Kategorie: jehovah-shammah

Jerusalem – Jesaja 54:11

Du Elende, Sturmbewegte, Ungetröstete! Siehe, ich lege deine Steine in Bleiglanz und gründe dich mit Saphiren;

Elberfelder Bibel 1905 – Jes 54,11

„O Niedergedrückte, Sturmbewegte, Ungetröstete, siehe, ich lege deine Steine mit Hartmörtel, und ich will deine Grundlage mit Saphiren legen.

neue Welt Übersetzung – Bi12

„Du niedergedrückte, sturmgeschüttelte, ungetröstete Frau,
ich setze deine Steine mit Hartmörtel ein
und lege dein Fundament mit Saphiren.

neue Welt Übersetzung – 2018 – Jes 54,11

„Hey, du arme Stadt Jerusalem! Du bist echt gequält worden, man hat dir hart zugesetzt, und keiner hat dich getröstet. Pass auf, ich werde dir ein neues Fundament organisieren, eins aus Stahlbeton. Deine Mauern werden mit Granitsteinen verstärkt, die keiner kaputt machen kann.

VolxBibel Jes 54,11

thou afflicted. ver. 6. Is 49:14. 50:10. 51:17-19, 23. 52:1-5. 60:15. Ex 2:23. 3:2, 7. Dt 31:17. Ps *34:19. 129:1-3. Je 30:17. Jn *16:20-22, 33. Ac *14:22. Re 7:13, 14. 11:3-10. 12:13-17. tossed. Mt 8:24. Ac 27:18-20. not comforted. La 1:1, 2, 16, 17, 21. I will lay. 1 K 5:17. 1 Ch 29:2. Ezk ch. 40–42. 1 Co *3:12, 13. Ep *2:20. 1 P *2:4-6. Re *21:18-21. sapphires. Ex 24:10. 28:17-20. 39:10-14. SS 5:14. Ezk 1:26. 10:1.

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Johannes zitiert aus Jesaja 54 >>

Die Grundlagen der Mauer der Stadt waren geschmückt mit jedem Edelstein: die erste Grundlage, Jaspis; die zweite Saphir; die dritte Chalcedon; die vierte, Smaragd; die fünfte, Sardonix;

Offb 21,19

Jerusalem, die elende Stadt, ist durch viel Trübsal, hier Wetter genannt, gegangen, und niemand hat sie getröstet (vgl. Kl 1,2.9.15-17.21 ). Der Herr aber wird die Stadt mit Steinen aus kostbaren Edelsteinen bauen. Dies spricht symbolisch von seiner Fürsorge und von dem Wert, den die Stadt in seinen Augen hat.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Welche Stadt meinte Jesaja? Welche Stadt meinte Johannes?
Meinst du, die beiden Bibelschreiber konnten sich nicht richtig ausdrücken und meinten eine symbolische Stadt?
Bitte lies das gesamte Kapitel – und sage mir, welche Stadt ist verlassen worden von Jehovah? Die symbolische Stadt, die dir zuerst eingefallen war? Oder könnte es sein, dass beide Bibelschreiber von der einen Stadt sprachen, die sie beide auch schon gesehen hatten?

„Sing, unfruchtbare Frau, die noch nie ein Kind bekommen hat!“ In diesem Kapitel freut sich Yesha’yahu auf die Rückkehr aus der Gefangenschaft und die zukünftige Zeit der endgültigen Wiederherstellung, wenn „Ihre Nachkommen die Nationen besitzen und die verlassenen Städte bewohnen werden“ (Vers 3). Gott fasst Israels Leidensgeschichte und endgültige Wiederherstellung mit den Worten zusammen: „Kurz habe ich dich verlassen, aber mit großem Mitgefühl nehme ich dich zurück. Ich war für einen Moment wütend… aber mit ewiger Gnade werde ich Mitleid mit dir haben “(Vers 7–8). Yesha’yahu freut sich auf eine Zeit, in der Gott nie wieder wütend auf Israel sein wird und Israel keine Angst vor den Nationen der Heiden haben wird (Verse 10–17; 57:16). Das Fehlen von Gottes Zorn ist so sicher wie sein Versprechen, nie wieder die ganze Erde zu überfluten (54: 9–10). Diese Wiederherstellung wird unter Gottes Volk Freudenschreie hervorrufen (Vers 1; 55:12).

Die vollständige jüdische Studienbibel mit Notizen

Worte können …

Und es geschah, als sie ihn alle Tage mit ihren Worten drängte und ihn plagte, da wurde seine Seele ungeduldig zum Sterben;

Elberfelder Bibel 1905 – Ri 16,16

Täglich setzte sie ihm mit ihren Vorwürfen zu und quälte ihn so, dass ihm das ganze Leben verleidet war.

Gute Nachricht Bibel – Ri 16,16

So bedrängte sie ihn ständig und belästigte ihn unaufhörlich. Sie ließ ihm keine Ruhe, so daß er keine Freude mehr am Leben hatte.

Die Bibel mit Erklärungen – Ri 16,16


Tag für Tag redete sie auf ihn ein. Sie drängte ihn so sehr, dass er es zuletzt nicht mehr ertragen konnte

Hoffnung für Alle 2015 – Ri 16,16

Und es geschah, weil sie ihm mit ihren Worten die ganze Zeit zusetzte und ihn fortwährend drängte, daß seine Seele ungeduldig wurde bis zum Sterben.

neue Welt Übersetzung – Bi12 – Ri 16,16

Weil sie ihm Tag für Tag zusetzte und Druck auf ihn ausübte, konnte er es nicht mehr ertragen.

neue Welt Übersetzung – 2018 — Ri 16,16

Es geschah, als sie ihn mit ihren Reden bedrängte alle Tage
und marterte ihn, daß seine Seele sich zum Sterben krampfte:

Buber & Rosenzweig – Ri 16,16

Sie nervte jeden Tag rum, laberte Simson ständig zu, dass er sie nicht wirklich liebt und so. Das ging ihm so sehr auf die Nerven, dass Simson schon fast Selbstmordgedanken hatte.

VolxBibel – Ri 16,16

In Vers 15 beginnt Delila mit einem Vorwurf: Wie kannst du sagen, ich liebe dich, wenn dein Herz nicht bei mir ist? Sie gibt dann den Beweis: Sie haben mich diese drei Male verspottet und mir nicht gesagt, worin Ihre große Stärke liegt.
Vers 16 berichtet über Delilahs anhaltenden Druck auf Samson, sein Geheimnis zu verraten: als sie ihn täglich mit ihren Worten drückte und ihn drängte. Das hebräische Wort für gedrängt kommt vom Wort alatz. Es ist ein Hapax-Legomenon (nur hier und nirgendwo sonst in der hebräischen Schrift verwendet) und bedeutet „drücken“, „plagen“, „quälen“. Das Wort bedeutet, dass sie ihn unter enormen emotionalen Druck setzte, mit dem Ergebnis, dass seine Seele zu Tode geärgert wurde. Er war endlich emotional erschöpft. Die Rabbiner lehren, dass er sich von ihr hätte scheiden lassen sollen, aber stattdessen erlaubte er ihr, ihn bis zu einem Nervenzusammenbruch unter Druck zu setzen.

Fruchtenbaum – Ariels Bibelkommentar

Es gab Geheimnisse im Leben Simsons: sein Rätsel im 14. Kapitel und hier sein Nasiräertum. Er verstand es nicht, sie zu bewahren, weder das eine noch das andere. Der Erlöste hat seine eigenen Geheimnisse mit seinem Erlöser: Erfahrungen, die er persönlich mit Ihm gemacht hat und von denen er vielleicht niemandem etwas sagen kann. Natürlich ist die Bekehrung eine Sache, die bekannt werden muss. Dagegen können wir andern nicht immer erklären, warum wir gewisse Dinge tun oder nicht tun (Daniel 3,16). Dieser Beweggrund ist unsere Absonderung für Gott, unser „Nasiräertum“, von dem unsere geistliche Kraft abhängt.
Delila, die Verführerin, quält den armen Simson Tag für Tag. So gedrängt und geplagt, wird er „ungeduldig bis zum Sterben“ und gibt schließlich nach. „Sie ließ ihn… einschlafen“, wird hinzugefügt. Verhängnisvoller Schlaf! „Lasst uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein“, ermahnt der Apostel Paulus (1 Thessalonicher 5,6).
Der Besieger eines Löwen, der starke Mann, vermochte zweimal seine Zunge nicht zu bewahren (Kapitel 14,17 und 16,17). Alle möglichen Tiere sind durch die menschliche Natur gebändigt worden, erklärt Jakobus, „die Zunge aber kann keiner der Menschen bändigen“ (Jakobus 3,7.8). Um das zu erreichen, braucht es Gottes Hilfe, und Er gewährt sie nur denen, die Ihm gehorchen (1 Johannes 3,22).

Jean Koechlin -Ährenlese im Alten Testament

Der schwach gewordene Simson
Beinahe wäre Simson in Gaza in die Händeder Philister gefallen. Das war wie eine Warnung für ihn. Aber er ist sicher und übermütig geworden; er lässt sich nicht warnen. So gerät er in eine fürchterliche Hörigkeit und Abhängigkeit von einer Frau namens Delila. Ein Gelehrter hat festgestellt, dass es 28 Dichtungen über die Simsongeschichte gibt: Dramen von Milton und Voltaire, das Spiel von Hans Sachs und das Oratorium von Händel… In einigen dieser Dichtungen wird Delila als eine besonders edle Frau gezeigt. Das ist sicher eine Verkennung der Bibel. Goethe hat Recht, wenn er sagt: »Eine ganz bestialische Leidenschaft eines gottbegabten Helden zu dem verwerflichsten Luder, das die Erde trägt.« Es ist unheimlich, wie Simson seinen Verstand verliert dieser Frau gegenüber. Sie zeigt ihm deutlich, dass sie ihn an die Philister verraten will. Und dabei wagt sie zu sagen: »Wie kannst du sagen, du habest mich lieb?« Wo es doch am Tage ist, dass sie als Liebesbeweis geradezu die Selbstaufgabe des Simson fordert. Jesus sagt:
»Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht«
(Joh. 8,34).
Hier sehen wir diese grauenvolle Knechtschaft.
Viele Menschen nehmen Anstoß daran, dass eine solche Geschichte in der Bibel steht. Nun, wir sollten wissen, dass die Bibel uns nicht retuschierte oder gemalte Helden vor die Augen stellen will, sondern Menschen von Fleisch und Blut. Es gehört zur Wahrhaftigkeit der Bibel, dass sie die Sünden ihrer Helden nicht verschweigt. Wie oft geschieht es heute, dass wertvolle Menschen in eine sexuelle Hörigkeit geraten, über die sich ihre Umgebung nur entsetzen kann

Wilhelm Busch

Einige Zeit danach verliebte sich Simson in ein anderes Mädchen. Es hieß Delila. Sie mochte eine Schönheit gewesen sein. Aber erwies sie sich als eine Frau, die er zärtlich lieben konnte? Delila quälte Simson unaufhörlich mit ihren Reden, um von ihm eine Information zu erhalten, aus der sie Kapital schlagen konnte. Der Bericht lautet: „So setzte sie ihm jeden Tag zu und quälte ihn mit ihren Reden, bis er es nicht mehr aushalten konnte.“ Das hatte tragische Folgen (Richter 16:16, Einheitsübersetzung).
Eine Frau, die durch Weinen und Nörgeln ihren Mann unter Druck setzt, handelt nicht weise. Sie gefährdet dadurch das Eheglück und bewirkt, daß sich der Mann ihr entfremdet. Die Bibel warnt vor einem solchen Verhalten, wie folgende Texte zeigen: „Wer ständig über eine Sache spricht, trennt die miteinander Vertrauten.“ „Die Streitigkeiten einer Ehefrau sind wie ein undichtes Dach, das einen forttreibt.“ „Besser ist es, im Land einer Wildnis zu wohnen als mit einer streitsüchtigen Ehefrau.“ „Ein undichtes Dach, das einen am Tag eines ständigen Regens vertreibt, und eine streitsüchtige [Pattloch-Bibel: nörglerische] Ehefrau gleichen sich. Irgendeiner, der sie beschirmt, hat den Wind beschirmt, und Öl ist es, was seiner Rechten begegnet“ (Sprüche 17:9; 19:13; 21:19; 27:15, 16).

