Kann Gott?

denn bei Gott wird kein Ding unmöglich sein. (And üb.: denn von seiten Gottes wird kein Wort unmöglich (kraftlos) sein)
Elberfelder 1871 – Lk 1,37

Denn „kein Wort, das von Gott kommt, wird kraftlos sein“. (a) Lu 18:27; 1Mo 18:14
Zürcher 1931 -Lukas 1:37

οὐ … πᾶν Hebr. (= οὐδέν) nichts (H-S § 249a; vgl. A137). ἀ-δυνατήσει Fut. ἀ-δυνατέω unvermögend/unfähig sein; unpersönl. es ist unmöglich; οὐκ ἀδυνατήσει παρὰ τοῦ θεοῦ πᾶν ῥῆμα nichts (wörtl. keine Sache) wird von Gottes Seite her/bei Gott unmöglich sein (B; H-S § 144c).

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testamen

1 Mo 18,14
Vgl. 1 Mo 18,14; Jer 32,17.27; Sach 8,6; Mt 17,20 (wörtlich) „Bei Gott ist kein Spruch kraftlos“ (auch Röm 4,17). Gott hat Adam geschaffen, nicht nur ohne Zutun eines Mannes, sondern auch ohne Zutun einer Frau. Gott hat Eva geschaffen mit Zutun eines Mannes und ohne Zutun einer Frau. Nichts ist leichter, als zu glauben, dass auch Jesus ohne Zutun eines Mannes, aber mit Zutun einer Frau von Gott ins menschliche Dasein gerufen werden kann.
Hat unser Gott nicht Himmel und Erde geschaffen aus nichts, ohne dass irgend etwas von irgend einer Seite dazu getan worden wäre? Trägt Er nicht alle Dinge auch heute noch mit Seinem kräftigen Wort? Ist Ihm nicht alles, aber auch alles untertan und darum alles möglich?
Es ist gar nicht auszusagen, welch eine unendliche Fülle der Glaubensstärkung darin liegt, dass der Herr allmächtig ist. Ja, was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich (vgl. Mt 19,24-26).

Wuppertaler Studienbibel

Wenden wir das oben Gesagte auf das uralte Rätsel an: Kann Gott einen Stein erschaffen, der zu schwer ist, um ihn zu heben?

„Wenn Gott einen Stein erschaffen kann, der zu schwer ist, um ihn zu heben, dann gibt es etwas, das Gott nicht tun kann (nämlich den Stein heben). Und wenn Gott den Stein nicht erschaffen kann, der zu schwer ist, um ihn zu heben, gibt es immer noch etwas, das er nicht tun kann (in diesem Fall den Stein erschaffen). Entweder kann Gott einen solchen Stein erschaffen oder nicht. In beiden Fällen gibt es also etwas, das Gott nicht tun kann; und in beiden Fällen scheinen wir gezwungen zu sein, zu schließen, dass Gott nicht allmächtig ist“ (Ronald Nash, 47).

Aber auch dieser Einwand ist nur dann stichhaltig, wenn er eine „Sache“, eine wirkliche „Aufgabe“ für Gott vorschlägt, die er erfüllen kann. Das tut er aber nicht. Die Forderung, dass „das Wesen, das alles tun kann, wozu auch das Erschaffen und Heben aller Steine gehört, einen Stein erschaffen soll, der zu schwer ist, um von dem Wesen gehoben zu werden, das jedes geschaffene Ding heben kann“, ist inkohärent. Sie schlägt nichts vor. Es ist eine Pseudo-Aufgabe. Das heißt, ein Stein, der zu schwer ist, um von dem gehoben zu werden, der alle Steine heben kann, ist widersprüchlich. Ebenso widersprüchlich ist es, wenn Gott etwas schafft, das ein Nichts ist (nämlich einen Stein, der zu schwer ist, um von dem gehoben zu werden, der alle Steine heben kann). Dass Gott keinen Stein erschaffen kann, der logischerweise nicht erschaffen werden kann, ist ebenso wenig eine Bedrohung für seine Allmacht wie seine angebliche „Unfähigkeit“, ein rundes Dreieck zu erschaffen. Gelobt sei also Gott, der alles kann!

Sam Storms – Die Attribute Gottes

Ist bei Gott alles möglich?

JEHOVA, der wahre Gott, ist allmächtig und unendlich weise. Stets steht er im Zenit seiner Leistungsfähigkeit. Folgende anerkennende Worte, die wir in der Heiligen Schrift finden, sind daher sehr treffend: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen“ (Offenbarung 4:11). Er, der Schöpfer, verfügt über ein Wissen und eine Macht, die weit über das Begriffsvermögen des schwachen Menschen hinausgehen. Er vermag Dinge zu tun, die dem Menschen unmöglich erscheinen.
Bei einer Gelegenheit versicherte der Sohn Gottes seinen Jüngern: „Bei Gott . . . sind alle Dinge möglich“ (Matthäus 19:26). Meinte Jesus damit, daß Gott alles zu tun imstande sei, daß für ihn absolut nichts unmöglich sei?
Um die Worte Jesu Christi richtig zu verstehen, müssen sie im Zusammenhang betrachtet werden. Kurz vorher hatte Jesus darauf hingewiesen, daß es für einen Reichen schwierig sei, in das Königreich der Himmel einzugehen. Er hatte gesagt: „Es ist leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen“ (Matthäus 19:24). Da zu jener Zeit die herrschende Klasse aus Reichen bestand, überraschten diese Worte seine Jünger. Sie fragten: „Wer kann denn wirklich gerettet werden?“ Wenn also ein Reicher nicht in das Königreich Gottes eingehen kann, wer kann dann gerettet werden? Jesus entgegnete: „Bei Menschen ist dies unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich“ (Matthäus 19:25, 26).
Es ist für unvollkommene Menschen unmöglich, sich als gerecht zu erweisen und der Rettung würdig zu sein. König Salomo, der sich durch seine Weisheit auszeichnete, sagte: „Da ist kein Mensch gerecht auf der Erde, der ständig Gutes tut und nicht sündigt“ (Prediger 7:20). Die göttliche Vorkehrung der Sündensühnung durch Jesus Christus ist somit der einzige Weg zur Rettung. Der christliche Apostel Johannes schrieb: „Er [Jesus Christus] ist ein Sühnopfer für unsere Sünden, doch nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt“ (1 Johannes 2:2).
Für den Menschen, der Gottes Mittel zur Rettung annehmen möchte, gibt es jedoch Hindernisse zu überwinden. Man denke beispielsweise an die Reichen. Ihre Sinnesart mag nicht auf das Göttliche gerichtet sein; sie mögen auf ihren Reichtum vertrauen anstatt auf den Höchsten (1 Timotheus 6:17). Wenn sie stolz sind auf ihren Reichtum und auf ihre Stellung, möchten sie wahrscheinlich nicht zu den verachteten Jüngern Jesu Christi gehören, von denen viele sehr arm sind. Sie mögen so eingestellt sein wie die religiösen Führer der Juden des ersten Jahrhunderts, die über Jesus sagten: „Es glaubt doch niemand von den Vorstehern oder den Pharisäern an ihn? Diese Volksmenge aber, die das ,Gesetz‘ nicht kennt, verfluchte Leute sind sie“ (Johannes 7:48, 49). Außerdem setzen sich Personen, die schnell reich werden wollen, oft über die Rechte anderer hinweg und sündigen gegen sie. Wir lesen in den Sprüchen: „Wer hastig ist, Reichtum zu gewinnen, wird nicht unschuldig bleiben“ (Sprüche 28:20). Ein unvollkommener, sündiger Mensch, der gerettet werden möchte, muß all das bereuen, eine andere Einstellung entwickeln und anders handeln. Vom menschlichen Standpunkt aus gesehen, scheint das unmöglich zu sein. Mit der Hilfe Gottes aber ist ein sündiger Mensch dazu imstande, wenn es wirklich sein Wunsch ist.
Die Worte „Bei Gott . . . sind alle Dinge möglich“ müssen daher im Einklang mit dem Kontext verstanden werden. Auch sollte man bei ihrer Anwendung nicht in jeder Situation bis zum Äußersten gehen. Diese Worte beziehen sich speziell auf die erhabene Rettungsvorkehrung Gottes, des Allmächtigen.
Man beachte auch, daß der Engel Gabriel zu Maria sagte: „Bei Gott wird keine Erklärung etwas Unmögliches sein“ (Lukas 1:37). Der Engel sagte nicht, daß bei Gott alles möglich sei, ganz gleich, worum es sich handle, sondern er machte darauf aufmerksam, daß man den Erklärungen oder Äußerungen Gottes bezüglich seines Vorsatzes völlig vertrauen könne.
Der Engel hatte zu Maria gesagt, daß sie, eine Jungfrau, den Sohn Gottes, des Höchsten, zur Welt bringen werde (Lukas 1:30-33). Menschlich gesehen war das unmöglich. Deshalb stellte Maria die Frage: „Wie soll dies sein, da ich keinen ehelichen Verkehr mit einem Mann habe?“ Darauf antwortete Gabriel: „Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Geborene heilig, Gottes Sohn, genannt werden. Und siehe! Elisabeth, deine Verwandte, auch sie hat in ihrem hohen Alter einen Sohn empfangen, und dies ist für sie, die sogenannt Unfruchtbare, der sechste Monat; denn bei Gott wird keine Erklärung etwas Unmögliches sein“ (Lukas 1:34-37).
Elisabeth, die als unfruchtbar gegolten hatte, war schwanger geworden! Das zeigte, daß Jehova Gott durch seinen Geist auch das vollbringen konnte, was er durch den Engel Gabriel Maria angekündigt hatte. Gläubig entgegnete Maria: „Siehe! Jehovas Sklavin! Mir geschehe nach deiner Erklärung“ (Lukas 1:38).
Jahrhunderte zuvor hatte Jehova die Fortpflanzungsfähigkeit des betagten Abraham und seiner unfruchtbaren Frau Sara belebt und so die Geschlechtslinie begonnen, die zu dem Sohn führte, der von Maria geboren werden sollte. Auch das erschien vom menschlichen Standpunkt aus als etwas UnmöglicHesekiel Der christliche Apostel Paulus schrieb darüber: „Obschon er [Abraham] im Glauben nicht schwach wurde, zog er, da er etwa hundert Jahre alt war, seinen nun schon erstorbenen eigenen Leib und auch die Erstorbenheit des Schoßes Saras in Betracht. Aber wegen der Verheißung Gottes wankte er nicht im Unglauben, sondern wurde machtvoll durch seinen Glauben, indem er Gott die Ehre gab und völlig überzeugt war, daß er das, was er verheißen hatte, auch zu tun vermochte“ (Römer 4:19-21). „Somit wurden auch von e i n e m Manne, ja einem so gut wie Erstorbenen, Kinder geboren, so wie die Sterne des Himmels an Menge und wie die Sandkörner am Ufer des Meeres, so unzählbar“ (Hebräer 11:12).
Das zeigt, daß Gott imstande ist, alles zu tun, was im Einklang mit seinem Vorsatz ist. Seine Verheißungen gehen mit Sicherheit in Erfüllung.
Jehova, der heilige, allweise und allmächtige Gott, kann allerdings nicht im Widerspruch mit sich selbst handeln. Daher gibt es Dinge, die er einfach nicht tun kann und niemals tun wird.
Jehova kann zum Beispiel nicht ungerecht handeln. Wir lesen in der Bibel: „Fern sei es von dem wahren Gott, böse zu handeln, und vom Allmächtigen, unrecht zu handeln!“ (Hiob 34:10). Deshalb kann er auch das Tun der Bösen unmöglich gutheißen. Der hebräische Prophet Habakuk schrieb über ihn: „Du bist zu rein von Augen, um Schlechtes zu sehen; und Ungemach vermagst du nicht [billigend] anzuschauen“ (Habakuk 1:13). Ferner ist er ein Gott der Wahrheit; deshalb sagte der christliche Apostel Paulus von ihm, daß er „nicht lügen kann“ (Titus 1:2).
Gott, der Allmächtige, ist ganz bestimmt unseres absoluten Vertrauens würdig. Nichts und niemand kann ihn daran hindern, das, was er erklärt und verheißen hat, auszuführen. „Die Dinge, die bei Menschen unmöglich sind, sind bei Gott möglich“, sagte Jesus Christus (Lukas 18:27). Wir können uns auf Jehova Gott verlassen, denn er kann nicht lügen oder in anderer Weise im Widerspruch mit sich selbst handeln. Da er nichts Schlechtes tun kann, können wir fest darauf vertrauen, daß sich alle Verheißungen, die in seinem Wort, der Bibel, zu finden sind, erfüllen werden.

Erwachet! 1977

noch weitere interessante Antworten von anderen Bloggern hier und hier.

ER oder ich?

Nicht uns, Jehova, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Güte, um deiner Wahrheit willen!
Elberfelder 1871 – Ps 115,1

Nicht uns, Jehovah, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Herrlichkeit, um Deiner Barmherzigkeit, um Deiner Wahrheit willen! Ps 115,18; Jes 48,11; 42,8.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Psalm 115,1

Nicht uns, Jehova, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Gnade, deiner Treue willen!
de Wette Bibel – Ps 115:1

Gott, du verdienst den größten Respekt, und zwar wegen mehr als nur einem Aspekt. Deine Treue ist größer als alles, was es gibt, du bist derjenige, der uns alle liebt.
VolxBibel – Psalm 115:1

Um wen oder was kreist mein Leben? Ist Jehovah nur ein Bestellkatalog? Oder ein Name, der für eine Kirche herhalten muß?

Vergessen wir nicht, dass Jesus in hebräisch Jehoschua heißt, und ins deutsche übersetzt so viel wie „Jehovah ist die Rettung /Befreiung/Hilfe“. ER ist also das eigentliche Zentrum.
Wenn also alle Christen sich um diesen Namen, um diese Person drehen würden, würde diesem Namen, dieser Person mehr Ehre zu Teil werden. Aber da ER als Schöpfer und Lebengeber eh alles in seiner Hand hat, und Liebe und Kraft von IHM ausgeht, werden zu guter Letzt sowieso sein Name in aller Munde sein.

Der Psalmist sprach davon, wie unwürdig die Menschen im Gegensatz zu Gottes Herrlichkeit, Liebe und Treue sind (vgl. Ps 108,5;117,2;138,2 ) und bat den Herrn, seinem großen Namen die Ehre zu geben. Es gab keinen Grund dafür, daß die Götzenanbeter der Völker die Gläubigen mit ihrer Frage verhöhnten: Wo ist ihr Gott ? (vgl. Ps 79,10 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Gott beschützte David

Gott (El) ist meine starke Feste, und er lenkt (Wahrsch. ist nach Ps 18,32 zu l.: er macht) vollkommen meinen Weg
Er macht meine Füße denen der Hindinnen gleich, und stellt mich hin auf meine Höhen.
Er lehrt meine Hände den Streit, und meine Arme spannen den ehernen Bogen
Elberfelder 1871 – 2 Sam 22,33–35

Gott ist meine feste Burg und macht meinen Weg sicher.
Er macht meine Schritte leichtfüßig wie die eines Hirschs, und stellt mich hin auf meine Höhen.
Er bereitet mich auf den Kampf vor und macht mich stark, sodass ich einen bronzenen Bogen spannen kann.
Neues Leben – Bibel 2006 – 2. Sam. 22,33–35

Er gibt mir immer wieder Kraft, wenn ich alle bin, er hilft mir, den besten und einfachsten Weg zu sehen. Er sorgt dafür, dass ich einen guten Stand habe, er hilft mir, auf den krassesten Gipfel zu gehen.
VolxBibel – 2. Samuel 22,33–34

