Schlagwort: Gebet

stark und schwach oder schwach und schwächer ??

Genauso sollt auch ihr Männer euch verhalten und euer gemeinsames Leben voller Einsicht und Rücksicht gestalten, weil die Frauen körperlich schwächer sind als ihr. Deshalb behandelt sie erst recht voller Respekt und macht euch klar, dass sie gemeinsam mit euch Anteil haben an Gottes Geschenk des Lebens. Dann werdet ihr eure Gebete nicht selbst behindern.
Roland Werner – Das Buch – 1.Petrus 3,7

Gleichermaßen sollt ihr Ehemänner mit Einsicht mit dem weiblichen als einem schwächer beschaffenen Gefäß zusammenwohnen! Lasst ihnen Würde zuteil werden als solchen, die auch Miterben von Gnade zum Leben sind, sodass eure Gebetszeiten nicht blockiert werden.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – 1.Petrus 3:7

Ihr Männer gleicherweise, wohnet bei ihnen nach Erkenntnis, (O. mit Einsicht) als bei einem schwächeren Gefäße, dem weiblichen, ihnen Ehre gebend, als die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, auf daß eure Gebete nicht verhindert werden.
Elberfelder 1871 – 1.Petr 3,7

Ihr Männer müsst euch entsprechend verhalten. Seid rücksichtsvoll zu euren Frauen! Bedenkt, dass sie der schwächere Teil sind. Achtet und ehrt sie; denn sie haben mit euch am ewigen Leben teil, das Gott schenkt. Handelt so, dass nichts euren Gebeten im Weg steht.
Gute Nachricht Bibel 2000 – 1.Petr 3:7

Die mit dem Wort vernünftig übersetzte Wendung (kata gnOsin, wörtlich „nach bestem Wissen, mit Verstand“) macht deutlich, daß die Ehemänner die geistlichen, emotionalen und körperlichen Bedürfnisse ihrer Frauen verstehen und sich um sie kümmern sollen. Auch der Apostel Paulus wies darauf hin, daß ein Mann seine Frau schützen und für sie sorgen muß, „wie auch Christus“ für „die Gemeinde“ sorgt ( Eph 5,28-30 ).
Daneben haben die Ehemänner ihren Frauen als dem schwächeren (Geschlecht) die Ehre zu geben. „Schwächer“ (asthenesterO) bezieht sich auf körperliche oder gefühlsmäßige Schwäche, nicht auf geistige Unterlegenheit, denn die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens. Wenn Petrus hier an christliche Ehemänner denkt, deren Frauen ebenfalls Christinnen sind, dann könnte mit der „Gnade des Lebens“ die Erlösung gemeint sein (vgl. Röm 8,17; Eph 3,6). Wenn sich die Ermahnung jedoch an christliche Ehemänner richtet, deren Frauen ungläubig sind (wie 1 Petrus 3,1-2 sich an Ehefrauen mit ungläubigen Männern richtet), dann ist damit wohl das Zusammenleben von Mann und Frau gemeint. Petrus fügt hinzu, daß Männer, die ihre Frauen nicht mit Verständnis und Ehrerbietung (timEn, „Achtung, Ehre“; vgl. 1 Petrus 2,17) behandeln, nicht erwarten können, daß ihr Gebet erhört wird.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wie alle Christen und exemplarisch zuvor die Sklaven und Ehefrauen werden jetzt auch die »Männer«, die Ehemänner, in das Leben als Christ in ihrem Stand eben als Ehemann eingewiesen, wie das »desgleichen« betont. Auch christliche Ehemänner haben solche helfende Weisung nötig, denn allzu schnell wird das »Untertan-Sein« der Frau ausgenützt und sie zur Dienerin degradiert, über die der Mann Herrschaft ausübt.
Die Frau ist ja auch das »schwächere« »Geschlecht«. Damit ist zunächst eine natürlich, biologische Tatsache gemeint. »Schwächer« bezeichnet zunächst die körperliche Konstitution, und vom Körperbau her ist die Frau in der Regel weniger stark als der Mann. Damit können aber auch die psychischen Kräfte gemeint sein, und dann könnten wir mit »sensibler« übersetzen: Die Frau ist emotionaler als der Mann. Daß das keinerlei Abwertung bedeutet, wird schon an dem sichtbar, daß diese »Sensibilität« oft die große Stärke der Frau ist, mit der sie in Ehe und Familie und darüber hinaus wichtige Hilfe geben kann. Das griechische Wort »Geschlecht« meint eigentlich »Gefäß, Werkzeug«. Wenn die Frau als das »schwächere Werkzeug« bezeichnet wird, dann trifft der Begriff »Werkzeug« auch auf den Mann zu. Ist hier versucht, das, was im Schöpfungsbericht im Hebräischen mit »Ebenbild« ausgedrückt ist, wiederzugeben? »Ebenbild« meint ja auch eine Dienstbeauftragung von Gott her im Sinne von »Beauftragter für die Schöpfung«. Die Frau wird im Schöpfungsbericht als »Gehilfin« bezeichnet, nicht im Sinne von »Dienerin«, sondern eben so, daß Mann und Frau erst im Miteinander wirklich brauchbares Werkzeug Gottes sind.
»Wohnt vernünftig mit ihnen zusammen«, das ist die erste Weisung des Petrus (»seid zusammenwohnend nach Erkenntnis« griechisch kürzer). »Zusammenwohnen« meint viel mehr als Wohngemeinschaft; es meint die Lebensgemeinschaft, die Ganzheitsgemeinschaft nach Leib, Seele und Geist. Wirklich beim andern zu sein, das ist das Wesen der Liebe. Die Gleichung der Liebe in der Ehe heißt deshalb: 1+1=1. »So werden die zwei ein Fleisch sein« (1 Mo 2,24). Das ist gemeint. Das Adjektiv »vernünftig« unterstreicht das nachdrücklich: »Erkenntnis« ist mehr als ein Verstandesvorgang. Will ich jemanden wirklich erkennen, kennen, dann muß ich mich ihm ganz hingeben, mich öffnen und bereit sein, ihn ganz zu verstehen. In diesen kurzen Sätzen steckt eine umfassende Ehe-Lehre.
Der Ehefrau soll »Ehre gegeben« werden. Das ist ganz gewiß die äußere Hochachtung, aber auch die volle Wertschätzung, die sich in umsorgender Liebe ausdrückt. Noch umfassender ist aber gerade bei Christen diese »Ehre«, die Wert-Schätzung der Frau gemeint, »denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens«. »Miterbinnen« – das ist die völlige Gleichwertigkeit der Frau vor Gott. Das war revolutionär für die damalige Zeit (vgl. zu 3,1). Die Frau hat gleichen Anteil an der »Gnade des Lebens«. Dieser Ausdruck ist Kurzform für das ganze Heil, das in Jesus Christus geschehen und uns Glaubenden zugeeignet ist. Hier wird jeder Diskriminierung der Frau gewehrt, und das hat Auswirkungen gerade in der Ehe, aber auch weit in die Gesellschaft hinein.
Ist dieser engste Lebensbereich der Ehe gerade bei Christen nicht in Ordnung, dann lähmt das die Gemeinschaft mit dem Herrn, gefährdet so das neue Leben, »…damit eure Gebete nicht behindert werden«: Gemeint ist wohl zuerst das gemeinsame Gebet. Das ist aber unmöglich, wenn die Eheleute in gegenseitiger Mißachtung oder in Streit leben. »Behindert« heißt wörtlich »in etwas einschneiden«. Die Lebensverbindung zum Christus wird also dann abgeschnitten, wenn Männer ihren Ehefrauen nicht die Ehre geben und sie nicht als gleichwertig in allem behandeln.

Edition C Bibelkommentar

Petrus hat auch eine Botschaft an die Männer. Dabei handelt es sich aber nicht um die Männer, deren Frauen gläubig geworden sind, die aber selbst keine Christen sind. Hier geht es um christliche Männer mit christlichen Frauen.
Die Frauen werden als das „schwächere Geschlecht“ bezeichnet. Daher ruft Petrus sie dazu auf: „Wohnt bei ihnen mit Einsicht …“ Das griechische Wort, das hier mit „Einsicht“ übersetzt wird, heißt eigentlich „Erkenntnis“. Es „bezeichnet hier nicht … das Konstatieren eines Sachverhaltes, die empirische Analyse, auch nicht im gnostischen Sinne die überlegene Wirklichkeitsschau (1Kor 8,1). Es ist vielmehr die verstehende Einsicht, die aus der Liebe zu Gott und den Menschen erwächst …“ (Goppelt, 221; vgl. Phil 1,9-10: „(9) Und um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überreich werde in Erkenntnis und aller Einsicht, (10) damit ihr prüft, worauf es ankommt …“, Phlm 6: „dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten …“). Gemeint ist also, dass die Männer Verständnis für ihre Frauen haben und Rücksicht auf sie nehmen sollen.
Die Frauen sind aber nicht nur „das schwache Geschlecht“. Sie sind auch „Miterben der Gnade des Lebens“ – und stehen in diesem Sinne gleichwertig neben ihren Männern. Deshalb sollen die Männer ihre Frauen ehren.
Ausdruck für diese Gleichberechtigung „ist u.a. das gemeinsame Gebet der Eheleute, das behindert, gehemmt und gelähmt wird, wenn die Männer ihre Frau nicht ehren, d.h. ihnen nicht Achtung erweisen“. (Stuttgarter Erklärungsbibel, 1789).

Mainka – 1. Petrus

Wenn wir unter den Augen der Welt ein Zeugnis sein wollen, dann müssen wir Männer unsere Ehefrauen in der rechten Art lieben und ehren. Wie wir mit ihnen umgehen, nimmt die Welt sehr bald wahr. Wenn wir rüde, fordernd, unfreundlich, herzlos und egoistisch sind, wird kein Mensch unseren Glauben ernst nehmen.
»Gleicherweise« wie die vorher genannten Hausknechte und Ehefrauen sollen auch die Ehemänner ihre Pflicht erfüllen, die sie ihren Frauen gegenüber haben. Ihre Aufgabe ist es, bei ihren Frauen »nach Erkenntnis« zu wohnen und ihnen Ehre zu geben. Der Mann darf die stärkere Position, die ihm der Schöpfer gegeben hat, nicht ausnutzen, indem er die Frau als das »schwächere Gefäß« unterdrückt oder herumkommandiert. Ihr hat Gott in der ehelichen Gemeinschaft die schwächere Stellung, nämlich die der Unterordnung, gegeben. Wie erbärmlich ist es, wenn Männer das ausnutzen! Sie bedenken nicht, wie dadurch der Herr entehrt wird, der selbst als Herr und Haupt der Gemeinde nicht kam, um bedient zu werden, sondern um zu dienen, und der als der Meister den Jüngern die Füße wusch.
»wohnt bei ihnen«: Für »wohnt« steht hier συνοικεω, synoikeō, wörtlich: zusammenwohnen. Ein Verb, das im NT nur hier belegt ist. Der Mann wohnt zusammen mit und bei seiner Frau. »Wohnen« bedeutet »sich bleibend niederlassen«. Er bindet sich an sie und verlässt sie nie mehr. Darin soll er dem Vorbild des Herrn folgen und dessen Liebe zur Gemeinde nacheifern (Eph 5,25).
»nach Erkenntnis«: nämlich Erkenntnis Gottes und seiner Gedanken. Erkennt er, was sie beide, sowohl er als auch seine Frau, als Sünder vor Gott sind, dann wird er demütig. Erkennt er, wie sie beide völlig auf Gottes Gnade angewiesen sind, dann macht das ihn noch demütiger. Er versteht, dass er nicht besser oder würdiger ist als seine Frau, und bedenkt, dass auch sie »Miterbe der Gnade des Lebens« ist. In der Stellung vor Gott und im Erbe, das uns in Christus geschenkt ist, ist kein Unterschied zwischen Mann und Frau (Gal 3,28).
»und gebt ihnen Ehre«: Wie passend ist das alles: Die Frau sucht nicht eitle Ehre, sondern bleibt bescheiden und still im Hintergrund. Dafür gibt der Mann ihr die Ehre, die ihr zusteht, ja, die er ihr schuldet (siehe auch 2,17). Die vorbildliche Frau von Sprüche 31 sucht nicht Rang und Ansehen in der Öffentlichkeit, sondern ist ganz zufrieden, dass nicht sie, sondern ihr Mann bekannt ist in den Toren der Stadt (Spr 31,23). Dafür stehen ihr Mann und ihre Söhne auf und preisen sie, und ihre Werke werden im Stadttor gepriesen (V. 28–31).
Entspricht die Stellung der Frau nicht auch ganz der gegenwärtigen Position der Gemeinde Gottes? Wir gehen als Unbekannte durch die Zeit, in Knechtsgestalt, von der Welt nicht geehrt und nicht als das anerkannt, was wir wirklich sind (1Jo 3,1); wir sind noch nicht verherrlicht. Für unsere Unterordnung unter unseren Herrn und Gebieter wird er uns am Tag seines Erscheinens Ehre geben vor den Augen der ganzen Welt: Wir werden, wenn er erscheint, mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit (Kol 3,4).
»damit eure Gebete nicht verhindert werden«: Petrus nennt hier den Grund, der ihm der wichtigste war, warum die Männer so bei ihren Frauen wohnen sollten: Ihre gemeinsamen Gebete sollen nicht verhindert werden. Überrascht uns das? Hätten wir erwartet, dass er einen anderen Grund nennt, wie etwa glückliches Familienleben, wohlgeratene Kinder oder – was heute scheinbar sehr wichtig ist – »erfüllende Sexualität«? Petrus hat uns von Anfang seines Briefes an in Erinnerung gerufen, dass wir ein Erbe im Himmel haben, dass wir von oben geboren und als Pilger unterwegs sind zu unserem Erbe in der oberen Heimat. Dahin zieht es beständig unser Herz; dahin, wo unser Herr ist, gehen beständig unsere Gedanken. Zudem hat Petrus in diesem ganzen 2. Teil des Briefes (2,1–3,12) uns gelehrt, welches die Berufung der Gnade ist: Wir sind berufen, ein heiliges und königliches Priestertum zu sein (2,1–10), und als solche sind wir berufen, Zeugen Gottes zu sein in der Welt (2,11–3,12). Sind wir keine Priester, können wir keine Zeugen sein; suchen wir nicht im Gebet beständig sein Angesicht, werden wir unsere Aufgabe als Zeugen nur mangelhaft wahrnehmen können. Darum muss jedes christliche Ehepaar auch ein Priesterpaar sein. Sie müssen regelmäßig und ausgiebig zusammen vor Gott treten mit Dank, Flehen und Fürbitte. Als Priester Gottes sind sie dazu berufen, beständig in Gottes Gegenwart zu treten. Darum darf nichts und niemand ihr Gebetsleben hindern.
Wenn Mann und Frau viel zusammen beten, wird ihre eheliche Gemeinschaft immer tiefer. Nichts lässt ihre Herzen so zusammenwachsen wie das gemeinsame Bitten und Empfangen, das gemeinsame Beten um Gottes Beistand in ihrem gemeinsamen Zeugnis. Jeder, der mit seiner Frau ein regelmäßiges Gebetsleben führt – und das ist etwas anderes als bloß das Tischgebet und das Gute-Nacht-Gebet –, weiß das. Er weiß auch, dass er nicht regelmäßig mit seiner Frau betet, weil er darin eine gute Methode sieht, um in der Ehe glücklich zu werden. Er sucht dabei etwas ganz anderes, er sucht Gottes Reich und seine Gerechtigkeit. Dabei fällt ihm aber all das, was er gar nicht gesucht hat, auch zu (Mt 6,33).

Benedikt Peters – Kommentar zu 1. Petrus

Jetzt werden die Ehemänner hinsichtlich ihrer häuslichen Pflichten ermahnt. „Gleicherweise“ weist auf die ganze Abhandlung über die Unterwürfigkeit hin. Das Eheband ist kein Hundehalsband um den Hals der Ehefrau mit dem Effekt, daß sie nur darauf wartet, den nächsten Befehl auszuführen. Was die Ordnung im Hause angeht, so muß es eine höchste Autorität unter Gott geben. Da der Mann für alle Dinge in seinem Hause Gott gegenüber verantwortlich ist, so wird ihm als den Haupt eine gewisse Autorität übertragen. Was die Harmonie im Hause anbelangt, so ist gegenseitige Rücksichtnahme erforderlich, wie Paulus es in Eph 5,21-23 ausdruckt: „einander unterwürfig in der Furcht Christi“.
Die Ehemänner sollen, bei ihnen „wohnen“. Das Wort ist suniokes, wörtlich „zusammen wohnen“ oder „zusammen ein Haus benutzen“, in jeder Beziehung eines gemeinsamen Familienlebens. In allem soll der Mann für die Sicherheit seiner Frau sorgen, indem er die notwendigen Initiativen ergreift. Dies schließt körperliche, seelische und materielle Sicherheit ein.
Hier richtet sich zwar nur ein Vers an die Ehemänner, aber die Auswirkungen sind tief und in der Tat weitreichend. Paulus weist auf die ursprüngliche Verbindung zurück und stellt mit Betonung fest, daß es gerade der Mann ist, der die führende Rolle in der Liebe, im Verlassen der Eltern und Anhangen spielt (Eph 5,25-33). Die beständige Praxis des Zusammenlebens soll „nach Erkenntnis“ geschehen. Dies ist nicht auf das körperliche Verhältnis beschränkt, sondern es ist ein Wissen, das beständig versucht, besser kennenzulernen. Da der Ehemann seine Frau mehr und tiefer verstehen lernt, sollten anfängliche Ungewißheiten und Befürchtungen zerstreut werden, da er ihren Bedürfnissen in geistlicher Weise, seelischer, physischer und materieller Hinsicht dient. Die Frau wird als „das schwächere Gefäß“ angesehen, sicher nicht schwächer in irgend einem anderen Sinn als dem körperlichen. Eine Debora, die das Heer Israels anführte, eine Maria, die dem Kreuz des Verachteten gegenüberstand und eine Priszilla, die dem mächtigen Apollos die Schriften öffnete, können schwerlich als Frauen mit schwachem Willen, Geist oder Verstand bezeichnet werden. Es geht vielmehr um liebevolle Zuwendung und Sorge, wie Paulus es formuliert. Der Mann soll der Beschützer seiner Frau vor geistlichen, moralischen und körperlichen Gefahren sein und soll ihre Furcht durch seine Gegenwart beruhigen.
In einer Ehe ergänzen sich Mann und Frau im Idealfalle. Wenn beide gläubig sind, werden die Gaben und Fähigkeiten des einzelnen zusammengebracht, um einen harmonischen Beitrag für das Haus und weiter darüberhinaus zu leisten. Der Ehemann soll seine Frau ehren wie es ihrem großen und kostbaren Wert entspricht. Er soll anerkennen, daß sie wechselseitig Erben der Gnade des Lebens sind. Hier geht es also um Gläubige. Während sie nun auf Erden als Ehemann und Ehefrau leben, so gibt es „eine Beziehung durch Gnade, die niemals vergehen soll “ (W.Kelly). In diesem Verhältnis gibt es keine Unterscheidung hinsichtlich Geschlecht oder gesellschaftlicher Stellung. Die Perspektive der Ewigkeit vergrößert den Wert jeder Beziehung, indem sie diese über das Zeitliche und Vergängliche hinaushebt.
Das Gebet ist die zusammenhaltende Kraft, die das Haus und die Familie zusammenbindet: Gebet füreinander und Gebet für die Lasten und Nöte des anderen. Es ist eine äußerst schwierige Angelegenheit, ungelöste Fragen zwischen Ehemann und Ehefrau stehen zu haben, wenn diese sich gemeinsam zum Gebet niederbeugen. Der Feind versucht beständig, Gebete zu verhindern. Er hat tausend Tricks auf Lager, von denen einer das Säen von Zwietracht zwischen den Ehepartnern ist. Jede Anstrengung ist zu unternehmen, wobei dem Mann die führende Rolle zufällt, da er Haupt und Priester des Hauses ist, den Familienaltar in Liebe und Achtung aufrecht zu erhalten.
Es ist höchst bedeutsam, das Verhältnis zwischen Gebetsleben und der Liebe zwischen Ehemann und Frau zu erkennen. Eins kann das andere rückwirken. Dieser ganze Abschnitt läßt die Bedeutung eines ausgewogenen Lebens erkennen, wo die göttliche Ordnung in allen Aspekten und Bereichen des täglichen Lebens befolgt wird.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Bezüglich der Ehemänner erwähnt Petrus zwei Verantwortungen. Erstens sollen sie mit Einsicht bei ihren Ehefrauen wohnen. Der Ausdruck ebenso verbindet diesen Vers mit dem vorhergehenden. Genau, wie Ehefrauen sich ihren Ehemännern unterordnen müssen, haben sich Ehemänner dem Herrn unterzuordnen und ihre Unterordnung dadurch zu zeigen, dass sie für die Bedürfnisse ihrer Ehefrauen sorgen. Das Wort wohnt steht in der Gegenwart und betont eine beständige Pflicht. Die griechische Form des Wortes, das nur in diesem Vers vorkommt, vermittelt dieselbe Idee wie das hebräische Konzept des »Erkennens«. Sie bezeichnet »intime Kenntnis«; »sexuelles Erkennen«. Dieses Wort wird in der Septuaginta fünf Mal gebraucht (5Mos 22,17; 24,1; 25,5; Spr 19,14; Jes 62,5). Es bedeutet, »als Ehemann und Ehefrau zusammen zu leben«; »gemeinsam zu wohnen«. Diese Erkenntnis hat mit sexuellen Beziehungen zu tun. Das Wohnen bezieht sich hier darauf, mit ihren Ehefrauen nach der Erkenntnis sexuell zu wohnen. Während sich das Wort Erkenntnis auf Einsichten über die Ehe im Allgemeinen beziehen mag, betont es im Kontext dieses Satzes die körperlichen Aspekte dieses Erkennens. Der Ehemann hat sexuell mit seiner Frau zu leben – nach der Erkenntnis über die Erfüllung der sexuellen Bedürfnisse der Ehefrau.

