Familie Thomas Pape

Wer hat Recht?

Wissenschaftler gegen Wissenschaftler?!?

Les bitte beide Artikel, und sag dann WER von den beiden Recht hat 😉

1.Artikel von wissenschaft.de

11.06.2009 – Hirnforschung
Was Krebs mit dem Gehirn zu tun hat

Neue These: Mehr Hirnzellen und mehr bösartige Erkrankungen könnten über das Zellselbstmordprogramm gekoppelt sein

Die hohe Anfälligkeit für Krebs ist möglicherweise der Preis, den Menschen für ihr überdurchschnittlich großes Gehirn bezahlen. Das glauben US-Forscher, nachdem sie die Aktivität verschiedener Gene bei Mensch und Schimpanse verglichen haben. Ihre These: Die Selbstzerstörungsmaschinerie der Körperzellen funktioniert beim Menschen weniger effizient als beim Schimpansen. Dadurch konnte sein Gehirn zwar besser wachsen und mehr Vernetzungen bilden, er schafft es aber auch deutlich weniger gut, entartete Krebszellen rechtzeitig zu beseitigen. Wie jede Hypothese sei allerdings auch diese nur sehr schwer konkret zu beweisen, schreiben John McDonald vom Georgia Institute of Technology in Atlanta und seine Kollegen.

Die Gene von Mensch und Schimpanse stimmen zwar bis auf einen kleinen Bruchteil überein, dennoch gibt es eine Reihe von mehr oder weniger offensichtlichen Unterschieden zwischen ihnen. Einer der weniger auffälligen, jedoch sicherlich interessantesten ist dabei die unterschiedliche Anfälligkeit für Krebs: Schimpansen leiden deutlich seltener unter bösartigen Erkrankungen als Menschen, warum ist bislang unbekannt. Zu den augenscheinlichsten Unterschieden zwischen Mensch und Schimpanse gehört dagegen die unterschiedliche Gehirngröße – und genau die ist möglicherweise Teil der Erklärung für die Krebshäufigkeit, legt nun die Studie von McDonald und seinen Kollegen nahe.

Darin hatten die Forscher verglichen, welche Gene in Gehirngewebe von Mensch und Schimpanse wie stark aktiv waren. Das Ergebnis: Die Aktivität unterschied sich vor allem in den Erbgutbereichen, die für die Steuerung des sogenannten programmierten Zelltodes, auch Apoptose genannt, zuständig sind. Dieses Selbstzerstörungsprogramm dient unter anderem dazu, alte Zellen zu beseitigen, um sie durch neue ersetzen zu können, zum Abbau nur zeitweilig benötigter Gewebeteile wie etwa der Fruchtblase nach einer Schwangerschaft oder auch der Zerstörung krankhafter oder entarteter Zellen. Beim Menschen, entdeckten die Forscher, war das System messbar weniger effizient als beim Schimpansen – und zwar nicht nur im Gehirn, sondern auch in anderen Organen wie den Hoden, dem Herz, der Niere und der Leber.

Vermutlich habe sich irgendwann im Lauf der menschlichen Evolution ein reduziertes Selbstzerstörungsprogramm bei den Hirnzellen als positiv erwiesen: Es starben weniger Zellen, so dass die Kapazität des Gehirns zunahm. Gleichzeitig sank damit jedoch auch die Fähigkeit des Körpers, unerwünschte Zellen zu beseitigen, was schließlich zu der erhöhten Krebsanfälligkeit führte. Beim Schimpansen hingegen scheint es diese Reduktion in der Selbstzerstörungseffizienz nicht gegeben zu haben – und damit auch nicht das überdurchschnittliche Hirnwachstum.

John McDonald (Georgia Institute of Technology in Atlanta) et al.: Medical Hypotheses, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1016/j.mehy.2009.03.035
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

und nun die Meldung von n-tv

Mittwoch, 24. Juni 2009
Krebs unter Tieren
Bedrohung nimmt zu

Bösartige Tumore sind unter Tieren in freier Wildbahn, ob im Dschungel, der Wüste, dem Wald oder unter Wasser, ebenso verbreitet wie beim Menschen. Krebs ist beim Menschen für rund 20 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Bei etlichen Tierarten liegt der Anteil genauso hoch.

Bei anderen wie dem Beluga-Wal in der Mündung des kanadischen St. Lorenz-Stroms oder dem Tasmanischen Teufel, einem fleischfressenden Beuteltier in Australien, sogar noch weit darüber hinaus. Das geht aus einer Bestandsaufnahme von zwei US-Forscherinnen der Wildlife Conservation Society in New York, Denise McAloose und Alisa Newton, hervor, die in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Cancer“ ist.
Einfache Übertragung möglich

In den meisten Fällen sind nach Auskunft der Forscher Umweltgifte und Viren Schuld am Krebstod im Tierreich. Darüber hinaus gibt es einen Erkrankungsweg, der bei Menschen so nicht vorkommt: Die einfache Übertragung von Krebszellen von einem Tier zum anderen. Freilebende Hunde, speziell in tropischen und subtropischen Zonen, „infizieren“ sich etwa beim Geschlechtsverkehr oder Lecken der Geschlechtsteile gegenseitig mit einem als CTVS (Canine transmissible veneral sarcoma) bekannten Krebsleiden.

Dem Bericht zufolge nimmt die Zunahme der Krebsfälle bei einigen Arten und in etlichen Regionen, so bei Fischen in den Küstengewässern von Florida, der Karibik und Hawaii alarmierende Ausmaße an. In manchen Fällen wie dem Tasmanischen Teufel seien Arten durch das hohe Krebsvorkommen sogar vom Aussterben bedroht, heißt es in dem Journal.

Die beiden Forscherinnen glauben jedoch, dass eine intensive Überwachung und die Suche nach den Auslösern des Krebsgeschehens die Gefahr in manchen Fällen beseitigen kann. Darüber hinaus dürften die Erkenntnisse über Krebserreger in der Tierwelt auch das Verständnis von Krebs beim Menschen fördern.

dpa

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