Im letzten Teil des Psalms wandte sich David noch einmal den Eigenschaften des Herrn zu, aber er faßte sie jetzt zu speziellen Wegen zusammen, auf denen Gott um seinetwillen gehandelt hatte und handeln würde. Zuerst wird Gott als ein Starker (V. 31 – 35 ), als einer, der ein Schild, ein Fels, eine Stärke ist (wörtl.: „starke Zuflucht“ oder „Festung“) und als einer, der seinen Dienern Schnelligkeit und Kraft gibt, beschrieben. Er ist auch ein Schild (V. 36 ) und schützt vor dem Ausrutschen und Fallen (V. 26 – 37 ). Außerdem ist er einer, der Feinde unterwirft (V. 38 – 41 ). Durch den Herrn war David in der Lage, seine Feinde zu verfolgen und zu vernichten, so daß sie sich nicht wieder erheben konnten.
Der Herr ist auch eine Stütze (V. 42 – 46 ). Davids Feinde schrien nach Gott, aber er würde ihnen nicht antworten (V. 42 ). Statt dessen ließ er es zu, daß David sie zerschmetterte (V. 43 ) und ebenso über sie herrschte wie über sein eigenes Volk (V. 44 – 46 ).
Schließlich sagte David, daß der Herr sein Retter sei (V. 47 – 51 ). Obwohl seine Feinde ihn umzingelt hatten und dabei waren, ihn zu vernichten, führte der Herr ihn im Triumph heraus. Das führte dazu, daß David ihn pries (V. 50 ) und anerkannte, daß alle Wohltaten Gottes aus der Vergangenheit Zeichen für die David und seinen Nachkommen versprochenen Segnungen waren; Segnungen, die ewig fortdauern würden.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Das Bogenschiessen musste gelernt werden. Am Ende seines Lebens erinnert sich David daran, dass Gott selbst es war, der ihm diesen Unterricht gegeben hatte. Er sagt: «Er lehrt meine Hände den Streit, und meine Arme spannen den ehernen Bogen» (2 Samuel 22,35). Von den Helden Davids, die zu ihm nach Ziklag kamen, wird berichtet, dass es Männer waren, die nicht nur den Bogen trugen, sondern auch geübt waren, mit dem Bogen Pfeile abzuschiessen (1. Chr 12,2). Auch wir sind nicht von selbst in der Lage, den Feind auf Distanz zu halten. Es muss gelernt sein. Deshalb spricht Epheser 6 nachhaltig darüber, die Waffenrüstung Gottes nicht nur zu kennen, sondern sie auch zu tragen. Das Wissen um den Feind, das Wissen um unsere Waffen allein macht den Sieg nicht aus, wir müssen darin geübt sein, den Feind zu erkennen und ihn auf Distanz zu halten. Nur so werden wir im Kampf erfolgreich bestehen können.
Ein klares Auge und eine ruhige Hand
Eine weitere unerlässliche Voraussetzung für einen guten Bogenschützen waren ein geübtes und klares Auge und eine ruhige Hand. Man musste den Feind bereits aus der Ferne deutlich erkennen können. In der geistlichen Anwendung auf uns erinnern wir uns daran, dass Brüder und Schwestern, die diese Waffe im geistlichen Kampf anwenden, besondere Fähigkeiten haben müssen. Sie brauchen ein geübtes geistliches Auge, um die Gefahr aus der Ferne überhaupt zu erkennen. Aber dann benötigen sie innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Ausgewogenheit, um dieser Gefahr auch in der richtigen Art und Weise begegnen zu können. Hebräer 5,14 spricht – wenn auch in einem anderen Zusammenhang – von solchen, die «infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten sowohl als auch des Bösen». Vielleicht dürfen wir diesen Vers in seiner Anwendung einmal auf die Bogenschützen beziehen. Es geht darum, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, Gefahren auszumachen, bevor sie zu einer akuten Bedrohung werden, und sie abzuwenden.
Wo sind die Bogenschützen heute im Volk Gottes? Wo sind Brüder und Schwestern, die Gefahren für das Volk Gottes erkennen und abwehren, bevor andere sie vielleicht überhaupt bemerkt haben? Ohne Frage dürfen wir Gott dafür danken, dass Er uns Geschwister gibt, die gerade diese Aufgabe ausüben. Aber hast du vielleicht auch schon einmal darüber nachgedacht, ob Gott nicht gerade dich als einen «Bogenschützen» gebrauchen möchte? Erinnern wir uns zum Abschluss noch einmal an David. Als er sein Klagelied über Saul anstimmte, da war es ihm ein Anliegen, «dass man die Kinder Juda das Lied vom Bogen lehre» (2 Samuel 1,18). Die Fussnote dort sagt, dass es auch der Gebrauch des Bogens sein kann, den man die Kinder Juda lehren sollte. Sind wir – du und ich – bereit, heute noch den Gebrauch des Bogens in seiner geistlichen Anwendung zu lernen?

Halte fest 1998

Bogen und Pfeile waren im Altertum eine gefährliche Waffe und werden öfter im AT genannt. Nach 1Mo 27,3 ging Esau mit Pfeilköcher und Bogen auf Jagd. Auch in Jes 7,24 wird der B. als Jagdgerät genannt. Hauptsächlich aber diente er als Kriegswaffe. Die Ägypter und Assyrer waren als gute B.schützen bekannt; in Israel zeichnete sich besonders der Stamm Benjamin in dieser Kunst aus (1Chr 8,40; 12,2; 2Chr 14,7; 17,17).
Die B. wurden aus hartem, elastischem Holz angefertigt. Was mit ehernem B. (2Sam 22,35; Hiob 20,24; Ps 18,35) bezeichnet wurde, ist nicht klar. Die hölzernen B. wurden manchmal durch ein Flechtwerk von Schnüren oder Sehnen und auch durch eine Horneinlage verstärkt. In Syrien kannte man den stumpfwinkligen B. – Die B.sehne bestand aus einer Schnur von gedrehten Leinenschnüren oder Därmen von Ochsen und Kamelen. – Vom einfachen Spannen des B.s ist in 1Kön 22,34, 2Kön 13,16 und 2Chr 18,33 die Rede, an den übrigen Stellen steht im Hebr. wörtl. »den B. treten« (1Chr 5,18; Ps 7,13; 11,2; 37,14; Jes 5,28; 21,15; Klgl 2,4; 3,12; Sach 9,13). Man hatte den B. nach Gebrauch durch Lösen der Sehne völlig entspannt. Um ihn wieder schussfertig zu machen, wurde der B. auf den Boden gestellt und der Fuß dagegengestemmt. Dann drückte eine Hand das obere Ende des B.s herunter, und die andere befestigte die Sehne.
Die Pfeile waren aus Rohr oder Holz, die Spitzen meist aus Eisen oder Kupfer und mit Widerhaken versehen. Federn am stumpfen Ende des Pfeiles sorgten dafür, dass er sich während des Fluges nicht überschlug. Manche Pfeilspitzen wurden mit in Pech bzw. Öl getränktem Hanf versehen und brennend in das feindliche Lager geschossen (vgl. Ps 7,14; Jes 50,11; Eph 6,16). Aus Hiob 6,4 ist ersichtlich, dass vergiftete Pfeile bekannt waren.
Fingerlinge und ein Armschutz aus Leder sollten die linke Hand, die den B. hielt, vor Verletzungen beim Abschuss des Pfeils bewahren.

Lexikon zur Bibel: Personen, Geschichte, Archäologie, Geografie und Theologie der Bibel

Bogen (Jos 24,12; 1 Sam 18,4; 1 Kön 22,34; 2 Chr 14,7) und Pfeile (Dtn 32,42; 1 Sam 20,20f.36–38; 1 Makk 10,80), die in einem Köcher (vgl. Jes 22,6) geschultert mitgetragen wurden, hatten die Funktion, die im heutigen „konventionellen Krieg“ das Artilleriefeuer hat. Der Bogen zählte zu den kostbarsten Ausrüstungsgegenständen, weswegen in der älteren Zeit nur Könige (2 Sam 22,35; vgl. Ps 45,6), Königssöhne (1 Sam 20,20f.36–38; 2 Sam 1,22) und hohe Offiziere solche besaßen. Wenn ein „gewöhnlicher“ Krieger auf einen verweisen kann, wird man ihn zu adeligen Kreisen rechnen müssen (vgl. 1 Chr 12,2). Die Herstellung war kompliziert und die Handhabung schwer. Daher gab es auch ein Schusstraining (1 Sam 20,20). Um ein Erschlaffen des – gewöhnlich aus Holz bestehenden – Bogens zu verhindern, wurde er erst vor dem Gebrauch gespannt (2 Kön 13,15f; Ps 7,13). Als Sehne verwendete man eine dicke Leinenschnur oder eine Tiersehne. Abbildungen zeigen, dass die Hand, die den Bogen hielt, mit einem Lederüberzug geschützt wurde, damit man sich nicht an der zurückschnellenden Sehne verletzte. Die Reichweite betrug etwas über 100 m. Die Pfeile bestanden aus einem leichten Schaft mit verschiedenen, metallverstärkten Spitzen. Neben den normalen wurden „glühende Pfeile“ (Ps 7,14 nach der EÜ; gemeint sind wohl Brandpfeile), giftgetränkte (vgl. Ijob 6,4) und bes. gespitzte (vgl. das Bild in Jes 49,2) bzw. geschärfte Pfeile (EÜ: scharfe Pfeile) erwähnt.

