Tag: 7. März 2024

Sie müssen denjenigen kennen und ihm vertrauen, der es sehr wohl versteht und genau weiß. was er tut

Und um dieses bete ich, daß eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und aller Einsicht, damit ihr prüfen möget, was das Vorzüglichere sei, auf daß ihr lauter und unanstößig seid auf den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum ist, zur Herrlichkeit und zum Preise Gottes.
Elberfelder 1871 – Philipper 1,9–11

Und das ist meine Bitte an Gott: dass er eure Liebe, verbunden mit der rechten Erkenntnis und dem nötigen Einfühlungsvermögen, immer größer werden lässt. Dann werdet ihr in allem ein sicheres Urteil haben und werdet ein reines, untadeliges Leben führen, bereit für den Tag, an dem Christus wiederkommti. Durch ihn, Jesus Christus, wird euer Tun von dem geprägt sein, was gut und richtig ist – zum Ruhm und zur Ehre Gottes.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Philipper 1:9–11

Ich bete darum, dass eure Liebe immer mehr und mehr überströmt, sodass ihr voller Erkenntnis und großer Einfühlungskraft seid. Dann könnt ihr euch in allen offenen Fragen ein klares Urteil bilden und so vorbildlich und untadelig leben in der Erwartung des großen Tages des Messias. So wird sich bei euch die Frucht eines solchen Lebens voller Gerechtigkeit ganz entfalten. Sie entsteht letztlich durch Jesus, den Messias, zur Ehre und Verherrlichung Gottes.
Roland Werner – Das Buch – Philipper 1,9–11

Da wir den Vers 10 vor ein paar Tagen schon einmal hatten, hier nun auch ein bißchen der Zusammenhang…

Spüren Sie Paulus’ Begeisterung? Sie ist ziemlich anders als die Begeisterung, die oft unsere Gebete lenkt. Dieses Gebet ist sowohl echt als auch hoffnungsvoll. Paulus kennt die Menschen. für die er betet, mit all ihren Schwächen und Herausforderungen. Doch wenn er über sie nachdenkt, sprudelt er über vor Zuversicht! Seine Zuversicht beruht jedoch nicht auf der Fähigkeit seiner Leser, die Kurve zu kriegen. Paulus hat Zuversicht in Bezug auf diese Menschen, aber sie gründet nicht auf ihnen. Sie kommt aus der Vertikalen —— Mensch zu Gott — und ist persönlich. Paulus ist zuversichtlich in Bezug auf die Gläubigen in Philippi, weil seine Zuversicht auf Jesus Christus beruht. Paulus ist überzeugt, dass Jesus das gute Werk, das er in ihnen angefangen hat, auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi (Verse 3-5). Wenn Paulus die Philipper betrachtet, kann er auch mit Freude beten. Er ist voll Freude über ihre Gemeinschaft am Evangelium. Er ist voll Freude über das anhaltende Werk Christi in ihrem Leben. Er ist voll Freude in seiner Liebe zu ihnen und in ihrem Anteil an der Gnade mit ihm. Paulus will, dass sie wissen, dass sie alle diese Dinge erfahren können und sie auch so sein können wie er: positiv, zuversichtlich, erwartungsvoll und aktiv. Die Art von Wachstum, die sich Paulus für die Philipper wünscht (Verse 9-11), gründet in einer Liebe zu Christus. die
• überströmt in Erkenntnis und Urteilsvermögen;
• lauter und ohne Anstoß ist;
• erfüllt ist mit Früchten der Gerechtigkeit.
Paulus betet für die Gläubigen in Philippi, dass Ihre Liebe zu Gott zu Werken der Liebe an anderen führt. Dorthin will Gott sie führen, und dorthin will Gott auch uns führen. Egal, was Ihnen heute begegnet, Sie können ermutigt sein, dass Gottes Werk in Ihrem Leben weitergeht, auch wenn Sie es nicht sehen. Gott führt sein Werk fort, inmitten dieser schwierigen Situation an der Arbeitsstelle oder mit Ihrem Teenager oder im Ringen in Bezug auf Ihr Gewicht oder in Ihrem Kampf gegen die Entmutigung. Gott bringt Sie voran, wenn Sie sich ihm unterordnen. Sein gegenwärtiges und treues Werk gibt uns Zuversicht. Während Sie ein schwieriges Gespräch mit einem Kollegen haben, können Sie zu sich selbst sagen: „Christus arbeitet gerade jetzt daran, das, was er in mir angefangen hat, zu Vollenden.“ Während Sie mit Ihren Finanzen kämpfen, können Sie zu Ihrer Frau sagen: „Wir können damit fertig werden, weil Christus gerade jetzt daran arbeitet, das zu vollenden, was er in uns angefangen hat.“ Wenn es scheint, als ständen Sie im Kampf gegen die Sünden auf verlorenem Posten, können Sie sagen: „Ich habe Hoffnung auf Sieg, weil Christus gerade jetzt daran arbeitet, das zu vollenden, was er in mir angefangen hat.“
Diese auf Christus ausgerichtete Zuversicht bewegt uns auf unser endgültiges Ziel hin, die Sache, für die wir geschaffen wurden: die Ehre und das Lob Gottes (Vers 11). Denken Sie daran, dass Paulus im Gefängnis war, als er den Philippern schrieb, und genau diese Wahrheiten selbst erprobte, von denen er so unbedingt wollte, dass sie sie verstehn!
Das Leben ist selten einfach. Wachstum in Gottes Gnade ist ein Prozess und kein einmaliges Ereignis. Schwierige Dinge verändern sich. nicht über Nacht, weil Sie diese dem Herrn anvertraut haben. In der Bibel wird ehrlich beschrieben, wie schwierig und vielfältig unser Kampf mit der Sünde ist. Menschen, Freundschaften, Gemeinden, Ehen und Nachbarschaften verändern sich nicht im Nu. In der Bibel wird das Leben als Christ als eine Reise beschrieben, die uns oft durch die Wüste führt. Sie werden müde und verwirrt sein. Sie werden Momente erleben, in denen Sie sich fragen, wo Gott ist. Sie werden darum kämpfen, dass Gottes Verheißungen in Ihrem Leben wirksam werden. Sie werden das Gefühl haben, dass Gott nachzufolgen Ihnen mehr Leiden als Segen bringt. Sie werden durch Zeiten gehen, in denen es scheint, als würden die Grundsätze der Schrift nicht funktionieren. Es wird manchmal aussehen, als würde die falsche Seite gewinnen. Es wird Zeiten geben, in denen Sie sich allein und missverstanden fühlen. Es wird Momente geben, in denen Sie am liebsten aufgeben würden.
Diese Stelle ist dazu bestimmt, Sie zur Hoffnung zu ermutigen, inmitten der Dinge, die Sie nicht vollständig verstehen. Sie müssen nicht alles begreifen. Aber Sie müssen denjenigen kennen und ihm vertrauen, der es sehr wohl versteht und genau weiß. was er tut. Sehen Sie Ihr Leben so, wie Paulus das Leben der Philipper und sein eigenes sah? Leben Sie in einer Zuversicht, die auf Christus ausgerichtet ist? Wollen Sie das. was Gott für Sie will. oder klammern Sie sich an ihre eigenen Pläne? Gott wird nicht aufgeben, bis jedes Detail seines Werkes in jedem seiner Kinder vollendet ist. Wir können Mut und Hoffnung haben in jeder Situation. Gottes Traum für uns wird in Erfüllung gehen.

Timothey S. Lane – Alles anders – aber wie?

In Philipper 1,9-11 wird uns dieser Effekt ganz praktisch vor Augen geführt: Dort hat das Gebet des Apostels Paulus für die Philipper eine ganze Reihe von schönen Ergebnissen zum Ziel, die wir zu unserer Ermunterung anschauen wollen, um im Gebet weiter anzuhalten.
Es beginnt mit den Worten: „Und um dieses bete ich“. Paulus praktizierte ein intensives Gebetsleben, worin er Christus sehr ähnlich und uns zum Vorbild geworden ist. Der Apostel war stets um das Wohl und die geistliche Reife der Gläubigen in den einzelnen Versammlungen besorgt – so flehte er „Nacht und Tag über die Maßen“ für die Thessalonicher (1 Thessalonicher 3,10). Bei den Philippern wünschte er im ersten Schritt, ihre Liebe anzufachen.

„… dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme …“ (V. 9a)
Hier wird deutlich, dass die Liebe zu dem Herrn Jesus und auch zu unseren Mitgeschwistern nie groß genug sein kann – denn die Liebe kann nicht aufhören zu wachsen: sie soll überströmen, ja sogar mehr, und noch mehr überströmen. Hierin lässt sich schon erahnen, wie groß die Auswirkungen eines einfachen Gebets sein können! Dabei benötigen wir das gegenseitige Gebet füreinander, damit unsere Liebe wachsen kann. Dieser eindrucksvolle Effekt des Gebets ist sehr bemerkenswert. Doch worin besteht nun das Wachstum der Liebe?

