Schlagwort: Religion

„wir nehmen auch kleine Spenden“

Da bekommt man doch tatsächlich in Vortragsform den netten Aufruf, doch zu spenden, damit „das Werk weiter läuft“. Dann gibt es noch die netten Briefe, in denen die Zahlkarte für die Spende gleich beiliegt. Nein, nicht für die 3. oder 4. Welt, sondern für Menschen, die in der 1.Welt leben!
Ich dachte immer, dass mich das nur ärgert – aber heute Nacht hörte ich einen weiteren Koning …und war echt erstaunt, dass dieser Bibellehrer Klartext redet!

Es kann auch sein, dass sie mit der Bruderliebe ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen waren und dass die Bruderliebe mehr der Sucht glich, sich in alles einzumischen. Das könnte erklären, warum er in Vers 11 von der Bruderliebe zum Leben in der Gesellschaft übergeht. Die Sorge füreinander birgt die Gefahr, dass wir anfangen, übereinander zu herrschen und uns gegenseitig vorschreiben, wie der andere zu sein hat. Dafür sollten wir keine Zeit haben. Jeder Christ sollte ein volles Tagesprogramm haben, ohne unruhig zu werden, wie die Dinge bei den Mitgläubigen laufen. (Das trifft natürlich nicht zu, wenn man eindeutig sündige Praktiken bei einem Mitgläubigen feststellt.)
Paulus hatte ihnen dazu klare Befehle gegeben. Es erwies sich als notwendig, sie daran zu erinnern. Es ist auch für dich gut zu wissen, dass du das Werk tust, das der Herr dir aufgetragen hat (Mk 13,34). Manchmal kommt es vor, dass junge Gläubige in ihrer ersten Begeisterung nur noch Bibelstudium machen und das Evangelium weitersagen wollen. Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Doch das ist nicht Gottes Wille. Er will, dass du mit deinen eigenen Händen arbeitest.
Es ist ein Missverständnis zu unterstellen, dass Menschen, die sich vollzeitig dem Werk des Herrn widmen können, heiliger sind oder sich auf einem höheren geistlichen Niveau befinden. Dieser Gedanke ist rein heidnisch. In Indien findet man zum Beispiel solche Menschen. Es müssen sehr klare und durch andere geistlich zu beurteilende Gründe vorliegen, wenn du deine Arbeit in der Gesellschaft aufgibst, um dich geistlicher Arbeit zu widmen. Paulus zeigt hier, dass heilige Menschen gewöhnlich mit ihren Händen arbeiten. Darin war er ihnen auch selbst ein Vorbild (2,9).
Einige in Thessalonich arbeiteten nicht mehr. Möglicherweise hatten sie dafür fromme Gründe, dass sie beispielsweise auf die Wiederkunft des Herrn warteten. Konnte Er nicht jeden Augenblick kommen? Warum sollte man sich dann noch mit irdischen Dingen beschäftigen? Die Folge war jedoch, dass sie sich mit den Dingen anderer beschäftigten. Es ist geistlich nicht gesund, passiv auf das Wiederkommen des Herrn zu warten. Das Wiederkommen des Herrn zu erwarten ist prima, zugleich müssen wir allerdings unsere Arbeit tun, da wir sonst Dinge tun, durch die wir anderen Schaden zufügen.
Du musst bedenken, dass die, „die draußen sind“, also die Ungläubigen um dich her, dich beobachten. Sie sehen, wie du dein Leben ausfüllst. Es wäre eine regelrechte Schande für den Namen des Herrn, wenn sie sähen, dass du mit verschränkten Armen dasitzt, ohne etwas zu tun, und inzwischen erwartest, dass andere dafür sorgen, dass es dir nicht an Essen und Trinken fehlt. Das geht natürlich nicht.
Gerade in einer Arbeitsumgebung hast du Gelegenheit zu zeigen, für wen du lebst und wen du erwartest. Der Herr Jesus preist dich dann glücklich: „Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, damit beschäftigt finden wird“ (Lk 12,43). Du kannst in deiner täglichen Beschäftigung ein schönes Mittel sehen, die Lehre Gottes, deines Heilandes, in allem zu zieren (Tit 2,10).
Bruderliebe ist nur innerhalb der Familie Gottes zu finden. Alle Ungläubigen befinden sich außerhalb. Du brauchst nichts von ihnen. Das meine ich nicht hochmütig, doch du würdest ihnen ein falsches Bild von einem Christen vermitteln, wenn du auf Kosten anderer, der Gesellschaft, leben würdest. Gott hat bestimmt, dass du für dein Essen arbeiten sollst. Diesen Auftrag gab Er bereits Adam. Der musste an die Arbeit, um den Segen, den Gott für ihn hatte, genießen zu können (1Mo 2,15). Nach dem Sündenfall hat Gott es als ein Gebot gegeben (1Mo 3,17).

Neben dem Hinweis auf das Vorbild, das er gegeben hatte, als er bei ihnen war, erinnert er sie auch an einen Befehl, den er erteilt hatte, als er bei ihnen war. Er zitiert das für die Vergesslichen: „Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen.“ Es geht also um jemanden, der nicht arbeiten will. Jeder, der unfreiwillig arbeitslos ist, muss sich weiterhin einsetzen, dass er Arbeit findet. Der Antrieb dazu kann nach vielen enttäuschenden Versuchen stark schwinden. Es kann auch geschehen, dass jemandem eine Arbeit angeboten wird, die eine Einkommensminderung mit sich bringt. Die Gefahr ist dann groß, dass jemand sich weigert, diese Arbeit anzunehmen.
Wenn feststeht, dass jemand nicht arbeiten will, darf man ihm nichts zu essen geben. Solche Personen missbrauchen leichtfertig die Gutmütigkeit anderer. Sie gehen häufig sogar so weit, dass sie meinen, dass andere verpflichtet seien, ihnen zu essen zu geben. Wer moralisch so abgewichen ist, hat wirklich den Weg verlassen. Seiner eigenen Verantwortung will er nicht nachkommen, doch er weiß genau, was die Verantwortung der anderen ist, und das nur, um selbst einen Vorteil dadurch zu haben.
Das Zitat ist deutlich: Willst du nicht arbeiten? – Dann gilt auch: nicht essen. Das ist kein Befehl für die Unordentlichen. Die stören sich nicht daran und werden alles essen, was man ihnen vorsetzt. Es ist ein Befehl an die Gläubigen, nicht ihr freigiebiges Herz sprechen zu lassen, wenn so jemand zu ihnen kommt und mitessen will. Der möge dann Hunger bekommen und sich an die Arbeit begeben, um seinen Hunger zu stillen (Spr 16,26).

Lies noch einmal 2 Thessalonicher 3,6–11. – Was meinst du, wie deine Umgebung dich kennt: als eifrig oder als jemanden, der eine ruhige Kugel schiebt?

Ger de Koning – Die Briefe an die Thessalonicher – Eine Erklärung der Briefe von Paulus speziell für dich


Ist es also doch nicht unbiblisch, wenn ich alle Spendenaufrufe in den Papierkorb werfe? Ich denke, dass jeder, der aktiv für Jehovah arbeitet, auch seinen Lohn erhalten sollte – aber eben nur derjenige, und nicht der ganze „Wasserkopf“ der sich darum bildet. Denn es scheint immer mehr Menschen zu geben, die sich als „Vollzeitdiener“ bezeichnen, aber eigentlich gar nichts für Jehovah tun, sondern nur ihre eigenen Ideen umsetzen wollen….

Gottes Hausgenoessen

Also seid ihr denn nicht mehr Fremdlinge und ohne Bürgerrecht, (O. und Beisassen) sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes,
Elberfelder 1871 – Eph 2,19

Ihr Menschen aus den anderen Völkern seid also nicht länger Fremde und Gäste. Ihr habt Bürgerrecht im Himmel zusammen mit den heiligen Engelnb, ihr seid Gottes Hausgenossen.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Epheser 2,19

 Demnach seid ihr jetzt nicht mehr Fremdlinge und Beisassen-d.h. geduldete Ausländer, o: zugelassene Fremdlinge- , sondern seid Vollbürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen- d.h. Glieder der Gottesfamilie -,
Hermann Menge 1926 – Eph 2,19

Wenn ich nicht mehr ein Fremdling sondern ein Glied der Gottesfamilie bin – dann bin ich aber kein Glied der „Welt“ mehr – oder? Dann sollte ich auch nicht bestrebt sein, große Gebäude zu kaufen/zu verkaufen, und erst Recht nicht in mitten von Natur riesiege Gebäudekomplexe zu bauen? Dann wäre mein einzigstes Bestreben doch, dass was ich als „Botschafter Gottes“ im hier besitze, nur zu erhalten und zu verwalten – aber mein Auge auf meinen Gott zu richten?!?

Obgleich die bestehenden Gewalten, die Obrigkeiten dieser Welt „von Gott verordnet“ oder vorgesehen waren, damit die Menschheit unter ihnen die nötige Erfahrung mache, so soll die Kirche, die Herauswahl, die im kommenden Königreich Gottes eine Stelle erstrebt, weder Ehrenstellen noch Vorteile in den Reichen dieser Welt begehren, noch den Regierungen widerstehen. Sie sind Mitbürger und Erben des himmlischen Reiches (Epheser 2:19), und als solche beanspruchen sie unter den Reichen dieser Welt nur solche Rechte und Freiheiten, wie sie Fremdlingen zugestanden werden. Ihre Aufgabe ist nicht, der Welt beizustehen, ihre jetzige Lage zu verbessern, noch auch mit ihren jetzigen Angelegenheiten irgend etwas zu tun zu haben. Das zu versuchen hieße nur Kraft verschwenden, denn der Welt Lauf und Ziel ist klar und deutlich in der Schrift vorgezeichnet und steht ganz und gar unter der Leitung dessen, der uns zu seiner Zeit das Reich bringen wird. Der Einfluss der wahren Kirche ist gering und ist es immer gewesen; so gering, dass er auf politischem Gebiete wie nichts zu achten ist: aber wie wichtig er uns auch immer erscheinen möchte, so sollten wir doch dem Beispiele und der Lehre unseres Herrn und der Apostel folgen. Da die Kirche weiß, dass Gottes Plan der ist, die Welt ihre eigene Kraft, sich zu regieren, erproben zu lassen, darum sollte sie, wenn auch in der Welt, doch nicht von der Welt sein. Nur durch ihr Getrenntsein von der Welt, und indem sie so ihr Licht leuchten lassen, mögen die Heiligen einen Einfluss auf die Welt ausüben; und so, durch ihren Lebenswandel, straft der Geist der Wahrheit die Welt. Als solche, die Frieden und Ordnung lieben und darum jedes rechtmäßige Gesetz beobachten und willkommen heißen und Gesetzlosigkeit und Sünde rügen und tadeln, als solche ferner, die auf das verheißene Königreich Gottes und die unter ihm zu erwartenden Segnungen hinweisen, nicht nach der gebräuchlichen Methode sich in die Politik mischen und nicht mit der Welt nach Macht streben, wodurch sie in Kriege, Sünden und allgemeines Verderben hineingezogen werden, sollte die voraussichtliche Braut des Fürsten des Friedens sich in herrlicher Keuschheit als eine Macht zum Guten erweisen und so ihres Herrn Vertreterin in der Welt sein.

Die Kirche Gottes sollte ihre ganze Aufmerksamkeit und ganze Kraft der Predigt vom Königreich Gottes und nach dem in der Schrift niedergelegten Plan der Förderung der Interessen dieses Königreiches widmen. Wenn das treulich getan wird, so wird weder Zeit noch Neigung vorhanden sein, sich in die Staatsangelegenheiten der gegenwärtigen Regierungen zu mischen. Jesus hatte keine Zeit dazu; die Apostel hatten keine Zeit dazu, noch hat irgendeiner der Heiligen, die ihrem Beispiele folgen, Zeit dazu.

Gerade dieser Versuchung erlag die erste Kirche kurz nach dem Tode der Apostel. Die Predigt vom kommenden Königreiche Gottes, welches an die Stelle aller irdischen Reiche treten soll, und vom gekreuzigten Christus als dem Erben dieses Königreiches, war unpopulär und trug Verfolgung, Geringschätzung und Verachtung ein. Da kam etlichen der Gedanke, den Plan Gottes verbessern zu können und der Kirche statt des Leidens eine Stellung der Begünstigung vor der Welt zu erobern. Durch Verschmelzung mit der weltlichen Macht gelang es, und daraus entwickelte sich das Papsttum, das, als seine Zeit gekommen war, die Herrin und Königin der Nationen wurde. – Offenbarung 17:3-5; 18:7

Charles Taze Russell im Jahr 1886 – Der göttliche Plan der Zeitalter



diesen Vers hatten wir schon vor etwa einem Jahr…

Kennst du seine Stimme?

Diesem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe mit Namen und führt sie heraus. Wenn er seine eigenen Schafe alle herausgebracht hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen.
Elberfelder 1871 – Johannes 10,3–4

Der Schafhirt geht durch die Tür hinein; der Wächter am Eingang öffnet ihm. Die Schafe erkennen seine Stimme; er ruft die, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie ins Freie. Wenn sie alle draußen sind, geht er vor ihnen her und sie folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. (Offb. 14,4)
Gute Nachricht Bibel – Joh 10,2–4

«Wahrlich, wahrlich, ich sage euch*: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde geht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und Räuber-1-. -1) die Schafherden übernachteten in einer durch eine Mauer eingeschlossenen Hürde, an deren Tür des Nachts ein Unterhirt Wache hielt.++
Wer aber durch die Tür eingeht, der ist der Hirt der Schafe.
Dem öffnet der Türhüter, und die Schafe vernehmen seine Stimme-1-. Er ruft die Schafe seiner Herde-2- mit Namen-3- und führt sie hinaus. -1) sein Locken und Rufen.   2) in einer Hürde pflegten verschiedne Herden zu übernachten.   3) auch im Altertum gaben die Hirten den einzelnen Schafen bes. Namen.++
Hat er dann seine Schafe alle hinausgebracht, so geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber würden sie nimmermehr folgen, sondern sie würden vor ihm fliehen; denn sie kennen des Fremden Stimme nicht.»
Ludwig Albrecht – Joh 10,1–5

Kennt Christus deinen Namen? Und kennst du seine Stimme?
Oder folgst du „anderen Stimmen“ die ihre eigene Wahrheiten und ihre eigenen Auslegungen haben?

Vers 1 – 5 beschreiben das morgendliche Ritual eines Hirten, der seine Schafe auf die Weide bringt. Er geht zur Tür in ein umzäuntes Gehege, einen Schafstall, hinein, in dem sich mehrere Herden befinden. Der Stall,der Steinmauern hat, wird nachts von einem Türhüter bewacht, um Diebe und wilde Tiere abzuhalten. Wer also über die Mauern kletterte, hatte auf keinen Fall etwas Gutes im Sinn.
Der Hirte dagegen hat das Recht, den Schafstall zu betreten. Dem macht der Türhüter auf, und der Hirte kommt herein, und die Schafe (seine Schafe) hören seine Stimme. Ein Hirte kennt die Schafe seiner Herde und hat jedem einzelnen einen Namen gegeben. Wenn die Schafe die vertraute Stimme ihres Herrn hören, laufen sie zu ihm hin. Er führt sie hinaus aus dem Stall und sammelt die Herde. Dann geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach.
Wenn jedoch ein Fremder den Stall betritt, fliehen die Schafe vor ihm, denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. In diesem Gleichnis geht es darum, wie ein Hirte seine Herde sammelt. Die Menschen kommen zu Gott, weil er sie ruft (vgl. V. 16.27; Röm 8,28.30). Die richtige Antwort auf diesen Ruf ist, ihm zu folgen (vgl. Joh 1,43;8,12;12,26;21,19.22). Doch die Jesus zuhörten, verstanden nicht, was er ihnen damit sagen wollte, obwohl ihnen das Beispiel des Hirten und seiner Schafe zweifellos einleuchtete. In ihrer Blindheit konnten sie ihn nicht als den Herrn, der auch Hirte war, erkennen (vgl. Ps 23).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Man kennt den Dieb und Räuber an dem Weg, auf dem er sich an die Schafe macht. Er meidet die Türe und steigt an anderer Stelle in die Hürde ein. Wer so kommt, ist unzweifelhaft ein Dieb; denn der Hirte kommt auf dem ordentlichen Weg durch die Türe. Die Hirten, die damals die Gemeinde unter ihre Macht zwangen, hatten diese mit eigenmächtigem Griff an sich gerissen. Weil sie sich ihren Dienst an der Gemeinde nicht von Christus geben und nicht von ihm dafür ausrüsten ließen, waren sie auch nicht durch den Willen Gottes in ihr Amt und Ansehen eingesetzt. Wer aber mit eigenem Willen sich an die Menschen macht, mit seinem eigenen Licht sie erleuchten und mit seinem eigenen Wort sie speisen will, wird ihnen niemals zum Hirten; er handelt an ihnen vielmehr wie der Dieb an der Herde, und sein Recht zur Herrschaft über die Gemeinde ist null und nichtig. Darum ist auch diese ihnen gegenüber in ihrem Gewissen frei, so gewiss der Dieb kein Recht an die Herde hat und diese ihm nicht verpflichtet ist. So befreit Jesus die Seinen von der Furcht vor ihren alten Meistern, ähnlich wie er Petrus, als dieser vor dem Zorn der Pharisäer zagte, die Antwort gab: „Jedes Gewächs, das nicht mein Vater gepflanzt hat, wird ausgerottet.“ {Matthäus 15,13} Zugleich schützt er seine Gemeinde auch für die Zukunft vor allen, die sie von ihm, dem Christus, weg 7.11 sich selber rufen und ihrem eigenen Willen unterwerfen wollen. An solche Flirten ist die Gemeinde nicht gebunden; sie hat ihnen vielmehr ihr Ohr zu versagen und steht nicht unter ihrer Gewalt.
Wer durch die Türe eingeht, der ist der Hirte; das erläutert Jesus nachher, weil die Hörer das Gleichnis nicht verstanden, mit dem Hinweis: „Ich bin die Türe zu den Schafen.“ Er ist dazu gekommen, um den Menschen Hirten zu schenken, die ihnen dienen, Wahrheit in die dunklen Herzen legen, Glauben in den an Gott Verzagenden wecken und den Dürstenden lebendiges Wasser geben. Das geschieht aber nur dann, wenn Jesus den Hirten zur Türe dient, wenn sie ihm untergeben sind, in seinem Wort bleiben und in seiner Liebe stehen. Wie der Sohn durch seine Gebundenheit an den Vater seine Königsmacht erlangt, so ist auch unsere Macht, andere als Flirten zu führen, zu schützen und zu lehren, daran gebunden, dass wir selbst Jesus untergeben sind. Weil er allein der rechte Hirte ist, ist er auch die Türe für alle, die sich des Hirtenamts annehmen; so kann auch nur er fruchtbare Reben aus sich wachsen lassen, weil er allein der rechte Weinstock ist. {Johannes 15,4.5} Wir werden nur dann an den Menschen nicht zu Dieben und Räubern, wenn wir von Jesus empfangen, was wir ihnen darbieten.
Joh 10,3: Diesem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und er ruft die eigenen Schafe mit Namen und führt sie hinaus.
Bei der Türe wacht über der Herde der Türhüter. Dem Hirten, der durch die Türe eingeht, öffnet er sie. Der Dienst, den Jesus den Seinen anweist und den sie in seinem Gehorsam üben, geschieht nach dem Willen Gottes und steht unter seinem Wohlgefallen und Segen. So hat Jesus in seinem Wort an Petrus mächtig bezeugt: „Du lösest auf Erden, und im Himmel ist es gelöst; du bindest auf Erden, und im Himmel ist es gebunden.“. {Matthäus 16,19} Was aus dem hoffärtigen und selbstsüchtigen Trieb des Menschen hervorgeht, erreicht keine bleibende Autorität. Alle wirkliche, wirksame, göttliche Autorität, die die Menschen innerlich erfasst und führt, wird uns als Gabe verliehen, die kein Regierender und Lehrender anderswoher als aus Gottes Hand empfangen kann. Es zeigt sich aber auch an den Schafen, ob jemand das echte Hirtenamt hat. Des Hirten Stimme hören die Schafe. Für das, was von oben stammt, hat der Mensch ein Ohr. Immer wieder sorgt Gottes Regierung und Gnade dafür, dass sein Zeugnis in der menschlichen Seele sieghaft durchbricht, so dass sie das, was wahr, heilig und heilsam ist, bejaht und erfasst. Unverrückbare Unterschiede machen das Wort kenntlich. Entweder hat es das Siegel der Wahrheit, und das Ohr des Menschen ist dafür geschaffen, oder es ist mit dem Stempel der Leere und Nichtigkeit gezeichnet, und das Ohr des Menschen vermisst an ihm, wonach es immer kraft seiner eigenen Natur verlangt und sucht. Zwar zeigte der Streit der Juden gegen Jesus aufs deutlichste, wie stark der Mensch sich gegen die Wahrheit sträuben und wie leidenschaftlich er lügen kann; dennoch ist Jesus dabei geblieben, dass seine Stimme in die Menschenseele dringt und sie immer wieder wahrnehmen, dass ihr Hirte sie ruft. Er sagt dies auch den Seinigen zum Trost.
Der Hirte ruft zu sich, was ihm gehört. Wieder macht Jesus die Grenze sichtbar, die für sein Werk und ebenso für das Werk der Seinen gültig ist. Er kann nicht alle an sich ziehen; die der Vater ihm gibt, sind sein. Die ihm gehören, lässt er freilich nicht zurück. Nichts, was sein eigen ist, geht ihm verloren. Er spricht auch nicht nur die Menschen in unbestimmter Undeutlichkeit im allgemeinen an; an den einzelnen Menschen richtet er sein Wort. Jeden ruft er mit Namen, jedem gibt er sein Wort persönlich ins Herz entsprechend seinem besonderen Bedürfnis und Vermögen; er stiftet ein innerliches Band von Person zu Person, das den einzelnen mit ihm, ihn mit dem einzelnen verbunden hält. Im vollen Sinn gilt dies nur von dem einzigen Hirten aller, der mit dem Geist und mit der Wahrheit von innen her zu allen, zu jedem einzelnen reden kann. Auch dem Dienst, zu dem seine Jünger berufen sind, gibt Jesus mit diesem Wort die Regel; denn auch sie reden das Wort nur dann richtig, wenn es den Menschen in seinem persönlichen Innenleben erfasst und ihm so ins Herz gelegt wird, dass er sich selbst mit Namen von Gott gerufen weiß.
Joh 10,4-5: Wenn er alle seine Schafe herausgeholt hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Aber einem Fremden werden sie nicht folgen, sondern vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.
Es braucht nicht Zwang und Gewalt, damit die Herde beim Hirten bleibt; seine Stimme hält sie bei ihm, die ihnen wohl bekannte, die sie sofort über ihren Weg belehrt. Jesus sah oftmals mit an. wie die Schaf- und Ziegenherden aus den galiläischen Dörfern ausgetrieben wurden; den alltäglichen Vorgang macht er zum tiefen, herrlichen Bild seines messianischen Werks. Die Gemeinde zu schaffen, die seine Gegenwart wahrnimmt und einträchtig unter seiner Leitung steht, die ihm folgt, wohin er geht, und seinen Schutz und seine Gaben genießt, dazu hat ihn der Vater gesandt, und keine Gewalt in der Welt wird ihn daran hindern, sie zu sammeln. Ruft ein Fremder die Herde, so hören sie nicht, sondern fliehen, einfach deshalb, weil es nicht des Hirten Stimme ist, sondern ein fremder Ruf. So sind die Seinen ihm allein und ganz verbunden; sie wissen, was von ihm kommt, und hängen in Liebe und Vertrauen an ihm allein. Damit sind sie für jeden Fremden verschlossen. So erläutert uns Jesus an der Weise, wie die Herde sich zum Hirten hält, was er meint, wenn er uns sagt: „Glaubt an mich! „

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Gottes Helden erwarten Widerstand, aber sie erwarten auch, dass Gott ihnen hilft, ihn zu überwinden. Paulus schrieb an seine Freunde in Korinth: „Aber ich werde bis Pfingsten in Ephesus verweilen. Denn eine große und wirksame Tür hat sich mir geöffnet, und es gibt viele Gegner “(1 Kor 16: 8–9, NKJV). Wir würden erwarten, dass er sagt, dass er in Ephesus bleibt, weil die Dinge so gut laufen und es keine Gegner gibt, aber es war genau das Gegenteil. Opportunites wecken immer Gegner, aber Gegner haben die Möglichkeit, mehr Möglichkeiten zu bieten. Gottes Helden packen nicht ein und gehen nicht, nur weil sich jemand ihnen und ihrer Arbeit widersetzt. Das ist der Unterschied zwischen dem wahren Hirten und dem Mietling (Johannes 10: 1–5). Der Hirte ist für die Schafe da, nicht für das Gehalt, und das Vorhandensein von Schwierigkeiten macht ihn nur fleißiger. Hirten erwarten, dass Wölfe die Schafe angreifen und bereiten sich darauf vor. Die frühe Kirche erwartete Widerstand und ließ Gott sich darum kümmern. Ihre größte Sorge war nicht ihr Komfort oder sogar ihre Sicherheit. es war ihr Dienst. Sie beteten nicht um Flucht. Sie beteten um Ermöglichung. „Nun, Herr, betrachte ihre Drohungen und befähige deine Diener, dein Wort und mit großer Kühnheit zu sprechen“ (Apostelgeschichte 4:29, NIV). So beten Gottes Helden, ein gutes Beispiel, dem wir heute folgen können.

Sei heldenhaft

„Wer etwas im Hirn hat,…“

Einsicht ist für ihre Besitzer ein Born des Lebens, aber die Züchtigung der Narren ist die Narrheit.
Elberfelder 1871,- Sprüche 16,22

Wer etwas im Hirn hat, kann in seinem Wissen eine Quelle finden, aus der Leben rauskommt. Schwachmaten werden durch ihre eigene Blödheit bestraft.
VolxBibel – Spr 16,22

Das Wort für Verstehen in diesem Vers lautet REKel , „Klugheit oder Einsicht“ und wird auch in Sprüche 13,15 (und in Sprüche 12,8;19,11;23,9 ) gebraucht. Klugheit ist wie eine Quelle des Lebens (vgl. Sprüche 10,11;13,14;14,27 ); sie ist erfrischend, lebenerhaltend und unerschöpflich. Torheit hat auf der anderen Seite Strafe zur Folge. Die Toren gewinnen keine Einsicht, und ihrem törichten Wandel tut Zucht ( mUsAr ) not.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Agur bezeugt seine Unwissenheit (Spr 30,3.4) und beklagt seinen Mangel an Weisheit; aber er möchte unterwiesen werden und fragt (V. 4). Er weiss, dass das Wort Gottes allein vollkommen ist, und zu ihm nimmt er Zuflucht (V. 5,6). Auch das Gebet öffnet ihm die Hilfsquellen, die er nötig hat (V. 7-9). In einem solchen Geisteszustand bekommt das Herz Belehrung durch Gottes Wort, und die erworbene geistliche Einsicht wird tatsächlich eine Quelle des Lebens. «Die Lippen des Gerechten weiden viele» (Spr 10,21). Sie ist schon im eigenen Herzen dessen, der hört, eine Quelle des Lebens. «Beständig wird der HERR dich leiten, und er wird deine Seele sättigen in Zeiten der Dürre und deine Gebeine kräftig machen. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie ein Wasserquell, dessen Gewässer nicht trügen» (Jes 58,11). Welch schönes Zeugnis kann der geben, der auf das Wort gehört, der sich davon genährt, es auf sich selbst angewendet und es in seinem eigenen Leben in die Praxis umgesetzt hat! Welches Gewicht haben die Worte eines solchen Gläubigen, und welche Erfrischung bringen sie denen, die sie hören! Ja, «die Worte aus dem Mund eines Mannes sind tiefe Wasser, ein sprudelnder Bach, eine Quelle der Weisheit» (Spr 18,4).

Halte fest – 1985

Wer würde nicht von sich selbst behaupten, dass er „Einsicht hat“? Doch wenn man dann schaut, was die Menschen glauben oder nacherzählen, erkennt man schnell, wer „gutgläubig“ alles glaubt, was ihm in den Kram passt, und wer wirklich nach „Wahrheit sucht“.
So bin ich immer wieder schockiert, wie wenige Menschen, die sich von einer Glaubensgemeinschaft abwenden, weiterhin nach der biblischen Wahrheit suchen. Da redet man dann wirklich nur noch über jeden Schwachsinn, ja sogar über die Bibel machen sich einige lustig. Dabei merken die betreffenden gar nicht, dass es ihnen aus diesem Grunde nicht besser geht. Meist wird dann gejammert, dass es ihnen so schlecht geht, wegen dieser „bösen Vergangenheit“ – aber in wirklichkeit geht es ihnen schlecht, weil sie sich weiterhin mit „Schundnahrung“ beschäftigen. Dabei ist die Bibel ein so fazinierendes Buch, dass jeder selber lesen könnte, und dass auch nicht langweilig zu lesen wird, wenn man es dass 30-igste Mal liest!

Echt oder Fälschung?

gestern auf Idea mehrere Artikel gelesen, die sich mit der aktuellen Situation in den verschienen Kirchen beschäftigt. Unter anderem wurde ein YouTube-Kanal der evang. Kirche eingestellt, wegen Finazeller Einbußen – dagegen wird ein sehr „fragwürdiger Teil“ weiter finanziert. Auf der anderen Seite wird aufgezeigt, wie wenige Menschen heute noch zur Kirche gehören wollen. Und auch interessant, wie sehr Kirchen im Fadenkreuz von Angriffen sind.
Aber wo stehen wir persönlich. Dabei ist mir folgendes Zitat über den Weg gelaufen:

Nun, viele Fälschungen erkennt man schneller, für andere Fälschungen benötigt man etwas länger! Wer mir einen 25 EuroGeldschein andrehen möchte, dem würde ich wohl sofort auf die Finger klopfen, aber einen gefälschten 20 Euroschein würde ich vielleicht nicht so schnell erkennen!
Schau dir also deine „Religion“ genau an – und prüfe diese am ORGINAL – nämlich an Gottes Wort der Bibel!

Wort Gottes = Christus?

Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Elberfelder Bibel 1905 – Röm 10,17

Der Glaube kommt also aus dem Hören der Botschaft; die Botschaft aber gründet in dem Auftrag, den Christus gegeben hat.

Gute Nachricht Bibel

Wie wir gesehen haben, setzt der Glaube das Hören der Botschaft von Christus voraus.
Der Glaube kommt also aus dem Hören (od aus dem Gehörten / aus der Botschaft), das Hören (od das Gehörte / die Botschaft) aber durch das Wort / die Botschaft Christi (aL(2) Gottes).

Neue Genfer Übersetzung_2013

Der Glaube folgt also auf das Gehörte. Das Gehörte aber kommt durch die Botschaft über Christus.

neue Welt Übersetzung – 2018

Und doch schafft man es erst, sein Vertrauen auf Gott zu setzen, wenn man diese Worte auch gehört hat. Und diese Worte kommen von Jesus, dem Auserwählten.

VolxBibel


Röm 10,17 ἐξ erg. davor ἐστίν (ebenso vor διά) kommt aus/von. ῥήματος auch ohne Art. best. (A106a+c).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
die Verkündigung aber durch Gottes Wort
6ἀκοὴ8δὲ7διὰ9Θεοῦ11ῥήματος10
akoēdediaTheourhēmatos
ἀκοήδέδιάθεόςῥῆμα
hoakoēdediatheosrhēma
DNSFNNSFCLNPNGSMNGSN
35881891161122323164487
92.2424.5289.9489.7612.133.9

Schlachter_2004 – Röm 10,17

das Predigen aber durch das Wort Christi. 
6ἀκοὴ8δὲ7διὰ9ῥήματος10Χριστοῦ11
ἀκοήδέδιά ῥῆμαΧριστός
DNSFNNSFCLNP NGSNNGSM
358818911611223 44875547
92.2424.5289.9489.76 33.993.387

Luther_1984 – Röm 10,17

Da war ich doch erstaunt, als ich den Vers in verschiedenen Übersetzungen nachschlug, und in der Elberfelder etwas von „Wort Gottes“ und dann in der Mehrheit der Bibeln etwas von „Christus“ gelesen habe! Besonders spannend, dass selbst religiöse Gruppen, die Jesus nicht als göttlich ansehen, hier die letztere Wiedergabe vorziehen 😉

10:17 לָכֵן הָאֱמוּנָה בָאָה מִתּוֹךְ הַשְּׁמוּעָה וְהַשְּׁמוּעָה עַל־יְדֵי דְבַר־אֱלֹהִים׃

hebräisches NT Deitzsch

„So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.“
Wo kein Gehorsam ist, da ist kein Glaube. Der Glaube aber kommt aus dem Hören. Im Griechischen gehören alle drei Begriffe zu der gleichen Wortfamilie: Gehorsam, Hören und Predigt. Die gewohnte Wiedergabe mit „Predigt“ engt zu sehr auf die kirchliche Predigt ein. Wir übersetzen deshalb diesen Kernsatz: „So ist der Glaube aus der hörbaren Botschaft, diese aber durch die Botschaft Christi.“ Der Glaube entsteht am Wort und sonst nirgends. Das ist unverzichtbare Grundlage christlicher, evangelischer Lehre. Wie Luther in der Erklärung zum 3. Glaubensartikel sagt: „Sondern der Heilige Geist hat mich durchs Evangelium berufen…“ Wer anders lehrt, lehrt einen falschen Glauben. Gerade hier haben wir heute sehr genau auf den Apostel zu hören. Die schwärmerische Verführung beruft sich oft auf besondere persönliche Offenbarungen und weniger auf „das Wort Christi“. Das ist ungesunder Glaube, ja führt in den Irrglauben. Unser Glaube hängt am Wort Christi; dort ist sein Wurzel- und Mutterboden. Nur dort kann er wachsen, denn allein das biblische Wort hat glaubenschaffende Kraft (vgl. Röm 1,16). Alles andere sind Scheinblüten.

Edition C Gerhardt Maier

Und HÖRST du Gottes Wort / die Worte Jesu? Oder bist du mehr auf Menschenworte ausgerichtet?
Wenn du das Wort Gottes anderen Menschen verkündest – wo liegt dein Ziel? Zitierst du die Bibel – oder menschliche Werke? Laßt uns auf Christus und die gesamte Bibel konzentrieren anstatt auf menschliche Werke, die sich zwischen uns und Jehovah schieben wollen!


alle eins?

Das Auge kann nicht zu der Hand sagen: Ich bedarf deiner nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich bedarf euer nicht;
sondern vielmehr die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig;

Elberfelder Bibel 1905 – 1Kor 12,21–22

Das Auge kann nicht zu der Hand sagen: Ich kann dich entbehren; eben so wenig der Kopf zu den Füssen: Ich bedarf eurer nicht;
vielmehr sind gerade diejenigen Glieder des Körpers, welche die schwächern scheinen, die unentbehrlichsten;

Die Heiligen Schriften des Alten und Neuen Testamentes – 1Kor 12,21–22

Das Auge kann nicht zur Hand gehen und sagen: „Ich brauch dich nicht!“ Und der Kopf kann auch nicht zum Fuß sagen: „Ich hab keinen Bock auf dich!“
Tatsächlich sind die eher nicht so prallen Körperteile genau die, die so wichtig sind.

VolxBibel – 1Kor 12,21–22

1Kor 12,21 εἰπεῖν Aor. Inf. λέγω. χρείαν ἔχω jmdn. brauchen, jmdn. nötig haben, m. Gen. 1Kor 12,22 ἀλλὰ πολλῷ μᾶλλον … ἀναγκαῖά ἐστιν im Gegenteil, (gerade) … sind um so (A117) nötiger. δοκοῦντα Ptz. δοκέω, attr.; zu δοκοῦντα gehört der AcI ἀσθενέστερα ὑπάρχειν (BDR § 474,5). ἀ-σθενέστερος Komp. v. ἀ-σθενής schwach. ὑπ-άρχειν Inf., Präd. des AcI; τὰ δοκοῦντα μέλη … ἀσθενέστερα ὑπάρχειν die Glieder … die schwächer zu sein scheinen. ἀναγκαῖος notwendig, nötig; μᾶλλον ἀναγκαῖα = ἀναγκαιότερα (B μᾶλλον 1) nötiger

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Lies doch bitte einmal den gesamten Zusammenhang in DEINER Bibel – und dann am Besten in einer anderen Übersetzung! Fällt dir auf, worauf Paulus hier hinaus will? Will er sagen, dass jeder seinen Platz in der org hat?

Wenn ein Körper leben soll, braucht er Verschiedene Glieder (V. 19). Daher soll kein Glaubender sich selbst oder seine Gabe für minderwertig halten und sich die Gabe eines anderen Gliedes wünschen. Die Gaben werden nicht nach dem Zufallsprinzip verteilt (vgl. V. 11), sondern sorgfältig eingesetzt, gemäß dem vollkommenen Willen Gottes (V. 18).

1Kor 12:21-26

Zwischen den Verschiedenen Körperteilen besteht eine wechselseitige Abhängigkeit. Wer scheinbar eine größere Gabe besitzt, soll also nicht glauben, daß er allein leben kann, denn ein Körperglied, das vom Körper abgetrennt wird, geht zugrunde. Noch wichtiger ist jedoch, daß einem Glied, das eine geringere Gabe zu haben scheint, von den anderen Gliedern des Leibes umso größere Aufmerksamkeit gewidmet wird (vgl. 1Kor 14,1-5), so wie auch die Teile des Körpers, die man für weniger vorzeigbar hält, mit größerer Sorgfalt gekleidet werden ( 1Kor 12,22-24 ).
Möglicherweise bildet der Abschnitt über die schwächsten (V. 22; vgl. 1Kor 8,7-13 ) und am wenigsten ehrbaren Glieder ( 1Kor 12,23; vgl. 1Kor 11,22), die daher besonderer Pflege und Beachtung bedürfen, einen Rückgriff auf einen früheren Gedankengang, der so mit dem jetzigen verknüpft wird. Es gehört zum Plan Gottes („Gott hat den Leib zusammengefügt“), daß die Glieder des geistlichen Leibes wechselseitig Sorge für das Wohlergehen der anderen tragen ( 1Kor 12,25b-26; 1Kor 10,24.33), so daß keine Rivalität entsteht („damit im Leib keine Spaltung sei“; 1Kor 1,10; 11,18) und sie tatsächlich in Einigkeit miteinander leben (1Kor 12,26).

1Kor 12:27-31 aDer einigende Teil im geistlichen Leib ist Christus. Als das Haupt ( Eph 1,22; vgl. 1Kor 11,3) beherrscht er den Leib und gibt seinem Willen in souveräner Weise Ausdruck. Sein Gebot lautet, daß unter allen Gliedern Liebe herrschen soll (Joh 15,12). Die Liebe ist die Kraft, die die Einheit in der Verschiedenheit aufrechterhalten kann – ein Gedanke, dem Paulus sich kurz darauf zuwendet ( 1Kor 12,31 b – 1Kor 13,13).
Zunächst betont er jedoch zum dritten Mal (vgl. 1Kor 12,18.24.28), daß die Gaben des Geistes von Gott, nicht von Menschen, verliehen werden. In der erneuten Aufzählung (manche Punkte wurden bereits in V. 7-10 erwähnt, manche sind neu; vgl. auch andere Textstellen, an denen von Geistesgaben die Rede ist, z. B. Röm 12,6-8; Eph 4,11; 1 Petrus 4,10-11- nur die Gabe der Lehre taucht in jeder Liste auf; es existiert also wohl kein vollständiger Katalog) spricht er von den Gliedern, von den mit Geistesgaben begnadeten Menschen.
Die Tatsache, daß Paulus die drei erstgenannten Gaben mit Ordnungszahlen Versieht („erstens … zweitens … drittens“), legt die Annahme nahe, daß sie für die Korinther eine weniger wichtige Rolle spielen (vgl. 1Kor 12,21-24). Die Apostel, Propheten und Lehrer stehen vom Ansehen her wahrscheinlich unter denen, die die spektakulärere Gabe des Zungenredens besitzen. Dennoch sind die drei ersten Gaben wohl größer (V. 31), weil sie für den Leib Christi in seiner Gesamtheit wertvoll sind.
Wahrscheinlich nennt Paulus sie deshalb als erste und sagt auch, daß die Gemeinde in der Versammlung nach diesen größeren Gaben streben soll (vgl. 1Kor 14,1-5). Begnadete Apostel, Propheten und Lehrer dienen der ganzen Gemeinde und sorgen daher für Einheit und gegenseitige Erbauung. Die Gabe des Zungenredens dagegen befriedigt lediglich den Hang der Korinther zur Selbstdarstellung und ihren Drang nach Freizügigkeit. Diese egozentrische Haltung fügt der Gemeinschaft auch in anderen Bereichen Schaden zu (z. B. beim Essen von Götzenopferfleisch, beim Verhalten der Frauen im Gottesdienst, bei der Feier des Abendmahls). Es fehlt der korinthischen Gemeinde an Nächstenliebe, einer Eigenschaft, der Paulus sich im folgenden unter Einsatz seiner ganzen Beredsamkeit zuwendet.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

1Kor 12,12:

»Denn gleichwie ein Leib ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber des Leibes, wiewohl ihrer viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.«

Paulus macht am Bild vom Leib die Einheit der Gemeinde deutlich (vgl. Röm 12,4ff.; 1Kor 10,17; Eph 1,23; 4,4ff.; Kol 1,18; 2,19; 3,15). Es ist aber mehr als ein Bild. Darauf weist die Schlussfolgerung hin: »so auch Christus« (nicht, wie zu erwarten: »so auch ihr als die Gemeinde«). »Leib« beschreibt auch die Einheit des erhöhten Herrn mit den Seinen. Die Einheit der Gemeinde beruht auf der Wirklichkeit ihrer Einheit mit dem Christus als dem Haupt (vgl. 1Kor 11,3; Eph 1,22; 4,15; 5,23; Kol 1,18). Der menschliche Leib ist ein ganzes, und die einzelnen Glieder sind in ihm zu einer Einheit verbunden, das ist Abbild der christlichen Gemeinde. Sie ist in wesenhafter Einheit mit Christus ein Leib, ohne dass die Verschiedenartigkeit der einzelnen »Glieder« dabei verloren geht. Die Einheit ist nicht Uniformität, sondern Einheit in Vielfalt.

1Kor 12,13:

»Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Unfreie oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.«

Taufe – als das Datum des neuen Lebens, heute aufzufächern in Taufe, Wiedergeburt, Bekehrung bei unserer volkskirchlichen Säuglingstaufpraxis – und Herrenmahl sind die Taten Gottes durch den »einen Geist«, in denen die Einheit der Gemeinde, ihr neues Sein in der Christusverbindung gewirkt wird. Nicht das eigene Bemühen macht die Gemeinde zum »Leib«; einzig und allein Gottes Tat im Geist schafft und setzt dies. Beide Sakramente haben diese unverzichtbare Spitze: Sie sind Gottes alleiniges Handeln und verweisen uns an den Ort der demütig und dankbar Empfangenden. Das sollten wir neu lernen, vielleicht von dorther wieder einen Zugang zur Kindertaufe gewinnen; eben nicht als Qualitätsaussage, sondern als Platzanweisung. Gott selbst schafft durch den »einen Geist« als seine gegenwärtige Wirkungsmacht Einheit, die menschliche Trennungen im Zusammenleben der Gemeinde, wo Juden und Griechen gemeinsam essen, beten und feiern, aufhebt. Für jüdische Fromme ist das ein Skandal; wo Freie und Sklaven untereinander in brüderlicher Nähe und Liebe Gottesdienst feiern, ist das für Griechen eine tiefe Beleidigung. Doch durch die Wirkung des Gottesgeistes können sie sich annehmen und tragen, denn an ihnen wirkt der eine Geist die Frucht des Geistes, die Liebe (vgl. Gal 5,22; auch Gal 3,28). In der Taufe sind wir alle zu einem Leib verbunden (vgl. Röm 6,3; 1Kor 10,2; Eph 4,5), und im Herrenmahl wird diese Einheit des Leibes mit dem Herrn und untereinander gelebt und vergewissert. Für die Welt und auch in der Welt bleiben soziale, kulturelle und rassische Verschiedenheiten sicher bestehen, aber sie sind für die Jünger Jesu zunichte gemacht in der Einheit der Gemeinde; sie haben keine letzte und auch keine jetzt trennende Mächtigkeit mehr.

1Kor 12,14:

»Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele.«

Die Einheit schließt die Originalität nicht aus, sondern ein. Die Ideologien propagieren eine Gleichheit aller, die allzu schnell zu einer Zwangsgleichheit, zur Uniformität ohne Möglichkeit des Sich -selbst -Seins führt. Der Geist Gottes ist nicht ein Geist der Uniformität, sondern der Originalität. Und das wird in dem Leben der Gemeinde, in den je zugeeigneten Begabungen deutlich. Dort ist der Geist Gottes lebendig, wo jeder sich selbst sein kann und darf, eingebunden in die Lebens – und Liebesgemeinschaft des Leibes Christi.

1Kor 12,15-16:

»(15) Wenn aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich des Leibes Glied nicht, sollte er um deswillen nicht des Leibes Glied sein? (16) Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht des Leibes Glied, sollte es um deswillen nicht des Leibes Glied sein?«

Die einzelnen Glieder der Gemeinde dürfen ihre Gabe und Dienstanweisung – in der jeweiligen Eigenart und Verschiedenheit – annehmen. Nicht das macht den Leib aus, dass alle Glieder dieselbe Funktion haben, sondern dass jedes Glied das ihm Zugeteilte übernimmt und ausführt. Wenn einzelne Glieder die ihnen geschenkte Gabe und Aufgabe übersehen, weil sie sich gegenüber anderen als minderwertig betrachten und auf diese neidisch sind, kann der Leib als ganzes nicht das tun, was er soll. Jeder, den der Gottesgeist gegriffen und begabt hat, hat seinen unverzichtbaren Platz in der Gemeinde. Kein Glied der Gemeinde soll meinen, weil es eine (vielleicht besonders hervorhebende) Geistesgabe nicht hat, gehöre es nicht zum Leib. Kennen wir nicht die Aussage, dass der, der nicht die Gabe der Zungenrede hat, noch kein ganzer Christ ist? Das wird wohl auch in Korinth im Hintergrund stehen. Das aber zerstört die Einheit der Gemeinde. »Du störst mit deinen ängstlichen, vergleichenden Minderwertigkeitsgefühlen die Einheit der Gemeinde!« Lassen wir uns das sagen: Wir dürfen ein christliches Selbstbewusstsein haben, das darin lebt: »Mein Herr hat mich an diesen Platz gestellt und mit dieser Dienstgabe betraut.«

1Kor 12,17-18:

»(17) Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? (18) Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches am Leibe besonders, wie er gewollt hat.«

Minderwertigkeitsgedanken richten sich gegen Gott selbst. Er hat »die Glieder gesetzt, ein jegliches am Leibe besonders«. Er hat das »gewollt«. Es ist sein göttlicher Wille, dass in der Gemeinde – das Bild vom »Leib« lässt sich überall bruchlos übertragen – jedes einzelne Glied seinen Platz, seine Aufgabe und seinen Dienst hat. Kein Glied ist und kann der ganze Leib sein. Sonst würde Wesentliches fehlen. Hören wir diese Tröstung, Ermutigung, aber auch Zurechtweisung: Wo du fehlst, deine Gabe nicht in die Gemeinde einbringst, da fehlt Wesentliches, da leidet der Leib Schaden!

1Kor 12,19-20:

»(19) Wenn aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib? (20) Nun aber sind der Glieder viele, aber der Leib ist einer.«

Leib und Glieder gehören zusammen. Die vielen Glieder sind verbunden, ja zum Gebrauch erst tüchtig dadurch, dass sie an und in einem Leib zusammenwirken und zueinander geordnet sind. Der Leib besteht nicht aus einem Glied – das wäre eine greuliche, untaugliche Missgeburt. Dan wird auch dem Hochmut dessen gewehrt, der meint, seine Gabe sei die allen anderen überlegene. Überhaupt gilt: Wenn wir mit unserer Gabe, in unserem Dienst und Platz das neidische oder hochmütige Vergleichen beginnen, schädigen wir den Leib zutiefst. Das mag nicht nur den Korinthern in ihren vergleichenden und einander be – und abwertenden Streitigkeiten gesagt sein, sondern gilt der Gemeinde Jesu aller Zeiten.

1Kor 12,21:

»Es kann das Auge nicht sagen zu der Hand: Ich bedarf dein nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich bedarf euer nicht.«

Wenn Sätze fallen, wie: »Ich bedarf deiner nicht«, dann ist die Einheit zumindest bedroht, dann ist die Liebe, das Kennzeichen der Jünger, schon zerbrochen. Wir haben einander nötig, wie das Auge auf die Hand, wie der Kopf auf die Füße angewiesen sind. Unsere ungebrochene Eigensucht und der Mangel an Liebe wird dann am deutlichsten, wenn wir nicht mehr wissen und leben, dass wir in der christlichen Gemeinde einander brauchen. Das aber ist nicht oberflächlich oder im Sinn von »Einigkeit macht stark« gemeint, sondern es geht um Wesentlicheres: Es gilt, den Auftrag des Herrn auszufahren, gemeinsam zu seiner Ehre zu wirken. »Ich bedarf deiner«: Das ist echte Bruderliebe. Keiner hat nur zu geben; jeder ist auch auf die Gaben angewiesen, die den anderen zuteil geworden ist. Wer meint, den bzw. die anderen nicht zu brauchen, weil er an sich und seiner Gabe genug hat, steht in Gefahr, dem Hochmut zu verfallen. Dann kommt der »alte Mensch« wieder zum Zuge, und beide, sowohl dieser Einzelne als auch die ganze Gemeinde, nehmen daran Schaden.

1Kor 12,22-23:

»(22) Sondern vielmehr die Glieder des Leibes, die uns dünken die schwächsten zu sein, sind die nötigsten; (23) und die uns dünken am wenigsten ehrbar zu sein, die umkleiden wir mit besonderer Ehre; und die uns übel anstehen, die schmückt man am meisten.«

Die »schwächsten« Glieder »sind die nötigsten«: das ist ein überraschender Satz. Doch schon vom menschlichen Körper gilt, dass Glieder und Organe, die wir gar nicht beachten, die uns vielleicht sogar entbehrlich erscheinen, doch für die Gesundheit und Kraft oft unentbehrlich sind. Ohne Hand oder Fuß kann man noch leben, nicht aber ohne uns vielleicht im täglichen Empfinden völlig unwichtig erscheinende Drüsen zum Beispiel. Gerade für den »Leib« der Gemeinde Jesu Christi gilt das genauso. Suchte doch ihr Herr besonders die Schwachen und Ausgestoßenen, an ihnen zeigt sich die Ehre und Kraft Gottes in eindeutiger Weise, und sie bewahren so die ganze Gemeinde vor dem gefährlichen Hochmut, der nicht mehr aus dem Empfangen lebt (vgl. Mt 11,25-28; auch Ps 6,3; Hes 34,16; Apg 20,35; Röm 14,1; 15,1; 1Kor 1,27; 9,22; 2Kor 12,9ff.; 1Thess 5,14; Hebr 4,15). So ist es im Leib: Die Glieder, »die uns dünken am wenigsten ehrbar zu sein« und »die uns übel anstehen« – angespielt ist wohl ohne Abwertung, aber vom Standpunkt der Scham und Sitte aus, auf die Geschlechtsorgane -, »die umkleiden wir mit besonderer Ehre«, »die schmückt man am meisten«. So soll es auch am »Leib« der Gemeinde Jesu sein. Dan hat der Schwache seinen Platz und genießt besondere Wertschätzung. Die Gemeinde Jesu Christi wird an ihrem Verhalten gegenüber den Schwachen erkannt, denn sie folgt hier nicht den Maßstäben von Leistung, Können und Haben der Welt, sondern sieht jedes Glied als Gottes Geliebten, Berufenen und Heiligen.

1Kor 12,24-25:

»(24) Denn die uns wohl anstehen, die bedürfen’s nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, (25) auf dass nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder füreinander gleich sorgen.«

»Gott hat den Leib zusammengefügt« (wörtlich: »zusammengesetzt, fest vereinigt«): Darauf beruht die Einheit der Gemeinde. Wer Glied am Leibe ist, das wird nicht von uns entschieden, sondern von Gott; er erwählt, er tut hinzu (vgl. Apg 2,41; 2,47; 5,14; Röm 9,10ff.). Wer mir Bruder und Schwester im Herrn ist, das bestimme nicht ich, sondern das setzt Gott, das bestimmt nicht meine Sympathie oder Antipathie, sondern Gottes Liebe; so hat auch im »Leib« Gemeinde das »geringere Glied« (wörtlich: »nachstehend, benachteiligt sein«) »höhere Ehre«, die ihm Gott gibt, denn er tut sein Werk gerade durch die Schwachen. Er will, »dass nicht eine Spaltung im Leibe sei«. Das ist es ja, was die Gemeinde in Korinth in heftigstem Streit spaltet: ihre Auseinandersetzungen um die »Ehre«. »Wer hat den vollmächtigeren Lehrer?« (vgl. 1Kor 1,10ff.). »Wer hat die größere Weisheit?« (vgl. 1Kor 2). »Wer hat die größere Kraft?« (1Kor 4). »Wer hat die größere Toleranz« (1Kor 5), »die größere Freiheit« (1Kor 6), »den größeren Verzicht« (1Kor 7), »die größere Gabe« (1Kor 14)? Gott teilt die Ehre zu und nimmt sich besonders der Schwachen an. So sollen und können »die Glieder füreinander gleich sorgen«, in Demut und Ehrerbietung einander sich annehmend, wie Christus sie angenommen hat (vgl. Röm 15,7; Gal 5,13).

1Kor 12,26:

»Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.«

Wieder ist das Bild des menschlichen Körpers – besonders beim Schmerz, der ja auf den ganzen Körper Auswirkungen hat treffendes Bild für das Miteinander der Gemeinde. »Wenn ein Glied leidet«, etwa unter seinen Minderwertigkeitsgedanken, aber auch unter anderen Arten des Leidens (wörtlich: »in Unglück kommen«), »so leiden alle Glieder mit«, sie werden in Mitleidenschaft gezogen. Gerade darin zeigt sich die wirkliche brüderliche Liebe, dass uns der andere nicht gleichgültig lässt, wie auch wir alle vom »Mitleiden« Christi leben (vgl. Mt 9,36; 14,14; 15,32; 18,27; 20,34; Lk 15,20; Hebr 4,15). Ebenso aber auch gilt: »Wenn ein Glied wird herrlich gehalten« (wörtlich: »verherrlicht wird«) – etwa dass Gott besonderen Segen und Frucht schenkt -, »so freuen sich alle Glieder mit.« Das ist wahrhaft einträchtige Gemeinde, eine Gemeinde, die die Prägung der Liebe trägt. Denn dort, wo Liebe ist, ist ungekünsteltes Mitleiden und ungeheuchelte Mitfreude, denn ich bin auf den andern ausgerichtet. Unsere Gleichgültigkeit an Leid und Freude des Bruders zeigt wieder unseren Mangel an Liebe.

1Kor 12,27:

»Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil.«

Der Apostel entwirft hier kein Idealbild, sondern er beschreibt trotz aller Mängel und Brüche – die Wirklichkeit der christlichen Gemeinde in Korinth. Das ist die überwältigende Geisteswirkung, das ist die unüberbietbare Würde: »Ihr seid der Leib Christi.« Und an diesem »Leib« ist jeder einzelne der korinthischen Gemeinde als Teil eingefügt, eben als »Glied«. Immer wieder erinnert Paulus die Gemeinde an ihre Wirklichkeit.

1Kor 12,28:

»Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste Apostel, aufs andre Propheten, aufs dritte Lehrer, danach Wundertäter, danach Gaben, gesund zu machen, Helfer, Regierer, mancherlei Zungen.«

Gott hat diese Wirklichkeit des einen Leibes seiner Gemeinde geschaffen, und er hat auch jedem einzelnen Glied sein Amt zugeteilt: Er »hat gesetzt …« Niemand kann sich selbst zu etwas einsetzen, soll es in Vollmacht sein; das tut allein Gott. Gott hat beauftragt: Das gilt zuerst für die, die mit der Verkündigung seines Wortes beauftragt sind, für Apostel, Propheten und Lehrer. Die Aufzählung dieser drei Beauftragungen ist zugleich eine Rangordnung in sachlicher und zeitlicher Hinsicht. Gott hat »aufs erste Apostel« eingesetzt, vom Herrn selbst berufene Augen – und Ohrenzeugen des irdischen Jesus, denen von ihrer Zeugenschaft her besondere Autorität zukommt. Das Apostelamt ist ein einzigartiges, unwiederholbares Amt (vgl. zu 1Kor 1,1). »Propheten« werden an zweiter Stelle genannt. Dies sind Männer, die vom Geist Gottes geleitet in bestimmten Situationen Gottes Willen aussagen und sein Handeln voraussagen und so die Gemeinde zu rechter Nachfolge anleiten. Zum dritten werden »Lehrer« genannt, Männer, die in der Auslegung des Wortes Gottes die Gemeinde in der Offenbarung und im Willen und Plan Gottes unterweisen und gründen. Dass hierbei noch keine fest abgegrenzten »Ämter« vorliegen, wird schon an Paulus selbst deutlich. Er tritt ja als Apostel in seinen Briefen ebenso als Prophet wie als Lehrer vor die Gemeinde. Doch wird auch die jeweils unterschiedene Beauftragung mit diesen Diensten der Verkündigung bezeugt (vgl. Apg 13,1). Die drei »Ämter« genießen wohl deshalb besonderen Vorrang, weil durch ihre geistgewirkte Arbeit Gemeinde ins Leben gerufen und gefestigt wurde und wird.

Nach diesen Kirchen gründenden Diensten folgen die Gemeinde stärkende und ordnende Geisteswirkungen, die je Einzelnen in der Gemeinde verliehen sind: »Die »Wundertäter« (wörtlich: »Machttaten«; vgl. zu 1Kor 12,10), durch die der Sieg Jesu Christi gegenüber den dämonischen Mächten vollzogen wird; »Gaben, gesund zu machen«, wo die Herrschaft Jesu Christi gerade auch in der Leiblichkeit des Nachfolgers sichtbar wird. Die »Helfer« (wörtlich: »Hilfeleistungen«): das meint – und auch das ist Geisteswirkung – die Fürsorge für die Bedürftigen, also die Gnadengabe »Diakonie«, die Wirkung des Heiligen Geistes ist vgl. Apg 6,3). Diakonie ist etwas ganz anderes als Nächstenliebe; Diakonie ist nicht machbar, sondern Geisteswirkung. Die »Regierer« (wörtlich: »Leitungen«; auch im Griechischen mit dem Sinn »Verwaltung«): gemeint ist das – hier bezeichnenderweise ganz am Ende der Aufzählung genannte – Leitungsamt, das das Leben in der Gemeinde ordnet und lenkt. Auch das ist Geisteswirkung und nicht einfach erlernbar.

Hier bekommt das »Amtliche«, das Verwaltungsgeschäft – so oft geschmäht – einen geheiligten Stellenwert. Und die Überbetonung dieser Geistesgabe in Korinth deutlich zurechtrückend am Ende wird von Paulus die Geistesgabe der Zungenrede hinzugefügt, die Anbetungsgabe, die den Lobpreis Gottes in der Gemeinde nicht verstummen lässt. Alle Dienste und Geisteswirkungen stehen unter dem Vor-Satz: »Gott hat gesetzt …«

Edition C

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass alle Glieder des Körpers anders aussehen, und nicht nur andere Funktionen haben? Nicht einheitliche Kleidung, oder einheitliches denken ist hier der Schlüssel! Auch nicht die Einheit durch einen „Papst“ oder eine Gruppe von „Leitenden Männern“ ist hier der Schlüssel, sondern das eine Haupt: der CHRISTUS!
Paulus schreibt hier nichts, von Gehorsam und einsortieren unter einer Führung unter die Apostel oder unter Jerusalem – sondern und Christus! Den er selber, Paulus, tat nur dass, was Christus ihm aufgetragen hat und ließ sich unter der Führung des heiligen Geistes hier und dort bringen. Paulus sagt auch, dass jeder Aufgaben von Christus erhält – und nicht, dass es eine Gruppe gibt, die Aufgaben haben und die anderen diesen dienen sollen! Wenn also jeder Aufgaben von Christus bekommen hat – welche Aufgabe hast DU?
Und wenn Christus das Haupt EINES Leibes ist – welche Gemeinden/ Kirchen gehören Deiner Meinung nach ( und welche Christi Meinung nach) zu dem Leib? Kann es sein, dass wir so unterschiedliche christliche Gruppen sehen, daran liegen, dass nicht jeder Fuß oder Hand oder eines der Organe ist? Kann es sein, dass Christus uns alle benutzen kann – gerade weil wir so unterschiedlich aussehen, so unterschiedlich „funktionieren“? Warum also die Fehler der anderen Gemeinde oder der anderen Brüder auseinandernehmen? Vielleicht gebraucht Christus diese ja genauso wie uns? Oder könntest du deinem Fuß den Unterschied von einem deiner inneren Organe erklären? Wenn also deine Religion dir erklären will, dass nur bestimmte orgs Gott dienen, und dass dann nur bestimmte Personen bestimmte Aufgaben haben, dann schau dir die Worte des Paulus noch einmal in Ruhe an – und schau, ob sie wirklich unter der Leitung Jesu Christi dienen, oder sich selbst zum Haupt gemacht haben könnten. Wahre Christen sind EIN LEIB UNTER CHRISTI FÜHRUNG.