Herders Neues Bibellexikon

Jesaja 49

Und nun spricht Jehova, der mich von Mutterleibe an zu seinem Knechte gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen, und Israel ist nicht gesammelt worden; aber (O. nach and. Les : und damit Israel zu ihm gesammelt werde-und usw.) ich bin geehrt in den Augen Jehovas, und mein Gott ist meine Stärke geworden-
ja, er spricht: Es ist zu gering, daß du mein Knecht seiest, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten von Israel zurückzubringen; ich habe dich auch zum Licht der Nationen gesetzt, (O. und ich werde dich… setzen) um mein Heil zu sein bis an das Ende der Erde
Elberfelder 1871 – Jes 49,5–6

Nun aber spricht Jehovah, Der mich von Mutterleib zum Knecht für Sich gebildet, um Jakob zu Ihm zurückzubringen, und daß Israel sich zu Ihm versammle, und ich verherrlicht werde in Jehovahs Augen, und mein Gott sei meine Stärke. Ps 18,2.19.
Und spricht: Noch zu gering ist es, daß du Mir Knecht wirst, die Stämme (Ruten) Jakobs aufzurichten, und die Bewahrten von Israel zurückzubringen. Und Ich werde dich zum Licht der Völkerschaften geben, daß Mein Heil sei bis an das Ende der Erde. Jes 9,1; 42,6; 60,3; Ps 2,8; 72,11; Hag 2,7; Lk 2,32; Apg 13,47.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jesaja 49,5–6

Gott hatte schon damit angefangen, mich als seinen Mitarbeiter vorzubereiten, als ich noch im Bauch meiner Mutter war. Er wollte von mir, dass ich die Israeliten wieder zu ihm zurückbringe, dass ich die Leute von Israel wieder zu ihm führe. Gott hat gezeigt, dass er Respekt vor mir hat, und Gott ist zu meiner größten Kraft geworden.
Er hat zu mir gesagt: „Ich finde es zu wenig, dass du als mein Mitarbeiter nur den Job hast, Israel wieder hochzubringen und alle zurück nach Hause zu führen, die von den Israeliten noch übrig geblieben sind. Darum werde ich dich zu einem Leuchtturm für alle Menschen machen. Jeder soll sich an dem, was du sagst, orientieren können. Durch dich sollen alle Menschen, egal, wo sie leben, Hilfe bekommen.“
VolxBibel – Jesaja 49:5–6

Der Diener beschreibt seine Berufung in Vers 1: „Höret, ihr Inseln, auf mich; und hört, ihr Völker, von ferne: Jehova hat mich von Mutterleib an gerufen; von den Eingeweiden meiner Mutter an hat er meines Namens Erwähnung getan:

Der Vers beginnt mit einem Aufruf an die ganze Welt, auf das zu hören, was der Knecht zu sagen hat. Dann weist er darauf hin, dass er, der Knecht, der Messias, von Gott für diese spezielle Mission auserwählt wurde: Jehova hat mich vom Mutterleib an berufen, von den Eingeweiden meiner Mutter. Es ist interessant, dass es zwar viele messianische Prophezeiungen gibt, die die Mutter des Messias erwähnen, wie hier, aber der Vater wird nie erwähnt. Das ist kein Zufall, denn nach Jesaja 7:14 sollte der Messias von einer Jungfrau geboren werden. Wann immer der Vater des Messias beschrieben oder erwähnt wird, ist es Gott selbst, der sich als dieser Vater erweist. In allen messianischen Prophezeiungen wird nie ein menschlicher Vater erwähnt, sondern nur eine Mutter. In diesem Fall ist die Mutter Maria oder, richtiger gesagt, Miriam. Was in Jesaja 7,14 prophezeit wurde, hat sich in Matthäus 1,21 und Lukas 1,31 erfüllt. Der Punkt von Vers 1 ist, dass der Messias zu seiner Aufgabe berufen wurde, als er noch im Schoß seiner Mutter war. Dies war bei Jeschua tatsächlich der Fall (Lk. 1:30-33). Gabriel informierte Maria, dass sie durch die überschattende Kraft des Heiligen Geistes schwanger werden würde. Das, was empfangen wurde, war heilig, der Sohn Gottes. Dies ist derjenige, dem Gott der Vater den Thron seines Vaters David geben wird. In Matthäus 1,21 ist dies derjenige, der sein Volk von ihren Sünden erlösen wird. In der Tat, während der Messias noch im Schoß Seiner Mutter war, hatte Gott bereits einen bestimmten Auftrag für Ihn.

Die Stellung des Knechtes wird in Vers 2 angegeben: und er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht; im Schatten seiner Hand hat er mich verborgen; und er hat mich zu einem geschliffenen Schaft gemacht; in seinem Köcher hat er mich verwahrt:

Die Stellung des Knechtes ist dreifach. Erstens war sein Mund wie ein scharfes Schwert, ein Ausdruck, der bedeutet, „die Fähigkeit zu haben, ein Urteil zu sprechen.“ Jesus benutzte diese Fähigkeit in Matthäus 23,1-39. Zweitens: Im Schatten seiner Hand hat er mich verborgen, ein Ausdruck, der den Schutz betont. Er wurde von Gott, dem Vater, so beschützt, dass Ihm nie etwas zustoßen konnte, bis zur richtigen Zeit. Deshalb scheiterte jeder Versuch, Jeschua zur falschen Zeit töten zu lassen, mit der Aussage, dass seine Stunde noch nicht gekommen sei. Drittens war Er ein geschliffener Schaft im Köcher, ein Begriff, der bedeutet, dass Er immer zum Gebrauch bereit war. Dies war die Position des Dieners: Er hatte die Fähigkeit, das Gericht zu sprechen; Er wurde von Gott, dem Vater, beschützt; Er war immer bereit, vom Vater benutzt zu werden.

Ein messianischer Name für den Knecht findet sich in Vers 3: und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich verherrlicht werden will.

Einer der messianischen Namen für den Messias ist Israel. Der Gottesknecht wird zum Israel schlechthin erklärt. Der Name Israel bedeutet „ein Fürst bei Gott“. Keiner ist mehr ein Fürst bei Gott als der Messias selbst. Darüber hinaus wurde die Nation Israel dazu berufen, ein Königreich von Priestern zu sein, um die Heiden vor Gott zu vertreten und so ein Licht für die Heiden zu werden. Israel, die Nation, hat versagt, aber Israel, der Messias, wird den Auftrag erfüllen. Er ist ein wahrer Repräsentant dieses Namens und deshalb kann Er Israel genannt werden. Er ist der ideale Israelit, und der Vater wird in diesem Israeliten, dem Sohn, verherrlicht werden.

Die Klage des Knechtes wird in Vers 4 wiedergegeben: „Ich aber sprach: Ich habe mich vergeblich abgemüht, ich habe meine Kraft umsonst und umsonst verausgabt; doch die Gerechtigkeit, die mir gebührt, ist bei Jehova, und mein Lohn bei meinem Gott.

Nachdem er seinen Auftrag und seine Position beschrieben hat, wird seine Klage in drei Aussagen gemacht. Erstens: Ich habe umsonst gearbeitet oder Leere. Zweitens: Ich habe meine Kraft umsonst verbraucht oder Formlosigkeit. Drittens: und Eitelkeit; meine Arbeit war wie ein Dunst. Nachdem er seine Klage und Entmutigung ausgedrückt hat, beschreibt der Diener sofort seinen Glauben. Plötzlich gibt es eine Änderung der Einstellung: doch die mir zustehende Gerechtigkeit ist bei Jehova, Gott kennt die Situation, und meine Belohnung bei meinem Gott, Gott wird alles Unrecht, das dem Diener angetan wurde, vergelten und rächen.

