Von da an sprach Jesus ganz offen mit seinen Jüngern darüber, dass er nach Jerusalem gehen musste und was ihn dort erwartete.

Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, daß er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden, und getötet und am dritten Tage auferweckt werden müsse.
Elberfelder 1871 – Matthäus 16,21

Von diesem Zeitpunkt an vertraute Jesus seinen Nachfolgern etwas an, das sie noch nicht wussten: »Es ist unbedingt notwendig, dass ich nach Jerusalem gehe. Dort werde ich von den Anführern unseres Volkes, den obersten Priestern und Bibelgelehrten, viel Leid erfahren und getötet werden. Und am dritten Tag werde ich wieder zum Leben auferweckt.«
Roland Werner- Das Buch – Matthäus 16,21

Seit damals begann er, seinen Schülern aufzuzeigen, dass es nötig ist, dass er einmal nach Jerusalem zurückkehrt und viel erleidet, von den Ältesten, führenden Priestern und Schriftgelehrten abgelehnt und zum Tode verurteilt und am dritten Tag erweckt wird.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – Matthäus 16:21

Geht es uns nicht ähnlich – dass wir die Prophezeiungen der Bibel „verstanden haben“ – dann aber erstaunt sind, dass es ganz anders kommt? Wir haben unsere eigene Vorstellung, wie Gott Seine Verheißungen wahr machen soll – und oft denken wir, dass Bibelstellen nur „geistlich“ sich erfüllen könnten, weil wir die Größe Gottes unterschätzen.
Aber die Bibel lügt uns genauso wenig an, wie Jesus seine Jünger damals nicht belog! Er war ehrlich zu ihnen, und zeigte, was direkt auf ihn zu kommen würde – aber sie verstanden ihn einfach nicht – oder wollten sie ihn nicht verstehen?


Danach Dieser Ausdruck kennzeichnet den Beginn einer neuen Phase im Dienst Jesu (# 4,17): Matthäus wendet sich von Jesu offener Verkündigung der Nähe der Ankunft des Königreiches hin zur sorgfältigen Belehrung der Jünger, dass das Reich durch seinen Tod und seine Auferstehung kommen muss und die damit verbundenen Auswirkungen für seine Nachfolger.

Reformations-Studien-Bibel

Zur Rolle der Ältesten und Hohenpriester in der Passionsgeschichte des Mt vgl. 26,3f.47.57; 27,1–3.12.20. Der gewaltsame Tod ist das Schicksal des Gerechten (vgl. Ps 37,32; 38,13; 54,5; 63,10; 70,2f; 86,14; 109,16) wie des Propheten (vgl. Jer 2,30; 11,18ff; 20,2 u. ö.).

Herder-Übersetzung mit Kommentar und Erläuterungen

Jesus erzählte seinen Jüngern immer wieder von dem Schicksal, das ihn in Jerusalem erwartete, aber sie haben ihn erst nach der Auferstehung wirklich verstanden (Markus 9,32; Lukas 24,8). Doch Gottes Wort bringt immer zu seiner Zeit Frucht.

Die Charles F. Stanley Lebensprinzipien Bibel

Ab diesem Zeitpunkt endet der Dienst Jesu in Galiläa und er beginnt seine Reise nach Jerusalem, um sich dem Kreuz zu stellen. Dies ist das erste von vier Malen (V. 21; 17:22-23; 20:17-19; 26:2), dass Jesus seine Verhaftung und Kreuzigung vorhersagt.

Die ESV Studienbibel

Viel leiden, ist der Zeit der Erlösung vorangestellt (Jes 52–53; Hos 6,2; Sach 13,7–9; vgl. auch Dan 7,23, wo das vierte Tier die Erde vor einer solchen Erlösung verzehren wird). Älteste und Hohepriester und Schriftgelehrte, Matthäus schreibt Jesu Leiden der jüdischen – nicht römischen – Obrigkeit zu. Am dritten Tage, vgl. Hos 6,2; Jona 2,1; 2,11; bSan 97a („[…] am dritten Tag [wird er uns] wieder aufrichten, dass wir vor ihm leben“) suggeriert, dass Gott die Menschheit am dritten Tag nach dem Ende der gegenwärtigen Epoche auferwecken würde.

Das Neue Testament – jüdisch erklärt

Wie gesagt, bildet die erste Leidensweissagung eine Art Eingangspforte zum Schlussteil des Evangeliums. Der Tod Jesu wird jetzt zum Thema der Gespräche mit den Jüngern. Indirekte Hinweise auf den Sühnetod gab es allerdings schon früher: so bei der Taufe (Mt 3,17) , beim Hinrichtungsbeschluss der Pharisäer (Mt 12,14) und beim Jonazeichen (Mt 12,39ff.; Mt 16,4).

Es ist wichtig, dass Jesus selbst seinen Tod zum Thema macht. Matthäus unterstreicht das durch die feierliche Wendung »Jesus Christus«, die jetzt zum dritten Mal auftaucht (nach Mt 1,1-18). Nicht die Gegner und nicht die Jünger also waren es, die Jesus auf dieses Thema gebracht haben.

Woher wusste Jesus um seine Zukunft? Matthäus berichtet, Jesus habe begonnen, sie »seinen Jüngern aufzuzeigen«. Das »Aufzeigen« kann nur auf Grund des AT geschehen sein. Beim Jonazeichen (Mt 12,39ff.; Mt 16,4) ist ganz klar, dass Jesus sein künftiges Geschick dem Jonabuch entnahm. Die Stimme bei der Taufe erinnert uns an den leidenden Gottesknecht nach Jes 42,1ff.; Jes 53. Gerade der Gottesknecht gibt ja sein Leben zum Schuldopfer (Jes 53,10). Weitere Prophezeiungen seines Todes konnte Jesus aus Hosea (Hos 6,2) , Sacharia (Sach 12,10ff.) , den Psalmen (Ps 16; 22; 69; 118) und den Geschichtsbüchern mit den Nachrichten über Prophetenmorde entnehmen (vgl. Jer 26,20ff.; 2 Chr 24,20ff. mit Mt 23,35-37 und Lk 24,44-46). Im Übrigen deutet die Wendung »begann… aufzuzeigen« an, dass Jesus mehrfach über seine Zukunft sprach. Im griechischen Urtext hat »müssen« die Bedeutung eines göttlichen »Muss«.

Nun geht es freilich nicht nur um den Tod Jesu. Die Weissagung umfasst vielmehr folgende Teile: »nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hobenpriestern und Schriftgelehrten viel leiden und getötet werden und am dritten Tage auferweckt werden«. Warum muss Jesus »nach Jerusalem gehen« (vgl. Lk 13,33) ? Jerusalem ist der Repräsentant Israels. Es ist ferner »des großen Königs Stadt«, in der die Entscheidung fallen muss (Mt 5,35; 23,37). Wo Gottes Gegenwart im Tempel weilte, musste Jesus die Gottverlassenheit einer sündigen Welt tragen. Wahrscheinlich gibt es noch einen weiteren Grund. Nach Jes 2,3 geht in der messianischen Zeit von Jerusalem »des Herrn Wort« aus. Demnach ist Jerusalem der Ausgangspunkt des Neuen Bundes. Dieser Bund wird aber gerade durch Jesu Sterben in Jerusalem gestiftet. Sach 12,10ff. bestätigt diese Sicht. Dass Jesus »von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten«, d. h. vom Hohen Rat, »viel leiden und getötet werden müsse«, ergibt sich ebenfalls aus Sach 12,1ff. Dahin deutet auch die Verfolgung der Propheten durch die Führer Israels (vgl. 2 Chr 24,20ff.; Jer 26,20ff.; 1 Kön 18,4; Amos 7,10ff.). Dass Jesus »am dritten Tage auferweckt werden müsse«, zeigen Hos 6,2 und Jona 2,1 (evtl. auch 2.Kö 20,5 ff).
Wir bemerken noch, dass Mk 8,31ff. und Lk 9,22 fast wörtlich mit Mt 16,21 übereinstimmen. Auch nach dem Joh. – Ev. hat Jesus seinen Tod und seine Auferstehung prophezeit (Joh 2,19.21; 6,53ff.; Joh 8,28.37ff.; Joh 10,11; 11,16; 12,24ff.).

Gerhard Maier -Edition C

Die erste Passionspredigt beginnt mit den Worten: »Von der Zeit an.« Nämlich von dem Zeitpunkt an, wo Petrus das Bekenntnis: »Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes« abgelegt hatte. Nach diesem großen Wort des Petrus, das auch im Namen der anderen Jünger gesprochen war, kann der Herr das große Geheimnis seines Kreuzes anfangen zu enthüllen. Mit einer Klarheit ohnegleichen sieht Jesus die Dinge auf sich zukommen. Er sieht das Kreuz und geht darauf zu. Schon im Anfang des Joh.-Evgl. Kap. 2 lesen wir: »Jesus antwortete und sprach zu ihnen: »Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten. (Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.)« Und Jo 3,14 spricht er: »Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht.« Vor ihm persönlich steht also schon am Beginn seiner Tätigkeit: der Blick aufs Kreuz. Jetzt gilt es, die Jünger in dieses einzigartige Geheimnis des Kreuzes einzuweihen, es zu enthüllen. In Jerusalem wird das Ziel seiner irdischen Laufbahn erreicht. In Jerusalem werden Anfang und Ende sich vollziehen, und zwar das Ende seines irdischen Lebens und der Anfang seines Auferstehungslebens, das Ende des Alten Bundes und der Anfang des Neuen Bundes, das Ende der Synagoge, der Anfang der Gemeinde.
Diese Verwandlung des Alten in ein Neues vollzieht sich erstens durch »das auserwählte Volk«, vollzieht sich zweitens durch das allerschimpflichste Geschehen, und zwar durch Verfluchung, Ausstoßung, Galgenhinrichtung, Schandpfahl, Fluchholz.
Die Reaktion der Jünger war fassungsloses, jähes Entsetzen. Sie hatten oft einen Galgen gesehen. Die Römer machten nämlich kurzen Prozeß mit den Rebellen der Freiheitsbewegung. Kurzerhand wurden solche Aufrührer am Rand der Straße gehängt. Für die Juden war der Anblick eines solchen Gehängten um so grauenhafter, da das Gesetz Mose erklärte: Ein solcher Mensch, ein Gehängter ist ein Verfluchter vor Gott (5Mo 21,23).
Von diesem Hintergründe aus gesehen, wiegt das Gewicht der Worte Jesu über sein Leiden und Sterben als Gehängter doppelt schwer.

Rienecker – Wuppertaler Studienbibel

Das Wort »begann« (archomai) ist in den drei ersten Evangelien sehr häufig, wiewohl es nur sparsam verwendet wird, um die Handlungen des Herrn zu bezeichnen. Wir lesen im Matthäusevangelium, daß er anfing zu predigen (4,7), zu schelten (11,20), betrübt zu sein (26,37). Die Ankündigung Seines Leidens, Todes und Seiner Auferstehung in Jerusalem war etwas Neues, das erst geoffenbart werden konnte, nachdem die Wahrheit Seiner Person bekannt geworden war. Zuvor hatte Er Seinen Tod in metaphorischer Sprache angedeutet (Matthäus 12,40; Joh 2,19-22). Wo er das »Kreuz« erwähnte, hatte Er es noch nicht mit Seinem eigenen Kreuz verknüpft. Im Zusammenhang wird die Gemeinde, die gebaut werden sollte, eng mit Seinem Tod und Seiner Auferstehung verbunden. Aber die Wahrheit würde erst später durch Paulus gelehrt werden, wo er schrieb, daß Juden und Heiden in einem Leibe mit Gott versöhnt worden sind durch das Kreuz (Eph 2,16), und daß er »das Haupt des Leibes« ist, »der Erstgeborene aus den Toten« (Kol 1,18). Der Herr redete hier erst vom äußerlichen Verlauf Seiner Leiden; später offenbarte der Geist die Bedeutung dieses Seines Opfers, das Er in Seinem Kreuzestod darbrachte.
 Der Herr stand hier über 100 Kilometer nördlich von Jerusalem und kündigte an, daß er nach Jerusalem gehen müsse, um dort zu leiden. Er »mußte«, denn der Wille Gottes mußte geschehen. Lukas hat die letzte Reise des Herrn nach Jerusalem besonders hervorgehoben (Lk 9,31.51; 13,22; 17,11; 18,31; 19,11.28.37.41). Der Herr wußte nicht nur wo, sondern auch die Stunde, wann Er leiden und sterben sollte (Joh 13,1; 17,1). Die »Ältesten und Hohenpriester und Schriftgelehrten« würden für Seine Leiden und für Seinen Tod verantwortlich sein; und Sein Leib würde in ein Grab gelegt und Seine Seele würde in das Totenreich hinabsteigen, bis Er »am dritten Tag« aus dem Paradies zu ewiger Herrlichkeit auferstehen würde, um nie mehr zu sterben. Die Tatsache, daß der Herr »anfing«, seinen Jüngern dies zu lehren, bedeutet, daß Er immer wieder auf dieses Thema zurückkommen würde (siehe den nachfolgenden Vers). Das Ziel und Ende Seines Dienstes – das Kreuz – kam näher, und Er bereitete Seine Jünger darauf vor.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Das apostolische Bekenntnis markiert den Beginn von Jeschuas Belehrung über seinen Tod und seine Auferstehung. Erst nach der Verkündigung Seiner Messiasschaft durch Petrus begann Jeschua im letzten Jahr Seines Lebens, Sein Programm auszubuchstabieren: Von da an fing Jeschua an, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jeruschalajim gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden (Matthäus 16,21). Als sein Dienst mit den Jüngern weiterging und der Zeitpunkt seines Todes näher rückte, gab er immer mehr Einzelheiten über die kommenden Ereignisse bekannt. Doch so oft er es ihnen auch sagte und so viele Einzelheiten er ihnen auch gab, sie verstanden nie, was er sagte. Deshalb wurden sie von seiner Kreuzigung und Auferstehung überrascht. Markus gibt an, dass er den Spruch offen sprach (Markus 8:32). Das bedeutet, dass Jeschua nicht in Gleichnissen sprach, sondern deutlich. Dennoch verstanden sie es nicht.

Jeschua hielt diese erste Offenbarung des Plans einfach und zählte vier Schritte auf (Matthäus 16,21). Erstens: Er muss nach Jerusalem gehen. Zweitens: In Jerusalem muss er unter den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten, darunter sowohl Pharisäer als auch Sadduzäer, vieles erleiden. Markus und Lukas erklärten, dass dies bedeutete, dass Jeschua von der Führung Israels abgelehnt werden würde (Markus 8,31a; Lukas 9,22). Drittens: Er würde getötet werden. Im Griechischen steht dieser Satz in der dritten Person Passiv, was bedeutet, dass es unklar ist, wer die Tötung vornehmen würde. Viertens: Er würde wieder auferstehen. Matthäus und Lukas schrieben, dass Jeschuas Auferstehung am dritten Tag geschehen würde (Matthäus 16:21b; Lukas 9:22b), während Markus sagte, dass er nach drei Tagen auferstehen würde (Markus 8:31), was einen vierten Tag zu implizieren scheint. Nach der jüdischen Zeitrechnung sind diese Begriffe jedoch synonym: Er wird am dritten Tag auferstehen, und Er wird nach drei Tagen auferstehen. Dies wird in den §§ 176-197, wenn wir Jeschuas Tod und Auferstehung studieren, noch ausführlicher behandelt werden.

Jetzt buchstabierte Jeschua zum ersten Mal das Programm seines Todes und seiner Auferstehung aus. Petrus, der im vorigen Abschnitt die Prüfung so glorreich bestanden hatte, versagte hier: Und Petrus ergriff ihn und fing an, ihn zurechtzuweisen (Matthäus 16:22a). Das griechische Wort für Zurechtweisung, epitiman, bedeutet „zurechtweisen“ oder „tadeln“ und beschreibt jemanden, der versucht, eine Handlung zu verhindern, und dazu körperlichen Zwang anwendet. In der Tat ergriff Petrus Jeschua, indem er körperlichen Zwang anwandte, und tadelte ihn mit den Worten: „Das sei ferne von dir, Herr, das soll dir niemals widerfahren“ (Matthäus 16:22b). „Das soll dir niemals widerfahren.“ Verpassen Sie nicht das Paradoxon. Es war Petrus, der bekannte: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Matthäus 16,16). Doch Petrus war auch derjenige, der den Messias, den Sohn des lebendigen Gottes, zurechtwies.

Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive

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