Ruth

Im Bibelhauskreis hatten wir drei Wochen das Thema „Bibelbuch Ruth“ – und ich habe deshalb 4 Wochen jede Nacht irgendwelche Kommentare mit Thema Ruth gehört.
Zum Teil war das etwas verwirrend, wenn man ein festes Bild über diese 4 Kapitel der Bibel mitbringt.

Boas scheint kein Mann gewesen zu sein, der sich an den Gesetzen des Mose als Gesetzestafel entlang hangelte! Er scheint doch tatsächlich den Sinn hinter den Gesetzen verstanden zu haben, und deshalb etwas unkonfessional an die ganze Sache gegangen zu sein. Er war nicht einer der Ältesten im Tor der Stadt, indem er nur versuchte, wo es „Schlupflöcher“ geben würde. Wenn man Boas etwas von „Mißbrauch an Kindern“ erzählt hätte, wäre Boas nicht auf die Idee gekommen, nach den zwei oder mehr Zeugen zu fragen 😉

Und ja, es ist herausfordernd, Kommentare zu lesen, die der Meinung sind, dass der Autor eine Samuela gewesen sein müßte 😀

Aber einen interessanten Ausschnitt möchte ich hier mit dir teilen:

Was wäre gewesen, wenn Boas sie abgewiesen, ignoriert, getadelt oder sogar beschimpft hätte, weil sie die sozialen Grenzen verletzt hat? Wie hätte sich der Rest der Geschichte abgespielt? Rut und Naomi hätten von der Hand in den Mund gelebt. Naomi wäre nicht wieder auferstanden. Es wäre ihr nie in den Sinn gekommen, Rut zu Boas zu schicken, in der Hoffnung, dort Schutz zu finden. Rut hätte nicht versucht, das Erbe von Elimelech zu retten. Sein Land wäre bis zu einem späteren Zeitpunkt – vielleicht nach Naomis Tod – brach geblieben. Die Ältesten und die Dorfbewohner hätten nicht miterlebt, wie dieser großartige Mann noch größer geworden wäre, indem er unaufgefordert außergewöhnliche Opfer für Elimelech gebracht hätte. Es hätte keine Heirat und keinen Obed gegeben.

Die Antwort von Boas wirft ein großes Problem für Christen auf. Eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer vertieften Beziehung zu Gott ist der Widerstand, unsere Überzeugungen zu überdenken, anderen zuzuhören, zu lernen und uns zu verändern. In der ganzen Bibel fordert Gott immer wieder einige der Menschen, die am längsten mit ihm unterwegs waren, auf, bereit zu sein, sich zu irren, zu lernen und zu wachsen. Manchmal bedeutet der Weg mit Gott, die Wahrheit zu lernen, was bedeutet, dass man sein ganzes Leben überdenken muss. Abrahams Weg mit Gott begann ernsthaft, als er fünfundsiebzig Jahre alt war – ein Alter, in dem Menschen das Recht haben, in ihren Gewohnheiten zu verharren. Abraham musste sich verändern, und mit jeder Veränderung wuchs er tiefer in seinem Glauben. Vor kurzem, nach jahrzehntelangem Dienst, erkannte ein Pastor, dass er einige Dinge falsch gemacht hatte. Als eines seiner Gemeindemitglieder fragte, was los sei, antwortete der Pastor: „Ihr müsst mir Raum zum Wachsen geben.“ Raum zum Wachsen und den Mut zur Veränderung – das spiegelt wider, was mit Boas passiert ist.

Gott am Rande finden – das Buch Ruth von Carolyn Custis James

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