„ER erlangte eine ewige Befreiung für uns“

Seitdem Jesus Christus hier ist, gibt es neue Regeln. Er ist der oberste Priester, er steht über allem! Er lebt im allerderbsten vollkommen heiligen Ort im Himmel, den kein Mensch bauen konnte. Er ist noch nicht mal Teil dieser Welt.
Jesus hat nur einmal Blut an den allerheiligsten Ort gebracht, und zwar kein Blut von Tieren, sondern sein eigenes Blut. Dadurch hat er uns gerettet, sodass wir nicht mehr weit weg von Gott leben müssen. Die Rettung aus unserem Dreck wurde hier perfekt gemacht, für immer.

VolxBibel – Hebr 9,11–12

 Als jedoch Christus als Hoher Priester kam, um das Gute zu bringen, das jetzt schon da ist, ging er durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht wurde, das heißt, das nicht Teil dieser Schöpfung ist.  Er ging ein für alle Mal an den heiligen Ort — aber nicht mit dem Blut von Ziegenböcken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut — und erlangte eine ewige Befreiung für uns.

neue Welt Übersetzung – 2018 – Hebräer 9,11–12

Christus aber, gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter, (d. i. der Segnungen, welche Christus einführen sollte) in Verbindung mit der größeren (O. durch die größere) und vollkommneren Hütte, die nicht mit Händen gemacht (das heißt nicht von dieser Schöpfung ist), auch nicht mit (O. durch) Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit (O. durch) seinem eigenen Blute, ist ein für allemal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte.

Elberfelder 1871, – Hebr 9,11–12
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δέ V. 1. παρα-γενόμενος Aor. Ptz. Med. -γίνομαι176 ankommen, kommen; mod. od. temp. γενομένων Aor. Ptz. Med. γίνομαι, attr. [Var. μελλόντων Ptz. μέλλω]. τὰ ἀγαθά die (wirkl.) (Heils-)Güter; τὰ γενόμενα ἀγαθά die (mit ihm) gekommenen/in Erscheinung getretenen Güter [Var. τὰ μέλλοντα ἀγαθά die (aus der Sicht des Alten Bundes) zukünftigen Güter]. τελειότερος Komp. v. τέλειος (< τέλος) vollkommen. σκηνή vgl. V. 2. χειρο-ποίητος11 (< χείρ, ποιέω) von Menschen(hand) gemacht. τοῦτʼ ἔστιν Formel das heißt (A93). κτίσις8 Schöpfung, (das) Geschaffene; τοῦτʼ ἔστιν οὐ ταύτης τῆς κτίσεως das heißt nicht zu dieser Schöpfung/Welt gehört (A154). Hb 9,12 διά m. Gen. durch, mittels, kraft. τράγος Bock, Ziegenbock. μόσχος Kalb, junger Stier. εἰσ-ῆλθεν Aor. -έρχομαι. ἐφ-άπαξ19 ein für allemal. τὰ ἅγια V. 8. λύτρωσις8 Erlösung, Loskauf, Freikauf (aus Sklaverei). εὑράμενος Aor. (vgl. H-S § 105g) Ptz. Med. εὑρίσκω, Med. hier sich verschaffen, erlangen (B 3); mod. und hat (dabei) eine ewige Erlösung erlangt (A291,2 Anm. 1).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

In diesen Versen kommt die Erörterung, die in Hebräer 8,7 begann, zum Abschluß. Der Verfasser hatte nachgewiesen, daß das Alte Testament den besseren Neuen Bund antizipierte ( Hebräer 8,7-13 ) und daß die Rituale des Alten Bundes, die in einem „irdischen Heiligtum“ vollzogen wurden, selbst auf ihre Unzulänglichkeit verwiesen ( Hebräer 9,1-10 ). Nun kommt er auf die Überlegenheit des Dienstes Christi als Mittler des Neuen Bundes zu sprechen (V. 11 -15).
Christus aber ist gekommen als ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch die größere und vollkommenere Stiftshütte. Er ist durch sein eigenes Blut, (nicht durch das Blut von Tieren) ein für allemal in das Heiligtum eingegangen (V. 12; vgl. das Blut Christi in V. 14; Hebräer 10,19.29;13,20 ) – ebenfalls ein Beweis für die Überlegenheit seines Dienstes, denn sein Blut hat eine ewige Erlösung erworben. Der Wert seines Opfers ist also unermeßlich viel größer als der der Tieropfer der levitischen Ordnung. Mit ihm wurde ein vollkommenes Lösegeld für die Erlösung der Menschen gezahlt, das nicht wiederholt werden muß (Christi Opfer gilt „ein für allemal“, ephapax; vgl. Hebräer 7,27;10,10; die Erlösung, die er vollbracht hat, ist eine ewige).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Die neue Ordnung, die Christus bringt, ist in gewisser Weise der alten levitischen Ordnung ähnlich, aber die Unterschiede fallen schwer ins Gewicht und verleihen der neuen Opfersitte ewige Geltung. Das Kommen Christi ist die Wende der Heilsgeschichte. Deshalb kommt dem einleitenden »aber« immense Bedeutung zu.

Es werden die alte und die neue Ordnung einander gegenübergestellt. So wie der irdische Hohepriester am großen Versöhnungstag in das Allerheiligste geht, so ist auch Christus in das wahre himmlische Allerheiligste »eingegangen«. Und so wie der Hohepriester nicht mit leeren Händen, sondern »durch das Blut von Böcken und Kälbern« eingeht, so hat auch Christus ein Opfer darzubringen, nämlich »sein eigenes Blut«. Diese eindrucksvolle Gegenüberstellung zu Heb 9,1-10 weist deutlich darauf hin, dass »die richtige Ordnung« (V. 10) angebrochen ist.

Im Gegensatz zu den Hohenpriestern des Alten Bundes ist Christus »ein Hoherpriester der zukünftigen Güter«. Nach einer beachtenswerten Lesart ist Christus »ein Hoherpriester der Güter, die jetzt Wirklichkeit geworden sind«. Die beiden Lesarten widersprechen sich in keiner Weise, sondern ergänzen sich vielmehr. Wegen der Parallele in Heb 10,1 , wo auch von »den zukünftigen Gütern« die Rede ist, ziehen wir aber die erste Lesart vor. Dies besagt, dass Christus die wahren Heilsgüter, die im Alten Bund nur schattenhaft umrissen waren, vermittelt. Im Himmel sind sie schon bereitet, treten aber erst durch seinen Priesterdienst in Erscheinung (vgl. V. 15).

Die Größe des Opfers Christi wird hervorgehoben und seine Wirkung klar herausgestellt. Zunächst ist Christus nicht durch ein irdisches, sondern durch ein himmlisches Heiligtum eingegangen, und zwar durch eine Hütte, »die nicht mit Händen gemacht, das ist: die nicht von dieser Schöpfung ist«. Es ist deutlich vom himmlischen Heiligtum die Rede (vgl. Heb 8,2). – Zweitens bringt er nicht »das Blut von Böcken und Kälbern«, sondern »sein eigenes Blut« dar. Drittens ist er nicht – wie die früheren Hohenpriester – mehrmals, sondern »ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen«. – Und schließlich hat er »eine ewige Erlösung erworben«. Während der atl. Opferdienst gerade auf Wiederholung angewiesen war (vgl. Heb 10,1-3), ohne jedoch eine endgültige Sühne schaffen zu können, hat Christus durch sein Selbstopfer ein für alle Mal die Grundlage eines neuen Lebens erwirkt (vgl. Gal 2,20; 2Kor 5,17). Das Vollkommene bleibt in Ewigkeit. Eine solche Vollkommenheit ist dem Opfer Christi eigen. Denn freiwillig war er dem Willen Gottes gehorsam und überwand so die Macht der Sünde und des Todes. Im Unterschied zu den Tieropfern, die auferlegt waren und zwangsläufig dargebracht wurden, kam sein Kreuzesopfer durch eine freie Entscheidung der Liebe zustande. Uns zugute ist er in den Tod gegangen und hat uns dadurch die Lasten der Sünde abgenommen (vgl. Joh 1,29).

Gerhardt Maier – Edition C

Über diesen kurzen Abschnitt hat man gesagt, daß er „mit Schwierigkeiten gespickt ist“. Es ist ein Abschnitt der Vergleiche und Gegenüberstellungen: Aaron und Christus, das Alte und das Neue, das Zelt der Zusammenkunft und etwas Größeres, das Gegenständliche und das Himmlische, die Opfer und Golgatha, das oft vergossene Blut der tierischen Opfer und das ein für allemal geschehene, nie mehr zu wiederholende Opfer dessen, der eine
ewige Erlösung erfunden hat, indem Er sein eigenes Blut vergoß und für uns in das Heiligtum eingegangen ist.
Die erste Schwierigkeit im Abschnitt bezieht sich auf die „zukünftigen Güter“. Worin genau bestehen diese „Güter“, und wann kommen sie?
Einige setzen diese „zukünftigen Güter“ mit der Zeit der Zurechtbringung in V.10 gleich und verstehen darunter die Güter, die jetzt in Christus zu uns gekommen sind. Diese Ansicht legt die Stelle dahingehend aus, daß die Güter nur, soweit sie das Volk der alten Haushaltung betrafen, „zukünftig“, aber jetzt zu uns als den Angehörigen der neuen gekommen sind.
Andere verstehen unter den Gütern Dinge, die noch kommen sollen und noch nicht Wirklichkeit geworden sind. Wir zitieren J.N. Darby, der für diese Ansicht eintritt. Er sagt: „Sie sollen noch kommen. Diese Güter bestehen aus all dem, dessen sich der Messias erfreuen wird, wenn Er regiert.“
Doch warum sollten wir gezwungen sein, eine dieser beiden Auslegungen zu akzeptieren und die andere auszuschließen? Trifft es nicht zu, daß bereits „Güter“ gekommen sind, Güter noch kommen werden und all das, was wir jetzt besitzen, zusammen mitdem, was wir noch genießen werden, in dieser Wendung, „die zukünftigen Güter“,eingeschlossen ist? Sie sollten zu den Heiligen einer früheren Zeitkommen.
Sie werden in all ihrer Fülle an einem noch ausstehenden, herrlichen Tagkommen. So scheint dies W. Kelly zu verstehen, der schreibt: „Obwohl derSegen dem Gläubigen jetzt völlig geoffenbart ist, um ihm direkten Zugang zu Gott nach dem Anrecht auf die Herrlichkeit Christi und auf die tatsächlich für die Seele vollbrachte Erlösung zu ermöglichen, ist die Ausdrucksweise bewußt so gewählt, um ‚die zukünftigen Güter‘ für sein Volk in einer anderen Zeit darzubieten und zu gewährleisten.
Dies gleicht ‚dem zukünftigen Erdkreis‘ (Kap.2), ‚der Sabbathruhe, (die) dem Volke Gottes aufbewahrt‘ bleibt (Kap.4), ‚dem zukünftigen Zeitalter‘ (Kap.6) und der angedeuteten Ausübung des Priestertums Melchisedeks (Kap.7), um nur diese zu nennen.“
Es sind daher bereits „Güter“ zu uns gekommen, doch an einem anderen, zukünftigen Tag müssen weitere Güter folgen.
Es gibt eine Hütte, die größer und vollkommener ist als das Bauwerk und System, das Israel in der Wüste kannte. In diesem Brief kommen viele „große“ Dinge vor:
Eine Errettung 2,3
Ein großer Hoherpriester 4,14
Ein großer Kampf des Leidens (Luther ’56) 10,32
Eine große Belohnung 10,35
Eine große Wolke von Zeugen 12,1
Ein großer Hirte der Schafe 13,20
Doch es gibt auch zwei „größere“ Dinge.
Mose hielt die Schmach des Christus für „größeren Reichtum“ als die Schätze Ägyptens (11,26). Hier wird eine Hütte erwähnt, die „größer“ ist als die in der Wüste befindliche. Das alte Zelt der Zusammenkunft war, obwohl göttlich angeordnet, ein Werk von Menschenhand. Im Dienst Aarons ging es um Gegenstände sowie um Dinge, die man sehen und berühren konnte, doch der Dienst unseres HERRN erfolgt im Himmel. Ihm gehört ein Heiligtum, das nicht mit Händen gemacht ist. Es ist nicht von dieser Schöpfung. Es besitzt daher eine Vollkommenheit, die das aaronitische nicht hatte. In der fortwährenden, wiederholten Argumentation des Schreibers geht es darum, daß das Alte schattenhaft und sinnbildlich war. Es hatte seinen Dienst getan und seine Lektionen gelehrt. Jetzt ist es von etwas Größerem und Vollkommeneren abgelöst und beiseite gesetzt worden.
Nun ging aber Aaron mit dem Blut von Böcken und Kälbern
in das Allerheiligste ein. Der Bericht über sein jährliches Eingehen
in diese allerheiligste Stätte wird in 3Mo 16 wiedergegeben, wie
wir bereits festgestellt haben. Aufgrund göttlicher Anordnung ging er mit Blut hinein. Das Vergießen des Blutes verkörperte die Dahingabe des Lebens. Es ging um Tod, den Tod eines stellvertretenden Opfers. Somit mußte ein anderer sterben und die Strafe der Sünde bezahlen, und allein aufgrund dessen, daß die Strafe bezahlt worden war, ging Aaron ein.
Gottes heil’ger Grundsatz gilt in alle Ewigkeit:
Nur im Blut des Opfers steht Vergebung dem bereit, der sich Ihm, dem Reinen, naht und verläßt des Sünders Pfad.
Doch das Blut von Stieren und Kälbern hatte keinen
Eigenwert. Es stellte eine zeremonielle, rituelle Anordnung dar, damit der HERR Umgang mit dem Volk haben konnte. Bei Christus ist es anders. Er, der unser Erretter ist, ging durch Sein eigenes Blut ein (vgl. Konkordante): Er gab sichselbst. Und dies geschah „durch“ Sein eigenes Blut, nicht „mit“ Seinem Blut, worauf einige bestehen. Wir haben schon zuvor in Kap.2 festgestellt, daß Sühnung
am Kreuz und nicht im Himmel erwirkt wurde. Die Argumentation einiger, Christus sei mit Seinem Blut in den Himmel eingegangen, um dort Sühnung zu erwirken, wird durch diesen Vers nicht begründet oder erhärtet. Unser HERR vollbrachte die Sühnung am Kreuz. Das Werk wurde auf Golgatha vollendet.
Aufgrund dieses vollbrachten Werkes ging Er in das himmlische Heiligtum ein, um sich im priesterlichen Dienst für Sein Volk zu verwenden. Ja, dieser Vers zeigt eindeutig, daß das Sühnungswerk bereits vollendet war, denn Er ist eingegangen, als Er eine ewige Erlösung für uns „erfunden hatte“. Christus war der Opfernde und zugleich das Opfer.
Dieses Opfer ist von größerem Wert als Zeremonien und Riten. Es hat einen Eigenwert, den man nur aufgrund der Größe und Kostbarkeit des Gepriesenen ermessen kann, der sich selbst gab – der Heilige, der Sünden getragen hat, ein Stellvertreter, um die Sünden vieler zu tragen (Jes 53,12).
Dies ist der erste Hinweis auf das Blut Christi im Brief.
Es gibt insgesamt sieben Erwähnungen, wobei jede bedeutungsvoll und lehrreich ist.
„Sein eigenes Blut“ 9,12
„Das Blut des Christus“ 9,14
„Das Blut Jesu“ 10,19
„Das Blut des Bundes“ 10,29
„Das Blut der Besprengung“ 12,24
„Sein eigenes Blut“ 13,12
„Das Blut des ewigen Bundes“ 13,20
Es ist bedeutsam anzumerken, daß wir nirgends in einem Teil der neutestamentlichen Schriften von „dem Blut“ lesen, ohne daß
irgendein Wort oder eine Wendung als Erläuterung angefügt ist. Es ist „das Blut des Christus“, „das Blut Jesu“, „Sein eigenes Blut“
oder dergleichen, wie wir gesehen haben, aber nie lediglich „das Blut“.
In Anbetungsliedern mag „das Blut“ besungen werden. Verkündiger mögen es sich aufgrund von fehlender Unterweisung und Gedankenlosigkeit erlauben, von „dem Blut“ zu sprechen. Dies verrä keine Ehrfurcht. So zu reden, entspricht nicht dem Geist der Schrift.
Der andere große Gegensatz in diesem Vers bezieht sich auf das eine Eingehen Christi in das Allerheiligste. Aaron ging jährlich
hinein. Dies war ein wiederholtes, wiederkehrendes Ereignis einmal im Jahr (V.7). Nun entspricht aber das Wort „einmal“ (Luther ’12) in diesem V.12 nicht ganz dem Ausdruck „einmal“ in V.7. Das Wort in V.12 ist eine verstärkte Form des Begriffs in V.7 und bedeutet „ein für allemal“ (vgl. Elberf). Es muß und kann nie eine Wiederholung des auf Golgatha vollendeten Werkes geben. Dementsprechend ist Christus ein für allemal in das himmlische Heiligtum eingegangen. Die Erlösung, die Er erfunden hat, ist – wie so viele andere Sachverhalte in diesem Brief – ewiger Art. Die durch Israels Versöhnungstag gewährte Entlastung mußte jährlich neu vollzogen werden. Die Wirksamkeit des Opfers Christi besteht ewig.