„… in Erkenntnis und aller Einsicht …“ (V. 9b)
Ein menschliches Sprichwort sagt: „Liebe macht blind.“ In geistlicher Hinsicht erfahren wir aber genau das Gegenteil, denn die von Gott bewirkte Liebe führt zu Erkenntnis und Einsicht der Person Christi und seiner Gedanken. Auch im Hinblick auf das Wohl und die Bedürfnisse unserer Mitgeschwister erhalten wir einen aufmerksameren Blick, der mit liebendem Herzen dem begegnet, was unserem Bruder oder unserer Schwester Not bereitet.

„… damit ihr prüfen mögt, was das Vorzüglichere ist …“ (V. 10a)
Erkenntnis und Einsicht befähigen uns dann auch, das Vorzüglichere zu ergreifen: wir sollen prüfen, was das Bessere ist. Es geht hierbei nicht um die Unterscheidung von Gutem und Bösem, sondern darum, unter dem Guten das Bessere auszuwählen.

„… damit ihr lauter und ohne Anstoß seid auf den Tag Christi …“ (V. 10b)
Das Streben nach dem, was vorzüglicher ist, hat in der Folge unmittelbare Auswirkungen auf unseren Wandel, und zwar in zweierlei Hinsicht: „lauter“ bedeutet, „authentisch, ohne Heuchelei“ zu sein im Hinblick auf die eigene Person, damit ein Wandel „ohne Anstoß“ im Hinblick auf meinen Nächsten ermöglicht wird.

„… erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus ist …“ (V. 11a)
Dies alles führt dazu, dass wir in unserem Leben Frucht für Gott bringen können. All das, was in uns gewirkt wird, wenn wir in Liebe handeln (V. 9), das Bessere suchen (V. 10a) und in Rechtschaffenheit leben (V. 10b), bewirkt Frucht für Gott. Diese Frucht der Gerechtigkeit ist nur in Christus Jesus möglich, denn durch den Glauben an Ihn sind wir gerechtfertigt und in der Lage, „Gerechtigkeit zu tun“ (1 Johannes 3,7), das heißt, die Frucht der Gerechtigkeit zu vollbringen. Ein Ungläubiger, der kein Leben aus Gott hat, kann eine solche Gerechtigkeit nur äußerlich vorgeben, ohne deren Frucht wirklich im Herzen zu besitzen (s. Lk 16,15).

„… zur Herrlichkeit und zum Preise Gottes.“ (V. 11b)
Im Endeffekt summieren sich alle diese aufeinanderfolgenden Auswirkungen des Gebets zur Herrlichkeit und zum Preise Gottes. Gott zu verherrlichen heißt, sein Wesen in Worten und Taten auf dem praktischen Glaubensweg widerzuspiegeln. Seine Herrlichkeit ist gleichermaßen die Zusammenfassung seiner Wesenszüge, die wir dann in unserem Leben darstellen dürfen. Dieses Vorrecht ist auch Verantwortung zugleich. Wird Gott durch mein Leben verherrlicht? Eine ernste Frage, der wir nicht ausweichen dürfen. Wir sehen also, welch weitreichende Auswirkungen mit dem Gebet verbunden sind, das wie ein zarter Flügelschlag eines Schmetterlings große Effekte herbeiführen kann. Dies soll uns als Ermunterung dienen, „allezeit zu beten und nicht zu ermatten“ (Lk 18,1).

Bleib in mir 2021 – Matthias Wölfi

Er bezeugte in den Versen 3.4, daß er für sie betete; jetzt nennt er den Inhalt seines Gebets für sie. Er verwendet das Wort proseuchomai , das immer für Gebet zu Gott steht, während deomai für an Menschen gerichtete Bitten gebraucht wird (Apg 8,34; 21,39; Gal 4,12). Lenski bemerkt, daß proseuchomai ein Durativ Präsens ist und daher umschrieben » ich bleibe am Beten « bedeutet. Die Absicht des Betens wird durch den Gebrauch von hina (» damit « , » auf daß «) angezeigt. „Eure Liebe « (agape), welche, wie Lightfoot vermerkt, nicht einem besonderen Individuum gilt, sondern Liebe im absoluten Sinn meint, der innere Zustand der Seele. W.E. Vine bietet eine hilfreiche Notiz: » Dieses Wort sollte von Zuneigung, die stärker gefühlsbetont ist, unterschieden werden. Ihre Verbindung mit Erkenntnis und Unterscheidungsvermögen zeigt, daß Urteilen, nicht Fühlen, den Willen bestimmt. Sie hatten bereits mit der Tat ihre Liebe zu Gott (V. 5). und zu Paulus (V. 7; 4,10) unter Beweis gestellt. Taktvoll drückt er nun seinen Wunsch aus, daß sie immer mehr zunehmen möchte. Bengel bemerkt in der ihm eigenen Weise: » Das Feuer im Herzen des Apostels ließ ihn nie sagen, es genügend zurückliegende und gegenwärtige Errungenschaften seien genug « Der Gedanke des Überfließens läßt an weit Besseres denken wie in 1,23. Es wird verwendet für das Werk Gottes (1.Kor 15,58); die Freigebigkeit der Heiligen (2.Kor 8,2); die Freude des Paulus (Phil 1,26); seine Umstände (4,12.18); für die Liebe untereinander (1.Thess 3,12; 4,10) und das Wohlgefallen Gottes (1.Thess 4,1).
    Die Präposition epi vor dem Wort Erkenntnis dient der Verstärkung der Bedeutung und weist auf fortgeschrittene, volle Erkenntnis hin. Es ist die Erkenntnis des Herzens und nicht des Kopfes wie Lenski bemerkt Es ist auf Erfahrung beruhende Erkenntnis im Gegensatz zu gnosis, worauf W.E. Vine hinweist. Gnosis kann wahre und falsche Erkenntnis sein; epignosis hingegen ist immer wahre Erkenntnis, und zwar in geistlichen Belangen. Es ist interessant zu beachten, daß Gottes Erkenntnis gnosis ist (Röm 11,33; Kol 2,3) und nicht epignos is, denn bei Gott ist Erkenntnis absolut und kann nicht gradweise zunehmen. Im Gebet des Paulus für die Epheser wünschte er ihnen einen Geist der Weisheit und Offenbarung in der vollen Erkenntnis Seiner Selbst (Eph 1,17); und für die Kolosser erbat er volle Erkenntnis Seines Willens (1,9). Das Wort » Einsicht « bedeutet auch » Unterscheidung « . Lightfoot bemerkt, daß Erkenntnis allgemein Grundsätze zum Gegenstand hat, während » Einsicht « oder » Unterscheidung « mehr mit praktischen Anwendungen zu tun hat. Dieses Wort aisthesis kommt im NT nicht mehr vor. Es bezeichnet weniger intellektuelle als viel mehr sittliche Empfindsamkeit. Das Wort » aller « entspricht, wie Lightfoot bemerkt, dem Wort » voll « bei » Erkenntnis « . Die beiden Wörter werden in Spr 1,4; 2,1; 8,12 miteinander verbunden.
10
Das ist das Ziel für ihre Liebe, daß sie in voller Erkenntnis und Sittlichem Urteilsvermögen » prüfen « mögen. Dieses Wort dokimazo wird verwendet für das » Beurteilen « des Angesichts des Himmels (Luk 12,56); das » Versuchen « der fünf Joch Ochsen (Luk 14,29); das » Prüfen « des Willens Gottes (Röm 12,2) das » Bewähren « des Werkes eines jeden vor dem Bema (Richterstuhl) des Herrn (1.Kor 3,13); für das » Prüfen « von sich selbst vor dem Mahl des Herrn (1.Kor 11, 28). Es wird auch für das » Prüfen « der Geister verwendet, ob sie aus Gott seien (1.Joh 4,1). Der weite Bedeutungsumfang reicht von » Untersuchen « bis hin zum daraus resultierenden » wählen « . Trench sagt: » Etwas prüfen, ob es der Annahme wert sei oder nicht. « Das » Vorzüglichere « wird am besten gedeutet als » Dinge, die sich unterscheidend. Das Wort diaphero heißt » hindurchtragen « (Mark 11,16). Der Gedanke » sich unterscheidend kommt in Luk 12,24 zum Ausdruck: » Um wieviel vorzüglicher seid ihr als die Vögel! « in 1.Kor 15,41 unterscheiden sich die Sterne voneinander an Klarheit. Zu Röm 2,1 S, wo es wörtlich heißt » und prüfst das sich Unterscheidende macht Bengel eine treffende Bemerkung: » Das Prüfen und Festhalten dessen, das nicht allein im Vergleich mit dem Schlechten gut ist, sondern das unter den guten Dingen das Beste ist. « Wir wählen sehr genau aus, wenn es um zeitliche Dinge geht; warum dann nicht auch in geistlichen Dingen? In 1.Thess 5,21 werden wir aufgefordert, alles zu prüfen und das Gute ZU behalten. In Matth 10,31 und Luk 12,7.24 wird der Gedanke das Vorzüglicheren entwickelt.
