erkannt?

Jesus sagt ihnen: „Auf zum Frühstücken!“ Niemand jedoch hatte den Mut, ihn auszufragen: „Bist du es selbst?“, weil sie sich sicher waren, dass es sich um den Herrn handelt. Jesus kommt dazu, nimmt das Brot und gibt es an sie weiter und in derselben Weise den Fisch. Damit ist Jesus schon das dritte Mal für seine Schüler sichtbar geworden, nachdem er von den Toten auferstanden war.
Gottes Agenda – Das Neue Testament urtextnah ins heutige Deutsch übersetzt von Andreas Eichberger – Joh 21,12–14

Jesus spricht zu ihnen: Kommt her, frühstücket. Keiner aber von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? da sie wußten, daß es der Herr sei. Jesus kommt und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und gleicherweise den Fisch. Dies ist schon das dritte Mal, daß Jesus sich den Jüngern offenbarte, nachdem er aus den Toten auferweckt war.
Elberfelder 1871 – Johannes 21,12–14

„Kommt endlich! Und guten Appetit!“ Keiner von den Freunden traute sich zu fragen: „Wer bist du eigentlich?“, aber unausgesprochen war jedem klar: Es war ihr Jesus!
VolxBibel – Johannes 21:12

Wie sah Er aus? Wie sah Er nach seiner Auferstehung aus?
Haben seine Apostel Jesus erkannt?

Die Jünger hörten die Einladung zum Frühstück und sammelten sich um das Kohlenfeuer, um an den guten Gaben teilzuhaben, die der Herr ihnen bereitet hatte. Petrus muss seinen eigenen Gedanken nachgehangen haben, als er das Kohlenfeuer erblickte. Erinnerte er sich an das Kohlenfeuer, an dem er sich wärmte, als er den Herrn verleugnet hatte? Die Jünger waren angesichts der Gegenwart des Herrn in seltsamer Weise von Ehrfurcht erfüllt. Sie waren sich auch des Ernstes dieser Situation bewusst. Da stand er in seinem Auferstehungsleib. Es gab so viele Fragen, die sie ihm gerne gestellt hätten. Doch sie wagten es nicht. »Sie wussten, dass es der Herr war«, selbst wenn sie spürten, dass ein gewisses Geheimnis seine Person umgab.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Natürlich sollen wir schwer arbeiten. Natürlich sollen wir auch organisiert sein. Natürlich gibt es keine Ausrede für Faulheit, Schlamperei und Halbherzigkeit im Reich Gottes. Wir tun das Werk Gottes und müssen es auch mit aller unserer Kraft tun. Aber lassen Sie uns nicht diesen Unsinn glauben, es würde alles nur von uns abhängen, als wäre der arme alte Jesus nicht in der Lage, auch nur einen Finger zu krümmen, wenn wir das nicht für ihn tun. Wir würden in der Tat wahrscheinlich wesentlich wirkungsvoller arbeiten, wenn wir erst einmal diese an Paranoia grenzende Vorstellung ablegen würden. Jesus bleibt der Souverän. Gott sei Dank!
Noch einmal läuft uns hier ein Schauer über den Rücken, ähnlich wie in dem Moment, als Jesus durch die verschlossenen Türen des Obergemachs eintrat. „Keiner seiner Jünger getraute sich, ihn zu fragen: ‚Wer bist du?‘ Sie wussten, dass es der Meister war“ (Vers 12). Das ist eine sehr seltsame Ausdrucksweise. Sie passt zu all den anderen außergewöhnlichen, seltsamen Dingen, die in den Auferstehungsberichten gesagt werden. Sie wussten, dass er es war … und doch wollten sie ihn fragen, waren aber zu ängstlich.
Warum wollten sie ihn fragen? Sie waren zwei oder drei Jahre lang Tag und Nacht mit ihm zusammen gewesen und wollten ihn nun fragen, wer er denn sei? Da könnte ich ja ebenso gut eines Morgens meine eigene Frau aufwecken und sie fragen, wer sie denn sei. Wenn sie ihn bis jetzt nicht kannten, würden sie ihn wohl nie kennen.
Allerdings gilt: Dieser Satz ergibt nur dann Sinn, wenn Jesus gleichzeitig derselbe ist und doch auch irgendwie anders. Keine Quelle erwähnt, was er anhatte. Keine Quelle beschreibt sein Gesicht. Irgendwie war er durch den Tod hindurch in eine seltsame neue Welt gegangen, in der bisher noch niemals jemand gewesen war und seitdem auch niemand gewesen ist – auch wenn uns hoch und heilig versprochen wird, dass wir letztendlich dort bei ihm sein werden. Sein Leib war nicht länger dem Verfall oder Tod unterworfen. Wie mag das gewesen sein?

Wright – Das Neue Testament für heuteWright – Das Neue Testament für heute

„Jesus sagt zu ihnen: Kommt, haltet das Frühmahl!“ Das hier für das Mahl verwendete Wort bezeichnet das „Frühstück“. Vielleicht sollen wir ruhig übersetzen „Kommt her, frühstückt“, um alle falsche Feierlichkeit von der Szene fernzuhalten. Die Boten im Neuen Testament haben durchgängig die einfache Umgangssprache gebraucht. Die Einfachheit, die Herzlichkeit und Freiheit des Evangeliums wird dadurch spürbar. Auch der Auferstandene, der nicht in Lichtherrlichkeit, sondern als einfacher Mensch erscheint, kann mit seinen Jüngern so natürlich und menschlich reden und sie zum Frühstück rufen.
Gerade von da aus wird es verständlich, daß der Erzähler an dieser Stelle hinzufügt: „Keiner wagte von den Jüngern, ihn auszufragen: Wer bist du? Sie wußten ja, daß es der Herr ist.“ Wie schlicht sich Jesus auch gab, die Jünger sind gewiß, daß es der Herr ist. Darum erschien es ihnen als ein „Wagnis“, als eine Dreistigkeit, wenn sie ihn noch einmal „ausfragen“ würden, um eine besondere Bestätigung ihres Wissens aus seinem eigenen Mund zu hören.

Wuppertaler Studienbibel

.„Kommet her, frühstücket“ war die freie Einladung des Herrn an Seine Jünger, ihre körperlichen und geistlichen Bedürfnisse bei Ihm zu stillen. Andere mögen essen und trinken, bis die Flut sie hinwegrafft (Mt 24,38), indem sie sagen: „Lasset uns essen und trinken, denn morgen sterben wir“ (1Kor 15,32). Aber die Vorsorge des Herrn führt zu Leben, sei es das Manna vom Himmel, oder seien es die Fische und Brote wie im vorliegenden Fall. An anderer Stelle hatte der Herr bereits ähnliche Einladungen gegeben: „Kommet her zu mir“ (Mt 11,28); „Kommet und sehet!“ (Joh 1,39); „Komm hier herauf“ (Offb 4,1). Auf der anderen Seite finden sich auch Einladungen, die von Tod und Gericht sprechen, wie: „Kommet her, versammelt euch zu dem großen Mahle Gottes“ (Offb 19,17); „Auf! versammelt mir alle Tiere des Feldes, bringet sie zum Fraße herbei!“ (Jer 12,9); „Versammelt euch und kommet“ (Hes 39,17).
 Nicht einer der Jünger wagte zu fragen: „Wer bist du?“, da sie wußten, daß es der Herr war. Es ist bemerkenswert, daß Johannes die Notwendigkeit empfand, daß man diese Frage hätte stellen sollen, wiewohl er auch sagte, daß alle wußten, daß es der Herr war. Aber diese Bemerkung zeigt, daß in den Aposteln noch ein großer Mangel an Vertrauen in den Herrn war, auch wenn sie Ihn erkannten. Das zeigte sich auch in Mk 9,32 ,wo es von den Aposteln heißt: „Sie […] fürchteten sich, ihn zu fragen“ über Seine Aussagen, die Seinen bevorstehenden Tod und die Auferstehung betrafen.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Als Jesus die Jünger einlud, mit ihm zu essen, fragte ihn niemand, wer er war, denn sie wußten, daß es der Herr war. Die Tatsache, daß sowohl Maria (Joh 20,14) als auch die Jünger auf der Straße nach Emmaus (Lk 24,13-35) ihn nicht sofort erkannt hatten, scheint darauf hinzudeuten, daß sein Aussehen sich nach seiner Auferstehung verändert hatte. Dennoch waren sich die Jünger sicher, daß es Jesus war. Die gemeinsame Mahlzeit mit ihrem auferstandenen Herrn hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck bei ihnen. Noch Jahre später sprach Petrus in seiner Predigt von sich selbst als verläßlichem Zeugen, der mit Jesus nach seiner Auferstehung aß und trank (Apg 10,41). Das dritte Mal. bezog sich auf das dritte Erscheinen vor den Aposteln, von dem Johannes berichtet (vgl. Joh 20,19.26).
Johannes

Walvoord Bibelkommentar

Nun kommt es zu einem eigenartigen Vorgang: »Keiner von den Jüngern wagte es, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr« (V. 12). Auch vor der Kreuzigung war der Eindruck, den Jesus auf andere machte, teilweise so stark, dass es »niemand wagte, ihn zu fragen« (Mt 22,46; Joh 4,27). Jetzt kommt die Scheu vor dem göttlichen Wunder der Auferstehung hinzu. Auch nach Lk 24,30ff.haben die Emmausjünger Jesus nicht befragt. Im Frühlicht jenes Morgens am See Genezareth ist alles klar. Unpassende Worte wären peinlich. »Denn sie wussten: Es ist der Herr.« Und noch einmal wird hier der Grundton aller johanneischen Auferstehungsberichte deutlich: »Es ist der Herr«! (Vgl. Joh 20,18.20.25.28; 21,7). Wenn in den apostolischen Briefen und Berichten vom »Herrn« die Rede ist, dann steht diese Auferstehungserfahrung dahinter. Im Übrigen handelt es sich um ein zeitloses »ist«. Jesus wird ja immer und ewig »der Herr« sein. Allerdings einer, der sich nicht vom Vater löst, sondern dem Vater untertan bleibt (1 Kor 15,28).

Edition C

Würden wir IHN erkennen?

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