Diese Verse können als die Rede des Messias zusammengefasst werden, der sich über Israels Ablehnung Seiner messianischen Ansprüche beklagt. Es scheint, dass all Seine Arbeit umsonst war. Aber Er hat seinen Glauben an Gott den Vater und seine Gerechtigkeit nicht verloren. Im Kontext des Neuen Testaments wurden diese vier Verse in der Agonie von Gethsemane erfüllt.

B. Die Antwort Gottes an den Knecht – Jesaja 49,5-6

Was hier gesagt wird, wurde zur Grundlage für die Aussage des Paulus in Römer 11. Gott wiederholt den ursprünglichen Auftrag des Knechtes in Vers 5: Und nun spricht Jehova, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gemacht hat, um Jakob wieder zu ihm zu bringen und Israel zu ihm zu versammeln (denn ich bin ehrenhaft in den Augen Jehovas, und mein Gott ist meine Stärke geworden).

Der ursprüngliche Auftrag des Dieners, der in den ersten vier Versen erwähnt wird, wird noch einmal aufgeführt: Jehova, der mich vom Mutterleib an gebildet hat, um sein Knecht zu sein. Von der Zeit an, als der Messias im Schoß seiner Mutter war, war er bereits dazu bestimmt, der messianische Knecht zu sein. Er wurde beauftragt, zwei Dinge zu tun. Erstens, Jakob wieder zu Gott zu bringen, das ist die Betonung der Errettung, und Israel zu Ihm zu sammeln, das ist die Betonung der Wiederherstellung. Der Grund dafür ist: Denn ich bin ehrbar in den Augen Jehovas, und mein Gott ist meine Stärke geworden. Aber das Problem ist: Wenn der Messias dazu bestimmt war, Israel wiederherzustellen, aber Israel den Messias verworfen hat, ist dann der Plan Gottes ins Leere gelaufen?

Die Antwort steht in Vers 6: Ja, er sagt: Es ist zu leicht, dass du mein Knecht sein sollst, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels wiederherzustellen: Ich will dich auch den Heiden zum Licht geben, daß du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.

Die Antwort lautet: „Ganz und gar nicht.“ In der Tat war die Ablehnung des Messias Teil des göttlichen Plans. Denn jetzt wird der Auftrag des Dieners erweitert. Gott, der Vater, sagte: „Es ist nicht genug, dass Du Mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs aufzurichten und das Bewahrte Israels wiederherzustellen.“ Als Zusatz zum ursprünglichen Auftrag wird der Vater den Messias zu einem Licht für die Heiden machen, damit er Gottes Rettung bis ans Ende der Erde sein kann. Deshalb sollte der Messias nicht entmutigt sein, dass Israel ihn verworfen hat, denn das bedeutet nicht, dass der Plan Gottes ins Leere gelaufen ist. Im Gegenteil, er erfüllt den Plan Gottes. Gottes Plan für den Messias sollte über den hinausgehen, nur der Wiederhersteller oder der Retter Israels zu sein. Er sollte auch das Licht für die Heiden sein. Aber bevor er das Licht für die Heiden sein konnte, musste Israel ihn zuerst ablehnen. Nachdem Israel Seine messianischen Ansprüche abgelehnt hatte, wurde Er das Licht für die Heiden. Nachdem Er für eine gewisse Zeit ein Licht für die Heiden gewesen ist, wird Er beginnen, das Werk der Wiederherstellung Israels zu tun, bis Israel vollständig wiederhergestellt ist.

Arnold Fruchtenbaum – Der Knecht Jehovas

obwohl alles genommen, trotzdem gepriesen?

Und er sprach: Nackt bin ich aus meiner Mutter Leibe gekommen, und nackt werde ich dahin zurückkehren; (Vergl Pred 5,15) Jehova hat gegeben, und Jehova hat genommen, der Name Jehovas sei gepriesen!
Elberfelder 1871 – Hiob 1,21

„Als kleines Baby, gleich nachdem meine Mutter mich geboren hatte, gehörte mir gar nichts. Und so arm werde ich auch wieder sterben. Gott hat mir viel geschenkt, und er hat mir viel wieder weggenommen. Es ist sein Ding, er ist und bleibt der Boss, und ich will ihm dankbar sein!“
Obwohl Hiob diese ätzenden Sachen passiert waren, ließ er nichts zwischen sich und Gott kommen. Er beschwerte sich noch nicht mal bei ihm.
VolxBibel – Hiob 1:21–22

Wer kennt das nicht, enttäuscht zu werden? Oder Verluste erlitten zu haben? Ja, heute sind die Verluste meist nicht mehr so groß, als bei unseren Urgroßeltern oder Großeltern, die im Krieg nicht nur Wohnung sondern zum Teil auch Heimat verloren – und dann vielleicht auch noch Angehörige – so war das im Krieg. Aber auch heute sind die Verluste ja nicht kleiner. Die letzte „Lydia“ berichtete zum Beispiel über den Verlust der eigenen Kinder – die einfach keinen Kontakt zu ihren Eltern mehr haben wollen! Sind wir wie Hiob? Oder geben wir die Schuld für den Verlust nicht häufig Gott?

Hiob hatte nicht nur materiell alles verloren, sondern auch seine Freunde und seine Kinder! Und trotzdem seine obrigen Worte!

Als Reaktion auf diesen entsetzlichen, raschen, vierfachen Angriff Satans zerriß Hiob sein Kleid , was ein Zeichen für seinen inneren Aufruhr und seinen Schock war (vgl. Hi 2,12; 1Mo 37,29.34; 44,13; Ri 11,35 ), und schor sein Haupt (vgl. Jes 15,2; Jer 48,37; Hes 7,18 ). All das spiegelte seine Trauer über die großen Verluste wider. Hiob fiel auf die Erde , aber nicht aus Verzweiflung, sondern aus Ehrfurcht vor Gott.
Hiob erkannte, daß dieser Verlust seiner Geburt und seinem Tod glich: Bei seiner Geburt war er nackt gewesen, und er würde auch wieder nackt sterben. Nun war er, bildhaft gesprochen, ebenfalls nackt. Die Worte nackt werde ich wieder dahinfahren (wörtl.: „dahin zurückkehren“) legen zunächst einmal nahe, daß Hiob in den Schoß seiner Mutter zurückkehren würde. Aber wie ist dies zu verstehen? Die Rückkehr eines Menschen in den Schoß seiner Mutter konnte ein poetischer Ausdruck für die Beerdigung sein (vgl. Ps 139,15; Pred 5,14;12,7 ). Die Verbindung ist ganz offensichtlich: Der Mensch, der im Mutterleib gebildet wird, ist auch „aus Erde vom Acker“ gemacht ( 1Mo 2,7; vgl. 1Mo 3,19; Hi 10,9;34,15; Ps 103,14 ), und die Erde, die Frucht hervorbringt („Lebendiges“), ist der Mutter gleich, die ein Kind zur Welt bringt.
Hiob erkannte die Allmacht Gottes ( Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen ) und pries den Herrn. Es ist in der Tat bemerkenswert, daß Hiob auf sein Unglück mit Anbetung antwortete, auf sein Leid mit der Verehrung Gottes. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen wurde Hiob nicht bitter; er klagte Gott nicht an (vgl. Hi 2,10 ).
Hiobs erstaunliche Reaktion macht deutlich, daß Satan mit seiner Voraussage, Hiob werde Gott fluchen, völlig im Irrtum gewesen war. Ein Mensch kann fromm sein, ohne von Gott mit Besitz gesegnet zu werden; er kann durchaus gottesfürchtig sein, ohne auf seinen eigenen Vorteil zu schauen. Hiobs Verehrung seines Gottes zu einer Zeit, da er so schwere Verluste hinnehmen und so großen Kummer erdulden mußte, bestätigten Gottes Worte über Hiobs Gottesfurcht.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Gleich am Anfang des Buches sagte Hiob dieses Wort, nachdem er seinen Reichtum verloren hatte und seine 10 Kinder gestorben waren. Er litt sehr viel, aber er war trotzdem stark im Herrn und war bereit, Gott zu preisen. Natürlich trauerte er sehr, aber er gab sein Vertrauen zu Gott nicht auf.  Beachten Sie den Kontext dieser Verse in Hiob 1,20-22: Da stand Hiob auf und zerriss sein Kleid und schor sein Haupt und fiel auf die Erde und neigte sich tief und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt! In diesem allen sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott. 

ERF – Bibelkunde Altes Testament

Nachdenken
Innerhalb eines Tages verliert Hiob seine zehn Kinder, zahlreiche Tiere, ungezählte Bedienstete. Der Schock und der Schmerz „hauen“ Hiob von seinem Stuhl. Vor Entsetzen zerreißt er seine Kleidung und rasiert sich den Kopf. Damit drückt er seine Trauer aus, mit der er nicht hinterm Berg halten muss. Sie ist nur allzu verständlich.
Weit weniger verständlich ist seine weitere Reaktion: Hiob akzeptiert, was geschieht, er nimmt es aus Gottes Hand, vor dem er sich beugt. Er erinnert sich und die Umstehenden (und jetzt auch uns) daran, dass es auf Gut, Geld und Familie keinen unverbrüchlichen Anspruch gibt. Alles gilt es einmal loszulassen. Das letzte Hemd hat keine Taschen, und kein Mensch kann uns auf unserem allerletzten Wegstück begleiten. Soweit könnten wir sicher zustimmen.
Viel erstaunlicher allerdings ist es, dass Hiob in dieser Situation an Lob denken kann. Wie ist das wohl zu verstehen? Ein Dankeschön für das, was geschehen ist, kann damit wohl nicht gemeint sein. Lob meint auch tatsächlich mehr. Es bezieht sich nicht (allein) auf das, was einer tut oder gibt, sondern (auch) auf das, was einer ist. Lob drückt die Freude aus am Wesen einer Person. Deshalb ist auch ein Gotteslob unabhängig von erfreulichen Umständen möglich (vgl. Apg 16,23-25). Gott loben heißt, Gott Gott sein lassen.
Weiterdenken
• Denken Sie zurück an die Wette (V. 11): Was wird Satan damit bewiesen?

ERF – Hiob – auf der Suche nach dem Sinn

Ergebung ist die auf dem Gefühl der Abhängigkeit von Gott beruhende Bereitwilligkeit, sich in seine Schickungen zu fügen. Sie unterscheidet sich durch Freudigkeit, Rührigkeit und Einsicht von der den Schmerz fliehenden, einsichtsarmen Ataraxie (Unerschütterlichkeit) der Stoiker, ebenso von der passiven stumpfsinnigen Unterwerfung des Fatalismus, nicht minder von der affektfliehenden, das Persönliche preisgebenden Resignation des Pantheisten und der hoffnungslosen am Gemeinen klebenden Gleichgültigkeit des Materialisten. Schon in Platons »Phaidon« und in Sophokles‘ »Oidipus auf Kolonos« finden sich Spuren dieser Ergebung, deren klassischer Ausdruck Hiobs Wort ist: »Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!« Hiob, 1, 21. Von der Demut (s. d.) unterscheidet sich die Ergebenheit, indem jene das Bewußtsein der eigenen Unwürdigkeit, diese die Anerkennung der göttlichen Macht zum Ausgangspunkt hat.

Friedrich Kirchner & Carl Michaëlis – Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe

Also laßt uns unser Leben nicht so schwer betrachten – Jehovah läßt vieles zu – aber es wird immer zu unserem Guten ausgehen! Wir sind manchmal verzweifelt, weil wir das Endziel nicht sehen können. Aber nur vom Endziel her, können wir erkennen, warum Jehovah es zu gelassen hat. Jehova ist GUT – IMMER und unter allen Umständen!

PS:

SATAN IM JÜDISCHEN DENKEN
Hiob 1,6-7
Im jüdischen Denken gibt es zwei allgemeine Vorstellungen über Satan. Die eine spielt seine persönliche Realität herunter und sieht ihn eher als Metapher für den menschlichen Trieb zur Sünde. Eine gängige rabbinische Art, dies zu beschreiben, ist yetzer hara, oft übersetzt als „die böse Neigung“. Ein Gebet aus der Tagesliturgie fasst dieses Verständnis zusammen: „Lass keinen bösen Trieb [yetzer hara] uns beherrschen.“ Seit dem Mittelalter hat sich dieses philosophische Verständnis von Satan durchgesetzt: Es ist der yetzer hara, der die Menschen verführt, nicht der Versucher selbst, Satan.
Doch Andeutungen von Satan als einer persönlichen Präsenz – einer mit großer, wenn auch begrenzter Macht, der entschlossen ist, so viel menschliche Güte wie möglich zu entgleisen und zu zerstören – finden sich in der gesamten früheren jüdischen Literatur, besonders im Neuen Testament. Im Buch Hiob wird Satan als eine persönliche Präsenz dargestellt, noch nicht vom Himmel verstoßen, aber als Ankläger der rechtschaffenen Diener Gottes. Er wird als „Staatsanwalt“ im himmlischen Gericht dargestellt. Wie in vielen apokryphen, rabbinischen und neutestamentlichen Texten sind seine Ziele böswillig. Obwohl er Gott an Macht nicht ebenbürtig ist und somit nicht die Fähigkeit hat, unabhängig von Gottes übergeordnetem Willen zu handeln, hat Satan dennoch Macht. Er verführt die Menschheit dazu, Böses zu tun. Im 2. Henoch (in den Apokryphen), der im späten ersten Jahrhundert nach Christus verfasst wurde, wird Satan als der Verführer und Liebhaber von Havah (Eva) dargestellt, der wegen dieser Ungerechtigkeit zusammen mit anderen Engeln vom Himmel geschleudert wurde. Dies ist auffallend ähnlich zu Jeschuas Aussage: „Ich sah Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“ (Lukas 10,18).
Die scholastische Seite des Judentums, besonders aus dem Mittelalter, versuchte, Satan als eine persönliche bösartige Präsenz zu „entschärfen“ und reduzierte ihn auf einen Yetzer, eine Tendenz zur dunklen Seite, mit der alle Juden und alle Sterblichen kämpfen. Es ist klar, dass die Rolle Satans, seine Motivationen und seine letztendliche Niederlage in der gesamten jüdischen Literatur zu finden sind.

The Complete Jewish Study Bible: Notes

„sei das Zentrum“

Aber ich nehme keine Rücksicht auf mein Leben, als teuer für mich selbst, auf daß ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium der Gnade Gottes.
Elberfelder 1871 – Apg 20,24

Doch was liegt schon an meinem Leben! Wichtig ist nur, dass ich bis zum Schluss den Auftrag erfülle, den mir Jesus, der Herr, übertragen hat: die Gute Nachricht zu verkünden, dass Gott sich über die Menschen erbarmt hat.
Gute Nachricht Bibel – Apostelgeschichte 20,24

Doch es liegt mir nichts an meinem Leben; mein persönliches Ergehen hat keinerlei Bedeutung. Wichtig ist nur, dass ich das Ziel meines Laufes erreiche und den Auftrag voll und ganz erfülle, den ich von Jesus, dem Herrn, erhalten habe – den Auftrag, allen Menschen die gute Nachricht von Gottes Gnade zu bringen.
Neue Genfer Übersetzung – Apg 20:24

Mein Leben ist dabei echt egal, solange ich es hinkriege, die Order, die Jesus Christus mir gegeben hat, auszuführen. Er will nämlich von mir, dass ich die gute Nachricht davon verbreite, dass Gott alle Menschen wahnsinnig liebt und ihnen ihre Schuld verzeihen will.
VolxBibel – Apostelgeschichte 20:24

Wie schnell singt man in der Gemeinde ein Lied wie „Jesus, sei mein Zentrum“, vergißt dann aber schnell wieder das, was man gerade gesungen hat?
Nicht so Paulus!

