Monat: Juni 2022

„langsam lesen“

Die Söhne Jissraels taten weiter das in SEINEN Augen Böse,
sie dienten den Baalen und den Aschtarten,
Göttern Arams, Göttern Sidons, Göttern Moabs,
Göttern der Söhne Ammons und Göttern der Philister,
IHN verließen sie, dienten ihm nicht.
Buber & Rosenzweig – Richter 10,6

Und die Kinder Israel taten wiederum, was böse war in den Augen Jehovas, und sie dienten den Baalim und den Astaroth, und den Göttern Syriens und den Göttern Zidons und den Göttern Moabs und den Göttern der Kinder Ammon und den Göttern der Philister; und sie verließen Jehova und dienten ihm nicht.
Elberfelder 1871 – Richter 10,6

Die Israeliten taten weiterhin das Böse vor dem Herrn und verehrten die Baals-Schanden und die Astarthen und die Götter Sidons und die Götter Moabs und die Götter der Ammoniter und die Götter der Andersstämmigen und verließen den Herrn und dienten ihm nicht.
Septuaginta Deutsch – Richter 10,6

Beim Aktivgottesdienst sind wir nun im Bibelbuch Richter. Das Kapitel fängt ja ziemlich „langweilig“ an – zwei Richter werden nur kurz mit Name und Dauer ihres Amtes genannt. Schnell weiter gelesen – oder? Nun wir besprachen gestern, dass du und ich schon froh sein können, wenn wir nur in ein paar Zeilen in Gottes Buch „notiert worden sein sollten“ – weil wir anders waren, als unsere Umwelt. Und genau das war es ja, was diese Männer auszeichnete. Und durch ihr „anders sein“ wurden ihre Namen in Gottes Wort der Bibel „verewigt“.
Und dann kommt ein Vers, den wir wirklich verstehen müssen, um dann alles weitere in Richter aber auch die Zeit der Könige zu verstehen: Gottes Volk nahm zum wiederholten Male die „falsche Anbetung“ auf! Und zwar „so richtig“!

Das Böse, wie Gott es beurteilt, könnte zwar mit den Geboten zwei bis zehn umschrieben werden, aber die Sünden aufzuzeigen, wäre oberflächlich. Denn es geht um eine viel tiefere Sünde, die dann zu den einzelnen Taten führt: der Abfall von Gott – sie dienten den Baalen und den Astarten. Israel hat das natürlich bestritten. Sie hätten nur das, was in allen Religionen gleich sei – Was denn? – übernommen. Warum solle man nicht aus dem Baalskult Gutes übernehmen? Was sei gegen einen Gottesdienst im Freien einzuwenden? Warum solle man nicht auch einmal mit den Angehörigen anderer Religionen gemeinsam einen Gottesdienst feiern und gemeinsam beten? Was unter dem modernen Stichwort »Ökumene der Religionen« gelehrt wird, kommt in die fatale Nähe dessen, was Israel damals tat, und was von Gott schärfstens verurteilt wurde. Nur sah weder damals noch heute der »Durchschnitts-Gläubige« das als Unrecht an. Was ist schon dabei?
Baale (s. 2,11) und Astarten (s. 2,13) haben nun einmal eine andere Ethik, die lustorientierte, nicht zuletzt in bezug auf das Sexualleben. Warum sollte man in Israel sich unnötige Beschränkungen auf erlegen? Man hat sicher damals wie heute Gottes Willen entsprechend den anderen Religionen umgedeutet – warum sollte man nur an einen männlichen Gott glauben? Kommt nicht im biblischen Glauben das Mütterliche zu kurz? Aber zu keiner Zeit will Israel, des Alten wie des Neuen Bundes, die Religions Vermischung wahrhaben oder als Unrecht erkennen.

Wuppertaler Studienbibel

Ja, bei diesem Vers müssen wir uns „leider“ mal anschauen, was diese Götter ausmachte, was diese Götter „wollten“, was „man tat, um diese zu feiern“ usw.
Da waren also ein paar Götter, die Unmoral und Sexorgien, Saufgelage und vieles mehr förderten, dann haben wir einige Götter, die das „Abschlachten“ bei „sportlichen Spielen“ förderten.
Wir haben oft den Gedanken gehört, dass wir in einer Zeit leben würden, wo so etwas neu wäre – aber Nein! – seit der Zeit nach der Sintflut hat sich nicht viel geändert: was damals in Tempeln stattfand, kam später ins Colosseum und ist heute in unserem Fernseher zu finden – aber die Art „sich zu unterhalten“ hat sich nicht wirklich verändert.
Und wie damals – so auch heute – „verkauft uns Jehovah in die Hand der Feinde“ (Vers 7) – was ja nicht mehr bedeutet, als dass Er Seinen Schutz wegnimmt, und wir das „Leid“ erfahren, dass wir uns „mühsam erarbeitet haben“ um nicht zu sagen „verdient haben“.

Gott duldet nicht, entehrt zu werden. Wer sich anderen Göttern zuwendet, der muß sehen, wohin er kommt. Gott verkaufte sie, wie man Sklaven verkauft, oder anders ausgedrückt: Gott läßt seinem Volk den Willen. Wenn sie sich den heidnischen Göttern anvertrauen, sollen sie auch erfahren, wohin das führt: in die Sklaverei anderer Völker.

Wuppertaler Studienbibel

Was passiert, wenn Jehovah Seinen Schutz wegnimmt, kennen wir bestimmt alle aus eigenen Erfahrungen? Wenn Probleme und Sorgen, Krankheit und Streß unseren Alltag „zerfressen“. Und wir sehen, in den kommenden Versen, wie Gottes Volk reagiert: es schreit zu Jehovah – genau wie wir es dann machen, wenn uns „das Wasser bis zum Hals steht“.
Aber warum wenden wir uns denn erst von Jehovah ab? Warum bleiben wir nicht gleich an seiner Hand??

Thema oder Auslegung?

Ich las in den vergangenen Tagen ein Buch über Gemeinde und was „gesunde Gemeinde“ ausmacht.
Der dort als wichtigster Punkt genannte Prüfungspunkt lautet:
Auslegungspredigt oder Themenpredigt.
Themenpredigt kennen wir ja alle – der Vortragsredner hat ein Thema und sucht sich dazu alle Bibelstellen aus Gottes Wort heraus. Oder bei religiösen Zeitschriften : Thema – und alles dreht sich um dieses Thema. Und ja, so kann man „alles biblisch“ erklären – denn die Bibelstellen werden so herausgesucht, dass es so scheint, als wären die Verse wirklich ein guter Grund, das Thema so und nicht anders zu sehen.
Auslegungspredigt ist da schon schwerer: man liest ein Kapitel – und legt es aus – und o! das kann Schwierigkeiten gereiten – und sogar das eigene Glaubensgebäude mächtig durcheinander bringen!

Auslegungspredigt ist die Predigt im Dienst am Wort Gottes. Sie setzt den Glauben an die Autorität der Bibel voraus – dass die Bibel tatsächlich Gottes Wort ist; doch sie ist noch viel mehr als das. Der Wille zur Auslegungspredigt ist der Wille, Gottes Wort zu hören – nicht bloß zu bejahen, dass es Gottes Wort ist, sondern sich auch tatsächlich diesem zu unterstellen. Den Propheten im Alten Testament und den Aposteln im Neuen Testament wurde nicht ein persönlicher Auftrag erteilt, hinzugehen und zu predigen, sondern ihnen wurde eine konkrete Botschaft mitgegeben. So haben auch heute christliche Prediger nur soweit die Autorität, von Gott zu sprechen, wie sie seine Botschaft predigen und seine Worte entfalten. So redegewandt manche Prediger auch sein mögen: Prediger haben nicht bloß den Auftrag, hinzugehen und zu predigen. Sie haben den ausdrücklichen Auftrag, hinzugehen und das Wort Gottes zu predigen. Das ist es, was den Predigern zu predigen geboten ist.
Viele Pastoren akzeptieren bereitwillig die Autorität des Wortes Gottes und bekennen ihren Glauben an die Irrtumslosigkeit der Bibel; doch wenn sie in der Praxis nicht regelmäßig Auslegungspredigten halten, dann bin ich überzeugt, dass sie nie mehr als das predigen werden, was sie zu Beginn der ganzen Übung schon wussten. Ein Prediger kann einen Bibeltext nehmen und die Gemeinde über ein Thema lehren, das wichtig ist, das aber gar nicht der Aussage des jeweiligen Bibeltextes entspricht. Sie selbst können in diesem Moment Ihre Bibel nehmen, die Augen schließen, sie auf einer beliebigen Seite aufschlagen, mit dem Finger auf einen Vers zeigen, die Augen öffnen, den Vers lesen und daraus großen Segen für Ihre Seele ziehen, aber Sie werden dadurch nicht unbedingt das erfahren, was Gott durch diesen Bibeltext eigentlich sagen wollte.

Wenn wir uns bewusst vornehmen, einen Bibeltext in seinem Kontext, in einer Auslegungspredigt zu verkündigen – das heißt, als Hauptaussage der Botschaft die Aussage des Bibeltextes zu nehmen –, dann sollten wir von Gott Dinge hören, mit denen wir nicht gerechnet hatten, als wir den Text zu studieren begannen. Gott überrascht uns manchmal. Und ist das nicht genau das, was es, angefangen mit unserer Bekehrung bis hin zur letzten Sache, die uns der Heilige Geist gerade gelehrt hat, heißt, Christ zu sein? Stellen Sie nicht immer wieder fest, dass Gott Sie herausfordert und Dinge sagt, über die Sie vor einem Jahr nie nachgedacht hätten, wenn er beginnt, die Wahrheit Ihres Herzens und die Wahrheit seines Wortes ans Licht zu bringen? Jemanden mit der geistlichen Leitung einer Gemeinde zu beauftragen, der nicht im praktischen Leben den festen Willen an den Tag legt, Gottes Wort zu hören und zu lehren, heißt, das Wachstum der Gemeinde zu hemmen und ihr im Wesentlichen nur gestatten, bis zur Ebene des Pastors zu wachsen. Die Gemeinde wird sich nach und nach eher dem Denken des Pastors annähern als den Gedanken Gottes. Doch was wir wollen, wonach uns als Christen verlangt, sind Worte Gottes. Wir wollen in unserer Seele hören und wissen, was er gesagt hat.

9 Merkmale einer gesunden Gemeinde – 3L Verlag

„So sorgte Gott dafür, … gerächt wurde“

Und so brachte Gott die Bosheit Abimelechs, die er an seinem Vater verübt hatte, indem er seine siebzig Brüder ermordete, auf ihn zurück.
Elberfelder 1871 – Richter 9,56

So vergalt Gott dem Abimelech das Böse, das er seinem Vater angetan hatte, als er seine siebzig Brüder tötete. Desgleichen alle bösen Taten der Männer von Sichem vergalt ihnen Gott auf ihren Kopf, und es kam über sie der Fluch Jotams, des Sohnes Jerubbaals.
Luther 2017 – Richter 9,56–57

Heimkehren ließ Gott die Bosheit Abimelechs, die er an seinem Vater tat, seine siebzig Brüder umzubringen, und all die Bosheit der Männer von Sichem ließ Gott auf ihr Haupt kehren.
Über sie kam die Verwünschung Jotams, des Sohns Jerubbaals.
Buber & Rosenzweig – Richter 9,56–57

Carma? Kommt alles auf mich zurück, was ich je gemacht habe??

Gestern im Aktivgottesdienst das 9.Kapitel im Bibelbuch Richter:

Der Erzähler berichtet hier von der göttlichen Vorhersehung hinter der Zerstörung Sichems und dem Tod Abimelechs: Gott vergalt die Bosheit, die Abimelech gegen Gideon und seine Familie verübt hatte; Gott ließ die Männer von Sichem für all ihre Bosheit bezahlen. So ging der Fluch Jotams, des Sohnes Gideons, in Erfüllung (vgl. V. 20 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Die letzten Verse beweisen die Wahrheit, dass Gott sich nicht spotten lässt: „Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten“ (Gal 6,7.8a). Abimelech und die Bürger von Sichem haben das erfahren. Es ist eine Warnung, die auch zu jedem von uns spricht.

Ger de Koning – Das Buch Richter

Das Gericht Gottes ist letztlich, daß die in Bewegung gesetzte Macht des Unrechts auf den Täter zurückfällt. Gott ist Herr der Geschichte und schaut nicht ohnmächtig den Brutalen zu. So muß auch auf Umwegen geschehen, was Gott will: die Vertreibung der Kanaaniter aus dem heiligen Land: Sichem geht als kanaanäische Stadt unter und wird als israelitische wieder auf gebaut.

Wuppertaler Studienbibel

Im Moment seines Todes ist Abimelech darauf bedacht, seinen Ruf zu retten, denn er glaubt, dass er entehrt würde, wenn man sagen könnte, dass eine Frau ihn getötet hat.

I. Das ANSEHEN BEI DEN MENSCHEN WIRD MANCHMAL HÖHER EINGESCHÄTZT ALS DIE UNSCHULD VOR GOTT. Abimelech ist besorgt um die Meinung der Welt, das Urteil Gottes ist ihm egal. Er kümmert sich darum, was man über ihn sagen wird, und nicht darum, was er wirklich ist. Er stirbt nach einem höchst gottlosen Leben, aber er denkt nicht an seine böse Natur und seine abscheulichen Untaten, sondern nur an seinen Ruhm. So sehen wir immer wieder Menschen, die viel mehr damit beschäftigt sind, einen schönen Schein zu wahren, als ein wahres Leben zu führen. Doch wie hohl ist dieses Streben! Nach unserem Tod ist es uns egal, was die Menschen sagen, aber alles hängt davon ab, was Gott tun wird. Der zukünftige Zustand eines Menschen hängt nicht vom Glanz des Ruhmes ab, den er in dieser Welt hinterlässt, sondern von der Art der Offenbarung, die über sein Leben in der anderen Welt gemacht wird. Ein Epitaph ist kein Pass in den Himmel.

II. Das ANSEHEN UNTER DEN MENSCHEN WIRD OFT DURCH EINEN FALSCHEN MAßSTAB BESTIMMT. Abimelech weiß, dass seine Missetaten im ganzen Land bekannt sind, aber er schert sich nicht um das Urteil der Menschen darüber, sondern um ihre Meinung über den Unfall, der seinen Tod verursacht hat. Er sieht keine Schande in Grausamkeit und Verrat, aber große Schande im Tod durch die Hand einer Frau. Der Ehrenkodex unterscheidet sich vom Kodex des göttlichen Gesetzes. Die öffentliche Meinung wird zu sehr von künstlichen Verdiensten und oberflächlichen Äußerlichkeiten geprägt. So wird Feigheit im Allgemeinen als schändlicher empfunden als Grausamkeit; dabei ist es mindestens genauso schlimm, nicht gerecht und großzügig zu sein, wie nicht mutig zu sein. Die Menschen denken im Allgemeinen mehr an männliche Vorzüge als an heilige Gnaden. Beide sind gut, aber die erste Verpflichtung liegt bei der christlichen. Zu den christlichen Pflichten, die die Menschen aus Rücksicht auf ihr weltliches Ansehen im Vergleich zu den niedrigeren Pflichten vernachlässigen, gehören: (1) Reinheit der Menschen, (2) Demut, (3) Vergebung von Verletzungen, (4) Nächstenliebe.

Bishof von Bath und Wells – Kanzelkommentar Richter

Sei dir sicher, dass deine Sünde dich finden wird. Wir leben unter der Herrschaft Gottes, und obwohl viele Dinge in der Welt geschehen, die uns nach der Theorie von Gottes gerechter Herrschaft über die Menschheit seltsam und unerklärlich erscheinen, müssen wir nur geduldig sein und unvoreingenommen auf das Ende der Dinge achten, um durch viele unfehlbare Beweise zu sehen, dass Gott denen, die reinen Herzens sind, wohlgesonnen ist, und dass das Ende der Gottlosen darin besteht, dass sie umkommen werden. Wir können es uns auch nicht leisten, die Beweise für Gottes gerechtes Urteil zu verlieren. Die unmittelbare Gegenwart füllt einen so großen Raum in unserem Blickfeld aus; gottlose Fröhlichkeit, erfolgreiche Bosheit, blühende Ungerechtigkeit, kühne Lästerung, die Triumphe der Sünde, die Belohnungen der Selbstsucht, die Straffreiheit böser Leiber zeigen sich so ostentativ in der Welt, dass die Schritte unseres Glaubens an Gott leicht entgleiten könnten, wenn wir uns nicht ständig die Lektionen vor Augen hielten, die uns die Vorsehung ebenso wie das Wort Gottes lehrt. Man kann mit Sicherheit behaupten, dass der gesamte Lauf dieser Welt dem unvoreingenommenen Beobachter immer wieder beweist, dass „der Weg der Übeltäter hart ist“ und dass „es keinen Frieden für die Gottlosen gibt“, während im Gegenteil „der Weg der Gerechten wie ein helles Licht ist, das immer mehr leuchtet bis zum vollkommenen Tag“. Es ist richtig, dass dieser Beweis von Zeit zu Zeit von rätselhaften Phänomenen anderer Art durchkreuzt und in seinem Fluss aufgehalten wird. Aber so wie die Ebbe oder Flut scheinbar durch einzelne Wellen unterbrochen wird, die ihren erwarteten Platz über- oder unterschreiten, und dennoch stetig zurück- oder vorrücken; oder wie die Temperatur des fortschreitenden Frühlings eine Zeit lang sinkt oder die des fortschreitenden Herbstes steigt, und dennoch ein sicherer Fortschritt in Richtung Sommerhitze oder Winterkälte gemacht wird, so ist es mit dem gerechten Gericht Gottes. Unter ihm schreiten die Gerechten trotz scheinbarer Ausnahmen und vorübergehender Umwege auf dem Weg des Friedens voran, und die Gottlosen ziehen eine gerechte Strafe auf sich. Richte deine Augen auf diese Wahrheiten und beobachte, wie sie sich im täglichen Leben der Menschen vor deinen Augen auswirken und wie sich der Werdegang der Nationen in der Geschichte abzeichnet. Sieh, wie die Sünden der Menschen immer wieder auf die unerwartetste Weise und zu den unerwartetsten Zeiten aufgedeckt werden. Beobachte, wie böse Taten, die damals ungestraft blieben, ja sogar scheinbar erfolgreich waren, vom Täter vergessen wurden und er dachte, sie seien für immer vergessen, dennoch zu ihm zurückkehren, ihm im Weg stehen, ihm ein Dorn im Auge sind, seine Hoffnungen zunichte machen, seine Pläne durchkreuzen, tödliche Folgen haben und einen dunklen Schatten auf sein Leben werfen.
…. Beobachte, wie es in der Natur der Sache liegt, dass die Bosheit dazu neigt, ihre eigenen Ziele zu vereiteln und Leid über diejenigen zu bringen, die Böses tun. Die erfolgreiche Lüge, wenn sie aufgedeckt wird, erzeugt Misstrauen und Verdacht bei allen, mit denen ein Mensch zu tun hat. Eine blutige Gewalttat erweckt Hass und Abscheu in den Herzen derer, die davon wissen. Der Akt skrupelloser Macht weckt Angst, Eifersucht und Groll in den Betrachtern. Das Unrecht der Frauen ruft Rächer unter den Männern auf den Plan. Der Geiz, der plündert und den Besitzern ihre Schätze entreißt, hinterlässt einen Stachel des Grolls; und wenn ein Mensch sich mit Misstrauen und Argwohn, mit Hass und Abscheu, mit Neid und Eifersucht, mit Missgunst und wütender Rache umgeben hat, wo bleibt dann noch Raum für den glücklichen Genuss eines ruhigen Besitzes? Seine Sünde findet ihn mitten in seinem Erfolg, und er erntet, was er gesät hat; so sehen wir in der Wirkung der Naturgesetze, die Recht und Unrecht bestimmen, das gerechte Urteil Gottes. Auf den wunderbaren Seiten der Heiligen Schrift werden diese natürlichen Lehren mit einer Klarheit und Eindringlichkeit veranschaulicht, die in keiner anderen menschlichen Schrift zu finden ist. Sie gipfeln in der Ankündigung des kommenden Tages des Gerichts, an dem Gott jeden Menschen nach seinen Werken belohnen wird. Die beobachteten Tendenzen von Gut und Böse werden dann voll bestätigt werden. Jedes Werk wird dann seinen angemessenen Lohn erhalten: Alle Ungleichheiten werden beseitigt, die vorübergehenden Ausnahmen werden verschwinden, das gerechte Verfahren wird in vollem Umfang gerechtfertigt sein. Vor dem vollen Gericht des Himmels und der Erde wird Gott sich als gerechter Richter erweisen, wenn alle Menschen vor dem Richterstuhl Christi stehen werden. Die Flut, die die Welt der Gottlosen ertränkte, die erste, die die Städte der Ebene verbrannte, das elende Ende des Tyrannen Abimelech, die Hunde, die das Blut Ahabs am Weinberg Naboths leckten, die Flammen, die den Tempel in Jerusalem verzehrten, und die Beispiele, die uns jeden Tag von Schande und Leid, die aus Sünde entstehen, vor Augen geführt werden, sind nichts anderes als prophetische Stimmen, auf die wir gut hören sollten und die die Ankündigung des großen und schrecklichen Tages im Wort Gottes bestätigen, an dem Gott die Geheimnisse der Menschen durch Jesus Christus richten und jeden Menschen nach seinen Werken belohnen wird.

Bishof von Bath und Wells – Kanzelkommentar Richter

Taberah

Und es geschah, als das Volk sich beklagte, daß es übel war in den Ohren Jehovas; und als Jehova es hörte, da erglühte sein Zorn, und ein Feuer Jehovas brannte unter ihnen und fraß am Ende des Lagers.
Und das Volk schrie zu Mose; und Mose betete zu Jehova, da legte sich das Feuer. Und man gab selbigem Orte den Namen Tabhera, (Brand) weil ein Feuer Jehovas unter ihnen gebrannt hatte.
Elberfelder 1871 – Numeri 11,1–3

DAS Volk aber murrte vor den Ohren des Herrn über Not. Als der Herr dies hörte, entbrannte sein Zorn, und das Feuer des Herrn loderte auf wider sie und verzehrte das Ende des Lagers. (a) 2Mo 16:2; 3Mo 10:2; 4Mo 16:35 Da schrie das Volk zu Mose, und Mose betete zum Herrn; da erlosch das Feuer. Daher nannte man jenen Ort Thabera, weil das Feuer des Herrn wider sie aufgelodert war. (1) d.i. Brandstätte.
Zürcher 1931 – 4.Mose 11,1–3

Und das Volk klagte über Not vor den Ohren Jehovas, und Jehova hörte es, und sein Zorn ergrimmte, und es brannte unter ihnen ein Feuer Jehovas, und fraß am Ende des Lagers.
Da schrie das Volk zu Mose, und Mose betete zu Jehova, da legte sich das Feuer.
Und man nannte den Namen des Ortes Tabeera (Feuersbrunst), weil ein Feuer Jehovas unter ihnen brannte.
de Wette Bibel – 4 Mose 11,1–3

Sind wir nicht manchmal genauso? Ständig unzufrieden mit dem was wir doch haben?!?
Ein großer Teil der jetzt auf der Erde lebenden Menschen haben viel viel weniger, als du und ich – und trotzdem sind wir unzufrieden??? Echt? Wie wird wohl Jehovah, der auch den Mangel der vielen sieht, auf unsere Wünsche reagieren??

in 4.Mose 11 wird uns die Rebellion des Volkes erzählt, kurz nachdem sie den Berg Sinai in das Gelobte Land verlassen hatten (Num. 11:1). Anstatt mit Freude ihr versprochenes Erbe vorwegzunehmen, wurden die Menschen jedoch unzufrieden und gelangweilt mit der Aussicht auf die vor ihnen gelegene Reise.

Der Sefat Emet bemerkte, dass sie kurz nachdem die Leute sich beim HERRN beschwert hatten, ein „starker Verlangen“ ( הִתְאַוּוּ תַּאֲוָה), was auf Hebräisch buchstäblich bedeutet, dass sie „nach einem Verlangen verlang Mose konnte den Wunsch des Volkes nach Nahrung und Wasser ertragen, aber als sie begannen, ihre Verlangen aktiv zu kultivieren, nach dem imaginären „freien Fisch“, den sie in Ägypten genossen (Num. 11:5), begann er zu erkennen, dass das Problem tiefer war, ein matt r des Herzens… Moses verstand, dass das, was das Volk wirklich wollte, unmöglich war, da es darum ging, zu verleugnen, wer es als Gottes erlöstes Volk war Es ging doch nicht darum, „Fleisch“ zu essen zu wollen, sondern eher nach dem Verbotenen zu hungern, begehren zu wollen usw.

Wünsche zu erschaffen, ein Gefühl der Entbehrung zu erzeugen und sich selbst als Opfer zu sehen, ist eine tödliche Krankheit des Geistes, eine Krankheit der Seele. Es ist ein „Brennen“ (d.h. Taberah: תַּבְעֵרָה), das den inneren Frieden zerstört (Num. 11:3). Möge Gott uns helfen zu verstehen und zu suchen, was wirklich wichtig ist; möge er uns von der Selbstzerstörung befreien; und möge er uns helfen, mit dem Manna zufrieden zu sein, das er liefert. Amen. Amen.

Hebräisch für Christen

Gegen Götzendienst berufen …

Und Gideon machte einen Leibrock daraus und setzte ihn in seine Stadt zu Ophra. Und ganz Israel trieb damit Abgötterei daselbst, und er geriet Gideon und seinem Hause zum Fall.
Luther 2001 – Richter 8,27

Gideon fertigte aus dem Gold eine Götzenstatue an und stellte sie in seiner Heimatstadt Ofra auf. Sie wurde ihm und seiner Familie zum Verhängnis. Ganz Israel betete die Statue an und brach damit dem Herrn die Treue.
Hoffnung für alle – 1996 – Richter 8,27

Gideon ließ dann daraus einen kostbaren Ephod -der «Ephod» ist nach 2 Mo. 28,6 das Schulterkleid des Priesters. Bisweilen wird aber damit auch ein Abbild Gottes (also ein Götzenbild) bez., das mit einem solchen Priestergewand bekleidet wurde. – anfertigen und stellte diesen in seinem Wohnort Ophra auf; und ganz Israel trieb dort Abgötterei mit ihm, so daß er für Gideon und sein Haus zum Fallstrick wurde. 
Hermann Menge Übersetzung – 1926 – Richter 8:27

Gideon – von Jehovah persönlich berufen den Baalsaltar in seiner Heimat zu zerstören – kommt auf eine wahnswitzige Idee…

Gideon nützt das Gold für ein Efod. Das ist sonst ein Behälter für die heiligen Loseu. Hier muß es ein Gußbild sein (17,5; 8,14.17f.20; Hos 3,4), wie wir es aus Hazor kennen (dort wurde ein bronzener sitzender Kriegsgott gefunden). Goliats Schwert lag hinter dem Efodv.
Was hatte sich Gideon dabei gedacht? Nahm er den Teil der Beute einschließlich des Anteils, der Gott gebührtw, um Gott ein Denkmal zu setzen, ganz wie es bei den Heiden üblich ist, ohne an das zweite Gebot nach biblischer Zählung zu denken und zu ahnen, daß Israel solch eine bildliche Darstellung Gottes mißbraucht?
Ganz Israel stellte sich bei diesem Gußbild Gott vor und identifizierte es mit Baal. So wurde die ganze Liebe, die nur für Gott da sein soll, auch auf den heidnischen Baal verschwendet, d.h. Israel hurte (vgl. 2Mo 31,1ff). Er, der einst angefangen hatte mit der Zerstörung des väterlichen Baalsheiligtums (6,25–32), macht jetzt das gleiche. Der vorbildlichste Richter ist doch nicht der wahre Retter. Gott selbst muß kommen, um zu retten.

Wuppertaler Studienbibel

Machte ein Efod daraus – Das Efod war ein heiliges Gewand, das der Hohepriester trug. Seine Form wird in 2. Mose 28,6-12 beschrieben, siehe Notizenund auch Hinweis und in Matt. 26:3. Es gibt keinen hinreichenden Grund für die Annahme, dass das Ephod hier ein Götzenbild oder eine Götterstatue bedeutet (wie Gesenius), und auch nicht, dass Gideon ein neues Heiligtum in Ophrah errichtete und neben dem Ephod ein Götzenbild und Teraphim anfertigte, wie es Micha tat, Kap. 7:4, 5. Gideon fertigte aus der Beute der Midianiter ein prächtiges Efod an, das wahrscheinlich in jeder Hinsicht dem Efod des Hohenpriesters glich, wie es in Exodus 28,6-12 beschrieben wird. Es war wahrscheinlich durch und durch mit goldenen Fäden gearbeitet oder gewebt und mit Edelsteinen geschmückt und hatte vielleicht auch einen Brustpanzer, der mit Ketten und Ringen befestigt war, wie das Efod des Hohenpriesters. Siehe 2. Mose 28,15-29. Es ist nicht notwendig, anzunehmen, dass das gesamte Gold für die Herstellung des Efods verwendet wurde; denn neben dem Betrag, der für das Kleidungsstück selbst erforderlich war, musste auch eine ausreichende Summe für die Bezahlung der Arbeit und den Kauf der Edelsteine bereitgestellt werden.

Was bezweckte Gideon mit der Anfertigung dieses kostspieligen Prunkstücks? In erster Linie wollte er seine Heimatstadt durch den Besitz dieses prächtigen Gewandes auszeichnen, das natürlich ein Wunder für das Volk sein und bewundernde Blicke auf sich ziehen würde. Außerdem wollte er auf diese Weise die Beute seines großen nationalen Sieges scheinbar einem religiösen Zweck weihen. Neben der Bundeslade gehörte das Obergewand des Hohenpriesters zu den heiligsten Dingen, die mit der Anbetung Israels verbunden waren. Aber wir dürfen nicht annehmen, dass Gideon beabsichtigte, den Götzendienst in Israel einzuführen oder dieses Efod als Gegenstand der Verehrung aufzustellen. Vieles spricht für Keils Vermutung, „dass Gideon selbst das Efod anlegte und es als Priester trug, wenn er den Willen des Herrn erforschen und lernen wollte. Es ist auch möglich, dass er dem Herrn auf dem Altar opferte, der in Ophrah errichtet wurde. Kap. 6:24. Der Keim seines Irrtums lag darin, dass das Hohepriestertum in den Augen des Volkes wohl wegen der Wertlosigkeit seiner Vertreter seinen Wert verloren hatte, so dass sie den Hohenpriester nicht mehr als einziges oder wichtigstes Medium der göttlichen Offenbarung ansahen; und deshalb konnte Gideon, dem der Herr sich direkt offenbart hatte, wie er es seit der Zeit Josuas keinem Richter oder Anführer des Volkes mehr getan hatte, annehmen, dass er nicht gegen das Gesetz verstieß, als er ein Efod anfertigen ließ, um den Willen des Herrn zu erfragen. Seine Sünde bestand also vor allem darin, dass er in die Vorrechte des aaronischen Priestertums eingriff, das Volk von dem einen rechtmäßigen Heiligtum abzog und damit nicht nur die theokratische Einheit Israels untergrub, sondern auch den Rückfall des Volkes in die Anbetung Baals nach seinem Tod begünstigte.“ Auch die später von Jerobeam eingeführte Kälberanbetung diente nicht dazu, den Götzendienst einzuführen, sondern erwies sich für Israel als Fallstrick. Anmerkung, 1 Könige 12:26. Er stellte es in seiner Stadt auf – Er behielt es dort als Trophäe seines Sieges und als ein Mittel, durch das er sich einbildete, den Herrn zu befragen. Ganz Israel ging dorthin – Sie wurden durch das schlechte Beispiel des großen Erlösers verführt. Derjenige, der die Anmut und Bescheidenheit hatte, Krone und Thron abzulehnen, verdirbt ein Volk durch sein schlechtes privates Beispiel. Er will nicht über das Volk herrschen, aber er dringt in das heilige Vorrecht der Priesterschaft ein. Eine Hure – eine Metapher, die sich auf das schändliche Verhalten einer treulosen Ehefrau bezieht, die, nachdem sie ihrem Ehemann Liebe und Treue geschworen hat, ihr Gelübde vergisst oder bricht und unerlaubten Geschlechtsverkehr mit anderen Männern hat. Mit diesem Bild stellen die heiligen Schriftsteller oft die Götzendienste Israels dar. Wurde zu einer Schlinge – eine Falle, die sie unvorbereitet traf. Sie hatten nichts Böses vor, aber durch vorsätzliche und offene Vernachlässigung des Gesetzes fielen sie in den Götzendienst wie in eine Schlinge.

D.Steele – Kommentar das alte Testament

Gideon nahm das Gold, das er erhielt, und machte einen Efod, den er in seiner Stadt Ofra aufstellte . Was auch immer Gideon damit bezweckte, das Volk betete jedenfalls diesen Efod an und er wurde Gideon und seiner Familie zum Fallstrick . Wie dieser Efod ausgesehen haben mag, ist nicht sicher. Es ist vielleicht nach dem kurzen Kleidungsstück, das der Hohepriester trug, benannt worden ( 2Mo 28,6-30;39,1-21; 3Mo 8,7-8 ). Doch anstatt als Kleidungsstück getragen zu werden, wurde Gideons goldener Efod offensichtlich aufgerichtet und zu einem Götzen gemacht. Er mag sich in irgendeiner Weise die Funktion des Priesters angemaßt und/oder einen gegensätzlichen Anbetungsort zur Stiftshütte begründet haben. Am Ende scheint Gideon doch zu der synkretistischen Gesellschaft zurückgekehrt zu sein, aus der ihn Gott herausgerufen hatte, um Israel zu befreien.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

In Vers 27 geht es um das Ephod: Und Gideon machte ein Efod daraus. Es gibt drei Möglichkeiten, worum es sich dabei gehandelt haben könnte.
Erstens könnte es sich um ein Gewand nach dem Muster des hochpriesterlichen Efods mit einem ungewöhnlichen Maß an Goldverzierungen gehandelt haben.
Zweitens könnte es sich um eine Nachbildung des hochpriesterlichen Gewandes aus reinem Gold gehandelt haben.
Drittens könnte es sich um ein freistehendes Bild handeln, das mit dem goldenen Efod umhüllt war.

Unabhängig davon, um welche dieser drei Möglichkeiten es sich handelte, ist eines klar: Zum ersten Mal im Buch der Richter war es ein Richter, der begann, den Götzendienst zu fördern. Außerdem führte Gideon ihn in seiner Stadt ein, sogar in Ophrah, mit zwei verheerenden Folgen. Erstens, so heißt es im Text, ging ganz Israel dort der Hure nach; Ophrah wurde zum Zentrum der Götzenanbetung. Zweitens wurde das Efod zu einer Falle für Gideon und sein Haus. Er wurde zu einer Falle, weil seine Sünde aus zwei Dingen bestand: Erstens nahm er die Rolle eines Priesters an, und zweitens errichtete er ein Zentrum der Anbetung außerhalb der Stiftshütte, die sich in Silo befand. Seine Sünde bestand darin, dass er sich in die Vorrechte des Aaronischen Priestertums einmischte und das Volk von dem einen auserwählten Heiligtum wegzog. Damit untergrub Gideon nicht nur die theokratische Einheit Israels, sondern lieferte auch den Anlass für den Rückfall in die Baalsanbetung nach seinem Tod. Gideon mag das Efod angelegt und als Priester getragen haben, als er den Willen Gottes erforschen und erfahren wollte, oder vielleicht, als er auf dem Altar opferte, der in Ophrah errichtet worden war (siehe 6,24). Das Efod wurde für Gideon aus den oben genannten Gründen zu einer Falle und für sein Haus, weil es letztlich dazu führte, dass alle seine Söhne bis auf zwei getötet wurden, von denen einer später im Kampf starb.

Arnold Fruchtenbaum – Richter

Auch ein guter Grund führt IMMER zur Trennung von Jehovah – wenn es nicht die direkte Anbetung zu Jehovah ist – und die persönliche Beziehung zu Jehovah pflegt. Jede kleine religiöse Anbetung, die auf Gegenstände oder Menschen anstatt auf Jehovah abzielen – führen immer von Jehovah weg.

Traum vom Gerstenbrot

Und Gideon kam, und siehe, ein Mann erzählte seinem Genossen einen Traum und sprach: Siehe, ich habe einen Traum gehabt; und siehe, ein Laib Gerstenbrot rollte in das Lager Midians; und es kam bis zum Zelte (Wahrsch. das Zelt des Heerobersten) und schlug es, daß es umfiel, und kehrte es um, das Unterste zu oberst, und das Zelt lag da.
Elberfelder 1871 – Richter 7,13

Und Gedeon ging hinein, und siehe, ein Mann berichtete seinem Nachbarn das (folgende) Traumbild und sagte: Siehe, das Traumbild, das mir im Schlaf erschienen ist, siehe: Ein Laib Gerstenbrot, der durch das Lager von Madiam rollte, kam bis zum Zelt von Madiam, traf es und zerstörte es, und das Zelt fiel zusammen. Und sein Nachbar antwortete und sagte: Dieser (Laib) ist nichts (anderes) als das Schwert Gedeons, des Sohnes des Joas, des Israeliten; der Herr hat Madiam und das ganze Lager in seine Hand gegeben.
Septuaginta Deutsch – Richter 7,13–14

Gidon kam,
da erzählte eben ein Mann seinem Genossen einen Traum, er sprach:
Da hab ich einen Traum geträumt,
da, eine Scheibe Gerstenbrots wälzt sich ins Lager Midjans,
sie kam bis ans Zelt und schlug dran, fiel hinein,
sie wälzte es nach oben um, hingefallen lag das Zelt.
Sein Genosse antwortete ihm, er sprach:
Das ist nichts andres als das Schwert Gidons Sohns Joaschs, des Mannes Jissraels,
in seine Hand hat Gott Midjan und all das Lager gegeben!
Es geschah, als Gidon die Erzählung des Traums und seine Auslegung hörte:
er warf sich nieder,
kehrte ins Lager Jissraels zurück und sprach:
Auf, denn ER hat in eure Hand Midjans Lager gegeben!
Buber & Rosenzweig – Richter 7:13–15

Ich träumte einen Traum – Träume waren schon immer Gegenstand seltsamer Spekulationen, und die Heilige Schrift bietet uns verschiedene und einige wunderbare Beispiele für Träume. Vergleiche 1. Mose 20:3; 28:12; 31:11, 24; 37:6-11; 1. Könige 3:5. Sie waren ein Medium der göttlichen Offenbarung. Num. 12,6. Der Traum dieses Midianiters war ein deutliches Eingreifen der göttlichen Vorsehung und sollte Gideon ermutigen. Die Ängste und das Misstrauen dieses Midianiters mögen eine natürliche psychologische Grundlage für den Traum gewesen sein und waren es wahrscheinlich auch, denn die Versammlung von über dreißigtausend Israeliten auf den Ruf Gideons hin konnte kaum vor dem gesamten Heer der Midianiter geheim gehalten werden. Ein Gerstenbrotkuchen – In der Vorstellung eines Nomaden ein passendes Symbol für einen Landwirt, dessen ganzes Leben aus dem Anbau von Getreide und dem Backen von Brot zu bestehen scheint. Gestürzt – Wie ein Rad den Berg hinuntergerollt. Zu einem Zelt – Das Zelt eines midianitischen Häuptlings, das in der Vorstellung des Träumers mit nomadischen Lebensgewohnheiten in Verbindung gebracht wurde und daher ein Symbol für die Freiheit, Größe und Macht seines Volkes war. Das Zelt lag am Boden-Die verschiedenen Ausdrücke, die den Umsturz des Zeltes beschreiben, sind auffällig. Der Gerstenkuchen schlägt es um, so dass es umfällt; es fällt, wird dann nach oben umgedreht (למעלה), weil die Zeltnägel aus dem Boden gerissen wurden, und fällt schließlich, sich überschlagend, flach auf die Erde. Dies war ein bedeutsames Bild für den vollständigen Sturz der midianitischen Macht.

D.Steele – Kommentar das alte Testament

Gott kann auch Träume benutzen, obwohl vor ihnen sonst gewarnt wirdb. Sie sind trügerisch, mißdeutbar (vgl. aber die Träume Josefsc, Saulsd und Danielse oder die Endzeitverheißung in Joel 3,1ff.
Das Gerstenbrot ist das Sinnbild für die seßhaften Bauern im Kulturland, und das Zelt symbolisiert die wandernden Nomaden. Das Zeichen ist klar: Das kleine Gerstenbrot zerstört das große Zelt. Die LXX schwächt das kommende Wunder Gottes ab, weil sie logisch denkt: Ein kleines Brot kann doch kein ganzes Zelt umwerfen!
[14] Die Heiden verstehen bisweilen Gott besser als das Volk Gottes.
[15] Mitten im feindlichen Lager kniete Gideon nieder, als er das mutmachende Zeichen Gottes vernahm. Erleben und Beten gehören für den Glaubenden eng zusammen.
Wenn Gott uns etwas erleben läßt von seiner Macht, dann will er, daß wir um so mutiger und treuer ihm dienen: So kehrte Gideon zurück und ruft sofort, noch in der Nacht, zur Tat.

Wuppertaler Studienbibel

Die Verse 13 bis 14 berichten über den Traum. Wenn Gott mit oder durch die Heiden kommunizierte, tat er dies im Allgemeinen durch einen Traum. Nur bei Bileam benutzte er die direkte Rede. Aber bei Leuten wie Pharao, Nebukadnezar und Abimelech benutzte er Träume. Der grundlegende Inhalt dieses Traums war: Siehe, ein Kuchen aus Gerstenbrot fiel in das Lager der Midianiter. Das hebräische Wort für Kuchen ist tzilil, ein weiteres Hapax-Legomenon. Gerste war das Brot des armen Mannes, und es stand für Israel, das durch die Hungersnot und die Midianiter arm geworden war. Genauer gesagt, stand sie für Gideon und seine dreihundert Männer. Die Gerstenkuchen kamen zu dem Zelt, dem Nomadenheim der Midianiter, und schlugen es um, so dass es herunterfiel und auf den Kopf gestellt wurde, so dass das Zelt flach lag. Dies symbolisierte die Niederlage der Midianiter durch Gideon. Dann kam die Deutung: Das ist nichts anderes als das Schwert Gideons, des Sohnes Joaschs, eines Mannes aus Israel; in seine Hand hat Gott Midian und das ganze Heer gegeben. Zum Heer gehörten auch die Amalekiter und die Kinder des Ostens.

Arnold Fruchtenbaum – Richter & Ruth

Jüdische Traditionen zum Pessachfest
Die jüdische Überlieferung hat die merkwürdige Vorstellung, dass die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Israels mit der Osterzeit verbunden sind. So soll es in der heutigen Osternacht gewesen sein, als nach seiner Opferung der „Schrecken einer großen Finsternis“ über Abraham hereinbrach, als Gott ihm die Zukunft seines Geschlechts offenbarte (Gen 15). Ebenso soll es zur Passahzeit gewesen sein, dass der Patriarch seine himmlischen Gäste bewirtete, dass Sodom zerstört wurde und Lot entkam, und dass die Mauern von Jericho vor dem Herrn fielen. Mehr noch: Der „Gerstenbrotkuchen“, den wir im Traum sahen und der zur Vernichtung des Heeres von Midian führte, war aus dem Omer zubereitet und am zweiten Tag des Festes der ungesäuerten Brote dargeboten worden; ebenso wie später die Hauptleute Sennacheribs und der König von Assyrien, die sich in Nob aufhielten, zur Passahzeit von der Hand Gottes überholt wurden. Zur Osterzeit erschien auch die geheimnisvolle Handschrift an der Wand, die den Untergang Babylons verkündete, und wiederum zum Passahfest fasteten Esther und die Juden, und der böse Haman kam um. Und so wird es auch in den letzten Tagen die Osternacht sein, in der das endgültige Gericht über „Edom“ kommt und die glorreiche Befreiung Israels stattfindet. Daher wird bis heute in jedem jüdischen Haus an einem bestimmten Punkt des Ostergottesdienstes – gleich nachdem der „dritte Kelch“ oder der „Segenskelch“ getrunken wurde – die Tür geöffnet, um den Propheten Elia als Vorläufer des Messias einzulassen, während gleichzeitig entsprechende Passagen gelesen werden, die die Zerstörung aller heidnischen Völker voraussagen (Ps 79,6; 69,25; Lam 3,66). Es ist ein bemerkenswerter Zufall, dass der Herr Jesus bei der Einsetzung seines eigenen Abendmahls das Symbol nicht für das Gericht, sondern für seine sterbende Liebe mit diesem „dritten Kelch“ verband. Aber im Allgemeinen mag es interessant sein, zu wissen, dass kein anderer Gottesdienst auf demselben Raum so sehnsüchtige Wünsche nach einer Rückkehr nach Jerusalem und dem Wiederaufbau des Tempels sowie so viele Anspielungen auf die messianische Hoffnung enthält wie die Liturgie für die Passah-Nacht, die heute bei den Juden in Gebrauch ist.

Wenn wir nur glauben könnten, dass die Gebete und Zeremonien, die es verkörpert, dieselben sind wie zur Zeit unseres Herrn, hätten wir es in der Hand, uns bis ins kleinste Detail all das vorzustellen, was geschah, als er sein eigenes Abendmahl einrichtete. Wir sollten den Meister sehen, wie er inmitten der festlichen Gesellschaft seiner Jünger den Vorsitz führte, wir sollten wissen, welche Gebete er sprach und an welchen besonderen Stellen des Gottesdienstes, und wir sollten in der Lage sein, die Anordnung des österlichen Tisches, um den sie saßen, wiederzugeben.

Alfred Edersheim – Tempeldienst zur Zeit Jesu Christi

mein Blick geht zu den Problemen oder zum Herrn?

Und die Zahl derer, die aus ihrer Hand, die sie zum Mund führten,a ° leckten, ergab 300 Männer, und der ganze Rest des Volkes kniete sich hin, um Wasser zu trinken.
Septuaginta Deutsch
Richter 7,6

Die Zahl der Schlürfer, mit der Hand zum Mund, war dreihundert Mann,
alles übrige Volk, die waren auf ihre Knie niedergekauert, um Wasser zu trinken.
Buber & Rosenzweig
Richter 7,6

Da war die Zahl derer, die leckten, mit der Hand zum Mund, dreihundert Mann, alles übrige Volk aber hatte sich auf die Knie niedergelassen, um Wasser zu trinken.
Neftali-Herz-Tur-Sinai,
Richter 7:6

Je nach der Übersetzung die man liest, findet man hier einen sehr unterschiedlichen Text. Einige Übersetzter sind der Meinung, dass die 300 Personen diejenigen wären, die sich niederknieten, und die anderen es nicht getan hätten. Hier zeigt sich, wie sehr die Übersetzer ihre eigenen Vorstellungen in die Übersetzung einbringen.
Meiner Meinung nach sollten wir in solchen Fällen schauen, was die jüdischen Übersetzer und Ausleger hier lesen – denn meist finden sich weitere Hinweise in jüdischen Schriften…

Die zweite Sichtung (Vv. 4-8). Gott stellte Gideons überlebende 10.000 Mann ein zweites Mal auf die Probe, indem er sie alle aufforderte, unten am Fluss zu trinken. Wir wissen nie, wann Gott uns in einer alltäglichen Erfahrung des Lebens prüft. Ich habe von einem leitenden Geistlichen gehört, der mit einem angehenden pastoralen Mitarbeiter immer eine Fahrt im Auto des anderen unternahm, nur um zu sehen, ob das Auto sauber war und ob der Mann vorsichtig fuhr. Ob Sauberkeit und eine vorsichtige Fahrweise immer eine Garantie für den Erfolg eines Pfarrers sind, ist umstritten, aber die Lektion ist es wert, darüber nachzudenken. Mehr als ein angehender Angestellter hat seine oder ihre Chancen auf einen Job ruiniert, als er mit dem Chef zu Mittag aß und nicht wusste, dass er bewertet wurde. „Mache jede Gelegenheit zu einer großen Gelegenheit, denn du kannst nie wissen, wann jemand dein Maß für eine größere Stelle nehmen wird. Das hat ein Mann namens Marsden gesagt; und ich habe das Zitat, das inzwischen vergilbt ist, seit vielen Jahren unter dem Glas auf meinem Schreibtisch stehen. Von Zeit zu Zeit darüber nachzudenken, hat mir gut getan.
Welche Bedeutung hatte es, dass die Männer auf zwei verschiedene Arten aus dem Fluss tranken? Da die Heilige Schrift uns das nicht sagt, sollten wir nicht irgendeine wichtige geistliche Lektion in den Text hineininterpretieren, die Gott dort nicht vorgesehen hat. Die meisten Ausleger sagen, dass die Männer, die sich zum Trinken niederbeugten, sich dem Feind schutzlos auslieferten, während die 300, die das Wasser aus ihren Händen schöpften, wachsam blieben. Aber der Feind war vier Meilen entfernt (V. 1) und wartete darauf, was die Juden tun würden; und Gideon hätte seine Männer nicht in eine so gefährliche Situation geführt. Ein bekannter Prediger behauptet, dass die 300 Männer so tranken, damit sie Gideon im Auge behalten konnten, aber auch das sagt der Text nicht.
Ich vermute, dass Gott diese Methode der Aussonderung des Heeres gewählt hat, weil sie einfach und unauffällig war (kein Soldat wusste, dass er geprüft wurde) und leicht anzuwenden. Wir sollten nicht denken, dass alle 10.000 auf einmal tranken, denn dann hätte sich das Heer ein paar Meilen am Wasser entlang ausgedehnt. Da die Männer zweifelsohne in Gruppen zum Wasser kamen, konnte Gideon sie beobachten und die 300 identifizieren. Erst im Nachhinein erfuhren die Männer, dass sie getestet worden waren.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series Richter

Doch erneut erreichte ihn ein Wort des Herrn: »Dein Heer ist immer noch zu groß. Führe die Männer hinunter zur Quelle, dort will ich selbst die Auswahl treffen. Ich werde dir sagen, wer mit dir gehen soll und wer nicht.« (Richter 7,4 GNB) Die Leute wurden zum Flussufer geführt und dachten, dass sie nun gleich gegen den Feind vorrücken würden. Einige wenige nahmen noch schnell etwas Wasser mit der Hand auf und schlürften es im Weitergehen, aber die meisten knieten nieder und tranken in aller Ruhe das Wasser direkt aus dem Fluss. Von 10 000 Männern schöpften nur 300 Wasser mit ihren Händen – und gerade diese erwählte der Herr. Alle anderen durften den Heimweg antreten.
Oft wird der Charakter eines Menschen auf die einfachste Weise geprüft. Wer in Zeiten der Gefahr darauf aus ist, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, auf den ist in einem Notfall kein Verlass. Für träge und genießerische Leute ist im Werk des Herrn kein Platz. Die wenigen Männer, die er erwählte, ließen sich nicht durch eigene Bedürfnisse von ihrer Pflichterfüllung abhalten. Diese 300 besaßen nicht nur Mut und Selbstbeherrschung, sondern waren auch Männer des Glaubens. Sie hatten sich nicht durch Götzendienst verunreinigt. Gott konnte sie leiten, und durch sie konnte er Israel befreien. Erfolg hängt nicht von Zahlen ab. Gott kann sowohl durch wenige wie auch durch viele erretten. Er wird nicht so sehr durch die große Anzahl geehrt als durch den Charakter derer, die ihm dienen.

Ellen White- Die Geschichte der Hoffnung

Er sorgte für die Entlassung aller Übrigen bis auf 300 Soldaten. Er tat dies durch ein Zeichen: „Das Volk ist noch zu zahlreich“, um es zu gebrauchen (Vers 4). Gott sagte, dass sie immer noch „zu zahlreich“ waren. Hierdurch verstehen wir vielleicht die Umstände, die manchmal die Gemeinde und ihre Interessen zu schwächen scheinen: Sie hat zu viele, zu mächtige und zu kluge Freunde, um Gottes Rettung zu vollbringen, damit er sich in seiner Kraft erhebt (Ps 21,14). Gideon wurde angewiesen, seine Soldaten zum Wasser zu bringen, wahrscheinlich zur Quelle Harod (Vers 1) und zu dem Fluss, der an ihr entsprang. Einige – zweifellos die meisten von ihnen – würden sich zum Trinken auf die Knie herunterlassen und ihren Mund wie ein Pferd in das Wasser stecken. Andere würden das vielleicht nicht so förmlich tun, sondern mehr wie ein Hund mit der Zunge lecken, dass sie rasch etwas Wasser in ihre Hand nehmen, damit ihren Mund kühlen und dann schnell fortgehen. 300, nicht mehr, taten es auf diese zweite Weise und tranken schnell, und sie waren es, von denen Gott Gideon sagte, dass er mit ihnen die Midianiter vernichtend schlagen würde (Vers 7). Diese zweite Trennung bedeutet, die Soldaten, die eingesetzt werden sollten, mussten:
Stark sein, mit Erschöpfung umgehen können, ohne sich zu beklagen, dass sie durstig oder müde waren.
Schnell sein, daran denken, dass es sie viel Zeit kosten würde, gegen den Feind zu kämpfen. Sie mussten den Dienst für Gott und ihr Land ihrer eigenen persönlichen Erquickung vorziehen. Es war eine große Prüfung für den Glauben Gideons und seinen Mut, als Gott ihm sagte, dass er bis auf diese 300 Männer das übrige Volk nach Hause gehen lassen sollte (Vers 7). Auf diese sonderbare Weise wurde Gideons Armee gereinigt, geformt und verkleinert, anstatt dass man sie rekrutierte. Wir wollen sehen, wie diese kleine, jämmerliche Schar, auf der die hauptsächliche Arbeit lastete, ausgerüstet und ausgestattet wurde. Jeder Soldat war für seine eigenen Vorräte verantwortlich. Sie nahmen die Verpflegung an sich (Vers 8). Sie ließen ihre Taschen und ihr Gepäck zurück und jeder musste seine eigenen Vorräte tragen, was eine Prüfung ihres Glaubens war, um zu sehen, ob sie Gott vertrauen konnten, wenn sie nicht mehr Vorräte bei sich hatten als das, was sie tragen konnten. Es war auch eine Prüfung für ihren Fleiß, um zu sehen, ob sie so viel tragen konnten, wie sie brauchten. Das hieß wirklich, von der Hand in den Mund zu leben. Jeder Soldat wurde zu einem Hornbläser, so als würden sie hingehen, um ein Spiel zu spielen und nicht in eine Schlacht ziehen.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Läppelt das Wasser mit seiner Zunge – Das hebräische Wort für Läppen (יָלקֹ, yalok) ist lautmalerisch und klingt in seiner Aussprache wie das Geräusch eines Hundes beim Trinken. Aus dem nächsten Vers geht hervor, dass die dreihundert Trinker das Wasser aus dem Brunnen in ihre hohlen Hände nahmen und es von dort aus in den Mund leckten. Diese Art des Trinkens war kein Beweis für Angst und Feigheit, wie Josephus meint, sondern vielmehr eine lobenswerte Eigenschaft eines Soldaten. Denn in der Hitze des Gefechts konnte es einem Krieger oft einen großen Vorteil gegenüber seinem Feind verschaffen, wenn er, wenn er an einen Bach kam, sich auf diese Weise leicht mit Getränken erfrischen konnte, ohne gezwungen zu sein, wenn er überhaupt trank, auf die Knie zu fallen und sich dadurch dem fast sicheren Tod durch seinen Feind auszusetzen. „Nur diejenigen sind die wahren Krieger Jehovas, die, wenn ihnen ein Genuss angeboten wird, wie z.B. eine Erfrischung an einem lebendigen Brunnen, diesen nur im Vorübergehen und in der Wachsamkeit kosten, nicht den Genuss suchen und sich in träger Bequemlichkeit dazu niederkauern, sondern, jede Minute auf die bevorstehende Aufgabe und den ersehnten Sieg bedacht, nur wie Hunde auf ihrem Weg das Wasser schlecken.“ -Ewald.

D.Steele – Kommentar das alte Testament – Josua bis Samuel

Die Prüfung in den Versen 5 bis 6 wird nicht immer richtig verstanden. Der Text geht nicht von zwei Zuständen aus, die zwei verschiedene Gruppen von Menschen darstellen, nämlich diejenigen, die wie ein Hund Wasser schöpfen, und diejenigen, die knien, um zu trinken. Der zweite Satz ist epexegetisch zum ersten (erklärt den ersten Satz). Wenn er sagt: „Jeder, der mit der Zunge nach dem Wasser leckt, wie ein Hund, den sollst du allein lassen; ebenso jeder, der sich auf die Knie niederbeugt, um zu trinken“, spricht er von derselben Gruppe von Menschen. Wenn diese Menschen zum Bach hinuntergehen, um zu trinken, müssen sie sich hinknien, denn anders ist es nicht möglich, zu trinken. Es geht nicht darum, wer kniet und wer steht, sondern darum, wer seine Hände falten und das Wasser zum Mund führen wird und wer nicht. Diejenigen, die sich zum Trinken auf die Knie beugten, aber nicht die Hände falteten, um das Wasser in den Mund zu führen, sondern ihr Gesicht ins Wasser hielten, wurden nach Hause geschickt. Diejenigen, die mit ihrer Zunge leckten, wie ein Hund leckt, blieben. Auf diese Weise erhielt Gideon Anweisungen, wie er die Männer für seine Spezialtruppen auswählen sollte. Diejenigen, die behalten wurden, schienen diejenigen zu sein, die auf den Knien knieten, aber ihre Hände schröpften, um das Wasser aus ihren Händen zu holen und zu trinken, was zeigte, dass sie für jeden plötzlichen Angriff bereit waren. Gideon sollte also das Volk aufteilen, indem er alle, die das Wasser mit der Zunge leckten, wie ein Hund, in eine Klasse einteilte, und alle, die sich zum Trinken nach unten wandten, in eine andere Klasse. Diejenigen, die sich niederknieten und das Wasser mit den Händen zum Mund führten, waren dreihundert. Die anderen setzten sich mit dem Gesicht nach unten, um zu trinken. Diejenigen, die das Wasser mit den Händen zum Mund führten, stellten die guten Soldaten dar, die, als sie vor der Schlacht einen Bach erreichten, sich nicht die Zeit nahmen, hinzufallen und ihren Durst auf die bequemste Art zu stillen. Diese guten Soldaten knieten einfach nieder, nahmen etwas Wasser mit den Händen auf, während sie in ihrer militärischen Rüstung aufrecht standen, um sich für die Schlacht zu stärken, und zogen dann ohne Verzögerung gegen den Feind weiter. Sie blieben wachsam und für jeden Notfall gerüstet. Zum Schluss knieten alle in Ein Harod nieder. Der Unterschied bestand darin, dass dreihundert von ihnen beim Niederknien Wasser mit den Händen aufschöpften. Die anderen hielten ihr Gesicht ins Wasser, und die letzteren wurden nach Hause geschickt. Bei der ersten Prüfung (der freiwilligen Freilassung) wurden die Ängstlichen ausgeschlossen. Der zweite Test (die Bereitschaft am Bach) eliminierte die Unvorsichtigen.

Arnold Fruchtenbaum – Richter & Ruth