Schlagwort: heiliger Geist

Später fiel auch dem Meder Darius und seinen hohen Beamten auf, dass „ein außergewöhnlicher Geist“ in Daniel ruhte

Da zeigte sich dieser Daniel den Vorstehern und Statthaltern überlegen, weil ein vorzüglicher Geist in ihm war, und der König gedachte ihn über das ganze Reich zu setzen. Hierauf suchten die Vorsteher und Statthalter einen Vorwand zu finden gegen Daniel von Seite der Verwaltung; aber sie konnten keinen Vorwand, und kein Verbrechen finden; denn er war treu, und es war kein Vergehen, und kein Verbrechen bei ihm zu finden.
van Ess 1858 – Daniel 6,4–5

Es zeigte sich bald, dass Daniel klüger war als die anderen Statthalter und königlichen Bevollmächtigten, denn er besaß einen außergewöhnlich scharfen Verstand. Deshalb überlegte sich der König, Daniel die Verwaltung des gesamten Reiches anzuvertrauen. Da suchten die anderen königlichen Bevollmächtigten und Statthalter einen Grund zur Anklage gegen Daniel bezüglich seiner Amtsführung. Aber Daniel führte sein Amt so zuverlässig und gewissenhaft aus, dass sie ihm nicht den geringsten Fehler nachweisen konnten – sie fanden einfach keinen Grund zur Anklage oder Beschwerde.
Neues Leben Bibel 2014 – Daniel 6:4–5

Und Daniel war mit Purpur bekleidet und groß und hochgeehrt vor dem König Dareios, weil er kundig war und verständig und heiliger Geist in ihm war, und er war erfolgreich bei den (Regierungs)geschäften des Königs, welche er durchführte. [Darauf plante der König, Daniel über sein ganzes Königreich einzusetzen, und die zwei Männer, die er mit ihm einsetzte, und die 127 Satrapen.]
Septuaginta Deutsch – Daniel 6:3,4

Ziemlich schnell war klar, dass Daniel den Job viel besser machte als die anderen Minister. Er war ihnen intellektuell und wissensmäßig voll überlegen. Der Präsident plante eines Tages, die Geschäfte von seinem ganzen Land an Daniel zu übergeben.
VolxBibel – Daniel 6,4

DANIEL wurde als ein Mann von grosser Weisheit berühmt, doch liess er sich durch den Ruhm nicht den Kopf verdrehen. Er war in Literatur und Sprache gelehrt und bediente sich zweier Sprachen, des Hebräischen und Aramäischen, um das biblische Buch zu schreiben, das seinen Namen trägt. Er empfing die besondere Gabe, bedeutsame Gesichte und Träume zu haben und solche von prophetischem Wert, die andere hatten, zu deuten. Er übertraf die Weisheit der Weisen Babylons um ein Vielfaches. Doch seine Erkenntnis blähte ihn nicht auf, noch bekam er dadurch einen geschwollenen Kopf. Er wusste, dass in ihm selbst kein Quell der Weisheit war, sondern dass er lediglich als Werkzeug diente, um den Menschen göttliche Weisheit von oben her zu vermitteln. Diese Tatsache kundzutun, war er schnell bereit, um die Aufmerksamkeit auf den Quell aller wahren Weisheit zu lenken, auf Jehova Gott.
Daniel als biblische Gestalt wird erstmals erwähnt im Verlauf des Bibelberichts über die erste Gefangennahme der Juden durch Nebukadnezar, den König von Babylon. Jene Geschehnisse fielen ins Jahr 618 v. Chr., in das dritte Jahr, da Jojakim, der judäische König, Babylon gegenüber tributpflichtiger Regent war, d. h. in sein elftes und letztes Jahr als König von Juda. Zur Zeit dieser Gefangenschaft wurde der Oberste der Kämmerer Nebukadnezars angewiesen, aus den jüdischen Jünglingen von königlichem oder adeligem Geblüt solche auszuwählen, die wohlgestaltet, schön von Ansehen und intelligent waren, und sie durch einen dreijährigen Schulungskurs zu senden, damit sie für den Dienst in Gegenwart des Königs geeignet würden. Unter diesen Ausgewählten befanden sich Daniel und seine drei hebräischen Gefährten, die durch die Erfahrung im Feuerofen berühmt sind. — Daniel 1:1-7.
Nach der Enthüllung der Art und Weise, wie der junge Daniel und seine Gefährten sich hinsichtlich Speise und Trank unbefleckt erhielten, wird über den Ausgang der Schulungszeit folgendes berichtet: „Und diesen vier Jünglingen, ihnen gab Gott Kenntnis und Einsicht in aller Schrift und Weisheit (in allen Zweigen der Literatur und Gelehrtheit, Eine Amerik. Übers.) und Daniel hatte Verständnis für alle Gesichte und Träume. Und am Ende der Tage, nach welchen der König sie zu bringen befohlen hatte, brachte sie der Oberste der Kämmerer (Eunuchen, Eine Amerik. Übers.) vor Nebukadnezar. Und der König redete mit ihnen; und unter ihnen allen wurde keiner gefunden wie Daniel, Hananja, Misael und Asarja; und sie standen vor dem König (So traten sie denn in den Dienst des Königs, rev. Zürcher B.). Und in allen Sachen einsichtsvoller Weisheit, welche der König von ihnen erfragte, fand er sie zehnmal allen Schriftgelehrten und Beschwörern überlegen, die in seinem ganzen Königreiche waren. — Und Daniel blieb (behielt seine Stellung, Eine Amerik. Übers.) bis zum ersten Jahre des Königs Kores.“ — Daniel 1:17-21.
Man beachte, wie Daniel, der Schreiber dieses Buches, Gott als dem Geber solcher Weisheit Ehre zollte. Man beachte ferner, wie der Verlauf der Zeit und der sich ausbreitende Ruhm ihn nicht beeinflusste in seiner Behauptung, dass er lediglich der Vermittler sei, weil die Weisheit von Gott komme.

Wachtturm März 1950

Welch ein Zeugnis, wie erquickend für das Herz! „Kein Vergehen und keine schlechte Handlung wurden an Daniel gefunden.“ Selbst seine bittersten Feinde vermochten nicht, einen Makel in seinem Charakter oder einen Flecken in seinem privaten Leben ausfindig zu machen. Das war in Wahrheit ein seltener und bewunderungswürdiger Beweis von Treue, ein klares Zeugnis für den Gott Israels und selbst in jenen dunklen Tagen der babylonischen Gefangenschaft; es ist ein unbestreitbarer Beleg für die Tatsache, daß es unser glückseliges Vorrecht ist, wie ungünstig unsere Stellung und wie widerwärtig unsere Umstände auch sein mögen, uns allezeit und überall so zu führen, daß wir dem Feinde keinen Anlaß zum Tadel geben.
Wie traurig ist es, wenn sich das Gegenteil zeigt! Wenn solche, die ein hohes Bekenntnis im Munde führen, sich immer wieder in den einfachsten Umständen des häuslichen oder geschäftlichen Lebens als auf sehr niedrigem Boden stehend erweisen! Wie entmutigt es das Heiz, wenn man hören muß, daß die Christen vielfach Leute seien, mit denen sich schwer auskommen lasse: unfreundliche Herrschaften, schlechte Dienstboten, träge Arbeiter, oder unzuverlässige Geschäftsleute, die ihr Geschäft nachlässig führen und gar höhere Preise verlangen und minderwertigere Waren liefern als andere, weltliche Geschäftsleute. Ist es nicht höchst beklagenswert, wenn derartige Aussagen auch nur in irgendeinem Maße begründet sind? Sollte nicht von allen Christen gerade das Entgegengesetzte gesagt werden können?

Was sich auch immer ereignen mag, ein Christ sollte stets die mit seiner Stellung verbundenen Pflichten treu und gewissenhaft erfüllen. Nachlässige Gewohnheiten, sorgloses, leichtfertiges Handeln, Pflichtversäumnisse und dergleichen auf seiten eines Christen sind stets ein ernster Schaden für die Sache Christi und eine Unehre für Seinen heiligen Namen, während Fleiß, Eifer, Pünktlichkeit und Treue jenen Namen verherrlichen. Und dies gerade, die Verherrlichung des Namens seines Herrn, sollte das erste, ja, einzige Ziel des Christen sein.
Nicht in seinem Interesse, zu seiner Ehre oder zu seinem Vorteil ist ein Christ bestrebt, seiner Aufgabe im Familienkreise oder in seinem Berufe gerecht zu werden. Sicher werden Fleiß, Aufrichtigkeit und Treue seinen Interessen dienen, seinen guten Ruf erhalten bzw. erhöhen und zu seinem Fortkommen behilflich sein; aber keines dieser Dinge ist sein eigentlicher Beweggrund. Was ihn leitet und beherrscht, ist das Verlangen, seinem Herrn und Meister zu gefallen und Ihn zu ehren.

Hilfe und Nahrung – 1962

Vers 3 zeigt, dass Daniel in seiner Rolle als oberster Verwalter sehr erfolgreich war: Dieser Daniel wurde über die Vorsteher und die Satrapen ausgezeichnet , weil ein ausgezeichneter Geist in ihm war; und der König dachte daran, ihn über das ganze Reich zu setzen. Daniel hatte sich in der Vergangenheit unter der babylonischen Regierung als besser erwiesen als seine Altersgenossen. Auch hier stand er über den beiden anderen Präsidenten und weit über allen Satrapen. Darius bemerkte Daniels außergewöhnliche Talente. Der König erkannte, dass in Daniel ein hervorragender Geist steckte, und wollte ihn zum Oberhaupt des ganzen Reiches machen. Mit anderen Worten: Darius plante, ein neues Amt zu schaffen, in dem Daniel den beiden anderen Präsidenten vorstehen sollte. In diesem neuen System würden die 120 Satrapen den beiden Präsidenten Bericht erstatten; die beiden Präsidenten würden Daniel Bericht erstatten, und Daniel würde direkt dem König unterstellt sein. Der Plan des Königs brachte Daniel zweifellos große Ehre, doch wie der nächste Abschnitt zeigen wird, barg er auch große Gefahren für ihn.

Der Plan des Darius führte zu zwei Verschwörungen, die in den Versen 4-9 beschrieben werden. Vers 4 enthält die erste Verschwörung: Da suchten die Vorsteher und die Satrapen einen Anlass gegen Daniel zu finden, der das Reich betraf; aber sie konnten keinen Anlass und keine Schuld finden, denn er war treu, und man fand auch keinen Fehler oder keine Schuld an ihm. Offensichtlich führte Daniels Erhebung in eine noch höhere Position der Autorität in der Regierung zu Eifersucht. Als Reaktion auf seine Ernennung suchten die Präsidenten und die Satrapen nach einem Vorwand, um ihn zu beschuldigen, das Königreich anzutasten. Es ist zwar klar, dass beide Präsidenten an dem Komplott beteiligt waren, aber es ist unwahrscheinlich, dass alle 120 Satrapen der Provinz daran beteiligt waren. Wie auch immer, die Verschwörung scheiterte. Was Daniels Position anbelangt, so konnte ihm kein Fehler vorgeworfen werden. Selbst in den Augen seiner schlimmsten Feinde hatte er ein gutes Zeugnis. Er war treu, ein Mann der Integrität. Niemand konnte ihn beschuldigen, korrupt zu sein oder seine politische Macht zu seinem eigenen Vorteil zu missbrauchen.

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariels Bibel Kommentar – Das Buch Daniel

Der Name Daniel leitet sich von den hebräischen Begriffen dan, was „Richter“ bedeutet, und el, was „Gott“ bedeutet, ab. Im Hebräischen werden die beiden Wörter mit dem Buchstaben jod verbunden, um den Namen dānîyêl (oder Daniyyel) zu bilden. Wenn der Buchstabe jod nach einem hebräischen Substantiv steht und somit als Suffix verwendet wird, steht er in der Regel für die erste Person Singular Possessiv. Wenn dies hier der Fall ist, dann bedeutet Daniy „mein Richter“, und der Name Daniel kann mit „Gott ist mein Richter“ übersetzt werden. Der Buchstabe Jod kann jedoch auch als einfaches Bindeglied dienen (wie in anderen zusammengesetzten Namen, z. B. Gabriel ). In diesem Fall würde der Name Daniel „Gott ist Richter“ bedeuten.
Ein rabbinischer Kommentar macht folgende Bemerkung zu Daniels Namen:
In der einen oder anderen Form war der Name in der antiken semitischen Welt verbreitet. Er kommt im Hebräischen mit und ohne den Buchstaben Jod vor. Die letztere Schreibweise, die sich in Hesek. xiv 14, 20 und in einer palmyrenischen Inschrift findet, muss „Gott ist Richter“ oder „Gott hat gerichtet“ bedeuten; die erstere „Gott ist mein Richter“ oder vielleicht, nach Meinung einiger Gelehrter, „Gott ist Verteidiger meines Rechts“ (vgl. Gen. xxx. 6). Das dagesh im yad wird als Verdoppelung des Konsonanten aufgrund des Hiatus zwischen den beiden Vokalen i und e erklärt.
Der Prophet Daniel war nicht die einzige biblische Figur mit diesem Namen. Laut 1. Chronik 3:1 hieß einer der Söhne Davids Daniel. Esra 8:2 erwähnt Daniel als den Namen eines Priesters, und Nehemia 10:6 nennt einen anderen Daniel als einen der Ältesten Israels. In der Bibel gibt es also vier Personen mit demselben Namen.
Daniels Leben wird sowohl in seinen eigenen Schriften als auch in Hesekiel 14:14 , 20; und 28:3 erzählt. Die wichtigsten biografischen Punkte lassen sich wie folgt zusammenfassen: Daniel wurde in die königliche Familie hineingeboren, aber über seine Abstammung ist nur wenig bekannt (Dan. 1:3, 6 ). Offenbar war er ein attraktiver Mann mit einem scharfen Verstand (Dan. 1:4 ). Nach der Belagerung Jerusalems wählte Nebukadnezar , König von Babylon , Adlige aus dem Königshaus Israels aus, die er nach Babylon verschleppte, wo sie in den babylonischen Sitten unterrichtet wurden. Nach drei Jahren der Ausbildung sollten diese Männer in den Dienst des Königs gestellt werden (Dan. 1:1-6 ). Daniel gehörte zu den Auserwählten und wurde 605 v. Chr. während der ersten von drei jüdischen Deportationen nach Babylon verbannt . Er erwies sich als begabter Schüler und stieg am königlichen Hof Nebukadnezars schnell in der Hierarchie auf. Schließlich erhielt er die Vollmacht, alle Arten von Träumen und Visionen des Königs zu deuten (Dan. 1:17 ). Sein Erfolg setzte sich unter Belsazar , Nebukadnezars Sohn und Thronfolger, fort. Mehr über die Herrscher der Zeit Daniels wird unter Punkt E. gesagt.
Ein rabbinischer Kommentar erklärt, dass Daniel sein Amt und seine Ehren an Serubbabel delegiert haben soll. Mit dem Segen des Königs zog er sich nach Susa zurück, einer antiken Stadt im unteren Zagros-Gebirge, zwischen den Flüssen Karkheh und Dez im Iran, etwa 160 Meilen östlich des Tigris . Den Rabbinern zufolge verbrachte Daniel den Rest seines Lebens in großer Frömmigkeit in Susa. Eine andere Überlieferung besagt, dass Kyros Daniel nach Juda zurückschickte, wo der Prophet die Rückkehr der jüdischen Exilanten ins Heilige Land miterlebte. Er lebte bis ins hohe Alter. „Sein Grab wird an zwei Orten gezeigt: (i) in der Königsgruft von Babylon , etwas westlich der Akropolis; ( ii) in einer der Synagogen von Susa.“

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariels Bibel Kommentar – Das Buch Daniel

Nun können wir uns „sehr sehr doll bemühen“ ein gutes Leben zu führen – und werden immer wieder scheitern – und dann sagen „Gott will uns halt zeigen, dass wir Sünder sind“ –
ODER
wir können uns „dem Geist Gottes“ öffnen, indem wir gebetsvoll die Bibel lesen und studieren, und uns durch „Gottes besonderem Geist“ zu „besseren Menschen machen lassen“.
Ich persönlich würde ja die zweite Möglichkeit vorziehen 😉

Dann könnt ihr so leben, wie Gott Bock drauf hat, und viele gute Sachen für ihn machen.

Deshalb hören auch wir nicht auf, von dem Tage an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, auf daß ihr erfüllt sein möget mit der Erkenntnis seines Willens in aller Weisheit und geistlichem Verständnis, um würdig des Herrn zu wandeln zu allem Wohlgefallen, in jedem guten Werke fruchtbringend, und wachsend durch die Erkenntnis Gottes,
Elberfelder 1871 – Kolosser 1,9–10

Deshalb hören wir auch seit dem Tag, an dem wir davon erfahren haben, nicht auf, für euch zu beten. Wir bitten Gott, dass er euch durch seinen Geist alle nötige Weisheit und Einsicht schenkt, um seinen Willen in vollem Umfang zu erkennen (- dass ihr mit der Erkenntnis seines Willens erfüllt werdet durch alle geistliche/geistgewirkte Weisheit und Einsicht. -). 10 Dann könnt ihr ein Leben führen, durch das der Herr geehrt wird und das ihm in jeder Hinsicht gefällt. Ihr werdet imstande sein, stets das zu tun, was gut und richtig ist, sodass euer Leben Früchte tragen wird, und werdet Gott immer besser kennen lernen.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Kolosser 1:9–10

So hören wir auch seit dem Tage, da wir dies vernommen haben, nicht auf, für euch zu beten und zu flehen, ihr möchtet voll Erkenntnis seines Willens werden in aller Weisheit und in geistigem Verständnis; ihr möchtet dann in allen guten Werken Früchte bringen und so durch die Erkenntnis Gottes wachsen, mit aller Kraft begabt, entsprechend seiner so erhabenen Macht.
Grünwald-Bibel - Kolosser 1,9–11

Das ist es auch, warum wir von dem Tag an, da wir [es] vernahmen, nicht aufgehört haben, für euch zu beten und darum zu bitten, daß ihr in aller Weisheit und in geistigem Verständnis mit der genauen Erkenntnis seines Willens erfüllt werdet, damit ihr Jehovas würdig wandelt, um [ihm] völlig zu gefallen, während ihr fortfahrt, in jedem guten Werk Frucht zu tragen und an der genauen Erkenntnis Gottes zuzunehmen, indem ihr gestärkt werdet mit aller Kraft nach dem Maße seiner herrlichen Macht, um völlig auszuharren und mit Freuden langmütig zu sein,
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Kolosser 1:9–11

Von dem Moment an, als der Apostel die gute Nachricht von ihren soliden Fortschritten hörte, begann er unaufhörlich für die jungen Christen in Kolossä zu beten. Vor dem Hintergrund der neuen, falschen Lehre, die im Umlauf ist, wünscht er sich in seinem Gebet nichts Geringeres für sie, als dass sie mit allen Segnungen Gottes in Christus erfüllt werden und dass sie täglich mehr und mehr im Heiligen Geist wachsen.
Dieses Gebet greift die beiden Themen Erkenntnis (9-10) und Kraft (11) auf. Paulus betet, dass die Kolosser mit der Erkenntnis des Willens Gottes durch alle Weisheit und Einsicht, die der Geist schenkt, erfüllt werden (9) und dass sie auch mit aller Kraft gestärkt werden (11). Er wünscht sich sehnlichst, dass die jungen Gläubigen in diesen beiden Bereichen nichts weniger als das volle Maß besitzen und erfahren. Um zu verstehen, wie sich der Wille Gottes auf das tägliche Leben in einer komplexen Welt auswirkt, braucht der Christ all die Weisheit und das Verständnis, die der Geist schenkt (9). Das kann unmöglich nur einigen wenigen vorbehalten sein, denn alle müssen ein Leben führen, das des Herrn würdig ist und ihm in jeder Hinsicht gefällt: Frucht bringen in jedem guten Werk (10). Ein christliches Leben ist nur das, was eines so großen Herrn und Meisters würdig ist. Ein Leben, das Christi würdig ist, bedeutet, in Harmonie mit anderen Christen zu leben; Uneinigkeit in den Kirchen ist seiner unwürdig. Zweitens ist ein christliches Leben ein Leben, das Christus voll und ganz gefällt, frei von dem ungesunden, natürlichen Wunsch, anderen zu gefallen, die besonders einflussreich sind (vgl. 3,22). Drittens: Christliches Leben bedeutet, ständig Frucht zu bringen in jedem guten Werk (10). Die Ernte der Weisheit sind Werke.
Die Befähigung der einfachen Christen ist ausdrücklich für große Ausdauer und Geduld (11). Als Folge ihrer Rettung aus der Herrschaft der Finsternis (13) dankt Paulus Gott dafür, dass sie nun als erlöste und vergebene Menschen am Erbe seines heiligen Volkes teilhaben können (12) (14).

NIV Bible Speaks Today

1:9 Wissen und Weisheit wurden von den falschen Lehrern in Kolossä angeboten (vgl. 2:4, 8, 16-23). Paulus betet, dass die Kolosser die Weisheit und das Verständnis haben, die nur von Gott kommen. Geistlich bedeutet, vom Heiligen Geist gegeben.

1:10 so wie. Die „Weisheit und Einsicht“ (V. 9) würde dann zu einem veränderten Leben führen, denn sie würde diese Christen befähigen, so zu wandeln, wie es dem Herrn würdig ist. „Wandeln“ ist eine jüdische Metapher für das Verhalten oder Benehmen. Es entspricht dem hebräischen Begriff halak. Die Rabbiner hatten eine ganze mündliche Tradition, die später niedergeschrieben wurde (vor allem in der Mischna und den Talmuds) und Halakah genannt wurde, die sie in ihrem Verhalten leitete. Als ehemaliger Rabbiner fordert Paulus die Gläubigen auf, nicht nach den mündlichen Traditionen des Judentums zu wandeln, sondern so, dass sie dem Herrn Jesus Christus vollkommen wohlgefällig sind. Obwohl Christinnen und Christen vom Moment des ersten rettenden Glaubens an vollständig gerechtfertigt sind, sind sie nicht vollständig geheiligt und können jeden Tag Dinge tun, die Gott entweder gefallen oder missfallen. Jedes gute Werk wird hier als Frucht der Erlösung im Leben eines Christen betrachtet, nicht als Voraussetzung für die Aufnahme einer Beziehung zu Christus. Paulus‘ Hinweis auf „Frucht bringen … und wachsen“ erinnert an das Gleichnis vom Sämann (Markus 4:1-9, 13-20). Der Same, der auf den guten Boden gesät wurde, brachte dreißigfache, sechzigfache und hundertfache Frucht.

Die ESV Studienbibel

Paulus‘ Hauptanliegen ist es, dass die Kolosser den Willen Gottes kennenlernen. Der Wunsch, Gott zu dienen, wird vergeblich sein, wenn wir denjenigen nicht richtig verstehen, dem wir dienen wollen. Deshalb betet Paulus, dass die Kolosser mit voller Erkenntnis erfüllt werden, die alle Weisheit und geistliches Verständnis umfasst. Weisheit ist das praktische Ergebnis von Wissen (siehe Jakobus 3:17), und dieses Wissen kann nicht von dem geistlichen Verständnis getrennt werden, das durch die vom Heiligen Geist geschenkte Unterscheidungskraft entsteht.
1:10 Zusätzlich zu der in V. 9 erwähnten vollen Erkenntnis des Willens des Herrn wünscht sich Paulus, dass die Kolosser dem Herrn würdig sind. Paulus wollte, dass die Kolosser so leben, dass sie angemessen widerspiegeln, was Gott für sie getan hat und in ihnen tut. „Gottes würdig sein“ ist ein Ausdruck, der in alten heidnischen Inschriften in ganz Asien vorkommt. Er zeigt, wie das Leben eines Menschen auf einer Waage gewogen wird, um seinen Wert zu bestimmen. Wenn diese Verehrer falscher Götter wussten, dass sie sich würdig verhalten mussten, dann sollten Christen ihr Leben dem lebendigen Gott widmen, um ihm zu gefallen.

Die Nelson Studienbibel

1:9 erfüllt mit der Erkenntnis seines Willens. Die einzige Möglichkeit, die falsche Lehre und die eitle Philosophie zu bekämpfen, die die Gesundheit der Kirche bedrohten, ist, mit der Erkenntnis von Gottes Willen erfüllt zu sein. Gottes Wille ist nicht etwas, das nur einige wenige Eliten kennen. Er ist offenbart und soll von allen Gläubigen erkannt werden. Die Erkenntnis des Willens Gottes steht im Gegensatz zu der von den Irrlehrern versprochenen Erkenntnis. In aller Weisheit und geistlichem Verständnis wird der praktische Gebrauch und die geistliche Einsicht in die Erkenntnis des Willens Gottes hervorgehoben. Das Wissen um Gottes Willen zeigt sich in der Fähigkeit, es in den Situationen des Lebens richtig anzuwenden.

1:10 Damit ihr würdig wandelt. Der ultimative Beweis dafür, dass du Gottes Willen kennst, ist, dass du so lebst, dass du Gott gefällst. Während die Versuchung, anderen zu gefallen, den Gläubigen auf Schritt und Tritt begegnet, ist es das Hauptziel der Christen, Gott zu gefallen.

Die Reformation Heritage KJV Studienbibel

Wissen … Weisheit … Verständnis. Man wird nicht dadurch gerettet, dass man mit solchem Wissen gefüllt ist, aber geistliche Krisen werden durch sein Fehlen verschlimmert. Von Christinnen und Christen wird erwartet, dass sie über die Grundlagen (Hebr 5,12.14) und die Beherrschung grundlegender Fakten hinauswachsen und mehr Einsicht in die göttliche Wahrheit gewinnen. Reifende Weisheit führt zu einer veränderten Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen und bietet Schutz vor falschen Lehren.

1:10 Frucht bringen in jedem guten Werk. Er geht davon aus, dass die Christen als Gottes neue Schöpfung nach neuen Maßstäben leben werden, die der endgültigen Wiederherstellung der Güte der Schöpfung entsprechen, und das Verhalten, das die alte Menschheit kennzeichnet, aufgeben (vgl. 3,5-9). Paulus erwartet nicht nur, dass sie das Gute vom Bösen unterscheiden können, sondern auch, dass ihr verwandeltes Leben fruchtbare und nicht vergebliche Wirkungen zeitigt. Kann auch mit „durch die Erkenntnis Gottes wachsen“ wiedergegeben werden und drückt damit die Mittel aus, mit denen sie wachsen. Zu verstehen, wie Gottes Pläne für das Universum durch Christus und seinen Tod verwirklicht werden, ist entscheidend für das Verständnis, wie man leben soll.

NIV Biblical Theology Study Bible

Die meisten von uns wollen gute Frucht bringen (1,10), d.h. ein geistlich produktives Leben führen. Das Problem ist, dass viele Christen zwar von Gott hören und sein Buch mit sich herumtragen, ihn aber nicht wirklich kennenlernen, ihn nicht wirklich erleben. Suche Gott nicht nur am Sonntag für zwei Stunden auf. Sprich die ganze Zeit mit ihm. Und während du gehst oder fährst, „ob du isst oder trinkst oder was immer du tust“ (1. Korinther 10,31), bleibe am Ball. Du brauchst keine Mikrowellenerfahrung mit Gott, du brauchst eine Kochtopferfahrung mit ihm. Lass dich von ihm verwöhnen und hinterlasse im Leben anderer Menschen die Wirkung, die der Herr auf dich hatte.

Die Tony Evans Studienbibel

Frucht bringen: Paulus betet oft, dass Gott die Kolosser mit geistlicher Weisheit und einem tieferen Wunsch, im Glauben zu wachsen, segnet. Er möchte, dass sie den Vater mit ihrem Leben ehren und dem Geist erlauben, ungehindert in ihnen zu wirken (Gal 5,16-24; Phil 2,13).

The Ignatius Catholic Study Bible

Und die Erkenntnis des Willens Gottes wird als geistgewirkte Erkenntnis genannt, die bewirken soll, daß nach 10 die Kolosser würdig des Herrn wandeln, also in dieser Weise ihr Leben führen sollen. ἀγάπη und περιπατῆσαι ἀξίως τοῦ κυρίου sagen demnach Identisches aus. Damit ist auch Entscheidendes über das Wesen der Erkenntnis, der ἐπίγνωις bzw. der σύνεσις in 9 gesagt. Es ist, wie sich bereits zeigte, geistgewirkte, also geschenkte Erkenntnis; es ist aber, wie der Zusammenhang in 9 und 10 zeigt, auch eine Erkenntnis, die das gesamte Verhalten des Glaubenden und Hoffenden bestimmt. Es ist eine Erkenntnis, die den eigenen menschlichen Willen in Gottes Willen gegründet weiß.

Hübner – Handbuch zum Neuen Testament

Wo Erkenntnis des Willens Gottes geschieht, da verändert sich das Leben. Gottes Wille gestaltet unser Leben. Dafür bittet Paulus für die Kolosser, »dass ihr des Herrn würdig lebt«. Der Christ nennt sich nach Christus und deshalb wird sein Leben und Tun an diesem seinem »Herrn« gemessen. Welch eine Würde aber auch für uns Christen! Unser Vorbild, unser Beispielgeber ist unser Herr Jesus Christus selbst. Weniger tut’s nicht. Hier geht es nicht um eine allgemeine Humanität als Lebensregel, sondern um die göttliche Art, die sich jetzt und hier schon bei den Jüngern Jesu Christi ausprägen soll und kann. Jesus selbst sagt: »Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe« (Joh 13,15; vgl. auch Phil 2,5ff.; 1Petr 2,21). Er, unser Herr, ist unser Lebensmaßstab. »Würdig« meint deshalb »geziemend«, ganz wörtlich sogar »aufwiegend«, dass unser Leben gleichgewichtig wird wie das Leben unseres Herrn. Davor zucken wir zunächst zurück. Aber Paulus lehnt hier alle falsche Demut ab und greift nach der ganzen Gestaltung durch den Geist Gottes. Allzu schnell wird die Betonung meines »Sünder-Seins« zur lahmen Entschuldigung für meinen mangelnden Gehorsam und Eifer in der Nachfolge. Der Apostel sagt hier dasselbe wie sein Herr, denn Jesus sagt: »Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist« (Mt 5,48). Das steht nicht nur als unerfüllbare Forderung vor uns, an der wir zur »evangelischen Verzweiflung« kommen, sondern gerade das NT weiß etwas um das Fortschreiten in der Heiligung, das aber nicht als eigene Leistung, vielmehr als Wirkung des Heiligen Geistes am Glaubenden. Wer immer nur sein Versagen betont, denkt gering von der Kraft Gottes und hindert den Heiligen Geist.

Wo wir wie Jesus Christus leben – wo der Heilige Geist uns ihm gleichgestalten kann -, da wird die Fürbitte des Paulus Wirklichkeit, dass »ihr ihm in allen Stücken gefallt« (wörtlich »zu allem Wohlgefallen«). Dieses Urteil verkündete Gott öffentlich über Jesus: »Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe« (Mt 3,17 und Mt 17,5). So sollen auch seine Jünger unter dem »Gefallen« Gottes leben. Das griech. Wort meint eigentlich »passend, angefügt«. Ein geistdurchwirktes Leben in der Jesusnachfolge fügt mich ein in die Lebensgemeinschaft mit dem Herrn, paßt in den Heilsplan Gottes ein.
Es ist ein Leben – und darum bittet der Apostel weiter -, das »Frucht bringt in jedem guten Werk«. Wieder sagt der Apostel dasselbe wie sein Herr, der den Jüngern zuruft: »Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen, und euren Vater im Himmel preisen« (Mt 5,16; vgl. auch Ps 90,17; Joh 14,12; Apg 9,36; 26,20; Röm 13,3; 1Kor 3,13ff.; 2Kor 9,8; Eph 2,10; 1Thess 1,3; 2Thess 2,17; 1Tim 6,18; Tit 2,7; 3,1.8.14; 1Petr 2,12; Heb 10,2ff.; Jak 2,17; Offb 2,5). Damit sind nicht die »Werke des Gesetzes« (Röm 3,28) gemeint. Das sind menschliche Leistungen, aus Furcht getan, um vor Gott etwas vorweisen zu können. Die »guten Werke« des Christen sind gewirkte Werke, Früchte des Geistes, mit denen er freudig und gern den Willen seines Herrn tut. Darum sagt Paulus »fruchtbringend«. Der Baum bringt seine Früchte nicht als eigene Leistung, sondern weil ihm die Wurzeln Nahrung zuführen, die Sonne, Wind und Regen, Blätter und Blüten hervorbringen, Wind und Bienen bestäuben und so schließlich unter der Sonne die Frucht ausreifen kann. Nicht: der Baum bringt Früchte, vielmehr: am Baum werden Früchte gewirkt.

Nicht: der Christ tut gute Werke, vielmehr: am Christen wirkt der Geist Gottes Früchte, gute Werke. So sagt Jesus: »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun« (Joh 15,5). Wir dürfen unsere Scheu vor guten Werken getrost ablegen. Sie sind die »zwangsläufige« Folge eines Lebens im Geist. Entschlossen sollen wir dagegen dem Selbstruhm auf »meine« guten Werke absagen und der Versuchung, solche gewirkten Werke als Verdienst Gott vorrechnen zu wollen. Gefährdend sind nicht die guten Werke für den Christen, sondern die ständige Versuchung, sie mir zurechnen zu wollen. Gilt doch aber schon in der Natur: Kein Baum frisst seine Äpfel selbst! Wie viel mehr gilt das im Christenleben. Die guten Werke sind Missions -Werke. Die Leute sollen sie sehen und unseren Vater im Himmel preisen. Wo sie uns preisen, geben wir das in Demut und Dank unserem Herrn weiter, denn ohne ihn können wir wirklich nichts tun.

Und Paulus bittet für die Kolosser, dass ihr »wachst in der Erkenntnis Gottes«. Wo ein Leben in der engsten Lebens – und Liebesgemeinschaft mit Jesus Christus Frucht bringt, da »wächst« es auch. Es nimmt zu, wird gemehrt und kräftig (so die griech. Wortbedeutungen). Es wächst zu Gott hin und in ihn hinein. »Erkenntnis« ist wieder im Sinn von »Lebensgemeinschaft« zu verstehen. Den Geliebten lerne ich immer besser kennen in immer engerer Gemeinschaft. So wird dem Christen Gottes Wesen, seine Liebe, sein Plan und sein Heilsziel immer deutlicher. Er wächst hinein, lässt sich hineinziehen in die immer umfassendere, vertrauende Liebesgemeinschaft mit Gott.

Gerhard Maier – Edition C

andere Charaktereigenschaften? – II

Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, 23 Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. Gegen all dies hat das Gesetz nichts einzuwenden.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Gal 5,22–23

Die Frucht des Heiligen Geistes jedoch besteht aus Hingabe, Freude, Friede, Weitherzigkeit, Güte, Wohltätigkeit, Treue, Sanftheit und Selbstbeherrschung. Gegen Derartiges gibt es kein Gesetz.
Gottes Agenda - Galater 5,22–23

Die Frucht, die der Geist hervorbringt, dagegen ist Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Milde, Selbstbeherrschung. So etwas verbietet kein Gesetz.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Galater 5:22–23

Den Vers hatten wir 2022 schon – deshalb heute „nur Ergänzungen“.

SEIT undenklichen Zeiten hat sich der Mensch sehr für die Selbstentwicklung seines Ichs in jeder Hinsicht — körperlich, geistig und moralisch — interessiert. Zufolge der Unvollkommenheit haben seine Bemühungen hierin oft des Gleichgewichts ermangelt, und dazu kam noch die Neigung, ins Extrem zu gehen. Zum Beispiel gibt es Menschen, die mit großem Stolz ihre Muskeln entwickeln oder Athletenstücke leisten, welche Bewunderung und Beifall eintragen. Doch wird wenig erkannt, daß dies häufig auf Kosten einer guten Gesundheit geht, die im späteren Leben vermißt wird, und oft bedeutet es die Vernachlässigung feinerer, wenn auch nicht greifbarer Dinge, die mit Herz und Sinn zu tun haben. So sagt es der Apostel: „Denn körperliche Übung ist zu wenigem nützlich, aber Gottergebenheit ist nützlich zu allen Dingen, da sie eine Verheißung auf jetziges und kommendes Leben in sich birgt.“ — 1 Timotheus 4:8, NW.
Dieser Mangel an Gleichgewicht und diese Neigung zu Übertreibung sind auch zutage getreten, als sich die Menschen geistig und moralisch zu entwickeln und zu bessern suchten, indem sie oft großen Stolz über ihre Leistungen empfanden, seien es nun wirkliche oder eingebildete. Oft ist dies unter dem Einfluß und der Leitung einer der vielen Religionen geschehen, die zum gegenwärtigen System der Dinge gehören und behaupten, daß, wer sich strikt an den vorgeschriebenen Lauf halte, gewisse Verdienste und Wohltaten erlange, die sowohl sein gegenwärtiges wie auch sein künftiges Leben berühren. Auch sind selbst die Religionen, die sich zu dem einen wahren Gott bekennen, dieser Schlinge nicht entgangen. Wie kam Paulus denn dazu, in seinem Briefe an die Galater „die Frucht des Geistes“ in Gegensatz zu stellen zu den „Werken des Fleisches“? Geschah dies nicht gerade zufolge dieser Frage, die einige aufgeworfen hatten, die immer noch am System des Judaismus festhielten durch ihre Behauptung, daß Gerechtigkeit im Fleische durch „Gesetzeswerke“ erlangt werden könne, und dies „gemäß jüdischem Brauche“? Paulus wußte nur zu gut, welcher Schwierigkeit er gegenüberstand, denn, wie er in bezug auf seinen früheren Wandel sagt, machte er ‚im Judaismus größeren Fortschritt als viele seiner Altersgenossen in seinem Geschlecht‘. So schreibt er, im Innersten erregt: „Seid ihr so unverständig? Nachdem ihr im Geiste begonnen habt, wollt ihr jetzt im Fleische vollenden?“ — Galater 5:19, 22; 2:14, 16; 1:14; 3:3, NW.

Wachtturm Studienausgaben – 1.1.1955

Wer Gottes Regelbuch, die Bibel, studiert, erfährt, dass der Ehebund zwischen einem Mann und einer Frau, die dem Herrn ergeben sind, höchst heilig und bindend ist. Das wichtigste Erfordernis für irgendeine Ehe ist nach Gottes unfehlbarem Wort der Wahrheit die Liebe. Ohne Liebe wird keine Ehe erfolgreich sein. Mit Liebe wird keine Ehe scheitern. Ausser der Definition des Wörterbuches heisst es, dass Liebe „der vollkommene Ausdruck der Selbstlosigkeit“ sei. Doch ist dies nicht bloss ein kaltes, abstraktes und lebloses Prinzip oder eine Wahrheit. Liebe kommt im Handeln zum Ausdruck. Wo wahre Liebe vorhanden ist, da gibt es zwischen Mann und Frau eine warme Äusserung selbstloser Hingabe und Zuneigung. Liebe ist eine göttliche Eigenschaft, die „Frucht“ des Geistes Gottes, denn Jehova selbst ist die personifizierte Liebe. — Galater 5:22; 1 Johannes 4:8.

Wachtturm – 1.Juni1952

Und die Hauptbotschaft dieses Kapitels lautet, dass der Schlüssel zu dieser Priorität die geistliche Freundschaft ist. Bei so vielen Eheschließungen kommt der Gedanke der Reise zu Gott nur unter „ferner liefen“. Viele Christen beglückwünschen sich dazu, einen „gläubigen“ Mann bzw. Frau bekommen zu haben, aber der Glaube ist für sie nur ein Faktor unter vielen, die den anderen zum „richtigen“ Partner machen, auf einer Ebene mit gemeinsamen Interessen und Hobbys. Geistliche Freundschaft ist etwas ganz anderes. Sie bedeutet, dass man einander voller Eifer hilft, Gott immer tiefer und besser kennenzulernen, zu dienen, zu lieben und ihm ähnlicher zu werden.
Eine Frau aus unserer Gemeinde hörte einmal eine Predigt von mir über Epheser 5, wo Paulus schreibt, dass der Sinn der Ehe darin besteht, uns zu „heiligen“. Sie sagte: „Ich dachte, die Ehe ist dafür da, dass man glücklich wird! So wie Sie das sagen, klingt das ja nach Schwerarbeit.“ Sie hatte recht – die Ehe ist Schwerarbeit –, aber es war falsch von ihr, zu denken, dass man deswegen nicht glücklich wird. Paulus sagt, dass einer der Hauptzwecke der Ehe darin besteht, uns zu „heiligen“ (Epheser 5,26, ELB) und uns „schön und makellos, ohne Flecken und Falten oder einen anderen Fehler“ zu machen (V. 27). Was heißt das? Es heißt, dass das Wesen Jesu in uns reproduziert wird durch die „Frucht des Geistes“ – Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung (vgl. Galater 5,22-25). Wenn die Liebe von Jesus und seine Weisheit und Größe in uns Gestalt gewinnen, in jedem mit seinen eigenen Gaben und Aufgaben, werden wir unser „wirkliches Ich“, die Person, die Gott meinte, als er uns schuf. Jede Seite der Bibel schreit es förmlich hinaus, dass man die Reise zu diesem Ziel nicht alleine schaffen kann. Wir müssen sie zusammen mit Brüdern und Schwestern, mit Freunden unseres Herzens machen. Und die beste menschliche Freundschaft, die für dieses Abenteuer möglich ist, ist die mit dem Geliebten und Freund, der unser Ehepartner ist.
Ist dies Arbeit? O ja, jede Menge! Aber es ist die Arbeit, zu der Gott uns geschaffen hat. Heißt dies, dass es in der Ehe nicht darum geht, glücklich zu werden, sondern heilig? Ja und nein. Wie schon gesagt: Dies ist ein falscher Gegensatz. Wer einmal begriffen hat, was Heiligkeit ist, der erkennt: Echtes Glück ist nicht etwas, das wir erleben müssten, bevor wir uns entscheiden, uns auf den Weg zur Heiligkeit zu machen. Echtes Glück erleben wir, wenn wir diesen Weg gehen! Unsere Heiligung gibt uns neue Wünsche und Begierden und zügelt die alten. Wenn wir also in der Ehe glücklich werden wollen, werden wir Ja dazu sagen, dass die Ehe uns heilig machen soll. Wie C. S. Lewis es ausdrückt:
Er [Gott] schenkt die Glückseligkeit, die es gibt, nicht die Glückseligkeit, die es nicht gibt. Entweder Gott sein; oder Gott ähnlich sein und an Seiner Gutheit in geschöpflicher Antwort teilhaben; oder unglückselig sein – das sind die drei einzigen Möglichkeiten, die es gibt. Wenn wir nicht lernen wollen, die einzige Nahrung zu essen, die das Weltall hervorbringt, die einzige Nahrung, die irgendein denkbares Weltall irgendwann hervorbringen kann – dann müssen wir auf ewig Hunger leiden.

Und jetzt können wir konkreter werden. Wie können Ehepartner einander konkret helfen auf dieser Reise zu Gott? Die Antworten finden Sie im nächsten Kapitel.

Timothy und Kathy Keller – Ehe – Gottes Idee für das größte Versprechen des Lebens

Gott übt auf seine Auserwählten einen anregenden Einfluss oder eine Kraft aus.
Der Apostel betete zu Gott für die Heiligen in Ephesus, dass die Augen ihres Verstandes erleuchtet werden, damit sie unter anderem erkennen, „wie groß seine Macht über uns, die wir glauben, ist“ (Eph 1,19), und dass sie „durch seinen Geist im Innern des Menschen gestärkt werden“ (3,16). Auf diese Weise werden die Kinder Gottes befähigt, den guten Kampf des Glaubens zu führen und gegen die feindlichen Kräfte anzukämpfen, die ständig gegen sie kämpfen. In sich selbst haben sie keine Kraft: Sie sind nur „Schafe“, und Schafe gehören zu den wehrlosesten Tieren, die es gibt; aber die Verheißung ist sicher: „Er gibt den Müden Kraft, und denen, die keine Macht haben, gibt er Stärke“ (Jes 40,29).

Es ist diese energetische Kraft, die Gott auf und in den Gerechten ausübt, die sie befähigt, ihm annehmbar zu dienen. Der alte Prophet sagte: „Ich aber bin voll Kraft durch den Geist des Herrn“ (Micha 3,8). Und unser Herr sagte zu seinen Aposteln: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist“ (Apg 1,8), und so war es auch, denn von diesen Männern lesen wir später: „Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus; und große Gnade war über ihnen allen“ (Apg 4,33). So war es auch bei dem Apostel Paulus: „Und meine Rede und meine Predigt war nicht mit verlockenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in der Erweisung des Geistes und der Kraft“ (1 Kor 2,4). Aber der Umfang dieser Kraft ist nicht auf den Dienst beschränkt, denn wir lesen in 2 Petrus 1,3: „Wie seine göttliche Kraft uns alles gegeben hat, was zum Leben und zur Gottseligkeit gehört, durch die Erkenntnis dessen, der uns zur Herrlichkeit und zur Tugend berufen hat.“ Daher werden die verschiedenen Gnaden des christlichen Charakters, „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Sanftmut, Güte, Glaube, Sanftmut, Mäßigung“, direkt Gott selbst zugeschrieben und als „Frucht des Geistes“ bezeichnet (Gal 5,22-23). Vergleiche Epheser 5,9.

A.W. Pink – Die Souveränität Gottes

Nachdem er all diese Dinge aufgezählt hat, weist er darauf hin, dass Menschen, die solche Dinge praktizieren, nicht in das Reich Gottes kommen werden, weil dies Werke sind, die von Menschen zeugen, die unerlöst sind. Ungerettete Menschen werden natürlich nicht in das Reich Gottes kommen.

Offensichtlich sind Gläubige manchmal dieser Sünden schuldig. Was er damit sagen will, ist, dass ein wahrer Gläubiger nicht immer durch all diese Dinge gekennzeichnet sein wird. Er befasst sich mit dem, was gewohnheitsmäßige Praxis ist, im Gegensatz zu dem, in das ein Gläubiger einfach gelegentlich verfällt. Alle diese Handlungen sind Beweise für Menschen in einem unerlösten Zustand, und unerlöste Menschen werden nicht in das Reich Gottes kommen. Diese Werke bei Gläubigen bedeuten nicht, dass sie nicht in das Reich Gottes kommen werden, aber es bedeutet, dass sie nicht auf der Grundlage des neugeborenen menschlichen Geistes wandeln. Gläubige können in der Tat in diese Sünden fallen, aber wenn sie wahre Gläubige sind, werden sie von Gott so behandelt, dass sie entweder Buße tun oder durch göttliche Zucht vorzeitig in den Himmel gebracht werden. Diejenigen, die diese Dinge gewohnheitsmäßig praktizieren, zeigen, dass sie sich in einem unerlösten Zustand befinden. Nochmals, Menschen in einem unerlösten Zustand werden einfach niemals in das Königreich eingehen können.

Nach der Aufzählung dieser verschiedenen Ergebnisse des Wirkens auf der Grundlage der alten Natur, erwähnt er dann in den Versen 22-23 die Ergebnisse des Wandelns auf der Grundlage der neuen Natur, des neugeborenen menschlichen Geistes: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung; gegen solche ist kein Gesetz.
Er erwähnt neun Dinge, die gewöhnlich als die Frucht des Geistes bezeichnet werden. Aber noch einmal, diese sind nicht die Frucht des Heiligen Geistes, sie sind die Frucht des neugeborenen menschlichen Geistes. Natürlich ist der neugeborene menschliche Geist neugeboren, weil er durch den Heiligen Geist regeneriert wurde, also ist der Heilige Geist letztendlich verantwortlich.

Was jedoch eine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung angeht, so haben wir es hier mit dem neugeborenen menschlichen Geist zu tun. Diese neun Ergebnisse sind: Liebe, Freude, Friede, Langmut [Geduld], Freundlichkeit [Betonung einer Haltung oder eines Geistes der Freundlichkeit], Güte [gute Taten], Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Dies sind die neun Ergebnisse des neugeborenen menschlichen Geistes, und sie wirken den in den Versen 19-21 genannten Ergebnissen des alten Fleisches entgegen.
Die fünfte Antwort wird in Vers 24 gegeben: „Die aber aus Christus Jesus sind, haben das Fleisch gekreuzigt mit seinen Leidenschaften und Begierden.
Die fünfte Antwort darauf, wie wir das geistliche Leben leben, ist, das Fleisch als ein für alle Mal tot zu betrachten. Positionell gesprochen, auf der Grundlage der positionellen Wahrheit, sollen wir das Fleisch als tot betrachten. Von der Position her ist das Fleisch tot, aber erfahrungsmäßig gibt es einen Kampf zwischen den beiden Fähigkeiten, wie er in Vers 17 und auch in Römer 6,6 betont. In Römer 7,15-25 beschreibt er diesen Kampf im Detail. Von der Position her ist das Fleisch tot, aber erfahrungsgemäß gibt es einen Kampf zwischen den beiden Fähigkeiten.

Diejenigen, die in Jeschua dem Messias sind, haben das Fleisch gekreuzigt. Daher hat der Gläubige, im Gegensatz zum Ungläubigen, die Kraft und die Fähigkeit, auf der Grundlage des neugeborenen menschlichen Geistes zu handeln und zu wandeln. Der Ungläubige hat keine Wahl; nur der Gläubige hat sie. Da er eine solche Wahl hat, lautet die Ermahnung: Lasst uns auf der Grundlage des neugeborenen menschlichen Geistes wandeln und lasst uns die neunfache Frucht dieses neugeborenen menschlichen Geistes in unserem täglichen Leben hervorbringen.

Arnold Fruchtenbaum – Das Buch der Galater

Die Frucht … die der Geist Gottes hervorbringt In Römer 6,22, Epheser 5,9 und Philipper 1,11 gebraucht Paulus auch das Bild von der Frucht, um die rechte Verhaltensweise des Glaubenden zu beschreiben. Ebenso fordert Johannes der Täufer, dass echte Umkehr auch die „Frucht“ des korrekten ethischen Verhaltens hervorbringen müsse (Mt 3,8; Lk 3,8), und auch Jesus verheißt, dass Glaubende – die Leben von ihm empfangen haben, weil sie wie Reben mit dem Weinstock verbunden sind – Frucht hervorbringen werden, die seinen Vater verherrlichen wird (Joh 15,1–8). Die Liebe, die der Geist hervorruft, ist wie die Liebe Christi; sie geht weit über jede Zurschaustellung gesetzlicher Selbstgerechtigkeit hinaus (Lk 10,25–37).

Reformations-Studien-Bibel

Der christliche Charakter besteht nicht nur in moralischer und gesetzlicher Korrektheit, sondern in dem Besitz und in der Auswirkung der Tugenden, die in den Versen 22 und 23 genannt sind. Zusammengenommen stellen sie ein Charakterbild Christi dar; sie können auch als Erklärung des Apostels seiner Aussage in 2,20 verstanden werden: »nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir«. Die Reihe dieser Tugenden ist außerdem eine Begriffserklärung für »Frucht« in Joh 15,1–8. Ein solcherart geprägter Charakter des Gläubigen ist möglich, weil dieser in lebendiger Vereinigung mit Christus steht (Joh 15,5; 1Kor 12,12.13) und weil die neue Gesinnung Frucht des Geistes ist. »Frucht« (Einzahl), im Gegensatz zu »Werken« (Mehrzahl, V. 19), zeigt an, dass das Leben des Gläubigen im Geist in Ziel und Richtung einheitlich ist – im Gegensatz zum Leben im Fleisch mit allen inneren Konflikten und Enttäuschungen.

Scofield-Bibel

Anders als das Befolgen der sündigen Natur (5,19-21) führt das Befolgen des Heiligen Geistes (5,16) zu einem gottgefälligen Leben, was menschliche Anstrengung und das Gesetz nicht leisten können (vgl. Johannes 15,1-8). – Diese Tugenden richten sich direkt gegen die Auseinandersetzungen in der Gemeinde in Galatien. – Liebe: Die größte christliche Tugend umfasst alle anderen (1 Kor 13,4-7). Nur der Geist Gottes kann in uns Liebe zu denen erzeugen, die uns hassen (Mt 5,43-48; Lk 6,35-36). – Die Freude, die der Geist hervorbringt, hängt nicht von den Umständen ab (Röm 15,13; 2 Kor 6,10; 8,2; 1 Thess 1,6). – Frieden mit Gott schafft inneres Wohlbefinden (Röm 5,1; Kol 1,20; Eph 2,15; Phil 4,6-7), das sich auf unsere Beziehungen zu anderen auswirkt, so dass wir zu Friedensstiftern werden (Mt 5,9; Röm 8,6; 12,18; 14,17-19; 2 Kor 13,11; Eph 4,3; 6,15). – Geduld (oder Toleranz oder Langmut) gibt uns Nachsicht gegenüber anderen Menschen und Ausdauer unter ungünstigen Umständen (Eph 4,2; 2 Tim 4,2; Jak 5,10-11). Gott ist geduldig mit uns (2. Mose 34,6; Ps 103,8; Röm 2,4; 9,22; 1. Tim 1,16; 2. Petr 3,15) und verspricht seine Gegenwart bei denen, die geduldig mit anderen sind (Jes 57,15). – Freundlichkeit bedeutet Großzügigkeit, einen gebenden Geist, der widerspiegelt, wie Gott mit uns umgeht (Röm 2,4; 11,22; Titus 3,4-6). – Güte: Vgl. Röm 15,14; Eph 5,9; 2 Thess 1,11. – Treue (oder Glaube) bedeutet, dass wir in unseren Beziehungen guten Glauben und Treue üben, so wie Gott es mit uns tut (1. Kor 1,9; 10,13; 2. Thess 3,3).
Sanftmut steht im Gegensatz zu den Lastern aus 5:20 und erfordert Stärke (siehe Spr 15:1, 4; Mt 11:28-29; Eph 4:2). – Selbstbeherrschung: Der Heilige Geist gibt keine moralische Lizenz, sondern befähigt die Menschen, Sünde zu vermeiden (vgl. 5,13; Röm 6,14-18; 1 Thess 4,3-7; 1 Petr 2,16; siehe auch Apg 24,25; Titus 1,8). – Es gibt kein Gesetz gegen diese Dinge! Paulus stellt das Offensichtliche fest, macht aber auch deutlich, dass diejenigen, die durch den Geist tugendhaft sind, kein Gesetz brauchen, um sie zu regieren.

Neue Lebendige Übersetzung Studienbibel

Geist: Es stellt sich die Frage, ob Paulus hier speziell die Werke meint, die der wiedergeborene menschliche Geist einer Person vollbringt, oder die Werke, die der Heilige Geist selbst im Leben der Gläubigen vollbringt. Die Analogie mit den Früchten erinnert an die Lehre Jesu über den Weinstock, die Reben und die fruchtbare Ernte (siehe Johannes 15,1-5).
5:24 Christen sind geistlich „mit Christus gekreuzigt“ (2:20). Sie müssen nicht mehr den Werten oder Wünschen der Welt folgen (6:14). Allerdings fällt es Christen schwer, diese geistliche Realität auf die Leidenschaften (Zuneigungen) und Begierden (Lüste) des Fleisches anzuwenden (V. 16). Diejenigen, die diese sündigen Begierden gemeistert haben, sind diejenigen, die ihren Fokus auf Gott gerichtet haben (siehe Jer. 9:23, 24; Dan. 11:32; Joh. 17:3; Hebr. 12:1-3).

Die Nelson Studienbibel

Die Frucht des Geistes. Die Frucht entsteht nicht durch Anstrengung (durch gesetzeskonformes Verhalten), sondern wächst auf natürliche Weise (aus Vertrauen). „Ein Baum wird nach seinen Früchten beurteilt“, sagte Jeschua (Mt. 12:33-37). Argumente für die objektive Wahrheit der Guten Nachricht sind notwendig, aber was es braucht, ist die Frucht der Ruach HaKodesh im Leben des Gläubigen.

The Complete Jewish Study Bible: Notes

seine Macht zeigte sich auch im Wirken des Heiligen Geistes

Denn unser Evangelium war nicht bei euch (O. war nicht zu euch gekommen) im Worte allein, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geiste und in großer Gewißheit, wie ihr wisset, was (Eig was für welche) wir unter euch waren um euretwillen.
Elberfelder 1871 – 1.Thessalonicher 1,5

Denn als wir euch die Gute Nachricht verkündeten, geschah das nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten, in denen sich die Macht Gottes zeigte, mit dem Beistand des Heiligen Geistes und mit voller Überzeugung. Ihr wisst ja, wie wir unter euch gelebt und gewirkt haben, um euch die Rettung zu bringen.
Gute Nachricht Bibel 2018 – 1. Thessalonicher 1:5

Das wurde schon damals deutlich, als wir euch das Evangelium verkündeten: Gott redete nicht nur durch unsere Worte zu euch, sondern auch durch das machtvolle Wirken(- durch sein mächtiges Handeln und das Wirken -) des Heiligen Geistes und durch die große Zuversicht, die uns erfüllte (- des Heiligen Geistes, der euch volle Gewißheit schenkte -), sowie überhaupt durch unser ganzes Verhalten euch gegenüber, das euch zeigte, dass es uns um euch ging und nicht um uns selbst. (- Denn unser Evangelium kam zu euch nicht nur im Wort, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in großer Zuversicht/Gewissheit; ihr wisst ja, wie wir unter euch waren wegen euch. -)
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Thess 1,5

Wirkt der heilige Geist in deiner Gemeinde/Versammlung? Oder wird dort nur „stramm ein Programm herunter gearbeitet“??

τὸ εὐαγ-γέλιον ἡμῶν das von uns verkündigte Evangelium, unsere Verkündigung des Evangeliums ( εὐαγγέλιον 2bβ). ἐ-γενήθη Aor. Pass. (ohne Pass.-Bdtg.) γίνομαι, hier m. εἴς τινα zu jmdm. kommen (vgl. B I4cα). οὐκ ἐν λόγῳ μόνον ἀλλὰ καί nicht nur mit Worten, sondern auch. πληρο-φορία (volle) Überzeugung, Gewissheit; hier (volle) Gewissheit (B), viell. aber Fülle (göttlichen Wirkens) (ThWNT 6, S. 309). οἷος18 welcher Art, wie beschaffen; hier als was für Leute. ἐ-γενήθημεν Aor. Pass. (ohne Pass.-Bdtg.) γίνομαι hier sich verhalten. διʼ ὑμᾶς um euretwillen.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Steht diese Bedeutung von ἐκλογή fest, so ist klar, dass P. mit dem v. 5 und 6 umspannenden ὅτι nicht eine Erläuterung dazu bieten will; es kann nur entweder ein begründendes „weil“ sein: P. stützt sein Wissen um ihre Erwählung auf seinen Eindruck, den ihm seine eigne wirksame Predigt unter ihnen und ihre bereitwillige Annahme derselben gemacht hat, oder aber dies ὅτι ist als ein 2. selbständiges Objekt neben τὴν ἐκλογὴν ὑμῶν zu fassen, nur nicht jenes 1. erläuternd, sondern begründend. Dass P. dabei von seiner Evangeliumspredigt (εὐαγγ. hier nom. actionis = τὸ εὐαγγελίζεσθαι Röm 1 1, 9 u. ö., „da wir euch das Evangelium predigen durften“ Weizs.; zu ἡμῶν2 vgl. den Exkurs nach 22) ausgeht, statt von ihrer Evangeliumsannahme, be-greift sich: die wirksame Predigt ist das göttliche Mittel, die Erwählung zu realisieren, und auf Gottes Tun blickt Paulus mehr als auf das der Menschen. Daher auch die Wendung: unsere Predigt geschah zu euch nicht im Wort allein, sondern“. ἐγενήθη ist dorisch-hellenist. aor. pass. statt ἐγένετο (Lobeck ad Phryn. 108ff., W.-Schm. 13, 9, Blass 20, 1) ohne Bedeutungsunterschied; das passive (Lünem.) oder besser göttlich-aktive (Bornem.) liegt nicht in der Wortform, sondern in der ganzen Wendung. Nichts zwingt, das εἰς im Sinne von ἐν oder παρά m. Dat. = bei, unter zu fassen: die Predigt geschah an sie, an jeden einzelnen, dessen Erwählung sich eben in der wirksamen Darbietung des Evangeliums zeigte; vgl. εἰς bei κηρύττειν 2 9 und εὐαγγελίζεσθαι 1 Pt 1 25 [nicht 2 Kor 10 16]3. Nicht dass die Predigt zu ihnen geschah, sondern wie, darauf kommt es an: „nicht mit (vgl. 2 5) Worten nur, sondern mit Kraft“. Paulus liebt es, die positive Aussage durch die vorangestellte negative zu heben (vgl. 2 4. 13 u. ö. S. 41), ebenso liebt er den Gegensatz von λόγος und δύναμις 1 Kor 2 4. 4 19. Kol 2 23. (1 Joh 3 18); man versteht diesen, wenn man an das phrasenreiche Wortgeklingel damaliger Rhetorik denkt; Paulus ist kein Schönredner und will kein solcher sein 1 Kor 1 17. 2 1; dennoch wirkt seine scheinbar kunstlose Sprache durch die Wucht der Gedanken; er bietet keinen Ohrenschmaus, aber packt die Gewissen. Übrigens liegt a. u. St. nicht wie I Kor ein Protest gegen Schönrednerei vor: Paulus erkennt durch οὐ μόνον1 den λόγος, die bewusst gewählten menschlichen Worte, als notwendige Form an; nur muss noch etwas hinzukommen, soll die Wirkung entstehen; dies ist δύναμις in Verbindung mit πνεῦμα ἅγιον und πληροφορία πολλή; wieder eine Trias, wie sie Paulus liebt (s. ob. S. 42), doch so, dass die beiden letzten Glieder enger zusammengehören (vor πληροφορίᾳ ist ἐν nicht wiederholt2): also nicht 3 selbständige Kraftbeweise, auch nicht Klimax oder Antiklimax; vollends verbietet die Form die ersten beiden Glieder nach 16 als potentia spiritus sancti (Calvin) zusammenzufassen: vielmehr wird das erste durch ein Paar erläutert. Der heilige Geist und die viele Zuversicht3 stellen den göttlichen und den menschlichen Grund der Kraft seiner Predigt dar. Bei δύναμις4 denkt Paulus hier nicht an äußere Wunder als Macht erweise (vgl. Röm 15 18f. 2 Kor 12 12 u. ö.), wie viele griech. Exegeten, auch Erasmus noch annahmen, sondern an die Macht seiner Predigt über die Herzen: sie schafft Glaube und ein neues sittliches Leben. Der Gegensatz zwischen der äusseren Erscheinung und Lage des Apostels und seiner Freudigkeit (vgl. 2 Kor 4 7ff.) kommt erst 2 2 zur Geltung. πνεῦμα ἅγιον, artikellos wie alle Glieder in v. 5 (darum das Fehlen des Art. nicht biblisch-theologisch auszupressen, Blass 46, 7) geht hier freilich auf die Auswirkung des Gottesgeistes in den Missionaren (nicht in den Thessalonichern Theodrt., Pelag.): Gott gab ihnen seinen h. Geist, so predigten sie wirksam. Aber ein 2. kam hinzu: sie selbst hatten große Freudigkeit (πληροφορία Röm 4 21. 14 5. Kol 2 2, von πληροφορεῖν, nicht „mit vollen Segeln fahren“, sondern = καρποφορεῖν volltragen, auch geistig „erfüllt sein von etwas, überzeugt sein und überzeugen“ s. Lightfoot zu Kol 4 125. „Das Geheimnis des Erfolges ist der Glaube an ihn“. Die πληροφορία (vgl. Hbr 6 11. 10 22) ist nicht theoretisches Überzeugtsein (mit dem Wunderglauben hat sie garnichts zu tun), sondern geistgewirkte innere Zuversichtlichkeit, hier in Gegensatz zu den äusseren Verhältnissen (2 2). Damit berührt P. sein eigenes Verhalten, und dafür (nicht für alles in v. 5 gesagte, nicht für δύναμις und πν. ἅγ. B. Weiß) beruft er sich alsbald auf das Wissen der Leser. War die Bezugnahme auf seine Predigt noch aus deren Beziehung zur Erwählung und Berufung der Leser zu verstehen, so hat dies καθὼς οἴδατε οἷοι ἐγενήθημεν ἐν ὑμῖν6 διʼ ὑμᾶς damit fast keine Verbindung mehr (als Steigerung kann der Übergang von der Missionspredigt zu dem persönlichen Verhalten nicht gedacht sein); es gehört garnicht in den Zusammenhang von 1 4–10 und ist hier nur zu verstehen daraus, dass Paulus die Gedanken von 2 1–13, der Apologie seines Verhaltens, bereits beschäftigen: diese bereitet jenes Sätzchen vor, wie schon der Vergleich des καθὼς οἴδατε mit 2 1, 5, 11 zeigt. Man könnte den an sich entbehrlichen Satz als Parenthese fassen, wenn er nicht auf die Fassung des folgenden Gedankens solchen Einfluss gewonnen hätte, dass Koppe ihn mit einem Schein des Rechts als Vordersatz zu v. 6 fassen konnte. Bei dieser Auffassung ist von vornherein ausgeschlossen in οἷοι ἐγενήθημεν an die göttliche Ausrüstung des Apostels (Calvin), an Gottes Segnung ihres Wirkens (Bornem.) zu denken; nur ein Verhalten des Apostels kommt inbetracht, u. zw. nicht das Allen alles sein können aus 1 Kor 9:20 oder Enthaltung von Erlaubtem (Pelag.), auch nicht Kraft und Geistesfülle im allgem., sondern speziell die Freudigkeit und Unermüdlichkeit der Missionsarbeit d. h. die πληροφορία πολλή im Gegensatz zu der nach den trüben Erfahrungen von Philippi 2 2 zu erwartenden Niedergeschlagenheit. Eine solche hat P. inzwischen in Korinth durchgemacht: er richtet sich selbst auf in der Erinnerung an sein andersartiges Auftreten bei den Thessalonichern (ἐν ὑμῖν in eurer Mitte), darin in feiner Wendung einen Beweis seiner Liebe zu den Lesern aufzeigend (διʼ ὑμᾶς vgl. 2 8); es ist naheliegend, dies διʼ ὑμᾶς im Hinblick auf das beherrschende τὴν ἐκλογὴν ὑμῶν von einem Zweck Gottes zu verstehen, der P. zu einem solchen Verhalten befähigte; aber da das pass. ἐγενήθημεν hierzu nicht zwingt (s. ob.), so wird das Anklingen dieses Liebestones aus dem apologetischen Grundmotiv dieses Zwischensatzes zu erklären sein.

Kritisch-exegetischer Kommentar über das Neue Testament

Zuerst werden wir an den dreifachen Charakter und die Dynamik der Predigt erinnert. Sie war das scharfe Schwert des Wortes Gottes, eingehüllt in die Kraft des Heiligen Geistes. Sie war auch die Trompetenfanfare des Herolds, die keinen undeutlichen Ton gab, sondern die Autorität Gottes hinter sich hatte. Sie richtete sich an die Herzen, den Verstand und die Gewissen der Zuhörer und forderte eine Reaktion des Willens. Hinter dem Charakter der Predigt stand der Charakter der Prediger; ihre Lebensweise stimmte mit der Botschaft überein, die sie verkündeten. Paulus führt dies in Kap. 2 weiter aus und kommt immer wieder darauf zurück. Der Prediger muß ein wandelndes Beispiel dessen sein, was er predigt.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Das »Evangelium« ist die frohe Kunde von der Erlösung, die Gott in Jesus Christus gewirkt hat. Es ist alles andere als selbstverständlich. Es ist Botschaft von dem Wunder, das »kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz gekommen ist« (1. Kor 2,9). Gleichzeitig ist es »unser Evangelium«, das Evangelium also, das von Paulus und seinen Mitarbeitern in Thessalonich verkündigt wurde. Predigt kann niemals unbeteiligte Weitergabe von Heilstatsachen sein; sie ist stets persönlich. Denn sie ist Zeugnis. Sie spricht von dem, was Gott auch an uns getan hat. Sie bekennt, daß »Jesus Christus … sei mein Herr« (Luthers Erklärung zum 2. Glaubensartikel). Damit aber wird das Evangelium nicht zu einer Privatmeinung. Es ist das eine Evangelium, neben dem es kein anderes geben kann (Gal 1,7), wenn auch im Laufe der Kirchengeschichte vieles unter dem Etikett »Evangelium« verbreitet wurde. Das Evangelium, das Paulus sich nicht ausgedacht, sondern selbst empfangen und weitergegeben hat, kann mit klaren Worten wiedergegeben werden: 1. Kor 15,3–5.
Dieses »Evangelium« wurde nicht nur angesagt, es »geschah« geradezu in Thessalonich. Paulus benutzt einen Ausdruck, der in der LXX z. B. in 1. Mose 15,1, 1. Sam 15,10 oder Jer 1,4 auftaucht. Diese Stellen handeln vom Reden Gottes mit den Menschen. Wenn Gott redet, so ist dies nicht eine Sonderform der uns vertrauten zwischenmenschlichen Kommunikation. Sein Wort ist vielmehr Schöpferwort. Es gibt der Weltgeschichte eine neue Wendung. Es prägt die Lebensgeschichte des Angeredeten um.
In gleicher Weise war die Evangeliumsverkündigung in Thessalonich keine Informationsveranstaltung. Die Ansage des Evangeliums ereignete sich daher »nicht allein im Wort, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in voller Gewißheit«. Damit war das Wort natürlich nicht entbehrlich. Vielmehr ist das Wort so sehr Kennzeichen des Wirkens Gottes, daß der eingeborene Sohn »das Wort« genannt wird (Joh 1). Dieses Wort ist kein magisches oder mysteriöses Wort, sondern eines, das von Menschen verkündigt wird und von Menschen verstanden werden kann. Und doch ist es nicht »Schall und Rauch«, sondern »Geist und Leben« (Joh 6,63), ist es machtvolles und geisthaltiges Wort. Dem schlichten Predigtwort eignet die »Macht zur Errettung« (Röm 1,16; 1. Kor 1,18.24). Äußerlich ist dies nicht zu erkennen. Wer würde der Botschaft von einem gekreuzigten Gottessohn Bedeutung zumessen? Selbst das Auftreten und die Predigtweise der Botschafter ist nicht beeindruckend: 1. Kor 2,1–4. Dennoch erweist sich das Evangelium als Wort »des Geistes und der Kraft«.
Der »Heilige Geist« bewirkt, daß aus (in Sünden) Toten Lebende (Eph 2,1.5), aus Feinden Versöhnte (Kol 1,21), aus Sklaven Kinder (Gal 4,5ff.), aus Sündern Heilige (1. Kor 6,9ff.) werden. Er selbst bezeugt das in den Herzen der Glaubenden (Röm 8,16); er wirkt das Bekenntnis: Jesus, der Nazarener, ist der Christus, der Herr (1. Kor 12,3; Röm 10,9f.); durch ihn wird die Liebe in die Herzen ausgegossen (Röm 5,5), wird Frucht geschaffen (Gal 5,22). Neben dieser fundamentalen und zentralen Wirksamkeit des Heiligen Geistes, die Christen im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung zu verwurzeln, findet sich eine Fülle weiterer Gaben und Wirkungen, die z. B. in Röm 12,3ff.; 15,18f. und 1. Kor 12,4ff. zusammengestellt sind.
»In voller Gewißheit« (wörtl.: »in voller Fülle«): Die Evangeliumsverkündigung hat in kraftvoller und geistesmächtiger Weise Fülle hervorgerufen: den rettenden Glauben, das unerschrokkene Zeugnis, Geduld und Freude im Leiden; sie hat große »Gewißheit« bewirkt (vgl. Hebr 6,11, wo von der »Fülle der Hoffnung« und 10,22, wo von der »Fülle des Glaubens« die Rede ist). Gleichzeitig war diese Zuversicht auch ein Charakteristikum der Missionare und ihrer Predigt. Doch auch hier gilt: All dies ist (immer noch!) Gegenstand des Dankes (V. 2) und nicht stolzer Rückblick auf ein gelungenes Gemeindegründungsprojekt. Zugleich spricht aus diesen Worten keine Übertreibung, erinnern sich die Thessalonicher doch nur zu genau an das, was sich bei der Verkündigung des Evangeliums ereignete. Paulus geht es in seiner Tätigkeit um die Hörer, um »euch«; möglichst viele sollen dadurch für Christus gewonnen werden (1. Kor 9,19ff.); er selbst bleibt gegenüber den Gemeinden »Knecht um Jesu willen« (2. Kor 4,5).

Edition C Bibelkommentar

Dienst und Praxis des Lebens
Vers 5. Nun wird uns gesagt, wie diese Menschen zum Glauben, zur praktischen Verwirklichung ihrer Bekehrung gekommen waren: durch den Dienst von Paulus, aber auch von Silvanus und Timotheus. Diese Drei hatten ihnen das Evangelium, d.h. eine gute Botschaft, gebracht. Das Evangelium weiterzusagen, heisst wirklich: den Menschen eine gute Botschaft bringen.
Paulus nennt es «unser Evangelium» und zählt dann vier Kennzeichen ihres Dienstes auf:
a. Es war «im Wort», d.h. Paulus und die anderen hatten geredet.
b. Er hatte aber nicht nur geredet, es geschah auch «in Kraft», d.h. in diesem verkündigten Wort lag göttliche Kraft. Paulus sprach und schrieb in seinen Briefen inspirierte Worte. Darin lag die Kraft.
c. Es geschah «im Heiligen Geist». Was er verkündigte, war eine geistliche Rede, keine fleischliche, menschlich interessante Konstruktion. Es war vom Heiligen Geist gewirkt.
d. «In grosser Gewissheit» lässt uns an eine bestimmte und klare Botschaft denken. Etwas von dieser grossen Gewissheit erkennen wir z.B. in den Worten, die er in Athen auf dem Areopag gesprochen hat: «Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat» (Apg 17,30.31). Gott lässt dem Menschen keine Wahl, Er gebietet ihm, Buße zu tun. Wer dieser Aufforderung nachkommt, erfährt Jesus Christus als Heiland. Wer nicht bereit ist, Gott zu gehorchen und dieses Heil im Herrn Jesus ablehnt, wird Ihm als dem Richter begegnen müssen.
Diese Punkte bezüglich des Dienstes sind auch für uns wichtig, wenn wir das Evangelium weitertragen. Es muss etwas geredet werden oder etwas Geschriebenes weitergegeben werden. Dabei muss uns bewusst sein, dass nur das inspirierte, geschriebene Wort Gottes in Kraft wirkt. Wir müssen also in unserem Reden das geschriebene Wort Gottes vor Herz und Gewissen legen. Weiter geht es um einen geistlichen Dienst, und er darf mit grosser Bestimmtheit geschehen, indem wir das Heil klar vorstellen. Das auf Golgatha vollbrachte Werk des Herrn Jesus genügt zur Rettung verlorener Sünder. Wer dieses Werk ablehnt, wird einst vor dem grossen weissen Thron gerichtet werden. Dort werden Bücher geöffnet, in denen das ganze Leben der Angeklagten aufgeschrieben ist. Auch das Buch des Lebens wird dann geöffnet, aber nur als Beweis dafür, dass kein Name von denen, die dort erscheinen müssen, darin steht. Und dann geht es im Schweigemarsch in die Hölle – für alle Ewigkeit.
Paulus und seine Begleiter haben in Thessalonich nicht nur einen Dienst getan, sie haben auch unter jenen Jungbekehrten gelebt. Wenn er schreibt: «Was wir unter euch waren», dann meinte er damit sein Leben und das Leben seiner Begleiter. In den Schriften des Apostels Paulus fällt auf, wie er die zwei Seiten immer wieder vor sich hatte: seinen Dienst für den Herrn und sein Leben mit Ihm.
Das müssen auch wir unterscheiden. Jeder von uns hat einen Dienst vom Herrn und für Ihn, und jeder von uns darf ein Leben mit dem Herrn leben. Wenn wir dies unterscheiden, trennen wir die zwei Seiten nicht voneinander, sondern verbinden sie. Das Leben muss in Übereinstimmung mit dem sein, was wir verkündigen.
«Was wir unter euch waren um euretwillen.» Es ging Paulus nicht um seine Person, sondern um die Thessalonicher. Ihnen hatte er gedient, und unter ihnen hatte er als treuer Christ gelebt.

Halte fest 2007

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