Trotz der Tatsache, dass er wusste, dass etwas passieren würde, traf Paulus in Vers 24 eine Entscheidung: „Aber ich halte mein Leben nicht für wertvoll, damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, um das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.

Für Paulus hatte die Erhaltung seines Lebens keine Priorität. Sein Ziel war es, seine Berufung vor dem Herrn zu erfüllen. Sein Ziel war es, sein Lebenswerk zu vollenden (2. Tim. 4,7) und die besondere Berufung, die er von dem Herrn Jesus erhalten hatte, was eine Anspielung auf seine Berufung auf der Straße nach Damaskus ist (1. Tim. 1,12). Er wollte [von] dem Evangelium der Gnade Gottes Zeugnis geben. Er war berufen worden, das Evangelium zuerst den Juden und dann auch den Griechen zu verkündigen (Röm. 1,16). Das Evangelium, das er predigte, war das Evangelium der Gnade Gottes. Seine besondere Berufung erforderte diese Reise nach Jerusalem.

Arnold Fruchtenbaum – Die dritte Missionsreise

Der Apostel bemüht sich nicht, sein Leben zu erhalten; er hat es in den Dienst des Herrn gestellt und hält es nur so lange für kostbar, als er diesem zu seinem Werk brauchbar ist.

Für ihn ist nur eins wichtig, nicht aus der Rennbahn auszutreten, nicht vor dem Ziel den Lauf aufzugeben, sondern seine ganze Kraft daran zu setzen, dass er das vom Herrn ihm gesteckte Ziel erreiche. Den Lauf vollenden heißt, den Dienst zum Ende führen, den er vom Herrn bekam, als er zum Zeugen der Botschaft bestellt wurde, durch die sich die Gnade Gottes der Menschheit offenbart. Dazu gehört auch der Besuch in Jerusalem; dorthin hat Jesus seine Boten gestellt, und Paulus kann davon für seine Person keine Ausnahme machen. Er wäre nicht mehr der Apostel Jesu, weigerte er sich, das Evangelium in Jerusalem zu vertreten, etwa der Bande wegen, in die ihn sein Dienst dort bringt.

Für die Gemeinden, unter denen Paulus in den letzten Jahren gearbeitet hat, ergibt sich daraus, dass er jetzt für immer von ihnen Abschied nimmt.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Hinter der Wendung »den Lauf vollenden« stehen Metaphern aus dem Sport, wie sie vor allem Philosophen gern gebrauchten, wenn sie ihre Sendung beschrieben.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Der Apostel kannte keine Rücksicht auf sein Leben; selbst der Tod als Folge seines Weges konnte ihn nicht schrecken. Später konnte er den Philippern schreiben, daß es ihnen „in bezug auf Christum geschenkt worden“ sei, „nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden“ (Phil 1,29). Und er selbst war wohl mehr als irgendeiner in der Lage, sich in seinen Leiden für die Heiligen zu freuen und die „Drangsale des Christus für seinen Leib, das ist die Versammlung“ (natürlich nicht Christi sühnende Leiden), in seinem Fleische zu ergänzen (Kol 1,24). Hätte der Apostel Rücksicht auf sein Leben genommen, dann, so war er überzeugt, hätte er seinen Lauf und den vom Herrn Jesus empfangenen Dienst nicht in der rechten Weise „vollenden“ können. – Sind auch wir bereit, für unseren Herrn und die Seinen zu leiden und unseren Weg zu Seiner Ehre zu gehen und zu beenden, „hinschauend auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Heb 12,2)?
Der Dienst des Apostels bestand vornehmlich darin, das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen. Das war mehr als die Bezeugung der Buße zu Gott und des Glaubens an unseren Herrn Jesus Christus (V. 21). Unter den Bezeichnungen für das Evangelium im Neuen Testament und auch in den Schriften des Apostels ist die hier gebrauchte wohl eine der umfassendsten und auch die, die in besonderer Weise der Erfahrung und dem Herzen des Apostels entsprach. Wenn auch der Herr Jesus – wie in anderen Bezeichnungen – hier nicht genannt wird, so werden Seine Person und Sein Werk doch durchaus vorausgesetzt, denn in wem und durch wen kann Gottes Gnade ausstrahlen außer in Ihm oder durch Ihn?

Ermunterung und Ermahnung 1989

Wie weit sind diese Sätze vom Denken unserer Zeit entfernt! Für Paulus war das Leben tatsächlich nicht das höchste Gut. Er stellte sich selbst nicht an die Spitze der »Wertepyramide«. Das konnte er, weil in ihm (und später bis in die Neuzeit, bis ins 18. /19. Jahrhundert hinein) noch die Hoffnung auf das ewige Leben höher rangierte als der Wert, den er diesem irdischen Leben beimaß. Aber mit zunehmender Hochschätzung des Individuums, also faktisch seit dem Zeitalter der Aufklärung, ging ein Verlust an Jenseitshoffnung Hand in Hand, der zwangsläufig dazu führen musste, alles mögliche Gute in das diesseitige Leben hineinzulegen. Christliches Reden von der »anderen Welt« hat für allzu viele unserer Zeitgenossen im Windschatten des Philosophen Ludwig Feuerbach immer gleich den Klang nach Wunschdenken und Weltflucht bei sich. Ob es uns gelingt zu zeigen, dass wir Christen noch mit beiden Füßen auf dieser Erde stehen und gerade deshalb die Hoffnung auf Gottes Welt verkünden?

In einem anderen Sinn hat damit die Bereitschaft zum Einsatz des Lebens neu Raum gewonnen: Heute opfert man sein Leben für den Fortbestand der Firma, für den persönlichen Profit und die Verbesserung der sog. »Lebensqualität«, zu deren Gunsten man sogar auf »Lebensquantität« (= Lebenslänge) zu verzichten bereit ist.

Für Paulus war klar: Er würde sein Leben (qualitativ und quantitativ!) für seinen Auftrag in die Waagschale werfen. »Wenn ich nur meinen Lauf vollenden kann und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe«, sagt er. Die Demut des Werkzeugs spricht aus diesen Worten. Mehr wollte der Apostel nicht sein als Gottes brauchbares Werkzeug. Von »Selbstverwirklichung« wusste er noch nichts. Gleich bei seiner Berufung wurde ihm das Leiden um Jesu willen verordnet (Apg 9,16). Aber auch seinen Lebensauftrag erhielt er damals in Damaskus, den er hier mit einem Wettlauf vergleicht, nämlich »vor allen Menschen Zeuge zu sein« (Apg 22,15). Der Auftragsempfang lässt sich somit in seinem Leben genau festmachen. Noch genauer beschreibt der Apostel ihn Apg 26,17ff., wo unausgesprochen auch das »Evangelium von der Gnade Gottes« (V. 24) eingeschlossen ist. In seiner Rede an die Gemeindeleiter von Ephesus, so liest man manchmal, sei Paulus am »paulinischsten« in der Apg. Die Erlösung des Menschen durch die Gnade Gottes, die durch den Opfertod Christi am Kreuz zu Stande kommt und von der Paulus in seinen Briefen an vielen Stellen schreibt, tritt hier hervor.

Gerhard Maier – Edition C

Keines Wortes wert halte ich mein Leben für mich selbst, damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich empfing von dem Herrn Jesus.“ Im Bild des „Laufs zum Ziel“ hat Paulus die Existenz des Christen vielfach gesehen (1 Kor 9,24-27; Phil 3,13-14; 2 Tim 4,7); mit tiefem Ernst lag ihm am „Vollenden“ des Laufes bis zum Ziel. Und der „Dienst“ war ihm nicht lästige Pflicht, sondern der Ausdruck staunenswerter Gnade, die er von seinem Herrn „empfangen“ (1 Tim 1,12.13; 2 Kor 4,1) hat – Sehen wir alle, die wir das Glück haben, unser Leben ungeteilt der Verkündigung des Evangeliums widmen zu dürfen, unsern Dienst auch so an? – . Dieser Dienst ist in aller Vielseitigkeit seiner Ausrichtung doch nur ein einziger: „zu bezeugen das Evangelium der Gnade Gottes.“ Dass dieser anvertraute Dienst ausgerichtet wird, an dem das ewige Leben von Menschen hängt, darauf allein kommt es an. Das persönliche Lebensschicksal ist der Größe und Wichtigkeit dieses Dienstes gegenüber „keines Wortes wert“. Es hat für Paulus keinen Wert in sich selber erhalten unter Beeinträchtigung seines Dienstes. Hier ist das Wort Jesu Mk 8,35 in echter Weise und nicht als „christliche Moral“ erfüllt.

Wuppertaler Studienbibel

Wenn ich ein Leben MIT Christus führe, wenn ER das Zentrum sein soll, dann kann man dies in all meinen Handlungen und Entscheidungen sehen! Dann geht es nicht um mich, meine, mir, sondern um IHN!

zuerst Mirjam Magdalit

Maria Magdalene kommt und verkündet den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen, und er dies zu ihr gesagt habe.
Elberfelder 1871 – Joh 20,18

Da ging Maria aus Magdala zu den Jüngern zurück. »Ich habe den Herrn gesehen!«, verkündete sie und erzählte ihnen, was er zu ihr gesagt hatte.
Neue Genfer – Johannes 20,18

Maria Magdalena rannte sofort zu seinen Freunden und erzählte denen brühwarm, was sie gerade erlebt hatte: „Leute, ich hab gerade Jesus getroffen!“ Dann sagte sie ihnen, was er ihr aufgetragen hatte.
VolxBibel – Joh 20:18

Mit diesem Vers schließt der erste Auferstehungsbericht des Johannesevangeliums.

Zweierlei ist hier bemerkenswert. Erstens der Gehorsam der Maria. »Sie verkündet den Jüngern« das, was »er ihr gesagt habe.«

Dass die »Brüder« von V. 17 tatsächlich »die Jünger« sind, wird noch einmal bestätigt. Zweitens ist bemerkenswert, dass Maria sagt: »Ich habe den Herrn gesehen«. »Der Herr« ist eindeutig Jesus. »Ich habe gesehen« ist ein schlichter Ausdruck für das Zeugnis, das Maria ablegt. Hier werden keine weitschweifigen Erklärungen abgegeben. Wir kommen nicht in eine Märchenwelt. Hier spricht die Realität. Aber mit dieser schlichten Aussage: »Ich habe den Herrn gesehen« beginnt eine neue Welt. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Jesus hat ihn überwunden. Jesus ist auferstanden. Kein Grab, kein Hoher Rat, kein Pilatus und keine Römermacht konnte dies verhindern. Damit ist zugleich eine ganze Kette von Auferstehungen eingeleitet (1 Kor 15,21ff.; Offb 20), wie es das Osterlied beschreibt: »Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?« (EKG 89, 1). Vgl. Mk 16,10.

Gerhard Maier – Edition C

Jesus hat mit ernster und doch zarter Liebe Maria aus einer falschen Stellung zu ihm gerissen und in ein neues Leben gestellt, das der neuen Lage seit Kreuz und Auferstehung entspricht. Maria hört und gehorcht. „Maria von Magdala kommt und bringt den Jüngern die Botschaft: Ich habe den Herrn gesehen, und dies habe er ihr gesagt.“ Nun ist an ihr erfüllt, was Jesus seinen Aposteln in Joh 14,21;15,10 gesagt hatte: „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es, der mich liebt.“ Nicht in stürmischen Gefühlen, nicht in äußeren Berührungen und Huldigungen, sondern in der Erfüllung seiner Sendung lebt die echte Liebe zu Jesus.

Wuppertaler Studienbibel

Nachdem die beiden Jünger den Grabbereich verlassen hatten, kehrte Mirjam zurück, immer noch in der Annahme, dass der Leichnam entfernt worden war. Markus hielt es für wichtig, hinzuzufügen, dass sie diejenige war, die von sieben Dämonen geplagt worden war und die der Herr befreit hatte (Mk. 16,9). Als sie zum Grab zurückkam, sah sie zwei Engel, erkannte sie aber nicht als solche, da sie als junge Männer erschienen (Mk. 16,5; Joh. 20,11-12). Als die Engel fragten: „Frau, warum weinst du? (Joh 20,13a), offenbarte sie ihren Glauben: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben (Joh 20,13b).

Jeschuas auferstandener Körper
Als Jeschua ihr erschien, erkannte sie ihn nicht sofort (Joh. 20:14). Er stellte ihr die gleiche Frage: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du? (Joh. 20:15a). Sie nahm an, dass er der Gärtner war und daher wahrscheinlich derjenige, der den Leichnam weggebracht hatte. Sie fragte: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn wegnehmen (Joh 20,15b). Jeschua rief sie dann beim Namen, und vielleicht war etwas in seinem Tonfall oder die Art, wie er ihren Namen aussprach, vertraut, denn an diesem Punkt erkannte sie ihn schließlich und rief ihn auf Hebräisch an: Rabboni (Joh 20,16), was „mein Rabbi“, „mein Lehrer“ bedeutet. Diese Verzögerung beim Erkennen trat bei mehreren der Erscheinungen nach der Auferstehung auf. Ein Grund dafür ist, dass sich sein auferstandener Körper so sehr verändert hatte, dass eine Identifizierung nicht sofort möglich war. Allerdings blieben genug Dinge gleich, so dass diejenigen, die ihn sahen, ihn schließlich erkannten. Miriam erkannte Jeschua an der Art, wie Er ihren Namen nannte. Das könnte bedeuten, dass der Tenor Seiner Stimme derselbe blieb. Einige Dinge änderten sich, aber andere blieben gleich.

Beachten Sie, dass die erste Erscheinung des auferstandenen Messias einer Frau galt, nicht einem Mann. Das war bedeutsam, denn nach jüdischem Gesetz konnten Frauen nicht als Zeugen dienen. Die zwei oder drei Zeugen, die in einem Gericht notwendig waren, mussten Männer sein, niemals Frauen, da das Zeugnis einer Frau nicht als gültig angesehen wurde:

R. Eliezer und R. Joshua sagen: Sie dürfen nicht zulassen, daß eine Frau aufgrund des Zeugnisses eines einzigen Zeugen wieder verheiratet wird. R. Akiba sagt: Weder auf das Zeugnis eines Weibes (noch eines Sklaven oder einer Sklavin) noch von Verwandten.

„So haben wir gelernt, dass eine Frau nicht vor Gericht urteilt oder Zeugnis ablegt.“

R. Jakob bar Zabedi, R. Abahu im Namen von R. Yoḥanan: „Einer Frau ist es erlaubt, zu bezeugen: ‚Ich habe entbunden‘ oder ‚Ich habe nicht entbunden.‘ Aber es ist ihr nicht erlaubt, zu bezeugen: ‚Es ist männlich‘ oder ‚Es ist weiblich‘.“

Aber das Zeugnis der Frauen soll nicht zugelassen werden, wegen der Leichtfertigkeit und Kühnheit ihres Geschlechts.

Es gab jedoch auch sehr seltene Ausnahmen:

Sagte R. Ammi zu R. Aschi: Aber die Schule von Menasseh lehrte: Ein Zeuge, der bezeugt, was er von einem anderen Zeugen gehört hat, ist gültig bei einem Zeugnis, das eine Frau allein betrifft… – Sprich: Nur bei einem Zeugnis, bei dem eine Frau gültig ist…

(2) Eine Frau ist nur in bestimmten Angelegenheiten ein gültiger Zeuge, wozu auch der Makel eines Erstlings gehört, und auch in diesen ist Hörensagen zulässig.

Diejenigen, die nicht glauben, dass Jeschua von den Toten auferstanden ist, behaupten oft, dass die Evangelien erfunden sind. Wenn das wahr wäre, dann war es eine jüdische Erfindung, denn die Apostel waren alle Juden. Allerdings hätten sie die Geschichte nicht so fabriziert. Sie hätten versucht, sie so glaubhaft und akzeptabel wie möglich für ihr Publikum zu machen, indem sie sicherstellten, dass alle Zeugen Männer waren, keine Frauen. Aber sie mussten es so berichten, wie es wirklich passiert ist, mit einer Frau als erste Zeugin der Auferstehung. Diese Tatsache ist ein starkes Argument für die Authentizität des Auferstehungsberichts.

Arnold Fruchtenbaum . Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive