das Ziel des ganzen ist …

zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, worin er uns begnadigt hat (O. womit er uns angenehm gemacht hat) in dem Geliebten,
Elberfelder 1871 – Eph 1,6

Zum Lob der Herrlichkeit Seiner Gnade, womit Er uns begnadigt hat in dem Geliebten; Mt 3,17; Kol 1,13.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Eph 1,6

Darum freuen wir uns voll. Wir danken ihm für seine Liebe, mit der er uns durch seinen Sohn Jesus freigesprochen hat.
VolxBibel – Epheser 1,6

Ein Grund für die Erwählung Israels war, dass das Volk Gott verherrlichen sollte ( Jes 60,21; 61,3; Jer 13,11 ); die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes nimmt im Judentum eine so zentrale Rolle ein, dass nach jüdischer Auffassung sogar das göttliche Eingreifen zum Gericht dem Zweck diente, die Menschen zu ihm, der wahren Quelle des Lebens ( Jer 2,13 ), zu bekehren ( 2.Mose 7,5; Am 4,6 ).

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Denn die Schrift lehrt, dass von dem Augenblick an, da wir Christum annehmen, alle unsere Fehler und Unvollkommenheiten vor des Herrn Augen gleichsam verdeckt sind um des Verdienstes des Sühnopfers willen. Das Jehovas Güte und Gnade beschafft hat, und das wir uns durch Glauben daran zu nutze machen können. Da einzig, was vollkommen ist, bei Gott annehmbar ist, und da wir, so sehr wir uns bemühen und reinigen, doch immer unvollkommen bleiben, so ist es klar, dass unsere Annahme durch den Vater nur möglich ist, wenn wir gleichsam eingehüllt sind in das Kleid der Gerechtigkeit Christi, wenn seine Vollkommenheit uns zugerechnet wird. So sind wir denn zunächst „angenommen in dem Geliebten“ (Epheser 1:6), und dann beweisen wir unsere Liebe zur Gerechtigkeit, unseren Wunsch, dem Herrn zu gefallen, täglich dadurch, dass wir der Heiligkeit (Vollkommenheit) zustreben.

Charles Taze Russell im Jahr 1899 – Die Versöhnung des Menschen mit Gott

Das ist nicht nur der in seiner Ewigkeit verborgene Wille Gottes, von dem wir nur durch eine Verheißung Kunde hätten; seine Erwählung ist vollendete, von uns erlebte Tat geworden. Christus ist nicht mehr nur in seinem ewigen Leben im Vater der Grund und Träger einer uns geltenden göttlichen Liebe, sondern er ist zu uns gekommen und hat uns die Liebe Gottes gebracht, sie mit der Tat erwiesen und zu unserem Besitz gemacht. Im Geliebten Gottes, in dem ersten, ewigen und herrlichen Empfänger der göttlichen Liebe, hat sie auch uns erfasst, und wie groß die in ihm uns geschenkte Gnade ist, erkennen wir daran, dass er uns in die Kindesstellung führt, in der wir vor Gott heilig sind.

Ist uns nicht schon damit das volle Evangelium gesagt? Kann Paulus noch mehr sagen, um die göttliche Gnade noch höher zu führen und sie noch reicher vor uns zu entfalten? Ja; denn damit, dass Jesus die göttliche Gnade uns so bringt, dass wir sie empfangen und erleben, begegnet sie unserer Sünde. So muss noch ein neuer, wichtiger Punkt zur Sprache kommen, der uns die Größe der göttlichen Gnade nach einer neuen Seite erkennen lässt . Es wird darin deutlich, was uns die irdische Arbeit Jesu erworben hat. Weil uns schon unsere Erwählung im Christus gegeben ist, wird uns auch alles weitere, was sich auf die ewige Gnade Gottes aufbaut, in ihm zuteil, so dass der Preis der Gnade Gottes fortwährend zum Preis Jesu und zur Verkündigung seiner Wohltat wird.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Die V. 5-6 bringen nun eine nähere Bestimmung unserer Auserwählung: Gott hat uns erwählt, »… wobei er uns in Liebe vorherbestimmt hat ….«. Gerade haben wir in V. 4 gehört, dass Gott uns mit dem allgemeinen Ziel erwählt hat, vor ihm heilig und untadelig leben zu sollen. Aber er belässt es nicht bei dieser allgemeinen Bestimmung. Auch Engel sind heilig und untadelig. Im Blick auf uns Menschen geht Gott aber weiter. Er fasst einen ganz konkreten Liebesplan – und zwar grundlos! »Liebe« (griech.: agape – ein in der Umwelt des Neuen Testaments kaum gebrauchtes Wort) ist jene herzliche Zuwendung, die sich nicht an den Vorzügen des anderen entzündet, sondern auf den anderen zugeht, auch wenn er unliebenswert, ja, sogar ein Feind wäre. In dieser seiner Liebe trifft Gott nun, ebenfalls vor Grundlegung der Welt (V. 4; vgl. das »vorher-«), eine Vorherbestimmung, eine persönliche Festlegung. Darüber wird in V. 5 zunächst ausgesagt, worauf sie sich bezieht und was ihn dazu bewegt hat, bevor in V. 6 dann das Endziel des ganzen Heilsplans Gottes genannt wird.

1.) Gott hat uns vorherbestimmt »zur Einsetzung als seine Söhne durch Jesus Christus«. Das griech. Wort, das wir mit »Einsetzung als Söhne« wiedergegeben haben, kann auch »Annahme an Kindes Statt« oder »Adoption« bedeuten. Darauf bezieht sich also unsere Vorherbestimmung, dass Gott beschlossen hat, uns zu nichts weniger zu machen als zu seinen Söhnen (Wörtlich: »… Söhne auf ihn hin«). Unsere Bestimmung als Erwählte ist es nicht, Engel zu werden oder irgendwelche himmlische Wesen, sondern Söhne Gottes. Dies sind wir nicht von Natur aus; wir müssen als Söhne eingesetzt werden. Dies bewirkt der Heilige Geist (Röm 8,15: »Geist der Einsetzung in die Sohnschaft«) aufgrund der Erlösungstat Christi (Gal 4,5). Entsprechend heißt es auch hier, dass die Einsetzung als Söhne Gottes »durch Jesus Christus« geschieht.

2.) Gott hat uns vorherbestimmt, seine Söhne zu werden, »gemäß dem Entschluss seines Willens«. Der Gedanke, der schon in dem Wort »Liebe/Agape« (V. 5 a) steckt, nämlich dass unsere Vorherbestimmung ganz in Gottes freier Gunst gründet, wird nun nochmals stark unterstrichen. Es gibt keinen anderen Grund dafür, dass Gott uns als seine Söhne annahm, als den freien Entschluss seines Willens. Das ist Gnade! Dan ist kein Verdienst, kein Anspruch unsererseits, sondern nur Gottes grundloser Liebeswille.

Allerdings verbindet Gott mit unserer gnädigen Vorherbestimmung als seine Söhne ein Ziel. Es ist das höchste Ziel des gesamten Heilsplans Gottes. In freiem Liebesentschluss bestimmt er uns zur Sohnschaft »zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns beschenkt hat in dem Geliebten« (V. 6; vgl. V. 12.14 b). Söhne Gottes sollen Lobsänger werden. Sie sollen bis in Ewigkeit die Gnade rühmen, d. h. das unverdiente Beschenktwerden, das uns nur um des geliebten Sohnes Gottes willen zukommt. Diese Gnade hat sie, die Sünder, die Mangel an Herrlichkeit Gottes hatten (Röm 3,23), zu Kindern gemacht hat. In der Einsetzung als Gotteskind haben sie die Gnadenherrlichkeit Gottes erfahren; am Ende empfangen sie die Auferstehungsherrlichkeit (1Kor 15,43; Röm 8,18). Wenn wir diesen Vers verstanden haben, und uns jemand fragt, was denn das höchste Ziel der Heilsgeschichte sei, müssten wir sagen können: Das höchste Ziel der Heilsgeschichte ist – nicht unser Wohl, nicht unser Heil, sondern – die Verherrlichung Gottes!

Gerhardt Maie – Edition C

Genau auf den Punkt gebracht – der letzte Satz:
das höchste Ziel der Heilsgeschichte ist die Verherrlichung Jehovahs!

welche Quelle?

Dem aber, der euch vor dem Straucheln bewahren und mit Jubel vor seine Herrlichkeit makellos hinstellen kann, dem alleinigen Gott, unserem Retter durch Jesus Christus, unseren Herrn, [gebührt] Herrlichkeit, Majestät, Macht und Autorität vor aller Zeit und jetzt und bis in alle Ewigkeiten. Amen.
Leonberger Bibel – Nestle-ALand – Judas 24–25

Dem aber, der sie vor dem Straucheln bewahren und mit Jubel vor seine Herrlichkeit makellos hinstellen kann, dem allein weisen Gott, unserem Retter [gebührt] Herrlichkeit und Majestät, Macht und Autorität und jetzt und bis in alle Ewigkeiten. Amen.
Leonberger Bibel – byzantinischen Text von Robinson-Pierpont 05 – Jud 24–25

Ihm aber, Der euch kann behüten vor dem Fall und stellen vor Seine Herrlichkeit unsträflich mit Frohlocken, Röm 16,25f; Kol 1,22; 1Thess 5,23; 2Pe 3,14.
Dem allein weisen Gott, unserem Heilande, sei Herrlichkeit und Majestät, Macht und Gewalt, nun und in alle Ewigkeiten! Amen. Röm 16,25.27; 1Thess 5,23; 1Tim 1,17; 2Pe 3,18.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jud 24–25

da wir Judas 25 schon vor einigen Monaten hatten… heute mal ein kurzer Blick, af die Frage, welche Quelle nutzt meine Bibelübersetzung?

Die beiden ersten Übersetzungen heute, tragen den gleichen Namen sind aber auf zwei verschiedenen Grundtexten übersetzt. Scheinen nur kleine Unterscheide zu machen – aber wer tiefer in das Thema eintaucht, wird schnell merken, dass es fast immer um die Person Jesu Christi geht- wo die beiden „Urfassungen“ unterschiedlicher Meinung sein wollen. Wer bzw was ist Jesus Christus? Eine Frage, die wohl schon lange die Übersetzer in Atem hält.

Ich zitiere hier mal aus der Jettel und Jantzen- Übersetzung

Die Originalhandschriften des Neuen Testaments existieren heute nicht mehr. Jedoch gibt es für das Neue Testament mehr schriftliche Zeugnisse als für alle anderen antiken Bücher (zum Vergleich: Homers Ilias ist das wohl am besten bezeugte klassische Werk mit ca. 700 Textzeugen). Zu Gottes Wort existieren 127 auf Papyri geschriebene Textzeugen mit Teilen des Neuen Testaments, also Abschriften auf dem Material, das die ersten Christen für ihre Abschriften benutzten. Dieses wurde später durch das Pergament abgelöst. Weiterhin gibt es 322 Majuskelhandschriften; das sind frühe Abschriften in Großbuchstaben, die bis zur Einführung der Schreibschrift im 9. Jahrhundert im Umlauf waren. Von den Minuskeln, also den Handschriften mit der neu entwickelten Schrift in Kleinbuchstaben, die ab dem 9. Jahrhundert verwendet wurden, existieren heute noch etwa 2911 Handschriften. Daneben gibt es noch 2453 Lektionare; das sind Kopien des Neuen Testaments für gottesdienstliche Zwecke. Zudem existiert eine Vielzahl von Handschriften mit frühen Übersetzungen des Neuen Testaments in die syrische, koptische, lateinische, gotische oder slawische Sprache, später auch in andere.
Bis zum Aufkommen des Buchdrucks wurde der byzantinische Text des Neuen Testaments im Kerngebiet des Christentums überliefert, dann in Auflagen herausgegeben und übersetzt. Die bekannteste Ausgabe des Neuen Testaments war die von Erasmus (die erste 1516), die später auch textus receptus (t. r.) genannt wurde und vom 16. Jahrhundert bis zu den modernen kritischen Ausgaben im 19. Jahrhundert allgemein anerkannt war. Obwohl auch die Handschriften, die für den t. r. benutzt wurden, zur byzantinischen Familie zu zählen sind, kann der byzantinische Texttyp6 aufgrund der großen Anzahl an Handschriften wesentlich genauer als dieser bestimmt werden.
Da Kopisten trotz nachweislich akribischer Gründlichkeit gelegentlich Fehler unterlaufen sind, existieren Handschriften, in denen Kopierfehler enthalten sind. Diejenigen Stellen im Neuen Testament, die abweichend bezeugt sind, nennt man Lesarten oder Varianten.
Im Hinblick auf die Methodik ist es somit von grundlegender Bedeutung zu beachten, dass keiner Einzelhandschrift oder nur einmalig bezeugten Lesarten der Vorzug gegeben werden darf, sondern dass nur ein Konsens in den zugrunde liegenden Handschriften zielführend ist.
Die byzantinische Textform ist der Archetyp (d. i. der Ausgangstext, den man aus den davon abhängigen Handschriften rekonstruieren kann), den wir aufgrund der Vielzahl der übereinstimmenden Handschriften für – zumindest nahezu – identisch mit den Autographen (d. i.: den Originalhandschriften der neutestamentlichen Autoren) halten. (…)
Da deutlich nachzuweisen ist, dass der byzantinische Text in allen anderen Textformen (westlicher und alexandrinischer Text), Kirchenvätern und Übersetzungen (syrisch, koptisch, gotisch, lateinisch usw.) in unterschiedlicher Quantität vorhanden ist, können wir deren Herkunft ableiten. Andere Textformen lassen sich als sekundäre Kopien des byzantinischen Textes bestimmen.
Der byzantinische Text ist die Grundlage für einige Ausgaben des 20. Jahrhunderts, wie z. B. Antoniades, Hodges/Farstad, Pickering und Robinson/Pierpont.
Der Text von Westcott/Hort, dem NA (Nestle-Aland) nahezu durchgängig gefolgt ist, beruht auf vornehmlich zwei Handschriften (Codex Sinaiticus und Codex Vaticanus) mit alexandrinischem Text. Diese ägyptischen Handschriften weisen zwar auch byzantinischen Text auf, jedoch mit geringerem Anteil als die übrige Überlieferung griechischer Handschriften. Das Hauptargument der Befürworter des Textes des NA basiert auf dem Alter der beiden Codizes (Vaticanus: 4. Jh.; Sinaiticus: 4. Jh.). Wie noch gezeigt werden wird, ist Alter jedoch kein Garant für eine gute Abschrift, wie beispielsweise der alte, aber sehr fehlerhafte Papyrus 66 (alexandrinisch) deutlich bezeugt. Vielmehr ist das Alter und die Qualität des enthaltenen Textes und nicht das der Handschrift entscheidend.

Das Neue Testament, Die Psalmen, Die Sprüche in deutscher Fassung

innere Ruhe finden?

So spricht Jehova: Tretet auf die Wege, und sehet und fraget nach den Pfaden der Vorzeit, welches der Weg des Guten sei, und wandelt darauf; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sprechen: Wir wollen nicht darauf wandeln.
Elberfelder 1871 – Jeremia 6,16

So spricht Jehovah: Stehet bei den Wegen und sehet und fraget nach den Steigen der Ewigkeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, und ihr werdet Rast finden für eure Seele. Sie aber sprechen: Wir wollen nicht darauf wandeln. Jer 18,12.15; 44,16; Jes 28,12; Ps 139,24; Mt 11,29.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jer 6,16

Gott sagt auch: „Schaut euch mal an, was die Leute früher gemacht haben. Betretet deren Wege, macht es denen nach, wenn sich die Entscheidung im Nachhinein als gut herausgestellt hat. Lernt von den Leuten, die vor euch gelebt haben! Dann werdet ihr euch innerlich entspannen können. Aber eure Antwort auf diesen Tipp ist: ‚Nö, wir haben da keinen Bock drauf!‘
VolxBibel – Jer 6,16

Gott hat den Menschen zu jeder Zeit offenbart, wie sie ihm dienen sollen. Er hat von seinem Volk nicht etwas Neues verlangt, sondern er hat ihnen zu erkennen gegeben, welches der richtige Weg sei, den sie gehen sollen. Aber sie sind sehr bald abgewichen. Der Schreiber des Hebräerbriefes sagt später: „Deswegen sollen wir umso mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa abgleiten“ (Heb 2,1). In unseren Tagen spricht man gerne vom Erforschen, vom Entwickeln, man will ausgetretene Wege verlassen. Sicherlich ist es gut, darauf zu achten, nicht in die Routine menschlicher Traditionen zu versinken. Lasst uns aber darauf Acht haben, dass dies nicht als Vorwand dient, um unseren eigenen Gedanken nachzugehen. Der Weg des Segens ist bezeichnet: Zu dem zurückzukehren, was Gott am Anfang gegeben hat: „Fragt nach den Pfaden der Vorzeit, welches der Weg des Guten sei“ (V. 16). Wer diese Unterweisungen befolgt, wird „Vermaurer der Lücken, Wiederhersteller bewohnbarer Straßen“ genannt werden (vgl. Jes 58,12).

Marc Allovon – Das Buch des Propheten Jeremia

„Fragt nach den alten Pfaden“. Sowohl christliche als auch jüdische Kommentatoren sehen die „alten Wege“ als Tora-Beachtung und die spirituellen Wege der Patriarchen, sowie derer, die die Erlösung aus der Sklaverei in Ägypten erlebten. Die „alten Wege“ zeigen sich in einem Leben der Treue zu ADONAI und seiner Unterweisung.

The Complete Jewish Study Bible: Notes

Als Rat zu ihrer Pflicht (Vers 16). Gott hat ihnen immer gesagt: „Tretet hin an die Wege und schaut.“ Er möchte, dass sie wie Reisende handeln, die den Weg gehen wollen, der sie an ihr Ziel bringt: Sie fragen, welcher der richtige Weg ist. O dass die Menschen doch weise für ihre Seelen wären (Spr 9,12)! „ ‚Fragt nach den Pfaden der Vorzeit‘ (Vers 16). ‚Denn frage doch das frühere Geschlecht‘ (Hiob 8,8), ‚frage deinen Vater‘ (5.Mose 32,7), und du wirst sehen, dass der Weg der Gottesfurcht immer der Weg ist, den Gott angenommen und gesegnet hat und auf dem Menschen Erfolg hatten. Fragt nach ‚den Pfaden der Vorzeit‘, den altehrwürdigen Pfaden, auf denen die Patriarchen gegangen sind, Abraham, Isaak und Jakob. Und wenn ihr hofft, die Verheißungen zu erben, die ihnen gegeben wurden, dann folgt ihren Fußstapfen. ‚Fragt nach den Pfaden der Vorzeit, welches der gute Weg ist‘ “ (Vers 16). Doch es gibt auch einen „Weg der Vorzeit … auf dem die Frevler einhergingen“ (Hiob 22,15). Wenn wir nach den Wegen der Vorzeit fragen, sollen wir nur nach dem guten Weg schauen. Das zeigt uns, dass der Weg des Glaubens und der Gottesfurcht ein guter alter Weg ist, der Weg, auf dem alle Heiligen zu allen Zeiten gewandelt sind. „Wenn ihr den guten Weg gefunden habt, dann ‚wandelt darauf‘ und bleibt auf ihm.“ Manche meinen, dieser Rat wird ihnen wegen des Kampfes zwischen den wahren und falschen Propheten gegeben: „ ‚Tretet hin an die Wege‘ “ (Vers 16), sagt Gott, „und forscht, welcher von diesen beiden mit dem geschriebenen Wort und dem gewöhnlichen Weg von Gottes Vorsehung übereinstimmt, die euch auf den guten Weg führen wird, und folgt ihm. Wandelt auf dem guten Pfad der Vorzeit und ihr werdet euch an Gott und an euch selbst erfreuen und der Weg wird euch zu der wahren Ruhe führen. Am Ende eurer Reise werdet ihr eine reichliche Belohnung finden.“ „ ‚Sie aber sprechen: >Wir wollen nicht darauf wandeln!<‘ (Vers 16). Wir wollen uns immer noch nicht selbst und unsere Neigungen verleugnen, so dass wir darauf wandeln können.“

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Das Volk verwirft Gottes Ruf, auf den Pfaden der Vorzeit in Gerechtigkeit zu wandeln. Die Israeliten wollen nicht darauf achten. Darum wird das Unheil kommen trotz der wohlriechenden Schlachtopfer, die sie darbringen. Die Menschen werden stürzen und umkommen.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Kommt mir irgendwie bekannt vor! Anstatt zurück zu den Wurzeln zu gehen – zu den Anfängen des Christentums im 1.Jahrhundert – wo es lauter kleine Hausgemeinden gab, oder zurück zur Zeit von Abraham und Isaak, bastelt man sich seine eigene kleine „wahre Geschichte“ … und kann, weil der Segen Jehovahs fehlt, weder Zeitschriften noch Gebäude halten. Hört doch! Es handelt sich nicht um die Worte von irgendwelchen „Propheten“ die vor 150 Jahren lebten! Es handelt sich um das lebendige Wort! -handelt wie die Apostel, die 1.Christen und Abraham und Isaak….!

Wir leben auf dem Höhepunkt dieser bösen Welt und auf dem Kulminationspunkt des Daseins der Christenheit. Heidnische Philosophien und Lehren von Dämonen und menschliche religiöse Überlieferungen gehen unter der Maske der christlichen Lehre und des christlichen Kults einher. Bösgesinnte Menschen passen schlau eine Gelegenheit ab, um sich zu unsittlichen Zwecken in unsere christlichen Gruppen einzuschleichen, Gottes unverdiente Güte zu missbrauchen und den Glauben und die Manieren derer zu verderben, die sie zu ihren Opfern machen können. Wir leben in der Tat unter verführerischen Verhältnissen, und um nicht irrezugehen, ist es für uns unbedingt nötig, nach den Worten der Schrift zu handeln: „Fraget nach den Pfaden der Vorzeit, welches der Weg des Guten sei, und wandelt darauf; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Jeremia 6:16) Wir müssen direkt zu den inspirierten Schriften selbst zurückgehen, sie täglich prüfen, indem wir sie mit dem vergleichen, was Menschen uns lehren, und so gehen wir zurück zu dem „Glauben, der ein für allemal den Heiligen überliefert“ worden ist. Und nachdem wir wieder entdeckt haben, was er ist, müssen wir dafür ‚einen harten Kampf führen‘, um daran festzuhalten und ihn zu betätigen, wie Judas 3 es sagt (Neue-Welt-Übers.)

Wachtturm Studienausgaben 1950

wie wahr – nur genutzt hat es wenig – heute weit von der Gottes Wort entfernt!

NUR die Bibel ist das Wort Gottes! und nur wenn wir zu diesem Wort zurück kehren, werden wir „Ruhe finden“!

Sie werden alle wieder aus dem Ausland zurück nach Hause kommen!

So spricht Jehovah: Eine Stimme hört man in Ramah, eine Klage, bitterliches Weinen: Rachel weint über ihre Söhne. Sie weigert sich, sich trösten zu lassen über ihre Söhne; denn sie sind nicht da. Tob 10,4; Mt 2,18; 1Mo 35,19.
16. So spricht Jehovah: Halt ab deine Stimme vom Weinen, deine Augen von Tränen! Denn ein Lohn wird dir für dein Werk, spricht Jehovah, und sie kommen zurück aus dem Lande des Feindes. Lk 7,13; 8,52.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jeremia 31,15–16

So spricht der Ewige: Horch, Klage klingt in Rama / ein bitterlich Weinen! / Rahel beweint ihre Kinder / läßt nimmer sich trösten / ob ihrer Kinder, die dahin.
So spricht der Ewige: Spar deiner Stimme Weinen / und deinen Augen Tränen! / Denn Dank gibts dir zum Lohn / ist des Ewigen Spruch / sie kehren heim vom Feindesland! /
Neftali-Herz-Tur-Sinai – Jer 31,14–15

So spricht Jehova: Eine Stimme wird in Rama gehört, Wehklage, bitteres Weinen. Rahel beweint ihre Kinder; sie will sich nicht trösten lassen (Eig sie weigert sich, sich trösten zu lassen) über ihre Kinder, weil sie nicht mehr sind. So spricht Jehova: Halte deine Stimme zurück vom Weinen und deine Augen von Tränen; denn es gibt Lohn für deine Arbeit, spricht Jehova, und sie werden aus dem Lande des Feindes zurückkehren;
Elberfelder 1871 – Jer 31,15–16

Die biblischen Prophezeiungen deuten darauf hin, daß die Zeit nahe ist, wo Gott Schritte unternehmen wird, um der gehorsamen Menschheit Frieden und ewiges Leben zu schenken. Gott hat verheißen: „Ich will ihre Trauer in Frohlocken umwandeln, und ich will sie trösten und sie erfreuen, indem ich sie ihrem Kummer entreiße.“ „ ‚Halte deine Stimme zurück vom Weinen und deine Augen von Tränen, denn es gibt eine Belohnung für deine Tätigkeit‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚und sie werden gewißlich aus dem Land des Feindes [des Todes] zurückkehren‘ “ (Jeremia 31:13-17).
Dann wird Jehova nach und nach die im Laufe der Menschheitsgeschichte Verstorbenen durch die Auferstehung wieder zum Leben bringen. Unter der himmlischen Regierung in Gottes neuem System werden sie die Gelegenheit haben, ewiges Leben zu wählen, indem sie Gottes Geboten gehorchen, deren Beachtung lebenswichtig ist. Wenn wir uns also der Bibel zuwenden, finden wir darin eine echte Hoffnung für die Toten und Trost für die Lebenden (Apostelgeschichte 24:15; Offenbarung 20:12-14; 21:1-4).

Erwachet! 1987

Klingt gut, diese Erklärung – nicht wahr? Ja, die Bibel spricht über eine Auferstehung der Toten. Aber wäre Rahel mit dieser Antwort zufrieden?

Hier eine ähnliche Erklärung:

Dass besonders bei denen, die über den Verlust ihrer Kinder getrauert haben, die ins Exil gebracht wurden, ihr Kummer bei der Rückkehr ihrer Kinder in Freude verwandelt wird (Vers 15–17). Hier haben wir:
5.1 Die traurige Klage der Mütter über den Verlust ihrer Kinder (Vers 15): „Eine Stimme wird in Rama gehört“, als es zu der vollständigen Gefangenschaft kommt, nichts als „bitterliches Klagen und Weinen“, mehr als an anderen Orten, denn dort hat Nebusaradan allgemein die Gefangenen zusammengezogen, wie sich in 40,1 zeigt, wo wir sehen, wie er Jeremia von Rama zurückschickt. Es heißt hier, dass Rahel ihre Kinder beweint. Das Grab von Rahel liegt zwischen Rama und Bethlehem. Benjamin, einer der beiden Stämme, und Ephraim, der Führende der zehn Stämme, sind beide Nachfahren von Rahel. Sie hatte nur zwei Söhne: der Ältere, um den sein Vater trauerte und „sich nicht trösten lassen“ wollte (1.Mose 37,35), und den anderen nannte sie selbst Benoni (1.Mose 35,18), „den Sohn meines Kummers“. Genauso trauern nun die Einwohner Ramas wegen ihrer Söhne und ihrer Töchter, die weggeführt werden (1.Sam 30,6). Die liebenden Eltern lehnen es sogar ab, sich wegen ihrer Kinder trösten zu lassen, „weil sie nicht mehr sind“, d.h. nicht mehr bei ihnen sind, sondern in der Hand ihrer Feinde sind. Sie werden sie wahrscheinlich nie wiedersehen. Das wird von dem Evangelisten auf die große Trauer in Bethlehem in Bezug auf die Ermordung der Kleinkinder durch Herodes angewendet (Mt 2,17–18), und es heißt, dass sich diese Schriftstelle dadurch erfüllt.
5.2 Wie sie darin unmittelbar ermutigt werden (Vers 16–17). Auch wenn wir trauern, so dürfen wir dennoch nicht murren. Um übermäßigen Kummer zu unterdrücken, müssen wir daran denken, dass es Hoffnung für unsere Zukunft gibt (Vers 17), die Hoffnung, dass die Not nicht für immer bleiben und es ein glückliches Ende geben wird. Das Ende wird Frieden sein (Ps 37,37). Es fällt zwar eine Generation in der Wüste, doch die nächste wird nach Kanaan kommen. „Es gibt noch einen Lohn für deine“ leidende „Mühe“. Gott erfreut die Seinen so viele Tage, wie er sie beugte (Ps 90,15). Freude und Kummer halten sich also die Waage wie auch Lohn und Mühe. Bei Kindern, die durch den Tod fortgenommen werden, gibt es die Hoffnung, dass sie „in ihr Gebiet zurückkehren“ werden, ihr Erbteil im himmlischen Kanaan, dem Land seines Heiligtums.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

und hier ein anderer Gedanke, der die oben angeführten mit einbezieht:

So spricht Jehova: Man hört eine Stimme in Rama, Klage und bitteres Weinen, Rahel weint um ihre Kinder; sie weigert sich, um ihre Kinder getröstet zu werden, weil sie nicht sind. So spricht Jehova: Hüte deine Stimme vor dem Weinen und deine Augen vor den Tränen; denn dein Werk wird belohnt werden, spricht Jehova, und sie werden wiederkommen aus dem Lande des Feindes. Und es gibt Hoffnung für euer letztes Ende, spricht der HERR; und eure Kinder werden wieder in ihre eigene Grenze kommen.

In Vers 15 beschreibt Jeremia das Weinen Rahels: Eine Stimme wird in Rama gehört. Es ist eine Stimme des Wehklagens und des bitteren Weinens. Jeremia stellt sich Rahel so vor, dass sie um ihre Kinder weint. Rahel, deren Grab sich in der Nähe der Stadt Rama befand, war auch ein Symbol der jüdischen Mutterschaft. Die Kinder dieses Verses sind die Söhne, die in die Gefangenschaft geführt werden sollen. Rahel ist ein Symbol für jüdische Mütter, die um Söhne weinen, die sie nicht wiedersehen werden. Dieser Vers besagt, dass Rahel sich weigerte, getröstet zu werden, weil [ihre Kinder] es nicht sind. Die Aussage, sie sind nicht, kann auf zwei Arten verstanden werden. Erstens kann sie bedeuten, dass die Kinder nicht getröstet werden, da sie in die Gefangenschaft gehen, oder zweitens kann sie bedeuten, dass sie tot sind und das Weinen nicht über die Lebenden ist, die in die Gefangenschaft gehen, sondern über die, die getötet wurden. So oder so, am Ende sind beide Aussagen wahr.

Rama, eine Stadt nördlich von Jerusalem, ist die Stadt, in der der Prophet Samuel geboren wurde und später begraben wurde. Mose 35:16-20 sagt uns, dass Rahel auf der Straße nach Bethlehem begraben wurde. Es heißt nicht, dass Rahel in Bethlehem begraben wurde, sondern an der Straße nach Bethlehem. Die gleiche Straße, die nach Bethlehem führt, führt an der Stadt Rama vorbei. Nördlich von Rama liegt die Stadt Bethel. Zwischen Bethel und Jerusalem liegt die Stadt Rama. Rahel starb, nachdem sie Bethel verlassen hatte, während sie noch weit von Bethlehem entfernt war. Rama liegt zwischen Bethel und Bethlehem. In der Nähe von Rama wurde Rahel begraben. In 1. Samuel 10,2 heißt es, dass Rahels Grab in der Nähe der Grenze zu Benjamin war; Rama liegt ganz in der Nähe der alten Ephraim-Benjamin-Grenze, der Grenze zwischen den Stämmen Ephraim und Benjamin. In Jeremia 40,1 heißt es, dass Rama der Punkt war, an dem der Gefangenschaftsmarsch nach Babylon beginnen würde. Die Juden, die gefangen genommen wurden, wurden alle versammelt und nach Rama gebracht, um von dort aus in die babylonische Gefangenschaft gebracht zu werden. Die Mütter der jüdischen Söhne kamen auch nach Rama, aber sie durften nicht nach Babylon gehen, also weinten die Mütter in Rama um Söhne, die sie nie wieder sehen würden. Viele jüdische Mütter weinten in Rama zu der Zeit, als die babylonische Gefangenschaft begann.

Vers 15 wird in Matthäus 2,17-18 in Bezug auf die Schlachtung der Säuglinge von Bethlehem zitiert. Er wird zitiert, nicht als eine Erfüllung, sondern als eine Anwendung. Jeremia spricht von jüdischen Müttern, die zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft um Söhne weinen, die sie nie wieder sehen werden. Aufgrund einer ähnlichen Situation wird der Vers in Matthäus 2 angewendet, wo wiederum jüdische Mütter um Söhne weinen, die sie nie wieder sehen werden.

In den Versen 16-17 gibt es Trost. In Vers 16 ermahnt Gott Rahel, mit dem Weinen aufzuhören: Halte deine Stimme vom Weinen zurück und deine Augen von den Tränen. Denn deine Arbeit soll belohnt werden. Die Verheißung ist, dass die Juden aus dem Land ihres Feindes wiederhergestellt werden. Vers 17 gibt ein Wort der Hoffnung: Und es gibt Hoffnung für euer letztes Ende. Wieder wird dies in die prophetische Zukunft gestellt. Zu jener prophetischen, zukünftigen Zeit, wenn die Kinder wieder an ihre eigene Grenze kommen werden.

Arnold Fruchtenbaum – Das Buch des Trostes: Jeremia 30-33

Was, wenn ganz Jeremia 31 noch in Erfüllung geht und Jehovah sein Volk dort zurückbringt, nachdem dieses Volk zu IHM zurückgekehrt ist?


erfüllt oder noch offene Prophezeiung?

So spricht der Herr, Jehova: Auch noch um dieses werde ich mich vom Hause Israel erbitten (Eig ersuchen) lassen, daß ich es ihnen tue: Ich werde sie an Menschen vermehren wie eine Herde.
Elberfelder 1871 – Ez 36,37

So spricht der Herr Jehova: Auch darin noch will ich das Haus Israels erhören, und es ihnen thun: ich will sie zahlreich machen wie eine Herde von Menschen.
van Ess 1858 – Ezekiel 36,37

So spricht der Herr, Jehova: Auch noch um dieses werde ich mich vom Hause Israel erbitten (Eig. ersuchen) lassen, daß ich es ihnen tue: Ich werde sie an Menschen vermehren wie eine Herde.
Paderborner Bibel – Hesekiel 36,37

So spricht der Herr Jehovah: Noch darin lasse Ich Mich erbitten (fordern) vom Hause Israels, daß Ich es ihnen tue. Ich will sie mehren, wie eine Herde von Menschen. Ez 34,31; Mi 2,12.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Hes 36,37

Die verbannten Juden, die bereuten und die Erfüllung der barmherzigen Verheißungen Jehovas herbeisehnten, mußten um die Wiederbevölkerung der verwüsteten Städte des Landes Juda bei Jehova nachsuchen. Eine Anzahl jener verbannten Juden blieb am Leben und kehrte in ihr Heimatland zurück, um die Verwirklichung der Verheißungen Jehovas zu sehen. Im Jahre 537 v. u. Z. erließ Cyrus, der Eroberer Babylons, einen Erlaß, der den verbannten Juden gestattete, in ihr Heimatland zurückzukehren und den Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. (Esra 3:1, 2, 12) Nachdem die Israeliten in ihre Städte zurückgekehrt waren und mit dem Wiederaufbau und dem Pflanzen begonnen hatten, mußten die Nationen erkennen, daß Jehova eine wunderbare Umwandlung bewirkt hatte. Es kam genauso, wie Jehova durch den Propheten Hesekiel erklärt hatte: „Man wird gewißlich sprechen: ,Dieses Land da, das verödet war, ist wie der Garten Eden geworden, und die Städte, die wüst waren und die verödet und die niedergerissen waren, sind befestigt; sie sind wieder bewohnt.‘ “ (Hes 36:33-36) Die Edomiter wurden später jedoch aus ihrer Heimat vertrieben, und nach der zweiten Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z. hörten sie als Volk zu bestehen auf.

Wachtturm Studienausgaben 1973

Damals, vor über zweitausendfünfhundert Jahren, mußten jene verbannten Juden, die bereuten und die Erfüllung der barmherzigen Verheißungen Jehovas herbeisehnten, um die Wiederbevölkerung der verwüsteten Städte des Landes Juda bei Jehova nachsuchen, besonders zur Heiligung und Rechtfertigung seines heiligen Namens. Eine Anzahl jener verbannten Juden blieb bis dahin am Leben und kehrte in ihr Heimatland zurück, um die Verwirklichung der Verheißung Jehovas, daß er ihr geliebtes Heimatland wieder bevölkern würde, zu sehen. (Esra 3:12) Heute, im zwanzigsten Jahrhundert, liegt das Befreiungsjahr 1919 Jahrzehnte hinter uns. Der gesalbte Überrest muß nicht mehr bei Jehova nachsuchen, damit der geistige Stand des Israels Gottes mit heiligen Personen wieder bevölkert werde. Dies ist jetzt eine vollendete Tatsache, und das Ende der Erfüllung der Prophezeiung ist noch nicht da. — Galater 6:16.

Die Nationen sollen erkennen dass ich Jehova bin – Wie?

36,31–38 Die umliegenden Völker würden erkennen, dass Gott das Land wieder bevölkert und bepflanzt hat. Menschen werden an Jerusalems Festzeiten dort so zahlreich sein wie Tierherden. Diese Weissagungen haben eine teilweise Erfüllung nach der Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft gefunden; aber ihre gänzliche Erfüllung geschieht erst unter der zukünftigen Königsherrschaft Christi.
Das moderne Israel wurde 1948 ein eigenständiger Staat. Und noch immer kehren Juden in ihr Land zurück, allerdings im Unglauben. Die Zeit, in der der Herr kommt, muss nahe sein!

MacDonald 2010 – Kommentar zum Alten Testament

Hesekiel weiß aber noch mehr zu sagen: Gott wird durch seinen Geist Vergebung, Reinigung und Neubelebung schenken (V. 25ff.). Hier werden Rechtfertigung und Heiligung organisch verbunden. Beides wirkt der Herr. Sechsmal heißt es: „Ich will“. Also Gottes heiliger und gnädiger Ratschluß steht dahinter. Das aber wirkt sich dann auch im äußeren Leben der Menschen und der Völker aus. Es kommt zum neuen Wohlstand, weil Gottes Segen sichtbare Früchte schafft (V. 34ff.). Dann werden alle im Volke Israel, aber auch alle Heidenvölker, nur neu staunen und bekennen, daß Gott seine Arbeit zum Ziel geführt hat (V. 36). Sie werden wohl mit Beschämung an ihre frühere Sünde (V. 31.32), aber noch mehr mit Bestürzung an Gottes wunderbare Gnade denken (V. 38).

Bruns – Die Bibel mit Erklärungen: Erklärungen

Weil der HERR für sie als Volk eine Zukunft vorbestimmt hat, liess Er es zu, dass sie zurückkehrten und eine Nation geworden sind.
Verschiedene arabische Führer haben erklärt, dass sie den Staat Israel vernichten wollen. Aber der HERR, der die Juden in das Land zurückkehren liess, wird eine endgültige Vernichtung des Volkes nicht zulassen. …, wird Er Israel wieder annehmen und die Gläubigen unter ihnen als seine Zeugen gebrauchen. Weil die grosse Masse des Volkes sich weigern wird, die Rechte des Herrn anzuerkennen und sich der Abgötterei zuwenden wird, muss der Herr die grosse Drangsal über sie kommen lassen. Diese Völker, die jetzt versuchen, sie zu vernichten, werden dann einen neuen Versuch dazu unternehmen, …, und werden einen teilweisen Erfolg haben. Sie werden aber ihr Ende finden, wenn der Herr selbst persönlich kommen wird, um sein Volk zu befreien. Siehe Jeremia 30,5-11; 31,31-34; Hesekiel 36,16-38; 37; Daniel 11,40-45.
Vom prophetischen Standpunkt aus gesehen, fällt uns die Tatsache, dass Jerusalem jetzt in den Händen der Israelis ist, vielleicht am meisten auf.
In Lukas 21,24 lesen wir die Worte des Herrn: «Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Nationen; und Jerusalem wird von den Nationen zertreten werden, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sind.» Diese Worte gingen bei der Zerstörung von Jerusalem im Jahr 70 nach Christus in Erfüllung.
Ob sie die alte Stadt in der Gegenwart weiter in ihrem Besitz halten können, ist eine offene Frage. Wir wissen, dass die «Zeiten der Nationen» mit der Regierung Nebukadnezars begannen (Dan 2,37.38; 4,22). Es kann sein, dass die alte Stadt internationalisiert und so in den Händen der Nationen bleiben wird. Aber nach Sacharja 12,2.3 wird Jerusalem für alle Völker ein Laststein bleiben. Diese Dinge sind ein Fingerzeig dafür, dass wir ganz am Ende der Zeiten der Nationen angelangt sind und darum auch nahe vor der Aufnahme der Versammlung stehen.
Diese Geschehnisse sollten uns zu einem grösseren Gefühl der Verantwortlichkeit anspornen.
Das Kommen des Herrn ist nahe. Die Möglichkeit, ihm zu dienen, ist in kurzem vorbei. Jetzt gibt es noch so viel zu tun. Die Botschaft des Evangeliums muss noch ausgerichtet werden. Gottes Volk soll im Glauben auferbaut und die Missionare sollen durch Gebete und Gaben unterstützt werden. Dies alles soll weitergeführt werden bis Er kommt. Möge der Herr uns aufwecken, damit wir unsere Aufgaben sehen und erfüllen!

Halte fest 1974

Zwei ganz unterschiedliche Ansichten! Die eine Ansicht vertritt die Auffassung, das es sich um eine erfüllte Prophezeiung handele, und die jetztige Erfüllung nur auf „uns“ angewandt werden kann – sprich auf die eigene Religionsgruppe.
Die andere Ansicht vertritt die Auffassung, dass es sich auch ein zweites Mal am Volke Israel erfüllen wird. Beide Auffassungen sind aus Zeitschriften Anfang der 1970iger Jahre. Welche Auffassung scheint rückblickend richtiger zu sein?

Aber der wichtige Lehrpunkt könnte verloren gehen:

Er bietet ihnen diese Dinge nicht als Lohn für ihre Verdienste an, sondern als die Antwort auf ihre Gebete. Sie müssen anerkennen, dass die Barmherzigkeiten, die sie von Gott bekommen, nicht nur nicht verdient, sondern auch tausende Male verwirkt sind. Sie müssen so weit davon entfernt sein, sich ihrer guten Taten zu rühmen, dass sie sich für ihre bösen Wege schämen müssen, und das ist die beste Vorbereitung auf Gnade. Wenn Gott mit Gnade zu seinem Volk kommt, dann fordert er, dass sie ihn suchen. Sie müssen dafür beten, denn Gott wird durch das Gebet gesucht.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Jesus = Gott ?

Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
Elberfelder 1871 – Johannes 20,28

Daraufhin rief Thomas aus: „Mein Herr und mein Gott!“
neue Welt Übersetzung – 2018 – Joh 20,28

Da rief Thomas: „Mein Herr und mein Meister!
Johannes Greber – 1936 – Joh 20,28

Thomas war total platt und sagte nur: „Mann, Meister, du bist es ja, du bist mein Gott!“
VolxBibel – Joh 20,28

Beachte, dass es nur eine einzige mir bekannte deutsche Bibelübersetzung gibt, die hier nicht Jesus als Gott bezeichnet : und dies ist die Greber-Übersetzung, die ja auch im Vorwort angibt, dass der Übersetzer Hilfe von „Geistern“ hatte!

An dieser Stelle wird auch nicht behauptet, dass Jesus der Vater wäre! sondern nur, dass er Gott ist. Ist er das? Ist Jesus der „Engel Jehovahs“ aus dem Tanach????

Bei Thomas bedurfte es aber nicht des Berührens der Wundmale. Wie aus der Antwort Jesu ὅτι ἑώρακάς με V. 29. erhellt, übt das bloße Sehen des Auferstandenen einen so gewaltigen Eindruck auf ihn, daß sein Zweifel alsbald in das ehrfurchtsvolle Bekenntniß: „Mein Herr und mein Gott!“ umschlägt. Es sind nämlich diese Worte nicht mit Theod. v. Mopsv., den Socinianern und einigen Neuern als ein an Gott gerichteter Ausruf der Verwunderung, etwa in dem Sinne: „O Deum immortalem! quid video!“ zu fassen, sondern als ein Bekenntniß des Glaubens an die göttliche Natur des Herrn, ausgesprochen in der ersten freudigen Ueberraschung beim Anblicke des Auferstandenen. Das zeigt das εἶπεν αὐτῷ und ὁ κύριός μου, was nur auf Christus bezogen werden kann. Es liegt in diesen Worten ein vollständiges Glaubensbekenntniß, indem Thomas Jesum mit ὁ κύριος als den Messias, mit ὁ θεός als Gott bekennt. Dieses Bekenntniß war aber die Folge der sinnlichen Wahrnehmung des Auferstandenen, es war ihm durch die sichtbare Erscheinung gleichsam abgezwungen. Wer aber seinen Glauben an das leibliche Sehen knüpft, an das Irdische und Sichtbare, der gibt ihn selbst dem Wechsel preis, da alles Sichtbare auch zeitlich ist und nur das Unsichtbare ewig (vgl. 2 Kor. 4, 18.). Daher ist jeder Glaube, der noch des Sehens, der noch der sinnlichen Hülfsmittel und Stützen bedarf, kein völlig seligmachender Glaube. Selig machend ist nur der Glaube, welcher, wie Paulus (Röm. 4, 18.) sagt, παρʼ ἐλπίδα ἐπʼ ἐλπίδι glaubt, welcher allein auf das Wort und die innere Beweiskraft desselben sich stützt. Und auf dieser Glaubensstufe stand Thomas noch nicht. Daher fügt der Herr V. 29. mit leiser Rüge hinzu: „Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt; selig, die nicht gesehen und (doch) geglaubt haben.“ Lachmann u. A. wollen πεπίστευκας als Frage lesen, aber ohne Grund. Die Perfekta ἑώρακας und πεπίστευκας sind als Präsentia der vollendeten Handlung zu fassen: „weil du mich siehst, glaubst du.“ Vgl. 16, 27. S. Win. S. 244. — Aber wie kann hier von Thomas gesagt werden, daß er glaube weil er sehe, da doch der Glaube nach Hebr. 11, 1. „die Ueberzeugung von Dingen ist, die man nicht sieht“, und da nach der Definition des Augustin. (tract. 40. in Joh.): „fides est credere, quod non vides?“ Darauf antwortet August. (tract. 121.): „Videbat (Thomas) hominem et confitebatur Deum, quem non videbat. Sed per hoc, quod videbat, illum jam remota dubitatione credebat.“ Also, es war etwas Anderes, was Thomas sah, und etwas Anderes, was er glaubte und bekannte. Indem nun der Herr selig preiset diejenigen, welche nicht gesehen und doch geglaubt haben, wird dem Thomas diese Seligkeit nicht abgesprochen, sondern es wird zu seiner Warnung nur die Regel angeführt, welcher auch er sich hätte unterwerfen sollen, und ihm die Gefahr angedeutet, in welcher man ist, wenn man das Sehen als Weg zum Glauben verlangt, wie er gethan (Meyer). — Passend beschließt Johannes mit diesen Worten sein eigentliches Evangelium; die Leser desselben sollen diesen Ausspruch des Herrn wohl zu Herzen nehmen.

Bisping_1869 – Exegetisches Handbuch zum Neuen Testament


Das reale Sehen des Auferstandenen bringt Thomas zum Glauben und löst sein Bekenntnis aus.50 Die Verbindung von ὁ κύριος und ὁ θεός verweist auf das Alte Testament (Ps. 34,23LXX: ὁ θεός μου καὶ ὁ κύριος),51 hat im Evangelium eine Sachparallele im Nathanaelbekenntnis (Joh. 1,49)52 und dürfte hier durch die Wendung ἑώρακα τὸν κύριον in 20,18 und den bewußten Rückbezug auf Joh. 1,1c (θεὸς ἦν ὁ λόγος) und 1,18 (μονογενὴς θεός) bedingt sein.53 Thomas bekennt Jesus als seinen Herrn und Gott und bringt damit den Glauben der joh. Gemeinde an die Gottessohnschaft Jesu Christi zum Ausdruck, der hier eine anti-imperiale Konnotation aufweist: Domitian lieft sich in der Spätzeit seiner Herrschaft als »Dominus et Deus noster«54 anreden, wobei die Kritik antiker Autoren55 erkennen läßt, wie stark dieser Herrschaftsanspruch das Leben und Verhalten der Menschen beeinflussen konnte. Wenn auf diesem Hintergrund die vom Kaiser beanspruchten Attribute von Johannes auf den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus übertragen werden, dann beinhaltet dies auch eine deutliche Kritik am Kaiserkult.

Schnelle_2009 – Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament

Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Damit spricht er aus, was nun im Herzen aller Jünger als helle, feste Gewißheit stand. Es ist das alte Jüngerbekenntnis, doch nun auf einer neuen Stufe, mit neuem Licht erfüllt und mit neuer Kraft in ihr Herz geschrieben, seit sie an ihm das ewige Leben mit Augen sahen. Jesus gibt sein bestätigendes Ja zu seinem Bekenntnis, blickt aber hinaus auf die Gemeinde, die durch den Dienst der Jünger von nun an gesammelt wird. 20,29: Jesus sagt zu ihm: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Selig sind die, die nicht sehen und glauben. Der Gemeinde wird nicht dasselbe beschert, was Thomas gegeben wurde, und sie darf nicht meinen, sie sei dadurch verkürzt. Größeres wird ihr gegeben als das, was Thomas empfing, nicht nur der Glaube, der aus dem Anblick Jesu entstand, sondern der Glaube, der uns mit Jesus verbindet, ohne daß wir ihn sehen, weil er durch das Wort entsteht, das uns den Auferstandenen verkündigt, und durch den Geist gewirkt wird, der als der Anwalt des Wortes uns zu Jesus führt. Darin, daß uns der Glaube mit Jesus vereint, auch ohne daß wir ihn sehen, sieht er das herrliche Werk der göttlichen Gnade, mit dem sein Wirken auf Erden sein Ziel erreicht.

Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament

Thomas war überzeugt. Wir wissen nicht, ob er seine Hand je in die Seite des Herrn gelegt hat. Doch er wusste schließlich, dass Jesus auferstanden war und dass er »Herr« und »Gott« ist. John Boys drückt dies sehr schön aus: »Weil er die Wunden sah, erkannte er die Göttlichkeit, die er nicht sehen konnte, an.«

MacDonald . Kommentar zum Neuen Testament

Es ist Abend an einem wunderbaren ersten Tag der Woche. Gemäss seiner Verheissung kommt der Herr in die Mitte der versammelten Jünger (Kapitel 14,19). Er zeigt ihnen in seinen Händen und in seiner Seite die «sicheren Kennzeichen», dass ihr Friede mit Gott gemacht ist (Apostelgeschichte 1,3). Er haucht das neue Leben in sie (vergleiche 1 Mose 2,7 und 1 Korinther 15,45) und sendet sie aus, um denen, die glauben, die Vergebung ihrer Sünden zu verkündigen (Vers 23).
An diesem Sonntag war Thomas abwesend. Und als die anderen Jünger ihm mitteilen: «Wir haben den Herrn gesehen», bleibt sein Herz kalt und ungläubig. Wieviele Kinder Gottes entsagen leichtfertig dem kostbaren Zusammenkommen zum Herrn Jesus hin -vielleicht, weil sie in ihrem Innern nicht an seine Gegenwart glauben. Thomas stellt den jüdischen Überrest dar, der Ihn später, wenn er Ihn sieht, als seinen Herrn und seinen Gott erkennen wird. «Was sind das für Wunden in deinen Händen?», wird er fragen (Sacharja 13,6). Aber es ist das glückselige Teil der Erlösten der gegenwärtigen Zeit, zu glauben ohne gesehen zu haben (1 Petrus 1,8). Und zu diesem Zweck sind diese Dinge geschrieben worden, nicht nur um gelesen, sondern um geglaubt zu werden. Auf das Wort Gottes gegründet, muss unser Glaube Den erfassen, der das Leben gibt und der Sohn Gottes ist (Vers 31).

