Der Blinddarm – ein Beweis, dass es keinen/einen Schhöpfer gibt?

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Er hat also nicht nur einen Zweck, sondern ist nicht nur beim Menschen vorhanden! Was lernen wir daraus?

24.08.2009 – Biologie
Rehabilitation eines verkannten Organs

Blinddarm-Wurmfortsatz kommt häufiger vor und ist älter als gedacht

Der Wurmfortsatz des Blinddarms, auch Appendix genannt, ist wohl doch mehr als ein kümmerlicher Überrest eines früher einmal funktionierenden Organs: Er kommt im Tierreich nicht nur viel häufiger vor als bislang angenommen, er existiert auch schon seit mindestens 80 Millionen Jahren und ist damit weit älter als gedacht. Das berichten US-Forscher, die nach den evolutionären Wurzeln des Blinddarm-Anhängsels gesucht und dazu die Wurmfortsätze bei verschiedenen Tieren verglichen haben. Erst vor zwei Jahren hatte das gleiche Team übrigens die Funktion des Wurmfortsatzes entdeckt: Er gewährt Darmbakterien während einer Durchfallerkrankung Zuflucht, so dass sie anschließend den Darm schnell neu besiedeln können. Dass der Mensch trotzdem ohne ihn leben kann, verdankt er vermutlich den extrem verbesserten hygienischen Bedingungen, schreiben die Wissenschaftler.

Im Lauf der Evolution wurde der Appendix mindestens zweimal erfunden, schließen William Parker und sein Team aus ihren Ergebnissen: einmal bei den australischen Beuteltieren und einmal bei einem der gemeinsamen Vorfahren von Ratten, Lemmingen, einigen anderen Nagern, vielen Primaten und dem Menschen. Schon das spricht ihrer Ansicht nach gegen die von Charles Darwin geäußerte These, der Appendix sei der verkümmerte Rest eines größeren Organs, das von mittlerweile ausgestorbenen Tieren für ihre Verdauung genutzt wurde. Auch eine weitere Tatsache lässt sich laut der Forscher nicht mit Darwins Idee in Einklang bringen: Viele Tiere besitzen auch heute noch einen großen, zum Verdauen genutzten Blinddarm und verfügen trotzdem über einen Appendix, wie etwa Lemuren, viele Nagetiere und eine Gleithörnchenart.

Darwin habe auch bei der Annahme geirrt, die häufig auftretende Entzündung des Wurmfortsatzes, meist fälschlich als Blinddarmentzündung bezeichnet, gehe auf ein fehlerhaftes Design des Organs zurück, erklären die Wissenschaftler. Ihrer Ansicht nach ist es vielmehr das heutzutage vor allem in den Industrieländern total unterforderte Immunsystem, das für die Entzündungen verantwortlich ist. „Die kulturellen Veränderungen haben unserem Immunsystem zu wenig Arbeit und zu viel freie Zeit beschert – ein Rezept für Ärger“, formuliert es Studienleiter Parker.

Da es in den Industrieländern dank der verbesserten Hygienebedingungen zudem kaum noch schwere Durchfallerkrankungen gibt, ist der Wurmfortsatz zumindest dort mittlerweile überflüssig geworden. Das könne erklären, warum Menschen zumindest in diesen Ländern problemlos ohne den Appendix überleben können, so die Forscher.

William Parker (Duke-Universität in Durham) et al.: Journal of Evolutionary Biology, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1111/j.1420-9101.2009.01809.x

ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

Thomas 25. August 2009 Wissenschaft Ein Kommentar Trackback URI Kommentare RSS

Ein Kommentar zu “Der Blinddarm – ein Beweis, dass es keinen/einen Schhöpfer gibt?”

  1. Thomasam 25. August 2009 um 14:41 Link zum Kommentar

    dazu passt auch der ebenfalls bei Wissenschaft.de gefundene Artikel:

    Antibiotika können Darmflora mehrere Monate lang stören

    Medikamente wirken sich länger auf Bakterien aus als bisher angenommen

    Die Behandlung mit Antibiotika verändert die Anzahl von etwa einem Drittel aller Darmbakterien. Zwar erholen sich die meisten Bakterienarten nach Abschluss der Therapie innerhalb von vier Wochen, bei einigen Arten ist jedoch auch nach sechs Monaten noch nicht wieder der Ausgangszustand erreicht. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Mitchell Sogin vom Marine Biological Laboratory in Woods Hole (USA), nachdem sie eine neue, besonders genaue genetische Analysemethode verwendet hatten. Die veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien könnte die Gesundheit in bisher noch unbekannter Weise über lange Zeit hinweg beeinflussen, berichten die Forscher.

    In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Stanford University (USA) analysierten die Biologen die Zusammensetzung der Darmbakterien von drei gesunden Erwachsenen, die fünf Tage lang das Antibiotikum Ciprofloxacin einnahmen. Mithilfe einer speziellen Methode zur Genanalyse konnten sie 3.300 bis 5.700 genetisch verschiedene Bakterienarten identifizieren. Mindestens ein Drittel dieser Arten wurde durch Ciprofloxacin dezimiert. Außerdem änderte sich auch die Zusammensetzung der verschiedenen Bakterienarten. „Bakterien, die vor der Behandlung in geringer Menge vorhanden waren, können häufiger anzutreffen sein, und Bakterien, die vorher am häufigsten vorkamen, können seltener vorhanden sein“, erklärt Sogin.

    Dies könnte sich möglicherweise auch längerfristig auf die Darmflora auswirken, vermuten die Wissenschaftler. Auch wenn die meisten Bakterienarten innerhalb von vier Wochen wieder ihren Ausgangszustand erreicht hatten, zeigten sich bei einigen Arten auch nach sechs Monaten noch Auswirkungen der Behandlung. Bei Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmbakterien könnte es leichter zu Krankheiten kommen, vermutet Sogin. Denn der menschliche Darm, in dem sich die größte bekannte Dichte von Bakterien findet, spielt eine wichtige Rolle bei der Ernährung, der Beseitigung von Krankheitserregern und der Steuerung des Immunsystems.

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