Hallelujah, mein Gott lebt! Schreit es raus, bis die Erde bebt!

Jehova lebt, und gepriesen sei mein Fels! und erhoben werde der Gott meines Heils!
Elberfelder 1871 – Psalm 18,47

ER lebt!
gesegnet mein Fels!
erhaben der Gott meiner Freiheit,
Buber & Rosenzweig – Psalm 18:47

 Es lebe der Ewige! – Gepriesen sei mein Fels, erhoben werde der Gott meines Heiles,
Die Philippson-Bibel – Ps 18,47

Das ist einer der großen Unterschiede: Jehovah lebt – schon vor Beginn der Zeit und bis in alle Ewigkeit! Die anderen Götter haben nicht nur einen Anfang, sondern – wenn man die Märchen und Sagen dazu liest – sterben auch, oder werden im Kampf getötet 😉
Deshalb lohnt es sich wirklich, nicht nur den „lebendigen Gott kennen zu lernen“ sondern eine wirkliche persönliche Beziehung zu IHM zu haben! Deshalb lies deine Bibel und spreche im Gebet selbst mit IHM, anstatt dich durch eine Organisation oder Kirche „lenken zu lassen“.

Lebt: Obwohl die Gottlosen es davon halten möchten, als wäre er gestorben, dieweil ich in meinem Leiden am Kreuz also zugesehen und mich nicht erlöst hat, ehe ich stürbe.
Erhaben: Dass er mich in meinem Leiden und Sterben erhalten hat, darum danke ich ihm für meine Erlösung.

Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

Das große Gebet Davids, das die Quintessenz seines Lebens mit Gott darstellt, neigt sich dem Ende zu. Nach dem staunenden Gedenken an Gottes frühere Errettungen rundet der Lobpreis das Gebet Davids ab. Jahwe lebt! ist der alles Loben prägende Ausruf. Gottes Leben oder Lebendigkeit meint nicht seine »ewige Vitalität« im Sinne eines »unauslöschlichen Lebensprinzips«. Gottes Leben zeigt sich zu allererst in seiner Kraft zu retten. V. 47b–49 wiederholen in gedrängter Form das vorher in plastischen Bildern Gesagte. Weil die Bewährung im Kampf David für die Herrschaft über die Völker qualifizierte, sieht er sich im Geist bereits unter den Nationen preisen. David will seine Berufung zum Liturgen nunmehr unter ihnen praktizieren. Damit bekommt seine Weltherrschaft eine andere, eine gottgemäße Qualität: »Wenn der Gesalbte Gottes die Heiden mit dem Schwerte bekriegt, so ist es doch zuletzt der Segen der Erkenntnis Jahwes, dem er auf diese Weise Bahn bricht, und das Heil Jahwes, dem er als Mittler dient« (Delitzsch). Gott muß die Völker seinem Gesalbten unterwerfen, damit sie am Segen des Gottesvolkes Anteil gewinnen. Weil die Rettungen, die David widerfuhren, groß sind, haben auch die Völker einen großen Segen. Was David und seinem Geschlecht widerfährt, dient zur Rettung der Welt und ist Geheimnis der Geschichtswege Gottes!

Schneider – Wuppertaler Studienbibel

Der letzte Abschnitt des Psalms ist voll des Lobes für den HERRN; er bildet einen angemessenen Abschluss eines Psalms, der von Anfang bis Ende das rettende Handeln des HERRN würdigt. Diese Doxologie beginnt mit dem Ausruf „Jahwe lebt“ (חַי יהוה). Es ist eine Bestätigung nicht nur der Existenz des Herrn, sondern auch seiner Macht, die sich in seinen Taten zeigt – der Beweis, dass er lebt. Das unterscheidet ihn von den heidnischen Göttern, die stumm und ohnmächtig sind (Ps. 115:3, 5 usw.).5 Aber weil der Herr lebt, ist er des Lobes würdig: „Gesegnet (בָּרוּךְ, s.v. Ps. 5:12) sei mein Fels, erhaben (יָרוּם) sei der Gott meines Heils (Gott, der mich rettet).“

Allen P. Ross – Ein Kommentar zu den Psalmen 1-89 – Kommentar – Kregel exegetische Bibliothek

»gepriesen sei mein Fels«: David hatte sein Lied angefangen, weil er Gott für alle Errettungen danken wollte. Er endet sein Lied mit Dank. Er hat Gottes Wohltaten an ihm aufgezählt, und aus seinem Inneren bricht wieder Lob hervor. Weil »der HERR lebt«, lebt auch David noch (vgl. Joh 14,19). Ihm, dem Lebenden, verdankt er alles, und dass muss er laut sagen, damit alle es hören. Der hebräische Leser des Psalms wird unweigerlich an einen Schwur erinnert, denn der Ausdruck ḥaj JHWH ist gleichzeitig die übliche Einleitung zu einem Eid: »So wahr der HERR lebt …« (z. B. Rt 3,13; 1Sam 14,39). Das weiß David natürlich auch, und darum muss diese Anspielung von ihm beabsichtigt gewesen sein. Sein ganzes Leben, alles, was ihm widerfahren ist und alles, was er erzählt hat, beweist, dass Gott den Eid hält, den er geschworen hat.
Wie zu Beginn seines Dankliedes nennt David zum Schluss seinen Gott und Herrn »Fels«. Warum greift er ausgerechnet diesen Namen Gottes wieder auf? Er will damit sagen, dass während seines ganzen Lebens und bei allem Auf und Ab seines eigenen Wandels, durch alles Wanken und Zagen hindurch einer nie gewankt hatte: sein Gott. In ihm allein fand David Festigkeit; er war es, der David getragen und nie versagt hatte.
»Der Gott meines Heils«: jišᶜî, das gleiche Wort wie im Ausdruck »Horn meines Heils« in Vers 3. Er soll »erhöht« werden. Gott hatte David über viele Nationen und über seine Feinde erhöht (V. 44–47). Dafür soll er und er allein erhöht werden.


»›Der HERR lebt!‹: Das ist ein Bekenntnis, also nicht lediglich die ehrerbietige Begrüßung eines Königs (z. B. 1Kö 1,25.39). In dieser Wahrheit sah der Israelit den großen Kontrast zwischen Jahwe, der alles tut, was ihm gefällt, und den Götzen, die einen Mund haben, aber nicht reden (Ps 115,3.5); vielleicht auch zwischen seinem nie endenden Leben und dem zyklischen Wechsel in der Existenz des Baal. Der Ruf ›Baal lebt‹ wechselte mit ›Baal ist tot‹. Der Tatsache, dass Jahwe ewig lebt und unermüdlich wirkt, ist die Tatsache der beständigen Festigkeit zugeordnet: Er ist ›mein Fels‹« (Kidner).

Benedikt Peters – Die Psalmen

Dann werden alle Menschen aus allen Nationalitäten auflaufen, und er wird sie in zwei Abteilungen aufteilen, fast so wie zwei Fußballmannschaften.

und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, gleichwie der Hirt die Schafe von den Böcken (Eig Ziegenböcken) scheidet.
Elberfelder 1871 – Matthäus 25,32

Alle Völker der Erde werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen in zwei Gruppen teilen, so wie ein Hirt die Schafe von den Böcken trennt.
Gute Nachricht Bibel – Matthäus 25:32

und vor ihm werden alle Völker versammelt werden, und er wird sie voneinander sondern, wie der Hirt die Schafe von den Böcken sondert. (1) gemeint sind nicht Schafböcke, sondern Ziegenböcke, und gedacht ist an den Gegensatz zwischen Schafen und Ziegen, die in Erez Israel zusammen geweidet und dann durch den Hirten für die Nacht getrennt werden. (a) Rö 14:10
Zürcher 1931 – Matth 25,32

Alle Völker versammeln sich vor seinem Angesicht. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken scheidet – bei der Heimkehr von der Weide treibt der Hirt die dort nicht streng getrennten Schafe und Ziegen in ihre besonderen Lagerstätten. Die Schafe sind in Palästina meistens weiß, die Ziegen hingegen schwarz (vgl. auch Hes 34,17)
Ludwig Albrecht – Matth 25:32

Und es werden vor ihm versammelt werden alle Heiden (Luther übersetzt hier (gegen seine Gewohnheit) „Völker“, aber wenn irgendwo die Übersetzung „Heiden“ am Platze ist, so gewiß hier, wo das Gleichnis solche voraussetzt. Damit ist auch die Frage beantwortet, wie es, nach der Ansicht Jesu, den Heiden am großen Gerichtstage ergehen werde.) und er wird sie scheiden von einander, gleichwie der Hirte die Schafe von den Ziegen scheidet,
Die vier Evangelien des Reinhardt – Mt 25,32

Die schwarzhaarige Sinai-Ziege ist seit Jahrhunderten in der Region beheimatet. Diese Ziegen sind gut an die Wildnis angepasst, da sie sich von Gestrüpp und Wurzeln ernähren, steile Pfade bewältigen und bei hoher Luftfeuchtigkeit und wenig Wasser überleben können. Ziegen werden traditionell eher als Haus- denn als Nutztiere geschätzt und liefern neben Milch auch Fasern für Zelte und Decken. Sie vermehren sich zwar schneller (innerhalb des ersten Jahres) und geben mehr Milch als Schafe, doch werden Ziegenprodukte auf den Märkten weniger geschätzt und die Lebenserwartung der Tiere ist geringer. Das Wort für Ziege wird im Pentateuch sechsundfünfzig Mal verwendet (von insgesamt vierundsiebzig im Alten Testament), ein Beweis dafür, wie verbreitet und wichtig sie im Patriarchat und in der Wüste sowie in den Ritualen und der Architektur der Stiftshütte waren.

Schafe und Ziegen werden seit jeher wegen ihrer natürlichen, sich ergänzenden Eigenschaften zusammen gehalten. Schafe folgen einander in der Regel eng und „scharen“ sich zusammen, um sich vor Hitze oder Kälte zu schützen. Ziegen sind klüger und unabhängiger und dienen oft als Anführer kleiner Schafsgruppen (Jer. 50:8). Schafe sind wählerische Fresser, die ausgewählte Gräser gleichmäßig über dem Boden abschneiden, während Ziegen wahllos „grasen“. Bei intensiver30 Fütterung werden die Ziegen oft getrennt, damit die sanfteren Schafe sich satt fressen können. Wenn sich die Herden nachts in der Wildnis aufhalten, benötigen die Ziegen möglicherweise einen separaten Unterschlupf, da ihr dünneres Fell weniger Schutz bietet (Jeremias 1963: 206). Schafe, die ebenfalls nachts im Pferch gehalten werden, können sich in den Wintermonaten gegenseitig wärmen.

Die Größe einer Herde schwankt beträchtlich und hängt von einer Reihe von Variablen ab, unter anderem vom Zweck der Herde (Cribb 1991: 34-37). Eine Familie mit einer Herde von fünfundzwanzig bis sechzig Tieren kann mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten (Johnson 1969: 10), und mit Herden von mehr als sechzig Tieren ist ein Überschuss möglich. Diese und größere Herden von 200-500 Tieren werden in der Regel in den Wildnisgebieten geweidet, außer im Sommer, wenn sie sich von den Stoppeln der abgeernteten Getreidefelder ernähren. Während ein fähiger Hirte bis zu 500 Schafe und Ziegen allein auf den offenen Weideflächen hüten kann, erfordert die umfassende Arbeit der Tierhaltung im Laufe eines Jahres (einschließlich der Herstellung von Milch- und Faserprodukten) eine Reihe fähiger Arbeiter.
Ein typisches Verhältnis von einem Männchen zu zehn Weibchen kennzeichnet eine Herde, die Milch, Wolle und Fleisch liefern soll (Gen 32,14). Sowohl Schafe als auch Ziegen gebären auf der Weide. männlichen Tiere werden für den Markt oder zum Opfern gekeult. Seit der Antike konnten die Hirten in einem guten Jahr auf eine Geburtenrate von 80 % für ihre Herden hoffen (Postgate & Payne 1975: 5), wobei die Geburtenverluste durch gelegentliche Zwillinge ausgeglichen wurden. Jakob berichtet, dass er so erfolgreich war, dass Labans Herde jährlich um 100 % zunahm (Gen 31:38). Bildlich gesprochen war die Gesundheit und Vermehrung einer Gemeinschaft ein Zeichen für gute Führung (Jer. 23:3).

Timothy S. Laniak – Hirten nach meinem Herzen

συναχθήσονται Fut. Pass. -άγω. πάντα τὰ ἔθνη alle Völker (wahrscheinl. Juden u. Nichtjuden; vgl. 28,18–20 sowie 1,1; 2,1–12; 3,15–16; 8,11). ἀφ-ορίσει Fut. -ορίζω (vgl. A3391) absondern, trennen, ἀπό τινος von jmdm./etwas. αὐτούς Mask.: sinngemäße Konstruktion (Bezug auf die Menschen aller Völker [A96]). ὥσ-περ V. 14. ποιμήν4 ένος ὁ Hirte. πρό-βατον Schaf. ἔριφος (Ziegen-)Bock bzw. Pl. (neben πρόβατα) einfach Ziegen; Schafe u. Ziegen liefen auf der Weide durcheinander; abends wurden sie oft getrennt: die Schafe vertragen die Kälte, die Ziegen aber müssen zum Schutz davor zusammengetrieben werden (Carson, Mt, S. 521).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Die alte Synagoge hat einerseits gewisse Generationen, die ihre volle Strafe bereits empfangen haben, vom jüngsten Gericht ausgenommen;a andrerseits hat sie dieses aber auch wieder ausgedehnt selbst auf die Tiere u. die unfruchtbaren Bäume.

a. Sanh 10, 3: Das Geschlecht der Flut hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt u. sie stehen nicht im (End-)Gericht; s. Gn 6, 3: Nicht wird richten mein Geist über den Menschen ewiglich (d. h. in der Ewigkeit beim jüngsten Gericht, s. bei Mt 24, 38 S. 964). — Die Leute von Sodom haben keinen Anteil an der zuk. Welt; aber sie stehen im Gericht. R. Nechemja (um 150) sagte: Weder jene noch diese stehen im Gericht; denn es heißt Ps 1, 5: „Darum werden die Gottlosen nicht stehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.“ „Die Gottlosen“, das ist das Geschlecht der Flut; „die Sünder“, das sind die Leute von Sodom. Da sagte man zu ihm: In der Gemeinde der Gerechten werden sie nicht stehn, aber sie werden in der Gemeinde der Gottlosen stehn. — Das Geschlecht der Wüste hat keinen Anteil an der zuk. Welt, u. sie stehen nicht im Gericht; denn es heißt Nu 14, 35: In dieser Wüste sollen sie aufgerieben werden (in dieser Welt), u. da sollen sie sterben (für die zuk. Welt). So R. ʿAqiba († um 135). R. Eliʿezer (um 90) sagte: Vielmehr heißt es von ihnen Ps 50, 5: Versammelt mir meine Frommen, die den Bund mit mir (in der Wüste Sinai) beim Opfer schlossen. — Die Rotte Qorach wird nicht wieder heraufkommen; denn es heißt Nu 16, 33: Da bedeckte sie die Erde (in dieser Welt), u. sie verschwanden mitten aus der Versammlung (für die zuk. Welt). So R. ʿAqiba. R. Eliʿezer sagte: Über sie heißt es 1 Sm 2, 6: Jahve tötet u. macht lebendig, läßt in die Scheol hinabfahren u. führt herauf. ‖ TSanh 13, 2 (434): Die (unmündigen) Kinder der Gottlosen unter den Nichtisraeliten werden weder auferweckt noch gerichtet. Parallelstellen: TSanh 13, 6–12; pSanh 10, 29b, 48–29c, 24; Sanh 108a–110b; Aboth RN 36; pSchebiʿith 4, 35c, 29. ‖ Aus vorchristlicher Zeit s. Hen. 22, 13: (Die 4. Abteilung in der Scheol) ist so geschaffen für die Geister der Menschen, die nicht gerecht, sondern Sünder, ganz u. gar gottlos u. Genossen der Bösen waren; ihre Geister werden am Tage des Gerichts nicht bestraft werden, aber sie werden auch nicht von hier mit auferweckt werden. — Siehe Exk.: „Scheol“ usw. I, 2, e.
b. GnR 26 (17a): R. Elʿazar (um 270) hat gesagt: Es gibt niemand, der sich an einem Menschen verschuldet, es sei denn ein Mensch, gleich wie jener. R. Nathan (gegen 350?) sagte: Auch ein Wolf u. Hund. R. Huna b. Gorjon (wann?) sagte: Auch ein Stock u. ein Riemen, s. Jes 9, 3: Das Joch seiner Bürde u. den Stecken seines Nackens, die Rute seines Treibers hast du zerbrochen wie am Tage Midians מדין, d. h. wie am Tage des Gerichts כיום הדין. R. Acha (um 320) hat gesagt: Auch die unfruchtbaren Bäume werden dereinst Rede u. Rechenschaft geben müssen. Die Rabbinen sagten es auf Grund dieser Schriftstelle: Wie der Mensch, so der Baum des Feldes (so deutet der Midr Dt 20, 19). Wie der Mensch Rede u. Rechenschaft geben wird (im göttlichen Gericht), so werden auch die Bäume Rede u. Rechenschaft geben. — Parallelstelle mit zum Teil andren Autorenamen Midr Qoh 8, 9 (40a).

Strack & _Billerbeck – Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch

Dem Glanz der Erscheinung des Menschensohnes entspricht das nunmehr einsetzende Geschehen. Alle Völker werden vor ihm versammelt. Wer dies zuwege bringt, bleibt unausgesprochen. Daß dieses unermeßliche Ereignis so unauffällig und wie von selbst sich ergibt, soll den Leser beeindrucken. In vergleichbaren atl Stellen ist es Gott, der alle Völker zum Gericht versammelt (vgl. LXX Joel 4,2; Zach 14,2; Is 66,18). Bereits das verwendete griechische Wort συνάγω ist ein Term der Hirtensprache und bereitet das gleich folgende Bild vor. Doch zunächst ist zu klären, wer genau mit allen Völkern bezeichnet ist. Die Vielzahl der Interpretationsvorschläge zeigt die Unsicherheit der Exegese an: alle Heidenvölker ohne Israel; alle Heidenvölker mit Israel; alle Christen bzw. alle von Jesus berufenen Völker16; alle Völker einschließlich der Christen. Die letztgenannte Auffassung verdient entschieden den Vorzug. Eine Ableitung hat aus dem Mt-Evangelium und nicht aus vorgegebenen atl Gerichtsschilderungen zu erfolgen. Für Mt aber ist der Begriff durch die Mission geprägt, die auch die Juden nicht ausschließt. Ihre heilsgeschichtliche Rolle ist zum Ende gekommen. Eine Ausklammerung der Juden aus allen Völkern verbietet sich ebenso wie die Gegenüberstellung der Völker mit der Kirche. Vor dem Gericht des Menschensohnes hat sich gerade die Kirche zu verantworten. Nachdem Mt seine Redekompositionen beharrlich am Ende auf den eschatologischen Gerichtsprozeß ausgerichtet und damit insbesondere die Jüngerschaft angesprochen hat, ist für das Ende der letzten Redekomposition kaum etwas anderes zu erwarten. Freilich wird Mt nicht den naiven Gedanken geteilt haben, daß am Ende alle Völker christlich geworden sind, wohl aber geht er davon aus, daß alle Völker in der ganzen Ökumene mit dem Evangelium vom Reich bekanntzumachen sind (24,14). Das Verhältnis der Kirche zu den Völkern ist anläßlich der Versammlung aller vor dem Thron des Menschensohnes anders zu bestimmen. Erneut ist auf die mt Idee von der Basileia des Menschensohnes aufmerksam zu machen, die wir bereits als eine universale Größe kennengelernt haben, die nicht mit der universalen Kirche identisch ist, die darüber hinausgreift und die gesamte (Menschen-)Welt umfaßt (vgl. besonders 13,38.41). Wenn der Menschensohn alle Völker vor seinem Thron aufstellen läßt, tritt seine Basileia, die bislang nicht erkannte und in ihrer Universalität nicht erkennbare, in Erscheinung. Die Kirche ist aus diesem Raum seiner Herrschaft selbstverständlich nicht ausgeschlossen.
Gericht ist Scheidung. Veranschaulicht wird sie mit der Scheidung, die ein Hirt am Abend mit seiner Herde vornimmt. Seit J. Jeremias hat es sich durchgesetzt, die Herde in Schafen und Ziegen getrennt sein zu lassen. Die Begründung lautete, daß die Ziegen nachts wärmer stehen müssen. Auch würden sich die weißen Schafe von den dunklen Ziegen abheben. Dies erhält symbolische Bedeutung. Doch ist für galiläische Hirten fraglich, ob sie Hürden besitzen. Die Herden nächtigen auf freiem Feld oder werden in Höhlen getrieben. So liegt ein anderer Grund für die Scheidung der Herde näher. Die männlichen werden von den weiblichen Tieren getrennt, weil letztere gemolken werden. Darum möchten wir die alte Übersetzung bevorzugen, die von Schafen und Böcken sprach. Das griechische Wort (ἔριφος, ἐρίφιον) empfiehlt dies sogar. Die rechte Seite ist glückverheißend, die linke ist die Seite des Unglücks. Diese Vorstellung ist nahezu in der gesamten Kultur der Antike verbreitet: „Hier ist der Ort, da der Weg nach beiden Seiten sich spaltet: wo der rechte zur Burg hinstrebt des mächtigen Pluto, führt zum Elysium uns die Bahn. Der linke dort aber straft die Bösen und schickt sie hinab zum Pfuhl der Verruchten“ (Vergil, Aen. 6,540–544)

Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

Also hier ist die Rede vom Richterthron Christi als dem Thron der Herrlichkeit. Es wird Gericht gehalten über alle lebenden Völker, und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.
Mit dem Ausdruck »alle Völker« werden wohl all die zur Zeit lebenden Heidenvölker gemeint sein. Von den Toten wird nicht gesprochen. Auch wird nicht erwähnt, daß die Liebeswerke irgendwie »im Namen Jesu« getan worden sind. Und weil die »Gerechten«, von denen Jesus hier redet, ihre Liebeswerke, die sie getan haben, in keinerlei Beziehung zu dem Herrn Christus gesetzt haben, so könnte man auch von dorther meinen, daß es sich um Heidenvölker handelt. Und weil den »Gerechten« vom Richter dennoch das »Königreich« zugesprochen wird, so könnte man die Frage aufwerfen: Können Menschen selig werden allein durch Werke? Können Menschen selig werden ohne Glauben an den Herrn Jesus Christus, ohne von Ihm je gehört zu haben? Ja, könnte man nicht sogar die Frage so formulieren, daß soziale Tätigkeit, natürliche allgemeine Menschenliebe, Nächstenliebe zur Seligkeit genüge?
Es sind wahrhaftig allerschwierigste Fragen, die hier gestellt werden. Und wir werden den Sinn des Wortes vom Völkergericht nicht bis ins letzte lösen können.

Rienecker – Wuppertaler Studienbibel

Das Erscheinen aller Menschen vor ihm: „Und vor ihm werden alle Heidenvölker versammelt werden“ (Vers 32). Das Gericht des großen Tages wird umfassend sein. Jeder muss vorgeladen werden, dass er vor Christi Tribunal erscheint: alle Menschen, alle Völker, all die Völker, die aus einem Blut gemacht sind, „dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen“ (Apg 17,26).

Die Trennung, die dann gemacht werden wird: „Und er wird sie voneinander scheiden“, wie bei der Ernte Weizen und Unkraut voneinander getrennt werden (s. Mt 13,25–30), guter Fisch und schlechter Fisch am Ufer, das Korn und die Spreu auf der Tenne. Übeltäter und Fromme leben hier zusammen und sind nicht eindeutig voneinander zu unterscheiden, doch an jenem Tag werden sie für immer getrennt werden. Sie können sich nicht selbst in dieser Welt voneinander trennen (s. 1.Kor 5,10), noch kann sie jemand anderes trennen (s. Mt 13,29), doch der Herr kennt die Seinen (s. 2.Tim 2,19) und er kann sie trennen. Dies wird damit verglichen, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.
Jesus Christus ist der große Hirte der Schafe (s. Hebr 13,20); er weidet jetzt seine Herde wie ein Hirte (s. Jes 40,11) und er wird bald zwischen denen unterscheiden, die ihm gehören und die ihm nicht gehören.
Die Frommen sind wie Schafe – unschuldig, sanft, geduldig, nützlich; Übeltäter sind wie Böcke, eine mehr verdorbene Art von Tier, unangenehm und ungebärdig. Die Schafe und die Böcke weiden hier den ganzen Tag lang auf der gleichen Weide, doch in der Nacht werden sie in verschiedene Pferche kommen. Nachdem er sie auf diese Weise geschieden hat, wird der Hirte „die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken“ (Vers 33). Christus ehrt die Frommen, wie wir denen gegenüber Respekt erweisen, die wir zu unserer Rechten stellen. Alle Teilungen und Unterteilungen werden dann abgeschafft bis auf die große Unterscheidung der Menschen in Heilige und Sünder, geheiligte und nicht geheiligte, die für immer bleiben wird.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

    »Vor ihm« deutet auf den Richterstuhl, vor dem die Menschen erscheinen werden (vgl. Jes 66,18; Röm 14,10; 2 Kor 5,10). Das »versammelt werden« geschieht durch die Gerichtsengel (vgl. Mt 13,39.41-48ff.). Entscheidend ist nun, dass es sich um »alle Völker« handelt. Es sind »alle« jemals existierenden »Völker« gemeint. D. h., es geht wirklich um das allgemeine Weltgericht wie in Off 20,11ff. Jeder ersteht auf, jeder wird gerichtet (vgl. Hebr 9,27). Das Gericht über die Christen fand allerdings schon vorher statt (Mt 25,14ff.).

    Das Wesentliche an diesem Gerichtsvorgang ist das »Scheiden«. Während das Leiden in dieser Welt u. a. darin besteht, dass Böse und Gute gemischt sind – auch die Kirche ist nach Augustin ein corpus permixtum = eine vermischte Gesellschaft! -, treten jetzt beide auseinander. Das Verborgene wird offenbar. Natürlich ist die Scheidung zugleich Voraussetzung für das bevorstehende verschiedene Schicksal der Gruppen. Die Erläuterung »wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet« greift auf Hes 34,17 zurück. Durch Hes 34,17 fällt der Einwand von Palästinakennern, der Hirte scheide nur »Schafe von den Ziegen«, weg. Denn »Schafe« und »Böcke« sind ein uraltes Bild für die Gerechten (4.Mose 27,17; 2.Sam 24,17; Ps 77,21; 80,2; 95,7; 100,3; Jes 53,7; Jer 11,19; Hes 34,5ff.; Mt 10,16; Joh 10,3ff.; Joh 21,16ff.) bzw. die Bösen (3.Mose 16,10.21ff.; Hes 34,17; Dan 8,4ff.). Darauf deutet auch die Fortsetzung hin. Die »rechte Seite« ist die Seite der Gnade (vgl. 1.Kö 2,19; Ps 16,11; 18,36; 73,23; 110,1; 118,15; Jes 45,1; Mt 22,44; 26,64; Mk 16,19; Apg 7,55; Röm 8,34; Eph 1,20; Kol 3,1; 1 Petrus 3,22; Hebr 1,3) , die »linke Seite« die der Ungnade.

    Gerhard Maier – Edition C

    Alle Nationen werden vor Ihm versammelt werden, das heißt jene, die nach den Gerichten Gottes gegen die Armeen der Schlacht von Harmagedon noch übrigbleiben. Der Herr beschreibt diesen Prozeß des Scheidens in Matthäus 24,38-41 mit anderen Worten: Dort sagt Er, daß einige zum Gericht weggenommen werden, während andere bleiben; und diese anderen sind nicht die gleichen wie die »Erwählten«, von denen es in V.31 heißt, daß sie versammelt werden. Es sind also drei verschiedene Gruppen da: Die Erwählten, die zum Gericht Hinweggerafften, und die Übriggebliebenen. (Im Gleichnis vom Unkraut und Weizen sind es nur zwei Gruppen). Diese drei Gruppen finden sich auch im vorliegenden Gleichnis: »Meine Brüder« (V.40) entspreichen »seinen Erwählten«; »die Schafe« entsprechen denen, die zurückbleiben; »die Böcke« entsprechen den Hinweggerafften.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    In Vers 31a gibt Jeschua den Zeitpunkt des Gerichts an: Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm. Daniel weist darauf hin, dass es ein 75-tägiges Intervall zwischen dem Ende der Trübsal und dem Beginn des messianischen Reiches geben wird (Daniel 12:11-13). Während dieser Zeitspanne wird eine Reihe von Dingen geschehen, von denen eines das Gericht über die Heiden sein wird.
    Während Jeschua den Ort des Gerichts ausließ, heißt es in Joel 3:1-3, dass es im Tal Joschafat stattfinden wird, dem Teil des Kidrontals, der die Altstadt und den Tempelberg vom Ölberg trennt.

    Die Heiden, die die Trübsal überleben, werden gerichtet werden; dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen, und vor ihm werden alle Nationen versammelt werden (Matthäus 25,31b-32). Der Begriff Nationen ist eine Übersetzung des griechischen Wortes für Heiden, ethnos, und so sollte es hier auch übersetzt werden. Letztlich geht es hier um das ewige Leben und die ewige Verdammnis für Einzelpersonen, die entweder gläubig oder ungläubig sind. Völker werden nicht in ihrer Gesamtheit danach beurteilt, ob sie gerettet sind oder nicht; deshalb sollte der Vers so lauten: „Dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen, und vor ihm werden alle Heiden versammelt werden.“ Alle Heiden, die die Trübsal überleben, werden im Tal Josaphat zu diesem Gericht versammelt, das Jeschua als eine Trennung zwischen den Subjekten des Gerichts, den Schafen zu seiner Rechten und den Böcken zu seiner Linken, veranschaulichte (Matthäus 25:33).

    Das Gericht wird sich auf die Behandlung der Juden durch die Heiden während der Trübsal stützen und entweder Antisemitismus oder Pro-Semitismus offenbaren (Matthäus 25,34-45). Die Joel-Passage identifiziert die gleiche Grundlage. Der Messias wird mit den Schafen und den Ziegenheiden getrennt umgehen, wobei er mit den Schafen beginnt: Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an (Matthäus 25,34). Er lädt sie ein, in das messianische Königreich einzutreten, weil sie Ihn mit Nahrung versorgt haben, Ihm Wasser gegeben haben, Ihm Kleidung und Unterkunft gegeben haben und Ihn besucht haben, als Er krank und im Gefängnis war. Die Schaf-Heiden, die Jeschua die Gerechten nannte (Matthäus 25,37), die Gläubigen, werden antworten, dass sie sich nicht daran erinnern, Ihn in irgendeinem dieser Zustände gesehen zu haben, noch erinnern sie sich daran, irgendetwas von diesen Dingen für Ihn getan zu haben. Jeschua wird antworten: Wahrlich, ich sage euch: Insofern ihr es einem dieser meiner Brüder, diesen Geringsten, getan habt, habt ihr es mir getan (Matthäus 25:40b). Meine Brüder sind zu unterscheiden von den Schafen und den Böcken. Zu den Schafen und Böcken gehören alle Heiden, Gläubige und Ungläubige. Daher können die Brüder nicht eine andere Kategorie von heidnischen Gläubigen sein, sondern sind Jeschuas Brüder nach dem Fleisch. Die Joel-Passage sagt deutlich, dass das Gericht über die Heiden auf ihrer Behandlung der Juden in der Trübsal basiert. Außerdem zeichnet nur Matthäus diesen Abschnitt der Ölbergrede auf, und er konzentrierte sich auf das, was für das jüdische Publikum, für das das Evangelium geschrieben wurde, besonders relevant war. Jeschua wird zu diesen Schafsheiden sagen, dass alles, was sie für das jüdische Volk während der Trübsal getan haben, ihm angerechnet werden wird, als sei es ihm getan worden. Aus diesem Grund werden sie das messianische Königreich betreten.

    Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive

    Wenn ich kämpfe, dann geht es richtig ab.

    Ich laufe daher also, nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe also, nicht wie einer, der die Luft schlägt;
    Elberfelder 1871 – 1.Korinther 9,26

    Darum laufe ich wie einer, der das Ziel erreichen will. Darum kämpfe ich wie ein Faustkämpfer, der nicht danebenschlägt.
    Gute Nachricht Bibel 2018 – 1.Korinther 9:26

    Für mich gibt es daher nur eins: Ich laufe wie ein Läufer, der das Ziel nicht aus den Augen verliert, und kämpfe wie ein Boxer, dessen Schläge nicht ins Leere gehen.
    Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Kor 9,26

    Deshalb laufe ich für meinen Teil nicht so wie im Geheimen um die Wette; ich bin nicht wie ein Boxkämpfer, der die Luft verprügelt;
    Andreas Eichberger – Gottes Agenda – 1.Kor 9:26

    Der Apostel Paulus vergleicht die moralischen Kämpfe mit den im antiken Griechenland so berühmten sportlichen Wettkämpfen. Er sagt, dass jeder, der an diesen Kämpfen teilnimmt, in allen Dingen enthaltsam ist. Zehn Monate harten Trainings waren erforderlich. Disziplin in allen Dingen war das Wichtigste. Man konnte nicht einen Tag ausruhen. Sonst würde ein Rivale die Führung übernehmen.
    Aber die Kandidaten beklagten sich nicht Tag für Tag, was für ein schweres Los sie doch gezogen hatten. Sie hatten sich schließlich selbst für die Teilnahme an den Wettkämpfen entschlossen. Sie sprachen von dem Preis, den sie gewinnen wollten. Sie sprachen von gewissen Vorteilen, die sie sich durch den Sieg verschaffen würden. Enthaltsamkeit wird leicht und aufregend, wenn wir auf den Siegeskranz sehen – nicht auf den vergänglichen, sondern auf den unvergänglichen.

    CMV-Materialsammlung

    Paulus bleibt darum auch bei der ganz allgemeinen Aussage: „in jeder Hinsicht enthaltsam“. Was je den einzelnen Christen in seinem Lauf aufzuhalten oder zu hemmen droht, das kann sehr verschieden sein. Was dem einen nichts ausmacht, kann dem andern zur ernstlichen Gefahr werden. Es gibt hier keine allgemeinen Regeln. Aber es muß jeder Christ mit tiefem Ernst und entschlossener Klarheit darauf achten, was gerade ihn am Erreichen des Zieles hindern will. Das muß gelassen werden, wie „harmlos“ oder „wertvoll“ es an sich sein mag.
    Dieser Verzicht ist freilich keine Spielerei. Paulus zeigt das an seinem eigenen Leben. „Ich meinerseits laufe demnach so, nicht wie aufs Ungewisse.“ Das Wort, das Paulus benutzt, heißt eigentlich „auf undeutliche Weise“. Er läuft nicht so, daß man nicht klar erkennen könnte, wohin sein Lauf eigentlich geht. Er gleicht nicht einem Boxer, der ziellos „die Luft schlägt“. Alles ist in seinem Leben gesammelt und zielbestimmt. Bei den Korinthern sah er jene Zweideutigkeit und Halbheit, die unser Christsein heute auch verdirbt. Der Blick geht auf zwei Ziele zugleich. Wohl will man die Ewigkeit nicht verlieren, aber das Verlangen und der Einsatz gilt gleichzeitig und vor allem dem irdischen Gedeihen. Wer aber gleichzeitig nach zwei Zielen läuft, dessen Lauf wird notwendig „undeutlich“, „ungewiß“. Man sieht dem Christen nicht mehr an, wohin er eigentlich läuft. In seinem Kampf schlägt er nicht mehr mit hartem Ernst zu; er sieht nicht mehr den Feind, der ihn ums Leben bringen will; so kämpft der Christ wohl noch, aber oft genug „wie einer, der die Luft schlägt“.

    de Boor – Wuppertaler Studienbibel

    Der Apostel kennt das Ziel seines Lebens und Dienstes. Paulus gebraucht das Bild des Läufers, der auf das Ziel ausgerichtet läuft. So läuft auch er nicht »als aufs Ungewisse«. Sein Ziel ist die ewige Seligkeit, die vollendete Gemeinschaft mit Christus. An all seinem Tun wird das erkennbar, daß er diesem Ziel zustrebt. Er lebt nicht so, daß »unerkennbar« bleibt (so wörtlich), was sein Leben bestimmt. Und das verdeutlicht sein zweites Beispiel vom »Faustkämpfer«. Er führt um dieses Zieles willen einen Kampf, und zwar gegen den eigenen Leib. »Ich schlage meinen Leib (gezielt) unters Auge und versklave ihn«, schreibt Paulus wörtlich. Das sind wahrlich keine »Schläge in die Luft«. Hier meldet sich nicht die Leibfeindlichkeit und Leibabwertung der griechischen Philosophie zu Wort. Der Apostel bleibt ja bei dem Bild eines Wettkämpfers, der einen trainierten Körper will. Aber eben den erlangt er nur durch harte Übung und Verzicht auf Verweichlichung. Paulus bezieht das auf sich. Sein Verzicht auf Unterhalt, seine handwerkliche Arbeit, sein Verzicht auf Wohlleben, sein rastloses Unterwegssein, das alles trifft seinen Leib, weist ihm seinen Ort als Werkzeug zu und bewahrt so den Apostel vor den Gefahren des Müßiggangs, Wohllebens und der Verweichlichung, die allzuoft den »Lauf« aufhalten. Paulus lebt nicht in einer Verdienst-, sondern in einer Dienstaskese.
    Er, der er doch »Heroldsdienst tut«, will nicht so predigen, daß er Christus anderen predigt und selbst »unbewährt wird«. »Verwerflich« ist als Übersetzung des Griechischen mißverständlich, denn es geht nicht um ein moralisches Urteil. Vielmehr erschrickt Paulus vor der Möglichkeit, andere als Herold in die Nachfolge und damit in den Kampf zu rufen und selbst zu erliegen, ja untüchtig und unbrauchbar zu werden. Das sind deutliche Worte gegen die so sicher gewordenen Starken in Korinth. Sie sollen – dem Vorbild des Apostels entsprechend – aus ihrer sich selbst betrügenden Glaubenssicherheit wieder aufwachen und mit ganzem Einsatz laufen »in dem Kampf, der uns verordnet ist« (Hebr 12,1).

    Edition C Bibelkommentar Neues Testament

    Man beachte, daß „nicht wie aufs Ungewisse“ bedeutet, daß Paulus Gewißheit hat. Er weiß, wohin er geht. Er hat seinen Weg nicht verloren. Noch einmal: „Nicht wie einer, der die Luft schlägt“ bedeutet, daß er seinen Gegner nicht verfehlt, sondern seine Schläge so landet, daß sie am meisten bewirken. Läufer und Boxer können es sich nicht leisten, Zeit und Energie zu vergeuden. Die Kürze der Zeit, die für ein Rennen oder einen Boxkampf zur Verfügung steht, lehrt uns, wie nötig es ist, die Zeit auszukaufen und sie so effektiv wie möglich für die Sache des Christus einzusetzen. Wir sollten diese Dinge zu Herzen nehmen. Wie viel Zeit können wir auf der Reise vergeuden. „Nur das, was für Christus getan wurde, wird bleiben.“ Das Leben muß einen Zweck haben. Wie viele Christen haben den Weg verloren? Jedes Wort und jede Handlung soll für Christus und Seine Sache effektiv gemacht werden. Nun wird Paulus uns sagen, daß er selbst die Zielscheibe ist.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    Logos Februar 2026 III

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    Sofort stand er auf und ließ sich gleich taufen.

    Und alsbald fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er wurde sehend und stand auf und wurde getauft.
    Elberfelder 1871 – Apostelgeschichte 9,18

    Und sofort fiel es ihm wie Schuppenplättchen von den Augen und er konnte wieder sehen und so ließ er sich nach dem Aufstehen untertauchen.
    Andreas Eichberger – Gottes Agenda – Apostelgeschichte 9:18

    Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen und Saulus konnte wieder sehen. Er stand auf und wurde sofort getauft
    das Buch – Apg 9,18

    Es fiel wie Schuppen (lepides, von dem Verb lepO, „schälen“; Schuppen von Fischen und Krokodilen) von seinen Augen, und er wurde wieder sehend. Nach seiner Bekehrung unterzog Paulus sich, wie alle Christen in der Apostelgeschichte (Apg 8,12.38), der Wassertaufe.
    Von Hananias ist erst in Kap. 22, wo Paulus selbst von seiner Bekehrung berichtet, wieder die Rede.

    Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

    Die Heilung von Saulus erinnert an die Heilung der Blindheit des Tobias in einer bekannten jüdischen Geschichte; vermutlich hat sich durch sie der Eindruck des Wunderbaren angesichts all dieser Geschehnisse für ihn noch verstärkt.

    Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

    Die Wirkung der Handauflegung (und Mitteilung) an Saulus tritt sogleich ein. „Von seinen Augen fielen sie73 wie Schuppen“ (V 18a) meint: Was das Sehen behinderte, wird wunderbar entfernt, und der Geblendete kann wieder sehen. Er erhebt sich und läßt sich taufen (V 18b). ἀναστάς drückt hier das selbständige Aufstehen aus (im Unterschied von ἠγέρθη V 8?). Es ist wohl vorausgesetzt, daß Hananias als Taufspender fungierte (vgl. 22,16). Da die Taufnotiz nur dort begegnet, wo auch von Hananias erzählt wird, gehören beide zusammen. Wenn Hananias schon im vor-lukanischen Damaskusbericht vorkam, darin wird wohl auch die Taufnotiz Anspruch auf Geschichtlichkeit beanspruchen dürfen. Der Schluß des Berichts (V 19a) zeigt, daß Saulus sein Fasten (V 9) beendet und wieder zu Kräften kommt. Die abschließenden Angaben V 9 und V 19a stehen somit in Korrespondenz.

    Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

    „Und sofort fielen von seinen Augen gleichsam Schuppen, er konnte sehen, und er stand auf und ließ sich taufen.“ Saulus hat unter der Handauflegung des Ananias nicht nur Heilung, sondern auch den Heiligen Geist empfangen. Hat er damit nicht alles, was er braucht? Und doch ist es ihm selbstverständlich, „er stand auf und ließ sich taufen“, offenbar sofort an Ort und Stelle von Ananias. Die Taufe ist ihm kein „Problem“ und nicht mit schwierigen theologischen Fragen belastet. In ihr dokumentiert sich die Zugehörigkeit zu Jesus und zu seiner Gemeinde. Saulus erwartet nicht, erst durch die Taufe Christ zu werden und die Gnade Jesu und den Heiligen Geist zu bekommen. Er ist schon ein Eigentum Jesu, er hat die Gnade seines Herrn und den Heiligen Geist erhalten, er ist „ein erwähltes Rüstzeug“. Aber darum verachtet er die Taufe nicht. Er läßt in ihr sein ganzes altes Leben in den Tod des Herrn begraben (Rö 6, 3 f), läßt es sich versiegeln, daß er „mit“ Christus gekreuzigt ist (Gal 2, 19) und hält sich nun für gestorben der Sünde gegenüber und lebend für Gott in Christus Jesus, seinem Herrn (Rö 6, 11). Zugleich fügt die Taufe ihn ein in die Gemeinde.

    Wuppertaler Studienbibel

    Nachdem er wieder sehen konnte, ließ sich Saulus zwar als erstes taufen, doch wartete er damit länger als jeder andere, in der Apostelgeschichte erwähnte Bekehrte, was zweifellos an den besonderen Umständen lag, in denen er sich befand. Stellen wir ihm den Kerkermeister in Philippi gegenüber, der sofort nach seiner unerwarteten Bekehrung getauft wurde (16,31-33). Saulus wurde in V.19 körperlich und in V.22 geistlich gestärkt. Und unmittelbar danach tat er das, was allen Neubekehrten angemessen ist: Er schloß sich den Jüngern in Damaskus an, die den gleichen HERRN liebten. Die Synagoge als Ort der religiösen Zusammenkünfte (im Unterschied zur Stätte des Zeugnisses) war für ihn nicht mehr maßgebend. Er war in der Absicht nach Damaskus gekommen, die Gläubigen zu binden, doch stattdessen verband er sich in christlicher Liebe und Gemeinschaft mit ihnen. Er kannte die rechte Gemeinschaft für diejenigen, die den HERRN anerkennen und wurde einer von ihnen (Kol 4,9.12).

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    »Hananias ging hin und kam hinein in das Haus und legte die Hände auf ihn und sagte: „Saul, Bruder, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg erschienen ist, auf dem du gekommen bist, damit du wieder sehen kannst und vom Heiligen Geist erfüllt wirst«„ (V. 17). Ohne große Umstände stellt Hananias nun die Bruderschaft zu Saulus her. Das Handauflegen (im AT eigentlich: Handaufstemmen) ist eine uralte symbolische Handlung dafür, dass eine Kraftwirkung oder ein Segen auf einen anderen übergeht (vgl. hierzu besonders Jak 5,14 und Apg 6,6). In der frühen Christenheit wurde die Handauflegung bei der Einsetzung in ein Amt geübt (Apg 6,6), ebenso aber schon von Jesus selbst bei Heilungen (Mk 6,5; 16,18) und später von den Aposteln zur Vermittlung des Heiligen Geistes (Apg 8,17 u. a.). In unserem Fall werden Heilung und Geistvermittlung zusammenkommen (V. 17). Die Taufe wird dadurch nicht überflüssig, sondern sie ergibt sich nach dem Bericht des Lukas fast wie von selbst: »Und so gleich fiel es ihm von den Augen wie Schuppen. Er konnte wieder sehen, stand auf und ließ sich taufen, nahm Speise zu sich und kam zu Kräften« (V. 18ff.). Taufe ist hier eine Konsequenz der in der Stille schon geschehenen Lebensübergabe an Jesus. Es wird betont, dass Saulus nun das Fasten beendete, dass also die Vorbereitungs – und Erwartungszeit vorüber ist. Kräfte sind nun nötig für die Aufgaben, die es anzupacken gilt.

    Gerhard Maier – Edition C

    Schließlich kam die Heilung des Saulus in den Versen 18-19a. Die Heilung selbst wird in Vers 18a beschrieben: Und alsbald fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, und er wurde wieder sehend. Lukas sagt nicht, dass Saul tatsächlich Schuppen von den Augen fielen, sondern dass es sich für Saul so anfühlte. Der griechische Begriff für „Schuppen“, lepides, wird nur in diesem neutestamentlichen Vers verwendet. In der griechischen Literatur wird er jedoch für die Schuppen von Fischen und Krokodilen verwendet, und medizinische Autoren verwendeten das Wort lepis für Stücke der Haut, die von einem Körper abfallen.[ 236 ] Mit anderen Worten, die Verwendung des Begriffs spiegelt wieder den Hintergrund und den Beruf des Lukas als Arzt wider. Saulus wurde augenblicklich wieder sehend, und die Heilung war vollkommen. In Vers 18b folgt auf die Heilung seine Taufe: und er stand auf und ließ sich taufen. Dieses Untertauchen identifizierte Saulus mit dem neuen Glauben und mit dem Tod, dem Begräbnis und der Auferstehung von Jeschua. Der Bericht schließt in Vers 19a mit der Aussage, dass Saulus sein Fasten brach, Nahrung zu sich nahm und gestärkt wurde.

    Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Apostelgeschichte

    Wir wollen auch den Leuten verzeihen, die uns verletzt haben.

    und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist; und führe uns nicht in Versuchung
    Elberfelder 1871 – Lukas 11,4

    Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig sind. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Bösen.‘ “
    Luther 2019 – Lukas 11:4

    Und schicke weg in unsrem Interesse unsre Sünden; denn auch unsererseits erlassen wir’s jedem, wenn er uns schuldig ist; und nicht führe uns hinein in ein Versuchungsnetz.
    Pfleiderer – Lk 11,4

    Und nimm fort von uns unsere Verfehlungen! Und auch wir werden denen vergeben, die uns gegenüber Schuld auf sich geladen haben. Und lass uns nicht in Lebenslagen geraten, in denen die Prüfungen überhandnehmen!«
    Roland Werner – Das Buch – 2009 – Lk 11:4

    ἄφ-ες Aor. Imp. -ίημι. ἀφ-ίομεν (hier v. -ίω [volkstüml. für -ίημι; BDR § 947; vgl. H-S § 114f]) [Var. ἀφ-ίεμεν]. ὀφείλοντι Ptz. ὀφείλω schulden, schuldig sein (eig. u. übertr.); hier sich einer Sünde schuldig machen, sich verfehlen τινί gegen jmdn. (B 2bβ); subst., hier nach πᾶς ohne Art. (BDR § 4135); καὶ γὰρ αὐτοὶ ἀφίομεν παντὶ ὀφείλοντι ἡμῖν denn auch wir (selbst) vergeben jedem, der an uns schuldig wird. εἰσ-ενέγκῃς Aor. Konj. -φέρω198 hineintragen, -bringen; prohibitiver Konj. (A256). πειρασμός Prüfung, Erprobung; Versuchung, Anfechtung; μὴ εἰσενέγκῃς ἡμᾶς εἰς πειρασμόν bring uns nicht in Versuchung (d. h. in die äußerl. od. seelische Lage, die uns Anlass zur Sünde werden kann [B 2b] bzw. in eine solche Versuchung, hinter der die Macht des Bösen steht u. in der wir den Glauben u. das Heil verlieren). [Var. ῥῦσαι Aor. Imp. Med. ῥύομαι8 m. ἀπό (vgl. BDR § 1801) retten/erretten von od. bewahren vor (B). ἀπὸ τοῦ πονηροῦ von/vor dem Bösen (Mask. [= Teufel] od. Ntr.; vgl. BDR § 2634).]

    Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

    Zu entschuldigen, was wirklich gute Entschuldigungen vorbringen kann, ist nicht christliche Liebe; es ist nur recht und billig. Ein Christ sein, heißt, das Unentschuldbare vergeben, weil Gott das Unentschuldbare in uns vergeben hat. Das ist hart. Es ist vielleicht nicht so hart, ein einzelnes großes Unrecht zu vergeben. Aber die unablässigen Herausforderungen des täglichen Lebens zu vergeben – immer wieder der herrschsüchtigen Schwiegermutter, dem tyrannischen Ehemann, der nörgelnden Gattin, der selbstsüchtigen Tochter, dem Sohn, der einen hintergeht, vergeben – können wir das? Nur dann vermutlich, wenn wir daran denken, wo wir selbst stehen, wenn wir es jeden Abend beim Beten ernst meinen mit unseren Worten: “Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.” Nur unter dieser Bedingung wird uns Vergebung angeboten. Sie ablehnen, heißt, Gottes Barmherzigkeit für uns ablehnen. Ausnahmen werden keine angedeutet, und Gott meint, was er sagt.
    (C. S. Lewis, 1898–1963)

    CMV-Materialsammlung

    Corrie ten Boom erzählt: Ein Freund fragte mich, als er mich nach langer Zeit wieder einmal besuchte, nach bestimmten Leuten, die mich vor zehn Jahren kräftig übervorteilt hatten. “Das ist erledigt”, sagte ich ein bisschen selbstgefällig. “Es ist alles vergeben.” – “Von dir ja”, nickte er. “Aber die anderen- haben sie deine Vergebung angenommen?”
    “Sie sagten, da sei nichts zu vergeben. Sie leugneten alles ab. Aber ich kann ihnen beweisen, dass sie falsch gehandelt haben.” Ich ging schnell an meinen Schreibtisch und zog die Schublade auf. “Sieh’, ich habe es schwarz auf weiß. Ich habe alle ihre Briefe aufgehoben und kann es dir zeigen…”
    “Corrie!” Mein Freund schlug seinen Arm um mich und holte mich vom Schreibtisch zurück. “Sind deine Sünden nicht ins Meer versenkt worden? Und die Sünden deiner Freunde bewahrst du schwarz auf weiß auf?”
    Mir verschlug es die Sprache. “Herr Jesus”, flüsterte ich, “du, der alle meine Sünden weggenommen hat, vergib mir, dass ich die Sünden der anderen die ganzen Jahre über aufgehoben habe. Lass mich dir all das Schwarz-Auf-Weiße als ein lieblich duftendes Brandopfer zu deiner Ehre darbringen.”
    Bevor ich an diesem Abend zu Bett ging, räumte ich meinen Schreibtisch aus und warf die schon leicht vergilbten Briefe in den Heizungsofen. In der Asche jener Briefe erkannte ich eine neue Seite seiner Gnade. Seine gute Nachricht hatte mich erreicht. Und ich war gespannt, was er mich in dem Fach Vergebung künftig weiterlehren würde.

    CMV-Materialsammlung

    Ebenso wie wir beten, dass unsere Sünden vergeben werden möchten, weil wir bekümmert sind über unsere wider Gott begangenen Sünden, beten wir auch für uns, dass wir nicht in die Versuchung zur Sünde hineingebracht werden möchten. Somit heisst es im Gebet des Herrn weiter: „Und bringe uns nicht in Versuchung hinein.“ (Matthäus 6:13, NW; Lukas 11:4) Wie konnte Jesus dies beten, wenn die Schrift uns doch sagt, dass er gleich nach seiner Taufe im Jordan „durch den Geist [Gottes] hinaufgeführt wurde in die Wüste, um von dem Teufel versucht zu werden“ und der Versucher zu ihm herantrat, um ihn von Gott wegzuziehen? Auch wird Jesus der „Sohn Abrahams“ genannt, von dem geschrieben steht: „Und es geschah nach diesen Dingen, dass Gott den Abraham versuchte.“ Dies geschah, indem er ihm gebot, Isaak, seinen geliebten Sohn, den er von Sara erhalten hatte, zu opfern. (1 Mose 22:1) Und dann, als Satan Gott herausforderte, überliess ihm Gott den treuen Hiob, damit er ihn, wenn möglich, dazu versuche, Gott ins Angesicht zu fluchen. Und an dem Abend, da Jesus von Judas verraten wurde, sagte er zu seinen elf treuen Aposteln: „Ihr aber seid es, die mit mir ausgeharrt haben in meinen Versuchungen.“ (Hiob 1:1 bis 2:13; Lukas 22:28) Von welchem Standpunkt aus können wir also beten, dass unser himmlischer Vater uns nicht in Versuchung hineinbringe? Als Versuch, die anscheinende Schwierigkeit zu lösen, geben Die Vier Evangelien (engl.) von C. C. Torrey die Bitte wie folgt wieder: „Und lass uns nicht der Versuchung nachgeben“, während The Emphatic Diaglott die Stelle wie folgt wiedergibt: „Und gib uns nicht der Prüfung preis.“ — Matthäus 6:13.
    Eines ist gewiss: Unser himmlischer Vater unterwirft uns der Prüfung, doch nicht durch Übles oder durch die Versuchung zur Sünde. Folglich schreibt Jakobus: „Wenn in der Prüfung, sage niemand: ‚Ich werde von Gott versucht.‘ Nein, denn Gott kann nicht von üblen Dingen versucht werden, noch versucht er selbst jemand. Sondern jeder wird versucht, indem er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, bringt Tod hervor.“ (Jakobus 1:13-15, NW) Als Jehova Gott Adam und Eva vor das Verbot stellte, vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen, versuchte er sie dadurch nicht mit dem Bösen, denn der Baum an sich war nicht böse. Jehova warnte sie davor, im Ungehorsam zu essen, und unterrichtete sie von den üblen Folgen. Deshalb konnten sie nicht zufolge von Unwissenheit dazu versucht werden. Als Eva auf die verführerische Rede der Schlange hörte, wurde sie versucht. Gottes Warnung vor dem Essen hatte keinen Appetit oder Wunsch nach dem Baume in ihr geweckt, aber die falsche Schilderung der Schlange hinsichtlich der Folgen des Essens von diesem Baume im Widerspruch mit Gottes Verbot und Warnung weckte ein unrechtes Verlangen in ihr. Dies war es, was sich für sie zur Versuchung auswirkte, wie Jakobus es oben sagt. Weil sie diesen Wunsch nicht als etwas Unrechtes und als etwas, was gegen Gott war, aus dem Sinn schlug, sondern unterhielt, liess sie sich durch die Versuchung in Sünde hineinziehen und betrügen. — 1 Mose 3:1-7; 2 Korinther 11:3.
    Indes unterwirft uns Gott der Prüfung oder stellt uns auf die Probe, nicht um unsern Sturz herbeizuführen, sondern um zu beweisen, was wir sind, um das, was wir sind, ans Licht treten zu lassen. Er versucht uns nicht mit Üblem zur Bosheit, sondern wir selbst schaffen uns unter dem Einfluss Satans die Versuchung durch den Gedanken, wie schön es wäre, etwas zu tun oder zu haben, was mit Gottes Willen in Widerspruch ist, und dadurch, dass wir uns dann den durch solch unrechtes Denken erweckten Wunsch nicht aus dem Sinne schlagen, sondern ihn mehr und mehr nähren. Auf diese Weise werden wir fortgezogen und so weit weggelockt, dass wir Gottes Rat und Warnung ausser acht lassen. Wir kommen in die Versuchung hinein.

    Wachtturm Oktober 1951

    Durch eine Sünde der Übertretung wider Gottes Gesetz verschulden wir uns ihm gegenüber. „Der Lohn, den Sünde zahlt, ist Tod.“ (Römer 6:23, NW) Gott könnte für unsere Sünde unser Leben verlangen und einfordern; er könnte uns von seiner heiligen Organisation und von der Geselligkeit und Gemeinschaft mit ihr ausschliessen. Er könnte uns seinen Frieden nehmen, indem er alle friedlichen Beziehungen mit uns abbräche. Er könnte uns veranlassen, ihm alles zurückzugeben, was wir von ihm durch seine unverdiente Güte empfangen haben. Wir schulden ihm Liebe, die im Gehorsam zum Ausdruck kommt; und wenn wir sündigen, verfehlen wir, ihm unsere Schuld der Liebe zu zahlen, denn Sünde ist Lieblosigkeit gegen Gott. (Römer 13:8-10) Die Sünde als eine Schuld betrachtend, die bei Gott beglichen werden muss, formulierte Jesus die nächste Bitte im Gebet des Herrn: „Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben haben unsern Schuldnern.“ (Matthäus 6:12, NW) Als Beweis, dass Schuld hier Sünde bedeutet, drückt Jesus dieselbe Bitte im entsprechenden Gebet in den Worten aus: „Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns verschuldet ist.“ — Lukas 11:4, NW.
    9 Zu dieser Bitte wären wir nicht ermächtigt, wenn es nicht eine Grundlage gäbe, auf der uns Gottes Vergebung zukommt. Die Grundlage dafür ist nicht einfach seine Liebe und Barmherzigkeit in abstraktem Sinne und ungeachtet seiner vollkommenen Gerechtigkeit, die für Sünde den Tod fordert. Die Grundlage der Vergebung ist seine Liebe und Barmherzigkeit, wie sie im menschlichen Opfer seines Sohnes Jesus Christus zum Ausdruck kommt, welches Opfer in unserem Interesse allen Forderungen der Gerechtigkeit vollständig entspricht. Als Jesus dieses Gebet in der Bergpredigt lehrte, hatte er bereits erklärt, dass einigen, die er geheilt hatte, die Sünden vergeben seien. So war denn zu verstehen, dass Gottes Vergebung durch Christus Jesus komme, und zwar durch sein vollkommenes Loskaufsopfer. Der Apostel Paulus, der sich als der vorderste der Sünder ausgab, sagte zu Gottes Kindern: „Der Sohn seiner Liebe, durch den wir unsere Erlösung durch Loskauf haben, die Vergebung unserer Sünden.“ „Nun hat er sich ein für allemal kundgemacht in der Vollendung der Systeme der Dinge, um Sünde hinwegzutun durch das Opfer seiner selbst.“ Um somit diesen Teil des Gebetes des Herrn wirksam zu beten, müssen wir an das Opfer Christi aufrichtig glauben und es annehmen. — Lukas 5:20-24; 7:47-49; Matthäus 9:1-8; Kolosser 1:13, 14 und Hebräer 9:26, NW; Galater 1:4.

    Wachtturm – Oktober 1951

    »Und vergib uns unsre Sünden, denn auch wir selbst vergeben allen unseren Schuldnern« (V. 4): Wie bei Matthäus macht der Beter seine eigene Vergebung zur Voraussetzung. Es heißt ja in Mt 6,12 bei genauer Übersetzung: »… wie auch wir vergeben haben (!) unseren Schuldnern«. Das heißt, der Beter will seine Bitte um Vergebung erst dann aussprechen, wenn er selbst seinen »Schuldnern« vergeben hat – und zwar »allen«! »Schuldner«: Das sind die Leute, die ihm selbst etwas schulden bzw. an ihm schuldig geworden sind. Man vergleiche das Gleichnis vom Schalksknecht in Mt 18,21ff Der Weg der Vergebung lässt sich also im Vaterunser wie folgt nachzeichnen: Gottes Wort trifft uns – es bewegt uns zur Vergebung – darauf bitten wir selbst um Vergebung. Die Mehrzahlform »uns« / »unsre« / »wir« deckt noch einmal auf, dass es sich ursprünglich um ein Gemeinschaftsgebet handelt.
    Übrigens schließt sich Jesus auch hier an die früheren Lehrer Israels an (Sir 28,2).

    Der Leser bleibt auch an dieser Stelle mit der nachdenklichen Frage zurück: »Tue ich das, was ich lese?« Wer meint, als Christ nicht mehr zu sündigen, der wird durch das Vaterunser schlagend widerlegt.

    Die fünfte Bitte ist eine Bitte um Bewahrung: »und führe uns nicht in Versuchung« (V. 4). Sie deckt sich wörtlich mit der entsprechenden Bitte bei Matthäus (Mt 6,13). Die genaue Übersetzung lautet: »und bringe uns nicht in Versuchung hinein«. Das heißt, man bittet hier Gott darum, dass er den Test nicht zu schwer macht. Nach der Bibel versucht uns Gott ja nicht (Jak 1,13). Aber er lässt es zu, dass der Teufel an uns herantritt, um uns zu versuchen (vgl. Hiob 1,6ff.; Hiob 2,1ff.; Lk 22,31). Dabei sind die Willensrichtungen Gottes und des Teufels einander total entgegengesetzt. Gott will, dass wir die Versuchung bestehen und deshalb unser Glaube bewährt wird (vgl. Jak 1,12). Der Teufel will, dass wir die Versuchung nicht bestehen und deshalb unser Glaube verschwindet. Die fünfte Bitte des Vaterunsers bei Lukas geht also von der Erkenntnis unserer Schwachheit aus (vgl. Mt 26,41 par). Der Jünger weiß, dass er unterliegt, wenn ihn Gott nicht bewahrt. Und Jesus weiß es auch, sonst hätte er uns nicht so zu bitten gelehrt. Darum zielt diese Bitte »und führe uns nicht in Versuchung« darauf hin, dass Gott dem Teufel eine Grenze setzt, bevor wir in der Versuchung unterliegen. Das Wort Gottes schenkt uns übrigens die Gewissheit, dass Gott diese Bitte erhört (vgl. Lk 22,32; Joh 17,15; 1 Kor 10,13; 2 Thess 3,3). In der Endzeit wird diese Bitte noch dringender werden. Denn die Versuchungen werden zunehmen (Mt 24,4ff.; 2 Thess 2,3ff.; Offb 12-13). Aber Gott wird diese grauenhafte Zeit verkürzen (Mt 24,22), so dass jeder wahre Jünger durchkommt. Im Grunde zeugt die Bitte »und führe uns nicht in Versuchung« von der grenzenlosen Zuversicht, dass Gott stärker ist als der Teufel und alles Böse.

    Gerhard Maier – Edition C

    Manche haben gedacht, diese Aussage bedeute, daß unsere Bereitschaft, andern zu vergeben, die Grundlage sei, auf der Gott uns vergeben kann. Die Vergebung unserer Sünden vor Gottes Thron ist das Ergebnis der Sühne, die der Herr Jesus am Kreuz erwirkt hat. Das gilt für Sünden, die an einem „vergangenen Tag“ begangen wurden, wie auch für unsere Sünden während des gegenwärtigen Tages der Gnade (Röm 3,22-26). Der Gedanke hier ist: Daß wenn sogar sündige Menschen einander vergeben können, dann wird gewiß ein barmherziger Vater im Himmel uns alle unsere Sünden vergeben, und zwar ausschließlich aufgrund Seiner unumschränkten Gnade. Wir verweisen einmal mehr auf die Zeit, in der dieses Gebet gesprochen wurde und beachten den Gegensatz zwischen ihr und der Zeit, in der wir leben. Wir bitten als Gläubige nicht um Vergebung, sondern „wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1Jo 1,9). Vergessen wir dabei aber nicht den hier und andernorts (Mt 6,14.15) vom Herrn gelehrten und in den Lehrbriefen wiederholten (Eph 4,32) Grundsatz, daß wir nicht im Genuß der Vergebung des Vaters oder der Gemeinschaft mit Ihm stehen können, solange wir andern gegenüber unversöhnlich sind.
     „Führe uns nicht in Versuchung“ hat auch zu mancherlei Mißverständnissen Anlaß gegeben. „Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, und selbst versucht er niemand“ (Jak 1,13) ist göttliche, für alle Zeiten unabänderliche Wahrheit. „Versuchung“, peirasmos, ist das Wort, das stets für die verschiedenen Ausdrücke verwendet wird, die im NT von Versuchung, Anfechtung und Erprobung sprechen. Der Zusammenhang gibt uns Aufschluß darüber, ob es sich um Versuchung zur Sünde, die unserem Fleisch entspringt (Jak 1,14), handelt, oder um von Gott gesandte Versuchung im Sinne von Prüfung (Jak 1,2-4). Das Wort „Böse“ kann sich auf Sündhaftes beziehen, das aus unserem Herz quillt oder auf satanische List zurückgeht, aber es kann auch für Schwierigkeiten an einem Tag der Prüfung stehen wie Unglück oder Krankheit. In dieser Bitte um Bewahrung scheint die „Versuchung“ sich auf Prüfungen zu beziehen, nicht auf Verleitung zur Sünde. Wenn es um Sünde gehen sollte, wie einige meinen, dann hat die Bitte den Sinn, daß man als Jünger von Umständen bewahrt bleibt, die dem Fleisch Anlaß zur Sünde bieten. Wiederum wird die Bitte in den Tagen der großen Drangsal eine besondere Bedeutung bekommen, wenn nämlich die Gläubigen zum Herrn schreien, daß Er sie von dem Bösen und seinen Verbündeten erretten möge.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

    Und die ganze Versammlung pries den Ewigen, den Gott ihrer Väter

    Und David sprach zu der ganzen Versammlung: Preiset doch Jehova, euren Gott! Und die ganze Versammlung pries Jehova, den Gott ihrer Väter; und sie neigten sich und beugten sich nieder vor Jehova und vor dem König.
    Elberfelder 1871 – 1.Chronika 29,20

    Dawid sprach zu aller Versammlung:
    Segnet doch IHN, euren Gott!
    Sie segneten, alle Versammlung, auf dem Gott ihrer Väter zu,
    sie bückten sich und warfen sich nieder vor IHM und vor dem König.
    Buber & Rosenzweig – 1.Chronika 29:20

    Dann sprach David zu der ganzen Versammlung: Preiset doch den Ewigen, euren Gott! Und die ganze Versammlung pries den Ewigen, den Gott ihrer Väter, und sie verneigten sich und warfen sich nieder vor dem Ewigen und vor dem König.
    Die Philippson-Bibel – 1 Chronik 29,20

    Und David sprach zu der ganzen Versammlung: Preiset Jehova, euern Gott! und es pries die ganze Versammlung Jehova, den Gott ihrer Väter; und sie bückten sich, und beteten an vor Jehova und vor dem Könige;
    van Ess – 1.Chronik 29:20

    Betest du zu dem Gott von Israel – oder zu dem Gott eines „geistlichen Israel“??

    Gemeinde: Die damals bei der Bundeslade versammelt war, nämlich, bei der Hütte, welche David längst für sie aufrichten lassen.
    Gott: Dass er eine solche Freiwilligkeit, zur Beförderung des Gottesdienstes in uns erweckt hat.
    Neigten: Das sie vor der heiligen Hütte auf ihre Knie nieder gefallen.
    König: Dem sie seine gebührliche Ehre, wie einer menschlichen Obrigkeit zusteht, erzeigt. (Denn man soll die weltliche Obrigkeit nicht allein fürchten, sondern auch ehren.)

    Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

    Beachte die Reihenfolge: (1) Geben (V. 3–8); (2) Freude (V. 9); (3) Segen (V. 10); (4) Gebet (V. 11–19) und (5) Anbetung (V. 20).

    Scofield-Bibel

    David ruft den Herrn an (29,10-21). Dieses herrliche Gebet beginnt mit Lob und Anbetung des Herrn (V. 10-14). Gott hatte David reichlich gesegnet, also dankt er Gott! Seine Worte sind ein kurzer Kurs in Theologie. Er segnet den Gott Israels und erkennt seine Größe, Macht, Herrlichkeit, seinen Sieg und seine Majestät an. Gott gehört alles! Gott ist souverän über alles! Sein Name ist groß und ruhmreich! Aber wer sind David und sein Volk, dass sie in der Lage sind, dem Herrn so verschwenderisch zu geben? Schließlich kommt alles von ihm, und wenn wir geben, geben wir dem Herrn nur das zurück, was er uns bereits gnädig gegeben hat.

    Im Gegensatz zum ewigen Gott erklärt David, dass er – der König – wie jeder andere Mensch ist, ein Fremder und ein Unbekannter auf Erden. Gott ist ewig, aber das menschliche Leben ist kurz und niemand kann die unvermeidliche Stunde des Todes verhindern. (Hier klingt David wie Mose in Ps. 90.) Da alle Dinge von Gott kommen und das Leben kurz ist, ist es das Klügste, was wir tun können, Gott zurückzugeben, was er uns gibt, und in das Ewige zu investieren.

    Er versichert dem Herrn, dass die Opfergaben aus seinem Herzen und aus dem Herzen seines Volkes kamen und dass sie mit Freude und Aufrichtigkeit gegeben haben. David betet, dass sein Volk immer ein Herz der Großzügigkeit, der Dankbarkeit und der Freude haben möge, und dass es seinem Gott immer treu sein möge. Mit anderen Worten: Mögen sie Gott allein anbeten und nicht den Reichtum zu ihrem Gott machen.

    Wie jeder gottesfürchtige Vater schloss David sein Gebet mit der Fürbitte für seinen Sohn Salomo, dass er immer gehorsam sein möge gegenüber dem, was im Gesetz geschrieben steht, und dass es ihm gelingen möge, den Tempel zur Ehre Gottes zu bauen. („Palast“ in V. 19 KJV bedeutet „jedes große palastartige Gebäude“.) Dann forderte er die Gemeinde auf, den Herrn zu segnen, und sie gehorchten und verneigten sich tief und fielen sogar in Unterwerfung und Anbetung auf ihr Gesicht. Was für eine Art, ein Bauprogramm zu beginnen!

    Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

    Zum Schluss richtet er sich wieder an die ganze Versammlung und ermutigt sie inständig, Jahwe, ihren Gott, zu preisen (29,20). Das geschieht dann auch. Sie beugen sich vor Jahwe, dem Gott ihrer Väter, und beten ihn an (vgl. 16,36). Sie verbeugen sich auch vor dem König (29,20). Das zeigt die Ehre, die man ihm geben wollte, nicht Anbetung. Sie wäre verboten (2Mo 20,4f.).

    Edition C Bibelkommentar Altes Testament

    Schließlich bezeichnete er Gott als den Einen, der in der Vergangenheit mit den Vorfahren des Volkes Abraham, Isaak und Israel einen Bund geschlossen hatte, und er betete dafür, daß das Volk diesen Bund bereitwillig bewahren und ihm treu sein würde und Gott seinen fortwährenden Segen geben möge, insbesondere, indem er Salomo die völlige Hingabe an Gott und den Tempelbau ermögliche (V. 19 ; vgl. 1Chr 28,9 ). Nach diesem Gebet bat David die Versammlung, den HERRN zu preisen ( 1Chr 29,20 ).

    Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

    Gegen Ende der Regierungszeit Davids, nachdem die Israeliten reichlich für den Bau des Tempels in Jerusalem gespendet hatten, bekannte der König, dass alles von Gott gekommen war. Daraufhin segnete der König den Herrn in Gegenwart des Volkes:
    Gepriesen seist du, HERR, der Gott Israels, unseres Vaters, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dein, HERR, ist die Größe und die Macht und die Herrlichkeit und der Sieg und die Majestät; denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, ist dein. Dein ist das Reich, HERR, und du bist erhaben über alles. Reichtum und Ehre kommen von dir, und du herrschst über alles. Und nun danken wir dir, unser Gott, und preisen deinen herrlichen Namen. Aber wer bin ich, und was ist mein Volk, dass wir so bereitwillig opfern können? Denn alles kommt von dir, und von dir selbst haben wir dir gegeben. . . Herr, unser Gott, all dieser Reichtum, den wir dir zur Verfügung gestellt haben, um deinem heiligen Namen ein Haus zu bauen, kommt aus deiner Hand und ist dein Eigentum … Herr, der Gott Abrahams, Isaaks und Israels, unserer Väter, bewahre für immer solche Absichten und Gedanken in den Herzen deines Volkes und richte ihre Herzen auf dich. (1. Chronik 29:10-18)
    Dann forderte David die Versammlung auf, den Herrn zu segnen, und das Volk verneigte sich und huldigte ihm (1. Chronik 29,20). Nur wenige Momente in der stürmischen Geschichte Israels haben jemals das übertroffen, was an diesem Tag in Jerusalem geschah, als das Volk einmütig den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs segnete. Aber dieser Tag wird für immer in den Schatten gestellt werden, wenn sie schließlich den heiligen Namen ihres Messias Jesus segnen und ihn, wie einst der zweifelnde Thomas, mit diesen Worten anrufen: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh. 20:28).

    Paul R. Wilkinson – Israel: Das Erbe Gottes