Jean Koechlin .- Ährenlese im Neuen Testament Johannes

Wenn Thomas im Sinn hatte, Jesus als „Gott“ zu bezeichnen, so ist dagegen nichts einzuwenden. Es würde mit dem übereinstimmen, was Jesus selbst aus den Psalmen zitierte, in denen mächtige Männer, Richter, als „Götter“ bezeichnet werden (Joh 10:34, 35, EÜ;Ps 82:1-6). Selbstverständlich nimmt Christus eine weit höhere Stellung ein als solche Männer. Wegen der Einzigartigkeit seiner Stellung in seinem Verhältnis zu Jehova wird Jesus in Johannes 1:18 (NW, Si) als „der einziggezeugte Gott“ bezeichnet. (Siehe auch Kar, Thi.) In Jesaja 9:5 (EÜ) wird Jesus auch prophetisch als „Starker Gott“, nicht aber als allmächtiger Gott beschrieben. All das stimmt damit überein, daß Jesus in Johannes 1:1 als „ein Gott“ oder „göttliches Wesen“ bezeichnet wird (NW, Alb).

Zeugen Jehovas – Unterredungen anhand der Schriften

: Die Antwort des Thomas besteht in dem Bekenntnis zum göttlichen Wesen Jesu; vgl. Offb 4,11 . Plinius, ein römischer Statthalter, der zwei oder drei Jahrzehnte nach Johannes in der Nähe der vermutlich ersten Leser des Johannesevangeliums amtierte, berichtet, dass die Christen Christushymnen sangen »wie einem Gott«.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

„zum Glück bist du ein netter Gott“

Und sie weigerten sich zu gehorchen, und gedachten nicht deiner Wunder, welche du an ihnen getan hattest; sie verhärteten ihren Nacken und setzten sich in ihrer Widerspenstigkeit ein Haupt, um zu ihrer Knechtschaft zurückzukehren. (Die alexandr. Übersetzung lautet: setzten sich ein Haupt, um zu ihrer Knechtschaft nach Ägypten zurückzukehren. (Vergl 4. Mose 14,4)) Du aber bist ein Gott (Eloah) der Vergebung, gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Güte, und du verließest sie nicht
Elberfelder 1871 – Neh 9,17

sie weigerten sich zu hören,
sie gedachten nicht deiner Wunder, die an ihnen du hattest getan,
sie steiften ihren Nacken und setzten sich ein Haupt,
zurückzukehren zu ihrer Knechtschaft in ihrer Widerspenstigkeit.
Du aber bist ein Gott der Verzeihungen,
gönnend und erbarmend, langmütig,
und du verließest sie nicht.
Buber Rosenzweig – Nehemia 9,17

Sie hatten keinen Bock auf das, was du gesagt hast. Und die ganzen krassen Wunder, mit denen du ihnen geholfen hattest, hatten sie auch ganz schnell wieder vergessen. Plötzlich wollten sie unbedingt wieder zurück nach Ägypten, wollten wieder unter Knebelverträgen für die Ägypter arbeiten und so. Aber zum Glück bist du ein netter Gott, du liebst die Menschen und verzeihst, wenn man fies zu dir war. Du hast total viel Geduld mit deinen Leuten, und du hast sie nicht im Stich gelassen.
VolxBibel – Neh 9,17

Der Gott der Vergebung
«Du aber bist ein Gott der Vergebung, gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und gross an Güte» (Neh 9,17).
Für uns Menschen ist es etwas Grosses zu wissen, dass Gott gnädig ist; Er will den Menschen etwas schenken. Zudem ist Er barmherzig; sein Herz beschäftigt sich mit dem Elend der Menschen. Allerdings muss Er seine Gerechtigkeit aufrechthalten, und das bedeutet Zorn über die Sünde. Er muss die Sünden verurteilen und richten, denn Er ist heilig. Aber Er ist langsam zum Zorn. Er warnt und wartet. Und wie gross ist seine Güte! Sowohl für diese Zeit als auch für die Ewigkeit will Er nur das Gute für den Menschen.
Die Situation der Menschen
….
Alle Menschen haben böse Gedanken, reden böse Worte und verüben böse Taten. Dies alles nennt Gottes Wort Sünden. Und kein Mensch kann eine einzige Sünde ungeschehen machen, auch nicht durch Gutestun. ….
Die Voraussetzung für Vergebung
«So steht geschrieben, dass der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen sollte aus den Toten und in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden sollten allen Nationen» (Lk 24,46.47)
Die Voraussetzung für Vergebung ist also die Buße zu Gott. Was Buße bedeutet, erklärt uns Gottes Wort in Jesaja 55,7: «Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann des Frevels seine Gedanken; und er kehre um zu dem HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung.» Wenn jemand sein eigenwilliges Herz erkennt und zu Gott umkehrt, indem er seine Sünden bekennt und seinen bösen Weg verlassen will, so wird er einen Gott kennenlernen, der reich an Vergebung ist. Wie wunderbar!

Halte fest 1987

Gott ist der Ursprung aller Barmherzigkeit. Bereits im Alten Testament lesen wir mehrmals, daß Jehova, Gott, barmherzig ist (2 Mose 34,6; Neh 9,17 usw.). Die Worte barmherzig und Barmherzigkeit sind eine Nachbildung des lateinischen „misericordia“. Sie enthalten die Begriffe „arm“ und „Herz“ und erklären sich dadurch fast von selbst. Die einzigartige Barmherzigkeit Gottes in der Gabe des Sohnes Seiner Liebe für uns elende, dem ewigen Tod, der Gottesferne, geweihte Menschen entspringt Seinem tiefsten Innern, Seinem Herzen! In diesem Erbarmen kommt die unergründliche, helfende Liebe Gottes zu uns Menschen in einmaliger Weise zum Ausdruck..
Barmherzigkeit ist ein Wesenszug Gottes. Als Seine Kinder sollen auch wir barmherzig sein (Lk 6,36), wie Er uns gegenüber barmherzig war und immer wieder ist. Das Zentrum unseres Empfindens und Fühlens, unserer Zuneigung und Liebe muß berührt sein, damit die Barmherzigkeit mit Freuden und ohne Ansehen der Person ausgeübt werden kann.

Ermunterung und Ermahnung 1995
• Wer vergibt: Wenn es um die Annahme eines Sünders bei Gott geht, geht die Vergebung von Gott aus. Selbst die Pharisäer und Schriftgelehrten wussten, dass nur Gott Sünden vergeben kann

(Lk 5,21). In Nehemia 9,17 lesen wir die bemerkenswerten Worte: „Du aber bist ein Gott der Vergebung, gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Güte.“ Es ist das einzige Mal, dass Gott der „Gott der Vergebung“ genannt wird. Das zeigt, dass es Gott ein Anliegen ist, Menschen zu vergeben. Es ist wahr, dass Gott heilig ist und den Sünder strafen muss. Doch es ist ebenso wahr, dass dieser heilige Gott Liebe ist und selbst einen Weg gefunden hat, Sünden zu vergeben.
• Auf welcher Grundlage Gott vergibt: Gott ist Licht und Gott ist Liebe. Deshalb kann Er Sünden nicht ungestraft lassen. Wenn Gott sündigen Menschen Vergebung schenkt, ist dazu eine gerechte Grundlage nötig. Die Grundlage hat Er in dem vollbrachten Werk von Golgatha gefunden. In Hebräer 9,22 wird sehr deutlich gesagt: „… ohne Blutvergießung gibt es keine Vergebung“. Das ist ein wichtiger Grundsatz. Epheser 1,7 verbindet die Vergebung der Sünden mit der Erlösung, die wir durch sein Blut haben. Nur auf dieser Grundlage kann Gott vergeben. Vergebung kann uns nur geschenkt werden, weil ein anderer als Stellvertreter unsere Sünden getragen hat. Das geschah am Kreuz, als der Herr Jesus unsere Sünden „an seinem Leib auf dem Holz getragen hat“ (1 Petrus 2,24). Da lag die Strafe zu unserem Frieden auf Ihm und durch seine Striemen (die Wunden, die Gott Ihm schlug) ist uns Heilung geworden (Jes 53,5).

Im Glauben leben 2017