    Wiederum bezeichnet das Bindewort hina Absicht: » auf daß ihr lauter seid « . Die Bedeutung des Wortes heilikrines, lauter, ist ein wenig umstritten. Buchsei meint im ThWNT (Bd 2, 397), es gehe auf Wurzeln mit der Bedeutung » Warme « oder « Licht der Sonne « zurück; die volle Bedeutung wäre also » im Licht der Sonne geprüft, vollkommen rein, fleckenlos « Benseler-Kaegi geben in ihrem ausgezeichneten Wörterbuch a) » sonnenklar, offenbar, deutliche, b) » echt, lauter, rein tadellos « an.
    Moulton und Milligan bieten in ihrem Vocabulary of the New Testam ent » im Licht der Sonne geprüfte Es bezieht sich auf die innere Haltung und bezeichnet das Fehlen unreiner Motive. Es beschreibt die Reinheit und Aufrichtigkeit des Herzens, welches von geistlichem Takt und der Fähigkeit zur Unterscheidung, worum der Apostel betet, geführt ist. » Unanstößig « ist das gleiche Wort, das in Apostelgeschichte 24,16 und auch in 1.Kor 10,32 verwendet wird, wo der Apostel die Heiligen ermahnt, niemandem ein Anstoß zu sein. Eine Reihe von Auslegern wie Alford, Lightfoot, Eadie und Lenski sagen, das Verb sei intransitive, weshalb es hier nicht darum gehe, daß man anderen einen Anstoß bereitet, sondern daß man selbst von einer Haltung gekennzeichnet ist, die mit » aufrichtig « Hand in Hand geht: » aufrichtige « wäre dabei die positive, » unanstößig die negative Seite. Es geht darum, daß die Heiligen in sich selbst passend sind im Blick auf den Tag des Christus.
    Das Wort » auf « (eis) bedeutet auch » hin zu « , oder auch » hinsichtlich « des Tages des Christus. Zum Tag des Christus siehe Kommentar zum Vers 6.11 Man beachte den Gegensatz zwischen V. 10 und V. 11. In Vers 10 sollen sie unanstößig sein. In V. 11 sollen sie erfüllt sein. Das Wort » erfüllt « ist in der Zeitform perfekt, im Modus passiv. Sie können nur deshalb frei von den in V. 10 genannten Dingen sein, weil sie erfüllt worden sind und jetzt erfüllt sind (das ist die Bedeutung des Perfekts). Am Passiv erkennen wir, daß sie nicht selbst etwas erworben haben, sondern daß ein anderer etwas für sie getan hat. W.E. Vine und H.C.C. Boule meinen, der Vers spreche rückblickend vom Richterstuhl des Christus aus und besage, sie seien damals erfüllt worden, als sie noch in der Welt waren. Wir ziehen mit anderen die Deutung vor, daß eine gegenwärtige Verwirklichung gemeint ist. Das Wort » Frucht « kommt in 1,22 und in 4,17 vor. Das Wort » Gerechtigkeit « bezeichnet den Charakter der Frucht. Einige beziehen diese auf die Rechtfertigung. Obwohl das inbegriffen ist, ist es besser die Gerechtigkeit hier als die praktisch ausgelebte denn durch die Stellung geschenkte anzusehen. In diesem sittlichen Sinn wird sie auch in 2.Kor 9,10; 1.Tim 6,11; 2.Tim 2,22; 3,16; Jak 3,18 verwendet. Die letzgenannte Stelle deckt sich mit Phil 1,11 (siehe auch 1.Petr 2,24; 1.Joh 2,29; 3,7.10). in Gal 5,22 wird uns gesagt, was der Heilige Geist hervorbringt, und in Eph 5,9 was die rechte Frucht des Lichts in aller Gütigkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit ist.
    Hier wir die Präposition dia, » durch Jesus Christus « verwendet. In V. I hingegen werden die Heiligen als in Christus Jesus gesehen, so daß wir hier erkennen sollen, daß Christus auch in ihnen ist. Das ist der Grund für die passive Formulierung » erfüllt « , die Wirklichkeit Seiner Gegenwart und Seines Wirkens in ihrem Leben. Er ist der Gerechte in 1.Joh 2,1; und Gerechtigkeit ist es, die Er im Leben Seiner Heiligen hervorbringt.
    Die Herrlichkeit Gottes definiert nicht nur den Ausdruck Seines Charakters, sondern auch die Offenbarung Seiner Macht. Das ist der höchste Sinn aller Werke Gottes und besonders Seines Werkes in den Gläubigen (Eph 1,6). H.C.G. Moule bemerkt: » Dies ist das wahre Ziel und der Sinn des ganzen Werkes des Gnade. Für Ihn sind alle Dinge, dem die Herrlichkeit sei in Ewigkeit. Amen (Röm 11,36).

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt