen Hurerei, sie dem Ehebruch aussetzt, da jeder, der eine Geschiedene heiratet, Ehebruch begeht“ (Matth. 5:32). Als Messias und Sohn Gottes war Jesus befugt, darauf hinzuweisen, daß es seinem Vater selbst dann nicht gefiel, daß Männer ihre Frauen entließen, wenn der in den Schriften genannte Grund, „etwas Anstößiges“, vorlag. (Vergleiche Matthäus 19:8.) Außerdem gab ein Mann seine Frau dem Ehebruch preis, wenn er sie nicht wegen geschlechtlicher Unsittlichkeit, sondern aus anderen Gründen durch Scheidung entließ. Denn sie hätte danach mit einem anderen Mann Beziehungen haben können, während die Ehe in den Augen Jehovas noch bestand. Jesus fügte hinzu, daß „jeder, der eine Geschiedene [das heißt eine Frau, die nicht wegen geschlechtlicher Unsittlichkeit, sondern aus anderen Gründen geschieden wurde] heiratet, Ehebruch begeht“.

    Dass das in vielen Fällen heute dazu führt, dass dem unschuldigen Ehepartner einfach etwas unterstellt wird, um dann endlich “frei zu sein, um sich scheiden zu lassen” war wohl nicht im Sinne des Erfinders. Heute übliche Behauptungen: “Er hat mich geschlagen!” oder “Er hat die Kinder mißbraucht!” nur um eine Scheidung durchzusetzen – zeigen, dass die Maßstäbe die der Allmächtige durch Moses gab, wirklich vernünftig waren – wegen der Härzenshärte der Menschen. Da sich der Allmächtige nicht geändert hat und er alles sieht, wird er die Hurereien und Lügen dieser bösen Menschen bestimmt zu seiner Zeit aufdecken und belohnen.

    Anschließend zeigt der Allmächtige, warum er bestimmte Maßstäbe festgelegt hat: zum Schutz der Hilfsbedürftigen. Aus diesem Grunde hasst er auch Ehescheidung – weil dadurch die Kinder geschädigt werden – egal wie man es anstellt und egal unter welchen falschen Behauptungen! In Kapitel 24 und 25 werden nun zum Schutz der Armen bestimmte Regeln festgeschrieben:

    wer den Mühlstein des anderen nimmt, nimmt ihm die Möglichkeit, sich die tägliche Nahrung zuzubereiten – und die Nachlese erlaubt es den Armen das Notwendigste für sich und ihren Familie zu besorgen. Jede der Einzelheiten sollte uns persönlich ansprechen und uns darüber nachdenken lassen, inwieweit wir auf eigene Interessen verzichten können, wenn dies für andere von Vorteil wäre. Nein – in der heutigen Zeit, wo jeder nur an sich denkt, und an sein eigenes Glück, sind diese Verse wohl ziemlich unpassend? Aber der Allmächtige schaut auf uns – und wenn der Niedergedrückte – vielleicht unsere Kinder – zu ihm um Hilfe schreien oder sich bei ihm wegen uns beschweren, so wird zur gegebenen Zeit die Befreiung von IHM her kommen. Das hat er ausdrücklich versprochen – dem einen zum Vorteil, dem anderen zur Strafe.

  25. Juleam 7. März 2009 um 10:03 Link zum Kommentar

    5. Mose 23 – 25

    5. Mose 23:14

    “Denn Jehova schreitet inmitten deines Lagers… und dein Lager soll sich als heilig erweisen, damit er nichts Anstößiges an dir sieht und sich bestimmt davon abwendet, dich zu begleiten.”

    Wir müssen uns immer wieder ehrlich selbst überprüfen. Sind wir wirklich rein für Jehova? Oder wird er sich von UNS abwenden, weil er an uns Anstößiges sieht?

    Wie können wir da sicher sein?

    Lesen wir täglich in der Bibel und benutzen wir sie als einen Spiegel. Was sehen wir, wenn wir hinein schauen? Entsprechen wir Jehovas Anforderungen? Oder müssten wir Änderungen vornehmen?

    Der “treue und verständige Sklave” hat uns ein wunderbares Hilfsmittel an die Hand gegeben – das Buch “Bewahrt euch in Gottes Liebe”. Haben wir es schon gelesen?

    Aber er geht in seiner Liebe sogar noch weiter: dieses wunderbare Buch behandeln wir nun in den Zusammenkünften, im Buchstudium. Bereiten wir uns gut darauf vor?

    Vielleicht noch ein guter Tip für die Vorbereitung:
    achten wir beim Studieren darauf, dass wir nicht lediglich vor dem Hintergrund studieren, was wir als Kommentar in der Zusammenkunft sagen wollen.

    Sicherlich ist es wichtig und auch sehr lobenswert, wenn wir uns mit Kommentaren an den Zusammenkünften beteiligen – aber in erster Linie sollte unser Herz erreicht werden. Bitte achten wir beim Vorbereiten und Studieren darauf, auch dieses Buch als ein Spiegel zu benutzen. Schauen wir hinein und betrachten wir uns ganz genau. Aber dann bitte im Sinne von Jakobus 1:22-27:

    Werdet indes Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, indem ihr euch selbst durch falsche Überlegungen betrügt. 23 Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, so ist dieser wie ein Mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel beschaut. 24 Denn er beschaut sich und geht dann weg und vergißt sogleich, was für ein Mensch er ist. 25 Wer aber in das vollkommene Gesetz, das zur Freiheit gehört, hineinschaut und dabei bleibt, der wird glücklich sein, indem er [es] tut, weil er nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes geworden ist.

    26 Wenn es jemandem scheint, daß er die äußere Form der Anbetung beachtet, und er dennoch seine Zunge nicht zügelt, sondern sein Herz weiterhin betrügt, dessen Form der Anbetung ist nichtig. 27 Die Form der Anbetung, die vom Standpunkt unseres Gottes und Vaters aus rein und unbefleckt ist, ist diese: nach Waisen und Witwen in ihrer Drangsal zu sehen und sich selbst von der Welt ohne Flecken zu bewahren.

    nehmen wir die nötigen Änderungen vor!

    Noch ist die “gelegene Zeit”, in der Jehova uns die Möglichkeit gibt, an unserer christlichen Persönlichkeit zu arbeiten und unser ganzes Leben in Übereinstimmung mit seinen Geboten zu bringen.

    Wenn wir das tun, wird sich Jehova sicherlich nicht von uns abwenden, sondern wir werden uns in seiner Liebe bewahren.

    Und seine Liebe ist das Kostbarste, was wir haben.

  26. Thomasam 8. März 2009 um 07:58 Link zum Kommentar

    5.Mose 26-28

    Im Kapitel 26 geht es um die Darbringung der Erstlingsfrucht. Derjenige der opfern wollte, musste offen anerkennen, dass er seine Gabe vom Höchsten bekommen hatte. Und dass es eine Gnade war, dass er überhaupt etwas besaß. Können auch wir in aller Wahrheit und Überzeugung sagen, dass das was wir sind und haben vom Allmächtigen kommt, und wir deshalb ihm einen Teil zurückgeben? Und können auch wir sagen, dass wir uns von Unheiligen fern gehalten haben, dass wir geteilt haben mit den Witwen und vaterlosen Knaben usw.? Dieses Kapitel zeigt, dass ein Showopfer nicht annehmbar ist, sondern nur ein Opfer, dass aus guten und reinen Herzen dargebracht wird..

    Segen und Fluch auf dem Bergen Gerisim und Ebal – schnell gelesen und vielleicht daran gedacht, dass der Berg Gerisim später die Anbetungsstätte der Samariter wurde. Aber ist dir aufgefallen, dass die Aussprüche der Flüche fast ausschließlich Dinge waren, die man nicht “kontrollieren” konnte. “Verflucht ist, wer seinen Vater verunehrt” – “nein, dass hab ich nicht gemacht, es gab ja Gründe, warum ich dies tun musste.” “nein, er hat ja..” – oder wer würde schon zugeben dass er ein “heimlich aufgestelltes Götzenbild” besitzt? “Nein, das hab ich nicht!” “muss mir einer untergeschoben haben” – Warum dann diese Flüche? Um uns zu zeigen: es gibt NICHTS was dem Höchsten verborgen bleibt. Ja, man kann seine Mitanbeter betrügen, man kann so tun, als ob man ein guter und aufrichtiger Zeuge wäre. Ja, man kann sogar in vielen Versammlungen “einen guten Ruf haben” – aber dass heißt noch lange nicht, dass man nicht den Fluch des Allmächtigen auf sich haben könnte, weil man “heimlich” oder “in seinem Herzen” gegen göttliche Maßstäbe tritt.

    Kann man den Flüchen des Allerheiligsten entgehen? Damals schien es vielleicht so – schließlich dauerte es immer sehr sehr lange, bis das angekündigte Schlechte über das Volk kam! Heute, wo Gott scheinbar gar keine Bestrafungen mehr ausführt, scheinen die meisten zu glauben, dass er es vergessen hat. Aber gemäß seinem Wort gibt es einen Tag, an dem er seine “Versprechen” wahr machen wird – auch das Versprechen, diejenigen die in seine Mißgunst geraten sind, zu bestrafen. Wie löblich wäre es, wenn wir heute Menschen, die “schlecht handeln” auf diese Flüche aufmerksam machen würden, und ihnen dadurch helfen würden, ihr Verhältnis zum Allmächtigen in Ordnung zu bringen. Leider seh ich in den letzten Jahren aber immer mehr, dass man “den Fisch totstreichelt” – schade!

  27. Juleam 8. März 2009 um 10:09 Link zum Kommentar

    unser Gelübde

    5. Mose 26:16-19

    16 An diesem Tag gebietet dir Jehova, dein Gott, diese Bestimmungen und richterlichen Entscheidungen auszuführen; und du sollst sie beobachten und sie mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele ausführen. 17 Du hast Jehova veranlaßt, heute zu sagen, daß er dein Gott werden wird, während du auf seinen Wegen wandelst
    und seine Bestimmungen und seine Gebote und seine richterlichen Entscheidungen beobachtest und auf seine Stimme hörst. 18 Was Jehova betrifft, er hat dich veranlaßt, heute zu sagen, daß du sein Volk werden wirst, ein besonderes Eigentum, so wie er es dir verheißen hat, und daß du alle seine Gebote beobachten wirst 19 und daß er dich hoch über alle anderen Nationen, die er gemacht hat, setzen wird, was zum Lobpreis und zum guten Ruf und zur schönen Auszeichnung ausschlagen wird, während du dich als ein Volk erweist, das Jehova, deinem Gott, heilig ist, so wie er es verheißen hat.”

    5. Mose 28:7-11

    Jehova wird deine Feinde, die sich gegen dich erheben, vor dir eine Niederlage erleiden lassen. Auf e i n e m Weg werden sie gegen dich ausziehen, aber auf sieben Wegen werden sie vor dir fliehen. 8 Jehova wird für dich den Segen verordnen auf deine Vorratslager und jedes deiner Unternehmen, und er wird dich bestimmt segnen in dem Land, das Jehova, dein Gott, dir gibt. 9 Jehova wird dich als ein heiliges Volk für sich aufrichten, so wie er es dir geschworen hat, weil du fortfährst, die Gebote Jehovas, deines Gottes, zu halten, und du auf seinen Wegen gewandelt bist. 10 Und alle Völker der Erde werden sehen müssen, daß Jehovas Name über dir genannt worden ist, und sie werden sich tatsächlich vor dir fürchten.

    11 Jehova wird dir in der Tat auch Überfluß an Wohlfahrt schenken hinsichtlich der Frucht deines Leibes und der Frucht deiner Haustiere und des Fruchtertrags deines Bodens, auf dem Boden, den dir zu geben Jehova deinen Vorvätern geschworen hat.

    heisst das, dass Jehova uns nicht gesegnet hat, weil er noch Leid zulässt

    5. Mose 28:20

    Jehova wird den Fluch über dich senden, Verwirrung und Schelte zu jedem deiner Unternehmen, die du auszuführen suchst, bis du vertilgt worden bist und eilends umgekommen sein wirst wegen der Schlechtigkeit deiner Handlungen, indem du mich verlassen hast.

    was dann hoffentlich bald passieren wird

    5. Mose 28:32

    Deine Söhne und deine Töchter, einem anderen Volk gegeben, und deine Augen schauen zu und sehnen sich nach ihnen allezeit – doch deine Hände werden machtlos sein.

    hä???

  28. Thomasam 9. März 2009 um 07:58 Link zum Kommentar

    5.Mose 29-31

    Kann man die großen Wunder des Allmächtigen sehen, und spüren, und trotzdem ein kaltes Herz behalten? Ja – in den ersten Versten des Kapitels 29 zeigt Mose, dass dies geschehen kann! Die erstaunlichen Wunder, die großen Zeichen, dass Manna, die Wolkensäule – all das hatte wenig oder garnichts im Herzen der meisten erreicht. Und heute? Ist unser Herz voller Glauben, oder sind wir nur damit beschäftigt, anderen zu schaden oder wärend der Versammlung neue Leute kennenzulernen? Wo ist unser Herz? Wie wirkt es sich auf unser Verhalten aus, dass wir Zeitschriften kostenlos erhalten können, dass wir Belehrung erhalten ohne dafür bezahlten zu müssen? Sind wir deshalb vielleicht abgestumpft?

    5. Mose 29:14-15:

    “Nicht allein mit euch schließe ich nun diesen Bund und diesen Eid, sondern mit dem, der heute mit uns hier vor Jehova, unserem Gott, steht, und mit denen, die heute nicht mit uns hier sind”

    - Jehova läßt also keine Ausrede offen – egal ob man anwesend war oder nicht, egal ob man hören wollte oder nicht, ob man sich daran erinnern konnte oder nicht – er würde ALLE gemäß ihren Entscheidungen bestrafen oder belohnen. Der Allmächtige lässt auch heute keine Ausrede gelten – und er läßt auch nicht zu, dass man neben ihm andere Götter anbetet, wie immer diese genannt werden könnten, und wie mächtig oder machtlos diese sein können.
    In dem schon zitierten Nachschlagewerk heißt es:

    Jeder von uns ist persönlich verantwortlich, den Geboten des Herrn unbedingt zu gehorchen, wenn er sein Verhältnis zu ihm wirklich genießen will…
    Nichts kann wertvoller, aber auch nichts kann einfacher sein. Was wir zu tun haben, ist das Wort Gotte sin unseren Herzen zu bewahren, auf unsere Gewissen einwirken zu lassen UND im täglichen Leen zu verwirklichen…. Wenn jemand meint, dieses innige Verhältnis genießen zu können, während er die Gebote des Herrn vernachläßigt, so gibt es sich einer groben Täuschung hin.

    5. Mose 30:15-16

    Siehe, ich lege dir heute wirklich Leben und Gutes und Tod und Böses vor. Wenn du auf die Gebote Jehovas, deines Gottes, hörst, die ich dir heute gebiete, indem du Jehova, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen wandelst und seine Gebote und seine Satzungen und seine richterlichen Entscheidungen hältst, dann wirst du ganz bestimmt am Leben bleiben und dich mehren, und Jehova, dein Gott, wird dich bestimmt segnen in dem Land, in das du gehst, um es in Besitz zu nehmen.

    Klingt das nicht angenehm! Belohnung für alle, die von nun an sich an die Maßstäbe halten wollen und sich alle Mühe geben, die Satzungen und Gebote einzuhalten!
    Das fünfte Buch Mose ist gekennzeichnet durch die eindringliche Aufforderung zu willigem, ernstem Gehorsam!

    Mose sagt, dass er nun mit 120Jahren sterben soll – 120Jahre: aber immer noch voller Kraft und Leben! 40 Jahre davon in Ägyten, weitere 40 Jahre in Midian als Hirte und nun 40 Jahre mit dem Volk in der Wüste. Ich weiß nicht, ich will nicht mit ihm tauschen – denn das verheißene Land sollte er trotz aller Erlebnisse nicht sehen dürfen – aber er hatte den Allmächtigen kennengelernt. Diesen Teil werden wir wohl nicht in der Form erreichen, wie Mose es geschafft hatte – von Angesicht zu Angesicht mit Jehova reden zu können, die Wolkensäule zu sehen….

    5. Mose 31:7-8

    Und Moses rief dann Jọsua und sagte zu ihm vor den Augen von ganz Israel: „Sei mutig und stark, denn du — du wirst dieses Volk in das Land bringen, das ihnen zu geben Jehova ihren Vorvätern geschworen hat, und du selbst wirst es ihnen als Erbbesitz geben. 8 Und Jehova ist es, der vor dir herzieht. Er selbst wird weiterhin mit dir sein. Er wird dich weder im Stich lassen noch dich gänzlich verlassen. Fürchte dich nicht, und erschrick nicht.“

    Auch wir brauchen heute nicht erschrecken – es genügt völlig, zu wissen, dass der Allmächtige auf unsere Seite steht. Alle Ungerechtigkeit und Schlechtkeit der Anbeter des unmöglichen M. werden aufgehoben, und zunichtte gemacht werden.

    5. Mose 31:19

    Und nun, schreibt euch dieses Lied auf, und lehre es die Söhne Israels. Leg es in ihren Mund, damit mir dieses Lied als Zeuge gegen die Söhne Israels dient.

    Auch heute sollte das Wort Gottes nicht von unserem Mund und unseren Gedanken weichen!
    In dem schon zitierten Nachschlagewerk heißt es:

    Jedes Mitglied der Versammlung sollte in persönlichen Kontakt mit dem offenbarten Willen des HERRN gebracht werden, damit jeder Einzelne seine ernste Verantwortung kannte. Zweitens ist es wichtig zu sehen, wie auch die Kinder vor dem HERRN versammlt werden mussten, um sein Wort zu hören. Beide Tatsachen sind voll Belehrung für alle Glieder der Versammlung Gottes, weil sich gerade in Bezug auf diese beiden Punkte heutzutage ein bedauernswerter Mangel zeigt.
    … Alle, die das Wort Gottes persönlich schätzen und lieben und es im Familienkreis lesen und erforschen, werden sicher auch ein Interesse an dessen öffentlicher Verkündigung haben. Solche schätzen es als ein gróßes Vorrecht, sich zusammen mit anderen um die heilige Schrift zu versammeln, um aus ihr, der Quelle lebendigen Wassers, zu gemeinsamer Segnung und Erfrischung zu schöpfen.

    Nutzen wir die Gelegenheit um aus der heiligen Schrift zu zitieren oder benötigen wir weltliche Weisheiten um damit in der Versammlung zu glänzen? Nehmen wir Gottes Wort zur Hand, oder zitieren wir aus Büchern über “Hexen und Märchen”? Lesen wir die Bibel, oder versuchen wir weltliche Theorien und Gedanken “einfühlsam” in die Versammlung eindringen zu lassen? Wohin sollte Jehoschuah schauen? Nach dem Weg der Israeliten, des Volkes? Nein, er sollte auf den Schöpfer schauen und ihm folgen – ein gutes Beispiel für uns – und die einzige Chance, dem Fluch zu entgehen.

  29. Juleam 9. März 2009 um 10:13 Link zum Kommentar

    5. Mose 29:19-20

    19 Und es soll geschehen, wenn jemand die Worte dieses Eides gehört hat, und er hat sich in seinem Herzen gesegnet, indem [er] spricht: ‘Ich werde Frieden erlangen, auch wenn ich im Starrsinn meines Herzens wandle’, mit der Absicht, den Gutbewässerten samt den Durstigen wegzuraffen, 20 daß Jehova nicht gewillt sein wird, ihm zu vergeben, sondern dann wird Jehovas Zorn und sein glühender Eifer gegen jenen Mann rauchen, und der ganze Fluch, der in diesem Buch geschrieben ist, wird sich bestimmt auf ihn niederlassen, und Jehova wird seinen Namen tatsächlich unter den Himmeln austilgen.

    hast du dich erkannt???

    5. Mose 30:7

    Und Jehova, dein Gott, wird gewiß alle diese Flüche auf deine Feinde und auf die legen, die dich hassen, die dich verfolgt haben.

    Jehova wird all diese Flüche auf die legen, die uns gehasst und verfolgt haben

    5. Mose 31:6

    Seid mutig und stark. Fürchtet euch nicht, noch entsetzt euch vor ihnen, denn Jehova, dein Gott, ist es, der mit dir zieht. Er wird dich weder im Stich lassen noch dich gänzlich verlassen.”

    seid mutig und stark

  30. Thomasam 10. März 2009 um 07:58 Link zum Kommentar

    5.Mose 32-34

    Ein erhabenes Lied zu Ehren des Allmächtigen Gottes!
    Es beginnt mit der Macht Jehovas und endet mit seiner Herrlichkeit.

    Mag kommen was will, der Name des Höchsten besteht ewiglich” Keine Macht kann die Vorsätze hintertreiben oder das Ausstrahlen der göttlichen Herrlichkeit verhindern.

    Der Fels – Vollkommen ist sein Tun. … Es kann keinen anderen Felsen geben als ihn. Sein Werk ist vollkommen. Nicht der geringste Fehler zeigt sich an dem, was von seiner Hand kommt. Alles trägt den Stempel unbedingter Vollkommenheit. Dies wird bald allen Geschöpfen offenbar werden. …Die Ungläubigen mögen darüber spöttich lächeln und in ihrer eingebildeten Klugheit die Handlungen Gottes kritisieren….Wir haben es mit einem Gott zu tun, der immer treu bleibt und sich selbst nicht verleugnen kann, dessen Wege vollkommen sind und der, wenn der Feind sein Äußerstes getan hat und den Höhepunkt seiner boshaften Pläne erreicht hat, sich selbst verherrlichen und allgemeine und ewige Segnungen einführen wird.

    Mit Vers 15 tritt ein Wendepunkt im Lied Moses ein. Bis dahin sahten wir Gott und sein Tun, seine Vorsätze, Ratschläge und Gedanken, sein liebevolles Interesse an seinem Volk und sein zärtliches Handeln mit ihm. …Aber es gibt auch eine menschliche Seite, und hier begegnen wir nur Fehlern und Enttäuschungen. …Wir sind alle in der Gefahr, den hier aufgezeigten verkehrten Weg zu betreten. Wir machen von den Gaben Gebrauch, wobei wir den Geber ausschließen. Wir werden wie Israel fett und schlagen gegen Gott aus, wir vergessen ihn. ….
    Aus dem Bericht der Wege Gottes mit seinem Volk sollten wir lernen, wie notwenig es für uns ist, demütig, wachsam und treu … zu leben.
    Die Schlußworte sind wirklich belebend. Sie sind gewissermaßen der Schlußstein des ganzen Gebäude. Alle Feinde, unter welchem Namen sie auch auf der Bildfläche erscheinen mögen, werden vernichtet werden.

    Wir sehen in diesem Buch von Anfang bis Ende, wie Mose, dieser treue Knecht Gottes, damit beschäftigt ist, dem Volk die Pflicht eines unbedingten von Herzen kommenden Gehorsams gegenüber dem Wort Gottes einzuprägen. Dieser Gehorsam war und ist der Schlüssel zu Leben, Frieden, Fortschritt und Wohlfahrt… Mäge ein solche einfältiger unbedingter Gehorsam auch uns kennzeichnen, in dieser Zeit der Verwirrung, in der der Wille des einzelenen Menschen eine so schreckliche Rolle spielt.
    Die Welt und die so genannte Christenheit handelt nach ihrem eigenen Willen, der sie bald in Finsternis stützen muss. Unser Wunsch sollte es sein, den schmalen Pfad des Gehorsams gegenüber den gesegnetet Geboten Jehovas zu gehen! Das allein wird unseren Herzen wirklichen Frieden geben.

    Es wird herzerwärmend sein, sich später einmal mit diesem so ruhigen und lebenserfahrenen Menschen zu unterhalten.

  31. Juleam 10. März 2009 um 10:15 Link zum Kommentar

    5. Mose 32:16-17a

    Sie begannen ihn zur Eifersucht zu reizen mit fremden Göttern;
    Mit Abscheulichkeiten kränkten sie ihn ständig.

    17 Sie gingen den Dämonen opfern, nicht Gott,
    reizten Jehova zur Eifersucht

    5. Mose 32:27-29

    Wäre es nicht, daß ich Verdruß vom Feind her fürchtete,
    Daß ihre Widersacher es falsch auslegten,
    Daß sie sprechen würden: “Unsere Hand hat sich als überlegen erwiesen,
    Und es war nicht Jehova, der all dies bewirkt hat.”

    28 Denn sie sind eine Nation, an der Rat verlorengeht,
    Und unter ihnen gibt es kein Verständnis.

    29 O daß sie weise wären! Dann würden sie über dies nachsinnen.
    Sie würden ihr Ende danach in Betracht ziehen.

    ihre Widersacher werden es falsch auslegen
    ihr Ende betrachten

  32. Thomasam 1. März 2010 um 02:28 Link zum Kommentar

    5.Mose 4-6
    C.H. Mackintosh schrieb darüber unter anderem:


    Und doch können wir so schnell abirren, uns von mancherlei Dingen um uns herum beeinflussen und uns von dem schmalen Weg des Gehorsams abziehen lassen. Wir brauchen uns deshalb nicht zu wundern, dass Mose diese Ermahnungen wiederholt den Herzen und Gewissen seiner Zuhörer einzuprägen sucht. Er schüttet gleichsam sein Herz vor der Gemeinde aus. „Nur hüte dich und hüte deine Seele sehr, dass du die Dinge nicht vergisst, die deine Augen gesehen haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen weichen alle Tage deines Lebens! Und tu sie deinen Kindern und deinen Kindeskindern kund!“ (V. 9).

    Diese Worte enthalten zwei beachtenswerte Dinge, nämlich die persönliche Verantwortung und die Verantwortung für unser Haus einerseits und andererseits auch unser persönliches Zeugnis und das Zeugnis, das von unserem Haus ausgeht. Das Volk Israel sollte sich sorgfältig hüten, dass es die Worte Gottes nicht vergaß. Zugleich wurde es dafür verantwortlich gemacht, seine Kinder und seine Kindeskinder darin zu unterweisen. Sind wir nun mit dem helleren Licht und mit den größeren Vorrechten, die wir besitzen, weniger verantwortlich als Israel damals? Sicherlich nicht. Wir werden ermahnt, mit aller Sorgfalt das Wort Gottes zu lesen, zu erforschen und auf uns wirken zu lassen. Es genügt nicht, in unseren täglichen Andachten einige Verse, ein Kapitel oder einen Abschnitt zu lesen. Vielmehr sollte die Bibel der erste und wichtigste Gegenstand unseres eingehenden Studiums sein, das Buch, an dem wir uns erfreuen und durch das wir erfrischt und gestärkt werden.

    Es ist leider nur zu wahr, dass manche unter uns das Lesen der Bibel als eine Pflichtsache ansehen, während sie ihr Vergnügen und ihre Erholung in Zeitungen und anderer leichter Lektüre finden. Wundern wir uns da über die schwache und seichte Erkenntnis der Schrift, die man bei solchen Christen antrifft? Wie können wir die lebendigen Tiefen und die Herrlichkeit eines Buches erfassen, das wir nur aus Pflichtgefühl zur Hand nehmen und aus dem wir von Zeit zu Zeit einige Verse lesen, während wir die Zeitung oder einen spannenden Roman buchstäblich verschlingen?

    Was bedeuten die folgenden Worte, die an Israel gerichtet wurden: „Und ihr sollt diese meine Worte auf euer Herz und auf eure Seele legen und sie zum Zeichen auf eure Hand binden, und sie sollen zu Stirnbändern zwischen euren Augen sein“ (Kap. 11,18)? Das Herz, die Seele, die Hand und die Augen, alles sollte mit dem Wort Gottes in Verbindung stehen. Das Lesen des Wortes und das Halten der Gebote muss eine Herzenssache sein. Eine leere Form nützt gar nichts. „Und lehrt sie eure Kinder, indem ihr davon redet, wenn du in deinem Haus sitzt, und wenn du auf dem Weg gehst, und wenn du dich niederlegst, und wenn du aufstehst; und schreibe sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore“ (Kap. 11,19.20). Hat das Wort Gottes einen solchen Platz in unseren Herzen, in unseren Häusern und Gewohnheiten? Merken die, die in unseren Häusern oder in anderer Weise mit uns in Berührung, kommen, dass das Wort Gottes unsere Richtschnur ist?

    Das sind ernste, herzerforschende Fragen. DieArt und Weise, wie wir mit Gottes Wort umgehen, ist ein Barometer für unseren geistlichen Zustand. Wenn wir es nicht gern lesen, nicht danach dürsten, uns nicht daran erfreuen können, nicht nach einer ruhigen Stunde verlangen, wo wir uns in seinen Inhalt vertiefen und uns seine erhabenen Lehren einprägen können, wenn wir nicht persönlich in der Stille darüber nachdenken und uns im Familienkreis darüber unterhalten, kurz, wenn wir uns nicht in seiner heiligenden Atmosphäre bewegen, dann ist es dringend notwendig, unseren geistlichen Zustand zu überprüfen, weil er nicht gesund ist. Die neue Natur liebt das Wort Gottes, sie sehnt sich danach, wie wir in 1. Petrus 2,2 lesen: „Wie neugeborene Kinder seid begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, damit ihr durch diese wachst zur Errettung.“ Wenn wir nicht begierig sind nach der reinen Milch des Wortes Gottes und uns nicht davon nähren, so befinden wir uns in einem niedrigen und gefährlichen Zustand. Es mag vielleicht an unserem äußeren Verhalten nichts Anstößliches zu bemerken sein und auch in unseren Wegen nichts vorhanden sein, durch das der Herr verunehrt wird, aber wir betrüben sein liebendes Herz, wenn wir sein Wort vernachlässigen. Es ist Selbstbetrug, uns für lebendige Christen zu halten, wenn wir sein Wort nicht lieben, noch danach leben. Es ist Selbstbetrug, sich einzubilden, das neue Leben könne in einem gesunden Zustand sein, während wir aus Gewohnheit das Wort Gottes persönlich und in der Familie vernachlässigen.

    Kapitel 6
    Nachdem Mose der Gemeinde Israel die bedeutsame Grundwahrheit, dass Gott ein einiger HERR ist, vorgestellt hat, fährt er fort, sie an ihre Pflicht zu erinnern, die sie diesem einigen Gott gegenüber hatte. Nicht allein gab es einen Gott, sondern dieser eine Gott war auch ihr Gott. Er hatte sich in seiner herablassenden Gnade mit ihnen verbunden. Er hatte sie wie auf Adlersflügeln getragen und sie zu sich gebracht, damit sie sein Volk und Er ihr Gott sein sollte. Und jetzt sollte sich Israel in einer Weise verhalten, die einer solchen Verbindung würdig war. Doch wie war das möglich? Wie konnte ein solches Verhalten erreicht werden? Es konnte einzig und allein aus einem liebenden Herzen entspringen, und deshalb sagt Mose: „Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft“ (V. 5). Darin liegt das Geheimnis aller wahren Religion. Ohne Liebe ist alles wertlos für Gott. „Gib mir, mein Sohn, dein Herz!“ (Spr 23,26) Wo das geschehen ist, da wird alles andere richtig stehen. Man kann das Herz mit dem Regulator einer Taschenuhr vergleichen. Dieser wirkt nacheinander über die Spiralfeder auf die Hauptfeder und auf die Zeiger, die sich auf dem Zifferblatt drehen. Wenn meine Uhr zu schnell oder zu langsam geht, so sind diese Mängel nicht dadurch zu beheben, dass ich die Zeiger verrücke. Ich muss den Regulator stellen. So ist das Herz gleichsam der Regulator des Menschen. Ist unser Herz in einem guten Zustand, so wird auch unser ganzes Verhalten gut sein. All unser Tun und Lassen wird immer mit dem Zustand unseres Innern übereinstimmen. Äußerliche Änderungen und Verbesserungen sind nicht von Dauer. Es muss wirklich Herzenssache sein. Gott blickt auf das Herz. Sein Wort an uns ist: „Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit“ (1. Joh 3,18)!
    …„Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen auf deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen zu Stirnbändern sein zwischen deinen Augen; und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben“ (V. 6-9).

    Fragen wir uns mit aufrichtigem Herzen: Unterweisen wir unsere Kinder so? Ist es unser beständiges Bemühen, ihren jungen, empfänglichen Seelen das Wort Gottes in seiner ganzen Anziehungskraft vorzustellen? Bemerken sie seinen gesegneten Einfluss auf unser tägliches Leben, auf unsere Gewohnheiten, Unterhaltungen und geschäftlichen Verrichtungen? Das ist zweifellos die geistliche Bedeutung der göttlichen Vorschrift, das Wort zum Zeichen auf unsere Hand zu binden, es zu Stirnbändern „zwischen unseren Augen“ zu haben und es „auf die Pfosten unseres Hauses und an unsere Tore“ zu schreiben. Es ist nutzlos, unsere Kinder in dem Wort Gottes zu unterweisen, wenn unser Leben ihm nicht entspricht. Es ist nicht gut, das Wort lediglich zu einem Schulbuch zu machen. Dann machen wir aus einem gesegneten Vorrecht eine lästige, mühsame Arbeit. Unsere Kinder sollten sehen, dass wir in der Atmosphäre des Wortes Gottes leben und dass es der Gegenstand unserer Unterhaltungen im Kreis der Familie und in unseren Mußestunden ist.

    Ach, wie selten ist das der Fall! Müssen wir uns in der Gegenwart Gottes nicht schämen, wenn wir an den allgemeinen Charakter und den Ton unserer Unterhaltungen bei Tisch und im Familienkreis denken?…

  33. Thomasam 2. März 2010 um 02:18 Link zum Kommentar

    5.Mose 7-9
    Zitate von c.h.Mackintosh


    Kapitel 8
    Es ist ermutigend, zurückzuschauen auf den Weg, den uns unser Gott geführt hat, nachzusinnen über seine weise und gnädige Leitung, uns ins Gedächtnis zurückzurufen, wie oft Er wunderbar für uns eintrat, indem Er uns bald aus dieser, bald aus jener Schwierigkeit befreite, uns zu erinnern, wie oft Er uns half, wenn wir völlig ratlos dastanden, und uns einen Weg zeigte, wenn wir nicht mehr aus noch ein wussten, wobei Er uns wegen unserer Befürchtungen tadelte und unsere Herzen mit Lob und Dank erfüllte.

    Aber hüten wir uns, dies mit der Gewohnheit zu verwechseln, auf unsere Wege zurückzublicken, auf unsere Verdienste, unsere Fortschritte und unser Wirken, oder auf das, was wir tun konnten. Auch wenn wir dabei im Allgemeinen zugeben, dass nur die Gnade Gottes uns befähigen konnte, etwas für ihn zu tun, dient doch alles nur unserer Selbstgefälligkeit, die eine wahrhaft geistliche Gesinnung nicht aufkommen lässt. Solche selbstsüchtigen Rückblicke wirken ebenso nachteilig wie der stete Blick in das eigene Ich. Überhaupt ist die Beschäftigung mit dem eigenen Ich nur verderblich und gibt aller echten Gemeinschaft den Todesstoß. Alles das, was darauf abzielt, unser eigenes Ich uns vorzustellen, sollten wir daher verurteilen und zurückweisen, denn es führt nur zur Schwächung des inneren Lebens. …

    Aber wir sollen mit dankerfülltem Herzen nicht nur bei den Barmherzigkeiten und bei der gnädigen Durchhilfe unseres Vaters verweilen, sondern auch bei den Demütigungen und Prüfungen, die seine weise, treue und heilige Liebe über uns kommen ließ. Alle diese Dinge sind voll von Segnungen für uns. Es sind nicht, wie man manchmal sagt, „verborgene Segnungen“, sondern offenbare und unverkennbare Barmherzigkeiten, für die wir Gott in Ewigkeit loben werden.

    „Du sollst dich an den ganzen Weg erinnern“, an alle Ereignisse der Reise, an jede Szene des Wüstenlebens, an alle Führungen Gottes von Anfang bis Ende, die den einen Zweck hatten, „um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, um zu erkennen, was in deinem Herzen ist“.

    Der letztgenannte Grund ist besonders wichtig. Wenn wir beginnen, dem Herrn nachzufolgen, kennen wir nur wenig von den Tiefen des Bösen und der Torheit unserer Herzen. Aber je mehr Fortschritte wir machen, desto mehr erfahren wir, was alles in uns und um uns her ist. Wir lernen die Tiefen des Verderbens in uns, sowie die Leere und Wertlosigkeit alles dessen, was in der Welt ist, kennen und wir erfahren, wie nötig es ist, in ständiger Abhängigkeit vom Herrn zu gehen.

    Alles das ist sehr gut. Er macht uns demütig und misstrauisch gegen uns selbst, befreit uns von Hochmut und Eigendünkel und führt uns dahin, in kindlicher Einfalt an dem zu hangen, der uns vor Straucheln bewahren kann. Je mehr wir in der Selbsterkenntnis wachsen, umso mehr verstehen wir von der Gnade und lernen die Liebe Gottes näher kennen; wir erkennen dann seine wunderbare Geduld mit unseren Schwachheiten und Fehlern, seine Barmherzigkeit, in der Er sich unser angenommen hat und die Fürsorge für alle unsere Bedürfnisse; wir bekommen ein tieferes Verständnis für die Übungen, durch die Er uns führen musste zu unserem tiefen und bleibenden Nutzen.

    Die praktischen Auswirkungen hiervon sind unschätzbar und verleihen unserem Charakter Festigkeit und Milde. Sie heilen uns von unseren törichten Meinungen, machen uns geduldig und rücksichtsvoll gegen andere, mildern unser Urteil und lassen uns die Handlungen anderer im bestmöglichen Licht sehen. In zweideutigen Fällen werden wir ihnen stets die besten Beweggründe zuschreiben. Das sind einige der Früchte der Erfahrungen in der Wüste, denen wir alle ernstlich nachstreben sollten.

    „Denn der HERR, dein Gott, bringt dich in ein gutes Land, ein Land von Wasserbächen, Quellen und Gewässern, die in der Talebene und im Gebirge entspringen; ein Land von Weizen und Gerste und Weinstöcken und Feigenbäumen und Granatbäumen; ein Land von ölreichen Olivenbäumen und Honig; ein Land, in dem du nicht in Dürftigkeit Brot essen wirst, in dem es dir an nichts mangeln wird; ein Land, dessen Steine Eisen sind, und aus dessen Bergen du Kupfer hauen wirst“ (Verse 7-9).

    Was für herrliche Aussichten waren das! Welch eine Zukunft lag vor ihnen! Wie groß war der Gegensatz zu Ägypten und zu der Wüste, die sie durchzogen hatten! Das Land des HERRN lag vor ihnen in seiner ganzen Schönheit und Pracht, mit seinen rebenbedeckten Hügeln und ertragreichen Ebenen, mit seinen sprudelnden Quellen und strömenden Flüssen. Wie belebend war der Gedanke an die Weinstöcke und Feigenbäume, an die Granat- und Ölbäume! Was für ein Unterschied gegenüber dem Lauch, dem Knoblauch und den Zwiebeln Ägyptens! Wie hätte es auch anders sein können! Es war des Herrn Land, das vor ihnen lag. Es erzeugte und barg alles in sich, was Israel nötig haben würde: Überfluss auf seiner Oberfläche, Reichtümer und Schätze in seinem Innern.

    Mit welcher Sehnsucht mochte ein treuer Israelit den Augenblick erwarten, da er dieses Land betreten und den Sand der Wüste mit diesem herrlichen Erbteil vertauschen konnte! Gewiss hatte die Wüste ihre Erfahrungen, Lehren und Erinnerungen. Israel hatte dort den HERRN in einer Weise kennen gelernt, wie es in Kanaan nicht möglich war. Aber doch war die Wüste nicht Kanaan, und jeder treue Israelit musste sich danach sehnen, seinen Fuß auf den Boden des verheißenen Landes zu setzen. Alle ihre Bedürfnisse sollten dort in göttlicher Weise befriedigt werden. Hunger und Durst sollten für immer fern sein, und Gesundheit und Überfluss, Jubel und Freude, Friede und Segnungen ihr sicheres Teil in dem schönen Land werden, an dessen Grenze sie jetzt standen. Alle Feinde sollten besiegt, alle Hindernisse beseitigt werden, und nichts sollte den Vollgenuss der Erben des herrlichen Landes einschränken. Getränkt von dem Regen des Himmels und erwärmt von den Strahlen der Sonne sollte der Boden alles in Überfluss hervorbringen, was das Herz nur wünschen konnte.

    So sah das Land aus, wenn man es vom göttlichen Standpunkt betrachtete. So war es und so wird es nach den Gedanken Gottes für Israel tatsächlich im Zeitalter des tausendjährigen Reiches sein. Wir würden nur einen schwachen Eindruck von dem Land des HERRN erhalten, wenn wir es bloß so betrachteten, wie es Israel, selbst in den herrlichsten Tagen seiner Geschichte unter der Regierung Salomos im Besitz hatte. Um eine richtige Vorstellung von dem zu haben, was das Land Kanaan für das Volk Gottes sein wird, müssen wir vorwärts schauen auf die „Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge“

    Kapitel 9
    Es gibt zwei verschiedene Arten, sich mit Schwierigkeiten zu beschäftigen. Man kann sie vom menschlichen und vom göttlichen Standpunkt aus betrachten, im Geist des Unglaubens oder mit ruhigem und stillem Vertrauen auf den lebendigen Gott. Vom einen liefern uns die ungläubigen Kundschafter (4. Mose 13), vom anderen der Anfang des vorliegenden Kapitels ein Beispiel.

    Zu leugnen, dass Schwierigkeiten vorhanden sind, ist nicht Glaube, sondern Torheit oder Anmaßung und fleischliche Schwärmerei. Nie sollte man blindlings einen Weg gehen, auf den man nicht vorbereitet ist. Der Faule spricht: „Ein Löwe ist auf dem Weg“. Der Schwärmer meint: „Für mich gibt es weder Gefahren noch Schwierigkeiten!“ Ein glaubender Mensch spricht dagegen: „Ob auch tausend Löwen auf dem Weg wären, Gott ist mächtig genug, sie in einem Augenblick zu vernichten“.

    Aber doch ist für alle, die des Herrn sind, der allgemein gültige und praktische Grundsatz sehr wichtig: ruhig und gründlich zu erwägen, was sie zu tun vorhaben, bevor sie irgendeinen Weg des Dienstes betreten oder eine Tätigkeit beginnen. Würde das mehr beachtet, so würden wir nicht so viel Schiffbruch in sittlicher und geistlicher Beziehung um uns her feststellen…

    Aber wir dürfen nicht vergessen, dass auch der Sieg große Gefahren für uns in sich birgt, Gefahren, die aus unserer beständigen Neigung zur Überheblichkeit entspringen. In der Stunde des Kampfes fühlen wir unsere Ohnmacht und Abhängigkeit; aber sobald wir gesiegt haben, vergessen unsere Herzen so leicht, woher Kraft und Sieg kamen. Diese Erfahrung lässt den treuen Dienst Gottes mit Nachdruck sagen: „Sprich nicht so in deinem Herzen“ – das ist immer der Anfang eines Fehltrittes – „wenn der HERR, dein Gott, sie vor dir hinausstößt: Um meiner Gerechtigkeit willen hat der HERR mich hierher gebracht, um dieses Land in Besitz zu nehmen; denn um der Gottlosigkeit dieser Nationen willen vertreibt der HERR sie vor dir“ (V. 4).

    Dieser Stolz, diese Unwissenheit und dieses oberflächliche Verständnis für den wirklichen Charakter unserer Wege wohnt in unseren Herzen! Kaum sollte man es für möglich halten, dass ein menschliches Herz eine solche Sprache führen könnte: „Um meiner Gerechtigkeit willen“! Aber dass die Israeliten dazu fähig waren, beweist die Tatsache, dass sie davor gewarnt wurden. Und wie sie, so sind auch wir fähig, das, was Gott zu unserem Besten tut, zu unserer eigenen Verherrlichung zu benutzen, anstatt darin einen Grund zu sehen, Gott zu loben.

  34. Juleam 2. März 2010 um 11:00 Link zum Kommentar

    5. Mose 7 – 9

    hier noch ein interessanter Artikel aus den neueren Publikationen:

    Warum führte Gott Krieg gegen die Kanaaniter?

    einfach direkt auf der Seite der Gesellschaft herunterladen und anhören.

    Wer ihn gern lesen will: er ist im Wachtturm vom 1. Januar 2010

  35. Thomasam 3. März 2010 um 01:23 Link zum Kommentar

    5.Mose 10-12
    Zitate von c.h.Mackintosh


    Kapitel 11
    „So haltet das ganze Gebot, das ich dir heute gebiete, damit ihr stark seid und hineinkommt und das Land besitzt, … das der HERR euren Vätern geschworen hat, ihnen und ihrer Nachkommenschaft zu geben, ein Land, das von Milch und Honig fließt“ (V. 8.9).

    Der Leser sollte die schöne innere Verbindung dieser beiden Ausdrücke beachten: „haltet das ganze Gebot“, und: „damit ihr stark seid“. Ein bedingungsloser Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes verleiht große Kraft. Wir sind so leicht geneigt, unter den Geboten und Vorschriften Gottes eine Auswahl zu treffen und nur solche anzunehmen, die uns angenehm erscheinen. Aber das ist Eigenwille. Woher nehmen wir das Recht, eine Vorschrift des Wortes anzunehmen und die andere zu vernachlässigen? Tun wir es, so ist es grundsätzlich nur Eigenwille und Auflehnung gegen Gott. Kann ein Knecht bestimmen, welchen Geboten seines Herrn er gehorchen will? Jedes Gebot trägt die Autorität seines Herrn und verpflichtet ihn deshalb, es zu beachten. Je pünktlicher der Knecht gehorcht, und je ungeteilter er seine Aufmerksamkeit jedem noch so unangenehmen Auftrag seines Herrn widmet, umso mehr Vertrauen und Achtung wird er sich erwerben und seine Stellung festigen. Jeder Herr liebt und schätzt einen gehorsamen und ergebenen Knecht.

    Kapitel 12
    Wir beginnen jetzt einen neuen Abschnitt unseres Buches. Während die elf ersten Kapitel den wichtigen Grundsatz des Gehorsams behandeln, finden wir jetzt die praktische Anwendung dieses Grundsatzes auf die Gewohnheiten und Wege des Volkes, wenn es im Besitz des Landes ist. „Dies sind die Satzungen und die Rechte, die ihr halten sollt, sie zu tun in dem Land, das der HERR, der Gott deiner Väter, dir gegeben hat, es zu besitzen alle Tage, die ihr auf dem Erdboden lebt:“ (V. 1).

    Herz und Gewissen müssen in der richtigen Stellung sein, bevor Einzelheiten berührt werden. Wenn das Herz einmal gelernt hat, sich unter die Autorität des Wortes Gottes zu beugen, dann werden auch die Einzelheiten richtig behandelt. Deshalb war der Gesetzgeber so sehr bemüht, die Herzen der Israeliten dahin zu führen. Er fühlte, dass es nutzlos war, auf Einzelheiten einzugehen, so lange der große Grundsatz aller Sittlichkeit nicht genügend in der Seele verankert war. Dieser Grundsatz lautet: Es ist die Pflicht des Menschen, sich unbedingt unter die Autorität des Wortes Gottes zu beugen.

    So lange wir diese Wahrheit nicht anerkennen, sind wir unfähig, auf Einzelheiten einzugehen. Wird dem Eigenwillen Raum gelassen oder der Vernunft zu reden erlaubt, so erheben sich endlose Fragen und Zweifel.

    Aber sollen wir denn nicht unsere Vernunft gebrauchen? Zu welchem Zweck ist sie uns denn gegeben?

    Zunächst ist die Vernunft nicht mehr so, wie Gott sie ursprünglich dem Menschen gegeben hat. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Sünde eingetreten ist. Der Mensch ist ein gefallenes Geschöpf, und seine Vernunft sowie sein ganzes sittliches Wesen sind dadurch ruiniert. Ein weiterer Grund zu diesem Verfall liegt in der Vernachlässigung des Wortes Gottes.

    Wir müssen bedenken, dass die Vernunft, wenn sie in einem gesunden Zustand wäre, ihre Gesundheit gerade dadurch beweisen würde, dass sie sich unter das Wort Gottes beugte. Aber sie ist nicht gesund, sondern blind und ganz verkehrt. Man kann ihr in geistlichen und göttlichen Dingen nicht trauen.

    Würde man diese einfache Tatsache richtig verstehen, so würden sich unzählige Fragen und Schwierigkeiten von selbst lösen. Alle Ungläubigen sind durch die Vernunft erst zu solchen geworden. Satan flüstert dem Menschen zu: Du bist mit Vernunft begabt, warum sollst du sie nicht gebrauchen? Sie ist dir ja dazu gegeben. Du darfst nie deine Zustimmung zu etwas geben, was deine Vernunft nicht begreifen kann. Es ist dein gutes Recht als Mensch, alles der Prüfung durch deine Vernunft zu unterziehen; nur Toren nehmen leichtgläubig alles an, was ihnen vorgestellt wird.

    Aber das Wort Gottes steht über der Vernunft, und wenn Gott redet, muss alle Vernunft schweigen. Wenn es sich um menschliche Worte und Meinungen handelt, hat die Vernunft sicher ein Recht zum Urteil. Aber auch dann noch bleibt der Beurteilungsmaßstab, was das Wort Gottes, die einzig vollkommene Richtschnur, sagt. Will aber die Vernunft über das Wort Gottes urteilen, so wird die Seele unweigerlich in die Finsternis des Unglaubens versinken, und es ist dann nicht mehr weit bis zur völligen Leugnung des Daseins Gottes.

    Der einzig sichere Boden für die Seele ist also der göttlich gewirkte Glaube an die Autorität und Allgenugsamkeit des Wortes Gottes. Das war der Boden, auf dem Mose stand, um sie zur rückhaltlosen Unterwerfung unter die göttliche Autorität zu bewegen. Ohne das war alles nutzlos. Wenn alle göttlichen Satzungen und Rechte erst der Beurteilung der menschlichen Vernunft unterworfen werden müssten, wäre es um die göttlicheAutorität der Schrift, um Gewissheit und Frieden geschehen. Wird aber andererseits die Seele durch den Geist Gottes zu einer rückhaltlosen Unterwerfung unter das Wort Gottes geführt, nimmt sie alle die Gebote und Worte dieses teuren Buches als unmittelbar von Gott kommend an, und die einfachsten Vorschriften und Anordnungen haben dann in ihren Augen die Wichtigkeit, die seine Autorität geben kann. Wohl mögen wir nicht immer die Bedeutung jedes Gebotes verstehen, aber das ist auch nicht wichtig. Es genügt uns zu wissen, dass Gott gesprochen hat. Das allein ist entscheidend.

    Unser ganzes Kapitel behandelt diesen großen Grundsatz. Mose erinnert das Volk daran, dass in dem Augenblick, da sie das Land des HERRN betraten, der Eigenwille aufhören musste, der das Volk in den Ebenen Moabs oder in der Wüste gekennzeichnet hatte (V. 8-14). Es war in allem, – und dies gilt nicht nur für den Gegenstand, sondern auch für den Ort und dieArt seiner Anbetung – durchaus abhängig von dem Gebot des HERRN. Alles Handeln nach eigenem Gutdünken und eigener Macht musste in dem Augenblick ein Ende finden, da sie den Jordan, den Strom des Todes, durchschritten und als erlöstes Volk ihren Fuß auf das von Gott gegebene Erbteil setzten. Waren sie erst einmal im Genuss und in der Ruhe des Landes, dann war der Gehorsam gegen das Wort des HERRN ihr vernünftiger und einsichtsvoller Dienst. Dinge, die Gott in der Wüste hatte durchgehen lassen, konnten in Kanaan nicht geduldet werden. Je größer die Vorrechte sind, umso höher ist die Verantwortung und umso strenger die Richtschnur des Handelns.

    Menschen, die sich für die Freiheit des Willens und Handelns, für das Recht des freien persönlichen Denkens in religiösen Dingen einsetzen, werden dieseAuffassung sicher als engherzig und unwürdig für unsere aufgeklärte Zeit und für Menschen von Kenntnis und Bildung bezeichnen. Aber hat Gott nicht ein Recht, seinem Volk vorzuschreiben, wie es ihn anbeten soll? Hatte Er nicht ein Recht, den Ort zu bestimmen, wo Er seinem Volk Israel begegnen wollte? Ist es etwa ein Beweis von hoher Bildung, von Herzens- und Geistesgröße, wenn man Gott seine Rechte streitig zu machen sucht?

    Wenn Gott ein Recht hat, zu gebieten, ist es dann engherzig und starrköpfig, wenn sein Volk ihm gehorcht? Wahre Herzensweite und rechte Geistesgröße zeigen sich im Gehorsam gegen die Gebote Gottes. Welch ein unaussprechliches Vorrecht war es zugleich für alle, die in der Liebe zu Gott und zueinander standen, sich da zu versammeln, wo Er seinen Namen wohnen lassen wollte. Welch eine herablassende Gnade zeigte sich in seinem Verlangen, sein Volk von Zeit zu Zeit um sich versammelt zu sehen! Aber wurden nicht ihre persönlichen Rechte dadurch beschränkt? Im Gegenteil. Sie wurden nur dadurch vermehrt. Gott sorgte in seiner unendlichen Güte auch da. Er fand seine Freude daran, sein Volk im Einzelnen wie auch gemeinschaftlich mit Freude und Segnungen zu überschütten (V. 20-22). Die Güte und Barmherzigkeit Gottes ließen dem persönlichen und häuslichen Bereich einen weiten Spielraum. Nur bezüglich des Blutes bestand eine Einschränkung: „Nur halte daran fest, kein Blut zu essen, denn das Blut ist die Seele; und du sollst nicht die Seele mit dem Fleisch essen. Du sollst es nicht essen, du sollst es auf die Erde gießen wie Wasser. Du sollst es nicht essen, damit es dir und deinen Kindern nach dir wohlergehe, weil du tust, was recht ist in den Augen des HERRN “ (V. 23-25).

  36. Thomasam 4. März 2010 um 01:32 Link zum Kommentar

    5.Mose 13-16
    Zitate von c.h.Mackintosh

    Kapitel 13
    In den ersten fünf Versen wird die göttliche Vorsorge für alle Fälle von falscher Lehre und falschen religiösen Einflüssen herausgestellt. Es ist uns allen bekannt, wie leicht wir durch etwas irregeführt werden können, das in Form eines Zeichens oder Wunders erscheint, ganz besonders, wenn es mit der Religion in Verbindung steht. Das war nicht nur zur Zeit Israels so, sondern es ist überall und zu allen Zeiten festzustellen. Alles Übernatürliche, alles, was den Naturgesetzen entgegensteht, macht immer einen tiefen Eindruck auf das menschliche Gemüt. Wenn heute ein Prophet aufträte und seine Lehre durch Zeichen und Wunder bestätigte, so würde er sicher bald großen Einfluss und Ruf erlangen.

    …Das menschliche Herz kann dem Einfluss „großer Zeichen und Wunder“ einfach nicht widerstehen. Das Einzige, was die Seele befestigen und sie zu diesem Widerstand gegen die Täuschungen Satans befähigen kann, ist das Wort Gottes. Wer die Wahrheit Gottes festhält, besitzt das göttliche Geheimnis, das gegen jeden Irrtum schützt, auch wenn dieser sich auf die erstaunlichsten Wunder stützt.

    Wir sehen daher auch in der ersten der oben angeführten Stellen, dass der Betrug „des Gesetzlosen“ durch Zeichen und Wunder der Lüge deshalb gelingt, weil die Menschen „die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, damit sie errettet würden“. Nur die Liebe zur Wahrheit schützt gegen den Irrtum, so überzeugend er sein mag und so sehr er durch „Zeichen und Wunder“ unterstützt wird. Die höchsten geistigen Fähigkeiten und die größte Gelehrsamkeit erweisen sich als ohnmächtig gegenüber den Listen Satans. Der scharfsinnigste menschliche Verstand fällt dem Betrug der Schlange zum Opfer.

    Aber andererseits sind alle List und Schlauheit, alle Zeichen und Lügenwunder Satans völlig machtlos vor einem Herzen, das von der Liebe zur Wahrheit beherrscht wird. Jeder, der die Wahrheit kennt und liebt, hat einen göttlichen Schutz vor der täuschenden Macht des Bösen.

    Das war wichtig für Israel, und es ist auch für uns von entscheidender Bedeutung. Ein treuer Israelit, der den HERRN von ganzem Herzen liebte, hatte für alle falschen Propheten und Träumer immer eine schlüssige Antwort bereit: „Du sollst nicht hören“. Wenn der Feind nicht angehört wird, dann kann er das Herz nicht erreichen.

    Im zweiten Abschnitt unseres Kapitels (V. 7-11) wird das Volk Gottes vor einer anderen List des Feindes gewarnt.

    Hier ist nicht von falschen Propheten oder Träumern die Rede. Gegen deren Einfluss mögen Tausende standhaft bleiben, während sie der Macht der natürlichen Zuneigungen zum Opfer fallen. Es ist nicht leicht, diesen zu widerstehen und erfordert völlige Hingabe, ein einfältigesAuge und einen festen Herzensentschluss, um den Gegenständen unserer Liebe treu zu bleiben. Die Verwerfung eines falschen Propheten oder Träumers, mit dem man nicht durch persönliche Beziehungen verbunden ist, steht in keinem Vergleich zu der Schwere der Probe, die sich aus der Aufforderung ergibt, der eigenen Frau, dem Bruder, der Schwester oder dem vertrauten Freund gegenüber entschieden zu widerstehen. Trotzdem darf man keine Nachsicht walten lassen, sobald die Ansprüche Gottes, Christi und der Wahrheit auf dem Spiel stehen. Will jemand die natürlichen Zuneigungen benutzen, um uns von der Nachfolge Christi abzuhalten, so müssen wir mit aller Energie widerstehen….
    Selbstverständlich wollen diese Worte nicht sagen, dass wir „ohne natürliche Liebe“ sein sollen. Im Gegenteil, Gott hat Selbst natürliche Beziehungen zwischen den Menschen eingesetzt, und jede von ihnen hat ihre charakteristischen Zuneigungen, deren Ausübung in wunderbarer Übereinstimmung mit den Gedanken Gottes steht.

    Unterschied zwischen dem Zeitalter des Gesetzes und der Zeit der Gnade

    Nun, bei der Betrachtung der ersten Kapitel dieses Buches haben wir bereits auf die Wege Gottes in seiner Regierung mit Israel und den Nationen hingewiesen. Vor allem dürfen wir den wichtigen Unterschied zwischen Gesetz und Gnade nicht aus dem Auge verlieren. Sonst werden wir in Stellen wie 5. Mose 13,9.10 immer Schwierigkeiten finden. Der charakteristische Grundsatz des Judentums war Gerechtigkeit, der des Christentums ist Gnade, reine, bedingungslose Gnade. Wenn man diese Tatsache verstanden hat, verschwindet jede Schwierigkeit. Es war für Israel richtig und stand im Einklang mit den Gedanken Gottes, wenn sie ihre Feinde töteten. Gott hatte es ihnen geboten. Ebenso richtig und ihrer Stellung gemäß war es für sie, jedes Glied der Gemeinde, das sie zum Götzendienst verleiten wollte, zu töten. Dies stand in völligem Einklang mit den Grundsätzen des Gesetzes und der Regierung, unter die sie gemäß der Weisheit Gottes gestellt waren.

    Das ganze Alte Testament zeigt, dass Gott über Israel und über die Welt in Verbindung mit Israel auf dem Boden der Gerechtigkeit regierte. Und wie es in der Vergangenheit war, so wird es in der Zukunft wieder sein: „Siehe, ein König wird regieren in Gerechtigkeit, und die Fürsten, sie werden nach Recht herrschen“ (Jes 32,1).

    Im Christentum dagegen sehen wir etwas ganz anderes. Wenn wir im Neuen Testament die Belehrungen des Sohnes Gottes sehen und sein Handeln betrachten, fühlen wir, dass wir uns auf einem ganz anderen Boden befinden. Wir atmen die Luft einer reinen, bedingungslosen Gnade.

    Lesen wir z. B. die Bergpredigt, diese wunderbare Zusammenstellung der Grundsätze des Reiches der Himmel, so sehen wir schon den großen Unterschied zwischen den jüdischen und christlichen Grundsätzen. Was richtig und passend für einen Juden war, kann ganz falsch und unpassend für einen Christen sein. Unser Herr und Meister hat selbst gelehrt, dass die Seinen heute nicht handeln sollen wie sein Volk vor alters. Gerechtigkeit war der Grundsatz des alten Haushalts. Gnade ist der Grundsatz des neuen.

    Wie Christus lehrte, so handelte Er auch. Er ging nicht vor Gericht, um sein Recht zu suchen. Er übte nicht weltliche Macht aus oder verteidigte sich selbst. Er vergalt nicht Gleiches mit Gleichem. Als seine Jünger in völliger Unwissenheit über die himmlischen Grundsätze, die Er lehrte und verwirklichte, Feuer vom Himmel auf ein Dorf der Samariter fallen lassen wollten, das sich weigerte, ihn aufzunehmen, da wandte Er sich um und tadelte sie. Gleich nachher lesen wir: „Und sie gingen in ein anderes Dorf“ (Lk 9,55.56). Die Handlungsweise des Propheten Elia, der Feuer vom Himmel auf die Abgesandten eines gottlosen Königs fallen ließ, stand in völliger Übereinstimmung mit dem Geist und den Grundsätzen des Haushalts, den er vertrat. Aber der Herr war der vollkommene Zeuge und göttliche Vertreter eines ganz anderen Haushaltes. Sein Leben war von Anfang bis Ende ein Leben völliger Hingabe für andere. Nie behauptete Er seine Rechte. Er kam, um zu dienen und zu geben, um in jeder Weise das Bild Gottes und der vollkommene Ausdruck des Vaters zu sein. Der Charakter des Vaters strahlte aus allen seinen Worten und Handlungen hervor. Und Er ist unser großes Vorbild in allem. Nach seiner Lehre und seinem Leben müssen sich das Verhalten und der Charakter des Christen bilden. Wie könnten wir sonst wissen, wie wir leben sollen, wenn nicht dadurch, dass wir seinen Worten lauschen und seine Wege betrachten? Wenn die Grundsätze und Vorschriften des mosaischen Haushalts für uns maßgebend wären, dann freilich wäre es am Platz, unsere Ansprüche vor Gericht geltend zu machen oder Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Aber was würde dann aus der Lehre und dem Beispiel unseres Herrn und Heilandes? Was aus den Lehren des Neuen Testaments?

    Man könnte uns nun die alte, so oft gehörte Frage entgegenhalten: Was würde aus der Welt und ihren Einrichtungen, was aus der menschlichen Gesellschaft werden, wenn solche Grundsätze allgemein vorherrschend würden? Nun, die Welt, wie sie jetzt ist, würde dann allerdings ein Ende haben. Der „gegenwärtige böse Zeitlauf“ und himmlische Grundsätze können unmöglich zusammengehen. Aber offenbar waren diese Grundsätze nie für die Welt als solche bestimmt, weil diese sie weder hätte annehmen noch verwirklichen können, ohne dass dadurch zugleich ein Umsturz ihres gegenwärtigen Systems und eineAuflösung der menschlichen Gesellschaft in ihrer gegenwärtigen Form hervorgerufen worden wäre. Himmlische Grundsätze sind eben nicht für diese Welt, sondern für die Versammlung bestimmt, die nicht von der Welt ist, wie auch Christus nicht von dieser Welt war. „Wenn mein Reich von dieser Welt wäre“, sagt der Herr zu Pilatus, „hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht überliefert würde; jetzt aber ist mein Reich nicht von hier“ (Joh 18,36). Bald werden alle Staaten der Welt dem Herrn unterworfen sein; aber jetzt ist Er verworfen, und seine Versammlung soll seine Verwerfung mit ihm teilen, zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers und als Fremdlinge hier auf den Augenblick warten, wo Er wiederkommen wird, um sie dahin zu bringen, wo Er bereits ist.

    Die Vermischung des Christentums mit der Welt hat eine solche Verwirrung erzeugt. Durch diese Vermischung wird alles auf den Kopf gestellt. Dinge werden miteinander vermengt, die ihrem Wesen nach völlig entgegengesetzt sind, und der wahre Charakter der Versammlung, ihre Stellung, ihr Wandel und ihre Hoffnung werden verleugnet. Man hört zuweilen den Ausdruck „christliche Welt“. Was bedeutet er? Nichts anderes, als dass man zwei Dinge miteinander verbunden hat, die ihrer Natur und ihrem Charakter nach so völlig voneinander verschieden sind wie Licht und Finsternis. Es ist ein Versuch, ein altes Kleid mit einem neuen Lappen zu flicken. Aber der Herr sagt, dass dadurch der Riss nur umso ärger wird.

    Es liegt nicht in der Absicht Gottes, die Welt zu christianisieren, sondern seine Kinder aus der Welt herauszurufen, damit sie ein himmlisches Volk seien, das von himmlischen Grundsätzen geleitet, durch einen himmlischen Gegenstand gebildet und durch eine himmlische Hoffnung belebt wird. Wird das nicht verstanden und die Berufung und Hoffnung der Versammlung nicht als eine lebendige Kraft in der Seele freigesetzt, so werden traurige Fehler in unserem Leben und Dienst nicht ausbleiben. Wir wenden dann die Schriften des Alten Testaments ganz falsch an und erleiden einen großen Verlust. Der Herr gebe uns in seiner Gnade ein wirkliches Verständnis über die Verbindung und lebendige Einheit der Versammlung mit dem verworfenen, auferstandenen und verherrlichten Christus!

    Abschließend sei noch auf ein Beispiel verwiesen, das zeigt, wie der Heilige Geist die Schriften des Alten Testaments anführt und anwendet. Wir lesen in Psalm 34,17: „Das Angesicht des HERRN ist gegen die, die Böses tun, um ihr Gedächtnis von der Erde auszurotten“. Diese Stelle wird in 1. Petrus 3,12 erwähnt. Dort aber lesen wir: „Das Angesicht des Herrn aber ist gegen die, die Böses tun“. Kein Wort wird von dem Ausrotten der Bösen gesagt. Und warum nicht? Weil der Herr jetzt nicht richtend handelt. Er tat dies unter dem Gesetz und wird es tun in seinem Reich. Jetzt aber handelt Er in Gnade, Langmut und Barmherzigkeit. Sein Angesicht ist noch ebenso entschieden gegen die, die Böses tun, aber jetzt nicht, um ihr Gedächtnis von der Erde auszurotten. Den besten Beweis dieser wunderbaren Gnade und Nachsicht sowie von dem Unterschied zwischen den anstehenden beiden Grundsätzen sehen wir in der Tatsache, dass denen, die im wahrsten Sinn des Wortes „Böses taten“, indem sie den eingeborenen Sohn Gottes ans Kreuz schlugen, zu allererst die Botschaft der vollkommenen und freien Vergebung durch das Blut des Kreuzes verkündigt wurde.

    Die angeführte Stelle ist eine von vielen, die alle in derselben Weise den Gegensatz zwischen den jüdischen und christlichen Grundsätzen sowie zwischen dem Christentum und dem kommenden Reich zeigen. Gott handelt jetzt mit der Welt in Gnade, und das sollten auch die Kinder Gottes tun, wenn sie wünschen, ihm gleich zu sein. „Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“. – „Seid nur Nachahmer Gottes, als geliebte Kinder, und wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch – (Mt 5,48; Eph 5,1.2).

    Das ist unser Vorbild. Wir sind dazu berufen, das Beispiel unseres Vaters nachzuahmen. Er sucht jetzt nicht mit der starken Hand seiner Macht seinen Rechten Geltung zu verschaffen. Später wird Er das tun; aber in der jetzigen Zeit der Gnade schüttet Er den Reichtum seiner Segnungen und Wohltaten über die aus, deren ganzes Leben nur Feindschaft und Widerstand gegen ihn ist.

    Man könnte nun einwenden: „Wie kann ich mit solchen Grundsätzen in der Welt vorankommen und meine Geschäfte führen? Es ist doch unmöglich, sich in dieser Welt zu behaupten, ohne seine Rechte und seine Ansprüche geltend zu machen. Wozu haben wir denn auch die Obrigkeit? Sind nicht die Regierungen gerade zu diesem Zweck von Gott verordnet, um Frieden und Ordnung unter uns aufrechtzuerhalten? Was sollte werden, wenn wir keine Polizeibeamten und Richter hätten?“

    Freilich sind die Gewalten von Gott verordnet. Die Könige, Statthalter, Richter und Regierungen sind an ihrem Platz der Ausdruck der Macht Gottes. Er hat sie mit dieser Macht bekleidet und ihnen das Schwert in die Hand gegeben zur Bestrafung der Übeltäter und zum Wohl derer, die Gutes tun. Wir sollen für die Obrigkeit beten und ihr in allen Dingen unterworfen und gehorsam sein, vorausgesetzt, dass wir nicht aufgefordert werden, gegen Gott und unser Gewissen zu handeln. Aber das alles berührt keineswegs die Frage, welchen Weg der Christ durch diese Welt zu gehen hat. Das Christentum erkennt die Regierung eines Landes mit ihren Einrichtungen an, aber es ist nicht des Christen Aufgabe, sich irgendwie in sie einzumischen. Er ist verpflichtet, sich den Anordnungen der Regierung seines Landes zu fügen, welchen Charakter diese auch haben mag. Er hat für sie zu beten, Steuern zu entrichten, die Hochgestellten in ihrer amtlichen Eigenschaft zu ehren, den Frieden des Landes zu erflehen und, so viel an ihm liegt, mit allen Menschen in Frieden zu leben.

    Das vollkommene Beispiel hiervon sehen wir wieder in unserem hochgelobten Herrn. In seiner Unterredung mit den schlauen Herodianern erkennt Er den Grundsatz der Unterwerfung unter die bestehenden Gewalten völlig an, indem Er sagt: „Gebt denn dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ (Mt 22,21). Und nicht nur das. Er bezahlte Steuern, die Er persönlich nicht schuldig und die niemand berechtigt war, von ihm zu fordern. Trotzdem berief Er sich nicht auf sein Recht, sondern sagte zu Petrus: „Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh an den See, wirf eine Angel aus und nimm den ersten Fisch, der heraufkommt, tu sein Maul auf, und du wirst einen Stater finden; den nimm und gib ihnen für mich und dich“ (Mt 17,27).

    Das zeigt uns ganz eindeutig den Weg des Christen in der Welt. Er hat seinem Herrn zu folgen und in jeder Beziehung ihn nachzuahmen, der nie sein Recht behauptete und sich nicht in weltlicheAngelegenheiten mischte, dessen ganzes Leben bis zum Kreuz voll Selbstverleugnung war, bis Er es hingab zum Lösegeld für viele.

    Wir hoffen, dass diese Aufforderungen dazu beitragen werden, Stellen, wie die vorliegende, richtig zu erklären. Obgleich wir ebenso entschieden dem Götzendienst entgegenzutreten und uns von aller Art des Bösen fern zu halten haben, wie das Volk Israel, können wir das doch nicht in derselben Weise tun. So klar die Pflicht der Versammlung auch sein mag, den Bösen aus ihrer Mitte hinauszutun, war und ist es dennoch nicht ihre Aufgabe, einen Götzendiener oder Lästerer zu steinigen oder einen Zauberer zu verbrennen. Die katholische Kirche hat nach diesem Grundsatz gehandelt und sogar die Protestanten sind ihr darin gefolgt, wie die Kirchengeschichte zeigt. Wir erinnern nur an Michel Servet, der im Jahr 1553 wegen seiner Irrlehren in Genf lebendig verbrannt wurde. Die Versammlung hat nicht die Berufung, das weltliche Schwert zu gebrauchen. Das ist eine offenbare Verleugnung ihrer Berufung, ihres Charakters und ihrer Sendung. Als Petrus im Eifer seiner Unwissenheit und fleischlichen Überstürzung das Schwert zog, um seinen geliebten Herrn zu verteidigen, wurde er sofort von Jesus mit den Worten zurechtgewiesen: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort; denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen“. Nachdem der Herr dies gesagt hatte, machte Er den durch seinen wohlmeinenden Diener angerichteten Schaden wieder gut. „Die Waffen unseres Kampfes“, sagt der Apostel, „sind nicht fleischlich, sondern göttlich mächtig zur Zerstörung von Festungen; indem wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus“ (2. Kor 10,4.5).

    Kapitel 14

    Die Kinder dieser Welt nennen die Christen oft Pharisäer, weil die Gläubigen sich von ihnen trennen und nicht an ihren Vergnügungen und Ergötzungen teilnehmen wollen. Aber sie verstehen nicht, was sie sagen. Wenn ein Christ sich an den wertlosen Dingen und Torheiten dieser Welt beteiligen würde, so wäre das, bildlich gesprochen, nichts anderes, als wenn ein Israelit Aas gegessen hätte. Der Christ hat, Gott sei Dank! eine bessere Speise, als die Welt ihm bieten kann. Er nährt sich von dem lebendigen Brot, das aus dem Himmel ist, von dem wahren Manna, und er isst von dem „Erzeugnis des Landes Kanaan“ (Jos 5,11), dem Bild des auferstandenen und verherrlichten Menschen im Himmel. Von diesen herrlichen Dingen kennt das arme, unbekehrte Weltkind überhaupt nichts. Es muss sich daher auf das beschränken, was die Welt ihm zu bieten hat. Die Frage ist nicht, inwiefern solche Dinge an sich gut oder schlecht sind. Kein Israelit hätte wissen können, dass es unrecht sei, von einem Aas zu essen, wenn Gott es nicht gesagt hätte.

    Das ist der wichtige Punkt auch für uns. Wir können nicht erwarten, dass die Welt denkt und urteilt wie wir. Unsere Aufgabe ist es, alles vom göttlichen Standpunkt aus zu sehen. Für einen Weltmenschen mag vieles richtig und passend sein, was einem Christen nicht geziemt, aus dem einfachen Grund, weil er ein Christ ist. Für den wirklich Gläubigen gilt nur die eine Frage: „Dient dies zur Verherrlichung Gottes? Kann ich es mit dem Namen Christi verbinden?“ ….

    Wie die Grundlage, so war auch der Mittelpunkt ihrer Religion bestimmt. Sie hatten sich an dem Ort zu versammeln, wo der HERR seinen Namen hinsetzen wollte. Welch ein Vorrecht für alle, die diesen herrlichen Namen wirklich liebten! Wir sehen an dieser und vielen anderen Stellen des Wortes, welchen Wert Gott darauf legte, dass sein Volk sich immer wieder um ihn versammelte. Es war seine Freude, sein geliebtes Volk in seiner Gegenwart versammelt zu sehen, wobei es sich an ihm und an der Gemeinschaft untereinander erfreute und sich gemeinschaftlich von der Frucht des Landes des HERRN nährte. „Und du sollst essen vor dem HERRN, deinem Gott, an dem Ort, den er erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, den Zehnten deines Getreides …, damit du den HERRN, deinen Gott, fürchten lernst alle Tage.“

    Kein anderer Ort konnte nach dem Urteil eines treuen Israeliten mit diesem verglichen werden. Jeder, der den HERRN liebte, zog mit Freuden zu diesem geheiligten Ort, wo Gott seinen Namen wohnen ließ. Nur denen, die diesen Gott nicht kannten, mochte der Weg des Volkes zum Haus Gottes, um ihren Zehnten dorthin zu bringen, merkwürdig erscheinen, und das umso mehr, je weiter der Weg war, den viele unter ihnen zurückzulegen hatten. Sie mochten denken: Warum sich so viel Mühe und Beschwerde machen? Warum kann man nicht genauso gut zu Hause essen? Aber das Wort Gottes hatte einen triftigen Grund für seine Reise zu dem von Gott bestimmten Ort, und dieser Grund lag in dem einfachen, aber inhaltsreichen Wort: „Der Herr ist da!“ Wenn ein Israelit im Eigenwillen zu Hause geblieben oder an einen selbstgewählten Ort gegangen wäre, so wäre er dort weder in Gemeinschaft mit dem HERRN noch mit seinen Brüdern gewesen. Er hätte allein essen müssen. Auch hätte er sich das Gericht Gottes zugezogen, da ein solches Verhalten für den HERRN ein Gräuel gewesen wäre. Es gab nur einen Mittelpunkt, und diesen hatte nicht der Mensch, sondern Gott erwählt. Der König Jerobeam war vermessen genug, um aus selbstsüchtigen politischen Zwecken in die göttliche Ordnung einzugreifen, indem er zwei Kälber zu Bethel und Dan aufstellte. Aber alle, die dort opferten, dienten den Dämonen und nicht Gott. Es war eine Handlung gottloser Vermessenheit, wodurch Jerobeam das gerechte Gericht Gottes über sich und sein Haus brachte. In der späteren Geschichte Israels wird „Jerobeam, der Sohn Nebats“ öfter erwähnt als ein trauriges Beispiel der Ungerechtigkeit für alle gottlosen Könige (1. Kön 12,26ff).

    Aber Gott hatte nicht nur einen Ort der Anbetung bestimmt, sondern auch dafür gesorgt, seinem anbetenden Volk den Weg dahin so leicht wie möglich zu machen. „Und wenn der Weg zu weit für dich ist, dass du es nicht hinbringen kannst, weil der Ort fern von dir ist, den der HERR, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dahin zu setzen, wenn der HERR, dein Gott, dich segnet, so sollst du es für Geld geben; und binde das Geld in deine Hand zusammen und geh an den Ort, den der HERR, dein Gott erwählen wird. … und iss dort vor dem HERRN, deinem Gott, und freue dich, du und dein Haus“ (V. 24-26).

    Der HERR hatte in seiner Fürsorge und Liebe Acht auf alles. Er räumte seinem Volk jede Schwierigkeit aus dem Weg, um es ihm möglich zu machen, in seiner Gegenwart glücklich zu sein. Mussten nicht alle, die den HERRN liebten, den Wunsch haben, seinen Herzenswunsch zu erfüllen, sein erlöstes Volk an dem von ihm bestimmten Ort versammelt zu sehen? Hätte nicht ein Israelit, der die Gelegenheit vernachlässigte, dadurch bewiesen, dass er kein Herz für Gott und sein Volk hatte, und dass er nach seinem eigenen Willen handelte, was noch schlimmer war? Hätte er eingewandt, er könne auch zu Hause oder anderswo als gerade an dem vom Herrn bestimmten Ort glücklich sein, so wäre das ein falsches Glück gewesen, weil es auf dem Weg des Ungehorsams und der eigenwilligen Vernachlässigung des göttlichen Gebots gemacht wurde.

  37. Thomasam 5. März 2010 um 02:24 Link zum Kommentar

    5.Mose 17-19
    Zitate von c.h.Mackintosh

    Kapitel 17
    Auf den großen Grundsatz in den Versen 2-7 unseres Kapitels ist bereits an anderer Stelle hingewiesen worden. Er besagt: „Fälle nie ein Urteil, bevor ein hinlängliches Zeugnis und ausreichendes Beweismaterial vorhanden ist“. Die Nichtbeachtung dieser Regel zieht immer ernste Folgen nach sich. Wir sollten uns nie ein Urteil bilden und es noch viel weniger aussprechen, es sei denn auf dieAussage zweier oder dreier Zeugen hin. So vertrauenswürdig und zuverlässig auch ein einzelner Zeuge sein mag, so bietet er doch keine genügende Grundlage für ein Urteil. Wir mögen innerlich von der Wahrheit einer Sache überzeugt sein, weil sie von jemand bestätigt wird, dem wir unser Vertrauen schenken. Es mag auch sein, dass der einzelne Zeuge aufrichtig und wahrheitsliebend ist und um keinen Preis ein falsches Zeugnis gegen jemand abgeben möchte, dennoch müssen wir an der göttlichen Regel festhalten: „Aus dem Mund von zwei oder drei Zeugen wird jede Sache bestätigt werden“ (2. Kor 13,1).

    Es wäre gut, wenn diese Regel in der Versammlung Gottes mehr Beachtung fände. Es würde hinsichtlich der Zucht sowie in allen Fällen, in denen es sich um den Charakter oder den Ruf eines Menschen handelt, von unschätzbarem Wert sein. Eine Versammlung sollte immer auf der Erbringung genügender Beweise bestehen, ehe sie einen Beschluss fasst. Sind keine genügenden Beweise vorhanden, so sollten alle geduldig und vertrauensvoll auf den Herrn warten. Er wird sicher geben, was nötig ist.

    Was hat z. B. eine Versammlung zu tun, in der sich etwas sittlich Böses oder eine Irrlehre eingeschlichen hat und dies nur einem Einzigen bekannt ist? Sie muss, selbst wenn dieser eine vollkommen gewiss und völlig überzeugt ist, warten, bis Gott weitere Zeugen gibt, denn sonst handelt sie einem klaren göttlichen Grundsatz zuwider. Sollte sich nun ein einzelner Zeuge verletzt fühlen, wenn die Versammlung nicht nach seinem Zeugnis handelt? Nein, er sollte dies gar nicht erwarten und in seinen Worten sehr vorsichtig sein, solange sein Zeugnis nicht durch einen oder zwei andere Zeugen bestätigt werden kann. Ebenso wenig darf man eine Versammlung deshalb gleichgültig oder nachlässig nennen, weil sie sich weigert, auf das Zeugnis eines Einzelnen hin zu handeln. Sie befolgt damit nur ein bestimmtes göttliches Gebot.

    Dieser wichtige Grundsatz hat allgemeine Gültigkeit. Wir alle sind nur zu sehr geneigt, voreilige Schlüsse zu ziehen, gewissen Eindrücken Raum zu geben, uns auf Vermutungen zu stützen und durch Vorurteile einnehmen zu lassen. Wir brauchen Wachsamkeit, Ruhe, Ernst und eine besonnene Überlegung, wenn wir solche Dinge richtig beurteilen wollen. Dies gilt vor allem, wenn es sich um Personen handelt, da wir durch die Äußerung eines falschen Eindrucks oder einer unbegründeten Beschuldigung unserem Freund, Bruder oder Nachbarn leicht großes Unrecht zufügen können. Wir müssen sehr aufpassen, dass wir uns nicht zum Werkzeug einer grundlosen Anklage missbrauchen lassen und dadurch vielleicht den Ruf des anderen sehr schädigen. So etwas ist äußerst sündhaft in Gottes Augen, und wir sollten es entschieden verwerfen, wo es sich auch zeigen mag. Wenn uns jemand eine Beschuldigung über einen anderen hinter dessen Rücken zuträgt, sollten wir entweder auf den Beweis oder auf die Zurücknahme seiner Aussage bestehen. Auf diese Weise würde viel übles Nachreden vermieden werden, das nicht allein schädlich, sondern auch äußerst schlecht ist.

    Andererseits liefert uns die Schrift auch mehr als ein Beispiel dafür, dass ein gerechter Mensch unter dem Schein der Beobachtung des göttlichen Gebots in 5. Mose 17,6 und 7 verurteilt worden ist. So geschah es z. B. bei Naboth (1. Kön 21), bei Stephanus (Apg 6 und 7) und vor allein bei dem einzig Vollkommenen, der je auf dieser Erde war. Der Mensch versteht manchmal sehr gut, sich den Schein einer genauen Befolgung des Wortes Gottes zu geben, wenn dies seinen gottlosen Zwecken entspricht. Er weiß die heiligen Aussprüche zur Verteidigung der schreiendsten Ungerechtigkeit und der gröbsten Unsittlichkeit anzuführen. Naboth, der treue Israelit, verlor sein Erbteil und sein Leben auf das Zeugnis zweier Lügner hin, die von einer grausamen, gottlosen Frau gedungen waren und bezeugten, dass er Gott und den König gelästert habe. Stephanus, ein Mann voll Heiligen Geistes, wurde wegen Lästerung auf die Aussage falscher Zeugen hin gesteinigt, die die obersten religiösen Führer des Volkes „heimlich vorgeschoben“ (Apg 6,11) hatten, um sich wenigstens zum Schein auf die Autorität des Wortes Gottes stützen zu können.

    Wir sehen also, was der Mensch und bloße menschliche Religiosität ohne Gewissen ist; aber die Regel unseres Kapitels bleibt trotzdem bestehen. Eine Religion ohne Gewissen und Gottesfurcht ist das Schlechteste, was es unter dem Himmel geben kann. Nichts kann den Menschen mehr entwürdigen, verrohen lassen und verhärten, und es ist eine ihrer hässlichsten Eigenschaften, dass der Mensch unter ihrem Einfluss sich nicht schämt oder fürchtet, die Worte der Heiligen Schrift als Deckmantel für die schrecklichste Bosheit zu gebrauchen.

    Kapitel 18
    Wie generell im fünften Buch Mose, so werden auch in diesem Kapitel (lies V. 1-8) die Priester mit den Leviten als eine Klasse gesehen. Wir haben bereits darauf aufmerksam gemacht, dass auch das ein besonderer Charakterzug unseres Buches ist. In den drei vorhergehenden Büchern ist es anders. Der Grund dieser Verschiedenheit mag darin liegen, dass Gott in diesem Buch die Versammlung Israels als solche mehr in den Vordergrund stellen will. Deshalb werden die Priester in ihrer amtlichen Eigenschaft seltener erwähnt. Der große Gedanke, der durch das ganze 5. Buch Mose hindurchgeht ist dass Israel in unmittelbarer Beziehung zu dem HERRN steht.

    Im 18. Kapitel sehen wir die Priester und Leviten zusammen geschildert als Diener des HERRN, ganz abhängig von ihm und völlig eins mit seinem Altar und seinem Dienst. Das ist sehr bedeutsam und eröffnet uns ein weites Feld von praktischen, für die Versammlung Gottes beachtenswerten Wahrheiten.

    Ein Blick auf die Geschichte Israels zeigt uns, dass dann, wenn alles in einem verhältnismäßig guten Zustand war, dem Altar Gottes die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wurde und daher die Priester und Leviten gut versorgt waren. Wenn der HERR sein Teil hatte, hatten seine Diener auch das ihrige. Wurde Er vernachlässigt, wurden sie es auch. Beide waren untrennbar miteinander verbunden. Das Volk musste Gott seine Opfer darbringen, und Er teilte sie mit seinen Dienern. Die Priester und die Leviten sollten sie nicht von dem Volk fordern, dessen Vorrecht es war, seine Gaben zu demAltar Gottes zu bringen. Gott erlaubte seinen Dienern, sich von der Frucht der Hingabe seines Volkes an ihn zu nähren.

    Das war damals der göttliche Gedanke bezüglich der Diener des HERRN. Sie sollten von den freiwilligen Opfern leben, die die ganze Versammlung Gott darbrachte. Leider finden wir in den bösen Tagen der Söhne Elis eine traurige Abweichung von dieser klaren Ordnung (vgl. 1. Sam 2,13-17). Was uns in dieser Stelle berichtet wird, ist schrecklich, und das Ergebnis war das Gericht Gottes über das Haus Elis. Es konnte auch nicht anders sein. Wenn die Diener des Altars sich solcher Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit schuldig machten, so musste das Gericht folgen.

    Aber der Normalfall, wie unser Kapitel ihn beschreibt, stand im schroffsten Gegensatz zu der Bosheit der Söhne Elis. Wie bereits bemerkt wollte der HERR die freiwilligen Opfer seines Volkes um sich haben und mit ihnen auch die Diener seines Altars unterhalten. Ihr Anteil war daher immer abhängig davon, wie der HERR und sein Altar behandelt wurden. Sie waren innig mit der Anbetung und dem Dienst für den Gott Israels verbunden.

    Aber die Priester und Leviten hatten nur auf den HERRN zu sehen. Sie konnten nicht vor Gericht gehen, wenn das Volk die Darbringung der Zehnten und Opfer versäumte. Sie mussten auf den Gott Israels warten, der sie zu seinem Werk berufen hatte. Ebenso ist es mit den Arbeitern des Herrn heute. Sie müssen auf ihn allein warten. Sie müssen vor allem überzeugt sein, dass Er sie zu seinem Werk berufen und fähig gemacht hat, ehe sie von dem Ufer der äußeren Sicherheit, wenn wir es so bezeichnen dürfen, abstoßen und sich ganz der Predigt des Wortes widmen. Ihr Blick muss von Menschen sowie von allen natürlichen Hilfsmitteln und menschlichen Stützen auf den lebendigen Gott hin gelenkt werden. Wir haben mehr als einmal traurige Folgen bei denen gesehen, die in dieser ernsten Sache aus einem falschen Antrieb handelten, ohne von Gott berufen und befähigt zu sein, ihre Beschäftigung aufgaben, um, wie sie sagten, aus Glauben zu leben und sich dem Werk des Herrn zu widmen. Kläglicher Schiffbruch war die unausbleibliche Folge.

    Kapitel 19
    In den ersten drei Versen dieses Kapitels zeigt sich eine schöne Verbindung von Güte und Strenge. Wir finden einerseits die Ausrottung der Kanaaniter wegen ihrer Gottlosigkeit, die den Gipfelpunkt erreicht hatte und geradezu unerträglich geworden war und andererseits eine rührende Entfaltung der göttlichen Güte in den Vorkehrungen, die für den Totschläger getroffen wurden, um es ihm während seiner Bedrängnis möglich zu machen, sein Leben vor dem Bluträcher in Sicherheit zu bringen. Sowohl die Regierung als auch die Güte Gottes sind vollkommen. Es gibt Fälle, wo Güte nichts anderes wäre als Duldung offenbarer Gottlosigkeit und Empörung, aber das wäre unvereinbar mit der Regierung Gottes. Alle, die sich einbilden, auf Kosten der Güte Gottes in der Sünde verharren zu können, werden früher oder später ihren Irrtum einsehen müssen.

    „Sieh nun“, sagt der Apostel, „die Güte und die Strenge Gottes.“ Gottes Gericht wird unfehlbar alle Übeltäter treffen, die seine Güte und Langmut verachten. Er ist langsam zum Zorn und groß an Güte. Hunderte von Jahren hat Er die sieben Nationen Kanaans ertragen, bis ihre Gottlosigkeit zum Himmel schrie und das Land sie nicht länger ertragen konnte. Lange Zeit ertrug Er die himmelschreiende Gottlosigkeit Sodoms und Gomorras und selbst als die Stunde des Gerichts gekommen war, hätte Er, wenn Er zehn Gerechte dort gefunden hätte, um ihretwillen die Städte verschont. Aber Er fand sie nicht, und der schreckliche Tag der Rache fegte die Städte vom Erdboden weg.

    So wird es bald mit der schuldigen Christenheit gehen. Auch sie „wird ausgeschnitten werden“ (Rö 11,22). Der Tag der Rechenschaft wird kommen, und welch ein Tag wird es sein! …

    Besonders schön ist der Ausdruck: „Du sollst dir den Weg dahin zurichten“. Wie entspricht das unserem stets gnädigen Gott, „dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus“! Dennoch war der Gott, der diese gnädigen Vorkehrungen für den Totschläger traf, derselbe, der durch sein gerechtes Gericht die Nationen Kanaans ausrottete. „Sieh nun die Güte und die Strenge Gottes“.

    In den folgenden vier Versen finden wir die ausführliche Beschreibung des Menschen, für den diese göttliche Vorsorge getroffen war. Entsprach er dieser Beschreibung nicht, so war die Zufluchtsstätte nicht für ihn da. Im anderen Fall aber durfte er ganz sicher sein, dass ein gnadenreicher Gott an ihn gedacht und einen Zufluchtsort für ihn bereitet hatte, so sicher, wie nur die Hand Gottes ihn machen konnte. Einmal hinter den Mauern dieser Zufluchtsstadt, konnte er frei aufatmen und sich ungestörter Ruhe erfreuen. Das Racheschwert konnte ihn dort nicht mehr erreichen. Kein Haar seines Hauptes durfte ihm gekrümmt werden. Er war völlig sicher, und er war sich seiner Rettung auch ganz gewiss. Er war in der Stadt, und das genügte. Bevor er dort ankam, konnte es in seinem Herzen schwere Kämpfe und viele Zweifel und Befürchtungen geben. Er floh ja um seines Lebens willen. Aber wenn er einmal innerhalb der schützenden Tore war, war er sicher, und er wusste es auch. Durch seine Gefühle? Durch seine Erfahrungen? Nein, allein durch das Wort Gottes. Ohne Zweifel hatte er Gefühle und Erfahrungen, und diese waren nach den durchlebten schweren Kämpfen umso wertvoller für ihn. Aber sie bildeten keineswegs die Grundlage seiner Ruhe und seines Friedens. Er wusste sich sicher, weil Gott es gesagt hatte. Die Gnade Gottes hatte ihn errettet, und das Wort Gottes gab ihm völlige Gewissheit.

    Wir können uns nicht vorstellen, dass ein Totschläger innerhalb der Mauern der Zufluchtsstadt sich ähnlich ausgedrückt hätte, wie es heute so manche Gläubige tun bezüglich ihrer Sicherheit und Gewissheit. Es wäre ihm nicht eingefallen, die Gewissheit seiner Errettung für Anmaßung zu halten. Wenn ihn jemand gefragt hätte: Bist du deiner Rettung gewiss? So hätte er verwundert gefragt: Gewiss? Wie wäre es anders möglich? Bin ich nicht in der Freistadt? Hat nicht der HERR, unser Gott, sein Wort gegeben, dass, „wer dahin flieht, am Leben bleibe?“ Ja, Gott sei Dank! Ich bin vollkommen gewiss. Ich kann mich in vollkommener Ruhe an diesem gesegneten Ort aufhalten und meinen Gott für die große Güte preisen, dass Er eine solche Zufluchtsstätte für mich bereitet hat.

    Ist sich der Leser seiner Sicherheit in Christus ebenso bewusst? Ist er errettet, und weiß er, dass er es ist? Wenn nicht, dann möge der Geist Gottes das einfache Bild des Totschlägers innerhalb der Mauern der Zufluchtsstadt in lebendiger Kraft seinem Herzen nahe bringen! Möchte er den „starken Trost“ kennen, der das sichere, göttlich bestimmte Teil all derer ist, die ihre „Zuflucht genommen haben zum Ergreifen der vor ihnen liegenden Hoffnung“ (Heb 6,18).

    Doch finden wir bei der weiteren Betrachtung unseres Kapitels, dass es bei den Zufluchtsstädten nicht allein um die Sicherheit des Totschlägers ging. Auch die Ehre Gottes, die Reinheit seines Landes und die makellose Vollkommenheit seiner Regierung spielten dabei eine Rolle. Wären diese Dinge angetastet worden, so hätte die Sicherheit von allem übrigen infrage gestanden. Dieser wichtige Grundsatz findet sich in der ganzen Geschichte der Wege Gottes mit dem Menschen wieder. Die Segnung des Menschen und die Ehre Gottes sind unauflöslich miteinander verbunden, und beide zusammen ruhen auf derselben unerschütterlichen Grundlage: auf Christus und seinem kostbaren Werk.

    In den Versen 8-13 sehen wir, dass sowohl bei der Gnade für den Totschläger als auch bei dem Gericht des Mörders die Ehre Gottes und dieAnsprüche seiner Regierung aufrechterhalten werden mussten. Wer ohne Wissen und Vorsatz einen Menschen erschlagen hatte, erfuhr rettende Barmherzigkeit. Der schuldige Mörder fiel jedoch dem strengen Urteil einer unbeugsamen Gerechtigkeit anheim. Wir dürfen nie die ernste Wirklichkeit der göttlichen Regierung aus dem Auge verlieren. Sie begegnet uns überall, und ihre Anerkennung würde uns von allen einseitigen Anschauungen über den göttlichen Charakter befreien. Betrachten wir zum Beispiel die Worte: „Dein Auge soll ihn nicht verschonen“. Wer sprach sie aus? Der HERR. Wer schrieb sie nieder? Der Heilige Geist. Was drücken sie aus? Ein ernstes Gericht über die Gottlosigkeit. Wir sollten uns hüten, mit solch ernsten Dingen zu spielen, und mögen wir bewahrt bleiben vor allen törichten Überlegungen über Dinge, die völlig außerhalb unseres Bereiches liegen. Eine falsche Gefühlsduselei geht oft Hand in Hand mit frechem Unglauben, der die ernsten Beschlüsse der Regierung Gottes infrage stellt. Dieser Gedanke ist sehr ernst. Der Übeltäter hat das Gericht eines Gottes, der die Sünde hasst, zu erwarten. Wenn ein Mörder sich die Vorsorge zunutze machen wollte, die Gott für den Totschläger getroffen hatte, wurde er aufgrund der Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit getötet. So war die Regierung Gottes in Israel damals, und so wird sie sich offenbaren an dem Tag, der nahe bevorsteht. Heute handelt Gott mit der Welt in langmütiger Gnade. Es ist der Tag des Heils, die Zeit der Annehmung. Aber der Tag der Rache ist nahe! Möchte jeder, anstatt über die Gerechtigkeit der Handlungen Gottes bezüglich der Übeltäter zu grübeln, seine Zuflucht zu dem Heiland nehmen, der am Kreuz starb, um uns von den ewigen Qualen der Hölle zu erretten!

    In den letzten Versen unseres Kapitels sehen wir, wie Gott falsche Zeugen hasst. Obgleich wir nicht unter Gesetz stehen, zeigt uns das doch, wie verabscheuungswürdig auch heute ein falscher Zeuge vor Gott ist. Ja, je mehr wir in die Gnade eindringen, in der wir stehen, umso mehr werden wir falsches Zeugnis, Verleumdung und übles Nachreden verabscheuen.

  38. Thomasam 6. März 2010 um 07:50 Link zum Kommentar

    5.Mose 20-22
    Zitate von c.h.Mackintosh


    Kapitel 20
    Wunderbar ist es, in diesem Kapitel den HERRN als Krieger im Kampf gegen Israels Feinde zu sehen. Manchem fällt es schwer zu verstehen, wie ein gütiges Wesen in einem solchen Charakter auftreten kann. Aber die Schwierigkeit rührt hauptsächlich daher, dass man nicht zwischen den verschiedenen Haushalten unterscheidet. Es entspricht dem Charakter des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs ebenso, gegen seine Feinde zu kämpfen, wie es dem Charakter des Gottes und Vaters unseres Herrn Jesus Christus entspricht, ihnen zu vergeben. Und da der offenbarte Charakter das Muster ist, nach dem sein Volk sich bilden und nach dem es handeln soll, war es für Israel ebenso passend, seine Feinde zu erschlagen, wie es für uns passend ist, sie zu lieben, für sie zu beten und ihnen Gutes zu tun.

    Würde man diesen einfachen Grundsatz mehr beachten, so würde manches Missverständnis und manche unweise Diskussion vermieden werden. Es ist ohne Zweifel ganz verkehrt, wenn die Versammlung Gottes zum Schwert greift und Krieg führt. Wer das Neue Testament ohne Vorurteil liest, wird dem ohne Zögern zustimmen. Der Herr sagt zu Petrus: „Stecke dein Schwert an seinen Platz; denn alle, die das Schwert nehmen, werden durch das Schwert umkommen“ (Mt 26,52). In einem anderen Evangelium lesen wir: „Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide! Den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, soll ich den nicht trinken?“ (Joh 18,11). Weiter sagt der Herr zu Pilatus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft“ (Joh 18,36), – das wäre dann vollkommen recht gewesen – „jetzt aber ist mein Reich nicht von hier“. Daher hätten die Diener ganz verkehrt gehandelt, wenn sie versucht hätten, ihren Herrn mit Gewalt zu befreien.

    Alles das ist so klar, dass wir nur zu fragen brauchen – „Wie liest du?“. Unser geliebter Herr kämpfte nicht, sondern unterwarf sich geduldig allen Schmähungen und Misshandlungen. Dadurch hat Er uns ein Vorbild hinterlassen, damit wir seinen Fußstapfen nachfolgen. Wenn wir uns nur immer die Frage stellten: „Wie würde Jesus handeln?“ So würden wir nie um eine Antwort verlegen sein.

    Ebenso klar ist die Belehrung des Heiligen Geistes: „Rächt nicht euch selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn; denn es steht geschrieben: ‚Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr …Aber, wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen; wenn er durstig ist, gib ihm zu trinken; denn wenn du dieses tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Lass dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten‘“ (Röm 12,19-21).

    Das ist die herrliche Ethik für die Versammlung Gottes, die Grundsätze des himmlischen Reiches, zu dem alle wirklichen Christen gehören. Aber würden sie auf das Volk Israel damals anwendbar gewesen sein? Ganz sicher nicht. Denken wir uns nur, Josua hätte nach den Grundsätzen von Römer 12 mit den Kanaanitern verfahren wollen! Es wäre ebenso verkehrt und widersinnig gewesen, als wenn wir heute nach den Grundsätzen von 5. Mose 20 handeln wollten. Dieser Unterschied kommt einfach daher, dass Gott zur Zeit Josuas in Gerechtigkeit Gericht ausübte, während Er jetzt in unumschränkter Gnade handelt.

    Wir dürfen selbstverständlich nicht erwarten, dass die Welt nach dem Grundsatz der Gnade handeln könnte. Der Versuch, die Grundsätze der Gnade mit den Völkerrechten oder den Geist des Neuen Testaments mit den politischen Systemen der Welt zu vermischen, würde die menschliche Gesellschaft ganz sicher in Verwirrung bringen. Gerade in diesem Punkt haben viele vortreffliche und wohlmeinende Männer geirrt, wenn sie die Nationen der Welt zur Annahme eines Grundsatzes bringen wollten, der die Zerstörung ihres nationalen Bestehens zur Folge gehabt hätte. Die Zeit ist noch nicht gekommen, wo die Völker den Krieg nicht mehr lernen, sondern ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen werden. Sie wird kommen, wenn diese seufzende Erde voll sein wird der Erkenntnis des HERRN, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken. Aber wenn man jetzt die Völker auffordern würde, nach den Grundsätzen der Gnade zu handeln, könnte man ihnen ebenso gut sagen: „Hört auf zu bestehen!“ Zudem sind wir als Christen nicht berufen, die Welt in Ordnung zu bringen, sondern sie einfach als Fremde und Wanderer zu durchlaufen. Der Herr Jesus kam nicht in diese Welt, um sie zu verbessern, sondern um zu suchen und zu erretten, was verloren ist. Bald wird Er wiederkommen, um dann alles in Ordnung zu bringen. Er wird seine Macht und Herrschaft annehmen und sich mit der Welt beschäftigen im Gericht, indem Er alle Ärgernisse und alle, die Böses tun, aus seinem Reich entfernt. Dann werden die Reiche dieser Welt die Reiche des HERRN und seines Christus werden. Aber bis zu dieser Zeit müssen wir warten. …

    Israel jedoch sollte den Krieg des HERRN führen. Mit seinem Eintritt in das Land Kanaan begann ein Krieg ohne Schonung mit den verurteilten Bewohnern dieses Landes. „Jedoch von den Städten dieser Völker, die der HERR, dein Gott, dir als Erbteil gibt, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat“ (V. 16). So lautete der bestimmte und ausdrückliche Befehl des HERRN. Die Nachkommen Abrahams sollten nicht nur das Land Kanaan besitzen, sondern auch das Werkzeug Gottes in der Vollstreckung des gerechten Gerichts über seine schuldigen Bewohner bilden, deren Sünden sich aufgehäuft hatten bis zum Himmel. Es war dies eine große Ehre für Israel, deren sie sich allerdings nicht würdig erwiesen, weil sie ihren Auftrag nicht vollständig ausführten. Sie ließen viele von denen am Leben, die sie hätten umbringen sollen, und gerade die, die sie verschonten, wurden schließlich zu Werkzeugen ihres eigenen Verderbens, da sie durch sie zu den Sünden verführt wurden, die das göttliche Gericht herausgefordert hatten. …

    Israel sollte nicht rücksichtslos und unterschiedslos niedermetzeln und vernichten. War eine Stadt geneigt, den angebotenen Frieden anzunehmen, dann sollte sie das Vorrecht haben, dem Volk Gottes fronpflichtig zu werden. Nahm sie den Frieden nicht an, dann sollte alles, was irgendwie verwendet werden konnte, verschont bleiben.

  39. Juleam 6. März 2010 um 09:48 Link zum Kommentar

    5. Mose 20 – 22

    Kapitel 22

    Wie mit Frauen zu verfahren ist, die vergewaltigt wurden:

    Ok, den Teil dass die, die in der Stadt vergewaltigt wurde, auch zu Tode kommen soll, weil sie nicht um Hilfe geschrien hat, kann ich ja noch in gewisser Hinsicht nachvollziehen. Denn wenn man dort schreit wird man gehört und andere eilen zur Hilfe (was leider hier und heute nicht mehr gewährleistet ist).

    Aber was ist mit der Jungfrau, die nicht verlobt ist und vergewaltigt wird? Ist es wirklich liebevoll und fürsorglich, wenn der Vergewaltiger sie zur Frau nehmen muss und sie ihr ganzes Leben dort als seine Frau bleiben muss?

    Ich mag mir garnicht vorstellen, was in so einer Frau vorgegangen sein mag!

    Wird das göttliche Gebot, dass er sich nicht von ihr scheiden lassen darf, wirklich dazu beitragen, dass ihr Mann sie zeitlebens mit Liebe, Achtung und Respekt behandelt? Immerhin hatte er sie aufs schlimmste gedemütigt – indem er ihr Gewalt angetan hat!

    Was für einen positiven Sinn sollte dieses Gesetz haben?

  40. Thomasam 6. März 2010 um 16:45 Link zum Kommentar

    5.Mose 22
    Zitate von c.h.Mackintosh

    „Du sollst nicht das Rind deines Bruders oder sein Kleinvieh irregehen sehen und dich ihnen entziehen; du sollst sie deinem Bruder jedenfalls zurückbringen. Wenn aber dein Bruder nicht nahe bei dir ist oder du ihn nicht kennst, so sollst du sie in dein Haus aufnehmen, dass sie bei dir seien, bis dein Bruder sie sucht; dann gib sie ihm zurück. Und ebenso sollst du mit seinem Esel tun, und ebenso sollst du mit seinem Gewand tun, und ebenso sollst du mit allem Verlorenen deines Bruders tun, das ihm verloren geht und das du findest; du kannst dich nicht entziehen. Du sollst nicht den Esel deines Bruders oder sein Rind auf dem Weg fallen sehen und dich ihnen entziehen; du sollst sie jedenfalls mit ihm aufrichten“ (Kap. 22,1-4).

    Hier begegnen wir wieder den beiden Lehren, von denen wir weiter oben gesprochen haben. Welch ein demütigendes Bild des menschlichen Herzens geben uns die Worte: „Du kannst dich nicht entziehen“! Wir sind fähig, uns aus niedriger und hässlicher Selbstsucht den Ansprüchen zu entziehen, die unser Bruder auf unseren Beistand hat, fähig, uns der heiligen Verpflichtung zu entledigen, seine Interessen zu wahren, und zwar unter dem Vorwand, diese nicht gekannt zu haben. So ist der Mensch!

    Wie herrlich strahlt dagegen das Wesen Gottes aus der vorliegenden Stelle hervor! Niemand sollte seines Bruders Rind, Kleinvieh oder Esel für etwa angerichteten Schaden als Pfand zurückbehalten, sondern vielmehr in sein Haus führen, versorgen und unversehrt dem Eigentümer wieder zustellen, ohne irgendwelchen Schadenersatz zu beanspruchen. Ebenso sollte es mit der Kleidung des Bruders und mit allem geschehen, was ihm verloren gehen mochte. Wie schön ist das! Wir atmen hier die Luft der Gegenwart Gottes, die Atmosphäre göttlicher Güte und Liebe. Welch ein hohes und heiliges Vorrecht für ein Volk, so auserlesene Satzungen und Rechte zu besitzen, durch die sein Leben und Charakter beherrscht und gebildet wurden!

    Diese an alles denkende Liebe tritt uns in der folgenden Stelle entgegen: „Wenn du ein neues Haus baust, so sollst du ein Geländer um dein Dach machen, damit du nicht eine Blutschuld auf dein Haus bringst, wenn irgendjemand davon herabfällt“ (V. 8). Der HERR wollte, dass sein Volk stets an das Wohl anderer dachte. Beim Bauen ihrer Häuser sollten sie daher nicht bloß sich und ihre Bequemlichkeit, sondern auch die Sicherheit anderer berücksichtigen. Kann der Christ nicht etwas daraus lernen? Wie sind wir so geneigt, immer nur an uns, an unsere eigenen Interessen, Bequemlichkeiten und Vorteile zu denken! Wie selten geschieht es, dass wir Rücksicht auf andere nehmen! Wir tun alles nur für uns selbst, weil leider meistens das „Ich“ Ursache und Ziel unserer Unternehmungen bildet. Und es kann nicht anders sein, wenn nicht das Herz unter der leitenden Kraft der dem Christentum eigenen Motive und Ziele steht. Wir müssen in der reinen und himmlischen Luft der neuen Schöpfung leben, um von der niedrigen Selbstsucht frei zu bleiben, die die gefallene Menschheit charakterisiert. Jeder unbekehrte Mensch, wer er auch sei, wird in der einen oder anderen Form durch das „Ich“ beherrscht. Es bildet den Mittelpunkt, Zweck und Beweggrund all seiner Handlungen.

    Wohl ist es wahr, dass der eine Mensch liebenswürdiger, anspruchsloser, uneigennütziger und angenehmer ist als der andere. Aber unmöglich kann der „natürliche Mensch“ durch geistliche Motive geleitet oder durch himmlische Einflüsse belebt werden. Leider müssen wir, die wir uns rühmen, himmlische und geistliche Menschen zu sein, mit Scham und Schmerz bekennen, dass auch wir nur zu geneigt sind, uns selbst zu leben, unsere eigenen Interessen und unsere eigene Bequemlichkeit zu suchen. Wir sind tätig und lebendig, sobald es sich um das „Ich“ in irgendeiner Form handelt.

    Das ist traurig und demütigend. Es wäre anders, wenn wir einfältiger und ernster auf Christus als unser großes Vorbild in allen Dingen sähen. Die beständige Beschäftigung des Herzens mit Christus ist das Geheimnis alles wirklichen praktischen Christentums. Bloße Regeln und Vorschriften machen uns in unserer Gesinnung und unserem Verhalten nie Christus gleichförmig. Nur wenn wir seinen Geist in uns wirken lassen, in seine Fußstapfen treten und uns mit den Herrlichkeiten in seiner Menschheit beschäftigen, werden wir seinem Bild mehr und mehr gleichförmig werden. „Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist“ (2. Kor 3,18).

    Kommentar aus einer Bibel:

    Kapitel 22
    V1-4
    Mit dem Eigentum des anderen soll man umgehen wie mit dem eigenen. Man sollte es bewahren, schützen und für ihn erhalten. …
    V9-11
    Die Vermischung von Ungleichartigem wird verboten….Eventuell galt auch die Vermischung von zweierlei Saatgut als symöpsche Darstellung für die Vereinigung von Gottheiten.
    V6 verbietet einen heidnischen Brauch: Durch das Verzehren der Tiermutter mit ihren Jungen oder Eiern meinte man, die eigene Lebenskraft magisch vermehren oder steigern zu können….
    V13-21
    Das Gesetz schützt die Ehefrau vor einer Verleumdung durch ihren Mann, der einen Scheidungsgrund sucht. Wenn die Uberührtheit der Frau zur eit ihrer Ehrschließung ..nachgewiesen werden kann, muß der Mann den Ruf seienr Frau durch eine Bußgedzahlung und den Verlust seines Rechtes auf Scheidung überhaupt wiederherstellen. Diese Regelung dient dem Schutz der Frau und soll verhindern, dass ein Mann mit seiner Frau leichtfertig umgeht und sich der Sorgepflicht enzieht. In einer zeit der sozialen Abhängigkeit der Frau war das noch nötiger als heute.

    Fragen von Lesern 15.11.1989
    Fragen von Lesern
    Warum bestimmte Gottes Gesetz, daß ein Israelit, der Geschlechtsbeziehungen mit einer unverlobten Jungfrau hatte, diese heiraten mußte und sich nie von ihr scheiden lassen durfte?
    In 2. Mose 22:16, 17 und 5. Mose 22:28, 29 finden wir dieses Gesetz, von dem einige behaupten, es lasse kein Mitgefühl für Frauen erkennen. In Wirklichkeit spornte es Männer wie Frauen an, ein hohes sittliches Niveau zu wahren.
    Das 22. Kapitel von 5. Mose enthält Gesetze, die das Privatleben betrafen. Beispielsweise wird darin erwähnt, was zu tun war, wenn ein Mann seine Frau nicht mehr liebte und behauptete, sie sei keine Jungfrau gewesen. Auch Gottes Gesetze in bezug auf Ehebruch und Vergewaltigung werden dargelegt. Dann heißt es:
    „Falls ein Mann ein Mädchen findet, eine Jungfrau, die nicht verlobt gewesen ist, und er ergreift sie tatsächlich und liegt bei ihr, und man hat sie ertappt, dann soll der Mann, der bei ihr gelegen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberschekel geben, und sie wird aufgrund der Tatsache, daß er sie erniedrigt hat, seine Frau werden. Er wird sich nicht von ihr scheiden lassen dürfen alle seine Tage“ (5. Mose 22:28, 29).
    Hier handelte es sich um einen Fall von gewaltsamem sexuellen Mißbrauch und/oder Hurerei. Wenn sich ein gewissenloser Mann frei fühlte, mit einer Jungfrau Geschlechtsbeziehungen zu haben, war in erster Linie sie die Geschädigte. Außer daß sie möglicherweise ein uneheliches Kind bekam, war ihr Wert als Braut gesunken, denn viele Israeliten hätten sie nicht mehr heiraten wollen, da sie keine Jungfrau mehr war. Was hätte jedoch einen Mann davon abgehalten, sich gegenüber einer Jungfrau Freiheiten herauszunehmen? Das Gesetz Gottes, das „heilig und gerecht und gut“ war (Römer 7:12).
    Das mosaische Gesetz enthielt eine Bestimmung, daß sich ein Mann aus bestimmten Gründen von seiner Frau scheiden lassen konnte (5. Mose 22:13-19; 24:1; Matthäus 19:7, 8). Was wir in 2. Mose 22:16, 17 und 5. Mose 22:28, 29 lesen, zeigt jedoch, daß nach vorehelicher Hurerei die Möglichkeit einer Scheidung entfiel. Das hätte also einen Mann (oder eine jungfräuliche Israelitin) veranlassen können, der Versuchung, Hurerei zu begehen, zu widerstehen. Ein Mann konnte sich nicht sagen: „Sie ist hübsch und aufregend. Wenn sie auch nicht der Typ ist, den ich heiraten würde, kann ich mich doch mit ihr vergnügen.“ Dieses Gesetz wirkte in bezug auf Unmoral abschreckend, indem es jeden möglichen Übertreter veranlaßte, an die langfristigen Folgen zu denken — ein Leben lang mit dem anderen zusammenbleiben zu müssen.
    Das Gesetz verringerte auch das Problem der Unehelichkeit. Gott hatte entschieden: „Kein illegitimer Sohn darf in die Versammlung Jehovas kommen“ (5. Mose 23:2). Wenn also ein Mann eine Jungfrau geschändet hatte und diese heiraten mußte, führte die Hurerei der beiden nicht zu einer illegitimen oder unehelichen Geburt in Israel.
    Zugegeben, Christen leben in einem anderen sozialen Umfeld als die Israeliten der alten Zeit. Wir unterstehen nicht den Bestimmungen des mosaischen Gesetzes, das unter anderem die Heirat zweier Personen verlangte, die miteinander jene Art von Hurerei begangen hatten. Dennoch dürfen wir nicht annehmen, voreheliche Hurerei sei etwas Unbedeutendes. Christen sollten ernsthaft an die langfristigen Folgen denken, wozu auch die Israeliten durch das betreffende Gesetz veranlaßt wurden.
    Eine unverheiratete Person zu verführen bedeutet, sie des Rechts zu berauben, rein und jungfräulich eine christliche Ehe einzugehen (ob als Mann oder Frau). Voreheliche Hurerei ist außerdem ein Übergriff auf die Rechte der Person, die der Ehepartner des Betreffenden werden mag, nämlich ihr Recht, einen keuschen Christen zu heiraten. Vor allem muß man Hurerei deswegen meiden, weil Gott sie verbietet. Hurerei ist Sünde. Der Apostel schrieb treffend: „Das ist, was Gott will, eure Heiligung, daß ihr euch der Hurerei enthaltet“ (1. Thessalonicher 4:3-6; Hebräer 13:4).

  41. Thomasam 7. März 2010 um 01:59 Link zum Kommentar

    5.Mose 23-25
    Zitate von c.h.Mackintosh

    Sie zeigen uns in einer besonderen Art, wie Gott für alles sorgte, was irgendwie mit seinem Volk zusammenhing. Nichts entging ihm, nichts war zu gering für ihn. Keine Mutter könnte besorgter für ihr Kind sein, als es der allmächtige Schöpfer und Beherrscher des Weltalls in Bezug auf die geringsten Dinge im täglichen Leben seines Volkes war. Er wachte über sie Tag und Nacht, ob sie wachten oder schliefen, zu Hause oder unterwegs waren. Ihre Kleidung, ihre Nahrung, ihr Verhalten untereinander, das Bauen ihrer Häuser, das Pflügen und Besäen ihrer Felder, ihr Verhalten im intimsten Bereich ihres persönlichen Lebens, alles überwachte Er mit einer Sorgfalt, die uns mit Bewunderung, Liebe und Anbetung erfüllt. Wir sehen daraus, dass für unseren Gott nichts zu nebensächlich ist, wenn es sich um sein Volk handelt. Mit einem zärtlichen und väterlichen Interesse denkt Er an die geringfügigsten Angelegenheiten. Der Höchste, der Erhalter des ganzen Weltalls, lässt sich herab, über ein Vogelnest Bestimmungen zu treffen. Und doch, warum sollten wir uns darüber wundern, da wir ja wissen, dass es für ihn gleich ist, ob Er täglich Millionen von Menschen oder einen einzigen Sperling ernährt?

    Eine Tatsache aber musste wegen ihrer Bedeutung von jedem Mitglied der Versammlung Israels immer beachtet werden: die göttliche Gegenwart in ihrer Mitte. Das Wissen um diese Gegenwart musste ihr ganzes Verhalten bestimmen und sie in all ihrem Tun leiten. „Denn der HERR, dein Gott, wandelt inmitten deines Lagers, um dich zu erretten und deine Feinde vor dir hinzugeben; und dein Lager soll heilig sein, dass er nichts Anstößiges unter dir sehe und sich von dir abwende (Kap. 23,15).

  42. Juleam 7. März 2010 um 02:21 Link zum Kommentar

    5. Mose 23 – 25

    5. Mose 23:15-16

    Du sollst einen Sklaven nicht seinem Herrn ausliefern, wenn er von seinem Herrn weg zu dir flüchtet. 16 Bei dir wird er weiterhin in deiner Mitte an dem Ort wohnen, den er sich in einer deiner Städte erwählen mag, wo immer es ihm beliebt. Du sollst ihn nicht schlecht behandeln.

    “Du sollst einen Sklaven, der seinen Herrn weg läuft und zu dir flieht, nicht seinem Herrn ausliefern”

    Wie passt dies zu dem Grundsatz, dass wir nicht Dinge anderer behalten dürfen (wie Vieh, das uns zu gelaufen ist) und dass ein Sklave Eigentum seines Herrn ist und ihm gehorchen muss?

    Auf der anderen Seite passt es zu dem Bibelfilm “Abraham”, wo Abraham dem entlaufenden Sklaven Zuflucht ist. Allerdings kauft er diesen frei

  43. Juleam 7. März 2010 um 02:24 Link zum Kommentar

    5. Mose 24:1-4

    Falls ein Mann eine Frau nimmt und sie sich als Ehefrau wirklich zu seinem Besitz macht, so soll es geschehen, wenn sie in seinen Augen keine Gunst finden sollte, weil er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat, daß er dann ein Scheidungszeugnis für sie ausschreiben und es ihr in die Hand legen und sie aus seinem Haus entlassen soll. 2 Und sie soll aus seinem Haus wegziehen und hingehen und [die Frau] eines anderen Mannes werden. 3 Wenn der letztgenannte Mann sie schließlich haßt und ein Scheidungszeugnis für sie ausgeschrieben und es ihr in die Hand gelegt und sie aus seinem Haus entlassen hat oder falls der letztgenannte Mann, der sie sich zur Frau genommen hat, sterben sollte, 4 so wird ihr erster Besitzer, der sie entlassen hat, sie nicht zurücknehmen dürfen, damit sie wieder seine Frau wird, nachdem sie verunreinigt worden ist; denn das ist etwas Verabscheuungswürdiges vor Jehova, und du sollst das Land, das Jehova, dein Gott, dir als Erbe gibt, nicht in die Sünde hineinführen.

    Ein Mann soll seine geschiedene Frau nicht wieder nehmen, wenn deren neuer Mann stirbt oder sich von ihr scheiden lasst – weil er sich sonst verunreinigt.

    Warum?

    Was genau ist denn hier unrein?

    Immerhin durfte man sich scheiden lassen und wieder verheiraten und durch den Tod seines Ehepartners war man wieder frei!

    Was genau war hier der Punkt?

    “Einmal für schlecht befunden und verworfen – dieses Urteil bleibt für immer bestehen”?

  44. Juleam 7. März 2010 um 02:27 Link zum Kommentar

    5. Mose 25:5-10

    Falls Brüder beisammenwohnen und einer von ihnen gestorben ist, ohne einen Sohn zu haben, sollte die Frau des Verstorbenen nicht [die Frau] eines fremden Mannes auswärts werden. Ihr Schwager sollte zu ihr gehen, und er soll sie sich zur Frau nehmen und die Schwagerehe mit ihr vollziehen. 6 Und es soll geschehen, daß der Name seines verstorbenen Bruders auf den Erstgeborenen übergehen sollte, den sie gebären wird, damit sein Name aus Israel nicht ausgetilgt wird.

    7 Wenn nun der Mann kein Gefallen daran findet, die Witwe seines Bruders zu nehmen, dann soll seines Bruders Witwe zum Tor hinaufgehen zu den älteren Männern und sprechen: ‘Der Bruder meines Mannes hat sich geweigert, den Namen seines Bruders in Israel zu bewahren. Er hat nicht eingewilligt, die Schwagerehe mit mir zu vollziehen.’ 8 Und die älteren Männer seiner Stadt sollen ihn rufen und zu ihm reden, und er soll dastehen und sagen: ‘Ich habe kein Gefallen daran gefunden, sie zu nehmen.’ 9 Darauf soll die Witwe seines Bruders vor den Augen der älteren Männer an ihn herantreten und ihm die Sandale von seinem Fuß ziehen und ihm ins Angesicht speien und antworten und sagen: ‘So sollte dem Mann getan werden, der seines Bruders Haus nicht aufbauen wird.’ 10 Und sein Name soll in Israel ‘Das Haus dessen, dem man die Sandale ausgezogen hat’ genannt werden.

    Hier wird die Schwagerehe eingesetzt

    Wenn das erst jetzt eingesetzt und geregelt wird – was war das dann mit Juda und Tamar?

    Wieso konnte sie dann damals solche Forderungen stellen?

    Was war mit Ruth und Boas?

    Wurde hier nur etwas wiederholt was schon lange in Kraft war?

  45. Thomasam 7. März 2010 um 15:57 Link zum Kommentar

    im Wachtturm vom 1.Januar 1981 hieß es hierzu

    Die Archäologie bestätigt die Bibel
    Während das mosaische Gesetz verbot, einen entlaufenen Sklaven seinem Herrn auszuliefern (5. Mose 23:15, 16), drohten die babylonischen Gesetze jedem, der einen flüchtigen Sklaven aufnahm, die Todesstrafe an (Gesetz 15, 16, 19).“

  46. Thomasam 7. März 2010 um 15:59 Link zum Kommentar

    Im Einsichten in die heilige Schrift heißt es zum Thema Scheidung

    Wiederverheiratung von Geschiedenen.
    Nach 5. Mose 24:1-4 sollte die Geschiedene „aus seinem Haus wegziehen und hingehen und die Frau eines anderen Mannes werden“. Das bedeutete, daß sie wieder heiraten durfte. Eine weitere Bestimmung lautete: „Wenn der letztgenannte Mann sie schließlich haßt und ein Scheidungszeugnis für sie ausgeschrieben und es ihr in die Hand gelegt und sie aus seinem Haus entlassen hat oder falls der letztgenannte Mann, der sie sich zur Frau genommen hat, sterben sollte, so wird ihr erster Besitzer, der sie entlassen hat, sie nicht zurücknehmen dürfen, damit sie wieder seine Frau wird, nachdem sie verunreinigt worden ist; denn das ist etwas Verabscheuungswürdiges vor Jehova, und du sollst das Land, das Jehova, dein Gott, dir als Erbe gibt, nicht in die Sünde hineinführen.“ Vielleicht sollte dadurch, daß der erste Mann die Geschiedene nicht mehr zurücknehmen durfte, verhindert werden, daß er und diese wiederverheiratete Frau übereinkommen konnten, eine Scheidung von ihrem zweiten Mann zu erzwingen oder dessen Tod zu verursachen, um eine Wiederverheiratung mit dem ersten Mann zu ermöglichen. Hätte dieser sie wieder zurückgenommen, so wäre die Verbindung der beiden in Gottes Augen unrein gewesen. Außerdem hätte er sich lächerlich gemacht, wenn er sie wieder zurückgenommen hätte, nachdem er sie als eine Frau entlassen hatte, an der er „etwas Anstößiges“ gefunden hatte, und nachdem sie rechtmäßig die Frau eines anderen Mannes geworden war.
    Die Tatsache, daß der erste Mann seine geschiedene Frau nicht wieder heiraten durfte, nachdem sie die Frau eines anderen Mannes geworden war — selbst wenn sich dieser Mann wieder von ihr scheiden ließ oder starb —, sollte einen Mann, der Scheidungsabsichten hatte, veranlassen, sich die Sache gut zu überlegen, bevor er Schritte zur Auflösung seiner Ehe unternahm (Jer 3:1). Nichts sprach jedoch gegen eine Wiederverheiratung des Mannes mit seiner geschiedenen Frau, sofern sie nach der rechtmäßigen Auflösung ihrer Ehe nicht wieder geheiratet hatte.

  47. Thomasam 7. März 2010 um 16:04 Link zum Kommentar

    Ruth und Boas waren zeitlich viel später… schließlich war Boas ein Nachkomme von Rahab und ein Vorfahre von David ;)

    bei Juda und Tamar ist eine Ähnlichkeit zu sehen – aber es war noch kein Gesetz für Gottes Volk. Ob man sich an den Bräuchen der Nachbarvölker ausrichtete??

    In dem Buch Einsichten in die Heilige Schrift wird ausgeführt:

    SCHWAGEREHE.
    Auch unter der Bezeichnung Leviratsehe bekannt; ein Brauch, der einen Mann verpflichtete, die Witwe seines Bruders, der keinen Sohn hatte, zu heiraten, um die Nachkommenschaft des Verstorbenen zu sichern. Das hebräische Verb, das „die Schwagerehe vollziehen“ bedeutet, lautet javám, das mit den hebräischen Wörtern für „Schwager“ und „Bruderwitwe“ oder „Witwe des Bruders“ verwandt ist (1Mo 38:8; 5Mo 25:5, Fn.; 25:7).
    Das Gesetz über die Schwagerehe in 5. Mose 25:5, 6 lautet: „Falls Brüder beisammenwohnen und einer von ihnen gestorben ist, ohne einen Sohn zu haben, sollte die Frau des Verstorbenen nicht die Frau eines fremden Mannes auswärts werden. Ihr Schwager sollte zu ihr gehen, und er soll sie sich zur Frau nehmen und die Schwagerehe mit ihr vollziehen. Und es soll geschehen, daß der Name seines verstorbenen Bruders auf den Erstgeborenen übergehen sollte, den sie gebären wird, damit sein Name aus Israel nicht ausgetilgt wird.“ Dieses Gesetz wurde ohne Zweifel angewandt, ganz gleich, ob der noch lebende Bruder verheiratet war oder nicht.
    Jehova ist derjenige, „dem jede Familie im Himmel und auf Erden ihren Namen verdankt“ (Eph 3:15). Er ist an der Erhaltung des Familiennamens und der Abstammungslinie interessiert. Es handelt sich hierbei um einen Grundsatz, der schon in der patriarchalischen Zeit befolgt und später in den mit Israel geschlossenen Gesetzesbund aufgenommen wurde. Die Frau sollte nicht „die Frau eines fremden Mannes auswärts werden“, mit anderen Worten, sie sollte keinen Mann heiraten, der nicht zur Familie gehörte. Nahm ihr Schwager sie, dann erhielt der Erstgeborene nicht seinen Namen, sondern den des Verstorbenen. Das heißt allerdings nicht, daß das Kind in jedem Fall den Namen des Verstorbenen trug, sondern es bedeutet, daß es die Geschlechtslinie fortsetzte und daß der Familie ihr Erbbesitz erhalten blieb.
    „Falls Brüder beisammenwohnen“ besagt wahrscheinlich nicht, daß sie im gleichen Haus wohnten, sondern daß sie in der gleichen Gegend ansässig waren. Nach der Mischna (Yevamot 2:1, 2) war mit diesem Ausdruck nicht gemeint, daß sie am selben Ort wohnten, sondern daß sie zur selben Zeit lebten. Hätte der Bruder ziemlich weit weg gewohnt, wäre es für ihn selbstverständlich schwierig gewesen, sich so lange gleichzeitig um seinen eigenen Erbbesitz und um den seines Bruders zu kümmern, bis ein Erbe selbst dazu in der Lage gewesen wäre. Doch die Erbgrundstücke der einzelnen Familien befanden sich gewöhnlich in der gleichen Gegend.
    Ein Beispiel für eine Schwagerehe aus der patriarchalischen Zeit ist uns in Verbindung mit Juda bekannt. Juda nahm für Er, seinen Erstgeborenen, eine Frau namens Tamar. Als sich Er aber in den Augen Jehovas als böse erwies, brachte Jehova ihn zu Tode. „Im Hinblick darauf sprach Juda zu Onan [Ers Bruder]: ‚Habe Beziehungen mit der Frau deines Bruders, und vollzieh mit ihr die Schwagerehe, und erwecke deinem Bruder Nachkommen.‘ Onan aber wußte, daß die Nachkommen nicht ihm gehören würden; und so geschah es, als er wirklich Beziehungen mit der Frau seines Bruders hatte, daß er seinen Samen zur Erde verschwendete, um seinem Bruder keine Nachkommen zu geben“ (1Mo 38:8, 9). Da Onan sich weigerte, seiner Verpflichtung in Verbindung mit der Schwagerehe nachzukommen, brachte Jehova ihn zu Tode. Daraufhin sagte Juda zu Tamar, sie solle warten, bis Schela, sein dritter Sohn, herangewachsen sei; doch dann verlangte er von Schela nicht, daß er seine Pflicht Tamar gegenüber erfüllte.
    Einige Zeit nachdem Judas Frau gestorben war, unternahm Tamar Schritte, um von ihrem Schwiegervater einen Erben zu bekommen. Sie verkleidete sich, indem sie einen Schal und einen Schleier umlegte, und setzte sich an den Weg, von dem sie wußte, daß Juda dort vorbeikommen würde. Juda hielt sie für eine Hure und hatte Beziehungen mit ihr. Zum Beweis hierfür bekam sie von ihm verschiedene Dinge als Pfand, und als die Wahrheit an den Tag kam, beschuldigte er sie nicht, sondern sagte, sie sei gerechter als er. Wie berichtet wird, hatte er, nachdem er erfuhr, wer sie war, keinen weiteren Verkehr mit ihr. Juda hatte also durch seine Schwiegertochter unwissentlich einen Erben für Er hervorgebracht (1Mo 38).
    Unter dem mosaischen Gesetz mußte die Witwe, wenn der Schwager nicht bereit war, seiner Verpflichtung nachzukommen, zu den älteren Männern der Stadt gehen und sie davon unterrichten. Der Schwager mußte dann vor ihnen erscheinen und erklären, daß er nicht bereit sei, sie zu heiraten. Daraufhin mußte die Witwe ihm die Sandale von seinem Fuß ziehen und ihm ins Gesicht speien. Danach sollte der Name dieses Mannes „in Israel ‚Das Haus dessen, dem man die Sandale ausgezogen hat‘ genannt werden“ — ein Schimpfname für seine ganze Familie (5Mo 25:7-10).
    Der Brauch, die Sandale auszuziehen, könnte darauf zurückgehen, daß jemand, der ein Grundstück beanspruchte, sein Recht auf dessen Besitz durch das Betreten des Bodens in den Sandalen geltend machte. Wer vor den als Zeugen eingesetzten älteren Männern am Stadttor seine Sandale auszog und sie einem anderen übergab, verzichtete auf seine Stellung und sein Besitzrecht (Ru 4:7).
    Das Buch Ruth bringt noch mehr Licht in die Angelegenheit. Ein Judäer namens Elimelech sowie seine beiden Söhne starben und hinterließen Noomi und ihre beiden verwitweten Schwiegertöchter. Die Bibel erwähnt auch einen Mann, genannt „Soundso“, der ein naher Verwandter Elimelechs war, vielleicht ein Bruder. Als nächster Verwandter war er der sogenannte go’él oder Rückkäufer. Er weigerte sich aber, seiner Verpflichtung nachzukommen, was er dadurch zum Ausdruck brachte, daß er seine Sandale auszog und sie offenbar Boas gab, wodurch er ihm, dem nächstfolgenden Verwandten, das Rückkaufsrecht überließ. Daraufhin kaufte Boas das Land Elimelechs und erhielt dadurch Noomi zur Frau; da sie aber zu alt war, um Kinder zu gebären, wurde Ruth, ihre verwitwete Schwiegertochter, Boas’ Frau, damit Elimelechs Name durch ein Kind von ihr erhalten bliebe. Als das Kind, Obed, geboren wurde, sagten die Nachbarinnen: „Ein Sohn ist der Noomi geboren worden“, denn sie betrachteten das Kind als den Sohn Elimelechs und Noomis. Boas und Ruth hatten Jehova einen Dienst geleistet, und der Name, den ihr Sohn erhielt, bedeutet „Diener (Knecht)“, „Dienender“. Jehova segnete das Ganze, denn Obed wurde ein Vorfahr Davids und dadurch ein Glied in der Abstammungslinie, die zu Jesus Christus führte (Ru 4).
    Nach dem Gesetz über den Erbbesitz fiel die Erfüllung der Leviratspflicht dem nächsten männlichen Verwandten zu, d. h. dem ältesten Bruder, dann jeweils dem nächstältesten Bruder, dann dem Onkel väterlicherseits usw. (4Mo 27:5-11). In Matthäus 22:23-28 und Lukas 20:27-33 wird auf die Schwagerehe Bezug genommen und gezeigt, daß die Verpflichtung, die Witwe des kinderlosen Mannes zu heiraten, von einem Bruder auf den nächsten überging, sofern einer nach dem anderen starb. Ein jüngerer Bruder konnte offensichtlich dem älteren nicht zuvorkommen, es sei denn, dieser weigerte sich, seiner Verpflichtung nachzukommen.

  48. Thomasam 8. März 2010 um 01:48 Link zum Kommentar

    5.Mose 26-28
    Zitate von c.h.Mackintosh

    zu Kapitel 26
    Worin besteht denn nun wirkliche Anbetung? Darin, dass man in der Gegenwart Gottes von dem redet, was Er ist und was Er getan hat. Das Herz ist beschäftigt mit ihm, erfreut sich an ihm und an allen seinen wunderbaren Handlungen und Wegen. Wie aber können wir ihn anbeten, wenn wir ihn nicht kennen und nicht an das glauben, was Er getan hat?

    zu Kapitel 28
    Die wunderbare Geschichte Israels steht vor allen Völkern der Erde als ein Zeugnis da, dass Gott den Ungehorsam bestrafen muss, und zwar zunächst an seinen Kindern. Und wenn Er sein eigenes Volk nicht verschont hat, was wird das Ende derer sein, die ihn nicht kennen? „Die Gesetzlosen werden zum Scheol umkehren, alle Nationen, die Gottes vergessen. – Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen“ (Ps 9,17; Heb 10,31). Es ist der Gipfel der Dummheit, wenn ein Mensch versucht, der Kraft solcher Stellen auszuweichen. Es wird ihm nie gelingen. Ein Vergleich des vorliegenden Kapitels mit der tatsächlichen Geschichte Israels wird ihm zeigen, dass, so sicher ein Gott auf dem Thron der Majestät in den Himmeln sitzt, so sicher auch die Übeltäter ihre Bestrafung finden werden, sowohl hier, als auch in der Ewigkeit. Es kann nicht anders sein. Eine Regierung, die das Böse ungerichtet und ungestraft hingehen lassen könnte oder wollte, wäre keine vollkommene Regierung, wäre nicht die Regierung Gottes. Gewiss ist Gott gütig, barmherzig, gnädig, von großer Langmut und Treue. Aber Er ist auch heilig, gerecht und n Erdkreis wahrhaftig. Und Er hat „einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat“ (Apg 17,31).

  49. Juleam 8. März 2010 um 02:37 Link zum Kommentar

    5. Mose 26 – 28

    5. Mose 26:1-11

    Und es soll geschehen, wenn du endlich in das Land einziehst, das Jehova, dein Gott, dir als Erbe gibt, und du es in Besitz genommen und darin gewohnt hast, 2 daß du dann einige der Erstlinge vom ganzen Fruchtertrag des Bodens nehmen sollst, die du von deinem Land, das Jehova, dein Gott, dir gibt, einbringen wirst, und du sollst sie in einen Korb legen und dich an den Ort begeben, den Jehova, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort weilen zu lassen. 3 Und du sollst zum Priester kommen, der in jenen Tagen amten wird, und zu ihm sagen: ‘Ich soll heute Jehova, deinem Gott, berichten, daß ich in das Land gekommen bin, das uns zu geben Jehova unseren Vorvätern geschworen hat.’

    4 Und der Priester soll den Korb aus deiner Hand nehmen und ihn vor den Altar Jehovas, deines Gottes, niedersetzen. 5 Und du sollst antworten und vor Jehova, deinem Gott, sagen: ‘Mein Vater war ein Syrer, der im Begriff war umzukommen; und er zog dann nach Ägypten hinab und weilte dort als Fremdling mit sehr wenigen an Zahl; aber dort wurde er zu einer großen Nation, einer mächtigen und zahlreichen. 6 Und die Ägypter behandelten uns dann schlecht und bedrückten uns und erlegten uns harten Sklavendienst auf. 7 Und wir begannen zu Jehova, dem Gott unserer Vorväter, zu schreien, und Jehova ging daran, unsere Stimme zu hören und unsere Trübsal und unser Ungemach und unsere Bedrückung anzusehen. 8 Schließlich führte uns Jehova mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und mit großer Furchtbarkeit und mit Zeichen und Wundern aus Ägypten heraus. 9 Dann brachte er uns an diesen Ort und gab uns dieses Land, ein Land, das von Milch und Honig fließt. 10 Und nun, hier habe ich die Erstlinge vom Fruchtertrag des Bodens gebracht, den Jehova mir gegeben hat.’

    Du sollst es auch vor Jehova, deinem Gott, niedersetzen und dich vor Jehova, deinem Gott, niederbeugen. 11 Und du sollst dich über all das Gute freuen, das Jehova, dein Gott, dir und deinen Hausgenossen gegeben hat, du und der Levit und der ansässige Fremdling, der in deiner Mitte ist.

    “Du sollst dich über all das Gute freuen”

    Fällt es uns manchmal schwer, überhaupt etwas Gutes zu sehen?

    Im WT vom 1. Mai ist ein Artikel über Leben mit chronisch Kranken Jehova nahebleiben, wenn ein Angehöriger Pflege braucht, wo gesagt wird, man müsse lernen seine Grenzen, Behinderungen und Einschränkungen zu akzeptieren und froh zu sein für selbst die kleinsten Dinge, die noch möglich sind.

    Hoffentlich kommt Harmagedon bald!

  50. Juleam 8. März 2010 um 02:39 Link zum Kommentar

    5. Mose Kapitel 27

    Und alles Volk soll sprechen “amen”!

    Was bedeutet dieser Begriff für uns? Ist es nur eine Floskel, die das Ende eines Gebetes anzeigt?

    Hier wird seine Bedeutung ganz klar – das Volk sagt damit, dass es dem Gesagten zustimmt und es damit anerkennt.

  51. Thomasam 9. März 2010 um 02:00 Link zum Kommentar

    5.Mose 29-31
    Zitate von c.h.Mackintosh


    Kapitel 29
    „Und Mose rief ganz Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gesehen, was der HERR vor euren Augen im Land Ägypten getan hat, an dem Pharao und an allen seinen Knechten und an seinem ganzen Land: die großen Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, jene großen Zeichen und Wunder. Aber der HERR hat euch nicht ein Herz gegeben, zu erkennen, und Augen, zu sehen, und Ohren, zu hören, bis auf diesen Tag“ (V. 1-3).

    Das ist eine ernste Sprache. Die erstaunlichsten Zeichen und Wunder können vor uns geschehen und das Herz doch unberührt lassen. Vielleicht üben sie eine vorübergehende Wirkung auf unser Gemüt und unsere Gefühle aus. Aber wenn das Gewissen nicht in das Land der göttlichen Gegenwart und das Herz nicht durch die Macht des Geistes Gottes unter den Einfluss der Wahrheit gebracht wird, so werden keine bleibenden Ergebnisse erzielt werden. …
    „Und ich habe euch vierzig Jahre in der Wüste geführt: Eure Kleider sind nicht an euch zerfallen, und dein Schuh ist nicht an deinem Fuß zerfallen.“ Das waren in der Tat wunderbare Kleider und bemerkenswerte Schuhe! Gott selbst hatte sie haltbar und dauerhaft gemacht. „Brot habt ihr nicht gegessen, und Wein und starkes Getränk habt ihr nicht getrunken; damit ihr erkennt, dass ich der HERR, euer Gott, bin“ (V. 4). Die gnädige Hand Gottes selbst ernährte und bekleidete sie während dieser ganzen Zeit. „Der Mensch aß Brot der Starken“ (Ps 78,25). Sie brauchten keinen Wein, keine starken Getränke oder Reizmittel. „Denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der sie begleitete. Der Fels aber war der Christus“ (1. Kor 10,4). Dieser reine Strom erfrischte sie in der dürren Wüste, und Tag für Tag nährte sie das himmlische Manna. Das Einzige, was sie benötigten, war die Fähigkeit, das zu genießen, was Gott für sie bereitet hatte.

    Aber darin haben sie in der traurigsten Weise versagt, wie auch wir es leider so oft tun. Sie wurden der himmlischen Speise überdrüssig und gelüsteten nach anderen Dingen. Wie traurig, dass wir ihnen darin gleichen, und wie demütigend, dass wir Den so wenig zu schätzen wissen, den Gott uns als unser Leben, unser Teil, ja, als unser Alles gegeben hat! Wie betrübend, dass unsere Herzen nach den Eitelkeiten und Torheiten dieser armen, vergänglichen Welt verlangen, nach ihren Schätzen, Ehren und Vergnügungen, die alle vergehen und, selbst wenn sie bleibend wären, nie mit „dem unergründlichen Reichtum des Christus“ verglichen werden könnten….

    Die folgenden Worte (V. 10-17) enthalten neben der allgemeinen auch eine ganz persönliche Anwendung. Das ist beachtenswert, weil wir nur zu leicht geneigt sind, die Wahrheit zu verallgemeinern und so ihrer Anwendung auf unser persönliches Gewissen zu entgehen. Das muss unserer Seele sehr schaden. Jeder von uns ist persönlich verantwortlich, den Geboten des Herrn unbedingt zu gehorchen, wenn er sein Verhältnis zu ihm wirklich genießen will, wie Mose zu dem Volk sagt: „damit er dich heute als sein Volk bestätige, und dein Gott sei“ (V. 12).

    Nichts kann wertvoller, aber auch nichts kann einfacher sein. Was wir zu tun haben ist, das Wort Gottes in unseren Herzen zu bewahren, auf unsere Gewissen einwirken zu lassen und im täglichen Leben zu verwirklichen. Das ist das Geheimnis, wie wir unser Verhältnis zu unserem Vater und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus genießen können. Wenn jemand meint, dieses innige Verhältnis genießen zu können, während er die Gebote des Herrn vernachlässigt, so gibt er sich einer groben Täuschung hin…..

    Kapitel 31
    In den Versen 9-13 sind zwei Dinge besonders wichtig. Da ist zunächst die Tatsache hervorzuheben, dass der HERR größten Wert auf die öffentlichen Zusammenkünfte seines Volkes legt, die den Zweck hatten, dem Volk sein Wort zu übermitteln. Ganz Israel, Männer, Frauen und Kinder, wie auch der Fremde, der in ihrer Mitte lebte, alle wurden angewiesen, sich zu versammeln, um das Vorlesen des Gesetzbuches Gottes anzuhören, damit alle seinen heiligen Willen und ihre Pflichten kennen lernten. Jedes Glied der Versammlung sollte in persönlichen Kontakt mit dem offenbarten Willen des HERRN gebracht werden, damit jeder Einzelne seine ernste Verantwortung kannte.

    Zweitens ist es wichtig zu sehen, wie auch die Kinder vor dem HERRN versammelt werden mussten, um sein Wort zu hören. Beide Tatsachen sind voll Belehrung für alle Glieder der Versammlung Gottes, weil sich gerade in Bezug auf diese beiden Punkte heutzutage ein bedauernswerter Mangel zeigt. Es scheint oft, als fehle dem Wort Gottes an und für sich die genügende Anziehungskraft, um uns zusammenzuführen. Vielfach zeigt sich ein Verlangen nach anderen Dingen. Menschliche Redekunst, Musik und allerlei andere, auf die religiösen Gefühle einwirkenden Dinge hält man für nötig, um die Leute zusammenzubringen. Das Wort Gottes allein genügt nicht mehr.

    Vielleicht wird man einwenden, dass zwischen uns und Israel doch ein großer Unterschied bestehe, da jetzt jeder das Wort Gottes in seinem Haus habe und lesen könne, und dass deshalb ein gleiches Bedürfnis für das öffentliche Lesen und Betrachten des Wortes Gottes nicht mehr vorliege. Doch ein solcher Einwand hält einer Prüfung im Licht der Wahrheit nicht stand. Alle, die das Wort Gottes persönlich schätzen und lieben und es im Familienkreis lesen und erforschen, werden sicher auch ein Interesse an dessen öffentlicher Verkündigung haben. Solche schätzen es als ein großes Vorrecht, sich zusammen mit anderen um die Heilige Schrift zu versammeln, um aus ihr, der Quelle lebendigen Wassers, zu gemeinsamer Segnung und Erfrischung zu schöpfen.

    Aber leider wird das Wort Gottes im Allgemeinen weder im häuslichen Kreis noch in den Versammlungen so geschätzt und geliebt, wie es sein sollte. Während man zu Hause begierig Zeitschriften und dergleichen liest, verlangt man in den Versammlungen nach Musik, Gesang und feierlichen Zeremonien. Wenige lieben solche Versammlungen, in denen einfach das Wort Gottes betrachtet wird. Das Verlangen nach Erregung religiöser Gefühle steigert sich immer mehr, während der Wunsch nach einer ruhigen Betrachtung des Wortes Gottes im gleichen Maß abnimmt.

    Gott sei Dank, dass es hier und dort noch einige gibt, die das Wort Gottes wirklich lieben und deren Freude es ist, sich darum zu scharen, um seine wertvollen Wahrheiten zu erforschen! Möge der Herr ihre Zahl vermehren! Und möchten auch wir bis zum Ende zu ihrer Zahl gehören!

  52. Thomasam 10. März 2010 um 02:00 Link zum Kommentar

    5.Mose 32-34
    Zitate von c.h.Mackintosh


    Kapitel 32

    „Und Mose redete vor den Ohren der ganzen Versammlung Israels die Worte dieses Liedes bis zu ihrem Schluss.“ Wir gehen nicht zu weit, wenn wir sagen, dass wir hier einen der wichtigsten und umfassendsten Abschnitte des Wortes Gottes vor uns haben, der eingehende Betrachtung erfordert. Er enthält die Geschichte der Wege und Handlungen Gottes mit Israel von Anfang bis Ende und einen feierlichen Bericht der schrecklichen Sünden dieses Volkes und der göttlichen Gerichte über das Volk. Aber, Gott sei Dank!, er beginnt und endet mit Gott. Wäre das nicht so, dann hätten wir nur die traurige Geschichte der Wege des Menschen vor uns und müssten hiervon überwältigt werden. So aber können wir die Geschichte der Wege des Menschen in Ruhe verfolgen und sehen, wie alles unter seinen Händen zugrunde geht, welche gewaltigen Anstrengungen der Feind macht, um sich der Ausführung der Ratschlüsse und Vorsätze Gottes zu widersetzen, und endlich, wie das Geschöpf in allem versagt hat und so dem traurigsten Verderben anheim gefallen ist. Wir können das deshalb mit Ruhe tun, weil wir wissen, dass Gott trotz allem Derselbe bleibt. Er wird am Ende die Oberhand behalten, und dann wird und muss alles in Ordnung kommen. Dann wird Er „alles in allem“ sein, und kein Feind, nichts Böses wird in dem unermesslichen Bereich des Segens gefunden werden, in dem unser anbetungswürdiger Herr Jesus Christus gleichsam die Zentralsonne bilden wird.

    „Horcht, ihr Himmel, und ich will reden; und die Erde höre die Worte meines Mundes!“ Himmel und Erde werden aufgefordert, auf diese erhabenen Aussprüche zu lauschen. „Wie Regen träufle meine Lehre, wie Tau fließe meine Rede, wie Regenschauer auf das Gras und wie Regengüsse auf das Kraut! Denn den Namen des HERRN will ich ausrufen: Gebt Majestät unserem Gott!“ (V. 1-3)

    Hier sehen wir die feste, unerschütterliche Grundlage von allem. Mag kommen was will, der Name unseres Gottes wird ewiglich bestehen. Keine Macht der Erde oder der Hölle kann die göttlichen Vorsätze hintertreiben oder das Ausstrahlen der göttlichen Herrlichkeit verhindern. Der Name unseres Gottes, des Gottes und Vaters unseres Herrn Jesus Christus, ist unsere Zuflucht und Hilfe in dieser finsteren, sündigen Welt und angesichts der scheinbaren Erfolge des Feindes. Das Anrufen des Namens des HERRN tut der Seele wohl wie der erfrischende Tau und der erquickende Regen der dürstenden Flur.

    „Der Fels: Vollkommen ist sein Tun“ (V. 4). Er ist der Fels, nicht ein Fels. Es kann keinen anderen Felsen geben als ihn. Sein Werk ist vollkommen. Nicht der geringste Fehler zeigt sich an dem, was von seiner Hand kommt. Alles trägt den Stempel unbedingter Vollkommenheit. Dies wird bald allen Geschöpfen offenbar werden. Doch der Glaube erkennt es jetzt schon und findet eine Quelle göttlichen Trostes darin. „Denn alle seine Wege sind recht. Ein Gott der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er!“ Die Ungläubigen mögen darüber spöttisch lächeln und in ihrer eingebildeten Klugheit die Handlungen Gottes kritisieren, aber ihre Dummheit wird bald allen offenbar werden. „Gott aber sei wahrhaftig, jeder Mensch aber Lügner, wie geschrieben steht: ‚Damit du gerechtfertigt wirst in deinen Worten und überwindest, wenn du gerichtet wirst‘“ (Röm 3,4). Wehe denen, die sich anmaßen, die Vollkommenheit der Worte und Werke des allein weisen und allmächtigen Gottes infrage zu stellen! Wir haben es mit einem Gott zu tun, der immer treu bleibt und sich selbst nicht verleugnen kann, dessen Wege vollkommen sind und der, wenn der Feind sein Äußerstes getan hat und den Höhepunkt seiner boshaften Pläne erreicht hat, sich selbst verherrlichen und allgemeine und ewige Segnungen einführen wird.

    Wohl muss Gott Gericht über die Wege des Menschen ausüben und manchmal die Zuchtrute mit furchtbarer Strenge gegen sein eigenes Volk gebrauchen. Er kann unmöglich das Böse bei denen dulden, die seinen heiligen Namen tragen. Das wird mit besonderem Ernst in dem vorliegenden Lied deutlich. Rückhaltlos werden in ihm die Wege Israels bloßgestellt und verurteilt. Nichts wird übergangen. Alles wird mit heiliger Genauigkeit und Treue behandelt. Wir lesen: „Es hat sich gegen ihn verdorben – nicht seiner Kinder, sondern ihr Schandfleck – ein verkehrtes und verdrehtes Geschlecht. Vergeltet ihr so dem HERRN, du törichtes und unweises Volk? Ist er nicht dein Vater, der dich erkauft hat? Er hat dich gemacht und dich bereitet“ (V. 5-6).

    Wir sehen in diesem Buch von Anfang bis Ende, wie Mose, dieser treue Knecht Gottes, damit beschäftigt ist, dem Volk die Pflicht eines unbedingten, von Herzen kommenden Gehorsams gegenüber dem Wort Gottes einzuprägen. Dieser Gehorsam war der Schlüssel zu Leben, Frieden, Fortschritt und Wohlfahrt für das Volk. Sie hatten nichts anderes zu tun, als zu gehorchen. Möge ein solch einfältiger, unbedingter Gehorsam auch uns kennzeichnen, in dieser Zeit der Verwirrung, in der der Wille des Menschen eine so schreckliche Rolle spielt! Die Welt und die so genannte Christenheit handeln nach ihrem eigenen Willen, der sie bald in Finsternis stürzen muss. Unser Wunsch sollte es sein, den schmalen Pfad des Gehorsams gegenüber den gesegneten Geboten unseres Herrn und Heilandes zu gehen! Das allein wird unseren Herzen wirklichen Frieden geben. Mögen wir dann auch den Menschen dieser Welt und sogar Christen engherzig und weltfremd erscheinen, dann lasst uns doch nicht um Haaresbreite von dem Weg abweichen, den uns das Wort Gottes zeigt. …Ernst und demütigend ist die Regierung Gottes. Das Herz sollte bei dem bloßen Gedanken an Ungehorsam erzittern. Wenn ein so hervorragender Knecht wie Mose gerichtet wurde, weil er unbedachtsam mit seinen Lippen geredet hatte, was wird dann das Ende derer sein, die ihr Leben in gewohnheitsmäßiger Vernachlässigung der klaren Gebote Gottes und in eigenwilliger Verwerfung seiner Autorität dahingehen!

    Kapitel 33

    Es besteht ein Unterschied zwischen diesen letzten Worten Moses und den Segnungen des Patriarchen Jakob in 1. Mose 49. Jakob berichtet uns die Taten seiner Söhne, und ihr Tun war teilweise sehr traurig und demütigend. Mose dagegen stellt uns die Handlungen der göttlichen Gnade – sei es für oder gegen das Volk – vor. Die bösen Taten Rubens, Simeons und Levis werden von Jakob erwähnt, von Mose verschwiegen. Ist das ein Widerspruch? Nein, sondern göttliche Harmonie. Jakob betrachtete seine Söhne in ihrer persönlichen Geschichte, Mose sieht sie in ihrem Bundesverhältnis mit dem HERRN. Jakob erzählt uns von menschlicher Schwachheit und Sünde, Mose berichtet uns von göttlicher Treue, Güte und Freundlichkeit. Jakob teilt uns menschliche Handlungen und das Gericht über sie mit, Mose führt uns in göttliche Pläne ein und beschreibt den Segen, der aus ihnen hervorkommt.

    Kapitel 34

    Dann entschlief er und wurde zu seinen Völkern versammelt. Er starb nicht als ein schwacher, hinfälliger Greis, sondern in der ganzen Frische und Kraft eines gereiften Mannes. „Und Mose war 120 Jahre alt, als er starb; sein Auge war nicht schwach geworden und seine Kraft nicht geschwunden“ (V. 7). Welch ein Zeugnis! Welch eine seltene Tatsache in der Geschichte der gefallenen Menschheit! Das Leben Moses war in drei wichtige und deutlich unterschiedene Abschnitte von je vierzig Jahren eingeteilt. Er brachte vierzig Jahre im Haus des Pharaos zu, hütete vierzig Jahre die Herde Jethros „hinter der Wüste“ und wanderte vierzig Jahre durch die Wüste. Welch ein wunderbares Leben: Wie reich an Ereignissen und Belehrungen! Wie interessant ist es, ein solches Leben zu betrachten, es zu verfolgen vom Ufer des Nil, wo Mose als hilfloses Baby lag, bis zu dem Gipfel des Pisga, wo er in Gemeinschaft mit seinem Herrn stand, um mit unverhülltem Auge das herrliche Erbteil des Volkes Gottes zu sehen, und ihn dann wieder zu sehen auf dem Berg der Verklärung, in Gesellschaft seines Mitknechtes Elia, „redend mit Jesu“ über das erhabenste Thema, das je die Aufmerksamkeit von Menschen und Engeln beansprucht hat (vgl. Mt 17,3)! Welch ein hochbegnadeter Mann war er, welch ein gesegneter Knecht, welch ein wunderbares Gefäß!

    Den Abschluss des Buches bildet das Zeugnis, das Gott selbst seinem geliebten Diener ausstellt: „Und es stand in Israel kein Prophet mehr auf wie Mose, den der HERR gekannt hätte von Angesicht zu Angesicht, nach allen Zeichen und Wundern, die der HERR ihn gesandt hatte zu tun im Land Ägypten, an dem Pharao und an allen seinen Knechten und an seinem ganzen Land; und nach all der starken Hand und nach all dem Großen und Furchtbaren, das Mose vor den Augen von ganz Israel getan hat“ (V. 10).

  53. WT 15.09.2004am 10. März 2011 um 11:36 Link zum Kommentar

    Das Wort Jehovas ist lebendig

    Höhepunkte aus 5. Mose

    WIR befinden uns im Jahr 1473 v. u. Z. Vierzig Jahre sind vergangen, seit Jehova die Söhne Israels aus der ägyptischen Knechtschaft befreite. Nach all den Jahren in der Wildnis sind die Israeliten immer noch eine Nation ohne Land. Doch jetzt stehen sie endlich an der Grenze des Landes der Verheißung! Was erwartet sie, wenn sie es in Besitz nehmen? Auf welche Probleme werden sie dabei stoßen, und wie sollen sie damit umgehen?

    Bevor Israel den Jordan überquert und das Land Kanaan betritt, bereitet Moses das Volk auf die große Aufgabe vor. Wie? Indem er eine Reihe von Reden hält, in denen er die Israeliten ermuntert und ermahnt, erinnert und warnt. Er weist sie darauf hin, dass Jehova Gott Anspruch auf ausschließliche Ergebenheit hat und dass sie die Nachbarnationen nicht nachahmen dürfen. Diese Reden machen den größten Teil des Bibelbuches 5. Mose aus. Und der darin gegebene Rat ist für uns heute genauso anwendbar, denn auch wir leben in einer Welt, in der es uns nicht leicht gemacht wird, Jehova ausschließlich ergeben zu sein (Hebräer 4:12).

    Das Buch 5. Mose wurde mit Ausnahme des letzten Kapitels von Moses geschrieben und behandelt einen Zeitraum von etwas mehr als zwei Monaten (5. Mose 1:3; Josua 4:19).* Befassen wir uns einmal damit, wie das darin Gesagte uns helfen kann, Jehova Gott von ganzem Herzen zu lieben und ihm treu zu dienen.

    * Fußnote:

    Das letzte Kapitel mit dem Bericht über Moses’ Tod wurde vermutlich von Josua oder dem Hohen Priester Eleasar hinzugefügt.

    ‘VERGISS DIE DINGE NICHT, DIE DEINE AUGEN GESEHEN HABEN’
    (5. Mose 1:1 bis 4:49)

    Moses berichtet in der ersten Rede ausführlich von einigen Erlebnissen in der Wildnis, besonders von solchen, aus denen die Israeliten, die bereitstehen, das Land der Verheißung in Besitz zu nehmen, eine Lehre ziehen können. Der Bericht über die Einsetzung von Richtern führt ihnen gewiss vor Augen, wie Jehova sein Volk organisiert, nämlich stets so, dass Fürsorglichkeit gewährleistet ist. Moses erzählt auch von dem schlechten Bericht der zehn Kundschafter, der dazu geführt hat, dass die vorige Generation nicht in das Land der Verheißung einziehen durfte. Bedenken wir, welche Wirkung dieses warnende Beispiel auf Moses’ Zuhörer gehabt haben muss, da sie das Land direkt vor Augen hatten.

    Jetzt stehen die Söhne Israels bereit, das Land auf der anderen Seite des Flusses einzunehmen. Die Erinnerung an die Siege, die Jehova ihnen schon vor der Jordanüberquerung gegeben hat, flößt ihnen bestimmt Mut ein. Das Land, das sie erobern sollen, ist allerdings voller Götzen. Wie passend, dass Moses sie nachdrücklich vor dem Götzendienst warnt!

    Antworten auf biblische Fragen:

    2:4–6, 9, 19, 24, 31–35; 3:1–6 — Warum rotteten die Israeliten einige der Völker aus, die östlich des Jordan lebten, andere dagegen nicht?
    Jehova gebot Israel, sich mit den Söhnen Esaus nicht auf Streit einzulassen. Warum nicht? Weil sie die Nachkommen von Jakobs Bruder waren. Die Israeliten durften außerdem die Moabiter und die Ammoniter nicht belästigen oder Krieg gegen sie führen, weil es sich um Nachkommen von Abrahams Neffen Lot handelte. Die Amoriterkönige Sihon und Og hatten dagegen keine solchen Ansprüche auf das von ihnen beherrschte Gebiet. Als Sihon es ablehnte, die Israeliten durch sein Land ziehen zu lassen, und Og gegen sie in die Schlacht zog, gebot Jehova den Israeliten daher, ihre Städte zu zerstören und niemand am Leben zu lassen.

    4:15–20, 23, 24 — Bedeutet das Verbot, sich geschnitzte Bilder zu machen, dass es verkehrt ist, von irgendwelchen Objekten Abbilder rein künstlerischer Natur herzustellen?
    Nein. Dieses Verbot richtet sich dagegen, Bildnisse für die Anbetung herzustellen — dagegen, sich vor Götzen niederzubeugen und ihnen zu dienen. Die Bibel untersagt nicht, von irgendwelchen Objekten plastische Darstellungen oder Gemälde rein künstlerischer Natur zu schaffen (1. Könige 7:18, 25).

    Lehren für uns:

    1:2, 19. Die Söhne Israels wanderten etwa 38 Jahre lang durch die Wildnis, obwohl es nur „elf Tage sind . . . vom Horeb [der Berggegend um den Berg Sinai, wo die Zehn Gebote gegeben wurden] auf dem Weg des Gebirges Seir nach Kadesch-Barnea“. Welch ein hoher Preis dafür, dass sie Jehova Gott nicht gehorcht hatten! (4. Mose 14:26–34).

    1:16, 17. An Gottes Maßstäben für das Richten hat sich bis heute nichts geändert. Wer beauftragt wird, in einem Rechtskomitee mitzuwirken, darf sein Urteil nicht von Bevorzugung oder von Menschenfurcht beeinflussen lassen.

    4:9. Für den Erfolg der Israeliten war es unerlässlich, die Dinge nicht zu vergessen, die sie mit eigenen Augen gesehen hatten. Da die verheißene neue Welt immer näher rückt, ist es auch für uns höchst wichtig, uns die wunderbaren Taten Jehovas vor Augen zu führen, indem wir sein Wort fleißig studieren.

    LIEBE JEHOVA UND HALTE SEINE GEBOTE
    (5. Mose 5:1 bis 26:19)

    Moses berichtet in seiner zweiten Rede eingehend davon, wie am Berg Sinai das Gesetz gegeben wurde, und wiederholt die Zehn Gebote. Von sieben Nationen wird ausdrücklich gesagt, dass sie vollständig vernichtet werden sollen. Die Söhne Israels werden an eine wichtige Lektion erinnert, die sie in der Wildnis gelernt haben, nämlich dass „der Mensch nicht von Brot allein lebt, sondern von jeder Äußerung des Mundes Jehovas lebt der Mensch tatsächlich“. Auch unter den neuen Gegebenheiten müssen sie „das ganze Gebot halten“ (5. Mose 8:3; 11:8).

    Wenn sich die Israeliten im Land der Verheißung niederlassen, werden sie Gesetze benötigen, die nicht nur die Anbetung betreffen, sondern auch das Rechtswesen, die Regierung, die Kriegführung sowie das alltägliche gesellschaftliche und persönliche Leben. Moses wiederholt diese Gesetze und hebt hervor, wie wichtig es ist, Jehova zu lieben und seine Gebote zu halten.

    Antworten auf biblische Fragen:

    8:3, 4 — Inwiefern nutzte sich die Kleidung der Israeliten nicht ab und schwollen ihre Füße nicht an, solange sie durch die Wildnis wanderten?
    Das war genauso ein Wunder wie die regelmäßige Versorgung mit Manna. Die Israeliten verwendeten dieselben Kleidungsstücke und dieselbe Fußbekleidung, mit der sie sich auf den Weg gemacht hatten, und gaben sie wahrscheinlich an andere weiter, wenn die Kinder größer wurden oder Erwachsene starben. Wie die beiden Volkszählungen zeigen, die zu Beginn und am Ende der Wanderung durch die Wildnis vorgenommen wurden, nahm die Zahl der Israeliten nicht zu, sodass die ursprünglich vorhandenen Kleidungsstücke ausgereicht haben dürften (4. Mose 2:32; 26:51).

    14:21 — Warum war es den Israeliten erlaubt, ein unausgeblutetes totes Tier, das sie selbst nicht essen durften, einem ansässigen Fremdling zu geben oder einem Ausländer zu verkaufen?
    Mit dem Begriff „ansässiger Fremdling“ kann in der Bibel ein Nichtisraelit gemeint sein, der ein Proselyt geworden war, oder ein Siedler, der sich an die grundlegenden Landesgesetze hielt, ohne ein Anbeter Jehovas zu werden. Ausländer und ansässige Fremdlinge, die keine Proselyten wurden, standen nicht unter dem Gesetz und verwendeten unausgeblutete tote Tiere auf verschiedene Weise. Die Israeliten durften ihnen solche Tiere geben oder verkaufen. Der Proselyt stand dagegen unter dem Gesetzesbund. Wie aus 3. Mose 17:10 hervorgeht, war es solch einer Person verboten, Tierblut zu verzehren.

    24:6 — Warum wurde es damit verglichen, „eine Seele“ zu ergreifen, wenn jemand „eine Handmühle oder deren oberen Mühlstein als Pfand“ ergriff?
    Eine Handmühle und deren oberer Mühlstein standen für die „Seele“ oder den Lebensunterhalt einer Person. Wer eines davon wegnahm, schnitt die ganze Familie von der täglichen Brotversorgung ab.

    25:9 — Von welcher Bedeutung war es, dass einem Mann, der es ablehnte, die Schwagerehe zu vollziehen, die Sandale ausgezogen und ins Gesicht gespuckt wurde?
    So „war vorzeiten der Brauch in Israel hinsichtlich des Rückkaufsrechts . . .: Ein Mann musste seine Sandale ausziehen und sie seinem Mitmenschen geben“ (Ruth 4:7). Wenn einem Mann, der es ablehnte, die Schwagerehe zu vollziehen, die Sandale ausgezogen wurde, war das somit die Bestätigung dafür, dass er auf seine Stellung und sein Recht verzichtete, für seinen verstorbenen Bruder einen Erben zu zeugen. Das galt als schändlich (5. Mose 25:10). Ihm ins Gesicht zu spucken war ein Akt der Erniedrigung (4. Mose 12:14).

    Lehren für uns:

    6:6–9. Das, was den Israeliten in Bezug auf das Gesetz geboten wurde, gilt für uns genauso, nämlich dass wir Gottes Gebote kennen, sie uns stets vor Augen halten und sie unseren Kindern einschärfen sollen. Wir müssen sie insofern ‘als ein Zeichen auf unsere Hand binden’, als unsere Handlungen — vertreten durch die Hände — beweisen müssen, dass wir Jehova gehorchen. Und wie ‘ein Stirnband zwischen den Augen’ muss unser Gehorsam für alle erkennbar sein.

    6:16. Stellen wir Jehova niemals auf die Probe wie die treulosen Israeliten in Massa, wo sie murrten, weil es kein Wasser gab (2. Mose 17:1–7).

    8:11–18. Materialismus kann bewirken, dass wir Jehova vergessen.

    9:4–6. Hüten wir uns vor Selbstgerechtigkeit.

    13:6. Lassen wir uns durch niemand von der Anbetung Jehovas abbringen.

    14:1. Wir müssen uns vor Selbstverstümmelung hüten, weil sie von Geringschätzung für den menschlichen Körper zeugt und mit falscher Religion zu tun haben kann (1. Könige 18:25–28). Angesichts der Auferstehungshoffnung wäre solch ein extremer Ausdruck der Trauer um einen Verstorbenen unpassend.

    20:5–7; 24:5. Auf Personen, die sich in einer Ausnahmesituation befinden, sollte Rücksicht genommen werden, selbst wenn es etwas Wichtiges zu tun gibt.

    22:23–27. Für eine Frau, der eine Vergewaltigung droht, ist Schreien eines der wirkungsvollsten Verteidigungsmittel.

    „DU SOLLST DAS LEBEN WÄHLEN“
    (5. Mose 27:1 bis 34:12)

    In seiner dritten Rede verpflichtet Moses die Israeliten dazu, nach der Überquerung des Jordan das Gesetz auf große Steine zu schreiben; außerdem spricht er Flüche für Ungehorsam und Segnungen für Gehorsam aus. Die vierte Rede beginnt mit einer Erneuerung des Bundes zwischen Jehova und Israel. Moses warnt erneut vor Ungehorsam und ermahnt das Volk, „das Leben [zu] wählen“ (5. Mose 30:19).

    Moses hält aber nicht nur die vier Reden, sondern geht auch auf den bevorstehenden Führungswechsel ein. Er lehrt die Israeliten ein beeindruckendes Lied, das Jehova preist und vor den schlimmen Folgen der Untreue warnt. Nachdem Moses die Stämme gesegnet hat, stirbt er im Alter von 120 Jahren und wird begraben. Die Trauerzeit dauert 30 Tage, also fast die Hälfte der in 5. Mose behandelten Zeitspanne.

    Antworten auf biblische Fragen:

    32:13, 14 — Was ist damit gemeint, dass die Israeliten „Fett von Widdern“ aßen, wenn ihnen doch jeglicher Genuss von Fett verboten war?
    Der Ausdruck wird hier bildlich verwendet und bezeichnet das Beste der Herde. Der sinnbildliche Gebrauch ist auch daraus zu ersehen, dass im selben Vers vom „Nierenfett des Weizens“ und vom „Blut der Traube“ die Rede ist.

    33:1 – 29 — Warum wurde Simeon in Moses’ Segensspruch für die Söhne Israels nicht ausdrücklich erwähnt?
    Das ist deshalb der Fall, weil Simeon und Levi „hart“ handelten und ihr Zorn „grausam“ war (1. Mose 34:13–31; 49:5–7). Ihr Erbe sah etwas anders aus als das der übrigen Stämme. Levi erhielt 48 Städte und Simeons Anteil lag innerhalb des Gebiets von Juda (Josua 19:9; 21:41, 42). Daher segnete Moses Simeon nicht ausdrücklich. Der Segen für Simeon war jedoch in dem allgemeinen Segen für Israel enthalten.

    Lehren für uns:

    31:12. Kinder sollten sich in den Zusammenkünften der Versammlung zu den Erwachsenen setzen und sich bemühen, zuzuhören und zu lernen.

    32:4. Alles Tun Jehovas ist insofern vollkommen, als darin seine Eigenschaften der Gerechtigkeit, Weisheit, Liebe und Macht vollkommen ausgeglichen zum Ausdruck kommen.

    Von großem Wert für uns

    Jehova ist „e i n Jehova“, wie aus 5. Mose deutlich hervorgeht (5. Mose 6:4). Ferner gibt das Buch Aufschluss über ein Volk, das in einem einzigartigen Verhältnis zu Gott stand. Es warnt auch vor Götzendienst und hebt hervor, wie wichtig die ausschließliche Ergebenheit Gott gegenüber ist.

    Das Buch 5. Mose ist gewiss auch für uns sehr wertvoll. Obwohl wir nicht unter dem Gesetz stehen, können wir doch viel aus diesem lernen, was uns hilft, ‘Jehova, unseren Gott, mit unserem ganzen Herzen und unserer ganzen Seele und unserer ganzen Tatkraft zu lieben’ (5. Mose 6:5).

  54. Juleam 29. Februar 2012 um 09:29 Link zum Kommentar

    5. Mose 1 – 3

    5. Mose 1:5

    Hier sagte Mose den Israeliten noch einmal alles, was der Herr ihm aufgetragen hatte. Im 40. Jahr nachdem sie Ägypten verlassen hatten, am 1. Tag des 11. Monats, begann er, ihnen das Gesetz zu erklären

    Da stellt sich doch die Frage: “Warum muss er ihnen nach 40 Jahren immer noch das Gesetz erklären?”

    Wäre das nicht in etwa so, als wenn wir bereits seit 40 Jahren in der Wahrheit sind, seit 40 Jahren bereits mit unserem Gott wandeln, 40 Jahre regelmäßig zu den Zusammenkünften gehen und die Ansprachen aufmerksam hören und bemüht sind, seit 40 Jahren das Gehörte in unserem Leben umzusetzen – und dann muss uns noch jemand “das Gesetz erklären”?

    Ja, wir lernen nie aus. Egal, wie lange wir schon in der Wahrheit sind und egal, wie oft wir bereits die gesamte Bibel gelesen haben – es gibt immer wieder Neues zu entdecken!

    Im Gegenteil: je länger wir in der Wahrheit sind und je öfter wir die Bibel ganz durchlesen, umso spannender wird das Ganze, weil wir immer etwas dazulernen und die sachen noch viel besser verstehen und weil unser Verhältnis zu Jehova dadurch immer besser und inniger wird!

  55. Juleam 29. Februar 2012 um 09:32 Link zum Kommentar

    5. Mose 4:12-13

    Aber ich kann nicht mehr allein die ganze Last tragen und all eure Probleme und Streitigkeiten lösen. 13 Wählt deshalb erfahrene, kluge und angesehene Männer aus euren Stämmen aus, die ich als Oberhäupter über euch einsetzen kann.«

    so etwas kann auch sehr anstrengend sein. Denken wir daran, wenn wir mit unseren Sorgen und Nöten zu den Ältesten hinlaufen?

    Oder sind wir bereits im Vorfeld bemüht, die Streitigkeiten selbst – im Lichte der Bibel – beizulegen?

    Nichts desto trotz helfen uns die Ältesten sicherlich immer wieder gern, denn sie haben ja das selbe Ziel wie wir:

    unseren wundervollen Gott Jehova zu verherrlichen, indem wir so leben, dass wir seinem Namen alle Ehre bereiten!

  56. Juleam 29. Februar 2012 um 09:43 Link zum Kommentar

    5. Mose 4:16

    Ich befahl ihnen: »Seid unparteiisch und gerecht! Behandelt jeden Menschen gleich, egal, ob er Israelit oder Ausländer ist, angesehen oder unbekannt. Lasst euch von niemandem einschüchtern! Ihr handelt in Gottes Auftrag.«

    Deshalb interessant, weil es gestern in der Dienstansprache genau um dieses Thema ging:

    Sind wir unparteiisch, wenn wir Gastfreundschaft pflegen – oder laden wir nur diejenigen ein, die genauso sind und denken wie wir? Sind wir bereit, uns auch “den Schwächeren” anzupassen, indem wir auf die Bedürfnisse einer alleinerziehenden Schwerster eingehen, die aus einem biblischen Grund geschieden ist? Sind wir bereit, mit ihren Kindern in den Dienst zu gehen und sie zu schulen – obwohl sie uns keine wirkliche Hilfe sind?

    Sind wir bereit, über kulturelle Unterschiede hinwegzusehen?
    Sind wir bereit, einem trauernden Hinterbliebenden eine tröstende Hilfe zu sein?

    Auch im Predigtdienst müssen wir für unsere Unparteilichkeit Abstriche machen. Solche Personen benötigen eine andere Aufmerksamkeit, intensivere Vorbereitungen. Wir haben zwar hier in Berlin zur Zeit 55 Sprachen, die durch fremdsprachige Versammlungen und Gruppen, oder durch einzelne Verkündiger betreut werden (können), die die jeweilige Sprache sprechen. Arbeiten wir diesen die Adressen von Leuten, die wir im Haus-zu-Haus-Dienst gefunden haben zu?

    Zur ersten Kontaktaufnahme haben wir ja diese wunderbare Broschüre, die wir auf dem Kongress 2005 erhalten haben. Sind wir gut damit vertraut? Wissen wir, wie wir sie im Dienst effektiv einsetzen können?

    Bei den Rückbesuchen sollten wir zum einen die Adressen an die entsprechenden Sprachgruppen weitergeben, aber auch selbst aktiv werden. Wir können auf der offiziellen Seite der Gesellschaft Publikationen in unzähligen Sprachen herunterladen und ausdrucken. So können wir zeitnah einen Rückbesuch machen. Warum das so sinnvoll ist, zeigt uns eine persönliche Erfahrung des Kreisaufsehers:

    Er hatte in einem Auffanglager (oder auch: Übergangslager) eine mazedonische Familie angetroffen. Sie lasen den entsprechenden Text in der Sprachenbroschüre und zeigten Interesse an Lesestoff in ihrer Sprache. Der Bruder druckte zu Hauseie die ersten beiden Kapitel der Erwartet-Broschüre aus und ging zwei Tage später wieder hin. So konnte er am selben Tag ein Bibelstudium beginnen, die Familie kam sofort zur nächsten Zusammenkunft – und 14 Tage später waren sie schon wieder weg. Sie waren in ein anderes Lager verlegt worden.

    Wenn der Bruder erst mal auf Literatur, die er erst hätte bestellen müssen, gewartet hätte, hätte er die Familie nicht mehr erreicht.

    Aber ebenso wie die Beispiele zum Themas Gastfreundschaft, machte auch hier die Unparteilichkeit zusätzliche Anstrengungen nötig. Schon allein das Besorgen der entsprechenden Literatur nahm sicherlich sehr viel mehr Zeit in Anspruch, als nur auf unseren Stapel in unserem Regal zu greifen.

    Wie wir sehen, ist unser liebevoller Schöpfer unparteiisch. Für ihn ist jeder annehmbar, der IHN liebt und sich nach IHM ausrichtet.

    Ahmen wir ihn auch in dieser Hinsicht nach? Setzen wir unsere Zeit, unsere Kraft und unsere finanziellen Mittel auch dafür ein, denen zu helfen, die Jehova leben?

    Dies können wir tun, indem wir sie ermuntern, an Jehova und der wahren Anbetung festzuhalten – wenn es sich um unsere Brüder und Schwestern handelt – und indem wir anderen aufrichtigen Personen helfen, diesen wundervollen Gott besser kennenzulernen. Dann werden diese ebenso wie wir den Wunsch entwickeln, den Schöpfer anzubeten und ihrerseits andere ermuntern und zu diesem wundervollen Gott hinzuführen!

  57. Juleam 29. Februar 2012 um 10:00 Link zum Kommentar

    5. Mose 1:19-35

    Kanaan zum Greifen nah

    19 (4. Mose 13-14)
    Auf Befehl des Herrn verließen wir dann den Horeb und machten uns auf den Weg zum Bergland der Amoriter. Wir durchquerten die große, schreckliche Wüste, die ihr ja auch kennt, und erreichten Kadesch-Barnea. 20 Dort sagte ich zu euren Eltern: »Wir sind da! Hier beginnt das amoritische Bergland, das der Herr, unser Gott, uns schenken will. 21 Ja, er gibt das Land in eure Gewalt! Erobert es, und nehmt es in Besitz! Denn so hat es euch der Herr, der Gott eurer Vorfahren, befohlen. Habt keine Angst! Lasst euch nicht entmutigen!«

    22 Darauf entgegnete das ganze Volk: »Wir würden lieber einige Männer vorausschicken, die das Land erkunden. Sie können herausfinden, auf welchem Weg wir am besten hineinkommen und welche Städte es dort gibt.« 23 Der Vorschlag gefiel mir, und ich wählte zwölf Männer aus, einen aus jedem Stamm. 24 Sie zogen ins Bergland hinauf und erkundeten es bis zum Eschkoltal. 25 Als sie zurückkamen, brachten sie uns Früchte von dort mit und erklärten: »Das Land ist gut, das der Herr, unser Gott, uns gibt.«

    26 Aber eure Eltern wollten es nicht erobern. Sie weigerten sich, dem Herrn, ihrem Gott, zu gehorchen. 27 Ängstlich hockten sie in ihren Zelten und klagten: »Der Herr hasst uns! Er hat uns nur aus Ägypten geholt, damit die Amoriter uns angreifen und vernichten! 28 Warum sollten wir ihnen freiwillig in die Arme laufen? Die Kundschafter haben uns allen Mut genommen. Sie haben gesagt, dass die Menschen dort stärker und größer sind als wir. Ihre Städte sind Festungen, die bis zum Himmel reichen! Auch die Anakiter leben dort; sie sind Riesen!«

    29 Ich erwiderte: »Lasst euch doch keine Angst einjagen! Fürchtet euch nicht vor ihnen! 30 Der Herr, euer Gott, geht vor euch her! Er selbst kämpft für euch, genau wie er es in Ägypten getan hat. Ihr habt es doch mit eigenen Augen gesehen! 31 Und ihr habt auch erlebt, wie der Herr, euer Gott, euch auf dem Weg durch die Wüste geholfen hat. Bis hierher hat er euch getragen wie ein Vater sein Kind.« 32 Trotzdem haben eure Eltern dem Herrn, ihrem Gott, nicht vertraut. 33 Dabei ist er doch sichtbar vor unserem Volk hergegangen und hat uns von einem Lagerplatz zum nächsten geführt! Nachts hat er mit seinem Feuer unseren Weg erleuchtet, und am Tag war er in der Wolke bei uns.

    Eine Geschichte, die wir ja gut kennen. Selbst unsere Kleinen kennen sie bereits aus dem Geschichtenbuch und dem entsprechenden Drama. Aber wie berührt sie uns?

    Vielleicht sind ja auch wir wegen einer Sache ängstlich oder befinden uns auf andere Art in einer scheinbar aussichtslosen Situation, so dass wir uns am liebsten in das nächste Mauseloch verkriechen würden. Wie kann uns diese Geschichte dann helfen und ernuntern?

    Solange wir den Willen unseres Gottes tun – solange wird er mit uns sein! Er wird sogar vor uns her gehen, auch wenn wir das gerade nicht so bemerken.

    Wenn unser Gott mit uns ist, dann brauchen wir uns nicht zu fürchten. Dann ist es völlig egal, wie aussichtslos alles erscheint. Dann ist es egal, was andere Menschen sagen oder von uns denken. Wichtig ist nur, dass wir in unserem Denken und Tun in Übereinstimmung mit Jehova sind. Dann müssen wir uns in gewissem Sinne Scheuklappen anlegen und unseren Blick ganz fest auf unser Ziel fixiern – auf Jehova!

    Ebenso wie Petrus, als Jesus ihn aufforderte, über das Wasser zu ihm zu kommen. Solange Petrus den Blick ganz fest auf ihn gerichtet hielt, funktionierte das. Ebenso fest müssen wir unsere Blick auf Jehova fixieren – dann können wir alles schaffen, was unser Gott von uns möchte. Er lässt uns nicht allein!

    Einen sehr schönen Gedanken hatte gestern eine Schwester zu Jesaja 66:11-12:

    darum, daß ihr saugen und gewiß Sättigung erlangen werdet aus der Brust des vollen Trostes durch sie; darum, daß ihr schlürfen werdet und Wonne erlangt von der Mutterbrust ihrer Herrlichkeit. 12 Denn dies ist, was Jehova gesagt hat: „Hier wende ich ihr Frieden zu so wie einen Strom und die Herrlichkeit von Nationen so wie einen flutenden Wildbach, und ihr werdet bestimmt saugen. An der Seite werdet ihr getragen und auf den Knien werdet ihr geliebkost werden.

    Wenn wir uns das Gesagte mal bildlich vorstellen: wir dürfen wie ein Kind bei seiner Mutter auf SEINEM Schoß sitzen und er nimmt uns in seine Arme und tröstet uns. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass wir ein gutes Verhältnis zu IHM haben,

    Was für ein wunderbarer Gedanke!

    Also denken wir immer daran: solange wir so leben, wie es Jehova gefällt, lässt er uns niemals allein. Er wird immer bei uns sein und uns helfen und uns trösten. Mit ihm an unserer Seite können wir alles schaffen.

    Falls wir gerade nicht so leben, wie es Jehova gefällt, haben wir ja die Möglichkeit, von unserem verkehrten Weg umzukehren und ab sofort unser Leben zu ändern und so zu leben, dass wir IHM gefallen. Dann wird er auch mit uns sein.

    Ist das nicht wundervoll?

  58. Juleam 29. Februar 2012 um 18:12 Link zum Kommentar

    5. Mose 1:37-38

    Auch auf mich wurde der Herr euretwegen zornig und sagte zu mir: »Du wirst das Land ebenfalls nicht betreten. 38 An deiner Stelle wird Josua hineingehen, der Sohn Nuns, der dir bei deinen Aufgaben geholfen hat. Ermutige ihn! Denn er soll Kanaan unter den Israeliten aufteilen.«

    Können wir uns das vorstellen?:

    Ein anderer wird die Hoffnung erben, die uns unser ganzes Leben lang aufrecht erhalten hat – und ausgerechnet wir sollen ihn dazu ermuntern und ihn schulen?

    Dazu gehört sicherlich jede Menge Demut und Liebe zu Jehova, seinem Vorhaben und zu unserem Nächsten.

    Aber wir kenne noch einen ähnlichen Fall: König David

    David wollte Jehova gern einen Tempel bauen, aber Jehova lehnte ab. Statt seiner sollte sein Sohn den Tempel bauen.

    Statt sich nun enttäuscht und frustriert abzuwenden – “dann eben nicht” – bereitete David einfach schon mal alles vor, so dass sein Sohn dann zu seiner Zeit ohne große Verzögerung den Plan umsetzen konnte.

    Wie wir sehen, stellten Moses sowie David Jehovas Interessen über ihre eigenen. Auch wenn sie vielleicht enttäuscht waren, so gingen sie doch ganz entschlossen den Weg mit Jehova weiter und taten weiterhin alles, was in ihrer Macht stand, um Jehovas Vorhaben zu unterstützen.

    Wie gehen wir mit ähnlichen Enttäuschungen um? Zeigt sich durch unsere Reaktion – unser Denken, Reden und Handeln – dass uns die Interessen Jehovas wichtiger sind als unsere eigenen?

    Oder drehen wir uns verbittert von Jehova und der wahren Anbetung weg und versuchen, wenigstens das Beste aus diesem System herauszuholen?

    Sind wir wirklich bereit, uns unter die mächtige Hand Jehovas zu erniedrigen?

  59. Juleam 29. Februar 2012 um 18:18 Link zum Kommentar

    5. Mose 3:23-28

    Mose will nach Kanaan

    23 In dieser Zeit flehte ich den Herrn an: 24 »Herr, mein Gott, dem ich diene! Du hast gerade erst begonnen, mir deine Größe und Macht zu zeigen! Wo ist ein Gott im Himmel oder auf der Erde, der solche Werke vollbringen kann und der so mächtig ist wie du? 25 Ich bitte dich: Lass mich mit hinübergehen und das gute Land jenseits des Jordan sehen, das schöne Bergland und den Libanon.«

    26 Aber der Herr war euretwegen zornig auf mich und erfüllte meine Bitte nicht. Er sagte zu mir: »Genug damit! Ich will von dieser Sache nichts mehr hören! 27 Steig auf den Gipfel des Berges Pisga, und schau nach Westen, Norden, Süden und Osten! Sieh dir das Land von dort aus an! Aber den Jordan wirst du nicht überschreiten. 28 Josua wird die Israeliten hinüberbringen und das Land unter ihnen aufteilen. Sag ihm, was er tun soll, stärke und ermutige ihn!«

    Vorhin hatte ich noch gesagt, dass Moses darüber nicht enttäuscht war – aber das ist wohl nicht der richtige Ausdruck.

    Es ist ganz normal, dass wir darüber enttäuscht sind, wenn die Dinge, die wir uns erhofft haben, nicht eintreffen. Schon der Sprücheschreiber schrieb, dass hinausgeschobene Erwartung das Herz krank machen kann.

    Aber Enttäuschung ist noch etwas anderes als Frust und Verbitterung.

    Moses war zwar enttäuscht, was auch seine Bitte das Land wenigstens zu sehen zeigt – aber er war nicht verbittert. Er verstand, was Jehova wollte und warum.

    Vielleicht ein kleines Beispiel:

    Ich hatte mich so sehr darauf gefreut, dass mein Mann einige Tage frei haben sollte. Hatte schöne Ausflüge mit ihm geplant und mich schon darauf gefreut. Aber er war aufgrund der vielen Arbeit davor völlig ausgebrannt – und so hat er die freien Tage fast nur geschlafen un so hatte ich so gut wie gar nichts von ihm. Natürlich war ich darüber ziemlich enttäuscht – aber ich konnte ihn ja auch verstehen und so habe ich ihn schlafen lassen.

    Ich war zwar traurig, dass aus den schönen Ausflügen nichts geworden ist – aber ich war ihm weder böse noch verbittert darüber.

    Ebenso ging es Moses mit Jehova und seinen Gefühlen darüber, dass er nicht in das verheissene Land durfte

  60. Juleam 3. März 2012 um 17:14 Link zum Kommentar

    5. Mose 4 – 6

    5. Mose 4:9-14

    Hütet euch davor, etwas von dem, was ihr gesehen habt, zu vergessen! Erinnert euch euer Leben lang daran, und erzählt es euren Kindern und Enkeln weiter! 10 Denkt daran, wie ihr euch am Berg Horeb in der Gegenwart des Herrn, eures Gottes, versammelt habt. Damals forderte der Herr mich auf: »Lass die Israeliten hier bei mir zusammenkommen, ich will zu ihnen sprechen. Sie sollen lernen, mich zu achten und ihren Kindern meine Worte weiterzusagen.«

    11 Da seid ihr alle zum Fuß des Berges gekommen. Der Berg brannte, Feuer loderte bis zum Himmel, und dunkle Wolken umhüllten ihn. 12 Aus dem Feuer sprach der Herr, euer Gott, zu euch. Seine Gestalt habt ihr nicht gesehen, nur seine Stimme konntet ihr hören. 13 Er sagte, dass er einen Bund mit euch schließen wollte, an den ihr euch halten solltet. Er gab euch die Zehn Gebote und schrieb sie auf zwei Steintafeln. 14 Mir befahl er, euch seine Gebote und Weisungen zu erklären. Sie sollen euer Leben in dem Land bestimmen, in das ihr nun zieht und das ihr in Besitz nehmen werdet.

    Auch wir haben unserem Gott Treue gelobt – als wir uns zum Zeichen unserer Hingabe haben taufen lassen.

    Vergessen wir nie, was wir mit ihm erlebt haben, wie wir ihn durch das Studium der Bibel kennengelernt und liebengelernt haben. Erinnern wir uns an alles, was er uns durch sein Wort gesagt hat und noch sagt – und richten wir unser Leben danach aus!

  61. Juleam 3. März 2012 um 17:16 Link zum Kommentar

    5. Mose 4:25-31

    Wenn ihr dann schon längere Zeit im Land Kanaan lebt und Kinder und Enkel habt, geratet ihr womöglich auf Abwege: Ihr fertigt euch eine Götzenstatue in Gestalt irgendeines Lebewesens an und tut damit, was der Herr, euer Gott, verabscheut! Ihr fordert seinen Zorn heraus. 26 So rufe ich heute Himmel und Erde als Zeugen an: In diesem Fall werdet ihr mit Sicherheit schnell aus dem Land verschwinden, das ihr jetzt erobert. Ihr werdet nicht lange dort bleiben, sondern völlig vernichtet werden. 27 Der Herr wird euch vertreiben, und nur wenige von euch werden in den fremden Ländern überleben, in die er euch bringen wird. 28 Dort müsst ihr Göttern dienen, die von Menschen gemacht sind, Götzen aus Holz und Stein, die nicht sehen, nicht hören, nicht essen und nicht riechen können.

    29 Dann werdet ihr den Herrn, euren Gott, suchen. Und ihr werdet ihn finden, wenn ihr ehrlich und von ganzem Herzen nach ihm fragt. 30 Wenn euch all dies am Ende der Zeit zustößt, werdet ihr in eurer Not zum Herrn, eurem Gott, zurückkehren und wieder auf ihn hören. 31 Denn der Herr, euer Gott, ist barmherzig. Er gibt euch nicht auf und lässt euch niemals untergehen. Für immer hält er an dem Bund fest, den er mit euren Vorfahren geschlossen hat. Denn das hat er geschworen.

    Ob sie sich wohl Zeit ihres Lebens an diese Aussage erinnerten?

    Vielleicht brachte sie dies auch dazu, “vom Schlechten zum Schlimmeren fortzufahren”, weil “die Strafe nicht auf dem Fuße folgte”. Denn es hat ja dann doch eine ganze Weile gedauert, bis Jehova sie verwarf und ins Exil führte.

    Interessanterweise haben sie nach einer Zuchtmaßnahme immer zu Jehova wieder zurückgefunden. Aber ob das wirklich immer aus einem aufrichtigen Herzen heraus war? Oftmals kommt mir ihre “Umkehr” eher wie Pharaos Reaktion auf die Plagen vor.

  62. Juleam 3. März 2012 um 17:17 Link zum Kommentar

    5. Mose 4:42-43

    als Zufluchtsorte für Totschläger. Wenn jemand einen anderen versehentlich und nicht aus Feindschaft getötet hatte, konnte er in eine dieser Städte fliehen und so sein Leben retten. 43 Mose wählte die Stadt Bezer in der Steppe der Hochebene für den Stamm Ruben aus, die Stadt Ramot in Gilead für den Stamm Gad und die Stadt Golan im Land Baschan für den Stamm Manasse.

    Interessanterweise konnte der Zufluchtsuchende sich nicht aussuchen, in welche der Zufluchtstädte er ging – sondern alles war bis ins Kleinste geregelt

  63. Juleam 3. März 2012 um 17:19 Link zum Kommentar

    5. Mose 5:20

    Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen!

    Eine sehr schöne Übersetzung!

    Bei uns heisst es ja “nicht falsch Zeugnis geben” oder “verleumden”. Aber das hier geht ja noch weiter:

    Jede Unwahrheit, die ich über einen anderen erzähle ist eine Sünde gegen Jehova. Da gebe ich mir gleich noch mehr Mühe, darauf zu achten, was ich über andere sage!

    Eigentlich zählt dazu noch mehr: wenn ich bewußt ein falsches Bild von einem anderen vermittle, indem ich z.B. seine Fehler überbewerte und übertreibe und seine guten Seiten verschweige – dann rede ich eigentlich auch Unwahres über ihn.

    Hier wird dann auch wieder deutlich, wie wichtig es ist, auf unsere Gefühle zu achten. Denn wenn ich auf jemanden sauer bin, dann neige ich doch sehr dazu, es auch auszudrücken und in der Wut übertreibe ich dann mächtig das, was der andere falsch gemacht hat.

    Ganz schlimm ist es, wenn wir dann nichts gegen solche Gefühle tun und Groll entwickeln. Wir erinnern uns, dass wir keinen Groll hegen sollen, weil wir sonst zum Mörder werden. Denken wir nur an die Aussage Jesu, dass aus dem Herzen böse Taten wie Groll und Mordtaten kommen. Ebenso wie jemand, der einen anderen begehrlich ansieht, bereits in seinem Herzen Ehebruch begangen hat – ebenso hat wohl auch jeder, der einem anderen fortgesetzt grollt, in seinem Herzen bereits einen Mord begangen.

    Erinnern wir uns auch an Kain, der nichts gegen seine negativen Gefühle für Abel tat. Wissen wir noch, was Jehova zu ihn sagte – und wie die Geschichte ausging?

    Also achten wir auf unsere Gedanken und Gefühle – dann werden wir auch das, was wir sagen, besser im Griff haben

  64. Juleam 4. März 2012 um 18:26 Link zum Kommentar

    5. Mose 7 – 9

    5. Mose 7:6-15

    Denn ihr seid ein heiliges Volk – ihr gehört ganz dem Herrn, eurem Gott. Unter allen Völkern der Welt hat er euch als sein Volk ausgewählt. 7 Das hat er nicht etwa getan, weil ihr zahlreicher wärt als die anderen Völker. Denn ihr seid ja das kleinste von allen Völkern. 8 Nein, aus Liebe hat er sich euch zugewandt und weil er das Versprechen halten wollte, das er euren Vorfahren gegeben hat. Darum hat er euch mit großer Macht aus der Sklaverei in Ägypten herausgeholt, er hat euch aus der Gewalt des Pharaos, des Königs von Ägypten, befreit. 9 So erkennt doch: Der Herr, euer Gott, ist der wahre und treue Gott! Über Tausende von Generationen steht er zu seinem Bund und erweist allen seine Güte, die ihn lieben und sich an seine Gebote halten. 10 Die ihn aber hassen, bestraft er sofort mit dem Tod. Er wartet nicht, sondern gibt ihnen gleich, was sie verdienen.

    11 Darum lebt nach den Weisungen, Ordnungen und Geboten, die ich euch heute gebe! 12 Wenn ihr sie befolgt, wird der Herr sich an seinen Bund mit euch halten. Ihr werdet weiter seine Güte erfahren, wie er es euren Vorfahren zugesagt hat. 13 Er wird euch lieben und segnen, euch viele Kinder schenken und euer Volk wachsen lassen. In dem Land, das er euren Vorfahren für euch versprochen hat, werdet ihr Getreide, Weintrauben und Oliven in Hülle und Fülle ernten. Eure Rinder, Schafe und Ziegen werden sich stark vermehren. 14 Ihr werdet reicher gesegnet sein als alle anderen Völker. Niemand von euch wird unfruchtbar sein, kein Mann, keine Frau und auch keines eurer Tiere. 15 Der Herr wird euch vor jeder Krankheit bewahren. Die schrecklichen Seuchen, die ihr in Ägypten kennen gelernt habt, wird er von euch fern halten und sie denen schicken, die euch hassen.

    Ist dies wirklich wörtlich zu nehmen? Ich denke nicht

    Zum einen wissen wir alle aus Erfahrung, dass die Bösen nicht sofort von Jehova bestraft werden. Vielleicht spricht er für sich selbst sofort das Urteil über die bösen Taten – aber leider folgt die Strafe ja bekanntlich nicht auf dem Fuße. Genau dies war es ja, was später Asaph fast zum Straucheln brachte.

    Auch ist es nicht so, dass es unter den gottesfürchtigen Frauen keine Unfruchtbaren geben würde – denken wir nur an Hanna, die fast darüber verzweifelte und an die Nebenfrau ihres Mannes, die Hanna deshalb immer wieder verspottete.

    Daher können diese Punkte meiner Ansicht nach unmöglich wörtlich gemeint sein.

    Außerdem hätte der Satan ja dann mit seinen Anschuldigungen Recht: wenn alle, die Jehova wirklich dienen, sofort im Hier und Jetzt so überaus gesegnet wären, könnte er sicherlich zu Recht behaupten, dass sie alle Jehova nur aus selbstsüchtigen Motiven dienen würden.

    Aber warum sagt Moses das hier dann so, dass ein solcher falscher Eindruck entsteht?

  65. Juleam 4. März 2012 um 18:30 Link zum Kommentar

    5. Mose 8:2-6

    Erinnert euch an den langen Weg, den der Herr, euer Gott, euch bis hierher geführt hat, an die vierzig Jahre in der Wüste. Er ließ euch in Schwierigkeiten geraten, um euch auf die Probe zu stellen. So wollte er sehen, wie ihr euch entscheiden würdet: ob ihr nach seinen Geboten leben würdet oder nicht. 3 Er legte euch Entbehrungen auf und ließ euch hungern. Dann gab er euch das Manna zu essen, das weder ihr noch eure Vorfahren kanntet. Er wollte euch damit zeigen, dass der Mensch nicht allein von Brot lebt, sondern von allem, was der Herr ihm zusagt.

    4 In diesen vierzig Jahren ist eure Kleidung nicht verschlissen, und eure Füße sind nicht geschwollen. 5 Daran könnt ihr erkennen, dass der Herr, euer Gott, es gut mit euch meint. Er erzieht euch wie ein Vater seine Kinder. 6 Beachtet deshalb seine Weisungen! Lebt so, wie es ihm gefällt, und habt Ehrfurcht vor ihm!

    16-18Durch diese schwere Zeit wollte er euch auf die Probe stellen, um euch danach umso mehr mit Gutem zu beschenken.

    17 Wenn dieses Gute nun kommt, sagt nicht: »Das haben wir aus eigener Kraft geschafft, es ist unsere Leistung!« 18 Denkt vielmehr an den Herrn, euren Gott, der euch die Kraft gibt, Reichtum zu erwerben!

    ich finde es gerade nicht wieder, aber ich habe in einem der drei Bücher, die ich im letzten Monat gelesen habe (Geist, Jeremia, Lebensweg) den Gedanken gelesen, dass wir unmöglich aus eigener Kraft Jehova unter Prüfungen treu bleiben können.

    Ja, es stimmt: wenn wir auf Jehova vertrauen und ihn wirklich von Herzen her lieben, dann werden wir immer unsere Lauterkeit bewahren – aber wir benötigen den Geist und die Kraft Jehovas dazu. Aus uns selbst könnten wir dies nicht.

    Das bedeutet aber auch im Gegenschluß: Personen, die Jehova bereits über viele Jahre hinweg wirklich treu sind – auch wenn sie in diesem System persönlich überhaupt nichts davon haben, da sie von Gottes Volk isoliert wurden – haben ganz bestimmt den Geist und den Segen von Jehova. Sonst wäre ihnen dies unmöglich.

    Im Geist-Buch wird zudem gesagt, dass Jehova nur denjenigen seinen heiligen Geist gibt, die in Übereinstimmung mit seinem Willen leben. Wer also nicht von ganzem Herzen bemüht ist, Jehova wohlzugefallen und entsprechend zu leben, wird niemals diesen Geist bekommen. Ohne den Geist widerum ist es unmöglich, in Prüfungen zu bestehen.

    Das Einzige, was wir selbst noch dazu tun können, ist, dass wir uns nicht selbst von Gottes Liebe trennen und uns auf ihn verlassen. Also das Risiko eingehen, darauf zu vertrauen, dass er die Dinge regeln wird. Aber dies geht nur dann, wenn wir den Geist von ihm erhalten, um den ihn jeder bitten darf…

    Alles klar?

  66. Juleam 4. März 2012 um 18:36 Link zum Kommentar

    5. Mose 9:4-7

    Wenn der Herr, euer Gott, dies für euch tut, dann denkt nicht: »Wir bekommen dieses Land, weil wir so leben, wie es dem Herrn gefällt.« Nein, er vertreibt diese Völker, weil sie von ihm nichts wissen wollen. 5 Nicht wegen eurer Vollkommenheit und Aufrichtigkeit kommt ihr hinein! Die Bewohner Kanaans müssen euch weichen, weil sie gottlos sind und weil der Herr ihr Land euren Vorfahren Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid versprochen hat.

    6 Begreift doch: Ihr habt dieses gute Land nicht verdient! Im Gegenteil, ihr seid ein widerspenstiges Volk. 7 Denkt nur daran, und vergesst nie, wie ihr in der Wüste den Zorn des Herrn, eures Gottes, herausgefordert habt. Auf dem ganzen Weg von Ägypten bis hierher habt ihr euch gegen ihn aufgelehnt.

    Auch wir sind unvollkommen und machen Fehler – daher hat niemand von uns den Lohn verdient, sondern es ist eine liebende Güte von Jehova!

  67. Juleam 4. März 2012 um 18:38 Link zum Kommentar

    5. Mose 10 – 12

    Das Kapitel 10 ist “etwas durcheinander”. Moses erzählt den Israeliten das, was sie mit Jehova erlebt haben, aber offenbar nicht in chronologischer Reihenfolge.

    Denn nachdem er die zweiten Steintafeln in die “hölzerne Kiste” getan hatte, stirbt Aaron und direkt im Anschluss wählt Jehova die Leviten für den Priesterdienst aus. Wie wir wissen, ist Aaron ja erst sehr viel später gestorben.

    Aber warum wird sein Tod direkt nach den Steintafen in Moses Vortrag eingeflochten? Welchen Sinn macht diese Erwähnung an genau der Stelle?

  68. Juleam 4. März 2012 um 18:42 Link zum Kommentar

    5. Mose 10:12-17

    Wir haben einen großen Gott!

    12 Nun, ihr Israeliten! Was verlangt der Herr, euer Gott, von euch? Nichts anderes, als dass ihr ihn achtet und immer seinen Wegen folgt, dass ihr ihn liebt und ihm von ganzem Herzen mit aller Hingabe dient. 13 Richtet euch nach seinen Geboten und Ordnungen, die ich euch heute gebe! Dann wird es euch gut gehen.

    14 Dem Herrn, eurem Gott, gehört der weite Himmel, die Erde und alles, was dort lebt. 15 Doch euren Vorfahren wandte er seine besondere Liebe zu. Euch, ihre Nachkommen, hat er aus allen Völkern auserwählt, sein Volk zu sein. Das seid ihr heute noch! 16 Deshalb wendet euch von ganzem Herzen dem Herrn zu, und gebt euren hartnäckigen Widerstand auf!

    17 Denn der Herr, euer Gott, ist größer als alle Götter und mächtiger als alle Herrscher! Er ist der große und starke Gott, den man fürchten muss. Er ist gerecht und unbestechlich.

    Auch uns hat Jehova in gewissem Sinne “auserwählt” – denn er hat uns zu sich hingezogen!

    Auch wir sollten uns als dankbar erweisen und so leben, dass wir seinem Namen Ehre bereiten und sein Herz erfreuen. Denn wir dürfen dem gleichen Gott wie die Israeliten dienen. Unser Gott ist wunderbar und sehr zu preisen.

    Das erinnert mich dann auch wieder an die zweite Dienstansprache “Alles was atmet, preise Jah”:

    Der Bruder hat die ganze Schöpfung mit einem Orchester verglichen, das gemeinsam eine Symphonie aufführt. Jeder hat eine andere Rolle, der eine spielt in moll, der andere adagio usw, jeder gibt sein Bestes und gemeinsam hört sich das toll an.

    Bei dem Gedanken kam mir dann gleich der Chor der Brüder auf einem Bezirkskongress in den Sinn, wenn die Tausenden gemeinsam das Dankeslied singen. Obwohl wir alle unvollkommen sind und sicherlich jeder einzelne für sich – bis auf wenige Ausnahmen – “krumm und schief” singt, hören sich alle zusammen so toll an, dass ich jedesmal eine richtige Gänsehaut bekomme. So etwas Wunderbares kommt dabei heraus, wenn alle zusammen aus tiefsten Herzen voller Inbrunst ein Lied des Dankes und der Wertschätzung für ihren Schöpfer singen.

    Aber jeder muss auch sein Bestes geben. Wenn jemand eigentlich Trompete spielt, dann erwarten wir auch einen entsprechenden Ton aus seinem Musikinstrument – und kein leises schwaches Pfeifen.

    Ja, wir als ganze Schöpfung spielen gemeinsam eine wundervolle Symphonie für unseren Schöpfer, denn er ist dessen würdig, weil er uns alle erschaffen hat. Ohne IHN gebe es uns überhaupt nicht!

    Und wenn ER uns nicht zu sich hingezogen hätte – dann würden wir nicht zu seinem auserwählten Volk gehören. Erweisen wir uns als dankbar dafür und stimmen in das Lied des Lobpreises mit ein?

    Und erweisen wir uns als würdig, zu diesem Volk zu gehören – indem wir so leben, wie es IHM gefällt?

    Vers 20-21

    Habt Ehrfurcht vor dem Herrn, eurem Gott! Dient ihm, und haltet ihm die Treue! Schwört nur bei seinem Namen! 21 Ihr könnt stolz darauf sein, dass er euer Gott ist! Welch gewaltige und furchterregende Taten hat er vor euren Augen vollbracht!

  69. Juleam 4. März 2012 um 18:44 Link zum Kommentar

    5. Mose 11:2-4

    Denkt daran, was er getan hat, um euch zu erziehen! Die Älteren unter euch waren noch dabei, als der Herr, euer Gott, in Ägypten seine Macht und Stärke gezeigt hat. Eure Kinder haben es nicht miterlebt, 3 aber ihr habt gesehen, welche gewaltigen und unfassbaren Taten der Herr in Ägypten vollbracht hat, was er mit dem Pharao, dem König von Ägypten, und mit seinem Volk getan hat. 4 Als das ägyptische Heer euch mit Reitern und Kriegswagen nachjagte, ließ er sie im Schilfmeer untergehen. Er hat sie vollständig vernichtet. Bis heute hat sich Ägypten nicht von diesem Schlag erholt.

    Zu wem spricht Moses hier?

    Sie standen ja nun kurz davor, ins Land der Verheißung einzuziehen. Alle, die aus Ägypten ausgezogen waren, waren doch inzwischen gestorben – bis auf die Leviten. Mußte er die Leviten wirklich daran erinnern?

    Dass er es der jungen, neuen Generation in den Sinn ruft, ja rufen muss, ist ja klar. Aber er spricht ja hier diejenigen an, die das noch miterlebt haben.

  70. Juleam 4. März 2012 um 18:45 Link zum Kommentar

    5. Mose 11:16-17

    Gebt Acht! Lasst euch nicht dazu verführen, dem Herrn den Rücken zu kehren! Dient keinen anderen Göttern, betet sie nicht an! 17 Sonst wird der Herr zornig auf euch und lässt es nicht mehr regnen, so dass auf den Feldern nichts mehr wächst. In kurzer Zeit werdet ihr umkommen und nichts mehr von dem guten Land haben, das der Herr euch jetzt gibt.

    Interessanterweise ist genau dies eingetreten, weil sie dies Worte nicht beachtet haben. Denn zur Zeit von Elisa gab es eine sehr lange Trockenzeit…

  71. Juleam 4. März 2012 um 18:47 Link zum Kommentar

    hier noch zwei sehr schöne Texte:

    5. Mose 11:18-19

    Bewahrt deshalb diese Worte im Herzen! Denkt immer daran! Schreibt sie zur Erinnerung auf ein Band, und bindet es um die Hand und die Stirn! 19 Bringt die Gebote euren Kindern bei! Redet immer und überall davon, ob ihr zu Hause oder unterwegs seid, ob ihr euch schlafen legt oder aufsteht!

    5. Mose 11:26-28

    Nun müsst ihr euch entscheiden: Wählt zwischen Segen und Fluch! 27-28 Der Herr, euer Gott, wird euch segnen, wenn ihr auf seine Gebote achtet. Doch sein Fluch trifft euch, wenn ihr nicht darauf hört, sondern vom Weg abweicht, den ich euch heute zeige, wenn ihr anderen Göttern nachlauft, die ihr bisher nicht einmal kanntet.

  72. Juleam 7. März 2012 um 08:35 Link zum Kommentar

    5. Mose 13 – 16

    5. Mose 13:18-19

    Behaltet nichts vom Eigentum der Einwohner, das nach Gottes Urteil vernichtet werden muss! Dann wird er nicht länger zornig auf euch sein, sondern euch von neuem seine Liebe zeigen. Hört genau auf seine Worte! Gehorcht all seinen Weisungen, die ich euch heute gebe! Verhaltet euch so, wie es dem Herrn, eurem Gott, gefällt! Dann wird er euch gnädig sein und euer Volk weiter wachsen lassen, wie er es euren Vorfahren versprochen hat.

    Das erinnert mich gerade an Achan, der ja etwas von der Beute für sich nahm. Wegen ihm entzog Jehova dem Volk seinen Segen – so lange, bis geoffenbart wurde, wer der Übeltäter war. Erst danach wandte sich Jehova wieder seinem Volk zu.

    Wir sehen: Jehova hat immer gehalten, was er seinem Volk versprochen hat

  73. Juleam 7. März 2012 um 08:38 Link zum Kommentar

    5. Mose 14:21

    Esst auch kein verendetes Tier! Ihr könnt es den Ausländern geben, die in euren Städten wohnen, oder an andere Fremde verkaufen. Sie dürfen es essen. Aber ihr selbst sollt nichts davon nehmen, weil ihr ein heiliges Volk seid und ganz dem Herrn, eurem Gott, gehört.

    Interessant, was ich in der Reihe “Höhepunkte der Bibellesung” dazu gefunden habe:

    Warum war es den Israeliten erlaubt, ein unausgeblutetes totes Tier, das sie selbst nicht essen durften, einem ansässigen Fremdling zu geben oder einem Ausländer zu verkaufen?

    Mit dem Begriff „ansässiger Fremdling“ kann in der Bibel ein Nichtisraelit gemeint sein, der ein Proselyt geworden war, oder ein Siedler, der sich an die grundlegenden Landesgesetze hielt, ohne ein Anbeter Jehovas zu werden. Ausländer und ansässige Fremdlinge, die keine Proselyten wurden, standen nicht unter dem Gesetz und verwendeten unausgeblutete tote Tiere auf verschiedene Weise. Die Israeliten durften ihnen solche Tiere geben oder verkaufen. Der Proselyt stand dagegen unter dem Gesetzesbund. Wie aus 3. Mose 17:10 hervorgeht, war es solch einer Person verboten, Tierblut zu verzehren.

    Dort findet ihr übrigens auch die Antwort auf die Frage zu dem anderen Teil dieses Verses.

    Wenn ihr in die Gallery zur Bibellesung-Linkliste geht, dann werdet ihr feststellen, dass ihr dort nicht nur den Link zum Download der entsprechenden Hördatei findet – sondern auch jeweils die Höhepunkte. Wir erinnern uns doch noch an die begeisternde Serie, die im Januar 2004 im WT begann

  74. Juleam 7. März 2012 um 08:40 Link zum Kommentar

    5. Mose 14:28-29

    In jedem dritten Jahr sollt ihr den zehnten Teil eurer Ernte in euren Städten und Dörfern sammeln und lagern.

    29 Er ist für die Leviten bestimmt, die kein eigenes Land haben, und für die Ausländer, die Waisen und die Witwen. Sie können sich davon nehmen, was sie brauchen. Wenn ihr sie gut versorgt, wird der Herr, euer Gott, euch segnen und all eure Arbeit gelingen lassen.

    Die erste Sozialversicherung?

    Ist es nicht so, dass die Sozialleistungen wie Sozialhilfe, Grundsicherung, Hartz4 und Arbeitslosengeld von den Geldern gezahlt werden, die ein Erwerbstätiger als Sozialleistungen vom Lohn abgezogen, in einem gemeinsamen Topf gesammelt und dann die Bedürftigen ausgezahlt werden?

  75. Juleam 7. März 2012 um 08:44 Link zum Kommentar

    5. Mose 15:7

    Seid nicht hartherzig gegenüber den Armen, die mit euch in dem Land leben, das der Herr, euer Gott, euch schenkt. Sie sind eure Nachbarn und Landsleute! Verschließt euch nicht vor ihrer Not!

    Sehr schön, dass Jehovas Volk sich durch Freigiebigleit auszeichnet. Noch schöner, wenn dies nicht schamlos ausgenutzt wird!

    Immer wieder hören wir in den Medien, wie viele Kinder heute unter der Armutsgrenze leben. Interessant, dass dort auch diejenigen mitgezählt werden, die Hartz4 beziehen. Dabei wird mir immer ganz komisch.

    Was, bitte schön, verstehen wir hier eigentlich unter Armut? Die meisten, die ich kenne, haben eine Wohnung, Kleidung und Nahrung. Ja, die meisten dieser Kinder besitzen sogar ein eigenes Handy, Computer mit Internetanschluss, Fernsehen. Mp3-Player und sogar eine Spielekonsole. Ist das wirklich Armut?

    Wissen wir hier eigentlich wirklich, was Armut ist? Die wenigsten haben jemals wirklich gehungert. Wir sagen zwar, dass wir Hunger haben, aber eigentlich meinen wir “ich habe Appetit” oder “ich möchte gern etwas essen”. Ganz selten gehen in diesem Land Menschen hungrig ins Bett oder haben gar keins. Wir haben immer so viel Mitleid – dabei wird hier scheinbar die Armutsgrenze an einem gewissen Lebensstandart gemessen. Lade doch mal einen Obdachlosen zu dir ein, oder jemand aus einem sozialschwachen Land, oder jemand, der aus einem Gebiet kommt, wo seit Jahren heftiger Krieg tobt – und sage diesem, dass du arm bist. Viele von uns würden sich dann ganz bestimmt schämen, so etwas von sich zu behaupten!

    Bei diesem Gesetz für die Israeliten geht es um wirkliche Armut – nicht darum, dem Bruder zu helfen, einen höheren Lebensstandart zu halten.

    Sicherlich gibt es auch in unserem Land echte Armut. Leider wird gerade diesen Menschen oftmals nicht geholfen, weil wir zu wenig Verständnis für so eine Situation haben oder wir uns überfordert fühlen. Da geben wir die überzähligen Sachen lieber jemand, der zwar selbst genug zum Leben hat, den wir aber kennen oder stecken der Schwester einen größeren Geldschein zu, damit sie sich ihr zigstes Kleid kaufen kann und nach der aktuellen Mode gekleidet ist.

    Nun stellen wir uns vor, wir würden Jehova und Jesus sehen, wie sie sich aus dem Himmel herab beugen und diesem Tun zusehen: an dem wirklich Amen gehen wir mit gerümpfter Nase vorbei, denn “er riecht und sieht richtig zerlumpt und dreckig aus. Ne, dem geben wir nix, der ist ja ekelig”. Aber der Schwester, die eigentlich alles hat, stecken wir immer wieder einen Geldschein zu. Wie mögen Jehova und Jesus wohl darüber denken?

    Vers 9-11

    Seid nicht geizig! Verweigert den Armen aus eurem Volk nicht die nötige Hilfe! Sonst werden sie zum Herrn um Hilfe rufen, und ihr macht euch schuldig. 10 Gebt ihnen gern, was sie brauchen, ohne jeden Widerwillen. Dafür wird euch der Herr, euer Gott, bei all eurer Arbeit segnen und alles gelingen lassen, was ihr euch vornehmt. 11 Es wird immer Arme in eurem Land geben. Deshalb befehle ich euch: Helft den Menschen großzügig, die in Armut und Not geraten sind!

  76. Juleam 7. März 2012 um 09:05 Link zum Kommentar

    5. Mose 17 – 19

    5. Mose 17:8-13

    ganz gleich, ob es dabei um Tötung, Körperverletzung oder etwas anderes geht. 9 Wendet euch dort an die Priester vom Stamm Levi und an den Richter, der gerade im Amt ist, und legt ihnen den Fall vor. Sie werden ein Urteil sprechen. 10 Daran müsst ihr euch halten. Was sie entscheiden, gilt. Denn sie üben ihr Amt an dem Ort aus, wo der Herr wohnt. 11 Befolgt ihre Anweisungen und Vorschriften genau! Weicht in keiner Hinsicht davon ab!

    12 Wenn jemand so vermessen ist, dass er nicht auf den Richter oder den Priester hört, der im Auftrag des Herrn, eures Gottes, sein Amt ausübt, dann soll er getötet werden. Ihr müsst das Böse aus Israel beseitigen! 13 Alle sollen davon hören, damit sie gewarnt sind und niemand mehr so vermessen handelt.

    Hier geht es zwar um die Priester, die von Gott eingesetzt sind – aber in gewisser Weise können wir das auch auf unsere Ältesten im Rechtskomitee beziehen.

    Auch sie sind von Gott eingesetzt, holen sich Rat bei Jehova und sprechen dann ein Urteil – das wir dann achten und respektieren müssen.

    Selbst dann, wenn es in unseren Augen nicht gerecht erscheint, so müssen wir es wegen ihrer Autorität respektieren, die Jehova ihnen gegeben hat.

    Schlecht wäre es dann allerdings, wenn wir darüber verbittern und Groll hegen würden. Denken wir doch einfach dann daran, dass diese für ihr Urteil vor Jehova Rechenschaft ablegen müssen. Und wenn sie wirklich nicht alle Beweise geprüft haben sollten oder aus Parteilichkeit so entschieden haben – so müssen sie Jehova dafür Rechenschaft ablegen. Das ist nicht mehr unsere Sache. Jehova hasst Parteilichkeit und ein Urteil, ohne alle Beweise zu prüfen und ER sagt auch “mein ist die Rache, ich will vergelten”. Also warum uns weiterhin damit beschäftigen?

    Und wenn wir es selbst sind, denen mit so einem Urteil Unrecht getan wurde, oder die wir meinen, ungerecht behandelt worden zu sein?

    Auch dann brauchen wir uns nicht mehr immer und immer wieder damit beschäftigen. Das Urteil ist gesprochen, also akzeptieren wir es. Sie hatten von Jehova die Autorität dazu erhalten und sie müssen für sich selbst vor Jehova Rechenschaft dafür ablegen. Also: was kümmert es uns?

    Gehen wir einfach weiterhin unseren Weg mit Jehova – indem wir unseren Blick ganz fest auf IHN gerichtet halten und legen wir IHM vertrauensvoll die Sache in die Hand. Sehen wir es als eine Möglichkeit an, IHM unsere Liebe und Loyalität zu beweisen. Erinnern wir uns an den Gedanken, den wir vor einigen Tagen gelesen haben: Jehova hat uns vielleicht auch für eine Weile – scheinbar – verlassen, um uns auf die Probe zu stellen. Damit er erkennen könne, was in unserem Herzen ist.

    Vergessen wir nicht,dass Jehova immer mit denen ist, die ihn aus einem aufrichtigen Herzen anrufen und legen wir uns und unser Geschick vertrauensvoll in seine Hand.

    In den letzten Jahren des jährlichen Bibelleseprogramms hatte ich den Eindruck, dass Jehova gerade dann, – gerade in solchen Situationen – besonders eng bei seinen treuen Dienern ist. Gerade dann sagt und zeigt er ihnen, wie sehr er sie liebt, auch wenn er das Schlimme weiterhin zuläßt.

    Eine Erfahrung, die auch wir hier ganz persönlich gemacht haben: umso schlimmer die Umstände, die Anfeindungen, die Intrigen und die Situation auch wurden, desto mehr wurden wir von Jehova in den Arm genommen. Immer, wenn ich dachte “ich kann nicht mehr” oder “das kann ich nicht auch noch ertragen”, hat mir Jehova gezeigt, wie sehr er mich liebt. Oftmals war es, als würde er mich tröstend in den Arm nehmen und an seine Brust drücken, wenn ich gerade dann beim Lesen der Bibel oder der Publikationen buchstäblich über einen Gedanken gestolpert bin, der mich sehr getröstet hat. Aber auch durch die von Herzen kommentare der Brüder und Schwestern oder in einem Vortrag.

    Jehova lässt uns niemals allein. Er lässt das Schlimme zwar zu, aber er tröstet. Hier passt wieder das Beispiel vom Bezirksaufseher: ein Kind ist hingefallen und hat sich das Knie aufgeschlagen. Es weint vor Schreck und Schmerzen. Aber als die Mutter es in den Arm nimmt, hört es schnell wieder damit auf. Nicht, weil die Mutter den Schmerz genommen hat – sondern weil sie durch eine Umarmung tröstet. Denn diese Umarmung sagt dem Kind: “ich liebe dich, du bist nicht allein. Ich weiß, dass dein Knie dir weh tut und am liebsten würde ich deinen Schmerz weg küssen. Aber ich kann es leider nicht.”

    Jehova könnte es schon, aber er tut es nicht, da noch die Streitfrage geklärt werden muss. Trotzdem tut es gut, zu wissen, dass er da ist und uns liebt und dass das, was uns passiert keine Strafe für irgendwas ist – wie es Hiobs Freunde ihm einreden wollten – sondern weil er erst noch was klären muss und uns bittet, dabei als Zeuge für ihn aufzutreten. Und das tun wir doch gerne.

    Also akzeptieren wir die Entscheidungen, die die Ältestenschaften oder ein Rechtskomitee trifft und legen wir die Sache im Bedarfsfall vertrauensvoll in Jehovas Hände.

    Sehr schön fand ich auch die Gedanken von dem Bibelkommentator Macintosh dazu, wo er auszugsweise sagt:

    Eine Versammlung sollte immer auf der Erbringung genügender Beweise bestehen, ehe sie einen Beschluss fasst. Sind keine genügenden Beweise vorhanden, so sollten alle geduldig und vertrauensvoll auf den Herrn warten. Er wird sicher geben, was nötig ist.

    Was hat z. B. eine Versammlung zu tun, in der sich etwas sittlich Böses oder eine Irrlehre eingeschlichen hat und dies nur einem Einzigen bekannt ist? Sie muss, selbst wenn dieser eine vollkommen gewiss und völlig überzeugt ist, warten, bis Gott weitere Zeugen gibt, denn sonst handelt sie einem klaren göttlichen Grundsatz zuwider. Sollte sich nun ein einzelner Zeuge verletzt fühlen, wenn die Versammlung nicht nach seinem Zeugnis handelt? Nein, er sollte dies gar nicht erwarten und in seinen Worten sehr vorsichtig sein, solange sein Zeugnis nicht durch einen oder zwei andere Zeugen bestätigt werden kann. Ebenso wenig darf man eine Versammlung deshalb gleichgültig oder nachlässig nennen, weil sie sich weigert, auf das Zeugnis eines Einzelnen hin zu handeln. Sie befolgt damit nur ein bestimmtes göttliches Gebot.

    Dieser wichtige Grundsatz hat allgemeine Gültigkeit. Wir alle sind nur zu sehr geneigt, voreilige Schlüsse zu ziehen, gewissen Eindrücken Raum zu geben, uns auf Vermutungen zu stützen und durch Vorurteile einnehmen zu lassen. Wir brauchen Wachsamkeit, Ruhe, Ernst und eine besonnene Überlegung, wenn wir solche Dinge richtig beurteilen wollen

  77. Juleam 7. März 2012 um 09:07 Link zum Kommentar

    5. Mose 17:16

    Denn der Herr hat euch verboten, je wieder nach Ägypten zu gehen.

    Mir ist so, als hätte das Volk mehrfach Hilfe bei den Ägyptern gesucht. War es nicht so, dass sie zu Jeremias Zeit vor den Babyloniern nach Ägypten geflohen sind?

    Da sehen wir mal wieder, warum es so wichtig war, dass der König sich selbst eine Abschrift von den GESETZ anfertigte und jeden Tag darin las. Nichts prägt sich so gut ein, wie Dinge, die wir einmal aufgeschrieben haben und immer wieder lesen.

    Vers 18-20

    Wenn er den Thron seines Reiches besteigt, soll man ihm eine Abschrift von diesem Gesetz geben, das bei den Priestern aus dem Stamm Levi aufbewahrt wird. 19 Er muss sie immer bei sich haben und täglich darin lesen, solange er lebt. So wird er lernen, Ehrfurcht vor dem Herrn, seinem Gott, zu haben und alle Ordnungen dieses Gesetzes genau zu befolgen.

    20 Das wird ihn davor bewahren, sich für wichtiger zu halten als die anderen Menschen aus seinem Volk. Wenn er in keiner Hinsicht von diesen Geboten abweicht, werden er und seine Nachkommen lange Zeit in Israel Könige sein.

    An anderer Stelle steht auch das mit dem Abschreiben

    Wenn der König sich an dieses Gebot gehalten hatte, war ihm dieser Text sicherlich gut bekannt. Warum floh Zedekia dann trotzdem nach Ägypten?

    Ja, er hatte Angst vor den Babyloniern – aber Jehova hat ja hier in dem Text gesagt, dass sie nicht wieder nach Ägypten dürfen. Da hatte Zedekia wohl mehr Angst vor Menschen als vor Gott!

  78. Juleam 7. März 2012 um 09:09 Link zum Kommentar

    5. Mose 18:3

    dann soll der Priester davon die Schulter, die Kinnlade und den Magen bekommen

    Was genau soll der Priester denn mit dem Magen des Tieres anfangen?

    Als Werkzeug, wie vielleicht die Kinnlade, kann man ihn sicherlich nicht benutzen. Wir erinnern uns noch an Simson, der so eine Kinnlade als Waffe benutzte?

    Und essen, wie anderen Teile? Habe ich noch nie gehört. Aber vielleicht als Futter für die Hunde? Hatten die Leviten überhaupt Hunde?

  79. Juleam 7. März 2012 um 09:10 Link zum Kommentar

    5. Mose 18:11-12

    Keiner darf mit Beschwörungen Unheil abwenden, Totengeister befragen, die Zukunft vorhersagen oder mit Verstorbenen Verbindung suchen. 12 Wer so etwas tut, ist dem Herrn zuwider. Gerade wegen dieser abscheulichen Bräuche vertreibt er die anderen Völker und gibt euch ihr Land.

    Und trotzdem geht Saul später zu so einem Geistermedium, um mit dem toten Propheten Samuel in Verbindung zu treten – damit ihm dieser sagt, was Jehova will, das er tut.

    Ist das nicht widersinnig?

  80. Juleam 7. März 2012 um 09:12 Link zum Kommentar

    Kapitel 19

    Wenn ich das so lese, wie sehr Jehova hier alles bis ins Kleinste Detail geregelt hat! Ich habe mich in dem letzten Jahren beim Lesen oft gefragt, warum das nötig war. Immerhin hatte Jesus das GESETZ auf zwei reduziert. Das ganze Gesetz darin zusammen gefaßt. Also warum hier bei Moses so ausführlich?

    Mein Mann hat den Gedanken geäußert, dass Jehova wahrscheinlich ursprünglich gar keine so umfangreiche Sammlung vorgesehen hatte, sondern dass möglicherweise die 10 Gebote, die ER selbst auf die Steintafeln geschrieben hatte, ausreichen sollten. Aber als die Israeliten bereits da schon einen Götzen machten und anbeteten, als Moses noch bei ihm auf dem Berg war, entstand scheinbar Bedarf. Vielleicht hatten sie ja nicht verstanden, was er damit meinte, dass sie sich keine Götter machen sollten. So, wie Jesus später zum Thema Ehe sagte, dass Jehova eigentlich die Ehe auf Ewigkeit eingesetzt hatte, “aber im Hinblick auf ihre Herzenshärte” musste er den Fall der Scheidung regeln.

    Trotzdem sind diese ganzen detaillierten Gesetze auch für uns heute von großem Nutzen, denn dadurch lernen wir die Denkweise Jehovas noch besser und ausführlicher kennen.

    Durch die Regelunhg mit den Zufluchtstädten erfahren wir z.b. wie Jehova über Leben denkt. Dass es zwar mildernde Umstände gibt, wenn man aus Versehen jemand getötet hatte, aber dass es auch keine leichte Sache war, sondern bestraft werden musste.

    Auch dazu, was nun zu Totschlag (unbeabsichtigte Tötung) zählte, führt er Beispiele auf. Er wusste also, dass sich nachher viele versuchen würden, herauszureden. Durch diese Anweisungen, die er hier durch Moses geben lässt, macht er ganz klar, wie er denkt und dass man sich bei IHM nicht rausreden kann!

    Es ist so, wie wenn man ein Gebäude von allen Seiten eingehend betrachtet, un einen realen Eindruck davon zu bekommen. Wie gut, dass Jehova unsere Schwächen und Grenzen kennt und us deshalb liebevollerweise eine gute Hilfe an die Hand gibt

  81. Juleam 8. März 2012 um 08:34 Link zum Kommentar

    5. Mose 20 – 22

    5. Mose 20:10-12

    Bevor ihr eine Stadt angreift, fordert ihre Einwohner auf, sich kampflos zu ergeben! 11 Gehen sie darauf ein und öffnen euch die Tore, dann müssen sie sich unterwerfen und für euch arbeiten. 12 Wollen sie aber keinen Frieden schließen, sondern Krieg mit euch führen, so belagert sie.

    Mein erster Gedanke hier war: “warum sollten sie sich ihnen ergeben? Niemand gibt freiwillig auf.”

    Auf der anderen Seite hatte sich ja schon rumgesprochen, dass “dieser mächtige Jehova” mit dem Volk Israel war und welche Machttaten er für sein Volk bereits vollbracht hat.

    Meiner Ansicht nach ist es vor diesem Hintergrund nicht so verwerflich, mit welcher List die Gibeoniter einen Bund mit dem Volk schlossen und dass sich Josua hatte überlisten lassen. Denn damit hatten sich die Gobeoniter ihnen ja ergeben. Sie hatten ja freiwillig ihren Dienst angeboten. Also wäre das auch ohne diese List in Jehovas Sinne gewesen.

    Allerdings wussten die Gibeoniter scheinbar nichts von dieser Anweisung Jehovas – sonst hätten sie sich ihre aufwendige List sparen können und sich einfach ergeben, wenn das Volk Israel ankommt

    Oder gehörten diese zu denen, die in Vers 16 – 18 aufgeführt werden?

    Anders ist es bei Städten in dem Gebiet, das der Herr, euer Gott, euch schenken will. Denn von den Völkern, die hier bisher gelebt haben, dürft ihr niemanden am Leben lassen. 17 An allen müsst ihr Gottes Urteil vollstrecken: an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern. Der Herr hat euch dies befohlen, 18 damit sie euch nicht zu ihrem abscheulichen Götzendienst verführen und ihr euch vom Herrn, eurem Gott, abwendet.

  82. Juleam 8. März 2012 um 08:35 Link zum Kommentar

    5. Mose 20:19

    Wenn ihr eine Stadt längere Zeit belagert, dann zerstört nicht die Bäume in der Umgebung! Sonst habt ihr nichts mehr von ihren Früchten! Darum fällt sie nicht! Oder wollt ihr gegen die Bäume kämpfen?

    Mein erster Gedanke, der mir durch den Kopf schoss war: “warum hätten sie denn die Bäume fällen sollen?”

    Hier zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, die Bibel im Zusammenhang zu lesen – denn bereits der nächste Vers gibt die Antwort:

    Fällt nur die Bäume, die ganz sicher keine Frucht tragen. Aus ihrem Holz könnt ihr Vorrichtungen für die Belagerung bauen, um die Stadt damit einzunehmen.

  83. Juleam 8. März 2012 um 08:38 Link zum Kommentar

    5. Mose 21:1-8

    Die Sühnung eines ungeklärten Mordes

    1 Wenn ihr in dem Land, das der Herr, euer Gott, euch gibt, draußen auf dem Feld einen Toten findet und den Mörder nicht kennt, 2 dann ist Folgendes zu tun: Zunächst sollen die führenden Männer und die Richter der umliegenden Städte kommen und feststellen, welche Stadt dem Fundort am nächsten liegt. 3 Hat man die Stadt bestimmt, dann müssen ihre führenden Männer eine junge Kuh holen, die noch kein Joch getragen und keinen Pflug gezogen hat. 4 Sie bringen sie an einen Bach, der das ganze Jahr Wasser führt, an dessen Ufer aber keine Felder angelegt wurden. Dort brechen sie der Kuh das Genick.

    5 Dann kommen die Priester vom Stamm Levi dazu, die der Herr, euer Gott, erwählt hat, ihm zu dienen und in seinem Namen zu segnen. Ihr Wort entscheidet bei jedem Rechtsstreit und Verbrechen. 6 Vor ihren Augen waschen sich die führenden Männer der Stadt über der toten Kuh die Hände 7 und sagen: »Wir haben diesen Menschen nicht getötet und wissen auch nicht, wer es getan hat. 8 Herr, vergib uns! Wir sind doch dein Volk Israel, das du befreit hast! Bitte zieh uns nicht für den Tod dieses Unschuldigen zur Rechenschaft!« Wenn die Männer dies befolgen, wird den Einwohnern der Stadt dieser Mord nicht angerechnet.

    Eigentlich ging es mir nur um den Vers 6, aber ich hab es dann doch besser im Kontext reingestellt.

    Erinnert uns der Vers 6 an etwas? An eine Begebenheit in der Bibel oder an eine Redewendung?

    Wer wusch sich noch gleich die Hände in Unschuld? Wie war noch mal genau die Formulierung bei Pilatus?

  84. Juleam 8. März 2012 um 08:39 Link zum Kommentar

    5. Mose 21:10-13

    Wenn ihr Krieg führt und der Herr, euer Gott, euch siegen lässt, kann es geschehen, dass ihr Gefangene macht. 11 Vielleicht sieht jemand von euch unter ihnen eine schöne Frau, die ihm so gut gefällt, dass er sie heiraten will. 12 Er darf sie mit nach Hause nehmen. Dort soll sie sich den Kopf kahl scheren, die Nägel schneiden 13 und die Kleider wechseln, die sie als Gefangene getragen hat. Einen Monat soll sie Zeit haben, um ihren Vater und ihre Mutter zu betrauern. Danach kann der Mann sie zur Frau nehmen.

    Warum sollte sich die Frau den Kopf kahl scheren? Hatte das etwas damit zu tun, dass sie sich selbst demütigen sollte? Warum?

  85. Juleam 8. März 2012 um 08:40 Link zum Kommentar

    5. Mose 21:15-17

    Wenn ein Mann zwei Frauen hat, kann es vorkommen, dass er die eine liebt und die andere nicht. Beide haben einen Sohn geboren, die Ungeliebte zuerst. 16 Wenn der Mann später das Erbe aufteilt, darf er nicht den Sohn der geliebten Frau zum Erstgeborenen erklären und den Älteren benachteiligen. 17 Er muss den Sohn der ungeliebten Frau als Erstgeborenen anerkennen und ihm doppelt so viel von seinem Eigentum vererben wie dem jüngeren Sohn. Sein ältester Sohn besitzt für immer alle Rechte des Erstgeborenen.

    Das sieht fast so aus, als würde sich Jehova hier auf die Ehe von Jakob beziehen.

    Auch bei ihm war es die “ungeliebte” Frau, die den ersten Sohn gebar.

    Zur Erinnerung: die “ungeliebte” Frau wurde sehr wohl auch von ihrem Mann geliebt – aber er liebte die andere mehr.

  86. Juleam 8. März 2012 um 08:48 Link zum Kommentar

    5. Mose 21:18-21

    Bestrafung ungehorsamer Söhne

    18 Gesetzt den Fall, ein Sohn ist widerspenstig und stur; er hört nicht mehr auf seinen Vater und seine Mutter. Soviel sie ihn auch ermahnen und bestrafen, es nützt nichts. Er macht, was er will. 19 Dann sollen seine Eltern ihn zu den führenden Männern bringen, die am Stadttor Gericht halten. 20 Sie sollen zu ihnen sagen: »Unser Sohn hier gehorcht uns nicht. Er ist unverbesserlich und hört nicht auf, zu schlemmen und zu saufen.« 21 Darauf sollen alle Männer der Stadt ihn steinigen. Denn ihr müsst alles Böse aus eurem Volk beseitigen! Alle Israeliten sollen von der Bestrafung hören, damit sie gewarnt sind.

    Ein sehr interessanter Text – auch für uns heute:

    Es geht nicht nur darum, dass der Sohn (oder die Tochter) ein Schlemmer oder Trinker ist. Jehova forderte die Kinder auch auf, ihren Eltern in allem gehorsam zu sein und ihnen den nötigen Respekt zu erweisen. Etwas, was der Apostel Paulus für die Christen wiederholte.

    Heute ist Gehorsam und Respekt scheinbar “unmodern” geworden und selbst im neuen revidierten Junge-Leute-Buch steht, dass es normal ist,wenn Jugendliche in der Pubertät gegen ihre Eltern rebellieren und alles mit ihnen ausdiskutieren müssen.

    Das mag sein. Aber bedenken wir: Diebstahl. Ehebruch, Scheidung und Homosexualität sind heute auch normal. Trotzdem steht so ein Verhalten im Gegensatz zu dem Willen Jehovas.

    Oftmals können wir ein Schwester verstehen, die ihren Mann verlässt, weil er ihr nicht genügend Beachtung schenkt. Aber nur, weil wir das verstehen ist es noch lange nicht richtig. Und auch wenn wir verstehen, dass der Abnabelungsprozess schwierig ist und die Jugendlichen immer wieder selbst entscheiden wollen – so ist es noch lange nicht richtig. Der Vater ist das Haupt der Familie – weil Jehova ihm diese Rolle, diesen Platz in der Familie gegeben hat. Und er hat letztendlich die Entscheidungen zu treffen. Auch, wenn es heute in der Welt anders üblich ist und auch dann, wenn das Jugendamt oder ein Familiengericht dem Kind Recht gibt.

    Hier kommt es dann für den Jugendlichen darauf an, was für ihn wichtig ist:

    Will er sein “vermeintliches Recht” einfordern und seinen Willen durchsetzen – oder will er Jehova gefallen?

    Beides geht nicht. Er muss sich hier entscheiden! Wenn er sich Jehova hingegeben und vielleicht sogar schon taufen lassen hat – dann müßte er die Interessen Jehovas über seine eigenen stellen. Auch wenn sich das für ihn selbst in dem Moment nicht so toll anfühlt, klein beizugeben.

    Aber wenn er es tut, dann erfreut er damit ganz sicher das Herz seines liebevollen Gottes und gibt damit dem Widersacher eine schallende Ohrfeige.

    Falls du als Jugendlicher in so einer Situation bist, dann lies bitte noch mal den obigen Bibelvers nach und sie selbst, wie ernst so etwas in Jehovas Augen ist. Dann wirst du ganz bestimmt die richtige Entscheidung treffen und das wird dich ganz bestimmt sehr glücklich machen.

    Und falls du dich bereits falsch entschieden hast, kannst du trotzdem noch Jehovas Herz erfreuen, indem du wie der verlorene Sohn demütig zu deinem Vater gehst und ihn um Entschuldigung bittest. Er wird dich sicherlich ebenso voller Liebe an sein Herz drücken, wie der Vater in dem Gleichnis. Und Jehova erst und sein Sohn. Und denk nur an den Jubel, in den die Engel im Himmel ausbrechen werden, wenn sie sehen, dass du deinen Fehler eingesehen hast und die Interessen Jehovas über deine eigenen setzt.

    In diesem System ist so ein Verhalten von der Welt nicht gefordert und auch sehr selten geworden. Umso größer wird die Freude darüber im Himmel sein!

  87. Juleam 8. März 2012 um 08:50 Link zum Kommentar

    5. Mose 21:22-23

    Hingerichtete müssen am selben Tag begraben werden

    22 Wenn ihr jemanden für ein Verbrechen hinrichtet und seinen Leichnam an einem Pfahl oder Baum aufhängt,

    23 sollt ihr ihn nicht über Nacht dort lassen. Begrabt ihn auf jeden Fall noch am selben Tag! Denn wer so aufgehängt wurde, ist von Gott verflucht. Wenn ihr seinen Leichnam nicht am selben Tag begrabt, verunreinigt ihr das Land, das der Herr, euer Gott, euch schenkt.

    Das ist der Grund, warum die Soldaten den Verbrechern die Beine gebrochen haben – und bei Jesus mit einem Speer die Seite durchstochen haben, um zu sehen, ob er wirklich tot war. Sie mußten noch am selben Tag begraben werden – um Jehova Genüge zu tun

  88. Juleam 8. März 2012 um 08:52 Link zum Kommentar

    5. Mose 23:3

    Immer wenn ihr jemandem helfen könnt, etwas Verlorenes zurückzubekommen, dann tut es! Verweigert niemandem eure Hilfe!

    Huch! Und das fast direkt nach der Sache mit dem ungehorsamen Sohn.

    Mit etwas Phantasie könnte man hiervon ableiten, dass man dem “verlorenen Sohn” beistehen sollte, wenn er seinen Fehler beim Vater wieder gut machen will.

    Es ist für einen jungen Menschen sicherlich nicht leicht, auf seinem Weg umzukehren. Vielleicht hat er längst bemerkt, dass er sich seinen Eltern gegenüber verkehrt verhalten hat und vielleicht wünscht er sich schon eine Weile, er könnte die Zeit zurück drehen, die Dinge ungeschehen machen und dann die richtige Entscheidung treffen. Vielleicht möchte er dies seinem Vater gern sagen, aber er traut sich nicht. Vielleicht nicht so sehr, weil ihm die nötige Demut fehlen würde, sondern weil er sich für sein Verhalten schämt, weil er weiss, wie weh er seinem Vater getan hat und nicht weiss, ob er es wagen darf.

    Dann können wir diesem Jugendlichen helfen, indem wir ihn darin bestärken, den richtigen Weg zu gehen und vielleicht mit ihm beten oder ihn sogar auf dem Weg begleiten.

    Dann würden wir auch “etwas (oder: einem) Verlorenen” wieder zu “seinem Besitzer” helfen.

    Vielleicht findet er ebenso wie das verlorene Vieh einfach nicht allein zurück.

  89. Juleam 8. März 2012 um 08:53 Link zum Kommentar

    5. Mose 22:11

    Tragt keine Kleidung, in der Wolle und Leinen zusammengewebt sind!

    Warum nicht?

    Als Hausfrau würde ich sagen, dass man so ein Gemisch nicht gut waschen kann, da beide Materialien unterschiedliche “Bedürfnisse” haben, was die Pflege anbelangt. Aber das wird es ja ganz bestimmt nicht gewesen sein

  90. Juleam 8. März 2012 um 08:56 Link zum Kommentar

    5. Mose 22:13-17

    Es kann geschehen, dass ein verheirateter Mann schon nach kurzer Zeit nichts mehr von seiner Frau wissen will. 14 Er bringt sie in Verruf und behauptet: »Als ich mit meiner Braut geschlafen habe, stellte sich heraus, dass sie keine Jungfrau mehr war!« 15 Dann sollen die Eltern der Frau zu den führenden Männern gehen, die am Stadttor Gericht halten, und ihnen das Bettlaken aus der Hochzeitsnacht zeigen. 16 Der Vater soll erklären: »Ich habe meine Tochter diesem Mann zur Frau gegeben. Aber jetzt liebt er sie nicht mehr. 17 Deshalb verleumdet er sie und behauptet, sie habe schon vorher mit jemandem geschlafen. Aber die Flecken auf diesem Tuch beweisen, dass sie noch Jungfrau war.« Die Eltern sollen das Laken vor den führenden Männern der Stadt ausbreiten.

    Eigentlich erübrigt sich die Sache mit dem Laken ja:

    Denn wenn der Mann in der Hochzeitsnacht wirklich festgestellt hat, dass seine Braut keine Jungfrau mehr ist – dann würde er das dich sicherlich gleich sagen – oder?

  91. Juleam 8. März 2012 um 08:58 Link zum Kommentar

    5. Mose 23 – 25

    5. Mose 23:2-4

    Wer darf sich beim Herrn versammeln?

    2 Wenn sich die Israeliten beim Heiligtum des Herrn versammeln, darf niemand unter ihnen sein, der verletzte Hoden hat oder dessen Glied abgeschnitten ist. 3 Einer, dessen Eltern nicht verheiratet waren, muss der Versammlung ebenfalls fernbleiben. Auch seine Nachkommen dürfen nicht dabei sein, selbst zehn Generationen später nicht.

    4 Für immer ausgeschlossen sind auch alle, die ammonitische oder moabitische Vorfahren haben, selbst wenn sie seit zehn Generationen in Israel leben.

    Warum?

    Würde dies nicht bedeuten, dass Jehova doch parteiisch ist?

    Was kann jemand für seine Behinderung oder Abstammung? Warum durften sie sich nicht in seinem Haus mit den anderen versammeln?

    Was konnten die Nachkommen der Ammoniter und Moabiter für ihre Vorfahren? Konnten sie nicht trotz all dem Jehova lieben und ihn aufrichtig anbeten wollen?

    Warum sollte ihnen die Chance genommen werden – und dies auf das Geheiß des unparteiischen Gottes hin?

  92. Juleam 10. März 2012 um 10:29 Link zum Kommentar

    5. Mose 26 – 28

    5. Mose 26:16-19

    Ihr seid Gottes Volk

    16 Heute befiehlt euch der Herr, euer Gott, dass ihr seine Gebote und Ordnungen beachtet. Haltet euch daran! Befolgt seine Weisungen von ganzem Herzen und mit aller Hingabe!

    17 Ihr habt heute dem Herrn gesagt, dass er euer Gott sein soll und dass ihr seinem Weg folgen wollt. Ihr habt versprochen, ihm zu gehorchen und seine Gebote, Weisungen und Ordnungen zu beachten. 18 Und der Herr hat heute erklärt, dass ihr sein eigenes Volk seid, wie er es versprochen hat. Er verlangt, dass ihr nach seinen Geboten lebt.

    19 Er will euch zum bedeutendsten aller Völker machen, die er geschaffen hat. Ja, berühmt und angesehen sollt ihr sein! Ihr werdet ein heiliges Volk sein, das ganz dem Herrn gehört. So hat er es versprochen.

    Wissen wir das eigentlich zu schätzen?

    Wir dürfen zu dem Volk gehören, dass Jehova für seinen Namen erwählt hat – und er erwartet nur unsere Liebe und Hingabe dafür. Erweisen wir uns als würdig, nach seinem Namen genannt zu werden?

    5. Mose 27:9-10

    »Seid still, und hört zu, ihr Israeliten! Von heute an seid ihr das Volk des Herrn. Ihr gehört nun allein eurem Gott. 10 Darum gehorcht ihm! Lebt nach seinen Geboten und Ordnungen, die ihr heute hört.«

  93. Juleam 10. März 2012 um 10:46 Link zum Kommentar

    5. Mose 27:12-13

    »Wenn ihr den Jordan überquert habt, sollen sich sechs eurer Stämme auf dem Berg Garizim versammeln: Simeon, Levi, Juda, Issaschar, Josef und Benjamin. Sie sollen dort die Segensworte ausrufen.

    13 Die Stämme Ruben, Gad, Asser, Sebulon, Dan und Naftali versammeln sich auf dem Berg Ebal und rufen von dort die Fluchworte.

    Warum diese Einteilung? Waren sie nach den Söhnen von Rahel und Lea sortiert?

    von Lea
    Ruben, Simeon, Leiv, Juda, Isachar, Sebulon
    durch ihre Magd: Gad und Ascher
    von Rahel
    Joseph und Benjamin
    durch ihre Magd: Dan, Naphtali

    wir sehen, dass diese Aufteilung der Stämme nichts damit zu tun hatte, wie Jakob zu der jeweiligen Frau stand. Also scheint es eine willkürliche Aufteilung zu sein

  94. Juleam 10. März 2012 um 11:17 Link zum Kommentar

    5. Mose 29 – 31

    5. Mose 29:4-5

    Vierzig Jahre habe ich euch durch die Wüste geführt, und eure Kleider und Sandalen sind immer noch nicht verschlissen. 5 Zwar gab es kein Brot und keinen Wein oder sonst ein berauschendes Getränk, aber der Herr hat euch mit allem versorgt, was ihr brauchtet. Ihr solltet erkennen, dass er euer Gott ist.

    Und so ist es heute auch noch:

    Wer Jehova wirklich von Herzen dient und ihm voll und ganz vertraut – den lässt ER niemals im Stich!

    Auch heute dürfen wir keinen Luxus erwarten, aber ER sorgt immer für das, was wir wirklich benötigen. Und interessanterweise werden wir auch mit genau dem zufrieden sein, wenn wir nur die Zusicherung von unserem Gott haben, dass er uns liebt und sich über uns und unseren Wandel freut.

    Hier muss ich wieder an all die wundervollen Erfahrungen im Jahrbuch denken, die ich gestern gehört habe. Was die Brüder alles auf sich genommen haben, nur um Gottes Wort zu verkünden oder so zu leben, dass ER sich darüber freut:

    Sei es die Misonarsschwester, die über ein Jahr auf dem Küchenfußboden schlief, nur damit sie. Menschen die Wahrheit bringen konnte, nach der sie hungerten (S. 130/131), oder sei es der Bruder, der eine zweistündige Autofahrt und strömenden Regen nicht scheute, um den Passagieren eines anlegenden Kreuzfahrtschiffs zu predigen (S.73-75). Oder die Schwester, die alle Demütigungen ihres unglaublichen Mannes tapfer ertrug – ja, sogar dass er sie sehr lange mit einer anderen Frau betrog. Obwohl sie sehr wohl einen biblischen Scheidungsgrund gehabt hätte, hielt sie an ihrer Ehe fest – weil sie wußte, dass für Jehova die Ehe heilig ist und damit auch für sie. So ertrug sie seine gemeine Behandlung und immer wieder Schläge und Untreue geduldig und behandelte ihren Mann weiterhin mit Achtung, Liebe und Respekt. Mit dem Lohn, dass sie heute gemeinsam mit “dem Ehemann ihrer Jugend” Jehova treu dient (S.86).

    All die vielen begeisternden Beispiele treuer Brüder und Schwestern, die ein wirklich inniges Verhältnis zu Jehova haben und voller Eifer übersprudeln – für mich immer wieder sehr anspornend!

    Für alle diese hat Jehova immer mit dem Nötigsten gesorgt und alle waren mit dem zufrieden, was ER ihnen schenkte.

    Sind auch wir so voller Liebe und Eifer und voller Vertrauen zu unserem Gott? Es gibt einen sehr schönen Text in den Psalmen:

    “Ein Tag in deinen Vorhöfen ist mir wertvoller als viele anderswo”.

    Empfinden wir ebenso?

  95. Juleam 10. März 2012 um 11:24 Link zum Kommentar

    5. Mose 30:6,15-16

    Der Herr, euer Gott, wird euch und eure Kinder im Herzen verändern. Er wird euch fähig machen, ihn aufrichtig und mit ganzer Hingabe zu lieben. Dann bleibt ihr am Leben.

    Ihr habt die Wahl zwischen Leben und Tod

    15 »Und nun hört gut zu! Heute stelle ich euch vor die Entscheidung zwischen Glück und Unglück, zwischen Leben und Tod. 16 Ich fordere euch auf: Liebt den Herrn, euren Gott! Geht den Weg, den er euch zeigt, und beachtet seine Gebote, Weisungen und Ordnungen! Dann werdet ihr am Leben bleiben und zu einem großen Volk werden. Der Herr, euer Gott, wird euch segnen in dem Land, das ihr jetzt einnehmen wollt.

    Wie ist uns dies möglich?

    Jehova lässt uns ja nicht allein. Wie wir drei Wochen lang in den verschiedenen Studienartikeln gelernt haben, hat uns Jesus einen Helfer geschickt: den heiligen Geist! Er sollte uns an das, was er gesagt hatte, erinnern und uns dann helfen, es zu verstehen.

    Letzte Woche hatten wir uns damit beschäftigt, wie uns Jehova belehrt: durch sein Wort, die Bibel. Wenn wir der festen Überzeugung sind, dass die Bibel Gottes Wort ist, dann kann sie in uns lebendig werden – mit Hilfe des heiligen Geistes. Wir werden durch das regelmäßige Lesen darin an das erinnert, was Jehova von uns erwartet und wie er in der Vergangenheit mit seinem Volk gehandelt hat. So, wie Moses hier das Volk daran erinnert. Dadurch lernen wir Gott immer besser kennen und wir werden IHN einfach lieben müssen – denn niemand ist wie ER – auch keiner, von den anderen “Göttern”! Wir werden stolz darauf sein, dass wir ihm dienen dürfen und unser Herz wird voller Liebe übersprudeln.

    Ebenso wie unsere Gefühle und unser ganzes Tun von unserer Liebe zu dem Menschen, den wir lieben, geprägt ist, ebenso wird es mit uns und Jehova sein.

    Ich erinnere mich noch sehr lebhaft an die Zeit, als ich meinen Ehemann lieben lernte. Ich war völlig aus dem Häuschen und mein ganzes Denken und Handeln drehte sich nur um ihn. Jede Minute mit ihm war kostbar – und wenn es nur am Telefon war. Freunde bemerkten bereits lange vor mir, dass ich mich verliebt hatte, da ich dauernd von ihm geredet habe. Natürlich war ich neugierig und wollte alles von ihm wissen, ihn noch besser kennenlernen, herausfinden wie er denkt und fühlt und warum. Wir haben stundenlang geredet und jeder von uns hat sich bemüht, den anderen nicht zu kränken, sondern in dem, was er vorhatte, zu unterstützen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Mit meiner Liebe zu Jehova ist es ebenso. Auch daran hat sich nichts geändert, auch wenn ich in all den Jahren auch Fehler gemacht habe – auch solche, die IHN sehr gekränkt haben. Aber auch mit Jehova verbringe ich meine ganze Zeit, “wir hängen ständig zusammen” und es gibt mich ohne IHN ebenso wenig wie ohne meinen Mann. Auch uns gibt es nur im Doppelpack. Naja, eigentlich sind wir immer “zu dritt unterwegs”: Jehova, mein Mann und ich. Und wir reden ständig miteinander, dadurch ist es ganz normal, dass wir uns bei allem, was wir tun, fragen, wie Jehova wohl darüber denkt. Und da wir beide jeden Tag sehr intensiv in der Bibel lesen, gibt uns Jehova auch die Antwort auf diese Fragen.

    Dadurch, dass wir viel Zeit miteinander verbringen und ständig offen und ehrlich miteinander reden, erhalten wir uns unsere erste Liebe. Die zu einander als Ehepaar – und auch die zu unserem Gott.

    So, wie wir dadurch an unserem Ehegeluebde festhalten – und das sehr sehr gern – ebenso halten wir dadurch an unserem Hingabegeluebde fest. Wir geniessen Jede Minute miteinander – als Ehepaar und mit unserem Gott. Und weil wir ihn darum bitten, schenkt er uns seinen Geist – der uns wiederum hilft, auch unter schwierigsten Bedingungen hilft, unseren Glauben nicht zu verlieren und aus Liebe zu Jehova auch dann seine Maßstäbe einzuhalten, wenn es mal schwer fällt.

    Aber mein Mann und ich sind der Ansicht, dass uns dies nur deshalb gelingt, weil durch das regelmäßige Lesen in der Bibel die Verbindung zwischen Jehova und uns ganz eng gehalten wird und ER dadurch eine reale Person für uns in unserem Leben geworden ist.

    Ich bin immer wieder von neuem begeistert, was für eine wunderbare Persönlichkeit unser Schöpfer doch hat und ich kann einfach nicht genug davon bekommen, IHM zuzuhören. Wie oft wünschte ich mir, ich könnte die Dinge ungeschehen machen, mit denen ich IHN gekränkt habe, aber das geht leider nicht. Aber ich weiss, dass Jehova meine “Entschuldigung” angenommen hat und das beschämt mich sehr oft und motiviert mich, künftig noch mehr darauf zu achten, dass ich ihm nicht wieder so enttäusche.

    Wie schön, dass Jehova auch “Gaben in Form von Menschen gegeben hat”, die uns heute helfen, auf dem richtigen Weg zu bleiben und unseren Blick auch weiterhin ganz fest auf Jehova gerichtet zu halten und die uns durch Erfahrungsberichte wie zB im Jahrbuch ermuntern, auch weiterhin nicht aufzugeben. Es tut gut zu sehen, dass es auch heute noch sehr viele gibt, die sich ihre Liebe zu Jehova erhalten haben und ebenso davon übersprudeln

  96. Juleam 10. März 2012 um 11:26 Link zum Kommentar

    5. Mose 31:1-8

    Mose ermutigt die Israeliten und Josua

    1 Mose sagte zu den Israeliten: 2 »Ich bin jetzt 120 Jahre alt und kann euch nicht länger führen. Der Herr hat mir verboten, den Jordan zu überqueren. 3 Er selbst, der Herr, euer Gott, wird vor euch hergehen. Er wird die Völker, auf die ihr trefft, vernichten und euch helfen, ihr Land einzunehmen. Josua wird dabei die Führung übernehmen, wie der Herr es bestimmt hat. 4 Der Herr löscht die Völker dort genauso aus wie hier die Amoriter mit ihren Königen Sihon und Og. 5 Wenn er sie in eure Gewalt gibt, dann behandelt sie, wie er es euch durch mich befohlen hat. 6 Seid mutig und stark! Habt keine Angst, und lasst euch nicht von ihnen einschüchtern! Der Herr, euer Gott, geht mit euch. Er hält immer zu euch und lässt euch nicht im Stich!«

    7 Dann rief Mose Josua zu sich und sagte vor allen Israeliten zu ihm: »Sei mutig und stark! Denn du wirst dieses Volk in das Land bringen, das der Herr euch gibt, wie er es euren Vorfahren versprochen hat. Du wirst dieses Land unter den Israeliten aufteilen. 8 Der Herr selbst geht vor dir her. Er steht dir zur Seite und verlässt dich nicht. Immer hält er zu dir. Hab keine Angst, und lass dich von niemandem einschüchtern!«

    Was dieser Moses doch für ein unglaublicher Mann war! Es wird mir eine Ehre sein, wenn ich ihn nach der Auferstehung sprechen darf.

    Er verliert kein Wort darüber, dass er wegen ihnen und ihren ewigen Klagen nicht in das verheissene Land darf. Kein Wort darüber, dass er immer und immer wieder für sie bei Jehova eingetreten war, weil sie mal wieder ungehorsam waren, rebellierten oder sich beklagten. Zum Dank haben sie laufend mit ihm rum gestänkert und “sind ihm so lange auf den Keks gegangen”, bis er in seiner Gereiztheit einen Fehler machte – und deshalb nun nicht mit ins verheissene Land darf.

    Trotzdem hat er liebevolle Worte für sie und macht ihnen Mut, sagt ihnen, dass Jehova sie nicht allein lassen und segnen würde. Kein böses Wort, keine Schuldzuweisung, nichts! Was für ein Mensch!

    Er wird sicherlich reich von Jehova dafür belohnt werden. Nicht umsonst sagte Jehova, dass Moses damals “der sanftmütigste Mensch auf Erden” war

  97. Juleam 10. März 2012 um 11:27 Link zum Kommentar

    5. Mose 31:12-13

    Ruft dann das ganze Volk zusammen, Männer, Frauen und Kinder und auch die Ausländer, die bei euch leben. Sie alle sollen das Gesetz hören.

    Sie sollen lernen, was darin steht, damit sie Ehrfurcht vor dem Herrn, eurem Gott, haben und alle Gebote genau befolgen.

    13 Auch die Kinder, die das Gesetz noch nicht kennen, sollen genau zuhören, damit sie stets dem Herrn, eurem Gott, in Ehrfurcht begegnen.

    Die Gebote sollen euer Leben in dem Land jenseits des Jordan bestimmen, das ihr nun in Besitz nehmt.«

  98. Juleam 12. März 2012 um 08:32 Link zum Kommentar

    5. Mose 32 – 34

    5. Mose 32:10-12

    Er schloss sie fest in seine Arme, bewahrte sie wie seinen Augapfel.

    11 Er ging mit ihnen um wie ein Adler, der seine Jungen fliegen lehrt: Der wirft sie aus dem Nest, begleitet ihren Flug, und wenn sie fallen, ist er da, er breitet seine Schwingen unter ihnen aus und fängt sie auf.

    12 So hat der Herr sein Volk geführt

    Was für ein wunderschönes Bild – und wie tröstlich für uns, wenn wir uns gerade in einer schwierigen Situation befinden!

    Adler sind Vögel – und die sind zum Fliegen geschaffen. Es ist ihre Bestimmung. Ein Adler, der nicht fliegt ist krank. Sie sind nicht gemacht, um sich zu Fuß fortzubewegen. Als kleine Kinder müssen sie das Fliegen lernen und dies sieht für uns Menschen oft sehr brutal aus. Aber es muss sein und sie sind ja nicht allein. Die Mutter ist ja wachend und beschützend dabei, stets bereit, helfend einzugreifen, wenn es mal ein Problem gibt.

    Auch unser Gott lässt uns nie allein. Er ist immer nahe bei uns und auch er wird uns helfend unter die Arme greifen, wenn es notwendig ist. Wie wir in Mose gelesen haben, lässt er uns auch mal scheinbar allein – es mag für uns so aussehen, als habe er uns verlassen – um uns auf die Probe zu stellen, damit er sehen kann, was in unserem Herzen ist. Wenn wir dann auf IHN ebenso vertrauen wie die Adlerkinder auf ihre Mutter, dann kann uns garnichts passieren.

    Haben wir so ein Vertrauen in unseren Gott?

    Ein englischer Kreisaufseher hatte in seiner Dienstansprache zu diesem Gedanken einen sehr schönen Vergleich gemacht:

    Wir müssen immer voller Vertrauen in unseren Gott mit ihm gehen. Wir dürfen uns nicht durch Schwierigkeiten von diesem Weg abbringen lassen. Oft haben wir mit Schwierigkeiten zu kämpfen, denn der Widersacher will ja, dass wir aufgeben, damit er Jehova triumphierend ins Gesicht schleudern kann: “siehst du?”

    Manchmal sieht es für uns total aussichtslos aus. Wir haben das Gefühl, auf einen Abgrund zuzulaufen – “Lauf weiter!”. Aber je mehr wir uns dem Abgrund nähern, desto mehr Angst bekommen wir – aber: “lauf weiter!”.

    Jetzt ist es nur noch ein Schritt. Wenn wir nun weiterlaufen, dann müssen wir doch fallen, sollten wir nicht lieber undrehen? Nein – “lauf weiter!”

    Was passiert jetzt, wenn wir weiterlaufen? Fallen wir dann in den Abgrund?

    Wir machen vorsichtig den nächsten Schritt – aber was ist das?

    Nun ist es ganz weich. Denn Jehova hat seine Hand ganz dicht an den Abgrund gehalten und der Fuß, den wir über den Abgrund setzen, tritt bereits auf SEINE Hand. Und so laufen wir weiter, immer noch an – und auf – seiner Hand. Die Schritte sind ganz weich, denn seine Hand ist weich. Und nach einer gewissen Zeit haben wir wieder festen Boden unter den Füßen.

    Was für eine unfassbare Vorstellung, dass unser Gott uns auf seiner Hand laufen lässt. Er lässt uns niemals allein. Er ist immer ganz nah bei uns und wenn wir “abstürzen” sollten, dann fängt er uns auf.

    Ebenso wie die Adlermutter, die in so einem Fall unter ihr Junges fliegt und es auffängt.

    Haben wir ein solches Vertrauen in Jehova?

  99. Juleam 12. März 2012 um 08:51 Link zum Kommentar

    5. Mose 33:3

    Der Herr liebt die Stämme Israels, er beschützt alle Menschen, die zu ihm gehören. Sie werfen sich vor ihm nieder und achten auf seine Worte.

    Interessanter Zusammenhang:

    Jehova beschützt alle, die zu ihm und seinem Volk gehören. Aber es reicht nicht aus, “Mitglied im Club zu sein”, sondern Jehova erwartet entsprechende Taten.

    Auch, wenn wir uns die Güte Gottes nicht verdienen können, so ist doch “Glaube ohne Werke tot”!

    Wie wir sehen, reicht es nicht aus, nur den Namen unseres Gottes zu tragen, wir müssen uns dessen auch als würdig erweisen

    hierzu noch ein sehr schöner WT vom 01.04.1974, wo es dazu heißt:


    Glaube ohne Werke ist tot

    „Von welchem Nutzen ist es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber keine Werke? Dieser Glaube kann ihn doch nicht etwa retten?“ (Jak. 2:14).

    WENN wir vom Glauben sprechen, denken wir dabei an den Glauben an Gott. Der Apostel Paulus, der hebräischen Christen erklärte, was der Glaube ist, schrieb: „Der Glaube ist die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge, der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“ (Hebr. 11:1). Eine gesicherte Erwartung hat eine Grundlage. Diese Definition enthält den Gedanken, daß die Erwartung garantiert ist, daß es einen zukünftigen Besitz geben wird. Einige sagen, daß der Glaube etwas wie eine Eigentumsurkunde von erhofften Dingen ist. Glaube steht auch in enger Verbindung mit Treue, die durch gewissenhaftes Erfüllen eines Versprechens oder einer Pflicht zum Ausdruck kommt. Jemand, der an Jehova Gott und an seinen Sohn, Christus Jesus, glaubt, wird den Wunsch haben, loyal zu sein; er wird in voller Übereinstimmung mit Jehovas Wegen handeln und diese vor anderen verteidigen (Ps. 145:10, 11).

    2 Das, was Jesus Christus seine Jünger lehrte und was durch Gottes Wort im Laufe der Jahrhunderte an alle Christen weitergegeben wurde, bildet den wahren christlichen Glauben (Eph. 1:15-17; 4:5). In den frühen Tagen des Christentums, als die Jünger Jesu die Dinge verkündigten, die Jesus sie gelehrt hatte, glaubten viele an Christus Jesus und an seine Lehren. Die Jünger gaben diesem Werk des Predigens und Lehrens gegenüber allem anderen den Vorrang. „Infolgedessen wuchs das Wort Gottes weiterhin, und die Zahl der Jünger mehrte sich in Jerusalem fortgesetzt sehr; und eine große Menge Priester begann dem Glauben gehorsam zu sein“ (Apg. 6:7). Diese gute Botschaft, die die Jünger predigten, breitete sich bestimmt aus, und ihr eigener Glaube an diese gute Botschaft wurde sehr bekannt. Daher konnte Paulus, als er an die Römer schrieb, wahrheitsgemäß sagen: „Fürs erste sage ich meinem Gott durch Jesus Christus euer aller wegen Dank, weil in der ganzen Welt von eurem Glauben gesprochen wird“ (Röm. 1:8).

    3 Paulus war ein echter Evangeliumsverkündiger, ein Verkündiger der guten Botschaft. Er hatte von Jesus Christus gehört, der es durch seinen Tod am Marterpfahl ermöglicht hatte, daß die Sünde der Welt weggenommen wird, und er hatte von Jesu Auferstehung von den Toten erfahren. Paulus empfand eine solch tiefe Wertschätzung für die Bedeutung dieser Dinge, daß er meinte, jeder sollte darüber Bescheid wissen. Daher reiste er Tausende von Kilometern — große Strecken davon zu Fuß — und predigte und lehrte. Wie ein Missionar erschloß er neues Gebiet und brachte vielen Menschen vieler Nationen die Botschaft, die die Grundlage für ihren Glauben bilden würde.

    „DAS WORT DES GLAUBENS, DAS WIR PREDIGEN“

    4 Paulus erklärte den Menschen, wie er an die Römer schrieb, folgendes: „ ‚Das Wort ist dir nahe, in deinem eigenen Munde und in deinem eigenen Herzen‘, das heißt das ,Wort‘ des Glaubens, das wir predigen. Denn wenn du dieses ,Wort in deinem eigenen Munde‘, daß Jesus Herr ist, öffentlich verkündest und in deinem Herzen Glauben übst, daß Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Denn mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung“ (Röm. 10:8-10). Paulus sprach in Synagogen, an Flußufern, in Schulen, im Gefängnis und in Privathäusern, und zwar zu allen Arten von Menschen, Juden und Griechen, und zu unterschiedlich großen Zuhörerschaften. Wenn Paulus sprach, wurde ihnen das „Wort“ nahegebracht, so nahe, daß sie es mit ihrem eigenen Mund wiederholen und daß sie es in ihrem Herzen bewahren konnten. Einige übten in ihrem Herzen einen solchen Glauben.

    5 Über den „Glauben“, der „zur Gerechtigkeit“ führt, schrieb Paulus an die Römer folgendes: „Was sollen wir denn sagen? Daß Leute von den Nationen, obwohl sie nicht der Gerechtigkeit nachjagten, Gerechtigkeit erlangten, die Gerechtigkeit, die sich aus dem Glauben ergibt; Israel aber, obwohl es einem Gesetz der Gerechtigkeit nachjagte, hat das Gesetz nicht erreicht“ (Röm. 9:30, 31). Ganz offensichtlich half Paulus aufgrund seiner Tätigkeit als Evangeliumsverkündiger vielen Heiden, Gerechtigkeit zu erlangen. Auch die anderen Jünger vermittelten durch ihre Lehrtätigkeit in vielen Städten Tausenden von Heiden eine Erkenntnis über Christus Jesus, und diese erlangten Gerechtigkeit, die Gerechtigkeit, die sich aus dem Glauben an den Sohn Gottes ergibt. Gemäß dem, was Paulus sagte, waren die Juden, die sich sehr bemühten, das mosaische Gesetz zu halten, nie in der Lage, Gerechtigkeit zu erlangen. „Warum nicht? Weil es [das Volk Israel] nicht durch Glauben, sondern durch eigenes Bemühen gerecht werden wollte! Denn so steht es doch geschrieben: ,Ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; nur wer ihm vertraut, soll nicht zuschanden werden‘ “ (Röm. 9:32, 33, Bruns).

    6 Das Gesetz, das den Juden gegeben worden war, sollte ein Erzieher sein und sie zu Christus führen. Es sollte sie dem Messias nahebringen und ihnen helfen, ihn zu erkennen und ihn als ihren Lehrer und Herrn anzunehmen, wenn er käme (Gal. 3:24). Doch die meisten von ihnen strauchelten — da es ihnen an Glauben fehlte — ausgerechnet über den, auf den sie Gottes gerechtes Gesetz hinwies, nämlich über Gottes Sohn. Daher wurde jetzt das „Wort“ oder die Botschaft, „daß Jesus Herr ist“, nicht nur den Juden, sondern auch den Heiden, ja allen Nationen gepredigt. Dieses „Wort“ Gottes wird den Menschen überall leicht zugänglich gemacht. Paulus schrieb in seinem Brief an die Römer: „Das Wort ist dir nahe, in deinem eigenen Munde und in deinem eigenen Herzen.“ Aber was wird der einzelne damit tun? Wenn das „Wort“ wirklich in sein Herz gelangt, wird er glauben. Er wird glauben, daß Jesus Christus Herr ist und daß Gott all seine großartigen Verheißungen durch ihn wahr machen wird (2. Kor. 1:20). Um solchen Glauben haben zu können, muß er Erkenntnis haben, und zwar vor allem Erkenntnis über Gott und Erkenntnis über das, was er gesagt und getan hat, denn die Vorkehrung zur Rettung durch Christus stammt von Gott. Gott selbst auferweckte Jesus von den Toten. Davon wollte Paulus die Menschen überzeugen, besonders die Römer seiner Tage. Manchmal war es in den Tagen des Apostels Paulus sogar nötig, denen, die behaupteten, Gott hingegeben zu sein, die Bedeutung dieser grundlegenden Wahrheiten einzuprägen. Paulus verkündigte das „Wort des Glaubens“. Worauf beruhte dieser Glaube? Paulus hatte zwei ganz bestimmte Dinge im Sinn, und diese müssen auch wir, die wir 1 900 Jahre später leben, im Sinn haben. Um ein Christ sein zu können, muß man „das Wort des Glaubens“ hören und davon überzeugt sein, 1. daß Jesus, der Sohn Gottes, Herr ist, daß er durch seinen Opfertod die Menschheit erkauft hat, weshalb Christen ihn als ihren Eigentümer anerkennen müssen; und 2. daß Jehova Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Natürlich möchte man Beweise für diese beiden Punkte haben, die unerläßlich sind, wenn man Rettung, das heißt ewiges Leben, finden möchte (2. Kor. 5:14, 15).

    7 Die Jünger, die vor neunzehnhundert Jahren mit Christus Jesus wandelten, hatten eine wunderbare Gelegenheit, einen starken Glauben zu erlangen, weil sie wirklich mit dem Sohn Gottes wandelten. Sie hörten ihn reden, während er hier als menschliches Geschöpf auf Erden war und auch nach seiner Auferstehung. Als Jesus seine Nachfolger fragte: „Was sagt ihr, wer ich sei?“, konnten sie mit Überzeugung antworten, er sei der Messias, der Sohn Gottes (Matth. 16:15, 16). Doch hinsichtlich dieser Frage gerieten die ungläubigen Pharisäer in eine Lage, in der sie Jesus keine Antwort mehr geben konnten. Der Bericht darüber ist in Matthäus 22:41-46 zu lesen: „Während nun die Pharisäer versammelt waren, fragte Jesus sie: ,Wie denkt ihr über den Christus? Wessen Sohn ist er?‘ Sie sagten zu ihm: ,Davids.‘ Er sprach zu ihnen: ,Wie kommt es denn, daß David ihn durch Inspiration „Herr“ nennt, wenn er sagt: „Jehova sprach zu meinem Herrn: ,Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege.‘ “? Wenn also David ihn „Herr“ nennt, wieso ist er sein Sohn?‘ Und niemand war imstande, ihm ein Wort zu erwidern.“

    8 Petrus erklärte jedoch zu Pfingsten deutlich, wer dieser „Herr“ war und daß er sich nun zur Rechten Gottes befand. Er sagte: „Daher erkenne das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr an den Pfahl brachtet“ (Apg. 2:36). So wie die Apostel und die ersten Christen bekennen Christen auch heute noch mit ihren Lippen, daß Jesus Herr ist. Wenn sie wahre Christen sind, ist dies jedoch mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Sie beweisen, daß sie sich Christus als ihrem Herrn unterwerfen, indem sie den Willen des Vaters Jesu tun, so, wie ihn Jesus seine Jünger tun lehrte (Matth. 7:21; Joh. 15:8). Christen müssen auch noch etwas Weiteres glauben, und zwar, daß Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Petrus bestätigte dies zu Pfingsten. Er sagte: „Diesen Jesus hat Gott zur Auferstehung gebracht, von welcher Tatsache wir alle Zeugen sind“ (Apg. 2:32). Glaubst du nun diesen beiden grundlegenden Tatsachen, die Paulus und Petrus darlegten, nämlich „daß Jesus Herr ist“ und daß ‘Gott diesen Jesus zur Auferstehung gebracht’ hat? Wenn ja, dann mußt du etwas tun, nämlich deinen Glauben mit deinen Lippen bekennen. Diejenigen, die diesen Glauben von Herzen bekennen, sollten sich taufen lassen. Der Apostel Petrus forderte diejenigen, die ihm zu Pfingsten 33 u. Z. zuhörten, dazu auf. „Somit wurden diejenigen, die sein Wort von Herzen annahmen, getauft, und an jenem Tag wurden ungefähr dreitausend Seelen hinzugetan“ (Apg. 2:40, 41).

    9 Stell dir nur einmal vor: Etwa dreitausend derer, zu denen Petrus sprach, wurden getauft! Sie wurden zu der Versammlung hinzugetan und widmeten sich weiterhin der Lehre der Apostel, und sie beteiligten sich persönlich daran, die gute Botschaft anderen zu predigen (Matth. 28:19, 20; Apg. 8:1, 4).

    10 Viele Jahre später, um das Jahr 56 u. Z., schrieb der Apostel Paulus an die Christenversammlung in Rom. Diese Versammlung mag von einigen Juden oder Proselyten aus Rom gegründet worden sein, die an jenem Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. Jerusalem besucht hatten. Sie mögen damals Zeugen der übernatürlichen Ausgießung des heiligen Geistes gewesen sein (Apg. 2:1-5, 10). Nun waren dreiundzwanzig Jahre vergangen. Inzwischen war Paulus ein Apostel für die Nationen geworden, und da er an der Versammlung in Rom interessiert war, versuchte er, sie zu größerer Tätigkeit anzuspornen, damit die gute Botschaft vom Königreich in noch größerem Ausmaße gepredigt würde, als es bis zu jener Zeit schon geschehen war. Die Dinge, an die zu glauben die Christen schon vor der Taufe bekannten, sollten auch nach der Taufe öffentlich verkündigt werden, damit andere ebenfalls gläubig würden. Paulus schrieb: „Wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, daß Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden“ (Röm. 10:9, Herder). Wenn sie dies wirklich glaubten, würden sie es anderen mit Eifer predigen. Sie mußten ihren Glauben durch das beweisen, was auf ihren Lippen war, indem sie ihren Glauben daran, daß Jesus wirklich Herr ist, anderen bekanntmachten. Sie mußten durch ihre Taten beweisen, daß sie daran glaubten, daß Jesus zu einer Stellung erhöht worden war, in der er nur Gott unterstand, und daß ‘jede Zunge offen anerkennen sollte, daß Jesus Christus Herr ist zur Verherrlichung Gottes, des Vaters’ (Phil. 2:9-11). Auch wir müssen beweisen, daß wir einen solchen Glauben haben. Um das glauben zu können, muß jeder Christ natürlich auch glauben, daß Jesus Christus von den Toten auferweckt wurde und daß Jehova Gott dies vom Himmel aus für seinen Sohn tat. Paulus läßt in seinem Brief erkennen, daß er davon überzeugt war, und er versuchte, alle, die seinen Brief lesen würden, auch davon zu überzeugen, daß sie die Botschaft, daß Jesus Herr ist und daß Gott ihn von den Toten auferweckt hat, überall verkündigen sollten. Auf diese Weise würde der einzelne Rettung finden. Natürlich ist jemand, der gerettet wird, ein Sieger. Er überwindet die Welt. Er wird ewiges Leben erlangen.

    11 Paulus hebt die Notwendigkeit hervor, nicht nur diese beiden Tatsachen, nämlich daß Jesus Herr ist und daß er auferweckt wurde, zu glauben, sondern natürlich auch all die Dinge, die Jesus lehrte. Dieser Glaube muß tief gegründet sein. Er darf nicht nur oberflächlich sein; „der Glaube, der zur Gerechtigkeit führt, ist im Herzen, und das Bekenntnis, das zur Rettung führt, ist auf den Lippen“ (Röm. 10:10, New English Bible).

    12 Auf der ganzen Erde legen heute Jehovas christliche Zeugen dieses Bekenntnis ab. Menschen aller Nationen lernen die Wahrheit des Wortes Gottes in Hunderten von Sprachen kennen. Christen müssen durch ihre Werke beweisen, daß sie Glauben haben.

    VON WELCHEM NUTZEN SIND WORTE OHNE WERKE?

    13 Der Jünger Jakobus, ein Halbbruder Jesu, war zweifellos mit der Tätigkeit seines Bruders vertraut, aber es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, daß er ein Jünger war, der Jesus während seines irdischen Dienstes nachfolgte. Jakobus mag einer der Verwandten Jesu gewesen sein, die über Jesus gesagt hatten: „Er ist von Sinnen“ (Mark. 3:21). Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß Jakobus Jesus nach seiner Auferstehung sah. Paulus dachte offensichtlich an ihn, als er an die Korinther schrieb: „Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal . . . Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln“ (1. Kor. 15:6, 7). Somit ist es sehr wahrscheinlich, daß sich dieser Jakobus nach dem Tode Jesu und vor Pfingsten des Jahres 33 u. Z. mit seiner Mutter und den Aposteln und anderen in dem Obergemach in Jerusalem zum Gebet versammelte (Apg. 1:13, 14). Er glaubte schließlich, daß Jesus Herr ist, und er wußte auch, daß Jesus von den Toten auferweckt worden war. Jakobus wurde später ein bedeutender Nachfolger Christi Jesu, und in späteren Jahren war er einer von denen, die Entscheidungen für alle Versammlungen trafen, wenn die Ältestenschaft in Jerusalem zusammenkam (Apg. 15:6, 13).

    14 Jakobus schrieb seinen christlichen Brüdern mit sehr eindringlichen Worten, und er befaßte sich ebenfalls mit dem Thema Glauben. Er dachte darüber genauso wie Paulus. Jakobus drückte es folgendermaßen aus: „Meine Brüder! Ein Mensch sagt: Ich glaube! Was nützt es ihm, wenn seine Taten das nicht bekräftigen?“ (Jak. 2:14, NT 68). Keiner hat Grund, sich seines Glaubens zu rühmen, wenn er keine Werke hat, durch die sein Glaube bekräftigt würde. Die Behauptung, er habe Glauben, wäre dann in Wirklichkeit falsch. Um dieses wichtige Thema über das Hervorbringen passender Werke zu veranschaulichen, stellt Jakobus der Versammlung eine Frage: „Wenn sich ein Bruder oder eine Schwester in nacktem Zustand befindet oder der für den Tag hinreichenden Speise ermangelt, aber einer von euch sagt zu ihnen: ,Geht hin in Frieden, haltet euch warm und wohlgenährt‘, ihr gebt ihnen aber nicht das für ihren Körper Notwendige, von welchem Nutzen ist das?“ (Jak. 2:15, 16). Es sind Taten erforderlich, wenn man beweisen will, daß der Wunsch, den man in Worten geäußert hat, ehrlich gemeint ist. Wir erinnern uns, daß Jesus sagte: „Wenn der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. . . . und er wird die Menschen voneinander trennen, so, wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: ,Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, ererbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist. . . . Ich war ein Fremder, und ihr nahmt mich gastfreundlich auf, nackt, und ihr bekleidetet mich. . . . In dem Maße, wie ihr es einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan‘ “ (Matth. 25:31-40).

    15 Menschen müßten nicht unbedingt buchstäblich nackt sein, um Hilfe zu benötigen. In der Neuen-Welt-Übersetzung (engl. Ausgabe 1971) heißt es in der Fußnote zu Matthäus 25:36: „Oder ,nicht ausreichend bekleidet‘; im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet das ursprüngliche Wort für diesen Ausdruck ,leicht bekleidet, nur in den Unterkleidern‘, daher spärlich bekleidet, nicht unbedingt buchstäblich nackt.“ Ganz gleich, ob nun jemand nackt ist oder nur leicht bekleidet, sollte jemand, der den Zustand des „Fremden“ sieht, nicht einfach sagen: ‘Geh hin in Frieden, halte dich warm und wohlgenährt.’ Natürlich können wir solche Hilfe nicht Jesus persönlich anbieten, aber wir können sie seinen „Brüdern“, geistgesalbten Christen, die hier auf Erden leben, anbieten. Tust du das, und zwar weil du ihre Bedürfnisse erkennst und weil du weißt, daß sie zu Christus gehören? (Matth. 10:41, 42).

    16 Jakobus will mit diesem Beispiel sagen, daß Worte, die nicht durch Taten bekräftigt werden, keinen Wert haben. Nur die Worte auszusprechen: „Halte dich warm“ wird deinem christlichen Bruder oder deiner christlichen Schwester nichts nützen. Eine andere Übersetzung gibt Jakobus’ Worte folgendermaßen wieder: „Angenommen, es gibt Brüder und Schwestern, die Kleider brauchen und nicht genug zu essen haben. Was nützt es, wenn ihr ihnen sagt: ,Gott segne euch, haltet euch warm und eßt euch satt‘ — ohne ihnen zu geben, was sie zum Leben brauchen? Was nützt das?“ (NT 68). Wenn ein Christ möchte, daß sich jemand warm hält, dann wird er etwas tun müssen, um dafür zu sorgen, daß sich der Betreffende warm halten kann, indem er ihm etwas gibt und nicht einfach sagt: „Gott segne dich“ und nichts tut, um seinen körperlichen Bedürfnissen zu entsprechen. Ebenso muß der Glaube mit Werken verbunden sein. Der Glaube muß durch Taten bewiesen werden.

    IST DEIN GLAUBE TOT ODER LEBENDIG?

    17 Jakobus sagt weiter: „So ist es auch mit dem Glauben: wenn er keine Taten hervorbringt, ist er tot“ (Jak. 2:17, NT 68). Das ist wahr. Jakobus stellt nun eine imaginäre Person vor und erklärt: „Dennoch wird jemand sagen: ,Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, und ich werde dir meinen Glauben durch meine Werke zeigen‘ “ (Jak. 2:18). Hier geht es nicht darum, ob Werke, die in Übereinstimmung mit dem mosaischen Gesetz getan werden, zur Rettung führen oder der Glaube an Jesus Christus. Vielmehr wird hier der Glaube, der echt und lebendig ist, einem toten oder leblosen Glauben gegenübergestellt. Eine andere Übersetzung drückt es wie folgt aus: „Aber jemand könnte einwenden: Der eine glaubt, und der andere handelt! Meine Antwort lautet: Zeige mir doch deinen Glauben ohne Taten. Aber ich will dir den Glauben aus meinen Taten nachweisen!“ (NT 68).

    18 Hier taucht die Frage auf: Kann ein Christ überhaupt seinen Glauben ohne Werke beweisen? Oder muß ein Christ seinen Glauben dadurch beweisen, daß er durch den Gebrauch seines Herzens, seines Sinnes, seiner Seele und seiner Kraft anderen zeigt, daß sein Glaube ein lebendiger, produktiver und nicht ein toter Glaube ist? Jakobus zeigt, daß Werke oder Taten beweisen, daß jemand Glauben hat. Es gibt heute viele Menschen in der Welt, die behaupten, an Gott zu glauben. Aber wenn man sie fragt: „Wer ist er? Was hat er getan? Was tut er jetzt?“, dann ist die Unterhaltung schon zu Ende. Sie haben keinen wahren Glauben an Gott, denn sie kennen ihn nicht. Sie haben keine „gesicherte Erwartung erhoffter Dinge“. Sie sind nicht mit dem ‘offenkundigen Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht’, vertraut (Hebr. 11:1). Andere sagen: „Ich glaube an Jesus Christus.“ Aber wenn man sie fragt: „Was tut Jesus Christus jetzt?“, dann wissen sie die wirkliche Antwort nicht. Sie sagen, er sei gestorben. Sie glauben nicht, daß er der auferweckte Herr ist, daß er im Himmel lebt, daß ihm große Macht verliehen wurde und daß er als König regiert, daß er bald das Ende des bösen Systems der Dinge herbeiführt und daß er jetzt Vorbereitungen für die völlige Erfüllung des Gebetes trifft, das er Christen beten lehrte, nämlich: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel“ (Matth. 6:10, Luther, rev. Text, 1964). Solche Personen sind hilflos, wenn sie dir erzählen sollen, worin ihr Glaube besteht. Sie können ihn nicht biblisch begründen. Sie haben keine Hoffnung. In Wirklichkeit glauben sie nicht, daß Jesus Herr ist und daß Jehova Gott ihn von den Toten auferweckt und ihn zum König des Königreiches Gottes eingesetzt und zum Segen der ganzen Menschheit auf den himmlischen Thron erhoben hat. Glaubst du daran?

    19 Offensichtlich stellte Jakobus in seinen Gesprächen mit Personen, die bekannten, zur Versammlung Gottes im ersten Jahrhundert zu gehören, fest, daß einige keinen Glauben hatten, der lebendig und aktiv gewesen wäre, der sie angespornt hätte, wahre Liebe gegenüber ihren Brüdern zu bekunden und sich daran zu beteiligen, weitere Jünger Jesu Christi hervorzubringen. Daher sagte Jakobus: „Du glaubst, daß es einen einzigen Gott gibt, nicht wahr? Du tust sehr wohl. Doch glauben auch die Dämonen und schaudern“ (Jak. 2:19). Warum sagte Jakobus dies?

    20 Er weist darauf hin, daß die Dämonen glauben, daß es einen Gott gibt. Tatsächlich wissen sie das sehr gut, denn „als die Menschen auf der Oberfläche des Erdbodens zahlreich zu werden anfingen und ihnen Töchter geboren wurden, . . . [begannen] die Söhne des wahren Gottes die Töchter der Menschen zu beachten . . . und gewahrten, daß sie gut aussahen; und sie nahmen sich dann Frauen, nämlich alle, die sie erwählten“ (1. Mose 6:1, 2). Diese „Söhne des wahren Gottes“ waren Geistgeschöpfe, die sich materialisierten. Als sie „fortfuhren, mit den Töchtern der Menschen Beziehungen zu haben, und sie ihnen Söhne gebaren, waren sie die starken Männer, die vor alters waren, die Männer von Ruhm“. Wegen ihrer Entartung richteten diese gefallenen Engel auf der Erde Verwüstung an, und ihre Bastardnachkommen, „die starken Männer“, trugen zweifellos zu der „Gewalttat“ bei, mit der die Erde in jenen Tagen erfüllt wurde. So kam es, daß Gott sagte, er werde die Menschheit durch eine Flut vernichten und nur Noah, seine Frau und seine drei Söhne und deren Frauen am Leben erhalten (1. Mose 6:4-7, 11-13).

    21 Was geschah mit diesen materialisierten Engeln, als die Wasser der Flut herabstürzten? Sie waren gezwungen, in den geistigen Bereich zurückzukehren, aber sie kehrten nicht in die ihnen zugewiesenen Stellungen zurück, die sie verlassen hatten. Judas berichtet uns: „Die Engel, die ihre ursprüngliche Stellung nicht bewahrten, sondern ihre eigene rechte Wohnstätte verließen, hat er mit ewigwährenden Fesseln unter dichter Finsternis für das Gericht des großen Tages aufbehalten“ (Jud. 6). Jakobus bezeichnet diese Engel als Dämonen. Diese Dämonen glaubten, daß es einen einzigen Gott gibt, aber sie taten nicht die Werke Gottes.

    22 Sie hatten auch Erkenntnis über den Sohn Gottes, Christus Jesus, aber sie taten nicht seine Werke. Als sich Jesus im Lande der Gadarener aufhielt, begegnete er zwei von Dämonen besessenen Männern, die aus den Gedächtnisgrüften hervorkamen. Diese Männer waren außergewöhnlich brutal, und keiner hatte den Mut, auf diesem Weg vorüberzugehen. Diese Dämonen wußten, wer Jesus Christus war. „Sie schrien und sprachen: ,Was haben wir mit dir, Sohn Gottes, zu schaffen? Bist du hierhergekommen, um uns vor der bestimmten Zeit zu quälen?‘ “ Es wird dann weiter berichtet, daß Jesus die Dämonen aus den Männern austrieb, worauf die Dämonen in eine Herde Schweine fuhren (Matth. 8:28-32).

    23 Zweifellos glaubten diese Dämonen, daß es einen Gott gibt und daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Und sie schauderten bei dem Gedanken daran, was dies für sie bedeutete. Petrus erklärt uns: ‘Gott hielt sich nicht davon zurück, die Engel, die gesündigt hatten, zu bestrafen, sondern dadurch, daß er sie in den Tartarus warf, überlieferte er sie Gruben dichter Finsternis, um sie für das Gericht aufzubehalten’ (2. Petr. 2:4).

    24 Ganz offensichtlich wurden diese Söhne Gottes Dämonen, weil sie nicht Gottes Willen taten. Sie waren rebellisch. Sie wußten mit Sicherheit, daß es einen Gott gibt. Jakobus nun schreibt, indem er sich an die Christenversammlung richtet: „Du glaubst, daß es einen einzigen Gott gibt, nicht wahr? Du tust sehr wohl.“ Aber wenn der Glaube der Christen nur so weit ging, dann waren sie nicht viel besser daran als die Dämonen. Die Dämonen sind gegen Gott, und doch glauben sie. Sie haben Erkenntnis. Sie wissen, welche Stellung Jehova im Universum einnimmt, aber sie richten sich nicht nach seinem Willen. Ebenso glauben Millionen und aber Millionen Menschen hier auf Erden, daß es einen Gott gibt, und sie sagen, sie hätten Glauben. Doch wo sind ihre Werke? Ihr Glaube ist ein toter Glaube.

    BEWEISE EINES LEBENDIGEN GLAUBENS

    25 Daher sagt Jakobus ganz offen: „Kannst du nicht einsehen, du Wortverdreher, daß Glaube ohne Werke unfruchtbar ist?“ (Jak. 2:20, New English Bible). Eine unfruchtbare Frau gebiert nicht; sie bringt nichts hervor. Was bewirkt dein Glaube für dich? Hat er Werke? Bringt er etwas hervor? Lebst du in Übereinstimmung mit dem, was zu glauben du vorgibst? Hilft dir dein Glaube, Jünger Christi Jesu zu machen? Vermehrst du die Königreichsinteressen? Um diesen Gedanken hervorzuheben, führt Jakobus ein Beispiel an und spricht über Abraham: „Warum wurde Abrahams Verhalten von Gott gebilligt? Weil er handelte und seinen Sohn Isaak auf dem Altar opfern wollte. Verstehst du nicht? Sein Glaube und seine Taten ergänzten sich. Sein Glaube wurde durch seine Tat vollkommen. Auf diese Weise bestätigte sich die Schriftstelle, die sagt: ,Abraham glaubte Gott. Darum wurde er als gerecht anerkannt. Er hieß Gottes Freund.‘ Ihr seht, daß Gott einen Menschen aufgrund seiner Taten als gerecht bezeichnet und nicht nur wegen seines Glaubens“ (Jak. 2:21-24, NT 68). Hast du einen Glauben wie Abraham, einen Glauben, der dich veranlaßt, das Tun des Willens Gottes im Leben allem voranzustellen?

    26 Paulus sagte in seinem Brief über den Glauben: „Der Glaube ist die gesicherte Erwartung erhoffter Dinge.“ Auch er schrieb über Abraham und führte ihn als ein lebenswahres Beispiel des Glaubens an. Er sagt: „Durch Glauben gehorchte Abraham, als der Ruf an ihn erging, nach einem Ort auszuziehen, den er zum Erbe erhalten sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er ging. Durch Glauben weilte er als Fremdling im Lande der Verheißung wie in einem fremden Lande und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt, die wahre Grundlagen hat, deren Erbauer und Bildner Gott ist. Durch Glauben empfing auch selbst Sara Kraft, Samen zu empfangen, sogar als sie die Altersgrenze überschritten hatte, weil sie den für treu achtete, der die Verheißung gegeben hatte. Somit wurden auch von e i n e m Manne, ja einem so gut wie Erstorbenen, Kinder geboren, so wie die Sterne des Himmels an Menge und wie die Sandkörner am Ufer des Meeres, so unzählbar“ (Hebr. 11:8-12). Wir wissen, daß Abraham starb, ohne die Erfüllung der Verheißung, die ihm gegeben worden war, erlebt zu haben, aber er hatte gewiß Glauben und eine gesicherte Erwartung der erhofften Dinge, und sein ganzes Leben hindurch hatte er den Beweis, daß Gott ihn segnete. Abrahams Glaube an die „Stadt . . ., deren Erbauer und Bildner Gott ist“, veranlaßte ihn, auf die Annehmlichkeiten des Lebens zu verzichten, um Gottes Willen zu tun. Lassen deine Werke auf ähnliche Weise erkennen, daß Gottes Königreich für dich wichtiger ist als materielle Besitztümer? (Luk. 12:29-31).

    27 Da war noch ein anderer Mann, jemand, der sah, was die Söhne Gottes durch ihren Umgang mit den Töchtern der Menschen vor der weltweiten Flut angerichtet hatten, und Paulus führt auch ihn als ein Beispiel für echten Glauben an. Wir lesen: „Durch Glauben bekundete Noah Gottesfurcht, nachdem er eine göttliche Warnung vor Dingen erhalten hatte, die noch nicht zu sehen waren, und er errichtete eine Arche zur Rettung seiner Hausgemeinschaft; und durch diesen Glauben verurteilte er die Welt, und er wurde ein Erbe der Gerechtigkeit, die gemäß dem Glauben ist“ (Hebr. 11:7). Die Arche entstand nicht durch ein Wunder. Noah mußte Bäume fällen, sie bearbeiten und das Bauwerk in verschiedene Abteilungen unterteilen. Er mußte es innen und außen mit Teer bedecken (1. Mose 6:14). Diese Arche war nicht klein; sie war 133,5 Meter lang, 22,3 Meter breit und 13,4 Meter hoch. Diese gewaltige kastenförmige Konstruktion wurde auf dem Trockenen errichtet. Die Bibel enthält auch die sehr interessante Passagierliste. Noah wurde angewiesen, außer seiner Frau und seinen drei Söhnen und deren Frauen auch noch andere Geschöpfe in die Arche mit hineinzunehmen: „ ‚Von jedem lebenden Geschöpf einer jeden Art Fleisch wirst du je zwei in die Arche bringen, um sie mit dir am Leben zu erhalten. Ein männliches und ein weibliches werden es sein. Von den fliegenden Geschöpfen nach ihren Arten und von den Haustieren nach ihren Arten, von allen sich regenden Tieren des Erdbodens nach ihren Arten, je zwei werden dort hineingehen zu dir, damit sie am Leben erhalten werden. Und du, nimm dir allerlei Speise, die gegessen wird; und du sollst sie bei dir sammeln, und sie soll dir und ihnen zur Nahrung dienen.‘ Und Noah ging daran, gemäß allem zu tun, was Gott ihm geboten hatte. Geradeso tat er“ (1. Mose 6:19-22). Würdest du sagen, daß Noah Werke tat, durch die er seinen Glauben beweisen konnte?

    28 Ein weiterer Mann, den Bibelleser in der Heiligen Schrift kennengelernt haben, ist Moses. Daß er eine gesicherte Erwartung erhoffter Dinge hatte, zeigte Paulus in folgenden Worten: „Durch Glauben weigerte sich Moses, als er erwachsen war, der Sohn der Tochter Pharaos genannt zu werden, indem er es sich erwählte, eher mit dem Volke Gottes schlecht behandelt zu werden, als den zeitweiligen Genuß der Sünde zu haben, weil er die Schmach des Christus für größeren Reichtum achtete als die Schätze Ägyptens; denn er hielt seinen Blick auf die Belohnung gerichtet. . . . Durch Glauben hatte er das Passah gefeiert und das Bespritzen mit Blut, damit der Vernichter ihre Erstgeborenen nicht anrühre. Durch Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; als aber die Ägypter denselben Versuch machten, wurden sie verschlungen“ (Hebr. 11:24-29).

    29 Jakobus nahm sich nicht die Zeit, so wie Paulus den Glauben weiterer Männer zu besprechen. In seinem Brief an seine Brüder und Schwestern nahm er nur auf Abraham und auf Rahab Bezug. So schrieb er: „Der Hure Rahab ging es genauso. Sie nahm die jüdischen Botschafter auf und zeigte ihnen einen anderen Weg für die Heimfahrt. Weil sie so handelte, bezeichnete Gott sie als gerecht“ (Jak. 2:25, NT 68). Rahab war in einem Land aufgewachsen, in dem andere Götter angebetet wurden und nicht der Gott Israels. Aber sie hatte etwas über den Gott Israels erfahren, und sie glaubte an diesen Gott aufgrund dessen, was er für die Israeliten getan hatte. Auch Paulus erwähnte sie und führte sie als ein Beispiel des Glaubens an. Paulus sagte: „Durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit denen um, die ungehorsam handelten, weil sie die Späher friedlich aufgenommen hatte“ (Hebr. 11:30, 31). Rahab glaubte nicht nur das, was ihr die Botschafter erzählten, als sie in ihr Haus kamen, sondern sie tat auch etwas für sie. Sie versteckte die Botschafter und half ihnen bei der Flucht. Sie brachte auch ihre Familie an einem sicheren Ort zusammen. Sie glaubte, daß das, was die Israeliten ihr sagten, die Wahrheit war.

    30 Jakobus schließt seine Abhandlung über den Glauben ab, indem er sagt: „Wie der Körper tot ist, wenn kein Atem mehr in ihm ist, so ist der Glaube ohne Werke leblos wie ein Leichnam“ (Jak. 2:26, New English Bible). Wenn man sich in früheren Zeiten vergewissern wollte, daß in einem Körper kein Atem mehr war, nahm man ein Stück Glas oder einen Spiegel und hielt ihn dicht vor den Mund und die Nase des Betreffenden. Wenn er noch atmete, konnte man es an dem Glas erkennen. Wenn keine Spur des Atems mehr zu sehen war, galt der Betreffende als tot. Daher benutzte Jakobus das Beispiel eines Körpers. Jemand, der vorgibt, Glauben zu haben, aber keine Werke hat, ist wie jemand, der nicht mehr atmet. Wenn der Glaube nicht mit Taten verbunden ist, nicht durch Werke bewiesen wird, dann ist dieser Glaube wie ein lebloser Leichnam.

    31 Eines sollten wir dabei im Sinn behalten, und zwar, daß sich Jakobus hier an Christen richtet, an Personen, die Jehova Gott hingegeben und die getauft sind und die behaupten, Jehovas christliche Zeugen zu sein. Er bemüht sich, jeden einzelnen von ihnen zum Handeln anzuspornen. Wenn sie Glauben haben, dann sollen sie ihn beweisen. Vergiß nicht, wie er seine Abhandlung über den Glauben einleitete: „Von welchem Nutzen ist es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber keine Werke?“ (Jak. 2:14).

    32 Wir sollten heute einen starken Glauben haben, weil uns die ganze Bibel zur Verfügung steht. Wir haben die Hebräischen und die Griechischen Schriften. Wir wissen, was Menschen aufgrund ihres Glaubens taten, bevor Christus Jesus, der Sohn Gottes, auf dem irdischen Schauplatz erschien. Wir kennen auch den Glauben der ersten Christen und wissen, was sie getan haben. Sie erkannten Jesus Christus als den Sohn Gottes an; sie beobachteten seinen Lebenswandel und seine Entschlossenheit, die gute Botschaft vom Königreich zu predigen, und ahmten ihn dann nach, indem sie Glauben an dieses Königreich bekundeten und die gute Botschaft predigten. Nun ist Jesus von den Toten auferweckt worden. Über ihn, dessen Beispiel treue Christen nachahmen sollten, heißt es in Hebräer 1:3: „Er ist der Widerschein seiner [Gottes] Herrlichkeit und der genaue Abdruck seines Wesens selbst und hält alle Dinge durch das Wort seiner Macht aufrecht; und nachdem er eine Reinigung für unsere Sünden herbeigeführt hatte, setzte er sich zur Rechten der Majestät in den Höhen.“

    33 Heute finden wir Hunderttausende christlicher Zeugen Jehovas, die einen starken Glauben haben. Sie bekennen mit ihren Lippen, daß Jesus Herr ist zur Verherrlichung Gottes, und sie haben in ihrem Herzen den Glauben, daß Gott Christus Jesus von den Toten auferweckte. Da sie diesen Glauben haben und ihn öffentlich verkündigen, indem sie Menschen aller Nationen und Sprachen darüber berichten, haben sie eine gesicherte Erwartung, gerettet zu werden und ewiges Leben zu erhalten.

    34 Das böse System der Dinge mag in seinen letzten Stunden noch sehr großen Druck auf sie ausüben; sie mögen wirtschaftliche Schwierigkeiten erleiden; manchmal mag es scheinen, daß ihr Überleben in Frage steht. Aber angesichts all dieser Tatsachen werden sie Grund zur Freude haben, da sie an Jehova glauben. Sie empfinden so, wie Habakuk unter Inspiration schrieb: „Mag der Feigenbaum selbst nicht blühen, und mag kein Ertrag an den Weinstöcken sein . . . Dennoch, was mich betrifft, will ich frohlocken in Jehova selbst; ich will jubeln in dem Gott meiner Rettung“ (Hab 3:17, 18).

    35 Wir sind dieser kritischen Zeit jetzt sehr nahe. Wir leben in den letzten Tagen dieses Systems der Dinge, und wir sehen, wie sich die Prophezeiungen erfüllen, besonders das, was im 24. Kapitel des Matthäusevangeliums dargelegt wird, in dem gerade das beschrieben wird, was vor dem Ende dieses Systems der Dinge geschehen würde. Jesus sagte gemäß Matthäus 24:14: „Und diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen.“ Jehovas Zeugen glauben das. Sie glauben an Gottes Königreich, und daher verkündigen sie diese gute Botschaft weltweit. Jeden sollte es interessieren, was Jehovas Zeugen allein im vergangenen Dienstjahr getan haben.

    BERICHT ÜBER DIE WELTWEITE TÄTIGKEIT

    36 Wenn du dir die Tabelle auf Seite 218 bis 221 ansiehst, kannst du sehen, was Jehovas christliche Zeugen in ihrem Werk des Predigens der guten Botschaft von Gottes Königreich im Dienstjahr 1973 in 208 verschiedenen Ländern und Inselgebieten des Meeres getan haben. Dieses ganze Gebiet wird von Zweigbüros der Wachtturm-Gesellschaft betreut, die in 95 verschiedenen Ländern gegründet wurden.

    37 Wie Christen wohl wissen, gab Jesus seinen Jüngern den Auftrag: „Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie“ (Matth. 28:19). Das ist im vergangenen Dienstjahr mit ausgezeichnetem Erfolg geschehen. 193 990 Personen wurden Jünger, gaben sich Gott hin, um seinen Willen zu tun, und symbolisierten dies durch die Wassertaufe. Sie haben sich nun mit Jehovas christlichen Zeugen identifiziert und beweisen ihren Glauben durch ihre Werke.

    38 Durchschnittlich beteiligten sich jeden Monat 1 656 673 Prediger der guten Botschaft am Predigtdienst, aber während des Jahres wurde eine Höchstzahl von 1 758 429 Verkündigern der guten Botschaft erreicht. Sie alle leisteten eine gewaltige Arbeit, was man am besten an der Zahl der Stunden erkennen kann, die sie eingesetzt haben, um von Haus zu Haus zu arbeiten, Rückbesuche zu machen, Bibelstudien durchzuführen und zu jeder geeigneten Zeit und zu allen möglichen Gelegenheiten über ihre Königreichshoffnung zu sprechen. Diese Menschen, die sich dem Predigen der guten Botschaft widmen, haben im Predigtdienst 300 468 676 Stunden eingesetzt. Stell dir einmal vor, wieviel Zeit das ist! Diese Zeit wandten sie nicht auf, um selbst in der Bibel zu lesen, sondern um hinauszugehen und mit anderen Menschen über das zu sprechen, was Gottes Wort zu sagen hat. Außerdem machten sie 131 657 832 Rückbesuche bei Personen, die Interesse an der Bibel bekundeten, und sie führten wöchentlich bei 1 209 544 verschiedenen Familien über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger Heimbibelstudien durch. Wurde ein solches Bibelstudium in deiner Wohnung durchgeführt? Am Ende von sechs Monaten kommen Menschen, die wirklich an Gottes Königreich interessiert sind, gewöhnlich zum Königreichssaal. So können wir annehmen, daß im Laufe des Jahres schätzungsweise 2 400 000 Einzelpersonen in ihrer Wohnung ein Bibelstudium hatten, und sie mußten sich natürlich entscheiden, ob sie Jünger Jesu Christi werden und ihren Glauben an Gottes Königreich durch ihre Werke beweisen wollten. Wie du bemerkt hast, sind 193 990 Personen Jünger geworden und haben sich Gott hingegeben, und nun sind sie mit Jehovas christlichen Zeugen verbunden und verkündigen ebenfalls die gute Botschaft.

    39 Jehovas Zeugen benutzen nicht nur die Bibel, wenn sie mit den Menschen studieren, sondern sie verwenden auch Hilfsmittel zum Bibelstudium. Sie haben im Laufe des Jahres viele dieser Hilfsmittel verbreitet. Ja, während sie die gute Botschaft predigten, verbreiteten sie 21 761 877 Bibeln und Bücher, die sich zum Bibelstudium eignen, sowie 9 965 259 Broschüren.

    40 Du kennst die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet!, und du weißt, daß Jehovas Zeugen diese Zeitschriften verwenden, während sie regelmäßig an den Haustüren der Menschen vorsprechen. Im vergangenen Jahr verbreiteten sie 235 468 467 Exemplare dieser Zeitschriften in vielen Sprachen. Der Wachtturm wird in 76 verschiedenen Sprachen gedruckt und Erwachet! in 31 Sprachen. Es wurden auch viele Abonnements für ein Jahr aufgenommen. Der Bericht zeigt, daß im Laufe des Jahres 1 894 447 Abonnements bei der Gesellschaft bestellt wurden. Um alle Abonnenten sowie die anderen Leser dieser Zeitschriften zu versorgen, mußten die 37 Druckereien, die die Wachtturm-Gesellschaft benutzt, in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 198 177 981 Exemplare des Wachtturms und 202 520 820 Exemplare der Zeitschrift Erwachet! drucken. Das sind 15 500 000 Zeitschriften mehr als im vorangegangenen Jahr. Es gibt also Menschen, die daran interessiert sind, die Bibel kennenzulernen sowie die Botschaft, die ihnen Jehovas christliche Zeugen überbringen möchten.

    41 Außer denen, die aktive Zeugen sind, sind viele weitere sehr an der Tätigkeit der Zeugen Jehovas interessiert, und sie besuchen die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas. In der ganzen Welt gibt es 31 850 Versammlungen. Bei der Feier des Gedächtnismahls am Abend des 17. April 1973 waren in den Königreichssälen der Zeugen Jehovas in der ganzen Welt 3 994 924 Personen anwesend, und 10 523 nahmen von den Symbolen, dem Brot und dem Wein, und zeigten dadurch, daß sie bekennen, mit Gottes Geist gesalbt zu sein, und hoffen, mit Christus Jesus in himmlischer Herrlichkeit vereint zu werden. Die anderen freuen sich darauf, einmal auf einer paradiesischen Erde unter der göttlichen Herrschaft des himmlischen Königreiches Jehovas leben zu können.

    42 Manchmal fragen einige, ob Jehovas Zeugen ihr Werk hinter dem Eisernen Vorhang fortsetzen. Ja, unsere Aufzeichnungen zeigen, daß 150 448 christliche Zeugen Jehovas die gute Botschaft in diesen Ländern unter großen Schwierigkeiten predigen. Sie hatten in den letzten zwölf Monaten sogar eine Zunahme von 5,5 Prozent, und 11 334 Personen wurden in diesen Ländern getauft. Diese Taufen wurden natürlich nicht öffentlich durchgeführt, weil Jehovas Zeugen hinter dem Eisernen Vorhang und in einigen anderen Ländern verboten sind. Aber das hält sie nicht davon zurück, zu versuchen, auch dort Menschen zu Jüngern zu machen, und sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes zu taufen. Alle, die Jünger werden, glauben, daß „Glaube ohne Werke tot“ ist. Deswegen haben Jehovas Zeugen in 208 Ländern der Welt, ja bis an die Enden der Erde, freudig hart gearbeitet, und sie haben ein wunderbares Jahr im Predigen der guten Botschaft von Jehovas Königreich erlebt.

    43 Wie steht es mit dir? Hast du einen solchen Glauben, einen lebendigen Glauben an Gott, der dich veranlaßt, mit anderen über sein liebevolles Vorhaben zu sprechen? Wenn das dein Wunsch ist, dann ist es jetzt an der Zeit, Gottes Wort gründlich zu studieren, regelmäßig mit den Menschen zusammenzukommen, deren Werke beweisen, daß ihr Glaube lebendig ist, und ernstlich zu Jehova zu beten, er möge deine Bemühungen segnen, dein Leben mit seinem Willen in Übereinstimmung zu bringen (1. Joh. 5:14; Luk. 13:23, 24).

  100. Juleam 12. März 2012 um 08:57 Link zum Kommentar

    5. Mose 34:9

    Dann trat Josua, der Sohn Nuns, an seine Stelle. Er war vom Geist Gottes erfüllt und besaß große Weisheit, seit Mose ihm die Hände aufgelegt und für ihn gebetet hatte. Die Israeliten hörten auf ihn, wie der Herr es ihnen durch Mose befohlen hatte.

    Dies erinnert mich sehr stark an die Szenen in Apostelgeschichte, wo die Apostel anderen die Hände auflegen und diese mit heiligem Geist erfüllt werden

    (Apostelgeschichte 6:6) und man stellte sie vor die Apostel, und nachdem diese gebetet hatten, legten sie ihnen die Hände auf.

    (Apostelgeschichte 8:17) Dann legten sie ihnen die Hände auf, und von da an empfingen sie heiligen Geist.

    (Apostelgeschichte 13:3) Da fasteten und beteten sie und legten ihnen die Hände auf und ließen sie gehen.

    (Apostelgeschichte 14:23) Überdies setzten sie in jeder Versammlung ältere Männer für sie ein, und indem sie unter Fasten beteten, vertrauten sie sie Jehova an, an den sie gläubig geworden waren.

    (1. Timotheus 4:14) Vernachlässige die Gabe in dir nicht, die dir durch eine Voraussage verliehen wurde und dadurch, daß dir die Körperschaft der älteren Männer die Hände auflegte.

    (1. Timotheus 5:22) Lege niemals deine Hände jemandem voreilig auf; auch habe nicht teil an den Sünden anderer; bewahre dich selbst keusch.

    (2. Timotheus 1:6) Gerade aus diesem Grund erinnere ich dich daran, die Gabe Gottes, die durch das Auflegen meiner Hände in dir ist, wie ein Feuer anzufachen.

  101. Juleam 12. März 2012 um 08:58 Link zum Kommentar

    5. Mose 34:10-12

    Nach Mose hat es keinen Propheten mehr gegeben, dem der Herr von Angesicht zu Angesicht begegnet ist. 11 Nie wieder sind so große Wunder durch einen Menschen geschehen; nie wieder hat der Herr so deutlich seine Macht gezeigt wie in Ägypten am Pharao, seinen Hofbeamten und seinem ganzen Land.

    12 Niemand hat jemals so schreckliche und gewaltige Dinge vor den Augen aller Israeliten getan wie Mose.

    Ein weiterer Beweis dafür, dass die Bibel wirklich Gottes Wort ist – und nicht das von Menschen!

    In dem Buch “Die Bibel – Gottes Wort oder Menschenwort” stützt sich eine Argumentation darauf, dass die Bibelschreiber in allem offen und ehrlich waren, auch dann, wenn sie selbst nicht so gut dabei weg kamen. Ganz im Gegensatz zu den Schriften weltlicher Herrscher, die ihren Bericht zu ihren Gunsten beschönigt haben.

    Wenn wir bedenken, dass die letzten Worte im 5. Buch Mose von Josua geschrieben wurde und er hier offen anerkennt, dass niemand jemals Moses das Wasser reichen könnte. Auch er selbst nicht.

    Er rückte sich also nicht selbst in den Vordergrund – sondern schrieb das auf, was Jehova ihm eingab

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