Das Familienleben glücklich gestalten

Zu wem haben Sie schon einmal gesagt: »Wenn du mich wirklich liebst, dann würdest du «?
• zu meinem Freund/meiner Freundin
• zu meinem Ehepartner
• zu meinen Eltern
• zu meinen Kindern
• zu Gott
• zu einem guten Freund

Die Hauskreisbibel

Laßt uns auf unsere Worte achten, damit wir nicht unsere Freunde und Ehepartner in solch eine Situation bringen! Und laßt uns, Jehovah als Mittelpunkt unseres Lebens stehen – so dass wir niemals auf die Idee kommen, zu IHM zu sagen „Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann…“!!

auferweckter Jesus – wie war sein Körper?

Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr bestürzt, und warum steigen Gedanken auf in euren Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße, daß ich es selbst bin; betastet mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe.

Elberfelder Bibel 1905 – Lk 24,38–39

Aber er sagte: »Warum seid ihr so erschrocken? Warum kommen euch solche Gedanken? 39 Schaut mich doch an, meine Hände, meine Füße, dann erkennt ihr, dass ich es wirklich bin! Fasst mich an und überzeugt euch; ein Geist hat doch nicht Fleisch und Knochen wie ich!«

Gute Nachricht Bibel – Lk 24,38–39

Und er sagte zu ihnen: „Was seid ihr in ‹Unruhe und› Aufregung versetzt? Und weshalb steigen ‹zweifelnde› Überlegungen in euren Herzen auf?
Seht meine Hände und meine Füße, dass ich es bin. Betastet mich und seht, weil ein Geist nicht Fleisch und Gebein hat, so wie ihr seht, dass ich habe.“

Bibel – NT Janzen und Jettel – Lk 24,38–39

»Warum habt ihr solche Angst?«, fragte Jesus. »Wieso zweifelt ihr daran, dass ich es bin? 39 Seht doch die Wunden an meinen Händen und Füßen! Ich bin es wirklich. Hier, fasst mich an und überzeugt euch, dass ich kein Geist bin. Geister sind doch nicht aus Fleisch und Blut wie ich!«

Hoffnung für Alle – Lk 24,38–39

τί V. 5. τε-ταραγμένοι Pf. Ptz. Pass. ταράσσω (vgl. A3374ff) aufwühlen, aufrühren; übertr. in Aufregung, Unruhe, Verwirrung, Angst, Schrecken bzw. Bestürzung versetzen; umschrieb. Pf. (A249). διὰ τί warum. δια-λογισμός Überlegung, Gedanke; Zweifel, Bedenken. Lk 24,39 ἴδετε Aor. Imp. ὁράω, (zweites) verstehen, begreifen. ἐγώ betont (A122); ἐγώ εἰμι αὐτός ich bin es selbst/wirklich. ψηλαφήσατε Aor. Imp. ψηλαφάω betasten, berühren. ὀστέον Knochen. ἔχοντα Ptz. ἔχω, AcP (A300); καθὼς ἐμὲ θεωρεῖτε ἔχοντα wie ihr sie bei mir seht.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Zunächst beseitigte Jesus auch die letzten Zweifel der Anwesenden über seine Auferstehung: Er stand nicht nur in ihrer Mitte, so daß sie ihn sehen und seine Wunden berühren konnten (V. 39 – 40), sondern bewies ihnen auch, daß er kein Geist war, indem er vor ihnen ein Stück gebratenen Fisch aß.
Zweitens legte er ihnen aus, was im Alten Testament im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen – den drei Schriften des alten Testaments, auf die zur Zeit Jesu am häufigsten Bezug genommen wurde – über den Messias geschrieben steht. (Meist wurde unter dem Alten Testament nur Mose und die Propheten verstanden; z. B. Lk 16,29.) Mit anderen Worten, er wies ihnen aus verschiedenen Schriften des Alten Testaments (z. B. 5Mo 18,15; Ps 2,7;16,10;22,14-19; Jes 53;61,1) nach, daß er der Messias war und daß er leiden und von den Toten auferstehen mußte (Lk 24,46; vgl. V. 26). Weil er gestorben und auferstanden war, konnte nun die Botschaft der Buße zur Vergebung der Sünden in seinem Namen unter allen Völkern gepredigt werden – angefangen in Jerusalem -, denn sie alle waren Zeugen seines Todes und seiner Auferstehung geworden. Von der Verbreitung dieser Botschaft handelt denn auch das zweite Buch des Evangelisten Lukas (vgl. Apg 1,8).
Lukas

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Vorweg bemerken wir, dass Lk 24,36ff und Joh 20,19ff vermutlich dasselbe Ereignis beschreiben.

Es gab also am Auferstehungstag fünf Begegnungen zwischen dem auferstandenen Jesus und den Angehörigen des Jüngerkreises: 1) Jesu Begegnung mit den Frauen, die zum Grab gegangen waren (Mt 28,9ff.), 2) mit Maria Magdalena (Joh 20,11ff.; Mk 16,9ff.), 3) mit den Emmausjüngern (Lk 24,13ff.; Mk 16,12ff.), 4) mit Simon Petrus (Lk 24,34; Mk 16,14ff.; 1 Kor 15,5), 5) mit dem Jüngerkreis ohne Thomas (Lk 24,36ff.; Joh 20,19ff.; 1 Kor 15,5). Die beiden ersten geschahen in enger zeitlicher Verbindung am frühen Morgen, die beiden letzteren am Spätnachmittag und am Abend. Die Zeit der mittleren (mit Simon Petrus) müssen wir offen lassen.

»Während sie darüber sprachen« (V. 36): Offenbar ist das lebhafte Gespräch über den Bericht der Emmausjünger gemeint.

Dieses Gespräch wird plötzlich unterbrochen. Ganz überraschend »trat er selbst«, Jesus, in »ihre Mitte«. Nur Jesus »selbst« kann Diskussion, Zweifel und Unglauben beenden. Die griechische Grammatik ermöglicht auch die Übersetzung: »er stand selbst in ihrer Mitte« (so z. B. die Revidierte Elberfelder Bibel). Damit kommt das Überraschende noch stärker zum Ausdruck. Die Überraschung spiegelt sich auch darin, dass Lukas mitten im Satz zur Gegenwartsform wechselt: »er trat« – »er sagt«. »Friede sei mit euch!« ist der gewöhnliche israelitische Friedensgruß (vgl. 1 Sam 16,4; 2Kön 4,26; 9,17; Ps 125,5; 128,6; Mt 5,34; Lk 7,50; 10,5). Aber auf dem Hintergrund von Verwirrung, Schrecken, Unglauben und namenloser Enttäuschung (V. 21) gewinnt er eine besondere Bedeutung. Es ist der himmlische »Friede«, den der auferstandene Jesus ausstrahlt und in Aussicht stellt (vgl. Lk 10,5ff.).

Wir sehen, dass der auferstandene Jesus nicht mehr an Raum und Zeit gebunden war. Er konnte sichtbar werden, wann er wollte. Er konnte durch geschlossene Türen treten (Joh 20,19). Er konnte an ganz verschiedenen Orten erscheinen (Jerusalem, Emmaus, Galiläa). Die Bemerkung »er trat in ihre Mitte« lässt vermuten, dass die Jünger im Kreis saßen. Sie verdeutlicht auch, dass der Auferstandene einen realen Leib besaß. Von einem Gespenst oder einer visionären Erscheinung könnte man schlecht sagen: »Er trat in ihre Mitte«.

Übrigens stimmt die zweite Hälfte von Joh 20,19 fast wörtlich mit Lk 24,36 überein. Dan auch in Joh 20,19 nur von »Jüngern«, nicht aber speziell von »Aposteln« o. ä. die Rede ist, widerspricht Joh 20,19 der Annahme nicht, dass neben den zehn Aposteln (ohne Thomas) auch die Emmausjünger dabei waren. Ja, aufgrund von Vers 9 und Vers 33 müssen wir sogar die Möglichkeit offen lassen, dass über den Apostelkreis und die Emmausjünger hinaus noch andere Jünger an jenem Abend anwesend waren.

Trotz des Friedensgrußes reagieren die Jünger mit heftigem Erschrecken: »Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist« (V. 37). Das Wissen, dass Jesus lebt, nimmt seinem Kommen nichts von der furchteinflößenden Überweltlichkeit. In jenen Augenblicken »meinten sie, sie sähen einen Geist«. Ähnlich war es ihnen ergangen, als Jesus auf dem Wasser ging (Mt 14,26; vgl. Apg 12,15). Statt »Geist« könnte man auch übersetzen »Gespenst«. Das Ungewöhnliche der Erscheinung ist deutlich (vgl. Lk 1,12; Apg 9,3ff und Dan 8,15ff.; Dan 10,5ff.), es fehlen die Kategorien, sie einzuordnen. Aber zugleich macht uns die Reaktion der Jünger klar, dass die Erfüllung der Weissagung von der Auferstehung Jesu für sie praktisch unvorstellbar war (Lk 9,22; 18,33; Joh 20,9). Alle Ausflüchte, die Jünger hätten die Auferstehung erfunden oder Jesus sei nur »in ihren Glauben hinein« auferstanden, erweisen sich erneut als unbegründet.

In der offenen, liebevollen und ruhigen Art, die Jesus schon vor der Kreuzigung auszeichnete, spricht er sie an: »Was seid ihr so durcheinander, und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen?« (V. 38). Hier stellt es Jesus sozusagen offiziell fest, dass seine Auferstehung Zweifeln begegnete. Damit werden Mt 28,17; Mk 16,11.13.14; Joh 20,25 bestätigt. Dass die Bibel so oft und so offen von diesen Zweifeln spricht, kann nur unser Vertrauen gewinnen. Nach den Grammatiklehrbüchern ist die Redewendung »in euren Herzen aufsteigen« semitisch. Man kann also davon ausgehen, dass Lukas hier auf einen judenchristlichen Augenzeugen zurückgreift. »Durcheinander«, oder: »durcheinandergeschüttelt«, »aufgerührt«, »in Verwirrung gebracht«, sind die Jünger nach Jesu Analyse. So hat er sie öfter erlebt (vgl. Mt 14,26; Joh 14,1.27). Der Jüngerkreis von damals hatte wenig Ähnlichkeit mit Helden oder Strategen.

Der Herr stellt aber nicht nur die Mängel fest. Er hilft vielmehr zum Glauben: »Seht doch meine Hände und meine Füße!« (V. 39). Wie liebevoll ist das – ebenso wie acht Tage später bei Thomas (Joh 20,26ff.). Die Aufforderung »seht!«, »überzeugt euch selbst!«, geht durchs ganze Evangelium (Lk 2,12.15; 7,22; 19,42). Sie erinnert besonders an die erste Begegnung mit einigen Jüngern am Jordan (Joh 1,39.46; vgl. Joh 4,29; 7,37; 20,27). Jesus stellt sich dem Test.

»Ich bin es selbst!« sagt er. Auch dieses »ich bin es« lässt sich durch alle Evangelien hindurch verfolgen (vgl. Mt 14,27; Mk 14,62; Joh 4,26; 6,35ff.; Joh 8,12.24; 10,12ff.; Joh 14,6; 15,1ff.; Apg 9,5). Es liegt etwas unendlich Tröstliches und Gewissmachendes in diesem »Ich bin es«. Ja, Jesus gebietet sogar das Anfassen: »Fasst mich an und seht!« Dasselbe wird er bald darauf zu Thomas sagen (Joh 20,27). Mit größter Gewissheit konnten die Apostel später schreiben: »Was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben … das verkündigen wir euch« (1 Joh 1,1ff.; vgl. Joh 1,14; 2 Petrus 1,16ff.). Auf diese Weise gewannen sie eine hundertprozentige Überzeugung von der Realität der Auferstehung.

Wieder zieht Jesus einen ganz rationalen Schluss: »Denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr es bei mir seht«. In der Tat! So ist es. Ein Problem bleibt dennoch übrig: Wie soll man sich denn »Fleisch und Bein (oder: Knochen)« bei Jesus damals vorstellen? Einerseits war er nicht an Raum und Zeit gebunden, konnte durch verschlossene Türen gehen, und an verschiedenen Orten (Jerusalem und Emmaus) sichtbar werden. Offensichtlich war das nicht mehr derselbe Leib wie vor der Kreuzigung. Andrerseits wies er auf wirkliche »Hände und Füße« hin, sprach von »Fleisch und Bein«, ließ sich betasten, und aß sogar (V. 41ff.). Vermutlich befand sich Jesus in den vierzig Tagen zwischen Auferstehung und Himmelfahrt (Apg 1,3) in einem leiblichen Zwischenzustand, in dem zwar der frühere fleischliche Leib abgelegt, aber der vollendete Geistleib (Joh 4,24; 1 Kor 15,35ff.; 2 Kor 3,17) noch nicht vorhanden war.

Dreimal war in Vers 39 vom »Sehen« die Rede – wohlgemerkt: vom »Sehen« mit leiblich -irdischen Augen.

Kurz und bündig fährt Lukas fort: »Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße« (V. 40). Der Auferstandene machte nicht nur Worte. Er handelte auch danach. Spätestens an dieser Stelle bricht die Frage auf: Warum ausgerechnet »die Hände und die Füße«? Antwort: Weil man daran die Nägelmale sah (vgl. Joh 20,20.25.27). Aus Lk 24,40 und Joh 20,20ff kann man eindeutig schließen, dass Jesus bei der Kreuzigung angenagelt wurde. Nun bleiben die Wundmale auf ewig sein Erkennungszeichen. Bis in alle Ewigkeit ist er das »Lamm, wie geschlachtet« (Offb 5,6.12; 6,1ff.; Offb 7,9ff.; Offb 8,1; 14,1ff.; Offb 19,7ff.; Offb 21,9.22ff.; Offb 22,1ff.). Übrigens entspricht Joh 20,20 weitgehend Lk 24,40

Edition C – Gerhard Maier

Die beiden redeten noch, da „stand er selbst in ihrer Mitte“. Er kannte ihre
Herzen und sprach ihnen Worte des Friedens zu. Diese Worte brauchten sie, da sie sich vor Seiner Gegenwart fürchteten und meinten, „sie sähen
einen Geist“. Sie hatten eben bezeugt: „Der Herr ist wirklich auferweckt
worden“, aber bislang hatte Ihn von den Elfen nur Petrus tatsächlich
gesehen. Er trat in ihre Mitte und erschien so plötzlich, daß ihre
Furcht gut verständlich ist. Sie hatten sich in der Gegenwart des Menschen
Jesus in Niedrigkeit wohl gefühlt, aber vergessen wir nicht, daß Er
jetzt in einem verherrlichten Leib vor ihnen stand. Er hatte Sein volles Licht
noch nicht aufstrahlen lassen, sonst wären sie wie Paulus erblindet
(Apg 22,11) oder wie Johannes wie tot vor Ihm niedergefallen (Offb 1,17). Aber dennoch sahen sie an Ihm Herrlichkeit, und sie erfuhren „den Schrecken des Herrn“. Er kannte ihre Furcht nur zu gut, stand sie ihnen doch im Gesicht geschrieben, aber Er kannte auch die Gedanken ihrer Herzen.
 Diezwei Wörter von V.37, „erschraken“ ( ptoeo) und „von Furcht erfüllt“ ( emphobos) kommen im NT selten vor. ptoeo findet sich nur hier und in den Worten an die Jünger: „Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen hören werdet, so erschrecket nicht“ (21,9). emphobos kommt fünfmal vor: in Lk 24,5.37 und Apg 10,4; 22,9; 24,25. Es kommt noch einmal vor, und zwar in Offb 11,13, wo es verwendet wird, um die Angst zu beschreiben, welche jenes große Erdbeben auslösen wird, in welchem 7000 Menschen in Jerusalem umkommen werden. Es ist nicht leicht, glaubwürdige Aussagen zum Unterschied der beiden Ausdrücke zu finden, aber ptoeo scheint eher das plötzliche Erschrecken zu bezeichnen, während emphobos mehr den Zustand der Furcht meint.
Diese Verse offenbaren uns vieles über den Auferstehungsleib des Herrn.
Seine Hände und Füße hatten noch die Nägelmale an sich,
und Er war mehr als ein Geist, den sie zu sehen meinten. Daß in dieser
Beschreibung nicht von Blut die Rede ist, ist bezeichnend; denn es wurde am Kreuz gänzlich vergossen. In diesem Evangelium, das Seinem Pfad von
Galiläa bis Golgatha gefolgt ist, ist es kein Zufall, daß die
Hände und die Füße gezeigt werden. Johannes spricht von Seinen
Händen und von Seiner Seite (20,20), und er hat in seinem Evangelium die
Liebe Seines mitfühlenden Herzens hervorgehoben, und er lag während
des Passahmales selbst an Seiner Brust. Sie wurden aufgefordert, Ihn zu
betasten, denn Er war wirklich persönlich unter ihnen. Sein
Auferstehungsleib der Herrlichkeit kann betastet und angefaßt werden.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Während die beiden Wanderer von Emmaus noch reden, erschien Jesus plötzlich in ihrer Mitte. Plötzlich stand Er da. Die Jünger sehen Ihn nicht kommen, Er stand in ihrer Mitte. Diese Weise des Sich-Zeigens erregt die Jünger derart, dass sie glauben, einen Geist zu sehen. 189) Nach Mk 16,14 musste der Herr sie wegen ihrer Herzenshärtigkeit und wegen ihres Unglaubens schelten. Die Einschaltung des Markusberichtes scheint wohl an dieser Stelle richtig zu sein. Wie sehr es den elf Aposteln und den übrigen Jüngern an dem rechten, fröhlichen Glauben fehlte, ist daraus zu schließen, dass sie zuerst Furcht und Entsetzen empfanden, als ihnen der Herr erschien. Seine Erscheinung erfolgte so plötzlich und so geheimnisvoll und so wunderbar, dass sie auf den Gedanken kamen, einen Geist zu sehen. Die Jünger meinten ein Gespenst zu sehen, das die Gestalt des Heilandes nachahmte.
Der Auferstandene hatte die Aufgabe, die Jünger zu überzeugen, dass Er Selbst vor ihnen stand. Er fragte sie: „Was seid ihr bestürzt, und warum steigen Zweifel in euren Herzen auf?“ Jesus musste die Jünger zuerst aus der Verwirrung zur Sammlung und Besinnung zurückführen. Durch die Worte: „Was seid ihr verwirrt oder bestürzt?“ werden sie ermahnt, ihre Sinne vom Schrecken zu lösen. Solange aber die Menschen verwirrt sind, bleiben sie beim hellsten Licht verblendet. Damit Seine Jünger zur rechten Erkenntnis gelangen, veranlasst Er sie, das Ganze ruhig und schlicht zu überlegen.

Nachdem Jesus die erschrockenen und verwirrten Jünger zur Ruhe gebracht hatte, gibt Er ihnen Seine Hände und Seine Füße zu besehen und zu betasten, um sie von Seiner persönlichen Gegenwart zu überzeugen. Die Nägelmale an Händen und Füßen, nach Johannes noch die Seitenwunde, mussten jedes Bedenken beseitigen, dass Er es Selbst ist und kein anderer.
So überzeugte Jesus Seine Jünger von der Tatsache Seiner Persönlichkeit und Seiner Leiblichkeit.
Der Evangelist erzählt nicht, ob die Jünger den Herrn wirklich betastet haben, es ist aber doch anzunehmen, dass sie Seine Forderung befolgten. Die Freude der Jünger war so groß, dass sie noch gar nicht recht glauben konnten. Das Menschenherz ist zu klein, eine große Freude, die ihm über jede Vermutung und Erwartung widerfährt, gleich aufzunehmen. Zuerst verhinderten Furcht und Schreckensgedanken den Glauben bei den Jüngern. Jetzt ist die große Freude ein Hindernis, dass sie nicht glauben können. Die Jünger können sich erst langsam in ihr Glück hineinfinden.
Jesus kam der Schwachheit Seiner Jünger freundlich entgegen. Um ihnen noch klarer zu zeigen, dass Er in leibhaftiger Wirklichkeit mitten unter ihnen steht, fragt Er, ob sie irgend etwas zu essen haben. Der Herr fordert dieses nicht Seinetwegen, sondern wegen ihres Unglaubens. Es wurde Ihm ein Stück von gebratenem Fisch dargeboten. Die Worte: „… und vom Wabenhonig“, welche die Koine-Handschrift enthält, fehlen in anderen Handschriften. Die Allegorie, welche die Kirchenväter aus dem gebratenen Fisch und dem Wabenhonig herausholen, sind von der Hand zu weisen. Jesus wollte zu keinen allegorischen Spielereien Veranlassung geben, sondern die Jünger sollten sich durch Sein Essen überzeugen, dass Er in leibhaftiger Wirklichkeit unter ihnen war.
Jetzt, da der Herr Speise von ihnen gegessen hatte, fielen für sie alle Bedenken und Zweifel dahin. Die Jünger freuten sich, dass sie den Herrn sahen. Jetzt erkannten sie Ihn recht, dass Er es Selbst in leiblicher Person und Wirklichkeit war. Ihre Osterfreude gelangte völlig zum Durchbruch.

Wuppertaler Studienbibel

Die Natur des Auferstehungskörpers

In Bezug auf die Natur des Auferstehungskörpers, den Jeschua hatte, sind neun spezifische Dinge zu beachten. Erstens wurde er, wie bereits in der Untersuchung des historischen Segments erwähnt, nicht immer sofort erkannt. Es gab genug Veränderungen in seinem Auferstehungskörper, dass die Anerkennung nicht unmittelbar erfolgte, aber es gab genug Ähnlichkeiten, dass schließlich diejenigen, die ihn kannten, ihn als genau den erkannten, den sie zuvor kannten (Lk 24,16,31; Joh 20,15; 21: 7). Es gab viele Veränderungen und doch viele Ähnlichkeiten.

Zweitens hatte Jesus die Fähigkeit zu erscheinen und zu verschwinden (Lk 24,31-36; Joh 20,19).

Drittens hatte sein neuer Körper kein Problem mit physischen Barrieren. Er konnte direkt durch Wände und geschlossene Türen gehen (Joh 20,19).

Das vierte an der Natur seines Auferstehungskörpers ist, dass es ein materieller Körper war. Obwohl er die Fähigkeit hatte zu erscheinen und zu verschwinden und keinen physischen Barrieren unterworfen war, war es ein materieller Körper aus Fleisch und Knochen, wie Jeschua selbst beschrieb (Lk 24,39–40). Normalerweise würde man erwarten, dass die Lesung „Fleisch und Blut“ ist, aber der Auferstehungskörper enthält kein Blut. Es ist kein blutgetragener Körper, sondern ein geistiger Körper. Anstelle von „Fleisch und Blut“ sind es also Fleisch und Knochen.

Fünftens hatte der Auferstehungskörper Jesu noch die Nagelabdrücke und die Speerwunde (Joh. 20: 24-27). Die Spuren der Kreuzigung waren auf seinem Körper immer noch sehr deutlich zu erkennen.

Das Sechste an der Natur seines Auferstehungskörpers ist, dass es nicht nur Geist war. Jeschua aß Fisch und Brot, um zu zeigen, dass er nicht nur ein Geist, eine Erscheinung oder ein Geist war (Lk 24,41-43).

Siebtens war sein Auferstehungskörper zu spüren. Obwohl er die Fähigkeit hatte, zu erscheinen und zu verschwinden und durch Wände zu gehen, gab es genug Fleisch- und Knochenmaterial, um seinen Körper zu fühlen (Mat. 28: 9; Lk. 24:39; Joh. 20:17).

Achtens war der Auferstehungskörper Jesu sichtbar. Es war ein Körper, der in alltäglichen Angelegenheiten gesehen werden konnte. Es war nicht nur eine Vision oder ein Traum, sondern ein normaler, alltäglicher Anblick (Joh 20,20).

Das Neunte an der Natur des Auferstehungskörpers des Messias ist, dass er atmen konnte und tat (Joh 20,22).

In Anbetracht dieser neun Dinge können drei Schlussfolgerungen gezogen werden. Erstens war es derselbe Körper, der starb. Dies war kein neu geschaffener Körper, sondern derselbe Körper, der in das Grab gelegt worden war. Zweitens erfuhr derselbe Körper eine Veränderung, keine absolute, totale Veränderung, sondern eine große Veränderung in vielen Bereichen. Es gab genug Änderungen, so dass er nicht sofort erkannt wurde; Dennoch blieben genügend Elemente übrig, so dass Er als derselbe Jeschua anerkannt wurde. Drittens wurde der Auferstehungskörper des Messias verherrlicht, doch diese Herrlichkeit wurde während der vierzig Tage des Dienstes nach der Auferstehung immer noch verschleiert. Als er auftauchte, sah er wie ein normaler Mann aus, wie es bei den Frauen im Garten und bei den beiden Jüngern auf der Emmausstraße der Fall war. Während der vierzig Tage des Dienstes nach der Auferstehung wurde die Herrlichkeit verschleiert, aber nach seiner Himmelfahrt wurde sie nicht mehr verschleiert (Phil. 3:21; Offb. 1: 12–18).

Dies sind die Tatsachen bezüglich der Natur des auferstandenen Körpers von Jeschua. Es ist nicht immer klar, ob einige Dinge wahr sind, weil es ein auferstandener Körper war oder weil er Gott ist. Einige Dinge werden für unsere auferstandenen Körper zutreffen, aber einige Dinge werden sicherlich nicht für uns zutreffen. Zum Beispiel soll unser auferstandener Körper perfekt sein, ohne Anzeichen von Alterung oder Beschädigung, aber der Körper von Jeschua hatte immer noch die Nagelabdrücke. Was also für seinen Auferstehungskörper galt, wird nicht unbedingt für unseren gelten, obwohl es viele Ähnlichkeiten geben wird.

Die Sammlung messianischer Bibelstudien – Fruchtenbaum

„dass ich aufpasse, wer bei mir ist, wenn ich irgendwas erzähle“

Ich sprach: Ich will meine Wege bewahren, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinen Mund mit einem Maulkorbe verwahren, solange der Gesetzlose vor mir ist.

Elberfelder Bibel 1905 – Ps 39,1

Ich hatte mir vorgenommen,
auf mich aufzupassen
und nichts zu sagen,
wodurch ich schuldig würde,
in Gegenwart von Schurken stillzuschweigen,
als hätte ich einen Knebel im Mund.

Gute Nachricht Bibel – Ps 39,2

Ich nahm mir vor, auf mich zu achten, / dass mein Reden nicht zur Sünde wird, / dass ich meine Zunge zügle, wenn Gottlose bei mir sind.

Neue evangelistische Übersetzung – Ps 39,2

Ich hatte mir fest vorgenommen, 
  vor bösen Menschen meine Zunge im Zaum zu halten; 
  ich wollte mich zusammennehmen und nichts sagen, 
  was man mir als Schuld anrechnen könnte.

Hoffnung für Alle – Ps 39,2


Ich hab gesagt: Ich will aufpassen, dass ich Gott nicht mit meinem Gelaber quäle. Und dass ich aufpasse, wer bei mir ist, wenn ich irgendwas erzähle.

VolxBibel – Ps 39,2

  Ich sagte: Wachen will ich über meine Wege (Aufpassen will ich auf meine Wege) um nicht mit meiner Zunge zu sündigen. 
  Meinem Mund stellte ich eine Wache hin, 
  als sich der Sünder gegen mich aufstellte. 

Septuaginta Deutsch- Ps 38,2


Dem Vorsänger, dem Jeduthun. Ein Psalm von David. Ich sprach: Ich will meine Wege bewahren, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinen Mund mit einem Maulkorbe verwahren, solange der Gesetzlose vor mir ist.

Lehrtext: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Jakobus 1,19

Daher, meine geliebten Brüder, sei jeder Mensch schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.

Ich habe mir vorgesetzt usw. Auch der Umstand lässt auf die Heftigkeit des Schmerzes schließen, dass David ganz gegen seinen inneren Vorsatz in die bittersten Klagen ausbrach. Denn der kurze Sinn seiner Worte ist der, dass er mit zur Geduld gesammeltem Gemüte sich zwar Stillschweigen abzwingen wollte, dass aber die Gewalt des Schmerzes diesen Vorsatz umgestoßen und ihm Worte ausgepresst habe, die auf einen gar zu ungebändigten Schmerz schließen ließen. Buchstäblich wäre zu übersetzen: „Ich habe gesagt.“ Aber diese Wendung bezeichnet nicht immer ein äußeres Sprechen: auch wo nicht ausdrücklich dabeisteht: „in meinem Herzen“ – wird es sich oft um einen inneren Vorsatz handeln. Auch hier wird David nicht sagen wollen, dass er vor Menschen tapfer geredet, sondern dass er sich vor Gott in langer innerer Betrachtung redlich gerüstet habe, das Unglück zu ertragen. Dieser Eifer erscheint bemerkenswert. Denn es hat seinen guten Grund, dass David sich mit solcher Sorgfalt hütet. Buchstäblich wäre zu übersetzen: „Ich will meine Wege bewachen.“ Weil er sich seiner Schwachheit bewusst war und auch wusste, wie viele Nachstellungen Satan zu bereiten pflegt, so schaute er hierhin und dorthin aus und stellte gleichsam überall Wachen auf, damit weder von rechts noch von links die Versuchung ihn heimlich beschleichen und sich in sein Herz eindrängen könne. Die Zugänge waren also von allen Seiten geschlossen. Aber durch die große Bitterkeit seines Schmerzes wurde seine Standhaftigkeit mit Gewalt gebrochen. Wenn David weiter sagt, dass er seinen Mund zäumenwollte, so ist das nicht so zu verstehen, als habe er sich damit begnügt, was ihn quälte, in sich zu verschließen, – wie denn mancher hinter scheinheilig sanftmütigen Mienen und Reden innere Auflehnung verbirgt. Vielmehr bezeugt er, dass er mit größter Anstrengung seine Stimmungen zügelte; weil die Zunge nur zu leicht ausgleitet, wollte er auch nicht ein Wort aus seinem Munde gehen lassen, das irgendwelche Ungeduld verraten hätte. In der Tat gehört eine seltene Standhaftigkeit dazu, in voller Wahrheit und mit bewusstem Entschluss die nur zu bewegliche Zunge festzuhalten. Das folgende Satzglied: weil ich muss den Gottlosen so vor mir sehen, versteht man meistens dahin, dass David seine Traurigkeit verbergen wollte, um nicht den Gottlosen Anlass zur Lästerung zu geben, die bei jedem Übel, welches Kindern Gottes zustößt, diese nur zu gern frech verhöhnen, wobei es ohne Spott über Gott selbst nicht abgeht. Aber der Hinweis darauf, dass der Gottlose so dasteht, will doch wohl noch etwas anderes besagen: David sieht, wie die Frevler alle Macht in die Hand bekommen, aber er will diesen unwürdigen Zustand, der sonst die Guten nicht wenig ärgert und quält, schweigend ertragen. Wenn es nun schon einem David schwer wurde, seine Zunge zu zähmen, damit er sich nicht durch Murren versündigte, so wollen vollends wir an seinem Beispiel lernen, unter jedem Druck mit allem Ernst unsere Gefühle zu dämpfen, damit uns nicht eine unfromme Rede entfahre, die den Herrn beleidigen müsste.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

2 חטא sündigen (Inf cs qal) // מַחְסוֹם (hap leg) Lippenblech, Mundmaske – ein Mundstück aus Gold- oder Silberblech, das Verstorbenen zur Schliessung der Seele eingesetzt wurde (früher: Zaum) // בְּעוֹד so lange als (“bei Fortdauern von”).
….
Anregung für die Praxis
Eine Spannung zwischen Reden und Schweigen im Zusammenhang mit Konflikten und Schuld, in der auch wir moderne Menschen uns oft wiederfinden, durchzieht diesen Psalm. Dabei erweist sich das Schweigen gegenüber Menschen, aber das zugleiche Reden mit Gott als Weg, diese Spannung auszuhalten, ja zu bewältigen. Im Psalm artikuliert sich ein Mensch, der bereits am Rand des Todes steht; davon ausgehend findet sich eine Besinnung über die Brüchigkeit menschlichen Lebens generell. Zur Schuld-Thematik liegen drei Facetten vor: Die Bitte um Bewahrung davor (2) – die Bitte um Rettung aus den Verfehlungen (9, evtl. auch 14) – das Bekenntnis von Strafe und Erziehung (“Züchtigung”) aufgrund von Schuld(12). Wie der ganze Psalm von einer existentiellen Tiefe bestimmt ist, so auch das Gebet, das von Seufzen, Schreien und Weinen begleitet ist und um Erhörung ringt (13, vgl. 4b). “Der Psalmdichter scheint seinen Hörern bzw. Lesern einen Weg aufzeigen zu wollen, wie angesichts einer Leidenssituation gebetet werden kann, ohne Gott anzuklagen, aber ihm gegenüber doch zum Ausdruck zu bringen, wie belastend und schwer nachvollziehbar sein Handeln ist” (C. Forster).

Werkbuch Psalmen

Ist das Mitteilen von der eigenen Meinung immer richtig?
Beim lesen der verschiedenen biblischen Kommentare zu diesem Psalmenvers fiel mir der in den Medien breitgetretene Fall eines Pastors in unserem Land ein : er hatte in einem Eheseminar deutliche Worte zur Homosexualität gefunden. Das was er sagte war wohl der Maßstab der Bibel und damit der Maßstab des Schöpfers. Aber warum fallen solche Worte in einem Eheseminar? Manchmal ist es eben wichtig, nur denen die biblische Wahrheit offen zu sagen, die sie auch hören möchten – und bei denen die sich gegenüber dem Schüpfer als „Gottlose“ betrachtet sehen wollen, einfach zu schweigen.
Ähnliche Situationen gibt es auch bei uns im Hauskreis – nicht immer ist es angebracht, jede Frage zu beantworten. Denn wenn die Grundlagen nicht gelegt worden sind, wird jede Antwort nur auf Ablehnung stoßen. Deshalb ist es so wichtig, eine richtige feste biblische Grundlage zu haben, auf die dann aufgebaut werden kann. Das fällt mir besonders bei vielen Ex-Mitgliedern der Kirchen und orgs auf – es fehlt einfach an der Liebe zu einem allmächtigen Schöpfer, weil kein tägliches Bibellesen gefördert wird. Das ist dann, wie bei Ehepaaren die nie Zeit miteinander verbringen – man kann den anderen einfach nicht verstehen!

„ich darf so bleiben wie ich bin“

Was sollen wir tun, Brüder? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Elberfelder Bibel 1905 – Apg 2,38

Petrus antwortete: »Kehrt jetzt um und lasst euch taufen auf Jesus Christus; lasst seinen Namen über euch ausrufen und bekennt euch zu ihm – jeder und jede im Volk! ( lasst euch taufen …: wörtlich Und es lasse sich jeder von euch taufen auf den Namen von Jesus Christus (vgl. Sacherklärung »Taufe«). Der griechische Text enthält eine Anspielung auf Vers 21 (bekennen) und eine Beziehung zu Jak 2,7 (Namen ausrufen).–Angeredet sind die anwesenden Männer (Verse 22. 29), doch ist hier zweifellos das ganze Volk im Blick.) Dann wird Gott euch eure Schuld vergeben und euch seinen Heiligen Geist schenken. (Jes 57,19; Eph 2,17)

Gute Nachricht Bibel

„Ändert eure Einstellung“, erwiderte Petrus, „und lasst euch auf die Vergebung eurer Sünden hin im Namen von Jesus, dem Messias, taufen! Dann werdet ihr als Gabe Gottes den Heiligen Geist bekommen.

NeÜ bibel.heute Stand 2019 – Apg 2,38

Petrus antwortete ihnen:»Ändert euer Leben! Lasst euch alle taufen (bedeutet vom Wortsinn her »in Wasserbedeutet vom Wortsinn her »in Wasser eintauchen«. Die Handlung steht Zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld.) auf den Namen (Der Name steht in der damaligen Zeit für den Träger des Namens selbst. Wer im Namen von jemand handelt, handelt nicht nur in seinem Auftrag oder mit seiner Vollmacht. Durch ihn handelt vielmehr der Auftraggeber selbst.) von Jesus Christus. Dann wird Gott euch eure Schuld ( Das Leben ohne Gott und damit gegen seinen Willen.) vergeben und euch den Heiligen Geist (Die Kraft, die von Gott ausgeht und Leben schafft.) schenken.

BasisBibel Apg 2,38

„Lebt nicht länger so, wie ihr jetzt lebt! Macht es anders und lebt in Gottes Richtung!“, meinte Petrus nur. „Ihr müsst dieses neue Ritual machen, diese Taufe. Und zwar sollt ihr auf den Namen von Jesus Christus getauft werden. Dann gehört ihr ihm, und Gott wird euch die Sachen vergeben, wo ihr total neben Gottes Willen gelebt habt. Und außerdem bekommt ihr dann die Power von Gott, den heiligen Geist, aufgespielt.

VolxBibel – Apg 2,38


Die Antwort von Petrus war klar und eindeutig. Als erstes sollten sie Buße tun. Das Verb, das er hier verwendete (metanoEsate), bedeutet ursprünglich „die Einstellung, das Herz, die Ausrichtung des Lebens ändern“. Aus der inneren Wandlung sollte dann offensichtlich auch eine Verhaltensänderung erwachsen, doch die Betonung liegt auf der Änderung des Geistes bzw. der Einstellung. Die Juden hatten Jesus verworfen; jetzt sollten sie ihm vertrauen und an ihn glauben. Die Buße spielt in der Apostelgeschichte immer wieder eine wesentliche Rolle in der Predigt der Apostel (V. 38; Apg 3,19;5,31;8,22;11,18;13,24;17,30;19,4;20,21;26,20).
Das Gebot „jeder von euch lasse sich taufen“ und die mit ihm in Verbindung gebrachte Sündenvergebung wurde unterschiedlich ausgelegt: (1) Beide, Buße und Taufe, führen zur Vergebung der Sünden. Demnach wäre die Taufe heilsnotwendig. An anderen Stellen in der Schrift wird die Vergebung der Sünden dagegen allein vom Glauben abhängig gemacht (Joh 3,16.36; Röm 4,1-17; Röm 11,6; Gal 3,8-9; Eph 2,8-9; usw.). Auch Petrus selbst verhieß später die Vergebung der Sünden allein durch den Glauben (Apg 5,31;10,43;13,38;26,18).
Apostelgeschichte

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Was? Die Menschen, die Petrus zuhörten, warum doch Anbeter Jehovahs! Und diese mussten ihre Einstellung ändern? Warum? Nun, sie hatten Jesus nicht als den verheißenen Messias anerkannt – und deshalb sollten sie IHN als ihren Herrn anerkennen UND sich in seinem Namen taufen lassen!
Ist die Taufe also dass, was sie retten würde?
Auf was bist du getauft worden? Was hat sich in deinem Leben mit der Taufe geändert? Oder konntest du bleiben wie du warst?
Will Gott eigentlich, dass wir uns ändern?
Und um was dreht sich unser Leben? Um uns, dass es uns gut geht? Oder sollten wir für IHN leben?

Ein Pastor schrieb heute auf twitter:

Das Predigen des Evangeliums ist nicht:
Dich selber lieben.
Dich selber finden.
…weil du es wert bist.


Das Predigen des Evangeliums ist:
Lukas 14,26 – hasse dich
Mat 16,24 – verleugne dich
Röm 10,9 – Christus ist es wert, gerettet zu werden!

Dustin Benge auf twitter



In Vers 21 macht Petrus den Antrag an jüdische Gläubige: Die Arche ist der Typ für die Taufe. Das griechische Wort ist „Anti-Typ“ und wird nur hier und in Hebräer 9,24 verwendet. Es wird übersetzt: nach einer wahren Ähnlichkeit. Petrus sagt, dass die Taufe eine Entsprechung zu dem hat, was zu Noahs Zeiten geschah. Die Tatsache, dass die Taufe sie retten wird, entspricht der physischen Errettung von Noahs Familie. Wieder war Noahs Botschaft: Das Gericht kommt; der Fluchtweg war die Arche; Die Arche rettete ihr physisches Leben. Peters Botschaft lautet: „Das Gericht kommt“ und bezieht sich auf das Urteil nach dem 70. Lebensjahr. Der Fluchtweg ist die Wassertaufe; Die Taufe wird ihr physisches Leben retten. Dieser Vers ist eine beliebte Passage, die von einigen verwendet wird, um zu lehren, dass die Taufe für die spirituelle Errettung wesentlich ist. Dies ist jedoch nicht der Schwerpunkt dieser Passage. Auch hier ist es wichtig zu verstehen, dass Petrus speziell an jüdische Gläubige schrieb, die Teil derselben Generation waren, die das Messiasschiff Jesu abgelehnt hatten und daher aufgrund des Unverzeihlichen unter der Strafe des Urteils standen, das im Jahr 70 n. Chr. Ergangen war Sünde. Wie Petrus in Apostelgeschichte 2:38 verkündete, muss ein einzelner Jude zwei Dinge tun, damit er dem Urteil von 70 n. Chr. Entgeht. Erstens muss er umkehren. Umkehren bedeutet „deine Meinung ändern“. Sie müssen ihre Meinung über Jesus ändern – er ist nicht von Dämonen besessen, aber er ist der jüdische Messias. Diese Aktion wird sie geistig retten. Die Empfänger von Peters Nachricht hatten dies bereits getan. Die Taufe muss jedoch folgen, damit sie physisch gerettet werden können. Die Umkehr rettet sie geistlich, aber sie müssen getauft werden, um physisch vor dem kommenden Urteil nach dem 70. Lebensjahr gerettet zu werden. Es ist die Taufe, die sie von „dieser Generation“ trennen wird. Tatsächlich erklärte Petrus in Apostelgeschichte 2:40, dass sie sich vor dieser krummen Generation retten müssen. Das Wort Speichern bezieht sich offensichtlich auf eine physische Erlösung, da sich niemand geistig retten kann. Peters Aufruf zur Taufe war ein Aufruf zur Trennung von dieser Generation, und die Taufe wird diese Trennung bewirken. In Apostelgeschichte 2:41 heißt es, dass die Gläubigen aufgrund von Petrus ‚Berufung getauft wurden. Was in der Apostelgeschichte erwähnt wurde, gilt auch hier in 1. Petrus 3:21. Petrus lehrt nicht, dass die Taufe geistige Erlösung bringen wird. Aus den vorhergehenden Versen, beginnend mit 1: 1, geht hervor, dass seine Leser bereits gerettet sind. Spirituell gesehen kennen sie den Herrn bereits und sie sind Babes im Messias. Sie wurden jedoch noch nicht getauft, und dies ist das, was sie tun müssen, um physisch gerettet zu werden. Der Vers zeigt, was das sowohl negativ als auch positiv bedeutet. Negativ ist es: nicht das Weglegen des Schmutzes des Fleisches. Das Wort Fleisch ist hier nicht das physische Fleisch, sondern Fleisch wie in der Sündennatur. Beachten Sie, dass Petrus klar darauf hinweist, dass die Wassertaufe in Bezug auf die Sündennatur nichts bewirkt; Die Wassertaufe rettet niemanden vor der Sünde. Die Wassertaufe hat nichts mit geistlicher Erlösung zu tun. Es tut nichts gegen das Weglegen des Schmutzes des Fleisches – des Schmutzes der Sündennatur. Positiv, was diese Babes in Christus brauchen, ist: die Befragung eines guten Gewissens gegenüber Gott. Das Wort aber hier ist ein sehr starker Kontrast im Griechischen. Das griechische Wort für Befragung ist ein Substantiv und wird nur in diesem Vers verwendet. Es bedeutet „eine Frage“ oder „eine Anfrage“. Es ist ein Wort eines Frage- und Antwortprozesses, um eine formelle Einigung zu erzielen. Es bezieht sich auf eine Zusage, ein gutes Gewissen aufrechtzuerhalten. Die Antwort hier ist die Antwort eines guten Gewissens gegenüber dem Herrn. In 2: 1–3 offenbarte Petrus, dass sie Babygläubige sind. Eines der Dinge, die sie unreif halten, ist ihr Versagen, getauft zu werden, was ein Mangel an Gehorsam war, der ein schlechtes Gewissen hervorbrachte. Die Taufe wird sie daher vor einem schlechten Gewissen retten. Grundlage ist die Auferstehung Jesu Christi – die Zustimmung des Vaters zum Werk des Messias am Kreuz.

Die messianisch-jüdischen Briefe – Fruchtenbaum





Wort Gottes = Christus?

Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Elberfelder Bibel 1905 – Röm 10,17

Der Glaube kommt also aus dem Hören der Botschaft; die Botschaft aber gründet in dem Auftrag, den Christus gegeben hat.

Gute Nachricht Bibel

Wie wir gesehen haben, setzt der Glaube das Hören der Botschaft von Christus voraus.
Der Glaube kommt also aus dem Hören (od aus dem Gehörten / aus der Botschaft), das Hören (od das Gehörte / die Botschaft) aber durch das Wort / die Botschaft Christi (aL(2) Gottes).

Neue Genfer Übersetzung_2013

Der Glaube folgt also auf das Gehörte. Das Gehörte aber kommt durch die Botschaft über Christus.

neue Welt Übersetzung – 2018

Und doch schafft man es erst, sein Vertrauen auf Gott zu setzen, wenn man diese Worte auch gehört hat. Und diese Worte kommen von Jesus, dem Auserwählten.

VolxBibel


Röm 10,17 ἐξ erg. davor ἐστίν (ebenso vor διά) kommt aus/von. ῥήματος auch ohne Art. best. (A106a+c).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
die Verkündigung aber durch Gottes Wort
6ἀκοὴ8δὲ7διὰ9Θεοῦ11ῥήματος10
akoēdediaTheourhēmatos
ἀκοήδέδιάθεόςῥῆμα
hoakoēdediatheosrhēma
DNSFNNSFCLNPNGSMNGSN
35881891161122323164487
92.2424.5289.9489.7612.133.9

Schlachter_2004 – Röm 10,17

das Predigen aber durch das Wort Christi. 
6ἀκοὴ8δὲ7διὰ9ῥήματος10Χριστοῦ11
ἀκοήδέδιά ῥῆμαΧριστός
DNSFNNSFCLNP NGSNNGSM
358818911611223 44875547
92.2424.5289.9489.76 33.993.387

Luther_1984 – Röm 10,17

Da war ich doch erstaunt, als ich den Vers in verschiedenen Übersetzungen nachschlug, und in der Elberfelder etwas von „Wort Gottes“ und dann in der Mehrheit der Bibeln etwas von „Christus“ gelesen habe! Besonders spannend, dass selbst religiöse Gruppen, die Jesus nicht als göttlich ansehen, hier die letztere Wiedergabe vorziehen 😉

10:17 לָכֵן הָאֱמוּנָה בָאָה מִתּוֹךְ הַשְּׁמוּעָה וְהַשְּׁמוּעָה עַל־יְדֵי דְבַר־אֱלֹהִים׃

hebräisches NT Deitzsch

„So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.“
Wo kein Gehorsam ist, da ist kein Glaube. Der Glaube aber kommt aus dem Hören. Im Griechischen gehören alle drei Begriffe zu der gleichen Wortfamilie: Gehorsam, Hören und Predigt. Die gewohnte Wiedergabe mit „Predigt“ engt zu sehr auf die kirchliche Predigt ein. Wir übersetzen deshalb diesen Kernsatz: „So ist der Glaube aus der hörbaren Botschaft, diese aber durch die Botschaft Christi.“ Der Glaube entsteht am Wort und sonst nirgends. Das ist unverzichtbare Grundlage christlicher, evangelischer Lehre. Wie Luther in der Erklärung zum 3. Glaubensartikel sagt: „Sondern der Heilige Geist hat mich durchs Evangelium berufen…“ Wer anders lehrt, lehrt einen falschen Glauben. Gerade hier haben wir heute sehr genau auf den Apostel zu hören. Die schwärmerische Verführung beruft sich oft auf besondere persönliche Offenbarungen und weniger auf „das Wort Christi“. Das ist ungesunder Glaube, ja führt in den Irrglauben. Unser Glaube hängt am Wort Christi; dort ist sein Wurzel- und Mutterboden. Nur dort kann er wachsen, denn allein das biblische Wort hat glaubenschaffende Kraft (vgl. Röm 1,16). Alles andere sind Scheinblüten.

Edition C Gerhardt Maier

Und HÖRST du Gottes Wort / die Worte Jesu? Oder bist du mehr auf Menschenworte ausgerichtet?
Wenn du das Wort Gottes anderen Menschen verkündest – wo liegt dein Ziel? Zitierst du die Bibel – oder menschliche Werke? Laßt uns auf Christus und die gesamte Bibel konzentrieren anstatt auf menschliche Werke, die sich zwischen uns und Jehovah schieben wollen!


alle eins?

Das Auge kann nicht zu der Hand sagen: Ich bedarf deiner nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich bedarf euer nicht;
sondern vielmehr die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig;

Elberfelder Bibel 1905 – 1Kor 12,21–22

Das Auge kann nicht zu der Hand sagen: Ich kann dich entbehren; eben so wenig der Kopf zu den Füssen: Ich bedarf eurer nicht;
vielmehr sind gerade diejenigen Glieder des Körpers, welche die schwächern scheinen, die unentbehrlichsten;

Die Heiligen Schriften des Alten und Neuen Testamentes – 1Kor 12,21–22

Das Auge kann nicht zur Hand gehen und sagen: „Ich brauch dich nicht!“ Und der Kopf kann auch nicht zum Fuß sagen: „Ich hab keinen Bock auf dich!“
Tatsächlich sind die eher nicht so prallen Körperteile genau die, die so wichtig sind.

VolxBibel – 1Kor 12,21–22

1Kor 12,21 εἰπεῖν Aor. Inf. λέγω. χρείαν ἔχω jmdn. brauchen, jmdn. nötig haben, m. Gen. 1Kor 12,22 ἀλλὰ πολλῷ μᾶλλον … ἀναγκαῖά ἐστιν im Gegenteil, (gerade) … sind um so (A117) nötiger. δοκοῦντα Ptz. δοκέω, attr.; zu δοκοῦντα gehört der AcI ἀσθενέστερα ὑπάρχειν (BDR § 474,5). ἀ-σθενέστερος Komp. v. ἀ-σθενής schwach. ὑπ-άρχειν Inf., Präd. des AcI; τὰ δοκοῦντα μέλη … ἀσθενέστερα ὑπάρχειν die Glieder … die schwächer zu sein scheinen. ἀναγκαῖος notwendig, nötig; μᾶλλον ἀναγκαῖα = ἀναγκαιότερα (B μᾶλλον 1) nötiger

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Lies doch bitte einmal den gesamten Zusammenhang in DEINER Bibel – und dann am Besten in einer anderen Übersetzung! Fällt dir auf, worauf Paulus hier hinaus will? Will er sagen, dass jeder seinen Platz in der org hat?

Wenn ein Körper leben soll, braucht er Verschiedene Glieder (V. 19). Daher soll kein Glaubender sich selbst oder seine Gabe für minderwertig halten und sich die Gabe eines anderen Gliedes wünschen. Die Gaben werden nicht nach dem Zufallsprinzip verteilt (vgl. V. 11), sondern sorgfältig eingesetzt, gemäß dem vollkommenen Willen Gottes (V. 18).

1Kor 12:21-26

Zwischen den Verschiedenen Körperteilen besteht eine wechselseitige Abhängigkeit. Wer scheinbar eine größere Gabe besitzt, soll also nicht glauben, daß er allein leben kann, denn ein Körperglied, das vom Körper abgetrennt wird, geht zugrunde. Noch wichtiger ist jedoch, daß einem Glied, das eine geringere Gabe zu haben scheint, von den anderen Gliedern des Leibes umso größere Aufmerksamkeit gewidmet wird (vgl. 1Kor 14,1-5), so wie auch die Teile des Körpers, die man für weniger vorzeigbar hält, mit größerer Sorgfalt gekleidet werden ( 1Kor 12,22-24 ).
Möglicherweise bildet der Abschnitt über die schwächsten (V. 22; vgl. 1Kor 8,7-13 ) und am wenigsten ehrbaren Glieder ( 1Kor 12,23; vgl. 1Kor 11,22), die daher besonderer Pflege und Beachtung bedürfen, einen Rückgriff auf einen früheren Gedankengang, der so mit dem jetzigen verknüpft wird. Es gehört zum Plan Gottes („Gott hat den Leib zusammengefügt“), daß die Glieder des geistlichen Leibes wechselseitig Sorge für das Wohlergehen der anderen tragen ( 1Kor 12,25b-26; 1Kor 10,24.33), so daß keine Rivalität entsteht („damit im Leib keine Spaltung sei“; 1Kor 1,10; 11,18) und sie tatsächlich in Einigkeit miteinander leben (1Kor 12,26).

1Kor 12:27-31 aDer einigende Teil im geistlichen Leib ist Christus. Als das Haupt ( Eph 1,22; vgl. 1Kor 11,3) beherrscht er den Leib und gibt seinem Willen in souveräner Weise Ausdruck. Sein Gebot lautet, daß unter allen Gliedern Liebe herrschen soll (Joh 15,12). Die Liebe ist die Kraft, die die Einheit in der Verschiedenheit aufrechterhalten kann – ein Gedanke, dem Paulus sich kurz darauf zuwendet ( 1Kor 12,31 b – 1Kor 13,13).
Zunächst betont er jedoch zum dritten Mal (vgl. 1Kor 12,18.24.28), daß die Gaben des Geistes von Gott, nicht von Menschen, verliehen werden. In der erneuten Aufzählung (manche Punkte wurden bereits in V. 7-10 erwähnt, manche sind neu; vgl. auch andere Textstellen, an denen von Geistesgaben die Rede ist, z. B. Röm 12,6-8; Eph 4,11; 1 Petrus 4,10-11- nur die Gabe der Lehre taucht in jeder Liste auf; es existiert also wohl kein vollständiger Katalog) spricht er von den Gliedern, von den mit Geistesgaben begnadeten Menschen.
Die Tatsache, daß Paulus die drei erstgenannten Gaben mit Ordnungszahlen Versieht („erstens … zweitens … drittens“), legt die Annahme nahe, daß sie für die Korinther eine weniger wichtige Rolle spielen (vgl. 1Kor 12,21-24). Die Apostel, Propheten und Lehrer stehen vom Ansehen her wahrscheinlich unter denen, die die spektakulärere Gabe des Zungenredens besitzen. Dennoch sind die drei ersten Gaben wohl größer (V. 31), weil sie für den Leib Christi in seiner Gesamtheit wertvoll sind.
Wahrscheinlich nennt Paulus sie deshalb als erste und sagt auch, daß die Gemeinde in der Versammlung nach diesen größeren Gaben streben soll (vgl. 1Kor 14,1-5). Begnadete Apostel, Propheten und Lehrer dienen der ganzen Gemeinde und sorgen daher für Einheit und gegenseitige Erbauung. Die Gabe des Zungenredens dagegen befriedigt lediglich den Hang der Korinther zur Selbstdarstellung und ihren Drang nach Freizügigkeit. Diese egozentrische Haltung fügt der Gemeinschaft auch in anderen Bereichen Schaden zu (z. B. beim Essen von Götzenopferfleisch, beim Verhalten der Frauen im Gottesdienst, bei der Feier des Abendmahls). Es fehlt der korinthischen Gemeinde an Nächstenliebe, einer Eigenschaft, der Paulus sich im folgenden unter Einsatz seiner ganzen Beredsamkeit zuwendet.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

1Kor 12,12:

»Denn gleichwie ein Leib ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber des Leibes, wiewohl ihrer viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.«

Paulus macht am Bild vom Leib die Einheit der Gemeinde deutlich (vgl. Röm 12,4ff.; 1Kor 10,17; Eph 1,23; 4,4ff.; Kol 1,18; 2,19; 3,15). Es ist aber mehr als ein Bild. Darauf weist die Schlussfolgerung hin: »so auch Christus« (nicht, wie zu erwarten: »so auch ihr als die Gemeinde«). »Leib« beschreibt auch die Einheit des erhöhten Herrn mit den Seinen. Die Einheit der Gemeinde beruht auf der Wirklichkeit ihrer Einheit mit dem Christus als dem Haupt (vgl. 1Kor 11,3; Eph 1,22; 4,15; 5,23; Kol 1,18). Der menschliche Leib ist ein ganzes, und die einzelnen Glieder sind in ihm zu einer Einheit verbunden, das ist Abbild der christlichen Gemeinde. Sie ist in wesenhafter Einheit mit Christus ein Leib, ohne dass die Verschiedenartigkeit der einzelnen »Glieder« dabei verloren geht. Die Einheit ist nicht Uniformität, sondern Einheit in Vielfalt.

1Kor 12,13:

»Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Unfreie oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.«

Taufe – als das Datum des neuen Lebens, heute aufzufächern in Taufe, Wiedergeburt, Bekehrung bei unserer volkskirchlichen Säuglingstaufpraxis – und Herrenmahl sind die Taten Gottes durch den »einen Geist«, in denen die Einheit der Gemeinde, ihr neues Sein in der Christusverbindung gewirkt wird. Nicht das eigene Bemühen macht die Gemeinde zum »Leib«; einzig und allein Gottes Tat im Geist schafft und setzt dies. Beide Sakramente haben diese unverzichtbare Spitze: Sie sind Gottes alleiniges Handeln und verweisen uns an den Ort der demütig und dankbar Empfangenden. Das sollten wir neu lernen, vielleicht von dorther wieder einen Zugang zur Kindertaufe gewinnen; eben nicht als Qualitätsaussage, sondern als Platzanweisung. Gott selbst schafft durch den »einen Geist« als seine gegenwärtige Wirkungsmacht Einheit, die menschliche Trennungen im Zusammenleben der Gemeinde, wo Juden und Griechen gemeinsam essen, beten und feiern, aufhebt. Für jüdische Fromme ist das ein Skandal; wo Freie und Sklaven untereinander in brüderlicher Nähe und Liebe Gottesdienst feiern, ist das für Griechen eine tiefe Beleidigung. Doch durch die Wirkung des Gottesgeistes können sie sich annehmen und tragen, denn an ihnen wirkt der eine Geist die Frucht des Geistes, die Liebe (vgl. Gal 5,22; auch Gal 3,28). In der Taufe sind wir alle zu einem Leib verbunden (vgl. Röm 6,3; 1Kor 10,2; Eph 4,5), und im Herrenmahl wird diese Einheit des Leibes mit dem Herrn und untereinander gelebt und vergewissert. Für die Welt und auch in der Welt bleiben soziale, kulturelle und rassische Verschiedenheiten sicher bestehen, aber sie sind für die Jünger Jesu zunichte gemacht in der Einheit der Gemeinde; sie haben keine letzte und auch keine jetzt trennende Mächtigkeit mehr.

1Kor 12,14:

»Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele.«

Die Einheit schließt die Originalität nicht aus, sondern ein. Die Ideologien propagieren eine Gleichheit aller, die allzu schnell zu einer Zwangsgleichheit, zur Uniformität ohne Möglichkeit des Sich -selbst -Seins führt. Der Geist Gottes ist nicht ein Geist der Uniformität, sondern der Originalität. Und das wird in dem Leben der Gemeinde, in den je zugeeigneten Begabungen deutlich. Dort ist der Geist Gottes lebendig, wo jeder sich selbst sein kann und darf, eingebunden in die Lebens – und Liebesgemeinschaft des Leibes Christi.

1Kor 12,15-16:

»(15) Wenn aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich des Leibes Glied nicht, sollte er um deswillen nicht des Leibes Glied sein? (16) Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht des Leibes Glied, sollte es um deswillen nicht des Leibes Glied sein?«

Die einzelnen Glieder der Gemeinde dürfen ihre Gabe und Dienstanweisung – in der jeweiligen Eigenart und Verschiedenheit – annehmen. Nicht das macht den Leib aus, dass alle Glieder dieselbe Funktion haben, sondern dass jedes Glied das ihm Zugeteilte übernimmt und ausführt. Wenn einzelne Glieder die ihnen geschenkte Gabe und Aufgabe übersehen, weil sie sich gegenüber anderen als minderwertig betrachten und auf diese neidisch sind, kann der Leib als ganzes nicht das tun, was er soll. Jeder, den der Gottesgeist gegriffen und begabt hat, hat seinen unverzichtbaren Platz in der Gemeinde. Kein Glied der Gemeinde soll meinen, weil es eine (vielleicht besonders hervorhebende) Geistesgabe nicht hat, gehöre es nicht zum Leib. Kennen wir nicht die Aussage, dass der, der nicht die Gabe der Zungenrede hat, noch kein ganzer Christ ist? Das wird wohl auch in Korinth im Hintergrund stehen. Das aber zerstört die Einheit der Gemeinde. »Du störst mit deinen ängstlichen, vergleichenden Minderwertigkeitsgefühlen die Einheit der Gemeinde!« Lassen wir uns das sagen: Wir dürfen ein christliches Selbstbewusstsein haben, das darin lebt: »Mein Herr hat mich an diesen Platz gestellt und mit dieser Dienstgabe betraut.«

1Kor 12,17-18:

»(17) Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? (18) Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches am Leibe besonders, wie er gewollt hat.«

Minderwertigkeitsgedanken richten sich gegen Gott selbst. Er hat »die Glieder gesetzt, ein jegliches am Leibe besonders«. Er hat das »gewollt«. Es ist sein göttlicher Wille, dass in der Gemeinde – das Bild vom »Leib« lässt sich überall bruchlos übertragen – jedes einzelne Glied seinen Platz, seine Aufgabe und seinen Dienst hat. Kein Glied ist und kann der ganze Leib sein. Sonst würde Wesentliches fehlen. Hören wir diese Tröstung, Ermutigung, aber auch Zurechtweisung: Wo du fehlst, deine Gabe nicht in die Gemeinde einbringst, da fehlt Wesentliches, da leidet der Leib Schaden!

1Kor 12,19-20:

»(19) Wenn aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib? (20) Nun aber sind der Glieder viele, aber der Leib ist einer.«

Leib und Glieder gehören zusammen. Die vielen Glieder sind verbunden, ja zum Gebrauch erst tüchtig dadurch, dass sie an und in einem Leib zusammenwirken und zueinander geordnet sind. Der Leib besteht nicht aus einem Glied – das wäre eine greuliche, untaugliche Missgeburt. Dan wird auch dem Hochmut dessen gewehrt, der meint, seine Gabe sei die allen anderen überlegene. Überhaupt gilt: Wenn wir mit unserer Gabe, in unserem Dienst und Platz das neidische oder hochmütige Vergleichen beginnen, schädigen wir den Leib zutiefst. Das mag nicht nur den Korinthern in ihren vergleichenden und einander be – und abwertenden Streitigkeiten gesagt sein, sondern gilt der Gemeinde Jesu aller Zeiten.

1Kor 12,21:

»Es kann das Auge nicht sagen zu der Hand: Ich bedarf dein nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich bedarf euer nicht.«

Wenn Sätze fallen, wie: »Ich bedarf deiner nicht«, dann ist die Einheit zumindest bedroht, dann ist die Liebe, das Kennzeichen der Jünger, schon zerbrochen. Wir haben einander nötig, wie das Auge auf die Hand, wie der Kopf auf die Füße angewiesen sind. Unsere ungebrochene Eigensucht und der Mangel an Liebe wird dann am deutlichsten, wenn wir nicht mehr wissen und leben, dass wir in der christlichen Gemeinde einander brauchen. Das aber ist nicht oberflächlich oder im Sinn von »Einigkeit macht stark« gemeint, sondern es geht um Wesentlicheres: Es gilt, den Auftrag des Herrn auszufahren, gemeinsam zu seiner Ehre zu wirken. »Ich bedarf deiner«: Das ist echte Bruderliebe. Keiner hat nur zu geben; jeder ist auch auf die Gaben angewiesen, die den anderen zuteil geworden ist. Wer meint, den bzw. die anderen nicht zu brauchen, weil er an sich und seiner Gabe genug hat, steht in Gefahr, dem Hochmut zu verfallen. Dann kommt der »alte Mensch« wieder zum Zuge, und beide, sowohl dieser Einzelne als auch die ganze Gemeinde, nehmen daran Schaden.

1Kor 12,22-23:

»(22) Sondern vielmehr die Glieder des Leibes, die uns dünken die schwächsten zu sein, sind die nötigsten; (23) und die uns dünken am wenigsten ehrbar zu sein, die umkleiden wir mit besonderer Ehre; und die uns übel anstehen, die schmückt man am meisten.«

Die »schwächsten« Glieder »sind die nötigsten«: das ist ein überraschender Satz. Doch schon vom menschlichen Körper gilt, dass Glieder und Organe, die wir gar nicht beachten, die uns vielleicht sogar entbehrlich erscheinen, doch für die Gesundheit und Kraft oft unentbehrlich sind. Ohne Hand oder Fuß kann man noch leben, nicht aber ohne uns vielleicht im täglichen Empfinden völlig unwichtig erscheinende Drüsen zum Beispiel. Gerade für den »Leib« der Gemeinde Jesu Christi gilt das genauso. Suchte doch ihr Herr besonders die Schwachen und Ausgestoßenen, an ihnen zeigt sich die Ehre und Kraft Gottes in eindeutiger Weise, und sie bewahren so die ganze Gemeinde vor dem gefährlichen Hochmut, der nicht mehr aus dem Empfangen lebt (vgl. Mt 11,25-28; auch Ps 6,3; Hes 34,16; Apg 20,35; Röm 14,1; 15,1; 1Kor 1,27; 9,22; 2Kor 12,9ff.; 1Thess 5,14; Hebr 4,15). So ist es im Leib: Die Glieder, »die uns dünken am wenigsten ehrbar zu sein« und »die uns übel anstehen« – angespielt ist wohl ohne Abwertung, aber vom Standpunkt der Scham und Sitte aus, auf die Geschlechtsorgane -, »die umkleiden wir mit besonderer Ehre«, »die schmückt man am meisten«. So soll es auch am »Leib« der Gemeinde Jesu sein. Dan hat der Schwache seinen Platz und genießt besondere Wertschätzung. Die Gemeinde Jesu Christi wird an ihrem Verhalten gegenüber den Schwachen erkannt, denn sie folgt hier nicht den Maßstäben von Leistung, Können und Haben der Welt, sondern sieht jedes Glied als Gottes Geliebten, Berufenen und Heiligen.

1Kor 12,24-25:

»(24) Denn die uns wohl anstehen, die bedürfen’s nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, (25) auf dass nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder füreinander gleich sorgen.«

»Gott hat den Leib zusammengefügt« (wörtlich: »zusammengesetzt, fest vereinigt«): Darauf beruht die Einheit der Gemeinde. Wer Glied am Leibe ist, das wird nicht von uns entschieden, sondern von Gott; er erwählt, er tut hinzu (vgl. Apg 2,41; 2,47; 5,14; Röm 9,10ff.). Wer mir Bruder und Schwester im Herrn ist, das bestimme nicht ich, sondern das setzt Gott, das bestimmt nicht meine Sympathie oder Antipathie, sondern Gottes Liebe; so hat auch im »Leib« Gemeinde das »geringere Glied« (wörtlich: »nachstehend, benachteiligt sein«) »höhere Ehre«, die ihm Gott gibt, denn er tut sein Werk gerade durch die Schwachen. Er will, »dass nicht eine Spaltung im Leibe sei«. Das ist es ja, was die Gemeinde in Korinth in heftigstem Streit spaltet: ihre Auseinandersetzungen um die »Ehre«. »Wer hat den vollmächtigeren Lehrer?« (vgl. 1Kor 1,10ff.). »Wer hat die größere Weisheit?« (vgl. 1Kor 2). »Wer hat die größere Kraft?« (1Kor 4). »Wer hat die größere Toleranz« (1Kor 5), »die größere Freiheit« (1Kor 6), »den größeren Verzicht« (1Kor 7), »die größere Gabe« (1Kor 14)? Gott teilt die Ehre zu und nimmt sich besonders der Schwachen an. So sollen und können »die Glieder füreinander gleich sorgen«, in Demut und Ehrerbietung einander sich annehmend, wie Christus sie angenommen hat (vgl. Röm 15,7; Gal 5,13).

1Kor 12,26:

»Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.«

Wieder ist das Bild des menschlichen Körpers – besonders beim Schmerz, der ja auf den ganzen Körper Auswirkungen hat treffendes Bild für das Miteinander der Gemeinde. »Wenn ein Glied leidet«, etwa unter seinen Minderwertigkeitsgedanken, aber auch unter anderen Arten des Leidens (wörtlich: »in Unglück kommen«), »so leiden alle Glieder mit«, sie werden in Mitleidenschaft gezogen. Gerade darin zeigt sich die wirkliche brüderliche Liebe, dass uns der andere nicht gleichgültig lässt, wie auch wir alle vom »Mitleiden« Christi leben (vgl. Mt 9,36; 14,14; 15,32; 18,27; 20,34; Lk 15,20; Hebr 4,15). Ebenso aber auch gilt: »Wenn ein Glied wird herrlich gehalten« (wörtlich: »verherrlicht wird«) – etwa dass Gott besonderen Segen und Frucht schenkt -, »so freuen sich alle Glieder mit.« Das ist wahrhaft einträchtige Gemeinde, eine Gemeinde, die die Prägung der Liebe trägt. Denn dort, wo Liebe ist, ist ungekünsteltes Mitleiden und ungeheuchelte Mitfreude, denn ich bin auf den andern ausgerichtet. Unsere Gleichgültigkeit an Leid und Freude des Bruders zeigt wieder unseren Mangel an Liebe.

1Kor 12,27:

»Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil.«

Der Apostel entwirft hier kein Idealbild, sondern er beschreibt trotz aller Mängel und Brüche – die Wirklichkeit der christlichen Gemeinde in Korinth. Das ist die überwältigende Geisteswirkung, das ist die unüberbietbare Würde: »Ihr seid der Leib Christi.« Und an diesem »Leib« ist jeder einzelne der korinthischen Gemeinde als Teil eingefügt, eben als »Glied«. Immer wieder erinnert Paulus die Gemeinde an ihre Wirklichkeit.

1Kor 12,28:

»Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste Apostel, aufs andre Propheten, aufs dritte Lehrer, danach Wundertäter, danach Gaben, gesund zu machen, Helfer, Regierer, mancherlei Zungen.«

Gott hat diese Wirklichkeit des einen Leibes seiner Gemeinde geschaffen, und er hat auch jedem einzelnen Glied sein Amt zugeteilt: Er »hat gesetzt …« Niemand kann sich selbst zu etwas einsetzen, soll es in Vollmacht sein; das tut allein Gott. Gott hat beauftragt: Das gilt zuerst für die, die mit der Verkündigung seines Wortes beauftragt sind, für Apostel, Propheten und Lehrer. Die Aufzählung dieser drei Beauftragungen ist zugleich eine Rangordnung in sachlicher und zeitlicher Hinsicht. Gott hat »aufs erste Apostel« eingesetzt, vom Herrn selbst berufene Augen – und Ohrenzeugen des irdischen Jesus, denen von ihrer Zeugenschaft her besondere Autorität zukommt. Das Apostelamt ist ein einzigartiges, unwiederholbares Amt (vgl. zu 1Kor 1,1). »Propheten« werden an zweiter Stelle genannt. Dies sind Männer, die vom Geist Gottes geleitet in bestimmten Situationen Gottes Willen aussagen und sein Handeln voraussagen und so die Gemeinde zu rechter Nachfolge anleiten. Zum dritten werden »Lehrer« genannt, Männer, die in der Auslegung des Wortes Gottes die Gemeinde in der Offenbarung und im Willen und Plan Gottes unterweisen und gründen. Dass hierbei noch keine fest abgegrenzten »Ämter« vorliegen, wird schon an Paulus selbst deutlich. Er tritt ja als Apostel in seinen Briefen ebenso als Prophet wie als Lehrer vor die Gemeinde. Doch wird auch die jeweils unterschiedene Beauftragung mit diesen Diensten der Verkündigung bezeugt (vgl. Apg 13,1). Die drei »Ämter« genießen wohl deshalb besonderen Vorrang, weil durch ihre geistgewirkte Arbeit Gemeinde ins Leben gerufen und gefestigt wurde und wird.

Nach diesen Kirchen gründenden Diensten folgen die Gemeinde stärkende und ordnende Geisteswirkungen, die je Einzelnen in der Gemeinde verliehen sind: »Die »Wundertäter« (wörtlich: »Machttaten«; vgl. zu 1Kor 12,10), durch die der Sieg Jesu Christi gegenüber den dämonischen Mächten vollzogen wird; »Gaben, gesund zu machen«, wo die Herrschaft Jesu Christi gerade auch in der Leiblichkeit des Nachfolgers sichtbar wird. Die »Helfer« (wörtlich: »Hilfeleistungen«): das meint – und auch das ist Geisteswirkung – die Fürsorge für die Bedürftigen, also die Gnadengabe »Diakonie«, die Wirkung des Heiligen Geistes ist vgl. Apg 6,3). Diakonie ist etwas ganz anderes als Nächstenliebe; Diakonie ist nicht machbar, sondern Geisteswirkung. Die »Regierer« (wörtlich: »Leitungen«; auch im Griechischen mit dem Sinn »Verwaltung«): gemeint ist das – hier bezeichnenderweise ganz am Ende der Aufzählung genannte – Leitungsamt, das das Leben in der Gemeinde ordnet und lenkt. Auch das ist Geisteswirkung und nicht einfach erlernbar.

Hier bekommt das »Amtliche«, das Verwaltungsgeschäft – so oft geschmäht – einen geheiligten Stellenwert. Und die Überbetonung dieser Geistesgabe in Korinth deutlich zurechtrückend am Ende wird von Paulus die Geistesgabe der Zungenrede hinzugefügt, die Anbetungsgabe, die den Lobpreis Gottes in der Gemeinde nicht verstummen lässt. Alle Dienste und Geisteswirkungen stehen unter dem Vor-Satz: »Gott hat gesetzt …«

Edition C

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass alle Glieder des Körpers anders aussehen, und nicht nur andere Funktionen haben? Nicht einheitliche Kleidung, oder einheitliches denken ist hier der Schlüssel! Auch nicht die Einheit durch einen „Papst“ oder eine Gruppe von „Leitenden Männern“ ist hier der Schlüssel, sondern das eine Haupt: der CHRISTUS!
Paulus schreibt hier nichts, von Gehorsam und einsortieren unter einer Führung unter die Apostel oder unter Jerusalem – sondern und Christus! Den er selber, Paulus, tat nur dass, was Christus ihm aufgetragen hat und ließ sich unter der Führung des heiligen Geistes hier und dort bringen. Paulus sagt auch, dass jeder Aufgaben von Christus erhält – und nicht, dass es eine Gruppe gibt, die Aufgaben haben und die anderen diesen dienen sollen! Wenn also jeder Aufgaben von Christus bekommen hat – welche Aufgabe hast DU?
Und wenn Christus das Haupt EINES Leibes ist – welche Gemeinden/ Kirchen gehören Deiner Meinung nach ( und welche Christi Meinung nach) zu dem Leib? Kann es sein, dass wir so unterschiedliche christliche Gruppen sehen, daran liegen, dass nicht jeder Fuß oder Hand oder eines der Organe ist? Kann es sein, dass Christus uns alle benutzen kann – gerade weil wir so unterschiedlich aussehen, so unterschiedlich „funktionieren“? Warum also die Fehler der anderen Gemeinde oder der anderen Brüder auseinandernehmen? Vielleicht gebraucht Christus diese ja genauso wie uns? Oder könntest du deinem Fuß den Unterschied von einem deiner inneren Organe erklären? Wenn also deine Religion dir erklären will, dass nur bestimmte orgs Gott dienen, und dass dann nur bestimmte Personen bestimmte Aufgaben haben, dann schau dir die Worte des Paulus noch einmal in Ruhe an – und schau, ob sie wirklich unter der Leitung Jesu Christi dienen, oder sich selbst zum Haupt gemacht haben könnten. Wahre Christen sind EIN LEIB UNTER CHRISTI FÜHRUNG.