Benedikt Peters, Was die Bibel lehrt

Der Autor zeigt die Überlegenheit des Messiasopfers auf drei Arten. In Vers 11 ist die erste Überlegenheit seines priesterlichen Werkes der Ort, an dem er arbeitet: ein besseres Heiligtum. Er beweist dies, indem er das irdische Heiligtum, in das der levitische Priester eingetreten ist, dem göttlichen oder himmlischen Heiligtum gegenüberstellt, in das Jesus eingetreten ist. Das himmlische Tabernakel ist größer und vollkommener als das alte irdische Tabernakel. Das alte Tabernakel wurde von sündigen, menschlichen Händen gemacht. Der himmlische wurde nicht mit Händen gemacht. Der Irdische war von dieser Schöpfung und war „erdig“, aber der Himmlische ist nicht von dieser Schöpfung; es ist himmlisch. Um zusammenzufassen, was der Autor gesagt hat: Der Messias kam als Hohepriester der kommenden guten Dinge. Die guten Dinge, die kommen sollten, waren die messianischen Erfüllungen. Er kam durch die himmlische Stiftshütte, die vollkommener ist, weil sie den Gläubigen zur geistigen Reife bringen kann. Der Autor stellt einen Kontrast zwischen dem Werk des Hohepriesters am Versöhnungstag und dem Werk des Messias. Der Kontrast besteht nicht zwischen Jesus und den fünf levitischen Opfergaben von 3. Mose 1–7. Es ist zwischen dem wichtigsten Tag des levitischen Jahres und dem, was der Messias durch seinen Tod vollbracht hat, der die Grundlage für den Dienst des Großen Hohepriesters im Himmel wurde: dem Versöhnungstag des 3. Mose 16. Das Mittel ist der Kontrast zwischen dem irdisches Heiligtum und das himmlische Heiligtum, in das Jesus eingetreten ist. Es ist sowohl größer als auch perfekter als das alte Heiligtum; nicht mit den Händen gemacht; nicht menschlich; und nicht von dieser Schöpfung; es ist nicht irdisch, sondern himmlisch.
Die zweite Überlegenheit des priesterlichen Werkes des Messias – die Natur seines Opfers – findet sich in Vers 12a. Auch hier zeichnet der Autor einen Kontrast. Der Fokus liegt nun speziell auf dem Versöhnungsopfer, wie in 3. Mose 16 beschrieben. Das irdische Opfer war das Blut von Ziegen und Kälbern [oder Stieren]. Das Blut der Ziegen war für das Volk (Lev. 16:15) und das Blut der Kälber oder Stiere war für die Priester (Lev. 16:11). Jesus kam nicht mit dem Blut einer Ziege oder eines Stiers in die himmlische Stiftshütte, sondern trat durch sein eigenes Blut ein, das ein Denkmal für sein Opfer war. Sein Blut ist eine Erinnerung. Kapitel 12 wird zeigen, dass sein Blut immer noch in der himmlischen Stiftshütte ist und für alle Ewigkeit im neuen Jerusalem bestehen bleibt. Ein weiterer Kontrast besteht darin, dass die Priester mit Blut in die irdische Stiftshütte eingetreten sind, Jesus jedoch durch Blut in die himmlische Stiftshütte eingetreten ist. Der Priester musste kommen, um Blut für seine eigenen Sünden zu tragen, und das Blut, das er trug, war nicht sein eigenes. Jesus hatte keine Sünden und deshalb ging er durch Blut, und dieses Blut war sein eigenes. Ein zusätzlicher Kontrast betrifft die Frequenz. Der Priester musste jedes Jahr in das Allerheiligste gehen, aber dieser Eine, Jesus, trat ein für alle Mal ein. Dieser eine Eingang Jesu ließ den Weg für jeden Gläubigen für immer offen. So wie Banknoten keinen inneren Wert haben, da ihr Wert auf dem Gold basiert, das sie stützt, hat auch Tierblut keinen inneren Wert, da sein Wert auf dem Blut des Messias basiert, das sie stützt.
Die dritte Überlegenheit seines priesterlichen Werkes in Vers 12b ist seine bleibende Wirksamkeit; es geht weiter. Indem Jesus durch sein eigenes Blut eintrat, erlangte er ewige Erlösung anstelle einer jährlichen vorübergehenden Versöhnung. Dies ist ein weiterer guter Vers, der die ewige Sicherheit unterstützt.
In diesen beiden Versen gibt es drei Merkmale, die den Eintritt des Messias in die himmlische Stiftshütte betreffen: (1) Es war durch sein eigenes Blut; (2) es war ein für allemal; und (3) es führte dazu, dass er ewige Erlösung erlangte.

Arnold Fruchtenbaum – Die messianisch-jüdischen Briefe