Schlagwort: Kindererziehung

Eltern gehorchen ?

Ihr Kinder, gehorchet euren Eltern im Herrn, denn das ist recht.
Elberfelder 1871 – Epheser 6,1

Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern! So möchte es der Herr, dem ihr gehört; so ist es gut und richtig.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Epheser 6:1

 Ihr Kinder, gehorcht euern Eltern, denn ihr steht in des Herrn Gemeinschaft!* Ein solcher Gehorsam ist recht und billig – er entspricht dem Willen Gottes.
Ludwig Albrecht – Eph 6,1

Ihr Kinder, seid euren Eltern gehorsam, weil ihr ja auch zu Jesus, dem Herrn, gehört. Denn so ist es richtig und gerecht.
Das Buch – 2009 – Eph 6:1

Gehorsam – nicht gern gehört – weder jetzt noch in der Vergangenheit. Aber da die Familie das Werkzeug Gottes für den Menschen ist, muß es eine Führung geben – und diese Führung kann nur dann gut funktionieren, wenn die Eltern die Maßstäbe Gottes lieben und IHN ehren.
Den folgenden Vers hatten wir schon einmal

Ein dem Geist unterstelltes Leben (Eph 5,18) ist auch für eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern nötig. Die Wendung „in dem Herrn“ bedeutet nicht, daß die Kinder nur dann gehorchen müssen, wenn die Eltern Christen sind. Wie aus Kol 3,20 ganz klar hervorgeht, ist der Gehorsam eines Kindes gegenüber seinen Eltern Gott wohlgefällig, weil ein solches Verhalten recht (dikaion) ist, d. h., daß das Prinzip des kindlichen Gehorsams für die ganze menschliche Gesellschaft Gültigkeit hat. Zur Unterstützung dieser These ( Eph 6,2 a.3) zitiert Paulus das fünfte Gebot ( 2Mo 20,12; 5Mo 5,16). Nach den Worten des unmittelbar anschließenden Nebensatzes ist dies das erste Gebot, das eine Verheißung hat. In Wirklichkeit handelt es sich hier jedoch um das zweite Gebot, das eine Verheißung hat (vgl. 2Mo 20,6).
Manche Exegetensind der Ansicht, daß Paulus hier meinte, es sei das erste Gebot, das Kinder lernen müssen. Doch das ist unrichtig; auch Kinder müssen zuallererst das erste, nicht das fünfte der zehn Gebote lernen. Es ist also wahrscheinlicher, daß Paulus sagen wollte, daß dieses Gebot insofern das „erste“ sei, als es sich bei ihm um ein „vorrangiges“ Gebot handelt, d. h. daß es für Kinder von besonderer Bedeutung ist und als solches für die Kinder eine Verheißung hat. Die Verheißung für die Kinder, die ihren Eltern gehorsam sind, lautet, daß es ihnen wohl gehen werde und sie lange leben auf Erden. Darin steckt das allgemeine Prinzip, daß Gehorsam zu Selbstdisziplin führt, die wiederum Stabilität bewirkt und somit die Aussicht auf ein langes Leben schenkt. (Umgekehrt ist es unwahrscheinlich, daß ein undisziplinierter Mensch lange leben wird. Ein Israelit, der seinen Eltern ständig ungehorsam war, besaß also nicht das Privileg, sich eines langen, gesunden Lebens im Land Israel zu erfreuen. Ein Beispiel dafür waren Elis Söhne Hofni und Pinhas; 1Sam 4,11.) Obwohl diese Verheißung Israel im Alten Testament gegeben worden war, hatte sie ihre Gültigkeit zur Zeit des Paulus ebensowenig verloren wie heute.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Die ausführlichsten Angaben des Apostels Paulus über die Pflichten der verschiedenen Mitglieder eines Haushalts (einschließlich der Sklaven) finden wir in Kolosser 3,18 bis 4,1 und Epheser 5,22 bis 6,9. Aber auch Texte wie 1. Timotheus 2,1–15; 5,1.2; 6,1.2.17–19; Titus 2,1 bis 3,8 und 1. Petrus 2,13 bis 3,7 enthalten zu diesem Thema Aussagen, die im Ton und in der Struktur ähnlich sind. Solche Haustafeln waren nicht auf das Neue Testament beschränkt, sondern zu jener Zeit in der Ethikliteratur durchaus verbreitet. Der Unterschied zwischen ihnen liegt darin, dass sie in der Bibel von christlichen Gesichtspunkten geprägt sind.
Nach der Aufzählung der Pflichten der Männer und Frauen kommt Paulus in Epheser 6,1–4 zu denen der Eltern und Kinder. Und wie seine Anweisungen eine hohe Meinung von der Ehe widerspiegeln und viel dazu beitrugen, den Frauen mehr Rechte zu geben, so stellte er auch die Kinder auf eine höhere Ebene. Die meisten von uns wissen gar nicht, wie nachhaltig sich das Christentum auf unsere Sicht von Frauen und Kindern ausgewirkt hat, weil wir in einer Umwelt leben, die sich durch biblische Wertvorstellungen in großem Umfang verändert hat. Man braucht nur die Zeitumstände näher zu betrachten, in der Paulus seine Briefe schrieb, um den Gegensatz festzustellen.
In seiner Zeit hatten traditionelle römische Vorstellungen vom Familienleben und von der Erziehung in hohem Maße Einfluss auf die griechisch-römische Welt genommen. In der römischen Kultur hatte der Vater eine fast absolute, legale Macht über die Glieder seines Haushalts, wie aus den Erklärungen von Dionysius von Halicarnassus hervorgeht. Er schrieb: „Die römische Gesetzgebung gab dem Vater praktisch die volle Macht über seinen Sohn: Wenn er es für richtig hielt, konnte er ihn einkerkern, geißeln oder in Ketten legen lassen; er konnte ihn auf den Feldern arbeiten lassen oder ihn töten; und das selbst dann, wenn der Sohn bereits am öffentlichen Leben teilnahm, zu den höchsten Richtern gehörte oder wegen seines Eifers für das [römische] Reich gefeiert wurde.“
Darüber hinaus hatte der pater familias (der regierende Vater) eines römischen Haushalts die Macht, ein ungewolltes, neugeborenes Kind den Elementen auszusetzen, missgebildete Kinder ertränken zu lassen oder unerwünschte Töchter als Sklavinnen zu verkaufen. Erst sein Tod beendete die Herrschaft des Vaters über seine Kinder.
Die Juden waren den Römern in ihrer Einstellung gegenüber Kindern weit voraus, aber auch sie waren nicht so fortschrittlich, wie sie hätten sein sollen. Das zeigt sich z. B. in den Aussagen des apokryphen Buches Jesus Sirach, wo es in Kap. 30 heißt: „Wer seinen Sohn liebt, gibt ihm häufig den Stock zu spüren“ (V. 1 GNB, vgl. V. 12), und den Vätern geraten wird, nicht mit ihren Söhnen zu spielen, keine Scherze mit ihnen zu machen oder sie zu verhätscheln (siehe V. 7–10).
Die Prinzipien, die sich im Leben Jesu zeigen (siehe Mt 19,13–15) und in den Schriften des Neuen Testamentes ausgeführt werden, haben allmählich die Ansichten der Gesellschaft über Kinder und deren Erziehung verändert. Paulus war ein Vorreiter davon. Schon die Tatsache, dass er den Kindern einen Abschnitt widmet, zeigt, dass sie in der christlichen Familie der damaligen Zeit einen Platz hatten. Sicher hatten die Aussagen Jesu dazu beigetragen, der gesagt hatte: „Wer solch ein Kind mir zuliebe aufnimmt, der nimmt mich auf“ (Mt 18,5 GNB) oder: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht daran; denn für Menschen wie sie steht Gottes neue Welt offen.“ (Mk 10,14 GNB)
Paulus gibt zunächst und ausführlicher den Kindern Ratschläge. Er fordert sie auf: Gehorcht euren Eltern im Herrn. Beachten wir: Das sagte er nicht zu Frauen. In dem, was er den Kindern sagt, liegt ein autoritärer Ton, der in seinen Ermahnungen an die Frauen fehlt.
Doch selbst dieser Gehorsam sollte nicht so unbegrenzt sein, wie man zunächst meinen kann, wenn man Kolosser 3,20 liest („Gehorcht euren Eltern in allem.“ EB). Er sollte im Herrn geschehen. Das ist eine wichtige Einschränkung, weil nicht alle Eltern Christen waren und nicht alle Gläubige mit ihren Anweisungen, die sie ihren Kindern gaben, im Recht waren. Im Herrn zu gehorchen signalisierte die Tatsache, dass man auch in der Familie „Gott mehr gehorchen [muss] als Menschen“ (Apg 5,29). Wenn also ein Elternteil sein Kind auffordert, zu stehlen oder die Gebote Gottes in anderer Weise zu übertreten, ist es die Pflicht des Kindes aufgrund dieses Prinzips, sich zu weigern, sofern es dazu bereits reif genug ist.
Doch der Apostel ist anscheinend überzeugt, dass solche Situationen in einem christlichen Haushalt selten vorkommen. Er gibt drei Gründe dafür an, warum Kinder ihren Eltern gehorchen sollen. Erstens: Denn das ist recht. Paulus sieht das sicher richtig, denn in einer Gesellschaft, in der Kinder aufhören, ihren Eltern zu gehorchen, bricht jegliche Ordnung zusammen, weil die Familie das Fundament der Gesellschaft ist. An anderen Stellen bewertet Paulus Ungehorsam den Eltern gegenüber als das Zeichen einer dekadenten Kultur (siehe Rö 1,28–30; 2 Tim 3,1.2). In Kolosser 3,20 äußert er sich ausführlicher als in seiner Aussage in Epheser 6,1. Dort schreibt er: „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem, denn dies ist wohlgefällig im Herrn.“

George R. Knight – Der Brief an die Epheser

Wenn der Schreiber die Kinder direkt anspricht und zum Gehorsam »im Herrn« auffordert, zeigt das, daß er an christliche Kinder denkt. Kinder müssen ihren Eltern gehorchen (V. 1) und Vater und Mutter ehren (V. 2). »Gehorchen« (hypakoùo) heißt, das Ohr neigen, sich unterordnen und Anweisungen annehmen. Im Fall von Frau und Ehemann (5,22) ordnet sie sich unter (hypotàsso, was eine Frage göttlicher Ordnung ist. Bezeichnenderweise wird dieses Wort auch vom Herrn verwendet in Luk 2,51.) Solcher Gehorsam ist »im Herrn«, womit nicht allein der Beweggrund genannt ist: damit, daß man Christus als Herrn bekannt hat, wird die Loyalität Ihm gegenüber auch zu einem Schutz. Paulus fügt hinzu: »…denn das ist recht« (dikaion, recht, gerecht). Wo die Menschen nur das Licht der Natur besaßen, weder von Gottes Gnade noch vom fünften Gebot wußten, wurde dennoch Ungehorsam gegenüber den Eltern verurteilt (Röm 1,30). Die Richtigkeit dieses Gehorsams ist dem Mensch ins Herz geschrieben, was die Schuld des Ungehorsams gegenüber den Eltern in diesen letzten Tagen (2.Tim 3,2) um so größer macht. Das christliche Kind gehorcht nicht allein im Herrn, sondern hat auch das Beispiel des Herrn selbst, dem es nacheifern soll (Luk 2,51). In der Parallelstelle in Kol 3,20 lautet die Begründung: »denn dies ist wohlgefällig im Herrn.«

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Auch wenn es alt wird, wird es ihn nicht verlassen

Erziehe den Knaben seinem Wege gemäß; (O. seiner Weise (d. h. der Natur des Knaben) angemessen) er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird.
Elberfelder 1871 – Sprüche 22,6

Erzieh den jungen Mann am Anfang seines Weges; selbst wenn er alt wird, weicht er nicht davon ab.
Die Philippson-Bibel – Sprüche 22:6

Bring einem Kind am Anfang seines Lebens gute Gewohnheiten bei, es wird sie auch im Alter nicht vergessen.
Gute Nachricht Bibel – Spr. 22,6

Gewöhne den Geschmack dem Knaben an auf Grund seiner Beschäftigung; auch wenn er ein Greis geworden sein wird, wird er nicht davon weichen.
Pfleiderer Übersetzung – Spr 22:6

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Mir wurde klar: Verheißungen Gottes, die in der Bibel stehen, sind keine „Wenn-dann“-Aussagen, sondern vielmehr biblische Prinzipien. Grundsätzlich gültige Wahrheiten. Ein klassisches Beispiel ist dieser Grundsatz: „Bring dein Kind schon in jungen Jahren auf den richtigen Weg, dann hält es sich auch im Alter daran“ (Sprüche 22,6). Klingt sehr geradlinig. Es funktioniert aber nicht nach dem Muster „Wenn-dann“. Denn uns allen ist klar, dass Kinder eigene Entscheidungen treffen. Die Wirklichkeit zeigt tausendfach, dass da kein Automatismus ist. Der Satz „Erziehe dein Kind … dann …“ ist also kein Versprechen, sondern beschreibt, wie es im Grundsatz läuft: Denn wenn ich meinem Kind gar nichts von Gott und seinen guten Maßstäben erzähle oder vorlebe, dann wird es ihm später schwerer fallen, nach Gottes Maßstab gute Entscheidungen zu treffen. 
Genauso ist es nun auch bei den Zusagen von Heilung, Bewahrung, Hilfe, Segen. Es sind geistliche Grundmuster: Sie wollen sagen: So gelingt das Leben. Gott vertrauen, ihm gehorchen, auf ihn erwartungsvoll warten, an seiner Hand mutig vorwärts gehen ist grundsätzlich der richtige Weg. Aber diese Sätze lassen sich nicht nach Belieben herauspicken und ohne Gottes persönliches Wort in jede Situation „anwenden“. Sonst könnten wir ja Gott damit manipulieren, dann auch so handeln zu müssen, wie wir denken, dass es hier richtig wäre. Aber er ist Gott und hat den Überblick und wir nicht.

Faszination Bibel 1/2020

Sprüche 22:6 ist ein religiöser „Hasenfuß“, auf den sich viele besorgte Eltern und Großeltern verzweifelt berufen, wenn ihre Kinder vom Herrn abkommen: „Erziehe ein Kind in dem Weg, den es gehen soll, und wenn es alt ist, wird es nicht davon abkommen.“ Sie interpretieren dies so, dass es heißt: „Sie werden eine Zeit lang abirren, aber dann wieder zurückkommen“, aber das ist nicht das, was hier steht. Es heißt, dass sie, wenn sie in der Weisheit und dem Weg des Herrn erzogen werden, überhaupt nicht vom Weg abkommen werden. Selbst im hohen Alter werden sie der Weisheit Gottes folgen.
(- In The New American Commentary übersetzt Duane A. Garrett den Vers: „Erziehe ein Kind so, wie es sich für ein Kind gehört, und selbst wenn es alt wird, wird es sich nicht davon abwenden“ (Nashville: Broadman Press, 1993), Band 14, 188. Siehe auch die Erklärung von Gleason Archer in The Encyclopedia of Bible Difficulties (Grand Rapids: Zondervan, 1982), 252-53. Wir wissen nicht, wie viel geistliche Unterweisung Salomo von seinem Vater David erhielt, aber als Salomo alt war, wandte er sich vom Herrn ab (1 Könige 11,1-8). Einige Studenten sind der Meinung, dass Prediger sein „Glaubensbekenntnis“ ist, das er nach seiner Rückkehr zum Herrn schrieb, aber das Buch sagt das nicht, und es ist nicht klug, darüber zu spekulieren. -)

Sicherlich ist es wahr, dass Kinder, die in der Obhut und Ermahnung des Herrn erzogen werden, von Gott abweichen können, aber sie können sich niemals von den Gebeten ihrer Eltern oder dem Samen, der in ihre Herzen gepflanzt wurde, lösen. Die Eltern sollten niemals verzweifeln, sondern weiter beten und darauf vertrauen, dass Gott ihre missratenen Kinder wieder zur Vernunft bringt. Aber das ist nicht das, wovon Sprüche 22:6 spricht. Wie die anderen Sprichwörter gibt er keine unumstößliche Garantie, sondern legt einen allgemeinen Grundsatz fest.

Im Herbst 1993 ersetzten wir eine Pin-Eiche, die ein Tornado aus unserem Vorgarten gerissen hatte, und die Baumschuler befestigten drei Abspanndrähte am Stamm des neuen Baumes, um sicherzustellen, dass er gerade wachsen würde. Außerdem befestigten sie Metallstangen an zwei Ästen, die nach unten und nicht gerade nach außen wuchsen. Wenn man diese Dinge nicht tut, solange der Baum noch jung und biegsam ist, wird man es nie schaffen, ihn zu fällen. „Wie der Zweig gebogen ist, so ist der Baum geneigt“, sagt ein altes Sprichwort, eine Paraphrase von Sprüche 22:6.

Gott hat bestimmt, dass Eltern älter und erfahrener sind als ihre Kinder und deshalb ihre Kinder liebevoll leiten und sie auf das Erwachsenenleben vorbereiten sollen. Wenn eines ihrer Kinder als Faulpelz (10:5), Vielfraß (28:7), Hurenbock (29:3), Rebell (19:26; 20:20; 30:11-12, 17vgl. Dtn 21,18-21) und Räuber (28,24) werden, dann trotz und nicht wegen der Erziehung durch die Eltern.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series

Die Familiengeschichte Isaaks geht weiter: „Und Isaak hatte Esau lieb, denn Wildbret war nach seinem Mund; Rebekka aber hatte Jakob lieb“ (1 Mose 25,28). Die Unterschiedlichkeit der beiden Brüder hätte größer nicht sein können. Das ist für Eltern manchmal eine große Herausforderung. Sie sollen die Kinder ihrem „Weg entsprechend“ erziehen (Spr 22,6), das bedeutet, das Wesen jedes Kindes individuell zu berücksichtigen und darauf einzugehen. Zugleich sollen die Kinder gerecht behandelt werden; keins sollte von einem Elternteil bevorzugt behandelt werden. Das fällt uns oft nicht leicht, da wir uns – wie Isaak – gern von unserem natürlichen „Geschmack“ leiten lassen. Wenn wir als Eltern nicht geistlich mit den Unterschieden unserer Kinder umgehen, dann besteht die Gefahr, dass die Unterschiedlichkeit der Kinder unsere Ehe und Familie aus dem Gleichgewicht bringt.
Mit den natürlichen Unterschieden der Kinder müssen Eltern geistlich umgehen.
Gläubige Eltern haben die Aufgabe, ihre Kinder in der Zucht und Ermahnung des Herrn zu erziehen (Eph 6,4). Oberstes Ziel sollte dabei sein, dass „Christus in ihnen Gestalt gewinnt“ (Gal 4,19). Natürliche Unterschiede sind gottgewollt und lassen sich nicht aufheben. Wichtig ist nur, dass wir als Gläubige keine menschlichen Ideale hegen, sondern unsere Identität und die unserer Kinder in Christus suchen. Sympathie und Antipathie spielen dann eine untergeordnete Rolle. Und „Lieblingskinder“ gibt es dann auch nicht.

Im Glauben leben 2017

Das ist möglicherweise der am besten bekannte Vers in den Sprüchen zum Thema Kindererziehung. Die anderen Verse dazu (Sprüche 13,24;19,18;22,15;23,13-14;29,17 ) beziehen sich alle auf die Zucht. Das hebr. Wort für erziehen (HAnaK) bedeutet weihen oder hingeben. Es wird für die Einweihung eines Hauses (5Mo 20,5), des Tempels (1Kö 8,63; 2Chr 7,5) und eines Bildes gebraucht (Dan 3,2). Das Nomen HAnukkCh meint die Weihung eines Altars (4Mo 7,10; 2Chr 7,9) und die Weihung der Mauern Jerusalems (Neh 12,27). Nur in Sprüche 22,6 wird das Verb mit „erziehen“ übersetzt. (AnaK umfaßt wohl auch, daß etwas beiseite gelegt oder gesetzt, eingeschränkt oder eingegrenzt oder eingezäunt wird. Der Begriff wird bisweilen in dem Sinne von „Anfang“ oder „Aufbruch“ gebraucht. Die Erziehung eines Kindes schließt die „Abgrenzung“ des kindlichen Wandels von der Bosheit und die Hinführung zur Gottesfurcht ein. Die Eltern lassen das Kind in die richtige Richtung aufbrechen. Gleason L. Archer hat festgestellt, daß dieses hebr. Verb dem ägyptischen H-n-k gleicht, das „den Göttern übergeben“ oder „etwas zum Dienst für die Götter hinstellen“ bedeutet. Er nimmt an, daß in Vers 6 damit „die folgenden Bedeutungen möglich wären: >Weihe das Kind dem Herrn< ; >Bereite das Kind auf seine zukünftigen Verpflichtungen vor< ; oder >Erziehe das Kind für die Zeit seines Erwachsenseins< “ (Encyclopaedia of Bible Difficulties, Grand Rapids, 1982, S. 252).
Die Wendung den Weg, den er gehen soll heißt wörtl.: „auf den Mund seines Weges“. „Auf dem Mund von“ ist ein hebr. Idiom und bedeutet „gemäß“ oder „in Übereinstimmung mit“. Ein Knecht reagierte „auf den Mund von“ oder auf den Befehl seines Herrn. Aber was bedeutet „der Weg“? Die Ausleger haben das verschieden ausgelegt. Ist damit gemeint, der Weg, den er gehen sollte, und zwar entweder beruflich oder ethisch? Oder bezieht es sich, wie andere Ausleger angenommen haben, auf die Erfordernisse seiner Persönlichkeit, seines Wandels oder seines Lebensabschnittes? Da „Weg“ in den Sprüchen nicht die Persönlichkeit eines Menschen oder einen Lebensabschnitt meint, nimmt man wohl besser an, daß mit „Weg“ der rechte Weg gemeint ist, der Pfad des weisen, gottesfürchtigen Wandels, der in den Sprüchen so oft hervorgehoben wird – im Grunde der Weg der Weisheit. Von diesem rechten Verhalten eines gottesfürchtigen Lebenswandels wird er sich nicht abwenden, wenn er alt ist, d. h. wenn er erwachsen geworden ist.
Manche Eltern haben nun versucht, diesen Weg zu beschreiten, haben aber damit nicht immer Erfolg gehabt. Ihre Kinder haben von der Erziehung zur Gottesfurcht seitens ihrer Eltern Abstand genommen. Dadurch wird der Charakter eines „Spruches“ veranschaulicht. Ein Spruch ist ein Sinnspruch im literarischen Gewand, durch den eine allgemeine Wahrheit auf eine besondere Situation angewandt wird. Viele der Sprüche enthalten keine absolute Gewähr, denn sie bringen Wahrheiten zum Ausdruck, die notwendigerweise durch die obwaltenden Umstände bestimmt werden. So sind z. B. die Verse 3-4.9.11.16.29 keine Verheißungen, die zu jeder Zeit verbindlich sind. Die Sprüche sind zwar im allgemeinen und gewöhnlicherweise wahr, aber es kann ab und zu auch Ausnahmen geben. Das mag durch den Eigenwillen eines Menschen oder seinen vorsätzlichen Ungehorsam der Fall sein, daß er sich dafür entschieden hat, seinen eigenen Weg zu gehen – den Weg der Torheit anstatt den Weg der Weisheit (vgl. V. 15 und den Kommentar dort). Dafür wird er zur Verantwortung gezogen. Es trifft aber dennoch im allgemeinen zu, daß die meisten Kinder, die unter dem Einfluß gottesfürchtiger Eltern, die Gottes Maßstäbe lehren und selbst leben (vgl. Eph 6,4), in einem christlichen Elternhaus aufwachsen, weiter diesen Weg gehen.

John F. Walvoord u. Roy B. Zuck – Die Bibel erklärt und ausgelegt

Sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften bilden sich bereits in der Kindheit aus. Ein Sprichwort sagt: „Jung gelernt, alt getan.“ Daher ist eine sorgfältige Erziehung unerlässlich und muss unbedingt unter Beachtung der Natur des Kindes erfolgen: „seinem Weg entsprechend“.
Jedes Kind hat andere Fähigkeiten, andere Neigungen und andere Schwächen. Weise Eltern erkennen das und berücksichtigen es bei der Erziehung. Es kann sein, dass ein Kind mehr Zucht braucht als ein anderes. Ein zaghaftes, schüchternes Kind kann man nicht mit denselben Aufgaben betrauen wie ein keckes, selbstbewusstes; dieses muss dafür öfter mal „gedeckelt“ werden. Ein krankes Kind ist anders zu behandeln als ein gesundes, und ein intelligentes anders als ein weniger begabtes. Um bei alledem gerecht zu bleiben, muss uns Gott zu Hilfe kommen.
Es gibt nicht viele Beispiele im Alten Testament, die diesen Vers bestätigen. Im Gegenteil: Bei vielen Lebensbeschreibungen finden wir im Alter ein Abweichen von dem guten Weg. Sogar bei Salomo, dem Verfasser dieses Verses. Lag es an der Erziehung? Oder an den äußeren Umständen? Auf jeden Fall war die sündige Natur tätig. Positive Beispiele sind aber Mose und Samuel. Sie erhielten offenbar eine gute Erziehung in frühester Kindheit und waren bis ins hohe Alter treu. (- 2. Mo 2,7–10; 4. Mo 12,7; Samuel: 1. Sam 1,22–24; 7,15–17. -)

Leben in Weisheit: Das Buch der Sprüche Vers für Vers praxisnah erklärt

gottesfürchtige Eltern werden sich freuen, wenn

Hoch frohlockt der Vater eines Gerechten; und wer einen Weisen gezeugt hat, der freut sich seiner. Freuen mögen sich dein Vater und deine Mutter, und frohlocken, die dich geboren!
Elberfelder 1871 – Sprüche 23,24–25

Laut jubelt der Vater eines Gerechten, und wer einen Weisen gezeugt hat, der kann sich über ihn freuen.
Es mögen sich dein Vater und deine Mutter freuen, es juble die, die dich geboren hat.
Die Philippson-Bibel – Sprüche 23:24–25

Dies sind Unterweisungen für Kinder über rechte Familienbeziehungsverhältnisse. Diese Prinzipien stammen vom fünften Gebot ab (2.Mose 20,12) und werden auch von der unterscheidenden Beobachtung der Weisen von einträchtigen und erfreulichen menschlichen Beziehungen gestützt.

Reformations-Studien-Bibel

Wir verstehen heute V. 26 (aus dem Zusammenhang herausgelöst) als eine direkte Aufforderung Gottes an den Menschen. Eigentlich ist es die Aufforderung des Lehrers an seinen Schüler: »Gib mir deine Aufmerksamkeit und folge meinem Beispiel!«

Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel

Muss ein Kind, das erwachsen geworden ist, noch auf die Ratschläge seiner Eltern achten? Gewiss, wenn wir den 22. Vers lesen. Das gehört zur Ehre, die ihnen zusteht, und woran das Alter oder die Reife nichts ändert. Es ist eine Freude für christliche Eltern bei ihren erwachsenen Kindern die Frucht ihrer Erziehung zu sehen (Verse 15,16,24: und welche Bedeutung bekommt der 24. Vers, wenn wir ihn auf die Freude anwenden, die der Vater in seinem vielgeliebten Sohn, dem Gerechten und Weisen im wahrsten Sinn des Wortes, gefunden hat: Matthäus 3,17). Aber vor allen andern, selbst vor unseren Eltern, ist es der Herr, der Anrechte auf uns hat. „Gib mir, mein Sohn, dein Herz“, sagt Er zu jedem (Vers 26). Ich verlange nicht zuerst einen gewissen Teil deiner Güter oder deiner Zeit, sondern deine Zuneigungen. Das Übrige wird folgen. Wenn du mir dein ganzes Herz gibst – sagt der Herr Jesus – gibst du mir nur das zurück, was mir gehört, denn es ist mein Lohn, den ich mir auf Golgatha so teuer erworben habe.

Jean Koechlin – Ährenlese im Alten Testament – Sprüche

Vers 24 ist ein weiterer Beweis dafür, daß in den Sprüchen die Weisheit (vgl. V. 15 ) in Gottes Augen mit Gottesfurcht oder Gerechtigkeit gleichzusetzen ist. Interessanterweise wird das hebr. Wort gIl sowohl mit hat große Freude als auch mit frohlocken übersetzt, und RAmaH wird mit freut sich und ist fröhlich wiedergegeben. Von dem Vater wird gesagt, daß er dem Sohn das Leben gegeben hat (V. 22 ), und die Mutter hat den Sohn geboren. Ein weiser, gottesfürchtiger Wandel im Gehorsam gegenüber der Zucht der Eltern ist nicht nur zum Vorteil für das Kind; auch für die Eltern ist es wohltuend.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Die Bibel ist das wichtigste Lehrbuch im Haushalt. Früher war sie das grundlegende Lehrbuch im Bildungssystem, aber selbst wenn das immer noch so wäre, kann die Bibel in der Schule die Bibel zu Hause nicht ersetzen. Ich stelle fest, dass viele moderne Eltern Zeit und Geld opfern, um ihren Kindern zu helfen, sich in Musik, Sport und sozialen Aktivitäten auszuzeichnen; ich vertraue darauf, dass sie noch mehr darauf bedacht sind, dass ihre Kinder sich darin auszeichnen, das Wort Gottes zu kennen und ihm zu gehorchen.

Alle Eltern sollten beten und daran arbeiten, dass ihre Kinder geistliche Weisheit haben, wenn die Zeit kommt, dass sie das Haus verlassen. „Ein weiser Sohn macht einen Vater froh, aber ein törichter Sohn ist der Kummer seiner Mutter“ (10:1, NKJV; siehe 15:20; 23:15-16, 24-25; 27:11; 29:3). „Ein weiser Sohn hört auf die Unterweisung seines Vaters, aber ein Spötter hört nicht auf die Zurechtweisung“ (13:1, NKJV). In meinem seelsorgerlichen Dienst musste ich oft den Kummer von Eltern und Großeltern teilen, deren Kinder und Enkel sich vom Wort Gottes und dem gottgefälligen Beispiel im Elternhaus abgewandt haben. In einigen Fällen kamen die Kinder wie der verlorene Sohn „zu sich“ und kehrten zum Herrn zurück, aber sie brachten Erinnerungen und Narben mit, die sie für den Rest ihres Lebens quälten.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series Sprüche

„das Gebot ist eine Leuchte“

Denn das Gebot ist eine Leuchte, und die Belehrung ein Licht; und die Zurechtweisung der Zucht sind der Weg des Lebens:

Elberfelder Bibel 1905 – Sprüche 6,23

Denn das Gebot und die Lehre sind ein Licht, das deinen Weg erhellt. Die Korrektur durch die Zurechtweisung ist der Weg zum Leben.

Neues Leben – Bibel 2006 – Spr 6,23


Was Vater und Mutter dir beibringen, ist wie eine helle Lampe für deinen Weg. Wenn sie dich ermahnen und zurechtweisen, leiten sie dich an zu einem erfüllten Leben.

Gute Nachricht Bibel – Spr 6,23–24

Denn die Erziehung deiner Eltern ist wie ein Licht, das dir den richtigen Weg weist; ihre Ermahnungen eröffnen dir den Zugang zu einem erfüllten Leben.

Hoffnung für Alle – Spr 6,23

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Das Gebot („Mizwa“) und die Lehre („Thora“) sind hier die elterlichen Lehren oder vielleicht die Weisheitslehren im Allgemeinen. In der traditionellen jüdischen Lesart sind sie Gottes Gebote und seine Tora.

Die jüdische Studienbibel

Auch der Weg ist ein alttestamentliches Bildwort, das Jesus auf sich bezieht (Johannes 14,6). Das Bild vom Weg kommt in der hebräischen Bibel häufig vor, es steht für den Willen Gottes als richtigem Weg (5. Mose 5,32-33; Psalm 27,11). Das Ziel von Gottes Weg ist das Leben (Psalm 16,11), und dieses findet man auf dem Wege der Gebote (Sprüche 6,23; 10,17). Jesus würde dieser Sicht nicht widersprechen, aber damit ist noch zu wenig gesagt: Der Weg zum Leben ist zuallererst er selbst. Hinzu kommt noch die Wahrheit – auch sie besteht in Jesus. Wahrheit ist eigentlich eine Eigenschaft Gottes; er ist voller „Gnade und Wahrheit“ (2. Mose 34,6). Diese Wesensart Gottes ist – so stellt es das Johannesevangelium gleich am Anfang fest – in niemand anderem als Jesus zu finden (1,17). Gnade und Wahrheit ist also eine göttliche Kombination, die sich in Jesus erfüllt, und ebenso ist es mit der Kombination von Weg und Leben. Jesus ist Weg, Wahrheit und Leben in Person – und konzentriert so alle alttestamentlichen Erwartungen auf sich selbst.

Faszination Bibel 1/2019 – Mathias Nell

Die Weisung der Eltern vermittelt Wegweisung, Schutz (vgl. Sprüche 2,11 ) und Rat ( Sprüche 6,22 ). Die Lehre sollte aus dem Gesetz Gottes erfolgen, denn die Gebote der Eltern sollten wie das Wort Gottes eine Leuchte und ein Licht sein, die auf den Weg eines Menschen scheinen ( Ps 119,105 ). Zucht (vgl. Sprüche 1,2.7 ) ist zwar schmerzhaft (vgl. Hebräer 12,11 a), aber sie hält den Menschen auf dem richtigen Weg und führt ihn den Weg des Lebens .

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Sind deine Eltern geistige Vorbilder? Kannst du ihrem Vorbild folgen?
Ich denke gern an meine Kindheit, wo es ein „Studierzimmer“ gab, in dem mein Vater oft die Bibel las und viele Bibellexica standen. Oder an meine Großeltern, die viel und gern die Bibel lasen, und neben ihrer Arbeit viel Zeit für Gott reserviert hatten. Noch heute schaue ich gern in die Bibliothek, deren Grundstock ich von meinem Opa geerbt habe. Ja, viele Bücher sind „überholt“, dass heißt hinter der Auslegung von verschiedenen Bibelversen steht heute keiner mehr, das ändert aber nichts an dem Grundinhalt: Gottes Wort ist wahr und bleibt Wahrheit! Deshalb: halte dich an Gottes Wort die Bibel – und verlasse jede Form von Religion. Nur durch eine direkte Beziehung mit Jehovah kannst du Freude finden.

Tierliebe?

Gestern wieder einmal einen traurigen Artikel über Schwäne gelesen – der SWR berichtete:

Neuwied
Jugendliche erschlagen brütenden Schwan
Zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren haben am Steinsee in Neuwied einen brütenden Schwan erschlagen. Nach Angaben der Polizei vom Mittwoch zerbrach auch eines der beiden Eier. Das Küken starb.

Mit einem anderthalb Meter langen Ast hätten die Jugendlichen auf das Nest eingeschlagen. Ein Fußgänger habe die Tat am Dienstag beobachtet und die Polizei gerufen.

Die Täter hätten angegeben, sich von dem brütenden Schwan bedroht gefühlt und ihn deswegen erschlagen zu haben. Gegen sie wurde Strafanzeige wegen Tierquälerei erstattet.

Das zweite, unbeschädigte Ei brachten die Beamten in einen privaten Haushalt. „Dort steht ein Brutkasten zur Verfügung, und die Privatleute wollen sich des Kükens annehmen“, sagte eine Polizeisprecherin.

in einem anderen Bericht zur selben Tat wurde geschrieben, dass die Eltern total überrascht waren, über die Untat ihrer Kinder. Ähnliches Vorgehen gegen Schwäne hatte Venaliso auf ihrer Website berichtet. Wo ist die Tierliebe?? Ist man Aufgrund des verlorenen Glaubens an ein höheres Wesen so brutal?
Aber auch diejenigen, die nicht an einen Gott glauben und damit keinem Rechenschaftspflichtig sein wollen… sollten vielleicht von klein auf mit ihren Eltern Enten und Schwäne füttern gehen dürfen – um so eine natürliche Bindung zur Natur zu entwickeln. Dabei würden auch viele Missverständnisse durch andere Tierliebhaber ausgeräumt….

Liebesromane etwas für dich?

Ist es nicht nur Zeitvertreib, leichte Liebesromane zu lesen?

heute bei wissenschaft.de gefunden:

Psychologin warnt von Groschenheften

Graf Benno beugte sich zu Angelika herab, nahm sie behutsam in seine kräftigen Arme und sah der jungen Frau tief in die Augen. „Willst Du meine Frau werden?“, flüsterte der Graf. „Oh ja, ich will“, hauchte Angelika zurück.
Ähnliche Passagen finden sich in vielen Liebesromanen und ganz besonders in sogenannten Groschenheften, die vor allem von Frauen gelesen werden.

Was die nicht ahnen: Die leichte Lektüre könnte ihnen das Leben schwer machen. Zu diesem Ergebnis kommt man, wenn man einer Untersuchung der britischen TV-Psychologin und Partnerschaftsberaterin Susan Quilliam glaubt. Sie sagt: „Viele der Probleme, denen wir in der Praxis begegnen, sind von romantischer Fiktion beeinflusst.“ Die Liebesromane, die mit der immer gleichen Handlung in immer neuen Variationen daherkommen, vermittelten Frauen ein idealisiertes Bild von Beziehungen. Durch die verzerrte Realität sei das Scheitern der realen Beziehungen vorprogrammiert. Besonders stößt Quilliam auf, dass bloß in einem von zehn Liebesromanen das Benutzen von Kondomen beim Sex beschrieben werde.
Nun kennt der Verfasser dieser Zeilen zahlreiche Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, die gerne zu Liebesromanen greifen, wenn sie abschalten wollen, und dennoch mit beiden Beinen fest in der Wirklichkeit verwurzelt sind. Könnte es sein, dass Neid auf die Auflagenzahlen Sexratgeber-Autorin Susan Quilliam die Feder geführt hat?

wissenschaft.de – Hans Groth

Was bedeutet FSK-12 ??

Eigentlich ist ja heute „Feiertag“ – aber die Zeitungen kamen trotzdem. Was für eine Überraschung, heute die FAZ in der Hand zu halten! Thema

Freigegeben ab 12?
Diese Filme gefährden Ihre Kinder

ein kurzer Ausschnitt:

Wer seine Kinder Filme schauen lässt, auf denen „FSK 12“ steht, muss damit rechnen, dass darin Szenen mit expliziter Gewalt gegen Menschen, gut sicht- und hörbarem Sex oder obszöner Sprache vorkommen. Das ist das Ergebnis eines Film-Tests der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, für den wir hundert zufällig ausgewählte Filme ab zwölf Jahren bewertet haben. Dabei kam diese Redaktion in 46 Fällen zu einem anderen Ergebnis als die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie (FSK) in Wiesbaden: In fast jedem zweiten Film fanden sich Inhalte, die wir als für zwölf Jahre alte Kinder, oft auch für ältere Kinder und Jugendliche schädlich eingestuft haben.

In der Zeitung wird auch ein Filmtest angeboten: www.faz.net/fsk12

Un nun die Frage – Was für Filme dürfen meine Kinder schauen – mit meiner Zustimmung??