Wo ist mein Schutz?

Bei dir bin ich geborgen wie unter einem schützenden Schild,
auf deine Zusagen setze ich meine Hoffnung.
Hoffnung für Alle – Ps 119,114

Du bist mein Versteck und mein Schild,
ich harre auf deine Rede.
Buber_Rosenzweig – Psalm 119,114

Mein Bergungsort und mein Schild bist du; auf dein Wort harre ich.
Elberfelder 1871 – Psalm 119,114

סֵתֶר Versteck, Hülle, Schutz // מָגֵן I Schild, Schutz.– 115 רעע schlecht sein, hi: Schlechtes tun (Ptz hi m sg = “Übeltäter”).

Werkbuch Psalmen: Die Psalmen 73 bis 150

Der Psalmist erklärte, daß er Wankelmut haßte und daß er Gottes Wort liebhatte und auf sein Wort hoffte, denn Gott war seine Zuflucht ( sETer , „Zufluchtsort“; vgl. den Kommentar zu Ps 3,4 ). Dann wandte sich der Schreiber an die Gottlosen und mahnte sie, von ihm zu weichen ( Ps 119,115 ). Er bat Gott, daß er ihn stützen und erretten möge (V. 116-117 ), denn Gott hatte über die Gottlosen Gericht gehalten (V. 118-119 ). Darauf drückte der Psalmist seine Furcht vor den Urteilen Gottes aus (V. 120 ; vgl. V. 161 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Du bist mein Schirm und Schild usw. Weil der Prophet überzeugt ist, dass er sicher nur sein kann, soweit Gottes Flügel ihn bergen und decken, so fürchtet er im Vertrauen auf seine Verheißungen nichts. Und sicherlich muss den Gläubigen dies zuerst feststehen, dass ihr von so vielen Gefahren umgebenes Leben allein durch Gottes Schutz bewahrt bleiben kann. Sie sollen also bei ihm ihre Zuflucht suchen und im Vertrauen auf sein Wort geborgen auf das Heil warten, welches er verheißen hat. Gewiss schöpfen wir nun die Zuversicht, dass Gott unsre Zuflucht und unser Schild ist, aus dem Wort. Aber es wirkt doch auch beides aufeinander: nachdem wir aus dem Wort gelernt haben, dass uns bei Gott sichere Bergung bereitet ward, wird diese Lehre in unserem Geist gehegt und befestigt, wenn wir empfinden, wie notwendig es ist, dass Gott uns verteidigt. Muss nun auch seine Macht zur Begründung unserer Heilshoffnung vollständig ausreichen, so sollen wir doch immer sein Wort in den Mittelpunkt stellen, damit unser Glaube nicht wanke, wenn seine Hilfe verzieht.

Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar

Psalm 119: 114

Du bist mein Versteck und Schild; Ich setze meine Hoffnung auf dein Wort.

Wie oft werden wir von schlechten oder vergeblichen Gedanken angegriffen? Wie oft werden wir mit Gefühlen des Urteils, der Rache, der Lust, der Begierde, der Beschwerde, der Depression, der Selbstsucht und des Stolzes versucht? Jeschua sagte uns, dass all diese negativen Gefühle von Herzen kommen (Matthäus 15:19); und deshalb sagte uns König Salomo: ‚Hüte vor allem dein Herz; denn es ist die Quelle der Folgen des Lebens “(Sprichwort 4:23).

Geliebte, diese Gefühle und irrationalen Gefühle sind die Feinde unserer Seele. Sie richten mehr Schaden an unserem Leben an als jeder Terrorist. Der Terrorist wird unserem Körper schaden, aber diese bösen Konzepte in unseren Herzen werden unserer Seele schaden (Matthäus 10,28). Unsere Regierungen können antiballistische Raketen, magnetische Schilde und Radarschutzmittel einsetzen, aber diese können uns niemals vor dem wirklichen Feind unserer Seele schützen. Unsere Wissenschaftler können alle Arten von Systemen zur Erfassung von Informationen entwickeln, aber sie werden niemals in der Lage sein, etwas zu schaffen, das uns vor dem wirklichen Feind schützt: unsere böse Neigung.

Lassen Sie uns diesen unerbittlichen Feind entlarven. Lassen Sie uns ihn erkennen, wenn er sein hässliches Gesicht hebt und nicht dumm genug ist zu glauben, dass wir gegen ihn kämpfen können. Wir müssen Zuflucht suchen und unsere Hoffnung auf die unfehlbaren Maßstäbe der Worte der Wahrheit setzen, die uns in der Thora dargelegt wurden. Wir müssen sie auswendig lernen und ihm laut zitieren, wie es Jeschua am Tag seiner Versuchung in der Wüste getan hat (Matthäus 4: 1–11). Lassen Sie uns sehen, dass der Gegner verschwindet.

Selbst König David, der ebenso stark und mutig wie edel war, einer der größten Krieger der Welt, wusste, dass der wahre Schutz seines Herzens nur im Versteck der Tora, dem Wort Haschems, lag. Mögen wir wieder diese immer wieder klingenden Worte hören: „Du bist mein Versteck und mein Schild: Ich hoffe auf dein Wort.“

Unter dem Feigenbaum: Messianisches Denken durch den hebräischen Kalender