Die zweite Verantwortung der Ehemänner ist, dass der Ehemann seine Frau ehren muss. Das Wort Ehre geben in seiner griechischen Form wird nur hier und nirgendwo sonst gebraucht. Es bedeutet »zuweisen oder zuteilen«. Auch dieses Wort steht in der Gegenwartsform und betont die beständige Pflicht des Ehemannes, seine Frau zu ehren. Die Ehefrau soll in die Unterordnung hineingeliebt, nicht hineingezwungen werden. Der Ehemann muss seine Frau ehren, und zwar auf zwei Arten. Erstens muss er ihr als dem schwächeren Gefäß Ehre erweisen. Weil sie das schwächere Gefäß ist, muss er sie beschützen. Das Leben des Ehemannes mit seiner Ehefrau sollte sich darauf gründen, dass sie sich bewusst als das schwächere Gefäß akzeptiert. Der Abschnitt sagt nicht, dass sie schwach ist; er bezeichnet sie als schwächer. Vor Gott sind sowohl Mann als auch Frau Gefäße, und beide sind schwach. Im körperlichen Bereich jedoch ist ein Mann im Allgemeinen stärker als eine Frau; die Frau ist das schwächere Gefäß. Hier meint Petrus mit ihrem schwächeren Zustand die körperliche, nicht die geistliche Verfassung. Im Griechischen ist das schwächere Gefäß »[ehe-]fraulich«. Das Ehren beinhaltet Schutz. Zweitens müssen Ehemänner ihren Ehefrauen Ehre erweisen, weil sie Miterben der Gnade des Lebens sind. Die Ehefrau ist in den geistlichen Facetten der Errettung die Partnerin des Ehemannes. Während die Frau bezüglich der Autorität schwächer ist, weil sie ja unter der Autorität ihres Ehemannes steht, ist sie ihrem Mann bezüglich der geistlichen Privilegien absolut gleichgestellt. Nach Darstellung der beiden Arten, auf die ein Ehemann seiner Ehefrau Ehre erweisen muss, nennt Petrus den Grund, sie zu ehren: damit eure Gebete nicht verhindert werden. Das Wort damit verweist sowohl auf das Ergebnis, als auch auf den Zweck. Wenn der Ehemann seine Ehefrau nicht ehrt, hat das Auswirkungen auf sein Gebetsleben. Das Wort verhindern bedeutet, dass das Gebet nicht vor den göttlichen Thron aufsteigt. Somit wirkt sich die Partnerschaft zwischen Ehemann und Ehefrau auf zwei Arten aus: Erstens sind sie Partner im körperlichen Bereich, weil sie gemeinsam Kinder hervorbringen; zweitens sind sie Partner im geistlichen Bereich, weil sie beantwortete Gebete hervorbringen

Arnold Fruchtenbaum – Die Petrusbriefe

er ist denen nahe, die sich wirklich auf ihn einlassen, die zu ihm beten, wenn er eingreifen soll.

Nahe ist Jehova allen, die ihn anrufen, allen, die ihn anrufen in Wahrheit.
Elberfelder 1871 – Psalm 145,18

Nahe ist der Ewige allen, die ihn anrufen, allen, die ihn wahrhaftig rufen.
Die Philippson-Bibel – Psalm 145:18

Jehova ist nahe allen, die ihn anrufen,
Allen, die ihn in Wahrhaftigkeit anrufen.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Ps 145,18

Allen, die ihn anrufen, ist Jehova nah,
ja allen, die ihn in Aufrichtigkeit anrufen.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Ps 145:18

Der beste Helfer, den wir je haben können, ist unser Schöpfer, Jehova Gott. Alle Lebewesen der Erde ziehen ständig Nutzen aus den lebenswichtigen Naturkreisläufen, die er vor vielen Zeitaltern in Gang setzte. Hätte der Mensch in seiner Habgier nicht die Schätze der Erde falsch genutzt, so könnte unser Planet bequem eine weit größere Bevölkerung ernähren, ohne daß die Pflanzen- und Tierwelt Schaden nähme. Zu Recht konnte der inspirierte Psalmist über Jehova Gott sagen: „Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden“ (Ps 145:16).
Nur selten machte Jehova von seiner Macht Gebrauch, Sonnenschein und Regen denen vorzuenthalten, die seinem Willen entgegenhandelten (2Mose 10:21; Amos 4:7). In der Regel haben auch undankbare Personen aus seinen großzügigen Vorkehrungen Nutzen gezogen. Darauf lenkte Jesus Christus die Aufmerksamkeit, als er sagte: „Er [läßt] seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen“ (Matthäus 5:45).
Wenn der Allmächtige sogar undankbaren Menschen solche Güte erweist, dann können wir ganz zuversichtlich sein, daß er niemals diejenigen im Stich lassen wird, die ihn ganzherzig lieben. „Er liebt Gerechtigkeit und Recht“ (Ps 33:5). Wir können daher überzeugt sein, daß er niemals gegenüber den Bedürfnissen seiner Diener blind sein oder ihre Hilferufe nicht beantworten wird. Gottes treuer Diener David stellte fest: „Jehova ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrhaftigkeit anrufen. Das Begehren derer, die ihn fürchten, wird er ausführen, und ihren Hilferuf wird er hören, und er wird sie retten“ (Ps 145:18, 19)

Wachtturm – 15.November 1976

Der ist nahe allen, die ihn anrufen. Diese Lehre ist in hohem Grade Sonderbesitz der Gläubigen, welche Gott durch einzigartiges Vorrecht zu sich einlädt, und denen er verheißt, dass er ihren Bitten geneigt sein will. Der Glaube würde auch sicherlich müßig, ja leblos darniederliegen, wenn er sich nicht in der Anrufung Gottes betätigte. In dieser kommt der Geist der Kindschaft zum Vorschein. Durch sie bezeugen wir auch, dass Gottes Verheißungen uns gültig und gewiss sind. In Summa: Gottes unschätzbare Gnade über den Gläubigen offenbart sich darin, dass er sich ihnen als Vater erzeigt. Weil aber, so oft wir Gott anrufen sollen, vielerlei Zweifelsgedanken uns beschleichen und wir infolgedessen nur schüchtern vor ihn treten oder gebrochenen, kraftlosen Mutes im Gebet nachlassen, oder unser Glaube vor Furcht ermattet, so verkündigt David, dass Gott ohne Ausnahme alle, die ihn anrufen, erhören will. Weil übrigens die Welt mit ihren Einbildungen die Anrufung Gottes meist verderbt und entweiht, so wird uns im zweiten Versgliede die richtige Weise vorgezeichnet, nämlich das Beten mit Ernst oder in der Wahrheit. Trotzdem die Leute ihre Zuflucht bei Gott nur kaltherzig oder mit aufgeblähtem Stolz oder mit Unwillen suchen und unter dem Beten mit ihm rechten, so beklagen sie sich doch, sie würden nicht erhört, als ob kein Unterschied wäre zwischen Bitten und Streiten, zwischen Erweis des Glaubens und Heuchelei. Der größte Teil denkt vor geheimem Unglauben kaum, dass ein Gott im Himmel ist, andere würden ihn gern von dort entfernen, andere möchten, dass er ihnen zu Dienst verpflichtet wäre, andere suchen oberflächlich nach irgendeinem Mittel, ihn zu begütigen. So ist die landläufige Art zu Beten nichts anders als eine leichtfertige, leere Zeremonie. Und während so ziemlich alle Welt in ihrer Not zu Gott läuft, so bringt doch unter zehn kaum einer etwas von Glauben und Buße mit. Es wäre aber besser, Gottes Namen zu begraben als ihn solch spöttischer Behandlung auszusetzen. Nicht umsonst werden also beim Beten Ernst und Wahrheit gefordert, d. h. es soll aus aufrichtigem Herzen kommen. Die Lüge nun, das Gegenteil dieser Aufrichtigkeit, tritt in beinahe zahllosen, verschiedenen Gestalten auf: Unglaube, Zweifelsucht, Ungeduld, Unzufriedenheit, eingebildete Demut, lasterhafte Begierden; das sind lauter Lügen.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

David erhob den Herrn, denn er ist gerecht und treu. (Zu der Wendung: alles, was er gemacht hat , vgl. V. 9-10.13 .) Deshalb erhört Gott die Gebete der Elenden – derer, die ihn fürchten und ihn lieben – wenn sie ihn anrufen. Deshalb muß jeder Mensch seinen Namen preisen (V. 21 ; vgl. V. 1 ). Wieder sind die Größe Gottes und seine Gnade Anlaß zum Lobpreis.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

In diesen beiden Versen werden drei Wahrheiten über Gott gesagt, die dem Heiligen unendlich trostreich sind: »Der Herr ist gerecht«, er ist »gütig«, und er ist »nahe«. Das gibt »allen, die in anrufen«, Festigkeit und senkt ihnen starken Trost in die Seele. Der Herr ist gerecht »in allen seinen Wegen«. Haben die Feinde die Oberhand? Es ist gerecht, denn der Herr im Himmel hat es so gelenkt, zu weisen Zwecken und in Treue gegenüber seinem Bund. Seine Zwecke müssen gut sein, denn der Herr ist gütig. Er kann seine Güte nie verleugnen. Und hat es so gelenkt, damit wir ihn anrufen und erkennen, dass er nahe ist, wie der Apostel sagt: »Der Herr ist nahe« (Phil 4,5). Wo sagte der Apostel das? Im Gefängnis, wohin die Missgunst der Juden ihn gebracht hatte und wo missgünstige Brüder seine Gefangenschaft noch zu vergällen suchten (Phil 1,17). Ist aber der Herr nahe, ist alles gut.

»Hier hörst du, dass Gott geneigt und bereit ist, uns zu hören, zu helfen, zu tun und zu geben alles, was wir nach seinem Willen von ihm bitten und begehren. Dass uns aber solches nicht widerfährt, ist unsere Schuld, die wir unser Unglück, Jammer und Not, die sehr groß und mancherlei ist, nicht sehen noch fühlen und deshalb auch nicht in rechtem Glauben und Zuversicht zu ihm auf seine Zusage, die in Christus gewiss und wahr ist, schreien und rufen noch seine Hilfe mit Ernst begehren. Das haben wir unserem alten Adam und dem leidigen Unglauben zu danken. Gott stärke uns den Glauben. Amen« (Luther).

Benedikt Peters – Die Psalmen

Daneben gibt es noch eine andere Treue gegenüber einem anderen Bund; eine noch tiefere Treue, da es ein größerer Bund ist, der gehalten wird. Diese Verheißung nahm ihren Anfang durch den Bund mit Abraham in 1. Mose 12, wurde über Jahrhunderte aufrechterhalten und in Jesus Christus erfüllt. Es handelt sich um die Verheißung, dass es eines Tages einen neuen Himmel und eine neue Erde geben wird, die von Jesus Christus, dem Nachkommen Abrahams, regiert wird – und von seinem ganzen Volk mit ihm.

Christopher Ash -Psalmen: Kommentar

„Hattest du schon mal das Gefühl, Jehova erhört deine Gebete nicht?“

Und wenn wir wissen, daß er uns hört, um was irgend wir bitten, so wissen wir, daß wir die Bitten haben, die wir von ihm erbeten haben.
Elberfelder 1871 – 1.Johannes 5,15

Und weil wir wissen, dass er unsere Bitten erhört, können wir sicher sein, dass er uns das Erbetene gibt – so sicher, als hätten wir es bereits bekommen.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Johannes 5:15

Und wenn wir wissen, dass er uns hört in dem, was auch immer wir erbitten, dann wissen wir auch, dass wir das schon erhalten haben, was wir von ihm erbeten haben.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – 1.Joh 5,15

Lies die Frage und dan die Bibelstelle! Die Frage ist ein Zitat aus „einer religiösen Zeitshrift“. Merkst du den Unterschied? Johannes fordert die Leser auf, zu glauben! – die „religiöse Zeitschrift“ fragt nach dem Gefühl! Aber wo in der Bibel geht es um das Gefühl? Immer wenn wir uns auf unser Gefühl verlassen, sind wir verlassen! Ich muß die Entscheidung treffen, Jehovah zu vertrauen, ich muß die Entscheidung treffen, die Probleme im Gebet bei IHM abzugeben, und dann zu warten, ob und wie Er das Gebet erhören möchte, oder eben nicht.
Dazu fällt mir immer die folgende Geschichte ein, und besonders der markierte Satz zum Thema Gebet:

Inmitten des blutigsten Krieges, den Amerika bisher in seiner Geschichte erlebt hat, dem Bürgerkrieg (1861–1865), schrieb ein unbekannter Soldat der Südstaaten diese Worte: „Ich habe Gott um Kraft gebeten, damit ich etwas erreiche; ich wurde schwach gemacht, damit ich lerne, demütig zu gehorchen. Ich bat um Gesundheit, damit ich Größeres vollbringe; mir wurde Schwäche gegeben, damit ich Besseres vollbringe. Ich bat um Reichtum, damit ich glücklich sei; mir wurde Armut gegeben, damit ich weise sei. Ich bat um Macht, damit ich von den Menschen gelobt werde; mir wurde Unzulänglichkeit gegeben, damit ich das Bedürfnis nach Gott fühle. Ich bat um alles, damit ich das Leben genieße; mir wurde das Leben gegeben, damit ich alles genieße. Ich habe nichts bekommen, worum ich gebeten habe, aber alles, worauf ich gehofft habe. Fast trotz meiner selbst wurden meine unausgesprochenen Gebete erhört. Ich bin unter allen Menschen am reichsten gesegnet.“ Weil Gott gut ist, beantwortet er unsere Gebete nicht immer so, wie wir es uns wünschen, sondern er beantwortet sie durch den Filter dessen, was letztlich das Beste für uns ist. Er beantwortet sie so, wie wir gebetet hätten (oder hätten beten sollen), wenn wir wüssten, was er weiß oder sehen könnten, was er sieht.

Eddi Rasnake – Die Eigenschaften Gottes: Ein Bibelkurs

Aber schauen wir uns die Kommentare zu diesem Vers an:

„Und wenn wir wissen, daß er uns hört, um was irgend wir bitten, so wissen wir, daß wir die Bitten haben, die wir von ihm erbeten haben“ kann umschrieben werden: Wenn wir uns auf die unermeßliche Güte Gottes verlassen, können wir sicher sein, daß Sein Wille uns nicht enttäuschen wird und unser Vertrauen nicht falsch investiert ist. „Alles, um was irgend ihr betet und bittet, glaubet, daß ihr es empfanget, und es wird euch werden“ (Mk 11,24). Die hier gebrauchte Zeitform „wir haben“ (nicht „haben werden“) läßt erkennen, daß unsere Gebete schon erhört wurden und wir die Erhörung im voraus besitzen. „Jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet“ (Mt 7,8).

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Das Gebet nach dem Willen Gottes hat seine Erhörungsgewissheit schon in sich, denn der Wille Gottes geschieht. Gottes Wille ist Geschehen und Tun, wirkende Kraft. Martin Luther sagt deshalb im Kleinen Katechismus zur Bitte »Dein Wille geschehe«: »Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, dass er auch bei uns geschehe«, wie Jesus sich damals am Grab des Lazarus der Erhörung seines Gebetes schon vorher gewiss ist und lobt: »Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich weiß, dass du mich allezeit hörst …« (Joh 11,41ff.). Der Vater erhört den Sohn, denn der Sohn tut nichts gegen den Willen des Vaters; er tut die Werke, die ihn sein Vater zu tun heißt (vgl. Joh 5,36; 9,4; 10,25; 14,10; 17,2).

Diese Gewissheit trägt auch die Kinder Gottes bei ihrem Beten. »Wir wissen, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben« (wörtlich: »Wir haben die Bitten, die wir erbeten haben von ihm«).

Gerhard Maier – Edition C

Wer an den Namen Jesu Christi glaubt, hat im Gebet die Zuversicht (parrEsia), die wir haben zu Gott (vgl. 1Joh 3,21). Was die Gläubigen im Gehorsam gegen den Willen Gottes erbitten, das wird er gewiß erhören. Für die Christen von heute wird der Wille Gottes, an dem sie ihre Gebete ausrichten, in der Schrift offenbar. Der Gedanke, der in 1Joh 5,3 b beginnt, mündet jedoch in die Wahrheit, daß Gottes Gebote für den Gläubigen keine Last sind, weil der Glaube an Gottes Sohn das Geheimnis des geistlichen Sieges über die Welt ist. Auf diesem Hintergrund liegt es nahe anzunehmen, daß Johannes hier besonders, wenn nicht sogar ausschließlich daran dachte, daß die Christen das Recht hätten, Gott um Hilfe bei der Erfüllung seiner Gebote zu bitten. Ein solches Gebet ist ganz offensichtlich nach seinem Willen. In seinem sieghaften Leben wird dem Christen also alle Last dadurch abgenommen, daß er im Glauben an den Namen des Sohnes Gottes beten kann.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Es gibt fünf Prinzipien des Betens in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes.

Erstens wird Gott jedes Gebet positiv beantworten, das mit seinen eigenen Absichten und mit unserem eigenen Wohl übereinstimmt. Mit anderen Worten: Gott wird „ja“ zu jedem Gebet sagen, das wir beten und das mit seinen eigenen Absichten und zu unserem Besten ist. Wenn es nicht zu unserem Besten ist oder wenn es nicht mit seinen eigenen Absichten übereinstimmt, wird Gott „nein“ sagen.

Das zweite Prinzip ist, dass Gottes Wille das ist, was er beabsichtigt und plant. Wenn also unser Gebetsanliegen mit seinen Absichten und Plänen übereinstimmt, wird er „ja“ sagen. Wenn sie nicht übereinstimmen, dann wird er „nein“ sagen.

Das dritte Prinzip ist, dass Gott sich verpflichtet, jedes Gebet zu beantworten, das in den Bereich seines Willens kommt.

Das vierte Prinzip ist, dass das Gebet ein Mittel ist, um unsere Wünsche mit dem Willen Gottes in Einklang zu bringen. Es ist das Mittel, durch das wir für den Willen Gottes sensibel werden und daher unsere eigenen Wünsche mit dem Willen Gottes in Einklang bringen.

Der fünfte Grundsatz lautet: Wenn der Wille Gottes klar ist, können wir mit vollem Vertrauen bitten.

Arnold Fruchtenbaum – Die Bedingungen des Gebets

Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn überhaupt darum bittet

Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, daß sie um ihres vielen Redens willen werden erhört werden. Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.
Elberfelder 1871 – Matthäus 6,7–8

Leiere nicht gedankenlos Gebete herunter wie Leute, die Gott nicht kennen. Sie meinen, sie würden bei Gott etwas erreichen, wenn sie nur viele Worte machen. Folgt nicht ihrem schlechten Beispiel, denn euer Vater weiß genau, was ihr braucht, schon bevor ihr ihn um etwas bittet.
Hoffnung für Alle – Matthäus 6:7–8

Wenn ihr betet, dann leiert nicht leere Worte herunter, wie es überall bei den Völkern üblich ist. Die Menschen anderer Nationen glauben, dass sie deshalb auf Erhörung hoffen können, weil sie so viele Worte machen. Macht es ihnen auf keinen Fall nach! Denn euer Vater weiß, welche Bedürfnisse ihr habt, schon lange bevor ihr überhaupt angefangen habt zu beten.
Roland Werner – Das Buch – Matt 6,7–9

Warum aber verwirft Jesus das heidnische Geplapper? Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichen: euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe denn ihr Ihn bittet. Wir sollen also beten, nicht in der Absicht, Gott über den Zustand unseres Herzens und unser Verlangen erst weitläufig zu belehren und Ihn dadurch zur Abhülfe zu zwingen: nein, Gott kennt unser Bedürfniß viel früher bereits, als wir es fühlen. Wir sollen beten, nicht um Gottes-, sondern um unsertwillen; beten, weil Gott schon weiß, was wir bedürfen, und weil Er, ohne daß wir unserer Bedürftigkeit bewußt geworden sind und diese gläubig verlangend gegen Ihn ausgesprochen haben, es uns nicht geben kann. „Aber,“ könnte man einwenden, „wenn Gott schon Alles weiß, was wir bedürfen, ehe wir ihn darum bitten, und ohne daß wir Ihn darum bitten: dann hätten wir ja eigentlich gar nicht mehr nöthig, zu beten? wozu Ihm erst noch sagen, was Er längst schon weiß, und längst besser weiß, als wie es Ihm je aussprechen können?“ So spricht der Unglaube, meine Brüder; und wenn irgendwo Unglaube, Aberglaube und Glaube recht bestimmt in ihrem Unterschiede hervortreten, so ist es gerade beim Gebet. Der Unglaube leitet aus Gottes Allwissenheit die Ueberflüssigkeit und Nichtigkeit des Gebets ab, und nach seinem Urtheil ist daher auch das Beten die größte Lächerlichkeit und Narrheit. Der Aberglaube verlangt von Gott Erhörung, nicht um der göttlichen Gnade willen, sondern wegen seines Gebets, wegen seines oft gedanken- und gottlosen Werks. Der Glaube aber betet, weil Gott der Allwissende, der Heilige, der Gnädige ist, weil Gott schon vor dem Beten weiß, was der Mensch zu beten hat, weil Er das Ihm wohlgefällige Gebet selbst wirkt und erfüllt. Ist es schon für uns tröstlich, wenn derjenige, dem wir unsern Kummer entdecken, unsere Lage schon kennt und fühlt, und wir ihm nicht erst Alles haarklein zu erzählen brauchen: um wie viel tröstlicher und erquicklicher ist es, daß der Vater im Himmel schon Alles weiß, was wir Ihm sagen; daß wir nie über etwas Fremdes, sondern allezeit über etwas Ihm schon Bekanntes mit Ihm sprechen; daß wir von vorn herein wissen: An dieser Gottesthür klopfst du nicht vergebens an; hier brauchst du keinen Zweifel zu hegen, ob Er dich auch hören und erhören wolle, werde und könne; hier kannst du mit vollem Vertrauen und mit ganzer Zuversicht hinzutreten; denn du thust ja nur, wozu Er dir gnädige Erlaubniß gegeben, was er dir auf’s Bestimmteste geboten und wozu Er dich unzählige Male aufgerufen hat; wolltest du da zurückbleiben und nicht thun, was Er verlangt, so würdest du Ihn verachten und nicht für den Geber alles dessen, was dir nöthig ist, anerkennen. Der Christ betet demnach nicht um Gottes willen, um Ihm mit seinem Gebete einen Dienst zu thun, sondern um sein selbst willen. Gottes Allwissenheit ist ihm der Trost, daß er nicht falsch und unerhörlich bittet, und treibt ihn erst recht zum Gebete an.
Betet denn, Geliebte! denn das Gebet ist der Prüfstein der Herzen. Wie man betet, so ist man. Betet gern, daß der Umgang mit eurem unsichtbaren Freunde im Himmel euch der liebste Umgang hienieden sei. Betet oft, daß mit jedem Gebet auch das Vertrauen und die Sehnsucht, wieder zu kommen, wachse und auflebe. Betet mit dem erquickenden Bewußtsein, daß ihr, was es auch sei, das euch zum Gebete veranlaßt, immer nur über etwas Bekanntes mit Ihm sprechet. Dann wird es euch nie Angst und Sorge machen, welche und wie viel Worte ihr zu wählen und wie ihr sie zu stellen habt. Ihr werdet sagen, wie es euch um’s Herz ist; ihr werdet die Worte wählen, die euch eure Lage ungesucht und von selbst auf die Lippen legt. Heil solchen Betern! Möchten ihrer recht Viele sein und immer mehr werden in der Christenheit! Je mehr Beter, desto mehr Beglücker der Menschheit, desto mehr segnende Engel auf Erden.

Johann Friedrich Arndt – Die Bergpredigt Jesu Christi

Wortreiche Gebete

„Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, um ihres vielen Redens willen erhört zu werden. Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiß, was ihr nötig habt, ehe ihr ihn bittet.“ (V. 7–8)

Wenn der Herr bei den Juden die Heuchelei anprangern musste, dann war es bei den heidnischen Nationen das sinnlose Geplapper und das viele Reden beim Beten (vgl. 1. Kön 18,26–29). Aber nicht nur das, sondern Er warnt seine Jünger auch vor inhaltslosen Gebeten. Er wusste im Voraus, welche Entwicklung die Christenheit nehmen würde. Die ständige Wiederholung vorformulierter Gebete ist nicht nur in heidnischen Religionen bekannt, sondern wird auch in christlichen Kirchen praktiziert.

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir in unseren Gebeten bestimmte Bitten, die uns sehr auf dem Herzen liegen, nicht öfter wiederholen dürften. Wir müssen unterscheiden zwischen leerem Geplapper ständig wiederholter Formeln und dem intensiven, anhaltenden Gebet eines Gläubigen, der in seiner Not immer wieder dasselbe Anliegen vorbringt. Hat der Herr Jesus seinen Jüngern nicht selbst das Beispiel der Witwe vorgestellt, damit sie allezeit beten und nicht ermatten sollten, und dabei ausdrücklich gesagt: „Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und ist er in Bezug auf sie langsam?“ (Lk 18,1–8; Apg 12,5; Röm 12,12; Eph 6,18).

„Euer himmlischer Vater weiß, was ihr nötig habt, ehe ihr ihn bittet.“ Dass unser Vater weiß, was wir brauchen, ist die eine Seite; dass Er uns immer wieder zum Bewusstsein unserer eigenen Kraftlosigkeit und Abhängigkeit von Ihm führen und in dem Genuss der Gemeinschaft mit Ihm erhalten möchte, ist die andere Seite. Nichts ist dazu mehr angetan als das persönliche, vertrauensvolle Gebet.

Arend Remmers – Die Bergpredigt: Eine Verständnishilfe zu Matthäus 5–7

Die beiden Verse geben eine weitere Antwort Jesu auf die Frage: Wie beten wir richtig? Paulus ist noch in Röm 8,26 bewegt von dieser Frage, ebenso viele gläubige und ungläubige Menschen unserer Tage. Es geht hier um die praktische Gestaltung des Gesprächs mit Gott: Welche Worte soll ich benützen? Wie oft und um was soll und darf ich beten?

Falsche Gesprächsführung liegt dort vor, wo wir »plappern wie die Heiden«. Die »Heiden« sind wie in Mt 5,47 die Nichtjuden. Ein alttestamentliches Beispiel für das »plappern« und »viel Worte machen« geben uns die Baalspropheten auf dem Karmel in der Auseinandersetzung mit Elia (1 Kön 18,26ff.). Das griechische Wort für »plappern« ist ein sehr seltenes Wort. Es scheint die ständige Hervorstoßung von Worten zu bezeichnen. Eine andere Deutung möchte es auf die semitische Sprache zurückführen, wonach es so viel wie »nichtiges Reden« hieße. Jedenfalls steht es in Parallele zur »Vielrednerei« – so wörtlich statt »viel Worte machen« – und von daher ist klar, dass es die Fülle der Worte bezeichnet. Ganz anders urteilt Jesus, und zwar in Fortsetzung der Linie des AT (Jes 1,15) und Sirachs (Sir 7,15). Entscheidend dafür, ob wir »erhört werden«, ist die Kindesbeziehung zum Vater. Damit deckt Jesus die Wurzel erhörlichen Gebets auf. Nicht die »Technik« des Gebets entscheidet, sondern die innere Beziehung, die wir zu Gott haben. Samuel Gottlieb Bürde nannte es »ein Herz…, das unbedingt mit Kindesmut in deinem Vaterwillen ruht« (EKG ;582, 3).

Dadurch gewinnt das Gebet eine unvergleichliche Schlichtheit und Innigkeit. Man erzählt, ein Reisender sei abends neugierig auf das Gebet seines Reisegenossen gewesen. Dieser, ein bekannter und tiefgläubiger Mann, trat ans Fenster, zog seine Mütze und sagte: »Lieber Vater, es bleibt dabei.« Daraus ergibt sich ein Weiteres: Nicht die Fülle der Worte ist von Gewicht, sondern das Bedürfnis des Kindes! »Denn euer Vater weiß, was ihr braucht, ehe ihr ihn bittet.« Die Wendung: »was ihr braucht«, besitzt zentrale Bedeutung. Ist hier nicht schon ausgedrückt, dass Gott wirklich wie ein Vater handelt, der verantwortlich ist und weiter sieht als das Kind? Demnach kann uns Gott nichts Böses geben. Er kann aber auch keine schädliche Bitte erfüllen, so sehr wir ihn bestürmen. Er gibt genau, was wir nötig haben. Zugleich liegt darin eine große Weite: Die kleinsten Alltagsdinge wie die wichtigsten Lebensfragen sind hier eingeschlossen. Wie ein richtiger Vater vom Radiergummi bis zum Lebensberuf alles fürsorglich ermöglicht, so Gott durch die Gebetsbeziehung! Jünger beten also, wie Kinder mit einem richtigen Vater reden.

Die Wendung: »ehe ihr ihn bittet« hat Anlass zu Missverständnissen gegeben. Man zog den etwas krausen Schluss, folglich brauche man Gott ja gar nichts mehr zu sagen. Oder man argumentierte theologisch, Bitte und Fürbitte sei dann im Grunde überflüssig. Aber das folgende Vaterunser widerlegt beide Irrwege. Gott gibt auf unser Gebet etwas – d. h., ohne unser Bitten unterließe er bestimmte Dinge, ohne dadurch in Verlegenheit mit seinen Plänen zu kommen. Wir unsererseits wollen aber im Gespräch bleiben und uns auch gegebenenfalls korrigieren lassen. Was wären wir sonst für Kinder, wenn wir niemals reden würden! Schließlich wollen wir auch nicht stolz werden auf die Kürze unserer Gebete. Zu leicht triumphiert dann der Selbstruhm oder schlicht die Faulheit im Beten.

Gerhard Maier – Edition C

Das vierte Problem des Gebets ist die Allwissenheit Gottes. Die Frage ist: Da Gott schon alles weiß, warum müssen wir dann beten?

Dieses Thema spiegelt sich in Matthäus 6:8 wider: Seid nun nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr nötig habt, ehe ihr ihn bittet.
Da Gott bereits weiß, was wir brauchen, noch bevor wir ihn um etwas bitten, warum sollten wir uns die Mühe machen zu beten?

Doch in genau diesem Abschnitt und im gleichen Kontext werden wir, auch wenn Jeschua sagt, dass Gott es schon im Voraus weiß, dennoch ermutigt zu beten. Wir sollten vorangehen und Gott sozusagen die Dinge wissen lassen, die uns bedrücken, und unsere Bedürfnisse ausbuchstabieren. Nicht, weil Gott es nicht weiß, sondern weil wir selbst Glauben und Vertrauen erfahren müssen. Indem wir im Gebet zu Gott kommen und sehen, dass unsere Gebete erhört werden, werden wir Glauben und Vertrauen erfahren; wir werden Gottes Antwort auf Gebet erleben. Darüber hinaus sollte uns die Gewissheit, dass etwas eintreffen wird, zum Gebet anspornen.
Ein gutes Beispiel dafür ereignete sich im Leben des Propheten Elia. In 1. Könige 18 hatte Gott Elia bereits versprochen, dass er die Dürre beenden und Regen über Israel schicken würde.

Nach 1. Könige 18,41: Und Elia sprach zu Ahab: Steh auf, iss und trink; denn es kündigt sich eine Fülle von Regen an.
Elia wusste bereits, dass Regen kommen würde, und sagte Ahab, er solle hingehen und sich bereit machen, weil es eine Fülle von Regen geben würde.

Dann heißt es in 1. Könige 18:42-45: Also ging Ahab hinauf, zu essen und zu trinken. Elia aber stieg hinauf auf die Spitze des Karmel und warf sich nieder auf die Erde und legte sein Angesicht zwischen seine Kniee. Und er sprach zu seinem Knecht: Steig hinauf und sieh gegen das Meer. Und er stieg hinauf und sah und sprach: Da ist nichts. Und er sprach: Gehe noch siebenmal hin. Und es geschah beim siebentenmal, daß er sprach: Siehe, da steigt eine Wolke aus dem Meer, so klein wie eine Menschenhand. Und er sprach: Gehe hinauf und sprich zu Ahab: Mache deinen Wagen bereit und fahre hinab, daß dich der Regen nicht aufhalte. Und es begab sich über eine kleine Weile, daß der Himmel schwarz ward von Wolken und Wind, und es regnete sehr. Und Ahab ritt hin und zog gen Jesreel.

Elia wusste, dass der Regen kommen würde. Er wusste es, denn Gott hatte ihm versprochen, dass der Regen kommen würde. Dennoch hielt ihn die Gewissheit, dass etwas passieren würde, nicht vom Beten ab; sie spornte ihn zum Beten an. Es sollte kein Problem mit der Allwissenheit Gottes in Bezug auf das Gebet geben.

Arnold Fruchtenbaum – Das Problem des Gebets

Freut euch in der Hoffnung

In Hoffnung freuet euch; in Trübsal (O. Drangsal) harret aus; im Gebet haltet an;
Elberfelder 1871 – Römer 12,12

 in der Hoffnung fröhlich – Lk 10,20; Röm 5,2; 15,13; Phil 3,1; 4,4; 1 Thess 5,16; Hebräer 10,23; 1 Petr 4,13. -, in der Drangsal ausharrend – k 21,19; 1 Tim 6,11; Hebräer 10,36; 12,1; Jak 1,4; 5,7; 1 Petr 2,19.20. -, im Gebet ausdauernd – Lk 18,1; Apg 2,42; 12,5; Kol 4,2; Eph 6,18; 1 Thess 5,17. – !
Abraham Meister – Römer 12:12

Lasst euch durch die Hoffnung zur Freude motivieren, und wenn ihr in Bedrängnis geratet, dann haltet aus! Lasst euren Alltag vom Gebet geprägt sein!
Roland Werner – Das Buch – Römer 12,12

Das Vetrauen in Jehovah ist nötig, um sich in allen Situationen in IHM zu freuen.
Der Vers 11 hatten wir ja schon, den Vers 15 auch…, den Vers 18 und den Vers 19

Die folgenden Aufforderungen, die sich auf die persönliche Einstellung der Gläubigen beziehen, können, wenn sie beherzigt werden, diese in den Augen ihrer Mitmenschen liebenswerter machen. Der entscheidende Gedanke steht hier am Ende von Vers 11: Dient (douleuontes; in V. 7 heißt „dienen“ diakonian) dem Herrn. Ihm geht die Erklärung voraus, wie sich diese „Knechtschaft“ (doulos; vgl. Röm 1,1) äußern soll: Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend (zeontes, ein Ausdruck, der außer an dieser Stelle nur noch in Apg 18,25 ,dort für Apollos, benutzt wird) im Geist (hier ist entweder der Heilige Geist oder auch das Innere des Menschen gemeint). Wieder ist eines der beiden Gebote negativ, das andere positiv formuliert (vgl. Röm 12,9). Die Christen sollen Gott mit Begeisterung und Eifer dienen.
Die drei Ermahnungen in Vers 12 können entweder als unabhängige Aufforderungen oder ebenfalls als Ergänzungen zum Begriff des Dienens verstanden werden. Sie lauten: Seid fröhlich in der Hoffnung, denn die Hoffnung auf Christus ist die Grundlage der Freude (Röm 5,2-5; 1 Petrus 1,6-9), geduldig (hypomenontes; „beständig, ausdauernd“; vgl. Röm 5,3) in Trübsal (thlipsei, „Bedrängnis, Kummer, Druck“; vgl. Röm 8,35), beharrlich (proskarterountes; vgl. Apg 1,14;2,42; Kol 4,2) im Gebet um Weisheit, Führung und Kraft (vgl. 1Thes 5,17).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

12,12: Freut euch in der Hoffnung; seid standhaft in der Not; im Gebet seid beharrlich. Für die Freude und für das Leiden heißt uns Paulus geschickt und fähig sein. Jene kann uns nicht erlöschen, weil wir ja eine Hoffnung haben, und aus ihr entsteht, wie immer unser Leben sich gestalten mag, die Freude, und die Not machen wir dadurch für uns fruchtbar, daß sie uns die Erprobung und Stärkung unserer Tragkraft bringt. Dazu gesellt Paulus als drittes die Beharrlichkeit im Gebet. Er hat gesagt, daß die Freude bei uns bleiben soll, und uns gezeigt, wie wir auch im Leiden unbeweglich in unserem Christenstand bleiben durch Geduld; aber es ist noch ein drittes, was bei uns bleiben muß, aber nicht von selber bleibt, wenn wir nicht dabei beharren: Das ist das Gebet. Paulus heißt uns nicht sparsam sein mit der Zeit, die wir auf das Gebet verwenden, als brächen wir damit etwas ab von unserer Pflicht und Emsigkeit. Zeit und Kraft, die auf das Gebet verwendet werden, sind wohl verwandt.

Schlatters Erlӓuterungen zum Neuen Testament

Auch die nächsten drei Mahnungen sind als eine Einheit zu fassen. Auch sie sind nicht eigentliche Imperative, sondern zunächst Aussagen im Partizip; sie schildern, was die Christen besitzen, und mahnen erst von da aus, nun auch wirklich in dem zu leben, was Christen gegeben ist. „Hoffnung, Bedrängnis, Gebet“, das gehört eng zusammen. Das Wort „Hoffnung“ im NT meint nicht ein allgemeines menschliches Hoffen. Wie haben wir leider diesen so bekannten Vers unseres Abschnittes durch unaufhörlichen Mißbrauch vor allem bei Trauungen verfälscht! Die „Hoffnung“ bezieht sich im NT immer auf das mächtige biblische Zukunftsbild, das uns von den kleinen persönlichen Hoffnungen gerade freimachen will. So und nur so in bestimmter Erwartung der Wiederkunft des Herrn und seines großen Sieges über alles, macht die Hoffnung uns froh in einer bleibenden Freude, die auch von den Bedrängnissen nicht erdrückt wird. Denn das sahen wir schon in 8,17-18, wie „Hoffnung“ und „Drangsale“, jetziges Leiden und kommende Herrlichkeit zusammen gehören. Als die „in Hoffnung Frohen“ „harren wir in Bedrängnis aus“. Die Bedrängnisse aber treiben ins Beten, bei dem das hoffende Rufen „Komme bald, Herr Jesu“ nicht fehlen kann. In allen seinen Briefen liegt dem Apostel ganz besonders am Beten. Er spricht in den Briefeingängen von seinem eigenen „unablässigen“ Gebet und erwartet auch von den Gemeinden den ernsten und treuen Einsatz in Gebet und Fürbitte. Ob er sich dieses „dauernde Festhalten am Gebet“ als eine Fortführung jüdischer Gebetszeiten und Gebetssitten gedacht hat, darüber sagt er nicht ein einziges Wort. Sollte ihm das regulierte Gebet, das er als Pharisäer geübt hat, nicht auch unter den „Gewinn“ von einst fallen, dessen Fleischesart ihm nach Phil 3, 3 ff aufgegangen war? Das von Paulus hier verwendete Wort sagt nur das eine aus: das dauernde Verharren, das freilich Sache des festen Willens ist, aber eines Willens, der selbst nur aus einem starken Erleben geboren werden kann. So wird das Wort Apostelgeschichte 1,14 von der Jüngerschar gebraucht, die nach Ostern und Himmelfahrt in dauerndem Beten zusammen ist. So Apostelgeschichte 2,42 in der bekannten Aussage, daß die eben erweckte und bekehrte Urgemeinde in Jerusalem „beständig in der Apostellehre, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet bleibt“. Daß dabei feste Zeiten und Ordnungen nötig und hilfreich sind, versteht sich unter irdischen Lebensverhältnissen von selbst. Das eigentliche, lebendige „Verharren“ und „Festhalten“ aber liegt nicht an diesen Ordnungen als solchen, sondern im Trieb des neuen Lebens, das Christen geschenkt ist.

W.de Boor – Wuppertaler Studienbibel – Der Brief des Paulus an die Römer

Die Beschreibung des Christenstandes wird fortgesetzt, wohl mit dem mahnenden Ton: Sei, was du bist! Die Hoffnung kennzeichnet unser Stehen im Glauben (vgl. Röm 5,2). Dabei gehören Hoffnung und Drangsal eng zusammen, denn die Hoffnung weitet den Blick für die verheißene Herrlichkeit und Vollendung des Heiles Gottes (vgl. Röm 5,3). Mit diesem Blick und im ausharrenden, anhaltenden Gebet kann ein Christ in Drangsalen ausharren. Was Paulus in Römer 8,18-30 zugesprochen hat, kommt hier als knappster Rückruf in die geschenkte Wirklichkeit, als Mahnung auf die Gemeinde zu. Gott wird seine Verheißungen erfüllen, darum kann der Christ freudig voller Hoffnung sein (vgl. Ps 25,2; 37,5; 125,1; Jes 30,15; Röm 4,18; 1Kor 13,7; 2Kor 3,12; Eph 4,4; Kol 1,27; 1Thess 4,13; 5,8; 2Thess 2,16; Tit 1,2; 2,13; 3,7; 1Petr 1,3; Hebr 3,6; 6,18; 10,23; 11,1). Schon das deutsche Grundwort für „Hoffnung“ kommt von „hopen“ = „vor Erwartung hüpfen“ und enthält diesen Ton erwartungsvollster Freude. Die Geduld in der Drangsal wird von solcher Hoffnung gestärkt und im anhaltenden Gebet eingeübt (vgl. Apg 1,14; 2,42; Eph 6,18; Kol 4,2; 1Thess 5,17; auch Lk 18,1-8).

Gerhard Maier – Edition C

Wie in Kapitel 8 verknüpft Paulus hier Hoffnung, Trübsal und Gebet miteinander. Wir gehen durch Drangsal (Röm 8,17), doch wir schauen dem Tag entgegen, an dem unser Leib erlöst werden soll und wir allen Prüfungen und allem Leiden entrückt sein werden (8,23). Weil wir diese feste Hoffnung haben, harren wir in Trübsal aus und binden uns im Gebet an den Herrn (8,26).
»In Hoffnung freut euch«: Zu unserer Hoffnung gehört, dass auch unser Leib erlöst werden soll. Was uns aber mehr als alles andere mit Freude erfüllt, ist die Tatsache, dass wir einst den Herrn sehen (Joh 17,24; 1Jo 3,2; Offb 22,4) und für immer bei ihm sein werden (1Thes 4,17). Diese Freude am Herrn verleiht uns Stärke (Neh 8,10), sodass wir »in Trübsal« ausharren können. Und wir haben allezeit und unter allen Umständen freien Zugang zu unserem großen Heiland-Gott. Wir fliehen zu ihm »im Gebet«, statt uns zu sorgen, weil das Morgen ungewiss ist (Phil 4,6). Gott verachtet nicht das Elend der Elenden (Ps 22,25), vor ihn kommt das Seufzen der Gefangenen (Ps 79,11), und er hört und hilft uns. Und wir beten für die Geschwister, indem wir deren Lasten zu den unsrigen machen (siehe Gal 6,2), und wir halten an im Gebet, wie es auch der Apostel tat (Röm 1,9–10).

Benedikt Peters – Der Brief an die Römer

Nun legt Paulus drei weitere Prinzipien dar. Das erste, »in Hoffnung freuet euch«, hat eine weite Bedeutung. Hoffnung ist das Schlüsselwort dieses Briefes, ja, Gott wird als »der Gott der Hoffnung« bezeichnet (15,13). Gott ist von Hoffnung charakterisiert. Er verzweifelt niemals, weil Er über allem steht und alle Macht hat. Er versagt niemals, und Er gibt die Seinen niemals als hoffnungslose Fälle auf. In unserem Sprachgebrauch kann »Hoffnung« ein sehr vages Wort sein. Normalerweise muß es durch ein weiteres Wort ergänzt werden, wie z.B. »in der sicheren und gewissen Hoffnung der Auferstehung«. Die Hoffnung des Christen gründet sich auf den lebendigen Gott, der vollkommen zuverlässig ist und dessen Absichten, wie lange ihre Erfüllung auch auf sich warten lassen mag, niemals scheitern werden. Paulus ruft hier zu einer Freude in der Hoffnung auf, nämlich in der Hoffnung auf Gott. Das ist »die vor uns liegende Hoffnung, welche wir als einen sicheren und festen Anker der Seele haben« (Hebräer 6,18.19).
    Der Aufruf des Apostels zu Ausharren in Trübsal war sicherlich eine Stütze für den Glauben vieler. Trübsale ereilen uns in vielen Erscheinungsformen. Das Wort, das Paulus hier zur Beschreibung von Trübsalen verwendet, beinhaltet den Gedanken von schweren Nöten. Es birgt die Vorstellung von Druck in sich, und das nicht in geringem Sinne, sondern das Unterworfensein unter eine erdrückende Last. Die geforderte Reaktion in dieser Situation ist Ausharren. Das Wort hypomenô vermittelt nicht den Gedanken, sich hinzusetzen und die Flut der Ereignisse an sich vorübergehen zu lassen. Es bedeutet nicht nur die Fähigkeit, Dinge zu ertragen, sondern sie bei diesem Ertragen in Triumph umzuwandeln. Es ist eine erobernde Geduld. Kein Lebensumstand kann diese Gesinnung jemals niederringen.
    Unsere Einstellung zum Gebet ist oft dergestalt, daß wir uns dazu wenden, wenn alles andere versagt. Gebet ist die letzte Zuflucht. Paulus sieht das nicht so. Er schreibt das Partizip Präsens des Verbs proskartereô (»beständig an einer Sache anhängen«). Das Wort wird für die ersten Christen verwendet: »Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten« (Apostelgeschichte 2,42). Paulus‘ Rat an die Römer ließ nicht zu, daß man mit dem nötigen beständigen Gebet aufhört. Für ihn war das keine krampfhafte Übung, sondern etwas, worin man ausharren mußte. Die Gelegenheiten des Alltagsleben mußten genutzt werden, um die Gegenwart Gottes aufzusuchen und so Führung und Hilfe zu erbeten.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Ich liebe Jehova, weil er meine Stimme hört, meine flehentlichen Bitten um Hilfe

Ich liebe Jehova; denn er hörte (O. hört) meine Stimme, mein Flehen
Elberfelder 1871 – Psalm 116,1

 Ich liebe den HERRN, denn er hat erhört
mein flehentlich Rufen;
Menge 2003 – Psalm 116:1

Ich liebe den HERRN, denn er hört mich,
wenn ich zu ihm um Hilfe schreie.
Gute Nachricht Bibel – Psalm 116,1

ER hört uns immer – nur sind Seine Gebetserhörungen nicht immer so, wie wir sie erwarten! Sieh dir an, wie der himmlische Vater das Gebet Seines Sohnes aus Gethsemane erhörte! Jesus mußte den „bitteren Klech“ trinken – und mußte sogar diesen grausamen Tod sterben – ABER DANN – wurde Jesus nicht nur auferweckt, sondern bekam „seine Herrlichkeit“ zurück, die Jesus vor seiner Menschwerdung gehabt hatte!


Zu Beginn dieses Psalms steht das wunderbare Bekenntnis der Liebe zum Herrn, das ein Mensch aussprach, der Rettung durch den Herrn erfahren hatte. Deshalb wollte der Psalmist ihn anrufen, solange er lebte.

Walvoord Bibelkommentar

Dieser „Becher Jehovas“ symbolisiert für den Trinkenden den Willen Gottes, und ihn zu trinken, bedeutete für Jesus Leiden und Tod am schändlichen Marterpfahl. Doch endete Gottes Wille für Jesus nicht mit seinem Tode. Er schloss auch die Auferstehung Jesu aus den Toten zu unsterblichem Leben im Himmel als ein verherrlichter Sohn Gottes ein und somit seine Rettung aus dem Tode. (Hebräer 5:7) Er wurde ihm daher auch zu einem „Becher der Rettung“, der Rettung, weil er seine Lauterkeit seinem Vater gegenüber ohne Sünde bewahrt hatte. Hier sind die Worte aus Psalm 116 am Platze, die sich insbesondere auf Jesus Christus in Gethsemane beziehen, denn Jesus beschloss, den „Becher Jehovas“ selbst bis zum Tode zu trinken: „Wie soll ich Jehova alle seine Wohltaten an mir vergelten? Den Becher der Rettungen will ich nehmen und anrufen den Namen Jehovas. Ich will Jehova meine Gelübde bezahlen, ja, in der Gegenwart seines ganzen Volkes. Kostbar ist in den Augen Jehovas der Tod seiner Frommen [Heiligen, Al].“ — Psalm 116:12-15.

Wachtturm März 1951

›Ich liebe, denn der Herr hört …‹ Hier bezeugt David von vornherein, dass Gottes Süßigkeit und Güte ihn gelockt haben, in ihm allein auszuruhen. Die unvollständige Redeweise hat einen besonderen Nachdruck und will besagen, dass David nirgends anders Freude oder Ruhe findet als in dem einigen Gott. Wissen wir doch, dass unsere Seelen stets inhaltleeren Lockmitteln nachlaufen und in fieberhafter Unruhe glühen, bis Gott sie ganz an sich bindet. David versichert nun, dass diese Krankheit in ihm geheilt wurde, weil er mit voller Sicherheit empfinden durfte, dass Gott ihm gnädig war. Und weil er erfuhr, dass ein Mensch, der Gott anruft, vollkommen glücklich ist, erklärt er, dass er sich durch seine Genüsse nicht werde von ihm abziehen lassen. Jenes Wort ›Ich liebe‹ hat also den Sinn, dass er nichts Süßes und Erquickendes kennt außer Gott« (Calvin).
»Nichts macht uns den Namen des HERRN so lieb wie erhörte Gebete« (Alfred Edersheim).

Benedikt Peters – Die Psalmen

»Ich liebe«: Was für ein Bekenntnis! So kurz es ist, so reich ist es. Das ist ja ein Wunder, dass überhaupt einer das sagen kann, ohne dabei zu lügen.
»denn der HERR hörte meine Stimme«: Hier wird der Grund genannt, warum der Beter seinen Gott liebt. Gott hat auf seine Stimme gehört. Das war ihm ein so großes Wunder und erfüllte ihn mit so großer Dankbarkeit, dass er fortan seinen Gott nicht vergessen konnte, dass er ihn lieben und es allen Leuten erzählen musste. David schrieb auf, was Gott an ihm getan hatte, und wir lesen heute sein Dankeslied.

Benedikt Peters – Die Psalmen

Ohne Umschweife, ohne die übliche Selbstaufforderung zum Gotteslob, aber als Fortsetzung des Lobens Gottes – das eigentlich ein Segnen Gottes ist! – geht am Schluß von Ps 115 das Lob über vom Wir zum Ich: Ich liebe Jahwe. Die Liebe zu Gott ist eine entschlossene Hinwendung des Herzens mit allen seinen Regungen und Strebungen. Die Gefühle der Hinneigung zu ihm sind eingebunden in den radikalen Gehorsam. So bringt der Beter Gott als Antwort auf die geschehene Rettung gleichsam »gebündelt« sich selbst dar: denn er hat meine Stimme, mein Flehen gehört. Liebe zu Gott ist in der Bibel immer Antwort, nicht selbstverständlicher Aufschwung eines frommen Herzens zu Gott. V. 2a wiederholt V. 1b; dann gelobt der Beter eine fortgesetzte Anrufung Gottes in allen noch kommenden Situationen. Denn die Liebe braucht die immer neue Begegnung, die hier in der Anrufung Gottes Gestalt annimmt.

Wuppertaler Studienbibel

Der Gegenspieler Jehovahs, der sucht die Menschen durch „Geschenke“ auf seine Seite zu ziehen! Aber lass dich von diesem Gegenspieler nicht täuschen – die Geschenke / die „Gebetserhörungen“ sind nur in der ersten Phase, bis du diesem Gegenspieler gehörst. Diese Geschenke sind auch nicht selbstlos – und mancher hat nach einigen Monaten fest gestellt, dass sein Wunsch verkehrt war, und zu seinem Schaden.
Bei Jehovah ist es anders – ER gibt nur, was für uns wirklich nützlich ist – und zwar dauerhaft nützlich – und dass weil ER uns liebt. Wir dürfen Seine Liebe erwidern.

Gesteht daher immer wieder einander die Entgleisungen ein

Bekennet denn einander die Vergehungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet; das inbrünstige Gebet (Eig Flehen) eines Gerechten vermag viel.
Elberfelder 1871 – Jakobus 5,16

Gesteht daher immer wieder einander die Entgleisungen ein und betet füreinander, sodass ihr gesund gemacht werdet!Das Bitten eines Rechtschaffenen vermag viel, wenn es sich als wirksam erweist.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – Jakobus 5:16

Deshalb sprecht eure Verfehlungen offen voreinander aus und betet einer für den anderen, damit ihr Heilung erfahrt. Die Fürbitte eines gerechten Menschen kann sehr viel bewirken.
Roland Werner – Das Buch – Jakobus 5,16

Einige Verse des Kapitels hatten wir schon: 8, 11, 15 , 19-20

DER inspirierte Apostel Johannes sagte: „Bekennen wir aber unsere Sünden, so ist er treu und gerecht, daß er uns Sünden vergibt und uns rein macht von aller Ungerechtigkeit.“ (1 Johannes 1:9, AB) Bekennst du deine Sünden? Tust du es in der Weise, wie Gott es vorgesehen hat, so wie er es uns in seinem Wort gebietet? Es gibt Millionen Menschen in der Welt, die im Beichtstuhl ihre Sünden einem Priester bekennen; es gibt aber auch Millionen, die es nicht tun. Wir sollten uns indes in unserem Tun uns Lassen nicht von persönlicher Vorliebe, von Traditionen und Meinungen der Menschen leiten lassen. Ein Christ wird durch die Bibel auf dem von Gott anerkannten Weg geleitet. „Dein Wort ist Leuchte meinem Fuße und Licht für meinen Pfad.“ — Psalm 119:105.
Die Catholic Encyclopedia erklärt das Sündenbekenntnis oder die Beichte wie folgt: „Der Büßer bekennt seine Sünden nicht heimlich in seinem Herzen, auch nicht einem Laien, den er als Freund und Fürsprecher betrachten würde, aber auch nicht einem Vertreter der menschlichen Obrigkeit, sondern einem rechtmäßig ordinierten Priester, der die erforderliche rechtliche Vollmacht und die ‚Schlüsselgewalt‘ besitzt, d. h. die Macht der Sündenvergebung, die Christus Seiner Kirche verliehen hat.“ Als Antwort auf die Behauptung jener, die sagen, nur Gott könne Sünden vergeben, führt dieselbe Enzyklopädie folgenden Ausspruch Pacians an, des ehemaligen Bischofs von Barcelona: „Du sagst, nur Gott könne dies (Sünden vergeben) tun. Ganz richtig, doch was Er durch Seine Priester tut, geschieht durch Seine Macht.“ Und Augustinus führte die Tragweite der Sündenvergebungsgewalt eindrücklich vor Augen, wenn er sagt: „Wir sollten denen, die bestreiten, daß die Kirche Gottes die Vollmacht habe, alle Sünden zu vergeben, kein Gehör schenken.“ — Band XI, Seite 619—621.

Wachtturm 15.Februar 1958

Lehrt Jakobus 5,16, dass wir uns gegenseitig unsere Sünden bekennen sollen?
Geschrieben am 13. Februar 2018 von Ariel Ministries – WordPress Manager

Jakobus 5:16 sagt:
16 Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das wirksame Gebet eines rechtschaffenen Menschen kann viel bewirken. (NASB)
Antwort: Was die Bedeutung von Jakobus 5:16 angeht, so lehrt dieser Vers nicht pauschal, dass wir einander alle unsere Sünden bekennen sollen. Vielmehr sollte der Vers im Kontext gehalten werden, der mit Vers 14 beginnt. Hier spricht Jakobus über eine bestimmte Art von Krankheit – eine Krankheit, die das Ergebnis der göttlichen Züchtigung für eine bestimmte Sünde war. Wenn ein Gläubiger merkt, dass er wegen einer bestimmten Sünde körperlich durch Krankheit gezüchtigt wird, dann soll er die Ältesten seiner Gemeinde rufen und ihnen die Sünde bekennen, denn das Bekenntnis zeigt auch Reue. Die Ältesten wiederum sollen ihn mit Öl salben und für ihn beten. In diesen speziellen Situationen ist die Heilung garantiert.
Das Sündenbekenntnis in Vers 16 ist in diesem Zusammenhang das Bekenntnis der Sünde, die die göttliche Züchtigung ausgelöst hat, und zwar gegenüber den Ältesten der Gemeinde. Innerhalb des Kontextes werden wir also nicht ermutigt, unsere Sünden jedem zu bekennen. Das allgemeine Prinzip ist I. Johannes 1,9, das lehrt, dass wir unsere Sünden Gott allein bekennen sollen. Jakobus 5,16 spricht von einem Sonderfall, der nur im Zusammenhang mit einer Sünde gilt, die zu göttlicher Züchtigung führte.

Arnold Fruchtenbaum – Fragen und Antworten auf ariel.org

In Vers 16a fügt Jakobus hinzu: Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Wort nun verbindet die vorliegende Aussage mit der vorhergehenden. Weil Vergebung der Sünden Heilung bringt – darum, aus ebendiesem Grund, bekennt eure Sünden. Hier bezeichnet das griechische Wort für bekennen offene und vollständige Beichte. Wörtlich bedeutet es, „über eine Sache das Gleiche zu sagen“. Der Übertreter stimmt zu, alle Sünden bei eben dem Namen zu nennen, den Gott nennt; und er nennt sie Sünde. Die Ermahnung lautet: Bekennt nun einander die Sünden. Gemeint ist nicht, dass wir jede Sünde vor allen anderen bekennen sollen. Gemeint ist, den Ältesten die spezifische Sünde/Sünden zu bekennen, durch welche die Krankheit hervorgerufen wurde. Das ist ein Imperativ Präsens und zeigt, dass es zur Gewohnheit werden muss, einander die Sünden zu bekennen. In diesem Kontext bezieht sich einander jedoch auf den Kranken; er bekennt den Ältesten die Sünden, die seine Krankheit verursacht haben. Dann fügt Jakobus hinzu: und betet füreinander, tut Fürbitte. In diesem Umfeld sind es die Ältesten, die für den Kranken beten. Die Absicht: damit ihr geheilt werdet – gemeint ist „geheilt von der durch diese Sünden entstandenen Krankheit“. Das Bekenntnis und Gebet wird dann seinerseits zu geistlicher Heilung führen. Dieser Abschnitt garantiert weder Heilung in jeder Situation noch ermutigt es zur Salbung mit Öl bei jeder Krankheit. Es ist wichtig, dass jede Aussage des Jakobus in ihrem vollständigen Kontext betrachtet wird. Paulus befasst sich in 1 Korinther 11,30-32 mit derselben Situation: einer Krankheit, die an einer spezifischen Sünde lag. Wenn einem Menschen die Tatsache bewusst wird, dass er an einer durch bestimmte Sünden hervorgerufenen Krankheit leidet, dann soll er die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen, um ihnen die Sünden zu bekennen. Sie wiederum werden dann für ihn beten und ihn mit Öl salben. In diesem Augenblick wird er geheilt werden. In diesem besonderen Fall ist Heilung garantiert. Wenn die Krankheit jedoch das Ergebnis menschlicher Schwäche ist, gibt es keine Garantie für Heilung. Gott entscheidet sich vielleicht, zu heilen; möglicherweise entscheidet er auch, nicht zu heilen. Wenn die Krankheit an einer bestimmten Sünde liegt und diese Schritte unternommen werden, ist das der Fall; und nur in diesem Fall ist Heilung garantiert.

Nachdem Jakobus diese Prinzipien und die Wichtigkeit des Gebets der Ältesten detailliert aufgestellt hat, liefert er in den Versen 16b-18 ein Beispiel für ein ernstliches Gebet. In Vers 16b nennt er das Prinzip: Viel vermag eines Gerechten Flehen in seiner Wirkung. Das Wort Flehen bezeichnet im Griechischen ein Bittgebet. Der Charakter des Bittstellers: Er ist ein gerechter Mensch. Bei Jakobus ist der „Gerechte“ ein Täter des Wortes. Das Gebet eines Gerechten vermag viel. Der Ausdruck vermag viel steht an betonter Stellung. Wörtlich lautet der Satz: „Viel vermag das Flehen eines Gerechten.“ Das Wort „vermag“ bedeutet, „stark zu sein“; fähig zu sein, viel zu tun; sich kräftig erweisen wie in Apostelgeschichte 19,20. Derartiges Gebet ist eine aktive Macht, die in ihrer Wirkung erstaunliche Siege erringt. Das griechische Wort für in seiner Wirkung bedeutet, „es ist energisch“. Das ist der Grund, aus dem das Gebet eines Gerechten stark ist. Es ist die Macht eines energischen Gebets.

Arnold Fruchtenbaum – Der Jakobusbrief