Monatsarchiv für September 2019

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Wertlos oder Wertvoll??

Folgendes habe ich gerade im www gefunden, und möchte es mit euch teilen:



Da war einmal ein Mann namens George Thomas, ein Pastor in einer kleinen Ortschaft in New England. An einem Ostersonntag kam er morgens mit einem alten rostigen Vogelkäfig in die Kirche und stellte ihn auf das Rednerpult. Augenbrauen wurden fragend hochgezogen und als Antwort begann der Pastor zu sprechen.
„Ich bin gestern durch den Ort gegangen und sah einen kleinen Jungen entgegenkommen, der diesen Vogelkäfig schwang. Am Boden des Käfigs waren drei kleine wilde Vögel, zitternd vor Angst und Kälte. Ich hielt ihn an und fragte: „Was hast du da mein Sohn?“ „Nur ein paar alte Vögel,“ kam die Antwort. „Was hast du mit denen vor?“, fragte ich. „Ich bringe sie heim und werde meinen Spaß mit ihnen haben.“ antwortete er. „Ich werde sie etwas ärgern, ihnen Federn ausrupfen und sie kämpfen lassen. Ich werde eine tolle Zeit haben.“ „Und wenn du nachher keine Lust mehr auf sie hast. Was wirst du dann tun?“ „Oh ich hab einige Katzen,“ sagte der kleine Junge. „Die mögen Vögel. Denen werde ich sie geben.“
Der Pastor verstummte einen kurzen Moment. „Wie viel möchtest du für diese Vögel haben, mein Sohn?“
„Huh?? !!! Warum? Du möchtest diese Vögel nicht haben. Das sind gewöhnliche alte Feldvögel. Die singen nicht und sind nicht einmal hübsch.“
„Wieviel?“, fragte der Pastor wieder. Der Junge musterte den Pastor, als ob er verrückt wäre und sagte: „Zehn Dollar?“ Der Pastor griff in seine Tasche und zog einen Zehndollarschein hervor. Er platzierte ihn in die Hand des Jungen. Augenblicklich war der Junge weg. Der Pastor hob den Käfig auf und trug ihn vorsichtig zum Ortsrand, wo ein Baum und eine Wiese waren. Er stellte den Käfig ab, öffnete die Käfigtür und durch leichtes Klopfen an die Gitterstäbe jagte er die Vögel nach draußen und ließ sie frei.                             
Gut, das erklärt jetzt den leeren Vogelkäfig auf dem Rednerpult.

Dann begann der Pastor folgende Geschichte zu erzählen:
Eines Tages hatten Satan und Jesus ein Gespräch. Satan kam gerade vom Garten Eden und war voller Schadenfreude am Prahlen: „Ja Sir. Ich hab grad eine ganze Welt voller Menschen dort gefangen. Ich hab Fallen gestellt, sie gelockt und sie konnten nicht widerstehen. Hab sie alle!“ „Was hast du mit ihnen vor?“, fragte Jesus. Satan antwortet: „Oh, ich werde meinen Spaß mit ihnen haben! Ich werde ihnen das Heiraten und Scheiden beibringen. Wie man einander hasst und sich ausnutzt. Wie man säuft, raucht und flucht. Ich werde ihnen zeigen, wie man Pistolen und Bomben erfindet und sich gegenseitig tötet. Ich werde wirklich viel Spaß haben!“
„Und was wirst du tun, wenn du fertig bist mit ihnen?“, fragte Jesus. „Oh, ich werde sie umbringen“, strahlte Satan stolz. „Wieviel willst du für sie haben?“, fragte Jesus. „Oh, du willst diese Leute nicht haben. Die sind nicht gut. Warum? Du wirst sie nehmen und sie werden dich hassen. Sie werden dich anspucken, verfluchen und dich töten. Du willst diese Menschen nicht haben!!“ „Wieviel?“, fragte Jesus wieder. Satan schaute Jesus an und spottete: „Dein ganzes Blut, deine Tränen und dein Leben.“
Jesus sagte: „GEKAUFT!“ Und dann zahlte er den Preis.
Der Pastor nahm den Käfig und verließ das Pult.

Geschrieben von Thomas am 29. September 2019 | Abgelegt unter Fragen zur Bibel,jehovah-shammah,Religion | Keine Kommentare

Hat Gott alles in seiner Hand?

Bei FB und anderen sozialen Medien lese ich in den letzten Tagen des öfteren, welche Probleme es in den nächsten Monaten geben würde, und ob man für oder gegen die Umweltschützer sein sollte. Dabei stellt sich dann die Frage: Gibt es den irgendetwas, was Jehovah nicht in seiner Allmacht lenken kann? Ist IHM etwa entglitten?

Da ich gerade „im Auftage“ die älteren WT durcharbeite, bin ich über folgendes gestolpert:
Zitat aus Wachtturm Februar 1950

NEBUKADNEZAR war ein Dämonenanbeter. Im Sinn dieses Namens ist der Name eines babylonischen Gottes eingeschlossen, nämlich „Nebo schützt vor Unglück“. Nebukadnezar nannte seinen Sohn und Nachfolger auf dem babylonischen Thron nach einem andern heidnischen Gott: „Ewil-Merodak“. An seinem Hofe waren Heidenpriester, seine Äusserungen verherrlichten die Dämonenanbetung, zu seinen Bauwerken zählten viele Heiligtümer für heidnische Gottheiten, und er selbst war entschieden religiös veranlagt. Dennoch sagt Jehova Gott von ihm, seinen Namen in einer Variante gebrauchend: „Nebukadrezar, der König von Babylon, mein Knecht.“ Wie konnte dies sein?
Jehova Gott bediente sich Nebukadnezars als eines Werkzeuges, um am abgefallenen Juda das Gericht zu vollziehen.

Also jeder, der heute irgendwo lebt, KANN – wenn Jehovah es will – dazu benutzt werden, um SEINEN Plan umzusetzen. Dazu ist meine persönliche Anstrengung NICHT nötig. Ich muss nicht für oder gegen den einen oder anderen Politiker sein, ich muss nicht für oder gegen eine Bewegung sein, ich muss auch keine Notfallkoffer anlegen! Das einzige was ich als SEIN ANBETER tun muss – ist mich ganz auf IHN zu verlassen, IHM zu vertauen und IHN zu lobpreisen ( ob allein, zu zweit oder in großer Menge).

Geschrieben von Thomas am 21. September 2019 | Abgelegt unter Fragen zur Bibel,JS,Religion | Keine Kommentare

Kann ich mir bei Gott etwas verdienen?

So manch einer denkt, dass er mit besonderer Anstrengung Gott zu einer Gegenleistung zwingen könnte. So ist bei manchen der Gottesdienst einmal oder mehrmals die Woche „Pflicht“ – bei anderen „das Gespräch mit Nichtgläubigen“ oder gar „mit Gewalt gegen Andersgläubige vozurgehen“.

Jesus sagte gemäß Matthäus 5:19 das „unsere Gerechtigkeit größer sein muss, als die Gerechtigkeit der Pharisäer“. Da stellt sich ja die Frage: WIE war den die Gerechtigkeit der Pharisäer zu seiner Zeit????

Ich habe einfach mal den Gedanken aus „Kommentar zum NT aus Talmud und Midrasch“ zu diesem Vers hierher kopiert. Vielleicht wird daraus klar, was Jesus meinte 😉

Wenn eure Gerechtigkeit nicht erheblich mehr wird als die der Schriftgelehrten u. Pharisäer.
γραμματεῖς, Schriftgelehrte = סוֹפְרִים, s. bei 2, 4. ‖ Φαρισαῖοι = פְּרוּשִׁים, Sing. פָּרוּשׁ, s. den Exkurs „Pharisäer u. Sadduzäer“.
Zu den Schriftgelehrten gehörten nicht nur Pharisäer, sondern auch Sadduzäer; erst als mit dem Untergang des jüd. Staatswesens i. J. 70 n. Chr. die Partei der Sadduzäer aus der inneren Geschichte des Judentums verschwand, nahm auch die sadduzäische Schriftgelehrsamkeit ein Ende. — Die Partei der Ph. umfaßte nicht bloß Schriftgelehrte, sondern in noch weit höherem Maße auch Laien, nämlich alle, die bereit waren, ihr Leben nach den religionsgesetzl. Anschauungen u. Anordnungen der pharis. Schriftgelehrten zu führen. — Wenn hier die Schriftgelehrten u. Ph. nebeneinander genannt werden, so haben wir bei jenen in erster Linie an die Männer der Theorie zu denken, die die pharis. Lehrmeinungen schulmäßig ausbildeten u. begründeten. Unter den Ph. aber werden wir besonders die Vertreter der Praxis zu verstehn haben, die das tägliche Leben in Handel u. Wandel nach den Satzungen der Schriftgelehrten zu gestalten u. zu regeln sich bemühten.
ὑμῶν ἡ δικαιοσύνη πλεῖον τῶν γραμματέων καὶ Φ., abgekürzte Vergleichung mit Auslassung von ἤ. — Die Gerechtigkeit der Schriftgelehrten u. Ph. wird von Paulus, also demjenigen Apostel, der vermöge seines Bildungsganges einen genauen Einblick in die pharis. Schulmeinungen gewonnen hatte, charakterisiert als eine δικαιοσύνη ἐκ τοῦ νόμου oder als eine δ. ἐξ ἔργων νόμου, d. h. als eine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz u. seinen Werken erwächst, s. Röm 10, 5; Gal 3, 21; Phil 3, 9; Röm 3, 20; Gal 2, 16. Diese Charakterisierung finden wir auch außerhalb des NTs. Test Dan 6: Stehet ab von jeder Ungerechtigkeit u. hangt der Gerechtigkeit des Gesetzes Gottes an κολλήθητε τῇ δικαιοσύνῃ τοῦ νόμου τοῦ θεοῦ. — Apoc Bar 67, 6: Der balsamische Weihrauchduft der Gerechtigkeit aus dem Gesetz iustitiae ex lege ist aus Zion getilgt. — Auch hier bezeichnet die δικαιοσύνη τοῦ νόμου, bezw. die iustitia ex lege die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt. Aber aus allem dem erfahren wir nichts Näheres darüber, wie denn nun eigentlich nach der Meinung der alten Synagoge des Israeliten Gerechtigkeit aus dem Gesetz u. seinen Werken hervorgeht. Darüber belehrt uns erst die rabbin. Literatur. Die Sache verhält sich so. Jede Gebotserfüllung מִצְוָה schließt als ein Akt des Gehorsams gegen den göttlichen Gesetzgeber ein Verdienst זָכוּת (Plur. זָכִיּוֹת) des Israeliten vor Gott in sich, ebenso wie jede Gesetzesübertretung עֲבֵירָה eine Schuld חוֹבָה vor Gott nach sich zieht. Von den Gebotserfüllungen abgesehen werden Verdienste vor Gott weiter erworben durch Almosen, Fasten u. besondere Liebeswerke, nicht zuletzt durch das Torastudium. Das Verhältnis, in welchem die Verdienste des Menschen nach Zahl u. innerm Wert zu seinen Übertretungsschulden stehen, stellt den jeweiligen rechtl. Stand des Menschen vor Gott dar: überwiegen die Verdienste, so wird der Mensch von Gott als ein Gerechter צַדִּיק angesehen; überwiegen seine Übertretungsschulden, so gilt er als ein Frevler רָשָׁע. — Hierbei ist die wichtige Frage noch nicht berührt, von deren Beantwortung die ganze Verdiensttheorie abhängt, die Frage: was ist als Gebotserfüllung u. was ist als Gebotsübertretung anzusehn? Eine Gesetzesübertretung läßt sich nur an der Hand des Wortlautes des Gesetzes feststellen; eine Handlung, auf die der Wortlaut eines Gesetzes nicht zutrifft, kann nicht als Übertretung dieses Gesetzes hingestellt werden. Demgemäß haben auch die rabbin. Gelehrten für eine Gesetzesübertretung nur diejenige Handlung angesehen, die entweder dem Buchstaben einer Gesetzesbestimmung nicht voll entsprach oder ihm geradezu widersprach. Liegt aber darin nicht zugleich die Anerkennung beschlossen, daß nun auch umgekehrt jede buchstäbliche Erfüllung eines Gebotes als eine volle, dem Gesetz Genüge tuende anzusehn sei? Die alte Synagoge hat diese Frage bejaht. Gewiß können auch nach ihrer Meinung subjektive Momente den Wert einer Gebotserfüllung erhöhen. Hat jemand zB ein Verbot beobachtet unter schwerem innerem Kampf gegen den eignen bösen Trieb; oder hat ein andrer keine Kosten gescheut, um die Ausführung eines Gebotes so schön zu gestalten, wie es nur in seinen Kräften stand; oder hat ein dritter einer Gesetzesbestimmung nicht aus Furcht vor Gott, sondern aus Liebe zu Gott genügt: so sind das alles Gründe, die der Gebotserfüllung einen besonderen Wert verleihen; aber es sind doch immer nur Akzidenzien; fehlten sie, so würde auch ohne sie eine vollgültige Gebotserfüllung vorliegen, falls nur dem Buchstaben des Gebotes genügt war. Erst die Anerkennung dieses Grundsatzes, daß die buchstäbliche Erfüllung eines Gebotes als eine vollgültige u. verdienstliche Gebotserfüllung anzusehen sei, hat die Verdienstlehre der alten Synagoge möglich gemacht.
Hiernach kommt die Gerechtigkeit aus dem Gesetz zustande dadurch, daß der Israelit durch pünktliche, wäre es auch nur äußerliche Erfüllung der einzelnen Gesetzesbestimmungen eine solche Menge von Gebotserfüllungen u. einen solchen Schatz von Verdiensten erwirbt, daß die Gebotsübertretungen u. die daraus sich ergebenden Übertretungsschulden nach Zahl u. Gewicht überragt werden. Ist diese Bedingung erfüllt, dann hat er Gottes Urteil für sich, d. h. Gott sieht ihn als einen Gerechten an.
Diese Art von Gerechtigkeit hat Jesus nicht anerkannt: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht erheblich mehr wird als die der Schriftgelehrten u. Pharisäer (d. h. wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten nicht bei weitem übertrifft), so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehn.“ Aber dabei bleibt Jesus nicht stehn: er tritt auch in den Kampf gegen die Gesetzesgerechtigkeit der Ph. ein. Das tut er, indem er das Fundament zerstört, auf dem die Verdienstlehre der Schriftgelehrten mit der ganzen Gesetzesgerechtigkeit ruhte. Dieses Fundament war der Satz, daß die buchstäbliche Erfüllung des Gesetzes eine volle, den göttl. Ansprüchen genügende Gesetzeserfüllung sei. Gegen diesen Satz erhebt die ganze Bergpredigt Jesu Protest: nicht dem Buchstaben nach gilt es das Gesetz zu erfüllen; Gott will eine bessere Erfüllung seiner Gebote, eine Erfüllung im Geist u. in der Wahrheit. Was das heißt, macht Jesus dann klar durch die Auslegung, die er einzelnen Geboten zuteil werden läßt. Dabei stellt er überall der buchstäblichen Ausdeutung der Gebote, wie sie von den Schriftgelehrten beliebt wurde, seine Auslegung entgegen, die den vollen religiös-ethischen Gehalt aufdeckt, den Gott in seine Gebote hineingelegt hat. In solcher Tiefe sollen seine Jünger die Gebote erfassen u. erfüllen; dann werden sie bald erkennen, daß es um die Gesetzeserfüllung der Ph. nichts sei, u. daß die Verdienstlehre der Schriftgelehrten samt der darauf aufgebauten Gesetzesgerechtigkeit vor dem Richterstuhl des menschl. Gewissens haltlos in sich selbst zusammenbricht.

Geschrieben von Thomas am 11. September 2019 | Abgelegt unter Fragen zur Bibel,jehovah-shammah,JS,Religion | Keine Kommentare

Jesus und die Ehebrecherin (Johannes 8:1 ff)

Immer wieder lese ich in Foren und Website, dass die Frau, von der in Johannes 8:1-11 berichtet wird, nach dem mosaischen Gesetz hätte gesteinigt werden müssen…
Doch ist dem wirklich so – oder zeigt derjenige, der dies behauptet einfach nur, dass er das mosaische Gesetz nicht kennt? Und wenn es Mose vorgeschrieben hat, haben wir dann nicht hier einen Punkt gefunden, wo Jesus Christus gegen das Gesetz verstoßen hat??

Um es kurz zu machen, habe ich hier aus einem Vortrag von Arnold Fruchtenbaum den jüdischen Hintergrund reinkopiert:

Lasst uns noch ein weiteres Beispiel anschauen, Johannes 8, 1-11. Wie wir gesagt haben, hatten die Pharisäer nie die Möglichkeit, Jesus wegen der Übertretung eines mosaischen Gesetzes anzuklagen, nur wegen der Übertretung des Mischna-Gesetzes und das machte keinen Eindruck auf ihn. Was nun hier geschieht, ist ihr Versuch, Jesus dazu zu bringen, etwas gegen das mosaisches Gesetz zu sagen. Es wird ihr einziger Versuch bleiben. In den Versen 1 und 2 bringen sie eine Frau zu Jesus und sagen, dass diese des Ehebruchs schuldig sei, Vers 3. Und in Vers 4 sagen sie: „Meister, diese Frau ist während der Tat beim Ehebruch ertappt worden.“ Sie wollen damit Jesus wissen lassen, dass es keinen Zweifel an ihrer Schuld gibt. Sie stellen den Punkt heraus, dass sie auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt wurde. Nun, Vers 6 sagt uns, dass sie dies sagten, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten. Der Punkt dieses Verses ist, dass dies lediglich eine Falle war, denn mit der Art und Weise, wie sie diesen Fall vorbrachten, haben sie sich selber verraten, weil sie sagten, sie hätten sie auf frischer Tat ertappt. Nun man kann beim Ehebruch nicht auf frischer Tat ertappt werden, wenn nicht wenigstens zwei Leute daran beteiligt sind. Es ist möglich einen Einzelnen anzuklagen, aber um auf frischer Tat ertappt zu werden, bedarf es mindestens zwei Personen. Nun, ich lebe in Kalifornien und dort sind es gewöhnlich drei oder mehr. Also wo ist die andere Hälfte dieser Beziehung? Aber das ist ja nicht ihr Ziel.
In Vers 5 sagen sie zu ihm, dass Mose im Gesetz geboten hat, so jemanden zu steinigen. Und sie fragen ihn, was denn er dazu sagt. Nun, hier geht es nicht um die Überlieferung der Alten, hier geht es um das Gesetz von Mose. Und sie möchten ihn dazu bringen, etwas zu sagen, das dem Gesetz Mose widerspricht. Wenn sie erfolgreich wären, würde dies seinen eigenen Anspruch, das Gesetz vollkommen zu halten, wertlos machen. Zuerst antwortet Jesus gar nichts. Vers 6 sagt, dass er sich bückte und mit dem Finger auf die Erde schrieb. Sie fuhren damit fort eine Antwort von ihm zu verlangen. Er gab ihnen aber keine, denn in Vers 8 schreibt er wiederum etwas mit seinem Finger auf den Boden. Ich finde es sehr interessant, wie viele Kommentare über das Johannesevangelium uns zu erzählen versuchen, was er denn da geschrieben hat. Ungeachtet der zweitausend Jahre, gibt es dort wohl immer noch etwas, das sie auf dem Boden lesen können. Im griechischen Text liegt die Betonung nicht auf dem Schreiben, sondern auf dem Finger. Im Griechischen kann man dieselbe Sache auf verschiedene Weise ausdrücken, aber das, was man betonen möchte, stellt man dabei an den Anfang des Satzes. Und was hier am Anfang des Satzes steht, hat etwas mit seinem Finger zu tun. Warum liegt die Betonung auf dem Finger? Der Grund für die Betonung des Fingers ist, dass dieser Finger der Autor dieses Gesetzes ist.
Gott gab Mose 613 Gebote, 603 davon auf einer Rolle geschrieben, mit einem Stift und von einem Menschen. Aber zehn davon wurden in Stein graviert. Und vier Mal wird uns im Alten Testament gesagt, dass die zehn Gebote mit dem Finger Gottes in Stein geschrieben wurden. Eines dieser Zehn ist das Gebot gegen den Ehebruch. Also ist der Grund dafür, dass die Betonung auf dem Finger liegt, der, herauszustellen, dass er der Urheber des Gebotes ist. Er weiß ganz genau, was das Gesetz Mose über dieses Gebot sagt. Er weiß alles, was Mose über dieses Gebot gesagt hat und über seine Bestrafung. Nun, die Antwort, die er gibt, steht in Vers 7: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!“ Er sagt nicht, wer völlig sündlos ist, werfe den ersten Stein, denn wenn er das gesagt hätte, hätte er das mosaische Gesetz gebrochen. Das mosaische Gesetz erforderte keine Vollkommenheit des Ausführenden, bevor jemand hingerichtet werden konnte, ansonsten hätte niemand unter dem mosaischen Gesetz hingerichtet werden können.
Aber das mosaische Gesetz befahl ja die Hinrichtung für bestimmte Sünden. Eine davon ist der Ehebruch. Also sagt er nicht, nur wer vollkommen ist, werfe den ersten Stein, sondern er sagt hier folgendes: Wenn ihr die Frau aufgrund des mosaischen Gesetzes verurteilen wollt, dann müsst ihr sie richten auf der Basis all dessen, was das mosaische Gesetz über diese Sünde und deren Bestrafung sagt. Ja, das mosaische Gesetz sagt tatsächlich, dass jemand, der des Ehebruchs schuldig ist, gesteinigt werden muss. Aber das ist nicht alles, was Mose darüber geschrieben hat. Mose hat auch geschrieben, dass niemand zu Tode gesteinigt werden darf, außer auf die Aussage zweier oder dreier Zeugen hin. Diese haben sie hier, denn sie sagen ja, dass sie auf frischer Tat ertappt wurde. Aber auch das ist noch nicht alles, was Mose darüber geschrieben hat. Mose hat auch geschrieben, dass die zwei oder drei Zeugen, aufgrund deren Aussage jemand zu Tode gesteinigt wird, dafür verantwortlich sind, den ersten Stein zu werfen. Aber auch das ist noch nicht alles, was er schrieb. In 5 Mose 13 und ebenso in Kapitel 17, als er über die wahren und treuen Zeugen in einer Gerichtsverhandlung schrieb, führt er auch den Punkt an, dass die zwei oder drei Zeugen, auf deren Aussage hin jemand verdammt werden sollte, und die auch verantwortlich dafür waren, den ersten Stein zu werfen, nicht derselben Sünde schuldig sein durften, derentwegen sie den anderen anklagten.
Im Zusammenhang mit dem mosaischen Gesetz, und das ist der besondere Kernpunkt hier, sagt er folgendes: Wenn eure zwei Zeugen nicht der gleichen Sünde schuldig sind, dann lasst sie vorangehen und den ersten Stein werfen. Genau so wie Mose es befohlen hat. Und was geschah? Einer nach dem anderen gingen sie weg. Vielleicht traf es auf einige unter ihnen zu, dass sie nicht unschuldig waren. Vielleicht war unter ihnen derjenige, mit dem sie beim Ehebruch ertappt worden war. Schließlich blieb sie allein zurück. In Vers 11 fragt Jesus nun: Hat dich niemand verurteilt? Sie sagt: Nein, niemand Herr. Er antwortet: Dann verdamme auch ich dich nicht. Er entschuldigt nicht ihre Sünde, denn er warnt sie dann: Geh hin und sündige nicht mehr. Aber hier ging es um eine offizielle Verurteilung nach dem Gesetz Mose. Weil die zwei oder drei Zeugen nicht gewillt waren, den ersten Stein zu werfen, gab es keine legale Grundlage, sie nach dem mosaischen Gesetz zu richten. Das war der einzige Versuch, den die Pharisäer unternahmen, Jesus dazu zu bringen, dem mosaischen Gesetz zu widersprechen, und er schlug fehl. Sie versuchten das nie wieder. Von diesem Zeitpunkt an klagten sie ihn nur noch wegen der Übertretung des Mischna-Gesetzes an, wie auch schon vorher.

Ztat von:
Fruchtenbaum
Hoehepunkte im Leben Jesu aus jüdischer Sicht


Anmerkungen dazu aus anderen Nachforschungen:

Deut 17:7 „Die Hand der Zeugen soll ZUERST an ihm sein, ihn zu töten….“
Deut 13;10
Deut 19:15 ff der Zeuge darf auf KEINEN FALL selbst dieser Sünde verfallen sein

daraus folgt:
1. der Ehebrecher fehlt nur scheinbar bei dieser Geschichte …
2. mindestens einer der beiden Zeugen ist auch des Ehebruchs schuldig
3. es gab keine zwei Zeugen, die nicht des Ehebruches mit dieser Frau schuldig waren
4. da Jesus nicht Zeuge des Ehebruchs war, konnte er auch nicht den ersten Stein werfen….
außerdem gab es zusätzliche Gesetze damals, die die Zeugen noch weiter einschränkten: man musste denjenigen persönlich gewarnt haben, dass er auf eine schwere Sünde hinsteuert…und nur wenn derjenige weiterhin sündigte, durfte man diesen Anklagen. Das tut Jesus eben hier indem er ihr sagt, „sündige nicht weiter“….
da Menschen nicht gegen sich selbst aussagen durften – also nicht selbst einer Todeswürdigen Sünde anklagen durften…
… da es keine zwei Zeugen gegen die Sünderin gab, die nach dem mosaischen Gesetz als Zeugen ausgesagt hätten, gab es auch keine zwei Zeugen die die ersten Steine geworfen haben….und damit durfte/konnte Jesus nach dem mosaischen Gesetz gar nichts gegen die Sünderin unternehmen…. jedenfalls nicht mehr, als sie mündlich zu verwarnen….

Wenn man sich mit dem Gesetz auseinandersetzt, dann erkennt man schnell, dass die Geschichte des „Gemeinschaftsentzuges“ so nämlich NICHT zu begründen ist….

Geschrieben von Thomas am 9. September 2019 | Abgelegt unter Allgemein,Fragen zur Bibel,jehovah-shammah,JS | Keine Kommentare

Kleidung des Hohenpriesters

Wir sind Sonntags gerade bei Exodus 39 … und die Wiederholung der Kleidung der Priester…. – Wiederholung, da ja zuerst die Anweisungen kamen, wie die Kleidung auszusehen hat, und nun die Umsetzung…
Was lernen wir daraus? Alles GENAU so machen, wie Gott es wünscht – das ist die Kunst.
Aber wie sah die Keidung aus? Es klingt sehr kompliziert …deshalb habe ich einmal zwei Videos herausgesucht…

Geschrieben von Thomas am 1. September 2019 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare